Model GmbH
Selbe AdresseHerstellung von Verpackungsmitteln aus Kunststoffen
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Philipp Harde seit 17.2.2026 | Prokura |
Jens Pfaffenbach seit 18.11.2025 | Geschäftsführer |
Michael Ballhausen seit 11.6.2019 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Model Beteiligungen GmbH | 43.04% |
Model Beteiligungen GmbH | 12.91% |
Model Beteiligungen GmbH | 7.32% |
Model Beteiligungen GmbH | 7.03% |
Model Beteiligungen GmbH | 2.98% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Model Beteiligungen GmbHBad BentheimKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Model Beteiligungen GmbH, Bad Bentheim Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Model Beteiligungen GmbH, Bad Bentheim, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Model Beteiligungen GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Köln, den 22. Januar 2024 KPMG
AG
Obergarz, Wirtschaftsprüfer Offermann, Wirtschaftsprüferin KONZERNLAGEBERICHTVorbemerkung: Die Model Beteiligungen GmbH stellt pflichtgemäß für das Geschäftsjahr 2022 einen Konzernabschluss auf. Neben ihr umfasst der Konzernkreis die Gesellschaften Model GmbH, Model Logistik GmbH und die Model Sachsen Papier GmbH (Erwerb 2. August 2021), an denen die Model Beteiligungen GmbH mehrheitlich beteiligt ist. Der Kreis dieser vier selbständigen Unternehmen wird im Folgenden als "Model Beteiligungen Gruppe" oder "Model Beteiligungen Konzern" bezeichnet. A. Geschäftsmodell des Konzerns A.1. Unternehmensgruppe Model Beteiligungen GmbH Die Model Beteiligungen Gruppe ist in der Branche der Herstellung von Wellpappe und der daraus gefertigten Verpackungen und seit dem 2. August 2021 auch in der Branche der Herstellung von Rollendruckpapieren tätig. Die Wellpappe wird an den beiden Produktionsstandorten Bad Bentheim und Werra-Suhl-Tal hergestellt. Ein Teil der erzeugten Wellpappe wird an Dritte veräußert, der andere Teil in der Modelgroup weiterverarbeitet. Die Weiterverarbeitung zu Verpackungen erfolgt ebenfalls an den beiden Produktionsstandorten Bad Bentheim und Werra-Suhl-Tal, wobei allein in Werra-Suhl-Tal Papier- und Kartonrollenware im sog. pre-print-Verfahren bedruckt und beschichtet wird. Die Herstellung von Rollendruckpapieren erfolgt seit dem Erwerb der Model Sachsen Papier GmbH am Produktionsstandort in Eilenburg. Dabei hat sich das Werk auf die Verarbeitung von Altpapier spezialisiert. Im Rahmen eines für die Dauer von 18 Monaten geschlossenen Vertrages mit dem bisherigen Eigentümer Stora Enso werden die hergestellten Rollendruckpapiere im Umfang von bis zu 80% der Produktionskapazität des Werkes an dessen Kunden ausgeliefert. Der Vertrag endet am 31. Januar 2023. Danach wird der Standort auf die Produktion von Wellpappenrohpapier umgestellt. Als weitere Standorte unterhält die Model Beteiligungen Gruppe Büroräume für das SAP-Team der IT-Abteilung in Kaiserslautern. Das Lager- und Kommissionier-Zentrum in Ochtendung wurde im Jahr 2022 verkauft. Gegenstand des Unternehmens der Model Logistik GmbH ist die Erbringung von Logistikdienstleistungen, insbesondere Transport und Lagerung von Produkten aller Art, und damit zusammenhängende Geschäfte. Eine Zertifizierung des Unternehmens nach ISO 9001 liegt vor. A.2. Ziele und Strategien Ziel der Geschäftsführung der Model Beteiligungen Gruppe ist es, die Marktposition auszubauen, weiteres profitables Umsatz- und Mengenwachstum zu generieren und die Produktivität in allen Bereichen zu erhöhen, um das Ergebnis nachhaltig zu verbessern. Außerdem werden weiterhin die innerbetrieblichen Prozesse optimiert und durch Investitionen in die Standortentwicklung, in Hochleistungsmaschinen und in die Logistik weitere Ertragspotentiale ausgeschöpft. A.3. Forschung und Entwicklung Im abgelaufenen Geschäftsjahr fielen in der Model Beteiligungen Gruppe Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Höhe von TEUR 60 an. B. Wirtschaftsbericht B.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2022 war geprägt von den Folgen des Kriegs in der Ukraine sowie den extremen Energiepreiserhöhungen. Hinzu kamen verschärfte Material- und Lieferengpässe, massiv steigende Preise beispielsweise für Nahrungsmittel sowie der Fachkräftemangel und die andauernde, wenn auch im Jahresverlauf nachlassende Corona- Pandemie. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im Jahr 2022 sowohl preisbereinigt um 1,9% als auch kalenderbereinigt um 2,0% höher als im Jahr 2021. Im Vergleich zum Jahr 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2022 um 0,7 % höher. Trotz des Kriegs in der Ukraine und der Energiekrise hat sich die deutsche Wirtschaft im Jahr 2022, dem dritten Jahr der Corona-Pandemie, weiter erholt. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung stieg im Jahr 2022 insgesamt um 1,8 % gegenüber dem Jahr 2021. Dabei verlief die Entwicklung in den einzelnen Wirtschaftsbereichen sehr unterschiedlich: Einige Dienstleistungsbereiche profitierten nach dem Wegfall nahezu aller Corona- Schutzmaßnahmen von Nachholeffekten. Besonders stark zulegen konnten die Sonstigen Dienstleister, zu denen auch die Kreativ- und Unterhaltungsbranche zählt (+6,3 %). Auch die Wirtschaftsbereiche Verkehr und Gastgewerbe profitierten von der Aufhebung der Schutzmaßnahmen und sorgten für ein kräftiges Plus im zusammengefassten Wirtschaftsbereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe (+4,0 %). Die Bruttowertschöpfung im Handel ging dagegen zurück, nachdem sie im Vorjahr noch gestiegen war. Der Bereich Information und Kommunikation knüpfte an seine langjährige, nur im ersten Corona-Jahr 2020 gebremste Wachstumsgeschichte an und verzeichnete ebenfalls einen deutlichen Zuwachs (+3,6 %). Im Verarbeitenden Gewerbe bremsten die hohen Energiepreise und die immer noch eingeschränkte Verfügbarkeit von Vorprodukten weiterhin die Wirtschaftsleistung, die gegenüber dem Vorjahr kaum zunahm (+0,2%). Insbesondere in der ersten Jahreshälfte 2022 litt die Industrie wie schon im Jahr 2021 unter gestörten internationalen Lieferketten. Hinzu kam der massive Anstieg der Energiepreise infolge des Kriegs in der Ukraine. Im Baugewerbe, das vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen war, führten Material- und Fachkräftemangel, hohe Baukosten und zunehmend schlechtere Finanzierungsbedingungen dagegen zu einem deutlichen Rückgang der Bruttowertschöpfung (-2,3 %). Auf der Nachfrageseite waren die privaten Konsumausgaben im Jahr 2022 die wichtigste Wachstumsstütze der deutschen Wirtschaft. Sie stiegen preisbereinigt um 4,6 % im Vergleich zum Vorjahr und erreichten damit fast das Vorkrisenniveau von 2019. Grund hierfür waren Nachholeffekte im Zuge der Aufhebung fast aller Corona-Schutzmaßnahmen im Frühjahr 2022 (z.B. in den Bereichen der Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen, Freizeit, Unterhaltung und Kultur). Die Konsumausgaben des Staates erhöhten sich 2022 hingegen nach zwei stark von Corona geprägten Jahren vergleichsweise moderat um 1,1 %. Der Staat gab deutlich mehr Geld aus, um die zahlreichen Schutzsuchenden aus der Ukraine und anderen Staaten zu verpflegen und unterzubringen. Außerdem sanken die staatlichen Ausgaben zur Bekämpfung der Corona- Pandemie. Die Bauinvestitionen nahmen im Jahr 2022 preisbereinigt um 1,6 % ab. Dabei wirkten sich die fehlenden Baumaterialien und der Fachkräftemangel vor allem im Hochbau und bei Wohnbauten aus. Zunehmende Auftragsstornierungen gewerblicher und privater Bauvorhaben im Zuge andauernd hoher Baupreise sowie steigender Bauzinsen verstärkten den negativen Trend der Bauinvestitionen im Jahresverlauf 2022. In Ausrüstungen - das sind vor allem Investitionen in Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge - wurde 2022 dagegen preisbereinigt 2,5 % mehr investiert als im Vorjahr. Der Außenhandel nahm trotz starker Preisanstiege im Jahr 2022 zu: Deutschland exportierte preisbereinigt 3,2 % mehr Waren und Dienstleistungen als im Vorjahr. Die Importe legten gleichzeitig sehr viel stärker um preisbereinigt 6,7 % zu. Der Außenbeitrag dämpfte dadurch insgesamt das BIP- Wachstum. Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahr 2022 von durchschnittlich 45,6 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren 1,3 % oder 589.000 Personen mehr als im Jahr zuvor und so viele wie noch nie in Deutschland. Der Beschäftigungsaufbau fand 2022 insbesondere bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten und in den Dienstleistungsbereichen statt. Im Verarbeitenden Gewerbe stieg die Zahl der Erwerbstätigen 2022 nur leicht und konnte die Beschäftigungsverluste der beiden Vorjahre nicht ausgleichen. Im Baugewerbe gab es trotz Fachkräftemangel erneut einen kleinen Beschäftigungszuwachs. 1 Im Dezember 2021 rechnete der Verband der Wellpappen-Industrie (VDW) für das Jahr 2022 mit einem Wachstum des arbeitstäglichen Wellpappenabsatzes in Höhe von 4,1 %. Bedingt durch die krisenhaften Entwicklungen wurde dieses Wachstumsziel jedoch im Jahr 2022 nicht erreicht. Die Nachfrage sank und somit verzeichnete die Wellpappenindustrie für ihren Absatz ein Minus von 7,3 %. Die größte Belastung waren auch im Jahr 2022 die massiv gestiegenen Papier- und Energiepreise, welche die Branche weiterhin massiv belasteten. 2 Die Bedeutung der Wellpappe für unser tägliches Leben machte die Pandemie offenkundig. Denn zur Aufrechterhaltung der Lieferketten von den Lebensmittelherstellern bis in die Einzelhandelsgeschäfte leisten Transportverpackungen aus Wellpappe einen bedeutenden Beitrag, da ca. zwei Drittel aller Waren in Wellpappe verpackt werden. Dies hatte dazu geführt, dass gegen Ende März 2020 in die Leitlinien des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) "Betriebe zur Herstellung von Verpackungen und Verpackungsmaterial für Erzeugnisse" sowie deren "Zulieferbetriebe und Logistikdienstleister" explizit als kritische und damit als systemrelevante Unternehmen der Ernährungsindustrie aufgenommen wurden. Außerdem erfüllen Verpackungen aus Wellpappe zahlreiche Nachhaltigkeitsanforderungen. Wellpappenrohpapier basiert auf pflanzlichen Rohstoffen, ebenso wie der für das Zusammenfügen der Papierbahnen verwendete Leim. Die hergestellten Verpackungen bestehen zu rund 80 % aus Recyclingmaterial. Die Wellpappenindustrie leistet durch innovative Verpackungslösungen einen wichtigen Beitrag zu einem immer effizienteren Rohstoffeinsatz. Die Europäische Kommission hat am 30. November 2022 den Entwurf für eine Verpackungsverordnung vorgestellt, welcher die Einführung von Mehrwegquoten für bestimmte Transport- sowie Versandverpackungen beinhaltet. Mit dieser Verordnung werden Anforderungen für den gesamten Lebenszyklus von Verpackungen in Bezug auf ihre ökologische Nachhaltigkeit und Kennzeichnung eingeführt. Durch die neue Regulierung sollen Materialkreisläufe geschlossen, der Materialeinsatz reduziert und somit die Kreislaufwirtschaft weiterentwickelt werden. Der VDW steht hinter den EU-Nachhaltigkeitszielen, jedoch belegen wissenschaftliche Studien, dass verbindliche Mehrwegquoten keine Garantie für bessere Ökobilanzen darstellen.
1
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/01/PD23_020_811.html
Die Nachfrage nach Wellpappenverpackungen ist 2022 gegenüber 2021 gefallen. Beim arbeitstäglichen Wellpappenabsatz erzielten die VDW-Mitglieder im ersten Quartal 2022 ein Minus von 0,7 % gegenüber dem ersten Quartal 2021. Die zum Jahresauftakt noch vorhandenen Aufholprozesse nach Lockerung der Corona-Maßnahmen beeinflussten den Konsum noch positiv. Die stetig ansteigenden Verbraucherpreise schwächten den Konsum dann allerdings im Laufe des Jahres immer weiter ab. 3 Im zweiten Quartal 2022 stiegen auch die Nahrungsmittelpreise zunehmend an. Dies wirkte sich negativ auf die für die Wellpappenindustrie sehr wichtige Nahrungs- und Genussmittelindustrie aus. Die Nachfrage ging im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum auf ein arbeitstäglich bereinigtes Absatzminus von 5,6 % zurück. Dieser starke Nachfragerückgang hielt auch im dritten Quartal 2022 an, was sich mit einem Minus von 9,4 % gegenüber dem Vorjahresquartal in den Absatzzahlen der Wellpappenindustrie widerspiegelte. Insbesondere die sich zunehmend verschärfende Energiepreiskrise in Kombination mit einer immer noch vorherrschenden Knappheit an Rohstoffen und Vorprodukten setzen der Wellpappenindustrie nach wie vor massiv zu. Im vierten Quartal 2022 ging der Absatz weiter stark zurück und lag mit einem Minus von 13,8 % weit unter dem des Vorjahres. Zum Jahresausklang hin sind hier neben den kritischen Marktentwicklungen in Deutschland auch die ökonomische Krise in China und die Verbraucherpreisentwicklung in den USA und der gesamten EU als mögliche treibende Faktoren zu nennen. Die Logistikbranche sah sich weiterhin mit einem erheblichen Mangel an Lkw-Fahrern konfrontiert, was sich ebenfalls auf die Wellpappenwerke auswirkte. Insgesamt sanken die arbeitstäglichen Auftragseingänge der Wellpappenindustrie 2022 gegenüber dem Vorjahr um 18,4 %. Mit rund 8,03 Milliarden Quadratmeter mussten die VDW-Mitglieder 2022 beim mengenmäßigen Absatz einen Rückgang von 635 Millionen Quadratmeter gegenüber dem Vorjahresabsatz von 8,66 Milliarden Quadratmeter hinnehmen. Dieser Rückgang entspricht einem Minus von 7,3 %. 4
3
230418_Rede_VDW-Vorsitzender_Jahrespressekonferenz (S.3)
Die Situation der Wellpappenhersteller auf der Erlös- und Kostenseite stellt sich auch im Jahr 2022 nach wie vor als schwierig dar. Laut Angaben des VDW stiegen die Durchschnittserlöse pro m 2 Wellpappe im Jahr 2022 um 17,9 Cent pro Quadratmeter, was einem Plus von 31 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieser Gesamtwert wirkt auf den ersten Blick erfreulich. Allerdings waren die Erlöse nach einem vorläufigen Höhepunkt von 79,9 Cent/m 2 im August dann ab September bis zum Jahresende rückläufig. Darüber hinaus stellen die angestiegenen Durchschnittserlöse bei Weitem keinen ausreichenden Ausgleich zu dem extremen Kostendruck beim Wellpappenrohpapier und in der Energieversorgung dar. Beim Umsatz erzielte die Wellpappenindustrie 2022 bedingt durch die höheren Erlöse ein Plus von 21,3 %. Dies reichte jedoch nicht aus, um die massiven Preissteigerungen für Papier und den Energieträger Gas zu kompensieren. Die durchschnittlichen Preise für Wellpappenrohpapier sind von September 2020 bis Dezember 2022 um 40,8 % gestiegen. Die Gaspreise kletterten den Daten des Statistischen Bundesamtes zufolge allein von März bis September um 104 % in die Höhe, von September 2020 bis Juli 2022 stiegen die Gaspreise um insgesamt 448,3 %. Nach dem Preishöhepunkt im September 2022 sank die Kurve zwar wieder geringfügig, die Kosten für Gas verharrten jedoch - ähnlich wie die Papierpreise - auf äußerst hohem Niveau. 5 Die Unternehmen der deutschen Papierindustrie haben trotz des äußerst schwierigen Umfeldes im Jahr 2022 relative Stärke bewiesen. Sie sind von den dramatischen Energiepreissteigerungen stark belastet und fürchten um ihre Investitionsfähigkeit in die Transformation zur Klimaneutralität. Die Produktion ist im Jahr 2022 gegenüber dem Corona-Nachholjahr 2021 um 6,5 % auf 21,6 Mio. Tonnen gesunken. "Viele Unternehmen mussten ihre Produktion an die noch zu normalen Preisen eingekauften Gasmengen und die durch vorherigen Lageraufbau bei den Kunden zum Jahresende gesunkene Nachfrage anpassen", erläutert der Präsident von DIE PAPIERINDUSTRIE, Winfried Schaur, den Mengenrückgang. Die gestiegenen Kosten für Energie und Rohstoffe sind auf die Produktpreise durchgeschlagen. Das spiegelt der Umsatzzuwachs von 36,3 % auf 21,2 Mrd. Euro wider. Die Branche leistet trotz der schwierigen Situation ihren Beitrag zur Transformation zu einer CO 2 -neutralen Produktion. "Wir arbeiten weiter intensiv an der Papierindustrie der Zukunft. Dazu benötigen wir jedoch auch die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen wie etwa einen vorübergehenden Industriestrompreis, um während der Übergangszeit die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten." Schaur betont die Bedeutung der energieintensiven Industrien. Sie stehen am Anfang wichtiger Wertschöpfungsketten und bilden das Rückgrat des Industriestandorts Deutschland. Papier, Pappe und Karton sind das Grundmaterial für eine Reihe systemrelevanter Produkte wie für Verpackungen für Medikamente und Lebensmittel, Hygieneprodukte und Medien. Die deutsche Papierindustrie ist mit ihrer Altpapiereinsatzquote von 79 % somit ein wichtiges Element der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. 6
5
230418_Rede_VDW-Vorsitzender_Jahrespressekonferenz +
Jahresbilanz 2022 Wellpappenindustrie_24.04
Die Produktion der deutschen Papierindustrie ist zwar von Januar bis Dezember 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 % gesunken, lag damit aber auf dem langjährigen Vorkrisenniveau. Der Gesamtabsatz sank gegenüber dem Vorjahr um 6,4 %, sowohl im Inland (-7,9 %) als auch im Ausland (-4,8 %). Dabei verlief die Entwicklung der Produktgruppen unterschiedlich. Bei der Produktgruppe der grafischen Papiere (-9,0 %) und Verpackungspapiere (-6,6 %) sank der Absatz, während der Absatz an Hygienepapieren einen Anstieg verzeichnete (+1,8 %). 7
7 Die
Papierindustrie_12_2022_Statistische_Kurzinformation"
B.2. Geschäftsverlauf 2022 Der Verlauf des Geschäftsjahres 2022 der Model Beteiligungen Gruppe war maßgeblich durch die folgenden Umstände beeinflusst. Im ersten Quartal 2022 wurde SAP bei der Model GmbH, Bad Bentheim, eingeführt. Obwohl die Einführung im Vergleich zur Model GmbH, Standort Berka-Werra relativ reibungslos verlief, hatten viele Kunden in dieser Zeit mit Liefer- und Serviceproblemen zu kämpfen. Leider konnten auch viele Kunden zu anderen Anbietern wechseln. In der zweiten Phase sahen wir uns mit enormen Schwankungen bei den Rohstoffkosten konfrontiert. Aufgrund des Krieges in der Ukraine schwankten die Energie- und Papierkosten erheblich, was zu rekordverdächtigen Erhöhungen führte. Um die steigenden Inputkosten zu bewältigen, versuchten wir, der Kostenwelle voraus zu sein. Daher waren wir mehrmals Vorreiter bei der Erhöhung unserer Marktpreise. In der dritten Phase kam es zu einem starken Marktrückgang und zu einem erheblichen Rückgang des Marktvolumens. Die SAP-Einführung, eine starke Preisgestaltung (in Verbindung mit der Bereinigung negativer Geschäfte) und ein rezessiver Markt führten zu einem enormen Volumenrückgang im Jahr 2022, aber auch zu einer guten Preis- und Margenentwicklung. Am Standort Eilenburg lagen die erzielten Umsatzerlöse der Gesellschaft deutlich über denen des Vergleichszeitraumes August bis Dezember 2021. Dies ist zum einen auf die Kostenerstattung im Rahmen des Lohnfertigungsvertrages mit Stora Enso, zum anderen auf den nur fünf-monatigen Vergleichszeitraum des Vorjahres zurückzuführen. Zu Beginn des Jahres lief die Produktion innerhalb der Erwartungen, die Nachfrage an Druckpapier sank jedoch im Jahresverlauf ab. Um die Anlagen zu betreiben, wurde daher zusätzlich die von Model Sachsen Papier (SPE) entwickelten speziellen Sorten an Wellpappenrohpapier produziert. Die Papiere wurden hauptsächlich in Wellpappenanlagen der Modelgruppe verarbeitet, aber auch auf dem freien Markt verkauft. Insgesamt wurden im Jahr 2022 ca. 100.000 t Rollendruckpapiere und ca. 54.000 t Verpackungspapier hergestellt. Im September 2022 wurden die letzten Aufträge durch Stora Enso abgerufen. Die Preise für den Rohstoff Altpapier stiegen im ersten Halbjahr 2022 kontinuierlich auf Höchstwerte an und verliefen zum Ende des Sommers seitlich. War die Beschaffung des Rohstoffs Altpapier zu Beginn des Jahres aufgrund hoher Nachfrage sehr schwierig und kostenintensiv, erhöhte sich zum Jahresende hin die Verfügbarkeit basierend auf der sich abschwächenden Konjunktur erheblich. Dies führte zu stark sinkenden Preisen, welche aber auf den Produktpreis nur einen geringeren Einfluss hatten. Die Energiekosten schwankten weiterhin auf sehr hohem Niveau. Durch die ab 1. Oktober 2022 anfallende Gasumlage erhöhten sich die Fertigungskosten zusätzlich. Aufgrund des drastischen Nachfragerückgangs im Verpackungssektor wurde die Produktion in den Monaten November und Dezember am Standort Eilenburg komplett eingestellt. Das geplante Umbauprojekt der Produktionsanlage auf Wellpappenrohpapier wurde erfolgreich gestartet. Höhere Material- und Dienstleistungspreise haben zwar teilweise bereits zu Budgetüberschreitungen geführt, aber das Projekt insgesamt ist nicht gefährdet. Derzeit gehen wir davon aus, das Projekt im zweiten Quartal 2024 erfolgreich abzuschließen. Insgesamt gesehen erzielte die Model Beteiligungen Gruppe im Geschäftsjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr ein deutlich besseres Rohergebnis (+37,79 %). Aufgrund der Erhöhung unserer Marktpreise im Bereich des Wellpappenpapiers als auch durch die zwölf-monatige Einbeziehung des Standortes Eilenburg im Bereich Rollendruck- und Verpackungspapier konnte das Vorjahresergebnis der Gruppe weit übertroffen werden. Der Umsatz wurde wie in den Vorjahren im Wesentlichen im Inland (78,4 %) erzielt. Die Exportumsätze betrafen fast ausschließlich das EU-Ausland (20,3 %) mit dem Schwerpunkt Benelux-Staaten. Der Auftragsbestand ist branchenüblich ohne größeren zeitlichen Vorlauf. Das Investitionsvolumen im Geschäftsjahr 2022 betrug, bedingt durch den begonnenen Umbau des Standortes Eilenburg, insgesamt Mio. EUR 75,7. Der Umbau ist derzeit das größte Projekt in der Model Beteiligungen Gruppe. Die durchschnittliche Anzahl der beschäftigten Arbeitnehmer ist auf 1.103 gesunken (Vorjahr: 1.125). B.3. Wirtschaftliche Lage Ertragslage Der Umsatz ist im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2021 um 30,5 % gestiegen, davon sind 19,0 % dem abweichenden Vergleichszeitraum der Model Sachsen Papier GmbH zuzurechnen. Der Absatz ist aus den unter B.2 genannten Gründen um 20,9 % zurückgegangen. Die Materialaufwandsquote hat sich im vorliegenden Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021 von 70,4 % auf 72,7 % erhöht. Das Rohergebnis hat sich bei einer erhöhten Gesamtleistung und erhöhten sonstigen betrieblichen Erträgen um 37,8 % erhöht. Der Personalaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr um 28,4 % gestiegen, wobei der abweichende Vergleichszeitraum der Model Sachsen Papier GmbH die wesentlichste Ursache darstellt. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich im Jahr 2022 ebenfalls bedingt durch den abweichenden Vergleichszeitraum bei der Model Sachsen Papier GmbH um 15,9 % erhöht. Als Ergebnis beläuft sich der Konzernjahresfehlbetrag vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 auf Mio. EUR 7,3. Finanzlage Die Finanzlage der Model Beteiligungen Gruppe ist als geordnet anzusehen. Die Gruppe war stets in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nach Art, Höhe und Fristigkeit nachzukommen. Aufgrund der Zugehörigkeit der Model Beteiligungen Gruppe zum schweizerischen Model-Konzern ergeben sich erweiterte Finanzierungsmöglichkeiten, die genutzt werden. Die Cashflow-Rechnung zeigt folgendes Bild:
Die Finanzierung der Investitionen ist durch die der Model Beteiligungen Gruppe zur Verfügung stehenden Mittel als gesichert anzusehen. Die Bankverbindlichkeiten verminderten sich im Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 von Mio. EUR 2,1 um einen Betrag von Mio. EUR 1,6 auf Mio. EUR 0,5. Investitionen
Die Höhe der im Jahr 2022 insgesamt getätigten Investitionen (TEUR 75.652) war wesentlich geprägt durch bereits geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen im Rahmen der Umstellung der Produktion der Model Sachsen Papier GmbH von Rollendruckpapieren auf Wellpappenrohpapier. Die Finanzierung aller Investitionen erfolgte mit Darlehen von verbundenen Unternehmen sowie aus dem Abschreibungsvolumen. Im Weiteren minderte die durch Datenmigration bedingte Kürzung eines in früheren Jahren erhaltenen und bereits verbrauchten Investitionszuschusses der Model Sachsen Papier GmbH in Höhe von insgesamt TEUR 44.050 die Brutto-Anschaffungs- und Herstellungskosten der Gruppe. Vermögenslage Die Bilanz des Model Beteiligungen Konzerns zum 31. Dezember 2022 weist eine Bilanzsumme von Mio. EUR 352,6 (Vorjahr: Mio. EUR 297,4) aus. Das Anlagevermögen enthält auch die im Rahmen der Kaufpreisallokation aufgedeckten stillen Reserven bei den Grundstücken und Gebäuden mit ihrem Buchwert zum 31. Dezember 2022 in Höhe von Mio. EUR 7,7. Die planmäßigen Abschreibungen auf die Gebäude betragen Mio. EUR 0,3. Der aktivierte Kundenstamm wurde bereits im Geschäftsjahr 2021 voll abgeschrieben. Der im Rahmen der Kaufpreisallokation der Model Sachsen Papier GmbH passivierte Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung (Badwill) in Höhe von Mio. EUR 15,9 wird über den Zeitraum der geplanten Umbauphase der Papiermaschine (24 Monate) abgeschrieben. Der Restbuchwert zum 31.12.2022 beträgt Mio. EUR 4,6, die planmäßigen Abschreibungen auf den Badwill betragen Mio. EUR 8,0. Im Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 wurden insgesamt TEUR 75.652 investiert. Die Anlagenintensität im Berichtsjahr beträgt 54,2 % (Vorjahr: 46,8 %). Das Umlaufvermögen in Höhe von Mio. EUR 87,9 (Vorjahr: Mio. EUR 87,6) besteht im Wesentlichen aus Papiervorräten in Höhe von Mio. EUR 12,1, aus Ersatzteilen in Höhe von Mio. EUR 9,1, fertigen Erzeugnissen und Waren in Höhe von Mio. EUR 11,0, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von Mio. EUR 20,0 sowie Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 1.216. Die Model Beteiligungen Gruppe weist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von Mio. EUR 67,9 aus. Aufgrund des Konzernbilanzverlustes in Höhe von Mio. EUR 87,9 wurde das Eigenkapital im Konzern aufgebraucht. Der Konzernbilanzverlust lässt sich im Wesentlichen auf die hohen Sonderabschreibungen auf das Konzern-Anlagevermögen im Geschäftsjahr 2018 zurückführen. Der Konzernbilanzverlust aus 2021 in Höhe von Mio. EUR 80,7 wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Die schweizerische Konzernmutter Model AG hat am 25. März 2019 einen Rangrücktritt in Höhe von Mio. EUR 67,0 ausgesprochen. Dieser wurde durch zwei Nachträge auf Mio. EUR 80,0 aufgestockt. Der Fortbestand der Model Beteiligungen GmbH und der zugehörigen Konzerngesellschaften ist nicht gefährdet; die oberste deutsche Gesellschaft ist von der schweizerischen Konzernmutter finanziell gestützt. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen, Energie, Prämien und Boni sowie für sonstige Personalkosten und rückständigen Urlaub. Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von insgesamt Mio. EUR 0,5 beträgt der Anteil mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr Mio. EUR 0,5. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage des Unternehmens Der Geschäftsverlauf 2022 der Model Beteiligungen Gruppe war geprägt durch die enorme Kostenexplosion im Energie-, Rohstoff- und Frachtbereich, die sich auch auf die Preis- und Mengenstrategie der Gruppe auswirkte. Aufgrund der Auswirkungen des Krieges in der Ukraine schwankten die Energie- und Papierkosten erheblich, was zu rekordverdächtigen Erhöhungen führte. Um die steigenden Kosten zu bewältigen, war die Model Beteiligungen Gruppe mehrmals Vorreiter bei der Erhöhung der Marktpreise unserer Produkte. Diese erforderlichen Preisanpassungen hatten das Ziel, das Umsatzvolumen mit Direktkunden im Packaging-Bereich trotz der hohen Kosten im Energie-, Rohstoff- und Frachtbereich zu stabilisieren sowie das Händlergeschäft zu reduzieren, um eine bessere Preisqualität zu erzielen. C. Finanzielle Leistungsindikatoren und nicht finanzielle Leistungsindikatoren
Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren, die auch für interne Steuerungszwecke verwendet werden, sind die Umsatzerlöse und das Jahresergebnis. D. Prognose-, Chancen und Risikobericht D.1. Prognosebericht Konjunkturelle Rahmenbedingungen Die deutsche Wirtschaft erfuhr im zurückliegenden Winterhalbjahr einen kräftigen Rücksetzer. Als Folge der hohen Inflation schwächte sich die Nachfrage spürbar ab. In 2023 wird das Bruttoinlandsprodukt um 0,4% zurückgehen und im kommenden Jahr um 1,5% zunehmen. Der hohe Preisauftrieb wird die Realeinkommen der privaten Haushalte und damit den Konsum im Frühjahr erneut senken. Erst ab der zweiten Jahreshälfte dürften die Einkommen wieder stärker zulegen als die Preise und der private Konsum an Fahrt aufnehmen. Die Baukonjunktur wird sich im gesamten Prognosezeitraum abkühlen. Der Anstieg der Baupreise geht nur langsam zurück und die Kreditzinsen werden hoch bleiben, so dass sich die Nachfrage nach Bauleistungen weiter verringern wird. Das Verarbeitende Gewerbe dürfte dank der hohen Auftragsbestände seine Produktion weiter moderat ausweiten und dann mit dem allmählichen Auslaufen der Lieferengpässe wieder deutlich kräftiger expandieren. Die Situation der energieintensiven Produktionsbereiche innerhalb der deutschen Industrie dürfte weiterhin angespannt bleiben, was eine noch kräftigere Ausweitung der Bruttowertschöpfung verhindert. Bei alledem wird unterstellt, dass es im kommenden Winter zu keiner Gasmangellage kommt. Die Inflationsraten dürften in den kommenden Monaten weiter zurückgehen. Bei den Vorleistungskosten, allen voran bei Energie, zeichnen sich mittlerweile Preisrückgänge ab, die die Produzenten an ihre Kunden weitergeben werden. Allerdings dürften die Löhne im weiteren Verlauf des Jahres beschleunigt zunehmen, weil vermehrt Inflationsprämien ausgezahlt und spürbare Tariflohnanhebungen wirksam werden. Die Gesamtinflationsrate dürfte von 6,9% im Jahr 2022 auf 5,8% im Jahr 2023 zurückgehen. Erst im kommenden Jahr dürfte sich der Preisanstieg allmählich wieder normalisieren und die Inflationsrate im Jahr 2024 auf 2,1% zurückgehen. Quelle: ifo Konjunkturprognose Sommer 2023: Inflation flaut langsam ab - aber Konjunktur lahmt noch, 21. Juni 2023 Branchenspezifische Rahmenbedingungen Die deutsche Wellpappenindustrie war 2022 erneut mit einem nie zuvor erreichten Kostendruck konfrontiert. Bedingt durch ein erheblich abgekühltes Konsumklima musste die Branche zudem ein Absatzminus hinnehmen. 2022 war geprägt von Marktverwerfungen infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine, der Energiekrise und eines sich zunehmend verschlechternden Konsumklimas. Entsprechend hart wurde die Wellpappenindustrie von der Entwicklung getroffen, denn über zwei Drittel aller in Deutschland transportierten Waren werden in Wellpappe verpackt. Gleichzeitig wurde die Wellpappenindustrie 2022 mit neuen Rekordwerten bei den Papierpreisen konfrontiert. Nachdem die Kosten für den wichtigsten Rohstoff der Branche schon 2021 dramatisch in die Höhe geklettert waren, verteuerte sich Wellpappenrohpapier von Januar bis Juni 2022 um weitere 11,2 %. Dann folgte eine extrem hoch angesiedelte Plateauphase, die bis in den Oktober anhielt. Erst danach begann das Preisniveau zu sinken - lag aber im Dezember 2022 immer noch 40,8 % über dem letzten Tiefpunkt im September 2020. Quelle: Verband der Wellpappen-Industrie e.V. (VDW) Voraussichtliche wirtschaftliche Entwicklung Die Model Beteiligungen Gruppe wird auch im Jahr 2023 ihre Strategie betreffend direkter Verpackungskunden weiter auszubauen. Fokus liegt hierbei auf der Erhöhung der Kundenqualität durch Wachstum mit neuen Kunden. Daneben ist ein weiterer Schwerpunkt das Geschäft mit Endloswellpappe, das ein erhebliches Wachstumspotential aufweist, an dem die Model Beteiligungen Gruppe nachhaltig teilhaben möchte. In einem rezessiven Markt wird der Fokus auf die Gewinnung von Neukunden in robusten Segmenten sein. Schwerpunkt wird die Lebensmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie sein. Diese Branchen zeigen auch in Krisenzeiten eine höhere Stabilität. Nach dem bisherigen Jahresverlauf gehen wir davon aus, dass das - ungeprüfte - Umsatzniveau im Jahr 2023 um 35,5% sinkt, die Volumen gegenüber 2022 weiterhin um 6,4% zurückgehen werden und somit auch das -ungeprüfte - Ergebnis deutlich schlechter ausfallen wird. Dieser enorme Umsatzrückgang liegt im Wesentlichen darin begründet, dass die Model Sachsen Papier GmbH im Jahr 2023 nur anteilig mit sechs Monaten im Ergebnis enthalten ist, da die Anlage während des gesamten Umbaus stillgelegt ist. Für das Jahr 2024 erwarten wir einen deutlichen Anstieg des Umsatzniveaus sowie ein leicht verschlechtertes Ergebnis im Vergleich zu 2023. D.2. Chancenbericht Die Investitionen im Jahr 2023 sind darauf ausgerichtet. schnelle Verbesserungen mit geringem Investitionssummen zu erreichen. Der Fokus liegt hierbei insbesondere auf Automatisierungs- und Digitalisierungsthemen. Da an den beiden Standorten Bad Bentheim und Werra-Suhl-Tal Mitarbeiter für einfache Tätigkeiten nur schwer zu finden sind, ist dies für die nächsten Jahre der vorrangige Schwerpunkt. Des Weiteren sind die Investitionen darauf ausgerichtet, die Standorte energieeffizienter und zukunftssicher aufzustellen. Die im Jahr 2022 begonnenen Infrastrukturmaßnahmen werden in 2023 abgeschlossen werden. Ein weiterer und wesentlicher Investitionsschwerpunkt betrifft im Jahr 2023 die Model Sachsen Papier GmbH am Standort in Eilenburg, da durch den Umbau der bisherigen Papiermaschine die Produktion von Rollendruckpapieren auf Wellpappenrohpapier umgestellt wird. D.3. Risikobericht Gesamtwirtschaftliche Risiken und spezifische Risiken der Model Beteiligungen Gruppe Nach wie vor bestehen für die wirtschaftliche Entwicklung hohe Belastungen: der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und dessen wirtschaftliche Folgen, die schwache Entwicklung der Weltwirtschaft sowie die im Vergleich zum Vorkrisenniveau anhaltend hohen Energiepreise und Inflationsraten. In ihrem Jahreswirtschaftsbericht 2023 erwartet die Bundesregierung für dieses Jahr, dass die Weltwirtschaftsleistung im Jahresdurchschnitt 2023 um 2,7 % steigt. Für Deutschland wird ein preisbereinigtes Wachstum des BIP in Höhe von 0,2 % für das Jahr 2023 erwartet. Vor dem Hintergrund der gedämpften wirtschaftlichen Entwicklung dürfte der Zuwachs der Selbständigen- und Vermögenseinkommen der privaten Haushalte etwas geringer ausfallen (+1,7 %). Die hohen Energiepreise werden von den Unternehmen zunehmend weitergegeben. Durch die hohen Inflationsraten wird die Konsumnachfrage im laufenden Jahr spürbar gedämpft. Auch wenn die privaten Konsumausgaben in diesem Jahr mit 5,3 % nominal erneut spürbar ausgeweitet werden dürften, ist für das Jahr 2023 infolge des deutlichen Verbraucherpreisanstiegs von einem leichten Rückgang in realer Rechnung um 0,2 % auszugehen. Der Staat steuert mit Entlastungspaketen und Preisbremsen für Strom, Gas und Wärme dagegen. Zudem könnten vor allem energieintensive Industriebetriebe infolge des Energiepreisanstiegs weitere Kapazitätseinschränkungen vornehmen, wodurch in diesen Bereichen auch die Investitions- und Beschäftigungsentwicklung gedämpft würde. Die für den Jahresverlauf 2023 erwartete Erholung des Welthandels und Belebung der globalen Wachstumsdynamik - insbesondere in den für Deutschland bedeutsamen Absatzmärkten in Europa - dürften für einen spürbaren Auftrieb sorgen. Vor diesem Hintergrund rechnet die Bundesregierung für das Gesamtjahr 2023 mit einem preisbereinigten Zuwachs der Ausrüstungsinvestitionen von 3,3 % nach 2,5 % im Vorjahr. Die Bauinvestitionen werden im Jahr 2023 weiter von der hohen Nachfrage nach Wohnraum gestützt, Auftragseingänge und Auftragsbestand weisen aber einen rückläufigen Trend auf. Neben den Baukosten und der Materialknappheit dämpft auch der zunehmende Fachkräftemangel die Bautätigkeit. Diese Umstände sorgen dafür, dass die Bauinvestitionen im laufenden Jahr preisbereinigt erneut um 2,8 % sinken dürften. Insgesamt erwartet die Bundesregierung für das Jahr 2023 preisbereinigt eine Stagnation der gesamten Bruttoanlageinvestitionen (+0,0 %). Als Fazit bleibt vor dem Hintergrund der aktuellen Marktlage festzustellen, dass die gesamtwirtschaftliche Entwicklung durch erneute Kostensteigerungen in den Bereichen Energie, Transport oder anderer wichtiger Rohstoffe, entsprechend stärkere Straffungsmaßnahmen der Zentralbanken mit negativen Folgen für die globale Nachfrage und Produktionsketten realisieren würden. 8 Die Model Beteiligungen Gruppe beliefert eine Vielzahl unterschiedlicher Kunden und Märkte, wodurch sich eine Risikodiversifikation ergibt. Grundsätzlich jedoch ist die Nachfrage nach Wellpapp-Formaten und Wellpapp-Produkten von dem Bedarf an Verpackungen der Endverbraucher und damit von der Konjunktur, insbesondere dem privaten Konsum, abhängig. Nachfolgend sind wesentliche Risiken für die Model Beteiligungen Gruppe nach ihrer Gewichtung absteigend dargestellt.
8 Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung
2023_II Jahresprojektion 2023 (ab S.135)
Beschaffungs-, Produktions- und Preisänderungsrisiken Bei der Model Beteiligungen Gruppe bestehen Beschaffungs-, Produktions- sowie Mengen und Auslastungsrisiken, die zu wirtschaftlichen Belastungen führen können. Preiserhöhungen können in Abhängigkeit von der jeweiligen Marktsituation nur in Teilen bzw. mit Zeitverzug an Kunden weitergegeben werden, weshalb der extreme Anstieg der Rohstoffpreise sowie die Preissteigerungen im Bereich der Energie zu einer Ergebnisverschlechterung oder zu einer temporären Ergebnisbelastung der Model Beteiligungen Gruppe führen kann. Die Weitergabe von etwaigen Preissteigerungen auf der Papierseite am Markt kann aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks Umsatzeinbußen nach sich ziehen. Weiterhin tragen auch die starke Beeinträchtigung der Handelsströme und Lieferketten zur Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung bei. Aufgrund der hohen Kapitalintensität bestehen Ergebnisrisiken, sofern die Auslastung sinkt. Wettbewerbsrisiken Die Model Beteiligungen Gruppe hat ein breites Kundenportfolio. Trotz der diversifizierten Kundenstruktur ist die Gruppe in einem Markt tätig, in dem sie einem erheblichen Preis-, Margen- und Ergebnisdruck ausgesetzt ist. Die Märkte sind dementsprechend durch hohe Wettbewerbs- und Preisintensität gekennzeichnet. Insbesondere in der Region und im Umkreis des Werkes Bad Bentheim sind zahlreiche Wettbewerbsinvestitionen wie Kapazitätserweiterung oder Werksneubau angekündigt bzw. auch bereits umgesetzt. Somit wird davon ausgegangen, dass die Wettbewerbsintensität in dieser Region steigt. Ausfallrisiken Vor dem Hintergrund der aktuellen schwächeren konjunkturellen Lage ist das Chancen/Risiko-Profil für Unternehmen in vielen Branchen eher gedämpft zu bewerten. Negative Geschäftsentwicklungen eines oder mehrerer wichtiger Kunden sind nicht auszuschließen. Dies kann, je nach Ausmaß, zu Belastungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen. Zinsrisiken Die Model Beteiligungen Gruppe hat ihre Finanzierung langfristig ausgelegt. Zinsänderungen haben deshalb nur einen geringen Einfluss auf die Ertragslage. Währungsrisiken Wechselkursrisiken bestehen nicht, weil sich die wesentlichen Exportumsätze der Model Beteiligungen Gruppe auf den Euro-Raum beschränken. Exporte in Drittländer außerhalb des Euro- Raumes werden hauptsächlich in Euro fakturiert. Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken Die vormalige Krise auf den Finanzmärkten (Euro-Krise) hat generell zu einer verhaltenen Kreditvergabepolitik der Banken geführt. Diese Entwicklung schränkt die finanzielle Flexibilität der Unternehmen grundsätzlich ein. Durch die Einbindung der Model Beteiligungen Gruppe in die finanzstarke Model Gruppe stehen jedoch ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung. Da die Model Beteiligungen Gruppe hauptsächlich in Euro fakturiert, sehen wir den Eintritt von währungsbedingten Finanzrisiken als eher unwahrscheinlich an. Umweltschutz Besondere Maßnahmen brauchen aufgrund der umweltfreundlichen Fertigung nicht getroffen zu werden. Alle gesetzlichen Umweltauflagen sind erfüllt. Eine zusätzliche wichtige Initiative zur Reduzierung unserer CO 2 -Emissionen ist die Investition in zwei Photovoltaik (PV)-Anlagen am Standort Bad Bentheim. Mithilfe des durch Sonnenenergie erzeugten Stroms werden wir zukünftig 9% unseres jährlichen Strombedarfs der Produktion und 66% des Bedarfs der Verwaltungsgebäude decken. Diese werden wir im Jahr 2023 an das Stromnetz anschließen. Hinweise auf Risiken der künftigen Entwicklung Wirtschaftliche sowie rechtliche Bestandsgefährdungspotentiale sind im Planungszeitraum - insbesondere vor dem Hintergrund der finanziellen Unterstützung durch die schweizerische Muttergesellschaft - nicht gegeben, die Liquidität ist weiterhin stabil und Vermögensverluste, auch im langfristigen Bereich, sind nicht erkennbar. Unsere differenzierte Abnehmerstruktur gewährleistet eine gewisse Stabilität. F. Personalbereich Aufgrund der hohen technischen Ansprüche an die Produktionsqualität und bedingt durch den hohen Automatisierungsgrad beschäftigen wir überwiegend fachlich qualifizierte Mitarbeiter. Die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter wird, soweit sie nicht im eigenen Betrieb erfolgt, durch externe Firmen wahrgenommen. Die fachliche Qualität unserer Mitarbeiter trägt dazu bei, auch zukünftig die hohen Qualitätsansprüche der Model Beteiligungen Gruppe erfüllen zu können. Es wurden keine Zielgrößen für den Frauenanteil nach § 52 Abs. 2 GmbHG und § 36 Satz 2 GmbHG definiert.
Bad Bentheim, den 22. Januar 2024 Dr. Daniel Model Elisabeth Model Jürgen Lemke KONZERNBILANZ zum 31. Dezember 2022AKTIVA
PASSIVA
KONZERN - GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022
KONZERN - KAPITALFLUSSRECHNUNG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022
KONZERN - EIGENKAPITALSPIEGEL für 2022
KONZERNANHANG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022I. Allgemeine Angaben Die Model Beteiligungen GmbH hat ihren Sitz in Bad Bentheim. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Osnabrück unter HRB 211346 eingetragen. Mit Anteilskauf- und Übertragungsvertrag vom 26. Mai 2021 hat die Model Beteiligungen GmbH, sämtliche Geschäftsanteile an der Model Sachsen Papier GmbH (vormals Stora Enso Sachsen GmbH) mit Wirkung zum 2. August 2021 von der Stora Enso Paper GmbH, Düsseldorf, erworben. Durch Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 2. August 2021 wurde die Gesellschaft in "Model Sachsen Papier GmbH" umbenannt. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht 2022 werden von der Model Beteiligungen GmbH, Bad Bentheim, als Mutterunternehmen pflichtgemäß nach § 290 HGB aufgestellt. Dieser Konzernabschluss hat befreiende Wirkung gemäß § 264 Abs. 3 HGB für die Model GmbH, Bad Bentheim, und die Model Logistik GmbH, Bad Bentheim, da für beide Gesellschaften ein Ergebnisabführungsvertrag mit der Model Beteiligungen GmbH besteht. Für die Model Sachsen Papier GmbH bestand diese befreiende Wirkung bisher nicht. Mit Abschluss eines rechtsgültigen Ergebnisabführungsvertrages am 30. September 2022 greift die befreiende Wirkung auch für die Model Sachsen Papier GmbH ab dem Rumpfgeschäftsjahr 1. August bis zum 31. Dezember 2022. II. Form und Inhalt des Konzernabschlusses Für den Konzernabschluss werden die Vorschriften der §§ 290 bis 315 HGB angewendet. Für die Konzern - Gewinn- und Verlustrechnung ist das Gesamtkostenverfahren gewählt worden. Geschäftsjahr war das Kalenderjahr. Konsolidierungskreis In den vorliegenden Konzernabschluss sind die Model Sachsen Papier GmbH, die Model GmbH sowie deren 100%-tige Tochtergesellschaft, die Model Logistik GmbH einbezogen worden, da der Model Beteiligungen GmbH direkt bzw. indirekt die Mehrheit der Stimmrechte gemäß § 290 Abs. 2 HGB zusteht.
Die Model Beteiligungen GmbH wird in den Konzernabschluss der Model Holding AG, Weinfelden/Schweiz, als größtem Konzernkreis einbezogen. Die einbezogenen Unternehmen Model GmbH und Model Logistik GmbH haben den 31. Dezember als Abschlussstichtag. Die Model Sachsen Papier hat ein abweichendes Geschäftsjahr vom 1. August 2021 bis zum 31. Juli 2022 sowie ein Rumpfwirtschaftsjahr vom 1. August 2022 bis zum 31. Dezember 2022. Zur korrekten Einbeziehung der Gesellschaft in den Konzernabschluss wurde das Ergebnis der Model Sachsen Papier GmbH für den Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 berücksichtigt. Durch die unterjährige Veränderung des Konsolidierungskreises im Vorjahr ist die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr nur eingeschränkt möglich Konsolidierungsgrundsätze Kapitalkonsolidierung Die Kapitalkonsolidierung wurde unter Anwendung der Neubewertungsmethode vorgenommen (§ 301 Abs. 1 Satz 2 HGB). Die Anschaffungskosten für die Anteile am Tochterunternehmen werden mit dem entsprechenden anteiligen Eigenkapital zum Zeitpunkt der erstmaligen Konsolidierung verrechnet. Bei der Neubewertungsmethode erfolgt eine Neubewertung der Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens, bei der alle stillen Reserven vollständig aufgedeckt werden. Verbleibt nach der Verrechnung der Beteiligung mit dem anteiligen neubewerteten Eigenkapital eine aktivische oder passivische Differenz, stellt dieser Unterschiedsbetrag einen Geschäfts- oder Firmenwert oder einen passivischen Unterschiedsbetrag dar. Zwischenergebnis-Eliminierung Soweit bei konzerninternen Verkäufen von Sachanlagegegenständen Buchgewinne oder Buchverluste entstanden sind, wurden diese eliminiert. Die Gesellschaft machte vom Wahlrecht gemäß § 304 Abs. 1 HGB Gebrauch. Sonstige Konsolidierungsmaßnahmen und -verfahren Die Schuldenkonsolidierung wurde gemäß § 303 HGB erfolgsneutral vorgenommen. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind die Aufwendungen und Erträge nach Verrechnung von konzerninternen Vorgängen gemäß § 305 HGB ausgewiesen. Latente Steuern Auf Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen der Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten wurden Steuerabgrenzungen gemäß § 306 HGB insoweit vorgenommen, als sich die Differenzen in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich wieder ausgleichen. Die ausgewiesenen aktiven latenten Steuern resultieren aus temporären Differenzen, Zinsvorträgen und steuerlichen Verlustvorträgen. Wesentliche Bewertungs- und Konsolidierungsgrundlagen und deren Änderung Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden gemäß § 308 Abs. 1 Satz 1 HGB einheitlich die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Model Beteiligungen GmbH (Mutterunternehmen) zugrunde gelegt. Eine von den einbezogenen Jahresabschlüssen abweichende Ausübung von Bewertungswahlrechten im Konzernabschluss (§ 308 Abs. 1 Satz 2 HGB) ist nicht erfolgt. Die Erstkonsolidierung zum 1. Januar 2016 wurde als Vollkonsolidierung nach der Neubewertungsmethode (§ 301 Abs. 1 Satz 2 HGB) durchgeführt. Die wesentlichen Anlageposten werden nach folgenden Nutzungsdauern abgeschrieben:
Im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 wurde neben der planmäßigen Folgeabschreibung aus der Kaufpreisallokation der Restbuchwert des Geschäfts- oder Firmenwertes in Höhe von TEUR 20.533 aufgrund einer Abwertung der Beteiligung an der Model GmbH komplett abgeschrieben. Aus demselben Grund wurde auch der Kundenstamm neben der regulären jährlichen Abschreibung um zusätzliche TEUR 9.113 abgeschrieben. Das Gesamtvolumen der Folgeabschreibungen aus der Kaufpreisallokation betrug im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 somit TEUR 37.232. Im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 hingegen wurden wie in 2021 keine außerplanmäßigen Abschreibungen vorgenommen. Der Kundenstamm wurde im Jahr 2021 vollständig abgeschrieben. Die verbleibenden planmäßigen Folgeabschreibungen aus der Kaufpreisallokation belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 auf:
Die Schuldenkonsolidierung erfolgt gemäß der gesetzlichen Grundlage (§ 303 Abs. 1 HGB) durch Eliminierung der Forderungen mit den entsprechenden Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Die Aufwands- und Ertragskonsolidierung erfolgt gemäß § 305 Abs. 1 HGB durch Verrechnung der Umsatzerlöse und sonstigen betrieblichen Erträge zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen mit den auf sie entfallenden Aufwendungen. Zinserträge und Ergebnisabführungen sind ebenso mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet worden. Aus der Steuerabgrenzung i. S. d. § 306 HGB ergab sich im Berichtsjahr 2022 ein Steueraufwand aus der Auflösung von aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 4.208. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden grundsätzlich unverändert angewendet. III. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften Die in den Konzernabschluss übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden der Einzelgesellschaften mussten nicht im Wege des § 308 HGB an eine konzerneinheitliche Bewertung angepasst werden, da die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden grundsätzlich einheitlich sind. Davon abweichende Methoden sind im Anhang separat aufgeführt und erläutert. Folgende Bewertungsmethoden kamen zur Anwendung: Immaterielle Vermögensgegenstände Die hierunter ausgewiesenen Lizenzen und Schutzrechte sind zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen (bei einer voraussichtlichen Nutzungsdauer von bis zu acht Jahren) ausgewiesen. Der im Rahmen des Unternehmenserwerbs der Model GmbH entstandene Geschäfts- oder Firmenwert wurde über eine planmäßige Nutzungsdauer von zehn Jahren und der Kundenstamm wird über acht Jahre abgeschrieben; in den Geschäftsjahren 2019 bis 2022 erfolgten im Gegensatz zum Geschäftsjahr 2018 keine außerplanmäßigen Abschreibungen. Im Rahmen des Unternehmenserwerbs der Model Sachsen Papier GmbH entstand kein immaterieller Vermögensgegenstand. Sachanlagen Die Sachanlagen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen sind entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern linear berechnet. Die im Rahmen des Unternehmenserwerbs der Model GmbH entstandenen stillen Reserven in Gebäuden und Außenanlagen werden über eine planmäßige Nutzungsdauer von 32 Jahren abgeschrieben. Das Fabrikgebäude der im Geschäftsjahr 2021 erworbenen Model Sachsen Papier GmbH wird über eine planmäßige Nutzungsdauer von 25 Jahren abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens im Sinne des § 6 Abs. 2 EStG werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Bei der Model Sachsen Papier GmbH wird abweichend für geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, mehr als EUR 250,00 und bis zu EUR 1.000,00 betragen, ein jährlicher Sammelposten im Sinne des § 6 Abs. 2a EStG gebildet. Der jährliche Sammelposten wird über fünf Jahre gewinnmindernd aufgelöst. Im Berichtsjahr wurden bei der Model Sachsen Papier GmbH Umbuchungen im Bereich der Betriebsvorrichtungen vorgenommen. Diese waren bisher als andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung erfasst und werden neu als technische Anlagen und Maschinen gezeigt. Finanzanlagen Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert ausgewiesen. Die Model Sachsen Papier GmbH hat mit Wirkung zum 3. Mai 2022 Anteile an der Modellfabrik Papier gGmbH, Düren, erworben, welche ebenfalls mit einem Wert von TEUR 2 im Finanzanlagevermögen enthalten ist. Von den in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Beteiligungserträgen in Höhe von TEUR 7 (Vorjahr: TEUR 7) stammen aus verbundenen Unternehmen TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0). Vorräte Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu Einkaufspreisen angesetzt. Bei der Model Sachsen Papier GmbH erfolgte die Bewertung der Anschaffungskosten abweichend dazu anhand des Durchschnittswertverfahrens. Unfertige Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet. Die fertigen Erzeugnisse werden in der Model Sachsen Papier GmbH zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten enthalten die aktivierungspflichtigen Bestandteile des § 255 Abs. 2 HGB. Mit Einführung von SAP im Bereich der Fertigerzeugnisse im Jahr 2021 wurde die Bewertungsmethode für die Produktionsstandorte Bad Bentheim und Werra-Suhl-Tal geändert. Die Fertigerzeugnisse werden seitdem ebenfalls zu Herstellungskosten bewertet. Gängigkeitsabschläge werden berücksichtigt. Geleistete Anzahlungen sind zum Nennwert angesetzt. Unentgeltlich staatlich zugeteilte Schadstoffemissionsrechte des Produktionsstandortes Eilenburg werden zum Erinnerungswert bewertet und unter den Vorräten ausgewiesen. Sofern zusätzlich Schadstoffemissionsrechte erworben werden, werden sie mit ihren Anschaffungskosten erfasst. Werterhöhungen der aktivierten Emissionsrechte werden nur im Rahmen einer Veräußerung realisiert. Wertminderungen der entgeltlich erworbenen Emissionsrechte werden erfasst, wenn der Marktpreis der Emissionsrechte unter die Anschaffungskosten gefallen ist. Falls zum Jahresende eine Verpflichtung zur Abgabe von Emissionsberechtigungen besteht, wird eine Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten gemäß § 249 Abs. 1 S. 1 HGB gebildet. Der Erfüllungsbetrag der Rückstellung ergibt sich aus dem Erinnerungswert der dem Unternehmen für das Geschäftsjahr unentgeltlich zur Verfügung gestellten Emissionsberechtigungen sowie bei Erwerb dem Buchwert der im Bestand befindlichen zugekauften Emissionsberechtigungen. Werden darüber hinaus zur Erfüllung der Verpflichtung weitere Emissionsberechtigungen benötigt, werden diese bei der Rückstellungsbewertung mit ihrem Zeitwert am Abschlussstichtag angesetzt. Die Passivierung der Rückstellung mindert den Gewinn, soweit entgeltlich erworbene bzw. zu erwerbende Emissionsberechtigungen zur Erfüllung der Abgabeverpflichtung verwendet werden. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen und die sonstigen Vermögensgegenstände sind mit ihrem Nennwert aktiviert. Ausgangsrechnungen werden in Euro fakturiert. Fremdwährungsforderungen bestanden im Berichtsjahr nicht. Für risikobehaftete Forderungen werden nach vorsichtiger kaufmännischer Bewertung Einzelwertberichtigungen gebildet, uneinbringliche Forderungen werden ausgebucht. Dazu wird auf den Forderungsbestand eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von unverändert 2 % auf alle Nettoforderungen gebildet. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten wurden mit dem Nennwert in Höhe von TEUR 14.048 (Vorjahr: TEUR 15.563) ausgewiesen. Rechnungsabgrenzungen Der Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet vorausbezahlte Aufwendungen des Folgejahres. Sonderposten aus Investitionszulagen Unter dem Sonderposten werden im Geschäftsjahr vereinnahmte Investitionszulagen gemäß Investitionszulagengesetz ausgewiesen. Der Sonderposten wird ertragswirksam über die Laufzeit derjenigen Vermögensgegenstände aufgelöst, für die die Investitionszulagen gewährt wurden. Aus der Auflösung wurden im Geschäftsjahr Erträge in Höhe von TEUR 134 (Vorjahr: TEUR 458) realisiert. Rückstellungen Rückstellungen sind in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Sie werden in Höhe des Betrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Verbindlichkeiten Der Ansatz der Verbindlichkeiten erfolgt mit ihrem Erfüllungsbetrag. Latente Steuern Das auf Einzelabschlussebene bestehende Wahlrecht zur Aktivierung latenter Steuern gemäß § 274 HGB für die sich insgesamt ergebende Steuerentlastung wird im Konzernabschluss ausgeübt. In der Konzernbilanz werden die aktiven und passiven latenten Steuern saldiert ausgewiesen. Die in der Konzernbilanz ausgewiesenen aktiven latenten Steuern resultieren aus den gemäß § 274 HGB angesetzten aktiven latenten Steuern insbesondere auf steuerliche Verlustvorträge. Damit saldiert wurden die gemäß § 306 HGB angesetzten passiven latenten Steuern auf temporäre Differenzen, die ganz überwiegend aus den im Rahmen der Erstkonsolidierung angesetzten immateriellen Vermögensgegenständen sowie den aufgedeckten stillen Reserven beim Sachanlagevermögen resultieren. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt im Geschäftsjahr 2022 zu einem Steuersatz in Höhe von 29,38 % (Vorjahr: 29,4 %). IV. Erläuterungen zu einzelnen Posten der Bilanz Hinsichtlich der Zusammensetzung und der Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022 wird auf den als Anlage 1.5A beigefügten Anlagespiegel verwiesen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind sämtlich kurzfristig. In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 1.216 (Vorjahr: TEUR 1.499) enthalten. Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals während des Geschäftsjahres 2022 ergibt sich aus dem als Anlage 1.4 beigefügten Konzern-Eigenkapitalspiegel. Die schweizerische Konzernmutter Model AG hat am 25. März 2019 einen Rangrücktritt in Höhe von Mio. EUR 67,0 ausgesprochen, welcher mit einer ergänzenden Vereinbarung vom 31. Oktober 2022 auf Mio. EUR 70,1 erhöht wurde. Eine weitere Anpassung auf Mio. EUR 80,0 erfolgte mit der Ergänzung vom 30. November 2023. Der Fortbestand der Model Beteiligungen GmbH und der zugehörigen Konzerngesellschaften ist nicht gefährdet; die oberste deutsche Gesellschaft ist von der schweizerischen Konzernmutter finanziell gestützt. Die Rückstellung für Pensionsansprüche beträgt TEUR 1.281 (Vorjahr: TEUR 947). Die Model GmbH und die Model Sachsen Papier GmbH haben jeweils zum 31. Dezember 2022 ein versicherungsmathematisches Gutachten unter Berücksichtigung der geltenden Bewertungsvorschriften für Pensionsrückstellungen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit oder PUC-Methode) erstellen lassen. Bei der Festlegung des laufzeitkongruenten Rechnungszinssatzes wurde von dem Wahlrecht nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht. Dabei dürfen Rückstellungen aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen pauschal mit einem durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst werden, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (Berichtsjahr 1,78 %; Vorjahr 1,87 %). Es werden die Heubeck-Sterbetafeln 2018 G verwendet. Rentenanpassungen werden mit 2,00% und 2,25% sowie Lohn- und Gehaltsanpassungen mit 3,0% berücksichtigt. Die Model Sachsen Papier GmbH hat zusätzlich mittelbare Pensionsverpflichtungen für die Zusagen aus der rückgedeckten Unterstützungskasse. Die Unterdeckung der Verpflichtung zum 31. Dezember 2022 beträgt TEUR 615 (Vorjahr: TEUR 344). Diese ergibt sich aus der Differenz des versicherungsmathematischen Barwerts der Verpflichtungen und der Höhe des vorhandenen Versorgungsvermögens. Der Zuführungsbetrag in Höhe von EUR 4.050 (Vorjahr: EUR 4.050) im Sinne des Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB wurde unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Zum Bilanzstichtag beträgt der noch nicht erfasste Zuführungsbetrag (Unterdeckung) EUR 8.093 (Vorjahr: EUR 12.143). Aus der Abzinsung der Pensionsrückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre ein Unterschiedsbetrag in Höhe von EUR 16.793 (Vorjahr: EUR 22.477). Dieser Unterschiedsbetrag ist für die Ausschüttung gesperrt. Die sonstigen Rückstellungen setzen sich im Wesentlichen wie folgt zusammen:
Die sonstigen Rückstellungen sind kurzfristig mit Ausnahme der Rückstellung für die Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen, die unter der Annahme einer mittleren Laufzeit von 5,5 Jahren gebildet wurde. Zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit werden die Angaben im Zusammenhang mit den Verbindlichkeiten in einem Verbindlichkeitenspiegel zusammengefasst dargestellt:
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 548 sind durch Grundpfandrechte und Sicherungsübereignungen abgesichert. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten aus Darlehen von Mio. EUR 178,5 (Vorjahr: Mio. EUR 186,2) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von Mio. EUR 67,6 (Vorjahr: Mio. EUR 14,9) enthalten. Die Verbindlichkeiten aus Lizenzgebühren für die Geschäftsjahre 2016 bis 2019 in Höhe von Mio. EUR 22,5 und aus Zinsen für das Geschäftsjahr 2016 in Höhe von Mio. EUR 0,6 wurden im Geschäftsjahr 2022 getilgt. Die Darlehensverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen gegenüber der Gesellschafterin (Model AG) in einer Höhe von Mio. EUR 178,5 (Vorjahr: Mio. EUR 163,7) und gegenüber der Model Holding AG in Höhe von Mio. EUR 0,0 (Vorjahr: Mio. EUR 22,5). Die Verbindlichkeiten aus Steuern betragen TEUR 1.409 (Vorjahr: TEUR 881), die Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 17 (Vorjahr: TEUR 43). Die aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 5.159 (Vorjahr: TEUR 9.367) setzen sich zusammen aus aktiven latenten Steuern gemäß § 274 HGB in Höhe von TEUR 5.565 (Vorjahr: TEUR 9.853), die vor allem auf steuerlichen Verlustvorträgen basieren, soweit eine Verlustverrechnung innerhalb der nächsten fünf Jahre erwartet wird, saldiert mit passiven latenten Steuern gemäß § 306 HGB in Höhe von TEUR 406 (Vorjahr: TEUR 486) auf temporäre Differenzen aus im Rahmen der Erstkonsolidierung aufgedeckten stillen Reserven in den immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens und in den Sachanlagen. V. Erläuterungen zu einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung Die geographische Darstellung der Umsätze zeigt folgendes Bild:
Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge aus dem Eingang abgeschriebener Forderungen in Höhe von TEUR 15 (Vorjahr: TEUR 10) sowie aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 87 (Vorjahr: TEUR 1). Im Materialaufwand sind wie bereits im Vorjahr die Aufwendungen für Kraftstoffe und Mautgebühren der Model Logistik GmbH in Höhe von TEUR 6.751 (Vorjahr: TEUR 5.595) enthalten. Weiterhin wurden Aufwendungen für Gas-Hedges, die im Rahmen von physischen Termingeschäften für den planmäßigen Gasbedarf der Model Sachsen Papier GmbH abgeschlossen worden sind, in Höhe von TEUR 4.056 (Vorjahr: TEUR 0) in den Materialaufwand umgegliedert. Die Aufwendungen für Altersversorgung betragen im Berichtsjahr TEUR 551 (Vorjahr: TEUR 390). Darin enthalten sind die Aufwendungen der erstmaligen Passivierung der Rückstellung für Zusagen aus der rückgedeckten Unterstützungskasse der Model Sachsen Papier GmbH, die bisher nicht passiviert war. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten periodenfremde Aufwendungen aus Forderungsverlusten in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 34). Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen entfallen mit TEUR 8.196 (Vorjahr: TEUR 5.980) auf verbundene Unternehmen. In den Zinsaufwendungen ist der Zinsanteil Pensionsrückstellungen mit TEUR 15 (Vorjahr: TEUR 10) enthalten. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten laufende Ertragsteuern sowie einen latenten Steueraufwand von TEUR -4.208 (Vorjahr Steuerertrag: TEUR 4.753) aus der Reduzierung der aktiven latenten Steuern. VI. Angaben zur Kapitalflussrechnung Der Finanzmittelfonds umfasst den Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten, soweit die Restlaufzeit im Erwerbszeitpunkt maximal drei Monate beträgt. Die jederzeit fälligen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die zur Disposition der liquiden Mittel gehören, werden ebenfalls einbezogen. VII. Angaben zu anderen Sachverhalten Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die aus wirtschaftlichen Gründen abgeschlossenen Miet- und Leasingverträge enden zwischen 2023 und 2026. Risiken liegen in den tatsächlichen oder potenziellen Abflüssen liquider Mittel, Vorteile in der (Weiter-) Nutzung der Vertragsgegenstände. Haftungsverhältnisse liegen nicht vor. Arbeitnehmer Die durchschnittliche Anzahl der beschäftigten Arbeitnehmer betrug im Geschäftsjahr 1.103 (Vorjahr: 1.125), die sich wie folgt aufteilen:
Die durchschnittliche Anzahl der Auszubildenden betrug im Geschäftsjahr 24 (Vorjahr: 26). Ergebnisabführungsvertrag Zwischen der Model Beteiligungen GmbH in Bad Bentheim als herrschendem Unternehmen sowie ihren beiden hundertprozentigen Tochterunternehmen Model GmbH und Model Sachsen Papier GmbH wurden jeweils Ergebnisabführungsverträge geschlossen. Dem mit der Model GmbH am 16. September 2016 geschlossenen Ergebnisabführungsvertrag stimmten die Gesellschafterversammlungen beider Unternehmen am 6. Oktober 2016 zu. Die Eintragung ins Handelsregister beim Amtsgericht Steinfurt erfolgte am 24. November 2016. Dem mit der Model Sachsen Papier GmbH am 30. September 2022 geschlossenen Ergebnisabführungsvertrag stimmten die Gesellschafterversammlungen der beiden Unternehmen am 7. November 2022 zu. Die Eintragung ins Handelsregister beim Amtsgericht Leipzig erfolgte am 24. November 2022. Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses des MutterunternehmensEs wird vorgeschlagen, den Bilanzverlust in Höhe von EUR 99.336.788,16 (bestehend aus Verlustvortrag in Höhe von EUR 91.881.982,29 und Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR - 7.454.805,87) auf neue Rechnung vorzutragen. Abschlussprüferhonorar Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 ist die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Die Honorare des Abschlussprüfers für Abschlussprüfungsleistungen betrugen TEUR 181 (Vorjahr: TEUR 130). Des Weiteren wurden Steuerberatungsleistungen in Höhe von TEUR 93 (Vorjahr: TEUR 49) erbracht. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Nach dem 31. Dezember 2022 hat es keine Vorgänge von besonderer Bedeutung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gegeben. Geschäftsführung Zur Geschäftsführung befugt waren während des Geschäftsjahres vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 Frau Elisabeth Model, Kauffrau, Triesen/Liechtenstein, sowie die Herren Dr. oec. Daniel Model, Kaufmann, Triesen/Liechtenstein, Herr Jürgen Lemke, Dipl.-Ingenieur (FH), Römerberg. Auf die Angabe der Geschäftsführergehälter wird gemäß § 314 Abs. 3 Satz 2 i.V.m. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet, da nur einer der Geschäftsführer für die Wahrnehmung der Aufgaben im Mutter- und Tochterunternehmen im Geschäftsjahr Gesamtbezüge gewährt bekommen hat.
Bad Bentheim, den 22. Januar 2024 Dr. Daniel Model Elisabeth Model Jürgen Lemke ENTWICKLUNG DES KONZERN-ANLAGEVERMÖGENS im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Neueste Nachrichtenartikel und Medienerwähnungen
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Weitere Unternehmen an oder nahe dieser Geschäftsadresse
2 nahegelegene Organisationen
Herstellung von Verpackungsmitteln aus Kunststoffen
Beteiligungsgesellschaften
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen