Stammdaten

Register
Amtsgericht Bamberg HRB 8601
Eingetragen
2.8.2016
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
Der Erwerb, die Verwaltung und die Veräußerung von Beteiligungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Yi Feng
seit 4.10.2022
Prokura
Hartmut Buscher
seit 13.7.2021
Geschäftsführer
Thorsten Hauke Hehl
seit 29.5.2018
Geschäftsführer

Beteiligungen

NameAnteil
100.00%
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Günther SE

Bamberg

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Inhaltsverzeichnis

I. KONZERNBILANZ

II. KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

III. KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG

IV. KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG

V. KONZERNEIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

VI. ANHANG

A. ALLGEMEINE ANGABEN

1. Allgemeine Angaben zur Gesellschaft

2. Grundlagen der Abschlusserstellung

3. Auswirkungen neuer Rechnungslegungsstandards

B. WESENTLICHE BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

1. Konsolidierungsgrundsätze

2. Währungsumrechnung

3. Geschäfts- oder Firmenwert

4. Übrige immaterielle Vermögenswerte

5. Sachanlagen

6. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

7. Wertminderungen

8. Bilanzierung von Leasingverhältnissen

9. Finanzinstrumente

10. Originäre finanzielle Vermögenswerte

11. Derivative Finanzinstrumente

12. Vorräte

13. Vertragsvermögenswerte bzw. -verbindlichkeiten

14. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

15. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche

16. Ertragsteuern

17. Pensionsrückstellungen

18. Sonstige Rückstellungen

19. Anteilsbasierte Vergütung

20. Finanzielle Verbindlichkeiten

21. Ertrags- und Aufwandsrealisierung

C. WESENTLICHE ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN BEI SCHÄTZUNGEN UND BEURTEILUNGEN BEI DER BILANZIERUNG

D. KONSOLIDIERUNGSKREIS

E. ERWERBE UND VERÄUBERUNGEN

F. ERLÄUTERUNG ZUR KONZERNBILANZ

1. Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwert

2. Sachanlagen

3. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

4. Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen

5. Beteiligungen

6. Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte

7. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden

8. Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte

9. Vorräte

10. Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten

11. Tatsächliche Steuererstattungsansprüche

12. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

13. Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte

14. Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte

15. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

16. Zur Veräußerung gehaltene Vermögensgegenstände und Veräußerungsgruppen

17. Eigenkapital

18. Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen

19. Sonstige langfristige und kurzfristige Rückstellungen

20. Sonstige lang- und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten

21. Tatsächliche Steuerschulden

22. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

23. Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten

G. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

1. Umsatzerlöse

2. Sonstige Erträge

3. Materialaufwand

4. Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer

5. Aufwand für Abschreibungen und Amortisationen sowie Wertminderungen/aufholungen

6. Sonstige Aufwendungen

7. Finanzergebnis

8. Ertragsteuern

H. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG

I. SONSTIGE ANGABEN

1. Eventualverbindlichkeiten und Verpflichtungen

2. Angaben zu Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen _

3. Risikomanagement

4. Finanzrisikomanagement

5. Finanzinstrumente

6. Bewertung zum beizulegenden Zeitwert

7. Mitarbeiter

8. Geschäftsleitung und Geschäftsführung

9. Honorare des Abschlussprüfers

10. Erklärung zum Corporate Governance Kodex

11. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 1

I. KONZERNBILANZ

AKTIVA

in TEUR Anhang 31.12.2023 31.12.2022
Immaterielle Vermögenswerte ohne Geschäfts- oder Firmenwert F.1 11.690 16.103
Geschäfts- oder Firmenwert F.1 32.776 38.663
Sachanlagen F.2 63.662 56.058
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien F.3 5.930 8.000
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen F.4 48.086 71.372
Beteiligungen F.5 0 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte F.6 9.847 9.651
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen F.12 44 44
Latente Steueransprüche F.7 23.495 23.111
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte F.8 2.616 1.577
Summe der langfristigen Vermögenswerte 198.146 224.579
Vorräte F.9 88.982 83.882
Vertragsvermögenswerte F.10 30.194 42.124
Tatsächliche Steuererstattungsansprüche F.11 11.061 8.216
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen F.12 54.652 47.450
Sonstige finanzielle Vermögenswerte F.13 6.220 8.886
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte F.14 11.689 11.078
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente F.15 38.675 44.774
Summe der kurzfristigen Vermögenswerte, ohne Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten eingestuft sind 241.473 246.410
Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten eingestuft sind F.16 20.233 0
Summe der kurzfristigen Vermögenswerte 261.706 246.410
Bilanzsumme 459.851 470.989

PASSIVA

in TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Gezeichnetes Kapital F.17 123 123
Kapitalrücklage F.17 19.830 19.830
Sonstige Eigenkapitalbestandteile F.17 5.876 6.918
Gewinnrücklagen F.17 86.506 79.749
Eigenkapital, das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen ist 112.335 106.620
Nicht beherrschende Anteile F.17 36.661 30.619
Summe des Eigenkapitals 148.996 137.239
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer F.18 2.461 2.558
Sonstige Rückstellungen F.19 6.862 6.330
Latente Steuerschulden F.7 8.438 9.311
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten F.20 149.132 153.989
Summe der langfristigen Schulden 166.893 172.189
Sonstige Rückstellungen F.19 8.341 9.875
Tatsächliche Steuerschulden F.21 3.811 2.277
Vertragsverbindlichkeiten F.10 38.276 61.100
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen F.22 23.452 26.257
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten F.20 34.367 39.244
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten F.23 19.609 22.808
Summe der kurzfristigen Schulden, ohne Schulden, die den Veräußerungsgruppen zugeordnet sind 127.856 161.561
Schulden, die den Veräußerungsgruppen zugeordnet sind F.16 16.106 0
Summe der kurzfristigen Schulden 143.962 161.561
Bilanzsumme 459.851 470.989

II. KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

in TEUR Anhang 01.01.2023 -31.12.2023 01.01.2022 -31.12.2022
Umsatzerlöse G.1 466.896 429.308
Bestandsveränderung 7.017 21.576
Sonstige vom Unternehmen erbrachte und aktivierte Leistungen 1.512 520
Sonstige Erträge G.2 11.365 17.597
Gesamtleistung 486.790 469.001
Materialaufwand G.3 -219.490 -224.360
Rohergebnis 267.300 244.641
Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer G.4 -152.525 -143.120
Aufwand für planmäßige Abschreibungen und Amortisationen G.5 -13.461 -11.679
Wertminderungsaufwand und Wertaufholungen G.5 2.176 2.508
Sonstige Aufwendungen G.6 -68.348 -62.175
Ergebnis aus der Bewertung der als Finanzinvestitionen gehaltenen Investitionen F.3 -660 0
Ergebnisanteil an assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden F.4 3.608 4.384
Operatives Ergebnis (EBIT) 38.090 34.559
Amortisation aus Kaufpreisallokation G.5 -2.792 -3.247
Operatives Ergebnis nach Amortisation aus Kaufpreisallokation 35.298 31.312
Finanzierungserträge G.7 749 1.614
Finanzierungsaufwendungen G.7 -16.895 -11.219
Gewinn / Verlust vor Steuern 19.152 21.707
Ertragsteuern G.8 -4.837 -2.077
Gewinn / Verlust 14.315 19.630
davon entfallen auf Gewinn / Verlust, der den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen ist 7.217 12.923
Gewinn / Verlust, der den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen ist 7.098 6.707

III. KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG

in TEUR 01.01.2023 -31.12.2023 01.01.2022 -31.12.2022
Gewinn / Verlust 14.315 19.630
Neubewertungsrücklage, vor Steuern 1.549 0
Neubewertungen leistungsorientierter Pläne, vor Steuern 4 1.700
Anteil am sonstigen Ergebnis, der auf assoziierte Unternehmen entfällt, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, vor Steuern -1.242 189
Summe des sonstigen Ergebnisses, die nicht aufwands- oder ertragswirksam umgegliedert werden, vor Steuern 311 1.889
Währungsumrechnungsdifferenzen, vor Steuern -1.166 1.195
Summe des sonstigen Ergebnisses, die später aufwands- oder ertragswirksam umgliederbar sein können, vor Steuern -1.166 1.195
Summe des sonstigen Ergebnisses, vor Steuern -855 3.084
Ertragsteuern in Zusammenhang mit der Neubewertungsrücklage -478 -3
Ertragsteuern in Zusammenhang mit den Neubewertungen leistungsorientierter Pläne 0 -502
Summe der Ertragsteuern des sonstigen Ergebnisses, die nicht aufwands- oder ertragswirksam umgegliedert werden -478 -505
Summe sonstiges Ergebnis -1.333 2.579
Gesamtergebnis 12.982 22.209
davon entfallen auf Gesamtergebnis, das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzuordnen ist 6.177 14.664
Gesamtergebnis, das den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen ist 6.805 7.545

IV. KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG

in TEUR 2023 2022
Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit
Operatives Ergebnis nach Amortisation aus Kaufpreisallokation 35.298 31.312
Anpassungen bei der Überleitung vom Gewinn (Verlust)
Veränderungen aufgrund der Minderung (Erhöhung) von Vorräten -7.322 -29.657
Minderung (Erhöhung) von Forderungen aus L+L -9.058 -11.173
Minderung (Erhöhung) von Vertragsvermögenswerten 10.096 -5.252
Minderung (Erhöhung) sonstiger betrieblicher Forderungen -1.525 -177
Erhöhung (Verringerung) von Verbindlichkeiten aus L+L -2.182 3.284
Verringerung (Erhöhung) von Vertragsverbindlichkeiten -17.293 1.576
Verringerung (Erhöhung) sonstiger betrieblicher Verbindlichkeiten -1.125 4.077
Berichtigungen für Rückstellungen 623 -720
Verluste (Gewinne) aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert -660 -849
Nicht ausgeschüttete Gewinne von assoziierten Unternehmen -3.608 -4.573
Sonstige zahlungsunwirksame Posten -2.622 799
Gewinne (Verluste) bei der Veräußerung von Sachanlagevermögen -11 -115
Abschreibungen (Zuschreibungen) Sachanlagevermögen 9.401 8.226
Abschreibungen (Zuschreibungen) immaterielle Vermögenswerte 4.728 4.085
Summe der Anpassungen bei der Überleitung vom Gewinn (Verlust) -20.558 -30.470
Netto-Cashflows aus operativer Tätigkeit 14.740 842
Gezahlte Zinsen -12.156 -9.937
Erhaltene Zinsen 255 3
Gezahlte (erhaltene) Ertragsteuern -5.313 -5.939
Netto-Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit -2.474 -15.032
Cashflows aus Investitionstätigkeiten
Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen 854 285
Auszahlungen aus dem Erwerb von Sachanlagen -8.868 -7.836
Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten 0 7
Auszahlungen aus dem Erwerb von immateriellen Vermögenswerten -1.821 -2.171
Einzahlung aus den Verkäufen von als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 1.410 0
Auszahlung für an Dritte gewährte Kredite und Darlehen -149 0
Einzahlungen aus der Tilgung von Dritten gewährten Krediten und Darlehen 0 668
Erhaltene Dividenden 25.652 14.963
Netto-Cashflows aus Investitionstätigkeiten 17.078 5.917
Cashflows aus Finanzierungstätigkeiten
Auszahlungen aus Änderungen der Eigentumsanteile an Tochterunternehmen 0 -2.250
Einzahlungen aus der Ausgabe von Anteilen -0 3.058
Auszahlungen aus der Ausgabe von Anteilen 0 -2.548
Einzahlungen aus Fremdkapitalaufnahme 15.114 117.500
Rückzahlungen der Fremdkapitalaufnahmen -24.914 -94.184
Zahlungen für Schulden aus Leasingverbindlichkeiten -6.282 -6.696
Gezahlte Dividenden -440 -440
Auszahlungen an fremde Gesellschafter -838 -337
Netto-Cashflows aus Finanzierungstätigkeiten -17.360 14.103
Nettoerhöhung (Nettoverringerung) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente vor den Auswirkungen der Wechselkursänderungen -2.756 4.988
Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 65 531
Umgliederung in Veräußerungsgruppe -3.408 0
Nettoerhöhung (Nettoverringerung) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -6.099 5.519
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn der Periode 44.774 39.255
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode 38.675 44.774

V. KONZERNEIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Neubewertungsrücklage Rücklage für Neubewertungen von leistungsorientierten Plänen
in TEUR
Stand 01. Januar 2023 123 19.830 3.328 -227
Sonstige Veränderungen 0 0 0 0
Dividendenzahlungen 0 0 0 0
Veränderung von nicht beherrschenden Anteilen 0 0 0 0
Subtotal vor Gewinn/Verlust lfd. Periode 0 0 0 0
Jahresüberschuss 0 0 0 0
sonstiges Ergebnis 0 0 562 4
Total inl. Gewinn/Verlust lfd. Periode 0 0 562 4
Stand 31. Dezember 2023 123 19.830 3.890 -223
Währungsumrechnungsrücklage Rücklage aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode Gewinnrücklagen Summe Mehrheitsgesellschafter
in TEUR
Stand 01. Januar 2023 880 2.936 79.749 106.620
Sonstige Veränderungen 0 0 27 27
Dividendenzahlungen 0 0 -440 -440
Veränderung von nicht beherrschenden Anteilen 0 0 -48 -48
Subtotal vor Gewinn/Verlust lfd. Periode 0 0 -460 -460
Jahresüberschuss 0 0 7.217 7.217
sonstiges Ergebnis -599 -1.008 -1.041
Total inl. Gewinn/Verlust lfd. Periode -599 -1.008 6.757 5.716
Stand 31. Dezember 2023 281 1.928 86.506 112.335
Nicht behrrschende Gesellschafter Gesamt
in TEUR
Stand 01. Januar 2023 30.619 137.239
Sonstige Veränderungen 26 53
Dividendenzahlungen 0 -440
Veränderung von nicht beherrschenden Anteilen -790 -838
Subtotal vor Gewinn/Verlust lfd. Periode -764 -1.224
Jahresüberschuss 7.098 14.315
sonstiges Ergebnis -293 -1.334
Total inl. Gewinn/Verlust lfd. Periode 6.041 11.757
Stand 31. Dezember 2023 36.661 148.996
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Neubewertungsrücklage
in TEUR
Stand 01. Januar 2022 123 19.830 2.798
Dividendenzahlungen 0 0 0
Veränderung von nicht beherrschenden Anteilen 0 0 531
Subtotal vor Gewinn/Verlust lfd. Periode 0 0 531
Jahresüberschuss 0 0 0
sonstiges Ergebnis 0 0 -1
Total inl. Gewinn/Verlust lfd. Periode 0 0 530
Stand 31. Dezember 2022 123 19.830 3.328
Rücklage für Neubewertungen von leistungsorientierten Plänen Währungsumrechnungsrücklage Rücklage aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode Gewinnrücklagen
in TEUR
Stand 01. Januar 2022 -1.173 205 2.780 78.374
Dividendenzahlungen 0 0 0 -440
Veränderung von nicht beherrschenden Anteilen -12 47 0 -11.108
Subtotal vor Gewinn/Verlust lfd. Periode -12 47 0 -11.548
Jahresüberschuss 0 0 0 12.923
sonstiges Ergebnis 958 628 156 0
Total inl. Gewinn/Verlust lfd. Periode 946 675 156 1.375
Stand 31. Dezember 2022 -227 880 2.936 79.749
Summe Mehrheitsgesellschafter Nicht behrrschende Gesellschafter Gesamt
in TEUR
Stand 01. Januar 2022 102.937 14.024 116.961
Dividendenzahlungen -440 -337 -777
Veränderung von nicht beherrschenden Anteilen -10.541 9.387 -1.155
Subtotal vor Gewinn/Verlust lfd. Periode -10.981 9.050 -1.932
Jahresüberschuss 12.923 6.707 19.630
sonstiges Ergebnis 1.741 839 2.580
Total inl. Gewinn/Verlust lfd. Periode 3.683 16.596 20.279
Stand 31. Dezember 2022 106.620 30.619 137.239

VI. ANHANG

A. ALLGEMEINE ANGABEN

1. Allgemeine Angaben zur Gesellschaft

Die Geschäftstätigkeit des Konzerns der Günther SE, Bamberg (nachfolgend auch "Günther-Gruppe", "Günther" oder "Konzern" genannt) umfasst in 2023 die strategischen Geschäftsfelder Environmental Technologies, Evolving Technologies, Process Technologies, Mobility Automation, Lotterien und Ventures. Mit ihren Tochtergesellschaften wird die laufende Geschäftstätigkeit überwiegend in Europa und den USA ausgeübt.

Die Günther SE ist im Handelsregister des Amtsgerichts Bamberg, Deutschland, unter der Nummer HR B 8601 eingetragen. Die Anschrift der Gesellschaft lautet zum 31.12.2022: Steinhöft 11, 20459 Hamburg. Mit Umzug im März 2023 lautet die Anschrift Baumwall 3, 20459 Hamburg.

Der vorliegende Konzernabschluss der Günther SE für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2023 wurde am 21. Mai 2024 durch die Geschäftsleitung zur Veröffentlichung freigegeben.

2. Grundlagen der Abschlusserstellung

Der Konzernabschluss 2023 der Günther SE, bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung und ergänzenden Anhang-Angaben, wurde entsprechend § 315e Abs. 3 HGB i.V.m. § 315e Abs. 1 HGB nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Der Begriff IFRS umfasst auch alle noch gültigen International Accounting Standards (IAS) sowie sämtliche Interpretationen und Änderungen des International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC) - vormals International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) - und des ehemaligen Standing Interpretations Committee (SIC).

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses 2023 hat die Günther SE von dem Wahlrecht des § 315e Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht, einen befreienden IFRS-Konzernabschluss aufzustellen.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte unter Berücksichtigung des historischen Anschaffungs- oder Herstellungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente, Verpflichtungen aus anteilsbasierten Vergütungen, Immobilien nach IAS 16, zur Investition gehaltene Immobilien, Abfindungsansprüche gegenüber Minderheiten von Personengesellschaften, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden und Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden.

Der beizulegende Zeitwert ist der Gegenwert, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Transaktionstag für den Verkauf eines Vermögenswertes erlöst bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt werden würde. Dabei ist es für den Preis unbedeutend, ob dieser direkt beobachtbar ist oder unter Anwendung einer Bewertungsmethode ermittelt wird.

Für den Fall der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts über ein Bewertungsverfahren ist dieser in Abhängigkeit der zur Verfügung stehenden beobachtbaren Parameter und der jeweiligen Bedeutung der Parameter für eine Bewertung im Ganzen in eine der drei folgenden Kategorien einzustufen:

Stufe 1: Eingangsparameter sind notierte Preise (unbereinigt) auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden, auf die zum Bewertungsstichtag zugegriffen werden kann.

Stufe 2: Eingangsparameter sind andere als die aus Stufe 1 notierten Preise, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt beobachtbar sind oder indirekt abgeleitet werden können.

Stufe 3: Eingangsparameter sind für den Vermögenswert oder die Schuld nicht beobachtbare Parameter.

In der Regel klassifiziert der Konzern Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als kurzfristig, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder ausgeglichen werden. Soweit Vermögenswerte und Schulden sowohl einen kurzfristigen als auch einen langfristigen Anteil aufweisen, werden diese in ihre Fristigkeitskomponenten aufgeteilt und entsprechend dem Bilanzgliederungsschema als kurzfristige und langfristige Vermögenswerte bzw. Schulden ausgewiesen.

Die Konzerngewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Günther erstellt und veröffentlicht den Konzernabschluss in Euro (EUR). Sofern nichts anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte auf Tausend Euro (TEUR) gerundet. Bei Abweichungen von bis zu einer Einheit (TEUR, %) handelt es sich um rechentechnisch begründete Rundungsdifferenzen.

Alle für den 31. Dezember 2023 verpflichtend anzuwendenden IAS/IFRS - International Accounting Standards bzw. International Financial Reporting Standards - und alle Interpretationen IFRS IC/ IFRIC/ SIC, die zum 31. Dezember 2023 von der Europäischen Union genehmigt und in Kraft getreten sind, wurden berücksichtigt.

3. Auswirkungen neuer Rechnungslegungsstandards

Die folgenden geänderten Standards und Interpretationen waren erstmalig in der Berichtsperiode anzuwenden. Hieraus ergaben sich keine bzw. keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Erstmalige Anwendung der in EU-Recht übernommenen Änderungen der IFRS

Standard Titel Verpflichtende Anwendung für Geschäftsjahre beginnend ab
Änderungen an IAS 1 Offenlegung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 01.01.2023
Änderungen an IAS 8 Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen 01.01.2023
Änderungen an IAS 12 Ertragsteuern - Internationale Steuerreform - Säule-2-Modellregeln 01.01.2023
Änderungen an IAS 12 Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen 01.01.2023
IFRS 17 Versicherungsverträge 01.01.2023
Änderungen an IFRS 17 Versicherungsverträge (erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen) 01.01.2023

Die folgenden neuen bzw. geänderten Standards/Interpretationen wurden vom IASB bereits verabschiedet, sind aber noch nicht verpflichtend in Kraft getreten. Die Gesellschaft hat die Regelungen nicht vorzeitig angewandt. Die Auswirkungen der neuen Regelungen werden aktuell analysiert. Von wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wird nicht ausgegangen.

In EU-Recht übernommene Änderungen der IFRS für Geschäftsjahre, die nach dem 01.01.2024 beginnen

Standard Titel Verpflichtende Anwendung für Geschäftsjahre beginnend ab
Änderungen an IAS 1 Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig (inkl. Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts) sowie Langfristige Verbindlichkeiten mit Covenants 01.01.2024
Änderungen an IFRS 16 Leasingverbindlichkeit in einer Sale-and- Lease-Back-Transaktion 01.01.2024

Folgende in den kommenden Jahren in Kraft tretende Standards wurden noch nicht in geltendes EU-Recht übernommen:

Standards, die noch nicht in geltendes EU-Recht übernommen wurden

Standard Titel Verpflichtende Anwendung für Geschäftsjahre beginnend ab
Änderungen an IAS 7 und IFRS 7 Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen 01.01.2024
Änderungen an IAS 21 Mangel an Umtauschbarkeit 01.01.2025

B. WESENTLICHE BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGS- GRUNDSÄTZE

Dem Konzernabschluss liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde. Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt.

Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen werden nachfolgend erläutert.

1. Konsolidierungsgrundsätze

Tochterunternehmen sind Unternehmen, die von der Günther SE beherrscht werden. Der Konzern erlangt Beherrschung, wenn er die Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann, schwankenden Renditen aus der Beteiligung ausgesetzt ist und die Fähigkeit besitzt seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen so zu nutzen, dass dadurch die Höhe der Rendite des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird.

Die Beurteilung der Beherrschung wird von Günther überprüft, wenn es Anzeichen gibt, dass sich eines oder mehrere der genannten Beherrschungskriterien verändert haben.

Die Ergebnisse der im Laufe des Jahres erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen werden mit Wirkung des tatsächlichen Erwerbszeitpunktes bzw. bis zum tatsächlichen Abgangszeitpunkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und dem sonstigen Konzern-Ergebnis erfasst.

Die Bilanzierung des Erwerbs eines Unternehmens erfolgt nach der Erwerbsmethode (Akquisitionsmethode). Die übertragene Gegenleistung im Rahmen eines Unternehmenserwerbs entspricht dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Außerdem beinhalten sie die beizulegenden Zeitwerte aller angesetzten Vermögenswerte oder Schulden, die aus einer bedingten Gegenleistungsvereinbarung resultieren. Erwerbsbezogene Kosten werden aufwandswirksam erfasst, wenn sie anfallen. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet.

Für jeden Unternehmenserwerb entscheidet der Konzern auf individueller Basis, ob die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden.

Als Geschäfts- oder Firmenwert wird der Wert angesetzt und mindestens einmal jährlich auf Wertminderung überprüft, der sich aus dem Überschuss der Anschaffungskosten des Erwerbs, dem Betrag der nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen sowie dem beizulegenden Zeitwert jeglicher vorher gehaltener Eigenkapitalanteile zum Erwerbsdatum über dem Anteil des Konzerns an dem zum beizulegenden Wert bewerteten Nettovermögen ergibt. Sind die Anschaffungskosten geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag nach einer erneuten Überprüfung direkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Änderungen der Beteiligungsquoten des Konzerns an Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen erfasst.

Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, bei dem Günther über maßgeblichen Einfluss verfügt. Maßgeblicher Einfluss ist dabei definiert als die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des Beteiligungsunternehmens mitzuwirken, ohne zu beherrschen oder gemeinschaftlich zu führen. Wenn die Günther SE direkt oder indirekt zwischen 20% und 50% der Stimmrechte an einem Beteiligungsunternehmen hält, besteht die Vermutung, dass ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann. Bei einem direkt oder indirekt gehaltenen Stimmrechtsanteil von weniger als 20% wird maßgeblicher Einfluss vermutet, wenn er eindeutig nachgewiesen werden kann.

Anteile an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert und somit bei erstmaligem Ansatz mit den Anschaffungskosten bewertet. Geschäfts- oder Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines assoziierten Unternehmens entstehen, sind in den Beteiligungsbuchwerten der assoziierten Unternehmen enthalten. Der Buchwert der Anteile erhöht oder verringert sich nach dem erstmaligen Ansatz entsprechend dem Anteil des Anteilseigners am Periodenergebnis bzw. an den erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen des Beteiligungsunternehmens - vom Zeitpunkt der erstmaligen maßgeblichen Einflussnahme bis zum Wegfallen dieses Einflusses. Wenn der Anteil von Günther an den Verlusten eines assoziierten Unternehmens dem Wert des Beteiligungsanteils entspricht bzw. diesen übersteigt, wird der Anteil auf null reduziert.

Salden und Transaktionen mit konsolidierten Tochterunternehmen sowie daraus entstandene Erträge und Aufwendungen werden zwecks Erstellung des Konzernabschlusses in voller Höhe eliminiert. Unrealisierte Gewinne auf der Basis von Transaktionen mit assoziierten Unternehmen werden nach Maßgabe des Anteils der Günther SE gegen den Beteiligungsbuchwert eliminiert. Unrealisierte Verluste werden in gleicher Weise eliminiert, jedoch nur in dem Maße, in dem kein Anzeichen auf eine Wertminderung vorliegt.

Auf temporäre Unterschiede aus der Konsolidierung wurden die nach IAS 12 erforderlichen Steuerabgrenzungen vorgenommen.

Für ergänzende Erläuterungen verweisen wir auf die Ausführungen zum Konsolidierungskreis unter Gliederungspunkt VI.D "Konsolidierungskreis".

2. Währungsumrechnung

Der Konzernabschluss ist unter Beachtung des Konzepts der funktionalen Währung aufgestellt worden. Die funktionale Währung ist die primäre Währung des Wirtschaftsumfeldes, in dem das jeweilige Unternehmen tätig ist. Die funktionale Währung des Mutterunternehmens ist Euro, welcher zugleich der Darstellungswährung des Konzernabschlusses entspricht.

Transaktionen in Fremdwährungen werden mit dem zum Zeitpunkt der Transaktion geltenden Wechselkurs in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung werden mit dem Wechselkurs zum Bilanzstichtag in die jeweilige funktionale Währung umgerechnet. Die aus diesen Umrechnungen entstandenen Fremdwährungsgewinne und -verluste werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter den "Sonstigen betrieblichen Erträgen" bzw. den "Sonstigen betrieblichen Aufwendungen" erfasst.

Bilanzposten von Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung nicht Euro ist, werden zum Stichtagskurs in die Darstellungswährung umgerechnet, die Posten der Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung zum Durchschnittskurs der jeweiligen Periode und Eigenkapitalpositionen zu historischen Fremdwährungskursen. Die daraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden in der Währungsumrechnungsrücklage im kumulierten übrigen Eigenkapital ausgewiesen.

Der Konzern verfügt zum Stichtag über Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist.

Stichtagskurs Durchschnittskurs
Währungen 1 EUR in 31.12.2023 31.12.2022 2023 2022
CNY China 7,8509 7,3582 7,6591 7,3859
GBP Großbritannien 0,8691 0,8869 0,8699 0,8695
PLN Polen 4,3395 4,6808 4,5421 4,6832
CHF Schweiz 0,9260 0,9847 0,9717 0,9865
SGD Singapur 1,4591 1,4300 1,4523 1,4313
USD USA 1,1050 1,0666 1,0816 1,0589

3. Geschäfts- oder Firmenwert

Ein Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus einem Unternehmenszusammenschluss und entspricht dem Überschuss der übertragenen Gegenleistungen über den beizulegenden Zeitwert der Netto-Vermögenswerte (erworbene Vermögenswerte abzüglich eingegangener bzw. übernommener Schulden). Geschäfts- oder Firmenwerte unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung, sondern werden einmal jährlich sowie im Falle von Ereignissen oder Änderungen der Umstände, welche auf eine Wertminderung hinweisen, auf Basis von sogenannten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGEs) auf Wertminderung geprüft. Sie werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Wertaufholungen können nicht vorgenommen werden.

Bei Entkonsolidierung des Tochterunternehmens wird der zurechenbare Betrag des Geschäfts- oder Firmenwertes in die Berechnung des Gewinns oder Verlusts aus der Veräußerung einbezogen.

Zur Werthaltigkeitsüberprüfung des Geschäfts- oder Firmenwertes verweisen wir auf die Erläuterungen unter dem Gliederungspunkt VI.B.7 "Wertminderungen".

4. Übrige immaterielle Vermögenswerte

Erworbene immaterielle Vermögenswerte, einschließlich Software und Lizenzen, werden zu Anschaffungskosten, selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte zu Herstellungskosten aktiviert.

Zur Bestimmung der Aktivierbarkeit selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte sind Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zu trennen. Aufwendungen für Forschungsaktivitäten, mit der Aussicht zu neuen wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen zu gelangen, werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen.

Der Ansatz selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte setzt die kumulative Erfüllung der Aktivierungskriterien des IAS 38 voraus: Die technische Realisierbarkeit des Entwicklungsprojektes sowie ein künftiger ökonomischer Vorteil aus dem Entwicklungsprojekt muss nachgewiesen werden können und Günther muss beabsichtigen und fähig sein, den immateriellen Vermögenswert fertig zu stellen und ihn zu nutzen oder zu verkaufen. Ferner müssen Günther adäquate technische, finanzielle und sonstige Ressourcen zur Verfügung stehen und die dem immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zurechenbaren Ausgaben müssen verlässlich ermittelt werden können.

Die aktivierten Herstellungskosten umfassen die dem Entwicklungsprozess direkt zurechenbaren Kosten sowie entwicklungsbezogene Gemeinkosten. Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, Bau oder der Herstellung eines sogenannten qualifizierten Vermögenswertes zugeordnet werden können, sind nach IFRS als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu aktivieren. Im Berichtszeitraum sowie in der Vergleichsperiode wurden keine qualifizierten Vermögenswerte angeschafft oder hergestellt, für die eine Aktivierung von Fremdkapitalkosten geboten wäre.

Wenn eine Nutzungsdauer bestimmt werden kann, werden diese immateriellen Vermögenswerte linear über ihre jeweilige wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Am Bilanzstichtag aktivierte Entwicklungskosten, deren Entwicklungsprojekt noch nicht vollständig abgeschlossen ist, werden mittels der Methode der Lizenzpreisanalogie einem Werthaltigkeitstest unterzogen.

Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Vermögenswert Nutzungsdauer in Jahren
EDV-Software, Lizenzen, Auftragsbestände 1 bis 15
Kundenstamm 10 bis 15
Marken 5 bis 10
Technologie 5 bis 10

5. Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen, sofern es sich um abnutzbare Vermögenswerte handelt, und Wertminderungen bewertet.

Die Anschaffungskosten einer Sachanlage umfassen sämtliche direkt dem Erwerb des Vermögenswertes zurechenbaren Kosten. Reparaturen und Wartungen werden in dem Geschäftsjahr aufwandswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in dem sie angefallen sind. Selbst erstellte Vermögenswerte werden erstmalig mit den direkt zurechenbaren Herstellungskosten sowie produktionsbezogenen Gemeinkosten bewertet.

Planmäßige Abschreibungen werden linear über die geschätzte Nutzungsdauer des Vermögenswertes in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Dabei werden hauptsächlich folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

Vermögenswert Nutzungsdauer in Jahren
Gebäude 1 bis 50
Technische Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1 bis 23

Für Grund und Boden sowie Gebäude wendet die Günther-Gruppe seit dem Geschäftsjahr 2019 die Neubewertungsmethode des IAS 16 an. Der Wechsel zur Neubewertungsmethode liegt darin begründet, dass Günther beabsichtigt, Vermögenswerte mit einer sehr langen Nutzungsdauer bereinigt um Inflationseffekte darzustellen. Inflationseffekte können dazu führen, dass die Wiederbeschaffungskosten dieser Sachanlagen deutlich über den durch Abschreibungen aufgezehrten historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten liegen. Die Neubewertungsmethode hat damit Kapitalerhaltungsfunktion.

Die Neubewertung ist nicht auf die Anschaffungs- oder Herstellungskosten als Bewertungsobergrenze beschränkt. Überschreitungen der Anschaffungs- oder Herstellungskosten treten vor allem bei Grund und Boden auf, da diese in der Regel keinem Nutzenverbrauch unterliegen. Die Neubewertung erfolgt mit dem beizulegenden Zeitwert, der bei Grund und Boden sowie Gebäuden durch eine Ertragswertberechnung erfolgt. Die Ertragswerte wurden durch unabhängige Gutachter erstellt. Bei dem Ertragswertverfahren handelt es sich um ein Modell mit Inputfaktoren, die auf nicht beobachtbaren Marktdaten beruhen (Stufe 3 gem. IFRS 13). Die Neubewertung wird in einem Turnus von fünf Jahren vorgenommen. Zum 30. November 2023 wurde eine Aktualisierung der Neubewertung durchgeführt, die zu einer Aufwertung der betroffenen Grundstücke und Gebäude von insgesamt 1.549 TEUR führte.

Im Zeitpunkt der Neubewertung werden die kumulierten Abschreibungen gegen den Bruttobuchwert ausgebucht, es verbleibt der Buchwert, der der Neubewertung unterzogen wird. Ab der Neubewertung erfolgt bis zum nächsten Neubewertungszeitpunkt eine planmäßige Abschreibung auf Basis des beizulegenden Zeitwertes über die Restnutzungsdauer.

Die Neubewertung erfolgt ergebnisneutral durch die Neubewertungsrücklage im Eigenkapital durch das sonstige Ergebnis.

Im Rahmen von Finanzierungsleasingverhältnissen geleaste Vermögenswerte wurden im Vorjahr über den kürzeren der beiden Zeiträume, Laufzeit des Leasingverhältnisses oder Nutzungsdauer, abgeschrieben.

Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben.

Soweit wesentliche Teile von Sachanlagen Komponenten mit deutlich abweichender Lebensdauer enthalten, werden diese gesondert erfasst und über die jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben.

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, Bau oder der Herstellung eines sogenannten qualifizierten Vermögenswertes zugeordnet werden können, sind nach IFRS als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu aktivieren. Im Berichtszeitraum sowie in der Vergleichsperiode wurden keine qualifizierten Vermögenswerte angeschafft oder hergestellt für die eine Aktivierung von Fremdkapitalkosten geboten wäre.

Die Restwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die wirtschaftlichen Nutzungsdauern basieren auf Einschätzungen und beruhen zu einem großen Teil auf Erfahrungen bezüglich der historischen Nutzung und technischen Entwicklung.

Gewinne und Verluste aus den Abgängen von Vermögenswerten werden als Unterschiedsbetrag zwischen den Veräußerungserlösen und dem Buchwert ermittelt und erfolgswirksam im Ergebnis erfasst.

Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor und übersteigt der Buchwert von Sachanlagen den erzielbaren Betrag, werden Wertminderungsaufwendungen erfasst. Der erzielbare Betrag ist hierbei der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und dem Nutzungswert. Wenn der Grund für eine bereits erfolgte Wertminderung entfallen ist, erfolgt eine Zuschreibung auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

6. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property) sind Immobilien, die zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden. Die Günther-Gruppe wendet das Modell des beizulegenden Zeitwertes auf alle als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien an, da dieses Modell nach Einschätzung des Managements die relevantere Form der Darstellung zur Vermittlung eines zutreffenderen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Günther-Gruppe ist. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes erfolgte mittels des Ertragswertverfahrens; dabei handelt es sich um ein Modell mit Inputfaktoren, die auf nicht beobachtbaren Marktdaten beruhen (Stufe 3 gem. IFRS 13).

Eine als Finanzinvestition gehaltene Immobilie wird bei Abgang oder dann, wenn sie dauerhaft nicht mehr genutzt werden soll und ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen aus dem Abgang nicht mehr erwartet wird, ausgebucht. Der sich aus dem Abgang ergebende Gewinn oder Verlust bestimmt sich als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswertes und wird in der Periode des Abgangs in der Gesamtergebnisrechnung erfasst.

7. Wertminderungen

Für Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer wird gemäß IAS 36 an jedem Bilanzstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für mögliche Wertminderungen vorliegen, z.B. besondere Ereignisse oder Marktentwicklungen, die einen möglichen Wertverfall anzeigen. Anhaltspunkte für eine Wertminderung der planmäßig abzuschreibenden immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen lagen in der Berichtsperiode nicht vor.

Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie selbst erstellte, noch nicht nutzungsbereite Vermögenswerte sind zusätzlich zwingend zu jedem Stichtag auf Wertminderungsbedarf zu untersuchen. Im Berichtszeitraum 2023 und der Vergleichsperiode 2022 betrifft dies allein den Geschäfts- oder Firmenwert.

Bei Vorliegen von Anzeichen oder bei dem verpflichtend durchzuführenden jährlichen Wertminderungstest für immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes bestimmt. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert eines Vermögenswertes oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE). Der erzielbare Betrag ist für jeden einzelnen Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten sind. Im letzteren Fall ist der erzielbare Betrag auf Basis einer ZGE zu ermitteln, welcher Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten zugeordnet werden, bis diese zusammen weitestgehend unabhängige Mittelzuflüsse generieren. Dies ist u.a. für den Geschäfts- oder Firmenwert der Fall. Dieser wird, sofern er aus einem Unternehmenszusammenschluss resultiert, vom Übernahmetag an der ZGE oder Gruppe von ZGEs zugeordnet, die aus den Synergien des Zusammenschlusses Nutzen ziehen kann und auf deren Ebene der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Management-Zwecke überwacht wird.

Zur Ermittlung des Nutzungswertes werden grundsätzlich die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Bei der Ermittlung des Nutzungswertes werden das aktuelle und künftig erwartete Ertragsniveau sowie technologische, wirtschaftliche und allgemeine Entwicklungstendenzen auf Basis genehmigter Finanzpläne berücksichtigt. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten werden, falls vorhanden, kürzlich erfolgte Markttransaktionen berücksichtigt.

Übersteigt der Buchwert den erzielbaren Betrag des Vermögenswertes oder der ZGE, wird ein Wertminderungsverlust in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfolgswirksam erfasst.

Ist bei einem Geschäfts- oder Firmenwert der Wertberichtigungsbedarf höher als der Buchwert der diesen Geschäfts- oder Firmenwert tragenden ZGE, wird der Geschäfts- oder Firmenwert zunächst vollständig abgeschrieben und der verbleibende Wertberichtigungsbedarf auf die übrigen Vermögenswerte der ZGE verteilt. Dabei werden notwendige Wertminderungen auf einzelne Vermögenswerte dieser ZGE im Vorfeld des Wertminderungstests für den Geschäfts- oder Firmenwert berücksichtigt.

Zuschreibungen auf den neuen erzielbaren Betrag erfolgen, außer bei Geschäfts- oder Firmenwerten, wenn die Gründe für Wertminderungen aus den Vorjahren entfallen. Die Wertobergrenzen für Zuschreibungen sind die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten, die sich ergäben, wenn in den Vorjahren keine Wertminderungen erfasst worden wären.

Der zum 31.12.2023 bilanzierte Geschäfts- oder Firmenwert resultiert in Höhe von 32.776 TEUR aus dem Erwerb der MAX Automation SE in 2017. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird ZGEs zugeordnet und die Werthaltigkeit auf dieser Ebene überwacht. Siehe Gliederungspunkt VI.F.1 für weitere Informationen.

8. Bilanzierung von Leasingverhältnissen

Leasingverhältnisse als Leasingnehmer

Für alle Verträge prüft die Günther-Gruppe, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis ist oder enthält. Die Regelungen des IFRS 16 werden nicht auf immaterielle Vermögenswerte angewandt.

Ein Leasingverhältnis ist definiert als ein Vertrag oder Teil eines Vertrages, der das Recht einräumt, einen Vermögenswert (den zu Grunde liegenden Vermögenswert) für einen bestimmten Zeitraum gegen Entgelt zu nutzen. Zur Anwendung dieser Definition beurteilt der Konzern, ob der Vertrag die folgenden drei Voraussetzungen erfüllt:

Der Vertrag bezieht sich auf einen identifizierten Vermögenswert, der entweder im Vertrag ausdrücklich gekennzeichnet oder implizit spezifiziert wird und so als identifiziert gelten kann.

Die Gruppe hat das Recht, im Wesentlichen den gesamten wirtschaftlichen Nutzen aus der Nutzung des identifizierten Vermögenswerts während der gesamten Nutzungsdauer unter Berücksichtigung seiner Rechte im Rahmen des definierten Vertragsumfangs zu ziehen.

Die Gruppe hat das Recht, die Nutzung des identifizierten Vermögenswertes während des gesamten Nutzungszeitraums zu bestimmen.

Bei Mehrkomponentenverträgen wird jede separate Leasingkomponente getrennt bilanziert. Bei Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, wird - abgesehen von Immobilien-Leasingverträgen - von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, auf die Trennung dieser Komponenten zu verzichten.

Die Günther-Gruppe mietet verschiedene Büro- und Produktionsgebäude, technische Anlagen und Maschinen, Fahrzeuge sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. Leasingverträge werden in der Regel für feste Zeiträume abgeschlossen, können jedoch Verlängerungsoptionen vorsehen. Die Leasingkonditionen werden individuell ausgehandelt und beinhalten eine Vielzahl von unterschiedlichen Konditionen.

Erstmalig werden Leasingverhältnisse zu dem Zeitpunkt, zu dem der Leasinggegenstand der Günther-Gruppe zur Nutzung zur Verfügung steht, als Nutzungsrecht und entsprechende Leasingverbindlichkeit bilanziert. Jede Leasingrate wird in Tilgung und Finanzierungsaufwendungen aufgeteilt. Die Finanzierungsaufwendungen werden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfolgswirksam erfasst, so dass sich für jede Periode ein konstanter periodischer Zinssatz auf den Restbetrag der Verbindlichkeit ergibt. Das Nutzungsrecht wird linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Nutzungsdauer und Laufzeit des Leasingvertrags abgeschrieben.

Vermögenswerte und Schulden aus Leasingverhältnissen werden bei Erstansatz zu Barwerten erfasst. Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten den Barwert folgender Leasingzahlungen:

feste Zahlungen (einschließlich de facto festen Zahlungen, hinreichend sicheren Verlängerungen, abzgl. etwaiger zu erhaltender Leasinganreize)

variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind

erwartete Restwertzahlungen aus Restwertgarantien des Leasingnehmers

den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn die Ausübung durch den Leasingnehmer hinreichend sicher ist

Strafzahlungen für die Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in der Laufzeit berücksichtigt ist, dass der Leasingnehmer eine Kündigungsoption wahrnehmen wird.

Leasingzahlungen werden mit dem Leasingverhältnis zugrundeliegenden impliziten Zinssatz abgezinst, sofern dieser bestimmbar ist. Andernfalls erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz der Günther-Gruppe, d.h. dem Zinssatz, den die Günther- Gruppe zahlen müsste, wenn sie Mittel aufnehmen müsste, um in einem vergleichbaren wirtschaftlichen Umfeld einen Vermögenswert mit einem vergleichbaren Wert und vergleichbaren Bedingungen zu erwerben.

Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten bewertet, die sich wie folgt zusammensetzen:

Betrag der Erstbewertung der Leasingverbindlichkeit

sämtliche bei oder vor der Bereitstellung geleistete Leasingzahlungen abzüglich aller etwaiger erhaltener Leasinganreize

alle dem Leasingnehmer entstandenen anfänglichen direkten Kosten und

geschätzte Kosten, die dem Leasingnehmer bei Demontage oder Beseitigung des zugrunde liegenden Vermögenswerts, bei der Wiederherstellung des Standorts, an dem sich dieser befindet oder bei Rückversetzung des zugrunde liegenden Vermögenswerts, in den in der Leasingvereinbarung verlangten Zustand entstehen

Änderungen der Leasingverhältnisse und Neubewertungen der Leasingverbindlichkeiten werden grundsätzlich erfolgsneutral gegen das Nutzungsrecht erfasst. Eine erfolgswirksame Erfassung in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt, wenn der Buchwert des Nutzungsrechts bereits auf Null reduziert ist oder dieser aus einer teilweisen Beendigung des Leasingverhältnisses resultiert.

Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, werden linear als Aufwand im Gewinn oder Verlust erfasst. Als kurzfristige Leasingverhältnisse gelten Leasingverträge mit einer Laufzeit von bis zu 12 Monaten. Vermögenswerte mit geringem Wert sind bspw. IT-Ausstattung und kleinere Gegenstände der Betriebs- und Geschäftsausstattung. Als Vermögenswert mit geringem Wert werden, soweit objektiv nachweisbar, Vermögenswerte mit einem beizulegenden Zeitwert von unter 5.000 Euro angesehen.

Die Leasingverhältnisse haben folgende Laufzeiten:

Laufzeit in Jahren MAX MIN
Grundstücke und Gebäude 22 1
Technische Anlagen und Maschinen 6 2
Betriebs- und Geschäftsausstattung 10 1

In der Bilanz werden die Nutzungsrechte in den Sachanlagen ausgewiesen. Die Leasingverbindlichkeiten sind in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten. Für ergänzende Erläuterungen verweisen wir auf den Sachanlagespiegel unter Gliederungspunkt VI.F.2 und die sonstigen langfristigen und kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten unter Gliederungspunkt VI.F.20, sowie auf die Erläuterungen zum Finanzergebnis unter Gliederungspunkt VI.G.7.

Leasingverhältnisse als Leasinggeber

Bei Vertragsbeginn oder bei Änderung eines Vertrags, der eine Leasingkomponente enthält, teilt die Günther-Gruppe das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise auf.

Wenn die Günther-Gruppe als Leasinggeber auftritt, stuft sie bei Vertragsbeginn jedes Leasingverhältnis entweder als Finanzierungsleasing oder als Operating-Leasingverhältnis ein.

Zur Einstufung jedes Leasingverhältnisses wird eine Gesamteinschätzung vorgenommen, ob das Leasingverhältnis im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum an dem zugrunde liegenden Vermögenswert verbunden sind, überträgt. Wenn dies der Fall ist, wird das Leasingverhältnis als Finanzierungsleasing eingestuft; wenn nicht, ist es ein Operating-Leasingverhältnis. Im Rahmen dieser Beurteilung berücksichtigt die Günther-Gruppe bestimmte Indikatoren, wie zum Beispiel, ob das Leasingverhältnis den überwiegenden Teil der wirtschaftlichen Nutzungsdauer des Vermögenswertes umfasst.

Wenn eine Vereinbarung Leasing- und Nichtleasingkomponenten enthält, wendet der Konzern IFRS 15 zur Aufteilung des vertraglich vereinbarten Entgeltes an.

Die Günther-Gruppe wendet die Ausbuchungs- und Wertminderungsvorschriften von IFRS 9 auf die Nettoinvestition in das Leasingverhältnis an. Die bei der Berechnung der Bruttoinvestition in das Leasingverhältnis angesetzten geschätzten, nicht garantierten Restwerte werden von der Günther-Gruppe regelmäßig überprüft.

9. Finanzinstrumente

Gemäß IAS 32 ist ein Finanzinstrument definiert als ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Sie können gem. IFRS nicht-derivative Finanzinstrumente, wie beispielsweise Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sowie derivative Finanzinstrumente, umfassen.

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden bei erstmaligem Ansatz mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet, welcher im Regelfall dem Transaktionspreis entspricht. Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb oder der Emission des Finanzinstrumentes zuzurechnen sind, werden nur dann im anzusetzenden Buchwert berücksichtigt, wenn das entsprechende Finanzinstrument nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird. Im Falle von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne signifikante Finanzierungskomponente ist immer der Transaktionspreis anzusetzen, welcher sich nach IFRS 15 bestimmt. Die Folgebewertung ist abhängig von der Klassifizierung der Finanzinstrumente.

Die Erfassung von marktüblichen Käufen oder Verkäufen für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erfolgt grundsätzlich zum Handelstag.

10. Originäre finanzielle Vermögenswerte

Originäre finanzielle Vermögenswerte umfassen insbesondere:

Anteile an assoziierten Unternehmen,

Vertragsvermögenswerte,

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen,

Sonstige finanzielle Vermögenswerte sowie

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

Finanzielle Vermögenswerte mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten werden unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen.

Die Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte erfolgt in Abhängigkeit des zugrundeliegenden Geschäftsmodells und des Zahlungsstromkriteriums, wonach die vertraglichen Zahlungsströme eines finanziellen Vermögenswerts ausschließlich aus Zinsen und Tilgung auf den ausstehenden Kapitalbetrag des Finanzinstruments bestehen dürfen. Die Prüfung des Zahlungsstromkriteriums erfolgt dabei immer auf Ebene des einzelnen Finanzinstruments. Die Beurteilung des Geschäftsmodells bezieht sich auf die Frage, wie finanzielle Vermögenswerte zur Generierung von Zahlungsströmen gesteuert werden. Die Steuerung kann entweder auf ein Halten, Verkaufen oder eine Kombination aus beidem abzielen.

Günther teilt finanzielle Vermögenswerte in eine der folgenden Kategorien ein:

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte

Die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten erfolgt, wenn die folgenden beiden Kriterien erfüllt sind:

Das Geschäftsmodell zur Steuerung dieser Finanzinstrumente ist auf deren Halten ausgerichtet, um die zugrundeliegenden vertraglichen Zahlungsströme zu erzielen, und

die hieraus erzielten vertraglichen Zahlungsströme bestehen ausschließlich aus Zins und Tilgung auf den ausstehenden Kapitalbetrag.

Die Folgebewertung dieser finanziellen Vermögenswerte erfolgt zu Anschaffungskosten und unterliegt den Vorschriften für Wertminderungen gem. IFRS 9.5.5ff. Bei Günther unterliegen im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Vermögenwerte, Vertragsvermögenswerte und Bankguthaben dieser Kategorie.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Die Kategorie umfasst finanzielle Vermögenswerte, die zu Handelszwecken gehalten werden, Finanzinstrumente unter Anwendung der Fair Value-Option, finanzielle Vermögenswerte, für die eine verpflichtende Bewertung zum beizulegenden Zeitwert vorgesehen ist, und Eigenkapitalinstrumente, die nicht erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Ein Handelszweck liegt vor, wenn ein kurzfristiger Kauf oder Verkauf vorgesehen ist. Derivate, die nicht Teil einer Sicherungsbeziehung sind, werden immer zu Handelszwecken gehalten. Finanzielle Vermögenswerte, die nicht das Zahlungsstromkriterium erfüllen, werden immer erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, unabhängig vom zugrundeliegenden Geschäftsmodell. Die gleiche Bewertung ergibt sich für Finanzinstrumente, die einem Geschäftsmodell "Verkaufen" unterliegen.

Jegliche Änderungen des beizulegenden Zeitwerts dieser Instrumente werden im Gewinn oder Verlust erfasst.

In der Günther-Gruppe unterliegen in der aktuellen Periode Zins- und Währungsderivate dieser Bewertung.

Erfolgsneutral mit Recycling zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (Schuldinstrumente)

Die Bewertung erfolgsneutral mit Recycling zum beizulegenden Zeitwert für Finanzinstrumente erfolgt, wenn die folgenden beiden Kriterien erfüllt sind:

Das Geschäftsmodell zur Steuerung dieser Finanzinstrumente ist auf deren Halten, um die zugrundeliegenden vertraglichen Zahlungsströme zu erzielen, und auch auf den Verkauf ausgerichtet.

Die hieraus erzielten vertraglichen Zahlungsströme bestehen ausschließlich aus Zins und Tilgung auf den ausstehenden Kapitalbetrag.

Für diese finanziellen Vermögenswerte werden Zinsen, Fremdwährungsbewertungseffekte und Aufwendungen und Erträge im Zusammenhang mit Wertminderungen erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die verbleibenden Änderungen werden in Übereinstimmung mit den Vorgaben des IFRS 9 erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis und bei Abgang als Gewinn oder Verlust erfasst (Recycling).

Bei Günther unterliegen aktuell keine Finanzinstrumente dieser Bewertung.

Erfolgsneutral ohne Recycling zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Beim erstmaligen Ansatz eines Eigenkapitalinstruments hat die Günther-Gruppe das unwiderrufliche Wahlrecht, dieses nicht erfolgswirksam, sondern erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Voraussetzung ist, dass es sich um ein Eigenkapitalinstrument gem. IAS 32 handelt, welches nicht zu Handelszwecken gehalten wird, und es sich nicht um eine bedingte Gegenleistung i.S.v. IFRS 3 handelt. Das Wahlrecht wird für jedes Eigenkapitalinstrument gesondert ausgeübt.

Gewinne oder Verluste aus einem solchen finanziellen Vermögenswert werden bei Abgang nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert (kein Recycling). Dividenden aus solchen Instrumenten werden erfolgswirksam erfasst. Eigenkapitalinstrumente, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, unterliegen nicht den Regelungen für Wertminderungen.

Bei Günther unterliegen aktuell keine Finanzinstrumente dieser Bewertung.

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Finanzielle Vermögenswerte, mit Ausnahme von zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam bewerteten finanziellen Vermögenswerten, Vertragsvermögenswerten gem. IFRS 15, Leasingforderungen, Kreditzusagen sowie finanziellen Garantien, unterliegen dem Wertminderungsmodell i.S.v. IFRS 9.5.5. Danach erfasst der Konzern für diese Vermögenswerte eine Wertminderung auf Basis der erwarteten Kreditverluste. Erwartete Kreditverluste ergeben sich aus dem Unterschiedsbetrag zwischen den vertraglich vereinbarten Zahlungsströmen und den erwarteten Zahlungsströmen, bewertet zum Barwert mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz. Die erwarteten Zahlungsströme beinhalten auch Erlöse aus Sicherungsverkäufen und sonstigen Kreditsicherheiten, die integraler Bestandteil des jeweiligen Vertrages sind.

Erwartete Kreditverluste werden in drei Stufen erfasst. Für finanzielle Vermögenswerte, für die sich keine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos seit dem erstmaligen Ansatz ergeben hat, wird die Wertberichtigung in Höhe des erwarteten 12-Monats-Kreditverlusts bemessen (Stufe 1). Im Falle einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos wird der erwartete Kreditverlust für die verbleibende Laufzeit des Vermögenswerts ermittelt (Stufe 2). Günther unterstellt grundsätzlich, dass eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos vorliegt, sofern eine Überfälligkeit von 30 Tagen gegeben ist. Dieser Grundsatz kann widerlegt werden, wenn im jeweiligen Einzelfall belastbare und vertretbare Informationen darauf hinweisen, dass sich das Kreditrisiko nicht erhöht hat. Sofern objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen, sind die zugrundeliegenden Vermögenswerte der Stufe 3 zuzuordnen. Objektive Hinweise auf eine Wertminderung werden bei einer Überfälligkeit von größer 90 Tagen unterstellt, außer es liegen im jeweiligen Einzelfall belastbare und vertretbare Informationen vor, dass ein längerer Rückstand besser geeignet ist als Hinweis auf eine Wertminderung. Darüber hinaus werden eine Zahlungsverweigerung und Ähnliches als objektiver Hinweis angesehen. Der erwartete Kreditverlust errechnet sich aus der Differenz zwischen dem Buchwert des finanziellen Vermögenswerts und dem mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz diskontierten Kapitalbetrag der zukünftig noch erwarteten Zahlungsströme aus dem finanziellen Vermögenswert. Damit ist in der Stufe 3 zusätzlich die Zinsvereinnahmung anzupassen.

Die für den Konzern relevante Klasse von Vermögenswerten für die Anwendung des Wertminderungsmodells sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte. Für diese wendet Günther den vereinfachten Ansatz gem. IFRS 9.5.15 an. Danach wird die Wertberichtigung stets in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste bemessen.

Günther hält ausschließlich Instrumente, für die ein niedriges Ausfallrisiko besteht.

Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlungen erloschen sind oder übertragen wurden und der Konzern im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen überträgt.

11. Derivative Finanzinstrumente

Innerhalb der Günther-Gruppe werden derivative Finanzinstrumente zur Steuerung von Risiken aus Zins- und Währungsschwankungen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden bei erstmaligem Ansatz als Vermögenswerte oder Schulden zu ihrem beizulegenden Zeitwert in der Kategorie der finanziellen Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, oder finanziellen Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, bewertet. Zurechenbare Transaktionskosten werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie anfallen. Mit Ausnahme von Derivaten, die als Sicherungsinstrument zur Absicherung von Zahlungsströmen im Rahmen von Cashflow-Hedges designiert wurden, werden sämtliche Derivate erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser entspricht dem Marktwert, der durch die beteiligten Kontrahenten auf Basis anerkannter finanzmathematischer Modelle ermittelt und mitgeteilt wird. Der Ausweis erfolgt in der Konzernbilanz unter den Positionen "sonstige finanzielle Vermögenswerte" bzw. "sonstige finanziellen Verbindlichkeiten".

Hedge Accounting

Bei Cashflow-Hedges zur Absicherung von Zinsrisiken werden zukünftige variable Zahlungsströme durch den Einsatz geeigneter Derivate festgeschrieben. Bei Beginn einer Sicherungsmaßnahme werden sowohl die Beziehung zwischen dem als Sicherungsinstrument eingesetzten Finanzinstrument und dem Grundgeschäft als auch Ziel und Strategie der Absicherung dokumentiert. Dazu zählen die konkrete Zuordnung der Absicherungsinstrumente zu den entsprechenden zukünftigen Transaktionen und die Einschätzung des Grads der Wirksamkeit der eingesetzten Absicherungsinstrumente. Die Effektivität der Sicherungsbeziehung wird laufend überwacht.

Liegt ein Cashflow-Hedge vor, wird der effektive Teil der Wertänderung des Sicherungsinstruments bis zur Erfassung des Ergebnisses aus dem gesicherten Grundgeschäft erfolgsneutral unter Berücksichtigung latenter Steuern im sonstigen Ergebnis erfasst. Eine Umbuchung in die Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt zeitgleich mit der Ergebniswirkung des abgesicherten Grundgeschäfts. Der ineffektive Teil der Wertänderung des Sicherungsinstruments wird an jedem Stichtag erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst.

In der Günther-Gruppe werden keine Cashflow-Hedges zur Absicherung von Zinsrisiken mehr verwendet.

12. Vorräte

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Anschaffungskosten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden mit dem gleitenden Durchschnitt ermittelt. Hierbei werden zusätzlich Anschaffungsnebenkosten pauschal anhand der im Geschäftsjahr durchschnittlich angefallenen Anschaffungsnebenkosten berücksichtigt. Unfertige sowie selbst erstellte fertige Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellkosten enthalten neben den Material-, Fertigungs- und Sondereinzelkosten der Fertigung auch angemessene Teile der der Produktion zurechenbaren Gemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen.

Der Nettoveräußerungswert ist definiert als der geschätzte, im normalen Geschäftsbetrieb erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten notwendigen Vertriebskosten.

13. Vertragsvermögenswerte bzw. -verbindlichkeiten

Vertragsvermögenswerte entstehen aus der Anwendung der Umsatzrealisierung über einen Zeitraum. Dies ist im Konzern vor allem der Fall, wenn die Produkte aufgrund ihrer Spezifikationen keinen alternativen Nutzen haben und gegenüber dem Kunden ein durchsetzbarer Zahlungsanspruch mindestens in Höhe einer Erstattung der durch die bereits erbrachten Leistungen entstandenen Kosten einschließlich einer angemessenen Gewinnmarge besteht. In diesen Fällen realisiert der Konzern auf Basis der inputorientierten Methode cost-to-cost Umsatzerlöse. Da die Umsatzrealisierung vor dem Zeitpunkt liegt, an dem Günther einen unbedingten Anspruch auf Erhalt der Gegenleistung hat, wird ein Vertragsvermögenswert aktiviert.

Wenn der Konzern nicht in der Lage ist die Höhe der Marge hinreichend sicher zu bestimmen, erfolgt die Umsatzrealisierung nach der Zero-Profit-Margin-Methode. Die Marge wird dann erst am Ende des Projekts erfasst.

Vertragsverbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus erhaltenen Anzahlungen von Kunden, wenn diese im Zusammenhang mit einem Kundenauftrag stehen und die Produkte noch nicht ausgeliefert bzw. die Leistung noch nicht erbracht ist.

Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten werden auf Vertragsebene saldiert. In Abhängigkeit von der Restlaufzeit erfolgt ein Ausweis als kurz- oder langfristig. Auf Vertragsvermögenswerte werden die Wertminderungsvorschriften des IFRS 9 angewendet.

14. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen aus Kassenbeständen, sofort verfügbaren Bankguthaben sowie kurzfristigen Einlagen bei Kreditinstituten und anderen kurzfristigen hochliquiden finanziellen Vermögenswerten, die allesamt eine Laufzeit von unter 3 Monaten aufweisen. Ausgenutzte Kontokorrentkredite werden unter den kurzfristigen Finanzschulden ausgewiesen.

15. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche

Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden als zur Veräußerung klassifiziert, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgeführte Nutzung realisiert wird. Die betreffenden Vermögenswerte werden ab dem Zeitpunkt ihrer Klassifizierung nicht mehr fortlaufend abgeschrieben, sondern mit dem niedrigeren Betrag aus Buchwert und beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet.

Ein aufgegebener Geschäftsbereich ist ein Bestandteil des Konzerngeschäfts, dessen Geschäftsbereich und Cashflows vom restlichen Konzern klar abgegrenzt werden können und der:

einen gesonderten, wesentlichen Geschäftszweig oder geografischen Geschäftsbereich darstellt,

Teil eines einzelnen, abgestimmten Plans zur Veräußerung eines gesonderten, wesentlichen Geschäftszweigs,

oder geografischen Geschäftsbereichs ist oder

ein Tochterunternehmen darstellt, das ausschließlich mit der Absicht einer Weiterveräußerung erworben wurde.

Die Einstufung als ein aufgegebener Geschäftsbereich geschieht bei Veräußerung oder sobald der Geschäftsbereich die Kriterien für eine Einstufung als zur Veräußerung gehalten erfüllt, wenn dies früher der Fall ist. Wenn ein Geschäftsbereich als aufgegebener Geschäftsbereich eingestuft wird, wird die Gesamtergebnisrechnung des Vergleichsjahres so angepasst, als ob der Geschäftsbereich von Beginn des Vergleichsjahres an aufgegeben worden wäre.

16. Ertragsteuern

Der Ertragsteueraufwand stellt die Summe des laufenden Steueraufwands und der latenten Steuern dar.

Laufende Steuern

Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens für das Jahr ermittelt. Das zu versteuernde Einkommen unterscheidet sich vom Jahresüberschuss aus der Konzerngesamtergebnisrechnung aufgrund von Aufwendungen und Erträgen, die in späteren Jahren oder niemals steuerbar bzw. steuerlich abzugsfähig sind. Die Verbindlichkeiten des Konzerns für die laufenden Steuern werden auf Grundlage der geltenden bzw. aus Sicht des Abschlussstichtages in Kürze geltenden Steuersätze berechnet.

Latente Steuern

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt gemäß IAS 12 auf der Grundlage der international üblichen bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode (Liability-Methode). Danach werden Steuerabgrenzungsposten für sämtliche temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den Wertansätzen in der Konzernbilanz sowie für steuerliche Verlustvorträge gebildet.

Latente Steuern auf diese ermittelten Differenzen werden grundsätzlich immer berücksichtigt, wenn sie zu passivischen latenten Steuerverbindlichkeiten führen. Aktive latente Steuern werden nur dann berücksichtigt, wenn es wahrscheinlich ist, dass die entsprechenden Steuervorteile auch realisiert werden. Aktive und passive latente Steuern werden auch auf temporäre Differenzen, die im Rahmen von Unternehmenserwerben entstehen, angesetzt, mit der Ausnahme von temporären Differenzen auf Geschäfts- oder Firmenwerte, sofern diese steuerlich unberücksichtigt bleiben.

Für zu versteuernde temporäre Differenzen, die aus Anteilen an Tochterunternehmen entstehen, werden latente Steuerschulden gebildet, es sei denn, dass der Konzern die Umkehr der temporären Differenzen steuern kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporäre Differenz in absehbarer Zeit nicht umkehren wird.

Latente Steueransprüche, die sich aus temporären Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen ergeben, werden nur in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend steuerbares Einkommen zur Verfügung steht, mit dem die Ansprüche aus den temporären Differenzen genutzt werden können. Zudem muss davon ausgegangen werden können, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zukunft umkehren werden.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird jedes Jahr am Abschlussstichtag geprüft und im Wert gemindert, falls es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass genügend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung steht, um den Anspruch vollständig oder teilweise zu realisieren.

Zur Berechnung latenter Steuern werden die Steuersätze zukünftiger Jahre herangezogen, soweit sie bereits gesetzlich festgeschrieben sind bzw. der Gesetzgebungsprozess im Wesentlichen abgeschlossen ist. Veränderungen der latenten Steuern in der Bilanz führen grundsätzlich zu latentem Steueraufwand bzw. -ertrag. Soweit Sachverhalte, die eine Veränderung der latenten Steuern nach sich ziehen, direkt gegen das Eigenkapital gebucht werden, wird auch die Veränderung der latenten Steuern direkt im Eigenkapital berücksichtigt.

17. Pensionsrückstellungen

In der Günther-Gruppe bestehen Versorgungsverpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt gem. IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method") auf Basis versicherungsmathematischer Gutachten. Dabei werden nicht nur die am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern berücksichtigt. Vom Barwert der Pensionsverpflichtungen wird das Planvermögen mit seinem beizulegenden Zeitwert abgezogen. Resultiert aus dem Abzug des Planvermögens eine Überdotierung, beschränkt sich der Ansatz des Nettovermögenswerts auf den Barwert der mit dem Planvermögensüberschuss verbundenen wirtschaftlichen Vorteile (sog. "asset ceiling").

Der Nettozinsaufwand des Geschäftsjahres wird durch Multiplikation der Nettoverpflichtung mit dem zugrunde gelegten Diskontierungszins ermittelt.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Bewertung der leistungsorientierten Bruttoverpflichtung werden ebenso wie der Unterschiedsbetrag zwischen am Periodenbeginn ermittelter und am Periodenende tatsächlich realisierter Planvermögensrendite erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis ausgewiesen und in der Gesamtergebnisrechnung gesondert dargestellt. Aufwendungen aus der Aufzinsung der Leistungsverpflichtungen sowie Zinserträge aus dem Planvermögen (Nettozinsaufwand) werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand berücksichtigt, wobei nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand aus Planänderungen sofort erfolgswirksam erfasst wird.

Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden dann als Aufwand erfasst, wenn die Arbeitnehmer die Arbeitsleistung erbracht haben, die sie zu den Beiträgen berechtigen.

18. Sonstige Rückstellungen

Eine Rückstellung wird dann gebildet, wenn der Konzern eine gegenwärtige (gesetzliche oder faktische) Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses besitzt, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist.

Die Rückstellungen werden mit dem erwarteten Erfüllungsbetrag angesetzt. Langfristige Rückstellungen werden auf der Grundlage entsprechender Marktzinssätze auf den Bilanzstichtag abgezinst.

19. Anteilsbasierte Vergütung

Eine anteilsbasierte Vergütung ist eine Transaktion, in der die Unternehmung Güter oder Dienste entweder als Gegenleistung für ihre Anteilsscheine oder gegen Verbindlichkeiten aufgrund des Werts der Aktien oder sonstigen Anteilsscheine erhält oder erwirbt. IFRS 2 unterscheidet drei Typen von anteilsbasierten Vergütungen:

1.

Transaktionen, die durch Eigenkapitalinstrumente ausgeglichen werden (Equitysettled share-based transactions) und mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung bewertet werden,

2.

Transaktionen, die zwar in bar ausgeglichen werden, deren Höhe aber von einem Eigenkapitalinstrument des Unternehmens abhängig ist (Cash-settled share-based payment transactions) und die mit dem beizulegenden Zeitwert zum Bilanzstichtag bewertet werden,

3.

Transaktionen, bei denen die jeweils Beteiligten einzeln die Wahl haben, ob der Ausgleich durch ein Eigenkapitalinstrument oder in bar zu erfolgen habe.

Im Hinblick auf die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Transaktionen des Typs 2 wird auf die Ausführungen unter Gliederungspunkt VI.I.6 verwiesen. Der Standard sieht vor, dass diese Vergütungsinstrumente für die berechtigten Personen erfolgswirksam als Personalaufwand zu erfassen sind.

Die geschäftsführenden Direktoren der MAX Automation SE erhalten einen mehrjährigen Long-Term Incentive ("LTI"), der als Phantom Stock Modell ausgestaltet ist.

Auf der Hauptversammlung 2023 der MAX Automation SE wurde ein neues Vergütungssystem für die geschäftsführenden Direktoren beschlossen, das ein neues LTI-Programm umfasst. Dieses neue LTI-Programm wurde im Rahmen der Vertragsverlängerungen rückwirkend ab dem 01. Januar 2023 auf die Verträge von Dr. Ralf Guckert und Hartmut Buscher angewendet. Bis dato galt für diese das alte LTI-Programm.

Den Ausgangspunkt des alten LTI-Programms bildet ein Eigeninvestment eines jeden GfD in Aktien der MAX Automation SE ("MAX Aktien"), das in der Höhe individuell festgelegt, aber nicht mehr als 26 % des Fixgehaltes betragen kann ("Jahresinvestment"). Für das Jahresinvestment gewährt die Gesellschaft dem GfD virtuelle MAX Aktien ("Phantom Shares") im Gegenwert des 2,5-fachen des Jahresinvestments ("Zuteilungswert"). Die Phantom Shares gewähren dem GfD einen nach Ablauf der insgesamt vierjährigen Performanceperiode entstehenden Anspruch auf Zahlung eines Bruttobetrags (Phantom- Share-Zahlung) in Höhe des Abrechnungswerts multipliziert mit der Anzahl der Phantom Shares. Der Abrechnungswert ist der Durchschnittskurs der letzten 90 Handelstage der MAX Aktien im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse vor dem Abrechnungstag. Die Auszahlung aus dem LTI erfolgt in Form einer Einmalzahlung und kann einen individuell vereinbarten Höchstbetrag, maximal jedoch 500 % des Zuteilungswerts (Cap) nicht übersteigen.

Der beizulegende Zeitwert des Phantom Share Programms wurde im Einklang mit den Regelungen des IFRS 2 (Anteilsbasierte Vergütungen) anhand des Stichtagsbörsenkurses des an der Frankfurter Wertpapierbörse im XETRA-Handel festgestellten Schlusskurses der Stammaktie der MAX Automation SE bestimmt.

Am Abschlussstichtag 31.12.2023 wurden für alle Anspruchsberechtigten insgesamt 242.532 (Vorjahr: 196.312) Phantoms Shares im Rahmen der Wertermittlung, auf Basis des am Gewährungszeitpunkt ermittelten Abrechnungswerts, berücksichtigt. Der beizulegende Zeitwert beläuft sich auf 1.402 TEUR (Vorjahr: 948 TEUR). Im Geschäftsjahr 2023 wurden 46.220 neue Phantom Shares gewährt (Vorjahr: 108.750), die in der zuvor genannten Gesamtanzahl der Phantom Shares enthalten sind. Der beizulegende Zeitwert der im Geschäftsjahr neu gewährten Phantom Shares beläuft sich auf 267 TEUR (Vorjahr: 525 TEUR). Dies entspricht dem inneren Wert der erdienten Ansprüche.

Die Rückstellung für das Phantom Share Programm des Teilkonzerns MAX Automation SE beträgt 1.402 TEUR (Vorjahr: 1.650 TEUR)

Der neue LTI ist eine langfristige, mehrjährige erfolgsabhängige Vergütung, die in mehreren unabhängigen, dreijährigen Tranchen über eine Gesamtlaufzeit des Programms von fünf Jahren ("Programmlaufzeit") beginnend zum 1. Januar eines Jahres ("Startzeitpunkt")

für jedes der einzelnen Geschäftsjahre, in denen ein GfD während der Programmlaufzeit tätig ist, ausgelobt wird. Der LTI ist als ein System zur Teilhabe der GfD an der langfristigen Performance der Portfoliounternehmen, d.h. des Portfolios an Beteiligungsunternehmen und strategisch ausgerichteten Finanzbeteiligungen, ausgestaltet und setzt so Anreize zur nachhaltigen Steigerung des Werts der Portfoliounternehmen. Hierzu wird ein virtuelles Investitionskapital definiert, dessen Wertentwicklung gemessen wird. An einer sich aus den Wertzuwächsen ergebenden Verzinsung des virtuellen Investitionskapitals partizipieren die GfD, soweit eine bestimmte Mindestverzinsung überschritten wird. Am Abschlussstichtag 31. Dezember 2023 betrug der beizulegende Vergütungsanspruch aus dem neuen LTI-Programm für alle anspruchsberechtigten GfD insgesamt 1.198 TEUR, dieser wird unter den langfristigen Rückstellungen ausgewiesen.

Der im Geschäftsjahr 2023 aus anteilsbasierten Vergütungen entstandene Aufwand betrug insgesamt 1.211 TEUR (Vorjahr: 696 TEUR). Hiervon entfielen 917 TEUR auf die GfD und 294 TEUR auf ausgewählte Führungskräfte der MAX Gruppe. Der beizulegende Zeitwert der Ansprüche der ausgewählten Führungskräfte der MAX Gruppe betrug zum Bilanzstichtag 294 TEUR, dieser wird unter den langfristigen Rückstellungen ausgewiesen.

Ein aktueller und ein ehemaliger geschäftsführender Direktor der Günther Holding SE haben in 2021 erstmals einen LTI erhalten, der auf einem Phantom Stock Modell basiert und nach IFRS 2 als anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich bilanziert wird. Zum Ausgabezeitpunkt werden Phantom Stocks ausgegeben, deren Wert sich in Abhängigkeit des Unternehmenswerts der Günther-Gruppe verändert. Dieser Wert bemisst sich zum Großteil auf Basis der Aktienkursentwicklung der MAX Automation SE und der ZEAL Network SE. Zum Abrechnungstag am Ende der Laufzeit erfolgt die Auszahlung in bar. Entspricht der Unternehmenswert der Gruppe 50% oder weniger des Werts zum Ausgabezeitpunkts beträgt die Auszahlung 0 EUR. Nach oben ist der Barauszahlungsbetrag auf 300% der jeweiligen Tranche begrenzt. Die Laufzeit des Programms beträgt 3 bzw. 12 Jahre. Die Bewertung erfolgte mit Hilfe des Black-Scholes-Modells im Einklang mit den Regelungen des IFRS 2. Dabei wurden im Geschäftsjahr 2023 risikolose Zinssätze (diskret) von 2,53% bis. 3,36% und Volatilitäten von 32,58%bis. 38,60% verwendet. Im Geschäftsjahr wurden 231 TEUR (Vorjahr: 68 TEUR) als Personalaufwand erfasst und die resultierende Verpflichtung i.H.v. 759 TEUR (Vorjahr: 520 TEUR) unter den langfristigen Rückstellungen ausgewiesen.

20. Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten begründen eine Rückgabeverpflichtung in Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten oder einem sonstigen finanziellen Vermögenswert. Zu den finanziellen Verbindlichkeiten zählen im Wesentlichen:

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen,

Vertragsverbindlichkeiten sowie

sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (insbesondere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten)

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum Nominalwert, welcher dem beizulegenden Zeitwert entspricht, bewertet. Da lediglich kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen existieren, kommt die Effektivzinsmethode im Rahmen der Folgebewertung nicht zur Anwendung.

Das Konzernunternehmen ELWEMA nutzt im Rahmen der Steuerung des Working Capital Bedarfs im begrenzten Umfang die Möglichkeit des Reverse Factoring, was eine Ausweitung der Lieferantenzahlungsziele auf bis zu 120 Tage (Vorjahr: 90 Tage) ermöglicht. Am Bilanzstichtag wurde für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 3.757 TEUR (Vorjahr: 5.173 TEUR) die Möglichkeit des Reverse Factoring genutzt. Der Ausweis dieser Verbindlichkeiten erfolgt gemäß ihrem operativen Charakter unter Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Zahlungsströme aus dem Reverse Factoring werden daher im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ausgewiesen.

Vertragsverbindlichkeiten

Zu Vertragsverbindlichkeiten siehe unter VI.B.13.

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert und ggf. nach Abzug von Transaktionskosten angesetzt.

Finanzielle Verbindlichkeiten aus originären Finanzinstrumenten sind zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu bewerten. Finanzielle Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten, für die kein Hedge Accounting erfolgt, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden als kurzfristig klassifiziert, sofern der Konzern nicht das unbedingte Recht hat, die Tilgung der Verbindlichkeit auf einen Zeitpunkt mindestens zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag zu verschieben.

Leasingverbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz in Höhe des niedrigeren Wertes aus beizulegendem Zeitwert des geleasten Vermögenswertes und Barwert der Mindestleasingzahlungen bewertet.

21. Ertrags- und Aufwandsrealisierung

Die Umsätze der Günther-Gruppe stammen im Wesentlichen aus dem Verkauf hoch-technologisierter Lösungen für den internationalen Anlagen- und Maschinenbau und der Erbringung zugehöriger Dienstleistungen (u.a. Wartung, Beratung) in den Bereichen Process Technologies, Evolving Technologies, Environmental Technologies und Mobility Automation. Des Weiteren werden Umsatzerlöse aus der Erbringung von Vertriebsdienstleistungen für staatliche Lotterieprodukte sowie der Entwicklung und dem Vertrieb von Softwarelösungen (i.W. ERP-Lösungen) erzielt. Die Umsätze werden als Umsatzerlöse ausgewiesen und zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu beanspruchenden Gegenleistung, abzüglich von Retouren sowie gewährten Preisnachlässen und Mengenrabatten erfasst.

Verkauf von Gütern

Umsatz aus dem Verkauf von Gütern wird - sofern keine kundenbezogene Fertigung vorliegt - erfasst, wenn basierend auf den Vereinbarungen mit dem jeweiligen Kunden (1) die maßgeblichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum der verkauften Waren verbunden sind, auf den Käufer übertragen wurden, (2) es hinreichend wahrscheinlich ist, dass Günther der wirtschaftliche Nutzen aus dem Verkauf zufließen wird, (3) die mit dem Verkauf in Zusammenhang stehenden Kosten sowie die möglichen Rückgaben verlässlich bestimmt werden können, (4) Günther kein weiterbestehendes Verfügungsrecht in Bezug auf die Waren verbleibt und (5) die Höhe der Erlöse verlässlich bestimmt werden kann. In Abhängigkeit vom jeweiligen Kundenvertrag sowie der jeweiligen Bestellung, stimmt der Zeitpunkt der Umsatzrealisierung regelmäßig mit dem Zeitpunkt der Lieferung oder Abnahme überein.

Verkauf von Dienstleistungen

Erträge aus Dienstleistungsverträgen werden in derjenigen Periode erfasst, in der die Dienstleistung erbracht wird. Die Umsatzrealisierung erfolgt nach Maßgabe des Fertigstellungsgrades und unter der Voraussetzung, dass das Ergebnis des Dienstleistungsgeschäfts verlässlich geschätzt werden kann.

Kundenspezifische Fertigungsaufträge

Nach IFRS 15 werden kundenspezifische Produkte einer zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung unterzogen, wenn die Produkte aufgrund ihrer Spezifikationen keinen alternativen Nutzen haben und die Gruppe gegenüber dem Kunden einen durchsetzbaren Zahlungsanspruch mindestens in Höhe einer Erstattung der durch die bereits erbrachten Leistungen entstandenen Kosten einschließlich einer angemessenen Gewinnmarge hat.

Bei kundenspezifischer Fertigung werden Umsatzerlöse nach der Percentage-of-Completion-Methode und somit dem Leistungsfortschritt erfasst, sofern das Ergebnis eines Fertigungsauftrages zum Bilanzstichtag verlässlich geschätzt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen aus dem Vertrag der Günther-Gruppe zufließen wird. Der Leistungsfortschritt zum Bilanzstichtag ergibt sich hierbei entweder aus dem Verhältnis der bis zum Stichtag angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt zum Stichtag geschätzten Auftragskosten (cost-to-cost) oder des Anteils der angefallenen Bemühungen an den insgesamt erwarteten Bemühungen (efforts expended). Die Auftragskosten umfassen dabei dem Auftrag direkt zurechenbare Kosten sowie Gemeinkosten.

Wenn das Ergebnis aus einem Fertigungsauftrag nicht verlässlich ermittelt werden kann, werden die Auftragserlöse nur in dem Maße erfasst, in dem die angefallenen Auftragskosten wahrscheinlich erstattungsfähig sind (Zero-Profit-Margin-Methode). Ist es wahrscheinlich, dass die gesamten Auftragskosten die gesamten Auftragserlöse übersteigen werden, wird der erwartete Verlust sofort als Aufwand erfasst.

Sonstige Erträge und Aufwendungen

Zinsen werden periodengerecht unter Verwendung der Effektivzinsmethode als Aufwand bzw. Ertrag ausgewiesen. Dividendenerträge werden zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem das Recht auf den Empfang der Zahlung entsteht.

Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung bilanziell erfasst.

C. WESENTLICHE ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN BEI SCHÄTZUNGEN UND BEURTEILUNGEN BEI DER BILAN- ZIERUNG

Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden hat die Konzernleitung Ermessensentscheidungen, die die Beträge im Konzernabschluss wesentlich beeinflussen, getroffen. Danach sind bei der Aufstellung des Konzernabschlusses zu einem gewissen Grad Annahmen zu treffen und Schätzungen vorzunehmen, die sich auf die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualschulden der Berichtsperiode auswirken. Sie beziehen sich im Wesentlichen auf die Beurteilung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten, die konzerneinheitliche Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen.

Den Annahmen und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand fußen. Insbesondere wurden hinsichtlich der erwarteten künftigen Geschäftsentwicklung die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses vorliegenden Umstände ebenso wie die als realistisch unterstellte künftige Entwicklung des Umfelds zugrunde gelegt. Durch von den Annahmen abweichende und außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegende Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen können, die sich einstellenden Beträge von den ursprünglich erwarteten Schätzwerten abweichen.

Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb der nächsten Geschäftsjahre eine Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein könnte, werden im Folgenden erläutert.

Schätzungen im Wege der Kaufpreisallokation

Im Rahmen von Unternehmenserwerben werden im allgemeinen Schätzungen hinsichtlich der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten vorgenommen. Grund und Boden, Gebäude sowie technische Anlagen und Maschinen werden in der Regel von einem unabhängigen Sachverständigen bewertet, während marktgängige Wertpapiere mit ihrem Marktwert angesetzt werden. Gutachten über die Marktwerte von Sachanlagevermögen unterliegen durch die Verwendung notwendiger Annahmen gewissen Unsicherheiten. Wenn immaterielle Vermögenswerte vorliegen, wird der Fair Value anhand geeigneter Bewertungsmethoden, die im Allgemeinen auf einer Prognose sämtlicher künftiger Zahlungsmittelflüsse beruhen, bestimmt. Abhängig von der Art des Vermögenswerts sowie der Verfügbarkeit der Informationen werden dabei unterschiedliche Bewertungstechniken herangezogen, die sich nach kosten-, marktpreis- und kapitalwertorientierten Verfahren unterscheiden lassen. Das kapitalwertorientierte Verfahren ist aufgrund der besonderen Bedeutung bei der Bewertung von immateriellen Vermögenswerten hervorzuheben. So wird z. B. bei der Bewertung von Marken und Lizenzen die so genannte relief-from-royalty-Methode verwendet, die u. a. Kosteneinsparungen schätzt, die daraus resultieren, dass das Unternehmen die Marken und Lizenzen selbst hält und keine Gebühren an einen Lizenzgeber zahlen muss. Die hieraus resultierende Ersparnis ergibt nach Abzinsung den anzusetzenden Wert für den immateriellen Vermögenswert. Zur Ermittlung der Werte für immaterielle Vermögenswerte sind insbesondere Einschätzungen der wirtschaftlichen Nutzungsdauern notwendig, welche durch die Verwendung von Annahmen gewissen Unsicherheiten unterliegen. Ebenfalls sind bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Eventualschulden Annahmen über deren wahrscheinliches Eintreten zu treffen. Auch diese Annahmen unterliegen aufgrund ihrer Wesensart gewissen Unsicherheiten.

Konsolidierung von strukturierten Unternehmen

Ein strukturiertes Unternehmen, für das die Beherrschungskriterien des IFRS 10 erfüllt sind, ist im Wege der Vollkonsolidierung in den Konsolidierungskreis eines Unternehmens einzubeziehen. Bei der Beurteilung der Beherrschung von strukturierten Unternehmen sind insbesondere der Zweck und die Gestaltung des Unternehmens sowie sonstige rechtliche Vereinbarungen zu beurteilen. Diese Beurteilung erfordert Ermessensausübungen durch das Management.

Wertminderung Geschäfts- oder Firmenwert

Der Konzern überprüft mindestens einmal jährlich, ob der Geschäfts- oder Firmenwert wertgemindert ist. Dies erfordert eine Schätzung des Nutzungswerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Zur Schätzung des Nutzungswerts muss der Konzern die voraussichtlichen Cashflows aus der zahlungsmittelgenerierenden Einheit planen und darüber hinaus einen angemessenen Abzinsungssatz wählen, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln.

Festlegung der Nutzungsdauern des Sachanlagevermögens sowie der immateriellen Vermögenswerte

Bei der Schätzung der Nutzungsdauern von Vermögenswerten orientiert sich die Gesellschaft an den Erfahrungen der Vergangenheit. Aufgrund des beschleunigten technischen Fortschritts besteht aber beispielsweise die Möglichkeit, dass eine schnellere Abschreibung erforderlich werden kann.

Bewertung von Immobilien

Selbstgenutzte Immobilien werden nach dem Neubewertungsmodell und zur Finanzinvestition gehaltene Immobilien nach dem Fair Value Modell bilanziert. Im Rahmen der Modelle müssen in regelmäßigen Abständen beziehungsweise jährlich die beizulegenden Zeitwerte der Immobilien ermittelt werden. Hierzu werden in der Regel Immobilienbewertungen nach einschlägigen Branchenstandards herangezogen. Zur Schätzung des beizulegenden Zeitwerts muss der Konzern die voraussichtlichen Cashflows aus den Immobilien planen und darüber hinaus einen angemessenen Abzinsungssatz wählen, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln.

Leasingverhältnisse

Bei der bilanziellen Abbildung von Leasingverhältnissen wurden durch das Management des Konzerns im Hinblick auf die Beurteilung der Leasinglaufzeit sowie die Bestimmung des Diskontierungszinssatzes die nachfolgend dargestellten Annahmen und Schätzungen zu Grunde gelegt.

Sofern der dem Leasingverhältnis zu Grunde liegende Zinssatz dem Konzern nicht bekannt ist, wird je Leasingverhältnis ein laufzeitäquivalenter, länder- sowie währungsspezifischer risikoäquivalenter Grenzfremdkapitalzinssatz ermittelt. Hierbei setzt sich der verwendete Zinssatz grds. aus Basiszinssatz, konzernspezifischer Kreditrisikoprämie und vertragsspezifischen Anpassungen zusammen, für welche Ermessensspielräume bestehen.

Einige Leasingverträge im Konzern beinhalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Bei der Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen bezieht Günther alle maßgeblichen Fakten und Umstände ein, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung oder Nichtausübung von Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen geben. Die entsprechenden Optionszeiten werden nur bei hinreichender Sicherheit der Nichtausübung von Kündigungsoptionen oder der Ausübung von Verlängerungsoptionen in der Laufzeit des Leasingverhältnisses berücksichtigt.

Wertberichtigungen auf Forderungen

Bei den Schätzungen in Bezug auf die Höhe der Wertberichtigungen auf Forderungen orientiert sich das Management am Grundsatz der Einzelbewertung. Die Schätzungen im Hinblick auf den erforderlichen Einzelwertberichtigungsbedarf sind zum Teil subjektive Einschätzungen in Hinblick auf die Bonität der Kunden. Diese unterliegen daher einer inhärenten Beurteilungsunsicherheit.

Latente Steueransprüche für steuerliche Verlustvorträge

Die latenten Steueransprüche werden für steuerliche Verlustvorträge erfasst, sofern die Realisierung des damit verbundenen steuerlichen Vorteils durch künftige zu versteuernde Gewinne aufgrund der Gewinnprognosen der Geschäftsführung für die Konzernunternehmen für wahrscheinlich gehalten wird.

Rückstellungen

Rückstellungen unterscheiden sich von Verbindlichkeiten in Bezug auf Unsicherheiten hinsichtlich des Zeitpunkts oder der Höhe der künftig erforderlichen Ausgaben. Eine Rückstellung ist dann anzusetzen, wenn dem Unternehmen aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung (rechtlich oder faktisch) erwächst, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist (vgl. IAS 37.14).

Aufgrund unterschiedlicher wirtschaftlicher und rechtlicher Beurteilungen und der Schwierigkeiten der Festlegung einer Eintrittswahrscheinlichkeit bestehen erhebliche Ansatz- und Bewertungsunsicherheiten.

Für die Bewertung der Pensionsrückstellungen müssen versicherungsmathematische Annahmen getroffen werden. Diese Annahmen sind von den individuellen Einschätzungen des Managements abhängig.

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten kommen Schätzungen und Ermessensausübungen des Managements zum Einsatz, die mit einer gewissen Unsicherheit verbunden sind.

Umsatzrealisierung

Gemäß IFRS 15 sind die Gewinne bei Erfüllung der Kriterien des IFRS 15.35 zeitraumbezogen zu erfassen. Hierbei werden die Umsätze in Abhängigkeit des Fertigungsfortschrittes vereinnahmt. Soweit aus Aufträgen ein Verlust erwartet wird, ist dieser sofort in voller Höhe erfolgswirksam zu vereinnahmen. Hinsichtlich der Höhe und des Zeithorizontes der erwarteten Aufwendungen bestehen naturgemäß Bewertungsunsicherheiten, die das Ergebnis wesentlich beeinflussen können.

D. KONSOLIDIERUNGSKREIS

Vollkonsolidierte Gesellschaften

Der Konsolidierungskreis der Günther-Gruppe umfasst im Geschäftsjahr 2023 neben der Muttergesellschaft 56 (Vorjahr: 56) Gesellschaften, die vollkonsolidiert werden. Davon haben 37 (Vorjahr: 37) Gesellschaften ihren Sitz in Deutschland und 19 (Vorjahr: 19) Gesellschaften im Ausland. Der Konzern ist in Teilkonzerne unterteilt, die sich an den strategischen Geschäftsfeldern Environmental Technologies, Evolving Technologies, Process Technologies, Mobility Automation, Lotterien und Ventures orientieren.

Der Konsolidierungskreis umfasst zum 31.12.2023 zusätzlich zur Muttergesellschaft folgende vollkonsolidierte Gesellschaften:

Beteiligungsquote % Beteiligungsquote %
Firma Sitz 31.12.2023 31.12.2022
Günther Alpha GmbH & Co. KG 1 Hamburg 100,00 100,00
Günther Alpha Management GmbH Hamburg 100,00 100,00
Günther Services GmbH 2 Hamburg 100,00 100,00
Günther Direct Services GmbH 2 Bamberg 87,21 87,21
Günther Club Services GmbH Bamberg 87,21 87,21
G Benefit GmbH 2 München 87,21 87,21
Günther Holding SE Hamburg 87,21 87,21
Othello Drei Beteiligungs GmbH & Co. KG 1 Hamburg 87,21 87,21
Othello Drei Beteiligungs-Management GmbH Hamburg 87,21 87,21
Othello Vier Beteiligungs GmbH & Co. KG 1 Hamburg 87,21 87,21
Othello Fünf Beteiligungs GmbH & Co. KG 1 Hamburg 87,21 87,21
Othello Fünf Beteiligungs-Management GmbH Hamburg 87,21 87,21
all4cloud Management GmbH Hamburg 87,21 87,21
all4cloud GmbH & Co. KG 1 Viernheim 50,57 50,57
all4cloud Schweiz AG Cham, Schweiz 50,57 50,57
Orpheus Capital II GmbH & Co. KG 1 Hamburg 87,21 87,21
Orpheus Capital II Management GmbH Hamburg 87,21 87,21
Orpheus Capital II Real Estate GmbH Hamburg 87,21 87,21
Orpheus Capital III GmbH & Co. KG 1 Hamburg 87,21 87,21
Ophelia GmbH Hamburg 87,21 87,21
Günther Consulting GmbH Hamburg 87,21 87,21
Günther Holding Immobilien GmbH & Co. KG 1 Hamburg 87,21 87,21
Günther Holding Immobilien Management GmbH Hamburg 87,21 87,21
LS Digital & Management Services GmbH & Co. KG 1 Hamburg 87,21 87,21
Zenbrina Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG Mainz 81,98 81,98
MAX Automation SE Düsseldorf 52,48 52,48
MAX Management GmbH Düsseldorf 52,48 52,48
AIM Micro Systems GmbH Triptis 52,48 52,48
ELWEMA Automotive GmbH Ellwangen 52,48 52,48
iNDAT Robotics GmbH Ginsheim-Gustavsburg 52,48 52,48
IWM Bodensee GmbH Bermatingen 52,48 52,48
MA micro automation GmbH St.Leon-Rot 52,48 52,48
MA Life Science GmbH St.Leon-Rot 52,48 52,48
Micro automation LLP Singapur 52,48 52,48
Micro automation LLc Dover, Delaware, USA 52,48 52,48
bdtronic GmbH Weikersheim 52,48 52,48
bdtronic BVBA Diepenbeek, Belgien 52,48 52,48
BARTEC Dispensing Technology Inc. Tulsa, Oklahoma, USA 52,48 52,48
bdtronic Ltd. Ashton under Lyne, UK 52,48 52,48
bdtronic S.r.l. Monza, Italien 52,48 52,48
bdtronic Italy S.r.l. Rieti, Italien 52,48 52,48
bdtronic Suzhou Co. Ltd. Suzhou, China 52,48 52,48
IWM Automation GmbH i.L. Hamburg (vormals: Porta-Westfalica) 52,48 52,48
Mess- und Regeltechnik Jücker GmbH Dilingen 52,48 52,48
NSM Magnettechnik GmbH Olfen-Vinnum 52,48 52,48
NSM Magnettechnik (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai, China 52,48 52,48
Vecoplan AG Bad Marienberg 52,48 52,48
Vecoplan Holding Corporation Wilmington, Delaware, USA 52,48 52,48
Vecoplan LLC Archdale, North Carolina, USA 52,48 52,48
Vecoplan Midwest LLC Floyds Knobs, Indiana, USA 52,48 39,36
Vecoplan UK Limited Birmingham, UK 52,48 52,48
Vecoplan Austria GmbH Wien, Österreich 52,48 52,48
Vecoplan Polska Spólka z o.o. Warschau, Polen 52,48 52,48
Vecoplan Iberica S.L. Bilbao, Spanien 52,48 52,48
Vecoplan Swiss GmbH Sarnen, Schweiz 52,48 52,48
Vecoplan France SAS Straßburg, Frankreich 52,48 52,48

1 beansprucht Befreiung gem. § 264 b HGB bezüglich Aufstellung, Prüfung und Offenlegung
2 beansprucht Befreiung gem. § 264 (3) HGB bezüglich Aufstellung, Prüfung und Offenlegung

Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen

Aus Sicht der Günther-Gruppe werden in den Konzernabschluss Tochterunternehmen einbezogen, an denen wesentliche direkte nicht beherrschende Anteile bestehen. Neben der Günther Holding SE zählt hierzu die MAX Automation SE.

31.12.2023 und Geschäftsjahr 2023

Firma Sitz Anteil in % Auf nicht beherrschende Anteile entfallender Gewinn / Verlust Kumulierte nicht beherrschende Anteile Ausschüttunge n an nicht beherrschende Anteile
Günther Holding SE 1 Hamburg 12,79 410 4.775 0
MAX Automation SE Düsseldorf 47,52 6.395 31.886 0

1 Teilkonzern (ohne MAX Automation SE)

31.12.2022 und Geschäftsjahr 2022

Firma Sitz Anteil in % Auf nicht beherrschende Anteile entfallender Gewinn / Verlust Kumulierte nicht beherrschende Anteile Ausschüttunge n an nicht beherrschende Anteile
Günther Holding SE 1 Hamburg 12,79 985 6.537 0
MAX Automation SE Düsseldorf 47,52 6.560 24.082 0

1 Teilkonzern (ohne MAX Automation SE)

Die folgenden Werte beziehen sich auf Tochterunternehmen/Teilkonzerne des Konzerns mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen vor Konsolidierung:

Günther Holding SE TK MAX Automation SE
in TEUR 31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023 31.12.2022
Langfristige Vermögenswerte 60.205 59.504 124.121 127.655
Kurzfristige Vermögenswerte 97.634 86.810 227.498 217.758
Langfristige Schulden 1 562 146.796 138.369
Kurzfrstige Schulden 32.134 41.244 121.930 139.217
Nettovermögen 125.704 104.508 82.892 67.826
Günther Holding SE TK MAX Automation SE
in TEUR 2023 2022 2023 2022
Umsatzerlöse 1 702 443.733 409.340
Gewinn / Verlust 20.215 42.841 16.422 12.035
Sonstiges Ergebnis 0 -397 0 1.465
Gesamtergebnis 20.211 42.444 16.061 13.500
Günther Holding SE TK MAX Automation SE
in TEUR 2023 2022 2023 2022
Netto-Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 17.248 4.732 17.191 -2.868
Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit -7.479 -1.952 -9.052 -8.424
Netto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -2.579 -1.047 -17.287 16.274
Wechselkursänderungen 0 0 65 531
Netto-Cashflow gesamt 7.191 1.732 -9.083 -17.511

Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen

In 2023 wurden die Anteile an der Vecoplan Midwest LLC, Floyds Knobs, Indiana, USA auf 100% aufgestockt. Aufgrund der bisherigen Vollkonsolidierung erfolgt die Abbildung dieser Vorgänge im Konzern als reine Eigenkapitaltransaktion. Die Verschiebung zwischen den nicht beherrschenden Anteilen und dem Eigenkapital, das den Mehrheitsgesellschaftern zuzurechnen ist, kann dem Eigenkapitalspiegel entnommen werden.

Im ersten Halbjahr 2022 erhöhte Günther ihren direkt gehaltenen Anteil an der börsennotierten MAX Automation SE, Düsseldorf, von 45,00% auf 60,18% durch die Einbringung von 5,69% der ZEAL Network SE im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung sowie den außerbörslichen Erwerb weiterer 500.000 Anteile im November 2022. Aufgrund der bisherigen Vollkonsolidierung erfolgt die Abbildung dieser Vorgänge im Konzern als reine Eigenkapitaltransaktion. Die Verschiebung zwischen den nicht beherrschenden Anteilen und dem Eigenkapital, das den Mehrheitsgesellschaftern zuzurechnen ist, kann dem Eigenkapitalspiegel entnommen werden.

Veränderungen des Konsolidierungskreises

Im Geschäftsjahr 2023 gab es keine Veränderungen des Konsolidierungskreises.

Am 30. April 2022 wurde die Gesellschaft IWM Automation Polska Sp.z.o.o., Zabrze, Polen geschlossen. Die Entkonsolidierung der Gesellschaft erfolgte zum 30. April 2022.

Die am 30. Juni 2022 gemäß Schiedsspruch vom 18. Oktober 2021 beantragte Rückübertragung der von der MAX Automation SE gehaltenen Anteile an der MAX Automation (Asia Pacific) Co. Ltd., Hongkong und ihrem Tochterunternehmen MAX Automation (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, China an den Joint Venture-Partner Roger Li Liujie wurde am 11. August 2022 vollzogen. Daher erfolgt - im Gegensatz zum 31. Dezember 2021 - keine Bilanzierung mehr gemäß Equity-Methode.

Am 7. November 2022 hat die Vecoplan AG, Bad Marienberg eine neue Gesellschaft in Straßburg, Frankreich unter der Firmierung Vecoplan France SAS gegründet.

Die Liquidationen der G Connect GmbH i.L. und der MAXX Systems Gesellschaft für Spielsysteme mbH i.L. sind abgeschlossen. Die Löschung im Handelsregister steht bei den Gesellschaften noch aus. Die Entkonsolidierung der Gesellschaften erfolgte zum 30. November 2022.

Die Zugänge und Abgänge im Geschäftsjahr 2023 und 2022 sind unter Gliederungspunkt VI.E erläutert.

E. ERWERBE UND VERÄUBERUNGEN

Erwerb und Veräußerung von Tochterunternehmen

Im aktuellen Geschäftsjahr und in der Vergleichsperiode gab es keine wesentlichen Erwerbe und Veräußerungen.

F. ERLÄUTERUNG ZUR KONZERNBILANZ

1. Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwert

in TEUR Geschäftsoder Firmenwerte Selbstgeschaffene immaterielle Rechte und Werte Software Patente, Konzessionen, Sonstige Rechte Summe
Historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Bestand zum 01. Januar 2022 38.663 5.523 6.121 38.345 88.651
Änderung Konsolidierungskreis 0 0 -39 -7 -46
Umbuchung 0 0 470 0 470
Zugang 0 0 613 3 616
Abgang (-) 0 -144 -1.015 -194 -1.353
Währungseffekt 0 0 11 0 11
Bestand zum 31. Dezember 2022 38.663 5.379 6.161 38.147 88.350
Bestand zum 01. Januar 2023 38.663 5.379 6.161 38.147 88.350
Zugang 0 0 789 51 840
Abgang (-) 0 0 -88 -332 -420
Umgliederung in / aus Vermögenswerten klassifiziert als zur Veräußerung gehalten -5.887 81 -1.277 -410 -7.493
Währungseffekt 0 0 -11 0 -11
Bestand zum 31. Dezember 2023 32.776 5.460 5.576 37.455 81.266

Die Änderungen im Bereich Software sowie Patente, Konzessionen und Sonstige Rechte im Vorjahr resultieren aus der Entkonsolidierung der IWM Automation Polska Sp.z. o. o.

Die Prüfung der Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwertes erfolgte im Geschäftsjahr auf der Basis geschätzter aus der Planung abgeleiteter zukünftiger Cashflows derjenigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen die Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet sind. Diese Planung basiert auf einem Planungshorizont von 5 Jahren. Für die Abzinsung der Zahlungsströme im Detailplanungszeitraum wendeten wir einen mittels Capital Asset Pricing Model (CAPM) abgeleiteten Kapitalkostensatz nach Steuern von durchgängig 8,6% - 9,0% (Vorjahr: 8,4% - 8,6%) an.

Der Durchschnitt der korrespondierenden Kapitalkostensätze vor Steuern betrug 11,4% - 12,1% (Vorjahr: 11,2% - 11,6%). Am Ende des 5-jährigen Detailplanungszeitraums schließt sich für die Jahre ab 2029 (Vorjahr: 2028) eine übergeleitete ewige Rente an, die auf Basis des CAPM mit einem Kapitalkostensatz von 7,6% - 8,0% (Vorjahr: 7,4% - 7,6%) abgezinst wurde. Bei der ewigen Rente liegt der Berechnung eine nachhaltige, durchschnittliche Wachstumsrate von 1,0% (Vorjahr: 1,0%) zu Grunde. Bei der Abzinsung berücksichtigen wir die Wachstumsrate als Abschlag auf den Kapitalkostensatz.

Wir beobachten und aktualisieren die für den Werthaltigkeitstest maßgeblichen technischen, marktbezogenen, ökonomischen sowie gesetzlichen Parameter und Rahmenbedingungen kontinuierlich.

Für den Geschäfts- oder Firmenwert des Geschäftsjahres hätte ein Rückgang der zugrunde gelegten Cashflows um 5% bzw. eine Erhöhung des Diskontierungszinssatzes um 1% zu keinem Impairment geführt.

Im Rahmen des Erwerbs der MAX Automation SE wurden immaterielle Vermögenswerte identifiziert, die zuvor nicht angesetzt waren. Hierzu gehört ein Kundenstamm in Höhe von 23.371 TEUR, Marken in Höhe von 3.999 TEUR, Technologie in Höhe von 8.858 TEUR und Auftragsbestände in Höhe von 7.665 TEUR. Die Abschreibung des Kundenstamms erfolgt linear über 10 Jahre, die Marke wird linear über 5 Jahre, die Technologie wird linear über 5 bzw. 10 Jahre abgeschrieben und die Auftragsbestände linear über 15 bzw. 27 Monate abgeschrieben.

in TEUR Geschäftsoder Firmenwerte Selbstgeschaffene immaterielle Rechte und Werte Software Patente, Konzessionen, Sonstige Rechte Summe
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
Bestand zum 01. Januar 2022 0 -5.254 -3.315 -22.315 -30.885
Änderung Konsolidierungskreis 0 0 46 0 46
laufende Abschreibung 0 -72 -1.130 -3.540 -4.742
Abgang (-) 0 144 1.014 188 1.346
Wertminderungsaufwendungen 0 0 0 -39 -39
Wertaufholungen 0 0 695 0 695
Währungseffekt 0 0 -7 0 -7
Bestand zum 31. Dezember 2022 0 -5.182 -2.697 -25.705 -33.586
Bestand zum 01. Januar 2023 0 -5.182 -2.697 -25.705 -33.586
laufende Abschreibung 0 -63 -1.795 -2.870 -4.728
Abgang (-) 0 0 92 326 418
Umgliederung in / aus Vermögenswerten klassifiziert als zur Veräußerung gehalten 0 -173 894 364 1.085
Währungseffekt 0 0 8 0 8
Bestand zum 31. Dezember 2023 0 -5.418 -3.498 -27.885 -36.802

Die planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 4.728 TEUR (Vorjahr: 4.742 TEUR) werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter den Posten "Aufwand für planmäßige Abschreibungen und Amortisationen" und "Amortisation aus Kaufpreisallokation" ausgewiesen.

Es wurden im Vorjahr Wertminderungen in Höhe von 39 TEUR vorgenommen. Wertaufholungen wurden im Geschäftsjahr in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr: 695 TEUR) für Software vorgenommen. Ein Bestellobligo für immaterielle Vermögenswerte besteht zum Bilanzstichtag und dem Vergleichsstichtag nicht.

2. Sachanlagen

Die Grundmietzeit der Immobilie unter dem Posten "Nutzungsrechte für Grundstücke und Gebäude" beträgt 15 Jahre und es besteht eine Verlängerungs- als auch Kaufoption.

in TEUR Grundstü cke und Gebäude Technische Anlagen und Maschinen BGA Sachanlagen im Bau Nutzungsrechte Grundstücke und Gebäude Nutzungsrechte technische Anlagen und Maschinen Nutzungsrechte BGA Summe
Historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Bestand zum 01. Januar 2022 29.548 11.070 11.209 1.066 20.608 1.823 6.168 81.492
Änderung Konsolidierungskreis 0 -23 -33 0 0 -100 -29 -185
Umbuchung 0 886 562 -849 0 0 0 599
Zugang 311 751 2.771 3.651 2.376 189 2.352 12.401
Abgang (-) -23 -858 -1.749 -166 -1.163 0 -2.145 -6.104
Währungseffekt 172 7 86 0 76 -1 11 351
Bestand zum 31. Dezember 2022 30.008 11.833 12.847 3.702 21.898 1.910 6.357 88.554
Bestand zum 01. Januar 2023 30.008 11.833 12.847 3.702 21.898 1.910 6.357 88.554
Umbuchung 1.570 1.082 1.325 -3.847 -1 0 5 133
Zugang 3.288 3.166 3.281 1.252 7.617 0 2.885 21.489
Abgang (-) -21 -1.156 -1.112 -227 -7.382 0 -1.715 -11.612
Neubeurteilung und Vertragsanpassung 441 0 0 0 0 0 0 441
Umgliederung in / aus Vermögenswerten klassifiziert als zur Veräußerung gehalten -177 -608 -1.743 -103 -5.199 0 -465 -8.295
Währungseffekt -98 -17 -93 -3 -34 0 -2 -247
Bestand zum 31. Dezember 2023 35.011 14.300 14.505 774 16.899 1.910 7.066 90.465
in TEUR Grundstü cke und Gebäude Technische Anlagen und Maschinen BGA
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
Bestand zum 01. Januar 2022 -1.595 -4.940 -5.206
Änderung Konsolidierungskreis 0 0 0
laufende Abschreibung -1.044 -1.861 -2.096
Abschreibung Abgang (-) 18 743 1.711
Umbuchung 0 0 104
Wertminderungsaufwendungen 0 0 -122
Wertaufholungen 0 42 205
Währungseffekt 7 -4 -28
Bestand zum 31. Dezember 2022 -2.614 -6.020 -5.432
Bestand zum 01. Januar 2023 -2.614 -6.020 -5.432
Änderung Konsolidierungskreis 0 0 0
laufende Abschreibung -1.086 -2.281 -2.722
Abschreibung Abgang (-) 57 947 1.200
Umbuchung 0 658 -662
Wertaufholungen 2.125 0 0
Neubeurteilung und Vertragsanpassung 1.108 0 0
Umgliederung in / aus Vermögenswerten klassifiziert als zur Veräußerung gehalten 0 269 1.115
Währungseffekt 1 14 49
Bestand zum 31. Dezember 2023 -409 -6.414 -6.452
in TEUR Sachanlagen im Bau Nutzungsrechte Grundstücke und Gebäude Nutzungsrechte technische Anlagen und Maschinen
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
Bestand zum 01. Januar 2022 -236 -13.781 -568
Änderung Konsolidierungskreis 0 0 47
laufende Abschreibung 0 -3.130 -340
Abschreibung Abgang (-) 163 1.150 0
Umbuchung 0 0 0
Wertminderungsaufwendungen 0 -433 0
Wertaufholungen 0 2.355 0
Währungseffekt 0 6 0
Bestand zum 31. Dezember 2022 -73 -13.833 -861
Bestand zum 01. Januar 2023 -73 -13.833 -861
Änderung Konsolidierungskreis 0 0 0
laufende Abschreibung 0 -3.241 -360
Abschreibung Abgang (-) 0 5.082 0
Umbuchung 0 0 0
Wertaufholungen 0 0 0
Neubeurteilung und Vertragsanpassung 0 0 0
Umgliederung in / aus Vermögenswerten klassifiziert als zur Veräußerung gehalten 0 3.447 0
Währungseffekt 0 -57 0
Bestand zum 31. Dezember 2023 -73 -8.601 -1.221
in TEUR Nutzungsrechte BGA Summe
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
Bestand zum 01. Januar 2022 -3.999 -30.326
Änderung Konsolidierungskreis 22 69
laufende Abschreibung -1.713 -10.184
Abschreibung Abgang (-) 2.124 5.909
Umbuchung 0 104
Wertminderungsaufwendungen -89 -644
Wertaufholungen 0 2.601
Währungseffekt -7 -24
Bestand zum 31. Dezember 2022 -3.663 -32.496
Bestand zum 01. Januar 2023 -3.663 -32.496
Änderung Konsolidierungskreis 0 0
laufende Abschreibung -1.836 -11.526
Abschreibung Abgang (-) 1.635 8.922
Umbuchung 0 -4
Wertaufholungen 0 2.125
Neubeurteilung und Vertragsanpassung 0 1.108
Umgliederung in / aus Vermögenswerten klassifiziert als zur Veräußerung gehalten 229 5.060
Währungseffekt 2 9
Bestand zum 31. Dezember 2023 -3.632 -26.803

Die Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von 11.526 TEUR (Vorjahr: 10.184 TEUR) enthalten Abschreibungen für Nutzungsrechte gem. IFRS 16 in Höhe von 5.437 TEUR (Vorjahr: 5.183 TEUR). Diese sind in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten "Aufwand für planmäßige Abschreibungen und Amortisationen" ausgewiesen. Zum 30. November 2023 wurde eine Aktualisierung der Neubewertung auf Grundstücke und Gebäude durchgeführt, die zu einer Aufwertung von insgesamt 1.549 TEUR führte. Zudem gab es im laufenden Geschäftsjahr eine Wertaufholung auf eine Immobilie in Höhe von 2.125 TEUR.

3. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Der Posten Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property) beinhaltet die Liegenschaft in Bermatingen (im Vorjahr zusätzlich Dettenhausen).

Infolge der Stilllegung des operativen Geschäftes der IWM Bodensee GmbH wird die Immobilie in Bermatingen nicht mehr eigengenutzt und an Dritte weitervermietet. Für die Immobilie in Bermatingen wurde der beizulegende Zeitwert aufgrund sich verschlechternder Marktbedingungen im laufenden Geschäftsjahr um 1.270 TEUR reduziert.

Im Geschäftsjahr wurden mit der Immobilie in Bermatingen Mieteinnahmen in Höhe von 546 TEUR (Vorjahr: 466 TEUR) erzielt. Für die Liegenschaft in Dettenhausen wurden weder im aktuellen Jahr noch im Vorjahr Mieteinnahmen generiert.

Für die Geschäftsjahre 2024 bis 2026 werden Mieteinnahmen in Höhe von 304 TEUR pro Jahr erwartet. Im Geschäftsjahr 2027 werden unter Berücksichtigung der Grundmietzeit der bestehenden Verträge Mieteinahmen in Höhe von 78 TEUR erzielt sowie 36 TEUR im Geschäftsjahr 2028. Alle Mietverträge verlängern sich bei Nichtkündigung zum Ende der Grundmietzeit automatisch selbst.

Zum 20. Juni 2023 erfolgte bei der Liegenschaft in Dettenhausen die Teilveräußerung in Höhe von 1.350 TEUR. In diesem Zusammenhang erfolgte nach IAS 40 eine ergebniswirksame Aufwertung in Höhe von 610 TEUR des beizulegenden Zeitwerts der Immobilie von 800 TEUR auf 1.410 TEUR auf Basis des vereinbarten Gesamtverkaufspreises. Die Veräußerung des verbleibenden Teils dieser Liegenschaft in Höhe von 60 TEUR und damit der vollständige Abgang erfolgte am 29. August 2023.

Für den Unterhalt der Als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien fielen im Geschäftsjahr 164 TEUR (Vorjahr: 261 TEUR) an. Die Entwicklung der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien kann der folgenden Tabelle entnommen werden und folgt der klassischen Darstellung eines Anlagenspiegels:

in TEUR Grundstück Gebäude Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien
Historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Bestand zum 01. Januar 2022 1.104 7.350 8.454
Anpassung des beizulegenden Zeitwerts aufgrund der Neubewertung 0 0 0
Bestand zum 31. Dezember 2022 1.104 7.350 8.454
Bestand zum 01. Januar 2023 1.104 7.350 8.454
Abgang (-) -1.410 0 -1.410
Anpassung des beizulegenden Zeitwerts aufgrund der Neubewertung 610 -1.270 -660
Bestand zum 31. Dezember 2023 304 6.080 6.384
in TEUR Grundstück Gebäude Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
Bestand zum 01. Januar 2022 0 -454 -454
Umbuchung 0 0
Bestand zum 31. Dezember 2022 0 -454 -454
0 0
Bestand zum 01. Januar 2023 0 -454 -454
Wertminderungsaufwendungen 0 0 0
Bestand zum 31. Dezember 2023 0 -454 -454
Nettobuchwerte
Zum 01. Januar 2022 1.104 6.896 8.000
Zum 31. Dezember 2022 1.104 6.896 8.000
Zum 01. Januar 2023 1.104 6.896 8.000
Zum 31. Dezember 2023 304 5.626 5.930

4. Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen

Zum 31.12.2023 wird ein (Vorjahr: ein) assoziiertes Unternehmen, auf das der Konzern durch Mitwirkung an der Finanz- und Geschäftspolitik maßgeblichen Einfluss, jedoch keine Beherrschung, ausüben kann, nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Es handelt sich um folgende Beteiligung:

Beteiligungsquote in % Gesamtergebnis 2023 Eigenkapital 31.12.2023
Firma Sitz 31.12.2023 31.12.2022 TEUR TEUR
ZEAL Network SE Hamburg 32,90 * 32,91 * 9.945 264.758

* Günther stellt zwei Aufsichtsräte

Die dargestellte Quote bezieht sich auf die effektiv im Umlauf befindlichen Aktien, d.h. nach Korrektur um eigene Aktien der ZEAL Network SE.

Das Periodenergebnis des At-Equity bewerteten assoziierten Unternehmen beläuft sich im Geschäftsjahr 2023 auf 3.608 TEUR (Vorjahr: 4.384 TEUR) und wird auf Basis der effektiven Beteiligungsquote in Höhe von 32,90% ermittelt. Davon entfallen 3.608 TEUR (Vorjahr: 4.384 TEUR) auf die ZEAL Network SE. Davon resultieren -906 TEUR (Vorjahr: -906 TEUR) aus der Auflösung der stillen Reserven.

Das Investment in die ZEAL Network SE dient der strategischen Ausrichtung des Konzerns. Die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte (bei der ZEAL Network SE handelt es sich um ein börsennotiertes Unternehmen, so dass für dieses aufgrund verfügbarer Börsenkurse der Fair Value zum Stichtag angegeben wird), sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

31.12.2023 31.12.2022
in TEUR Fair Value Buchwert Fair Value Buchwert
ZEAL Network SE 237.283 * 48.086 200.585 71.372

* Ermittlung FV gem. proz. Anteil i. H. v. 31,82 % an der Gesamtanzahl der Aktien Zeal Network SE

Im Folgenden sind die Finanzinformationen des assoziierten Unternehmens zusammenfassend dargestellt:

ZEAL Network SE

in TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Langfristige Vermögenswerte 302.016 320.197
Kurzfristige Vermögenswerte 92.637 139.538
Langfristige Schulden 71.897 81.137
Kurzfristige Schulden 57.997 44.562
Konzernanteil am Nettoreinvermögen 87.106 109.931
in TEUR 2023 2022
Umsatzerlöse 116.050 105.201
Jahresüberschuss 13.721 16.572
Sonstiges Ergebnis -3.776 593
Gesamtergebnis 9.945 17.165
Konzernanteil am Gesamtergebnis 3.272 5.649
Erhaltene Dividende 25.652 14.964

Der Konzernanteil am Nettoreinvermögen in Höhe von 87.106 TEUR (Vorjahr: 109.931 TEUR ) sowie der Konzernanteil am Gesamtergebnis in Höhe von 3.272 TEUR (Vorjahr 5.649 TEUR) wird aus Basis der effektiven Beteiligungsquote in Höhe von 32,90% berechnet.

5. Beteiligungen

Die sonstigen Beteiligungen betragen zum 31.12.2023 0 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR).

Es besteht weiterhin eine Beteiligung an der Günther Vermögens- und Beteiligungs GmbH & Co. KG, Bamberg, mit 0,22 % (Vorjahr: 0,22%), die mit ihren Anschaffungskosten von 0 TEUR aktiviert ist.

Im Geschäftsjahr und in der Vorperiode wurden keine Wertberichtigungen vorgenommen.

6. Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte

in TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Ausleihungen an Beteiligungen 9.476 9.476
Aktivierte Rückdeckungsversicherungen 141 131
Sonstige andere langfristige finanzielle Vermögenswerte 229 44
Summe 9.847 9.651

Die Ausleihungen an Beteiligungen in Höhe von 9.476 TEUR (Vorjahr: 9.476 TEUR) betreffen die Günther Vermögens- und Beteiligungs GmbH & Co. KG.

Die aktivierten Rückdeckungsversicherungen in Höhe von 141 TEUR (Vorjahr: 131 TEUR) beziehen sich auf Pensionsverpflichtungen ohne Planvermögensstatus der Rückdeckungsansprüche. Darüber hinaus wurden Rückdeckungsversicherungen in Höhe von 79 TEUR (Vorjahr: 74 TEUR) mit Pensionsverpflichtungen saldiert (weitere Angaben dazu, vgl. Gliederungspunkt VI.F.18).

In den sonstigen anderen langfristigen finanziellen Vermögenswerten sind im laufenden Geschäftsjahr Zinsderivate zur langfristigen Zinssicherung in Höhe von 173 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) enthalten.

7. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden

Die Gesamtbeträge der aktiven und passiven latenten Steuern resultieren aus den folgenden Positionen:

31.12.2023 31.12.2022
in TEUR Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Immaterielle Vermögenswerte 125 -2.835 150 -4.542
Sachanlagen 296 -8.461 312 -3.326
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 0 -631 74 -688
Vorräte 2.325 0 2.505 0
Vertragsvermögenswerte 151 -6.947 102 -11.119
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 44 -10 146 -5
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 0 -41 0 -433
Langfr. Rst für Pensionen und ähnliche Leistungen 135 -55 252 -59
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 187 0 399 0
Sonstige langfristige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 4.165 0 612 0
Sonstige kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 3.241 0 2.700 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1 0 1 0
Verlust- und Zinsvorträge 23.368 0 26.719 0
Latente Steuern vor Saldierung 34.037 -18.980 33.972 -20.172
Saldierung -10.542 10.542 -10.861 10.861
Latente Steuern saldiert 23.495 -8.438 23.111 -9.311

Grundsätzlich sind aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge bei Gesellschaften zu bilden, die in zukünftigen Perioden ausreichend steuerliches Ergebnis zur Verfügung haben werden, das gegen die Verlustvorträge verrechnet werden kann. Gleiches gilt grundsätzlich auch für Zinsvorträge gemäß § 4h EStG.

Im Konzern wurden auf Basis der steuerlichen Planung aktive latente Steuern auf Verlust- und Zinsvorträge gebildet.

Nach derzeitiger Einschätzung des Managements sind davon voraussichtlich körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 68.256 TEUR (Vorjahr: 60.270 TEUR) sowie gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 71.235 TEUR (Vorjahr: 58.970 TEUR) nicht nutzbar ebenso wie Zinsvorträge aus § 4h EStG (Zinsschranke) in Höhe von 9.505 TEUR (Vorjahr: 8.484 TEUR) .

Aufgrund der Umgliederung der MA micro Gruppe als Veräußerungsgruppe erfolgte eine Erhöhung der Wertberichtigung latenter Steuern auf Verlustvorträge um 6.834 TEUR sowie als gegenläufiger Effekt die Erhöhung des Ansatzes latenter Steuern auf Zinsvorträge in Höhe von 1.446 TEUR (Saldo 5.388 TEUR).

Im Geschäftsjahr wurden 478 TEUR (Vorjahr: 1.203 TEUR) latente Steuern in der Bilanz eigenkapitalmindernd berücksichtigt, die auf direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen entfallen. Diese resultieren im aktuellen Geschäftsjahr im Wesentlichen aus der Neubewertung der Immobilien. Im Vorjahr betreffen 698 TEUR Kosten der Kapitalerhöhung, 3 TEUR die Neubewertung und 502 TEUR versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Leistungen an Arbeitnehmer.

Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt auf Grundlage der geltenden beziehungsweise der zum Zeitpunkt der Realisierung erwarteten Steuersätze. Für das Geschäftsjahr 2023 wurde ein durchschnittlicher Gewerbesteuersatz von 13,87% (Vorjahr: 13,87%) und ein durchschnittlicher Körperschaftsteuersatz einschließlich Solidaritätszuschlag von 15,83% (Vorjahr: 15,83%) für deutsche Gesellschaften bzw. entsprechende lokale Steuersätze für ausländische Gesellschaften angewendet.

8. Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen langfristigen nicht finanziellen Vermögenswerte in Höhe von 2.616 TEUR bestehen im Wesentlichen aus geleisteten Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 2.534 TEUR (Vorjahr: 1.554 TEUR).

9. Vorräte

in TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 35.174 35.559
Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 28.248 25.201
Fertige Erzeugnisse und Waren 25.561 23.122
Summe 88.982 83.882

Die auf Vorräte erfassten Wertberichtigungen belaufen sich im aktuellen Geschäftsjahr auf 6.142 TEUR (Vorjahr: 5.206 TEUR). Bei der Wertberichtigung werden Gängigkeit, Alter sowie sämtliche ersichtlichen Lagerungs- und Vorratsrisiken berücksichtigt.

10. Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten

Die folgende Tabelle enthält die Eröffnungs- und Schlusssalden von Vertragsvermögenswerten und Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden:

in TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Angefallenen Auftragskosten inkl. anteilig realisierter Gewinne (abzüglich etwaiger Verluste) 85.360 142.625
Abzüglich erhaltene Anzahlungen -54.866 -95.564
In Arbeit befindliche Fertigungsaufträge 30.494 47.061
Wertminderung von Vertragsvermögenswerten -300 -4.937
Vertragsvermögenswerte 30.194 42.124
Vertragsverbindlichkeiten 38.276 61.100

In Höhe von 21.039 TEUR (Vorjahr: 26.706 TEUR) wurden in der aktuellen Berichtsperiode Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden realisiert, die zu Beginn der Periode in den Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren. Für Leistungsverpflichtungen mit einer Laufzeit von maximal einem Jahr wird in Einklang mit IFRS 15 auf die Angabe des Transaktionspreises verzichtet. Der Rückgang der Vertragsverbindlichkeiten resultiert im Wesentlichen aus der Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und infolge der Abarbeitung von Projekten.

11. Tatsächliche Steuererstattungsansprüche

31.12.2023 31.12.2022
in TEUR langfristig kurzfristig Gesamt langfristig kurzfristig G esamt
Ertragsteueransprüche 0 11.061 11.061 0 8.216 8.216
Summe 0 11.061 11.061 0 8.216 8.216

12. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

in TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vor Wertberichtigungen 58.868 50.216
Abzüglich Risikovorsorge / Einzelwertberichtigungen -4.172 -2.722
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Netto) 54.696 47.494

Zum Abschlussstichtag besteht ein maximales Ausfallrisiko in Höhe des Buchwerts. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 54.696 TEUR (Vorjahr: 47.494 TEUR) bestehen gegenüber Dritten. In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind 44 TEUR (Vorjahr: 44 TEUR) mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr enthalten.

Die Günther-Gruppe wendet den vereinfachten Ansatz nach IFRS 9 an, um die erwarteten Kreditverluste zu bemessen.

Zur Bemessung der erwarteten Kreditverluste wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis historischer Erfahrungen analysiert. Die erwarteten Verlustquoten beruhen auf den historischen Zahlungsprofilen vor dem 31. Dezember 2023 beziehungsweise dem 31. Dezember 2022 und den entsprechenden historischen Ausfällen in dieser Periode. Die Günther-Gruppe passt diese Verlustquoten an, wenn sich aktuelle Informationen ergeben, die einen signifikanten Einfluss auf die Zahlungsprofile der Kunden haben. Des Weiteren analysiert die Günther-Gruppe zukünftige wirtschaftliche Verhältnisse und Ereignisse.

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Risikovorsorge auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:

in TEUR 2023 2022
Risikovorsorge zum 01. Januar 2.722 3.263
Zuführungen 1.569 460
Auflösung -163 -970
Währungsumrechnungseffekte 44 -31
Risikovorsorge zum 31. Dezember 4.172 2.722

13. Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte

in TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Forderungen gegen Beteiligungen 4.319 6.400
Derivative Finanzinstrumente 39 461
Forschungszulage 0 45
Kautionen 34 37
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte 1.827 1.943
Summe 6.220 8.886

Die Forderungen gegen Beteiligungen betreffen die Günther Vermögens- und Beteiligungs GmbH & Co. KG. Die sonstigen übrigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten die debitorischen Kreditoren.

14. Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte

in TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Forderungen aus Umsatzsteuer 5.059 2.150
Geleistete Anzahlungen 3.885 6.030
Aktive Rechnungsabgrenzung 2.715 2.894
Forderungen aus sonstigen Steuern 1 0
sonstige Vermögenswerte 29 4
Summe 11.689 11.078

Die geleisteten Anzahlungen beziehen sich im Wesentlichen auf Vorräte. In der laufenden Periode und in der Vorperiode wurden keine Wertberichtigungen vorgenommen.

15. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

in TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Bankguthaben 29.632 43.457
Kassenbestand 14 16
Termingeld 9.011 1.301
Sonstiges 19 0
Summe 38.675 44.774

Guthaben bei Kreditinstituten werden mit variablen Zinssätzen für täglich kündbare Guthaben und festen Zinsen für Termingeldanlagen verzinst. Kurzfristige Einlagen erfolgen für unterschiedliche Zeiträume, die in Abhängigkeit vom jeweiligen Zahlungsmittelbedarf des Konzerns zwischen einem Tag und drei Monaten betragen. Diese werden mit den jeweils gültigen Zinssätzen für kurzfristige Einlagen verzinst. Die Zeitwerte der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entsprechen den Buchwerten.

16. Zur Veräußerung gehaltene Vermögensgegenstände und Veräußerungsgruppen

Die Veräußerungsgruppe umfasst die MA micro Gruppe (MA micro automation GmbH und ihre Tochtergesellschaften) mit Hauptsitz in St. Leon-Rot (Baden-Württemberg). Die MA micro Gruppe, positioniert als Technologieführer für Automatisierungslösungen in der Mikromontage, insbesondere für die Medizintechnik und die optronische Industrie, wird aufgrund der getroffenen Entscheidung zur Durchführung eines strukturierten Verkaufsprozesses als Veräußerungsgruppe nach IFRS 5 berichtet. In der Bilanz per 31. Dezember 2023 wird die Veräußerungsgruppe daher separat in einer neuen Position als "Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten eingestuft sind" und als "Schulden, die den Veräußerungsgruppen zugeordnet sind" ausgewiesen. Der Fokus der Gruppe liegt auf der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von Produktions-, Montage- und Prüfanlagen für medizinische und optische Komponenten wie Linsen, Laser und Kameramodule sowie für die Produktion von Kontaktlinsen oder medizinischen Geräten wie Tip&Cup, Stents oder Insulin-Pens.

Zum 31. Dezember 2023 wurden folgende Vermögenswerte und Schulden der Kategorie "zur Veräußerung gehalten" umgegliedert:

in TEUR 31.12.2023
AKTIVA
Immaterielle Vermögenswerte ohne Geschäfts- oder Firmenwert 520
Geschäfts- oder Firmenwert 5.887
Sachanlagen 3.236
Latente Steueransprüche 593
Summe der langfristigen Vermögenswerte 10.236
Vorräte 2.222
Vertragsvermögenswerte 1.834
Tatsächliche Steuererstattungsansprüche 42
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 1.856
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 385
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 249
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3.408
Summe der kurzfristigen Vermögenswerte 9.996
Summe der Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten werden 20.233
in TEUR 31.12.2023
Sonstige Rückstellungen 1.141
Latente Steuerschulden 1.990
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.085
Summe der langfristigen Schulden 4.216
Sonstige Rückstellungen 581
Vertragsverbindlichkeiten 5.531
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 623
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 2.583
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 2.572
Summe der kurzfristigen Schulden 11.890
Summe der Schulden, die den Veräußerungsgruppen zugeordnet sind 16.106

17. Eigenkapital

Die einzelnen Bestandteile des Eigenkapitals sowie ihre Entwicklung in den Jahren 2023 und 2022 ergeben sich aus der Eigenkapitalveränderungsrechnung.

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert 123 TEUR. Es ist eingeteilt in 123.000 Geschäftsanteile von je 1 EUR und ist in voller Höhe eingezahlt.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage beträgt 19.830 TEUR. Sie ist entstanden aus Aufgeldern infolge einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage im Jahr 2010. In der laufenden Periode und in den dargestellten Vorperioden ergaben sich keine Änderungen.

Sonstige Eigenkapitalbestandteile

Die sonstigen Eigenkapitalbestandteile bestehen aus der Neubewertungsrücklage, den Rücklagen für Neubewertungen von leistungsorientierten Plänen, der Währungsumrechnungsrücklage und der Rücklage für das sonstige Ergebnis der nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen.

In der Neubewertungsrücklage werden seit 2019 die Wertänderungen aus der Anwendung des Neubewertungsmodells gem. IAS 16 erfasst; ferner werden hier Wertanpassungen von Immobilien, die von eigen genutzten Immobilien in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umklassifiziert wurden, ausgewiesen. Der Betrag in Höhe von 3.890 TEUR (Vorjahr: 3.328 TEUR) setzt sich zusammen aus der Neubewertung der Grundstücken und Gebäuden in 2019 in Höhe von 7.389 TEUR und in 2023 in Höhe von 1.549 TEUR sowie insgesamt darauf gebildete passive latente Steuern in Höhe von 2.453 TEUR (Vorjahr: 1.975 TEUR), abzüglich eines Anteils, der auf nicht beherrschende Gesellschafter entfällt, in Höhe von 2.595 TEUR (Vorjahr: 2.086 TEUR).

Die Verschiebung vom Minderheitengesellschafter zum Mehrheitsgesellschafter in der Vorperiode begründet sich in Höhe von 531 TEUR durch die Aufstockung des Anteils an der MAX Automation SE.

Die Veränderung der sonstigen Eigenkapitalbestandteile kann der Gesamtergebnisrechnung entnommen werden.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen beinhalten das Konzernjahresergebnis der Mehrheitsgesellschafter in Höhe von 7.710 TEUR des Geschäftsjahres 2023 TEUR (Vorjahr: 12.923 TEUR) sowie die bis zum Geschäftsjahr 2022 erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit diese auf den Mehrheitsgesellschafter entfallen. Dem stehen die Dividendenausschüttungen, in der laufenden Periode in Höhe von -440 TEUR (Vorjahr: -440 TEUR), gegenüber. Die Dividende pro Anteil beläuft sich auf 3,58 EUR (Vorjahr: 3,58 EUR).

Die Aufstockung der Beteiligungsquote an der MAX Automation SE auf 60,18% in 2022 durch die Einbringung von Anteilen an der ZEAL Network SE im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung sowie der außerbörsliche Erwerb weiterer 500.000 Anteile wurden als reine Eigenkapitaltransaktion abgebildet und führte zu einer Verschiebung von Mehrheitsgesellschaftern zu nicht beherrschenden Gesellschaftern. Vor Berücksichtigung des Konzernjahresergebnisses führten diese Transaktionen in 2022 unter Berücksichtigung von Transaktionskosten von 1.908 TEUR insgesamt zu einer Reduzierung der Gewinnrücklagen in Höhe von 11.108 TEUR.

Nicht beherrschende Gesellschafter

An der Günther-Gruppe bestehen nicht beherrschende Anteile. Der Anteil am Eigenkapital dieser nicht beherrschenden Anteile wird in der Position "Nicht beherrschende Gesellschafter" abgebildet.

Neben der Gewinnzuweisung erhöhten sich die nicht beherrschenden Anteile in 2022 im Wesentlichen durch die Aufstockung der zuvor beschriebenen Anteile an der MAX Automation SE und der damit verbundenen Verschiebung und Beteiligung nicht beherrschender Gesellschafter an der ZEAL Network SE. Im Geschäftsjahr 2023 wurden die Anteile an der Vecoplan Midwest LLC, Floyds Knobs, Indiana, USA auf 100% aufgestockt.

18. Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen

Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden aufgrund von Versorgungsplänen für Zusagen auf Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen gebildet. Die Zusagen basieren sowohl auf Betriebsvereinbarungen als auch auf Einzelzusagen. Die Leistungen variieren je nach rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes und hängen in der Regel von der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt der Mitarbeiter ab. Die Pensionsverpflichtungen enthalten sowohl Zusagen lebenslanger monatlicher Rentenzahlungen als auch Auszahlungen als Einmalbetrag. Bei Ausscheiden von Mitarbeitern sind aufgrund dieser Verpflichtung entsprechende Zahlungen zur Altersversorgung zu leisten.

Die Pensionsverpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen ("defined benefit plans") werden gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Berücksichtigung zukünftiger Entgelt- und Rentensteigerungen sowie anderer Leistungs- bzw. Bestandsanpassungen bewertet. Die in der Bilanz ausgewiesene Rückstellung für leistungsorientierte Pläne entspricht dem Barwert des erdienten Anteils der Versorgungsleistung der Begünstigten, abzüglich des am Bilanzstichtag beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens.

Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Zusagen stellen sich wie folgt dar:

in TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Barwert der Leistungsverpflichtung 2.540 2.631
Abzüglich Planvermögen (beizulegender Zeitwert) -79 -74
Bilanzierte Rückstellung für Pensionen 2.461 2.558

Im Zusammenhang mit den leistungsorientierten Pensionsplänen ist die Günther-Gruppe allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken und dem Zinssatzänderungsrisiko ausgesetzt. Den Berechnungen der Leistungsverpflichtungen wurden folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde gelegt:

Die biometrischen Berechnungsgrundlagen basieren auf den Richttafeln von Prof. Dr. Heubeck 2018 G.

in % 31.12.2023 31.12.2022
Abzinsungssatz 3,2 - 3,3 3,7 - 3,8
Gehaltstrend 0,0 - 0,0 0,0 - 0,0
Rententrend 2,0 - 3,3 2,0 - 3,3
Fluktuationsrate 0,0 0,0

Die Annahme zur langfristigen Verzinsung des Planvermögens basiert auf der Mitteilung der Versicherungsgesellschaft und den zugrundeliegenden Investments in festverzinsliche Wertpapiere (darunter Bundesanleihen und Pfandbriefe). Bei der Auswahl der Emittenten werden unter anderem das individuelle Rating durch internationale Agenturen sowie die Eigenkapitalausstattung der Emittenten berücksichtigt.

Die künftige Höhe der Pensionsverpflichtungen ist insbesondere abhängig von der Entwicklung des Abzinsungsfaktors. Hinsichtlich des Abzinsungssatzes wurde daher eine Sensitivitätsbetrachtung vorgenommen. Diese beruht auf der Annahme, dass alle übrigen wertbestimmenden Faktoren unverändert bleiben. Eine Reduzierung des Abzinsungssatzes um 0,5 Prozentpunkte würde zu einer Erhöhung des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtung in Höhe von 2.119 TEUR (Vorjahr: 125 TEUR) führen. Eine Erhöhung des Abzinsungssatzes um 0,5 Prozentpunkte würde demgegenüber den Barwert um 1.889 TEUR (Vorjahr: 113 TEUR) mindern. Für den Konzern besteht damit insgesamt ein untergeordnetes Risiko aus den Pensionszusagen und den Rückdeckungsguthaben.

Die vorstehende Sensitivitätsanalyse dürfte nicht repräsentativ für die tatsächliche Veränderung der leistungsorientierten Verpflichtungen sein, da es als unwahrscheinlich anzusehen ist, dass die Abweichungen von den getroffenen Annahmen isoliert voneinander auftreten, da die Annahmen teilweise zueinander in Beziehung stehen.

Außerdem wurde der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen in der vorstehenden Sensitivitätsanalyse, wie im Konzernabschluss, nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien zum Bilanzstichtag ermittelt.

Der Barwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen hat sich wie folgt entwickelt:

in TEUR 2023 2022
Pensionsverpflichtungen zum 01.01. 2.631 5.126
Laufender und nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 2 2
Zinsaufwand 95 45
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
aus erfahrungsbedingten Anpassungen -95 -446
aus Änderungen der finanziellen Annahmen 93 -1.232
Gezahlte Leistungen -187 -613
Änderung Konsolidierungskreis 0 -250
Pensionsverpflichtungen zum 31.12. 2.540 2.631

Die erwarteten Pensionszahlungen innerhalb der nächsten zwölf Monate betragen 215 TEUR (Vorjahr: 143 TEUR).

Das Planvermögen, das zur Finanzierung der Verpflichtungen dient, beinhaltet ausschließlich Rückdeckungsversicherungen. Die Entwicklung des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

in TEUR 2023 2022
Beizulegender Zeitwert des Planvermögen zum 01.01. 74 565
Arbeitgeberbeiträge zum Plan 2 2
Verzinsung des Planvermögens 3 5
Erträge aus Planvermögen abzüglich typisierter Verzinsung 0 21
Gezahlte Leistungen 0 -519
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31.12. 79 74

Für das kommende Geschäftsjahr erwartet der Konzern, in den leistungsorientierten Plan einen Beitrag von 2 TEUR (Vorjahr: 2 TEUR) zu leisten.

Der erfolgswirksam erfasste Pensionsaufwand für leistungsorientierte Zusagen setzt sich aus nachstehenden Positionen zusammen:

in TEUR 2023 2022
Laufender Dienstzeitaufwand 2 2
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 0
Dienstzeitaufwand 2 2
Aufwand aus Aufzinsung 95 45
Zinserträge Planvermögen -3 -5
Nettozinsaufwand 92 40
Pensionsaufwand gesamt 94 42

Investitionsrisiko

Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen aus dem Plan wird unter Verwendung eines Abzinsungssatzes ermittelt, der auf Grundlage der Renditen erstrangiger, festverzinslicher Unternehmensanleihen bestimmt wird. Sofern die Erträge aus dem Planvermögen unter diesem Zinssatz liegen, führt dies zu einer Unterdeckung des Plans.

Zinsänderungsrisiko

Ein Rückgang des Anleihezinssatzes führt zu einer Erhöhung der Planverbindlichkeiten, jedoch wird dies teilweise durch einen gestiegenen Ertrag aus der Anlage des Planvermögens in rückgedeckte Versicherungen kompensiert.

Inflationsrisiko

Einige Pläne sind mit der Inflation verbunden, was zu höheren Planverbindlichkeiten führen kann.

Gehaltsrisiko

Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen aus dem Plan wird auf Basis der zukünftigen Gehälter der begünstigten Arbeitnehmer ermittelt. Somit führen Gehaltserhöhungen der begünstigten Arbeitnehmer zu einer Erhöhung der Planverbindlichkeiten.

Im Fall von nicht gedeckten Plänen werden die Verpflichtungen über Rückdeckungsversicherungen ohne Planvermögensstatus teilweise abgesichert.

Der Konzern hat den Prozess zum Management der Risiken im Vergleich zur Vorperiode nicht geändert.

19. Sonstige langfristige und kurzfristige Rückstellungen

in TEUR Abfindungen Gewährleistungen Prozesskosten Anteilsbasierte Vergütung Sonstige Summe
Bestand zum 1. Januar 2023 1.689 5.319 28 2.170 6.999 16.205
Zuführungen 113 2.824 0 1.481 4.409 8.828
Inanspruchnahme -236 -1.196 -3 O -4.524 -5.959
Auflösungen 0 -1.015 -25 0 -1.138 -2.177
Umbuchung 16 0 0 0 37 53
Umgliederung in aufgegebenen Geschäftsbereich 0 -1.141 0 0 -581 -1.722
Währungseffekt 0 0 0 0 -23 -23
Bestand zum 31. Dezember 2023 1.582 4.792 0 3.650 5.179 15.203
Langfristig 1.689 2.379 0 2.170 92 6.330
Kurzfristig 0 2.940 28 0 6.907 9.875
Bestand zum 1. Januar 2023 1.689 5.319 28 2.170 6.999 16.205
Langfristig 1.582 1.487 0 3.650 143 6.862
Kurzfristig 0 3.305 0 0 5.036 8.341
Bestand zum 31. Dezember 2023 1.582 4.792 0 3.650 5.179 15.203
Nettobuchwerte
Zum 01. Januar 2023 1.689 5.319 28 2.170 6.999 16.205
Zum 31. Dezember 2023 1.582 4.792 0 3.650 5.179 15.203

Anteilsbasierte Vergütung:

Der Zugang im aktuellen Geschäftsjahr resultiert aus der Gewährung von Phantom Shares für geschäftsführende Direktoren der MAX Automation SE und Günther Holding SE in Höhe von 1.481 TEUR (Vorjahr: 764 TEUR).

20. Sonstige lang- und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten

Die Finanzschulden setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2023 31.12.2022
in TEUR Langfristig Kurzfristig Gesamt Langfristig Kurzfristig Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 139.388 2.461 141.848 146.275 2.369 148.644
Leasingverbindlichkeiten 9.734 2.987 12.722 7.705 4.812 12.516
Sonstige Darlehensverbindlichkeiten 0 7.814 7.814 0 10.571 10.571
Ausstehende Rechnungen 0 11.886 11.886 0 14.210 14.210
Derivative Finanzinstrumente 0 12 12 0 0 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 11 9.208 9.218 9 7.282 7.291
Gesamt 149.132 34.367 183.499 153.989 39.244 193.233

Der auf Ebene der Othello Vier Beteiligungs GmbH & Co. KG bestehende Konsortialkredit hat ein gesamtes Kreditvolumen von 29.000 TEUR, davon haben 20.000 TEUR eine Laufzeit von 3 Jahren und 9.000 TEUR von einem Jahr. In Höhe von 1.500 TEUR (Vorjahr: 7.000 TEUR) wurde der Konsortialkredit planmäßig zurückgeführt. Zum Stichtag sind noch 15.500 TEUR als langfristig und 1.500 TEUR als kurzfristig ausgewiesen. Die Zinskonditionen orientieren sich am EURIBOR zuzüglich Margenaufschlag.

Ferner besteht auf Ebene der MAX Automation SE seit dem 16.02.2022 ein Konsortialkreditvertrag mit einem Gesamtvolumen von 190.000 TEUR und einer Laufzeit von 3 Jahren zuzüglich zweier Optionen, Verlängerungsanträge von jeweils einem Jahr zu stellen (3+1+1). Die Zinskonditionen dieses Vertrags sind abhängig von Bilanz- und Ergebniskennzahlen. Die Zinskonditionen entsprechen dem EURIBOR zuzüglich Margenaufschlag. Im laufenden Geschäftsjahr ergab sich eine Inanspruchnahme in Höhe von 121.654 TEUR. Zum 31.12.2023 valutiert der Konsortialkredit mit 120.801 TEUR (Vorjahr: 116.434 TEUR).

Im Geschäftsjahr 2020 wurde zudem ein weiterer Kreditvertrag von der LS Digital & Management Services GmbH & Co. KG in Höhe von 9.000 TEUR mit einem variablen Zinssatz von 3-Monats-EURIBOR zuzüglich Margenaufschlag und einer Laufzeit bis 2024 abgeschlossen. In 2023 wurden 8.933 TEUR (Vorjahr: 67 TEUR) und damit der Kredit vollständig zurückgeführt.

In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ist in Höhe von 3.363 TEUR (Vorjahr: 3.704 TEUR), davon 3.023 TEUR (Vorjahr: 3.365 TEUR) langfristig, eine Verbindlichkeit aus der Forfaitierung konzerninterner Forderungen enthalten. Die Zinskonditionen sind fixiert.

Nach den Berechnungen der Geschäftsführung wurden die vereinbarten Covenants für das Jahr 2023 und das Vorjahr eingehalten.

Für die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden zur Absicherung von den jeweiligen Konzerngesellschaften folgende Sicherheiten bestellt:

Sicherungsübereignung von Teilen der Wertpapierbestände zum 31.12.2023 an der ZEAL Network SE

Gesamtschuldnerische Haftung aller in den Konsortialkredit der MAX Automation SE einbezogenen Unternehmen für diesen Konsortialkredit.

Zum Stichtag verfügte der Konzern über nicht in Anspruch genommene, freie Linien inklusive Avallinien in Höhe von rd. 136.000 TEUR (Vorjahr: rd. 105.000 TEUR).

Die folgende Tabelle zeigt Aufwendungen im Zusammenhang mit Leasingverträgen:

in TEUR 2023 2022
Leasingvereinbarungen nach IFRS 16
Zinsaufwendungen für Leasingverhältnisse 697 524
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse 95 75
Aufwendungen für Leasingverhältnisse über einen Vermögenswert von geringem Wert 364 298

Im Geschäftsjahr beträgt der gesamte Zahlungsmittelabfluss aus Leasingverhältnissen 6.018 TEUR (Vorjahr: 6.696 TEUR).

Die sonstigen Darlehensverbindlichkeiten in der laufenden Periode und in der Vorperiode beziehen sich im Wesentlichen auf Darlehen, die die Günther-Gruppe von nahestehenden Unternehmen erhalten hat, vgl. Gliederungspunkt VI.I.2. Die Zinskonditionen für variable Zinsen lagen zum 31.12.2023 unverändert gegenüber dem Vorjahr bei dem 3-Monats- EURIBOR + 1,0%.

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen aus den nicht beherrschenden Anteilen an Personengesellschaften im Konzern, die aufgrund ihres Kündigungsrechts nach IFRS als Fremdkapital klassifiziert und mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt werden. Zum 31.12.2023 beläuft sich der Abfindungsanspruch auf 4.913 TEUR (Vorjahr: 3.745 TEUR). Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgte erfolgswirksam im Finanzergebnis. Zudem sind in der Position Jahresabschlusskosten in Höhe von 2.056 TEUR (Vorjahr: 1.758 TEUR) enthalten.

21. Tatsächliche Steuerschulden

31.12.2023 31.12.2022
in TEUR langfristig kurzfristig G esamt langfristig kurzfristig Gesamt
Körperschaftsteuerrückstellung 0 1.594 1.594 0 400 400
Gewerbesteuerrückstellung O 1.891 1.891 0 658 658
Sonstige Steuerschulden 0 326 326 0 1.219 1.219
Summe 0 3.811 3.811 0 2.277 2.277

Soweit Zahlungsverpflichtungen aus Ertragsteuern bestehen, resultieren diese aus den Veranlagungen aus Vorjahren sowie den Steuerberechnungen für das aktuelle Geschäftsjahr.

22. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen des Geschäftsjahres bestehen ausschließlich gegenüber Dritten und sind im branchenüblichen Umfang durch Eigentumsvorbehalte der Lieferanten besichert.

Zum Stichtag bestehen keine Lieferantenverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 12 Monaten. Im Vorjahr bestanden Lieferantenverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 12 Monaten in Höhe von 1 TEUR.

23. Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten

in TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Boni/Tantieme 8.345 9.350
Nicht genommener Resturlaub 4.117 4.525
Verbindlichkeiten aus Lohn-und Kirchensteuer 1.776 1.687
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Personal 1.515 2.520
Umsatzsteuerverbindlichkeiten 1.068 1.949
Rechnungsabgrenzung 979 850
Soziale Sicherheit 472 422
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 1.336 1.506
Summe 19.608 22.809

Sämtliche kurzfristigen Schulden haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

G. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

1. Umsatzerlöse

Die erzielten Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt auf:

Nach Geschäftsbereichen:

in TEUR 2023 2022
Process Technologies 103.785 65.170
Environmental Technologies 177.797 173.926
Evolving Technologies 109.103 129.709
Mobility Automation 52.965 40.535
Lotterien 7.834 7.592
Ventures 15.230 12.197
Sonstiges 182 180
Summe 466.896 429.308

In der laufenden Periode wurden zeitraumbezogene Erlöse aus Verträgen mit Kunden in Höhe von 199.624 TEUR (2022: 180.373 TEUR) sowie zeitpunktbezogene Erlöse aus Verträgen mit Kunden in Höhe von 267.272 TEUR (2022: 248.935 TEUR) erfasst.

Nach geografisch bestimmten Märkten:

in TEUR 2023 2022
Deutschland 126.930 115.827
Europa 127.375 88.089
Nordamerika 129.557 109.425
China 24.613 25.008
Sonstiges 58.421 90.959
Summe 466.896 429.308

2. Sonstige Erträge

in TEUR 2023 2022
Auflösung von Rückstellungen 3.121 3.984
Erträge aus dem Abgang bzw. der Modifikation von Right of Use Assets 2.153 91
Erträge aus Kursdifferenzen 1.323 2.023
Erträge aus Insolvenzabwicklung 1.125 6.440
Erträge aus Sachbezügen 905 871
Auflösung von Wertberichtigungen 517 1.050
Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 67 78
Schadensersatz und Erstattungen 58 127
Erträge aus dem bestimmungsgemäßen Verbrauch von personalbezogenen Verbindlichkeiten 0 699
Erträge aus Erstattungen i.Z.m. der Transfergesellschaft der IWM Bodensee GmbH (vormals IWM Automation Bodensee GmbH) 0 27
Übrige sonstige betriebliche Erträge 2.096 2.207
Summe 11.365 17.597

3. Materialaufwand

in TEUR 2023 2022
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren 173.211 180.834
Aufwendungen für bezogene Leistungen 46.280 43.527
Summe 219.490 224.360

4. Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer

in TEUR 2023 2022
Löhne und Gehälter 129.256 121.466
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 23.268 21.653
Summe 152.525 143.120

Im Geschäftsjahr sind Abfindungen in Höhe von 190 TEUR (Vorjahr: 3.200 TEUR) im Personalaufwand enthalten.

In den Löhnen und Gehältern sind Aufwendungen in Höhe von 1.454 TEUR (Vorjahr: 764 TEUR) enthalten, die für die Vergütung des Managements im Rahmen von IFRS 2 (Share based payments) anfielen.

5. Aufwand für Abschreibungen und Amortisationen sowie Wertminderungen/aufholungen

in TEUR 2023 2022
Amortisation immaterieller Vermögenswerte ohne Geschäfts- oder Firmenwert 4.728 4.742
Abschreibung auf Sachanlagen 11.525 10.184
Aufwand für planmäßige Abschreibungen und Amortisationen 16.253 14.926
Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens und Sachanlagen 0 683
Wertaufholung auf immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens und Sachanlagen -2.176 -3.434
Wertminderungen auf Vermögenswerte des Umlaufvermögens 0 243
Wertaufholung (Wertminderungsaufwand), die (der) im Gewinn oder Verlust erfasst wird -2.176 -2.508
Summe 14.077 12.418

Zur Klassifikation der Abschreibungen nach Anlageklassen vgl. Gliederungspunkt VI.F.1 und 2.

Die Amortisation der immateriellen Vermögenswerte enthält im laufenden Geschäftsjahr Effekte aus der Amortisation von im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 2.792 TEUR (2022: 3.247 TEUR).

Im Geschäftsjahr 2023 sind 2.176 TEUR aus der Wertaufholung auf eine Zuschreibung im Bereich Grundstücke und Gebäude zurückzuführen, die auf eine verbesserte Ertragssituation im Geschäftsbereich Mobility Automation zurückzuführen ist.

Die Wertminderung aus dem Vorjahr bezieht sich im Wesentlichen auf immaterielle Vermögenswerte und Nutzungsrechte.

6. Sonstige Aufwendungen

in TEUR 2023 2022
Werbe- / Vertriebskosten 13.966 13.880
Reisekosten 11.149 9.832
Kosten für Rechtsberatung 9.863 8.101
sonstige Herstellkosten 6.597 5.430
Sonstige Personalkosten 4.250 3.228
Übrige sonstige Aufwendungen 3.616 3.768
EDV-Kosten 3.053 2.977
Gewährleistungsaufwand 2.772 2.094
Versicherungsaufwendungen 2.420 2.234
Raumkosten 2.133 1.790
Bürokosten 1.845 1.996
Aufwand aus Währungsumrechnung 1.739 2.113
Wertberichtigung auf Forderungen 1.723 1.681
sonstige Verwaltungskosten 1.641 2.067
Sonstige Beratungskosten 1.224 795
Sonstige Steuern 301 136
Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten 56 54
Summe 68.348 62.175

Die Erhöhung der sonstigen Aufwendungen von 2022 auf 2023 ist im Wesentlichen auf erhöhte Reisekosten, Kosten für Rechtsberatung sowie sonstige Herstell- und Personalkosten zurückzuführen.

Aufwendungen für Forschung werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie angefallen sind. Aufwendungen für Entwicklung werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens ergebniswirksam erfasst, soweit es sich nicht um Entwicklungskosten handelt, die bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzung gemäß IAS 38 als immaterieller Vermögenswert aktiviert werden müssen. Im Geschäftsjahr 2023 hat die Günther-Gruppe 2.560 TEUR (Vorjahr: 1.928 TEUR) an Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen als Aufwand erfasst.

7. Finanzergebnis

in TEUR 2023 2022
Sonstige Erträge Beteiligungen 364 329
Zinserträge mit Banken 179 2
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 206 1.283
Finanzierungserträge 749 1.614
Zinsaufwand an Banken -12.018 -7.937
Zinsaufwand Leasingverbindlichkeit -697 -524
Zinsaufwand Pension IAS 19 -95 -45
Zinsaufwand an sonstige Kapitalgeber -402 -212
Übrige Zinsen und ähnliche Aufwendungen -3.684 -2.501
Finanzierungsaufwendungen -16.895 -11.219
Finanzergebnis -16.146 -9.606

Der Zinsaufwand an Banken betrifft im Wesentlichen die Zinsen auf den Konsortialkreditvertrag der MAX Automation SE sowie den Konsortialkredit auf Ebene der der Günther Holding.

Die Zinsen aus Leasingverbindlichkeiten verteilen sich wie folgt auf die Klassen von Nutzungsrechten:

in TEUR 2023 2022
Zinsen für Grundstücke und Gebäude 499 366
Zinsen für technische Anlagen und Maschinen 20 27
Zinsen auf Betriebs- und Geschäftsausstattung 178 131
Summe Zinsen Leasingverhältnisse 697 524

Die übrigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten die erfolgswirksame Erfassung der Änderung des beizulegenden Zeitwerts der Minderheiten an Personengesellschaften und die Zahlungen (Gewinnausschüttung) an diese Minderheiten für das Jahr 2022 in Höhe von insgesamt -1.546 TEUR (Vorjahr: 849 TEUR in den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen).

8. Ertragsteuern

in TEUR 2023 2022
Laufende Ertragsteuern -5.513 -3.800
Latente Ertragsteuern 676 1.722
Ertragsteuern -4.837 -2.077

Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitungsrechnung vom im jeweiligen Geschäftsjahr erwarteten zum jeweils ausgewiesenen Steueraufwand. Bei Anwendung der in Deutschland geltenden Ertragsteuersätze auf das Konzernergebnis unter Berücksichtigung eines Körperschaftsteuersatzes von 15% (Vorjahr: 15%) zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5% (Vorjahr: 5,5%) und Gewerbeertragsteuern von 13,87% (Vorjahr: 13,87%) ergibt sich ein Gesamtsteuersatz von 29,69% (Vorjahr: 29,69%).

in TEUR 2023 2022
Gewinn vor Steuern 19.152 21.707
Von der Gewinnsteuer ausgenommene Gewinne 0 48
Steuerbarer Gewinn 19.152 21.755
Gewichteter durchschnittlicher Steuersatz (in %) 29,69% 29,69%
Steueraufwand zum durchschnittlich gewichteten Steuersatz -5.686 -6.459
Ursachen für Mehr-/ Minderbeträge:
Verwendung nicht aktivierter Verlustvorträge 22 114
Nicht aktivierte latente Steuern auf temporäre Differenzen und Verlustvorträge -8.317 -1.190
Übrige steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen inkl. Quellensteuer -1.032 -2.412
Steuerbefreite Erträge -604 1.365
Steuernachzahlungen und - rückerstattungen aus Vorjahren 71 -46
Veränderung der Wertberichtigung für latente Steuerforderungen 7.640 5.916
Veränderung von Steuersätzen 508 -134
Übrige Effekte 2.561 770
Ausgewiesener Aufwand für Ertragsteuern -4.837 -2.077

Gemäß IAS 12.47 sind latente Steueransprüche und -schulden anhand der Steuersätze zu bewerten, deren Gültigkeit für die Periode, in der sich die temporäre Differenz umkehren wird, erwartet wird. Dabei sind die Steuersätze zu verwenden, die zum Bilanzstichtag gültig oder angekündigt sind.

Auf Grund der Zuordnung der MA micro Gruppe als Veräußerungsgruppe erfolgte eine Wertberichtigung auf den Ansatz latenter Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 6.834 TEUR sowie als gegenläufiger Effekt eine Erhöhung des Ansatzes latenter Steuern auf Zinsvorträge in Höhe von 1.446 TEUR - im Saldo somit 5.388 TEUR.

H. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich Zahlungsmittel im Konzern im Laufe des Berichtsjahres sowie der Vergleichsperiode durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. Entsprechend IAS 7 werden Zahlungsströme aus laufender Geschäftstätigkeit sowie solche aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden. Die Kapitalflussrechnung wurde nach der indirekten Methode erstellt.

Die Summe der Mittelzu- und abflüsse aus dem fortgeführten Geschäftsbereich über alle drei Cashflow-Positionen, konsolidierungsbedingte Veränderungen des Finanzmittelfonds sowie die Währungsänderungen stellen die Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente für den Gesamtkonzern dar.

Finanzmittelfonds

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds umfasst alle in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalente (Kassenbestand, Bankguthaben, Termingelder und zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente mit einer Laufzeit unter drei Monaten).

Zu- / Abfluss aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit

Ausgangspunkt der Finanzierungsrechnung ist das operative Ergebnis nach Amortisationen aus Kaufpreisallokationen sowie vor Zinsen und Steuern (EBIT) i.H.v 35.298 TEUR (Vorjahr: 31.312 TEUR). Im Rahmen des Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit wurden in Höhe von -2.474 TEUR (Vorjahr: -15.032 TEUR) die Veränderungen im Working Capital, übrigen Nettovermögen, gezahlten Zinsen aus Fremdkapitalaufnahmen sowie sonstige nicht zahlungswirksame Vorgänge berücksichtigt.

Zu- / Abfluss aus Investitionstätigkeit

Aus der investiven Tätigkeit resultiert in 2023 ein Netto-Cashflow von 17.078 TEUR (Vorjahr: 5.917 TEUR). Die wesentlichen Auszahlungen in 2023 resultieren aus Investitionen in das Anlagevermögen. Einzahlungen stammen aus Dividendenausschüttungen von assoziierten Unternehmen und dem Verkauf von Anlagevermögen.

Zu- / Abfluss aus Finanzierungstätigkeit

Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit wurden im Geschäftsjahr 2023 Cashflows in Höhe von -17.360 TEUR realisiert (Vorjahr 14.103 TEUR). Der Netto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in 2023 resultiert im Wesentlichen aus Auszahlungen für Tilgungen von Bankverbindlichkeiten, der Inanspruchnahme des bestehenden Konsortialkredites innerhalb des Konzerns sowie aus dem Rückerwerb der Minderheiten für die Vecoplan Midwest LLC.

Entwicklung Finanzmittelfonds

Im Berichtsjahr ergab sich für den Günther-Konzern insgesamt ein Zahlungsmittelabfluss - unter Berücksichtigung wechselkursbedingter Wertveränderungen - von -6.099 TEUR (Vorjahr: Zufluss von 5.519 TEUR).

Der Bestand an flüssigen Mitteln des Günther-Konzerns verringerte sich, ausgehend von 44.774 TEUR zu Beginn des Geschäftsjahres, auf 38.675 TEUR am Ende des Geschäftsjahres. In Höhe von 3.408 TEUR wurden flüssige Mittel in eine Veräußerungsgruppe nach IFRS 5 umgegliedert und reduzieren damit den Bestand in der Bilanz zum Ende des Geschäftsjahres.

Die Finanzierungsverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Zahlungswirksam
in TEUR 31.12.2022 Auszahlungen Einzahlungen
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - langfristig 1 146.275 -21.156 15.000
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - kurzfristig 1 2.369 114
Sonstige Darlehensverbindlichkeiten - langfristig 1 0
Sonstige Darlehensverbindlichkeiten - kurzfristig 1 10.572 -3.758
Leasingverbindlichkeiten - langfristig 1 7.705
Leasingverbindlichkeiten - kurzfristig 1 4.812 -6.282
Summe 171.733 -31.196 15.114
Zahlungsunwirksam
in TEUR Neue Leasingverträge IFRS 5 Währungseffekte
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - langfristig 1
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - kurzfristig 1
Sonstige Darlehensverbindlichkeiten - langfristig 1
Sonstige Darlehensverbindlichkeiten - kurzfristig 1
Leasingverbindlichkeiten - langfristig 1 10.502 -1.085
Leasingverbindlichkeiten - kurzfristig 1 -996 -65
Summe 10.502 -2.080 -65
in TEUR Sonstiges 31.12.2023
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - langfristig 1 -732 139.388
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - kurzfristig 1 -22 2.461
Sonstige Darlehensverbindlichkeiten - langfristig 1 0
Sonstige Darlehensverbindlichkeiten - kurzfristig 1 1.000 7.814
Leasingverbindlichkeiten - langfristig 1 -7.388 9.735
Leasingverbindlichkeiten - kurzfristig 1 5.518 2.987
Summe -1.624 162.383

1 Erfasst in der Bilanzposition "Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten"

I. SONSTIGE ANGABEN

1. Eventualverbindlichkeiten und Verpflichtungen

Haftungsverhältnisse

Zum Bilanzstichtag und im Vorjahr bestehen aus Sicht des Konzerns keine wesentlichen Haftungsverhältnisse aus Bürgschaften.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen, die im Wesentlichen aus künftigen Investitionen in Finanzanlagen, Fracht- und Speditionsverträgen sowie aus Marketing-Dienstleistungsverträgen bestehen, haben zum 31.12.2023 eine Höhe von 3.674 TEUR (Vorjahr: 2.063 TEUR). Davon kurzfristig 2.896 TEUR (Vorjahr: 1.860 TEUR), zwischen einem und fünf Jahren 752 TEUR (Vorjahr: 177 TEUR) und über fünf Jahren 26 TEUR (Vorjahr: 26 TEUR).

Eventualverbindlichkeiten

Für finanzielle Belastungen aus Gerichts- oder Schiedsverfahren sind bei der jeweiligen Konzerngesellschaft in angemessener Höhe Rückstellungen für Prozessrisiken bzw. Prozesskosten gebildet worden, wenn es sich um ein Ereignis vor dem Bilanzstichtag handelt und von den gesetzlichen Vertretern eine Wahrscheinlichkeit des Abflusses von wirtschaftlichen Ressourcen von über 50% eingeschätzt wird.

Weitere Rechtsstreitigkeiten bzw. Eventualverbindlichkeiten, die einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben könnten, bestehen zum Bilanzstichtag nicht.

2. Angaben zu Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Als nahestehende Unternehmen und Personen kommen gemäß IAS 24 neben der Geschäftsführung insbesondere die Gesellschafter der Günther SE und die durch die Gesellschafter oder die Günther SE beherrschten oder maßgeblich beeinflussten Unternehmen in Betracht. Die Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen setzen sich bei der Günther-Gruppe aus den geschäftsführenden Direktoren und dem Verwaltungsrat der Günther SE und Günther Holding SE zusammen.

Geschäftsvorfälle zwischen dem Mutterunternehmen und seinen Tochterunternehmen, die als nahestehende Unternehmen anzusehen sind, sind durch die Konsolidierung eliminiert worden und werden in diesem Anhang nicht erläutert. Neben diesen Geschäftsbeziehungen bestanden im jeweiligen Geschäftsjahr folgende Transaktionen:

Handels- und Dienstleistungsgeschäfte mit sonstigen nahestehenden Unternehmen und Personen

Im laufenden Geschäftsjahr wurden Erlöse in Höhe von 8.028 TEUR (Vorjahr: 7.748 TEUR) von Konzerngesellschaften mit sonstigen nahestehenden Unternehmen und Personen erwirtschaftet, die nicht dem Konsolidierungskreis angehören. Dem gegenüber stehen Aufwendungen in Höhe von 1.157 TEUR (Vorjahr: 945 TEUR) im Zusammenhang mit Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen. Zum 31.12.2023 bestehen Forderungen in Höhe von 3.114 TEUR (Vorjahr: 2.728 TEUR) und Verbindlichkeiten in Höhe von 111 TEUR (Vorjahr: 100 TEUR). Die Handels- und Dienstleistungsgeschäfte beziehen sich überwiegend auf das strategische Geschäftsfeld Lotterien.

Darlehen an sonstige nahestehende Unternehmen und Personen

Zum 31.12.2023 bestehen Forderungen aus Ausleihungen und damit zusammenhängenden Zinsen in Höhe von 13.558 TEUR (Vorjahr: 15.639 TEUR) gegenüber sonstigen nahestehenden Unternehmen und Personen. Davon sind zum 31.12.2023 9.476 TEUR langfristig (Vorjahr: 9.476 TEUR). Die Zinserträge in diesem Zusammenhang betragen in der laufenden Periode 364 TEUR (Vorperiode: 320 TEUR). Die Zinskonditionen liegen für alle dargestellten Stichtage für die variable Verzinsung beim 3-Monats EURIBOR + 1% bzw. Basiszins + 2% und bei der fixen Verzinsung bei 3,0%. Eine Besicherung besteht nicht.

Darlehen von sonstigen nahestehenden Unternehmen und Personen

Zum 31.12.2023 sind im Konzern Darlehens- und damit verbundene Zinsverbindlichkeiten von sonstigen nahestehenden Unternehmen und Personen in Höhe von 7.814 TEUR (Vorjahr: 10.571 TEUR) passiviert. Die damit verbundenen Zinsaufwendungen betragen im laufenden Geschäftsjahr 402 TEUR (Vorperiode: 212 TEUR). Die Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen erfolgen zu Bedingungen wie unter fremden Dritten. Die zum Jahresende bestehenden offenen Posten sind nicht besichert. Die Zinskonditionen liegen für alle dargestellten Stichtage für die variable Verzinsung beim 3-Monats EU- RIBOR + 1% und bei der fixen Verzinsung bei 2,0 bzw. 2,81%. Eine Besicherung besteht nicht.

Vergütung der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen

Die Vergütung der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen beträgt im laufenden Geschäftsjahr 1.552 TEUR (Vorjahr: 1.923 TEUR) und setzt sich im Wesentlichen aus kurzfristig fälligen Leistungen zusammen. Darin sind im aktuellen Geschäftsjahr langfristige, anteilsbasierte Vergütungen von 218 TEUR (Vorjahr: 68 TEUR) enthalten. Für Boni und Tantiemen bestanden am Bilanzstichtag Rückstellungen bzw. Verbindlichkeiten in Höhe von 859 TEUR (Vorjahr: 783 TEUR).

3. Risikomanagement

Der Günther-Konzern ist im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit insbesondere den Markt- und Branchenrisiken aus den jeweiligen strategischen Geschäftsfeldern sowie ferner Währungs-, Preis- und Zinsänderungsrisiken ausgesetzt.

Die Günther SE begegnet diesen Risiken, indem die geschäftsführenden Organe gruppenübergreifend die weltweiten, relevanten Finanz-, Bezugs- und Absatzmärkte laufend beobachten, Entwicklungen frühzeitig in ihre Bewertung integrieren und gegebenenfalls mit verschiedensten Maßnahmen absichern bzw. entgegensteuern.

Im Rahmen des Risikomanagementsystems des Günther-Konzerns werden Risiken durch die geschäftsführenden Organe der einzelnen Gesellschaften innerhalb der strategischen Geschäftsfelder mittels adäquater Risikofrüherkennungssysteme kontinuierlich identifiziert, bewertet und aktiv gesteuert. Durch eine regelmäßige Berichterstattung werden die geschäftsführenden Direktoren der Günther SE laufend über die aktuelle Risikolage und den Status geplanter Maßnahmen zur Risikobewältigung informiert.

Das Chancen- und Risikomanagement des Konzerns ist in ein ganzheitlich orientiertes, ziel- und kennzahlenbasiertes Risikomanagementsystem, das sowohl strategisch als auch operativ relevante, interne und externe Faktoren berücksichtigt, eingebettet. Das Chancen- und Risikomanagement des Konzerns konzentriert sich dabei nicht nur auf monetäre Performance-Indikatoren, sondern bezieht auch so genannte weiche Sub-Produktionsfaktoren ein. Grundlage hierfür bildet eine detaillierte und integrierte Unternehmensplanung für den Konzern. Das umfangreiche Berichtswesen des Konzerns beinhaltet dabei detaillierte Soll-Ist-Abweichungsanalysen sowie adäquate Kennzahlensysteme. Im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses wird dieses System ständig weiterentwickelt.

Ziel des Finanz- und Risikomanagements der Gruppe ist die Sicherung gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Beim Finanzmanagement verfolgt das Unternehmen eine konservative Risikopolitik. Zu den wesentlichen Bestandteilen des Risikomanagements im Bereich der internen und externen Rechnungslegung gehören:

Eindeutige Aufteilung der funktionalen Prozesse Finanzbuchhaltung und Controlling

Konzernweit abgestimmte Planungs-, Controlling- und Reporting-Prozesse

Konzernweit gültige Bilanzierungsrichtlinien, basierend auf dem laufend aktualisierten und den Funktionsträgern zugestellten Bilanzierungshandbuch

Zugriffssicherung der im Rechnungswesen eingesetzten EDV-Landschaft, weitestgehend mittels Rückgriffs auf Finanz-Standardsoftware

Konzerneinheitliche Nutzung der Konsolidierungssoftware IBM-Cognos für das Konzern-Reporting

Zur Aufrechterhaltung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit wird ein Liquiditätsplan erstellt und laufend mit aktuellen Änderungen abgeglichen

Angesichts der im Berichtsjahr weiterhin angespannten und dynamischen geopolitischen Gesamtsituation, unter anderem dem anhaltenden Krieg in der Ukraine, der in Teilen noch anhaltenden Störungen in den globalen Lieferketten, steigende Strom-, Energie-, Material- und Rohstoffpreise sowie der dynamischen Entwicklung des Inflations- und Zinsumfeldes stehen die geschäftsführenden Direktoren der Günther SE in einem kontinuierlichen Austausch mit den jeweiligen Leitungsorganen der strategischen Geschäftsfelder und lassen sich weiterhin über die Risiken sowie ergriffenen bzw. geplanten Maßnahmen berichten. Durch die laufende Validierung der auf Basis der jeweilig verfügbaren Erkenntnisse bestehenden Handlungsspielräume wird sichergestellt, dass etwaige Auswirkungen auf Gruppenebene frühzeitig eingeschätzt und korrespondierende Maßnahmen unterstützt oder initiiert werden können.

4. Finanzrisikomanagement

Das Management der Günther-Gruppe überwacht und steuert die mit den Geschäftsbereichen des Konzerns verbundenen Finanzrisiken durch die interne Risikoberichterstattung, analysiert die Risiken nach deren Grad und Ausmaß. Diese Risiken beinhalten das Marktrisiko (einschließlich Wechselkursrisiken, zinsinduzierte Zeitwertrisiken und Preisrisiken), das Ausfallrisiko, das Liquiditätsrisiko und zinsinduzierte Zahlungsstromrisiken.

Der Konzern versucht, die Auswirkungen dieser Risiken mittels derivativer Finanzinstrumente zu minimieren. Der Einsatz von Finanzderivaten ist durch von der Geschäftsführung festgelegte Richtlinien geregelt, die Vorgaben hinsichtlich der Steuerung von Wechselkurs-, Zins- und Ausfallrisiken enthalten. Darüber hinaus werden Grundregeln für den Einsatz von derivativen und nicht derivativen Finanzgeschäften sowie für die Anlage überschüssiger Liquidität festgelegt. Die Einhaltung der Richtlinien und Risikolimits wird kontinuierlich überprüft. Der Konzern kontrahiert und handelt keine Finanzinstrumente, einschließlich derivativer Finanzinstrumente, für spekulative Zwecke.

a) Marktrisiko

Wechselkursrisiken

Aufgrund seiner internationalen Ausrichtung ist der Günther-Konzern im operativen Geschäft sowie hinsichtlich der berichteten Finanz- und Zahlungsströme Risiken aus Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Das Wechselkursrisiko des Konzerns ist absatzgetrieben und besteht wesentlich zwischen dem US-Dollar und dem Euro. Von besonderer Bedeutung ist dabei das Transaktionsrisiko, da die Umsatzerlöse in Fremdwährung und die dazugehörigen Kosten überwiegend in Euro anfallen. Wechselkursschwankungen werden teilweise durch den Abschluss entsprechender Kurssicherungsinstrumente abgesichert.

Im Rahmen von einzelnen Projekten werden Devisentermingeschäfte zur Minimierung von Transaktionsrisiken eingesetzt. Dabei wird die offene Währungsposition anhand der vertraglich definierten Meilensteine vollständig abgesichert. Darüber hinaus erfolgt teilweise eine laufende Absicherung geplanter Fremdwährungszuflüsse im Rahmen eines Makro- Ansatzes, wobei die Sicherungsquote hier im Bereich zwischen 50 und 75% liegt. Reine Handelsgeschäfte ohne ein entsprechendes Grundgeschäft werden nicht eingegangen.

Aus Devisenterminverkäufen können Marktpreisrisiken in Form möglicher Verpflichtungen entstehen, Devisen zu einem unter dem am Erfüllungsstichtag marktüblichen Kassakurs zu verkaufen.

Die Laufzeiten und der Umfang der Währungssicherungen entsprechen denen der abzusichernden Grundgeschäfte. Zum Stichtag hat der Konzern folgende Sicherungsinstrumente im Bestand:

Nominalvolumen Beizulegender Zeitwert
in TEUR 31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023 31.12.2022
Devisentermingeschäft (Verkauf) 2.731 2.915 28 121

Den Währungssensitivitätsanalysen liegen die folgenden Annahmen zu Grunde:

Originäre Finanzinstrumente, die in einer Fremdwährung denominiert sind, unterliegen einem Wechselkursrisiko und werden daher in die Sensitivitätsanalyse einbezogen.

Wechselkursbedingte Veränderungen der Marktwerte von Devisenderivaten, für die kein Hedge-Accounting angewendet wird, wirken sich auf das Währungsergebnis aus und werden daher in die Sensitivitätsanalyse einbezogen.

Sensitivitätsanalyse USD Auswirkungen Gewinn / Verlust
in TEUR 2023 2022
Aufwertung 10% 416 37
Abwertung 10% -509 -45

Die Risiken aus CHF, CNY, GBP, PLN und SGD sind einer Sensitivitätsanalyse unterzogen worden, haben aber keine wesentlichen Auswirkungen.

Zinsrisiken

Im Konzern werden in üblichem Umfang zinssensitive Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gehalten. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten und langfristigen Darlehensverbindlichkeiten sind überwiegend variabel verzinst.

Das operative Geschäft des MAX Automation SE-Teilkonzerns wird über den Konsortialkredit finanziert. Um die Flexibilität am Markt zu erhalten, werden jedoch in geringem Umfang zinsvariable Refinanzierungsmöglichkeiten wahrgenommen.

Es besteht ein Zins-Cap Geschäft mit einem Nominalbetrag in Höhe von 19 TEUR - die vertragliche Vereinbarung einer Zinsobergrenze -, wonach der zu zahlende variable Zins auf 4,35% begrenzt ist. Das Geschäft ist auf den 07. Juni 2024 befristet. Im Vorjahr wurde zudem ein Zinsswap mit einem Nominalbetrag in Höhe von 15.000 TEUR und einer Laufzeit bis zum 24. März 2025 abgeschlossen. Der gesicherte Zinssatz beläuft sich auf 2,18%. Das Nominalvolumen der Zinsderivate beträgt zum 31. Dezember 2023 15.019 TEUR (31.12.2022: 15.056 TEUR), der beizulegende Zeitwert 173 TEUR (31.12.2022: 340 TEUR).

Zinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen die Effekte von Änderungen der Marktzinssätze auf Zinserträge und Zinsaufwendungen, andere Ergebnisteile sowie gegebenenfalls das Eigenkapital dar. Den Zinssensitivitätsanalysen liegen die folgenden Annahmen zu Grunde:

Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Demnach unterliegen alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente mit fester Verzinsung keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne von IFRS 7.

Marktzinssatzänderungen wirken sich auf das Ergebnis von originären variabel verzinslichen Finanzinstrumenten, deren Zinszahlungen nicht als Grundgeschäfte im Rahmen von Cashflow-Hedges gegen Zinsänderungen designiert sind, aus und werden daher bei den Sensitivitätsberechnungen berücksichtigt.

Marktzinssatzänderungen von Zinsderivaten, die nicht in eine Sicherungsbeziehung nach IFRS 9 eingebunden sind, haben Auswirkungen auf das Zinsergebnis und werden daher bei den Sensitivitätsberechnungen berücksichtigt.

Sensitivitätsanalyse Marktzins Auswirkungen Gewinn / Verlust
in TEUR 2023 2022
Aufwertung 100 Basispunkte -1.236 -1.201
Abwertung 100 Basispunkte 1.236 25

Sonstige Preisrisiken

IFRS 7 verlangt im Rahmen der Darstellung zu Marktrisiken auch Angaben darüber, wie sich hypothetische Änderungen von sonstigen Preisrisikovariablen auf Preise von Finanzinstrumenten auswirken. Als Risikovariablen kommen insbesondere Börsenkurse oder Indizes in Frage. Weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr waren diesbezüglich Finanzinstrumente im Bestand.

b) Kreditrisiken

Kreditrisiken bestehen insbesondere hinsichtlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der Vertragsvermögenswerte sowie der übrigen Forderungen einschließlich der Geldanlagen. Sie werden durch eine Limitierung auf einzelne Bonitätsadressen und deren laufende Überwachung begrenzt. Aus der unterschiedlichen Bonitätseinschätzung der Kunden heraus werden im Regelfall die nachfolgenden Kreditsicherungen vorgenommen:

Exportversicherungen

Akkreditive

Vorauskassen

Garantien und Bürgschaften

Interne Kreditlinien

Sicherungsübereignungen

Das maximale Ausfallrisiko (Kreditrisiko) umfasst den kompletten Ausfall der positiven Buchwerte der Finanzinstrumente. Das Ausfallrisiko der nicht einzelwertberichtigten Finanzinstrumente wird aus heutiger Sicht aufgrund der Debitorenstruktur als grundsätzlich gering eingeschätzt, da durch das eng gefasste Risikomanagement die Ausfallwahrscheinlichkeit gering gehalten wird.

Neben zu bildenden Einzelwertberichtigungen für Forderungen im Fall eines Ausfallereignisses wurde gemäß IFRS 9 ebenfalls eine Risikovorsorge für erwartete Verluste erfasst. Finanzielle Vermögenswerte der Gruppe, die dem Modell der erwarteten Kreditverluste unterliegen, sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte. Die Gruppe wendet den vereinfachten Ansatz nach IFRS 9 an, um die erwarteten Kreditverluste zu bemessen. Entsprechend werden für alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste herangezogen.

Zur Bemessung der erwarteten Kreditverluste werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte geclustert: Die Wertberichtigungsquoten werden auf Grundlage des spezifischen Debitors, der Branche oder der Region anhand von Credit Default Swap-Spreads bestimmt. Die Berechnung erfolgt unter Berücksichtigung des Zinseffekts.

Freie Liquidität wird in der Regel auf Kontokorrentkonten sowie in Termingeldern bei den großen inländischen Geschäftsbanken angelegt. Das Ausfallrisiko der bilanzierten Vermögenswerte entspricht ihrem Buchwert.

c) Liquiditätsrisiko

Das Management der Günther-Gruppe überwacht die Liquidität der operativen Gesellschaften sowie des Gesamtkonzerns im Rahmen von rollierenden Cashflow Prognosen.

Der Konzern operiert in Teilen in einem operativ dynamischen Geschäftsumfeld. Die sich daraus ergebenden Chancen und Risiken bedürfen einer notwendigen Flexibilität und ausreichenden Höhe in der Bereitstellung der Finanzierungsmöglichkeiten.

Im Rahmen der Liquiditätssteuerung wird eine ausreichende Reserve an Bankguthaben gehalten. Ferner verfügt der Konzern über zugesagte, nicht in Anspruch genommene Kreditlinien bei unterschiedlichen Finanzinstituten.

Im Folgenden wird das Risiko aus vertraglich vereinbarten Zahlungsströmen (Zins und Tilgung) für finanzielle Verbindlichkeiten dargestellt:

31.12.2023 Buchwert Vertraglich vereinbarte Zahlungsströme Bis zu einem Jahr 1 - 5 Jahre Mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 141.848 146.895 3.073 141.037 2.785
Sonstige Darlehensverbindlichkeiten 7.814 8.109 8.109 0 0
Leasingverbindlichkeiten 12.722 17.577 4.558 8.838 4.182
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 23.452 23.452 23.452 0 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 21.104 21.104 21.094 11 0
31.12.2022 Buchwert Vertraglich vereinbarte Zahlungsströme Bis zu einem Jahr 1 - 5 Jahre Mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 148.644 169.454 16.535 151.410 1.509
Sonstige Darlehensverbindlichkeiten 10.571 10.854 10.854 0 0
Leasingverbindlichkeiten 12.516 12.943 4.988 7.834 120.785
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 26.257 26.257 26.257 0 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 21.501 21.501 21.492 9 0

Im Folgenden wird das Risiko aus vertraglich vereinbarten Zahlungsströmen für derivative Finanzinstrumente dargestellt:

31.12.2023 Buchwert Vertraglich vereinbarte Zahlungsströme Bis zu einem Jahr 1 - 5 Jahre Mehr als 5 Jahre
Devisenderivate - Abfluss -28 2.731 2.731 0 0
Devisenderivate - Zufluss 28 2.760 2.760 0 0
Zinsderivate - Abfluss -173 76 76 0 0
Zinsderivate - Zufluss 173 137 137 0 0
31.12.2022 Buchwert Vertraglich vereinbarte Zahlungsströme Bis zu einem Jahr 1 - 5 Jahre Mehr als 5 Jahre
Devisenderivate - Abfluss -121 2.915 2.915 0 0
Devisenderivate - Zufluss 121 3.036 3.036 0 0
Zinsderivate - Abfluss -340 74 74 0 0
Zinsderivate - Zufluss 340 70 70 0 0

Für die nicht diskontierten Auszahlungen gelten folgende Annahmen:

Ist die Zahlung zu verschiedenen Zeitpunkten möglich, so wird der frühestmögliche Zeitpunkt der Fälligkeit unterstellt.

Die derivativen Finanzinstrumente umfassen sowohl die Derivate mit negativen als auch positiven beizulegenden Zeitwerten.

Die Zinszahlungen von Finanzinstrumenten mit variablen Zinssätzen werden anhand von geschätzten Zinssätzen fortgeschrieben. Diese Schätzungen basieren auf den bestehenden Zinssätzen zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung.

Kapitalrisikomanagement

Zentrales Ziel des Kapitalmanagements für den Konzern liegt in der Sicherstellung der Unternehmensfortführung. Die Eigenkapitalzuführung auf Mutterebene ist durch die Gesellschafterinteressen begrenzt. Die Kapitalstruktur des Konzerns ist in einem definierten Rahmen entsprechend ausgerichtet; innerhalb dieses Rahmens werden die Kapitalkosten aktiv gesteuert.

In der Vergangenheit wurden regelmäßig die erzielten Jahresüberschüsse, soweit diese auf das Mutterunternehmen entfallen, bis auf satzungsgemäße geringe Ausschüttungen thesauriert. Ein zentrales Steuerungselement für die Kapitalstruktur ist das aktive Portfoliomanagement der Vermögenswerte.

Der Konzern überwacht seine Kapitalstruktur im Wesentlichen auf Basis der Eigenkapitalquote. Daneben ist die Einhaltung der vertraglich vereinbarten Covenants sicherzustellen; vgl. hierzu die Ausführungen in Gliederungspunkt VI.F.20. Die Ziele des Kapitalmanagements wurden im Berichtsjahr erreicht.

31.12.2023 31.12.2022
Summe des Eigenkapitals 148.996 137.239
Bilanzsumme 459.851 470.989
Eigenkapitalquote 32,40% 29,14%

5. Finanzinstrumente

Eine Aufgliederung der finanziellen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten nach den Bewertungskategorien des IFRS 9 für das Geschäftsjahr 2023 und für das Geschäftsjahr 2022 ergibt sich wie folgt:

Kategorie gem. IFRS 9 Buchwert 31.12.2023 Wertansatz Bilanz nach IFRS 9 Zeitwert 31.12.2023
Finanzielle Vermögenswerte nach Kategorie Fortgeführte Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert, erfolgsneutral Beizulegender Zeitwert, erfolgswirksam
Derivative Finanzinstrumente FVPL 212 212 212
davon ohne Hedge Beziehung 212 212 212
Sonstige finanzielle Vermögenswerte AC 15.894 15.894 15.894
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 54.696 54.696 54.696
Vertragsvermögenswerte n/a 30.194
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente AC 38.675 38.675 38.675
Finanzielle Verbindlichkeiten nach Kategorie
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLAC 141.848 141.848 141.848
Derivative Finanzinstrumente FLFVPL 12 12 12
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 23.452 23.452 23.452
Vertragsverbindlichkeiten n/a 38.276
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
davon Abfindungsansprüche FLFVPL 4.913 0 0 4.913 4.913
davon sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (im Anwendungsbereich von IFRS 9) FLAC 24.005 24.005 24.005
davon Leasingverbindlichkeiten n/a 12.722
Zusammenfassung pro Kategorie
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte FVPL 212 0 0 212 212
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte AC 109.265 109.265 0 0 109.265
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten FLFVPL 4.924 0 0 4.924 4.924
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 189.305 189.305 0 0 189.305
Kategorie gem. IFRS 9 Buchwert 31.12.2022 Wertansatz Bilanz nach IFRS 9 Zeitwert 31.12.2022
Finanzielle Vermögenswerte nach Kategorie Fortgeführte Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert, erfolgsneutral Beizulegender Zeitwert, erfolgswirksam
Derivative Finanzinstrumente 461 461 461
davon ohne Hedge Beziehung FVPL 461 461 461
Sonstige finanzielle Vermögenswerte AC 18.537 18.537 18.537
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 47.494 47.494 47.494
Vertragsvermögenswerte n/a 42.124
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente AC 44.774 44.774 44.774
Finanzielle Verbindlichkeiten nach Kategorie
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLAC 148.644 148.644 148.644
Derivate ohne Hedge Beziehung FLFVPL 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 26.257 26.257 26.257
Vertragsverbindlichkeiten n/a 61.100
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
davon Abfindungsansprüche FLFVPL 3.745 0 0 3.745 3.745
davon sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (im Anwendungsbereich von IFRS 9) FLAC 28.328 28.328 28.328
davon Leasingverbindlichkeiten n/a 12.516
Zusammenfassung pro Kategorie
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte FVPL 461 0 0 461 461
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte AC 110.805 110.805 0 0 110.805
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten FLFVPL 3.745 0 0 3.745 3.745
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 203.229 203.229 0 0 203.229

Bei kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert dem Zeitwert.

Die Nettogewinne oder -verluste der einzelnen Kategorien nach IFRS 9 ergeben sich wie folgt:

Nettogewinne oder -verluste

TEUR 2023 2022
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (FVPL) -93 183
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte (AC) -875 892
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FLFVPL) -1.546 849
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) -14.581 -11.553
Summe -17.095 -9.629

Der Gesamtzinsertrag für finanzielle Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, liegt bei 797 TEUR (Vorjahr: 765 TEUR) und der Gesamtzinsaufwand für finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, bei 14.156 TEUR (Vorjahr: 10.438 TEUR).

Wesentliche Ausfallrisiken bestehen am Abschlussstichtag nicht.

6. Bewertung zum beizulegenden Zeitwert

Zur Beurteilung von Vermögenswerten und Schulden, die auf wiederkehrender oder nicht wiederkehrender Grundlage in der Bilanz nach dem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind in der folgenden Tabelle - nach Klassen unterschieden -die Hierarchiestufen und Bewertungstechniken dargestellt.

Art Hierachie Bewertungsverfahren und wesentliche Inputfaktoren
Abfindungsverpflichtung Stufe 3 Abgezinste Cashflows aus dem vertraglichen Abfindungsanspruch der nicht beherrschenden Anteile an Personengesellschaften, auf Basis von am Bewertungsstichtag am Markt beobachtbaren Zinsstrukturkurven.
Anteilsbasierte Vergütung Stufe 2 Abgezinste Cashflows auf Basis von am Bewertungsstichtag am Markt beobachtbaren Zinsstrukturkurven und Volatilitäten.
Assoziierte Unternehmen Stufe 1 Notierter Preis am Markt
Devisentermingeschäft Stufe 2 Abgezinste Cashflows auf Basis von am Bewertungsstichtag am Markt beobachtbaren Devisenkursen und den abgeschlossenen Devisenterminkursen.
Zinsswap Stufe 2 Abgezinste Cashflows auf Basis von am Bewertungsstichtag am Markt beobachtbaren Zinsstrukturkurven.
festverzinsliche Darlehensverbindlichkeit Stufe 2 Abgezinste Cashflows auf Basis von am Bewertungsstichtag am Markt beobachtbaren Zinsstrukturkurven.
Selbstgenutzte Immobilien Stufe 3 Abgezinste Cashflows küntiger Einnahmen, auf Basis von am Bewertungsstichtag am Markt beobachtbaren Zinsstrukturkurven.
Als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien Stufe 3 Abgezinste Cashflows küntiger Einnahmen, auf Basis von am Bewertungsstichtag am Markt beobachtbaren Zinsstrukturkurven.

Die Bewertung der Abfindungsverpflichtung beruht im Wesentlichen auf einer nicht beobachtbaren Unternehmensplanung. Dabei werden die künftigen Cashflows auf Basis einer 3-jährigen Detailplanung mit anschließender ewiger Rente ermittelt.

Für die selbstgenutzten und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien erfolgt die Bewertung im Wesentlichen auf Verkehrswertgutachten mit verschiedenen Szenarien im Hinblick auf die weitere Entwicklung des Vermietungsgrads.

In den vorliegenden Berichtsperioden gab es keine Umgliederung zwischen den einzelnen Hierarchiestufen.

7. Mitarbeiter

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter entwickelte sich wie folgt:

Anzahl 2023 2022
Gewerbliche Arbeitnehmer 502 472
Angestellte 1.272 1.288
Aushilfen 9 9
Auszubildende 111 121
Summe 1.894 1.890

Zum Ende des aktuellen Geschäftsjahres waren im Konzern 510 gewerbliche Arbeitnehmer, 1.310 Angestellte, 9 Aushilfen und 124 Auszubildende beschäftigt.

8. Geschäftsleitung und Geschäftsführung

Die Geschäftsleitung der Muttergesellschaft wird vom Verwaltungsrat Herrn Oliver Jaster, Kaufmann, Hamburg, und die Geschäftsführung von den geschäftsführenden Direktoren Herrn Thorsten Hauke Hehl, Kaufmann, Hamburg, und Hartmut Buscher, Kaufmann, Oberursel/Taunus, wahrgenommen.

Hinsichtlich der Vergütungen und Bezüge der Organe wird auf die Ausführungen zu den anteilsbasierten Vergütungen unter Gliederungspunkt VI.B.20 und zu nahestehenden Personen unter Gliederungspunkt VI.I.2 verwiesen.

9. Honorare des Abschlussprüfers

Für die im laufenden Geschäftsjahr und im Vorjahr erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers sind folgende Honorare als Aufwand erfasst worden:

in TEUR 2023 2022
Abschlussprüfungsleistungen 175 183
andere Bestätigungsleistungen 0 0
Steuerberatungsleistungen 67 63
sonstige Leistungen 0 0
Gesamthonorar des Abschlussprüfers im Geschäftsjahr 242 246

In den Angaben zum Honorar für Abschlussprüfungen sind 0 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) für das Vorjahr enthalten.

10. Erklärung zum Corporate Governance Kodex

Die vollkonsolidierte MAX Automation SE hat als deutsches börsennotiertes Unternehmen die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung abgegeben und den Aktionären durch Veröffentlichung auf der Internetseite unter https://www.maxautomation.com/de/investorrelations/corporate-governance/ dauerhaft zugänglich gemacht.

11. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Der auf Ebene der Othello Vier Beteiligungs GmbH & Co. KG bestehende und am 21.05.2025 fällige Konsortialkredit wurde im März 2024 durch einen neuen Konsortialkredit auf Ebene der Günther Holding SE abgelöst. Der neue Konsortialkredit hat ein gesamtes Kreditvolumen von 35 Mio. EUR.

Im März 2024 hat die im Günther-Konzern als assoziiertes Unternehmen bilanzierte ZEAL Network SE dem Vorstand der Lotto24 AG mitgeteilt, dass sie 95,12% der Aktien der Lotto24 AG hält. Vor diesem Hintergrund hat die ZEAL Network SE ein Verlangen gemäß § 327a Abs. 1 Aktiengesetz übermittelt, dass die Hauptversammlung der Lotto24 AG die Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre auf die ZEAL Network SE gegen Gewährung einer angemessenen Barabfindung (aktienrechtlicher Squeeze-out) beschließen solle. Die ZEAL Network SE hat angekündigt, der Lotto24 AG die Höhe der Barabfindung mit einem weiteren Schreiben mitzuteilen, dem sogenannten konkretisierten Verlangen, sobald diese festgelegt worden ist.

Die MAX Management GmbH hat mit Datum vom 26.04.2024 einen Vertrag über den Verkauf der MA micro Gruppe an Hitachi, Ltd, einen im Nikkei 225 notierten, weltweit tätigen japanischen Mischkonzern, geschlossen. Nach Abschluss der Übernahme wird die MA micro Gruppe zu JR Automation Technologies, LLC, einem Unternehmen der Hitachi- Gruppe, gehören. Der Kaufpreis für die MA micro Gruppe, bestehend aus der MA micro automation GmbH und ihren Tochtergesellschaften MA Life Science GmbH, Micro Automation LLC und Micro Automation LLP, beläuft sich auf eine Spanne von ca. EUR 71,5 Mio. bis EUR 76,5 Mio., abhängig von der Performance der MA micro Gruppe im Jahr 2024. Die Gesellschaft beabsichtigt, den Verkaufserlös im Wesentlichen zur Reduzierung von Finanzverbindlichkeiten durch teilweise Rückführung des Konsortialkredites des MAX-Teilkonzerns zu verwenden.

Die Günther-Gruppe erhöhte am 30.04.2024 ihre - über die von ihren vollkonsolidierten Tochterunternehmen gehaltenen Anteile an der Max Automation SE - Stimmrechte an der Max Automation SE von 60,18% auf 65,98% durch außerbörslichen Erwerb von 2.393.000 Aktien der MAX Automation SE.

 

Bamberg, den 21. Mai 2024

gez. Hartmut Buscher, Geschäftsführender Direktor der Günther SE, Bamberg

gez. Thorsten Hauke Hehl, Geschäftsführender Direktor der Günther SE, Bamberg

KONZERNLAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023

1. Grundlagen des Konzerns

Der Günther-Konzern ist als diversifizierte Unternehmensgruppe in den strategischen Geschäftsfeldern Environmental Technologies, Evolving Technologies, Process Technologies, Mobility Automation, Lotterien und Ventures investiert. Die Gruppengesellschaften des Konzerns in den jeweiligen strategischen Geschäftsfeldern werden als kapitalmehrheitliche Beteiligungen gehalten oder als assoziierte Unternehmen at-equity bilanziert. Ferner werden Erlöse aus Beratungsleistungen für nahestehende Unternehmen und Personen des Konzerns erzielt.

Die Günther Holding SE, eine 78,1%-Tochtergesellschaft der Konzernmuttergesellschaft Günther SE, agiert innerhalb des Günther-Konzerns als Principal-Investment Holding und versteht sich als langfristiger, aktiver Investor.

Der Konzern zieht als wesentliche finanzwirtschaftliche Steuerungsgrößen zur Messung der Wertentwicklung in den Unternehmensbereichen Umsatzwachstum und Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) heran. Ferner misst der Günther-Konzern der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Technologie- und Produktportfolios eine zentrale Relevanz bei, um die Marktpositionierung der einzelnen Gruppengesellschaften in den jeweiligen strategischen Geschäftsfeldern zu sichern und nachhaltig ausbauen zu können.

Die Günther SE sowie die Günther Holding SE betreiben keine eigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ("F&E"). Die Teilkonzerne und Tochtergesellschaften unterhalten zum Teil jeweils eigene Kapazitäten in Abhängigkeit der Bedeutung von F&E für ihre jeweiligen Geschäftsmodelle, etwa in Form spezialisierter Abteilungen oder Technologiezentren. Sie gestalten ihre Entwicklungsaktivitäten größtenteils im Rahmen von konkreten Kundenprojekten und richten sich dabei an Marktlage und Bedarf ihrer Kunden. Sie erweitern kontinuierlich ihre technologischen Kompetenzen, um neue aussichtsreiche Märkte zu erschließen.

Im Geschäftsbereich Lotterien werden zentrale Bestandteile der Software selbst entwickelt und betrieben. Dies gilt insbesondere für die Online-Plattform der ZEAL Network SE, auf der die gesamte Prozesskette von der Registrierung der Kunden über den Kauf von Lotterieprodukten bis hin zur Zahlung und Weitergabe der Spielaufträge an die Lotterieveranstalter abgebildet wird. Es werden permanent Verbesserungen der Plattform, der Steigerung der Qualität und Nutzerfreundlichkeit des Angebots sowie Produkterweiterungen vorgenommen.

Die vier strategischen Kerngeschäftsfelder Environmental Technologies, Process Technologies, Evolving Technologies und Mobility Automation deckt der Günther-Konzern über die MAX und ihre Tochterunternehmen ab ("MAX-Konzern").

2. Wirtschaftsbericht

a) Gesamtwirtschaftliches Umfeld 2023

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnete für 2023 nur noch mit einem Wachstum der Weltwirtschaft von 3,1% nach 3,5% im Vorjahr. Die Anhebung gegenüber der IWF-Prognose vom Oktober 2023 ist auf ein unerwartet stärkeres Wachstum in mehreren großen Wirtschaftsregionen in der zweiten Jahreshälfte zurückzuführen. 1 Auf Gesamtjahressicht belasteten insbesondere die geldpolitischen Straffungsmaßnahmen zur Eindämmung der Inflation die wirtschaftliche Entwicklung. Die von russischen Energieimporten stark abhängigen Volkswirtschaften verzeichneten aufgrund des starken Preisanstiegs eine deutlichere konjunkturelle Abschwächung. Dennoch erwies sich die Weltwirtschaft als widerstandsfähig und erholte sich im Laufe des Jahres weiter langsam von den Auswirkungen der Pandemie sowie von der russischen Invasion in der Ukraine und den rasant gestiegenen Lebenshaltungskosten. 2 In den USA nahm die Wirtschaftsleistung 2023 laut IWF um 2,5% zu, nach 1,9% im Vorjahr. Die Anhebung gegenüber der IWF-Prognose vom Oktober 2023 um 0,4 Prozentpunkte ist insbesondere auf eine unerwartet kräftigere Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte infolge gestiegener Unternehmensinvestitionen und eines robusten Konsumwachstums zurückzuführen. Die Arbeitslosenquote in den USA lag 2023 wie im Vorjahr bei durchschnittlich 3,6%. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Volksrepublik China wuchs 2023 laut IWF um 5,2%, nach 3% im Vorjahr. Die Anhebung um 0,2 Prozentpunkte gegenüber der IWF-Prognose vom Oktober 2023 resultiert aus einer konjunkturellen Belebung im vierten Quartal ungeachtet der anhaltenden Krise am chinesischen Immobilienmarkt und der damit verbundenen geringeren Investitionstätigkeit im Bausektor. Im Euroraum sank das Wirtschaftswachstum laut IWF 2023 auf 0,5%, nach 3,3% im Vorjahr. Das gegenüber der IWF- Prognose vom Oktober 2023 um 0,2 Prozentpunkte schwächere Wachstum ist neben dem Anstieg der Energiepreise und der Straffung der Geldpolitik auch auf die stärkeren Einflüsse des Krieges in der Ukraine zurückzuführen. Die durchschnittliche Inflation im Euroraum lag laut dem Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) im Jahresdurchschnitt 2023 bei 5,5% nach 8,3% im Vorjahreszeitraum. 3 Die deutsche Wirtschaftsleistung kam 2023 laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) in einem nach wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken und verzeichnete einen Rückgang von 0,3%, nach einem Wachstum von 1,8% im Vorjahr. Dabei dämpften die trotz der jüngsten Rückgänge immer noch hohe Inflation, ungünstige Finanzierungsbedingungen aufgrund steigender Zinsen und eine schwächere Nachfrage aus dem In- und Ausland die Konjunktur. Im verarbeitenden Gewerbe sank die Wertschöpfung um 0,4% gegenüber dem Vorjahr. Positive Impulse gingen insbesondere von der Automobilindustrie und dem sonstigen Fahrzeugbau aus. Dagegen verringerte sich die Wertschöpfung in den energieintensiven Branchen wie der Chemie- und der Metallindustrie erneut, nachdem diese Branchen bereits im Jahr 2022 besonders stark auf die gestiegenen Energiepreise reagiert hatten. Auf der Nachfrageseite sanken die Bruttoanlageinvestitionen um 0,3% gegenüber dem Vorjahr. Die schwache weltwirtschaftliche Dynamik und die schwächelnde Binnennachfrage schlugen sich im Jahr 2023 trotz sinkender Preise in einem rückläufigen Außenhandel nieder. Dabei sanken die Importe mit 3,0% stärker als die Exporte mit 1,8%. 4 Der deutsche Arbeitsmarkt erwies sich auch 2023 als robust: Die Arbeitslosenquote lag wie im Vorjahr bei durchschnittlich 5,7%. 5 Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) lag die durchschnittliche Inflationsrate 2023 mit 5,9% unter dem Vorjahreswert von 6,9%. 6

1 https://www.imf.org/-/media/Files/Publications/WEO/2024/Update/January/English/text.ashx
2 https://www.imf.org/-/media/Files/Publications/WEO/2023/October/English/text.ashx

b) Geschäftsverlauf

Auch im Geschäftsjahr 2023 agierte der Günther-Konzern vor dem Hintergrund eines geopolitisch und ökonomisch herausfordernden globalen Gesamtumfelds. Die anhaltende Unsicherheit über die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, insbesondere die weitere Entwicklung des Zinsumfeldes sowie der Inflation stellten neben den existierenden sowie neuen geopolitischen Spannungsfeldern für die Portfoliounternehmen des Günther-Konzerns wesentliche Herausforderungen dar. Trotz dieser komplexen Rahmenbedingen konnte der Günther-Konzern seine strategischen Geschäftsfelder im Geschäftsjahr 2023 gegenüber dem Vorjahr insgesamt erfolgreich weiter entwickeln. So verzeichneten die Geschäftsfelder des vollkonsolidierten MAX-Konzerns trotz der gesamt- und branchenwirtschaftlichen Herausforderungen gegenüber dem Vorjahr eine positive Entwicklung. Innerhalb des strategischen Geschäftsfelds Lotterien konnte die als assoziiertes Unternehmen im Konzernabschluss ausgewiesene ZEAL Network SE ihr Kerngeschäft gegenüber dem Vorjahr erfolgreich weiter ausbauen.

3 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/72328/umfrage/entwicklung-der-jaehrlichen-inflationsrate-in-der-eurozone/
4 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_019_811.html
5 https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Konjunkturindikatoren/Arbeitsmarkt/arb210a.html
6 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_020_611.html

Im strategischen Geschäftsfeld Lotterien ist die Günther-Gruppe über ihre Unternehmen auf die bundesweite Vermittlung von Produkten der öffentlich-rechtlichen Veranstalter bzw. weiterer in Deutschland erlaubter Lotterien fokussiert.

Insgesamt war das Jackpot-Umfeld vergleichbar mit dem Vorjahr. Es gab sowohl beim Eurojackpot als auch bei LOTTO 6aus49 mehrere hohe Jackpotphasen. Der Eurojackpot erreichte die maximale Höhe von 120 Mio. EUR einmal für zwei aufeinanderfolgende Ziehungen im Juni 2023 (2022: zweimal, davon einmal für zwei aufeinanderfolgende Ziehungen) und überschritt die 100 Mio. EUR Marke drei weitere Male im Januar 2023, August 2023 und Ende Dezember 2023 (2022: ein weiteres Mal). Bei LOTTO 6aus49 erreichte 2023 der Jackpot dreimal die 45 Mio. EUR Marke, davon einmal für zwei aufeinanderfolgende Ziehungen, was zu einer Zwangsausschüttung führte. Im Vorjahr wurde der maximale Jackpot zweimal für zwei aufeinanderfolgende Ziehungen erreicht und es kam zu zwei Zwangsausschüttungen. Diese Jackpot-Phasen wurden von der ZEAL für die Ausweitung ihres Geschäftsvolumens genutzt.

Im Gesamtmarkt für die von den staatlichen Anbietern des Deutschen Lotto und Totoblocks (DLTB) veranstalteten Lotterien steigerten sich im Geschäftsjahr 2023 die Spieleinsätze nach Angaben des DLTB um 2,9% auf 8,2 Mrd. EUR (2022: 8,0 Mrd. EUR) 7. Die Online-Spieleinsätze der staatlichen Veranstalter sowie der erlaubten privaten Vermittler nahmen dabei weiter zu: Erreichten sie im Geschäftsjahr 2022 1,7 Mrd. EUR, stiegen die Online-Spieleinsätze der staatlichen Veranstalter sowie der erlaubten privaten Vermittler in 2023 nach Berechnungen des DLTB und des Deutschen Lottoverbands (DLV) weiter auf rund 2,0 Mrd. EUR an. Dies entspricht mittlerweile einem Online- Anteil von 24% am Lotterie-Gesamtspieleinsatzvolumen 2023 in Deutschland (2022: 23%). 8

Die ausschließlich im Onlinevertrieb tätigen Marken Lotto24 und Tipp24 der ZEAL konnten sich dabei überproportional steigern. Die Spieleinsätze der ZEAL mit den Marken Lotto24 und Tipp24 betrugen 843,3 Mio. EUR (Vorjahr: 758,4 Mio. EUR) und steigerten damit ihren Marktanteil bei den erlaubten Lotterieprodukten online auf rund 41,4% (Vorjahr: 40,5%). 9 Die sonstigen privaten Lotterievermittler erreichten online weiterhin keine nennenswerten Marktanteile. 10

7 Meldung des DLTB vom 4. Januar 2024 auf der Internetseite https://www.lottoindeutschland.de/presse#2024.
8 Eigene Schätzung der ZEAL Network SE, basierend auf den Angaben des Deutschen Lotto- und Totoblocks (DLTB) 2023 (aus der Meldung der DLTB von 4. Januar 2024 aus der Internetseite https://www.lottoindeutschland.de/presse#2024). Bei der Berechnung des Marktanteils werden auch die Einzahlungen berücksichtigt, die die Kunden der ZEAL-Gruppe in eigenen Produkten (Soziallotterien und Games) statt in die von ZEAL vermittelten DLTB- Produkte geleistet haben.

Die Umsatzerlöse steigerten sich insgesamt um 10% (10,9 Mio. EUR). Aufgrund des Wachstums des Transaktionsvolumens aus Lotterien (um 11%) stiegen die Umsatzerlöse aus Lotterien um 8% (7,4 Mio. EUR) auf 106,0 Mio. EUR. Das leicht unterdurchschnittliche Wachstum der Umsatzerlöse relativ zum Wachstum des Transaktionsvolumens ergibt sich hauptsächlich aus zwei Großgewinnen in der Soziallotterie freiheit+ (2022: null), für die die ZEAL vertraglich das Veranstalterrisiko übernommen hat. Das im Juni 2023 gestartete Angebot für Games trug erstmals 3,0 Mio. EUR zu den Umsatzerlösen bei.

Das Ergebnis der ZEAL wird neben der Steigerung der Umsätze wesentlich durch Marketingaufwendungen zur Gewinnung von Neukunden in Abhängigkeit vom Jackpot- bzw. Marketingumfeld geprägt. In 2023 stiegen die Marketingaufwendungen gegenüber dem Vorjahr erneut etwas an und betrugen nun 36,0 Mio. EUR (Vorjahr: 34,1 Mio. EUR). Es konnten im Berichtsjahr 597 Tsd. Neukunden (Vorjahr: 703 Tsd.) gewonnen werden. Die Kosten pro gewonnenen Neukunden stiegen somit an. Gründe hierfür waren ein temporär höheres Preisniveau in den digitalen Kundenakquisitionskanälen, insbesondere beim Suchmaschinenmarketing sowie eine große Werbekampagne für die Marke Lotto24, die auch TV-Werbung und Out-of-Home- Werbung beinhaltete.

Trotz der erhöhten Marketingaufwendungen konnte die ZEAL im Berichtsjahr das EBITDA auf 32,9 Mio. EUR (Vorjahr: 31,7 Mio. EUR) erhöhen. Im Geschäftsjahr 2023 hat ZEAL ein Periodenergebnis von 13,7 Mio. EUR erzielt (Vorjahr: 16,6 Mio. EUR). Die Gründe für den Rückgang des Periodenergebnisses gegenüber dem Vorjahr lagen in einem verringerten Finanzergebnis sowie einem höheren Steueraufwand. ZEAL hat im Geschäftsjahr 2023 eine Dividende von 3,60 EUR je Aktie ausgeschüttet, bestehend aus einer Basisdividende von 1,00 EUR je Aktie für das Geschäftsjahr 2022 sowie einer Sonderdividende von 2,60 EUR je Aktie.

Günther verfügt über - die von ihren vollkonsolidierten Tochterunternehmen gehaltenen Anteile an der ZEAL - 32,90 % der Stimmrechte an der ZEAL (Vorjahr 32,91 %), bezogen auf die effektiv im Umlauf befindlichen Aktien, d.h. nach Korrektur um eigene Aktien der ZEAL. Auf Basis der Präsenz der ordentlichen Hauptversammlung verfügt Günther damit nicht über eine Stimmrechtsmehrheit.

9 Eigene Berechnungen der ZEAL; s.a. Geschäftsbericht 2023
10 Eigene Schätzung der ZEAL Network SE (s.a. Geschäftsbericht S. 67 basierend auf den Angaben des Deutschen Lotto- und Totoblocks (DLTB) 2023 (aus der Meldung der DLTB vom 4. Januar 2024 auf der Internetseite https://www.lottoindeutschland.de/presse#2024).

Die ZEAL wird daher in diesem Abschluss als assoziiertes Unternehmen mittels der "at-equity"- Methode bilanziert.

Ebenfalls im strategischen Geschäftsfeld Lotterien ist die Günther Direct Services GmbH ("GDS"), Bamberg, tätig. Die GDS bietet zusammen mit den weiteren vollkonsolidierten Gesellschaften G Benefit GmbH, München, und Günther Club Services GmbH, Bamberg, Dienstleistungen für die operative Geschäftsabwicklung von Lotterieeinnahmen des staatlichen Veranstalters von Klassenlotterien, der Gemeinsamen Klassenlotterie der Länder A.ö.R. ("GKL") an.

Die im Verlauf des Geschäftsjahres 2023 weiterhin bestehende Unsicherheit im geopolitischen und ökonomischen Umfeld, bedingt insbesondere durch die Inflations- und Zinsentwicklung, wirkte sich auf den deutschen Klassenlotteriemarkt aus. Dieser konnte - nach Einschätzung der Geschäftsführung der GDS - im Berichtsjahr das Absatz- und Umsatzniveau des Vorjahres nicht halten (Umsatz ca. -8 % gegenüber 2022). Entsprechend rückläufige Auswirkungen auf die Absatz- und Umsatzentwicklung der von der GDS betreuten Lotterieeinnahme und somit mittelbar auch für die Geschäftsentwicklung der GDS konnten im Berichtsjahr jedoch vermindert, in Teilen sogar verhindert werden. Dies liegt insbesondere im vergleichsweise hohen Anteil der Online- Vertriebswege am gesamten Vertriebskanal-Mix der von der GDS betreuten Lotterieeinnahme begründet. Im Berichtsjahr stellt der Online-Vertriebskanal infolge der konsequenten Fokussierung der Geschäftsführung auf den weiteren Ausbau der Kundengewinnungsaktivitäten im Bereich Online-Vertrieb und Online-Kooperationen den volumenstärksten Vertriebskanal dar. Zudem konnten infolge der Absatzentwicklung bei der von der GDS betreuten Lotterieeinnahme seitens der GKL gewährte Transformationshilfen in Form von Provisionserhöhungen zur Unterstützung der Transformationsprozesse im Rahmen der Digitalisierung realisiert werden. Diese wirkten sich positiv auf den Umsatz und die Profitabilität des Geschäftsbereiches im Berichtsjahr 2023 aus. Auch in einem herausfordernden Marktumfeld weist der Geschäftsbereich damit weiterhin ein margenstarkes Geschäft auf.

Im Berichtsjahr 2023 verfügt Günther über - die von ihren vollkonsolidierten Tochterunternehmen gehaltenen Anteile an der MAX Automation SE - 60,18% der Stimmrechte an der MAX Automation SE (Vorjahr: 60,18%).

Das Geschäftsjahr 2023 verlief für den MAX-Konzern erfolgreich. Der im Vorjahr aufgenommene Wachstumskurs konnte sich fortsetzen, trotz globaler Krisen wie dem andauernden Krieg in der Ukraine oder der anhaltenden Störungen in den globalen Lieferketten und der damit verbundenen Materialknappheit, die vereinzelt zu Verzögerungen in der Projektabwicklung führte. Insgesamt konnte der MAX-Konzern das Geschäftsjahr 2023 mit einem Umsatzplus von 8,4% auf 443,6 Mio. EUR und einem um 38,0% gestiegenen operativen Ergebnis (EBITDA) von 45,2 Mio. EUR abschließen.

Der Günther-Konzern berichtet über die Beteiligung an der MAX auch im Geschäftsjahr 2023 unverändert nach den Geschäftsfeldern Process Technologies, Environmental Technologies, Evolving Technologies und Mobility Automation.

Im Geschäftsfeld Process Technologies liegt der Fokus der dazugehörigen Konzerngesellschaft bdtronic GmbH und ihrer Tochtergesellschaften auf der Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Verfahrenslösungen, in Form von Maschinen und Anlagen mit integrierten Softwarelösungen für hochpräzise Fertigungsprozesse für die Automobil-, Elektronik- und Medizintechnikindustrie. Der Auftragseingang im Geschäftsfeld Process Technologies stieg im Geschäftsjahr 2023 um 11,1% und erreichte mit 103,8 Mio. EUR (Vorjahr: 93,4 Mio. EUR) ein Rekordniveau. Dieses Wachstum ist vor allem auf Großaufträge im Bereich Dosier- und Imprägnier-Technologie zurückzuführen, wobei ein Großauftrag im vierten Quartal in das Folgejahr verschoben wurde. Der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2023 lag mit 52,0 Mio. EUR auf dem Niveau des Vorjahres (31. Dezember 2022: 52,3 Mio. EUR) und bildet eine solide Basis für das Geschäftsjahr 2024. Der Umsatz stieg deutlich und übertraf erstmals die Marke von 100 Mio. EUR. Dieser Anstieg um 59,2% auf 103,8 Mio. EUR (Vorjahr: 65,2 Mio. EUR) resultiert sowohl aus dem hohen Auftragsbestand des Vorjahres als auch aus der positiven Nachfrageentwicklung im Geschäftsjahr 2023. 64,7% des Umsatzes (Vorjahr: 61,1%) erwirtschaftete die bdtronic Gruppe außerhalb Deutschlands. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich umsatzgetrieben um 58,0% auf 14,8 Mio. EUR (Vorjahr: 9,4 Mio. EUR). Die EBITDA-Marge lag mit 14,3% auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums (Vorjahr: 14,4%).

Im Geschäftsfeld Environmental Technologies entwickelt, produziert und installiert die Konzerngesellschaft Vecoplan AG mit ihren Tochtergesellschaften Maschinen und Anlagen zur Zerkleinerung, Förderung und Aufbereitung von Primär- und Sekundärrohstoffen, hauptsächlich für Kunden in der Holz- und Recyclingindustrie, der Entsorgungswirtschaft sowie der Papier- und Kunststoffindustrie. Die Vecoplan Gruppe positioniert sich als technologischer Vorreiter mit starken Marktpositionen in Europa und den USA. Der Auftragseingang der Vecoplan Gruppe sank um 15,6% auf 144,5 Mio. EUR (Vorjahr: 171,3 Mio. EUR). Die anhaltende konjunkturelle Unsicherheit führte in Europa und den USA zu einer Investitionszurückhaltung, sodass Auftragsvergaben insbesondere im Geschäftsbereich Recycling/Waste aber auch für Wood/Biomass vermehrt verschoben wurden. Deutliche Zuwächse verzeichnete dagegen das Servicegeschäft. Der Auftragsbestand verringerte sich zum 31. Dezember 2023 nachfragebedingt auf 63,3 Mio. EUR (31. Dezember 2022: 97,5 Mio. EUR). Der Umsatz der Vecoplan Gruppe lag mit 177,8 Mio. EUR leicht über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 174,0 Mio. EUR). Dabei konnte der hohe Auftragsbestand des Vorjahres die Nachfrageschwäche aufgrund der Investitionszurückhaltung überkompensieren. Umsatztreiber waren sowohl das Servicegeschäft als auch der US-Markt. 87,0% des Umsatzes erwirtschaftete die Vecoplan Gruppe außerhalb Deutschlands (Vorjahr: 85,5%). Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 3,6% auf 20,4 Mio. EUR (Vorjahr: 19,7 Mio. EUR).

Das Geschäftsfeld Evolving Technologies bündelt Konzerngesellschaften aus den Bereichen Optische Lösungen, Lösungen für die Medizintechnik, Industrielle Robotik und Automation sowie Verpackungslösungen. In diesem Geschäftsfeld fasst der Günther-Konzern die Konzerngesellschaften NSM Magnettechnik GmbH, Mess- und Regeltechnik Jücker GmbH, MA micro automation GmbH und ihre Tochtergesellschaften, AIM Micro Systems GmbH und iNDAT Robotics GmbH zusammen. NSM Magnettechnik GmbH und Mess- und Regeltechnik Jücker GmbH sind technologisch führend für Systemlösungen im Bereich hochautomatisierter Highspeed- Handling-Anlagen für Metallteile. Dazu zählen Automatisierungslösungen für Presswerke in der Automobilwirtschaft sowie maßgeschneiderte Lösungen für Hochleistungstransportsysteme für Dosen, Deckel und Verschlüsse der herstellenden und abfüllenden Industrie. Die MA micro automation GmbH und ihre Tochtergesellschaften positionieren sich als Technologieführer für Automatisierungslösungen in der Mikromontage, insbesondere für die Medizintechnik und die optronische Industrie. Im September 2023 hat die MAX Automation SE die Prüfung einer Veräußerung der MA micro-Gruppe angekündigt und einen strukturierten Verkaufsprozesses initiiert. Die AIM Micro Systems GmbH ist Spezialist im Bereich der Sensorik und Optoelektronik mit technologisch führenden Lösungen im Photonik-Markt. Die INDAT Robotics GmbH war im Bereich der Robotik- und Fertigungsautomation vor allem für Kunden in der Automobilwirtschaft tätig. Im Berichtsjahr 2022 wurde infolge der anhaltenden Verluste die Abwicklung der iNDAT beschlossen.

Der Auftragseingang des Geschäftsfelds Evolving Technologies verringerte sich 2023 um 27,5% auf 72,3 Mio. EUR (Vorjahr: 99,7 Mio. EUR). Der Umsatz des Geschäftsfelds Evolving Technologies lag mit 109,1 Mio. EUR unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 129,7 Mio. EUR). Dabei verringerte sich der Auftragsbestand 2023 um 34,2% auf 66,5 Mio. EUR (Vorjahr 101,0 Mio. EUR). Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug im aktuellen Geschäftsjahr 18,4 Mio. EUR und erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 80,4% (Vorjahr: 10,2 Mio. EUR).

Das Geschäftsfeld Mobility Automation umfasst die ELWEMA Automotive GmbH bzw. die aus Konzernsicht nicht mehr strategischen Aktivitäten der IWM-Gesellschaften (IWM Bodensee GmbH, IWM Automation GmbH i.L., IWM Automation Polska Sp. z.o.o. i.L.). Die IWM-Gesellschaften befinden sich weitestgehend in der Abwicklung und Liquidation bzw. wurden in 2022 erfolgreich liquidiert und entsprechend entkonsolidiert (IWM Automation Polska Sp. z.o.o.). Die Verhandlungen zum wirtschaftlichen Abschluss eines letzten verbleibenden Projektes in der IWM Bodensee GmbH laufen nach wie vor. Die Gesellschaft verbleibt als Immobiliengesellschaft in der MAX-Gruppe. Der Auftragseingang sank 2023 insbesondere aufgrund kundenseitiger Projektverschiebungen sowie einer allgemeinen Investitionszurückhaltung um 22,4% auf 46,8 Mio. EUR (Vorjahr: 60,3 Mio. EUR). Der Umsatz der ELWEMA wuchs mit der Abarbeitung des hohen Auftragsbestandes zum Jahresende 2023 deutlich um 31,4% auf 53,2 Mio. EUR (Vorjahr: 40,5 Mio. EUR). Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von ELWEMA verbesserte sich überproportional zum Umsatzwachstum um 39,6% auf 4,0 Mio. EUR (Vorjahr: 2,9 Mio. EUR) und bestätigte damit den erfolgreichen Turnaround. Das EBITDA des gesamten Geschäftsfeldes verbesserte sich um 19,2% auf 3,1 Mio. EUR (Vorjahr: 2,6 Mio. EUR).

Im strategischen Geschäftsfeld Ventures bündelt der Günther-Konzern seine Early Stage / Growth Investments. Die all4cloud GmbH & Co. KG, Viernheim, bietet ihren Kunden Dienstleistungen und Add-on-Lösungen zur Geschäftsprozessoptimierung im Bereich ERP auf Basis von SAP Business ByDesign und SAP S/4 HANA Cloud an. Im Geschäftsjahr konnte das Unternehmen das Geschäftsvolumen erneut steigern. Auftragseingang und Umsatz in 2023 wuchsen um 2,7% und 24,6% gegenüber dem Vorjahr. Die all4cloud GmbH & Co. KG hat ihre Jahresplanung übertroffen. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg trotz der Aufwendungen für den Aufbau für das SAP S/4 HANA Public Cloud Geschäft um 16,2% auf 1,9 Mio. EUR (Vorjahr: 1,6 Mio. EUR).

Die Gesamtentwicklung des Günther-Konzerns im Geschäftsjahr 2023 liegt über den im Vorjahr getätigten Prognoseeinschätzungen. Die konsolidierte Gesamtleistung für 2023 betrug 486,8 Mio. EUR (Prognose aus 2022 für 2023: > 425 Mio. EUR), das konsolidierte EBITDA 49,4 Mio. EUR (Prognose aus 2022 für 2023: > 35 Mio. EUR). Im Zeitpunkt der Prognoseaufstellung im Vorjahr bestand hohe Unsicherheit über die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Umfeld der deutlich gestiegenen Inflation und Zinskosten sowie der weiteren Entwicklung der geopolitischen Situation in Osteuropa auf die Ergebnisentwicklung der einzelnen Geschäftsfelder, so dass die Prognoseeinschätzung erheblich erschwert war.

c) Lage des Konzerns

Im abgeschlossenen Berichtsjahr ist die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Günther- Konzerns von einem geopolitisch und ökonomisch herausfordernden globalen Gesamtumfeld geprägt worden. Der Krieg in der Ukraine, der dynamische Anstieg der Inflation sowie ein hohes Zinsumfeld stellten für die Portfoliounternehmen des Günther-Konzerns wesentliche Herausforderungen dar.

Trotz der komplexen Rahmenbedingen konnte der Günther-Konzern seine strategischen Geschäftsfelder im Geschäftsjahr 2023 gegenüber dem Vorjahr insgesamt erfolgreich weiter entwickeln.

Aufgrund der im September 2023 getroffenen Entscheidung zur Durchführung eines strukturierten Verkaufsprozesses wird die MA micro-Gruppe, die zum strategischen Geschäftsfeld Evolving Technologies gehört, im Konzernabschluss der Günther-Gruppe zum 31.12.2023 als Veräußerungsgruppe nach IFRS 5 berichtet und in der Günther-Konzernbilanz per 31.12.2023 daher separat in einer neuen Position als "Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten eingestuft sind" und als "Schulden, die den Veräußerungsgruppen zugeordnet sind" ausgewiesen. Die Veräußerungsgruppe umfasst die MA micro-Gruppe (MA micro automation GmbH und ihre Tochtergesellschaften) mit Hauptsitz in St. Leon-Rot (Baden-Württemberg).

c.1) Vermögenslage

Die Bilanzsumme des Günther-Konzerns betrug zu den Stichtagen:

in Tsd. EUR
Bilanzsumme 31.12.2022 470.989
Bilanzsumme 31.12.2023 459.851

Bei den langfristigen Vermögenswerten (2023: 198,1 Mio. EUR, Vorjahr: 224,6 Mio. EUR) resultiert die Veränderung gegenüber dem Vorjahr unter anderem aus laufenden Abschreibungen auf die immateriellen Vermögenswerte (ohne Geschäfts- oder Firmenwert) der einzelnen strategischen Geschäftsfelder (2023: 11,7 Mio. EUR, Vorjahr: 16,1 Mio. EUR). Der Anstieg der Sachanlagen (2023: 63,7 Mio. EUR, Vorjahr: 56,1 Mio. EUR) resultiert im Wesentlichen aus der Wertaufholung einer Immobilie, die auf eine verbesserte Ertragssituation eines Tochterunternehmens des strategischen Geschäftsfelds Mobility Automation im Rahmen des Impairment-Tests zurückzuführen ist. Im Gegensatz dazu verringerte sich der Wertansatz der nach der Equity- Methode bilanzierten Beteiligung an der ZEAL Network SE (2023: 48,1 Mio. EUR, Vorjahr: 71,4 Mio. EUR) insbesondere aufgrund erfolgter Dividendenausschüttung im Berichtsjahr. Des Weiteren wurden aus den langfristigen Vermögenswerten insgesamt 10,2 Mio. EUR, die die MA micro- Gruppe betreffen, im Berichtsjahr in eine Veräußerungsgruppe nach IFRS 5 umgegliedert und reduzieren damit den Bestand der entsprechenden Bilanzpositionen innerhalb der langfristigen Vermögenswerte in der Bilanz zum Ende des Geschäftsjahres.

Im Berichtsjahr erhöhten sich die latenten Steueransprüche (2023: 23,5 Mio. EUR, Vorjahr: 23,1 Mio. EUR) geringfügig gegenüber dem Vorjahr: Während sich insbesondere die aktiven Steuerlatenzen auf die sonstigen langfristigen nicht-finanziellen Verbindlichkeiten um 3,5 Mio. EUR erhöhten, nahmen die auf die Zins- und Verlustvorträge gebildeten aktiven Steuerlatenzen um 3,4 Mio. EUR ab.

Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich im Berichtsjahr auf 261,7 Mio. EUR (Vorjahr: 246,4 Mio. EUR), insbesondere durch den Aufbau von Working Capital Positionen im Zuge der Ausweitung der operativen Geschäftstätigkeiten der Tochterunternehmen des vollkonsolidierten MAX-Teilkonzerns: die Vorräte stiegen im Zusammenhang mit dem gestiegenen Projektvolumen im Berichtsjahr auf 89,0 Mio. EUR (Vorjahr: 83,9 Mio. EUR) und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen auf 54,7 Mio. EUR (Vorjahr: 47,5 Mio. EUR). Vertragsvermögenswerte wurden mit einem Rückgang von 28,3% auf 30,2 Mio. EUR (Vorjahr: 42,1 Mio. EUR) erfasst. Der Rückgang der Vertragsvermögenswerte resultiert insbesondere aus Tochterunternehmen der strategischen Geschäftsfelder Process Technologies sowie Evolving Technologies. In den kurzfristigen Vermögenswerten wurden 6,6 Mio. EUR, die auf die MA micro- Gruppe entfallen, in eine Veräußerungsgruppe nach IFRS 5 umgegliedert und reduzieren damit den Bestand der entsprechenden Bilanzpositionen innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte in der Bilanz zum Ende des Geschäftsjahres.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sanken im Berichtsjahr auf 38,7 Mio. EUR (Vorjahr: 44,8 Mio. EUR). Zum Stichtag wurden flüssige Mittel der MA micro-Gruppe in Höhe von 3,4 Mio. EUR in die Veräußerungsgruppe nach IFRS 5 umgegliedert und reduzieren damit den Bestand in der Bilanz zum Ende des Geschäftsjahres.

c.2) Finanzlage

Die Eigenkapitalstruktur des Günther-Konzerns ist im Berichtsjahr von den laufenden Ergebnisbeiträgen der strategischen Geschäftsfelder geprägt. Die Aufstockung der Beteiligungsquote an der MAX Automation SE auf 60,18% in 2022 durch die Einbringung von Anteilen an der ZEAL Network SE im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung sowie der außerbörsliche Erwerb weiterer 500.000 Anteile an der MAX Automation SE wurden im Vorjahr als reine Eigenkapitaltransaktion abgebildet und führten zu einer Verschiebung von Mehrheitsgesellschaftern zu nicht beherrschenden Gesellschaftern. Das Eigenkapital erhöhte sich im Berichtsjahr auf 149,0 Mio. EUR (Vorjahr: 137,2 Mio. EUR).

Die Eigenkapitalquote betrug zu den Stichtagen:

in Prozent
EK-Quote 31.12.2022 29,14%
EK-Quote 31.12.2023 32,40%

Die langfristigen Schulden verringerten sich im Berichtsjahr auf 166,9 Mio. EUR (Vorjahr: 172,2 Mio. EUR). Dies resultiert aus dem Rückgang der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten aufgrund der tilgungsbedingten Minderung der langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf rd. 139,4 Mio. EUR (Vorjahr: 146,3 Mio. EUR).

Die Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer reduzierten sich im Berichtsjahr auf 2,5 Mio. EUR (Vorjahr: 2,6 Mio. EUR). Im Zusammenhang mit den bestehenden, leistungsorientierten Pensionsplänen ist die Günther-Gruppe allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken und dem Zinssatzänderungsrisiko ausgesetzt. Den Berechnungen der Leistungsverpflichtungen wurden entsprechend versicherungsmathematischen Annahmen zugrunde gelegt. Für den heranzuziehenden Abzinsungssatz führten diese im Berichtsjahr ein Intervall von 3,2%-3,3% auf (Vorjahr: 3,7 %-3,8 %).

Aus den langfristigen Schulden wurden 4,2 Mio. EUR, die auf die MA micro-Gruppe entfallen, in eine Veräußerungsgruppe nach IFRS 5 umgegliedert und reduzieren damit den Bestand in der Bilanz zum Ende des Geschäftsjahres.

Die kurzfristigen Schulden reduzierten sich im Berichtsjahr auf 144,0 Mio. EUR (Vorjahr: 161,6 Mio. EUR). Dies resultiert insb. aus dem Rückgang der kurzfristigen Vertragsverbindlichkeiten auf 38,3 Mio. EUR (Vorjahr: 61,1 Mio. EUR), was im Wesentlichen durch die Umgliederung in eine IFRS 5 Veräußerungsgruppe (5,5 Mio. EUR auf die MA micro-Gruppe entfallend) und durch die Abarbeitung von Projekten bedingt ist. In diesem Zuge verringerten sich auch die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Geschäftsjahr 2023 auf 23,5 Mio. EUR (Vorjahr: 26,3 Mio. EUR).

Die sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten reduzierten sich im Berichtsjahr auf 19,6 Mio. EUR (Vorjahr: 22,8 Mio. EUR) im Wesentlichen aus personalbezogenen Sachverhalten.

Der Rückgang der sonstigen kurzfristigen Rückstellungen auf 8,3 Mio. EUR (Vorjahr: 9,9 Mio. EUR) resultierte im Wesentlichen aus Gesellschaften des vollkonsolidierten MAX-Teilkonzerns. Diese beinhalten unter anderem Verpflichtungen aufgrund einer angeordneten Sonderprüfung bezüglich des Erwerbs einer Unternehmensgruppe im Jahr 2013 von 1,6 Mio. EUR (Vorjahr: 1,6 Mio. EUR), Gewährleistungen von 3,3 Mio. EUR (Vorjahr: 2,9 Mio. EUR) sowie Verpflichtungen für Sonstiges in Höhe von 3,3 Mio. EUR (Vorjahr: 3,4 Mio. EUR)

Innerhalb der kurzfristigen Schulden wurden im Berichtsjahr insgesamt 11,9 Mio. EUR, die auf die MA micro-Gruppe entfallen, in eine Veräußerungsgruppe nach IFRS 5 umgegliedert und reduzieren damit den Bestand der entsprechenden Bilanzpositionen in der Bilanz zum Ende des Geschäftsjahres.

Liquiditätsentwicklung

Der Bestand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Günther-Gruppe verringerte sich im Berichtsjahr auf 38,7 Mio. EUR (Vorjahr: 44,8 Mio. EUR).

Zu- / Abfluss aus der betrieblichen Tätigkeit

Ausgehend vom operativen Ergebnis nach Amortisationen aus Kaufpreisallokationen sowie vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 35,3 Mio. EUR (Vorjahr: 31,3 Mio. EUR) erwirtschaftete der Konzern im Berichtsjahr einen Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit in Höhe von -2,5 Mio. EUR (Vorjahr: -15,0 Mio. EUR), welcher die Veränderungen im Working Capital, übrigen Nettovermögen, gezahlten Zinsen aus Fremdkapitalaufnahmen sowie sonstige nicht zahlungswirksame Vorgänge berücksichtigt.

Zu- / Abfluss aus Investitionstätigkeit

Aus der investiven Tätigkeit resultiert in 2023 ein Netto-Cashflow von 17,1 Mio. EUR (Vorjahr: 5,9 Mio. EUR). Die wesentlichen Auszahlungen in 2023 resultieren aus Investitionen in das Anlagevermögen. Einzahlungen stammen aus Dividendenausschüttungen von assoziierten Unternehmen und dem Verkauf von Anlagevermögen.

Zu- / Abfluss aus Finanzierungstätigkeit

Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit wurden im Geschäftsjahr 2023 Cashflows in Höhe von -17,4 Mio. EUR realisiert (Vorjahr 14,1 Mio. EUR). Der Netto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in 2023 resultiert im Wesentlichen aus Auszahlungen für Tilgungen von Bankverbindlichkeiten, der Inanspruchnahme des bestehenden Konsortialkredites innerhalb des Konzerns sowie aus dem Rückerwerb der Minderheiten für die Vecoplan Midwest LLC.

Insgesamt ergab sich im Berichtsjahr eine Reduktion der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von -6,1 Mio. EUR (Vorjahr: Zahlungsmittelerhöhung in Höhe von 5,5 Mio. EUR). Zum Stichtag wurden flüssige Mittel in Höhe von 3,4 Mio. EUR, welche der MA micro-Gruppe zuzuordnen sind, in eine Veräußerungsgruppe nach IFRS 5 umgegliedert und reduzieren damit den Bestand in der Bilanz zum Ende des Geschäftsjahres.

Zum Stichtag verfügte der Günther-Konzern über nicht in Anspruch genommene, freie Linien inklusive Avallinien in Höhe von rd. 136 Mio. EUR (Vorjahr: rd. 105 Mio. EUR).

c.3) Ertragslage

Für das Geschäftsjahr 2023 weist der Günther-Konzern folgende ausgesuchte Ergebnisse aus:

01.01.-31.12.23 01.01.-31.12.22
Tsd. EUR Tsd. EUR
Gesamtleistung 486.790 469.001
Rohergebnis 267.300 244.641
Operatives Ergebnis vor planmäßigen Abschreibungen & Amortisationen (EBITDA) 49.375 43.730
Operatives Ergebnis (EBIT) 38.090 34.559
Operatives Ergebnis (EBIT) nach Amortisation aus Kaufpreisallokationen 35.298 31.312
Finanzergebnis -16.146 -9.605
EBT 19.152 21.707
Ertragsteuern -4.837 -2.077
Gewinn/Verlust aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 0 0
Konzerngewinn/-verlust 14.315 19.630

Vor dem Hintergrund der im Berichtsjahr ungewissen Auswirkungen der geopolitischen Situation in Osteuropa auf die Ergebnisentwicklung der einzelnen Geschäftsfelder sowie der dynamischen Inflations- und Zinsentwicklung im Verlauf des Geschäftsjahres entwickelte sich die Gesamtleistung des Günther Konzerns in 2023 positiv (2023: 486,8 Mio. EUR, Vorjahr: 469,0 Mio. EUR). Dies resultiert insbesondere aus der Steigerung der Umsatzerlöse des Günther-Konzerns (2023: 466,9 Mio. EUR, 2022: 429,3 Mio. EUR), im Wesentlichen getrieben durch die strategischen Geschäftsfelder Process Technologies (2023: 103,8 Mio. EUR, 2022: 65,2 Mio. EUR), Environmental Technologies (2023: 177,8 Mio. EUR, 2022: 173,9 Mio. EUR), Mobility Automation (2023: 53,0 Mio. EUR, 2022: 40,5 Mio. EUR) sowie Ventures (2023: 15,2 Mio. EUR, 2022: 12,2 Mio. EUR). Im Segment Evolving Technologies wurde im laufenden Geschäftsjahr ein Umsatzrückgang verzeichnet (2023: 109,1 Mio. EUR, 2022: 129,7 Mio. EUR). Im strategischen Geschäftsfeld Lotterien haben sich die Umsätze aus dem Klassenlotteriegeschäft im Berichtsjahr leicht erhöht (2023: 7,8 Mio. EUR, 2022: 7,6 Mio. EUR). Im Zusammenhang mit der Abarbeitung von Fertigungsaufträgen verringerten sich die Bestandsveränderungen in 2023 auf 7,0 Mio. EUR (Vorjahr: 21,6 Mio. EUR).

Entgegen der gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Gesamtleistung verringerte sich im Berichtsjahr der Materialaufwand auf -219,5 Mio. EUR (Vorjahr: -224,4 Mio. EUR). Entsprechend erhöhte sich das Konzernrohergebnis 2023 auf 267,3 Mio. EUR (Vorjahr: 244,6 Mio. EUR).

Die Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer stiegen im Berichtsjahr auf -152,5 Mio. EUR (Vorjahr: -143,1 Mio. EUR), was insbesondere mit der wachsenden Geschäftstätigkeit des vollkonsolidierten MAX-Teilkonzerns zusammenhängt.

Gegenüber dem Vorjahr erhöhten sich die Aufwendungen für Abschreibungen und Amortisationen sowie Wertminderungen/ -aufholungen auf rd. -14,1 Mio. EUR (Vorjahr: -12,4 Mio. EUR). Dies resultierte insbesondere aus der im Berichtsjahr höheren planmäßigen Abschreibung um rd. 1,8 Mio. EUR. Dem gegenüber hat sich die Amortisation von im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten immateriellen Vermögenswerten um 0,4 Mio. EUR von 3,2 Mio. EUR in 2022 auf 2,8 Mio. EUR im Berichtsjahr reduziert. Die Wertaufholungen und Wertminderungen sind im Vergleich zum Vorjahr im Saldo von 2,5 Mio. EUR auf 2,2 Mio. EUR zurückgegangen. Die resultiert im Wesentlichen aus auf Ebene des Geschäftsfelds Mobility Automation vorgenommenen Wertaufholungen nach IAS 36 in Höhe von rd. 2,2 Mio. EUR (Vorjahr: 3,4 Mio. EUR) sowie Wertminderungen aus dem Vorjahr in Höhe von 0,9 Mio. EUR.

Die Erhöhung der sonstigen Aufwendungen in 2023 auf rd. -68,3 Mio. EUR (Vorjahr: -62,2 Mio. EUR) ist im Wesentlichen auf erhöhte Werbe- und Vertriebskosten, Reisekosten und sonstige Personalkosten im Kontext der gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Umsatzerlöse, gestiegene Kosten für Rechtsberatung sowie erhöhte sonstige Herstellkosten zurückzuführen.

Der Ergebnisanteil an assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, verringerte sich im Berichtsjahr korrespondierend mit dem gegenüber dem Vorjahr verringerten Gewinn der ZEAL Network SE auf 3,6 Mio. EUR (Vorjahr: 4,4 Mio. EUR).

Das Finanzergebnis verringerte sich im Berichtsjahr insgesamt gegenüber 2022 auf rd. -16,1 Mio. EUR (Vorjahr: -9,6 Mio. EUR). Dies resultiert im Wesentlichen aus im Berichtsjahr höheren Finanzierungsaufwendungen von -16,9 Mio. EUR (Vorjahr: -11,2 Mio. EUR), die sich im Wesentlichen aus Zinsen gegenüber Banken für die in der Günther-Gruppe bestehenden Konsortialkreditverträge in Höhe von -12,0 Mio. EUR (Vorjahr: -7,9 Mio. EUR) zusammensetzen. Die übrigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen in Höhe von -3,7 Mio. EUR (Vorjahr: -2,5 Mio. EUR) enthalten die erfolgswirksame Erfassung der Änderung des beizulegenden Zeitwerts der Minderheiten an Personengesellschaften in Höhe von insgesamt -1,5 Mio. EUR (Vorjahr: 0,8 TEUR in den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen).

Die Ertragsteuern erhöhten sich im Berichtsjahr auf -4,8 Mio. EUR (Vorjahr: -2,1 Mio. EUR), was insbesondere auf eine Wertberichtigung auf den Ansatz latenter Steuern auf Verlustvorträge einer Gesellschaft der vollkonsolidierten MAX-Gruppe im Kontext des strukturierten Verkaufsprozesses der MA micro-Gruppe zurückzuführen ist.

Der Günther-Konzern schloss das Berichtsjahr 2023 insgesamt mit einem Gewinn von 14,3 Mio. EUR ab (Vorjahr: 19,6 Mio. EUR).

3. Nachtragsbericht

Bezüglich der Ereignisse nach dem Bilanzstichtag wird auf den Anhang Kapitel 1.11. verwiesen.

4. Risiko-, Chancen- und Prognosebericht

a) Risikobericht

Im Rahmen des Risikomanagementsystems des Konzerns werden Risiken durch die geschäftsführenden Organe der einzelnen Gesellschaften mittels adäquater Risikofrüherkennungssysteme kontinuierlich identifiziert, bewertet und aktiv gesteuert. Durch eine regelmäßige Berichterstattung werden die geschäftsführenden Direktoren der Günther SE, Bamberg, laufend über die aktuelle Risikolage und den Status geplanter Maßnahmen zur Risikobewältigung informiert.

Der Konzern ist im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit insbesondere den Markt- und Branchenrisiken aus den jeweiligen strategischen Geschäftsfeldern sowie ferner Währungs-, Preis- und Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Die Markt- und konjunkturellen Entwicklungen wirken sich auch auf die Geschäftsentwicklung des Konzerns aus. Deren Risiken versucht der Günther- Konzern auch durch intensive Marktbeobachtungen sowie umfassendes Projektcontrolling zu minimieren.

Die geschäftsführenden Direktoren der Günther SE, Bamberg, begegnen den finanzwirtschaftlichen Risiken, indem die weltweiten Finanzmärkte laufend beobachtet, Kursentwicklungen der jeweiligen Vermögenswerte frühzeitig in ihre Bewertung integriert bzw. gegebenenfalls auch mittels Finanzderivaten abgesichert werden.

Risiken, die den Fortbestand der Gruppe oder eines Teils davon gefährden könnten, sind gegenwärtig nicht erkennbar.

Ziel des Finanz- und Risikomanagements der Gruppe ist die Sicherung gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Beim Finanzmanagement verfolgt das Unternehmen eine konservative Risikopolitik. Zu den wesentlichen Bestandteilen des Risikomanagements im Bereich der internen und externen Rechnungslegung gehören:

Eindeutige Aufteilung der funktionalen Prozesse Finanzbuchhaltung und Controlling

Konzernweit abgestimmte Planungs-, Controlling- und Reporting-Prozesse

Konzernweit gültige Bilanzierungsrichtlinien, basierend auf dem laufend aktualisierten und den Funktionsträgern zugestellten Bilanzierungshandbuch

Zugriffssicherung der im Rechnungswesen eingesetzten EDV-Landschaft, weitestgehend Rückgriff auf Finanz-Standardsoftware

Konzerneinheitliche Nutzung der Konsolidierungssoftware IBM-Cognos für das Konzern- Reporting

Zur Aufrechterhaltung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit wird ein Liquiditätsplan erstellt und laufend mit aktuellen Änderungen abgeglichen.

Angesichts der anhaltend unsicheren geopolitischen Entwicklung in Osteuropa und zuletzt auch in Nahost, der schwer prognostizierbaren Entwicklung des Zinsumfeldes sowie der weiteren Inflationstendenzen stehen die geschäftsführenden Direktoren der Günther SE in einem kontinuierlichen Austausch mit den jeweiligen Leitungsorganen der strategischen Geschäftsfelder und lassen sich weiterhin über die Risiken sowie ergriffenen bzw. geplanten Maßnahmen berichten. Durch die laufende Validierung der auf Basis der jeweilig verfügbaren Erkenntnisse bestehenden Handlungsspielräume wird sichergestellt, dass etwaige Auswirkungen auf Gruppenebene frühzeitig eingeschätzt und korrespondierende Maßnahmen unterstützt oder initiiert werden können.

b) Chancen- und Prognosebericht

b.1) Gesamtwirtschaftliches Umfeld 2024

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für 2024 ein Wachstum der Weltwirtschaft auf dem Vorjahresniveau von 3,1% und damit aufgrund von Anhebungen für China, die USA und die wichtigsten Schwellen- und Entwicklungsländer 0,2 Prozentpunkte mehr als im Oktoberausblick. Trotz der für 2025 erwarteten Expansion der Weltwirtschaft von 3,5% bleibt das Wachstum weiter unter dem langjährigen Durchschnitt von 3,8%. Die konjunkturelle Entwicklung in den USA soll sich 2024 auf 2,1% abschwächen und damit aufgrund von Übertragungseffekten aus dem starken Schlussquartal 2023 um 0,6 Prozentpunkte stärker wachsen als noch in der Oktoberprognose angenommen. Für China hob der IWF seine Prognose um 0,4 Prozentpunkte an und erwartet nun ein Wachstum von 4,6%. Die Anhebung spiegelt Übertragungseffekte des unerwartet starken Wachstums im Jahr 2023 und die erhöhten Staatsausgaben für den Katastrophenschutz wider. Angesichts der weltweiten geldpolitischen Straffungen und insbesondere sinkender Rohstoffpreise geht der IWF davon aus, dass die globale Inflation von durchschnittlich 6,8% im Jahr 2023 auf 5,8% im Jahr 2024 und 4,4% im Jahr 2025 zurückgehen wird. 11 Für den Euroraum rechnet das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel mit einer anhaltenden Stagnation der Wirtschaftsleistung zu Beginn des Jahres 2024. Im weiteren Jahresverlauf soll die konjunkturelle Schwäche dann überwunden werden. Dabei ist mit einer Belebung des privaten Konsums bei sinkender Inflation zu rechnen, während sich die Finanzierungsbedingungen aufgrund der erwarteten Lockerung der Geldpolitik verbessern sollen. Darüber hinaus rechnet das IfW mit einer Zunahme der außenwirtschaftlichen Impulse. So soll das Wirtschaftswachstum 2024 mit 0,8% noch schwach ausfallen und erst 2025 mit 1,5% in Richtung des Potenzialwachstums ansteigen. 12 Die deutsche Wirtschaft wird laut IfW nach der Stagnation im abgelaufenen Geschäftsjahr im Jahr 2024 moderat expandieren. Aufgrund der zu erwartenden Konsolidierungsmaßnahmen nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs zum Bundeshaushalt reduziert das IfW seine Erwartungen gegenüber der Herbstprognose 2023 um 0,3 Prozentpunkte und rechnet insgesamt mit einem Wachstum von 0,9%. Während die gestiegenen Zinsen die Baukonjunktur weiter belasten und größere Impulse der Weltwirtschaft ausbleiben, soll der private Konsum aufgrund von Lohnsteigerungen und staatlichen Transferleistungen zulegen. Eine Erholung der Bau- und Exportwirtschaft wird für die zweite Jahreshälfte 2024 erwartet. Die Inflation soll laut IfW von 5,9% auf durchschnittlich 2,3% im Jahr 2024 sinken. 13

b.2) Voraussichtlicher Geschäftsverlauf des Günther-Konzerns

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2024 erfolgt unter Berücksichtigung der Annahmen zur gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Entwicklung. Unter anderem erwarten die geschäftsführenden Direktoren, dass die Unsicherheiten durch den anhaltenden Ukraine-Krieg und die damit verbundenen höheren Energie- und Materialkosten sowie Lieferkettenstörungen und die allgemeine Investitionszurückhaltung aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus im Verlauf des Geschäftsjahres 2024 weiter abnehmen werden. Gleichzeitig sind durch den Nahost-Konflikt sowie die damit verbundenen Angriffe der Huthi-Rebellen auf die Schifffahrt im Roten Meer, einer der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt, neue Risiken entstanden, die zu Störungen der Lieferketten und Absatzmöglichkeiten führen können. Sollte sich die konjunkturelle Entwicklung stärker als angenommen abschwächen, könnten die Umsatz-, Vermögens- und Ertragslage im Geschäftsjahr 2024 beeinträchtigt werden.

11 https://www.imf.org/-/media/Files/Publications/WEO/2024/Update/January/English/text.ashx
12 https://www.ifw-kiel.de/fileadmin/Dateiverwaltung/IfW-Publications/fis-import/6bf368c2-c935-48e4-8f28-098420e6c252- KKB_109_2023 Q4 Welt_DE.pdf
13 https://www.ifw-kiel.de/fileadmin/Dateiverwaltung/IfW-Publications/fis-import/6c4fd05f-bb55-42f7-b7a4-96b9fc631caf- KKB_110_2023- Q4_Deutschland_DE.pdf

Für die weitere Entwicklung des MAX-Teilkonzerns (im Folgenden dargestellt ohne Berücksichtigung der zum Verkauf stehenden MA micro-Gruppe) und der darin gebündelten strategischen Geschäftsfelder im Geschäftsjahr 2024 stellt der Auftragsbestand zum Ende des Berichtsjahres in Höhe von 206,0 Mio. Euro eine solide Ausgangslage für die wirtschaftliche Entwicklung im Jahresverlauf 2024 dar. Unter der Voraussetzung, dass sich die zuvor beschriebenen Annahmen und Erwartungen über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als zutreffend erweisen, sind die geschäftsführenden Direktoren zuversichtlich bzgl. der positiven wirtschaftlichen Entwicklung im Geschäftsjahr 2024. Den beschriebenen Unsicherheiten der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wird mit einer Prognose in Intervallen Rechnung getragen. Dabei wird unter konservativer Betrachtung davon ausgegangen, dass sich Lieferengpässe und Rohstoffpreise sowie die vorherrschende Investitionszurückhaltung aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus im Verlauf des Geschäftsjahres 2024 nur leicht verbessern werden. Unter diesen Prämissen wird für die im MAX-Teilkonzern gebündelten Geschäftsfelder ein Umsatz zwischen 390 Mio. Euro und 450 Mio. Euro sowie ein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zwischen 31 Mio. Euro und 38 Mio. Euro erwartet.

Im strategischen Geschäftsfeld Lotterien wird im Jahr 2024 weiter ein nennenswertes Wachstum erwartet. Die ZEAL Network SE plant die Marktführerschaft als Online-Anbieter staatlicher und anderer erlaubter Lotterieprodukte weiter auszubauen. Weitere Umsatzsteigerungen werden aus dem im Jahr 2023 gestarteten Games-Angebot sowie durch eigene Soziallotterien erwartet. In seiner Guidance rechnet der Vorstand - in der Annahme einer durchschnittlichen Jackpot- Entwicklung - mit einem Umsatz von 140 Mio. EUR - 150 Mio. EUR sowie einem EBITDA von 38 Mio. EUR - 42 Mio. EUR. Es ist eine Dividende von 1,10 EUR pro Aktie angekündigt. Zudem hat die ZEAL ihrer Tochtergesellschaft Lotto24 AG ein Squeeze-out-Verlangen übermittelt, nachdem sie im ersten Quartal 2024 weitere Aktien an der Lotto24 erworben hat und damit mehr als 95% der Aktien hält.

Die Entwicklung des Gesamtmarktes der Klassenlotterien für das Geschäftsjahr 2024 hängt auch von der Entwicklung des ökonomischen Umfelds (insbesondere Inflations- und Zinsentwicklung) und dessen Auswirkungen auf das Konsumverhalten der relevanten Zielgruppen ab. Aus Sicht der Geschäftsführung sind darüber hinaus unverändert die Maßnahmen der GKL zur Stabilisierung der Nachfrage nach Klassenlotterieprodukten sowie das Erreichen der relevanten Losabsatzschwellen und der daran gekoppelten Transformationshilfen weiterhin von hoher Relevanz. Die Stabilisierung der Absatz- und Umsatzentwicklung der von der GDS betreuten Lotterieeinnahme durch weitere Fokussierung von neuen Maßnahmen im Online-Vertriebskanal stehen für die Geschäftsführung auch im Jahr 2024 im Vordergrund.

Die Geschäftsführung der all4cloud erwartet für das strategische Geschäftsfeld Ventures weiterhin eine nachhaltige Nachfrage nach Lösungen im Bereich Cloud ERP. S/4 HANA Cloud wird von der SAP als strategisches Cloud Produkt betrachtet. Dementsprechend sind Investitionen für Geschäftsaufbau und -Transformation seitens all4cloud als Implementierungspartner zu erwarten. Insgesamt bleibt der Trend zur Digitalisierung in Deutschland unverändert, sodass die mittel- und langfristigen Erwartungen an den Markt für ERP-Cloud-Lösungen von der Geschäftsführung weiterhin positiv bewertet werden.

Auf Basis der prognostizierten Entwicklungen der einzelnen strategischen Geschäftsfelder und unter Berücksichtigung der weiterhin bestehenden Unsicherheit über die weitere geopolitische und weltwirtschaftliche Entwicklung wird für das Geschäftsjahr 2024 eine konservative, konsolidierte Gesamtleistung der Günther-Gruppe von > 440 Mio. EUR sowie ein EBITDA von > 40 Mio. EUR erwartet. Unsicherheiten über die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Umfeld der anhaltend hohen Zinskosten, der Inflationstendenzen sowie den weiterhin intensiven und zuletzt ausgeweiteten geopolitischen Spannungen bleiben bestehen. Vor diesem Gesamthintergrund sind Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung der einzelnen Geschäftsfelder weiterhin nicht vollumfänglich abschätzbar.

Die Anlagestrategie der liquiden Vermögenswerte ist auch in 2024 weiterhin konservativ. Zins- und Währungsrisiken werden analysiert und, soweit sinnvoll darstellbar, vermieden. Die weitere Inflations- und konjunkturelle Entwicklung sowie die Entwicklung der Geldpolitik der Zentralbanken in den relevanten Märkten wird kontinuierlich beobachtet, Risiken werden identifiziert und aktiv gesteuert. Etwaigen Risiken aus der geopolitischen Entwicklung und deren Auswirkung auf Lieferketten wird auf Ebene der Geschäftsfelder/ Beteiligungsunternehmen aktiv begegnet.

 

Hamburg, den 21. Mai 2024

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Günther SE, Bamberg

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Günther SE, Bamberg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzernkapitalflussrechnung und der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Günther SE, Bamberg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2023 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Osnabrück, den 31. Mai 2024

Dr. Klein, Dr. Mönstermann + Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

gez. Dr. Claus Niemann, Wirtschaftsprüfer

gez. Klaus Dunkel, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Verwaltungsrats der Günther SE zum Geschäftsjahr 2023

Der Verwaltungsrat hat im Geschäftsjahr 2023 seine ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Im Rahmen der bei der Gesellschaft geltenden monistischen Corporate Governance hat er diese geleitet, die Grundlinien ihrer Tätigkeit bestimmt und deren Umsetzung durch die geschäftsführenden Direktoren überwacht.

Bei Ausübung seiner Aufgaben hat sich der Verwaltungsrat fortlaufend mit den geschäftsführenden Direktoren über die Geschäftspolitik, über alle relevanten Aspekte der Unternehmensentwicklungen und der wirtschaftlichen Lage der Gesellschaften, einschließlich der Vermögens -, Finanz- und Ertragslage ausgetauscht. Über alle für den Konzern wichtigen Entscheidungen hat der Verwaltungsrat in enger Abstimmung mit den geschäftsführenden Direktoren beraten. Die geschäftsführenden Direktoren haben den Verwaltungsrat fortlaufend, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über die Umsetzung aller bedeutenden Geschäftsvorfälle informiert. Ferner hat im Rahmen der Erfüllung seiner Aufgaben der Verwaltungsrat fortlaufend Einsicht in die Unterlagen und Schriften der Gesellschaft und des Günther-Konzerns genommen.

Der Verwaltungsrat hat einen Katalog von Geschäften und Maßnahmen festgelegt, für deren Vornahme die geschäftsführenden Direktoren der vorherigen Zustimmung des Verwaltungsrats bedürfen. Die danach zustimmungspflichtigen Geschäfte und Maßnahmen haben die geschäftsführenden Direktoren dem Verwaltungsrat jeweils zur Beschlussfassung vorgelegt.

Insgesamt ergaben sich keine Zweifel im Hinblick auf die Rechtmäßigkeit und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung durch die geschäftsführenden Direktoren.

Der Verwaltungsrat setzt sich aus einem Mitglied zusammen. Daher hat er keine Ausschüsse gebildet.

Die geschäftsführenden Direkten haben den HGB-Jahresabschluss der Gesellschaft mit dem Lagebericht, einen nicht gesetzlich verpflichteten, verkürzten IFRS-Einzelabschluss der Gesellschaft und den IFRS-Konzernabschluss des Günther-Konzerns mit dem Konzernlagebericht aufgestellt. Der von der Hauptversammlung am 20. Juni 2023 für das Geschäftsjahr 2023 gewählte Abschlussprüfer KMP Dr. Klein, Dr. Mönstermann + Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Osnabrück, hat diese Unterlagen geprüft und den HGB-Jahresabschluss und Lagebericht der Gesellschaft sowie den IFRS-Konzernabschluss und Konzernlagebericht des Günther-Konzerns mit einem nicht modifizierten Bestätigungsvermerk sowie den verkürzten IFRS-Einzelabschluss der Gesellschaft mit einer Bescheinigung versehen. Die von den geschäftsführenden Direktoren aufgestellten Unterlagen und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers lagen dem Verwaltungsrat vor. Der Verwaltungsrat hat diese Unterlagen mit den geschäftsführenden Direktoren und dem Abschlussprüfer erörtert und eingehend geprüft. Die Prüfung des Verwaltungsrats hat zu keinen Beanstandungen geführt.

Auch der Abhängigkeitsbericht der Gesellschaft wurde vom Verwaltungsrat mit den geschäftsführenden Direktoren erörtert sowie auf Vollständigkeit und Richtigkeit überprüft. Der Verwaltungsrat erhebt gegen die Schlusserklärung der geschäftsführenden Direktoren im Abhängigkeitsbericht keine Einwände.

Auf dieser Grundlage beschließt der Verwaltungsrat hiermit, dass der HGB-Jahresabschluss und der Konzernabschluss sowie der verkürzte IFRS-Einzelabschluss gebilligt werden. Der HGB- Jahresabschluss 2023 ist damit festgestellt.

Ferner schließt sich der Verwaltungsrat dem Vorschlag der geschäftsführenden Direktoren an, für das Geschäftsjahr 2023 aus dem Bilanzgewinn, welcher 880.439,33 € beträgt, pro dividendenberechtigter Aktie einen Betrag von 3,58€, also 123.000 * 3,58€ = 440.340,00€, an die Aktionäre auszuschütten. Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von € 440.099,33 soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

Der Verwaltungsrat spricht allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Beiräten und den Unternehmensleitungen der Konzerngesellschaften sowie den geschäftsführenden Direktoren seinen Dank für die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit auch im Geschäftsjahr 2023 aus.

 

Bamberg, den 12. Juni 2024

Oliver Jaster, alleiniges Verwaltungsratsmitglied

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