Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 145836
Vorher
Easy Languages ABC GmbHLinguando GmbH
Eingetragen
12.11.2012
Branche
Erbringung von allen anderen Unterrichtsdienstleistungen a. n. g.Vermittlungstätigkeiten für Erziehung und UnterrichtErbringung von ergotherapeutischen Dienstleistungen
Gegenstand
Das Anbieten von Online-Sprachkursen sowie das Erbringen von allen damit im Zusammenhang stehenden Dienstleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Christoph David Engel
seit 1.10.2025
Geschäftsführer
Dominic Rowell
seit 14.10.2022
Geschäftsführer
Felix Wunderlich
seit 12.11.2012
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

Identifizierte Personen (11)

NameAnteil
C******** B******
2.67%
A******** H******
0.88%
R**** E*** K***
0.72%

Ungelöste Beteiligungen (12)

NameAnteil
Lingoda GmbHEigenbeteiligung
4.66%

Gesellschafter

19 Gesellschafter

GmbH-Struktur

5 von 19 angezeigt

SP LGD S.à r.l.
Luxembourg
36.349 €
34.63%
Grazia Equity GmbH
Germany
14.802 €
14.10%
Global Founders Capital GmbH & Co. Beteiligungs KG Nr. 1
Germany
8.333 €
7.94%
Fabian Wunderlich Beteiligungen UG & Co. KG
Germany
7.301 €
6.95%
Mountain Technology AG
Switzerland
7.008 €
6.68%

Beteiligungen

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Lingoda GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022

I. Grundlegende Informationen über das Unternehmen

A. Allgemeines und Geschäftsmodell

Lingoda gehört zu den führenden Online-Sprachschulen. Gegründet in Berlin im Jahr 2012, mit einer französischen Zweigniederlassung, die am 5. August 2020 gegründet und 31. Dezember 2022 geschlossen wurde, sowie eine Zweigniederlassung in Großbritannien, die im September 2022 gegründet wurde, bietet Lingoda bequeme und barrierefreie Online-Live-Sprachkurse in Deutsch, Englisch, Business-Englisch, Französisch und Spanisch für über 100.000 Lernende weltweit. Lingodas Privat- und Kleingruppenkurse werden von mehr als 1.500 qualifizierten Lehrkräften mit muttersprachlichem Niveau unterrichtet. Mit fast 550.000 Unterrichtseinheiten pro Jahr, die rund um die Uhr zugänglich sind, hat sich Lingodas Mission erklärt, in der Welt durch Sprachkurse Brücken zu bauen.

Lingoda setzt auf einen kommunikativen Ansatz beim Sprachenlernen: Eine Sprache zu beherrschen, bedeutet, sie sicher sprechen zu können. Lingodas auf den gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER) ausgerichtete Lernmaterialien werden von Sprachexperten entwickelt und konzentrieren sich auf relevante Themen, die für die Hobbys, den Beruf und das tägliche Leben der Lernenden relevant sind.

Lingoda bietet ein hochwertiges und authentisches Lernerlebnis, das den Lernenden hilft, ihre Lernziele zu erreichen und so ihr Leben zu verändern.

Das Ziel von Lingoda ist es, Sprachenlernen flexibler, hochwertig und für relevante Zielgruppen weltweit zugänglich zu machen, sowie durch Internationalisierung jeweils eine führende Marktposition in den wichtigsten Märkten (B2C, B2B und B2B2G) für online-basiertes Live-Sprachenlernen einzunehmen:

Das Kerngeschäft sind Live-Einzel- und Gruppenstunden für Privatkunden (im Folgenden "B2C"), die Online per Browser oder via Web-Applikationen einem breiten Publikum rund um die Uhr angeboten werden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Geschäft mit Unternehmenskunden (im Folgenden "B2B"), die Ihren Mitarbeitern als Weiterbildungsangebot das Lernen von Fremdsprachen anbieten. Hieraus ergeben sich zwei Bereiche: "B2B2G" und "B2B-other".

B. Forschung und Entwicklung

Die dauernde, hochwertige Weiterentwicklung der Online-Plattform ist wesentlich für den Erfolg des Geschäftsmodells von Lingoda und rechtfertigt die Investitionen in die Entwicklung, um ein Vorreiter für online-basiertes Live-Sprachenlernen zu sein. Daher stellen die Aufwendungen für Entwicklung neben den Vertriebskosten einen wesentlichen Kostenfaktor dar.

Im Geschäftsjahr 2022 sind insgesamt Aufwendungen in Höhe von TEUR 220 (Vorjahr: TEUR 379) für Weiter-Entwicklungskosten angefallen, die komplett als immaterielle Vermögensgegenstände aktiviert wurden, welche über drei Jahre abgeschrieben werden. Diese Kosten resultieren aus Aufwendungen für externe Dienstleister.

Auch im Jahr 2023 sind zusätzliche neue Releases und Entwicklungen geplant. Das B2B2G-Geschäft soll neben dem Ausbau der Aktivitäten für Krankenpfleger in Zukunft auch Hebammen und Ärzte umfassen, da die Sprachausbildung für Pflegepersonal eine immer wichtigere Rolle in der Gesellschaft einnimmt.

II. Wirtschaftsbericht

A. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die gesamtwirtschaftliche Lage war im Jahr 2022 geprägt durch die Folgen des Krieges in der Ukraine und den extremen Energiepreiserhöhungen. Hinzu kamen verschärfte Material- und Lieferengpässe, massiv steigende Preise u.a. für Lebensmittel sowie Fachkräftemangel und andauernde, wenn auch im Jahresverlauf nachlassende Effekte aus der Corona-Pandemie. 1

Ungeachtet der diversen Effekte kommt die Lingoda GmbH dennoch weiterhin zu der Einschätzung, dass sich die branchenbezogenen Rahmenbedingungen für lern- und onlinebasierte Technologien, vor allem auch durch weltweit zunehmende Arbeitsmigration, sich weiterhin positiv entwickeln werden. Der Geschäftsverlauf von Lingoda im Jahr 2022, insbesondere die sich in den Umsatzerlösen widerspiegelnde weiter steigende Nachfrage nach unseren Produkten, bestätigt diesen Trend.

Der Wert des globalen Sprachen-Marktes wird von 60 Milliarden US-Dollar 2022 auf voraussichtlich 120,5 Milliarden US-Dollar 2030 wachsen. 2 Der digitale Anteil wird sich in dieser Zeit auf über 30 % verdoppeln. Es ist nach unserer Einschätzung davon auszugehen, dass sich der Trend hin zur Nutzung digitaler Angebote auch durch die Entwicklung von künstlicher Intelligenz, wie z.B. Chat GPT, weiter beschleunigen wird.

Im Privatkundenbereich drängen eine Vielzahl App-Anbieter, Offline-Schulen und Marktplätze in den digitalen Sprachmarkt, was den Wettbewerb im Vergleich zum Vorjahr intensiver, aber auch in Bezug auf Chat GPT innovativer gestaltet. Allerdings bringt es nur ein sehr geringer Anteil der Unternehmen auf eine relevante Größe. Traditionelle Anbieter wie Verlage und Sprachschulen stehen vor der Herausforderung, adäquate Produkte für den Web-basierten Markt zu entwickeln.

B. Geschäftsverlauf

Durch die Corona-Pandemie wirkten sowohl positive als auch negative Einflüsse auf unseren Geschäftsverlauf. Auch im Geschäftsjahr 2022 setzte die Lingoda GmbH ihr Wachstum fort und erhöhte den Gesamtumsatz um 39 % im Vergleich zum Vorjahr. Der Geschäftsverlauf im Geschäftsjahr 2022 wird deshalb trotz des wiederum erwirtschafteten Jahresfehlbetrags als grundsätzlich positiv bewertet. Das negative Jahresergebnis im Geschäftsjahr liegt im Planungsbereich der Gesellschaft und ist der Wachstumsstrategie geschuldet.

Vor dem Hintergrund der zufriedenstellenden Geschäftsentwicklung, dem weiteren Wachstumspotenzial im Gesamtmarkt, aber insbesondere auch im Hinblick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung hat die Gesellschaft in den Vorjahren zur Stärkung der Liquidität Fremdkapital aufgenommen.

C. Ertragslage

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Veränderung
%
Umsatzerlöse 34.625 24.958 38,7
Herstellungskosten 11.532 9.402 22,7
Bruttoergebnis vom Umsatz 23.092 15.557 48,4
Vertriebskosten 15.214 10.234 48,7
allgemeine Verwaltungskosten 15.276 3.787 303,3
sonstige betriebliche Erträge 169 1.462 (88,4)
sonstige betriebliche Aufwendungen 471 11.651 (96,0)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 209 181 15,7
Ergebnis nach Steuern (7.908) (8.835) (10,5)
Jahresfehlbetrag (7.908) (8.835) (10,5)

Die Umsatzerlöse der Lingoda GmbH sind im Vergleich zum Vorjahr aufgrund des positiven Geschäftsverlaufs um TEUR 9.667 auf TEUR 34.625 angestiegen.

Die Herstellungskosten sind aufgrund der gestiegenen Umsatzerlöse und dem damit einhergehenden Mehrkosten ebenfalls gestiegen, allerdings unterproportional im Vergleich zu den Umsatzerlösen. Insoweit verbesserte sich die Rohmarge von 62,3 % auf 66,7 %.

Die starke Erhöhung der Vertriebskosten korrespondiert mit dem gesteigerten Geschäftsumfang.

Der signifikante Anstieg der allgemeinen Verwaltungskosten (TEUR 15.276, Vorjahr: TEUR 3.787) resultiert aus einer verursachungsgerechten Zuordnung der Aufwendungen im Jahr 2022 auf Basis einer neuen, dem Geschäftsbetrieb angepassten Kostenstellenzuordnung.

Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge resultiert aus einem Sondereffekt im Jahr 2021 im Zusammenhang mit der Finanzierungsrunde.

Der signifikante Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen (TEUR 471, Vorjahr TEUR 11.651) ist ebenfalls auf die verursachungsgerechte Zuordnung zurückzuführen.

Der Jahresfehlbetrag liegt bei TEUR 7.908 und ist unter Berücksichtigung der Entwicklung der Gesellschaft im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 927 gesunken. Grund dafür ist das gestiegene Bruttoergebnis vom Umsatz.

D. Finanzlage (Kapitalstruktur, Investitionen, Liquidität)

Die Gesellschaft ist angemessen finanziert. Nach der 2021 erfolgreich abgeschlossenen Finanzierungsrunde "Series B" wurde im Jahr 2022 ein Darlehen (Venture Loan) bei der Kreos Capital VII (UK) Limited in Höhe von TEUR 13.500 aufgenommen, mit einer Restlaufzeit von 5 Jahren. Der Zins für das Darlehen beträgt in 2022 9,5 %. Die Auszahlung der Mittel erfolgt ab dem Geschäftsjahr 2022 (31.12.2022: TEUR 1.070). Dadurch stehen der Gesellschaft weiter ausreichende liquide Mittel zur Verfügung, um ein künftiges Wachstum finanzieren zu können, obwohl der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit im Berichtsjahr mit TEUR -9.828 wachstumsbedingt negativ ausfällt; dies resultiert im Wesentlichen aus dem negativen Jahresergebnis.

Zum Stichtag liegen die kurzfristigen Passiva TEUR 5.168 unter den kurzfristigen Aktiva TEUR 12.595, sodass ein positives Working Capital 3 in Höhe von TEUR 7.427 besteht. Wir gehen daher und auch aufgrund der zur Verfügung stehenden Mittel aus dem Venture Debt davon aus, dass auch zukünftig Investitionsvorhaben erfolgen können und die Finanzierung der Gesellschaft gesichert ist.

E. Vermögenslage

Aktiva

31.12.2022 31.12.2021 Veränderung
TEUR % EUR % TEUR
A. Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 503 3,6 469 2,4 34
Sachanlagen 177 1,3 179 0,9 (2)
B. Umlaufvermögen und sonstige Aktiva
Vorräte 43 0,3 83 0,4 (40)
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 8.783 62,8 4.053 20,3 4.730
Liquide Mittel 3.923 28,0 14.766 74,1 (10.843)
Rechnungsabgrenzungsposten 558 4,0 382 1,9 176
Summe Aktiva 13.987 100,0 19.932 100,0 (5.945)

Passiva

31.12.2022 31.12.2021 Veränderung
TEUR % EUR % TEUR
A. Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 100 0,7 101 0,5 (0)
Kapitalrücklagen 31.172 222,9 31.672 158,9 (500)
Verlustvortrag (22.468) (160,6) (13.634) (68,4) (8.834)
Jahresfehlbetrag (7.908) (56,5) (8.835) (44,3) 927
B. Rückstellungen
sonstige Rückstellungen 2.956 21,1 2.146 10,8 793
C. Verbindlichkeiten und sonstige Passiva
Anleihen 0 0,0 1.337 6,7 (1.337)
Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistungen 1.944 13,9 2.227 11,1 (283)
sonstige Verbindlichkeiten 1.338 9,6 808 4,1 530
Rechnungsabgrenzungsposten 6.853 48,9 4.110 20,6 2.743
Summe Passiva 13.987 100,0 19.932 100,0 (5.945)

Aktiva

Das Anlagevermögen sind im Vergleich zum Vorjahr ausschließlich aufgrund von Investitionen in laufende Softwareentwicklung geringfügig um TEUR 32 gestiegen.

Durch den wachsenden B2B-Teilbereich (zertifiziertes Sprachlernen in der Pflege) haben sich die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 4.730 auf TEUR 8.783 erhöht.

Die liquiden Mittel haben sich um TEUR 10.843 auf TEUR 3.923 aufgrund der Investition in das Wachstum des Unternehmens reduziert.

Passiva

Die Kapitalrücklagen reduzieren sich aufgrund eines weiteren Rückkaufs von Anteilen, der im Laufe des Geschäftsjahres 2022 stattgefunden hat.

Die Verbindlichkeiten sind um TEUR 1.090 auf TEUR 3.282 aufgrund der Rückführung von Anleihen sowie dem Rückgang der Umsatzsteuerverbindlichkeiten gesunken.

Der Passive Rechnungsabgrenzungsposten ist 2022 um TEUR 2.743 gestiegen und enthält im Wesentlichen noch nicht realisierte, abgegrenzte Umsätze. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf den Anstieg im B2B2G-Sektor zurückzuführen.

F. Finanzielle Leistungsindikatoren

Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren von Lingoda sind die Umsatzerlöse, die Bruttomarge, sowie das EBIT:

Die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2022 belaufen sich auf TEUR 34.625 und sind somit unter den Planwerten von TEUR 41.300. Dies lag im Wesentlichen an einer positiveren Prognose auf Basis der Kundenentwicklung in Corona-Zeiten.

Die Bruttomarge hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 62,3 % auf den geplanten Wert von 66,3 % erhöht.

Das EBIT im aktuellen Geschäftsjahr liegt mit TEUR -7.699 (Vorjahr: TEUR -8.634) leicht über den geplanten Wert von TEUR -7.868. Der Hauptgrund dafür ist die Anpassung der Kostenstruktur an das unter Plan liegende Unternehmenswachstum.

G. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage

Trotz der Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und internationaler Unruhen (Ukraine Krieg, Spannungen USA/China) schätzt die Geschäftsführung die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft trotz des nur leicht verminderten Jahresfehlbetrags aufgrund der Geschäftsausweitung, die aber unter Planung liegt, insgesamt als positiv ein.

So konnte der Umsatz insgesamt um 38,7 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr weiter in Wachstum und die Stärkung des Managementteams investiert und die Kosten entsprechend erhöht, was sich im Gesamtergebnis niederschlägt. Positiv ist hierbei festzustellen, dass die Herstellungskosten unterproportional zum Erlöswachstum angestiegen sind, sodass sich die operative Bruttomarge um 4,7 %-Punkte verbessert hat.

Die Geschäftsführung plant, dass sich die Investitionen in ein erfahrenes Management-Team und den B2B2G-Bereich aufgrund des weiterhin andauernden Fachkräftemangels in den nächsten Geschäftsjahren amortisieren und sich positiv auf die Umsatzerlöse, die Bruttomarge und das EBIT auswirken werden.

III. Prognose- , Chancen- und Risikobericht

A. Prognosebericht

Der Verbrauchermarkt für online-lernbasierte Technologien ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen und die Geschäftsführung ist davon überzeugt, dass folgende Markt-Trends das weitere Wachstum unterstützen werden:

1. Angesichts der demografischen Entwicklung ist die Sicherung des Fachkräftebedarfs in Deutschland aber auch in den anderen weltweit führenden Industrienationen eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte für alle Akteure aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Fachkräfte sichern Innovation und Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Beschäftigung, Wohlstand und Lebensqualität. Lingoda kann hier mit seinem hochqualitativen, zielgruppenorientierten Angebot einen wesentlichen Beitrag bei der Migration von Fachkräften leisten.

2. Wachsende Globalisierung - eine multilinguale Arbeitnehmerschaft wird immer mehr zu einer Grundanforderung im internationalen Arbeitsmarkt und damit für alle B2C Lernenden weltweit.

3. Die Verlagerung hin zum Online-Lernen beschleunigt sich weiter, da immer mehr Menschen Zugang zu digitalen Lernmodellen (App-basiert oder hybride Online Modelle) haben.

4. Durch KI-basierte Inhalte und personalisierte Lernmethoden ist davon auszugehen, dass sich der Lernerfolg besser messen und optimieren lässt.

Um die Marktposition im kommenden Jahr zu verbessern, wird das Unternehmen an strategischen Themen wie der weiteren Expansion im Business-to-Business-Markt, dem weiteren Ausbau der Technologieplattform und der Verbesserung der Produkt-Nutzbarkeit samt der Produktion neuer, digitaler Lerninhalte arbeiten und dort weiterhin Mittel investieren. Nach einem durchaus erfolgreichen vergangenen Geschäftsjahr, welches teilweise durch die Corona-Pandemie, aber insbesondere durch Fachkräftemangel beflügelt wurde, und aufgrund der breiten Wachstumsmöglichkeiten im Markt, wird die Geschäftsführung weiterhin stark in die Unternehmensentwicklung investieren, um die Marktposition weltweit auszubauen.

Im Zuge der Investition in Unternehmenswachstum erzielt die Geschäftsführung für 2023 (vorläufige Werte) Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 49.492, bei einem negativen EBIT in Höhe von ca. TEUR 2.429. Die Bruttomarge hat sich im Jahr 2023 um 3%-Punkte zu 2022 vermindern. Für 2024 wird ein weiteres Umsatzwachstum auf Mio. EUR 70, bei einem leicht verbesserten negativen EBIT in Höhe von ca. Mio. EUR 2,2 erwartet. Insoweit besteht ein potenziell bestandsgefährdendes Risiko. Aufgrund des weiterhin erwarteten Umsatzwachstums wird für das Jahr 2025 mit einem positivem Jahresergebnis sowie ein wieder positives Eigenkapital gerechnet.

B. Markt- und Wettbewerbsrisiken

Im Allgemeinen werden Marktrisiken vordergründig von Wettbewerbern ausgelöst, die in den Märkten, auf die sich Lingoda konzentriert, bereits aktiv sind oder es in Zukunft sein werden. Diesen Risiken wird durch eine kontinuierliche Überwachung der relevanten KPIs wie Suchmaschinen-Rankings sowie iOS- und Android-Rankings und -Downloads begegnet. Eine weitere wichtige Maßnahme zur Risikominimierung ist die ständige (Weiter-)Entwicklung hochqualitativer Inhalte. Von der Geschäftsleitung wird regelmäßig ein Monitoring des Marktes anhand von Analysen im Internet und durch das eigene Netzwerk durchgeführt.

C. Rechtliche Risiken

Der zur Unterstützung der Geschäftsführung angestellte interne Syndikusanwalt prüft rechtliche Risiken fortlaufend in Zusammenarbeit mit externen Rechtsanwälten, unter anderem auf den Gebieten des IP-Rechts, Wettbewerbsrechts, Verbraucherrechts, Datenschutzrechts, Gesellschaftsrechts und Arbeitsrechts.

Wesentliche Rechtsgeschäfte unterliegen der Prüfung durch die Geschäftsführung. Dabei werden bestehende Risiken mit dem Syndikusanwalt und mit spezialisierten externen Juristen auf unvermeidbare Risiken reduziert.

Zum Bilanzstichtag lagen keine anhängigen Gerichtsverfahren vor, sodass keine Rückstellungen für offene Rechtsstreitigkeiten gebildet wurden.

D. Technische Risiken

Technische Risiken können in Form eines längeren Ausfalls der Plattform auftreten. Diese Risiken werden durch die kontinuierliche Sicherung aller relevanten Daten sowie durch Prozesse minimiert, die einen schnellen Wechsel zu einem anderen technischen Anbieter ermöglichen, um potenzielle Verluste so gering wie möglich zu halten.

Zudem besteht das direkte und indirekte Risiko von Cyber-Attacken, welchen Lingoda durch ein genaues Monitoring der Datenflüsse, der Firewall und eine im gesamten Unternehmen verstärkte und kontinuierliche Sensibilisierung bezüglich der Risiken entgegenwirkt.

E. Finanzielle Risiken

Hinsichtlich der Liquiditätsrisiken verweisen wir auf unsere Darstellung im Abschnitt "D. Finanzlage (Kapitalstruktur, Investitionen, Liquidität)". Mit Abschluss der Finanzierungsmaßnahmen schätzen wir das Liquiditätsrisiko als beherrschbar ein.

Planmäßig ist das Eigenkapital durch die laufenden monatlichen negativen Ergebnisse im Verlauf des vierten Quartals 2023 negativ geworden. Der Fortführungsprognose ist aber aufgrund der Fremdkapital-Zusage von Kreos Capital VII (UK) Limited für die Geschäftsjahre 2023 und 2024 gegeben. Im Juni 2023 erfolgte die planmäßige Auszahlung einer Tranche in Höhe von Mio. EUR 6,4, sodass die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft zumindest mittelfristig gewährleistet sein dürfte.

Bei einzelnen Forderungen besteht ein potenzielles Ausfallrisiko. Die Forderungen werden laufend überwacht und bei erkannten Ausfallrisiken angemessene Wertberichtigungen gebildet. Die Geschäftsführung schätzt das Risiko aus Forderungsausfällen als gering ein, da Privat- und Geschäftskunden grundsätzlich eine Zahlung im Voraus leisten.

Im B2B2G-Bereich ist aufgrund der Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit nicht mit dem Ausfall von Forderungen zu rechnen.

Eine strenge Überwachung der Forderungen wird jederzeit gewährleistet.

Im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit können durch Veränderungen von Währungskursen begrenzte finanzielle Risiken entstehen, die einen negativen Einfluss auf die Umsätze, die Aufwendungen und auf den Cashflow haben.

Risiken für Lingoda entstehen auch aus dem Betrug bei diversen Bezahlmöglichkeiten (Fraud & Fake). Bestell-Aktivitäten werden regelmäßig überwacht, um Betrugsfälle erkennen und verhindern zu können. Die Anzahl solcher Fälle war auch im vorangegangenen Geschäftsjahr gering. Aus diesen Gründen schätzt die Geschäftsführung von Lingoda das Risiko als gering ein.

F. Gesamtrisiko

Lingoda wird im Jahr 2023 mit den gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen aufgrund der gestiegenen Inflation als Folge des Ukraine Krieges und der Abschwächung des Wirtschaftswachstums konfrontiert. Die Geschäftsführung stuft die Risiken nach Einschätzung der aktuellen Bewertungen als moderat ein. Lingoda ist sich der Volatilität der Einflussfaktoren bewusst und überprüft seine Einschätzungen regelmäßig.

Aufgrund des 2022 erfolgten aktiven Kostenmanagements, der Implementierung eines erfahrenen Managementteams und der frühzeitigen Darlehensaufnahme ist die Liquidität sichergestellt, sodass bestandsgefährdende oder wesentlich den künftigen Geschäftsbetrieb beeinträchtigende Risiken nicht bestehen und der geplante weitere Geschäftsausbau finanziert werden kann.

G. Chancen

Die Geschäftsführung sieht eine gute Gelegenheit, sowohl die Firmenmission voranzutreiben als auch das Geschäft zu stärken und den Umsatz zu steigern. Zu den Wachstumschancen gehört nicht nur die Erweiterung unserer Reichweite auf dem Sprachlern-Markt, sondern auch die Nutzung der Kernkompetenzen unserer Plattform und Marke, um unsere Position in bestehenden Märkten zu verbessern und in neue Märkte zu expandieren. Wir konzentrieren uns auf Folgendes, um unser Wachstum voranzutreiben:

1. Fortsetzung der Bindung von Lernenden an unsere Plattform. Als Branchenführer im Bereich des digitalen Live-Sprachenlernens glauben wir, dass wir gut positioniert sind, um die Zahl der Lernenden, die unsere Plattform nutzen, weiter zu steigern und sie bei der Erreichung ihrer Lernziele zu unterstützen. Unsere Zielgruppe ist weltweit verteilt, und wir befinden uns in den frühen Stadien der Durchdringung wichtiger internationaler Märkte, darunter Europa, Nordamerika und Asien.

2. Erhöhung des Lebenszeitwertes (Customer Lifetime Value) unserer Kunden. Während wir die Kundenbasis weiter ausbauen, konzentrieren wir uns zudem auch auf die Kundenbindung, die den Lebenszeitwert unserer Kunden steigert. Die primäre Art und Weise, wie wir die Kundenbindung verbessern, sind Produktverbesserungen, die das Engagement erhöhen, wie z.B. Selbstlernmaterialien und Community-Funktionen.

3. Ausbau unseres Angebots für zugewanderte Krankenpfleger, Hebammen und Ärzte in deutschen Kliniken und Pflegeeinrichtungen, um einen wichtigen Beitrag bei der hohen Anzahl der zu besetzenden offenen Stellen im Gesundheitswesen leisten zu können. Ebenfalls ist die Erweiterung unseres Angebots über die Pflege hinaus in anderen Branchen, in denen Fachkräftemangel vorherrscht, geplant. Auf diese Weise wollen wir zwei der größten Herausforderungen lösen, mit denen das europäische politische Ökosystem und der Arbeitsmarkt derzeit konfrontiert sind: der Mangel an Fachkräften und Talenten und die Erkenntnis, dass Tausende von Arbeitsmigranten und Flüchtlingen ankommen, um diese Lücke zu schließen.

 

Berlin, 22. Februar 2024

Jens Steen, Geschäftsführer

Felix Wunderlich, Geschäftsführer

Dominic Rowell, Geschäftsführer

1 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/01/PD23_020_811.html.
2 https://www.meticulousresearch.com/pressrelease/792/language-learning-market-2030.
3 Das Working capital ergibt sich aus kurzfristigen Aktiva (Vorräte, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sowie Liquide Mittel) abzüglich kurzfristiger Passiva (Rückstellungen und Verbindlichkeiten).

Bilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

31.12.2022 Vorjahr
EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 502.848,00 89.734,00
2. geleistete Anzahlungen 0,00 379.143,52
502.848,00 468.877,52
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 176.776,00 178.835,00
679.624,00 647.712,52
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Fertige Erzeugnisse und Waren 43.232,60 83.036,02
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.182.144,39 2.777.862,22
2. sonstige Vermögensgegenstände 1.600.970,61 1.275.547,59
8.783.115,00 4.053.409,81
III. Gutenhaben bei Kreditinstituten 3.923.325,66 14.765.664,13
12.749.673,26 18.902.109,96
C. Rechnungsabgrenzungsposten 557.606,42 381.651,65
13.986.903,68 19.931.474,13

Passiva

31.12.2022 Vorjahr
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital
1. Gezeichnetes Kapital 104.977,00 104.977,00
2. Nennbetrag/rechnerischer Wert eigener Anteile -4.889,00 -4.462,00
3. Ausgegebenes Kapital 100.088,00 100.515,00
II. Kapitalrücklage 31.172.377,83 31.671.929,40
III. Verlustvortrag -22.468.515,08 -13.633.780,14
IV. Jahresfehlbetrag -7.907.820,33 -8.834.734,94
896.130,42 9.303.929,32
B. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 2.955.962,77 2.146.142,45
C. Verbindlichkeiten
1. Anleihen 0,00 1.336.675,09
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.943.929,48 2.226.523,73
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 1,00
4. sonstige Verbindlichkeiten 1.338.211,76 808.702,99
davon aus Steuern: EUR 174.477,42 (Vorjahr: EUR 778.549,46)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 5.576,29 (Vorjahr EUR 2.369,26)
3.282.141,24 4.371.902,81
D. Rechnungsabgrenzungsposten 6.852.669,25 4.109.499,55
13.986.903,68 19.931.474,13

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

2022
EUR
Vorjahr
EUR
1. Umsatzerlöse 34.624.832,61 24.958.135,83
2. Herstellungskosten 11.532.422,35 9.401.581,66
3. Bruttoergebnis vom Umsatz 23.092.410,26 15.556.554,17
4. Vertriebskosten 15.214.147,89 10.234.080,93
5. allgemeine Verwaltungskosten 15.275.705,15 3.787.369,33
6. sonstige betriebliche Erträge 169.136,70 1.462.061,47
7. sonstige betriebliche Aufwendungen 470.517,96 11.651.298,15
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 208.996,29 180.602,17
9. Ergebnis nach Steuern -7.907.820,33 -8.834.734,94
10. Jahresfehlbetrag -7.907.820,33 -8.834.734,94

Anhang für das Geschäftsjahr 2022

I. Allgemeine Angaben

Die Lingoda GmbH hat ihren Sitz in Berlin. Die Gesellschaft wird beim Amtsgericht Charlottenburg, unter HRB 145836 B geführt.

Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 2 HGB auf.

Die Bilanz wird gemäß den Gliederungsvorschriften des § 266 Abs. 2 und 3 HGB aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde im Berichtsjahr nach dem Umsatzkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 3 HGB) aufgestellt.

Die größenabhängigen Erleichterungen des § 276 Satz 1 HGB wurde nicht in Anspruch genommen. Die größenabhängigen Erleichterungen des § 288 Abs. 2 HGB wurden, soweit relevant, bei der Aufstellung des Jahresabschlusses in Anspruch genommen.

Zur besseren Darstellung erfolgte im Jahr 2022 eine Ausweisänderung der Erlösschmälerungen (TEUR 3.396; Vorjahr TEUR 2.828) unter den Umsatzerlösen. Die Ausweisänderung in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgte für 2022 und das Vorjahr.

Aufgrund der Umstellung der Kostenstellenstruktur im Jahr 2022 ist die Vergleichbarkeit der Gewinn- und Verlustrechnung zum Vorjahr nur bedingt möglich.

Der Gesellschaftsvertrag ist in der Fassung vom 22. Juli 2022 gültig.

Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgt unter der Annahme der Unternehmensfortführung.

Die Vermögensgegenstände und Schulden sind zum Bilanzstichtag einzeln bewertet.

Aktiva

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige (lineare und zeitanteilige) Abschreibungen, entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer bilanziert. Bei den Anschaffungskosten werden Anschaffungsnebenkosten und Anschaffungskostenminderungen berücksichtigt. Die immateriellen Vermögensgegenstände werden über einen Zeitraum von drei Jahren abgeschrieben. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Die geleisteten Anzahlungen für immaterielle Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten aktiviert.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige (lineare und zeitanteilige) Abschreibungen, bilanziert. Bewegliche Sachanlagen werden entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Bei den Anschaffungskosten werden Anschaffungsnebenkosten und Anschaffungskostenminderungen berücksichtigt.

Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, deren Anschaffungs- und Herstellungskosten zwischen EUR 250,00 und EUR 1.000,00 betragen, werden als Sammelposten über eine Nutzungsdauer von 5 Jahren abgeschrieben.

Die Vorräte werden mit den Anschaffungskosten bzw. unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips mit dem niedrigeren am Abschlussstichtag beizulegenden Wert angesetzt. Die Vorräte bestehen ausschließlich aus fertigen Erzeugnissen und Waren.

Der Ansatz der Forderungen sowie der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zum Nennwert. Das strenge Niederstwertprinzip wurde beachtet. Dem Ausfallrisiko wird durch Einzelwertberichtigungen zu Forderungen Rechnung getragen.

Der Kassenbestand sowie die Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert am Bilanzstichtag bilanziert.

Die aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthalten Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen; die Auflösung des Postens erfolgt linear entsprechend dem Zeitablauf.

Passiva

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen mit den Erfüllungsbeträgen, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig sind. Beträgt ihre Restlaufzeit mehr als ein Jahr, werden die sonstigen Rückstellungen mit fristadäquaten Zinssätzen abgezinst.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Für Umsatz, bei dem noch keine Leistung erbracht wurde, jedoch ein Vertrag zu Grund liegt, wird dem passive Rechnungsabgrenzungsposten zugeführt. Sobald ein Teil der Leistung erbracht wurde, wird der passive Rechnungsabgrenzungsposten entsprechend aufgelöst und dem Umsatz zugeführt.

Latente Steuern

Latente Steuern werden auf zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern auf die bestehenden körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge gebildet, soweit innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Verlustverrechnung zu erwarten ist. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung wird um grundsätzlich in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt. Im Fall einer sich insgesamt ergebenden Steuerentlastung wird bezogen auf den Aktivüberhang der latenten Steuern zum Bilanzstichtag von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz HGB kein Gebrauch gemacht. Gemäß dem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 3 HGB werden etwaige latente Steuern saldiert ausgewiesen.

III. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Aufgliederung der in der Bilanz der Lingoda GmbH enthaltenen Anlagepositionen und ihre Veränderung im Geschäftsjahr 2022 sind in der beigefügten "Entwicklung des Anlagevermögens" dargestellt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Alle Forderungen haben wie im Vorjahr eine Laufzeit von bis zu einem Jahr. Die sonstigen Vermögensgegenstände haben in Höhe von TEUR 154 (Vorjahr: TEUR 97) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr und betreffen überwiegend Mietkautionen.

Guthaben bei Kreditinstituten

Unter den liquiden Mittel werden in Höhe von TEUR 3.923 (Vorjahr: TEUR 14.766) Guthaben bei Kreditinstituten ausgewiesen, welche der Lingoda GmbH frei zur Verfügung stehen.

Eigenkapital

Das Gezeichnete Kapital beträgt TEUR 105 (Vorjahr: TEUR 105) und ist in voller Höhe eingezahlt.

Im Jahr 2022 hat die Lingoda GmbH weitere eigene Anteile erworben. Der Nennbetrag der erworbenen eigenen Anteile wird gemäß § 272 Abs. 1a HGB offen vom "Gezeichneten Kapital" abgesetzt. Die Kapitalrücklagen beträgt TEUR 31.172 (Vorjahr: TEUR 31.672); der Rückgang resultiert aus dem Rückkauf von Anteilen (= Differenzbetrag zwischen Kaufpreis und Nennbetrag der erworbenen Anteile) in Höhe von TEUR 500.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Liefer- und Leistungsverkehr 1.159 405
Rückerstattungen 1.159 1.258
Personal- und Sozialbereich 552 405
Abschluss- und Prüfungskosten 73 65
Übrige 13 13
2.956 2.146

Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:

Verbindlichkeiten gesamt
TEUR
davon mit einer Restlaufzeit bis zu 1 Jahr
TEUR
davon mit einer Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre
TEUR
davon mit einer Restlaufzeit über 5 Jahre
TEUR
Anleihen 0 0 0 0
(Vorjahr) (1.337) (618) (719) (0)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.944 1.944 0 0
(Vorjahr) (2.226) (2.226) (0) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0 0 0 0
(Vorjahr) (0) (0) (0) (0)
Sonstige Verbindlichkeiten 1.338 268 1.070 0
(Vorjahr) (809) (809) (0) (0)
Summe 3.282 2.212 1.070 0
(Vorjahr) (4.372) (3.653) (719) (0)

Die sonstigen Verbindlichkeiten sind in Höhe von TEUR 1.070 insbesondere durch Kontoverpfändungen, Verpfändungen geistiger Eigentumsrechte und Globalzession besichert.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen Erträge beinhalten Erträge aus Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 1 (Vorjahr: TEUR 34).

Personalaufwand

Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

2022
TEUR
2021
TEUR
Löhne und Gehälter 10.049 6.801
soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung
davon für Altersversorgung 1.822 1.218
1 1
11.871 8.019

Materialaufwand

Der Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

2022
TEUR
2021
TEUR
Aufwendungen für Roh, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 9 5
Aufwendungen für bezogene Leistungen 11.864 7.996
11.873 8.001

Sachkosten (Vertriebskosten, allgemeinen Verwaltungskosten sowie sonstige betriebliche Aufwendungen)

Die Sachkosten sind insgesamt um TEUR 5.287 auf TEUR 30.960 (Vorjahr: TEUR 25.673) angestiegen. Der signifikante Anstieg der allgemeinen Verwaltungskosten (TEUR 15.276, Vorjahr: TEUR 3.787) resultiert aus einer verursachungsgerechten Zuordnung der Aufwendungen im Jahr 2022 auf Basis einer neuen, dem Geschäftsbetrieb angepassten Kostenstellenzuordnung. Der signifikante Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen (TEUR 471, Vorjahr TEUR 11.651) ist ebenfalls auf die verursachungsgerechte Zuordnung zurückzuführen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 358 (Vorjahr: TEUR 130) enthalten, diese betreffen im Wesentlichen Aufwendungen für Rückvergütungen. Die sonstigen Aufwendungen beinhalten Aufwendungen für Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 130 (Vorjahr: TEUR 202).

V. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag bestehen folgende sonstigen finanziellen Verpflichtungen:

Verpflichtungen gesamt
TEUR
davon mit einer Restlaufzeit bis zu 1 Jahr
TEUR
davon mit einer Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre
TEUR
davon mit einer Restlaufzeit über 5 Jahre
TEUR
Verpflichtungen aus Mietverträgen 332 332 0 0
Summe 332 332 0 0

VI. Sonstige Angaben

Durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer

Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 163 (Vorjahr: 128) Arbeitnehmer beschäftigt. Es handelt sich ausschließlich um Angestellte. Die Berechnung erfolgte methodisch nach § 267 Abs. 5 HGB.

Mitglieder der Geschäftsführung

Während des Geschäftsjahres wurden die Geschäfte des Unternehmens geführt durch:

Felix Wunderlich,

Managing Director

Jens Steen (ab 1. Januar 2022),

Chief Financial Officer

Dominic Rowell (ab 1. Oktober 2022),

Chief Executive Officer (Vorsitzender der Geschäftsführung)

Fabian Wunderlich (bis 30. April 2022),

Chief Financial Officer

Michael Shangkuan (bis 30. Juni 2022),

Chief Executive Officer

Die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführer unterbleibt nach § 286 Abs. 4 HGB.

Mitglieder des Beirates

Während des Geschäftsjahres waren folgende Mitglieder des Beirates tätig:

Matt Goldberg, Chairman (ab März 2022),

CEO Tripadvisor

Michael Shangkuan (bis Mai 2022),

Managing Director

Mats Heimes (bis 26. Oktober 2022),

Jochen Klüppel,

Grazia Equity

Irina Müller (ab 26. Oktober 2022),

Summit Partners

Felix Wunderlich (ab Mai 2022),

Co-Founder Lingoda

Matthias Allgaier,

Summit Partners

Die Mitglieder des Beirats erhalten für ihre Tätigkeit nur Ersatz für ihre Aufwendungen im Zusammenhang mit ihrer Beiratstätigkeit.

Der Beirat nimmt in Anlehnung an die Regelungen des Aktiengesetzes u.a. folgende wesentlichen Aufgaben war: Bestellung und Abberufung von Geschäftsführern; Verabschiedung, Änderung und Aufhebung der Geschäftsordnung; Wahl der Abschlussprüfer der Gesellschaft, Zustimmung zu bedeutsamen Maßnahmen; Zustimmung von Investitionen; Eröffnung und Schließung von Zweigniederlassungen.

Vorschlag bzw. Beschluss zur Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 7.908 auf neue Rechnung vorzutragen.

VII. Nachtragsbericht

Die Geschäftsführung der Lingoda GmbH hat die Auswirkungen des Angriffs der Russischen Föderation auf die Ukraine am 24. Februar 2022 in Bezug auf das Geschäftsumfeld, die Mitarbeiter und den Geschäftsbetrieb bewertet. Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens ist derzeit nicht wesentlich von der Krise (bspw. Inflation, steigende Energiekosten, sich eintrübendes wirtschaftliches Umfeld) betroffen. Die Geschäftsführung beobachtet die Entwicklung der Krise genau und aktualisiert ihre Einschätzung der Auswirkungen im weiteren Verlauf der Situation.

Für die Lingoda GmbH besteht aufgrund anhaltender Jahresfehlbeträge zum Aufstellungszeitpunkt des Abschlusses ein bestandsgefährdendes Risiko. Aufgrund der durch die eingeleiteten Maßnahmen voraussichtlich zumindest kurz- und mittelfristig gesicherten Zahlungsfähigkeit besteht eine positive insolvenzrechtliche Fortbestehensprognose und damit eine positive handelsrechtliche Fortführungsprognose gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB, sodass der Jahresabschluss unter Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt wurde. Wir verweisen im Weiteren zu den Ausführungen im Lagebericht unter dem Abschnitt III.A. Prognosebericht sowie dem Abschnitt III.E. Finanzielle Risiken.

Darüber hinaus sind der Geschäftsführung keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, bekannt, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage hätten.

 

Berlin, 22. Februar 2024

Jens Steen, Geschäftsführer

Felix Wunderlich, Geschäftsführer

Dominic Rowell, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungskosten
01.01.2022
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 96.592,78 6.519,30 599.357,20 0,00 702.469,28
2. geleistete Anzahlungen 379.143,52 220.213,68 -599.357,20 0,00 0,00
475.736,30 226.732,98 0,00 0,00 702.469,28
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 335.889,59 72.301,15 0,00 4.190,18 404.000,56
335.889,59 72.301,15 0,00 4.190,18 404.000,56
811.625,89 299.034,13 0,00 4.190,18 1.106.469,84
Kummulierte Abschreibungen
01.01.2022
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 6.858,78 192.762,50 0,00 199.621,28
2. geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
6.858,78 192.762,50 0,00 199.621,28
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 157.054,59 72.354,14 2.184,17 227.224,56
157.054,59 72.354,14 2.184,17 227.224,56
163.913,37 265.116,64 2.184,17 426.845,84
Buchwerte
31.12.2022
EUR
31.12.2021
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 502.848,00 89.734,00
2. geleistete Anzahlungen 0,00 379.143,52
502.848,00 468.877,52
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 176.776,00 178.835,00
176.776,00 178.835,00
679.624,00 647.712,52

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Lingoda GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Lingoda GmbH, Berlin - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Lingoda GmbH, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben in Abschnitt VII. Nachtragsbericht im Anhang sowie auf die Angaben in Abschnitt III des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass die Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 aufgrund anhaltender Jahresfehlbeträge ein negatives Eigenkapital ausweist und demnach ein potenziell bestandsgefährdendes Risiko besteht. Aufgrund der durch die Gesellschaft eingeleiteten Maßnahmen besteht voraussichtlich zumindest kurz- und mittelfristig eine gesicherte Zahlungsfähigkeit. Wie in Angabe Abschnitt VII. Nachtragsbericht des Anhangs und Abschnitt III des Lageberichts dargelegt, zeigen diese Ereignisse und Gegebenheiten, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Beirates für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Beirat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, den 22. Februar 2024

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Christoph Henry Krause, Wirtschaftsprüfer

Gerald Reiher, Wirtschaftsprüfer

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