Stammdaten

Register
Amtsgericht Hagen HRB 5786
Vorher
Thun Automotive GmbHSteelCo. Tech Germany GmbH
Eingetragen
3.12.1981
Branche
Herstellung von Werkzeugmaschinen für die MetallbearbeitungHerstellung von Schneidwaren und Bestecken aus unedlen MetallenHerstellung von Lagern, Getrieben, Zahnrädern und Antriebselementen
Gegenstand
Entwicklung, Herstellung, Bearbeitung und der Handel und Vertrieb von Metallwaren und Fassondrehteilen aller Art.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Andreas Hausmann
seit 26.2.2024
Prokura
Thilo Steffen Lutz
seit 20.8.2021
Geschäftsführer
Jens Dietrich
seit 22.12.2006
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
TA Holding GmbH
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
TA Holding GmbH
Germany
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Thun Automotive GmbH

Gevelsberg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

Grundlagen des Unternehmens

Die THUN Automotive GmbH, Gevelsberg, im Folgenden auch "THUN", hat als Geschäftszweck die Entwicklung, Herstellung, Bearbeitung und den Handel und Vertrieb von Metallwaren und Fassondrehteilen aller Art im Wesentlichen für die europäische Automobilindustrie. Die Gesellschaft ist an mehreren Standorten tätig. Neben dem Hauptsitz in Gevelsberg bestehen Betriebsstätten in Halver (Westfalen) und Remscheid.

Zur Herstellung ihrer Produkte bedient sich die THUN unter anderem ihrer Schwestergesellschaft Thun Hungary Kft., Vesprem. Die Thun Ungarn ist als Lohnfertiger für die THUN tätig.

Die Thun Automotive GmbH ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der TA Holding GmbH, Gevelsberg. Mit der TA Holding GmbH (Organträgerin) besteht ein Ergebnisabführungsvertrag. Die Thun Automotive GmbH ist ein Unternehmen der Obermark Value-Gruppe und wird in den Konzernabschluss der Obermark Value S.à r.l., Munsbach, Luxemburg, einbezogen.

Wirtschaftsbericht

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das Wachstum des Euroraums im Jahr 2023 verlangsamte sich auf 0,4%, nachdem es im Jahr 2022 noch um 3,4% gestiegen war. Diese Verlangsamung war bis zu einem gewissen Grad auf die wirtschaftlichen Auswirkungen von Russlands Krieg gegen die Ukraine zurückzuführen. Die Auswirkungen höherer Zinssätze sowie Spillover-Effekte vom schwachen Industriesektor auf den Dienstleistungssektor haben das Wachstum ebenfalls belastet. Die Gesamtinflation im Euroraum ging im Laufe des Jahres 2023 um 6,3 Prozentpunkte zurück und lag zum Jahresende bei 2,9%. Der Rückgang erstreckte sich über alle wichtigen Inflationskomponenten und spiegelt die nachlassenden Auswirkungen früherer großer Angebotsschocks, niedrigerer Energierohstoffpreise und einer straffen Geldpolitik wider.1

In Deutschland verringerte sich das Bruttoinlandsprodukt 2023 um 0,3% gegenüber dem Vorjahr. Die trotz der jüngsten Rückgänge nach wie vor hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen dämpften die Konjunktur. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im Jahresdurchschnitt 2023 um 5,9% gegenüber 2022. Hinzu kamen ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen und eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Damit setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen Einbruch im Corona-Jahr 2020 nicht weiter fort. Im Vergleich zu 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2023 um 0,7% höher.2

Marktentwicklung 2023

Der für die Geschäftslage und Entwicklung der THUN maßgebliche Absatz von Pkw in Europa belief sich gemäß Produkt- und Regionalabgrenzung im Jahr 2023 auf 14,8 Mio. Fahrzeuge und liegt damit über dem Vorjahreswert in Höhe von 13,0 Mio. Fahrzeugen. Der Absatz der ersten drei Quartale bewegten sich deutlich über dem Vorjahresniveau, im vierten Quartal schwächte sich der Markt ab, die Monate November und Dezember lagen bereits leicht unter dem Vorjahreszeitraum.

Das Produktionsvolumen in Europa zeigte sich 2023 insgesamt robust, allerdings mit stark abnehmender Dynamik zum Jahresende hin. Bei der Pkw-Produktion lag das Jahresvolumen in Europa (ohne CIS-Staaten) gemäß IHS im Jahr 2023 mit 16,7 Mio. Fahrzeugen über dem Vorjahreswert von 14,8 Mio. Fahrzeugen. Die Erholung verläuft jedoch weiterhin schleppend: der europäische Pkw-Absatz lag 2023 noch immer 18 Prozent unter den Neuzulassungen des Vor-COVID19-Pandemie-Niveaus im Jahr 2019.3

Geprägt wurde das Marktumfeld 2023 von teilweise gegenläufigen Einflüssen.

Positiv wirkten:

- staatliche Incentive-Programme für Hybrid- und rein batteriebetriebene Fahrzeuge, die allerdings in Deutschland Ende 2023 eingestellt wurden,

- eine vergleichsweise geringe bzw. rückläufige Arbeitslosigkeit in Europa sowie

- eine deutlich verbesserte Fahrzeugverfügbarkeit.

Demgegenüber standen als negative Faktoren:

- die anhaltende Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine und weitere geopolitische Spannungen wie im nahen Osten,

- die dadurch anhaltende hohe Inflation, die u.a. zu steigenden Zinsen, Lohnsteigerungen und weiterer Verteuerung der bezogenen Güter und Dienstleistungen führte und schließlich

- Unsicherheit bei Unternehmen und Haushalten bezüglich der weiteren Entwicklung der regulatorischen Vorschriften für die Antriebstechnologien und der staatlichen Incentive-Programme für den Fahrzeugkauf.

Umsatz- und Auftragsentwicklung 2023 sowie Geschäftsergebnis

Die wesentlichen Leistungsindikatoren der Gesellschaft sind

• Umsatzerlöse (88,1 Mio. €) und

• EBITDA (2,3 Mio. €)

Im ersten Quartal lagen die Umsätze bei 22,2 Mio. € und im zweiten Quartal bei 20,8 Mio. €. Im dritten Quartal reduzierten sie sich saisonbedingt auf 18,5 Mio. € und erreichten 17,3 Mio. € im vierten Quartal. Gegenüber dem Vorjahr konnten die externen Umsätze (ohne Umsätze mit Konzernunternehmen) somit um 3,4 Mio. € auf 78,7 Mio. € gesteigert werden. Eine in 2023 weiter zunehmende Verfügbarkeit wesentlicher Komponenten bei den Fahrzeugherstellern gegenüber dem Vorjahr trug wesentlich zu diesem Anstieg bei.

Der kontinuierliche Auftragsbestand belief sich zum Ende des Jahres 2023 auf 62,5 Mio. € (Vorjahreswert 63,7 Mio. €). Es war zu beobachten, dass die Einlastung der Aufträge durch die Kunden später erfolgt, begleitet auch von kurzfristigen Auftragsverschiebungen. Im Markt scheint eine gewisse Unsicherheit im Hinblick auf das Konsumentenverhalten zu bestehen.

Die Umsatz- und Auftragsentwicklung führte in 2023 zu einem Geschäftsergebnis in Höhe von 2,3 Mio. € (EBITDA) und konnte somit gegenüber dem Vorjahr (1,2 Mio. €) verdoppelt werden. Die Ergebnisse lagen damit auch über dem geplanten Budget; vgl. die Ausführungen unter Ertragslage.

Fertigung/Kapazitätsauslastung

In 2023 zeigten die Kunden ein sehr stabiles Abrufverhalten, eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Das Verhältnis zwischen dem durch Abrufe angezeigten Kundenbedarf zu Monatsanfang und dem preisbewerteten Monats-Istabsatz lag im Jahresdurchschnitt bei 96%. Die Monatswerte lagen durchweg über 85% (in 2022 für zahlreiche Monate lediglich bei ca. 80%). Mit den vorhandenen Fertigungskapazitäten konnte die Nachfrage immer hinreichend bedient werden. Die Fahrweise der Werke, einzelner Bereiche und der Einsatz von Leihkräften bot ausreichende Möglichkeiten der Einstellung auf die Höhe der Kundenbedarfe. Insgesamt war die Fertigung deutlich gleichmäßiger ausgelastet als 2022.

Beschaffung

In 2023 war die Verfügbarkeit von Rohstoffen und Zukaufteilen stabil, so dass nur in geringem Umfang Einkäufe über dem Spotmarkt getätigt wurden. Allerdings verschärfte sich zu Beginn des Jahres die Versorgungslage bei Kupferflachmaterial, da die Fertigungsanlagen eines Bandbeschichters durch Feuer zerstört wurden und gemeinsam mit Lieferanten und Kunden alternative Beschaffungsquellen aufgebaut werden mussten. Dies führte für diese Warengruppe erneut zu Belastungen durch höhere Bezugspreise. Im 3. und 4. Quartal 2023 sanken die Spotpreise für alle Rohmaterialien. Die THUN konnte dies über Spotkäufe aber nur sehr selektiv nutzen, da die Bedarfe überwiegend mit Halbjahreskontrakten zu festen Preisen gedeckt werden. Für Zukaufteile sowie für externe Dienstleistungen, insbesondere für Beschichtungen, waren Preiserhöhungen aufgrund gestiegener Energie und Rohstoffpreise sowie höherer Lohnkosten zu verzeichnen.

Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme verringerte sich um 4.484 Tsd. € auf 23.619 Tsd. € (Vorjahr 28.103 Tsd. €).

Das Anlagevermögen reduzierte sich insgesamt um 886 Tsd. € auf 3.182 Tsd. € (Vorjahr 4.068 Tsd. €). Davon entfielen auf immaterielle Vermögensgegenstände 7 Tsd. € (Vorjahr 261 Tsd. €). Dieser Rückgang ist vorwiegend auf die Abschreibungen auf einen aktivierten Kundenstamm sowie auf Software zurückzuführen. Die Sachanlagen (Vorjahr 3.807 Tsd. €) reduzierten sich um 632 Tsd. € auf 3.175 Tsd. €. Dieser Rückgang ist vorwiegend auf Abschreibungen für technische Anlagen und Maschinen in Höhe von 776 Tsd. € zurückzuführen. Die Investitionen des Geschäftsjahres 2023 beliefen sich insgesamt auf 497 Tsd. €.

Das Umlaufvermögen reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 3.597 Tsd. € auf 20.415 Tsd. €. Die Vorräte verminderten sich um 1.012 Tsd. € im Vergleich zu 2022. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie die sonstigen Vermögensgegenstände verringerten sich um 3.519 Tsd. € auf 7.242 Tsd. € (Vorjahr 10.762 Tsd. €). Die liquiden Mittel konnten um 934 Tsd. € auf 1.747 Tsd. € gesteigert werden.

Die Verbindlichkeiten (7.590 Tsd. €) verringerten sich im Vergleich zu 2022 (12.826 Tsd. €) um insgesamt 5.236 Tsd. €. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich um 3.362 Tsd. €, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 659 Tsd. € auf 1.564 Tsd. € und die sonstigen Verbindlichkeiten auf 1.128 Tsd. € (-857 Tsd. €). Die Reduzierung der sämtlich kurzfristigen Verbindlichkeiten korrespondiert mit der Verringerung des Umlaufvermögens. Auch die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sanken aufgrund von Tilgungen für den mit der Sparkasse Wuppertal abgeschlossenen Mietkauf der von "HAKO" übernommenen 1.250-Tonnen-Presse um 357 Tsd. € auf 307 Tsd. €.

Die Rückstellungen erhöhten sich insgesamt um 752 Tsd. € auf 1.742 Tsd. €, nahezu vollständig aufgrund der Erhöhung der sonstigen Rückstellung. Die sonstigen Rückstellungen setzen sich im Wesentlichen aus Personal- (467 Tsd. €) und Garantierückstellungen (393 Tsd. €) sowie Rückstellungen für Preisdifferenzen im Rahmen der Kupferbeschaffung und Reklamationen (508 Tsd. €) zusammen.

Das Eigenkapital blieb mit 14.287 Tsd. € unverändert. Der Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2023 in Höhe von 456 Tsd. € wurde gemäß des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags an die TA Holding GmbH, Gevelsberg, abgeführt. Die Eigenkapitalquote hat sich aufgrund der verringerten Verbindlichkeiten von 50,8 % im Vorjahr auf 60,5 % verändert.

Cash-Flow

Der Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug im Jahr 2023 1.872 Tsd. € und konnte gegenüber dem Vorjahr um 978 Tsd. € gesteigert werden. Ein Anstieg der Rückstellungen und die Abschreibungen des Geschäftsjahres haben hier den größten Einfluss, da der Verringerung der Vorräte, Forderungen und sonstigen Verbindlichkeiten (insgesamt 3.597 Tsd. €) entsprechende Verringerungen der Verbindlichkeiten (ohne Kreditinstitute; insgesamt 4.879 Tsd. €) gegenüber stehen. Der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit belief sich auf -473 Tsd. € und war damit gegenüber 2022 nahezu unverändert (-492 Tsd. €). Er resultiert vorwiegend aus Auszahlungen für Investitionen in Anlagevermögen in Höhe von 497 Tsd. €. Der Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit erreichte -465 Tsd. € und schloss damit um 37 Tsd. € besser als im Vorjahr (-502 Tsd. €) ab. In diesem Betrag sind die Zahlungsabgänge für Tilgungen in Höhe von -357 Tsd. € enthalten.

Die Finanzmittel am Anfang des Jahres 2023 lagen bei 812 Tsd. € und am Ende des Jahres bei 1.747 Tsd. €. Somit verzeichnete die Gesellschaft im abgeschlossenen Geschäftsjahr einen Zuwachs der Finanzmittel von 934 Tsd. €. Das Finanzmanagement ist darauf ausgerichtet, Verbindlichkeiten unter Beachtung von Skonto-Möglichkeiten zeitnah zu begleichen und Forderungen innerhalb der Zahlungsziele zu vereinnahmen. Die Zahlungsfähigkeit war jederzeit gegeben.

Ertragslage

Die Gesamtleistung 2023, definiert als Umsatzerlöse zzgl. Bestandsveränderung sowie den sonstigen betrieblichen Erträgen des Geschäftsjahres, betrug 88.426 Tsd. € und fiel somit um 1.879 Tsd. € höher als im Vorjahr (86.546 Tsd. €) aus.

Der Anstieg der Umsatzerlöse (+3.228 Tsd. € ggü. Vorjahr) resultiert im Wesentlichen aus einer Erhöhung der Verkaufspreise zur Kompensation gestiegener Aufwendungen für bezogene Güter und Dienstleistungen sowie aus Volumenerhöhungen der Kunden.

Der Rohertrag bzw. Gross Profit (Umsatzerlöse zzgl. Bestandsveränderung abzgl. Materialaufwand) lag mit 27.876 Tsd. € bei 31,7 % des Umsatzes. 2022 lag dieses Verhältnis bei 31,8 % bzw. der Rohertrag bei 27.015 Tsd. €. Die Erhöhung resultiert in erster Linie aus Verschiebungen im Absatzmix.

Der Personalaufwand 2023 fiel mit 15.514 Tsd. € um 127 Tsd. € höher aus als 2022. Der Anteil des Personalaufwands an den Umsatzerlösen lag 2023 somit bei 17,6 % (2022 18,1 %).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen 10.667 Tsd. € (Vorjahr 10.729 Tsd. €). Eine Verringerung der Kosten für Sonderfahrten und Leasing (661 Tsd. €) bei gleichzeitiger Erhöhung der Kostenumlage der TA Holding GmbH um 213 Tsd. € und höheren Aufwendung für IT-Dienstleistungen (+331 Tsd. €) trugen in erster Linie zu dieser Entwicklung bei.

Die Abschreibungen 2023 fielen mit 1.759 Tsd. € um 1.120 Tsd. € geringer als 2022 (2.879 Tsd. €) aus. Die Abschreibungen enthalten einen Betrag von 389 Tsd. € unübliche Abschreibungen auf das Vorratsvermögen.

Der Jahresüberschuss vor Gewinnabführung belief sich auf 456 Tsd. €. Der Gewinn wurde gemäß des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags an die TA Holding GmbH abgeführt.

Die Umsatzerwartungen für 2023 haben sich mit externen Umsätze von 79,1 Mio. € und damit 2,0 Mio. € über dem Planwert erfüllt. Auch das erwartete EBITDA von geplant 2.234 Tsd. € wurde mit 2.346 Tsd. € erreicht.

Insgesamt kann das abgelaufene Geschäftsjahr als zufriedenstellend bezeichnet werden. Das für 2023 budgetierte Umsatz- und EBITDA-Ziel wurde erreicht und Kostensteigerungen auf der Beschaffungsseite konnten zu einem großen Teil an die Kunden weitergegeben werden.

Forschung und Entwicklung

Die Entwicklungsaktivitäten der THUN Automotive GmbH waren 2023 geprägt von:

- der Entwicklung von Fertigungskonzepten zur Herstellung von Busbars (Sammelschienen) zur Stromübertragung in der nächsten Generation von BEVs (Batteriebetriebene Elektrofahrzeuge)

- der Entwicklung von Werkzeugkonzepten für die hocheffiziente Kombination von Trenn-, Umform- und Fügeprozessen in einem Werkzeug

- dem Anlaufmanagement für zahlreiche Neuprojekt-Akquisitionen im Bereich E/E-Baugruppen mit neuartigen Montagelösungen aus Anpassungs-Konstruktionen.

Entwicklungsaufwendungen werden nicht auf Einzelprojektebene abgegrenzt. Für den die Entwicklungstätigkeiten der THUN Automotive GmbH ausschließlich ausführenden Bereich "Technik" fielen 2023 Personalkosten in Höhe von ca. 698 Tsd. € an.

Zweigniederlassungen

Es besteht eine Zweigniederlassung in Halver (Westfalen), in der eine mechanische Fertigung für spanabhebende Verfahren (Drehen) sowie eine Härterei betrieben werden. Am Standort Remscheid werden Stanz-, Press- und Montageprozesse durchgeführt.

Mitarbeitende

Die Zahl der Mitarbeitenden reduzierte sich von 296 zum 31.12.2022 auf 284 zum 31.12.2023. Abgänge in den Fertigungsbereichen konnten durch Produktivitätszuwächse und den Einsatz von Leiharbeitern kompensiert werden.

Die Fluktuation in 2023 liegt mit 9,3% unter dem Branchendurchschnitt von 16,6% (Quelle Bundesanstalt für Arbeit).

Der Krankenstand wurde in 2023 mit 14,1% ermittelt, davon 5,5% Langzeitkranke. Der Anteil unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit hieran liegt bei 0,4%.

Umweltschutz

Im Q4/2023 fanden die diesjährigen Überwachungsaudits zum Energiemanagement gemäß dem Standard ISO 50001:2018 an den deutschen und zum Umweltmanagement gemäß dem Standard DIN EN ISO 14001:2015 an allen THUN-Standorten statt. Die Audits wurden mit durchweg gutem Ergebnis bestanden.

Mit Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit wurde der Bericht zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex fertiggestellt und abgegeben. Weiterer Schwerpunkt war die Pflege verschiedener Kundenportale, in denen unsere Ressourcenverbräuche und deren Reduzierung nachverfolgt werden.

Ausblick auf 2024/ Chancen-, Risiko und Prognosebericht

Die THUN ist den Risiken der Automobilbranche ausgesetzt. Die Risiken werden von der Geschäftsführung und vom Management regelmäßig ermittelt und über ein internes Reporting umfangreich bewertet. Dabei werden auch die Abweichungen zur Planung dargestellt, untersucht und nachgehalten.

Während sich zu Jahresbeginn 2024 der ifo-Geschäftsklimaindex gegenüber den Vormonaten weiterhin verschlechtert hatte, ist im März eine gewisse Verbesserung der Lagebewertung zu verzeichnen. Im verarbeitenden Gewerbe ist die Einschätzung bei rückläufigem Auftragsbestand nach wie vor sehr verhalten. Die Umfeldrisiken insbesondere im Hinblick auf die Absatzmärkte sind daher schwer vorhersehbar. Auch die Folgen der geopolitischen Lage im Hinblick auf die Konflikte zwischen Ukraine und Russland, im Nahen Osten sowie die Spannungen zwischen China und Taiwan auf unseren Markt sind nur schwer abschätzbar.

Absatzmarkt

Bezogen auf den Pkw-Absatz in West- und Zentraleuropa als bestimmendem Faktor für die wirtschaftliche Lage der THUN gehen die Marktprognosen von einem ggü. dem Vorjahr moderaten Wachstum von 14,8 Mio. Pkw auf 15,1 Mio. Fahrzeugen aus. Positiv auf die Absatzentwicklung können sich weiterhin bestehende Nachholbedarfe und ein wieder fallendes Zinsniveau auswirken. Preisreduktionen bei den E-Fahrzeugen zur Kompensation wegfallender Subventionen könnten deren Nachfrage beflügeln. Negativen Einfluss auf das Marktgeschehen könnten das im Vergleich zur Pre-Pandemie insgesamt weiterhin hohe Zinsniveau und die hohen Preise für Pkw im Allgemeinen ausüben.

Bei der Pkw-Produktion in West- und Zentraleuropa wird ein Jahresproduktionsvolumen in Höhe von 16,1 Mio. Fahrzeuge prognostiziert, etwa 0,6 Mio. Fahrzeuge weniger als 2023. Diese Vorhersage findet in den zu beobachtenden Werten des ersten Quartals 2024 Bestätigung, in dem die Produktionsmengen unter denen des Vorjahres liegen. Die Abrufe der Kunden der THUN lagen im 1. Quartal unter den für diesen Zeitraum budgetierten Werten, auch der Auftragsbestand liegt aktuell unter dem Vorjahreswert und unter dem Budget, worin sich die Abschwächung der Branchenkonjunktur zeigt.

Beschaffungsmarkt

Die Verfügbarkeit von C-Flach- und rostfreiem Stahl halten wir für unkritisch. Trotz Anpassung der Erzeugerkapazitäten und dem Rückgang von Importen sind Verfügbarkeit und Lieferzeiten normal. Bei Cu-Flachmaterial ist die Verfügbarkeit des Grundmaterials ebenfalls noch gut, bei den Beschichtungen (v.a. Verzinnen) ist die Verfügbarkeit von Kapazität weiterhin angespannt, was sich auf Verzögerungen in der Belieferung auswirkt. Der Zukauf von Dienstleistungen wie Beschichtung oder Wärmebehandlung von Teilen ist weiterhin gut verfügbar, aber auch einem Preisdruck durch Weitergabe der Inflationseffekte ausgesetzt.

Gewährleistungen

Trotz eines leistungsfähigen Qualitätsmanagementsystems können potentielle Risiken aus der Produkthaftung nicht ausgeschlossen werden. Hieraus können finanzielle Einbußen der Gesellschaft resultieren, die aber teilweise durch Versicherungen abgedeckt sind. Für das allgemeine Gewährleistungsrisiko wurde auf der Basis von Erfahrungswerten und individuellen Einschätzungen der Geschäftsführung Vorsorge in Form einer Rückstellung gebildet, die Pauschalrisiken abdeckt. Darüber hinaus wurde für bestehende, konkrete Gewährleistungsforderungen von Kunden nach einer Chancen-Risiko-Bewertung in 2023 eine zusätzliche Rückstellung gebildet.

Wir sehen für unser Unternehmen derzeit keine bestandsgefährdenden Risiken.

Für das Jahr 2024 erwarten wir Umsatzerlöse in Höhe von 83,5 Mio. €. Durch den Auslauf einiger Projekte erwarten wir einen Rückgang gegenüber 2023. Wir gehen auch für das laufende Jahr von einem positiven EBITDA in vergleichbarer Höhe zum Vorjahr aus.

Für das Folgejahr sind derzeit keine wesentlichen Erweiterungsinvestitionen geplant.

Die Gesellschaft wird auch im Geschäftsjahr 2024 in der Lage sein, ihren finanziellen Verpflichtungen und damit allen fälligen Verbindlichkeiten nachzukommen.

 

Gevelsberg, den 26. April 2024

gez. Dr. Karsten Evers, Geschäftsführer

gez. Thilo Lutz, Geschäftsführer

1 Präsentation EZB Bericht 2023

2 Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 15./16 Januar 2024

3 IHS Markit_January 2024

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 3.182.089,16 4.068.343,15
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 7.144,29 260.866,85
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutz- und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.144,29 260.866,85
II. Sachanlagen 3.174.944,87 3.807.476,30
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 291.771,27 378.162,68
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.684.953,81 2.353.129,07
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.020.469,79 1.076.184,55
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 177.750,00 0,00
B. Umlaufvermögen 20.415.206,30 24.012.428,71
I. Vorräte 11.426.161,50 12.438.264,82
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 5.067.917,58 5.404.162,42
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 2.648.958,03 3.611.886,51
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 3.709.285,89 3.265.515,89
4. geleistete Anzahlungen 0,00 156.700,00
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 7.242.381,48 10.761.818,01
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.212.141,57 8.996.836,37
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 571.050,52 1.277.497,72
3. Sonstige Vermögensgegenstände 459.189,39 487.483,92
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 1.746.663,32 812.345,88
C. Rechnungsabgrenzungsposten 21.862,89 22.562,74
Bilanzsumme, Summe Aktiva 23.619.158,35 28.103.334,60

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 14.286.511,12 14.286.511,12
I. Gezeichnetes Kapital 2.000.000,00 2.000.000,00
II. Gewinnvortrag 12.286.511,12 12.286.511,12
III. Jahresüberschuss 0,00 0,00
B. Rückstellungen 1.742.488,88 990.794,06
1. Rückstellungen für Pensionen 37.784,00 41.609,00
2. Sonstige Rückstellungen 1.704.704,88 949.185,06
C. Verbindlichkeiten 7.590.158,35 12.826.029,42
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 306.796,98 664.053,50
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.590.503,46 7.952.677,69
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.564.424,38 2.223.766,65
4. Sonstige Verbindlichkeiten 1.128.433,53 1.985.531,58
davon aus Steuern 130.034,93 146.564,60
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 13.509,85 23.218,97
Bilanzsumme, Summe Passiva 23.619.158,35 28.103.334,60

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Umsatzerlöse 88.070.334,27 84.842.516,47
2. Verminderung/Erhöhung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -294.219,70 1.447.755,08
3. Sonstige betriebliche Erträge 649.512,90 256.212,30
4. Materialaufwand 59.899.861,62 59.275.365,88
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 50.528.362,44 49.603.116,57
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 9.371.499,18 9.672.249,31
5. Personalaufwand 15.513.669,94 15.387.110,96
a) Löhne und Gehälter 12.958.917,17 12.871.293,77
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.554.752,77 2.515.817,19
davon für Altersversorgung 0,00 2.696,24
6. Abschreibungen 1.759.244,56 2.879.211,60
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.370.596,09 2.219.974,13
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten 388.648,47 659.237,47
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 10.666.597,96 10.728.751,45
8. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 11.475,10 0,00
davon aus verbundenen Unternehmen 11.475,10 0,00
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 107.306,41 155.732,86
davon an verbundene Unternehmen 90.422,53 127.147,59
davon aus Abzinsung 419,00 464,00
10. Ergebnis nach Steuern 490.422,08 -1.879.688,90
11. Sonstige Steuern 34.312,84 33.553,19
12. Erträge aus Verlustübernahme 0,00 1.913.242,09
13. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführter Gewinn 456.109,24 0,00
Jahresüberschuss 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

A. Allgemeine Angaben und Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

I. ANWENDUNG DER VORSCHRIFTEN DES HANDELSGESETZBUCHES

Die Gesellschaft ist unter der Firma Thun Automotive GmbH mit Sitz in Gevelsberg im Handelsregister des Amtsgerichts Hagen unter der Nummer HRB 5786 eingetragen.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG und des Gesellschaftsvertrags aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Die Davon-Vermerke zur Fristigkeit sowie Mitzugehörigkeit wurden aus Gründen der Übersichtlichkeit teilweise im Anhang gemacht.

Für die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung wurden insbesondere die Gliederungsvorschriften der §§ 266 und 275 HGB angewandt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt worden.

II. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSVORSCHRIFTEN

Nachfolgend werden die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze dargestellt. Der Jahresabschluss wurde unter der Fortführungsprämisse des § 252 (1) Nr. 2 HGB aufgestellt.

1. Aktiva

Die immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten angesetzt und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren um planmäßige Abschreibungen vermindert. Ein Geschäfts- oder Firmenwert wurde über drei Jahre abgeschrieben.

Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer von drei bis zwölf Jahren planmäßig linear pro rata temporis abgeschrieben. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als EUR 250,00 bis EUR 1.000,00 wird das steuerliche Sammelpostenverfahren aus Vereinfachungsgründen auch in der Handelsbilanz angewandt. Der Sammelposten wird pauschalierend jeweils mit 20 % p. a. im Zugangsjahr und in den vier darauffolgenden Jahren abgeschrieben.

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt zu Anschaffungskosten oder den niedrigeren beizulegenden Werten.

Der Wertansatz der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips mit den Herstellungskosten oder retrograd vom Verkaufspreis. Im Rahmen der Bewertung der Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen berücksichtigt. Fremdkapitalzinsen gemäß § 255 Abs. 3 Satz 2 HGB und Kosten der allgemeinen Verwaltung gemäß § 255 Abs. 2 Satz 3 HGB werden nicht aktiviert.

Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sowie liquide Mittel sind mit dem Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten bei den Forderungen ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen (i. W. abgegrenzte Softwarewartung).

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände sind wie im Vorjahr nicht vorhanden.

Aufgrund des mit der TA Holding GmbH, Gevelsberg (Organträgerin), geschlossenen Organschaftsvertrages mit Gewinnabführung und Verlustübernahme werden die latenten Steuern auf Ebene der Organträgerin ausgewiesen. Ein Ansatz latenter Steuern erfolgte aufgrund des Überhangs aktivischer Differenzen (TEUR 568; Steuersatz 33%, latente Steuer TEUR 187) nicht; es wurde vom Wahlrecht nach § 274 HGB Gebrauch gemacht.

2. Passiva

Das gezeichnete Kapital ist mit dem Nennbetrag angesetzt.

Die Rückstellungen für Pensionen und die sonstigen Rückstellungen werden für alle ungewissen Verbindlichkeiten und erkennbaren Verpflichtungen gebildet und mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag bewertet. Langfristige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen passiviert.

Auf fremde Währung lautende Verbindlichkeiten sind wie im Vorjahr nicht vorhanden.

3. Gewinn- und Verlustrechnung

Aufwendungen und Erträge werden auf das Geschäftsjahr abgegrenzt.

B. Angaben und Erläuterungen zu den einzelnen Posten

I. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

Die Entwicklungen der einzelnen Posten des Anlagevermögens sowie die Abschreibungen des Geschäftsjahres für die Einzelposten des Anlagevermögens ergeben sich aus dem Anlagenspiegel, der als Anlage zum Anhang angefügt ist.

Fristigkeit Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände:

in TEUR 31.12.2023
Restlaufzeit gesichert gesamt
Art der Bilanzposition bis 1 Jahr mehr als 1 Jahr mit
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.212 0 0 6.212
2. Forderungen gegen
verbundenen Unternehmen 571 0 0 571
3. Sonstige Vermögensgegenstände 459 0 0 459
in TEUR 31.12.2022
Restlaufzeit gesamt
Art der Bilanzposition bis 1 Jahr mehr als 1 Jahr
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8.997 0 8.997
2. Forderungen gegen
verbundenen Unternehmen 1.277 0 1.277
3. Sonstige Vermögensgegenstände 487 0 487

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:

Art und
in TEUR
31.12.2023 31.12.2022
Umsatzsteuer 0 0
Lieferungen und Leistungen 571 1.277
Summe 571 1.277

Es bestehen keine Forderungen gegen Gesellschafter (Vj: 0).

Die Rückstellungen für Pensionen in Höhe von TEUR 37,8 (Vj. TEUR 41,6) werden nach dem Teilwertverfahren unter Verwendung der "Heubeck-Richttafeln 2018 G" ermittelt. Für die Abzinsung wird pauschal der Zinssatz mit dem zehnjährigen durchschnittlichen Marktzins von 1,82 % (Vj. 1,78 %) bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren verwendet. Der Unterschiedsbetrag zum Zinssatz mit siebenjährigem durchschnittlichen Marktzins von 1,74 % beträgt TEUR 0. Lohn-, Gehalts- und Rentenentwicklungen werden wie im Vorjahr nicht berücksichtigt.

Im Jahr 2020 sind Verpflichtungen gegenüber ehemaligen Mitarbeitern der Firma Hako hinzugekommen. Das zulässige Kassenvermögen dieser Unterstützungskasse beträgt TEUR 16,0 (Vj. TEUR 16,5).

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.704,7 (Vj. TEUR 949,1) berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des Erfüllungsbetrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Sie bestehen im Wesentlichen aus Personal- TEUR 466,7 (Vj. TEUR 386,2) und Garantierückstellungen TEUR 393,0 (Vj. TEUR 374,0), Rückstellungen für Preisdifferenzen im Rahmen der Kupferbeschaffung und Reklamationen TEUR 507,8 (Vj: TEUR 0,0) sowie einer Rückstellung für Abschlusserstellung und -prüfung TEUR 71,8 (Vj. TEUR 112,5).

Fristigkeiten der Verbindlichkeiten:

in TEUR 31.12.2023
Restlaufzeit gesichert mit Art/Form gesamt
Art der Verbindlichkeit bis 1 Jahr mehr als 1 Jahr der Sicherheit
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 307 0 0 307
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.591 0 0 4.591
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.564 0 0 1.564
4. Sonstige Verbindlichkeiten 1.128 0 0 1.128
- davon aus Steuern 130 0 130
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 14 0 14
in TEUR 31.12.2022
Restlaufzeit gesamt
Art der Verbindlichkeit bis 1 Jahr mehr als 1 Jahr
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 357 307 664
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.953 0 7.953
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.224 1.000 2.224
4. Sonstige Verbindlichkeiten 1.986 0 1.986
- davon aus Steuern 147 0 147
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 23 0 23

Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von über 5 Jahren bestehen nicht. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:

Art und
in TEUR
31.12.2023 31.12.2022
Lieferungen und Leistungen 5.396 3.602
Umsatzsteuer -3.374 -465
Ergebnisabführung -1.457 -1.913
Saldo 564 1.224
Darlehen 1.000 1.000
Summe 1.564 2.224

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten gegen die Gesellschafterin TA Holding GmbH, Gevelsberg, in Höhe von TEUR 1.336 (Vj. TEUR 1.988) enthalten.

II. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die Umsatzerlöse wurden in Deutschland (TEUR 43.876 - 50,0 %, Vj. TEUR 42.659 - 50,3 %), in der europäischen Union (TEUR 41.088 - 46,7 %, Vj. TEUR 39.535 - 46,6 %) und im sonstigen Ausland (TEUR 3.106 - 3,3 %, Vj. TEUR 2.649 - 3,1 %) realisiert und betreffen überwiegend Teile des Automotive Sektors. In den europäischen Umsätzen sind Lieferungen von Rohstoffen und Halbfertigfabrikaten in Höhe von TEUR 9.396 an die Thun Hungary Kft., Veszprem, Ungarn, enthalten (Vj. TEUR 9.615).

Die sonstigen betrieblichen Erträge bestehen vor allem aus Versicherungsentschädigungen (TEUR 98, Vj. TEUR 4), Umlagen im Konzernverbund (TEUR 58, Vj. TEUR 96), Erlösen aus der PKW-Nutzung (TEUR 92, Vj. TEUR 69) sowie einem außerordentlichen Ertrag aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten (TEUR 350, Vj. TEUR 0). Periodenfremde Erträge sind wie im Vorjahr nicht angefallen.

Die Abschreibungen enthalten einen Betrag von TEUR 389 (Vj. TEUR 659) unübliche Abschreibungen auf das Umlaufvermögen.

III. ERLÄUTERUNGEN ZU DEN HAFTUNGSVERHÄLTNISSEN, AUSSERBILANZIELLEN GESCHÄFTEN UND SONSTIGEN FINANZIELLEN VERPFLICHTUNGEN

Es bestehen die folgenden sonstigen finanziellen Verpflichtungen in Höhe von insgesamt TEUR 11.636 (Vj. TEUR 5.499) aus Miet- und Leasingverträgen.

Jahre Gebäudemiete Gevelsberg/Halver Gebäudemiete Remscheid Gebäudemiete Wuppertal Gebäudemiete Ennepetal Leasing Mietobjekte Remscheid
2024 967 479 58 23 64 192
2025 967 479 58 23 62 192
2026 967 723 29 11 53 192
2027 968 11
2028 968 1
2029 728
2030 489
2031 489
2032 489
2033 489
2034 489
2035 489
2036 489
Summe 2.900 7.768 144 56 192 576

Die Leasingverträge betreffen überwiegend Maschinen und Fahrzeuge. Die Pachtverträge beziehen sich auf die Fabrikgebäude der Gesellschaft.

Neben den in der Bilanz aufgeführten Verbindlichkeiten sind die folgenden Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB zu vermerken:

Mitbürgschaft in Höhe von EUR 180,0 Mio. (Vj.: EUR 100,0 Mio.) für einen Konsortialkredit eines verbundenen Unternehmens, Inanspruchnahme zum Stichtag EUR 166,0 Mio. (Vj. EUR 79,0 Mio.).

Mitbürgschaft in Höhe von EUR 50,6 Mio. (Vj.: EUR 16,7 Mio.) für einen weiteren Kredit eines verbundenen Unternehmens (ursprünglicher Nominalbetrag: EUR 48,6 Mio.; aufgelaufene Zinsen, die auf den ursprünglichen Nominalbetrag kapitalisiert wurden: EUR 2,0 Mio.), Inanspruchnahme zum Stichtag EUR 50,6 Mio. (Vj. EUR 16,7 Mio.).

Aufgrund von Erfahrungen der Vergangenheit und der Lage des Gesamtkonzerns ist eine Inanspruchnahme der Bürgschaftserklärungen aktuell unwahrscheinlich.

C. Sonstige Angaben

I. ORGANE DER GESELLSCHAFT UND GESAMTBEZÜGE

Zur Geschäftsführung waren im Geschäftsjahr bestellt:

Thilo Lutz, Geschäftsführer, Neuss

Dr. Karsten Evers, Geschäftsführer, Halver (ab dem 03.01.2023)

Michael Güllicher, Diplom-Wirtschaftsingenieur (FH), Lüdenscheid (bis zum 03.01.2023)

Die Bezüge der gesetzlichen Vertreter, die über eine Umlage der Gesellschafterin belastet werden, belaufen sich insgesamt auf TEUR 704. Die Bezüge ehemaliger Organmitglieder betragen TEUR 240.

II. DURCHSCHNITTLICHE ZAHL DER WÄHREND DES GESCHÄFTSJAHRES BESCHÄFTIGTEN ARBEITNEHMER

Tätigkeitsbereich 2023 2022
Angestellte 74 76
Gewerbliche Arbeitnehmer 210 218
Auszubildende 7 9
Summe 291 303

III. GESCHÄFTE MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Im Geschäftsjahr 2023 wurden keine Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen zu unüblichen Konditionen getätigt.

IV. KONZERNZUGEHÖRIGKEIT

Die Thun Automotive GmbH, Gevelsberg, ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der TA Holding GmbH, Gevelsberg. Mit der TA Holding GmbH (Organträgerin) besteht ein Ergebnisabführungsvertrag. Diese Gesellschaft ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der Obermark Value S.à r.l., Munsbach, Luxemburg. Beide Gesellschaften werden in den Konzernabschluss der Obermark Value S.à r.l. einbezogen, die den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt. Der Konzernabschluss wird im Registre de Commerce et des Sociétés, Luxemburg, veröffentlicht.

V. HONORAR

Das für das Geschäftsjahr berechnete Honorar des Abschlussprüfers beträgt in TEUR:

Abschlussprüfungsleistungen 56,0
Steuerberatungsleistungen 12,0
Gesamt 68,0

VI. ERGEBNISVERWENDUNG

Der Jahresüberschuss wurde gemäß des Ergebnisabführungsvertrages in voller Höhe an die TA Holding GmbH abgeführt.

VII. NACHTRAGSBERICHT

Zu dem weiterhin andauernden Ukraine-Russland-Konflikt sind weitere global wirkende Spannungsverhältnisse hinzugekommen (Nahost und China - Taiwan). Das könnte negative Auswirkungen auf die globale Konjunktur im Geschäftsjahr 2024 und somit auch auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Thun Automotive GmbH haben. Die Auswirkungen können zum Beispiel aus der Entwicklung der Einkaufspreise resultieren, insbesondere aus der Preisentwicklung von Rohstoffen, steigenden Energiepreisen und einer allgemeinen Erhöhung des Preisniveaus. Ebenfalls können negative Effekte auf das Nachfrageverhalten unserer Kunden nicht ausgeschlossen werden. Die Geschehnisse werden aufmerksam verfolgt und die Geschäftsleitung ist bestrebt, den Risiken mit einer entsprechenden Lagerhaltung und langfristigen Energiekontrakten Rechnung zu tragen.

Darüber hinaus sind nach dem Ende des Geschäftsjahres keine Ereignisse eingetreten, die eine besondere Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

 

Gevelsberg, den 26. April 2024

gez. Dr. Karsten Evers, Geschäftsführer

gez. Thilo Lutz, Geschäftsführer

Anlagespiegel

Thun Automotive GmbH

Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.23
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.706.068,32 0,00 0,00 0,00 7.706.068,32
2. Geschäfts- oder Firmenwert 950.000,00 0,00 0,00 0,00 950.000,00
8.656.068,32 0,00 0,00 0,00 8.656.068,32
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.389.913,79 0,00 0,00 0,00 1.389.913,79
2. Technische Anlagen und Maschinen 21.800.852,21 120.232,21 604.620,16 0,00 21.316.464,26
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.623.107,84 198.950,60 4.350,00 0,00 4.817.708,44
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 177.750,00 0,00 0,00 177.750,00
27.813.873,84 496.932,81 608.970,16 0,00 27.701.836,49
36.469.942,16 496.932,81 608.970,16 0,00 36.357.904,81

Thun Automotive GmbH

Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Kumulierte Abschreibungen
01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.445.201,47 253.722,56 0,00 0,00 7.698.924,03
2. Geschäfts- oder Firmenwert 950.000,00 0,00 0,00 0,00 950.000,00
8.395.201,47 253.722,56 0,00 0,00 8.648.924,03
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.011.751,11 86.391,41 0,00 0,00 1.098.142,52
2. Technische Anlagen und Maschinen 19.447.723,14 775.816,76 592.029,45 0,00 19.631.510,45
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.546.923,29 254.665,36 4.350,00 0,00 3.797.238,65
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
24.006.397,54 1.116.873,53 596.379,45 0,00 24.526.891,62
Gesamt 32.401.599,01 1.370.596,09 596.379,45 0,00 33.175.815,65
Buchwerte
31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.144,29 260.866,85
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00
7.144,29 260.866,85
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 291.771,27 378.162,68
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.684.953,81 2.353.129,07
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.020.469,79 1.076.184,55
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 177.750,00 0,00
3.174.944,87 3.807.476,30
Gesamt 3.182.089,16 4.068.343,15

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 07.06.2024 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Thun Automotive GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Thun Automotive GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Thun Automotive GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Celle, 26. April 2024

Weilep audit GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Dr. Jan-Henning Weilep, Wirtschaftsprüfer

gez. ppa. Claudia Zierden, Wirtschaftsprüferin

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