Stammdaten

Register
Amtsgericht Kiel HRB 22 SE
Eingetragen
25.11.2004
Branche
Herstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenHerstellung von Baubedarfsartikeln aus KunststoffenGroßhandel mit Kaffee, Tee, Kakao und Gewürzen
Gegenstand
Vertrieb und Herstellung von Konsumgütern aller Art

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Prokura
Marcel Guerra
seit 16.7.2021
Prokura
Patrick Weber
seit 1.9.2014
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
DCG Deutsche Confiserie Group & Co. KG
100.00%

Gesellschafter

3 Gesellschafter

GmbH-Struktur

2 von 3 angezeigt

Germany
6.125.605 €
74.90%
Germany
1.726.200 €
21.10%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

arko GmbH

Wahlstedt

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2021 bis zum 31.12.2021

Inhaltsverzeichnis

Jahresabschluss

1. Bilanz zum 31. Dezember 2021

2. Gewinn- und Verlustrechnung für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2021

3. Anhang für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2021

Anlagengitter zum 31. Dezember 2021

Lagebericht für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2021

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

Bilanz zum 31. Dezember 2021

(mit Vergleichszahlen des Vorjahres)

AKTIVA

31.12.2021 30.09.2021
Euro Euro Euro Euro
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
-, entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.283.998,00 2.378.092,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 397.950,00 428.858,00
2. technische Anlagen und Maschinen 31.832,00 33.195,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.069.134,00 1.260.866,26
4. geleistete Anzahlungen 62.947,68 53.657,03
1.561.863,68 1.776.576,29
III. Finanzanlagen
-, Anteile an verbundenen Unternehmen 1.018.929,57 1.018.929,57
4.864.791,25 5.173.597,86
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.013.925,00 1.240.466,18
2. Waren 4.978.913,25 5.917.040,46
3. geleistete Anzahlungen 223.520,34 3.754.356,39
6.216.358,59 10.911.863,03
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.817.857,75 2.402.073,63
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.478.637,28 1.875.665,56
3. sonstige Vermögensgegenstände 1.958.175,12 1.761.624,19
6.254.670,15 6.039.363,38
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 2.613.437,81 2.998.688,58
15.084.466,55 19.949.914,99
C. Rechnungsabgrenzungsposten 318.324,40 282.923,32
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 724.581,24
20.267.582,20 26.131.017,41

PASSIVA

31.12.2021
Euro
Euro 30.09.2011
Euro
A. Eigenkapital
I. gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Verlustvortrag -749.581,24 -29.066.732,90
III. Jahresüberschuss 1.750.932,58 28.317.151,66
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 724.581,24
1.026.351,34 0,00
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 804.725,00 0,00
2. sonstige Rückstellungen 467.863,00 552.900,00
1.272.588,00 552.900,00
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.621,54 2.621,54
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 280.775,57 4.226.341,47
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 2.602.361,28 1.697.713,32
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 6.591.588,90 5.214.338,90
5. sonstige Verbindlichkeiten 8.491.295,57 14.437.102,18
17.968.642,86 25.578.117,41
20.267.582,20 26.131.017,41

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2021

(mit Vergleichszahlen des Vorjahres)

1. Oktober bis 31. Dezember 2021 1. Juni bis 30. September 2021
Euro Euro Euro Euro
1. Umsatzerlöse 25.093.719,61 14.347.512,52
2. sonstige betriebliche Erträge 1.406.762,38 34.612.250,01
26.500.481,99 48.959.762,53
3. Materialaufwand
-) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 16.202.154,27 8.963.927,05
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 2.943.062,00 3.399.669,39
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 604.270,25 3.547.332,25 742.301,18 4.141.970,57
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 276.350,25 370.563,50
6. sonstige betriebliche Aufwendungen 3.547.117,63 6.895.645,10
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 370.801,97 268.611,47
8. Ergebnis vor Steuern 2.556.725,61 28.319.045,34
9. Steuern vom Einkommen und Ertrag 804.857,60 405,97
10. Ergebnis nach Steuern 1.751.868,01 28.318.639,37
11. sonstige Steuern 935,43 1.487,71
12. Jahresüberschuss 1.750.932,58 28.317.151,66

eingetragen bei Amtsgericht Kiel unter HRB 22 SE

Anhang für das Rumpfgeschäftsjahr 1. Oktober bis 31. Dezember 2021

I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Die Gesellschaft weist zum Bilanzstichtag unverändert die Größenmerkmale einer großen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 HGB auf.

Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird - wie in den Vorjahren - das Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB angewendet.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Die arko GmbH weist zum 31. Dezember 2021 ein positives Eigenkapital von TEUR 1.026 aus. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses wird von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit ausgegangen.

Die Liquidität der arko GmbH war in dieser Periode insbesondere durch Massedarlehen, ab 04.08.2021 seitens der neuen Gesellschafterin gesichert.

Im bisherigen Verlauf des Jahres 2022 wurden bei Bedarf weitere unterjährige externe Finanzierungen zur Deckung des Liquiditätsbedarfs bereitgestellt. Die Unternehmensfortführung der arko GmbH erscheint infolge der seit Juni 2021 bereits erfolgten Liquiditätszuführungen durch den Gesellschafter und aus dem Gesellschafterumfeld in Höhe von insgesamt EUR 12,380 Mio. sowie durch die erfolgten Mittelzuflüsse aus Fördermitteln (Überbrückungshilfe III und IV) für das Jahr 2022 sowie im folgenden Geschäftsjahr 2023 unter Berücksichtigung des aktuellen Finanzmittelbestands sowie der bis Ende 2023 reichenden Finanzplanung derzeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gesichert. Eine Überschuldung im Sinne von § 19 Abs. 2 InsO liegt nach Auffassung der Gesellschaft nicht vor. Wesentliche Unsicherheiten bestehen vor allem in der hohen Saisonabhängigkeit des Geschäftserfolgs der Gesellschaft und möglicherweise zurückkehrenden Corona-Beschränkungen sowie der möglichen negativen Auswirkungen des ausgebrochenen Ukraine-Kriegs auf Konsum und Konjunktur im Inland. Bedeutende Planverfehlungen in 2022 und 2023, insbesondere im Oster- und Weihnachtsgeschäft, könnten zu zusätzlichem bisher nicht gedecktem Liquiditätsbedarf für die Gesellschaft führen

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten gemäß § 255 Abs. 1 HGB bewertet und entsprechend ihrer voraussichtlichen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben.

Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 1 und 2 HGB und soweit abnutzbar, vermindert um in der Regel lineare Abschreibungen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Der Wechsel bei den in Vorjahren degressiv abgeschriebenen Wirtschaftsgütern zwischen degressiver und linearer Abschreibung erfolgt zum Zeitpunkt der höheren linearen Abschreibung. Abnutzbare bewegliche geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis EUR 150,00 werden im Zugangsjahr sofort als Aufwand erfasst.

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten gemäß § 255 Abs. 1 HGB oder zu fortgeführten Buchwerten bilanziert und, soweit notwendig, mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Die Bewertung der Vorräte erfolgte zu Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren Börsen- oder Marktpreisen unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips gemäß § 253 Abs. 4 HGB. Alle erkennbaren Mängel aufgrund latenter Lagerrisiken, verminderter Verwertbarkeit usw. werden durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände und die liquiden Mittel werden zu Nominalwerten angesetzt. Alle erkennbaren Risiken der Forderungen zum Bilanzstichtag sind durch angemessene Einzelwertberichtigungen berücksichtigt worden. Auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von 1 % gebildet.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten wurden unter Berücksichtigung von § 250 HGB für wesentliche Posten gebildet.

Das gezeichnete Kapital ist mit dem Nennwert bilanziert.

Rückstellungen für Pensionen wurden zum 31 12.2021 nicht mehr gebildet.

Bei der Bildung der sonstigen Rückstellungen wurde den erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag angemessen Rechnung getragen. Die Bewertung erfolgte zu dem Erfüllungsbetrag, welcher nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutschen Bundesbank zum Bilanzstichtag ermittelt wurde, abgezinst.

Die Verbindlichkeiten wurden jeweils mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Bei der Ermittlung der latenten Steuern wurden die temporären Differenzen zwischen den handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen sowie steuerliche Verlustvorträge zu Grunde gelegt. Die Bewertung der temporären Differenzen und der steuerlichen Verlustvorträge erfolgt mit dem für das Geschäftsjahr geltenden kombinierten Steuersatz für Körperschaft- und Gewerbesteuer von 31,50 % (Vorjahr: 31,50%).

Von dem Recht der Saldierung wurde Gebrauch gemacht, sodass die aktiven und passiven latenten Steuern verrechnet werden. Von dem Wahlrecht, einen Überhang der aktiven latenten Steuern in der Bilanz anzusetzen, wurde gemäß § 274 Abs. 1 S.2 HGB kein Gebrauch gemacht

III. Angaben zur Bilanz

Oie gesondert dargestellte Entwicklung des Anlagevermögens ist integraler Bestandteil des Anhangs.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr sämtlich eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 468 bestehen im Wesentlichen für den Personalbereich sowie Wiederherstellungsverpflichtungen von Mieträumen.

Die Laufzeiten der Verbindlichkeiten ergeben sich aus nachfolgendem Verbindlichkeitenspiegel:

davon mit einer Restlaufzeit (in Klammer Vorjahreswerte)
Gesamtbetrag
TEUR
bis zu 1 Jahr
TEUR
über 1 Jahr
TEUR
über 5 Jahre
TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3 3 0 0
(3) (3) (0) (0)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 281 261 0 0
(4.226) (4.226) (0) (0)
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 2.602 2.602 0 0
(1.698) (1.696) (0) (0)
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 6.592 0 6.592 0
(5.214) (5.214) (0) (0)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 8.491 6.491 2.000 0
(14.437) (14.437) (0) (0)
17.969 9.377 8.592 0
(25.578) (25.578) (0) (0)

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von insgesamt TEUR 3 beinhalten noch Restsalden aus Gebühren und ausstehenden Umbuchungen.

In den sonstigen Verbindlichkeiten werden Verbindlichkeiten aus Steuern von TEUR 136 (Vorjahr: TEUR 93) und Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit von TEUR 8 (Vorjahr: TEUR 31) ausgewiesen.

IV. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die nahezu ausschließlich im Inland erzielten Umsatzerlöse lassen sich wie folgt nach Tätigkeitsbereichen verteilen:

31.12.2021
TEUR
Eigene Filialen 9.459
DEPOT 4.421
Franchisenehmer 1.878
Verbundumsätze, sonstige 9.336
Summe 25.094

Periodenfremde Erträge/Aufwendungen

Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 24 (Ertrage aus der Auflösung von Rückstellungen) (VJ TEUR 30.866, i.W. Sanierungsgewinn und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen) ausgewiesen.

Außergewöhnliche Erträge/Aufwendungen

Die Umsetzung der im Insolvenzplan vom 2. August 2021 vorgesehenen Maßnahmen führte im vorherigen Rumpfgeschäftsjahr zu einer ertragswirksamen Ausbuchung von Verbindlichkeiten ("Planquote" in Höhe von 4,50 % an die nicht nachrangigen ungesicherten Insolvenzgläubiger) und Rückstellungen und einem damit verbundenen außergewöhnlichen Ertrag in Höhe von insgesamt EUR 33,883 Mio. ("Sanierungsgewinn").

V. Sonstige Angaben

Aufstellung des Anteilsbesitzes

Die arko GmbH ist an folgenden Gesellschaften unmittelbar mit mindestens 20 % beteiligt:

Höhe des Anteils am Kapital
%
Eigenkapital zum 31.12.2021
EUR
Ergebnis des Geschäftsjahres 2021
EUR
Grundstücksgesellschaft Wahlstedt G.m.b.H., Wahlstedt 100 117.087,99 -1.823.881,77
J. Eilles GmbH & Co. KG, Wahlstedt 100 132.252,53 261.582,02
J. Eilles Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH, Wahlstedt 100 24.763,60 -617,49

* Geschäftsjahr bei der J. Eilles GmbH & Co. KG = Rumpfgeschäftsjahr 01.10.2021 bis 31.12.2021

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und außerbilanzielle Geschäfte

Oie sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Darlehensverbindlichkeiten von TEUR 7.500 (Vj. TEUR 13.800) gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen zu marktüblichen Konditionen.

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen Eventualverbindlichkeiten aus Garantieerklärungen in zu vernachlässigender Höhe. Es handelt sich bei den Garantieerklärungen um Erklärungen der arko gegenüber der Investitionsbank Schleswig-Holstein zugunsten einzelner Franchisenehmer. Aufgrund der Erfahrungswerte mit den Franchisenehmern aus der Vergangenheit lässt sich eine Inanspruchnahme aus diesen Haftungsverhältnissen und Eventualverbindlichkeiten nicht ableiten. Sofern die arko GmbH in der Vergangenheit aus Garantieerklärungen in Anspruch genommen wurde, standen der Übernahme der Verbindlichkeiten i.d.R. entsprechende Übernahmen der besicherten Vermögensgegenstände gegenüber. Die entsprechenden Darlehensverpflichtungen sind weitestgehend getilgt.

Sonstige aus der Bilanz nicht ersichtliche finanzielle Verpflichtungen bestehen im Wesentlichen aus Mietverträgen für angemietete Betriebs-Gebäude und Vertriebs-Filialen. Die jährlichen Belastungen aus Miet-, Leasing- und Lizenzverträgen betrugen im Berichtszeitraum TEUR 875 (Vj. TEUR 1.609). Diese Verpflichtungen werden die Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft auch künftig in diesem Umfang belasten.

Arbeitnehmer

Die Zahl der im Geschäftsjahr durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer (einschließlich Auszubildender) ergibt sich wie folgt.

12.2021
Angestellte
in Wahlstedt 91
in Filialen 59
Teilzeitbeschäftigte 288
Geringfügig Beschäftigte 87
Lohnempfänger 0
525
Auszubildende 23
548

Honorar des Abschlussprüfers

Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers beträgt TEUR 35, ausschließlich für Abschlussprüfungsleistungen.

Konzernabschluss

Das Mutterunternehmen der arko GmbH ist zum 31. Dezember 2021 die DCG Deutsche Confiserie Group GmbH & Co. KG, Hannover (DCG). Die DCG erstellt einen Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021, in den die arko GmbH einbezogen wird.

Geschäftsführung

Geschäftsführer sind:

Herr Patrick G. Weber (CEO), Hamburg

Herr Oliver Schwabe, Linau (COO).

Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführer wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Nachtragsbericht - Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Abschluss des Geschäftsjahres

Im Insolvenzverfahren wurde die Liquidität der arko GmbH durch Zuführung von Masse-/Gesellschafterdarlehen gesichert.

Die Insolvenz wurde unter Begleitung der Anwälte Dr. Rainer Eckert aus Hannover (Eigenverwaltung) und Dr. Tjark Thies aus Hamburg (Sachwaltung) am 01.06.2021 eröffnet und nach Zustimmung zum Insolvenzplan am 02.08.2021 durch die Gläubiger der Gesellschaft und erfolgreicher Sanierung am 04.10.2021 durch das Amtsgericht Norderstedt wieder aufgehoben.

Die Finanzierung der aktuellen Entwicklung und die Refinanzierung des Warenbestandes für die Weihnachtssaison wurden durch den Gesellschafter sichergestellt, der seit Juni 2021 Finanzierungsmittel von insgesamt EUR 12,380 Mio. bereitgestellt hat.

Die Liquidität der Gesellschaft im aktuellen Geschäftsjahr 2022 sowie im folgenden Geschäftsjahr 2023 erscheint aufgrund der gewährten Darlehen und erfolgten Mittelzuflüsse aus Fördermitteln (Überbrückungshilfe III und IV) unter Berücksichtigung des aktuellen Finanzmittelbestands sowie der bis Ende 2023 reichenden Finanzplanung derzeit gesichert Aus den bestehenden Planungsunsicherheiten im Hinblick auf bestehende und evtl. neue Corona-Beschränkungen und die möglichen negativen Auswirkungen des ausgebrochenen Ukraine-Kriegs auf Konsum und Konjunktur im Inland könnten sich aber erneut bestandsgefährdende Risiken für die arko GmbH ergeben.

 

Wahlstedt, den 15. November 2022

Patrick G. Weber, Geschäftsführer

Oliver Schwabe, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens zum 31.12.2021

(mit Vergleichszahlen des Vorjahres)

Historische Anschaffungskosten
Stand 01.10.2021
Euro
Zugänge
Euro
Umbuchungen
Euro
Abgänge
Euro
Stand 31.12.2021
Euro
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
-, entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werte 5.750.232,02 0,00 0,00 0,00 5.750.232,02
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 5.750.232,02 0,00 0,00 0,00 5.750.232,02
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.942.436,26 0,00 0,00 0,00 3.942.436,26
2. technische Anlagen und Maschinen 359.643,19 0,00 0,00 0,00 359.643,19
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 13.892.993,14 11.944,00 0,00 99.558,40 13.805.378,74
4. geleistete Anzahlungen 53.829,97 9.290,65 0,00 0,00 63.120,62
Summe Sachanlagen 18.248.902,56 21.234,65 0,00 99.558,40 18.170.578,81
III. Finanzanlagen
-, Anteile an verbundenen Unternehmen 1.467.898,54 0,00 0,00 0,00 1.467.898,54
Summe Finanzanlagen 1.467.898,54 0,00 0,00 0,00 1.467.898,54
Summe Anlagevermögen 25.467.033,12 21.234,65 0,00 99.558,40 25.388.709,37
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.10.2021
Euro
Zugänge
Euro
Abgänge
Euro
Stand 31.12.2021
Euro
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
-, entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werte 3.372.140,02 94.094,00 0,00 3.466.234,02
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 3.372.140,02 94.094,00 0,00 3.466.234,02
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.513.578,26 30.908,00 0,00 3.544.486,26
2. technische Anlagen und Maschinen 326.448,19 1.363,00 0,00 327.811,19
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.632.299,82 149.985,26 45.867,40 12.736.417,68
4. geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 16.472.326,27 182.256,26 45.867,40 16.608.715,13
III. Finanzanlagen
-, Anteile an verbundenen Unternehmen 448.968,97 0,00 0,00 448.968,97
Summe Finanzanlagen 448.968,97 0,00 0,00 448.968,97
Summe Anlagevermögen 20.293.435,26 276.350,26 45.867,40 20.523.918,12
Buchwerte
Stand 31.11.2021
Euro
Stand 30.09.2021
Euro
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
-, entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werte 2.283.998,00 2.378.092,00
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 2.283.998,00 2.378.092,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 397.950,00 428.858,00
2. technische Anlagen und Maschinen 31.832,00 33.195,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.068.961,06 1.260.693,32
4. geleistete Anzahlungen 63.120,62 53.829,97
Summe Sachanlagen 1.561.863,68 1.776.576,29
III. Finanzanlagen
-, Anteile an verbundenen Unternehmen 1.018.929,57 1.018.929,57
Summe Finanzanlagen 1.018.929,57 1.018.929,57
Summe Anlagevermögen 4.864.791,25 5.173.597,86

Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2021

1. Grundlagen der Gesellschaft

2. Geschäft und Rahmenbedingungen

3. Geschäftsverlauf

4. Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage

4.1. Ertragslage

4.2. Finanzlage

4.3. Vermögenslage

5. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

6. Risiken und Chancen der künftigen Entwicklung

6.1. Allgemeiner Teil

6.2. Risikobericht

6.2.1. Risiken der Ertragslage

6.2.2. Risiken der Finanzierungs- und Liquiditätslage

6.2.3. Informationstechnologische Risiken

6.3. Chancenbericht

6.4. Gesamtaussage

7. Erklärung zur Unternehmensführung

8. Prognose und Ausblick

1. Grundlagen der Gesellschaft

Firma arko GmbH
Anschrift und Telefon arko GmbH | Dr.-Hermann-Lindrath-Straße 28 | 23812 Wahlstedt
Rechtsform GmbH
Gesellschafter DCG Deutsche Confiserie Group GmbH & Co. KG, Hannover (100%)
Geschäftsführung Herr Patrick G. Weber (CEO)
Herr Oliver Schwabe (COO)
Gründungsdatum 1948
Website www.arko.de
Handelsregister und Ort Amtsgericht Kiel, Abteilung B Nr. 22 SE
Unternehmensgegenstand Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung und der Vertrieb von Konsumgütern aller Art lt. § 3 des Gesellschaftsvertrages
Branche Die arko GmbH ist Händler von Gebäck- und Süßwaren sowie Kaffee und Tee mit eigenem Filialvertrieb.
Betriebsstätten Die arko GmbH agiert (Werte 2021) mit 101 eigenen Filialen und 42 Franchisefilialen an unterschiedlichen Standorten. Ferner sind mehr als 3.400 Depots etabliert. Abgerundet wird der Vertrieb durch einen Internetshop.
Anzahl Mitarbeiter 548 Mitarbeiter (nach Köpfen zum Stichtag 31.12.2021)
Geschäftsjahr Kalenderjahr

arko wurde 1948 als "Arbeitsgemeinschaft für den Vertrieb von Konsumgütern" in Wahlstedt, Holstein, gegründet und gehört zu den führenden deutschen Fachhändlern für feine Confiserie. Neben dem klassischen, stationären Einzelhandel ist arko ebenfalls in den Geschäftsbereichen Depotvertrieb und Online-Shop aktiv.

arko verfügt insbesondere in Nord- und Ostdeutschland mit 143 Standorten zum 31. Dezember 2021 über ein dichtes Filialnetz, welche als eigene Filialen (101) oder als Franchise-Filialen (42) geführt werden.

Die Produkte von arko werden ferner über externe Handelsagenturen in ca. 3.400 Outlets (sog. "Depots") des klassischen Lebensmitteleinzelhandels vertrieben.

Die wichtigsten Produktgruppen betreffen nach Umsatzanteilen die Sortimente Praline, Kaffee, Gebäck, Schokolade und Süßwaren, welche in Summe rd. 90% des Umsatzes repräsentieren. Ergänzt werden diese durch ein Angebot aus den Bereichen Tee, Sekt/Wein/Spirituosen sowie Non-Food.

Die arko GmbH befand sich am 31. Dezember 2021 zu 100% im Eigentum der DCG Deutsche Confiserie Group GmbH & Co. KG, Hannover.

100%iges Tochterunternehmen der arko GmbH ist das Handelsunternehmen J. Eilles GmbH & Co. KG mit 17 Fachhandelsgeschäften und rund 90 Mitarbeitern, vornehmlich in Bayern.

Zum Unternehmensverbund der DCG Deutsche Confiserie Group GmbH & Co. KG gehört außerdem die Hussel GmbH mit Sitz in Wahlstedt (vormals: Hagen). Die DCG Deutsche Confiserie Group GmbH & Co. KG hielt zum 31. Dezember 2021 100% der Anteile an der Hussel GmbH.

2. Geschäft und Rahmenbedingungen

Wirtschaftliche Entwicklung Deutschland im Kalenderjahr 2021

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2021 nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 2,7 % höher als im Jahr 2020 (kalenderbereinigt). Die konjunkturelle Entwicklung war dennoch auch im Jahr 2021 stark abhängig vom Corona-Infektionsgeschehen und den damit einhergehenden Schutzmaßnahmen. Trotz der andauernden Pandemiesituation und zunehmender Liefer- und Materialengpässe konnte sich die deutsche Wirtschaft nach dem Einbruch im Vorjahr erholen, wenngleich die Wirtschaftsleistung das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht hat.

Im Vergleich zum Jahr 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2021 noch um 2,0 % niedriger.

Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahresdurchschnitt 2021 von 44,9 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht.

Das waren etwa genauso viele Erwerbstätige wie im Vorjahr. Allerdings arbeiteten viele Erwerbstätige nun in anderen Wirtschaftsbereichen oder anderen Beschäftigungsverhältnissen als zuvor.

Beschäftigungsgewinne gab es im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung. Gesundheit (+2,2 %), im Bereich Information und Kommunikation (+2,4 %) sowie im Baugewerbe (+1,2 %). Dagegen kam es im Handel, Verkehr und Gastgewerbe wie schon im Jahr zuvor zu Beschäftigungsverlusten (-1,8 %). Die Zahl geringfügig Beschäftigter und Selbstständiger nahm 2021 weiter ab, während mehr Erwerbstätige sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren.

3. Geschäftsverlauf

Die arko GmbH erzielte in der Periode vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2021 Netto-Umsatzerlöse i.H. von TEUR 25.094 nach TEUR 14.348 in der Vorperiode. Eine Vergleichbarkeit der Zahlen zwischen dem Berichtszeitraum 01.10.2021 bis 31.12.2021 und der Vorperiode 01.06. bis 30.09.2021 ist insbesondere aufgrund des Weihnachtsgeschäfts im IV. Quartal 2021 nur eingeschränkt gegeben.

Das Tochterunternehmen J. Eilles GmbH & Co. KG konnte im Zeitraum 01.10.2021 bis 31.12.2021 einen Umsatz von TEUR 2.179 (Vj. TEUR 1.147) bei einem Jahresüberschuss von TEUR 262 (Vj. TEUR 6.176) erwirtschaften. Auch hier gilt hinsichtlich der Vergleichbarkeit, dass diese aufgrund der Insolvenzsituation in der Vorperiode sowie des Weihnachtsgeschäfts im IV. Quartal 2021 nur eingeschränkt gegeben ist.

Die arko GmbH verzeichnete bereits in dem Zeitraum vom 01.01. bis 31.12.2020 in Folge der Covid-19-Pandemie massive Umsatzverluste von insgesamt > EUR 10 Mio., was letztlich dazu führte, dass die Geschäftsführung am 15.01.2021 beim Amtsgericht Norderstedt einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung (Corona-Schutzschirmverfahren) gestellt hat, dem am 18.01.2021 stattgegeben wurde.

Mit der Bestätigung der vorläufigen Insolvenz durch das Amtsgericht Norderstedt wurden zum einen Sofortmaßnahmen in die Wege geleitet und die beabsichtigte Sanierung vorbereitet.

So wurde von der Geschäftsleitung gemeinsam mit deren Anwälten und Sachwalter entschieden, die Filialen der arko GmbH im Zeitraum 25.01.2021 bis 28.02.2021 zu schließen und einen "Winterschlaf" anzuordnen. Durch diese Maßnahme konnte die Belegschaft der arko GmbH zu weiten Teilen in Kurzarbeit geschickt, die vorhandene Liquidität in diesem Zeitraum gesichert und Zeit gewonnen werden, um Sanierungsmaßnahmen vorzubereiten.

siehe weiterführende Ausführungen unter "8. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag / Prognose und Ausblick"

Das erste Quartal nach Insolvenzende war unverändert begleitet von den Nachwehen der Insolvenz (eingeschränkte Warenverfügbarkeit, aufgrund unsicherer Lieferanten), sowie den Auswirkungen der anhaltenden COV19-Pandemie (verunsicherte Konsumenten und gestörte Lieferketten). Ungeachtet dessen konnte die Gesellschaft das erste Quartal nach Insolvenzende mit einem Ertrag abschließen.

4. Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage

4.1. Ertragslage

in TEUR arko GmbH 01.10. bis 31.12.2021 arko GmbH 01.06. bis 30.09.2021
Umsatzerlöse 25.093 14.348
Materialaufwand -16.202 -8.964
Personalaufwand -3.547 -4.142
Sonstiger Betriebsaufwand -3.547 -6.896
Übrige betriebliche Erträge (incl. Eigenleistungen ohne außergewöhnliche Erträge) 1.407 729
Steuern (ohne Ertragsteuern) -1 -1
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 3.203 -4.925
Abschreibungen -276 -371
Betriebsergebnis (EBIT) 2.927 -5.296
Betriebsergebnis in % des Umsatzes 11,7 -36,9
Außergewöhnliche Erträge/Aufwendungen 0 33.883
Übriges Beteiligungs- und Finanzergebnis -371 -269
Ergebnis vor Ertragsteuern 2.556 28.318
Nettoergebnis in % des Umsatzes 10,2 +197
Ertragsteuern -805 -1
Jahresergebnis 1.751 28.317
Jahresergebnis in % des Umsatzes 7,0 +197,4

Die Umsatzerlöse der arko GmbH im Zeitraum 01.10.2021 bis 31.122021 beliefen sich auf TEUR 25.093 (01.06. bis 30.09.2021: TEUR 14.348). Hierin enthalten sind rd. TEUR 7.675 InterCompany-Umsätze aus Warentransfer zur Tochtergesellschaft J. Eilles GmbH & Co. KG und zur Schwestergesellschaft Hussel GmbH.

Die Anzahl der Standorte der arko GmbH lag per 31.12.2021 bei 143 Standorten (30.09.2021;. 143). Davon wurden unverändert 101 Standorte als eigene Filialen geführt und 42 Filialen als Franchisefilialen.

Der Materialaufwand liegt im Zeitraum von 01. Oktober 2021 bis 31. Dezember 2021 im Verhältnis zum Umsatz bei 64,6 % (Vj. 62,5 %). Bereinigt um die Intercompany-Umsätze beträgt die Wareneinsatzquote 49,0%.

Die Personalaufwendungen im Berichtszeitraum lagen mit EUR 3,5 Mio. (Vj EUR 4,1 Mio.) unter Vorjahresniveau.

Das um außergewöhnliche Effekte bereinigte Betriebsergebnis vor Abschreibungen, Zinsen, Steuern und Verlustübernahme (EBITDA) beläuft sich im Berichtszeitraum auf EUR 3,2 Mio. (VJ. EUR -4,9 Mio.).

Die Abschreibungen liegen mit EUR 0,3 Mio. (hochgerechnet EUR 1,2 Mio.) auf konstantem Niveau ggü. dem vorherigen Berichtszeitraum.

Das bereinigte Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Verlustübernahme (EBIT) im Berichtszeitraum betrug EUR 2,9 Mio. gegenüber EUR -4,9 Mio. im Vorjahr.

Nach einem positiven Jahresergebnis von EUR 28,3 Mio. - geprägt durch Sanierungsgewinne - im vorherigen Berichtszeitraum, stellte sich im Berichtszeitraum ein positives Ergebnis in Höhe von EUR 1,75 Mio. ein.

4.2. Vermögens- und Finanzlage

In TEUR arko GmbH 31.12.2021 arko GmbH 30.09.2021
Vermögen
Anlagevermögen 4.865 5.173
Vorräte 6.216 10.911
Forderungen 6.255 6.039
Flüssige Mittel 2.613 2.999
Übrige Aktiva 318 283
20.268 25.406
Kapital
Eigenkapital 1.026 -725
Rückstellungen 1.273 553
Verbindlichkeiten 17.969 25.578
20.268 25.406

Das Anlagevermögen hat sich im Wesentlichen durch planmäßige Abschreibungen um TEUR 308 auf TEUR 4.865 reduziert.

Das Vorratsvermögen ist mit EUR 6,2 Mio. um EUR 4,7 Mio. ggü. der Vorperiode gesunken, da zum 30.9.2021 die Bevorratung für das anstehende Weihnachtsgeschäfts saisonbedingt zu entsprechend höheren Beständen geführt hat.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Vorjahresstichtagsvergleich von EUR 2,4 Mio. auf EUR 2,8 Mio. gestiegen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben sich auf EUR 1,5 Mio. (VJ EUR 1,9 Mio.) reduziert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen belaufen sich zum 31. Dezember 2021 auf EUR 2,6 Mio. (Vj. EUR 1,7 Mio.) und betreffen Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen der Schwester- bzw. Tochtergesellschaften J. Eilles GmbH & Co. KG und Hussel GmbH.

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 8,5 Mio. (Vj. EUR 14,4 Mio.) betreffen insbesondere kurz- und mittelfristige Darlehensverbindlichkeiten aus dem Gesellschafterumfeld. Der Posten enthält außerdem die Verbindlichkeiten aus dem Mietkauf der Kassensysteme und des ERP-Systems sowie Verbindlichkeiten aus Steuern.

5. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Als wesentliche Leistungsindikatoren werden zur Steuerung des Unternehmens die Liquiditäts- und Cash-Flow Entwicklung sowie das EBITDA herangezogen. Umsätze, die Warenbewegungen und die Liquidität werden arbeitstäglich verfolgt. Mit Hilfe der neuen Systemlandschaft der arko wurde ein Berichtswesen aufgebaut, das einen monatlichen Überblick zur Unternehmensentwicklung und je Geschäftseinheit / Segment erlaubt. Zur Steuerung des Filialnetzes werden monatliche Deckungsbeiträge je Standort analysiert.

Als wesentliche nichtfinanzielle Leistungsindikatoren sind Kunden- und Lieferantenbeziehungen, Produktqualität, Umweltaspekte sowie Produktfortentwicklungen zentrale Bestandteile der Unternehmenssteuerung zu nennen.

6. Risiken und Chancen der künftigen Entwicklung

Das frühzeitige Erkennen möglicher Geschäftsrisiken ist eine wesentliche Voraussetzung für das rechtzeitige Ergreifen notwendiger Gegenmaßnahmen. Ein wirkungsvolles Chancen- und Risikomanagementsystem ist daher ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensführung.

In regelmäßigen Zusammenkünften der Geschäftsleitung - bestehend aus den Geschäftsführern und den Prokuristen - und der Abteilungsleiter werden sowohl Chancen als auch Risiken identifiziert und bewertet. Entsprechend der Risikoeinschätzung werden geeignete Vorsorgemaßnahmen zur Abwendung des Risikofalls festgelegt. Die Absicherung der Risiken wird dabei stets auch unter Berücksichtigung des wirtschaftlich sinnvollen Einsatzes vorgenommen.

Die sich für unser Geschäft ergebenden Chancen und Risiken wurden bewertet. Als wesentliche Einflussfaktoren für die zukünftige Entwicklung ergeben sich nachfolgend aufgeführte wesentliche Chancen und Risiken.

6.1. Allgemeiner Teil

Das Risikomanagement bei der arko GmbH ist ein wichtiger Bestandteil aller Entscheidungen. Grundlage dafür sind insbesondere die Managementstruktur sowie Planungs-, Berichts- und Informationssysteme. Ein Kernstück des Risikomanagements der arko GmbH ist ein internes Berichtswesen, das ein entsprechendes Controlling aller wirtschaftlich relevanten Eckdaten ermöglicht und das bei Bedarf an aktuelle Herausforderungen angepasst wird. Für die Geschäftsleitung stellt ein unternehmensweites Berichts- und Kontrollsystem eine zeitnahe und sachgerechte Informationsbasis sicher. Darüber hinaus werden Chancen und Risiken aktualisiert, analysiert und bewertet.

Grundlage des Risikomanagement-Systems von arko ist die Identifikation und Bewertung unterschiedlichster Risikoarten und Risikoquellen. Die Identifikation und Bewertung von Risiken erfolgt mit Hilfe von Berichts- und Controlling-Instrumenten. Abweichungen von langfristigen Vorgaben werden durch entsprechende Analysen im Rahmen der Jahresplanung und des monatlichen Berichtswesens festgestellt und analysiert. Das monatliche Berichtswesen dient als Entscheidungshilfe für mögliche kurzfristige und flexible Korrekturmaßnahmen.

Für mögliche Haftungsrisiken und Schadensfälle sind überwiegend Versicherungen abgeschlossen. Damit ist sichergestellt, dass sich die im Unternehmen verbleibenden Risiken in Grenzen halten und dass Schadensfälle keine existenzbedrohenden Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben.

6.2 Risikobericht

Der Fokus des Risikomanagements liegt auf branchenspezifischen Risiken und der angemessenen Liquiditätsausstattung.

Bereits seit mehreren Jahren ist die arko GmbH vom sich verändernden Konsumverhalten und veränderten Marktbedingungen betroffen und hat demzufolge mit sinkenden Umsatzerlösen und geringeren Deckungsbeiträgen zu kämpfen.

6.2.1 Risiken der Ertragslage

Veränderungen des Konsumverhaltens, insbesondere sich ändernde Ansprüche des Kunden, stellen unverändert das bedeutendste Risiko für arko dar. Um diese Veränderungen so früh wie möglich berücksichtigten zu können, wird der Vertrieb - der im permanenten Kundenkontakt steht - bei allen wesentlichen Sortimentsentscheidungen beteiligt.

Daneben bietet der Wandel von traditionellen Vertriebsformen hin zu internetbasiertem Handel sowohl Chancen als auch Risiken. In den Jahren 2020/2021 ist - coronabedingt - insbesondere der onlinebasierte Handelt überproportional gewachsen.

Um attraktive und zeitgemäße Sortimente zu gewährleisten, unterhält arko Geschäftsbeziehungen zu einer Vielzahl ausgewählter Lieferanten und Hersteller.

Neben dem für ein Handelsunternehmen üblichen Absatzrisiko bestehen darüber hinaus Risiken auf der Beschaffungsseite aus der notwendigen Saisonfinanzierung, die sich auf die Ertragslage wesentlich auswirken könnten. Besonderes Augenmerk liegt auf dem traditionellen Weihnachtsgeschäft, das als wesentlicher Indikator für die Umsatzentwicklung gilt. Risiken bestehen vor allem aus Warenabschriften auf Saisonware sowie Umsatzverlusten, die sich aus Lieferverzögerungen ergeben könnten.

6.2.2 Risiken der Finanzierungs- und Liquiditätslage

Im kurzfristigen Bereich finanziert sich die Gesellschaft überwiegend über den Cashflow oder Darlehen des Gesellschafters. Ziel des Finanz- und Risikomanagements der arko ist, die Sicherung des Unternehmenserfolgs gegen finanzielle Risiken jeglicher Art abzusichern. Soweit bei finanziellen Vermögenswerten Ausfall- und Bonitätsrisiken erkennbar sind, werden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen. Darüber hinaus sind erkennbare Risiken im Zusammenhang mit bestehenden Verpflichtungen durch entsprechende Rückstellung abgesichert.

Aufgrund der bereits vorstehend unter 3. Geschäftsverlauf beschriebenen Geschäftsentwicklung im Jahr 2020 und insbesondere im Weihnachtgeschäft wurde am 15.01.2021 beim Amtsgericht Norderstedt einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung (Corona-Schutzschirmverfahren) gestellt, dem am 18.01.2021 stattgegeben wurde. Am 01.06.2021 wurde durch das Amtsgericht Norderstedt (Insolvenzgericht) - unter Begleitung der Anwälte Dr. Rainer Eckert aus Hannover (Eigenverwaltung) und Dr. Tjark Thies aus Hamburg (Sachwaltung) - die Insolvenz in Eigenverwaltung eröffnet.

 

Siehe weiterführende Ausführungen unter "8. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag / Prognose und Ausblick"

6.2.3. Informationstechnologische Risiken

Die zunehmende Integration der IT-Systeme in die Geschäftsprozesse, von der elektronischen Bestellung bis hin zur Verkaufsabwicklung in ansprechenden Web-Shops, erhöht die Anforderungen an die IT. Die Abhängigkeit von der Verfügbarkeit, der Qualität der Daten und eines reibungslosen Starts aller aktuellen IT-Projekte stellt somit ein wachsendes Risikopotenzial dar.

6.3. Chancenbericht

Das Chancenmanagement der arko umfasst den systematischen Umgang mit Chancen und Potenzialen im Unternehmen. Es werden Chancen aus relevanten Markttrends systematisch aufbereitet und ganzheitlich diskutiert. Die hohen Qualitätsansprüche setzen wir durch Qualitätskontrollen in den eigenen internen Wareneingangskontrollen durch. Durch die stetige Veränderung des Filialauftritts ist man strategisch stärker aufgestellt und wird in der Lage sein, mittelfristig weitere Umsatzchancen zu generieren. In dem Ausbau alternativer Vertriebskanäle (Depot und eCommerce), der Optimierung der Logistik sowie dem Ausbau des Online-Marketings und von Multi-Channel-Maßnahmen wird weiteres Potenzial gesehen. Darüber hinaus werden aus in den letzten Geschäftsjahren umgesetzten Wertsteigerungsprojekten weitere Chancen für mittelfristiges Umsatzwachstum und Ertragssteigerungen erwartet.

6.4. Gesamtaussage

Die arko ist im Rahmen ihrer unternehmerischen Tätigkeit einer Vielzahl von Chancen und Risiken ausgesetzt. Unternehmerisches Handeln bedeutet stets, Chancen zu nutzen und die damit verbundenen Risiken frühzeitig zu erkennen und zu kontrollieren. Das Risikomanagement ist darauf ausgerichtet, Gefahren für Vermögen, Ertrag oder Liquidität frühestmöglich zu erkennen, um angemessene und wirksame Maßnahmen zur Risikobewältigung oder-Vermeidung zu treffen.

Bereits Ende 2018/Anfang 2019 wurde durch die Geschäftsführung ein umfassendes Maßnahmen-Programm erarbeitet und in die Wege geleitet. Aufgrund des Zukaufs der Hussel durch die Deutsche Confiserie Holding (vormals arko Holding) sind diese Maßnahmen in eine 3-Jahresplanung der Gruppe überführt worden und zu einem umfassenden Restrukturierungsprogramm zusammengeführt worden. Hauptzielsetzung des Programms war die schnelle Wiederherstellung einer positiven, operativen Ertragskraft innerhalb der Geschäftsjahre ab 2020 zu erreichen.

An der Hauptzielsetzung hält die Geschäftsführung trotz der coronabedingten Insolvenz der Gesellschaft und Ihrer Schwester-/Tochterunternehmen Hussel GmbH und J. Eilles GmbH & Co. KG fest. Die gesamte Unternehmensgruppe hat sich neu aufgestellt, das Filialnetz weiter bereinigt und sieht sich mit einem stark veränderten Kostengerüst für die Bewältigung der künftigen Risiken gut gerüstet.

7. Erklärung zur Unternehmensführung

Die Geschäftsführung ist mit zwei männlichen Geschäftsführern besetzt. Die Gesellschafter beabsichtigen keine Zielvorgaben für den Frauenanteil in der Geschäftsführung. Die zweite Führungsebene der arko GmbH, die aus zwei Frauen und zwei Männern besteht, wird bis zum 30. Juni 2023 weiterhin mit mindestens zwei Frauen besetzt sein. In der dritten Führungsebene der arko GmbH, die aus drei Frauen und fünf Männern besteht, wird die Frauenquote bis zum 30. Juni 2023 weiterhin bei über 25 % gehalten.

8. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag / Prognose und Ausblick

Nach Zustimmung zum Insolvenzplan am 02.08.2021 durch die Gläubiger der Gesellschaft und erfolgreicher Sanierung wurde die Insolvenz am 04.10.2021 durch das Amtsgericht Norderstedt wieder aufgehoben.

Die Sanierung der Gesellschaft umfasste folgende Aspekte:

Schließung von 23 Filialstandorten

Abbau von rd. 120 MitarbeiterInnen

Entschuldung gegenüber

Lieferanten

Kostenkreditoren

Finanzämtern & Kommunen (Steuern, Abgaben)

der Agentur für Arbeit (Insolvenzausfallgeld)

Vermietern

Sozialversicherungsträgern

Wegfall von Pensionsrückstellungen

Wegfall/Schuldenerlass von Darlehensverbindlichkeiten

Trotz anhaltender pandemischer Gegenmaßnahmen und spürbarer Zurückhaltung der Konsumenten, konnte die Gesellschaft im letzten Quartal 2021 (erstes Quartal nach Insolvenzende) ein vorläufiges positives Betriebsergebnis (EBITDA) von EUR 3,2 Mio. inkl. staatlicher Zuwendungen aus Überbrückungshilfe III Plus iHv. EUR 0,9 Mio. erwirtschaften.

In der Planung für das Jahr 2022 wurde ursprünglich ein Umsatz von EUR 51,0 Mio. und ein EBITDA von EUR 3,0 Mio. angenommen.

Der Verlauf des Jahres 2022 zeigt zum einen "coronabedingt" unverändert spürbare Auswirkungen auf das Kaufverhalten, was zudem zusätzlich gedrosselt wird durch die Überlagerung des Konfliktes in der Ukraine und der seit März 2022 damit einhergehenden Inflation und Preissteigerung im Bereich sämtlicher Kosten des täglichen Lebens.

Unverändert sind an einzelnen Standorten bis zu 35% weniger Kunden in den Läden der Gesellschaft zu verzeichnen als vor der Pandemie (Vergleichswert 2019). Das Depotgeschäft erweist sich unverändert als stabile Säule und wird in 2022 einzig durch gestörte Lieferketten belastet.

Per Ende Oktober 2022 erzielte die Gesellschaft einen Jahresfehlbetrag in Höhe von knapp 3,0 Mio. €. Daher erwartet die Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2022 insgesamt ein gegenüber dem ursprünglichen Planwert deutlich schlechteres Ergebnis, dessen tatsächliche Höhe noch wesentlich von dem Verlauf des Weihnachtsgeschäftes in den letzten 6 Wochen vor Heiligabend abhängt.

Ungeachtet dessen zeigt sich das Unternehmen aus heutiger Sicht "stabil" finanziert.

Die Finanzierung der aktuellen Entwicklung und die Refinanzierung des Warenbestandes für die Weihnachtssaison wird durch Darlehen des neuen Gesellschafters DCG Deutsche Confiserie Group GmbH & Co. KG (DCG) sichergestellt. Diese hat der arko GmbH seit dem 01.06.2021 insgesamt Finanzierungsmitte! von EUR 12,4 Mio. bereitgestellt.

Die Liquidität der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2022 und darüber hinaus erscheint aufgrund der gewährten Darlehen und der erhaltenen Mittelzuflüsse aus Fördermitteln gesichert.

Auf Basis der aktuellen Liquiditätsplanungen für das restliche Kalenderjahr 2022 und 2023 kann der Liquiditätsbedarf der Gesellschaft bis Ende 2023 ohne zusätzliche externe Finanzierungsmaßnahmen gedeckt werden. Die Geschäftsleitung erwartet für 2023 ein sich leicht erholendes Marktumfeld trotz verbleibender Risiken aus der andauernden Inflationssituation in Deutschland. Die inflationsbedingte Kaufzurückhaltung zeigt sich vor allem nebensaisonal im Bereich des "Eigenverzehrs". Hier beabsichtigt das Unternehmen, verstärkt auf Impulsprodukte zu setzen und über Marketingaktivitäten mehr Anlässe zu schaffen, bzw. mehr Anlässe durch Ansprache und ein konkretes Angebot zu adressieren. Auf die bestehenden Planungsunsicherheiten im Hinblick auf mögliche neue Corona-Beschränkungen und Auswirkungen der gegenwärtigen Inflation wird hingewiesen. Diese führten bereits 2022 zu deutlichen Frequenzrückgängen gegenüber den Planerwartungen. Bei weiteren Planverfehlungen insbesondere im Zeitraum der Saisonhöhepunkte Weihnachtsgeschäft 2022 sowie Oster- und Weihnachtsgeschäft 2023 infolge der Corona-Pandemie oder von weiteren negativen Auswirkungen des ausgebrochenen Ukraine-Kriegs auf Konsum und Konjunktur im Inland könnten sich erneut bestandsgefährdende Risiken für die arko GmbH ergeben.

 

Wahlstedt, 19. November 2022

Patrick G. Weber, CEO

Oliver Schwabe, COO

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die arko GmbH, Wahlstedt

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der arko GmbH, Wahlstedt, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der arko GmbH, Wahlstedt, für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen 8elangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Darstellung zur Unternehmensfortführung in Abschnitt II. des Anhangs und auf die Darstellung der bestandsgefährdenden Liquiditätsrisiken in dem Abschnitt "Nachtragsbericht" des Anhangs sowie in Abschnitt 8. des Lageberichts. In diesen Abschnitten beschreiben die gesetzlichen Vertreter, dass der Gesellschafter der Unternehmensgruppe, nach einem im Zeitraum Januar bis Anfang Oktober 2021 durchlaufenen Corona-Schutzschirm- bzw. Insolvenzverfahren, ab Sommer 2021 die Liquidität der arko GmbH mit substanziellen Mittelzuführungen über Gesellschafterdarlehen gewährleistet hat. Die andauernde Corona-Pandemie führte im Weihnachtsgeschäft 2021 und den ersten zehn Monaten des Geschäftsjahres 2022 zu einer deutlichen Unterschreitung der ursprünglichen Ergebniserwartung. Auf Basis der aktuellen Unternehmensplanung für die Jahre 2022 und 2023 erscheint die Aufrechterhaltung der Liquidität der Gesellschaft in diesem Zeitraum mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gesichert. Eine Überschuldung im Sinne von § 19 Abs. 2 InsO liegt daher nach Auffassung der Gesellschaft nicht vor. Über die üblichen Unwägbarkeiten der Planung hinaus besteht eine hohe Saisonabhängigkeit des Geschäftserfolgs der Gesellschaft vom Oster- und Weihnachtsgeschäft, so dass bedeutende Planverfehlungen bis Ende 2023 zu zusätzlichem bisher nicht gedecktem Liquiditätsbedarf für die Gesellschaft führen könnten. Hierdurch könnten sich erneut bestandsgefährdende Risiken für die arko GmbH ergeben.

Diese Ereignisse und Gegebenheiten zeigen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) als nicht inhaltlich geprüften Bestandteil des Lageberichts.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

 

Finnentrop, 25. November 2022

TREUHAND UND REVISIONSGESELLSCHAFT mbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Dipl.-Kfm. Andreas Bölker, Wirtschaftsprüfer

Angaben zur Feststellung

Der Jahresabschluss wurde am 30. November 2022 festgestellt.

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