infoscore Consumer Data GmbH

Rheinstraße 99, 76532 Baden-Baden, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Mannheim HRB 201953
Eingetragen
4.12.1986
Branche
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieBeteiligungsgesellschaftenInstitute für Factoring-Geschäfte
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist die Beratung und Unterstützung des Versandhandels mit dem Ziel, die angeschlossenen Unternehmen vor Zahlungsverlusten zu schützen sowie der Betrieb eines Rechenzentrums einschließlich der dazugehörigen Versicherungen. Die Gesellschaft kann Zweigniederlassungen im In- und Ausland errichten; überhaupt alle Geschäfte tätigen, die dem Gesellschaftszweck mittelbar oder unmittelbar dienlich sind.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Khaled Rahman
seit 26.1.2026
Geschäftsführer
Jörg van de Bergh
seit 15.5.2025
Prokura
Jochen Werne
seit 26.9.2023
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Experian Europe DACIRL
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Experian GmbH
Germany
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

infoscore Consumer Data GmbH

Baden-Baden

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.04.2021 bis zum 31.03.2022

Amtsgericht Mannheim, HRB 201953

Bilanz zum 31. März 2022

Aktiva

31.3.2022 31.3.2021
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.984.774,00 1.595.786,00
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.360,52 17.107,00
2.992.134,52 1.612.893,00
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.152.831,44 5.025.811,95
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 31.402.635,84 20.752.393,02
3. Sonstige Vermögensgegenstände 89.228,64 36.644.695,92 91.488,48 25.869.693,45
II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 368.530,74 454,67
37.013.226,66 25.870.148,12
C. Rechnungsabgrenzungsposten 302.889,97 421.170,70
D. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 0,00 9.732,60
40.308.251,15 27.913.944,42

Passiva

31.3.2022 31.3.2021
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 193.100,00 193.100,00
II. Kapitalrücklage 108.317,37 108.317,37
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 34.921,00 34.921,00
IV. Gewinnvortrag 5.635.470,71 5.635.470,71
V. Jahresüberschuss 0,00 0,00
5.971.809,08 5.971.809,08
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 0,00 492.422,00
2. Sonstige Rückstellungen 2.501.435,77 2.210.948,61
2.501.435,77 2.703.370,61
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0,00 72.531,46
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 152.212,02 1.702.441,89
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 31.226.867,37 16.861.216,15
4. Sonstige Verbindlichkeiten 217.677,91 557.200,23
31.596.757,30 19.193.389,73
D. Rechnungsabgrenzungsposten 238.249,00 45.375,00
40.308.251,15 27.913.944,42

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. April 2021 bis 31. März 2022

1.4.2021 - 31.3.2022 1.7.2020 - 31.3.2021
EUR EUR EUR EUR
1. Rohergebnis 31.674.528,80 24.848.053,15
2. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 7.397.612,19 5.590.475,74
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.361.410,31 8.759.022,50 960.673,07 6.551.148,81
- davon für Altersversorgung EUR 96.971,27 (i. Vj. EUR 65.224,15 ) -
3. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.055.744,86 283.048,10
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen 5.742.806,33 4.019.533,19
5. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 91.912,78 10.007,91
- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 5.293,78 (i. Vj. EUR 10.007,91) -
- davon Zinserträge aus der Abzinsung von Rückstellungen EUR 86.619,00 (i. Vj.EUR 0,00) -
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 12.315,76 9.491,47
7. Ergebnis nach Steuern 16.196.552,13 13.994.839,49
8. Aufgrund von Gewinnabführungsverträgen abgeführte Gewinne 16.196.552,13 13.994.839,49
9. Jahresüberschuss 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis 31. März 2022

Allgemeine Hinweise

Die Gesellschaft ist unter der Firma infoscore Consumer Data GmbH mit Sitz in Baden-Baden im Handelsregister des Amtsgericht Mannheim unter der Nummer HRB 201953 eingetragen. Die Vergleichszahlen des Vorjahres betreffen das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Juli 2020 bis 31. März 2021 und sind somit nur eingeschränkt vergleichbar.

Grundlagen des Rechnungswesens

Die Gesellschaft ist zum Bilanzstichtag 31. März 2022 eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG erstellt. Es gelten die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften.

Für die Aufstellung anwendbare größenabhängige Erleichterungen (§§ 266 Abs. 1, 276 und 288 HGB) wurden in Anspruch genommen.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind einzelne Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und daher in diesem Anhang gesondert aufgegliedert und erläutert. Aus dem gleichen Grund wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und teilweise davon-Vermerke ebenfalls an dieser Stelle gemacht.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen nach der linearen Methode vermindert.

Vom Wahlrecht zur Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände wird kein Gebrauch gemacht.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer auf der Grundlage steuerlich anerkannter Höchstsätze abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden zeitanteilig vorgenommen. Die planmäßigen Abschreibungssätze und -methoden orientieren sich an den betriebswirtschaftlichen Nutzungsdauern.

Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 800,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst; ihr sofortiger Abgang wird unterstellt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nominalwert angesetzt. Alle Risiken aus den Forderungen und den sonstigen Vermögensgegenständen werden durch aktivisch abgesetzte Einzelwertberichtigungen berücksichtigt.

Flüssige Mittel werden zu Nominalwerten bilanziert.

Als Rechnungsabgrenzungsposten auf der Aktivseite werden Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, ausgewiesen.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert angesetzt.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Der anzuwendende Zinssatz wird von der Deutschen Bundesbank bekanntgegeben.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden bereits erhaltene Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen, ausgewiesen.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. I Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche Forderungen sind innerhalb eines Jahres fällig.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen andere Konzerngesellschaften in Höhe von TEUR 254 (Vorjahr TEUR 7) sowie Forderungen aus dem Cash-Pooling gegen die Gesellschafterin in Höhe von TEUR 31.149 (Vorjahr TEUR 20.746).

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Rückstellungen für Personalkosten in Höhe von TEUR 644 (Vorjahr 1.395) und Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 1.743 (Vorjahr TEUR 608) sowie Rückstellungen für Aufbewahrungskosten in Höhe von TEUR 47 (Vorjahr TEUR 47).

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeitenspiegel in EUR

31.03.2022
Restlaufzeit gesamt
Art der Verbindlichkeit Bis 1 Jahr von bis 5 Jahre über 5 Jahre
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 152 152
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 31.227 31.227
Sonstige Verbindlichkeiten 218 218
- davon aus Steuern 101 101
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit
31.597 31.597
31.03.2021
Restlaufzeit gesamt
Art der Verbindlichkeit zeit bis 1 Jahr mehr als 1 Jahr über 5 Jahre
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 73 0 0 73
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.702 1.702
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 16.861 16.861
Sonstige Verbindlichkeiten 557 557
- davon aus Steuern 199 199
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 45
19.193 19.193

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen setzen sich im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 941 (Vorjahr TEUR 52) und Verbindlichkeiten aus Gewinnabführung in Höhe von TEUR 30.191 (Vorjahr TEUR 13.995) zusammen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind solche aus Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 6 (Vorjahr TEUR 1) enthalten.

Haftungsverhältnisse

Zum Bilanzstichtag bestanden keine Haftungsverhältnisse gemäß § 25 1 und § 268 Abs. 7 HGB.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen aus Miet- und Leasingverhältnissen in Höhe von TEUR 100.

Sonstige Angaben

Geschäftsführung

Kai Bernd Kalchthaler, Offenburg, Chief Executive Officer der infoscore Consumer Data GmbH (bis zum 24. Januar 2023)

Ian Kennedy, Radnage, Vereinigtes Königreich, Geschäftsführer (vom 11. Januar 2023 bis zum 26. September 2023)

Marco Kaiser, Weisenbach, Geschäftsführer (seit dem 8. August 2023)

Jochen Werne, Düsseldorf, Geschäftsführer (seit dem 26. September 2023)

Mitarbeiter

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter:

Personalbestand 01.04.2021-31.03.2022 01.07.2020-31.03.2021
Leitende 13 2
Angestellte 115 96
Summe 128 98

Gewinnverwendung

Aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrages wird das gesamte Jahresergebnis an die informa Solutions GmbH abgeführt.

Konzernverhältnisse

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss ihres Mehrheitsgesellschafters, der Experian plc, Dublin, Irland, einbezogen, die den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen aufstellt. Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger elektronisch veröffentlicht.

Nachtragsbericht

Nach dem Bilanzstichtag sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die finanzielle Auswirkungen haben.

 

Baden-Baden, 11. Oktober 2023

Marco Kaiser

Jochen Werne

Geschäftsführer

Amtsgericht Mannheim, HRB 201953

Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis 31. März 2022

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.4.2021 Zugänge Abgänge 31.3.2022
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.876.746,18 2.434.568,01 0,00 5.311.314,19
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 240,41 0,00 0,00 240,41
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 245.665,62 2.375,85 6.640,48 241.400,99
245.906,03 2.375,85 6.640,48 241.641,40
3.122.652,21 2.436.943,86 6.640,48 5.552.955,59
Kumulierte Abschreibungen
1.4.2021 Abschreibungen des mGeschäftsjahres Abgänge 31.3.2022
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.280.960,18 1.045.580,01 0,00 2.326.540,19
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 240,41 0,00 0,00 240,41
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 228.558,62 10.164,85 4.683,00 234.040,47
228.799,03 10.164,85 4.683,00 234.280,88
1.509.759,21 1.055.744,86 4.683,00 2.560.821,07
Buchwerte
31.3.2022 31.3.2021
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.984.774,00 1.595.786,00
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 0,00 0,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.360,52 17.107,00
7.360,52 17.107,00
2.992.134,52 1.612.893,00

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis 31. März 2022

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1 Geschäftsmodell

Die infoscore Consumer Data GmbH (nachfolgend "ICD" genannt) ist ein spezialisierter Anbieter im deutschsprachigen Markt für Auskunfteiprodukte. Die ICD konzentriert sich insbesondere auf die Kundenbranchen eCommerce, Finance & Payments (insbesondere Zahlungsanbieter und Banken), Versicherungen und Telekommunikation. Als Tochtergesellschaft der informa Solutions GmbH befindet sich die ICD seit dem 30. Juni 2020 mehrheitlich im Besitz der Experian Group, einem internationalen Informationsdienstleister, mit einer Minderheitsbeteiligung des Bertelsmann-Konzerns, der organisatorisch im Geschäftsbereich Arvato Financial Solutions verankert war.

1.2 Forschung und Entwicklung

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der ICD liegen zum Teil bei der ICD selbst, zum Teil in den Mutter- und Schwesterunternehmen. Der Fokus liegt dabei auf eigenen Produkten/ Produktplattformen, sowohl aus technischer Sicht (vor allem IT, einschließlich Softwareentwicklung und assistiver Technologien wie Künstliche Intelligenz oder Robotik- Software) als auch im Aufbau von Know-how und Produkten im Bereich Datenmodelle/Analytics.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Makroökonomische und sektorale Entwicklung

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung *

Der anhaltende Druck durch die Coronavirus-Pandemie (SARS-CoV-2) belastet die deutsche Wirtschaft weiterhin stark. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im ersten Quartal 2022 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 % gegenüber dem vierten Quartal 2021. Im Vergleich zum vierten Quartal 2019, dem Quartal vor Beginn der Covid-19-Krise, lag das BIP um 0,9 % niedriger. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis-veröffentlicht im April 2022) mitteilt, haben der Krieg in der Ukraine und die anhaltende Covid-19-Pandemie bestehende Verwerfungen, darunter Unterbrechungen von Lieferketten und steigende Preise, verstärkt. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen in der Weltwirtschaft ist die deutsche Wirtschaft mit einem leichten Wachstum in das Jahr 2022 gestartet.

* Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) Deutschland - Statistisches Bundesamt (destatis.de)

Branchenbezogene Entwicklung *

Für die einzelnen Dienstleistungen, die von der ICD betreut werden, ergaben sich speziell aus der SARS-CoV-2-Situation sehr unterschiedliche Bilder: Im Geschäftsjahr entwickelte sich die E-Commerce-Branche entgegen dem allgemeinen wirtschaftlichen Trend äußerst positiv (Wachstum der Branche in Deutschland 2020: +23 %), da sich Volumina aus dem stationären Handel in den E-Commerce verlagert haben. Es wird erwartet, dass dies im Jahr 2022 weiter zunehmen wird, wobei der Markt EUR 97 Milliarden erreichen wird (EUR 87 Milliarden im Jahr 2021). Gleiches gilt für die Payment-Anbieter der Branche, da auch diese durch das gestiegene E-Commerce-Volumen direkt unterstützt werden. In beiden Bereichen konnte die ICD im Vergleich zum Vorjahr ein deutliches Wachstum erzielen. Der Versicherungs- und der Telekommunikationssektor entwickelten sich stabil.

2.2 Geschäftsverlauf

2.2.1 Steuerung des Unternehmens

Die Kontrolle der ICD erfolgt im Rahmen der jährlichen Budgetplanung, durch Zielvereinbarungen und regelmäßige Sitzungen, sowie im Einzelfall auch durch Ad-hoc- Abstimmungen. Das Unternehmen wird durch strategische und operative Anforderungen sowie verschiedene finanzielle Parameter unterstützt. Für das Steuerungssystem des operativen Geschäfts des Unternehmens ist das Ergebnis vor Steuern und Finanzierungen (EBIT) die primäre Steuerungsgröße. Die Steuerungsgröße wird auf Basis der nach IFRS ermittelten Rechnungslegung ermittelt.

2.2.2 Ertragslage

Für die Darstellung der Ertragslage wird eine verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung verwendet:

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 01.04.2022 bis 31.03.2022

01.04.2021 bis 31.03.2022 01.07.2020 bis 31.03.2021 Veränderung
TEUR TEUR TEUR
Rohergebnis 31.675 24.848 6.827
Personalaufwand -8.759 -6.551 -2.208
Abschreibungen -1.056 -283 -773
sonstige betriebliche Aufwendungen -5.743 -4.020 -1.723
Finanzergebnis 80 1 79
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 16.197 13.995 2.202
Steuern vom Einkommen und Ertrag 0 0 0
Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen -16.197 -13.995 -2.202
Jahresüberschuss 0 0 0

* Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) Deutschland - Statistisches Bundesamt (destatis.de)

Im Allgemeinen ist das Rohergebnis in den oben genannten Zahlen unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die beiden Vergleichszeiträume unterschiedlich lang sind und die Umsatzentwicklung in der zweiten Hälfte des Kalenderjahres aufgrund der anhaltend schwierigen Marktbedingungen in etwa unverändert geblieben. Der Rohertrag des abgelaufenen Geschäftsjahres belief sich für das Gesamtjahr auf TEUR 31.675, wobei der Monatsdurchschnitt 4% unter der Vorperiode liegt, was auf niedrigere Run-Raten im Q1-Zeitraum zurückzuführen ist.

Die Quote des Personalaufwands am Rohertrag ist mit 28 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert gestiegen, was auf gestiegene Mitarbeiterzahlen zurückzuführen ist (durchschnittlich 128 gegenüber 98 in der Vorperiode).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 5.743 beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für Leistungen, die aus dem Kreis der unmittelbaren und mittelbaren Gesellschafter der ICD bezogen wurden. Diese sind im Jahresvergleich in Relation zum Rohertrag überproportional gestiegen, was wiederum vor allem auf die starke Geschäftsentwicklung zurückzuführen ist, während das absolute Niveau dieser Aufwendungen im Geschäftsjahr nur leicht darüber bereinigt auf dem Niveau der Vorperiode liegt.

Das Ergebnis nach Steuern im Geschäftsjahr beträgt EUR 16.197 und ist gegenüber dem Vorjahr um TEUR 2.202 (16%) gestiegen. Bei Betrachtung des Monatsdurchschnitts ergibt sich ein Rückgang von 13 %.

Gemäß Gewinnabführungsvertrag wurde das Ergebnis nach Steuern an die Muttergesellschaft der ICD (informa Solutions GmbH, Baden-Baden) abgeführt.

Übergang zur Steuerungsgröße

Die Steuerungsgröße EBIT nach IFRS leitet sich aus dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBIT) nach deutschem Handelsrecht wie folgt ab:

Überleitungsrechnung 2022 2021 Veränderung
TEUR TEUR TEUR
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nach HGB 16.197 13.995 2.202
+/- Unterschiede aufgrund unterschiedlicher Rechnungslegungsvorschriften -1.449 -110 -1.339
EBIT nach IFRS 14.748 13.885 863

Die Entwicklung des EBIT nach IFRS ergibt sich aus den oben beschriebenen Effekten. Die Abweichungen sind im Wesentlichen auf Abschreibungen auf selbst erstellte Software zurückzuführen.

2.2.3 Vermögens- und Finanzlage

Die folgende Bilanztabelle fasst die einzelnen Positionen aus wirtschaftlicher und finanzieller Sicht zusammen:

Bilanz

Aktiva

31.03.2022 31.03.2021 Veränderung
TEUR TEUR TEUR
Anlagevermögen 2.992 1.613 1.379
Umlaufvermögen 37.013 25.870 11.143
Rechnungsabgrenzung 303 421 -118
Unterschiedsbetrag aus der Vermögensrechnung 10 -10
40.308 27.914 12.394

Passiva

Eigenkapital 5.972 5.972 0
Rückstellungen 2.501 2.703 -202
Verbindlichkeiten 31.597 19.194 12.403
Rechnungsabgrenzung 238 45 193
40.308 27.914 12.394

2.2.3.1 Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Gesellschaft hat sich im Geschäftsjahr 2022 um TEUR 12.394 auf TEUR 40.308 erhöht. Im Einzelnen entwickelten sich die Posten wie folgt:

Das Anlagevermögen erhöhte sich insbesondere durch den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten auf TEUR 2.992.

Das Umlaufvermögen erhöhte sich um TEUR 11.143. Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen steht in Einklang mit der Entwicklung der Umsatzerlöse. Der Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen um TEUR 10.650 resultiert im Wesentlichen aus dem Cash Pooling.

Das Eigenkapital blieb aufgrund der Gewinn- und Verlustabführung gegenüber der Vorperiode unverändert.

Der Anstieg der Verbindlichkeiten ist getrieben durch einen Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um TEUR 14.366, bedingt durch den Ergebnisabführungsvertrag. Dieser Anstieg wird durch einen Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um TEUR 1.550 teilweise kompensiert.

2.2.3.2 Finanzlage

Investition

Die Gesamtinvestitionen des Geschäftsjahres in Höhe von TEUR 2.437 entfallen im Wesentlichen auf den Erwerb von Adressdaten. Die Investitionstätigkeit des Unternehmens ist durch die technische Ausstattung zur Aufrechterhaltung des operativen Geschäftsbetriebs, insbesondere in die bestehende Infrastruktur, sowie durch allgemeine Anschaffungen von Bürogeräten und -geräten geprägt. In der Regel betrifft die Investitionstätigkeit des Unternehmens den betrieblichen Bedarf.

Liquidität

Die Gesellschaft wird durch einen Cash-Pooling-Vertrag finanziert, der mit ihrer alleinigen Muttergesellschaft abgeschlossen wurde. Mit diesem besteht auch ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag.

2.3 Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage

Das Management beurteilt den Geschäftsverlauf im Berichtsjahr sowie die wirtschaftliche Lage des Unternehmens als erfolgreich, insbesondere unter Berücksichtigung der anhaltenden außerordentlichen Situation aufgrund von SARS-COV-2.

3 Risiko-, Chancen- und Prognosebericht

3.1 Risiko- und Chancenbericht

Risiken

Produktsubstitution: Fintechs bauen selbst direkte Geschäftsbeziehungen zu Verbrauchern auf. Dies beeinflusst die Nachfrage nach komplexeren Auskunfteiprodukten. Dem begegnen wir, indem wir das Produktportfolio und die Kernkompetenzen konsequent in komplementäre Märkte weiterentwickeln und kräftig in die technologische Plattform investieren.

Fachkräftemangel: Dem Fachkräftemangel wirkt die ICD mit einer proaktiven und unterstützenden Personalpolitik und der Schaffung attraktiver Arbeitsbedingungen entgegen. Ein weiterer Baustein ist die Nutzung geografisch verteilter Standorte, einschließlich der Schwestergesellschaften von ICD, sowie die Kompetenzen und Ressourcen der direkten und indirekten Gesellschaftern von ICD sowie der Einsatz von Dienstleistern. Insgesamt ist das Marktrisiko aufgrund der getroffenen Maßnahmen als moderat einzustufen.

Schutz unserer Daten: Wir müssen unsere IT-Infrastruktur und die Daten, die wir besitzen, schützen. Beide Bereiche sind durch das interne Kontrollsystem und das Risikomanagementsystem abgedeckt. Die Entwicklungen der regulatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen werden proaktiv beobachtet und umgesetzt. Insgesamt sind die Risiken aus den Geschäftsprozessen aufgrund der getroffenen Maßnahmen als relativ gering einzustufen.

Globale Pandemie: COVID hat Unsicherheit mit sich gebracht. Kundeninsolvenz, verminderte Geschäftstätigkeit und/oder verminderte Investitionsbereitschaft der Kunden sind grundsätzliche Herausforderungen, denen das Unternehmen begegnen muss. Das Management beobachtet aktiv die Situation, während sich dieses globale Problem entwickelt.

Chancen

Die Marktnachfrage nach Entscheidungssoftware und Datenanalyse ist eine Wachstumschance für das Unternehmen. Darüber hinaus ist das Unternehmen Teil der Experian-Gruppe, und das Management ist der Ansicht, dass wir den Eigentümerwechsel nutzen können, um das Geschäft zu skalieren.

3.2 Erwartete Entwicklung des Unternehmens

Wir gehen davon aus, dass das Unternehmen im Geschäftsjahr 2022/2023 aufgrund des höheren Volumens einen Umsatzanstieg auf MEUR 34 verzeichnen wird. Das Management geht jedoch davon aus, dass das IFRS-EBIT aufgrund weiterer Investitionen für das zukünftige Umsatzwachstum auf MEUR 14 sinken wird.

Die Kundenstruktur des Unternehmens mit den Hauptbranchen E-Commerce, Finance & Payments, Telecommunications und Insurance soll sich auch im kommenden Geschäftsjahr fortsetzen. Aufgrund der COVID-19-Lockdowns gehen wir davon aus, dass die E-Commerce-Branche eine Branche mit schlechter Performance bleiben wird.

Die Weiterentwicklung der Produkte und des Geschäfts sowie die Integration in die Experian Group stehen im Fokus des Managements und der Führungskräfte. Für die nächsten Jahre strebt das Unternehmen eine zumindest stabile Entwicklung als wichtige Säule des Gesamtlösungsangebots von Experian im DACH-Markt bei anhaltend hoher Profitabilität an.

 

Baden-Baden, 11. Oktober 2023

Jochen Werne, Geschäftsführer

Marco Kaiser, Geschäftsführer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die infoscore Consumer Data GmbH, Baden-Baden

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der infoscore Consumer Data GmbH, Baden-Baden, - bestehend aus der Bilanz zum 31. März 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der infoscore Consumer Data GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. März 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Karlsruhe, den 11. Oktober 2023

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Hanns-Jörg Schwebler, Wirtschaftsprüfer

Patrick Clevenz, Wirtschaftsprüfer

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