BCG Digital Ventures GmbH
Selbe AdresseErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Aiga Marie Senftleben seit 15.12.2021 | Geschäftsführer |
Christian Dr. Grobe seit 26.9.2018 | Geschäftsführer |
Matthias Georg Knecht seit 15.12.2016 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 1.00% | |
| 0.12% | |
| 0.12% |
| Name | Anteil |
|---|---|
Avala VII UG (haftungsbeschränkt)Eigenbeteiligung | 0.02% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
31 Gesellschafter
GmbH-Struktur
5 von 31 angezeigt
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Billie GmbHBerlinJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Billie GmbH, Berlin Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Billie GmbH, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Billie GmbH, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Frankfurt am Main, den 31. Mai 2024 DASE
HAENEL GmbH
Lutz Michael Dase, Wirtschaftsprüfer Inez-Maria Haenel, Wirtschaftsprüferin Bilanz zum 31.12.2023Aktiva, EUR
Passiva, EUR
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1.1.2023 - 31.12.2023
ANHANG für das Geschäftsjahr 20231. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss Die Billie GmbH mit Sitz in Berlin ist in das Handelsregister unter HRB 182428 des Amtsgerichts Charlottenburg eingetragen. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 wurde nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften unter Beachtung der Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Insbesondere wurden die ergänzenden Rechnungslegungsvorschriften für Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute des vierten Abschnittes des dritten Buches des HGB beachtet. Die Bilanzierung erfolgte unter Beachtung der RechKredV. Die Gliederung der Bilanz erfolgte abweichend von § 266 HGB gemäß den Formblattvorschriften des § 2 Abs. 1 RechKredV (Formblatt 1). Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgte ebenfalls in Abweichung von § 275 HGB nach den Formblattvorschriften des § 2 Abs. 1 RechKredV (Formblatt 3). 2. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Forderungen an Kreditinstitute werden zum Nennwert bilanziert. Die Forderungen an Kunden werden mit dem Nennwert angesetzt. Für alle im Kreditgeschäft erkennbaren Risiken werden pauschalierte Einzelwertberichtigungen (pEWB) gebildet. Dem latenten Kreditrisiko (einschließlich des Risikos eines eventuell nicht gegebenen Rechtsbestandes der Forderungen) wird durch Bildung von Pauschalwertberichtigungen (PWB) Rechnung getragen. Zur Ermittlung der jeweils anzusetzenden Wertberichtigung findet folgende Formel Anwendung: Wertberichtigung = Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) x Verlustrate bei Ausfall (LGD) x ausstehender Forderungsbetrag bei Ausfall (EAD) Entsprechend dieser Formel wird bei Ankauf jede Forderung als Produkt aus PD, LGD und EAD pauschal wertberichtigt, mit einer von der Risikoabteilung festgesetzten PD und LG sowie einem EAD von 100 %, da alle Forderungen endfällig sind. Sobald eine Forderung vollständig beglichen ist, wird die PWB für diese Forderung auf 0 reduziert. Ist die Rückzahlung dagegen mehr als 30 Tage verspätet, gilt die Forderung als leistungsgestört und wird entsprechend um eine pauschalierte Einzelwertberichtigung (pEWB) gemindert. Dabei wird in obiger PWB- Formel die PD auf 1 gesetzt. Verspätet sich die Rückzahlung um mehr als 90 Tage, wird die Forderung als technischer Ausfall bewertet und auch der LGD auf 1 gesetzt. Im Falle einer endgültigen Uneinbringlichkeit, in der Regel bei Insolvenzantrag, wird die Forderung ausgebucht und die pEWB wird entsprechend auf 0 reduziert. Erworbene immaterielle Anlagewerte sowie Sachanlagen wurden zu Anschaffungskosten bewertet und, wo erforderlich, linear um planmäßige Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer vermindert. Die zugrunde gelegten Nutzungsdauern betragen drei bis zehn Jahre. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis 800 EUR werden direkt im Jahr der Anschaffung abgeschrieben. Die sonstigen Vermögensgegenstände und Rechnungsabgrenzungsposten wurden mit dem Nennwert bilanziert. Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Rückstellungen wurden mit ihrem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Sie enthalten zu einem wesentlichen Teil sogenannte Gewährleistungsrückstellungen, die zur Absicherung einer Re-Factoring-Linie dienen. Diese Rückstellungen wurden also für branchentypische Risiken gebildet und entsprechend den gleichen Grundlagen wie die Wertberichtigungen auf das Forderungsportfolio berechnet. Latente Steuern ergeben sich insbesondere aus temporären Bewertungsdifferenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz. Daneben ergeben sich aktive latente Steuern aus steuerlichen Verlustvorträgen. Der anzuwendende Steuersatz beträgt 30,175 %. Das Institut bilanziert keine aktiven latenten Steuern. Die Umrechnung von Geschäftsvorfällen in fremder Währung erfolgt mit dem Devisenkassamittelkurs am Entstehungstag. Die Umrechnung bestehender Fremdwährungsforderungen oder -verbindlichkeiten am Abschlussstichtag erfolgt nach der Maßgabe des § 256a HGB. 3. Angaben zur Bilanz Angaben zu Forderungen: Die Forderungen an Kunden betreffen ausschließlich Forderungen aus dem Factoring-Geschäft. Die Forderung an Kreditinstitute sind in Höhe von EUR 33.973.885,60 täglich fällig. Davon sind EUR 5.237.762,78 in SEK, EUR 9,64 in USD, EUR 648,81 in CHF, EUR 534,45 in NOK und EUR 757,03 in GBP denominiert. Die Forderungen gliedern sich nach Restlaufzeit wie folgt:
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere: Dieser Ausweis betrifft Wertpapiere in Höhe von TEUR 15.214 (Vorjahr: TEUR 0), die börsenfähig und börsennotiert sind. Die Wertpapiere wurden vollständig dem Finanzanlagevermögen zugeordnet. Angaben zu immateriellen Anlagewerten und Sachanlagen: Die Entwicklung des Anlagevermögens ist diesem Anhang als Anlage beigefügt. Die Sachanlagen werden vollständig im Rahmen der eigenen Tätigkeit genutzt. Angaben zu Verbindlichkeiten: Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind allesamt mit einer vereinbarten Laufzeit von bis zu drei Monaten und branchenüblich besichert durch die Abtretung sämtlicher Factoring-Forderungen sowie der Rechte und Ansprüche aus den Warenkreditversicherungen. Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten in Höhe von TEUR 329,7 (Vj. TEUR 693,4) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die dem Factoring- Geschäft nicht direkt zuordenbar sind, Verbindlichkeiten aus Steuern und Abgaben in Höhe von TEUR 75,3 (Vj. TEUR 59,7) sowie Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer und im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 270,2 TEUR (Vj. TEUR 257,7). Sämtliche Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Die Verbindlichkeiten sind allesamt mit einer vereinbarten Laufzeit von bis zu drei Monaten und gliedern sich wie folgt:
Angaben zu anderen Rückstellungen: Die anderen Rückstellungen wurden für ausstehende Rechnungen für die Jahresabschlussarbeiten, Jahresabschlussprüfung und Steuererklärungspflichten (TEUR 40,0) sowie für Urlaubsrückstellungen (TEUR 394,6, Gewährleistungsrückstellungen (TEUR 123,6) und Rückstellungen für erwartete Lieferantenverbindlichkeiten (TEUR 247,7) gebildet. 4. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung Angaben zu Zinserträgen: Die Zinserträge bestehen im Wesentlichen aus zinsähnlichen Factoring-Gebühren. Generell sind die Kunden der Gesellschaft ausschließlich inländische Gesellschaften. Eine Ausnahme hierbei bildet die strategische Partnerschaft mit der schwedischen Klarna Bank AB, welche als sog. Merchant of Record (MoR) agiert. Die Zinserträge sind daher getrennt nach den relevanten geographischen Märkten gemäß § 34 Abs. 2 RechKredV aufgegliedert, d.h. in Schweden (Klarna Bank AB) sowie Deutschland (sonstige Kunden). Auf eine Aufgliederung sonstiger Posten wird verzichtet.
Angaben zu sonstigen betrieblichen Erträgen: Die wesentlichen sonstigen betrieblichen Erträge resultieren im Wesentlichen in Höhe von TEUR 73,5 aus Erstattungen aus dem Aufwendungsausgleichsgesetz und in Höhe von TEUR 923,6 aus der Währungsumrechnung und Rundungsgewinnen. Angaben zu sonstigen betrieblichen Aufwendungen: Die wesentlichen sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultieren, in Höhe von TEUR 71,7 aus Aufwendungen aus Team-Events, in Höhe von TEUR 64,5 aus Aufmerksamkeiten des Arbeitgebers, in Höhe von TEUR 38,4 aus Aufwendungen des Vorjahres und sonstigen Abgaben sowie in Höhe von TEUR 9,8 aus Negativzinsen und in Höhe von TEUR 720,4 aus der Währungsumrechnung. 5. Sonstige Angaben Sonstige finanzielle Verpflichtungen: Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Mietverträgen belaufen sich auf TEUR 809,0. Namen der Geschäftsführer und Bezüge: Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden die Geschäfte des Unternehmens durch die alleinvertretungsberechtigen Geschäftsführer Dr. Christian Grobe (Leiter Markt, verantwortlich für Vertrieb und Kundenbetreuung), Dr. Matthias Knecht (Leiter Marktfolge, verantwortlich für Risiko- und Forderungsmanagement) und Aiga Senftleben (Leiterin Rechts- und Personalabteilung) geführt. Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung betragen TEUR 750,2. Honorar des Abschlussprüfers: Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar beträgt TEUR 41,2 und entfällt ausschließlich auf Abschlussprüfungsleistungen. Mitarbeiter: Im Jahr 2023 beschäftigte die Gesellschaft im Durchschnitt 167,75 Mitarbeiter (inklusive 7 Werkstudenten). 6. Ergebnisverwendung Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 20.850,5 auf neue Rechnung vorzutragen. 7. Nachtragsbericht Es gibt keine besonderen Ereignisse nach dem Stichtag, die zu berücksichtigen wären.
Berlin, den 31. Mai 2023 Billie GmbH Dr. Matthias Knecht Dr. Christian Grobe Aiga Senftleben
LAGEBERICHT für das Geschäftsjahr 20231. Grundlagen des Unternehmens Die Billie GmbH (im Folgenden bezeichnet als "Billie" oder "Gesellschaft") ist ein Anbieter von B2B-Zahlmethoden mit Sitz in Berlin, das 2016 gegründet wurde. Als Finanztechnologie-Unternehmen bietet Billie mittels moderner Rating-Technologie vollständig digitale Zahlungslösungen für B2B-Marktplätze und B2B-E-Commerce- Anbieter. Kernprodukt von Billie ist im Berichtsjahr der abgesicherte Rechnungskauf auf Basis eines echten Full-Service-Factorings. Die Gesellschaft besitzt für ihre Geschäftstätigkeit als Finanzdienstleistungsinstitut im Bereich Factoring seit April 2017 eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) gemäß § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 9 KWG und ist seit Februar 2019 als Kontoinformationsdienstleister gemäß §1 Satz 2 Nr. 8 ZAG bei der Bafin registriert. Am 19. März 2024 hat Billie eine Lizenzerweiterung bei der BaFin beantragt und einen umfassenden E-Geld Lizenzantrag eingereicht. 2. Wirtschaftsbericht a. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Vor dem Hintergrund mittelbarer Folgen der andauernden russischen Aggression gegen die Ukraine, der gestiegenen Zinsen, der relativ schwachen weltwirtschaftlichen Entwicklung, eines hohen Krankenstands, aber auch zunehmender struktureller Herausforderungen hat die Wirtschaftsleistung in Deutschland im vergangenen Jahr um 0,3 Prozent abgenommen Anders als noch im Vorjahr waren auf der Nachfrageseite die privaten Konsumausgaben im Jahr 2023 keine Wachstumsstütze der deutschen Wirtschaft. Sie sanken preisbereinigt um 0,8 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Bauinvestitionen nahmen im Jahr 2023 preisbereinigt um 2,1 % ab. Angebotsseitig bremsten gestiegene Energie- und Baumaterialkosten, nachfrageseitig verschlechterten der inflationsbedingte Kaufkraftentzug und die gestiegenen Finanzierungskosten die Investitionen in Bauleistungen. Infolge dieser Faktoren nahm die Zahl der monatlich genehmigten Wohnungen seit Mitte 2022 um rund ein Drittel ab. Aktuell dämpfen die rückläufigen Bauinvestitionen die Entwicklung der gesamten Investitionstätigkeit in Deutschland. Im vergangenen Jahr gingen die preisbereinigten Ausfuhren um 1,8 Prozent zurück. Da sich die preisbereinigten Importe infolge der schwachen binnenwirtschaftlichen Nachfrage mit -3,0 Prozent noch deutlich stärker als die Exporte verringerten, trugen die Nettoexporte (Exporte minus Importe) rechnerisch dennoch positiv zur Veränderung des Bruttoinlandsprodukts bei. Der Arbeitsmarkt ist dagegen bemerkenswert robust: Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland erreichte zuletzt mit über 46 Millionen Personen einen Höchststand. Die derzeit hohen nominalen Lohnzuwächse führen in Kombination mit nachlassender Inflation - nach den starken Verlusten 2022/23 - wieder zu einem Zuwachs an realer Kaufkraft. Die Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzen ist im Oktober 2023 um 22,4 Prozent ggü. dem Vorjahreswert gestiegen. Damit liegen die Werte nur noch leicht unter Vor-Corona-Niveau (Mittelwert 2016-2019), während sie im Vorjahr noch rund ein Drittel niedriger waren. Der B2B-Onlinehandel entwickelt sich trotz dieser zahlreichen konjunkturellen Hürden weiter sehr dynamisch und unterstreicht den langfristigen strukturellen Trend, auf dem die Gesellschaft ihr Geschäftsmodell gründet. Laut einer Trendumfrage der iBusiness ist der B2B-Onlinehandel im Jahr 2023 mit rund 9,8% gegenüber dem Vorjahr zwar nicht mehr ganz so stark gewachsen wie im direkten Nachgang der Corona-Pandemie. Im Vergleich zum B2C-Onlinehandel, der im letzten Jahr mit knapp 6% gegenüber dem Vorjahr zulegte, unterstreicht dieser fast zweistellige Anstieg aber die positive Wachstumsdynamik im B2B-Onlinehandel. Damit hat sich die verstärkte Nachfrage nach Online-Bezahlmethoden, wie sie die Gesellschaft mit ihrem digitalen B2B-Rechnungskauf anbietet, auch im Jahr 2023 fortgesetzt. b. Geschäftsverlauf und Ertragslage Nach Abschluss des herausfordernden Geschäftsjahres 2022, in dem die Gesellschaft ihr ursprüngliches KMU-Einzelfactoring für Neukunden eingestellt hat und einen Großteil des daraus resultierenden Factoringvolumens im Laufe des Jahres verkauft hat, stand das Geschäftsjahr 2023 im Zeichen des zielgerichteten Ausbaus des B2B-Rechnungskaufs. Entsprechend wurden bis zum 31.12.2023 alle Altverträge aus dem KMU-Einzelfactoring vollständig abgewickelt und verglichen mit 2021 sank der Anteil dieses Produkts von 75% auf lediglich 15% des gesamten Factoringvolumens im Jahr 2023. Gleichzeitig sind die Umsätze des neuen Kernprodukts, B2B-Rechnungskauf, mit einem dreistelligen Prozentsatz gestiegen. Ursache für diese stark beschleunigte Dynamik lag im erfolgreichen Neugeschäft mit wesentlichen strategischen Partnern, insbesondere Klarna und Mollie (via Klarna Bank AB als MoR), sowie in der beschleunigten Auslandexpansion. Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2023 drei neue Märkte über die strategischen Partnerschaften erschlossen - Niederlande, Österreich, Schweden - und in diesen Ländern zahlreiche neue Händler als indirekte Kunden über Klarna als MoR gewonnen. Darüber hinaus konnte die Gesellschaft im Dezember 2023 mit Adyen (via Klarna Bank AB als MoR) den nächsten großen Zahlungsdienstleister als exklusiven Partner für den B2B-Rechnungskauf in allen verfügbaren europäischen Märkten begrüßen. Für das Jahr 2023 wurden insgesamt Forderungen im Volumen von EUR 389,3 Mio. (Vj. EUR 348,1 Mio.) verarbeitet. Der Zins- und Gebührenüberschuss im gleichen Zeitraum betrug TEUR 6.210,6 (Vj. TEUR 5.589,2). Der Provisionsüberschuss lag bei TEUR 62,6 (Vj. TEUR 646,8). Die Personalaufwendungen lagen im Berichtsjahr insbesondere aufgrund der Einstellung einiger Senior-Positionen bzw. Führungskräften sowie Anhebung der Gehälter entsprechend der Inflation bei TEUR 17,011.8 (Vj. TEUR 14.473,3). Die anderen Verwaltungsaufwendungen erreichten eine Höhe von TEUR 6.135,5 (Vj. TEUR 5.988,4). Der Großteil dieser Aufwendungen (ca. 80 Prozent) entfiel auf die folgenden fünf Kategorien: Marketing- und Ratingkosten, Miete, Lizenzgebühren, Recruitingkosten und Fremdleistungen. Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen lagen damit bei insgesamt TEUR 23.147,3 (Vj. TEUR 20.461,7). Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr ist nahezu ausschließlich auf die gestiegenen Nominallöhne im Rahmen der Inflationsanpassung, insbesondere im Bereich IT, zurückzuführen. Die gesamten Risikokosten, d. h. die Abschreibungen auf Forderungen, die Zuführungen zur Risikovorsorge für Debitoren und Factoring-Kunden sowie die Aufwendungen für die Delkredereversicherung erreichten TEUR 4.204,8 (Vj. TEUR 1.675,6). Der deutliche Anstieg ist auf eine einmalige Abschreibung in Höhe von TEUR 1.957,2 zurückzuführen, welche aus dem beendeten KMU-Einzelfactoring resultierte. Das Jahresergebnis betrug 2023 TEUR -20.850,5 (Vj. TEUR -16.324,1). c. Vermögens- und Finanzlage Die Struktur der Aktiva ist durch die Forderungen an Kunden, Kreditinstitute und Aktien sowie nicht festverzinsliche Wertpapiere gekennzeichnet, die rund 98,3 Prozent der Bilanzsumme betreffen. Dabei betragen die Forderungen an Kunden und Kreditinstitute 75,10 % der Bilanzsumme. Die Forderungen an Kunden lagen zum Bilanzstichtag 2023 bei TEUR 29.828,0 (45,5 Prozent der Bilanzsumme, Vj. TEUR 16.647,4). Die Forderungen sind zu 100,0 Prozent innerhalb von drei Monaten fällig. Risiken bei Debitorenforderungen sind im Rahmen einer eigenen Kreditversicherung bzw. durch die Kreditversicherungen der Factoring-Kunden weitgehend abgedeckt (vgl. hierzu auch den nachfolgenden Risikobericht). Bei den Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von TEUR 19.447,9 (29,6 Prozent der Bilanzsumme, Vj. TEUR 66.134,3) handelt es sich überwiegend um Eigenkapitalreserven und zum kleineren Teil um Gelder in Transit aus Re-Factoring-Finanzierungsverträgen in Höhe von TEUR 7.020,5 und Kautionen in Höhe von TEUR 418,0. Billie verfügte jederzeit über ausreichende Refinanzierungsmittel. Die Refinanzierung des Forderungsbestands erfolgt durch mehrere Kreditinstitute mittels fester Kreditzusagen. Es stand der Gesellschaft jederzeit ausreichend Liquidität zur Verfügung, um sämtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten lagen bei TEUR 5.748,4 (Vj. TEUR 5.629,3). Verbindlichkeiten gegenüber Kunden bestanden zum Bilanzstichtag in Höhe von TEUR 4.096,6 (Vj. TEUR 1.528,6). Dabei handelt es sich um zugesagte, aber noch nicht ausgezahlte Vorfinanzierungen zum Factoring eingereichter Rechnungen sowie Anteile an Debitorensammelzahlungen für nicht von Billie vorfinanzierten Rechnungen. Die Eigenkapitalquote belief sich im Berichtsjahr auf 82,7 Prozent. Die Gesellschaft beschäftigte zum 31.12.2023 166 Personen, davon 48 weibliche und 118 männliche Mitarbeiter. Die Geschäftsführung ist mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr zufrieden, da das Ziel eines Anstiegs der Ankaufvolumina auf 400 Millionen EUR im Großen und Ganzen erreicht wurde. Durch die finale Abwicklung des KMU-Einzelfactorings kam es zu einer Sonderabschreibung i.H.v. TEUR 1.957,2 (siehe Erläuterung zu den Risikokosten in Abschnitt 2b) einher. Eine adäquate Risikovorsorge für die daraus resultierenden Risiken wurde gebildet und bestand zu jeder Zeit. Nach aktuellen Kenntnissen ist es nicht auszuschließen, dass eine weitere geringe Abschreibung im Geschäftsjahr 2024 erfolgt. Grund hierfür sind insbesondere die Fälligkeiten der Forderungen und das Durchlaufen diverser Mahn- und Inkasso-Stadien. Aufgrund der verfügbaren Eigenmittel wird die Vermögens- und Finanzlage als sehr gut beurteilt. Die Ertragslage wird als solide eingeschätzt, da der B2B-Onlinehandel, und damit das Zahlen auf Rechnung direkt im Checkout, weiter Marktanteile gewinnt, kurzfristig aber durch die eingetrübte konjunkturelle Gesamtlage nicht sein gesamtes Wachstumspotenzial entfalten kann. Die Steuerung mit Blick auf die finanziellen Leistungsindikatoren obliegt der Geschäftsleitung und ist wertorientiert. Als maßgebliche finanzielle Leistungsindikatoren sind bei der Billie GmbH das Zinsergebnis und die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen definiert. Bei der Betrachtung der nicht finanziellen Leistungsindikatoren stehen insbesondere die Kundenzufriedenheit gemessen am Net Promoter Score sowie die Anzahl von Kundenbeschwerden im Vordergrund. d. Risikobericht Billie hat ein umfassendes, mehrstufiges Risikomanagement entwickelt, um das Gesamtrisiko der Gesellschaft zu überwachen und eine risiko- und ertragsorientierte Steuerung zu ermöglichen. Die Grundlagen der Steuerung sind in der Geschäftsstrategie und der Risikostrategie dokumentiert und werden regelmäßig überprüft und aktualisiert. Die Umsetzung der zur Risikosteuerung notwendigen Maßnahmen sind in der Organisationsrichtlinie zu Kredit- und Betrugsrisiken sowie weiteren Organisationsrichtlinien und Arbeitsanweisungen dokumentiert. Das Risikomanagement der Billie wird kontinuierlich weiterentwickelt, die Effektivität der getroffenen Maßnahmen wird dabei stetig überwacht. Die verschiedenen Bestandteile des Risikomanagements werden dabei maßgeblich durch automatisierte Verfahren unterstützt und nutzen in hohem Maße Methoden der elektronischen, IT- gestützten Datenverarbeitung, um ein Höchstmaß an Wirksamkeit zu erreichen. Zur Verhinderung von Geldwäsche sowie der Terrorismusfinanzierung hat Billie angemessene Kontrollen geschaffen. Zur Schaffung und Erhaltung der internen Sicherungsmaßnahmen ist eine zentrale Stelle für die Geldwäscheprävention sowie sonstige strafbare Handlungen eingerichtet und eine Geldwäschebeauftragte sowie Stellvertreterin benannt. Vierteljährlich wird ein Risikobericht erstellt, welcher Aussagen über das Gesamt- und Neugeschäft beinhaltet, das finanzierte Forderungsportfolio detailliert betrachtet, Konzentrationsrisiken auf Basis von Industriesektoren, Regionen, Forderungshöhen und -laufzeiten sowie hinsichtlich einzelner Factoring-Kunden und Debitoren darstellt. Der Risikobericht enthält eine Risikotragfähigkeitsrechnung und stellt auf die Berechnungen des Risikokapitals aus Kreditrisiko, des Risikokapitals aus operationellem Risiko, des Risikokapitals aus Geschäftsrisiko sowie des generellen Risikolimits ab. In die Berechnung des Geschäftsrisikos fließt das Ertragsrisiko aufgrund unerwarteter Veränderungen der Ertragslage sowie das Refinanzierungsrisiko aufgrund von abrupten Änderungen der Refinanzierungskosten mit ein. Zentrales Ergebnis des Risikoberichts ist die Gegenüberstellung des Risikolimits und der Risikodeckungsmasse, wodurch die freie Risikodeckungsmasse berechnet wird. A) Adressenausfallrisiko Das Adressenausfallrisiko beschreibt das Risiko, dass ein Factoring-Kunde bzw. ein Debitor seiner Zahlungsverpflichtung nicht mehr oder nur in vermindertem Maße bzw. nur noch mit Verzögerung nachkommt. Das Risiko eines Adressenausfalls fließt in die Bonitätsbeurteilung eines Factoring-Kunden bzw. in die Bewertung eines Debitors ein. Zur Bestimmung des Adressenausfallrisikos betrachtet und bewertet Billie einerseits den Factoring-Kunden, andererseits den Debitor sowie zusätzlich die finanzierte Forderung selbst. A1) Bonitätsrisiken Das Ausfallrisiko des Factoring-Kunden und das Ausfallrisiko des Debitors (Delkredererisiko) sind die beiden wesentlichen Bonitätsrisiken, denen Billie ausgesetzt ist. Im echten Factoring entstehen Bonitätsrisiken für Billie durch einen debitorischen Adressenausfall, welcher von Billie zu tragen ist. Im Falle eines möglicherweise notwendigen Rückgriffs auf den Factoring-Kunden entstehen Bonitätsrisiken zusätzlich durch den Ausfall des Factoring-Kunden. Um die Bonität der Factoring-Kunden zu bewerten, nutzt Billie ein automatisches Risikoklassifizierungsverfahren. Dieses ist als Scoringverfahren implementiert und beruht u.a. auf den folgenden Informationsquellen: Unternehmensstammdaten, Auskunftsinformationen verschiedener Kreditbüros und Versicherungsgesellschaften, Einsichtnahme in das Geschäftskonto des Kunden sowie evtl. Informationen aus den Buchhaltungssystemen des Kunden. Ergebnis des Scoringverfahrens ist ein Rating, das die statistische Ausfallwahrscheinlichkeit des Kunden widerspiegelt. Auf Grund der kurzen Laufzeit der Forderungen ist das Scoringverfahren speziell auf die kurzfristige Bonität des Kunden abgestellt. Die Bonitätsbewertung der Debitoren wird laufend, jedoch aktuell spätestens alle 60 Tage aktualisiert, sofern Forderungen gegen den betreffenden Debitor zur Finanzierung eingereicht werden. Die Scoringverfahren werden vom Bereich Risikomanagement und -controlling entwickelt und verantwortet. Den debitorischen Adressenausfall sichert Billie durch den Abschluss einer Warenkreditversicherung bei einer großen Kreditversicherungsgesellschaft für die jeweiligen Debitoren ab. Durch das Versicherungslimit für den jeweiligen Debitor ist das Risiko i.d.R. auf den Selbstbehalt der Versicherung begrenzt. Ausreichend gezeichnete Versicherungslimite für Debitoren stellen somit eine Voraussetzung für die Finanzierung der Forderung dar. In begründeten Ausnahmefällen kann eine Finanzierung über das Versicherungslimit hinaus genehmigt werden. Durch Versicherungsverträge und andere Verträge entstehen ggf. auch Adressenausfallrisiken gegenüber anderen Parteien, wie z.B. einer Kreditversicherungsgesellschaft, die jedoch nicht allgemein limitiert, entsprechend ihrer Bedeutung fallweise erörtert und derzeit als unwesentlich eingestuft werden. A2) Veritätsrisiken Als Veritätsrisiken werden Risiken bezeichnet, welche durch fehlende oder eingeschränkte Rechtsbeständigkeit der von Factoring-Kunden erworbenen Forderungen entstehen. Zur Überprüfung der Verität der finanzierten Forderungen werden stichprobenhaft Rechnungsprüfungen durchgeführt, wodurch mittels eines durch den Bereich Risikomanagement und -controlling entwickelten Algorithmus Einzelrechnungen ausgewählt werden. Auf Grund der hohen Anzahl und kurzen Laufzeit der Geschäfte und im Einklang mit dem Geschäftsmodell des stillen Factorings wird Billie im Regelfall keine Einzelfallprüfung jeder Rechnung auf rechtlichen Bestand durchführen. Stattdessen wird dieses Risiko im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung kapitalisiert. B) Marktpreisrisiken Marktpreisrisiken bezeichnen mögliche Verluste, die sich aus der Veränderung von Marktpreisen für Wertpapiere, Devisen und Derivate sowie Änderungen von Zinssätzen und Zinsstrukturen ergeben können. Marktpreisrisiken entstehen dabei hauptsächlich durch Handelsgeschäfte, d.h. Abschlüsse, die ein Geldmarktgeschäft, Wertpapiergeschäft, Devisengeschäft, Geschäft in handelbaren Forderungen, Geschäft in Waren oder Geschäft in Derivaten zur Grundlage haben und die im eigenen Namen und für eigene Rechnung abgeschlossen werden. Als Factoring-Unternehmen wird Billie keine Handelsgeschäfte, weder in fremdem noch in eigenem Namen durchführen. Im Rahmen der allgemeinen Finanz- und Anlageverwaltung ist es der Billie möglich, Vermögen in Finanzinstrumenten (insbesondere Einlagen, Geldmarktpapiere und Rentenpapiere) anzulegen. Dies wird jedoch ohne Handelsabsicht getätigt und ein Profit aus Kursschwankungen gehört gemäß Geschäftsstrategie explizit nicht zum Geschäftsmodell der Billie. Aus diesem Grund sind Marktpreisrisiken für Billie kein Bestandteil des Gesamtrisikoprofils und werden daher im Risikobericht sowie in der Risikostrategie nicht weiter behandelt. C) Liquiditätsrisiken Als Liquiditätsrisiko wird das Risiko definiert, dass Billie Zahlungsverpflichtungen gegenüber anderen Parteien nicht oder nicht fristgerecht nachkommen kann. Das Geschäftsmodell von Billie sowie die Zahlungsflüsse sind im Vergleich etwa zu Banken einfach gelagert. So entstehen im Rahmen der regulären Geschäftstätigkeit insbesondere keine unerwarteten kurzfristigen Forderungen z.B. aus Margin Calls. Auch nimmt Billie keine Einlagen entgegen, bei denen die einzahlenden Parteien Anspruch auf kurzfristige Auszahlung haben. Analog zur Risikotragfähigkeitsrechnung werden die Liquiditätsbedürfnisse aus den Risikoarten Geschäftsrisiko, Adressenausfallrisiko und operationelles Risiko mit einem Einjahreshorizont und zu einem hohen Konfidenzniveau gemessen und fließen in die Berechnung des Risikokapitals mit ein. Ein besonderer Sachverhalt ergibt sich in Bezug auf die Finanzierung von Forderungen der Factoring-Kunden. Diese Forderungen werden mit Mitteln institutioneller Investoren finanziert. Hierbei entsteht das Risiko nicht ausreichender Refinanzierungsmittel, sofern Factoring-Kunden Auszahlungen zugesichert werden, für welche keine ausreichenden Mittel zur Verfügung stehen. Für die Finanzierung von Forderungen der Factoring-Kunden wird ein separater Liquiditätssteuerungskreis genutzt, der über eine eigene Kontostruktur realisiert wird. Ferner wird durch interne Kontrollen sichergestellt, dass nur dann Forderungen zur Finanzierung durch Billie genehmigt werden, wenn ausreichende Investorengelder zur Verfügung stehen. Grundsätzlich strebt Billie an, das Risiko ausbleibender Refinanzierung zu verringern, indem Refinanzierungsverträge mit einer größeren Anzahl an Refinanzierungspartnern geschlossen werden. Die Geschäftsleitung stellt daher fest, dass die Liquidität im Geschäftsjahr 2023 jederzeit sichergestellt war und der Bestand des Unternehmens gesichert war. D) Operationelle Risiken Billie definiert operationelles Risiko als die Gefahr von Schäden, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Mitarbeitern, der internen Infrastruktur oder infolge externer Einflüsse eintreten. Dies umfasst insbesondere Verlustrisiken aus Systemausfällen, menschlichen Fehlern sowie unzureichenden Prozessen und Kontrollen. Im Gegensatz z.B. zum Adressenausfallrisiko, das Billie bewusst im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit eingeht, sollen operationelle Risiken wo möglich vermieden werden. Da jedoch grundsätzlich jeder Prozess Risiken für Fehler birgt, die auch durch Kontrollen nur zum Teil unterbunden werden können, sowie unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit, sind operationelle Risiken immer Teil der Geschäftstätigkeit. Operationelle Risiken entstehen bei Billie insbesondere bei der Verwaltung, der Zuordnung und dem Transfer von Geldern, im Rahmen der Vertragsgestaltung mit den Factoring-Kunden und externen Dienstleistern sowie in der korrekten Implementierung der Risikomodelle. Durch den hohen Automatisierungsgrad in den IT-Systemen von Billie werden operationelle Risiken grundsätzlich vermindert, jedoch sind insbesondere Fehler bei der Implementierung der IT-Systeme als Quellen für operationelle Risiken zu beachten. Modellrisiken und Rechtsrisiken werden als Teil der operationellen Risiken definiert. Operationelle Risiken sind im Allgemeinen schwer zu quantifizieren, insbesondere wenn keine ausreichende Historie von tatsächlichen Schadensfällen aus einzelnen Bereichen der Ablauforganisation vorhanden ist, die verlässliche empirische Schätzungen zu deren Häufigkeit und Höhe zulässt. Daher nutzt Billie für die Messung einen pauschalen Ansatz, der auf dem regulatorischen Basisindikatoransatz beruht. Grundsätzlich verfolgt Billie für die Steuerung von operationellen Risiken einen qualitativen Ansatz der Risikovermeidung und Risikominderung. Operationelle Risiken sollen vermieden werden, wo immer dies wirtschaftlich sinnvoll und möglich ist. Die effiziente Steuerung der operationellen Risiken wird im Verantwortungsbereich der für den jeweiligen Geschäftsprozess verantwortlichen Führungskraft gesehen. Zur Verminderung operationeller Risiken werden u.a. die folgenden Ansätze verwendet:
Im Jahr 2023 hat sich Billies Ansatz zur Vermeidung operationeller Risiken bewährt. Der Geschäftsbetrieb konnte u.a. auch durch das Remote-Setup durchgehend aufrechterhalten werden, ohne dass es dabei zu Einschränkungen gekommen wäre. 3. Prognose- und Chancenbericht Für das Jahr 2024 geht die Bundesregierung in der Jahresprojektion von einem Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um 0,2 Prozent aus. Die Ausgangslage zum Jahreswechsel stellt sich ungünstiger dar als in der Herbstprojektion angenommen. Das BIP ging im 4. Quartal 2023 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent zurück, was den Einstieg in das laufende Jahr belastet. Bei der Erwerbstätigkeit geht die Bundesregierung im Jahresdurchschnitt von einem Anstieg um 110 Tsd. Personen aus. Die Arbeitslosigkeit dürfte im Jahresdurchschnitt leicht um 85 Tsd. auf rund 2,7 Millionen Personen steigen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für das Jahr 2024 weiterhin mit einem unterdurchschnittlichen Wachstum der Weltwirtschaft von jahresdurchschnittlich +3,1 Prozent. Erstmals seit Längerem hält der IWF Aufwärts- und Abwärtsrisiken für gleichverteilt. Eine Erholung wird für das Welthandelsvolumen erwartet, von +0,4 Prozent im Jahr 2023 auf +3,3 Prozent in 2024. Auch wenn dies weiterhin unterhalb des langfristigen Handelswachstums liegt, dürfte die stark in globale Wertschöpfungsketten eingebundene deutsche Wirtschaft hiervon profitieren. Vor diesem weiterhin angespannten konjunkturellen Hintergrund gehen wir im Jahr 2024 von moderat steigenden Ankaufsvolumina und Erträgen aus dem Factoring-Geschäft aus. Wir erwarten eine Steigerung in den Ankaufsvolumina von ca. +15% auf ungefähr 450 Mio. EUR. Dabei werden die stark positiven Effekte aus einer weiteren Ausdehnung des B2B-Onlinhandels sowie der häufig beobachteten steigenden Nachfrage nach alternativen Finanzierungsformen in wirtschaftlichen Krisenzeiten weiterhin durch eine anhaltende Investitionszurückhaltung von B2B- Händlern in die Erneuerung ihrer Payments-Infrastruktur sowie erhöhte Refinanzierungskosten für die Gesellschaft abgeschwächt. Neben dem Risiko der anhaltenden Unsicherheit in der makroökonomischen Lage und damit einhergehenden Investionszurückhaltung, birgt auch die Abhängigkeit von strategischen Partnerschaften ein Risiko. Dieses wird u.a. durch die Diversifikation von unterschiedlichen Partnerschaften, Kanälen sowie auch dem Direktangebot mitigiert. Chancen liegen 2024 insbesondere in dem weiteren Ausbau von langfristig angelegten Partnerschaften mit großen Zahlungsdienstleistern. So konnte die Gesellschaft im Dezember 2023 nach Klarna und Mollie auch Adyen als exklusiven Partner gewinnen. Zusätzlich setzt die Gesellschaft die im Jahr 2023 begonnene Expansion in weitere europäische Märkte fort.
Berlin, den 31. Mai 2023 Billie GmbH Dr. Matthias Knecht Dr. Christian Grobe Aiga Senftleben Vermerk zur Feststellung des Jahresabschlusses zum 31.12.2023 Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde durch die Gesellschafterversammlung am 05.11.2024 festgestellt. |
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