Stammdaten

Register
Amtsgericht Darmstadt HRB 87794
Eingetragen
21.10.2004
Branche
Herstellung von PrüfmaschinenHerstellung elektrischer und elektronischer Ausrüstungsgegenstände für KraftwagenHerstellung von Werkzeugmaschinen für die Metallbearbeitung
Gegenstand
Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von maschinenbaulichen und elektronischen Erzeugnissen aller Art, insbesondere von Prüfstandseinrichtungen für die Automobilindustrie.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Arnold Berger
seit 1.7.2019
Geschäftsführer
Nadine Berger
seit 28.6.2013
Prokura
Roland von Gavel
seit 5.5.2009
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
AVL List GmbHAUT
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

AVL List GmbH
Austria
500.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

AVL Zöllner GmbH

Bensheim

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2023

A. Darstellung des Geschäftsverlaufs

Beschreibung des Geschäftsmodells

Die AVL Zöllner GmbH, eine 100%ige Tochtergesellschaft der AVL List GmbH, Graz/Österreich, ist Entwickler und Hersteller von Fahrzeug-Rollenprüfständen für Forschung und Entwicklung in der Automobilindustrie. Die Fertigung der Rollenprüfanlagen erfolgt durch das Schwesterunternehmen AVL Moravia s.r.o. in der Tschechischen Republik. AVL Zöllner GmbH verkauft diese prüftechnischen Anlagen an Kunden der Automobil- und Automobilzulieferindustrie weltweit.

Wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren sind Umsatz und Profitabilität (Ergebnis vor Steuern). Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren werden von der Gesellschaft zur Steuerung des Unternehmens nicht verwendet.

Struktur des Unternehmens

Die Geschäfte der AVL Zöllner GmbH werden von einem Alleingeschäftsführer geleitet. Dieser Geschäftsführer ist auch für die Produktionsstätte AVL Moravia s.r.o., Hranice/Tschechien, verantwortlich.

Entwicklung Gesamtwirtschaft und Branche

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) ging nach letzten Mitteilungen des Statistischen Bundesamts (Destatis) im Jahr 2023 um 0,3 % zurück. Preis- und kalenderbereinigt betrug der Rückgang 0,1 %. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam im Jahr 2023, im nach wie vor krisengeprägten Umfeld, ins Stocken. Die trotz der jüngsten Rückgänge nach wie vor hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen dämpften die Konjunktur. Hinzu kamen ungünstige Finanzierungsbedingungen infolge steigender Zinsen und eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Damit setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen Einbruch im Corona-Jahr 2020 nicht weiter fort. Im Vergleich zu 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2023 um 0,7 % höher (Quelle: Destatis, Pressemitteilung Nr. 19/2024 vom 30. Januar 2024).

Weltweit hat der International Währungsfonds (IWF) für das Jahr 2023 ein Anstieg des realen Bruttoinlandprodukt ("BIP") um 3,2 % p.a. ermittelt. Für die Eurozone gibt der IWF für das Jahr 2023 eine Zunahme des BIP um 0,1 % p.a. an, für Deutschland wurde dabei ein Rückgang des BIP um 0,1 % p.a. gemessen. (Quelle: IWF World Economic Outlook Update - April 2024)

Die Automobilindustrie konnte sich im Jahr 2023 nach Einschätzung der Geschäftsführung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung nicht entziehen, die zudem vor der Herausforderung stand, sich an die Digitalisierung die Energiekriese und die Reduzierung der CO 2 -Emissionen anzupassen. Während es den Automobilherstellern in der Regel gelang, ihre Bruttomargen hochzuhalten, mussten viele Zulieferer trotz Umsatzsteigerungen deutlich schlechtere oder gar rückläufige Margen hinnehmen. Eine weitere Herausforderung stellen unserer Ansicht nach überdies die gestiegenen Finanzierungskosten dar, sowie die Volatilität der Währungsmärkte, was wiederum global agierende Unternehmen und Konzerne mit verteilten Wertschöpfungsketten trifft.

Geschäftsentwicklung

Umsatz- und Auftragsentwicklung

Die Auftragseingangsentwicklung der AVL Zöllner GmbH zeigt folgendes Bild:

Auftragseingang
2021 2022 2023
Mio. € 49,4 34,0 52,6

Der Auftragseingang entwickelte sich im Geschäftsjahr 2023 gut und zeigte einen deutlichen Anstieg in den beiden Quartalen Q3 und Q4. Mit 52,6 Mio. € übersteigt der Auftragseingang auch die beiden vorangegangenen Geschäftsjahre.

Der Auftragsbestand lag zum 31. Dezember 2023 bei 40,6 Mio. €.

Diese Tabelle zeigt die Umsatzentwicklung der letzten Geschäftsjahre in Mio. €:

Umsatzentwicklung
2021 2022 2023
in Mio. € 40,3 30,2 43,3

Trotz schwacher gesamtwirtschaftlicher Vorgaben konnte die Gesellschaft insbesondere aufgrund von Nachholeffekten aus der Abarbeitung des Auftragspolters des Vorjahres und des gegenüber dem Vorjahr stark verbesserten Auftragseingangs um rund 44 % verbesserte Umsatzerlöse erzielen. Damit konnte die Umsatzplanung des Vorjahres von etwa 25 % erheblich übertroffen werden.

Im Wesentlichen infolge des Umsatzanstiegs konnte die Gesellschaft eine im Vergleich zum Vorjahr verbesserte Bruttogewinnmarge (Differenz der Umsatzerlöse, Materialaufwand und Bestandsveränderung) erreichen. Die Materialauwendungen für die von der Schwestergesellschaft AVL Moravia s.r.o. für AVL Zöllner GmbH hergestellten Erzeugnisse sind bezogen auf die Umsatzerlöse und die Bestandsveränderung um 7,2 Prozentpunkte gesunken. Die zudem im Berichtsjahr ergriffenen Kostensenkungsmaßnahmen und ein Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge führten zu einer starken Ergebnisverbesserung im Berichtsjahr, reichten aber nicht aus, um die Gesellschaft aus der Verlustzone zu bringen. Das im Vorjahr für das Geschäftsjahr 2023 prognostizierte leicht positiven Ergebnis vor Steuern wurde mit einem Verlust in Höhe von 4,4 Mio. € verfehlt.

Investitionen

Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und in Sachanlagen betragen im Jahr 2023 insgesamt rund 0,8 Mio. €. Es handelt sich dabei überwiegend um Investitionen im Bereich der Produktentwicklung. Das Verhältnis von Investitionen zu Abschreibungen liegt bei 83 %.

Entwicklung und Qualitätssicherungssystem

Nach wie vor betreibt die Gesellschaft keine Forschung. Das Produktportfolio wird aber fortlaufend technologisch weiterentwickelt, um dem technologischen Fortschritt und den Anforderungen der Kunden gerecht zu werden.

Die Aktivitäten der Produkterneuerungen und -pflege haben maßgeblich zu den Aufwendungen in der Entwicklung geführt: die Gesamtaufwendungen für Forschung und Entwicklung betrugen im Jahr 2023 in Summe 1,4 Mio. € (Vorjahr 2,6 Mio. €), von denen 0,8 Mio. € (Vorjahr 1,6 Mio. €) aktiviert wurden. Die Abschreibungen auf die aktivierten Entwicklungskosten betrugen für 2023 0,9 Mio. €, (Vorjahr 1,0 Mio. €).

Das Qualitätssicherungssystem nach DIN EN ISO 9001 - 2015 sowie DIN EN ISO 14001 ist weiterhin zentraler Bestandteil der Qualitätspolitik der AVL Zöllner GmbH. Im laufenden Geschäftsjahr wurde die Rezertifizierung durchgeführt. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen mit dem Fertigungsunternehmen AVL Moravia s.r.o. über die ISO 17025 Akkreditierung aller relevanten Messparameter und -größen für Rollenprüfsysteme.

Logistik, Einkauf und Produktion

Die für unsere Projekte maßgeblichen Prozesse Logistik, Einkauf und Produktion erfolgen weitestgehend bei AVL Moravia s.r.o. und sind mit AVL Zöllner GmbH abgestimmt. Die Fertigungseinrichtungen in Tschechien konzentrieren sich dabei auf Kernkomponenten, die auf AVL-Knowhow beruhen.

Personal- und Sozialbereich

Im Jahr 2023 waren bei der AVL Zöllner GmbH durchschnittlich 49 Mitarbeiter beschäftigt. Die nachstehende Tabelle zeigt die Personalentwicklung über die letzten 3 Geschäftsjahre:

Bereiche 2021 31.12. 2022 31.12. 2023 31.12.
Angestellte 70 59 49

Der Rückgang der Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Vorjahr betrifft mit jeweils 5 Personen den Bereich Produktentwicklung und -anwendung und den Verwaltungsbereich, die im Zuge von Maßnahmen zur Anpassung der Kostenstruktur der Gesellschaft verschlankt wurden.

Ergebnis vor Steuern

AVL Zöllner GmbH hat im Berichtsjahr 2023 ein negatives Ergebnis vor Steuern in Höhe von - 4,4 Mio. € (Vorjahr - 9,7 Mio. €) erzielt.

Zusammenfassung

Trotz des im Berichtsjahr erzielten Umsatzanstiegs sieht die Geschäftsführung die Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2023 als Folge des nicht erreichten positiven Ergebnisses vor Steuern als nicht zufriedenstellend an.

B. Darstellung der Lage des Unternehmens

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2023 verringert sich gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres die Bilanzsumme um 9,2 Mio. € auf 16,5 Mio. €. Im Dezember 2023 erfolgte durch die Gesellschafterin AVL List GmbH, Graz/Österreich, eine Zuzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von 4,0 Mio. € zum Ausgleich der Auswirkung des Jahresfehlbetrages in Höhe von 4,4 Mio. € auf das Eigenkapital. Die Eigenkapitalquote erhöht sich von 6,6 % auf 8,1 %.

Das Anlagevermögen verringert sich um 0,2 Mio. €, insbesondere bedingt durch den abschreibungsbedingten Rückgang der selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände mit Zugängen in Höhe von 0,8 Mio. € und gegenläufigen Abschreibungen des Jahres in Höhe von 0,9 Mio. €.

Im physischen Vorratsvermögen enthalten sind nur unfertige Erzeugnisse. Zusammen mit den geleisteten und den von den Vorräten offen abgesetzten erhaltenen Anzahlungen verringern sich die Vorräte im Vergleich zum Vorjahresbilanzstichtag um insgesamt 5,4 Mio. €. Die unfertigen Erzeugnisse verringern sich um 3,6 Mio. € auf 3,9 Mio. €. Die geleisteten Anzahlungen verringern sich um 2,6 Mio. €, die erhaltenen Anzahlungen sind um 0,7 Mio. € zurückgegangen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verringern sich um 1,7 Mio. auf 2,8 Mio. €, und die Forderungen gegen verbundene Unternehmen verringern sich gegenüber dem Vorjahr um 2,0 Mio. € auf 4,8 Mio. €. Ursache ist die Stichtagsbetrachtung bei gleichzeitigen Schwankungen im Rahmen der Projektabwicklung.

Seit dem Geschäftsjahr 2022 besteht ein Cash-Pool mit der AVL List GmbH, Graz/Österreich. Eine vertraglich fixierte Kreditlinie besteht nicht. Hieraus bestehen zum Bilanzstichtag Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 2,8 Mio. €.

Die sonstigen Rückstellungen sinken gegenüber 2022 um 1,9 Mio. € auf 2,7 Mio. €.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen 0,2 Mio. € (Vorjahr 0,1 Mio. €). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen haben sich zum Ende des Geschäftsjahres um 6,3 Mio. € auf 12,2 Mio. € reduziert.

Zum 31. Dezember 2023 bestehen langfristige Darlehensverbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin, der AVL List GmbH, in Höhe von 8,0 Mio. € (Vorjahr 12,0 Mio. €), wofür ein langfristiger Tilgungsplan bis 31. Dezember 2027 besteht. Die Verminderung des Gesellschafterdarlehens um 4,0 Mio. € ist auf die Verrechnung mit der gleich hohen Forderung auf Zuzahlungen in die Kapitalrücklage zurückzuführen.

Der Umsatz steigt im Vergleich zum Jahr 2022 um 13,1 Mio. € (+ 44 % ggü. Vorjahr).

Das Jahresergebnis 2023 fällt mit rund -4,4 Mio. € um 5,4 Mio. € besser aus als das Ergebnis des vorangegangenen Geschäftsjahres.

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge um 1,7 Mio. € auf 2,1 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen.

Der Materialaufwand steigt um insgesamt 1,8 Mio. €. Bezogen auf Umsatz und Bestandsveränderung sinkt die Materialquote von 100,1 % auf 92,9 %, was auf gestiegene Margen in den abgerechneten Aufträgen zurückzuführen ist.

Die Aktivierung von Entwicklungsaufwendungen wirkt sich mit insgesamt 0,8 Mio. € (Vorjahr 1,6 Mio. €) positiv auf die Ertragslage aus. Die planmäßigen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsaufwendungen betragen 0,9 Mio. € (Vorjahr 1,0 Mio. €).

Der Rückgang des Personalaufwands um 0,7 Mio. € auf 5,1 Mio. € ist insbesondere auf die im Vergleich zum Vorjahr erfolgte Verringerung der Anzahl von Mitarbeitern zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen mit 3,2 Mio. € unter Vorjahresniveau (Vorjahr 4,4 Mio. €).

Chancen- und Risikobericht

Chancen

Die von der Geschäftsführung gesehenen Chancen werden im Folgenden in absteigender Reihenfolge ihrer Bedeutung für die Gesellschaft beschrieben.

AVL Zöllner GmbH hat aus Sicht der Geschäftsführung durch die Einbindung in die weltweiten Service- und Supportstrukturen der AVL-Gruppe einen wesentlichen Vorteil gegenüber den anderen global agierenden Unternehmen in dem Geschäftsumfeld.

Mit Fortschreiten der Transformation in der Automobilindustrie im Hinblick auf die Antriebstechnologien der Zukunft können die damit verbundenen neuen Anforderungen an die Prüftechnik mit dem entwickelten Lösungsportfolio optimal bedient werden. AVL Zöllner GmbH ist deshalb zuversichtlich, dass die Umsatzerlöse und der Marktanteil ausgebaut werden kann.

Die Geschäftsführung sieht aber auch die Chance, dass die strategische Ausrichtung von Kunden im Hinblick auf die Entwicklung und Produktion und von Fahrzeugen mit konventioneller Antriebstechnologie mit Verbrennungsmotoren zu regionalen Investitionsbedarfen führen können, die mit den existierenden Produktlösungen der AVL Zöllner GmbH optimal bedient werden können.

Risiken

Die Gesellschaft ergreift regelmäßig Maßnahmen, um potenzielle Risiken zu erkennen und zu begrenzen, welche die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft gefährden könnten. Die AVL Zöllner GmbH ist in das Berichtswesen der AVL-Gruppe einbezogen. Darüber hinaus werden Budgets erstellt und den Ist-Werten gegenübergestellt.

Die von der Geschäftsführung gesehenen Risiken werden im Folgenden in absteigender Reihenfolge ihrer Bedeutung für die Gesellschaft beschrieben.

Risiken der zukünftigen Entwicklung bestehen unverändert hauptsächlich im Absatzmarktrisiko als Folge der gegenwärtigen makroökonomischen Risiken auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa und den Auswirkungen des anhaltenden Kriegs in der Ukraine. Ein verschärfter Konflikt im Roten Meer kann sich weiterhin auf die Lieferzeiten auswirken sowie auf die Kosten für Lieferungen aufgrund erforderlicher Transportwege und Verzögerungen im Seeverkehr. Maßnahmen zur Reduktion und Absicherung dieses Risikos wurden eingeleitet und verfolgt.

Auch die anhaltende Inflation auf den Material- und Energiemärkten, die gestiegenen Finanzierungskosten und die dadurch resultierenden Preiserhöhungen führen in bestimmten Absatzmärkten zu Nachteilen gegenüber lokaler Konkurrenz und können zu einem Nachteil in der Wettbewerbsfähigkeit führen. Preisentwicklungen müssen deshalb vorausschauend analysiert und berücksichtigt werden.

Einem engen Monitoring der Märkte, Auftragseingängen sowie der sorgfältigen Planung der Vorort Aktivitäten in enger Abstimmung zwischen Projektmanagement und des Produktionsstandortes unserer Schwestergesellschaft AVL Moravia s.r.o. in Hranice/Tschechien kommt deshalb weiterhin eine zentrale Bedeutung zu.

Sonderanlagen und Sonderkundenanforderungen stellen nach wie vor eine besondere Herausforderung dar. Das Risikomanagement erweist sich damit als ein zentrales Element zur Vermeidung unvorhersehbarer Kosten. Das implementierte prozessbegleitende Risikomanagement ist gut etabliert und trägt zur Ergebnisabsicherung in dieser Hinsicht entscheidend bei.

Die Finanzierung der Gesellschaft basiert im Wesentlichen auf einer mit der Muttergesellschaft AVL List GmbH, Graz/Österreich, bestehenden Darlehensvereinbarung über 8,0 Mio. € zum Bilanzstichtag, die eine Rückzahlung in gleichbleibenden Jahresbeträgen ab dem 30. Juni 2024 bis zum 31. Dezember 2027 vorsieht.

Zur Vermeidung eines negativen bilanziellen Eigenkapitals hat die Muttergesellschaft AVL List GmbH, Graz/Österreich, in den Jahren 2016 bis 2023 Zuzahlungen in die Kapitalrücklage der AVL in Höhe von insgesamt 34,4 Mio. € durch den Verzicht auf Gesellschafterdarlehen geleistet, die mit Besserungsscheinen versehen waren.

Die Gesellschaft finanziert sich auf dieser Grundlage ausschließlich selbst und verfügt über keine eigenen Kreditlinien bei Banken oder anderen konzerninternen Finanzsystemen. Seit Oktober 2022 ist die Gesellschaft in das Cash-Pooling System der AVL-Gruppe eingebunden. Die Gesellschaft ist damit von der finanziellen Unterstützung der AVL List GmbH, Graz/Österreich abhängig.

Eine auf einen festen Planungshorizont ausgerichtete Liquiditätsvorausschau stellt die Liquiditätsversorgung sicher. Durch eine Vereinbarung mit der Muttergesellschaft AVL List GmbH, Graz/Österreich, werden die von der Gesellschaft für die Geschäftsjahre 2024 und 2025 erwarteten Liquiditätsbedarfe abgedeckt.

In Bezug auf ihre Finanzinstrumente sieht sich die AVL Zöllner GmbH insbesondere dem Ausfallrisiko hinsichtlich ihrer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber, dass sich als Folge der oben beschriebenen Risiken, und dabei insbesondere infolge der bestehenden makroökonomischen Risiken grundsätzlich erhöht hat. Um diesem Risiko zu begegnen, besteht ein gruppenweit einheitlich geregeltes Forderungsmanagement, das engmaschig gestaltet wurde und die Möglichkeit der Einforderung von Vorauszahlungen auf Bestellungen erhöht hat. Ausfallrisiken werden darüber hinaus durch Akkreditivabsicherungen minimiert.

Das Wechselkursrisiko mit den ausländischen Vertriebsgesellschaften wird durch ein zentral vom Stammhaus gesteuertes Währungsabsicherungsgeschäft minimiert, Einkäufe von Material und Komponenten werden in Euro abgewickelt.

Wesentliche Zahlungsstromrisiken oder Zinsänderungsrisiken bestehen nicht.

Die Risikopositionen haben sich aus unserer Sicht auch unter Berücksichtigung des gegenwärtigen Ukraine-Kriegs gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich verändert. Von den vorgenannten Risiken ist unverändert das Absatzmarktrisiko und hinsichtlich der Finanzinstrumente der Gesellschaft das Ausfallrisiko der Kundenforderungen in Bezug auf die betragsmäßige Höhe und Eintrittswahrscheinlichkeit am bedeutsamsten.

Bestandsgefährdende Risiken bestehen nicht.

Prognosebericht

Die deutsche Wirtschaft befindet sich zu Beginn des dritten Quartals weiterhin in einer Stagnation. Rückläufige Auftragsbestände und eine tendenziell weiter schwache Auftragslage dämpfen die exportorientierte Industrie. Auch bei den konsumnahen Dienstleistungsbereichen Handel, Verkehr, Gastgewerbe wird die Lage weiter ungünstig beurteilt. Trotz der rückläufigen Inflation und der deutlich gestiegenen Kaufkraft im Zuge der höheren Reallöhne hat sich die Stimmung bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern eingetrübt. Eine konjunkturelle Erholung dürfte wohl erst gegen Jahresende eintreten. (Quelle: Bundeministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Pressemitteilung vom 13. September 2024 "Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im September 2024")

In der aktuellen Herbstprojektion rechnet die Bundesregierung im Jahr 2024 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland von preisbereinigt 0,2 % p.a. und einem Anstieg von 1,1 % p.a. im Jahr 2025. Das globale Bruttoinlandsprodukt 2024 soll dagegen um 3,2 % p.a. und 2025 um 3,3 % p.a. steigen. Die Inflationsrate soll 2024 bei 2,2 % p.a. und im Jahr 2025 1,9% p.a. betragen. (Quelle: Bundeministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Herbstprojektion der Bundesregierung vom 9. Oktober 2024)

Laut Oktober-Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) soll im laufenden Jahr 2024 das globale Wachstum des BIP 3,2 % p.a. betragen. Für das Jahr 2025 wird vom IWF ein Anstieg des globalen BIP in gleicher Höhe (3,2 % p.a.) prognostiziert. In der Eurozone soll das BIP im Jahr 2024 um 0,8 % p.a. und im Jahr 2025 um 1,2 % p.a. wachsen. Die Aussichten für Deutschland wurden gegenüber der Juli-Projektion gesenkt mit der Erwartung eines Nullwachstums des BIP im Jahr 2024 und einem Wirtschaftswachstum von 0,8 % p.a. im Jahr 2025 (Quelle: IWF - World Economic Outlook Update April 2024)

Auf Basis eines sehr guten Auftragseingangs im Jahr 2023 und des daraus resultierenden Auftragspolsters gehen wir für das Geschäftsjahr 2024 - trotz der aktuellen makroökonomischen Risiken - von einem Umsatzanstieg von etwa 7 % und mit einem leicht positiven Ergebnis vor Steuern aus. In den Monaten Januar bis September 2024 liegen die Umsatzerlöse und das Ergebnis vor Steuern zwar noch hinter den Erwartungen für diesen Neun-Monatszeitraum zurück, es wird jedoch mit einer Aufholung im 4. Quartal 2024 gerechnet.

Die anhaltenden geopolitische Spannungen und die Gefahr einer weiteren Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten stellen jedoch eine wesentliche wirtschaftliche Unsicherheit dar. Vor diesem Hintergrund kann nicht ausgeschlossen werden, dass die wirtschaftlichen Ziele für das Geschäftsjahr 2024 nicht vollständig erreicht werden können.

 

Bensheim, den 31. Oktober 2024

Arnold Berger

BILANZ ZUM 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023
31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 6.070.342,21 6.176.467,51
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 18.613,58 56.438,76
6.088.955,79 6.232.906,27
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 226,14 522,81
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 35.045,07 57.881,78
35.271,21 58.404,59
6.124.227,00 6.291.310,86
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Unfertige Erzeugnisse 3.855.527,26 7.433.417,38
2. Geleistete Anzahlungen 4.494.080,20 7.089.780,20
- davon an verbundene Unternehmen€ 4.494.080,20 (Vorjahr € 7.054.080,20) -
3. Erhaltene Anzahlungen -5.733.692,70 -6.458.302,38
- davon von verbundenen Unternehmen€ 0,00 (Vorjahr € 0,00) -
2.615.914,76 8.064.895,20
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.751.925,40 4.403.414,75
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.779.826,76 6.823.449,74
3. Sonstige Vermögensgegenstände 140.830,21 1.120,00
7.672.582,37 11.227.984,49
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 25.671,66 27.038,27
10.314.168,79 19.319.917,96
C. Rechnungsabgrenzungsposten 12.615,54 12.320,89
16.451.011,33 25.623.549,71

Passiva

31.12.2023
31.12.2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 500.000,00 500.000,00
II. Kapitalrücklage 52.101.199,93 48.101.199,93
III. Verlustvortrag -46.921.612,91 -37.206.826,57
IV. Jahresfehlbetrag -4.353.853,48 -9.714.786,34
1.325.733,54 1.679.587,02
B. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 2.703.374,43 4.561.652,95
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 20,94 24,08
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 164.796,23 135.628,90
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 12.169.138,95 18.457.773,28
4. Sonstige Verbindlichkeiten 87.947,24 788.883,48
- davon aus Steuern € 87.933,24(Vorjahr € 786.194,35) -
12.421.903,36 19.382.309,74
16.451.011,33 25.623.549,71

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 2022
1. Umsatzerlöse 43.277.795,00 30.158.219,05
2. Verminderung (Vorjahr Erhöhung) des Bestands an unfertigen Erzeugnissen -3.577.890,12 4.919.044,12
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 818.580,16 1.610.077,89
4. Sonstige betriebliche Erträge 2.132.801,47 470.193,09
- davon Erträge aus Währungsumrechnung€ 0,01 (Vorjahr € 48.641,81) -
5. Materialaufwand
a. Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebs-Stoffe und für bezogene Waren -24.818.449,15 -24.989.427,32
b. Aufwendungen für bezogene Leistungen -12.054.463,07 -36.872.912,22 -10.110.015,04 -35.099.442,36
6. Personalaufwand
a. Löhne und Gehälter -4.364.007,82 -4.949.161,04
b. Soziale Abgaben -709.442,46 -5.073.450,28 -817.938,69 -5.767.099,73
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -991.843,04 -1.044.910,98
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -3.246.268,52 -4.446.719,57
- davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung € 1.151,36 (Vorjahr € 10.092,28) -
9. Zinsen und ähnliche Erträge 10.006,31 0,00
- davon aus verbundenen Unternehmen€ 7.503,34 (Vorjahr € 0,00) -
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -828.717,24 -511.421,85
- davon an verbundene Unternehmen€ 828.704,25 (Vorjahr € 508.197,09) -
11. Ergebnis nach Steuern -4.351.898,48 -9.712.060,34
12. Sonstige Steuern -1.955,00 -2.726,00
13. Jahresfehlbetrag -4.353.853,48 -9.714.786,34

ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2023

I. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

(1) Die AVL Zöllner GmbH mit Sitz in Bensheim ist beim Amtsgericht Darmstadt unter der Nummer HRB 87794 registriert.

Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB und hat ihren Abschluss entsprechend den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für Kapitalgesellschaften sowie den ergänzenden Vorschriften des GmbHG erstellt. Die größenabhängigen Erleichterungen des § 288 Abs. 2 HGB werden teilweise in Anspruch genommen.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Passive latente Steuern resultierend aus der Aktivierung von Entwicklungskosten wurden mit aktiven latenten Steuern aus Verlustvorträgen und aus Bewertungsunterschieden bei Sonstigen Rückstellungen saldiert. Die Bewertung erfolgte mit einem Steuersatz in Höhe von 30%. Über den Saldierungsbereich hinausgehende aktive Steuerlatenzen wurden in Ausübung des Wahlrechts des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht bilanziert.

(2) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte werden zu Herstellungskosten (Entwicklungskosten) aktiviert, sofern zum Abschlussstichtag zumindest eine hohe Wahrscheinlichkeit der tatsächlichen Entstehung eines Vermögensgegenstandes besteht. Zu den Herstellungskosten zählen die einzeln zurechenbaren Kosten durch den Verbrauch von Gütern und die Inanspruchnahme von Diensten sowie angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten und des durch den Entwicklungsprozess veranlassten Werteverzehrs von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte werden planmäßig nach der linearen Methode pro rata temporis über die jeweilige voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben, die in der Regel auf 5 Jahre geschätzt wird.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten angesetzt und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 3 - 7 Jahren linear abgeschrieben.

(3) Die Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer wie folgt linear abgeschrieben:

Nutzungsdauer
in Jahren
Technische Anlagen, Maschinen 5 - 20
Werkzeuge, Prüfmittel 8
Modelle 8
EDV-Hardware 3 - 5
Büromaschinen 3 - 10
Büroausstattung 6 - 10

Die geringwertigen Anlagegüter > 250 € bis 800 € unterliegen der Sofortabschreibung. Die geringwertigen Wirtschaftsgüter </= 250 € werden sofort aufwandswirksam erfasst.

(4) Die Vorräte werden wie folgt bewertet:

Die unfertigen Erzeugnisse werden entsprechend dem Fertigungsgrad mit den Herstellungskosten angesetzt. Neben Einzelkosten sind Material-, Fertigungs-, Konstruktions- und Verwaltungsgemeinkosten in angemessener Höhe berücksichtigt. Dem Niederstwertprinzip wird Rechnung getragen.

Geleistete und erhaltene Anzahlungen sind zum Nennwert bewertet.

(5) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten angesetzt. Einzel- und Pauschalwertberichtigungen werden entsprechend dem Vorsichtsprinzip gebildet.

Kurzfristige Fremdwährungsforderungen werden zunächst zu Anschaffungskosten und zum Bilanzstichtag mit dem Devisenkassamittelkurs bewertet. Langfristige Fremdwährungsforderungen werden unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet.

(6) Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Nennwert angesetzt. Auf Fremdwährung lautende Bestände werden mit dem aktuellen Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet.

(7) Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

(8) Sonstige Rückstellungen beinhalten sämtliche erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind nach dem nach den Grundsätzen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag bewertet worden.

(9) Die Verbindlichkeiten werden zu ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert.

Bei kurzfristigen Fremdwährungsverbindlichkeiten erfolgt die Bewertung zunächst nach Maßgabe des Wechselkurses zum Entstehungstag der Verbindlichkeit und zum Bilanzstichtag ggf. mit dem abweichenden Devisenkassamittelkurs. Langfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten werden unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet

(10) Sonstige finanzielle Verpflichtungen werden mit dem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag angegeben.

(11) Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern auf die bestehenden körperschaft- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge gebildet, soweit innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Verlustverrechnung mit steuerlichen Gewinnen zu erwarten ist. Sofern die Werthaltigkeit von aktiven latenten Steuern zum Bilanzstichtag gemindert oder nicht hinreichend nachgewiesen werden kann, erfolgt eine Abwertung oder Auflösung. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen (Gesamtdifferenzbetrachtung).

Der Berechnung der latenten Steuern liegt ein unternehmensindividueller Steuersatz von 30% zugrunde, der sich im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen voraussichtlich ergibt.

Im Falle eines Aktivüberhangs macht die Gesellschaft von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB keinen Gebrauch.

II. Erläuterungen zum Jahresabschluss

A. Bilanzerläuterungen

(12) Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres ist im nachfolgenden Anlagenspiegel gesondert dargestellt.

(13) Die Zusammensetzung und die Restlaufzeiten der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände ergeben sich aus nachstehender Übersicht:

Gesamtbetrag
davon aus Lieferungen und Leistungen
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
1. aus Lieferungen und Leistungen 2.751.925,40 2.751.925,40 0,00
(Vorjahr) (4.403.414,75) (4.403.414,75) (0,00)
2. gegen verbundene Unternehmen 4.779.826,76 4.779.826,76 0,00
(Vorjahr) (6.823.449,74) (6.823.449,74) (0,00)
- davon aus Lieferungen und Leistungen 2.009.501,30 2.009.501,30 0,00
(Vorjahr) - (6.218.185,32) (6.218.185,32) (0,00)
- davon Finanzforderungen (Cash-Pooling) gegen Gesellschafter 2.770.325,46 0,00 0,00
(Vorjahr) - (605.264,42) (0,00) (0,00)
3. sonstige Vermögensgenstände 140.830,21 0,00 0,00
(Vorjahr) (1.120,00) (0,00) (0,00)

(14) Mit Gesellschafterbeschluss vom 31. Dezember 2023 hat der Gesellschafter eine Zuzahlung in Höhe von 4,0 Mio. € in die Kapitalrücklage geleistet, wobei die Einzahlungsforderung mit der bestehenden Verbindlichkeit aus Gesellschafterdarlehen in Höhe von ursprünglich 12,0 Mio. € verrechnet wurde. Diese Zuführung ist mit einem Besserungsschein verknüpft. Sobald die Eigenkapitalquote der Gesellschaft einen Wert von 25,0 % übersteigt, ist der übersteigende Betrag zur Rückzahlung fällig.

(15) Der Jahresfehlbetrag wird auf neue Rechnung vorgetragen.

(16) Die sonstigen Rückstellungen enthalten als größte Posten ungewisse Verbindlichkeiten für ausstehende Rechnungen, Drohverluste, personalbezogene Verpflichtungen sowie Garantieverpflichtungen. Zum Bilanzstichtag wurden der Aktivwert von Rückdeckungsversicherungen zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von TEUR 69 (Anschaffungskosten in Höhe von TEUR 69) mit den zugehörigen Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von TEUR 101 saldiert, da die Versicherungen die Voraussetzungen für Deckungsvermögen gemäß § 246 Abs. 2 HGB erfüllen. Die zugehörigen Aufwendungen und Erträge wurden aus Wesentlichkeitsgründen nicht verrechnet.

(17) Die Zusammensetzung und die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten ergeben sich aus der nachstehenden Übersicht:

Verbindlichkeiten Gesamtbetrag
davon mit einer Restlaufzeit bis zu 1 Jahr
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
1. gegenüber Kreditinstituten 20,94 20,94 0,00
(Vorjahr) (24,08) (24,08) (0,00)
2. aus Lieferungen und Leistungen 164.796,23 164.796,23 (0,00)
(Vorjahr) (135.628,90) (135.628,90) (0,00)
3. gegenüber verbundenen Unternehmen 12.169.138,95 6.169.138,95 6.000.000,00
(Vorjahr) (18.457.773,28) (6.425.265,53) (12.000.000,00)
- davon aus Lieferungen und Leistungen 4.169.138,95 4.169.138,95 0,00
(Vorjahr) - (6.457.773,28) (6.425.265,53) (0,00)
- davon Finanzverbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 8.000.000,00 2.000.000,00 6.000.000,00
(Vorjahr) - (12.000.000,00) (0,00) (12.000.000,00)
4. Sonstige Verbindlichkeiten 87.947,24 87.947,24) 0,00
(Vorjahr) (788.883,48) (788.883,48) (0,00)
- davon aus Steuern 87.933,24 87.933,24 0,00
(Vorjahr) - (786.194,35) (786.194,35) (0,00)

Von den Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben Gesellschafterverbindlichkeiten (nach Verrechnung mit der zum 31. Dezember 2023 erfolgten Zuzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von 4,0 Mio. €) i.H.v. 0,0 Mio. € (Vorjahr 4,0 Mio. €) eine Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren.

Sicherheiten für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen nur im branchenüblichen Umfang (Eigentumsvorbehalt).

Der Ausweis der erhaltenen Anzahlungen erfolgte auf der Aktivseite unter offener Absetzung von den Vorräten.

B. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(18) Die Umsatzerlöse setzen sich aus 1,6 Mio. € inländischen und 41,7 Mio. € ausländischen Umsätzen zusammen. Die Umsatzerlöse resultieren vollständig aus dem Verkauf von Fahrzeugrollenprüfständen.

(19) Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten als größte Positionen die Auflösung von Rückstellungen, Erträge aus Sachbezügen mit Umsatzsteuer und Erträge aus Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen Nennenswerte periodenfremde Erträge stellen die Auflösung von Rückstellungen mit 1.885 T€ (Vorjahr 58 T€) und die Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen mit 62 T€ (Vorjahr 65 T€).

(20) Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten als größte Positionen Aufwendungen für Fremdarbeiten sowie Aufwendungen für Frachten. Nennenswerte periodenfremde Aufwendungen sind wie im Vorjahr nicht angefallen.

(21) Außergewöhnliche Erträge resultieren aus der Auflösung der Rückstellungen in Höhe von 1.885 T€. Im Vorjahr sind keine nennenswerten außergewöhnliche Erträge angefallen.

Außergewöhnliche Aufwendungen sind im Berichtsjahr nicht angefallen (Vorjahr 483T € für die Verschrottung von Anlagevermögen).

(22) Steueraufwendungen oder Steuererträge nach dem Mindeststeuergesetz und ausländischen Mindeststeuergesetzen gemäß § 74 Abs. 3 Nr. 2 HGB sind im Berichtsjahr nicht angefallen.

III. Sonstige Angaben

a. Forschungs- und Entwicklungskosten

(22) Der Gesamtbetrag der im Geschäftsjahr 2023 getätigten Forschungs- und Entwicklungskosten beläuft sich auf 1,4 Mio. € (Vorjahr 2,6 Mio. €). Davon entfallen auf selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens 0,8 Mio. € (Vorjahr 1,6 Mio. €).

b. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen (§ 285 Nr. 21 HGB)

(23) Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit unterhält die Gesellschaft übliche Geschäftsbeziehungen zu zahlreichen Unternehmen, darunter auch verbundene Unternehmen, die als nahestehende Unternehmen gelten.

Die Gesellschaft unterhält Beziehungen zu verbundenen Unternehmen in den Bereichen:

Bezug von Waren und Dienstleistungen (T€ 36.433; Vorjahr T€ 34.766) und Verbindlichkeiten hieraus (T€ 4.169; Vorjahr T€ 6.458)

Lieferung von Waren und Erbringung von Dienstleistungen (T€ 12.180; Vorjahr T€ 14.778) und Forderungen hieraus (T€ 2.010; Vorjahr T€ 6.218)

Verbindlichkeiten aus erhaltenen Finanzierungen (T€ 8.000; Vorjahr T€ 12.000) und Zinsaufwendungen hieraus (T€ 829; Vorjahr T€ 508) und Finanzmittelanlagen inkl. Cash-Pool (T€ 2.770; Vorjahr T€ 605); Zinserträge hieraus (T€ 7; Vorjahr T€ 0)

Außer den Vergütungen für die Geschäftsführung bestehen keine Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen.

b. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

(24) Die Summe der sonstigen finanziellen Verpflichtungen in Höhe von rund 31,0 Mio. € setzt sich zusammen Verpflichtungen aus zum Bilanzstichtag getätigten Bestellungen von Lieferungen und Leistungen in Höhe von rund 30,0 Mio. €, die in Höhe von rund 29,5 Mio. € gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen, und aus Verpflichtungen aus Mietverträgen von ca. 0,8 Mio. € (davon 0,3 Mio. € für 2024) und Verpflichtungen aus Leasingverträgen von ca. 0,2 Mio. € (davon 0,07 Mio. € für 2024). Die Verpflichtungen aus Mietverträgen bestehen i.H.v. 0,8 Mio. € und die Leasingverpflichtungen i.H.v. 0 € gegenüber verbundenen Unternehmen.

Sinn und Zweck der Miet- und Leasingverhältnisse ist die Nutzung von Vermögensgegenständen, die nicht im wirtschaftlichen Eigentum der Gesellschaft stehen, aber von dieser für die Ausübung ihrer Geschäftstätigkeit benötigt werden. Hierbei handelt es sich insbesondere um die Miete für Geschäfts- und Betriebsräume sowie Leasingraten für Firmenfahrzeuge und Kopierer.

Vorteil dieser außerbilanziellen Geschäfte ist die geringere Kapitalbindung und das Nichtvorliegen des Verwertungsrisikos. Risiken bestehen aus den festen Zahlungsverpflichtung während der Vertragslaufzeit der Miet- und Leasingverhältnisse, auch wenn die Vertragsgegenstände tatsächlich nicht mehr genutzt werden.

Aus den Besserungsscheinen aus den Kapitaleinlagen vom 31.12.2016, 31.12.2017, 31.12.2018, 31.12.2019, 31.12.2020, 31.12.2021, 31.12.2022 und vom 31.12.2023 bestehen bedingte Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (dem Gesellschafter) von insgesamt 34,3 Mio. €, die aufleben, sobald eine Eigenkapitalquote von 25 % überschritten wird.

c. Organe und Organbezüge

(25) Geschäftsführer der Gesellschaft war:

Herr Arnold Berger, Graz/Österreich, Alleingeschäftsführer

Dem Beirat der Gesellschaft gehörten im Geschäftsjahr 2023 folgende Herren an:

Prof. Dr.-Ing. h.c. Helmut List, Graz (Vorsitzender), AVL List GmbH, Graz/Österreich, Unternehmer

Herr Walter Scheiffele, Deutschlandsberg, AVL List GmbH,Graz/Österreich, Leiter Spartencontrolling

Herr Urs Gerspach, Graz, AVL List GmbH, Graz/Österreich, Geschäftsführung Products, Test Systems & Global Operations

Der Beirat ist kein Aufsichtsrat gemäß § 52 Abs. 1 GmbHG und hat nicht die Aufgabe, die Rechnungslegung zu überwachen.

Auf die Angabe der Bezüge des Geschäftsführers wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Der Beirat erhielt im abgelaufenen Geschäftsjahr keine Vergütung.

d. Weitere Angaben

(26) Der Bestand der liquiden Mittel ist in vollem Umfang frei verfügbar.

(27) Der durchschnittliche Personalbestand betrug:

2023
Angestellte (ohne Geschäftsführung) - weiblich 11
Angestellte (ohne Geschäftsführung) - männlich 38
Gesamt ohne Auszubildende 49

Von den Mitarbeitern waren im Geschäftsjahr 2023 durchschnittlich 36 Mitarbeiter in der Produktentwicklung und -anwendung, 6 Mitarbeiter in der Verwaltung und 7 Mitarbeiter im Vertrieb tätig.

(28) Ausschüttungsgesperrte Beträge gemäß § 268 Abs. 8 HGB

Zum Abschlussstichtag unterliegen 6.070 T€ (Vorjahr 6.176 T€) der Ausschüttungssperre und resultieren aus der Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens.

(29) Angaben zum Mutterunternehmen

Die Gesellschaft wird in den am Sitz der Muttergesellschaft erhältlichen Konzernabschluss der AVL List GmbH, Hans List-Platz 1, 8020 Graz/Österreich, die den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen aufstellt, einbezogen. Der Konzernabschluss wird beim Landesgericht für Zivilrechtssachen in Graz eingereicht.

(30) Abschlussprüferhonorar

Die Vergütung für die Abschlussprüfung durch PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, beträgt im Jahr 2023 T€ 37.

(31) Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresfehlbetrag in Höhe von 4.353.853,48 € auf neue Rechnung vorzutragen.

(32) Nachtragsbericht

Nach dem Schluss des Geschäftsjahres sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten.

 

Bensheim, den 31. Oktober 2024

Arnold Berger

ANLAGENSPIEGEL ZUM 31. DEZEMBER 2023

Entwicklung der historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.01.2023
Zugänge
Abgänge
Stand 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 15.776.506,52 818.580,16 -4.006.346,50 12.588.740,18
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.589.543,77 0,00 -163.892,86 1.425.650,91
17.366.050,29 818.580,16 -4.170.239,36 14.014.391,09
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 101.680,00 0,00 0,00 101.680,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 518.309,79 6.918,67 -27.919,57 497.308,89
619.989,79 6.918,67 -27.919,57 598.988,89
17.986.040,08 825.498,83 -4.198.158,93 14.613.379,98
Entwicklung der Abschreibungen Buchwerte
Stand 01.01.2023
Zugänge
Abgänge
Stand 31.12.2023
Stand 31.12.2023
Stand 01.01.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 9.600.039,01 924.701,46 -4.006.342,50 6.518.397,97 6.070.342,21 6.176.467,51
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.533.105,01 37.109,53 -163.177,21 1.407.037,33 18.613,58 56.438,76
11.133.144,02 961.810,99 -4.169.519,71 7.925.435,30 6.088.955,79 6.232.906,27
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 101.157,19 296,67 0,00 101.453,86 226,14 522,81
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 460.428,01 29.735,38 -27.899,57 462.263,82 35.045,07 57.881,78
561.585,20 30.032,05 -27.899,57 563.717,68 35.271,21 58.404,59
11.694.729,22 991.843,04 -4.197.419,28 8.489.152,98 6.124.227,00 6.291.310,86

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die AVL Zöllner GmbH, Bensheim

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der AVL Zöllner GmbH, Bensheim, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der AVL Zöllner GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 31. Oktober 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Carsten Palm, Wirtschaftsprüfer

Christoph Dietzel, Wirtschaftsprüfer

Mit Gesellschafterbeschluss vom 5. November 2024 wird der im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 ausgewiesene Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR -4.353.853,48 auf neue Rechnung vorgetragen.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde am 5. November 2024 festgestellt.

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