Novilio GmbH
Selbe AdresseUnternehmensberatung
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Ramin Fabian Amini seit 24.4.2026 | Geschäftsführer |
Sven Jürgen Völlmer seit 21.1.2026 | Geschäftsführer |
André Schwämmlein seit 26.9.2022 | Geschäftsführer |
Matthias Müller seit 27.5.2020 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Flix SEMünchenJahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT für das Geschäftsjahr 2022der FlixMobility GmbH (am 18.03.2022 Rechtsformwechsel in FlixMobility AG, am 06.04.2022 Rechtsformwechsel in FlixMobility SE und am 12.04.2022 Umfirmierung in Flix SE), München1. Grundlagen des Unternehmens und des Konzerns 1.1 Geschäftsmodell des Unternehmens und des Konzerns Geschäftsmodell Unsere Vision ist, smarte und nachhaltige Mobilität für alle zu ermöglichen, die die Welt entdecken wollen. Seit der Gründung im Jahr 2012 hat Flix mit seinen Marken FlixBus und FlixTrain für Millionen von Menschen die Art zu Reisen verändert. In lediglich zehn Jahren hat Flix das größte europaweite Fernbusnetzwerk geschaffen und ist durch die Übernahmen von Kamil Koc und Greyhound auch Marktführer in der Türkei und Nordamerika. Das Geschäftsmodell basiert auf der Digitalisierung eines traditionellen Verkehrsmittels, wobei sich Flix auf die Entwicklung der Technologie, die Netzwerkplanung, Marketing- und Vertrieb, Qualitätsmanagement, Betriebssteuerung sowie die kontinuierliche Produktentwicklung konzentriert. Für den Betrieb selbst ist Flix enge Partnerschaften mit über 1.000 meist mittelständischen regionalen Busunternehmen eingegangen. 2018 hat Flix mit der Tochtermarke FlixTrain sein Angebot in Deutschland und Schweden (seit 2021) um Fernverbindungen auf der Schiene erweitert. Durch diesen einzigartigen Ansatz hat sich Flix als globale Marke für nachhaltige und zugleich preiswerte Mobilität im Fernverkehr etabliert. Der Einsatz von Bussen und mit ökostrom-betriebenen Zügen ist ein wesentlicher Beitrag, um Treibhausgasemissionen im Personenverkehr zu reduzieren. Durch die Kooperation mit Partnern aus Forschung und Industrie, soll langfristig eine vollständig CO 2 -neutrale Flotte etabliert werden. Der Erfolg von Flix beruht darauf, konsequent die Einfachheit des Reiseerlebnisses für den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Von der Online-Ticketbuchung über App oder Web, die große Auswahl an Zielen (über 5.000 im Jahr 2022), über die Möglichkeit Sitzplätze zu reservieren und Sperrgepäck zu transportieren, Wifi-Zugang und Stromanschlüsse in den Fahrzeugen - wir streben danach, unseren Kunden das zuverlässigste, umweltfreundlichste und zugleich günstigste Fernverkehrsangebot zu machen. Serviceleistungen wie die reibungslose und online-unterstützte Abwicklung von Umbuchungen und Kundenanfragen, ein automatisiertes Verspätungsmanagement und die Möglichkeit, die Bewegung des jeweiligen Fahrzeugs online live nachzuverfolgen sind weitere Vorteile, die dazu führten, dass 2022 weltweit über 60 Millionen Fahrgäste in einem unserer Busse oder Züge Platz genommen und ihr Ziel erreicht haben. Unseren regionalen Partnerunternehmen ermöglichen wir mit unserer Buchungsplattform und die Einbindung in unser Netzwerk den Zugang zu einem Markt, den sie als Einzelunternehmen sonst nicht oder nur begrenzt bedienen könnten. Die Wertschöpfung von Flix besteht darin, datenbasiert, saisonal-optimierte und nachfrageorientierte Fahrpläne zu entwerfen, Konzessionen hierfür bei der Vielzahl an zuständigen Behörden zu beantragen und ideale Preispunkte zu setzen. Durch das Prinzip der Umsatzteilung wird sichergestellt, dass die Interessen von Flix und den Partnerunternehmen abgestimmt sind, nämlich den Kunden das bestmögliche Produkt anzubieten. Über ein eigens entwickeltes Online-Portal stellt Flix den Partnerunternehmen wichtige Daten zu ihren Fahrten, Fahrern und dem Qualitätsmanagement zur Verfügung und kümmert sich mittels eines automatisierten Systems um die monatliche Abrechnung der Partner. Während Flix im europäischen Fernbusmarkt vollständig auf dieses Partnermodell setzt, kommen in der Türkei und Nordamerika auch eigen-betriebene Busse zum Einsatz. Im Rahmen der Akquisitionen von Kamil Koc und Greyhound wurden Busse, Fahrer sowie Betriebspersonal übernommen. Auch auf der Schiene führt FlixTrain einige Verbindungen in Eigenregie, indem sowohl Waggons als auch Lokomotiven angemietet und in Kooperation mit externen Dienstleistern betrieben werden. Über das sogenannte "Marketplace"-Modell bindet Flix zudem weitere Fernverkehrsunternehmen an seine Plattform an, so dass Kunden die Möglichkeit haben, direkt über Flix Tickets von Drittanbietern zu buchen. Die besondere Rolle von Flix begründet sich ganz wesentlich darauf, dass wir einen "digital-first" Ansatz verfolgen, bei dem alle Elemente der Wertschöpfung mit Hilfe von zum Großteil selbst-entwickelter Software optimiert werden. Unsere rund 280 IT-Mitarbeiter und Datenanalysten fokussieren sich auf die kontinuierliche Weiterentwicklung und Verbesserung des Kundenerlebnisses und der Leistungen für unsere Partner. Konzernstruktur Die Steuerung der Flix-Gruppe erfolgt durch die Muttergesellschaft Flix SE (am 18.03.2022 wurde die Vorgänger-Gesellschaft FlixMobility GmbH in die FlixMobility AG gewandelt, die am 06.04.2022 in die Rechtsform der FlixMobility SE wechselte und seit dem 12.04.2022 als Flix SE firmiert), in der alle übergeordneten Leitungsfunktionen gebündelt sind. Sitz der Gesellschaft ist München. Die Flix SE agiert grundsätzlich als Holding der Flix-Gruppe. Die operative Abwicklung des Geschäfts erfolgt durch die lokalen Tochtergesellschaften, die insbesondere für die Akquise und Betreuung der Partnerunternehmen sowie lokale Pressearbeit und die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden zuständig sind. Um die Landesgesellschaften in den Bereichen Kundenservice, Qualitätsmanagement, Schulung und Training sowie Betriebssteuerung zu unterstützen, wurde 2015 die FlixMobility Experience GmbH (FMX) mit Sitz in Berlin und Standorten in Zagreb und Paris gegründet. Mit dem gleichen Zweck wurde am 16.08.2022 zudem am Standort Warschau die Flix Global Services sp. z.o.o. gegründet, um dem wachsenden Geschäft Rechnung zu tragen. Die Software- und Technologie-Entwicklung erfolgt in den Tochtergesellschaften FlixMobility Tech GmbH (Tech) sowie FlixMobility TECH Ukraine LLC (Tech UA), welche IT,- und Entwicklungsleistungen für die Unternehmen der Flix-Gruppe erbringen. In Bulgarien wurde der Standort Sofia (Flix Bulgaria EOOD) weiter ausgebaut, der diverse Konzernfunktionen wie die operative Buchhaltung, Marketing, IT aber auch den Kundenservice unterstützt. Der Vorstand der Flix SE setzt sich aus drei Mitgliedern zusammen, denen die gemeinsame Verantwortung für die Steuerung des Konzerns obliegt. André Schwämmlein (CEO, Co-Gründer) ist für die operative Führung des Geschäfts, Strategie, sowie für die Bereiche Public Affairs und Kommunikation zuständig. Daniel Krauss (CIO, Co-Gründer) führt die Bereiche IT und Personal. Christoph Debus trat im März 2022 als Finanzvorstand (CFO) (im Handelsregister am 28.06.2022 eingetragen) in den Vorstand ein und verantwortet die Bereiche Finanzen, Einkauf, Recht, Compliance sowie Unternehmensentwicklung. Der Aufsichtsrat der Flix SE besteht aus 8 Mitgliedern. Er bestellt den Vorstand und berät und überwacht diesen bei der Geschäftsausübung. Bei grundlegenden Entscheidungen wird der Aufsichtsrat direkt eingebunden. Der Aufsichtsrat prüft den Jahresabschluss, den Konzernjahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht und berichtet über die Abschlussprüfung an die Hauptversammlung. Er setzt sich aus langfristigen Investoren und Branchen-Experten zusammen. Segmente Die Segmente und die konzerninterne Berichtserstattung der Flix-Gruppe folgen einer regionalen Perspektive. Zu unterscheiden sind die Segmente Europa, Nordamerika, Türkei sowie Sonstiges (andere Regionen sowie Konzernfunktionen). Das Segment Europa ist in weitere, sogenannte Business Regions, unterteilt und umfasst ebenfalls das Zuggeschäft in Deutschland und Schweden. 1.2 Konzernstrategie Die Strategie der Flix-Gruppe ist konsequent auf die Realisierung unserer Vision, smarte und nachhaltige Mobilität für alle anzubieten, die die Welt entdecken möchten, ausgerichtet. Die Corona-Pandemie wurde genutzt, um eine nachhaltige Strategie des profitablen Wachstums zu etablieren. Hierzu gehören die Stärkung der Profitabilität der bestehenden Kernmärkte, konsequentes Kostenmanagement in Bezug auf die zentralen Funktionen sowie Investitionen in künftige Wachstumsmärkte. Im Jahr 2022 wurde das Linien-Netzwerk weiter sehr flexibel gesteuert, indem das Angebot dynamisch der Nachfrage angepasst wurde. Während das erste Quartal noch stark von den Auswirkungen der Corona-Krise geprägt war, setzte ab Ostern eine Erholung der Nachfrage ein. Verbindungen und Frequenz wurden dementsprechend im Wochenrhythmus sukzessive erhöht und unter Berücksichtigung der Saisonalität die gefahrenen Kilometer adaptiert. Durch diesen sehr flexiblen Ansatz war es möglich, auch in nachfrageschwachen Wochen positive Deckungsbeiträge im Betrieb zu erwirtschaften und in der Hochsaison die Profitabilität des Netzwerks weiter zu optimieren. In Nordamerika wurde nach der Übernahme von Greyhound konsequent daran gearbeitet, Fahrpläne, Haltestellen, Preispolitik und operativen Betrieb der Tochtergesellschaften FlixBus Inc. und Greyhound aufeinander abzustimmen. Das strategische Ziel, die bislang getrennten Buchungsplattformen auf der technisch überlegenen Flix-Plattform zusammenzuführen, wurde im Februar 2023 erreicht. Die große Erfahrung von Flix im Bereich Post Merger Integration (PMI) hat dabei geholfen, diesen Prozess mit enormer Geschwindigkeit und Präzision voranzutreiben und auch die aufbau- und ablauforganisatorischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kombination der beiden Marken zu schaffen. So wurde das Nordamerika-Geschäft von FlixBus und Greyhound unter eine einheitliche Führung gestellt und die beiden Gesellschaften unter eine lokale Holdinggesellschaft (Flix North America Inc.) organisiert. Weitere Maßnahmen zur Steigerung der Profitabilität betreffen den Ausbau der Angebote von Zusatzleistungen, wie z. B. Premiumsitze, Sperrgepäck-Mitnahme, sowie die Erweiterung von Umbuchungs- und Stornierungsoptionen. Zudem wird das Preismanagement mit Hilfe von künstlicher Intelligenz optimiert und zugleich automatisiert, so dass die Preissetzung dynamisch und nachfragebasiert ideal ausgesteuert werden kann. Um dem inflationär-bedingten Kostendruck entgegenzuwirken, setzt Flix darauf, bestehende Prozesse in den Zentralfunktionen mit Hilfe von IT-basierten Tools weiter zu verschlanken. Zudem wird der Standort Sofia ausgebaut um personalintensive Prozesse, wie etwa das Rechnungswesen, effizient zu organisieren und zu harmonisieren. Auch wenn die Corona-Pandemie zu einem unvergleichlichen Einbruch der weltweiten Reiseaktivität geführt hat, war Flix stets davon überzeugt, dass das Bedürfnis der Menschen, die Welt zu entdecken, Freunde und Familie zu besuchen und dabei auf umweltfreundliche Verkehrsmittel zu setzen, ungebrochen ist. Darum haben wir daran gearbeitet unser Angebot geographisch auszuweiten und das Wachstum von Flix voranzutreiben. In Europa standen diesbezüglich insbesondere Portugal und Großbritannien im Fokus, wo wir die angebotenen Verbindungen kontinuierlich ausgebaut haben. Die hohen Buchungszahlen, die unsere Erwartungen deutlich übertroffen haben, bestätigen, dass das Flix-Angebot in allen Märkten relevant und attraktiv ist. Über unsere polnische und baltische Tochtergesellschaften wurden zudem neue Verbindungen in die baltischen Länder gestartet. Trotz des russischen Angriffskriegs in der Ukraine haben wir es mit kurzen Unterbrechungen geschafft, mehrere grenzüberschreitende Verbindungen in die Ukraine aufrechtzuerhalten bzw. neu zu etablieren. Damit haben wir Tausenden Ukrainern geholfen, den Kontakt zu ihrer Heimat und ihren Familien aufrecht zu erhalten. Durch verbilligte und kostenfreie Tickets hat es FlixBus den vom Krieg betroffenen Menschen ermöglicht, günstig in die Nachbarländer und in weitere europäische Länder hin- und zurückzureisen. Daneben hat Flix mit seinen Partnerunternehmen im Rahmen humanitärer Aktionen geholfen, Hilfsgüter in die Ukraine zu transportieren. Unsere geplante Expansion in Russland und Belarus wurde vollständig eingestellt. FlixBus ist damit der größte paneuropäische Anbieter von grenzüberschreitenden Fernverkehrsverbindungen. Auch 2023 planen wir in unseren Kernmärkten zu wachsen, neue Verbindungen in den Fahrplan aufzunehmen und bislang nicht erschlossene Regionen anzubinden. Mit dem Betriebsstart in Brasilien hat Flix Ende 2021 auch den lateinamerikanischen Kontinent betreten. Das Angebot von FlixBus wird sehr gut angenommen. Da die regulatorische Marktöffnung sich entgegen den Erwartungen noch verzögert hat, war das Wachstum des Netzes limitiert, jedoch sind wir zuversichtlich, dass im Jahr 2023 weitere Schritte zur Liberalisierung des Marktes politisch auf den Weg gebracht werden, so dass wir unsere Verbindungen sukzessive ausweiten können. Wir gehen weiter davon aus, dass der südamerikanische Markt ein Kernwachstumstreiber in den kommenden Jahren sein wird. Wir sind davon überzeugt, dass Flix einen signifikanten Beitrag leisten kann, die Emissionen im Fernverkehr zu reduzieren. Jeder Kunde, der einen FlixBus oder FlixTrain nutzt und auf das Auto oder das Flugzeug verzichtet, vermeidet unnötigen CO 2 -Ausstoß. Der Fernbus ist nachweislich eines der umweltfreundlichsten Verkehrsmittel überhaupt 1. Unsere Kunden haben zudem die Option, die verbleibenden Emissionen über unseren Partner Atmosfair gegen einen geringen Betrag zu kompensieren. Unsere Züge werden ausschließlich mit Ökostrom betrieben und haben daher gar keinen CO 2 -Fußabdruck im Betrieb. Darüber hinaus hat sich Flix eine dezidierte Klimastrategie auferlegt. Diese sieht eine weitere Dekarbonisierung der Busflotte durch schrittweise Umstellung auf alternative Kraftstoffe und Antriebstechnologien vor. In diesem Rahmen kooperiert Flix eng mit Herstellern, Kraftstoffproduzenten und Infrastrukturdienstleistern sowie unseren Buspartnern, mit dem Ziel, skalierbare Lösungen zu schaffen, die die Emissionen von Fernbussen noch weiter reduzieren. Im Rahmen von Industrie- und Forschungskooperationen arbeiten wir bereits an einer Reihe neuer Technologien, beispielsweise batterieelektrische Antriebe, Biogas oder Wasserstoff, und planen, auch weiterhin Innovationsarbeit in unserer Branche zu unterstützen. Mehr Details zu unserer ESG-Strategie werden im Jahr 2023 im ersten Flix Nachhaltigkeitsbericht zu finden sein, den wir auf freiwilliger Basis veröffentlichen werden. 1.3 Aktivitäten im Rahmen der Entwicklungstätigkeit Gegenstand der Entwicklungstätigkeit der Flix Gruppe ist das Programmieren von Front- und Backend-IT-Anwendungen, die das Geschäftsmodell des Konzerns unterstützen. Dabei kommen zum großen Teil eigene Mitarbeiter zum Einsatz. Die FlixMobility Tech GmbH (Tech) mit ihrer Tochtergesellschaft FlixMobility Tech UA erbringt Entwicklungsleistungen für die Flix Gruppe. Da die Chancen und Risiken der Entwicklung bei der Flix SE verbleiben, werden die von der Tech in Rechnung gestellten Entwicklungsleistungen bei der Flix SE als selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte bzw. Vermögensgegenstände aktiviert. Im Berichtsjahr wurden Entwicklungskosten in Höhe von 8.373 TEUR (Vorjahr: 9.174 TEUR) auf Konzernebene sowie 8.683 TEUR (Vorjahr: 9.536 TEUR) auf Einzelabschlussebene aktiviert, wovon jeweils 5.183 TEUR (Vorjahr: 6.062 TEUR) auf Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten bzw. Vermögensgegenständen, deren Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist, entfallen. Die Aktivierungsquote beträgt im Berichtsjahr 40% (Vorjahr: 49%) und ist damit deutlich gesunken, da weniger neue Produkte entwickelt, sondern die bestehenden immateriellen Vermögenswerte lediglich geringfügig weiterentwickelt und gepflegt werden. Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten betrugen in der Berichtsperiode 13.089 TEUR (Vorjahr: 12.694 TEUR) auf Konzernebene sowie 14.018 TEUR (Vorjahr: 12.860 TEUR) auf Einzelabschlussebene der Flix SE. Der Fokus der Entwicklungskosten entfiel während des gesamten Berichtsjahres 2022 in großen Teilen auf die Vorbereitung der bisher größten und aufwendigsten Buchungsplattformintegration, die Integration unserer U.S-amerikanischen Tochtergesellschaft Greyhound. Ferner erfolgten - neben anderen Produktentwicklungen - interne Neuentwicklungen zum Preismanagementsystem, zur Barrierefreiheit unseres digitalen Angebots und zum Ausbau der Programmierschnittstellen unseres Marketplace-Angebots für kooperierende Fernbusanbieter. 2. Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Das gesamtwirtschaftliche Umfeld des Jahres 2022 war von großer Unsicherheit geprägt: Eine Kehrtwende der Geldpolitik infolge der höchsten Inflationsraten seit den 1970er Jahren, anhaltender Lieferkettenprobleme, vor allem in China, und die Folgen der russischen Invasion in der Ukraine sind Beispiele dieser Entwicklung. In der Folge kam es zu einer spürbaren Wachstumsverlangsamung im Vergleich zum Vorjahr auf 3,4% nach IWF-Angaben, während Inflationsraten im Jahresdurchschnitt 8,8% erreichten. 21
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https://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr-laerm/emissionsdaten#verkehrsmittelvergleich_personen-verkehr_grafik
Insbesondere die gesamtwirtschaftliche Lage in der Türkei war von hohen Inflationsraten und einem weiteren Verfall der türkischen Lira geprägt, was einen negativen Einfluss auf die Kaufkraft der Bevölkerung hatte. Laut offiziellen Angaben der türkischen Zentralbank betrug die Inflationsrate in der Türkei 64%. 3 Trotz der verhaltenen Wirtschaftsaktivität im vergangenen Jahr, erwiesen sich die Dynamiken in den einzelnen Wirtschaftssektoren als sehr heterogen. COVID-19 war nicht mehr das beherrschende Thema und so veränderten sich auch die Nachfragemuster der Konsumenten: Das Verhalten der Verbraucher hat sich normalisiert - so gaben diese wieder mehr Geld für Reisen und Reiseerlebnisse und weniger für Dienstleistungen rund um die eigenen vier Wände aus. Das zeigte sich zuletzt in den Meldungen des Bundesverbands e-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh), wonach der Onlineumsatz 2022 im Jahresvergleich um 8,8% zurückging. Davon betroffen waren sämtliche Produktgruppen mit Ausnahme der Güter des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Hygieneartikel, Tiernahrung und eben Mobilität. 4 Nach zwei Jahren gedämpfter Nachfrage aus dem Reisemarkt aufgrund coronabedingter Einschränkungen gerade bei Reisen ins Ausland und Intercity-Mobilität, kommt der Branche jetzt der Nachholbedarf zugute. Branchenanalysen der Nachrichtenseite Skift zufolge dürften die Buchungszahlen - seit dem Wegfall der Reisebeschränkungen - nahezu wieder das Vorkrisenniveau erreicht haben. 5 Freizeit- und Urlaubsreisen konnten sich schneller erholen als Geschäftsreisen. 6 Der Anstieg der Lebenshaltungskosten und der damit verbundene Druck auf die Einkommen der Haushalte und Unternehmen in den Ländern, in denen Flix aktiv ist, hat wahrscheinlich dazu geführt, dass Verbraucher verstärkt auf das Preis-Leistungs-Verhältnis achten, was für Anbieter preiswerter Mobilität wie Flix von Vorteil ist. 2.2 Geschäftsverlauf Der Geschäftsverlauf der Flix Gruppe war im Geschäftsjahr 2022 maßgeblich durch die Erholung von der Coronapandemie geprägt. Durch eine flexible, an die jeweilige Nachfragesituation angepasste Steuerung des Geschäfts, konnte Flix ein höheres Geschäftsvolumen als vor der Coronapandemie erreichen. Die Flix Gruppe festigte ihre Marktführerrolle in allen Geschäftssegmenten außer "other". Das Angebot im Jahr 2022 umfasste mehr als 5.000 Ziele in mehr als 4.000 Städten und Gemeinden über 40 Länder verteilt (Vorjahr: ca. 5.000 Ziele in mehr als 3.500 Städten in 39 Ländern). Als Reaktion auf den Krieg in der Ukraine stellte die Flix Gruppe Anfang März 2022 jegliche Geschäftstätigkeiten in Russland und Belarus ein. Unmittelbar nach Kriegsbeginn, engagierte sich Flix gemeinsam mit lokalen Partnern im Bereich der humanitären Hilfe für die Ukraine. Es wurden zeitnah flexible Transportmöglichkeiten für Hilfsgüter und Geflohene zur Verfügung gestellt. Der reguläre Linienbetrieb in der Ukraine wurde von Flix während des gesamten Jahres aufrechterhalten und sukzessive ausgebaut. Zum Jahresende 2022 konnte Flix 17 internationale Verbindungen anbieten, welche die Ukraine mit ihren Nachbarländern sowie Deutschland und Österreich verbindet. Nach der Akquisition von Greyhound Ende des Geschäftsjahres 2021, führte Flix die Integration im Geschäftsjahr 2022 kontinuierlich fort. Das Produkt- und Netzangebot wurden weiter vereinheitlicht. Im Geschäftssegment Europa war das erste Quartal 2022 weiterhin durch die anhaltendende Omikronwelle gekennzeichnet. Analog zu vergangen Coronawellen, reagierte Flix hierauf durch eine flexible Steuerung des Netzwerks gemäß den spezifischen Reisebeschränkungen und der Nachfrage in den jeweiligen Märkten. Mit Beginn des zweiten Quartals zeichnete sich ein Abflauen der Coronapandemie ab. Hierdurch konnte ein weiterer Anstieg der Nachfrage, welcher die Erwartungen von Flix übertraf, verzeichnet werden. Mit Beginn der Hauptreisezeit im dritten Quartal, konnte die Flix Gruppe diesen positiven Trend weiter verfestigen. Ebenso gelang der Flix Gruppe ein erfolgreicher Übergang von der Hauptreisezeit in die Nebensaison im Herbst und Winter. In Europa konnte Flix im Geschäftsjahr 2022 bis über 2.800 Ziele in mehr als 2.200 Städten (Vorjahr: 2.461 Ziele und 1.976 Städte) anfahren. Ebenso gelang ein Ausbau der Anzahl der Länder, in welchen die Flix Gruppe aktiv ist, auf 36 (Vorjahr: 35). Die folgende Grafik zeigt das Passagieraufkommen je Quartal.
3 Türkische Zentralbank (Januar 2023):
Inflation Report I 2023
Entwicklung des Passagieraufkommens im Segment Europa in Mio. Auch im Segment Nordamerika stand die Geschäftsentwicklung im Jahr 2022 unter dem positiven Vorzeichen der abklingenden Coronapandemie und der damit einhergehenden Erholung der Reiseindustrie. Des Weiteren war das Jahr 2022 geprägt von der Integration von Greyhound inklusive des mexikanischen Geschäfts in die Flix Gruppe. Die Erweiterung des Flix Netzwerks durch jenes von Greyhound hat maßgeblich zur weiteren geographischen Diversifikation im nordamerikanischen Markt beigetragen. Verstärkt wurde diese Entwicklung durch die Synergien auf operativer und administrativer Ebene, welche als Teil der Integration von Greyhound realisiert werden konnten. Mit dem Markteintritt in Kanada im zweiten Quartal, konnte die Flix Gruppe die Anzahl der Länder in Nordamerika, neben den Vereinigten Staaten und Mexiko, auf drei ausbauen. Während ein starker Nachfrageanstieg im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet wurde, sah sich die Reisebranche mit Beschränkungen auf der Angebotsseite, sowohl bei Fahrern als auch bei Fahrzeugen, konfrontiert. Dennoch gelang der Flix Gruppe in diesem Marktumfeld eine, verglichen mit den Wettbewerbern, schnellere post-Covid Erholung des Geschäfts und ein Ausbau des Marktanteils. Zusätzlich zur starken Reisenachfrage in den Sommermonaten, profitierte die Flix Gruppe ebenso von Nachfragespitzen während der Frühlingsferien (spring break) und an Thanksgiving. Der Geschäftsverlauf in Nordamerika unterliegt somit einer etwas geringeren saisonalen Schwankung als der europäische Markt. Im Geschäftsjahr 2022 konnte die Flix Gruppe mehr als 2.200 Ziele in mehr als 1.500 Städten bedienen, was im Wesentlichen dem Vorjahresniveau entsprach, und verzeichnete einen Anstieg des Passagiervolumens im Vergleich zum Vorjahr von 247%. Die folgende Grafik zeigt das Passagieraufkommen je Quartal.
Entwicklung des Passagieraufkommens im Segment Nordamerika in Mio. (erstmalige Konsolidierung von Greyhound im vierten Quartal 2021) Im Segment Türkei war der Geschäftsverlauf im Jahr 2022 maßgeblich durch die makroökonomische Situation im Land gekennzeichnet. Die Nachfrage im türkischen Markt war durch die herausfordernde wirtschaftliche Lage bedingt durch eine anhaltend hohe Inflation unter Druck. Gleichwohl gelang es der Flix Gruppe in diesem Marktumfeld ein stabiles Angebot aufrechtzuerhalten und die Marktführerschaft auszubauen. Nachfragespitzen wurden insbesondere an religiösen Feiertagen verzeichnet, wohingegen die Nachfrage nach Freizeit- und Urlaubsreisen leicht unterhalb jener vor der Pandemie blieb. Somit ist im türkischen Markt, verglichen mit dem Segment Europa, eine geringere Ausprägung der Saisonalität des Geschäftsverlaufs zu beobachten. Überwiegend analog zum Vorjahr, bot die Flix Gruppe im Jahresverlauf in der Spitze 333 Ziele in mehr als 300 Städten in der Türkei an. Ungeachtet der wirtschaftlichen Gesamtlage, gelang der Flix Gruppe ein Anstieg des Passagiervolumens um 29% im Vergleich zum Jahr 2021. Die folgende Grafik zeigt das Passagieraufkommen je Quartal.
Entwicklung des Passagieraufkommens im Segment Türkei in Mio. Nach dem erfolgreichen Markteintritt in Brasilien im Dezember 2021, baut die Flix Gruppe auch in diesem Markt das Angebot weiter aus. Bedingt durch einen verzögerten Prozess zur Marktliberalisierung, konnte das Netz jedoch nicht in der ursprünglich erwarteten Geschwindigkeit ausgebaut werden. Dennoch gelang es Flix das Angebot von 8 Zielen in 8 Städten im ersten Quartal auf 33 Ziele in 25 Städten zum Jahressende zu erweitern. Das Passagiervolumen stieg von ca. 63.000 auf ca. 73.000 zum Ende des Jahres 2022 an. Flix schuf damit die Grundlage für eine vielversprechende Ausgangslage für den weiteren Ausbau des Angebots im brasilianischen Markt, sobald die vollständige Marktliberalisierung erfolgt. Die Flix Gruppe und ihre Kooperationspartner konnten im Geschäftsjahr 2022 somit Fahrten in Europa, Asien, Nord- und Südamerika anbieten. 2.3. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Zu den finanziellen Leistungsindikatoren zur Steuerung der Geschäftssegmente der Flix Gruppe zählen die Umsatzerlöse, EBITDA (Ergebnis vor Abschreibung, Wertminderungen, Zinsen und Steuern), sowie das um Einmaleffekte bereinigte EBITDA ("adjusted EBITDA"). Die Steuerung des Geschäfts gepaart mit der anhaltenden Erholung der Reiseaktivitäten führten im Geschäftsjahr 2022 zu einem deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse der Flix Gruppe auf über 1,53 Mrd. Euro im Vergleich zu 538 Mio. Euro im Vorjahr. Die Umsatzerlöse setzen sich aus 1,43 Mrd. Euro Umsatzerlösen aus Beförderungsleistungen und 101 Mio. Euro sonstigen Umsatzerlösen zusammen. Die positive Entwicklung der Umsatzerlöse übertraf die Erwartungen von Vorstand der Flix Gruppe und war ein konsistenter Trend über alle Märkte. Ein Anstieg der Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr wurde in allen Geschäftssegmenten verzeichnet. Obwohl die Entwicklung der Umsatzerlöse im ersten Quartal noch unter dem Vorzeichen der anhaltenden Corona Omikron Welle stand, konnte bereits zum Jahresbeginn ein Anstieg der Umsatzerlöse auf 201 Mio. EUR realisiert werden. Dies bedeutete einen Anstieg um 416% zum Vorjahresvergleichszeitraum. Mit dem Beginn der Reisezeit im zweiten Quartal, dem gleichzeitigen Abflauen der Corona Fälle und einer zunehmenden Lockerung der Reisebeschränkungen stabilisierte Flix den Anstieg der Umsatzerlöse auf konstant hohem Niveau. Im zweiten Quartal wurden Umsatzerlöse in Höhe von 357 Mio. Euro realisiert, was einem Anstieg von 439% gegenüber dem zweiten Quartal 2021 entspricht. Während der Spitze der Hauptreisesaison im dritten Quartal, konnte die Flix Gruppe einen weiteren Anstieg der Umsatzerlöse verzeichnen. Das dritte Quartal übertraf den Vergleichszeitraum des Vorjahres um 157% und wurde mit 517 Mio. Euro Umsatzerlösen abgeschlossen. Auch zum Jahresende verblieb die Reisenachfrage hoch, insbesondere während der Feiertagszeiträume. Gestützt durch diesen Nachfragetrend, konnte die Flix Gruppe im vierten Quartal Umsatzerlöse von 457 Mio. Euro und somit einen Anstieg von 97 % verglichen mit dem vierten Quartal 2021 realisieren.
Durch eine kostenbewusste und margenorientierte Geschäftssteuerung gelang es der Flix Gruppe im Berichtsjahr aus der positiven Entwicklung der Umsatzerlöse eine ebenfalls positive Entwicklung der Profitabilität zu generieren und ein EBITDA von 21.395 TEUR (Vorjahr: - 31.396 TEUR) zu erzielen. Der Geschäftsverlauf im ersten Quartal stand noch unter dem Einfluss der Corona Omikron Welle, mit anhaltenden Reisebeschränkungen, und die Flix Gruppe verzeichnete einen EBITDA Verlust von 25.006 TEUR (Vorjahr: - 23.440 TEUR). Nach dem Abklingen dieser Beschränkungen, verbesserte sich das Ergebnis der Flix Gruppe im zweiten Quartal. Obgleich weiterhin ein Verlust von 8.096 TEUR realisiert wurde, verfestigte sich der positive Trend im Vergleich zum Vorjahr mit einem deutlichen Anstieg des EBITDAs von -44.138 TEUR im zweiten Quartal 2021. Zum Höhepunkt der Hauptreisesaison im dritten Quartal konnte die Flix Gruppe einen weiteren Anstieg des EBITDAs erzielen. Eine hohe Nachfrage gepaart mit anhaltender aktiver Steuerung des Netzwerkangebots, erlaubten es der Flix Gruppe einen Gewinn vor Steuern, Finanzierungskosten und Abschreibungen von 50.962 TEUR zu realisieren, was einem Anstieg um 73.137 TEUR im Vergleich zum Vorjahresvergleichszeitraum entspricht. Auch den Übergang von der Haupt-in die Nebensaison gestaltete die Flix Gruppe erfolgreich und konnte somit einen erfolgreichen Jahresabschluss mit anhaltend hoher Nachfrage während der Feiertage verzeichnen. Abermals gelang es der Flix Gruppe hohe Umsatzerlöse in einen Gewinn auf EBITDA Level zu übersetzen. Im vierten Quartal wurde ein EBITDA von 3.536 TEUR erzielt (Vorjahr: 58.359 TEUR inklusive einmaliger Konsolidierungseffekte aus der Akquisition von Greyhound in Höhe von 41.202 TEUR). Im Geschäftsjahr 2022 konnte die Flix Gruppe ebenfalls eine signifikante Verbesserung der um Sondereffekte bereinigten Profitabilität realisieren. Das Adjusted EBITDA verbesserte sich um 92.019 TEUR auf 8.523 TEUR. Im Berichtsjahr beinhalten die Anpassungen die Einnahmen aus staatlichen Corona Hilfsprogrammen in den Vereinigten Staaten (36.373 TEUR) und in Deutschland aus dem Überbrückungshilfe 3 Paket (14.500 TEUR) und in verschiedenen anderen Ländern. Kostenseitig wurde das Ergebnis der Flix Gruppe neben anteilsbasierten Vergütungen und Sondervergütungen vor allem um Restrukturierungsaufwendungen für die Integration von Greyhound, Entschädigungszahlungen und Beratungskosten bereinigt. Entschädigungszahlungen für Geschäftspartner waren eine Folge der Netzwerkanpassungen, mit welchen die Flix Gruppe auf coronabedingte Reisebeschränkungen reagierte. Bereinigte Beratungskosten umfassen neben Aufwendungen, welche im Zuge der Änderung der Rechtsform der Flix SE anfielen, Kosten für die Integration von Greyhound.
Die Segmente Europa, Nordamerika und Türkei trugen positiv zum Adjusted EBITDA der Flix Gruppe bei, wohingegen im Segment weitere Gesellschaften und Konzernfunktionen ein Verlust auf Adjusted EBITDA Level verzeichnet wurde. Dieser Verlust war durch die Investitionen in die Buchungsplattform der Flix Gruppe sowie in Wachstumsprojekte bedingt. Die untenstehende Tabelle weist das Adjusted EBITDA sowie das EBITDA nach Segmenten aus.
Flix Gruppe adjusted EBITDA und EBITDA je Segment in Mio. Euro Als nichtfinanzielle Leistungsindikatoren zur Steuerung der Netzwerkgröße und der Kundenzufriedenheit dienen die gefahrenen Kilometer, sowie die Weiterempfehlungsrate (gemessen am "Net Promoter Score" NPS). Die Größe des Netzwerks wird für jedes Geschäftssegment flexibel gesteuert, um bestmöglich auf die spezifische Angebots- und Nachfragesituation im jeweiligen Markt eingehen zu können. Der maßgebliche Einflussfaktor auf der Nachfrageseite war im gesamten Netz der Flix Gruppe die sicher weiterhin erholende Reisenachfrage, sowie die im Laufe des Jahres nahezu vollständig aufgehobenen Reisebeschränkungen. Angebotsseitig stellte sich die allgemeine wirtschaftliche Lage mit hoher Inflation, Preisanstieg für Kraftstoffe, sowie hoher Nachfrage nach Fahrern und Bussen als Herausforderung dar. Mit 772 Mio. km verglichen mit 431 Mio. km im Vorjahr, blieb der Ausbau des Netzes somit leicht hinter den Erwartungen zurück. Die Entwicklung des Netzes unterjährig folgte der üblichen Saisonalität der Reiseindustrie mit der größten Ausdehnung von 239 Mio. km während der Sommersaison im dritten Quartal. Die nachfolgende Tabelle und Grafik zeigen die Größe des Netzwerks nach Quartalen und Segmente.
Größe des Netzwerks je Quartal in Mio. km
Die Flix Gruppe misst die Kundenzufriedenheit in jedem Geschäftssegment mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens, welcher den Kunden nach Beendigung der Fahrt zugesandt wird. Bedingt durch die laufende Integration in die Flix Gruppe, war Greyhound bisher nicht in diesen standardisierten Prozess eingebunden. Über alle Geschäftssegmente hinweg musste die Flix Gruppe im Jahr 2022 eine geringere Kundenzufriedenheit als erwartet verzeichnen. Haupteinflussfaktoren der Kundenzufriedenheit, wie Pünktlichkeit und Produktqualität werden von der Flix Gruppe laufend beobachtet und verbessert. Dennoch führten die besonderen Umstände des Jahres 2022, mit dem schnellen Ausbau des Angebots und der deutlich höheren Nachfrage, zu niedrigeren NPS-Werten als erwartet. Insbesondere in den Zeiten von hohem Reiseaufkommen mit voll ausgelasteten Bussen und Zügen und hoher Staugefahr, wurde eine geringere Kundenzufriedenheit beobachtet. Die folgende Tabelle zeigt NPS je Geschäftssegment.
Kundenzufriedenheit gemessen am NPS nach Segmenten; * exkl. Greyhound Die Steuerung der Gesellschaft Flix SE erfolgt nach der Kenngröße Jahresergebnis. Das Jahresergebnis im Geschäftsjahr 2022 betrug - 174.858 TEUR, nach - 148.563 TEUR im Vorjahr. Weitere Informationen zu den Einflussfaktoren auf die Jahresergebnisse von Flix SE und der Flix Gruppe werden im folgenden Kapitel zur Ertragslage erläutert. 2.4. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage Während der Jahresabschluss der Flix SE nach den Grundsätzen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt wird, wird der Konzernabschluss 2022 der Flix Gruppe nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Ertragslage Flix Gruppe Die Konzern-Gewinn und -Verlustrechnung folgt seit dem 1. Januar 2022 dem Gesamtkostenverfahren (Vorjahre: Umsatzkostenverfahren). Alle in diesem Konzernabschluss enthaltenen Vergleichsangaben sind konsistent aus dem Gesamtkostenverfahren entsprechend abgeleitet. Aus dieser Änderung ergeben sich keine Auswirkungen auf das Jahresergebnis der vorangegangenen Berichtsperioden. Die Umsatzerlöse auf Konzernebene beliefen sich 2022 auf 1.530.827 TEUR (Vorjahr: 537.775 TEUR). Alle Geschäftssegmente trugen zum starken Umsatzwachstum bei. Davon wurden 774.929 TEUR (Vorjahr: 287,682 TEUR) vom Geschäftssegment Europa, 184.752 TEUR (Vorjahr: 115.122 TEUR) vom Geschäftssegment Türkei, 552.371 TEUR (Vorjahr: 111.996 TEUR) vom Geschäftssegment Nordamerika sowie 18.775 TEUR (Vorjahr: 22.975 TEUR) von weiteren Gesellschaften und Konzernfunktionen (betrifft überwiegend Umsatzerlöse aus der Vereinnahmung von verfallenen Gutscheinen) erwirtschaftet. Der Anstieg der Umsatzerlöse ist im Wesentlichen auf die Erholung von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Reiseindustrie zurückzuführen sowie auf die erste ganzjährige Einbeziehung von Greyhound in die Konzernkonsolidierung. Der Materialaufwand betrug 1.037.063 TEUR (Vorjahr: 414.920 TEUR) und umfasst im Wesentlichen Fremdleistungen von Reisepartnern in Höhe von 688.396 TEUR (Vorjahr: 269.035 TEUR) sowie die eigenen Produktionskosten in Höhe von 154.653 TEUR (Vorjahr: 35.020 TEUR) und Infrastrukturkosten in Höhe von 115.818 TEUR (Vorjahr: 32.868 TEUR). Damit gab es im Berichtsjahr eine Verbesserung des Materialaufwandes bezogen auf die Umsatzerlöse (2022: 68%; 2021: 77%), was im Wesentlichen durch die höhere Auslastung sowie optimierte kostenbewusste und margenorientierte Geschäftssteuerung begünstigt wurde. Der Materialaufwand wurde in Höhe von 613.961 TEUR (Vorjahr: 271.174 TEUR) durch das Geschäftssegment Europa, in Höhe von 150.786 TEUR (Vorjahr: 92.177 TEUR) durch das Geschäftssegment Türkei, in Höhe von 268.412 TEUR (Vorjahr: 48.632 TEUR) durch das Geschäftssegment Nordamerika sowie in Höhe von 3.906 TEUR (Vorjahr: 2.939 TEUR) durch weitere Gesellschaften und Konzernfunktionen verursacht. Der Materialaufwand wurde 2022 in Höhe von 7.350 TEUR (Vorjahr: 10.420 TEUR) durch diverse staatliche Zuschüsse subventioniert. Der Personalaufwand belief sich in der Berichtsperiode 2022 auf 265.021 TEUR (Vorjahr: 102.469 TEUR), wobei die Hauptkostenkomponenten aus Personalaufwand für Mitarbeiter der Verwaltung in Höhe von 102.703 TEUR (Vorjahr: 43.192 TEUR) sowie für Fahrer und Boardpersonal in Höhe von 76.934 TEUR (Vorjahr: 9.417 TEUR) bestehen. Der starke Anstieg des Personalaufwands ist auf die ganzjährige Konsolidierung von Greyhound zurückzuführen, die unter anderem zu einem Anstieg der Personalaufwendungen für die eigene Produktion führte. Im Verhältnis zu Umsatzerlösen gab es im Berichtsjahr 2022 eine leichte Verbesserung vom 19% auf 17% im Vergleich zum Vorjahr. Der Personalaufwand wurde durch verschiedene staatliche Zuschüsse in Höhe von 25.162 TEUR (Vorjahr: 27.441 TEUR) subventioniert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 247.745 TEUR sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen (Vorjahr: 122.658 TEUR), was in erster Linie durch den Anstieg der Marketing-, und Vertriebskosten um 56.886 TEUR von 44.241 TEUR auf 101.127 TEUR verursacht wurde. Die allgemeinen Verwaltungskosten stiegen von 42.619 TEUR auf 78.638 TEUR, während sich die Plattform-, und IT-Kosten von 14.563 TEUR auf 35.872 TEUR erhöhten. Der Anstieg wurde durch erhöhte Marketingmaßnahmen nach der Aufhebung der pandemiebedingten Reisebeschränkungen sowie durch verstärkte Instandhaltungsmaßnahmen der bestehenden selbsterstellten immateriellen Vermögenswerte verursacht. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen wurden im Jahr 2022 durch verschiedene staatliche Zuschüsse in Höhe von 14.123 TEUR (Vorjahr: 18.426 TEUR) subventioniert. Aktivierte Entwicklungsleistungen sind um 875TEUR von 9.248 TEUR auf 8.373 TEUR in der Berichtsperiode 2022 zurückgegangen. Der Großteil der Entwicklungstätigkeit im Jahr 2022 bezog sich auf die Integration von Greyhound in die Plattform der Flix Gruppe, die Anfang 2023 abgeschlossen wird. Insgesamt ging die Entwicklungstätigkeit in der Berichtsperiode zurück, und die meisten IT-Aktivitäten beziehen sich auf Instandhaltungsaktivitäten und wurden aufwandsmäßig erfasst, was auch dem oben beschriebenen Anstieg der Plattform- und IT Kosten entspricht. Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen im Geschäftsjahr 2022 32.024 TEUR (Vorjahr: 61.629 TEUR) und beinhalten überwiegend diverse staatliche Zuschüsse in Höhe von 23.223 TEUR (Vorjahr: 13.084 TEUR), wovon sich der größte Anteil auf staatliche Zuschüsse in Bezug auf die COVID-19-Pandemie mehrerer Länder bezieht. Sonstige betriebliche Erträge beinhalteten im Jahr 2021 den einmaligen Effekt aus der Vereinnahmung des negativen Geschäfts, oder Firmenwerts aus der Übernahme der Greyhound in Höhe von 41.202 TEUR. Dies war der Haupttreiber für den Rückgang der Position im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr. Die Abschreibungen und Wertminderungen sind stark von 51.105 TEUR auf 117.239 TEUR angestiegen, was zum größten Teil durch die Erhöhung von Abschreibungen auf Sachanlagevermögen und erfassten Wertminderungen begründet ist. Abschreibungen auf Sachanlagevermögen sind von 26.406 TEUR auf 68.802 TEUR angestiegen und beinhalten insbesondere Abschreibungen auf die eigene Busflotte und Busausstattung sowie Nutzungsrechte für Büro- und Industrieanlagen, was insbesondere durch die erstmalige ganzjährige Einbeziehung der Greyhound in die Konzernkonsolidierung begründet ist. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte betrugen 27.014 TEUR (Vorjahr: 22.904 TEUR) und beinhalteten die Abschreibung auf selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 13.089 TEUR (Vorjahr: 12.694 TEUR). Wertminderungen betrugen insgesamt 21.423 TEUR (Vorjahr: 1.795 TEUR) und beinhalteten eine Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwertes in Höhe von 8.370 EUR (Vorjahr: 0 TEUR) im Segment Türkei und eine Wertminderung der gemieteten als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien in Höhe von 6.993 TEUR (Vorjahr: 1.203 TEUR). Die Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts wurde durch die Hyperinflation in der Türkei und damit einhergehende Indexierung der Vermögenswerte und Schulden ausgelöst. Das Zinsergebnis, netto setzt sich aus Zinsaufwendungen in Höhe von 34.884 TEUR (Vorjahr: 26.567 TEUR) sowie aus Zinsertrag von 958 TEUR (Vorjahr: 147 TEUR). Das sonstige Finanzergebnis betrug -894 TEUR (Vorjahr: -2.477TEUR) und setzt sich im Wesentlichen aus Währungsumrechnungsaufwendungen in Höhe von 3.755 TEUR (Vorjahr: 2.086 TEUR) sowie einem erstmaligen Ertrag aus einer Hyperinflationsanpassung in Höhe von 1.178 TEUR zusammen. Die Flix Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2022 ein negatives Konzernergebnis von 162.666 TEUR was 31% unter dem Vorjahresergebnis liegt (Vorjahr: -124.157 TEUR). Das operative Geschäft entwickelte sich im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr sehr gut, und der prozentuale Verlust im Verhältnis zu den Umsatzerlösen ging von 23 % auf 11 % zurück. Der höhere Verlust resultiert jedoch aus zwei Einmaleffekten. Zum einen führte der Ertrag aus der Vereinnahmung des negativen Geschäfts- oder Firmenwerts (41.202 TEUR) zu einem positiven Effekt im Jahr 2021 und zum anderen führte die Ausbuchung von aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge in Deutschland und Nordamerika zu einem Steueraufwand von 25.518 TEUR im Jahr 2022. Ertragslage Flix SE (Jahresabschluss) Die Gewinn- und Verlustrechnung der Flix SE folgt dem Gesamtkostenverfahren. Die Umsatzerlöse der Flix SE auf Jahresabschlussebene stiegen 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 137%von 24.153 TEUR auf 57.115 TEUR. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf Erträge aus Lizenzeinnahmen von verbundenen Unternehmen in Höhe von 29.371 TEUR (Vorjahr: -) sowie eine Erhöhung der Erträge aus Leistungen an verbundene Unternehmen von 10.533 TEUR auf 14.061 TEUR zurückzuführen. Diese Tendenz ist durch das Wachstum sowie angestiegenes Geschäftsvolumen auf allen Märkten begründet. Erlöse aus Gutscheinen haben sich im Berichtsjahr 2022 nicht wesentlich im Vergleich zum Vorjahr verändert. Die sonstigen betrieblichen Erträge der Flix SE haben sich von 38.606 TEUR auf 73.761 TEUR stark erhöht und enthalten, wie im Vorjahr, insbesondere Erträge aus der Weiterberechnung von Kosten an Tochterunternehmen. Die Erhöhung der Kostenumlagen an verbundene Unternehmen korrespondiert mit den erhöhten sonstigen betrieblichen Aufwendungen der Gesellschaft, die zur Verrechnung vorgesehen sind. Zudem führten staatliche Zuschüsse zu dem höheren prozentuellen Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge im Vergleich zu dem Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Durch den weiteren Aufbau von Personal sowie höherer Bonuszusagen ist der Personalaufwand auf 36.533 TEUR (Vorjahr: 28.960 TEUR) gestiegen. Im Jahresabschluss der Flix SE sind Abschreibungen in Höhe von 25.094 TEUR (Vorjahr: 23.971 TEUR) angefallen, die mit 10.028 TEUR (Vorjahr: 10.028 TEUR) nach HGB vorgeschriebene planmäßige Abschreibungen der erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte betreffen. Die Abschreibungen selbst erstellter immaterieller Vermögensgegenstände auf Jahresabschlussebene betrugen 14.018 TEUR (Vorjahr: 12.860 TEUR). Die Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 50.764 TEUR (Vorjahr: 2.576 TEUR) beziehen sich auf die Anteile an der russischen Gesellschaft FlixBus RUS LLC (842 TEUR), die sich in Liquidation befindet, und den Anteilen an Göksu Seyahat ve Tasimacilik A.Ș. (Göksu), die die Muttergesellschaft des türkischen Teilkonzerns ist (49.922 TEUR). Die Abschreibung auf Göksu resultiert größtenteils aus stark gestiegenen Kapitalkosten und dem andauernden Wertverfall der türkischen Lira. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich 2022 gegenüber dem Vorjahr um ca. 21% von 125.779 TEUR auf 152.679 TEUR erhöht. Dies ist insbesondere durch den Anstieg der weiterbelasteten IT und Plattformkosten, die nicht aktiviert, sondern aufwandsmäßig erfasst wurden, auf 31.487 TEUR (Vorjahr: 22.266 TEUR) sowie der anderen Kostenumlagen von verbundenen Unternehmen, durch einen Anstieg der Payment Service Provider Transaktionskosten von 4.005 TEUR auf 9.891 TEUR und der Marketingaufwendungen von 24.878 TEUR auf 40.920 TEUR begründet. Die angestiegenen Marketingaufwendungen spiegeln die operative Tätigkeit wider nachdem die meisten pandemiebedingten Restriktionen aufgehoben wurden. Der gegenläufige Effekt gesunkener Rechts-, und Beratungskosten von 16.802 TEUR auf 4.835 TEUR sowie der konzerninternen Lizenzzahlungen von 32.925 TEUR auf 22.164 TEUR konnte den Anstieg der zuvor genannten Positionen nicht komplett kompensieren. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen haben sich im Geschäftsjahr um 9.869 TEUR auf 26.727 TEUR erhöht. Dies ist im Wesentlichen auf auf Zinsen für Nachrangdarlehen sowie gezogene Kreditlinien zurückzuführen. Die Einzelheiten hierzu sind auch in der Sektion zur Finanzlage enthalten. Der Steueraufwand betrug in der Berichtsperiode 21.485 TEUR (Vorjahr: Steuerertrag von 2.133 TEUR). Diese Erhöhung ist zum größten Teil auf die Ausbuchung von aktiven latenten Steuern auf die Verlustvorträge zurückzuführen. Der Jahresfehlbetrag der Flix SE beträgt 174.858 TEUR (Vorjahr: 148.563 TEUR), der damit im Vergleich zum Vorjahr eine Verschlechterung von 26.295 TEUR aufweist. Dies resultiert überwiegend aus den hohen Abschreibungen auf Finanzanlagen im Geschäftsjahr 2022. Die positiven Effekte aus der Erhöhung der sonstigen betrieblichen Erträge, aus der Erhöhung von Erträgen aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages von 1.380 TEUR auf 6.217 TEUR sowie dem Rückgang der Aufwendungen aus Verlustübernahme von -18.467 TEUR auf -1.077 TEUR konnten den negativen Effekt aus der Abschreibung der Finanzanlagen nicht kompensieren. Vermögenslage Flix Gruppe Die Konzernbilanzsumme blieb in etwa unverändert zum Vorjahr und beläuft sich auf 1.027.144 TEUR zum 31. Dezember 2022 (Vorjahr: 1.054.680 TEUR). Der Rückgang der langfristigen Vermögenswerte und insbesondere des Sachanlagevermögens, was hauptsächlich durch jährliche Abschreibungen sowie den Wegfall aktiver latenter Steueransprüche ggü. dem Vorjahr verursacht wurde, wurde teilweise durch Anpassungen aufgrund der Anwendung von IAS 29 "Rechnungslegung in Hyperinflationsländern" für nicht monetäre Vermögenswerte in der Türkei kompensiert. Die langfristigen Vermögenswerte belaufen sich auf 677.490 TEUR (Vorjahr: 727.757 TEUR) und machen 66% (Vorjahr: 69%) der Bilanzsumme aus, wobei den größten Teil die Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 321.900 TEUR (Vorjahr: 301.754 TEUR) sowie Sachanlagen, welche überwiegend Busse beinhalten, in Höhe von 158.843 TEUR (Vorjahr: 167.583 TEUR) ausmachen. Der Nettobuchwert der aktivierten Nutzungsrechte zum 31. Dezember 2022 beträgt 97.190 TEUR (Vorjahr: 111.102 TEUR), diese umfassen überwiegend Büroflächen, Gebäuden, Busse und Züge bei verschiedenen Gesellschaften der Flix Gruppe. Die langfristigen Vermögenswerte beinhalten ferner sonstige immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 67.727 TEUR (Vorjahr: 72.660 TEUR). Der Posten Vorräte erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr von 4.346 TEUR auf 9.507 TEUR entsprechend dem allgemeinen Wachstum der Geschäftstätigkeit (vor allem für den eigenen Betrieb), und beinhaltet im Wesentlichen Ersatzteile, Kraftstoff und sonstige Vorräte. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen betreffen im Wesentlichen Forderungen gegen Agenturen und betragen 21.830 TEUR (Vorjahr: 13.721 TEUR). In den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten in Höhe von 30.504 TEUR (Vorjahr: 37.517 TEUR) sind überwiegend Umsatzsteuerforderungen sowie aktivische Rechnungsabgrenzungsposten bilanziert. In den sonstigen finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 104.376 TEUR (Vorjahr: 103.112 TEUR) sind primär Forderungen gegen Buspartner in Höhe von 10.551 TEUR (Vorjahr: 4.866 TEUR), Kautionen in Höhe von 41.893 TEUR (Vorjahr: 20.875 TEUR) sowie Forderungen aus staatlichen Zuschüssen in Höhe von 25.828 TEUR (Vorjahr: 40.199 TEUR) enthalten. Im Übrigen zeigt die Aktivseite der Konzernbilanz liquide Mittel in Höhe von 200.761 TEUR (Vorjahr: TEUR 190.188) sowie den Überhang der aktiven latenten Steuern in Höhe von 10.019 TEUR (Vorjahr: 45.470 TEUR), welcher in der Berichtsperiode aufgrund der teilweisen Ausbuchung von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge stark zurückgegangen ist, was unter anderem zu einem Aufwand aus der Anpassung der latenten Steuern in Höhe von insgesamt 32.789 TEUR (Vorjahr: 13.033 TEUR) geführt hat. Bezüglich der Änderungen bei den Guthaben bei Kreditinstituten sowie Finanzierungsverbindlichkeiten wird auf die Ausführungen unter dem nachfolgenden Abschnitt Zusammengefasste Finanzlage verwiesen. Die Rückstellungen auf Konzernebene setzen sich aus lang,- und kurzfristigen Rückstellungen zusammen, betreffen überwiegend potentielle Versicherungsschäden, Rechtsstreitigkeiten, Umweltschutz sowie Rückstellungen von Zahlungen an Buspartner und betragen 79.859 TEUR (Vorjahr: 46.736 TEUR). Die Erhöhung des Postens ist überwiegend auf die Zuführung zur Rückstellung für potenzielle Versicherungsschäden in Nordamerika zurückzuführen. Finanzverbindlichkeiten betrugen 178.061 TEUR (Vorjahr: 163.028 TEUR) und beinhalten Bankdarlehen sowie kapitalisierte Zinsen. Mehr Informationen dazu sind im Kapitel Zusammengefasste Finanzlage enthalten. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen resultieren im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten gegenüber Buspartnern sowie Verbindlichkeiten für ausstehende Rechnungen und belaufen sich auf 136.556 TEUR (Vorjahr: 105.666 TEUR). Die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist durch allgemeine Steigerung des Geschäftsvolumens begründet. Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten betragen 150.085 TEUR (Vorjahr: 181.904 TEUR) und umfassen überwiegend Leasing- und personalbezogene Verbindlichkeiten. Der Rückgang der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ist durch die Rückzahlung der bedingten Kaufpreisbestandteile gegenüber der Verkaufsseite aus dem Greyhound-Erwerb begründet. Sonstige Verbindlichkeiten betragen 93.466 TEUR (Vorjahr: 95.353 TEUR) und beinhalten insbesondere erhaltene Anzahlungen, unter anderem aus verkauften Gutscheinen, sowie abgegrenzte erhaltene staatliche Zuschüsse sowie Umsatzsteuerverbindlichkeiten. Insgesamt hat sich die Vermögensstruktur gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich verändert. Der Anteil der langfristigen bzw. kurzfristigen Vermögenswerte betrug 66% (Vorjahr 69%) bzw. 34 % (Vorjahr: 31%) der Bilanzsumme. Aufgrund des Verlustes 2022 sank die Eigenkapitalquote von 31,4% im Jahr 2021 auf 23,1% im Jahr 2022. Vermögenslage Flix SE (Jahresabschluss) Das Anlagevermögen der Flix SE weist einen Wert in Höhe von 597.068 TEUR (Vorjahr: 649.913 TEUR) auf; davon entfallen 525.785 TEUR (Vorjahr: 563.090 TEUR) auf Anteile an verbundenen Unternehmen und 47.679 TEUR (Vorjahr: 57.707 TEUR) auf erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte, die aus den Unternehmensakquisitionen der Vorjahre resultieren. Der Rückgang der Anteile an verbundenen Unternehmen resultiert aus den Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 50.764 TEUR (Vorjahr: 2.576 TEUR), die sich überwiegend, wie oben beschrieben, auf die Anteile an Göksu Seyahat ve Tașimacilik A.Ș. (Göksu) in Höhe von 49.922 TEUR beziehen. Die Struktur des Anlagevermögens hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. In den Forderungen der Flix SE in Höhe von 17.619 TEUR (Vorjahr: 22.626 TEUR) sind insbesondere Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 14.824 TEUR (Vorjahr: 21.756 TEUR) enthalten. Diese resultieren überwiegend aus gewährten konzerninternen Darlehen oder laufenden Verrechnungen. Im Vergleich zum Vorjahresstichtag sind die Forderungen gegen verbundene Unternehmen, insbesondere konzerninterne Darlehen, deutlich zurückgegangen. Nach der Aufhebung der Reiserestriktionen in allen Ländern im Geschäftsjahr 2022 hat sich der Cash-Flow aus der operativen Tätigkeit bei den Tochtergesellschaften signifikant verbessert, sodass die Aufnahme neuer Darlehen nicht mehr notwendig war, und die Gesellschaften in der Lage waren, die Darlehen teilweise an die Flix SE zurückzuzahlen. Der Posten Sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von 23.102 TEUR (Vorjahr: 21.334 TEUR) besteht im Wesentlichen aus sonstigen Forderungen gegen Payment Service-Provider. Die aktiven latente Steuern sind von 21.483 TEUR auf 0 TEUR im Geschäftsjahr 2022 zurückgegangen, was im Wesentlichen auf die Ausbuchung der aktiven latenten Steuern auf die Verlustvorträge zurückzuführen ist, da eine Inanspruchnahme im Planungszeitraum als nicht wahrscheinlich erachtet wird. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten insbesondere Personalrückstellungen (Bonus und Urlaub), Rückstellungen für ausstehende Rechnungen und Bankzinsen sowie Drohverlustrückstellungen aus Mietverträgen und Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten. Der Posten hat sich gegenüber dem Vorjahr von 14.070 TEUR auf 24.602 TEUR erhöht, was überwiegend durch die Erhöhung der Drohverlustrückstellung aus Mietverträgen von 1.203 TEUR auf 9.397 TEUR verursacht wurde. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind im Vergleich zum Vorjahr um 30.210 TEUR von 120.088 TEUR auf 150.298 TEUR angestiegen. Der Posten Erhaltene Anzahlungen in Höhe von 47.327 TEUR (Vorjahr: 35.719 TEUR) beinhaltet nicht eingelöste Gutscheine. Sonstige Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen das Nachrangdarlehen inklusive kapitalisierter Zinsen und sind um 17.417 TEUR im Geschäftsjahr 2022 von 141.028 TEUR auf 158.445 TEUR angestiegen, was insbesondere durch den Anstieg der kapitalisierten Zinsen des Nachrangdarlehens verursacht wurde. Zusammengefasste Finanzlage Sowohl die Muttergesellschaft als auch der Konzern finanzieren sich mit Eigen- und Fremdkapital. Für die interne Finanzierung hat die Flix Gruppe 2022 ein Cash pooling in der DACH-Region eingeführt (einen internen Finanzausgleich). Das Cash pooling ermöglicht die Nutzung der Liquiditätsüberschüsse einzelner Gesellschaften des Konzerns zur internen Finanzierung. Dadurch wird eine Reduzierung des Fremdfinanzierungsvolumens sowie eine Optimierung der Geld- und Kapitalanlagen erreicht. Durch die verfügbaren Finanzmittel für die Flix Gruppe und den positiven operativen Cashflow, der sich, wie oben beschrieben, aus der starken Geschäftsbelebung im Jahr 2022 ergeben hat, wurden keine Eigenkapitalmaßnahmen im Geschäftsjahr 2022 notwendig. Auf der Fremdkapitalseite wurde die mit dem Bankkonsortium vereinbarte Kreditlinie von 225.000 TEUR auf 299.280 TEUR erhöht und die Laufzeit wurde bis April 2025 verlängert. Zum Stichtag 31. Dezember 2022 beträgt der ausstehende Darlehensbestand der Flix SE 150.298 TEUR (Vorjahr: 120.088 TEUR), der ausstehende Darlehensstand der Gruppe beträgt 178.061 TEUR (Vorjahr: 163.028 TEUR). Die Flix SE verfügt auch über gewährte und ungenutzte Kreditlinien, einschließlich Nachrangdarlehen, in Höhe von 175.220 TEUR (Vorjahr: 159.693 TEUR) bei diversen Banken, auf die sie immer zugreifen kann, um ausreichend Liquidität für die Gesellschaft und im Konzern sicherzustellen. Die Vertragsbedingungen der Kreditlinie des Bankkonsortiums der Flix SE sehen eine Mindesthöhe für eigenkapitalähnliche Posten und Liquidität vor, welche quartalsweise überprüft werden. 2022 wurden alle Covenants eingehalten und diese werden auch künftig gemäß Planung der Gruppe eingehalten werden können. Der Vorstand der Flix Gruppe unternimmt alle erforderlichen Maßnahmen zur Stärkung der Eigenkapitalposition, um stets den kreditvertraglichen Bedingungen gerecht zu werden. Der Effektivzinssatz der verzinslichen nicht derivativen finanziellen Verbindlichkeiten lag in einer Bandbreite von 1,43% bis 20,7% (Vorjahr: von 1,4% bis 31%). Die große Bandbreite erklärt sich durch Darlehen in lokaler Währung im Hochzinsumfeld mancher Länder wie beispielsweise der Türkei. Die Restlaufzeit der Bankdarlehen in der Flix Gruppe liegt zwischen 6 Monaten und 4 Jahren zum 31.12.2022. Die liquiden Mittel der Flix SE bzw. der Flix Gruppe betragen zum 31. Dezember 2022 51.410 TEUR (Vorjahr: 60.283 TEUR) bzw. 200.761 TEUR (Vorjahr: 190.188 TEUR), wobei 5.000 TEUR (Vorjahr: 18.000 TEUR) aufgrund der für die Fremdfinanzierung der türkischen Gesellschaft hinterlegten Kaution verfügungsbeschränkt sind. Sowohl die Muttergesellschaft als auch der Konzern waren im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Am Ende des Geschäftsjahres befindet sich die Flix Gruppe in einer starken Liquiditätssituation um ihre laufenden Verpflichtungen durch operative Zahlungsströme und erhaltene Erlöse bei Fälligkeit finanzieller Vermögenswerte erfüllen zu können. Die Flix Gruppe generierte im Jahr 2022 den positiven Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit in Höhe von 77.585 TEUR (Vorjahr: -113.664 TEUR). Der negative Cashflow aus der Investitionstätigkeit betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr -31.804 TEUR (Vorjahr: -39.332 TEUR) und verteilt sich auf Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Zahlungen im Zusammenhang mit den Unternehmenserwerben in der Vergangenheit Der negative Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt 36.966 TEUR (Vorjahr: positiver Cashflow 229.220 TEUR) und betrifft im Wesentlichen Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten in Höhe von 76.127 TEUR, Auszahlungen für die Tilgung von Krediten in Höhe von -58.989 TEUR und die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von -36.102 TEUR (2021: -12.037 TEUR). Die Eigenkapitalquote des Konzerns beträgt zum 31. Dezember 2022 23,1% (Vorjahr: 31,4%) und der Flix SE 28,5% (Vorjahr: 47,8%) und wird als ausreichend erachtet. 2.5. Gesamtaussage 2022 war für die Flix Gruppe ein sehr erfolgreiches Jahr. Im Vergleich zum Berichtsjahr 2021 hat sich die Situation bei der Überwindung der Corona-Krise seit dem Frühjahr 2022 vollständig erholt, was es der Flix Gruppe ermöglichte, ihre Reiseaktivitäten über das Niveau vor Covid hinaus zu steigern und ihre finanzielle und operative Leistung deutlich zu verbessern. Der Anstieg der Nachfrage aufgrund der Aufhebung der internationalen Reisebeschränkungen und der weiteren Integration von Greyhound führte zu einem starken Umsatzanstieg von fast 185 % und einer Verbesserung des EBITDA um 168 % von TEUR -31.396 auf TEUR 21.395 sowie des bereinigten EBITDA um 110 % von TEUR -83.496 auf TEUR 8.523, was die Erwartungen des Vorstandes übertraf. Die Aufwendungen in Relation zu den Umsatzerlösen gingen zurück, was insbesondere auf eine starke operative Leistung und eine erfolgreiche kostenbewusste Geschäftssteuerung zurückzuführen ist. Die Liquidität der Gruppe wurde durch den Cashflow aus dem operativen Geschäft sowie durch die Nutzung bestehender Finanzierungsquellen wie Kreditfaszilitäten und ein nachrangiges Darlehen sichergestellt. Darüber hinaus trug die Vorjahresakquisition von Greyhound mit ihren stark staatlich subventionierten Kosten auch im Jahr 2022 zur positiven Entwicklung des EBITDA bei. Der Vorstand ist überzeugt, dass die Flix Gruppe mit den verschiedenen Kostensenkungsmaßnahmen, wie restriktivere Einstellungspolitik und vermeidbare Reisekosten und sonstige Auslagen, und der weiteren Optimierung des operativen Geschäfts das Wachstum und die Profitabilität der Gruppe weiter steigern und ihre Position im Fernverkehrsgeschäft in allen Märkten behaupten und weiter ausbauen wird. 3. Risikobericht Im Jahr 2022 führte die Flix Gruppe ein globales Unternehmensrisikomanagement ein. Dabei wurde der Schwerpunkt auf die Einführung eines integrierten und konsistenten Risikomanagementprozesses innerhalb der Organisation gelegt - beginnend mit einem umfassenden globalen Bottom-up-Ansatz. Dieser dient dazu das bisherige Risikoprofil zu hinterfragen, neue Risiken zu identifizieren, Risiken zu analysieren, zu bewerten und zu priorisieren, wirksame Maßnahmen zur Risikominderung zu definieren und umzusetzen und schließlich effiziente Strukturen zur Risikoberichterstattung und -überwachung zu gewährleisten. Dieser globale Risikomanagementprozess wird von einem globalen Risikokoordinator von Flix gesteuert. Die im Folgenden dargestellten Risiken sind aus dem globalen Risikomanagementprozess abgeleitet. Risikomanagement und Internes Kontrollsystem (IKS) Als Teil des Risikomanagementsystems hat die Flix Gruppe außerdem sein bestehendes internes Kontrollsystem (IKS) standardisiert. Es soll sicherstellen, dass die Buchführung und die Finanzberichterstattung einschließlich ihrer IT-Systeme den geltenden Rechnungslegungsgrundsätzen entsprechen und dass die Jahresabschlüsse sowie Konzernabschlüsse ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermitteln. Das IKS wurde auf der Grundlage des international anerkannten COSO 7 -Rahmenwerks für interne Kontrollsysteme entwickelt. Das IKS wurde weltweit nach einem risikobasierten Ansatz eingeführt und wird kontinuierlich aktualisiert und verbessert. Es ist ein fester Bestandteil der Finanz- und Rechnungslegungsprozesse. Ein Überwachungsprozess der Kontrolleffizienz und -effektivität wird im Jahr 2023 eingeführt.
7 COSO= Committee of Sponsoring Organizations of
the Treadway Commission (www.coso.org)
Parallel zum RMS und IKS wurde aufgrund spezifischer Vorschriften und Anforderungen im Steuerbereich ein Tax Compliance Management System (Tax CMS) aufgebaut und separat implementiert. Zu diesem Zweck wurden steuerbezogene Risikokontrollmatrizen entwickelt. Hauptziel des Tax CMS ist die Vermeidung von systematischen Fehlern durch risikomindernde Maßnahmen und Kontrollen, wie z.B. das Vier-Augen-Prinzip, konzernweite Steuerrichtlinien oder Checklisten. Darüber hinaus dient das Tax CMS der frühzeitigen Erkennung möglicher steuerlicher Risiken sowie der Sicherstellung der Tax Compliance. Die wichtigsten Grundsätze des Tax CMS sind:
Das Tax CMS wird überwacht und laufend aktualisiert. Ab dem Jahr 2023 erhält der Aufsichtsrat regelmäßig Berichte über die Fortschritte und relevanten Erkenntnisse in Bezug auf das IKS und überwacht die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und des internen Kontrollsystems zusammen mit der internen Revision und externen Prüfern. Zusammen mit dem IKS und dem Risikomanagement wurde im Jahr 2022 eine interne Revision eingerichtet, die dem Vorstand, dem Aufsichtsrat und der Geschäftsleitung eine unabhängige Zusicherung der Qualität und Wirksamkeit der internen Kontrolle, des (aktuellen oder künftigen) Risikomanagements und der Governance-Prozesse und -Systeme geben und so dazu beitragen soll, den Wert, die Solvenz und den Ruf des Unternehmens zu schützen. Zu diesem Zweck evaluiert die interne Revision:
Der Risikomanagement Prozess Der neu eingeführte Risikomanagementprozess in der Flix Gruppe ist in die Prozesslandschaft der Gruppe integriert. Er orientiert sich am COSO II Rahmenwerk und umfasst die folgenden Schritte:
Die einzelnen Schritte des Risikomanagementprozesses sind miteinander verknüpft. Sie sind als kontinuierlicher Kreislauf angelegt, der allen an den Risikomanagement-Aktivitäten beteiligten Funktionen zeitnahes Feedback liefert.
Die Methodik und das Rahmenwerk Die systematische Risikobewertung bestimmt die Auswirkungen und die Eintrittswahrscheinlichkeit der identifizierten Risiken unter Berücksichtigung der kurzfristigen (bis zu einem Jahr) und der langfristigen (ein bis fünf Jahre) Perspektive. Das Bewertungssystem der Flix Gruppe verwendet jeweils fünf Kategorien, um die möglichen Auswirkungen und die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos zu bewerten. Die Auswirkung wird anhand der Auswirkung auf das EBITDA oder, falls dies nicht möglich ist, anhand qualitativer Faktoren wie der Reputationsschäden oder einer strategischen Auswirkung gemessen. Die endgültige Risikoeinstufung erfolgt daher in fünf Kategorien von "gering", "mittel", "hoch" über "sehr hoch" bis "kritisch". Die Bewertung der Risiken wird für den Basisfall vorgenommen. Er stellt den Schaden dar, der am wahrscheinlichsten eintreten wird. Dieses Verfahren gewährleistet eine frühzeitige Erkennung von existenz-bedrohenden Risiken innerhalb der gesamten Flix Gruppe. Die Risiko Matrix der Flix Gruppe Als Ergebnis der Methodik wurde die folgende Bewertungsmatrix entwickelt, um alle Risiken im Risikouniversum der Flix Gruppe (immer auf Nettobasis gemessen) richtig zu klassifizieren:
Für den Fall, dass ein Risiko nicht quantitativ nach den in der Matrix vorgegebenen Kategorien gemessen werden kann, hat Flix eine qualitative Bewertungstabelle in die Risikorichtlinie integriert, die hilft, die Risiken entsprechend einzuordnen. Risikoprofil Die folgenden Risiken könnten allein oder zusammen mit anderen Risiken und Unsicherheiten, die dem Vorstand derzeit nicht bekannt sind oder die er derzeit als unwesentlich erachtet, wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und der Flix Gruppe haben. Die wesentlichen Risiken, denen die Flix Gruppe ausgesetzt ist, lassen sich in die folgenden Kategorien unterteilen:
Im Folgenden werden die Risiken, die erhebliche Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit haben könnten, nach Kategorien geordnet erläutert. Wesentliche oder andere ausgewählte Einzelrisiken werden mit einer detaillierteren Beschreibung einschließlich Risikobewertung und Segmentzuordnung dargestellt. 1. IT, Cyber und Datensicherheit Als Technologieunternehmen ist Flix in hohem Maße von einem ordnungsgemäß funktionierenden Buchungsportal für unsere Kunden abhängig, und im Falle eines Ausfalls des Buchungssystems oder des Auftretens technischer Schwierigkeiten könnte der Ticketverkauf vorübergehend unmöglich sein, was sich negativ auf den Umsatz auswirken würde. Darüber hinaus könnten auch unsere operativen Systeme durch einen Vorfall negativ beeinflusst werden. Angesichts der hohen Abhängigkeit von der IT-Infrastruktur des Buchungsportals sowie aller operativen Systeme und der Systeme für die Finanzberichterstattung besteht das Risiko, dass die Cybersicherheitsinfrastruktur und/oder die Schutzmaßnahmen der Gruppe durch immer gezieltere und häufigere Cyberangriffe überwunden werden könnten, was zu finanziellen Verlusten, Datenschutz- und Reputationsschäden führen könnte. Flix reagiert darauf mit einer rechtzeitigen Überprüfung aller Schwachstellen und hat sogar eine eigene IT-Sicherheitsabteilung eingerichtet, um Cyber-Attacken präventiv zu begegnen. Diese IT-Sicherheitsabteilung arbeitet an der ordnungsgemäßen Umsetzung eines ISMS 8 , welches sich an den Grundsätzen der ISO-Norm 27001 orientiert.
8 ISMS = Information Security Management System
Maßnahmen zur Vermeidung oder Verringerung der Risikoauswirkung
Durch den Erwerb von Greyhound im Geschäftsjahr 2021 und die laufende Integration des Unternehmens in die Konzernstruktur ist der Flix Konzern Risiken ausgesetzt, die sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken können. Die Post-Merger-Integration spielt eine wichtige Rolle für den Erfolg der Flix Gruppe und kann durch negative Veränderungen in den laufenden Geschäftsprozessen beeinflusst werden. Daher kann der Integrationsprozess mehr Zeit und Ressourcen in Anspruch nehmen als erwartet und sich negativ auf die Geschäftstätigkeit der Flix Gruppe auswirken.
Die Umstellung von Greyhound auf die neue Flix Plattform (im 1. Quartal 2023) und die Integration von Greyhound in das Flix-Universum könnten die Umsätze, den Betrieb und die Berichterstattung von Greyhound beeinträchtigen.
Maßnahmen zur Vermeidung oder Verringerung der Risikoauswirkung
2. Sicherheit, Schutz und Betriebsablauf Ein schnell wachsendes Geschäft geht mit der Inbetriebnahme neuer Linien und der Zusammenarbeit mit neuen Buspartnern einher. Daraus kann sich das Risiko ergeben, das Qualitätsniveau und die Empfehlungsrate nicht halten zu können. Auch ein möglicher Unfall eines Busses unserer Flotte könnte dem Image des Unternehmens schaden und damit Buchungen und Umsätze für die gesamte Gruppe verringern. Dank des umfassenden Sicherheitskonzepts der Gruppe liegt die Zahl der schweren Unfälle absolut gesehen sehr gering. Darüber hinaus haben die bisherigen Unfälle den Ruf der Gruppe nicht derart geschädigt, dass dieses Risiko als eher moderat einzustufen ist. Wie in den vergangenen Jahren bestehen weltweit Risiken durch die Übertragung von Infektionen vom Tier auf den Menschen, von Mensch zu Mensch und auf anderen Wegen, durch Epidemien, Pandemien oder andere Ausbreitungsmuster wie Bioterrorismus, die die Gefahr hoher Krankheitsraten in verschiedenen Ländern, Regionen oder sogar Kontinenten mit sich bringen. Kurz-, mittel- und langfristig kann dies dazu führen, dass die Zahl der Bus- und Bahnreisenden aus Angst vor Ansteckung drastisch zurückgeht. Ebenso können behördliche Reisebeschränkungen aus Angst vor der Einschleppung von Krankheitserregern zu betrieblichen Einschränkungen führen. Die Flix Group prüft laufend Informationen von verschiedenen Institutionen, um die Bedrohung durch Epidemien oder Pandemien so früh wie möglich zu erkennen. Erfreulicherweise flachte die COVID-Krise im Laufe des Jahres 2022 ab und die Reisenachfrage kehrte auf ein Vorkrisenniveau zurück, dennoch besteht derzeit das Risiko, dass sich diese Situation wieder ändert und die wirtschaftlichen Auswirkungen gravierender sind als angenommen.
Ausbreitung von COVID-19 (oder einer anderen neuen Ansteckung), wenn neue Varianten auftauchen, die ansteckender sind und/oder sich dem Impfschutz entziehen können, so dass bestimmte Einschränkungen getroffen werden oder die Menschen nicht reisen wollen.
Maßnahmen zur Vermeidung oder Verringerung der Risikoauswirkung
3. Mitarbeiter Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter zu gewinnen, einzustellen und zu halten, ist für unsere Strategie von entscheidender Bedeutung. In einigen Märkten kann der demografische Wandel jedoch zu einer Verknappung des Angebots führen. Ein weiteres Risiko ist der starke Wettbewerb auf den Arbeitsmärkten, der zu einer höheren Fluktuation als üblich führen könnte. Das heutige Arbeitsumfeld erfordert eine globale Einstellungsstrategie mit einem starken Employer-Branding sowie Entwicklungsmöglichkeiten in Kombination mit attraktiven Vergütungsmodellen und flexiblen Arbeitsmodellen. Risiken, die für Flix besonders hervorzuheben sind, sind der weltweite Fahrermangel sowie die Rekrutierung und Bindung von Talenten, wobei die Situation in unserem nordamerikanischen Segment besonders hervorzuheben ist.
Hohe Fluktuation von talentiertem Personal in der Organisation.
Maßnahmen zur Vermeidung oder Verringerung der Risikoauswirkung
Die Zahl der Fahrer im Dienstleistungssektor ist in den letzten Jahren zurückgegangen; dieser Trend wurde durch die COVID-Pandemie noch beschleunigt.
Maßnahmen zur Vermeidung oder Verringerung der Risikoauswirkung
Arbeitskräftemangel in den USA bei Fahrern, Mechanikern und Facharbeitern; Schwierigkeiten wichtige Mitarbeiter zu halten und/oder neue Mitarbeiter einzustellen.
Maßnahmen zur Vermeidung oder Verringerung der Risikoauswirkung
4. Regulatorisches Umfeld und Gesetzgebung Flix unterliegt einer Reihe von Gesetzen und Vorschriften, da wir in vielen Ländern mit unterschiedlicher Gesetzgebung tätig sind. Aus diesem Grund sind oft lokale Anpassungen erforderlich, um diesen Gesetzen und Vorschriften in jedem Land, in dem wir tätig sind, gerecht zu werden. Um diese gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, können weitere Kosten anfallen (z.B. Entwicklungskosten für die Anpassung der Plattform). Das drohende Dieselfahrverbot bzw. die Einführung einer blauen Plakette in Deutschland könnte sich negativ auf die Ertrags- und Finanzlage der Partnerunternehmen und damit der Flix Gruppe auswirken, da für Fahrten überwiegend Dieselfahrzeuge eingesetzt werden. Dies ist aber nicht nur für Deutschland relevant, da immer mehr unserer operativen Länder, insbesondere in der Europäischen Union, einen stärkeren Fokus auf Umweltmaßnahmen legen. Die Flix Group begegnet dem durch den Einsatz moderner EURO 6 Fahrzeuge, die laut Umweltbundesamt die beste Umweltbilanz aller Fernverkehrsmittel aufweisen. Darüber hinaus hat Flix eine Strategie zur Umstellung der Flotte entwickelt, um für künftige Änderungen im regulatorischen Umfeld gerüstet zu sein und ein klimaneutrales Konzept zu erreichen. Auf vielen Linien betreiben Flix und seine Buspartner bereits Linienverkehre mit nicht-dieselgetriebenen Bussen, um den CO 2 -Fußabdruck weiter zu reduzieren, z.B. Biogas-Busse zwischen Brüssel und Amsterdam oder Stockholm und Göteborg, Biokraftstoff-Busse in Frankreich, Elektro-Busse in Spanien.
Behördliche Beschränkungen für dieselbetriebene Busse bei der Einfahrt in Städte/Zentren oder sogar Länder.
Maßnahmen zur Vermeidung oder Verringerung der Risikoauswirkung
Ein zweiter Faktor sind subventionierte Fahrkarten für den öffentlichen Verkehr, die in unseren Betreiberländern eingeführt werden oder werden sollen und die für uns ein gewisses Risiko bergen, falls wir nicht in die Konzepte einbezogen werden. Dieses Risiko stellt sich für uns wie folgt dar:
Ähnlich wie das 9-Euro-Ticket in Deutschland im Sommer 2022 haben auch andere europäische Regierungen staatlich subventionierte Tickets für den öffentlichen Nahverkehr eingeführt oder planen dies. Das deutsche Beispiel könnte ein "best practice" für andere EU-Mitgliedstaaten sein.
Maßnahmen zur Vermeidung oder Verringerung der Risikoauswirkung
Das nordamerikanische Risikoprofil ist in hohem Maße durch das allgemeine prozessuale Umfeld in den USA beeinflusst. Im Falle eines Rechtsstreits werden dem Kläger oft hohe Summen zugesprochen. Um dieses Risiko, das eher durch seine Nettoauswirkungen auf das EBITDA als durch die allgemeine Wahrscheinlichkeit beeinflusst wird, zu mindern, wurde das allgemeine Compliance-Konzept 2022 neu eingeführt, und in den Jahresabschlüssen werden für bestimmte Fälle Rückstellungen gebildet, um die Auswirkungen auf das EBITDA im Falle des Eintretens eines Risikos abzubilden.
Forderungen gegen Tochterunternehmen in Nordamerika wegen verschiedener Beschwerden von Kunden, Partnern und Mitarbeitern.
Maßnahmen zur Vermeidung oder Verringerung der Risikoauswirkung
Für unser Flixtrain-Geschäft beziehen sich die Hauptrisiken in diesem Cluster auf politische Entscheidungen, die sich auf unser Geschäft auswirken. Neben dem bereits erwähnten Risiko von staatlich subventionierten Fahrkarten, das auch für das Zuggeschäft relevant ist, besteht auch die Möglichkeit, dass sich die Bedingungen für den Netzzugang im Allgemeinen ändern (hohes Risiko) oder die Marktzugangsbarrieren erhöht werden, so dass das Zuggeschäft in bestimmten Ländern nicht eingeführt werden kann (geringes Risiko). Um diese Risiken zu mindern, arbeitet das Public Affairs Team von Flix seit Jahren in verschiedenen Verbänden und runden Tischen mit und verfolgt kontinuierlich das politische Umfeld. Darüber hinaus haben wir in enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern Konzepte zur Risikominderung entwickelt, um mögliche zukünftige Standards erfüllen zu können. Im Rahmen der Risikobewertung im Jahr 2022 führte Flix auch eine spezielle Bewertung der Compliance-Risiken durch, um die wichtigsten Compliance-Risiken auf globaler Basis zu ermitteln. Die wichtigsten Risiken, die bei dieser Bewertung ermittelt wurden, waren: Scheinselbstständigkeit, potenzielle kartellrechtliche Probleme und Korruption sowie Datenschutz (siehe separates Kapitel dazu). Da unser ursprüngliches Geschäftsmodell in hohem Maße von den vertraglichen Beziehungen zu unseren Mobilitätspartnern und externen Zulieferern abhängt, wurde die Scheinselbstständigkeit als eines unserer größten Risiken im Bereich der Einhaltung der Vorschriften ermittelt. Um dieses Risiko zu mindern, wurde ein Fragebogen für Freiberufler eingeführt, um sicherzustellen, dass sie die rechtlichen Anforderungen erfüllen. Darüber hinaus wurden Compliance-Schulungen durchgeführt, um das allgemeine Bewusstsein zu schärfen. In Bezug auf unsere Mobilitätspartner besteht im Rahmen des neuen EU-Mobilitätspakets II auch ein gewisses Risiko der Scheinselbstständigkeit, dessen Nettoauswirkungen auf das EBITDA derzeit als gering eingeschätzt werden. Die Strategie zur Risikominderung wird derzeit entwickelt. Aufgrund der starken Marktposition von Flix in bestimmten Märkten besteht ein potenzielles Risiko kartellrechtlicher Themen. In führenden Märkten könnte unsere Preisstrategie als Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht oder als Diskriminierung anderer Vertriebshändler und Lieferanten angesehen werden. Flix hat eine Kartellrechtspolitik, die von umfassenden Schulungen begleitet wird, um dieses Risiko zu mindern und sicherzustellen, dass die starke Marktposition in bestimmten Märkten nicht missbraucht wird. Das Rechtsteam ist eng eingebunden, um alle Verträge in Übereinstimmung mit dem Wettbewerbs- und Kartellrecht zu gestalten. Im Jahr 2022 hat Flix seinen Verhaltenskodex und seine Kartellrechtsrichtlinie aktualisiert, in denen die Verpflichtung von Flix zur Verhinderung und Aufdeckung von Bestechung und Korruption, wo auch immer sie auftritt, festgelegt ist. Ein Anti-Korruptions-Training war ebenfalls Teil der Initiative im Jahr 2022, um das Bewusstsein für Compliance-Themen zu schärfen. Mit all diesen Maßnahmen sieht Flix derzeit eine weitgehend unwahrscheinliche Eintrittswahrscheinlichkeit für Risiken aus kartellrechtlich relevanten Themen, die Inhalte wie Kartellbildung, Exklusivitätsbelieferung, marktbeherrschende Stellung oder den Informationsaustausch zwischen Wettbewerbern umfassen. 5. Datenschutz Als datengetriebenes B2C-Unternehmen verarbeitet Flix eine große Menge an personenbezogenen Daten, insbesondere von Kunden. Die Nichteinhaltung der gesetzlichen Datenschutzbestimmungen stellt für uns ein erhebliches Risiko dar. Sie könnte zu hohen Geldstrafen und Rufschädigung führen und den Verlust von Kunden oder Geschäftspartnern zur Folge haben. Unsere Datenschutzabteilung hat im Jahr 2022 ein neues Datenschutzmanagementsystem (DMS) eingerichtet, das beispielsweise ein neues toolgestütztes Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten, eine neue globale Datenschutzrichtlinie und eine obligatorische GDPR-Schulung (für EU-Mitarbeiter) umfasst. Darüber hinaus haben wir ein Netzwerk lokaler Datenschutzkoordinatoren eingerichtet, die alle Kollegen in unseren globalen Einheiten bei datenschutzbezogenen Anfragen unterstützen. Da sich die Datenschutzbestimmungen in unserem nordamerikanischen Segment von den Bestimmungen in unseren anderen Betriebsländern unterscheiden, wurde das Risiko separat bewertet.
Verarbeitung personenbezogener Kundendaten ohne Rechtsgrundlage oder Verstoß gegen andere Datenschutzgrundsätze (z. B. Datenminimierung, Zweckbindung) und Verpflichtungen (z. B. Rechte der Betroffenen). Nichteinhaltung von Datenschutzbestimmungen wie dem California Consumer Privacy Act (CCPA) (für Nordamerika) & GDPR.
Maßnahmen zur Vermeidung oder Verringerung der Risikoauswirkung
6. Margeneffizienz, Gütereinsatz und Geschäftsmodell Unabhängig von kurzfristigen Effekten haben die Dieselpreise langfristig eine große und meist indirekte Auswirkung auf unsere Kosten, die sich in erhöhten Ticketpreisen niederschlagen. Erfahrungsgemäß können die steigenden Preise durch eine höhere Zahlungsbereitschaft kompensiert werden, da alternative Verkehrsmittel ebenfalls teurer werden, aber alternativ angetriebene Fahrzeuge irgendwann billiger als Diesel sind. Wenn sich der Dieselpreis schneller als erwartet verteuert, sind wir vielleicht noch nicht bereit, auf Alternativen umzusteigen, oder sie sind noch zu teuer.
Steigende Diesel- und Energiepreise sind ein relevanter Kostenfaktor und damit ein relevantes Geschäftsrisiko für Flix und seine Buspartner. Gleichzeitig werden sich steigende Preise für fossile Brennstoffe in Bezug auf die Kosten pro Fahrgast viel stärker auf den Individualverkehr auswirken. Dies wird folglich zu einer höheren Nachfrage nach geteilter Mobilität mit Bussen und Bahnen führen und damit eine Chance für Flix darstellen.
Maßnahmen zur Vermeidung oder Verringerung der Risikoauswirkung
Unser Zuggeschäft ist kurz- und mittelfristig auch von steigenden Betriebskosten (insbesondere für Strom) betroffen. Dieses Risiko wird derzeit als sehr hoch eingeschätzt. Wie im Busgeschäft gehen wir davon aus, dass sich diese Kosten in den künftigen Fahrpreisen widerspiegeln werden, da unsere Konkurrenten auf dem Zugmarkt mit den gleichen Preissteigerungen konfrontiert werden und die Kostenstruktur unseres FlixTrain-Betriebs im Vergleich zur Deutschen Bahn, dem größten Konkurrenten, wesentlich effizienter ist. Parallel dazu prüft Flix die Möglichkeit, eine Hedging-Strategie für Strom einzuführen. Ein weiterer Faktor, der die Margeneffizienz beeinflussen kann, sind steigende Preise für neue Businvestitionen oder Erneuerungen für unsere Partner, was zu erhöhten Mindestgarantien für Flix führt, um die Produktionskosten des Partners zu decken. Dies stellt ein zusätzliches, nicht beeinflussbares Risiko dar und würde sich negativ auf die derzeit als hoch eingestufte Ertragslage auswirken. Das FlixBus-Netz ist auf eine enge Partnerschaft mit traditionellen mittelständischen Unternehmen angewiesen: regionale Buspartner, die für die FlixBus-Flotte verantwortlich sind. Aus den vertraglichen Beziehungen mit den Partnern ergibt sich eine gewisse Abhängigkeit der Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen durch die Partner. Da die Geschäftsentwicklungsteams jedoch versuchen, das Partnerportfolio diversifiziert zu halten, um nicht zu sehr von einzelnen Partnern abhängig zu sein, und Partner zu akquirieren, die auch andere Geschäftsbereiche haben, so dass sie nicht vollständig von Flix abhängig sind, wird dieses Risiko als begrenzt angesehen. Ein weiteres Risiko könnte darin bestehen, die Mobilitätspartner zu finden, die die Anforderungen von Flix erfüllen, um unsere Wachstumsstrategie zu erfüllen. Da die Kosten für Rohstoffe und Investitionen derzeit steigen, wird dieses Risiko vom Unternehmen als hoch eingestuft. 7. Geopolitische, makroökonomische und sozioökonomische Entwicklungen In einzelnen Ländern, in denen die Flix SE über ihre Tochtergesellschaften tätig ist, herrscht nach wie vor ein aggressiver Preiskampf zwischen den Fernbusanbietern, der kurz- und mittelfristig zu einer Verringerung der Umsätze und der Profitabilität führen könnte. Ein Risiko besteht auch in den aggressiven Wettbewerbsstrategien der Deutschen Bahn AG, der französischen SNCF und der italienischen Ferrovie dello Stato (FS) gegenüber den Fernbusanbietern, um die Abwanderung von Bahnkunden zu stoppen bzw. Kunden von den Fernbusanbietern abzuwerben. Dies geschieht insbesondere durch das Angebot billigerer Fahrkarten für Bahnfahrten. Der Preiskampf wird auch gegen digitale Mitfahrzentralen und Fluggesellschaften geführt. Während in Europa der Wettbewerb mit der Bahn sehr wichtig ist, gibt es in den USA und der Türkei aufgrund der fehlenden Infrastruktur keinen solchen Wettbewerbsdruck. Die Flix Group begegnet dem mit verstärkten Kundenbindungsmaßnahmen, Innovationen und Weiterentwicklungen sowie wettbewerbsfähigen Preisen, um die eigene Auslastung hochzuhalten. Die Aufrechterhaltung eines hochprofitablen Netzes könnte auch den Raum für weiteren Wettbewerb öffnen, da es als attraktives Geschäftsfeld angesehen wird. Unser Zuggeschäft könnte auch durch neue Hochgeschwindigkeitsstrecken unserer Konkurrenten beeinträchtigt werden, die die Reisezeit ihrer Fahrten verkürzen und zu einer geringeren Auslastung auf unseren Strecken führen. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass wir wichtige Trassen gegenüber unseren Wettbewerbern verlieren, da Trassen/Kapazitäten auf dem deutschen und schwedischen Schienennetz jedes Jahr neu beantragt werden müssen und es insbesondere in Deutschland zu Konflikten mit dem DB Fernverkehr kommen könnte, da die Nachfrage größer ist als die verfügbaren Trassen. Dies könnte auch dazu führen, dass wir ein oder mehrere Teile für ein ganzes Jahr verlieren. Dies wird derzeit als ein sehr hohes Risiko angesehen. In dieser Risikokategorie ist das Risiko, das für Flix am meisten hervorzuheben ist, die allgemeine globale Wirtschaftslage und die aktuellen Aussichten für die nächsten Jahre:
Zunehmendes Risiko einer weltweiten Rezession; steigende Zinsen und Inflationsraten verlangsamen die Weltwirtschaft, und sie wird unbeständiger und anfälliger. Langfristig gesehen wird dieses Risiko immer noch als sehr hoch angesehen.
Maßnahmen zur Vermeidung oder Verringerung der Risikoauswirkung
8. Umweltauswirkungen und Nachhaltigkeit Die zunehmend kritische Wahrnehmung von Verkehrsmitteln, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, birgt für Flix das Risiko eines Reputationsschadens durch die dieselbetriebene Busflotte. Obwohl der ökologische Fußabdruck von Fernbussen laut Umweltbundesamt geringer ist als der von Zügen, besteht auch das Risiko eines finanziellen Schadens, wenn Kunden in Zukunft teilweise auf Fernreisen verzichten oder auf vermeintlich umweltfreundlichere Verkehrsmittel umsteigen. Die Flix-Gruppe arbeitet kontinuierlich an der Verbesserung ihrer Ökobilanz durch den Einsatz moderner Busse, die den neuesten Abgasnormen entsprechen. Darüber hinaus arbeitet Flix auch am Einsatz von alternativen Antrieben und hat eine Klimastrategie erarbeitet, um die Emissionen der Busflotte durch die schrittweis Umstellung auf alternative Kraftstoffe und Antriebe weiter zu entkarbonisieren. So gab es bereits mehrere Pilotprojekte für Elektrobusse und derzeit verkehrt ein Biogasbus zwischen Brüssel und Amsterdam zwei Colza Biodiesel Busse in Frankreich und ein E-Bus in Portugal. Darüber hinaus arbeitet die Flix SE gemeinsam mit anderen Projektpartnern an der Entwicklung des ersten europäischen Wasserstoff-Fernbusses und hat eine Partnerschaft mit Daimler zur Entwicklung eines vollelektrischen Antriebs für Langstreckenbusse. Der Zugbetrieb von FlixTrain wird ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben. Mit der Übernahme der Greyhound-Linien durch Flix hat der Konzern auch bestimmte Umweltverpflichtungen in den USA übernommen (Tankentfernung, Altlastensanierung, Grundwasserüberwachung). Greyhound wird für alle vor dem Abschluss anfallenden Umweltsanierungskosten vollständig entschädigt, was jedoch nach dem Abschluss zu einem Mittelabfluss führt. Der größte Teil der Umwelthaftung wird von FirstGroup, dem Verkäufer der Greyhound-Linien, entschädigt. Diese Verbindlichkeiten wurden bewertet, und in den Jahresabschlüssen wurde eine Rückstellung für diese Art von Verpflichtungen als Abfederungsmaßnahme ausgewiesen. Naturkatastrophen wie Erdbeben (z.B. in unserem Segment in der Türkei) oder Wirbelstürme/Blizzards (im Segment Nordamerika) stellen auch für Flix ein gewisses Risiko dar, da wir auf eine funktionierende Infrastruktur angewiesen sind. Basierend auf den Erfahrungen der Vergangenheit und unserer internen Bewertung wird das Risiko für diese Ereignisse als gering angegeben. Im Jahr 2022 führte die Flix Gruppe im Einklang mit den Empfehlungen der Task Force on Climate Related Financial Disclosures (TCFD) eine erste quantitative und qualitative Klima Szenarioanalyse in einem Modellierungsansatz durch, um wesentliche Klimarisiken und -chancen zu bewerten und kurz- bis langfristige Auswirkungen auf das Geschäft abzuleiten. Die Klima Szenarioanalyse ist vollständig in das in diesem Bericht beschriebene Risikomanagement des Unternehmens integriert. 9. Finanzen and Unternehmensplanung Die Budgetplanung ist Grundlage für mehrere strategische und operative Geschäftsentscheidungen bei Flix. Es besteht immer ein gewisses Risiko, dass zu optimistische Annahmen im Budget zu einem höheren Geldbedarf führen oder dass auf der Grundlage dieses Plans ungünstige Entscheidungen getroffen werden. Um dieses Risiko zu mindern, hat Flix einen gut strukturierten Prozess eingeführt, um ein eher konservatives Budget zu erstellen, das mit hoher Wahrscheinlichkeit eingehalten wird. Die M&A-Aktivitäten der Flix Gruppe können gewisse Risiken mit sich bringen, da sie mit Unsicherheiten in Bezug auf nicht offengelegte oder übersehene Risiken während der Due-Diligence-Prüfung behaftet sind, aber auch nach dem Abschluss des Geschäfts besteht ein potenzielles Risiko, dass die finanziellen Ziele des Business Case verfehlt werden. Wir mindern diese Risiken, indem wir ausreichend Zeit und Ressourcen für solche Projekte bereitstellen und unsere internen Entscheidungsprozesse für M&A-Aktivitäten verbessern. Erfahrungsgemäß sind diese Risiken eher unwahrscheinlich und haben nur geringe Auswirkungen auf das EBITDA, so dass die Risikobewertung insgesamt moderat ausfällt. Wechselkursrisiken Die Flix Gruppe ist mit Fremdwährungsrisiken konfrontiert, die sich insbesondere aus dem internationalen Verkauf von Bustickets ergeben. Obwohl der Konzern derzeit keine Fremdwährungssicherungsgeschäfte tätigt, wird dieses Risiko dadurch gemindert, dass die Konzessionen überwiegend der jeweiligen Tochtergesellschaft zugeordnet werden, die auch die Umsätze aus diesen Verbindungen erzielt. Dadurch werden sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben, einschließlich der Cashflows in den jeweiligen Währungen, bei den Tochtergesellschaften abgestimmt. Aufgrund der Investitionstätigkeit des Flix Konzerns außerhalb der Europäischen Währungsunion ergeben sich diese Risiken aus Währungsschwankungen oder Abwertungen. Wechselkursrisiken und Wechselkursänderungen zwischen dem Euro und den Währungen der lokalen Märkte können durch Translationseffekte einen wesentlichen Einfluss auf die Ertragslage haben. Negative Translationseffekte ergeben sich aus der Umrechnung der in den jeweiligen funktionalen Währungen erstellten Abschlüsse unserer konsolidierten Tochter-gesellschaften in unsere Berichtswährung Euro im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses. Das Fremdwährungsrisiko bezieht sich insbesondere auf die türkische Lira und den brasilianischen Real, aber auch die Entwicklung des USD wird genau beobachtet. Liquiditätsrisiko/Risiken aus Finanzinstrumenten Bei der Flix Gruppe überprüft die Treasury-Abteilung regelmäßig den Stand der verfügbaren Liquiditätsreserven. Im Rahmen des monatlichen Forecast-Prozesses wird zudem eine Prognose für die kommenden Monate erstellt, so dass auf eine potenziell kritische Liquiditätssituation frühzeitig mit entsprechenden Gegenmaßnahmen reagiert werden kann. Bei Bedarf werden Finanzierungsmaßnahmen eingeleitet, um die Einhaltung der finanziellen und wirtschaftlichen Verpflichtungen sicherzustellen. Parallel dazu hat Flix die revolvierende Kreditlinie mit ihren Kreditgebern bis 2025 verlängert und erweitert. In Kombination mit der verbesserten Geschäftsentwicklung durch das Erreichen eines positiven EBITDA im Jahr 2022 hat sich der Liquiditätsspielraum von Flix deutlich verbessert. Die wichtigsten Finanzinstrumente des Flix-Konzerns sind Forderungen, Bankguthaben und Verbindlichkeiten. Die Treasury-Abteilung des Konzerns überwacht und steuert die damit verbundenen finanziellen Risiken. Zu diesen Risiken gehören das Marktrisiko, das Wechselkursrisiko, das Zinsrisiko, das Ausfallrisiko und das Liquiditätsrisiko. Die Risiken werden nach Grad und Ausmaß analysiert und mit Hilfe von Instrumenten, die von den Abteilungen Treasury und Controlling bereitgestellt werden, konzernweit gesteuert. Soweit Finanzinstrumente einem Ausfallrisiko ausgesetzt sind, werden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen. Gesamtrisikosituation / Ausblick Die Gesamtrisikosituation der Flix Gruppe hat sich im Vergleich zum Vorjahr strukturell leicht verbessert. Erfreulicherweise hat sich die Corona-Krise abgeflacht und die weltweite Lust zu Reisen ist wieder zurück. Parallel dazu hat Flix seine neue profitable Wachstumsstrategie eingeführt, deren Umsetzung zu einem positiven EBITDA auf Gruppenebene im Jahr 2022 geführt hat. Die derzeitige Situation wird immer noch stark von der allgemeinen Weltwirtschaftslage, dem Risiko einer Rezession und der allgemeinen politischen Lage (z.B. Ukraine-Krise) beeinflusst. Diese globale Unsicherheit bleibt bestehen und der weitere Verlauf der Ukrainekrise ist schwer vorhersehbar, aber mit der Einführung unseres neuen Risikomanagementsystems haben wir ein weiteres Instrument zur frühzeitigen Erkennung und Steuerung der bestehenden Risiken. Darüber hinaus hat die Gruppe eine neue Funktion eingerichtet, die sich mit unserer nachhaltigen Wachstumsstrategie beschäftigt. Auf Basis unseres Risikomanagementsystems sind für Flix im aktuellen Prognosezeitraum keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand der Flix Gruppe und der Flix SE in Frage stellen. Derartige Risiken sind auch in absehbarer Zukunft nicht zu erwarten. Im Jahr 2023 werden wir die Arbeit am weiteren Ausbau und der Verbesserung unseres Risikomanagements fortsetzen. 4. Chancenbericht Der Gesellschaft und der Unternehmensgruppe bieten sich in der Zukunft eine Reihe von Chancen, die insbesondere aus dem wachsenden Angebot sowie den Wettbewerbsstärken der Flix Gruppe resultieren. Gesamtwirtschaftliches Umfeld Die Prognose für das Geschäftsjahr 2023 der Flix Gruppe ruht maßgeblich auf den Erwartungen des Internationalen Währungsfonds hinsichtlich der makroökonomischen Rahmenbedingungen. In der aktualisierten Fassung des World Economic Outlook aus dem Januar 2023, erwarten die Ökonomen ein Wachstum der Weltwirtschaft von 2,9% für das laufende Jahr und eine sukzessive Wachstumsbeschleunigung auf 3,1% im Jahr 2024. Eine expandierende Gesamtwirtschaft sollte sich stimulierend auf die Reisenachfrage auswirken. Sollte die Weltwirtschaft entgegen den Erwartungen stärker zulegen, so dürfte dies zusätzliche positive Impulse auf die Mobilitätsnachfrage im Allgemeinen und dem Geschäft der Flix Gruppe im Besonderen haben. Die volatile Wirtschaftslage im Jahr 2022 hat offenbart, dass es auch in wirtschaftlich unruhigeren Zeiten eine robuste Nachfrage nach bezahlbarer Mobilität gibt, von der die Flix Gruppe profitieren konnte. Weitergehende Chancen, das heißt die, die über die konkreten Planungen der Flix Gruppe für die kommenden Jahre hinausgehen, könnten sich aus einem schnelleren weltwirtschaftlichen Wachstum und der damit verbundenen Zusatznachfrage nach Mobilitätsdienstleistungen wie Bus und Bahn ergeben. Dieser Trend wird vornehmlich für die Segmente Europa und Nordamerika angenommen. Für die Türkei hatte der IWF ein Wirtschaftswachstum von zunächst 3 % im Jahr 2023 vorausgesagt. Nach den verheerenden Erdbeben Mitte Februar, dem stärksten, das die Türkei seit fast einem Jahrhundert heimgesucht hat, könnte sich das Wachstum um mindestens ein Drittel verringern. 9 10
9 IWF: World Economic Outlook Update, January
2023: Turkey (Link)
Marktkonsolidierung Im Geschäftsjahr 2022 hat Flix die Konsolidierung des weltweiten Fernbusmarktes mit der erfolgreichen Integration von Greyhound Lines Inc. sowie mit wachsenden Marktanteilen in anderen Regionen weiter aktiv vorangetrieben. Mit dem Ende der Pandemie wird erwartet, dass nicht nur der Straßen- und Schienenfernverkehrsmarkt dynamisch wächst, sondern auch der Wettbewerbsdruck wieder zunehmen dürfte. Da zahlreiche Akteure noch immer von den negativen finanziellen Folgen der Pandemie geplagt sind, erwartet der Vorstand in der Folge erhebliche Konsolidierungsmöglichkeiten durch weitere Fusionen und Übernahmen. Die Krisensituation in der Branche ab 2020 wird voraussichtlich auch zu niedrigeren Bewertungen für potenzielle Übernahmen im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie führen. Dies versetzt die Flix Gruppe in die Lage, die Marktkonsolidierung aktiv voranzutreiben und die sich bietenden Chancen zu ergreifen. In Europa und Nordamerika ist die Konsolidierung bereits weiter fortgeschritten, so dass sich auf dem stärker fragmentierten Markt der Türkei größere Chancen ergeben könnten. Neue Strategie des profitablen Wachstums Im Geschäftsjahr 2022 hat das Flix Management eine neue überarbeitete Strategie des profitablen Wachstums den Investoren der Flix Gruppe präsentiert. Im Fokus der Strategie steht die Gewinnentwicklung und Cash- Generierung, welche maßgeblich dazu beitragen soll, gestärkt aus der Pandemie hervorzugehen. Des Weiteren zielt die Strategie darauf ab, ein kontinuierliches Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich pro Jahr zu erzielen und die strukturelle Profitabilität auszubauen. Dabei kommt den Unit Economics ein besonderes Augenmerk zu, welche durch eine optimierte Kapazitätsauslastung, ein verbessertes Ertragsmanagement, der Forcierung hochprofitabler Zusatzleistungen und durch vollständige Ausschöpfung der Plattformvorteile spürbar verbessert werden sollen. Zusätzlich durch schlanke Prozesse und Strukturen eine strikte Kostendisziplin gewährleistet werden. Erste Ergebnisse waren bereits im Jahr 2022 sichtbar, als ein positives EBITDA erzielt wurde, ein Jahr früher als intern geplant. Für die kommenden Jahre wird eine weitere Verbesserung der Rentabilität angestrebt, indem die Strategie des profitablen Wachstums weiter umgesetzt wird. Zusätzliche Chancen für die Flix Gruppe könnten sich ergeben, wenn die im Rahmen des Programms ergriffenen Schritte erfolgreicher als geplant verlaufen und zusätzliche Maßnahmen mit positiven Ergebniseffekten identifiziert und umgesetzt werden. Globale Expansion Seit der Aufnahme der Geschäftstätigkeit wurde das Streckennetz der Flix Group kontinuierlich ausgebaut. Wurden anfangs nur innerdeutsche Fahrten angeboten, konnte das Geschäft im Laufe der Zeit auf 39 Länder ausgeweitet werden. Die Übernahme von Greyhound Lines Inc. im Oktober 2021 stellt ein weiterer Meilenstein in der Erreichung der Vision von Flix dar, bezahlbare und umweltfreundliche Mobilität für Menschen auf der ganzen Welt anzubieten. FlixTrain ist derzeit in Schweden und Deutschland verfügbar. Fahrgäste können über eine einheitliche Website Fernbus- und Bahnreisen in ihrer jeweiligen Sprache buchen. Dieses weltweit flächendeckende Angebot, das auf die Wünsche der Fahrgäste zugeschnitten ist, stellt einen enormen Wettbewerbsvorteil gegenüber lokalen Fernbusanbietern dar. Für Partnerunternehmen ergeben sich Vorteile durch die Bündelung von übergeordneten Funktionen und die damit verbundene Optimierung der Betriebskosten. Neu erworbene Tochterunternehmen werden im Rahmen der Post-Merger-Integration schnellstmöglich in die Konzernstruktur integriert, damit auch sie von diesen Effizienzsteigerungen profitieren können. Die Entwicklung seit der Marktöffnung in Deutschland vor zehn Jahren zeigt, dass der Fernbus mit sozialer und preiswerter Mobilität überall erfolgreich sein kann - egal ob in streng regulierten oder offenen Märkten. Mit seinem spezifischen Geschäftsmodell kann Flix schnell wachsen und die hohe Nachfrage nach bezahlbarer, umweltfreundlicher Mobilität decken. Weitere politische Bestrebungen zur Harmonisierung der europäischen Rahmenbedingungen im Bahn- und Busbereich, die insbesondere von der Europäischen Kommission im Rahmen der Strategie für die digitale und nachhaltige Transformation vorangetrieben werden, kommen der internationalen Ausrichtung von Flix entgegen und sollten die weitere Expansion begünstigen. Nachhaltigkeit Nachhaltigkeitsaspekte spielen eine integrale und entscheidende Rolle in der DNA und Strategie von Flix. Die Flix-Gruppe nimmt ihre Verantwortung für Klima und Umwelt an und arbeitet kontinuierlich an der Verbesserung ihrer ökologischen Effizienz. Trotz der bereits sehr guten Umweltbilanz der Fernbusse arbeitet Flix an der Weiterentwicklung nachhaltiger Antriebstechniken mit dem Ziel, die CO 2 -Emissionen weiter deutlich reduzieren zu können. Zu diesem Zweck wurden in der Vergangenheit zahlreiche Pilotprojekte mit den unterschiedlichsten Partnern angestoßen. Mit dem Projekt HyFleet in Partnerschaft mit Freudenberg Sealing Technologies und ZF, um im Jahr 2024 den ersten europäischen mit grünem Wasserstoff betriebenen Fernbus auf den Markt zu bringen. Zudem wurde mit Daimler Buses eine Vereinbarung getroffen, innerhalb der nächsten 4 Jahre einen vollelektrischen Antrieb für Fernbusse zu entwickeln. Parallel dazu erforscht Flix ständig neue Energiequellen und testet neue Fahrzeuge, darunter den kürzlich in Frankreich eingeführten Biokraftstoffbus von Colza. Mit diesen Innovationen und Initiativen rüstet sich Flix für eine Zukunft, in der traditionelle fossile Antriebe eine immer geringere Rolle spielen werden. Um sicherzustellen, dass die Einführung der Flix-Nachhaltigkeitsstrategie ständig nach universellen, wissenschaftlich definierten Standards bewertet und validiert wird, hat sich Flix dem UN Global Compact und der Science Based Targets Initiative verpflichtet. Dies ermöglicht Flix, seiner anerkannten Verpflichtung zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2050 nachzukommen und eine vollständige Dekarbonisierung zu erreichen. Die Vorreiterrolle der Flix Gruppe bei der Bereitstellung nachhaltiger und bezahlbarer Mobilität eröffnet besondere Chancen, da Nachhaltigkeitsaspekte sowohl für Kunden als auch auf den Kapitalmärkten eine immer größere Rolle spielen. Sowohl europäischen Heimartmarkt als auch in den anderen Regionen weltweit, steigt bei den Fahrgästen der Wunsch nach nachhaltigem Reisen und die Nachfrage nach einem entsprechenden Angebot. Insgesamt 10% der FlixBus-Fahrgäste in Deutschland kompensieren bereits bei der Buchung freiwillig den geringen CO 2 -Ausstoß ihrer Reise. Als Anbieter der beiden nachhaltigsten Verkehrsmittel im Fernverkehr wird Flix nicht nur eine wichtige Rolle bei der Dekarbonisierung der bodengebundenen Mobilität spielen, sondern auf diese Weise auch kontinuierlich (neue) umweltbewusste Kundenzielgruppen ansprechen. Die zunehmende Relevanz von ESG und Nachhaltigkeit für Investitionsentscheidungen könnte auch bedeuten, dass die Flix Group bessere Finanzierungskonditionen erhalten kann als Unternehmen, die sich weniger für Nachhaltigkeit engagieren. Vorteile des intermodalen Angebots von Fernbus und Bahn Dank seiner langjährigen und starken Position in zahlreichen Fernbusmärkten in Europa ist Flix als einziger internationaler Mobilitätsanbieter in der Lage, mit dem wachsenden Angebot von FlixTrain attraktive intermodale Verbindungen zwischen Fernbus und Fernzug zu schaffen. Die Verknüpfung der beiden Verkehrsträger birgt ein enormes Potenzial, insbesondere aufgrund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen der Schieneninfrastruktur in den einzelnen Ländern. Fahrgäste, vor allem aus ländlichen Gebieten oder Klein- und Mittelstädten, können mit dem Fernbus ohne Bahnanschluss in die nächste größere Stadt fahren und dort in den FlixTrain umsteigen. Der Fernverkehrszugmarkt ist ein Milliardenmarkt mit enormen Wachstumserwartungen und daher hoch attraktiv. FlixTrain soll auf europäischer Ebene wachsen und wird in den kommenden Jahrzehnten eine wichtige Rolle für das langfristige Wachstum von Flix spielen. Steigende Kraftstoff- und Energiepreise In Folge der geopolitischen Krisen, insbesondere den Ukrainekrieg, stiegen Benzin- und Dieselpreise auf Rekordhöhen. Darüber hinaus wirken politische Maßnahmen zur Reduzierung des CO 2 -Ausstoßes in Deutschland und Europa preistreibend. In Deutschland wurde z.B. 2021 ein CO 2 -Preis von 25 Euro pro Tonne CO 2 eingeführt. 2022 und 2023 beträgt dieser 30 Euro pro Tonne CO 2 und wird weiter schrittweise auf bis zu 45 Euro im Jahr 2025 steigen 11. Infolgedessen ist zu erwarten, dass die Betriebskosten für dieselbetriebene Flixbusse steigen. Dies könnte sich aber dennoch positiv für Flix auswirken, da das Fahren mit dem eigenen PKW relativ stärker von steigenden Kraftstoffpreisen betroffen sein sollte, was Anreize zum Umstieg auf Fernbusse und Fernzüge schafft. Gesamtbild der Chancenlage Ein ausgewogenes Verhältnis von Chancen und Risiken wird grundsätzlich vom Vorstand angestrebt. Der Fokus liegt hierbei auf Fähigkeiten, vorhandenen Kapazitäten und Ressourcen des Unternehmens sowie flexibles Reagieren auf verändernde Marktbedingungen, was auch langfristig die erfolgreiche Entwicklung der Gruppe ermöglicht. Mithilfe der durchgeführten Finanzierungsmaßnahmen und der kurz, - und mittelfristigen Planung stellt der Vorstand den Fortbestand des Unternehmens sicher. 5. Prognosebericht Erwartete makroökonomische und industriespezifische Entwicklung Die Erholung der Reise- und grenzüberschreitenden Mobilitätsbranche sollte sich nach dem starken Einbruch während der COVID-19 Pandemie auch im Jahr 2023 fortsetzen. Bereits im vergangenen Jahr konnte sich der Markt in Folge der Aufhebung zahlreicher Restriktionen spürbar aufhellen. Obwohl die Erholung im Jahr 2022 stärker ausfiel als erwartet, wie die UNWTO-Zahlen für den grenzüberschreitenden Reiseverkehr belegen, bleiben die Aussichten für 2023 dennoch robust. 12 Gleichzeitig ist sich der Flix Vorstand der verbleibenden Unsicherheit angesichts der allgemeinen makroökonomischen Entwicklung und Inflationsdynamiken in den kommenden Monaten bewusst. In dem im Januar 2023 veröffentlichten Ausblick des IWF auf die Weltwirtschaft erwarten dessen Ökonomen, dass die globale Wirtschaftsaktivität im Jahr 2023 in Folge zunehmend restriktiver Geldpolitik und Finanzierungsbedingungen um lediglich 2,9 % expandieren wird, jedoch etwa 20 Basispunkte stärker als ursprünglich im Oktober 2022 prognostiziert. Mit Blick auf die Inflation erwarten die IWF-Ökonomen in den kommenden 12-24 Monaten anhaltend hohe Preissteigerungsraten. Für 2023 und 2024 sagen diese Raten von 6,6 % bzw. 4,3 % vorher, trotz Erwartung wieder fallender Preise für Energieträger im Vergleich zu 2022. 13
11 Umweltbundesamt (29 December 2020): 'CO
2 pricing for emissions in heating and transport
sectors to start in new year in Germany'.
Angesichts der Prognosen für ein nachlassendes Wachstum der Wirtschaftsleistung und anhaltend hoher Inflationsraten weltweit, bedingt durch geopolitische Faktoren (z. B. den Krieg in der Ukraine) und zunehmend restriktivere Finanzierungsbedingungen. Dennoch ist zu erwarten, dass die Mobilitätsbranche im Allgemeinen und Flix im Besonderen mittel- bis langfristig sich als relativ immun gegen diese Entwicklungen erweisen sollten. Denn insbesondere preisbewusste Kunden dürften sich vermehrt für günstigere Reisealternativen entscheiden, da diese besonders von höheren Lebenshaltungskosten betroffen sind. Des Weiteren profitiert der Markt noch immer von Nachholeffekten nach (Urlaubs-)Reisen in Folge der während der Pandemie verhängten Reisebeschränkungen. Nicht zuletzt sieht McKinsey & Co mehrere Trends, die darauf hindeuten, dass die Fahrgastzahlen das Niveau von vor COVID-19 erreichen, sondern vielmehr, dass der Anteil umweltfreundlicher Mobilitätsalternativen am gesamten Verkehrsaufkommen spürbar zunehmen wird. 14 So achten Verbraucher zunehmend darauf umweltbewusster zu reisen, wobei Busse und Bahnen im Vergleich zu Auto und Flugzeug bieten. Folglich befindet sich die Branche auf einem strukturellen Wachstumspfad. Erwartete Entwicklung der Gruppe Flix wird von der Vision geleitet, jedem die Möglichkeit zu geben, die Welt zu erleben und intelligente, nachhaltige Mobilität zu genießen, und von der grundlegenden Überzeugung, dass unser Geschäftsmodell der Schlüssel zu unserem Erfolg ist: Millionen von Reisenden ein komfortables, erschwingliches und umweltfreundliches Reiseerlebnis zu bieten, während gleichzeitig unsere umweltfreundlichen Fernbusse und Fernzüge die höchsten Standards in Bezug auf Komfort, Sicherheit und Umweltschutz erfüllen und eine echte und umweltfreundliche Alternative zum Individualverkehr darstellen. In enger Partnerschaft mit unseren Bus- und Bahnpartnern werden wir den Reisenden Zugang zu einem ständig wachsenden Netzangebot bieten können. Wir wollen auf dem Fundament aufbauen, das wir in den letzten Jahren geschaffen haben, und ein nachhaltiges, profitables Wachstum erzielen, indem wir unsere Plattform auf neue Regionen ausdehnen, um neuen Kundengruppen das Flix-Erlebnis zu ermöglichen, indem wir unsere Plattformdienste ausweiten und unsere hochmoderne Technologie- und Datenplattform skalieren. Das Management ist davon überzeugt, dass dies langfristig die wertmaximierende Strategie für das Unternehmen darstellt. In den vergangenen zwölf Monaten hat Flix eine außergewöhnliche Verbesserung seiner operativen und finanziellen Performance erzielen können. Dank des Plattform-Geschäftsmodells befand sich das Unternehmen in einer hervorragenden Position, um von der Rückkehr des Reisens zu profitieren. Auf der Grundlage dieser außergewöhnlichen Wachstumsbeschleunigung, die seit dem Frühjahr 2022 zu beobachten ist und mit einem Umsatzwachstum von 185% gegenüber dem Vorjahr zu beobachten ist, blickt das Managementteam zuversichtlich auf die kommenden Jahre und seine mittelfristigen Wachstumsziele. So will Flix seinen Umsatz bis 2026 mit einer durchschnittlichen deutlich zweistelligen jährlichen Wachstumsrate steigern, was durch zusätzliche Investitionen in spezifischen Märkten wie den USA, Großbritannien und Brasilien, durch die Expansion in neue geographische Gebiete, aber auch im Zugsegment in Europa ermöglicht werden soll. Gleichzeitig ist das Managementteam bestrebt, unsere Rentabilität, gemessen am (bereinigten) EBITDA, kontinuierlich zu steigern. Mit Blick auf das Jahr 2023 erwartet das Unternehmen, dass sich der positive Rückenwind aus dem Jahr 2022 auch 2023 fortsetzen wird, mit einer bedingten Nachfrage der Verbraucher nach Reisen und einer Vorliebe für umweltfreundliche und gemeinsam genutzte Mobilitätsalternativen, da die pandemiebedingten Einschränkungen (z. B. die Pflicht zum Tragen von Gesichtsmasken in öffentlichen Fernverkehrsmitteln) weiterhin aufgehoben werden. Daher erwartet Flix ein starkes Umsatzwachstum von mindestens 20 % im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022. Das anhaltend starke Umsatzwachstum wird 2023 voraussichtlich in erster Linie durch ein wachsendes Passagieraufkommen in bestehenden Märkten sowie durch Expansion in neue Märkte erreicht.
14 McKinsey & CO Insights (August 2022):
Boosting passenger preference for rail.
Flix ist danach bestrebt kontinuierlich ein profitables Wachstum zu erzielen und erwartet für das laufende Geschäftsjahr eine deutliche Verbesserung des Adjusted EBITDA im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022 (Adjusted EBITDA 2022: 8.523 TEUR), da Plattform- und Skaleneffekte zunehmend sichtbar werden. Prognose wesentlicher KPIs
Dieser Ausblick bestätigt die allgemeine Zuversicht in Bezug auf die eigene finanzielle und operative Leistung des Unternehmens. Der Vorstand von Flix geht davon aus, dass sich das positive Marktumfeld fortsetzt und die Nachfrage der Verbraucher nach Reisen mit einer besonderen Vorliebe für nachhaltige Mobilität weiter steigen wird. Der Vorstand von Flix bleibt daher entschlossen, über den Zyklus hinweg zu investieren und den starken Wachstumskurs des Unternehmens beizubehalten, um den vollen Wert unseres Plattformmodells und unsere Rentabilitätsziele zu erschließen. Erwartete Entwicklung der Gesellschaft Die erwartete Umsatz- und Ergebnisentwicklung bei der Gesellschaft entspricht grundsätzlich dem Ausblick für die Gruppe. Es wird ein leichter Anstieg der Umsatzerlöse sowie des Ergebnisses gegenüber dem Vorjahr erwartet.
München, den 31. März 2023 Daniel Krauss André Schwämmlein Jean Christoph Debus Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 Konzern-Gesamtergebnisrechnung vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022 Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 Konzern-Kapitalflussrechnung vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 Konzernanhang 1. Allgemeine Angaben 2. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 2.1. Grundlagen der Aufstellung des Konzernabschlusses 2.2. Unternehmensfortführung 2.3. Konsolidierung 2.3.1. Tochterunternehmen 2.3.2. Unternehmenserwerbe 2.4. Fremdwährung 2.5. Ertragsrealisierung 2.6. Ertragsteuern 2.7. Immaterielle Vermögenswerte 2.8. Sachanlagen 2.9. Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts 2.10. Zuwendungen der öffentlichen Hand 2.11. Leasing 2.12. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 2.13. Vorräte 2.14. Finanzielle Vermögenswerte 2.15. Liquide Mittel 2.16. Eigenkapital 2.17. Anteilsbasierte Vergütungen 2.18. Leistungen an Arbeitnehmer 2.19. Rückstellungen 2.20. Finanzielle Verbindlichkeiten 2.21. Aus einem Unternehmenszusammenschluss resultierende Eventualverbindlichkeiten 2.22. Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten 2.22.1. Bedeutende Ermessensausübung der Geschäftsführung bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 2.22.2. Hauptquellen von Schätzungsunsicherheiten 2.23. Neue und geänderte Standards und Interpretationen 2.24. Neue aber noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards und Interpretationen 2.25. Änderungen wesentlicher Rechnungslegungsmethoden und Vorjahresanpassungen 2.26. Hyperinflation 3. Unternehmenszusammenschlüsse 4. Angaben zu Tochterunternehmen 5. Segmentinformationen 6. Umsatzerlöse 7. Materialaufwand 8. Personalaufwand 9. Sonstige betriebliche Aufwendungen 10. Aktivierte Entwicklungsleistungen 11. Sonstige betriebliche Erträge 12. Abschreibungen und Wertminderungen 13. Zinsergebnis, netto 14. Sonstiges Finanzergebnis 15. Ertragsteuern 16. Geschäfts- oder Firmenwert 17. Immaterielle Vermögenswerte 18. Sachanlagen 19. Vorräte 20. Sonstige finanzielle Vermögenswerte 21. Sonstige Vermögenswerte 22. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 23. Gezeichnetes Kapital 24. Kapitalrücklage 25. Gewinnrücklage 26. Weitere Eigenkapitalbestandteile 27. Anteilsbasierte Vergütungen 28. Leistungen an Arbeitnehmer 29. Rückstellungen 30. Finanzverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 31. Sonstige Verbindlichkeiten 32. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 33. Weitere Angaben zu Finanzinstrumenten 33.1. Kapitalrisikomanagement 33.2. Klassen und Kategorien von Finanzinstrumenten 33.3. Ziele des Finanzrisikomanagements 33.4. Marktrisiko 33.5. Wechselkursrisikomanagement 33.6. Zinsrisikomanagement 33.7. Ausfallrisikomanagement 33.8. Liquiditätsrisikomanagement 33.9. Bewertung zum beizulegenden Zeitwert 33.9.1. Beizulegender Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden 33.9.2. Beizulegender Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden 34. Liquide Mittel 35. Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen 36. Leasingverhältnisse 37. Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen 38. Mitarbeiter 39. Honorar des Abschlussprüfers 40. Organe der Gesellschaft 41. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag 42. Genehmigung des Konzernabschlusses Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022
1 Nähere Informationen sind in Kapitel 2.25
enthalten.
Konzern-Gesamtergebnisrechnung vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
In TEUR Passiva
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022
Konzern-KapitalflussrechnungKonzern-Kapitalflussrechnung vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022
Konzernanhang1. Allgemeine Angaben Die Flix SE (nachfolgend auch "Gesellschaft") ist eine in Deutschland ansässige Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea) (vormals FlixMobility GmbH, am 18.03.2022 erfolgte Rechtsformwechsel in FlixMobility AG, am 06.04.2022 Rechtsformwechsel in FlixMobility SE sowie am 12.04.2022 Umfirmierung in Flix SE). Die Flix SE als Mutterunternehmen bildet gemeinsam mit ihren direkten und indirekten Tochterunternehmen die FlixGruppe (nachfolgend auch "Flix SE" oder "Flix Gruppe"). Die Flix SE mit Sitz in München ist im Handelsregister B des Amtsgerichts München unter der Nummer 274912 (Flix Mobility GmbH: 197620, FlixMobility AG: 274444) und unter folgender Geschäftsadresse: Friedenheimer Brücke 16, 80639 München registriert. Die Hauptaktivität der Gesellschaft ist die Planung, Konzessionsbeantragung, Vermarktung, der Vertrieb und Betrieb sowie die Organisation des Betriebs von Fernverkehren im nationalen und internationalen Personenverkehr, der Einkauf, Vermarktung und Vertrieb von damit direkt und indirekt im Zusammenhang stehenden Produkten und Dienstleistungen. Der Konzernabschluss wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die Flix SE erstellt und veröffentlicht ihren Konzernabschluss in Euro. Sofern nicht etwas anderes angegeben wird, werden die Zahlen auf tausend Euro gerundet. Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen in diesem Konzernabschluss nicht genau zur angegebenen Summe addieren lassen und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Zahlen widerspiegeln, auf die sie sich beziehen. 2. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 2.1. Grundlagen der Aufstellung des Konzernabschlusses Der Konzernabschluss wurde auf Grundlage der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten aufgestellt. Davon ausgenommen sind bestimmte Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag angesetzt wurden. Eine entsprechende Erläuterung erfolgt im Rahmen der jeweiligen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten basieren im Allgemeinen auf dem beizulegenden Zeitwert der im Austausch für den Vermögenswert entrichteten Gegenleistung. Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt werden würde. Dies gilt unabhängig davon, ob der Preis direkt beobachtbar oder unter Anwendung einer Bewertungsmethode geschätzt worden ist. Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts eines Vermögenswerts oder einer Schuld berücksichtigt die Flix Gruppe bestimmte Merkmale des Vermögenswerts oder der Schuld (bspw. Zustand und Standort des Vermögenswerts oder Verkaufs- und Nutzungsbeschränkungen), wenn Marktteilnehmer diese Merkmale bei der Preisfestlegung für den Erwerb des jeweiligen Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld zum Bewertungsstichtag ebenfalls berücksichtigen würden. Im vorliegenden Konzernabschluss wird der beizulegende Zeitwert für die Bewertung und/oder die Angabepflichten grundsätzlich auf dieser Grundlage ermittelt. Davon ausgenommen sind:
Der beizulegende Zeitwert ist nicht immer als Marktpreis verfügbar. Häufig muss er auf Basis verschiedener Bewertungsparameter ermittelt werden. In Abhängigkeit von der Verfügbarkeit beobachtbarer Parameter und der Bedeutung dieser Parameter für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts im Ganzen wird der beizulegende Zeitwert den Stufen 1, 2 oder 3 zugeordnet. Die Unterteilung erfolgt nach folgender Maßgabe:
Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden nachfolgend erläutert. 2.2. Unternehmensfortführung Der Vorstand hat zum Zeitpunkt der Genehmigung des Abschlusses die begründete Erwartung, dass der Konzern über ausreichende Ressourcen verfügt, um in absehbarer Zukunft operativ weiter bestehen zu können. Daher wurde der Konzernabschluss weiterhin unter Zugrundelegung der Fortführungsannahme aufgestellt. 2.3. Konsolidierung 2.3.1. Tochterunternehmen Der Konzernabschluss beinhaltet den Abschluss des Mutterunternehmens und der von ihm beherrschten Unternehmen. Die Gesellschaft erlangt die Beherrschung, wenn sie direkt oder indirekt:
Die Gesellschaft nimmt eine Neubeurteilung vor, ob sie ein Beteiligungsunternehmen beherrscht oder nicht, wenn Tatsachen und Umstände darauf hinweisen, dass sich eines oder mehrere der oben genannten drei Kriterien der Beherrschung verändert haben. Wenn die Gesellschaft keine Stimmrechtsmehrheit besitzt, so beherrscht sie das Beteiligungsunternehmen dennoch, wenn sie durch ihre Stimmrechte über die praktische Möglichkeit verfügt, die maßgeblichen Tätigkeiten des Beteiligungsunternehmens einseitig zu bestimmen. Bei der Beurteilung, ob ihre Stimmrechte für die Bestimmungsmacht ausreichen, berücksichtigt die Gesellschaft alle Tatsachen und Umstände, darunter:
Ein Tochterunternehmen wird ab dem Zeitpunkt, zu dem die Gesellschaft die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung durch die Gesellschaft endet, in den Konzernabschluss einbezogen. Dabei werden die Ergebnisse der im Laufe des Jahres erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen entsprechend ab dem tatsächlichen Erwerbszeitpunkt bzw. bis zum tatsächlichen Abgangszeitpunkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und dem sonstigen Konzern-Ergebnis erfasst. Der Gewinn oder Verlust und jeder Bestandteil des sonstigen Ergebnisses sind den Gesellschaftern des Mutterunternehmens und den nicht beherrschenden Gesellschaftern zuzuordnen. Dies gilt selbst dann, wenn dies dazu führt, dass die nicht beherrschenden Gesellschafter einen Negativsaldo aufweisen. Sofern erforderlich, werden die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen angepasst, um die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden an die im Konzern zur Anwendung kommenden Methoden anzugleichen. Alle konzerninternen Vermögenswerte, Schulden, Eigenkapital, Erträge, Aufwendungen und Cashflows im Zusammenhang mit Geschäftsvorfällen zwischen Konzernunternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung vollständig eliminiert. Änderungen der Beteiligungsquote des Konzerns an bestehenden Tochterunternehmen Änderungen der Beteiligungsquoten des Konzerns an Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung über dieses Tochterunternehmen führen, werden als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Die Buchwerte der vom Konzern gehaltenen Anteile und der nicht beherrschenden Anteile werden so angepasst, dass sie die Änderungen der an den Tochterunternehmen bestehenden Anteilsquoten widerspiegeln. Jede Differenz zwischen dem Betrag, um den die nicht beherrschenden Anteile angepasst werden, und dem beizulegenden Zeitwert der gezahlten oder erhaltenen Gegenleistung wird unmittelbar im Eigenkapital erfasst und den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zugeordnet. Wenn die Gesellschaft die Beherrschung über ein Tochterunternehmen verliert, wird der Entkonsolidierungsgewinn oder -verlust erfolgswirksam erfasst. Dieser wird ermittelt aus der Differenz zwischen
Alle im Zusammenhang mit diesem Tochterunternehmen im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge werden so bilanziert, wie dies bei einem Verkauf der Vermögenswerte erfolgen würde, d.h. Umgliederung in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung oder direkte Übertragung in die Gewinnrücklage. Sofern die Gesellschaft Anteile an dem bisherigen Tochterunternehmen zurückbehält, werden diese mit dem zum Zeitpunkt des Verlusts der Beherrschung festgestellten beizulegenden Zeitwert angesetzt. Dieser Wert stellt die Anschaffungskosten der Anteile dar, die abhängig vom Grad der Beherrschung in der Folge gemäß IFRS 9 Finanzinstrumente oder nach den Vorschriften für assoziierte Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen bewertet werden. Befreiender Konzernabschluss Die in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften FlixBus DACH GmbH, FlixMobility Experience GmbH, FlixMobility Tech GmbH und FlixTrain GmbH haben von der Befreiungsvorschrift gemäß § 264 Abs. 3 HGB vollumfänglich Gebrauch gemacht. 2.3.2. Unternehmenserwerbe Der Erwerb von Unternehmen (Share Deal sowie Asset Deals soweit sie einen Geschäftsbetrieb darstellen) wird nach der Erwerbsmethode bilanziert. Die bei einem Unternehmenszusammenschluss übertragene Gegenleistung wird zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser bestimmt sich aus der Summe der zum Erwerbszeitpunkt gültigen beizulegenden Zeitwerte der übertragenen Vermögenswerte, der von den früheren Eigentümern des erworbenen Unternehmens übernommenen Verbindlichkeiten und der vom Konzern emittierten Eigenkapitalinstrumente im Austausch gegen die Beherrschung des erworbenen Unternehmens. Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten werden bei Anfall erfolgswirksam erfasst. Die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten werden mit ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet. Hierzu gelten folgende Ausnahmen:
Der Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich als Überschuss der Summe aus der übertragenen Gegenleistung, dem Betrag aller nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Unternehmen und dem beizulegenden Zeitwert des zuvor vom Erwerber gehaltenen Eigenkapitalanteils an dem erworbenen Unternehmen (sofern gegeben) über den Saldo der zum Erwerbszeitpunkt ermittelten beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und der übernommenen Verbindlichkeiten. Für den Fall, dass sich - auch nach nochmaliger Beurteilung - ein negativer Geschäfts- oder Firmenwert ergibt, wird dieser unmittelbar als Ertrag erfolgswirksam erfasst. Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, die gegenwärtig Eigentumsrechte vermitteln und dem Inhaber im Falle der Liquidation das Recht gewähren, einen proportionalen Anteil am Nettovermögen des Unternehmens zu erhalten, werden bei Zugang entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens bewertet. Dieses Wahlrecht kann bei jedem Unternehmenszusammenschluss neu ausgeübt werden. Andere Komponenten von Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter werden mit ihren beizulegenden Zeitwerten oder den Wertmaßstäben bewertet, die sich aus anderen Standards ergeben. Enthält die übertragene Gegenleistung eine bedingte Gegenleistung, wird diese mit dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der bedingten Gegenleistung innerhalb des Bewertungszeitraums werden rückwirkend korrigiert und entsprechend gegen den Geschäfts- oder Firmenwert gebucht. Berichtigungen während des Bewertungszeitraumes sind Anpassungen um zusätzliche Informationen über Fakten und Umstände, die zum Erwerbszeitpunkt bestanden. Der Bewertungszeitraum darf jedoch ein Jahr vom Erwerbszeitpunkt an nicht überschreiten. Die Bilanzierung von Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der bedingten Gegenleistung, die keine Berichtigungen während des Bewertungszeitraumes darstellen, erfolgt in Abhängigkeit davon, wie die bedingte Gegenleistung einzustufen ist. Handelt es sich bei der bedingten Gegenleistung um Eigenkapital, erfolgt keine Folgebewertung an nachfolgenden Abschlussstichtagen; ihre Erfüllung wird innerhalb des Eigenkapitals bilanziert. Eine bedingte Gegenleistung, die einen Vermögenswert oder eine Schuld darstellt, wird an nachfolgenden Abschlussstichtagen gemäß IFRS 9 Finanzinstrumente oder IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen, sofern anzuwenden, bewertet und ein resultierender Gewinn oder Verlust in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Ist die erstmalige Bilanzierung eines Unternehmenszusammenschlusses am Ende eines Geschäftsjahres noch nicht abgeschlossen, gibt die Gesellschaft für die Posten mit derartiger Bilanzierung vorläufige Beträge an. Sofern innerhalb des Bewertungszeitraums neue Informationen bekannt werden, die die Verhältnisse zum Erwerbszeitpunkt erhellen, werden die vorläufig angesetzten Beträge korrigiert bzw. es werden zusätzliche Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten angesetzt, falls erforderlich. 2.4. Fremdwährung Bei der Aufstellung der Abschlüsse jedes einzelnen Konzernunternehmens werden Geschäftsvorfälle, die auf andere Währungen als die funktionale Währung des Konzernunternehmens (Fremdwährungen) lauten, mit den am Tag der Transaktion gültigen Kursen umgerechnet. An jedem Abschlussstichtag werden monetäre Posten in Fremdwährung mit dem gültigen Stichtagskurs umgerechnet. Nichtmonetäre Posten in Fremdwährung, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden mit den Kursen umgerechnet, die zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes Gültigkeit hatten. Zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertete nichtmonetäre Posten werden mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt der erstmaligen bilanziellen Erfassung umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen aus monetären Posten werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie auftreten. Zur Aufstellung eines Konzernabschlusses werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der ausländischen Geschäftsbetriebe des Konzerns in Euro (EUR) umgerechnet, wobei die am Abschlussstichtag gültigen Wechselkurse herangezogen werden. Erträge und Aufwendungen werden zum monatlichen Durchschnittskurs umgerechnet, außer die Tochtergesellschaften in der Türkei, deren Ökonomie 2022 als hyperinflationär eingestuft wurde und daher gem. IAS 29 Erträge und Aufwendungen mit dem Periodenstichtagskurs umgerechnet werden. Umrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe in die Konzernwährung werden im sonstigen Ergebnis und kumuliert in einer Rücklage aus der Währungsumrechnung, die gegebenenfalls den nicht beherrschenden Anteilen zugeordnet wird, erfasst. Bei der Veräußerung eines ausländischen Geschäftsbetriebes werden alle angesammelten Umrechnungsdifferenzen, die Flix Gruppe aus diesem Geschäftsbetrieb zuzurechnen sind, in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Dabei werden folgende Transaktionen als Veräußerung eines ausländischen Geschäftsbetriebs angesehen:
Ein aus dem Erwerb eines ausländischen Unternehmens entstehender Geschäfts- oder Firmenwert sowie Anpassungen an die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden als Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten des ausländischen Unternehmens behandelt und zum Stichtagskurs umgerechnet. Resultierende Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis und in der Rücklage aus der Währungsumrechnung erfasst. Die für die Umrechnung verwendeten Wechselkurse der wesentlichen Währungen in der Flix Gruppe ergeben sich aus folgender Tabelle:
2.5. Ertragsrealisierung Die Umsatzerlöse unterscheiden sich grundsätzlich danach, ob die Flix Gruppe als Prinzipal (Beförderungsleistungen) oder als Agent (Vermittlungsleistungen) handelt. Dies bestimmt sich nach den jeweiligen vertraglichen Vereinbarungen mit den Reisepartnern. Bei Beförderungsleistungen werden die Umsatzerlöse bei Erbringung der Beförderungsleistung grundsätzlich zeitraumbezogen realisiert. Umsatzerlöse aus Beförderungsleistungen beinhalten die Umsatzerlöse aus dem Ticketverkauf für die Fahrten, bei denen die Flix Gruppe Konzessionsinhaber ist, sowie die Umsatzerlöse aus Zusatzleistungen an Board (Sitzplatzreservierung, Mitnahme des zusätzlichen Gepäcks etc.) Bei Vermittlungsleistungen werden die Umsatzerlöse zeitpunktbezogen bei Vermittlung der Bustickets bzw. bei Antritt der Fahrt realisiert. Diese Umsatzkategorie wird Marketplace genannt und umfasst die Provision für die über die Flix-Plattform verkauften Tickets, bei denen der Konzessionsinhaber ein Buspartner ist. Die Umsatzkategorie zusätzliche Plattformleistungen umfasst zusätzliche Erlöse für die Nutzung der Plattform in einem Buchungsprozess, wie Umbuchungsgebühren, Stornierungsgebühren, Plattformgebühren etc. und wird zu dem Zeitpunkt erfasst, an dem die Plattform genutzt wird. Ein Sonderfall stellen vertragliche Subventionen für Überlandbusse in den USA (sog. "Legacies") dar, die von verschiedenen Bundesstaaten im Rahmen des "Federal Transit Administration"-Programms für Strecken gewährt werden, die das Unternehmen normalerweise nicht betreiben würde, da diese Strecken aufgrund mangelnder Nachfrage und/oder der Unfähigkeit der Kunden, die für diese Strecken zur Erzielung eines Gewinns erforderlichen Fahrpreise zu zahlen, zu Verlusten führen würden. Einige Bundesstaaten haben sich vertraglich verpflichtet, bestimmte Strecken innerhalb ihres Staates zum "öffentlichen Wohl" ihrer Bürger weiter zu betreiben, um ihnen Reisemöglichkeiten zu bieten, die sonst nicht zur Verfügung stünden. Das Unternehmen betrachtet die Bundesstaaten in solchen Vereinbarungen als Kunden, da sie eine besondere Dienstleistung erbringen und der Öffentlichkeit den Zugang zu ihrem Staat zu ermöglichen. Obwohl die Umsatzerlöse von einer anderen Partei als der, die die Dienstleistung erhält, generiert werden, bilanziert das Unternehmen diese Umsatzerlöse gemäß IFRS 15, wobei die Leistungsverpflichtung in der Bereitstellung von Beförderungsmöglichkeiten für Menschen besteht, die in armen Gegenden leben, da eine solche Dienstleistung für den Staat sozial wünschenswert ist. Für solche Subventionen verbucht das Unternehmen monatlich Umsatzerlöse in Höhe des gewährten Zuschusses, die im Verhältnis zu den gefahrenen Kilometern über die Laufzeit des gewährten Zuschusses eingenommen werden, ungeachtet dessen, in welchem Monat die Beträge in Rechnung gestellt und gezahlt werden. Die Umsatzerlöse werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung bewertet und um erwartete Stornobeträge, Rabatte und andere ähnliche Abzüge gekürzt, d.h., die Umsatzerlöse entsprechen dem Transaktionspreis, zu dem der Konzern voraussichtlich berechtigt ist. Variable Gegenleistungen sind im Transaktionspreis enthalten, wenn es hochwahrscheinlich ist, dass es nicht zu einer signifikanten Minderung der Umsatzerlöse kommt, und sobald die Unsicherheit in Verbindung mit der variablen Gegenleistung nicht mehr besteht. Flix Gruppe hat darauf verzichtet, die Höhe der zugesagten Gegenleistung um die Auswirkungen aus einer signifikanten Finanzierungskomponente anzupassen, weil bei Vertragsbeginn erwartet wird, dass die Zeitspanne zwischen der Übertragung einer zugesagten Beförderungsleistung auf den Kunden und der Bezahlung dieser Beförderungsleistung durch den Kunden maximal ein Jahr beträgt. Flix Gruppe erfasst die zusätzlichen Kosten einer Vertragsanbahnung bei ihrem Entstehen als Aufwand, wenn der Abschreibungszeitraum, den das Unternehmen anderenfalls erfasst hätte, nicht mehr als ein Jahr beträgt. 2.6. Ertragsteuern Der Ertragsteueraufwand stellt die Summe des laufenden Steueraufwands und der latenten Steuern dar. Laufende und latente Steuern werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, dass sie im Zusammenhang mit Posten stehen, die im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst werden. In diesem Fall wird die laufende und latente Steuer ebenfalls im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst. Wenn laufende oder latente Steuern aus der erstmaligen Bilanzierung eines Unternehmenszusammenschlusses resultieren, werden die Steuereffekte bei der Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses einbezogen. Laufende Steuern Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens für das Jahr ermittelt. Die Verbindlichkeit des Konzerns für die laufenden Steuern wird auf Grundlage der geltenden bzw. in Kürze geltenden Steuersätze berechnet. Latente Steuern Latente Steuern werden für die Unterschiede zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Konzernabschluss und den entsprechenden steuerlichen Wertansätzen im Rahmen der Berechnung des zu versteuernden Einkommens erfasst. Latente Steuerschulden werden im Allgemeinen für alle zu versteuernden temporären Differenzen bilanziert; latente Steueransprüche werden insoweit erfasst, wie es wahrscheinlich ist, dass steuerbare Gewinne zur Verfügung stehen, für welche die abzugsfähigen temporären Differenzen genutzt werden können. Solche latenten Steueransprüche und latenten Steuerschulden werden nicht angesetzt, wenn sich die temporären Differenzen aus einem Geschäfts- oder Firmenwert oder aus der erstmaligen Erfassung (außer bei Unternehmenszusammenschlüssen) von anderen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten ergeben, welche aus Vorfällen resultieren, die weder das zu versteuernde Einkommen noch den Jahresüberschuss berühren. Für zu versteuernde temporäre Differenzen, die aus Anteilen an Tochterunternehmen entstehen, werden latente Steuerschulden gebildet, es sei denn, dass die Flix Gruppe die Umkehrung der temporären Differenzen steuern kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporäre Differenz in absehbarer Zeit nicht umkehren wird. Latente Steueransprüche, die sich aus temporären Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen ergeben, werden nur in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend steuerbares Einkommen zur Verfügung steht, mit dem die Ansprüche aus den temporären Differenzen genutzt werden können. Zudem muss davon ausgegangen werden können, dass sich diese temporären Differenzen in absehbarer Zukunft umkehren werden. Ein latenter Steueranspruch wird für noch nicht genutzte steuerliche Verluste, noch nicht genutzte Steuergutschriften und abzugsfähige temporäre Differenzen in dem Umfang erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass künftige zu versteuernde Ergebnisse zur Verfügung stehen werden, für die sie genutzt werden können. Zukünftig zu versteuernde Gewinne werden auf Basis der Umkehr zu versteuernder temporärer Differenzen ermittelt. Sollte der Betrag nicht ausreichen, um latente Steueransprüche vollständig zu aktivieren, werden die zukünftig zu versteuernden Gewinne - unter Berücksichtigung der Umkehr temporärer Differenzen - auf Basis der individuellen Geschäftspläne der Tochterunternehmen ermittelt. Latente Steueransprüche werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass der damit verbundene Steuervorteil realisiert werden wird; Zuschreibungen werden vorgenommen, wenn sich die Wahrscheinlichkeit zukünftig zu versteuernder Ergebnisse verbessert. Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird jedes Jahr am Abschlussstichtag geprüft und im Wert gemindert, falls es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass genügend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung steht, um den Anspruch vollständig oder teilweise zu realisieren. Latente Steuerschulden und Steueransprüche werden auf Basis der erwarteten Steuersätze und der Steuergesetze ermittelt, die im Zeitpunkt der Erfüllung der Schuld oder der Realisierung des Vermögenswertes voraussichtlich Geltung haben werden. Die Bewertung von latenten Steueransprüchen und Steuerschulden spiegelt die steuerlichen Konsequenzen wider, die sich aus der Art und Weise ergeben, wie die Flix Gruppe zum Abschlussstichtag erwartet, die Schuld zu erfüllen bzw. den Vermögenswert zu realisieren. 2.7. Immaterielle Vermögenswerte Separat erworbene immaterielle Vermögenswerte Separat, d.h. nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene, immaterielle Vermögenswerte mit einer bestimmbaren Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen erfasst. Die planmäßigen Abschreibungen werden linear über die erwartete Nutzungsdauer aufwandswirksam erfasst. Die erwartete Nutzungsdauer sowie die Abschreibungsmethode werden an jedem Abschlussstichtag überprüft. Separat erworbene immaterielle Vermögenswerte mit einer unbegrenzten Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen erfasst. Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbegrenzten Nutzungsdauer werden nicht abgeschrieben. Schätzungsänderungen werden stets prospektiv berücksichtigt. Geschäfts- oder Firmenwert Der aus einem Unternehmenszusammenschluss resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird zu Anschaffungskosten abzüglich ggf. erforderlicher Wertminderungen bilanziert und ist gesondert in der Konzernbilanz ausgewiesen. Für Zwecke der Wertminderungsprüfung wird der Geschäfts- oder Firmenwert bei Erwerb auf jene zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (oder Gruppen davon) des Konzerns aufgeteilt, von denen erwartet wird, dass sie einen Nutzen aus den Synergien des Zusammenschlusses ziehen können. Zahlungsmittelgenerierende Einheiten, welchen ein Teil des Geschäfts- oder Firmenwertes zugeteilt wurde, werden jährlich bzw. anlassbezogen auf Wertminderung geprüft. Zur Ermittlung eines eventuellen Wertminderungsbedarfs eines Vermögenswertes wird dessen erzielbarer Betrag (der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und des Nutzungswerts) mit dem Buchwert des Vermögenswertes verglichen. Wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit kleiner ist als der Buchwert der Einheit, wird der Wertminderungsaufwand zunächst dem Buchwert eines jeglichen der Einheit zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwertes und dann anteilig den anderen Vermögenswerten auf Basis der Buchwerte eines jeden Vermögenswertes im Verhältnis zum Gesamtbuchwert der Vermögenswerte innerhalb der Einheit zugeordnet. Der Werthaltigkeitstest wird nach der Discounted-Cashflow-Methode durchgeführt. Für die Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich der Verkaufskosten sowie des Nutzungswertes werden die zu erwartenden Cashflows aus den Daten der Unternehmensplanung zugrunde gelegt. Sofern erforderlich, wird die Unternehmensplanung an abweichende Markterwartungen angepasst. Die zu erwartenden Cashflows werden anhand eines marktadäquaten Zinssatzes abgezinst. Im Rahmen der Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich der Verkaufskosten werden keine spezifischen Synergien der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten berücksichtigt. Jeglicher Wertminderungsaufwand des Geschäfts- oder Firmenwertes wird direkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in künftigen Perioden nicht aufgeholt werden. Bei der Veräußerung einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird der darauf entfallende Betrag des Geschäfts- oder Firmenwertes im Rahmen der Ermittlung des Abgangserfolges berücksichtigt. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte - Forschungs- und Entwicklungskosten Kosten für Forschungsaktivitäten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Ein selbst erstellter immaterieller Vermögenswert, der sich aus einer Entwicklungstätigkeit ergibt, wird dann bilanziert, wenn die folgenden Punkte erfüllt und nachgewiesen sind:
Der Betrag, mit dem ein selbst erstellter immaterieller Vermögenswert erstmalig aktiviert wird, ist die Summe der entstandenen Aufwendungen von dem Tag an, an dem der immaterielle Vermögenswert die oben genannten Bedingungen erstmals erfüllt. Wenn ein selbst erstellter immaterieller Vermögenswert nicht aktiviert werden kann bzw. noch kein immaterieller Vermögenswert vorliegt, werden die Entwicklungskosten erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie entstehen. Bis zur Fertigstellung werden selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte zur Herstellungskosten, einschließlich aktivierter Fremdkapitalkosten, als Anlagen im Bau erfasst. In den Folgeperioden werden selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, genauso wie erworbene immaterielle Vermögenswerte, zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Aktivierte Entwicklungskosten werden im Konzern über eine Nutzungsdauer von 3 Jahren linear abgeschrieben. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene immaterielle Vermögenswerte Immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert erfasst und im Erwerbszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. In den Folgeperioden werden immaterielle Vermögenswerte mit einer begrenzten Nutzungsdauer, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, genauso wie einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte mit ihren Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbegrenzten Nutzungsdauer werden einer jährlichen Werthaltigkeitsprüfung unterzogen. Nutzungsdauern Folgende Nutzungsdauern wurden für die Berechnung der Abschreibungen zugrunde gelegt:
Ausbuchung immaterieller Vermögenswerte Ein immaterieller Vermögenswert ist bei Abgang, oder wenn kein weiterer wirtschaftlicher Nutzen von seiner Nutzung oder seinem Abgang erwartet wird, auszubuchen. Der Gewinn oder Verlust aus der Ausbuchung eines immateriellen Vermögenswertes, bewertet mit der Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswertes, wird im Zeitpunkt der Ausbuchung des Vermögenswertes in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. 2.8. Sachanlagen Sachanlagen (mit Ausnahme von Grundstücken oder Anlagen im Bau) werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen ausgewiesen. Grundstücke haben eine unbegrenzte Nutzungsdauer und werden somit nicht abgeschrieben. Die Abschreibung erfolgt derart, dass die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vermögenswerten (mit Ausnahme von Grundstücken oder Anlagen im Bau) abzüglich ihrer Restwerte über deren Nutzungsdauer linear abgeschrieben werden. Der Buchwert einer Sachanlage ist um Zuwendungen der öffentlichen Hand gemindert. Die erwarteten Nutzungsdauern, Restwerte und Abschreibungsmethoden werden an jedem Abschlussstichtag überprüft. Sämtliche notwendigen Schätzungsänderungen werden prospektiv berücksichtigt. Die folgenden wirtschaftlichen Nutzungsdauern wurden für die Ermittlung der Abschreibungen der wesentlichen Sachanlagen zugrunde gelegt:
Eine Sachanlage wird bei Abgang, oder wenn kein weiterer wirtschaftlicher Nutzen von ihrer Nutzung oder ihrem Abgang erwartet wird, ausgebucht. Der Gewinn oder Verlust aus der Ausbuchung einer Sachanlage, bewertet mit der Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswertes, wird im Zeitpunkt der Ausbuchung des Vermögenswertes in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. 2.9. Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts Zu jedem Abschlussstichtag überprüft die Flix Gruppe die Buchwerte der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte, um festzustellen, ob es Anhaltspunkte für eine eingetretene Wertminderung dieser Vermögenswerte gibt. Sind solche Anhaltspunkte erkennbar, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes geschätzt, um den Umfang eines eventuellen Wertminderungsaufwands festzustellen. Kann der erzielbare Betrag für den einzelnen Vermögenswert nicht geschätzt werden, erfolgt die Schätzung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, zu welcher der Vermögenswert gehört. Wenn eine angemessene und stetige Grundlage zur Verteilung ermittelt werden kann, werden die gemeinschaftlichen Vermögenswerte auf die einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verteilt. Andernfalls erfolgt eine Verteilung auf die kleinste Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, für die eine angemessene und stetige Grundlage der Verteilung ermittelt werden kann. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer bzw. bei solchen, die noch nicht für eine Nutzung zur Verfügung stehen, wird mindestens jährlich und immer dann, wenn ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt, ein Wertminderungstest durchgeführt. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Bei der Ermittlung des Nutzungswertes werden die geschätzten künftigen Zahlungsströme mit einem Vorsteuerzinssatz abgezinst. Dieser Vorsteuerzinssatz berücksichtigt zum einen die momentane Markteinschätzung über den Zeitwert des Geldes, zum anderen die dem Vermögenswert inhärenten Risiken, insoweit diese nicht bereits Eingang in die Schätzung der Zahlungsströme gefunden haben. Wenn der geschätzte erzielbare Betrag eines Vermögenswertes oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert unterschreitet, wird der Buchwert des Vermögenswertes oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf den erzielbaren Betrag vermindert. Der Wertminderungsaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst. Sollte sich der Wertminderungsaufwand in der Folge umkehren, wird der Buchwert des Vermögenswertes oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf die jüngste Schätzung des erzielbaren Betrages erhöht. Die Erhöhung des Buchwertes ist dabei auf den Wert beschränkt, der sich ergeben hätte, wenn für den Vermögenswert oder die zahlungsmittelgenerierende Einheit in den Vorjahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Eine Wertaufholung wird unmittelbar erfolgswirksam erfasst. 2.10. Zuwendungen der öffentlichen Hand Zuwendungen der öffentlichen Hand werden so lange nicht erfasst, bis eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass die Flix Gruppe die dazugehörigen Bedingungen, die mit den Zuwendungen in Verbindung stehen, erfüllen wird und die Zuwendungen auch gewährt werden. Zuwendungen der öffentlichen Hand sind planmäßig in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen, und zwar in den Perioden, in denen die Flix Gruppe die entsprechenden Aufwendungen, die die Zuwendungen der öffentlichen Hand kompensieren sollen, als Aufwendungen ansetzt. Zuwendungen der öffentlichen Hand, die als Ausgleich für bereits angefallene Aufwendungen oder Verluste oder zur sofortigen finanziellen Unterstützung ohne künftig damit verbundenen Aufwand gezahlt werden, werden in der Periode in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in der der entsprechende Anspruch entsteht. 2.11. Leasing Die Flix Gruppe als Leasingnehmer Die Flix Gruppe bilanziert grundsätzlich für alle Leasingverhältnisse Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen sowie Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu Barwerten. Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten folgende Leasingzahlungen:
Leasingzahlungen werden mit dem Zinssatz abgezinst, der dem Leasingverhältnis implizit zugrunde liegt, sofern dieser bestimmbar ist. Ansonsten erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz. Nutzungsrechte werden mit dem Barwert der Anschaffungskosten bewertet, die sich wie folgt zusammensetzen:
Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Abschreibung auf Nutzungsrechte wird linear über den Zeitraum des Vertragsverhältnisses vorgenommen. Für Leasinggegenstände von geringem Wert und für kurzfristige Leasingverhältnisse (mit einer Laufzeit von weniger als zwölf Monate) wird von den Anwendungserleichterungen Gebrauch gemacht, und die Leasingzahlungen linear als Aufwand in der Konzern-Gewinn- und- Verlust-Rechnung erfasst. Einige Leasingverträge enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Derartige Vertragskonditionen bieten der Flix Gruppe eine größtmögliche betriebliche Flexibilität. Laufzeitänderungen aus der Ausübung von Verlängerungsoptionen bzw. Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen werden bei der Vertragslaufzeit nur berücksichtigt, wenn sie hinreichend sicher sind. Konzerninterne Leasingverhältnisse werden gemäß IFRS 8 in der Segmentberichterstattung grundsätzlich wie operative Mietverhältnisse dargestellt. Die Nutzungsrechte werden nach IAS 36 auf Wertminderungsbedarf geprüft, wenn Hinweise auf eine mögliche Wertminderung vorliegen. Die Leasingverbindlichkeit wird berechnet mittels Diskontierungszinssätzen, Vertragslaufzeit, Abgrenzung der fixen Leasingzahlungen. Zur Ermittlung des Barwerts der künftigen Mindestleasingzahlungen werden laufzeitkompatible Fremdkapitalzinssätze länder- und währungsspezifisch angewendet unter Berücksichtigung von Grundmietzeit und Verlängerungsoptionen, sofern diese hinreichend sicher ausgeübt werden. Die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeit erfolgt durch Erhöhung des Buchwerts um die Aufzinsung der Leasingverbindlichkeit (unter Anwendung der Effektivzinsmethode) und durch Reduzierung des Buchwerts der Leasingverbindlichkeit um die geleisteten Leasingzahlungen. Die Flix Gruppe als Leasinggeber Leasingverhältnisse, bei denen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken von der Flix Gruppe auf den Leasingnehmer übertragen werden, werden als Finanzierungsleasingverhältnisse eingestuft. Die Flix Gruppe erfasst eine Forderung in Höhe der Nettoinvestition aus dem Leasingverhältnis. Die periodische Verteilung der Erträge aus den Finanzierungsleasingverträgen ergibt eine im Zeitablauf konstante Verzinsung des ausstehenden Nettoinvestitionswerts aus den Finanzierungsleasingverhältnissen. 2.12. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sind Immobilien, die zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden. Dies umfasst auch Immobilien, die im Bau befinden und den zuvor genannten Zwecken dienen sollen. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden bei Zugang mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, einschließlich Transaktionskosten, angesetzt. Nach dem erstmaligen Ansatz werden als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien nach dem Anschaffungskostenmodell bilanziert-Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen abzüglich kumulierter außerplanmäßiger Abschreibungen. Eine als Finanzinvestition gehaltene Immobilie wird bei Abgang oder dann, wenn sie dauerhaft nicht mehr genutzt werden soll und ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen aus dem Abgang nicht mehr erwartet wird, ausgebucht. Der sich aus dem Abgang ergebende Gewinn oder Verlust bestimmt sich als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswertes und wird in der Periode des Abgangs in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. 2.13. Vorräte Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Die Bewertung der Vorräte folgt der Anschaffungskosten- und/oder Durchschnittskostenmethode. Der Nettoveräußerungswert stellt den geschätzten Verkaufspreis der Vorräte abzüglich aller geschätzten Aufwendungen dar, die für die Veräußerung noch notwendig sind. Wertminderungen auf den Nettoveräußerungswert werden in der Berichtsperiode als Aufwand erfasst. 2.14. Finanzielle Vermögenswerte Erstmaliger Ansatz und Bewertung Finanzielle Vermögenswerte sind zu erfassen, wenn ein Konzernunternehmen Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Beim erstmaligen Ansatz werden finanzielle Vermögenswerte für die Folgebewertung entweder als zu fortgeführten Anschaffungskosten, als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis oder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert. Die Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte bei der erstmaligen Erfassung hängt von den Eigenschaften der vertraglichen Cashflows der finanziellen Vermögenswerte und vom Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung seiner finanziellen Vermögenswerte ab. Mit Ausnahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine signifikante Finanzierungskomponente enthalten, bewertet der Konzern einen finanziellen Vermögenswert zu seinem beizulegenden Zeitwert sowie im Falle eines finanziellen Vermögenswerts, der nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird, zuzüglich der Transaktionskosten. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine signifikante Finanzierungskomponente enthalten, werden mit dem gemäß IFRS 15 ermittelten Transaktionspreis bewertet. Ein finanzieller Vermögenswert kann nur als zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet klassifiziert und bewertet werden kann, wenn die Cashflows ausschließlich aus Tilgungs- und Zinszahlungen (solely payments of principal and interest - SPPI) auf den ausstehenden Kapitalbetrag bestehen. Die Flix Gruppe hält finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Cashflows. Folgebewertung Für die Folgebewertung werden finanzielle Vermögenswerte in vier Kategorien klassifiziert:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte (Schuldinstrumente) Die Flix Gruppe bewertet finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten, wenn die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte werden in Folgeperioden unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet und sind auf Wertminderungen zu überprüfen. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn der Vermögenswert ausgebucht, modifiziert oder wertgemindert wird. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Die Gruppe der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte enthält die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte, finanzielle Vermögenswerte, die beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft werden, oder finanzielle Vermögenswerte, die zwingend zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind. Finanzielle Vermögenswerte werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke der Veräußerung oder des Rückkaufs in der nahen Zukunft erworben werden. Derivate werden ebenfalls als zu Handelszwecken gehalten eingestuft, mit Ausnahme von Derivaten, die als Sicherungsinstrumente designiert wurden und als solche effektiv sind. Finanzielle Vermögenswerte mit Cashflows, die nicht ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen darstellen, werden unabhängig vom Geschäftsmodell als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert und entsprechend bewertet. Ungeachtet der vorstehend erläuterten Kriterien zur Klassifizierung von Schuldinstrumenten in die Kategorien "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" oder "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet" können Schuldinstrumente beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert werden, wenn dadurch eine Rechnungslegungsanomalie beseitigt oder signifikant verringert würde. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Ausbuchung Ein finanzieller Vermögenswert (bzw. ein Teil eines finanziellen Vermögenswerts oder ein Teil einer Gruppe ähnlicher finanzieller Vermögenswerte) wird hauptsächlich dann ausgebucht (d.h. aus der Konzernbilanz entfernt), wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:
Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten Weitere Einzelheiten zur Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten sind in den folgenden Anhangsangaben enthalten:
Sofern bezüglich finanzieller Vermögenswerte objektive Hinweise auf eine Wertminderung festgestellt werden, wird eine detaillierte Analyse des spezifischen Risikos durchgeführt und eine individuelle Risikovorsorge unter Berücksichtigung von Sicherheiten gebildet. Der Konzern erfasst bei allen Schuldinstrumenten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, eine Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste (ECL). Erwartete Kreditverluste basieren auf der Differenz zwischen den vertraglichen Cashflows, die vertragsgemäß zu zahlen sind, und der Summe der Cashflows, deren Erhalt der Konzern erwartet, abgezinst mit einem Näherungswert des ursprünglichen Effektivzinssatzes. Die erwarteten Cashflows beinhalten die Cashflows aus dem Verkauf der gehaltenen Sicherheiten oder anderer Kreditbesicherungen, die wesentlicher Bestandteil der Vertragsbedingungen sind. Erwartete Kreditverluste werden in zwei Schritten erfasst. Für Finanzinstrumente, deren Ausfallrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat, wird eine Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Kreditverluste erfasst, die auf einem Ausfallereignis innerhalb der nächsten zwölf Monate beruhen (12-Monats-ECL). Für Finanzinstrumente, deren Ausfallrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat, hat ein Unternehmen eine Risikovorsorge in Höhe der über die Restlaufzeit erwarteten Kreditverluste zu erfassen, unabhängig davon, wann das Ausfallereignis eintritt (Gesamtlaufzeit-ECL). Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet der Konzern eine vereinfachte Methode zur Berechnung der erwarteten Kreditverluste an. Daher verfolgt er Änderungen des Kreditrisikos nicht nach, sondern erfasst stattdessen zu jedem Abschlussstichtag eine Risikovorsorge auf der Basis der Gesamtlaufzeit-ECL. Der Konzern hat eine Wertberichtigungsmatrix erstellt, die auf seiner bisherigen Erfahrung mit Kreditverlusten basiert und um zukunftsbezogene Faktoren, die für die Kreditnehmer und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spezifisch sind, angepasst wurde. 2.15. Liquide Mittel Liquide Mittel werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sie umfassen Barbestände, auf Abruf zur Verfügung stehende Bankguthaben und andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte, die im Zeitpunkt der Anschaffung eine Laufzeit von maximal drei Monaten aufweisen. Bankguthaben und Kassenbestände beinhalten Bankbestände mit Verfügungsbeschränkung und Sichteinlage die in Kapitel 34 näher erläutert werden. Das Kreditrisiko dieser Finanzinstrumente wird unter Berücksichtigung der Wirtschaftslage, Kreditwürdigkeit und/oder der Prämien für Risikoausfallversicherungen (Credit Default Swap (CDS)) anderer Finanzinstitute bestimmt. Aufgrund der relativ kurzfristigen Laufzeiten sowie der Beurteilung der Bonität der Kontrahenten wird das Kreditrisiko als unwesentlich eingestuft. 2.16. Eigenkapital Ein Eigenkapitalinstrument ist ein Vertrag, der einen Residualanspruch an den Vermögenswerten eines Unternehmens nach Abzug aller dazugehörigen Verbindlichkeiten begründet. Eigenkapitalinstrumente werden zum erhaltenen Ausgabeerlös abzüglich direkt zurechenbarer Ausgabekosten erfasst. Ausgabekosten sind solche Kosten, die ohne die Ausgabe des Eigenkapitalinstruments nicht angefallen wären. Rückkäufe von eigenen Eigenkapitalinstrumenten werden direkt vom Eigenkapital abgezogen. Weder Kauf noch Verkauf, Ausgabe oder Einziehung von eigenen Eigenkapitalinstrumenten werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Von einem Konzernunternehmen emittierte Fremd- und Eigenkapitalinstrumente werden entsprechend dem wirtschaftlichen Gehalt der Vertragsvereinbarung und den Definitionen als finanzielle Verbindlichkeiten oder Eigenkapital klassifiziert. 2.17. Anteilsbasierte Vergütungen Die Flix Gruppe hat anteilsbasierte Vergütungspläne für ausgewählte Personen aufgelegt. Gewährt werden virtuelle Optionen. Mit diesen erhalten die Optionsberechtigten die Chance an künftigen Steigerungen des Unternehmenswerts zu partizipieren. Im Gegensatz zu echten Optionen geben die virtuellen Optionen dem jeweiligen Optionsberechtigten bei Optionsausübung kein einseitiges Recht zur Übernahme von Geschäftsanteilen, sondern räumen ihm bei Vorliegen bestimmter Ausübungsvoraussetzungen einen vertraglichen Anspruch gegen die Flix Gruppe, nach Wahl der Gesellschaft entweder eine Geldleistung oder Geschäftsanteile zu erhalten. Ob der Ausgleich durch eine Geldleistung oder durch Eigenkapitalinstrumente der Gesellschaft erfolgt, liegt im Ermessen der Gesellschaft. Die Optionspläne sind als anteilsbasierte Vergütungen mit Erfüllungswahlrecht beim Unternehmen einzustufen (IFRS 2.41 ff.). Gegenwärtige Verpflichtungen zum Barausgleich liegen nicht vor, weshalb die Optionspläne nach den Vorschriften für anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente zu bilanzieren sind. Die Optionen werden über verschiedene Zeiträume durch Tätigwerden für die Flix Gruppe erdient. Die Erdienungszeiträume beginnen mit dem jeweiligen Gewährungszeitpunkt. Der zum Gewährungszeitpunkt zu ermittelnde beizulegende Zeitwert wird über den Erdienungszeitraum (basierend auf der von der Flix Gruppe vorgenommenen Schätzung der Anzahl der Optionen, die voraussichtlich ausübbar werden) linear als Aufwand mit einer entsprechenden Gegenbuchung im Eigenkapital erfasst. Damit zu treffende Annahmen und verbundene Erwartungen werden zu jedem Abschlussstichtag für die neu ausgegebenen Tranchen von der Flix Gruppe überprüft. Für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der gewährten virtuellen Optionen wird eine Optionspreisbewertung nach Black/Scholes durchgeführt. Die Flix Gruppe wendet eine "Prior Sale of Company Share"-Methode an. Mit dieser marktwertorientierten Bewertungsmethode wird der Unternehmenswert geschätzt. Dabei werden frühere im Rahmen von Finanzierungsrunden erfolgte Verkäufe von Eigenkapitaltiteln der Gesellschaft berücksichtigt. Da die Anteile an diverse bestehende und neue Investoren ausgegeben wurden, lässt sich die Preisfindung als aussagekräftiger Indikator für den beizulegenden Zeitwert ansehen. Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der virtuellen Optionen werden Abschläge für fehlende Marktfähigkeit (DLOMs, Discounts for Lack of Marketability) angesetzt. Diese Abschläge werden auf die heranzuziehenden Unternehmens- bzw. Anteilswerte vorgenommen, um dem Umstand, dass die Anteile nicht sofort verkauft werden können, Rechnung zu tragen. In die Berechnungen gehen dabei Schätzungen ein, wann (in zeitlicher Hinsicht) die virtuellen Optionen ausübbar sind. 2.18. Leistungen an Arbeitnehmer Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen werden die Kosten für die Leistungserbringung mittels des Verfahrens der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) ermittelt, wobei zu jedem Abschlussstichtag eine versicherungsmathematische Bewertung durchgeführt wird. Neubewertungen, bestehend aus versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, Veränderungen, die sich aus der Anwendung der Vermögenswertobergrenze ergeben und dem Ertrag aus dem Planvermögen (ohne Zinsen auf die Nettoschuld), werden unmittelbar im sonstigen Ergebnis erfasst. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Neubewertungen sind Teil der sonstigen Rücklagen und werden nicht mehr in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird als Aufwand erfasst, wenn die Planänderung eintritt. Die Nettozinsen ergeben sich aus der Multiplikation des Abzinsungssatzes mit der Nettoschuld (Pensionsverpflichtung abzüglich Planvermögen) oder dem Nettovermögenswert, der sich ergibt, sofern das Planvermögen die Pensionsverpflichtung übersteigt, zu Beginn des Geschäftsjahres. Die leistungsorientierten Kosten beinhalten die folgenden Bestandteile:
Die in der Konzernbilanz erfasste leistungsorientierte Verpflichtung stellt die aktuelle Unter- oder Überdeckung der leistungsorientierten Versorgungspläne des Konzerns dar. Jede Überdeckung, die durch diese Berechnung entsteht, ist auf den Barwert künftigen wirtschaftlichen Nutzens begrenzt, der in Form von Rückerstattungen aus den Plänen oder geminderter künftiger Beitragszahlungen an die Pläne zur Verfügung steht. Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden dann als Aufwand erfasst, wenn die Arbeitnehmer die Arbeitsleistung erbracht haben, die sie zu den Beiträgen berechtigen. Für kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer ist in der Periode der Leistungserbringung seitens der Arbeitnehmer der nicht abgezinste Betrag der Leistung zu erfassen, der erwartungsgemäß im Austausch für die erbrachte Leistung gezahlt wird. Die erwarteten Kosten für kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer in Form von vergüteten Abwesenheiten sind im Fall ansammelbarer Ansprüche dann zu erfassen, wenn die Arbeitsleistungen, die die Ansprüche der Arbeitnehmer auf bezahlte künftige Abwesenheit erhöhen, erbracht werden. Im Fall nicht ansammelbarer Ansprüche erfolgt die Erfassung hingegen in dem Zeitpunkt, in dem die Abwesenheit eintritt. 2.19. Rückstellungen Rückstellungen werden gebildet, wenn die Flix Gruppe eine gegenwärtige Verpflichtung (rechtlicher und/oder faktischer Natur) aus einem vergangenen Ereignis hat und es wahrscheinlich ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung mit dem Abfluss von Ressourcen einhergeht und eine verlässliche Schätzung des Betrages der Rückstellung möglich ist. Der angesetzte Rückstellungsbetrag ist der beste Schätzwert, der sich am Abschlussstichtag für die hinzugebende Leistung ergibt, um die gegenwärtige Verpflichtung zu erfüllen. Dabei sind der Verpflichtung inhärente Risiken und Unsicherheiten zu berücksichtigen. Wird eine Rückstellung auf Basis der für die Erfüllung der Verpflichtung geschätzten Zahlungsströme bewertet, sind diese Zahlungsströme abzuzinsen, sofern der Zinseffekt wesentlich ist. Kann davon ausgegangen werden, dass Teile oder der gesamte zur Erfüllung der Rückstellung notwendige wirtschaftliche Nutzen durch einen außenstehenden Dritten erstattet wird, wird dieser Anspruch als Vermögenswert aktiviert, wenn die Erstattung so gut wie sicher ist und ihr Betrag zuverlässig geschätzt werden kann. 2.20. Finanzielle Verbindlichkeiten Erstmaliger Ansatz und Bewertung Finanzielle Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz als finanzielle Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert oder zu fortgeführten Anschaffungskosten klassifiziert. Sämtliche finanziellen Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Transaktionskosten, die direkt der Emission von finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, zuzurechnen sind, reduzieren den beizulegenden Zeitwert der finanziellen Verbindlichkeiten bei Zugang. Transaktionskosten, die direkt der Emission von finanziellen Verbindlichkeiten zuzurechnen sind, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden unmittelbar in der Konzern-Gewinn und Verlustrechnung erfasst. Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns umfassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten, Darlehen einschließlich Kontokorrentkrediten und derivative Finanzinstrumente. Folgebewertung Die Folgebewertung finanzieller Verbindlichkeiten hängt folgendermaßen von deren Klassifizierung ab: Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten umfassen die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Verbindlichkeiten sowie andere finanzielle Verbindlichkeiten, die bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert werden. Finanzielle Verbindlichkeiten werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke des Rückkaufs in der nahen Zukunft eingegangen wurden. Die Einstufung finanzieller Verbindlichkeiten als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet erfolgt zum Zeitpunkt ihrer erstmaligen Erfassung, sofern die Kriterien gemäß IFRS 9 erfüllt sind. Die Flix Gruppe klassifiziert bedingte Kaufpreisbestandteile als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Dabei werden sämtliche aus der Bewertung resultierenden Gewinne oder Verluste erfolgswirksam vereinnahmt. Der in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Nettogewinn oder -verlust schließt die für die finanzielle Verbindlichkeit bezahlten Zinsen ein und wird im Posten Finanzergebnis ausgewiesen. Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes wird in Kapitel 33.9 beschrieben. Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten Nach der erstmaligen Erfassung werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten einschließlich verzinslicher Darlehen unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Verbindlichkeiten ausgebucht werden, außerdem im Rahmen von Amortisationen mittels der Effektivzinsmethode. Fortgeführte Anschaffungskosten werden unter Berücksichtigung eines Agios oder Disagios bei Akquisition sowie von Gebühren oder Kosten berechnet, die einen integralen Bestandteil des Effektivzinssatzes darstellen. Die Amortisation mittels der Effektivzinsmethode ist in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil der Finanzaufwendungen enthalten. Ausbuchung Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die ihr zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist. Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine andere finanzielle Verbindlichkeit desselben Kreditgebers mit substanziell anderen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, so wird ein solcher Austausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit und Ansatz einer neuen Verbindlichkeit behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird erfolgswirksam erfasst. Saldierung von Finanzinstrumenten Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden saldiert und der Nettobetrag in der Konzernbilanz ausgewiesen, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Rechtsanspruch besteht, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Realisierung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen. 2.21. Aus einem Unternehmenszusammenschluss resultierende Eventualverbindlichkeiten Aus einem Unternehmenszusammenschluss resultierende Eventualverbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet. An darauffolgenden Abschlussstichtagen werden solche Eventualverbindlichkeiten mit dem höheren Betrag aus dem erstmaligen Ansatz gegebenenfalls abzüglich der in Übereinstimmung mit den Anforderungen für Ertragsrealisierung erfassten kumulierten Auflösung und dem sich gem. IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen ergebenden Wert angesetzt. 2.22. Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten Bei der Anwendung der in Kapitel 2 dargestellten Konzernbilanzierungs- und -bewertungsmethoden muss der Vorstand in Bezug auf die Buchwerte von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die nicht ohne Weiteres aus anderen Quellen ermittelt werden können, Sachverhalte beurteilen, Schätzungen vornehmen und Annahmen treffen. Die Schätzungen und die ihnen zugrunde liegenden Annahmen resultieren aus Vergangenheitserfahrungen sowie weiteren als relevant erachteten Faktoren. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Die den Schätzungen zugrunde liegenden Annahmen unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung. Schätzungsänderungen werden, sofern die Änderung nur eine Periode betrifft, nur in dieser berücksichtigt. Falls die Änderungen die aktuelle sowie die folgenden Berichtsperioden betreffen, werden diese entsprechend in dieser und den folgenden Perioden berücksichtigt. Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten betreffen insbesondere die Bewertung von Geschäfts- oder Firmenwerten, die Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste, von derivativen Finanzinstrumente, sofern einschlägig, Pensionsverpflichtungen, Leasingverhältnissen und Steuern. 2.22.1. Bedeutende Ermessensausübung der Geschäftsführung bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Bedeutende Ermessensausübungen bestehen insbesondere bei den immateriellen Vermögenswerten. Die Bestimmung der Nutzungsdauern der immateriellen Vermögenswerte erfolgt auf Basis der bisherigen Erfahrungen und bestmöglicher Schätzungen. Einzelheiten zu den immateriellen Vermögenswerten können dem Kapitel 17 entnommen werden. 2.22.2. Hauptquellen von Schätzungsunsicherheiten Im Folgenden werden die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie die sonstigen wesentlichen Quellen von Schätzungsunsicherheiten zum Ende der Berichtsperiode angegeben, durch die ein beträchtliches Risiko entstehen kann, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der ausgewiesenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erforderlich wird. Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts Für die Bestimmung des Vorliegens einer Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts ist es erforderlich, den erzielbaren Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, welcher der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet worden ist, zu ermitteln. Die Berechnung des erzielbaren Betrags bedarf der Schätzung künftiger Cashflows aus der zahlungsmittelgenerierenden Einheit sowie eines geeigneten Abzinsungssatzes für die Barwertberechnung. Wenn die tatsächlich erwarteten künftigen Cashflows geringer als bisher geschätzt ausfallen, kann sich eine wesentliche Wertminderung ergeben. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung über die künftigen Zahlungsmittelzuflüsse, die langfristigen Wachstumsraten sowie die zur Diskontierung verwendeten WACC-Sätze abhängig und daher mit Unsicherheiten und Ermessensspielräumen behaftet. Weitere Einzelheiten zum Geschäfts- oder Firmenwert können dem Kapitel 16 entnommen werden. Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste Bei der Berechnung der erwarteten Kreditverluste von Finanzinstrumenten verwendet die Flix Gruppe vernünftige und belastbare zukunftsgerichtete Informationen, die auf Annahmen über die zukünftige Entwicklung der verschiedenen relevanten wirtschaftlichen Faktoren und darüber, wie sich diese Faktoren gegenseitig beeinflussen werden, beruhen. Der "loss given default" (LGD) ist eine Schätzung des Verlusts bei Ausfall. Sie basiert auf der Differenz zwischen den fälligen vertraglichen Zahlungsströmen und denen, die der Kreditgeber, unter Berücksichtigung der Zahlungsströme aus Sicherheiten und integralen Kreditsicherheiten, im Falle eines Ausfalls erwarten würde. Die "probability of default" (PD) stellt einen zentralen Faktor zur Berechnung der Wertberichtigung dar. Diese ist eine Schätzung der Ausfallwahrscheinlichkeit über einen bestimmten Zeithorizont, deren Berechnung historische Daten sowie aktuelle Annahmen und Erwartungen über zukünftige Bedingungen umfasst. Weitere Einzelheiten können Kapitel 21 entnommen werden. Der Konzern nutzt eine Wertberichtigungsmatrix, um die erwarteten Kreditverluste bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu berechnen. Die Wertberichtigungsquoten werden auf der Grundlage der Überfälligkeitsdauer in Tagen bestimmt. Verschiedene (nach Kriterien wie der geografischen Region, der Produktart und dem Kundentyp) zu Gruppen zusammengefasste Kundensegmente mit ähnlichen Ausfallmustern bestehen nicht. Die Wertberichtigungstabelle basiert anfänglich auf den historischen Ausfallquoten des Konzerns. Anschließend kalibriert der Konzern die Tabelle, um seine historischen Kreditausfälle an zukunftsbezogene Informationen anzupassen. Zu jedem Abschlussstichtag werden die historischen Ausfallquoten aktualisiert und Änderungen der zukunftsbezogenen Schätzungen analysiert. Zur Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko bei einem Finanzinstrument seit der erstmaligen Erfassung signifikant erhöht hat, vergleicht die Flix Gruppe das Risiko eines Ausfalls des Finanzinstruments zum Bilanzstichtag mit dem entsprechenden Risiko eines Ausfalls des Finanzinstruments zum Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung. Bei dieser Beurteilung berücksichtigt die Flix Gruppe sowohl quantitative als auch qualitative Informationen, die angemessen und nachvollziehbar sind, einschließlich historischer Erfahrungen und zukunftsorientierter Informationen, die ohne übermäßigen Aufwand oder Kosten verfügbar sind. Zu den zukunftsgerichteten Informationen gehören die Zukunftsaussichten der Branchen, in denen die Schuldner des Konzerns tätig sind. Die Flix Gruppe betrachtet die folgenden Umstände als Ausfallereignisse, da die historische Erfahrung zeigt, dass finanzielle Vermögenswerte, die eines der folgenden Kriterien erfüllen, im Allgemeinen nicht einbringlich sind: wenn vertraglich vereinbarte Verpflichtungen durch den Schuldner nicht erfüllt werden oder intern ermittelte oder aus externen Quellen gewonnene Informationen darauf hindeuten, dass es unwahrscheinlich ist, dass der Schuldner vollständig bezahlen wird (ohne Berücksichtigung von gehaltenen Sicherheiten). Ungeachtet der vorstehenden Analyse geht die Flix Gruppe grundsätzlich davon aus, dass ein Ausfall eingetreten ist, wenn ein finanzieller Vermögenswert mehr als 180 Tage überfällig ist, es sei denn, es liegen angemessene und nachvollziehbare Informationen vor, um nachzuweisen, dass ein finanzieller Vermögenswert weiterhin werthaltig ist. Ein objektiver Hinweis auf Wertminderung liegt vor, wenn ein oder mehrere Ereignisse eingetreten sind, die einen negativen Einfluss auf die geschätzten zukünftigen Cashflows des entsprechenden finanziellen Vermögenswerts haben. Der Nachweis, dass ein objektiver Hinweis auf Wertminderung vorliegt, beinhaltet die Ereignisse, wie z.B. erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten oder des Kreditnehmers, einen Ausfall oder die Überfälligkeit einer Zahlung, Insolvenz oder drohende Insolvenz des Kreditnehmers. Die Flix Gruppe schreibt einen finanziellen Vermögenswert direkt ab und vermindert dadurch den Bruttobuchwert, wenn Informationen vorliegen, die darauf hindeuten, dass sich der Schuldner in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten befindet und keine realistische Aussicht auf eine Zahlung mehr besteht. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Schuldner sich in einem Liquidations- oder Insolvenzverfahren befindet oder, im Fall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die Forderungen mehr als 3 Jahre überfällig sind, je nachdem, was früher eintritt. Bereits abgeschriebene finanzielle Vermögenswerte können noch Gegenstand von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen des Konzerns sein. Etwaige daraus erhaltene Rückflüsse werden bei Eintritt erfolgswirksam erfasst. Die Beurteilung des Zusammenhangs zwischen historischen Ausfallquoten, prognostizierten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und erwarteten Kreditausfällen stellt eine wesentliche Schätzung dar. Die Höhe der erwarteten Kreditausfälle hängt von Änderungen der Umstände und der prognostizierten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Die historischen Kreditausfälle des Konzerns und die Prognose der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind möglicherweise nicht repräsentativ für die tatsächlichen Ausfälle der Kunden in der Zukunft. Informationen über die erwarteten Kreditverluste bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des Konzerns sind in Kapitel 22 enthalten. Pensionsverpflichtungen Die Pensionsverpflichtungen werden anhand versicherungsmathematischer Berechnung ermittelt. Diese hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die auf Annahmen und Einschätzungen hinsichtlich des Abzinsungssatzes, Inflationsrate, künftiger Lohn- und Gehaltssteigerungen und künftiger Rentensteigerungen basieren. Aufgrund der Langfristigkeit der getätigten Zusagen unterliegen die Schätzungen wesentlichen Unsicherheiten. Jede Änderung dieser Annahmen hat Auswirkungen auf den Buchwert der Pensionsverpflichtungen. Der Abzinsungssatz, der zur Ermittlung des Barwerts zukünftiger Zahlungen herangezogen wird, wird zum Ende jedes Jahres durch den Konzern ermittelt. Er basiert auf Zinssätzen von Industrieanleihen höchster Bonität, die auf die Währung lauten, in der die Leistungen bezahlt werden und deren Laufzeiten, denen der Pensionsverpflichtungen entsprechen. Weitere Einzelheiten, insbesondere zu den für die zur Berechnung herangezogenen Parametern, können dem Kapitel 28 entnommen werden. Anteilsbasierte Vergütungen Die Bewertung von dem anteilsbasiertem Vergütungsprogramm der Flix Gruppe unterliegt verschiedenen Schätzungen und Annahmen wie beispielsweise das Exit-Datum. Weitere Einzelheiten können den Kapiteln 2.17 und 27 entnommen werden. 2.23. Neue und geänderte Standards und Interpretationen
Die Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. 2.24. Neue aber noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards und Interpretationen Die folgenden neuen bzw. geänderten Standards bzw. Interpretationen wurden vom IASB bereits verabschiedet, sind aber noch nicht verpflichtend in Kraft getreten bzw. noch nicht in europäisches Recht übernommen worden. Die Gesellschaft hat die Regelungen nicht vorzeitig angewandt.
2.25. Änderungen wesentlicher Rechnungslegungsmethoden und Vorjahresanpassungen Zum 1. Januar 2022 hat die Flix Gruppe erstmalig die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nach Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Der Vorstand ist überzeugt, dass die Umstellung von Umsatzkostenverfahren auf Gesamtkostenverfahren das Geschäftsmodell von Flix, insbesondere nach der Übernahme von Greyhound Lines Inc., besser darstellt. Die Umstellung erfolgte retrospektiv. Alle in diesem Konzernabschluss enthaltenen Vergleichsangaben sind konsistent aus dem Gesamtkostenverfahren abgeleitet. Aus dieser Änderung ergeben sich keine Auswirkungen auf das Jahresergebnis der vorangegangenen Berichtsperioden. Im Zuge der Umstellung hat die Flix Gruppe auch Anpassungen in der Zusammensetzung der Umsatzerlöse vorgenommen:
Der Vorstand ist überzeugt, dass die geänderte Darstellung ein besseres Bild von den Umsatzerlösen vermittelt und stimmt mit den internen Berichtsstrukturen überein. Die Änderung wurde rückwirkend vorgenommen und führte zu einer Verringerung der Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2021 um 2.234 TEUR auf 537.775 TEUR. Die Vergleichszahlen in der Konzernbilanz unterscheiden sich vom gebilligten Konzernabschluss 2021 durch die die retrospektive Anpassung der Greyhound-Akquisition gem. IFRS 3.45 ab. Die Änderungen sind in Kapitel 3 beschrieben und sind auf alle Vergleichszahlen des Konzernabschlusses angewandt. 2.26. Hyperinflation Die Türkei wurde im Jahr 2022 als hochinflationäres Land eingestuft. Jahresabschlüsse von Tochtergesellschaften, die türkische Lira als funktionale Währung verwenden, werden gemäß IAS 29 "Rechnungslegung in Hochinflationsländern" angepasst, um die Auswirkungen der lokalen Inflation zu berücksichtigen. IAS 29 schreibt einen Anpassungsansatz vor, bei dem die in der Hochinflationswährung erfassten Finanzinformationen, durch Anwendung eines allgemeinen Preisindizes angepasst und in der am Ende des Berichtszeitraums geltenden Maßeinheit ausgedrückt werden. Dieses Verfahren zielt darauf ab, die Vergleichbarkeit zwischen den Perioden zu verbessern, indem die Finanzinformationen an die Änderungen der Kaufkraft des Geldes angepasst werden. Die Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften, die türkische Lira als funktionale Währung verwenden, basieren auf dem historischen Anschaffungskostenansatz. Für die Indexierung werden die vom türkischen Statistikamt (Türkiye istatistik Kurumu) veröffentlichten Verbraucherpreisindizes verwendet. Der Preisindex zum 31. Dezember 2022 (2003=100) beträgt 1.128,45 (01. Januar 2022: 686,95). In diesem Zusammenhang werden nicht monetäre Posten in der Bilanz, die zu historischen Anschaffungskosten bewertet werden, vor der Umrechnung in die Konzernwährung anhand eines Preisindizes angepasst. Für nicht monetäre Vermögenswerte (einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert) und Verbindlichkeiten, deren Bilanzierungsdatum vor dem Erwerbsdatum liegt, wird der Index vom 01.10.2019 (Erstkonsolidierungszeitpunkt) verwendet. Monetäre Posten in der Bilanz werden nicht indexiert. Darüber hinaus werden alle Posten der Gewinn- und Verlustrechnung, der Gesamtergebnisrechnung und die Eigenkapitalveränderungsrechnung angepasst. Gewinne und Verluste im Zusammenhang mit der Nettoposition der monetären Posten werden im sonstigen Finanzergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Alle Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung und der Gesamtergebnisrechnung werden anschließend mit dem Stichtagskurs in die Konzernwährung umgerechnet. Alle sich aus der Indexierung und Währungsumrechnung ergebenden Differenzen werden erfolgsneutral in der Rücklage für Währungsumrechnung im sonstigen Ergebnis erfasst. Gemäß IAS 21.42 (b) werden die Vorjahreszahlen im Konzernabschluss nicht angepasst. Der Konzern erfasst in einem einzigen Posten ("Rücklage aus der Währungsumrechnung") alle Eigenkapitaleffekte, die sich aus der Fremdwährungsumrechnung sowie Hochinflation ergeben. Dabei handelt es sich um Folgendes:
3. Unternehmenszusammenschlüsse Im Geschäftsjahr 2022 erfolgten keine Unternehmensakquisitionen. Unternehmenszusammenschluss des Vorjahres - Greyhound Am 21. Oktober 2021 erwarb Neptune Holding Inc., eine 100 prozentige mittelbare Tochtergesellschaft der Flix SE, 100% der Anteile an Greyhound Lines Inc. (Greyhound), die in den USA und Mexico ein Fernbusgeschäft unter der Marke Greyhound betreibt. Ziel der Akquisition ist, die Expansion des Konzerns in Nordamerika fortzusetzen. Aufgrund der Komplexität der Greyhound -Transaktion war die Kaufpreisallokation vorläufig und im Konzernabschluss 2021 nicht finalisiert. Während des Bewertungszeitraums erhielt Flix neue Informationen, die bereits zum Erwerbszeitpunkt bestanden haben und zu einer anderen Bewertung bestimmter Posten des Nettoumlaufvermögens wie finanzielle Vermögenswerte, sonstige Vermögenswerte, finanzielle Verbindlichkeiten und Rückstellungen geführt hätten. Da eine der Kaufpreiskomponenten mit dem Nettoumlaufvermögen verknüpft war, änderte sich auch die gesamte übertragene Gegenleistung. Flix bilanziert diese Änderungen rückwirkend in Übereinstimmung mit IFRS 3.45. Alle Änderungen sind in der folgenden Tabelle ersichtlich.
4. Angaben zu Tochterunternehmen Die Flix Gruppe besteht aus Flix SE und 49 Tochterunternehmen (Vorjahr: 50). Einzelheiten zu den Tochterunternehmen, die zum Bilanzstichtag vollkonsolidiert wurden, sind nachstehend aufgeführt:
2 Ehemalige FlixBus CEE North GmbH, Umfirmierung
erfolgte am 10. November 2022
3 Die Gesellschaft wurde per 28. November 2022
liquidiert.
7 Indirekte Beteiligung über FlixMobility
Tech GmbH, die 100% Anteile an der Gesellschaft hält.
12 Indirekte Beteiligung über Göksu
Seyahat ve Tașimacilik A.Ș., die 100% Anteile an
der Gesellschaft hält.
16 Ehemalige Flix US Holding, Inc., Umfirmierung
erfolgte am 24. Juni 2022.
Im Geschäftsjahr 2022 wurden Flix Global Services sp. z o.o. und Bus Risk Retention Group, Inc. erstmalig konsolidiert. 5. Segmentinformationen Über die Geschäftssegmente wird nach IFRS entsprechend dem konzerninternen Reporting berichtet die den geschäftsführenden Direktoren (dem Chief Operating Decision Maker (CODM)) zur Verfügung gestellt werden. Diese sind in geographische Regionen (sogenannte "Business Regions") unterteilt. Zu unterscheiden sind dabei die Business Regionen Europa, Türkei und Nordamerika. Es erfolgte keine Zusammenfassung von Geschäftssegmenten, um zur Ebene der berichtspflichtigen Segmente des Konzerns zu kommen. Weitere unwesentliche Geschäftsaktivitäten, die keinem berichtspflichtigen Segment zugeordnet sind, werden gemeinsam mit den Erträgen und Aufwendungen der zentralen Konzernfunktionen in der Spalte "Weitere Gesellschaften und Konzernfunktionen" der Segmentberichterstattung dargestellt. Auf Ebene einer Business Region beurteilt der Vorstand als Hauptentscheidungsträger den Erfolg der Segmente und die Zuteilung von Ressourcen; dabei wird auf die Kennzahlen Umsatz und Adjusted EBITDA zurückgegriffen. EBITDA ist das Ergebnis vor Steuern, Zinsen, sonstigem Finanzergebnis, Abschreibungen und Wertminderungen. Das Adjusted EBITDA wird zusätzlich um Einmaleffekte und außergewöhnliche Geschäftsvorfälle bereinigt und ist in der Überleitungstabelle in diesem Kapitel detailliert dargestellt.
20 Indirekte Beteiligung über FlixBus
Polska sp. z o.o., die 100% Anteile an der Gesellschaft
hält.
Alle berichtspflichtigen Segmente bieten die gleiche Art von Dienstleistungen an und stellen sich wie folgt dar:
a) betrifft Umsatzerlöse überwiegend
aus Gutscheinen.
Die Außenumsatzerlöse werden fast ausschließlich mit Beförderungsleistungen erzielt und entsprechen in der Summe den in der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns ausgewiesenen Umsatzerlösen. Dies gilt entsprechend für die Ergebnisgröße Adjusted EBITDA. Umsatzerlöse mit anderen Segmenten werden zu Marktpreisen erfasst. Adjusted EBITDA leiten sich jeweils wie folgt auf das Ergebnis vor Steuern (EBT) über:
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der berichtspflichtigen Segmente entsprechen den konzerninternen Vorgaben für interne Berichterstattungszwecke. Die Anpassungen des EBITDA umfassten hauptsächlich Covid-19 Zuschüsse für frühere Perioden in Höhe von 36.373 TEUR erhalten von Greyhound Lines Inc., individuelle Vergütungsaufwendungen in Höhe von 14.399 TEUR sowie Restrukturierungs- und Reorganisationsaufwendungen in Höhe von 8.342 TEUR sowie Kosten im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben und Beratungskosten, die sich hauptsächlich auf das Nordamerika Segment aufgrund von Integrationsaktivitäten in Folge des Unternehmenszusammenschlusses im Geschäftsjahr 2021 beziehen. Im Jahr 2022 erhielt die Gruppe weitere Covid-19-Unterstützungszahlungen in Höhe von TEUR 15.257. Entschädigungs- und Unterstützungszahlungen in Höhe von 7.979 TEUR beziehen sich auf verschiedene Einmalzahlungen an Geschäftspartner. Außenumsatzerlöse nach Regionen Die Außenumsatzerlöse des Konzerns verteilen sich regional wie folgt:
Außenumsatzerlöse nach Dienstleistungsbereichen Für die Verteilung der Umsatzerlöse des Konzerns auf die verschiedenen Dienstleistungsbereiche wird auf Kapitel 6 verwiesen. Langfristige Vermögenswerte nach Regionen
Langfristige Vermögenswerte enthalten Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte. 6. Umsatzerlöse Umsatzerlösströme Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden setzen sich wie folgt zusammen:
Darin enthalten ist ein Abzug von 4.990 TEUR (Vorjahr: 1.572 TEUR) für die Wertberichtigung von Forderungen. Sonstige Umsatzerlöse beinhalten im Wesentlichen Umsatzerlöse aus Gutscheinen sowie Erlöse aus vertraglichen Subventionen für Überlandbusse in den USA. Vertragssalden Die folgende Tabelle gibt Auskunft über Forderungen und Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden:
Forderungen aus Verträgen mit Kunden betreffen im Wesentlichen die Ansprüche auf Gegenleistung für abgeschlossene und schon abgerechnete Leistungen gegen Kunden. Die Flix Gruppe hatte am 1. Januar und 31. Dezember 2022 keine noch nicht abgerechneten Leistungen gegen Kunden. Die Forderungen aus Verträgen mit Kunden sind in der Bilanz unter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen erfasst. Die Vertragsverbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen die von Kunden erhaltenen Anzahlungen für die Beförderungsleistungen, für die über einen bestimmten Zeitraum Umsatzerlöse realisiert werden. Die Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden sind in der Bilanz unter sonstigen Verbindlichkeiten erfasst. Die untenstehende Tabelle gibt Auskunft über die in der Berichtsperiode erfassten Erlöse, die zu Beginn der Periode im Betrag der Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren:
7. Materialaufwand Der Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
Die vertraglichen Vereinbarungen der Flix Gruppe mit ihren Partnern beinhaltet eine Risikoteilungskomponente, um saisonale Effekte, Nachfrageschwankungen und Markteinführungsphasen auszugleichen. Im Materialaufwand sind Aufwendungen/(Erträge) aus der Veränderung der Wertberichtigung auf Forderungen gegenüber Mobilitätspartnern in Höhe von (2.102) TEUR (Vorjahr: 3.499 TEUR) enthalten. Der Materialaufwand wurde in Höhe von 7.350 TEUR durch diverse staatliche Zuschüsse subventioniert (Vorjahr: 10.420 TEUR). 8. Personalaufwand Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
Der Personalaufwand wurde in Höhe von 25.162 TEUR durch diverse staatliche Zuschüsse subventioniert (Vorjahr: 27.441 TEUR). 9. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Sonstige betriebliche Aufwendungen wurden in Höhe von 14.123 TEUR durch diverse staatliche Zuschüsse subventioniert (Vorjahr: 18.426 TEUR). 10. Aktivierte Entwicklungsleistungen Im Geschäftsjahr 2022 wurden Entwicklungskosten in Höhe von 8.373 TEUR (Vorjahr: 9.248 TEUR) aktiviert. 11. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:
Darin enthalten ist die Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von TEUR 1.099 (Vorjahr: TEUR 1.039).Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Geschäftsjahr 2021 den Ertrag aus dem negativen Geschäfts- oder Firmenwert aus der Greyhound-Akquisition in Höhe von 41.202 TEUR. Wiederkehrende und einmalige Zuwendungen in Höhe von TEUR 23.223 beinhalten Einnahmen aus verschiedenen Zuschussprogrammen, die überwiegend von Regierungen als Reaktion auf die COVID-19-Coronavirus-Pandemie eingeführt wurden. 12. Abschreibungen und Wertminderungen Die Abschreibungen und Wertminderungen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Wertminderung im Geschäftsjahr 2022 beinhaltet eine Wertminderung des Firmenwerts in Höhe von TEUR 8.370 (Vorjahr: -), Details sind dem Kapitel 16 zu entnehmen, sowie Wertminderung der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien in Höhe von 6.993 TEUR (Vorjahr: 1.203 TEUR), siehe Kapitel 36. 13. Zinsergebnis, netto Das Zinsergebnis, netto setzt sich wie folgt zusammen:
14. Sonstiges Finanzergebnis Das sonstige Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:
Darin enthalten sind Aufwendungen/(Erträge) aus der Veränderung der Wertberichtigung auf sonstige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 165 TEUR (Vorjahr: 73 TEUR). Die Hyperinflationsanpassung ist im Kapitel 2.26 näher beschrieben. 15. Ertragsteuern Die Ertragsteuern stellen sich wie folgt dar:
Der Steueraufwand kann wie folgt auf den Periodenerfolg übergeleitet werden:
Der im Rahmen der obigen Überleitungsrechnung für 2022 angewendete Steuersatz entspricht dem vom Mutterunternehmen gemäß dem deutschen Unternehmenssteuerrecht zu leistenden Steuersatz von 31,83% (Vorjahr: 31,82%). Der Posten Sonstige Effekte umfasst hauptsächlich nicht steuerbare und nicht abzugsfähige Differenzen. Bilanzierte latente Steueransprüche und -schulden (nach Saldierung)
Die Flix Gruppe beurteilt zu jedem Bilanzstichtag, ob die Realisierbarkeit von für die Zukunft erwarteten Steuerersparnisse für den Ansatz aktiver latenter Steuern hinreichend wahrscheinlich ist. Bei der Beurteilung werden u. a. unternehmensinterne Prognosen über die zukünftige steuerliche Ertragssituation der Konzerngesellschaft herangezogen. Ändert sich die Beurteilung der Realisierbarkeit zukünftiger latenter Ertragssteueransprüche, werden gegebenenfalls Wertberichtigungen auf die aktivierten latenten Steuern vorgenommen. Die Einschätzung der Nutzbarkeit aktiver latenter Steuern beruht auf Annahmen hinsichtlich der Fähigkeit der jeweiligen Konzerngesellschaft, ausreichendes zu versteuerndes Einkommen zu generieren und dass eine Nutzung aktiver latenter Steuern hinreichend wahrscheinlich ist. Grundlage hierfür bildet eine langfristige Steuerplanung auf Basis der aktuellen Unternehmensplanungen. Für die Berücksichtigung latenter Steuern auf Verlustvorträge wird ein Zeitraum von bis zu fünf Jahren (Vorjahr: bis zu sieben Jahre) zu Grunde gelegt. Dies ergibt sich aufgrund einer Veränderung der Annahmen der langfristigen Unternehmensplanung in den Ländern, in denen im Vorjahr bis zu sieben Jahre zugrunde gelegt wurden. Bei der Ermittlung eines nachhaltigen steuerlichen Ergebnisses wurden die Annahmen früherer Planungen validiert sowie der Unsicherheit der weiter in der Zukunft liegenden Planergebnisse angemessen Rechnung getragen. Dabei wurde auch geprüft, dass ausreichende und überzeugende substanzielle Hinweise für das Vorliegen ausreichender positiver Ergebnisse vorhanden sind. Auf Grundlage dieser Basis sowie der Nutzbarkeit der Verlustvorträge im steuerlichen Planungszeitraum, geht die Flix Gruppe davon aus, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit zukünftig ausreichend positive Steuerergebnisse vorliegen werden, um die aktiven Steuerlatenzen nutzen zu können. Soweit Nutzungsbeschränkungen vorliegen - etwa durch Regelungen zur Mindestbesteuerung - werden diese berücksichtigt. Der Buchwert der aktivierten latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge beträgt zum 31.12.2022 50.611 TEUR (Vorjahr: 72.234 TEUR). Die Flix Gruppe verfügt über ungenutzte steuerliche Verluste in Höhe von 521.646 TEUR (Vorjahr: 313.141 TEUR) aus verschiedenen Gesellschaften bzw. Ländern für die keine aktiven latenten Steueransprüche angesetzt wurden. Die Aktivierung latenter Steuern auf Verlustvorträge über den Umfang der zu versteuernden temporären Differenzen hinaus wurde zum 31.12.2022 im Vergleich zum Vorjahr in einem niedrigeren Umfang vorgenommen, um der aktualisierten Unternehmensplanung sowie der darauf aufbauenden Einschätzung zum Vorhandensein ausreichender zu versteuernder Ergebnisse in bestimmten Ländern Rechnung zu tragen. Es gibt keine wesentlichen temporären Differenzen aus Beteiligungen an Tochterunternehmen, für die latenten Steuerschulden angesetzt wurden. 16. Geschäfts- oder Firmenwert Informationen zur Entwicklung des Bestands und zu den kumulierten Wertminderungen sind in der Tabelle des folgenden Kapitels enthalten. Der Geschäfts- oder Firmenwert wurde zum Zwecke der Wertminderungsprüfung zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet. Der Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts verteilt sich auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wie folgt:
Aufgrund der Einstufung der Türkei als hyperinflationäres Land, wurde der Geschäfts- oder Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Türkei gem. IAS 29 bewertet, was zu einer Erhöhung um 39.098 TEUR führte. Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurde durch eine Nutzungswertberechnung auf Grundlage der aktuellen, von Vorstand und Aufsichtsrat genehmigter, Finanzplanung bestimmt. Die Planung ausländischer Gesellschaften erfolgt in lokaler Währung und wird anhand des Währungskurses am Bewertungsstichtag in die Konzernwährung EURO umgerechnet. Flix geht in der Detailplanung grundsätzlich von im Zeitablauf abnehmendem Umsatzwachstum und steigenden EBITDA-Margen aus. Die Annahmen zu den steigenden EBITDA-Margen basieren auf Erwartungen im Hinblick auf die mit dem Umsatzwachstum ansteigende Profitabilität. Für die Zahlungsströme nach dem Detailplanungszeitraum wird eine konstante jährliche Wachstumsrate verwendet. Die weiteren wesentlichen Annahmen zur Bestimmung des erzielbaren Betrags sind in der untenstehenden Tabelle abgebildet. Als Diskontierungssatz wurde ein WACC vor Steuern verwendet. Dieser wurde von einer Peer-Group abgeleitet und berücksichtigt eine typisierte Kapitalstruktur. Die wesentlichen Inputparameter für den Wertminderungstest bestehen neben dem Diskontierungssatz aus Umsatz und EBITDA. Die Ermittlung der Inputparameter erfolgt auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Die Flix Gruppe plant mit einem positiven EBITDA ab dem Geschäftsjahr 2023 und einem Gewinn auf Konzernebene ab dem Geschäftsjahr 2026.
Die angenommene Wachstumsrate orientiert sich dabei an den langfristigen Inflationserwartungen. Der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Türkei war zum Bewertungszeitpunkt höher als der erzielbare Betrag, weshalb eine Wertminderung in Höhe von 8.370 TEUR im Jahr 2022 (Vorjahr: -) erfasst wurde. Die Wertminderung wurde komplett auf den Geschäfts- oder Firmenwert allokiert und ist in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in der Position "Abschreibungen und Wertminderungen" enthalten. Sensitivitätsanalysen in Bezug auf die durchgeführten Wertminderungs- Tests zum Bilanzstichtag zeigen, dass eine Erhöhung der Diskontierungssätze um jeweils zwei Prozentpunkte und zugleich eine Reduzierung der Wachstumsraten um jeweils einen Prozentpunkt im gesamten Planungszeitraum außer in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Türkei zu keinem weiteren Wertminderungsbedarf führen. Ein Impairment ergäbe sich in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Europa bei einer Reduzierung des EBITDA von 68% und in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Nordamerika bei einer Reduzierung des EBITDA von 48%. 17. Immaterielle Vermögenswerte Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte lässt sich den beiden folgenden Aufstellungen entnehmen. Entwicklung der Anschaffungs- und Herstellungskosten
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Sonstige immaterielle Vermögenswerte bestehen im Wesentlichen aus Computersoftware und sonstigen Rechten sowie aus den erworbenen Domains, Kundenbeziehungen und Lieferantenverträgen, die aus M&A Transaktionen resultieren. Der Zugang bei selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten bezieht sich überwiegend auf Vorbereitung der bisher größten und aufwendigsten Buchungsplattformintegration, die Integration der U.S-amerikanischen Tochtergesellschaft Greyhound. Die Wertminderungen selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte im Bau betrugen 904 TEUR (Vorjahr: 592 TEUR). 18. Sachanlagen Die Entwicklung der Sachanlagen lässt sich den nachfolgenden Aufstellungen entnehmen. Entwicklung der Anschaffungs- und Herstellungskosten
Die sonstigen Umbuchungen zwischen den Kategorien Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung und Busse und Ersatzteile in Höhe von TEUR 7.894 beinhaltet im Wesentlichen Fahrzeugausstattungen, die für die Modernisierung der Busse verwendet wurden. Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Sachanlagen mit Restbuchwert von 21.056 TEUR (Vorjahr: 9.267 TEUR) dienen als Kreditsicherheiten. Der Betrag der vertraglichen Verpflichtung für den Erwerb von Sachanlagen abzüglich der Zuschüsse beträgt 2.636 TEUR (Vorjahr: 2.127 TEUR). 19. Vorräte
Die in der Berichtsperiode aufwandswirksam erfassten Vorräte werden in Kapitel 7 dargestellt. Die Wertminderungen auf Vorräte im Berichtsjahr betrugen TEUR 640 (Vorjahr: 616 TEUR). Die zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bilanzierten Vorräte betrugen TEUR 9.507 (Vorjahr: 4.226 TEUR). Die bilanzierten Vorräte bestehen hauptsächlich aus Ersatzteilen, Kraftstoff und sonstigem Umlaufvermögen. 20. Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Bei den Kautionen handelt es sich hauptsächlich um Rücklagen von Versicherungsträgern für die Bereiche KfZ-Haftpflicht, allgemeine Haftpflicht und Arbeiterunfallversicherung, die sich auf die entsprechenden Rückstellungen beziehen, siehe Kapitel 29. Die Vermögenswerte für Entschädigungsansprüche resultieren aus der Greyhound-Akquisition. Siehe auch Kapitel 3. Ausstehende Staatszuschüsse betreffen Zuschüsse aufgrund der COVID-19-Pandemie sowie Zuschüsse aus dem Betrieb von Überlandbussen in den USA. Siehe auch Kapitel 2.5. Für sonstige finanzielle Vermögenswerte ermittelt die Flix Gruppe zunächst den Kreditausfall, der innerhalb der ersten zwölf Monate erwartet wird. Bei einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos wird der erwartete Kreditverlust über die Restlaufzeit des jeweiligen Vermögenswerts angesetzt. Als signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos wird eine Verschlechterung des internen Ratings um 3 Stufen oder eine bedeutende Verschlechterung der erwarteten Performance des Schuldners angesehen und der Wertminderungsstufe 2 zugeordnet. Alle sonstigen finanziellen Vermögenswerte außer Forderungen gegen Buspartner weisen ein geringes Kreditrisiko auf. Letztere werden bei der Berechnung der erwarteten Kreditverluste den Wertminderungsstufen 1, 2 oder 3 zugeordnet. Finanzinstrumente weisen ein geringes Kreditrisiko auf, wenn das Ausfallrisiko gering ist und der Schuldner die Leistungsfähigkeit besitzt seine vertraglichen Verpflichtungen in der nahen Zukunft zu erfüllen. Bei der Berechnung der erwarteten Kreditverluste verwendet die Flix Gruppe historische Verlustraten und passt diese aufgrund aktueller und künftiger Informationen an.
Entwicklung der Wertminderungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte
21. Sonstige Vermögenswerte
22. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt der Ansatz der erwarteten Kreditausfälle im Rahmen der vereinfachten Methode über ihre Restlaufzeit. Um die erwarteten Kreditausfälle zu bestimmen, werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen basierend auf ihren Kreditrisikoeigenschaften und ihrer Überfälligkeit zu homogenen Gruppen zusammengefasst. Die erwarteten Kreditausfälle basieren auf dem Zahlungsverhalten und den Kreditausfällen vergangener Perioden. Die historischen Kreditausfallraten passt die Flix Gruppe an ihre Erwartung an künftige Kreditausfälle an.
Die mehr als 90 Tage überfälligen Forderungen werden als objektiv wertgemindert der Wertminderungsstufe 3 zugeordnet, die übrigen der Wertminderungsstufe 2. Entwicklung der Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
23. Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital umfasst 123.574 auf den Namen lautende Stammstückaktien ohne Nennbetrag mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von jeweils EUR 1 EUR (Vorjahr: 123.574 Geschäftsanteile) und beträgt zum Bilanzstichtag 124 TEUR (Vorjahr: 124 TEUR). Die Aktien tragen jeweils ein Stimmrecht und sind dividendenberechtigt. Das Grundkapital wurde in voller Höhe durch Umwandlung der FlixMobility AG mit dem Sitz in München erbracht. 24. Kapitalrücklage Der jeweilige Stand der Kapitalrücklage zu den Bilanzstichtagen und die Entwicklung der Kapitalrücklage in den Geschäftsjahren 2022 und 2021 ergeben sich aus der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung. In der Kapitalrücklage werden Aufgelder aus der Ausgabe von Anteilen ausgewiesen (nach Abzug der Kosten für die Kapitalerhöhung). Im Geschäftsjahr 2022 fand kein Rückerwerb von virtuellen Optionen von Mitarbeitern und Gesellschaftern statt. 25. Gewinnrücklage Der jeweilige Stand der Gewinnrücklage zu den Bilanzstichtagen und die Entwicklung der Gewinnrücklage in den Geschäftsjahren 2022 und 2021 ergeben sich aus der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung. 26. Weitere Eigenkapitalbestandteile Die weiteren Rücklagen sind Teil der sonstigen Rücklagen und beinhalten im Wesentlichen die Währungsumrechnungsrücklage mit TEUR 21.839 sowie Rücklagen für anteilsbasierte Vergütungen mit 24.797 TEUR. Die Auswirkung der Anwendung von IAS 29 zum 1. Januar 2022 führte zu einer Erhöhung der konsolidierten Rücklagen um 54.799 TEUR. Die Rücklage für anteilsbasierte Vergütungen resultiert aus der Gewährung von virtuellen Optionen, die nach den Regelungen für in Eigenkapitalinstrumenten zu erfüllenden anteilsbasierten Vergütungen bilanziert werden. 27. Anteilsbasierte Vergütungen Virtuelles Optionsprogramm 2015 Die Flix SE hat mit dem Virtuellen Optionsprogramm 2015 ein Vergütungsprogramm aufgelegt, bei dem eine Beteiligung des jeweiligen Optionsberechtigten am Eigenkapital der Gesellschaft nachgebildet wird. Mit diesem Vergütungsprogramm erhalten die Optionsberechtigten die Chance an künftigen Steigerungen des Unternehmenswerts zu partizipieren. Im Gegensatz zu echten Optionen geben die virtuellen Optionen dem jeweiligen Optionsberechtigten bei Optionsausübung kein einseitiges Recht zur Übernahme von Geschäftsanteilen, sondern räumen ihm bei Vorliegen bestimmter Ausübungsvoraussetzungen einen vertraglichen Anspruch gegen die Flix Gruppe ein, nach Wahl der Gesellschaft entweder eine Geldleistung oder Geschäftsanteile zu erhalten. Ob der Ausgleich durch eine Geldleistung oder durch Eigenkapitalinstrumente der Gesellschaft erfolgt, liegt im Ermessen der Gesellschaft. Die Ausübung der virtuellen Optionen setzt voraus, dass
Die Optionen werden über verschiedene Zeiträume durch Tätigwerden für Flix SE erdient. Die Erdienungszeiträume beginnen mit dem jeweiligen Gewährungszeitpunkt. Der Optionsberechtigte hat bei Ausübung der bis zum Ausübungsereignis erdienten und nicht verfallenen virtuellen Optionen einen Anspruch gegen die Gesellschaft, dessen genaue Berechnung in den Optionsbedingungen hinterlegt ist. Die Ausübbarkeit gewährter virtueller Optionen setzt voraus, dass sie nicht verfallen sind. Zu unterscheiden sind dabei folgende Fallkonstellationen:
Als Ausübungsereignis gilt ein Share-Deal-Exit, ein Asset-Deal-Exit oder ein IPO-Exit der Gesellschaft. Im Geschäftsjahr 2022 wurden einige Optionen ausgegeben, deren Bedingungen, anders als bei anderen Tranchen vorsehen, dass m Falle eines IPO-Exits kann der Optionsberechtigte seine zum jeweiligen Zeitpunkt angesparten und nicht verfallenen Virtuellen Optionen, ganz oder teilweise, innerhalb eines Zeitraums, der zwölf Monate nach dem IPO-Exit beginnt und zehn Jahre nach dem IPO-Exit endet, ausüben. Die Anzahl der anteilsbasierten Vergütungen während der Berichtsperiode entwickelte sich wie folgt:
Keine virtuellen Optionen sind im Geschäftsjahr 2022 ausgeübt worden (wie im Vorjahr). Beizulegender Zeitwert der im Geschäftsjahr gewährten virtuellen Optionen Die virtuellen Optionen sind mit einem Optionspreismodell nach Black/Scholes bewertet worden. Die voraussichtlichen Optionslaufzeiten berücksichtigen insbesondere Schätzungen zur Erfüllung der Ausübungsvoraussetzungen. Die ermittelten Volatilitäten basieren auf Entwicklungen historischer Aktienkursvolatilitäten vergleichbarer Unternehmen. Der durchschnittliche Ausübungspreis liegt bei 18,3 TEUR. Die gewährten Optionen wiesen einen durchschnittlichen Fair Value im Berichtsjahr in Höhe von 3,8 TEUR auf. Modellparameter der im Geschäftsjahr 2022 gewährten virtuellen Optionen Für die Berechnung der beizulegenden Zeitwerte der im Geschäftsjahr 2022 gewährten virtuellen Optionen kamen erwartete Volatilitäten zwischen 30% und 62% sowie risikolose Zinssätze zwischen 0% und 2,6% zur Anwendung. Am Ende der Berichtsperiode ausstehende virtuelle Optionen Alle am Ende der Berichtsperiode ausstehenden virtuellen Optionen sind nicht ausübbar (wie im Vorjahr). Der gewichtete durchschnittliche restliche Erdienungszeitraum beträgt 16,45 Monate (Vorjahr: 30,85 Monate). Weitere Angaben Der insgesamt für anteilsbasierte Vergütungen erfasste Aufwand beträgt 14.342 TEUR (Vorjahr: 9.486 TEUR). Anteilsbasierte Vergütungen von Vorstand und Aufsichtsrat Im Berichtsjahr 2022 ist für den Vorstand ein Aufwand aus anteilsbasierten Vergütungen in Höhe von 5.000 TEUR (Vorjahr: 3.713 TEUR) erfasst worden. Den Vorstandsmitgliedern wurden im Berichtsjahr 2022 300 Optionen zugeteilt. Im Berichtsjahr 2022 wurden Aufwendungen aus anteilsbasierten Vergütungen für Mitglieder des Aufsichtsrats in Höhe von 457 TEUR (Vorjahr: -) erfasst. 28. Leistungen an Arbeitnehmer Beitragsorientierte Versorgungspläne Beitragsorientierte Versorgungspläne betreffen im Wesentlichen die Arbeitgeberanteile für die gesetzliche Rentenversicherung der Mitarbeiter. Die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen für beitragsorientierte Versorgungspläne betragen 23.174 TEUR (Vorjahr: 18.342 TEUR). Leistungsorientierte Versorgungspläne Leistungsorientierte Pläne bestehen bei den Tochtergesellschaften von Flix SE in Italien und der Türkei. Sie betreffen Leistungen im Falle der Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses und die damit verbundenen Verpflichtungen der Tochtergesellschaften. Für jedes Dienstjahr eines Mitarbeiters entsteht für den Arbeitgeber eine Verpflichtung, die sich nach der Jahresgesamtvergütung bestimmt. Die Vergütung für diese Verpflichtung leistet ausschließlich der Arbeitgeber, wobei ein Teil von der Vergütung an den jeweiligen Sozialversicherungsträger abgeführt wird. Die wichtigsten Annahmen, die der versicherungsmathematischen Bewertung zugrunde gelegt wurden, werden nachstehend aufgeführt. Die Bewertung erfolgte nach der Projected Unit Credit-Methode.
Im Gesamtergebnis sind hinsichtlich der leistungsorientierten Pläne folgende Beträge erfasst:
Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand, der Nettozinsaufwand wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Neubewertung der Nettoschuld aus dem leistungsorientierten Plan ist im sonstigen Ergebnis erfasst und stellt sich wie folgt dar:
Der in der Konzernbilanz ausgewiesene Betrag aufgrund der Verpflichtung des Unternehmens aus leistungsorientierten Plänen ergibt sich wie folgt:
Die Veränderungen im Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:
Die Sensitivitäten der leistungsorientierten Verpflichtung abhängig von der Veränderung des Abzinsungssatzes wurden für jedes einzelne Land in Geschäftsjahr 2022 individuell berechnet und die Ergebnisse stellen sich wie folgt dar: 31. Dezember 2022
31. Dezember 2021
Die Barwerte der leistungsorientierten Verpflichtungen in den vorstehenden Sensitivitätsanalysen sind nach demselben Verfahren ermittelt wie die tatsächlich bilanzierten Werte. Die Sensitivitätsanalysen dürften nicht repräsentativ für die tatsächliche Veränderung der leistungsorientierten Verpflichtung sein, da es als unwahrscheinlich anzusehen ist, dass Abweichungen von den getroffenen Annahmen isoliert voneinander auftreten, da die Annahmen teilweise zueinander in Beziehung stehen. 29. Rückstellungen Die Rückstellungen stellen sich wie folgt dar:
Die Rückstellungen zum 31. Dezember 2022 und zum 31. Dezember 2021 entsprechen der Erwartung hinsichtlich des Zahlungsmittelabflusses innerhalb des jeweiligen Folgejahres. Bei den Entschädigungsverpflichtungen handelt es sich hauptsächlich um Rückstellungen für mögliche Versicherungsfälle und sind größtenteils durch Bareinlagen gedeckt (siehe Kapitel 19.). Die sonstigen Rückstellungen beziehen sich hauptsächlich auf Rechtsstreitigkeiten. 30. Finanzverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
In der Position sonstige finanzielle Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber der Verkaufsseite aus dem Greyhound-Erwerb in Höhe von TEUR 12.272 enthalten. 31. Sonstige Verbindlichkeiten
32. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Sie betreffen überwiegend Buspartner und ausstehende Rechnungen. 33. Weitere Angaben zu Finanzinstrumenten 33.1. Kapitalrisikomanagement Das Kapitalmanagement der Flix Gruppe ist primär darauf ausgelegt die Wachstumsstrategie des Konzerns zu finanzieren sowie ein effizientes Working-Capital Management sicherzustellen. Die Gesamtstrategie des Konzerns ist gegenüber dem Vorjahr unverändert. Der Vorstand überwacht im Rahmen der regulären Berichterstattung an den Vorstand das Eigenkapital als absolute Größe. Die Flix Gruppeunterliegt externen Covenants aus Darlehen von Kreditinstituten. Die Covenants legen ein Mindesteigenkapital und eine Minimumliquidität für die Flix Gruppe fest. Die Covenants wurden weder im Berichts- noch im Vorjahr verletzt. Die Ziele des Kapitalmanagements wurden im Berichtsjahr erreicht. 33.2. Klassen und Kategorien von Finanzinstrumenten
Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte ist das Planvermögen eines Pensionsplans. Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten sind bedingte Kaufpreisbestandteile resultierend aus Unternehmenszusammenschlüssen. Weitergehende Ausführungen zu bedingten Kaufpreisbestandteilen können Kapitel 33.9.1 entnommen werden. 33.3. Ziele des Finanzrisikomanagements Der Bereich Treasury der Gruppe überwacht und steuert die mit den Geschäftsbereichen der Flix Gruppe verbundenen Finanzrisiken. Die Risiken werden nach Grad und Ausmaß analysiert. Die Flix Gruppe ist im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit unterschiedlichen finanziellen Risiken ausgesetzt. Diese Risiken beinhalten das Marktrisiko, das Ausfallrisiko und das Liquiditätsrisiko. Die primären Ziele des Finanzrisikomanagements bestehen darin, Risikolimits festzulegen und sicherzustellen, dass die Risikogefährdung diese Limits nicht übersteigt. Der Bereich Konzern-Treasury berichtet monatlich an den Aufsichtsrat des Mutterunternehmens. 33.4. Marktrisiko Marktrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktpreise schwanken. Das Marktrisiko beinhaltet das Währungsrisiko. Dem Marktrisiko ausgesetzte Vermögenswerte umfassen insbesondere Bankguthaben und Forderungen in Fremdwährung. Die Sensitivitätsanalysen in den folgenden Unterkapiteln beziehen sich auf die relevanten Berichtsperioden. 33.5. Wechselkursrisikomanagement Bestimmte Geschäftsvorfälle innerhalb der Flix Gruppe lauten auf fremde Währung. Daher entstehen Risiken aus Wechselkursschwankungen. Um das Wechselkursrisiko zu reduzieren, ist die Flix Gruppe wie im Vorjahr grundsätzlich bemüht, Aufwendungen und Erträge in der gleichen funktionalen Währung zu generieren und die Haltedauer von Fremdwährungspositionen zu verkürzen. Eine Absicherung der Wechselkursrisiken aus der laufenden Geschäftstätigkeit erfolgt derzeit nicht. Die Buchwerte der wesentlichen auf fremde Währung lautenden monetären Vermögenswerte und Schulden der Flix Gruppe am Stichtag lauten wie folgt:
Fremdwährungssensitivitätsanalyse Flix SE erzielt über die operativen Tochtergesellschaften Umsatzerlöse in Fremdwährung. Die Flix Gruppe ist hauptsächlich dem Wechselkursrisiko der in Kapitel 2.3 beschriebenen Fremdwährungen ausgesetzt. Die nachfolgende Tabelle zeigt aus Konzernsicht die Sensitivität eines 10%igen Anstiegs oder Falls des Euro gegenüber der jeweiligen Fremdwährung zum 31.12.2022 und 31.12.2021 auf. Die Sensitivitätsanalyse beinhaltet lediglich ausstehende, auf fremde Währung lautende monetäre Positionen und passt deren Umrechnung zum Periodenende gemäß einer 10%igen Änderung der Wechselkurse an. Eine positive Zahl weist auf einen Anstieg des Jahresergebnisses und des Eigenkapitals hin. Eine negative Zahl weist auf eine Reduzierung des Jahresergebnisses und des Eigenkapitals hin.
33.6. Zinsrisikomanagement Die Flix Gruppe unterliegt Zinsänderungsrisiken aus Bankdarlehen, da die Konzernunternehmen Darlehen sowohl zu festen als auch zu variablen Zinssätzen aufnehmen. Bei einer Erhöhung des Zinsniveaus um 100 Basispunkte erhöht sich der jährliche Zinsaufwand auf die zum Stichtag ausstehenden Bankdarlehen um 968 TEUR. Bei einer Reduzierung des Zinsniveaus um 100 Basispunkte verringert sich der jährliche Zinsaufwand auf die zum Stichtag ausstehenden Bankdarlehen um 968 TEUR. 33.7. Ausfallrisikomanagement Als Kredit- bzw. Ausfallrisiko der Flix Gruppe gilt das Risiko, dass die Geschäftspartner, im Wesentlichen Agenturen, Zahlungsdienstleister und Buspartner, ihren Zahlungspflichten nicht nachkommen und dies für die Flix Gruppe zu einem Verlust führt. Diesbezügliche Risiken beziehen sich wie im Vorjahr überwiegend auf kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Aufgrund des breiten und heterogenen Kunden- und Lieferantenstamms bestehen keine wesentlichen Bonitätsrisiken gegenüber einzelnen Kunden oder Lieferanten. Das Ausfallrisiko wird von Flix SE überwacht und wie im Vorjahr aktiv über die Optimierung des Zahlungsprozesses gesteuert. Das Ausfallrisiko aus liquiden Mitteln ist gering, da die Vertragsparteien Banken und Zahlungsmitteldienstleister mit ausgezeichneter Bonität sind. Das höchstmögliche Ausfallrisiko entspricht dabei dem Buchwert der finanziellen Vermögenswerte. Weitergehende Ausführungen zum Ausfallrisiko können den Kapiteln 20 und 22 entnommen werden. 33.8. Liquiditätsrisikomanagement Das Liquiditätsmanagement der Flix Gruppe sichert durch eine angemessene Budgetplanung die Verfügbarkeit liquider Mittel für die operative Tätigkeit und weitere Investitionen. Zudem wird zur Finanzierung der operativen Tätigkeiten immer ein ausreichender Bestand an liquiden Mitteln vorgehalten, der zentral gesteuert wird. Die Flix Gruppe verfügt über Darlehen sowie ungenutzte Kreditlinien. Die Flix Gruppe ist derzeit nicht auf weitere externe Finanzierung angewiesen. In letzter Instanz liegt die Verantwortung für das Liquiditätsrisikomanagement bei dem Vorstand, die ein angemessenes Konzept zur Steuerung der kurz-, mittel- und langfristigen Finanzierungs- und Liquiditätsanforderungen aufgebaut hat. Die Flix Gruppe steuert Liquiditätsrisiken durch das Halten von angemessenen Rücklagen und Kreditlinien bei Banken sowie durch ständiges Überwachen der prognostizierten und tatsächlichen Zahlungsströme und der Abstimmung der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Die folgenden Tabellen zeigen die vertraglichen Restlaufzeiten der nicht derivativen finanziellen Verbindlichkeiten der Flix Gruppe. Die Tabellen beruhen auf undiskontierten Zahlungsströmen finanzieller Verbindlichkeiten basierend auf dem frühesten Tag, an dem die Flix Gruppe zur Zahlung verpflichtet werden kann. Die Tabelle enthält sowohl Zins- als auch Tilgungszahlungen.
Die Flix Gruppe kann Kreditlinien in Anspruch nehmen. Diese sind- inkl. einer Nachrangdarlehens-Tranche in Höhe von 50.000 TEUR- im Umfang von 175.220 TEUR (Vorjahr: 159.693 TEUR) zum Ende der Berichtsperiode ungenutzt. Die Flix Gruppe erwartet, ihre laufenden Verpflichtungen zu erfüllen und weiteres Wachstum durch bestehende Kreditlinien zu finanzieren. Der Effektivzinssatz der verzinslichen nicht derivativen finanziellen Verbindlichkeiten lag in einer Bandbreite von 1,43% bis 20,7 % (Vorjahr: von 1,43% bis 31%). Die große Bandbreite erklärt sich durch Darlehen in lokaler Währung im Hochzinsumfeld mancher Länder wie beispielsweise der Türkei. 33.9. Bewertung zum beizulegenden Zeitwert 33.9.1. Beizulegender Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden Einige der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Flix-Gruppe werden zum beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet. Die nachstehende Tabelle enthält Informationen darüber, wie die beizulegenden Zeitwerte dieser finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten bestimmt wurden. Alle zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wurden mittels eines Discounted-Cashflow-Verfahrens bewertet.
Die bedingten Gegenleistungen änderten sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt:
33.9.2. Beizulegender Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten, einschließlich ihrer Stufen in der Fair Value-Hierarchie. Sie enthalten keine Informationen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt. Außer für die in der nachstehenden Tabelle dargestellten Instrumente betrachtet die Geschäftsführung die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in der Konzernbilanz aufgrund kurzfristiger Laufzeit als angemessene Näherung an deren beizulegende Zeitwerte. Langfristige finanzielle Vermögenswerte bestehen im Wesentlichen aus Kautionen.
31. Dezember 2022
31. Dezember 2021
Die beizulegenden Zeitwerte der oben aufgeführten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in der Stufe 3 wurden in Übereinstimmung mit allgemein anerkannten Bewertungsverfahren bestimmt. Wesentlicher Eingangsparameter ist der Abzinsungssatz, der das Ausfallrisiko der Gegenparteien berücksichtigt. Die Buchwerte der finanziellen Verbindlichkeiten sind ein angemessener Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert, da diese nahe zum Bilanzstichtag vereinbart wurden. 34. Liquide Mittel Die liquiden Mittel umfassen Kassenbestände, Guthaben auf Bankkonten sowie Guthaben bei Zahlungsdienstleistern. Die Bankguthaben und Kassenbestände enthalten zum 31. Dezember 2022 Bankguthaben mit Verfügungsbeschränkung in Höhe von 5.000 TEUR (Vorjahr: 18.000 TEUR). 35. Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen Der Konzern hat zum Bilanzstichtag 31.12.2022 Eventualverbindlichkeiten in Bezug auf:
36. Leasingverhältnisse Die Flix Gruppe als Leasingnehmer Die Leasingverhältnisse der Flix Gruppe als Leasingnehmer beziehen sich auf Bauten (Büroräumlichkeiten, Läden, Haltestellen) und sonstige Vermögenswerte (hauptsächlich Betriebs- und Geschäftsausstattung, Busse und PKWs). Nutzungsrechte einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien: Die folgende Tabelle zeigt die Nutzungsrechte (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) an Vermögenswerten, die im Rahmen eines Leasings bilanziert werden:
Leasingverbindlichkeiten:
Fristigkeitsanalyse - vertragliche, nicht abgezinste Kapitalabflüsse:
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge:
Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse:
Verlängerungsoptionen: Einige Leasingverträge enthalten Verlängerungsoptionen, die die Flix Gruppe bis zu 3 Monaten vor Ablauf der unkündbaren Vertragslaufzeit ausüben kann. Derartige Vertragskonditionen bieten der Flix Gruppe eine größtmögliche betriebliche Flexibilität. Soweit praktikabel, strebt die Flix Gruppe an, Verlängerungsoptionen in neue Leasingverträge aufzunehmen, um betriebliche Flexibilität gewährleisten zu können. Die gehaltenen Verlängerungsoptionen können nur von der Flix Gruppe und nicht von den Leasinggebern ausgeübt werden. Die Flix Gruppe beurteilt bei Beginn des Leasingverhältnisses, ob die Verlängerungsoptionen angemessen wahrgenommen werden können. Es wird neu bewertet, ob es vernünftigerweise sicher ist, die Optionen auszuüben, wenn ein wesentliches Ereignis oder eine wesentliche Änderung der Umstände unter ihrer Kontrolle vorliegt. Die folgende Tabelle zeigt die möglichen künftigen Zahlungsmittelabflüsse aus Verlängerungsoptionen, die bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeit entweder berücksichtigt oder unberücksichtigt geblieben sind:
Zukünftige, vertragliche Zahlungsmittelabflüsse: Die folgende Tabelle zeigt die zukünftigen, vertraglichen, nicht abgezinsten Zahlungsmittelabflüsse von langfristigen Leasingverhältnissen der Vermögenswerte von nicht geringem Wert, die die Flix Gruppe bereits eingegangen ist, aber noch nicht begonnen haben:
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien: Bei einem 2020 gemieteten Gebäude dient ein Teil zur Weitervermietung und wird als eine als Finanzinvestition gehaltene Immobilien ausgewiesen.
Aufgrund einer leerstandsbedingten Wertminderung zum Bilanzstichtag entsprechen die fortgeführten Anschaffungskosten der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien ihrem beizulegenden Zeitwert. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Immobilien basiert auf einer Kombination der derzeitigen Nutzung sowie angenommener künftiger Nutzungen und stellt die höchst- und bestmögliche Nutzung dar. Für die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien wird das Anschaffungskostenmodell angewendet. Somit wird die als Finanzinvestition gehaltene Immobilie gem. IAS 40.56 (b) nach IFRS 16 bewertet. Die vom Konzern erwirtschafteten Mieterträge aus den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, die ausschließlich im Rahmen von Mietleasingverhältnissen vermietet werden, betrugen 453 TEUR (Vorjahr: 474 TEUR). Die direkten betrieblichen Aufwendungen für die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, die im Berichtsjahr Mieteinnahmen generierten, betrugen 77 TEUR (Vorjahr: 70 TEUR). Die lineare Abschreibung erfolgt über die Vertragslaufzeit, die Restnutzungsdauer beträgt 5,5 Jahre. 37. Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen Als nahestehende Personen und Unternehmen gemäß IAS 24 gelten für die Flix Gruppe die Personen, nahe Familienangehörige und Unternehmen, welche den Konzern beherrschen bzw. einen maßgeblichen Einfluss auf diese ausüben oder durch Flix Gruppe beherrscht bzw. maßgeblich beeinflusst werden. Zum Stichtag wurden die im Geschäftsjahr 2022 tätigen Geschäftsführer (bis 18.03.2022) sowie Vorstandsmitglieder der Flix SE, die Mitglieder des Beirats (bis 18.03.2022) sowie Aufsichtsrats, die Gesellschafter mit einem Anteil am Stammkapital bzw. Grundkapital über 20%, die Gesellschaften, an denen unmittelbar die Mitarbeiter in Schlüsselpositionen beteiligt sind, sowie die nicht konsolidierten Tochtergesellschaften als nahestehende Personen und Unternehmen identifiziert. Salden und Geschäftsvorfälle zwischen der Gesellschaft und ihren konsolidierungspflichtigen Tochterunternehmen wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden nicht erläutert. In der Berichtsperiode gab es Erträge in Höhe von 329 TEUR (Vorjahr: 466 TEUR), wovon 38 TEUR noch ausstehend waren, sowie Aufwendungen in Höhe von 332 TEUR (Vorjahr: 59 TEUR), wovon 321 TEUR (inklusive Umsatzsteuer) noch ausstehend waren, die aus Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen resultierten. Es gibt keine Rückstellungen für zweifelhafte Forderungen im Zusammenhang mit ausstehenden Salden sowie keine während der Periode erfassten Aufwendungen für uneinbringliche oder zweifelhafte Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen. Darlehen an nahestehende Unternehmen und Personen Die Flix Gruppe hat den Mitgliedern der 2022 tätigen Geschäftsführung/Vorstandsmitgliedern und weiteren nahestehenden Personen weder Darlehen gewährt noch für diese Bürgschaften übernommen. Es wurden keine Wertminderungen für uneinbringliche oder zweifelhafte Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen im aktuellen oder vorherigen Geschäftsjahr vorgenommen. Bezüge von Personen in Schlüsselpositionen Die 2022 tätigen Geschäftsführer (bis 18.03.2022) und anschließend Vorstandsmitglieder und andere nahestehende Personen inklusive Beirat (bis 18.03.2022) und anschließend Aufsichtsrat, haben während des Geschäftsjahres folgende Bezüge erhalten:
Beträge in beitragsorientierten Plänen für Personen in Schlüsselpositionen beliefen sich auf 15 TEUR (Vorjahr: 59 TEUR). Die 2022 bestellten Beiratsmitglieder erhielten für ihre Tätigkeiten im Geschäftsjahr 2022 bis zum 18.03.2022 Vergütungen in Höhe von 8 TEUR (Vorjahr: 30 TEUR). Die 2022 tätigen Geschäftsführer (bis 18.03.2022) and anschließend Vorstandsmitglieder erhielten kurzfristig fällige Vergütungen in Höhe von 1.379 TEUR (Vorjahr: 1.241 TEUR). Diese Vergütungen entsprechen den Angaben zu Organbezügen nach HGB. Zudem erhielten die Aufsichtsratsmitglieder in der Berichtsperiode Beraterhonorare in Höhe von 253 TEUR (Vorjahr: -). In Bezug auf Führungskräfte in Schlüsselpositionen wurden aktienbasierte Aufwendungen in Höhe von 5.000 TEUR (Vorjahr: 3.713 TEUR) erfasst. Im Berichtsjahr 2022 wurden Aufwendungen aus anteilsbasierten Vergütungen für Mitglieder des Aufsichtsrats in Höhe von 457 TEUR (Vorjahr: -) erfasst. 38. Mitarbeiter Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer betrug 5.524 (Vorjahr: 3.400) und zum Jahresende 2022 5.494 (Vorjahr: 5.517) (ohne Praktikanten/Praktikantinnen). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Beschäftigten relativ stabil geblieben. Die Struktur der Mitarbeiter teilt sich wie folgt auf:
Der Personalaufwand betrug im Geschäftsjahr 250.784 TEUR (Vorjahr: 88.762 TEUR) für Löhne und Gehälter sowie 14.237 TEUR (Vorjahr: 13.708 TEUR) für Kosten der sozialen Sicherheit und Kosten der Altersversorgung. Der Personalaufwand ist in der Berichtsperiode aufgrund der ganzjährigen Zugehörigkeit der Greyhound Lines Inc. zu der Gruppe deutlich angestiegen. 39. Honorar des Abschlussprüfers Für die im Geschäftsjahr erbrachten Leistungen des Konzernabschlussprüfers sind folgende Honorare angefallen:
Weitere Leistungen wurden durch den Konzernabschlussprüfer in den genannten Geschäftsjahren nicht erbracht. 40. Organe der Gesellschaft Während des Geschäftsjahres wurden die Geschäfte der Flix SE geführt von:
Sämtliche Vorstände sind hauptberuflich für die Gesellschaft tätig. Während des Geschäftsjahres bis zum 18.03.2022 gehörten folgende Personen dem Beirat an:
Mit dem Rechtsformwechsel wurden Mitglieder des Aufsichtsrates gewählt, während des Geschäftsjahres seit 18.03.2022 gehörten folgende Personen dem Aufsichtsrat an:
41. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag Im Februar 2023 ereignete sich ein schweres Erdbeben im Südosten der Türkei und Syrien. Die Aktivitäten der Flix Gruppe in der Türkei sind von dieser Naturkatastrophe nicht wesentlich betroffen und haben daher keine finanziellen Auswirkungen für Flix. 42. Genehmigung des Konzernabschlusses Der vorliegende Konzernabschluss wurde am 31. März 2023 von dem Vorstand genehmigt.
München, den 31. März 2023 Daniel Krauss André Schwämmlein Jean Christoph Debus BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Flix SE, München Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Flix SE, München, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den mit dem Lagebericht des Mutterunternehmens zusammengefassten Konzernlagebericht der Flix SE, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren, oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs, oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 31. März 2023 Deloitte
GmbH
Dr. Thomas Reitmayr, Wirtschaftsprüfer Axel Zeltner, Wirtschaftsprüfer Bilanz zum 31.12.2022Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022
ANHANG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022der Flix SE, MünchenI. Allgemeine Angaben Die Flix SE (vormals: FlixMobility GmbH) mit Sitz in München ist im Handelsregister B des Amtsgerichts München unter der Nummer 274912 registriert. Am 18.03.2022 wurde die Rechtsformänderung der FlixMobility GmbH zur FlixMobility AG im Handelsregister eingetragen. Am 06.04.2022 wurde die Rechtsformänderung der FlixMobility AG zur FlixMobility SE im Handelsregister eingetragen. Am 12.04.2022 wurde die Namensänderung der FlixMobility SE zur Flix SE im Handelsregister eingetragen. Der Jahresabschluss der Gesellschaft ist unter Beibehaltung der für den Vorjahresabschluss angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches sowie den ergänzenden Vorschriften des AktG aufgestellt worden. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) aufgestellt. Nach den in § 267 HGB definierten Größenklassen handelt es sich bei der Gesellschaft um eine große Kapitalgesellschaft. II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Bilanzierung der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Berücksichtigung nutzungsbedingter planmäßiger Abschreibungen. Grundlage der planmäßigen Abschreibung ist die voraussichtliche Nutzungsdauer des jeweiligen Vermögensgegenstandes. Die Abschreibungen erfolgen linear. Die selbst geschaffenen gewerblichen Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte werden planmäßig über 3 und andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung über 3 bis 5 Jahre abgeschrieben. Die Nutzungsdauer von Mietereinbauten wird mit 7 Jahren angesetzt. Entgeltlich erworbene Geschäfts- und Firmenwerte werden gemäß den Schätzungen der Geschäftsführung über eine Nutzungsdauer von 10 Jahren abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter wurden bis 2018 mit Anschaffungskosten von EUR 250,00 bis EUR 1.000,00 in Anlehnung an das Steuerrecht (§ 6 Abs. 2a EStG) als Sammelposten aktiviert und im Geschäftsjahr und in den vier folgenden Jahren mit jeweils einem Fünftel gewinnmindernd aufgelöst. Seit 2019 werden alle Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten über EUR 250,00 aktiviert und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Bei selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenständen wird von dem Wahlrecht gem. § 248 Abs. 2 HGB Gebrauch gemacht. Sie werden mit den Herstellungskosten bewertet und über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Herstellungskosten beinhalten im Wesentlichen Personalaufwendungen (inkl. Lohnnebenkosten), Sondereinzelkosten in Form von IT-Lizenzen und einen Gemeinkostenzuschlag für den Wertverzehr des Anlagevermögens, Raum- und Raumnebenkosten sowie auf den Zeitraum der Herstellung entfallene Fremdkapitalzinsen. In den Herstellungskosten sind ferner von Dritten sowie der FlixMobility Tech GmbH erworbene Entwicklungsleistungen enthalten. Die Bewertung der Finanzanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten. Außerplanmäßige Abschreibungen werden nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Im Geschäftsjahr 2022 wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von TEUR 50.764 vorgenommen. Die geleisteten Anzahlungen, Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden zum Nominalwert angesetzt. Den in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Risiken wird durch Bildung angemessen dotierter Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Eine Pauschalwertberichtigung wird nicht gebildet. Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert in Euro bilanziert. Kassenbestände und Guthaben in Fremdwährung werden am Stichtag zum aktuellen Devisenkassakurs umgerechnet. Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen ermittelt. Unterschiedliche Wertansätze ergeben sich im Wesentlichen aus den für steuerliche Zwecke nicht ansetzbaren Herstellungskosten für selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände, der steuerlich nicht ansetzbaren Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in der Handelsbilanz sowie der unterschiedlichen handels- und steuerrechtlichen Abschreibungsdauer erworbener Geschäfts- oder Firmenwerte. Steuerliche Verlustvorträge wurden im Geschäftsjahr 2022 bei der Ermittlung der latenten Steuern nicht berücksichtigt, da eine Verrechnung im Planungshorizont nicht als wahrscheinlich angesehen wird. Der Berechnung wurde ein durchschnittlicher Ertragssteuersatz von 31,83% zugrunde gelegt. Gemäß dem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB werden die latenten Steuern insoweit saldiert, als dass sich ein Aktivüberhang von TEUR 0 ergibt. Die Rückstellungen beinhalten sämtliche erkennbare Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten und sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden grundsätzlich abgezinst. Erhaltene Anzahlungen und Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert. Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsposten werden mit ihrem Umrechnungskurs bei Rechnungsstellung oder dem höheren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Flix SE hat anteilsbasierte Vergütungspläne für ausgewählte Personen aufgelegt. Gewährt werden virtuelle Optionen. Mit diesen erhalten die Optionsberechtigten die Chance an künftigen Steigerungen des Unternehmenswerts zu partizipieren. Im Gegensatz zu echten Optionen geben die virtuellen Optionen dem jeweiligen Optionsberechtigten bei Optionsausübung kein einseitiges Recht zur Übernahme von Geschäftsanteilen, sondern räumen ihm bei Vorliegen bestimmter Ausübungsvoraussetzungen einen vertraglichen Anspruch gegen Flix SE, nach Wahl der Gesellschaft entweder eine Geldleistung oder Geschäftsanteile zu erhalten. Ob der Ausgleich durch eine Geldleistung oder durch Eigenkapitalinstrumente der Gesellschaft erfolgt, liegt im Ermessen der Gesellschaft. Für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der gewährten virtuellen Optionen wird eine Optionspreisbewertung nach Black/Scholes durchgeführt. Mangels Entgeltlichkeit erfolgt bei Gewährung der Anteile kein Ansatz in der Bilanz. III. Angaben zur Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus dem als Anlage zum Anhang beigefügten Anlagengitter. Im Anlagevermögen der Flix SE sind aktivierte Entwicklungsaufwendungen inklusive Anlagen im Bau in Höhe von insgesamt TEUR 18.565 (im Vorjahr: TEUR 23.921) enthalten. Die Zugänge zu den selbst geschaffenen Vermögensgegenständen betrugen im Geschäftsjahr 2022 TEUR 8.683 (im Vorjahr: TEUR 9.536), wovon TEUR 5.183 auf Zugänge zu Anlagen im Bau entfallen (im Vorjahr: TEUR 6.062). Im Geschäftsjahr 2022 erfolgten wie im Vorjahr keine Zugänge zum erworbenen Geschäfts- und Firmenwert. Die bilanzierten Anteile an verbundenen Unternehmen betreffen die Beteiligungen an folgenden Gesellschaften:
Geleistete Anzahlungen, Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und aktive Rechnungsabgrenzungsposten In den Forderungen der Flix SE sind im Wesentlichen Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten. Diese resultieren überwiegend aus gewährten kurzfristigen Darlehen oder laufenden Verrechnungen. Der Posten sonstige Vermögensgegenstände besteht im Wesentlichen aus Forderungen gegenüber Payment-Service-Providern. Forderungen aus Kautionen in Höhe von TEUR 277 (im Vorjahr: TEUR 65) haben eine Restlaufzeit von über einem Jahr, aber unter 5 Jahren. Die restlichen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben unverändert zum Vorjahr Restlaufzeiten von unter einem Jahr. Eigenkapital Das gezeichnete Kapital der Flix SE beträgt EUR 123.574,00 und ist in 123.574 auf den Namen lautende nennwertlose Stammstückaktien (rechnerischer Wert: EUR 1,00 je Aktie) eingeteilt. Die Kapitalrücklage wurde aus Zuzahlungen der Gesellschafter, die über den Nennbetrag des gezeichneten Kapitals hinaus geleistet wurden, gebildet. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen beinhalten insbesondere Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften mit TEUR 9.397 (im Vorjahr: TEUR 1.203), Rückstellungen für ausstehende Rechnungen mit TEUR 5.138 (im Vorjahr: TEUR 2.838), Personalrückstellungen (im Wesentlichen für Bonus und Urlaub) mit TEUR 4.606 (im Vorjahr: TEUR 3.148) sowie Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten mit TEUR 3.922 (im Vorjahr: TEUR 4.347). Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen Kontokorrentkredite und Darlehen in Höhe von TEUR 150.298 (im Vorjahr: TEUR 120.088). Davon haben TEUR 298 (im Vorjahr: TEUR 88) eine Restlaufzeit von unter einem Jahr und TEUR 150.000 (im Vorjahr: TEUR 120.000) eine Restlaufzeit von über einem Jahr. Der Posten Erhaltene Anzahlungen beinhaltet nicht eingelöste Gutscheine. Die zum Jahresende bilanzierten Anzahlungen haben, wie im Vorjahr, eine Laufzeit von unter einem Jahr. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben, wie im Vorjahr, eine Laufzeit von unter einem Jahr. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten und haben, wie im Vorjahr, Restlaufzeiten von unter einem Jahr. Unter den sonstigen Verbindlichkeiten ist ein Betrag in Höhe von TEUR 151.139 (im Vorjahr: TEUR 134.068) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr ausgewiesen. Im Übrigen betragen die Restlaufzeiten der sonstigen Verbindlichkeiten weniger als ein Jahr. Latente Steuern Zum Bilanzstichtag werden latente Steuern in Höhe von TEUR 0 (im Vorjahr: TEUR 21.483) ausgewiesen. Der Wert ergibt sich aus aktiven latenten Steuern aufgrund unterschiedlicher steuer- und handelsrechtlicher Nutzungsdauern der erworbenen Geschäfts- und Firmenwerte, der steuerrechtlich nicht ansetzbaren Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in der Handelsbilanz sowie passiven latenten Steuern aus der Aktivierung von selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenständen in Höhe von TEUR 5.909 (im Vorjahr: TEUR 7.612). Das Saldierungswahlrecht wird insoweit in Anspruch genommen, als dass sich passive und aktive latente Steuern in gleicher Höhe gegenüberstehen. Im Vorjahr wurden zusätzlich aktive latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von insgesamt TEUR 24.020 berücksichtigt. Im Geschäftsjahr 2022 wird auf den Ansatz von latenten Steuern auf Verlustvorträge verzichtet, da eine Inanspruchnahme im Planungshorizont nicht als wahrscheinlich erachtet wird. IV. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung Die Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus Lizenzeinnahmen, Erträgen aus verfallenen Gutscheinen sowie erbrachten Serviceleistungen (HQ Services) an Tochtergesellschaften und setzen sich wie folgt zusammen:
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 1.073 (im Vorjahr: TEUR 1.721) enthalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten Kursverluste in Höhe von TEUR 3.157 (im Vorjahr: TEUR 784). Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge betreffen mit TEUR 2.122 (im Vorjahr: TEUR 1.826) verbundene Unternehmen. Der Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen beträgt im Geschäftsjahr 2022 TEUR 43.672 (im Vorjahr: TEUR 33.564). Davon wurden TEUR 8.683 aktiviert (vgl. Abschnitt III). Im Geschäftsjahr 2022 wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von TEUR 50.764 vorgenommen. Zudem wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 841 vorgenommen. V. Sonstige Angaben Arbeitnehmerzahl Im Jahresdurchschnitt waren bei der Flix SE 430 festangestellte Mitarbeiter beschäftigt, davon 397 in Vollzeit/Teilzeit sowie 15 Werkstudenten. Darüber hinaus beschäftigte die Gesellschaft durchschnittlich 18 Praktikanten. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen Die Flix SE ist Auftraggeber von Mietavalen in Höhe von insgesamt TEUR 2.004. Des Weiteren besteht eine garantierte Zahlungsverpflichtung gegenüber Trainpool GmbH & Co KG i.H.v. TEUR 126.000, die im Falle von Verzögerungen bei der Fahrzeugaufbereitung, ausbleibenden Leasingzahlungen seitens der Leasingnehmer (FlixTrain GmbH), unvermieteten Schienenfahrzeugen etc. fällig wird. Aufgrund der Liquiditätslage der Flix SE (betreffend der eigenen Mietavale) und des Zahlungsverhaltens der begünstigten verbundenen Unternehmen (betreffend der Verpflichtungen zugunsten der verbundenen Unternehmen seitens der SE) wird eine Inanspruchnahme aus vorangehend genannten Haftungsverpflichtungen aktuell als unwahrscheinlich angesehen. Zum 31. Dezember 2022 beträgt der Darlehensbestand der Flix SE TEUR 150.000 (im Vorjahr: TEUR 120.000). Insgesamt stehen der Flix SE, gemeinsam mit der FlixBus DACH GmbH, Kreditlinien in Höhe von TEUR 225.000 zur Verfügung. Diese können durch beide Unternehmen in Anspruch genommen werden und im Falle einer Inanspruchnahme haften beide Unternehmen gesamtschuldnerisch. Zum 31. Dezember 2022 hat die FlixBus DACH GmbH von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch gemacht, weshalb sich in diesem Zusammenhang keine Verpflichtungen für die Flix SE ergeben. Es bestehen folgende sonstige finanzielle Verpflichtungen, welche aus abgeschlossenen Mietverträgen resultieren: sonstige finanzielle Verpflichtungen
Angabe nach § 285 Nr. 28 HGB - Gesamtbetrag der Beträge im Sinne des 268 Abs. 8 HGB
Organe der Gesellschaft Während des Geschäftsjahres wurden die Geschäfte der Flix SE geführt von:
Sämtliche Vorstände sind hauptberuflich für die Gesellschaft tätig. Während des Geschäftsjahres bis zum 18.03.2022 gehörten folgende Personen dem Beirat an:
Mit dem Rechtsformwechsel wurden Mitglieder des Aufsichtsrates gewählt, während des Geschäftsjahres seit 18.03.2022 gehörten folgende Personen dem Aufsichtsrat an:
Gesamtbezüge der Organmitglieder Im Geschäftsjahr betrugen die Gesamtbezüge der Organmitglieder der Flix SE:
Anteilsbasierte Vergütungen Die Anzahl der gewährten Option für die Geschäftsführung beläuft sich zum 31.12.2022 auf 5.557 mit einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von TEUR 9.725. Die Anzahl der Optionen des Beirates belaufen sich auf 80 mit einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von TEUR 70. Anteilsbesitz gem. 285 Nr. 11 HGB Der Anteilsbesitz der Flix SE ist folgender Aufstellung zu entnehmen:
1 Ergebnisabführungsvertrag mit Flix SE.
4 Ergebnisabführungsvertrag mit Flix SE.
10 Indirekte Beteiligung über FlixMobility
Tech GmbH. die 100% Anteile an der Gesellschaft hält.
17 Indirekte Beteiligung über Kâmil
Koç Otobüsleri A.Ș., die 70% Anteile an
der Gesellschaft hält.
Nachtragsbericht Im Februar 2023 ereignete sich ein schweres Erdbeben im Südosten der Türkei und Syrien. Die Aktivitäten der Flix Gruppe in der Türkei sind von dieser Naturkatastrophe nicht wesentlich betroffen und haben daher keine finanziellen Auswirkungen für Flix.
23 Keine Angabe mangels Einbeziehung in die
Summenbilanz.
Befreiender Konzernabschluss Die in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften FlixBus DACH GmbH, FlixMobility Experience GmbH, FlixMobility Tech GmbH und FlixTrain GmbH haben von der Befreiungsvorschrift gemäß § 264 Abs. 3 HGB (teilweise) Gebrauch gemacht.
München, den 31. März 2023 Daniel Krauss André Schwämmlein Jean Christoph Debus Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr 2022
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Flix SE, München Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Flix SE, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den mit dem Konzernlagebericht zusammengefassten Lagebericht der Flix SE, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 31. März 2023 Deloitte
GmbH
Dr. Thomas Reitmayr, Wirtschaftsprüfer Axel Zeltner, Wirtschaftsprüfer Bericht des AufsichtsratesDer Aufsichtsrat der Flix SE (vormals FlixMobillity GmbH), bis zum 18.03.2022 noch Beirat der GmbH, überwachte im Geschäftsjahr 2022 die Geschäftsführung der Gesellschaft. Der Aufsichtsrat befasste sich im Geschäftsjahr 2022 mit der Umwandlung der Gesellschaft zu einer Societe Europeenne ("SE"), aber auch regelmäßig mit dem Stand und den Auswirkungen der weiterhin andauernden COVID-19-Pandemie und den sehr starken Auswirkungen auf die Mobilitätsindustrie. Dennoch beschleunigte Flix SE im Geschäftsjahr 2022 ihr Wachstum, erhöhte die Umsätze und gewann Marktanteile. Diese Fortschritte stachen besonders positiv hervor angesichts der großen Disruptionen, die ins zurückliegende Jahr fielen - allen voran Russlands Krieg gegen die Ukraine und die geopolitischen, energiepolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen, die er nach sich zog. Besonders hervorzuheben ist dabei die Energiekrise, die durch die Drosselung russischer Gaslieferungen ausgelöst wurde und ganz Europa vor enorme Herausforderungen stellte. Diese Krise führte zu einem drastischen Anstieg der Energiepreise und zwang viele Unternehmen, ihre Geschäftsmodelle und Betriebsstrategien anzupassen. Flix SE hat sich klar gegen diesen Krieg positioniert und zugleich gezeigt, dass es mit Disruptionen und Krisen umgehen kann. Im Geschäftsjahr 2022 hielt der Aufsichtsrat reguläre vier (4) Sitzungen ab. Die regulären Sitzungen fanden im März, Juni, September und Dezember 2022 statt. Daneben fasste der Aufsichtsrat 11 Beschlüsse im schriftlichen Verfahren. In allen regulären Sitzungen des Geschäftsjahres erläuterte der Vorstand dem Aufsichtsrat die Entwicklung von Umsatz und Ergebnis im Konzern und ging dabei auf den Geschäftsverlauf in den einzelnen Regionen und Geschäftsbereichen ein. Der Vorstand informierte über den Gang der Geschäfte sowie die Entwicklung der Flix SE, einschließlich der Abweichungen des tatsächlichen Geschäftsverlaufs von der Planung. Dabei erörterte der Vorstand mit dem Aufsichtsrat regelmäßig auch die Angemessenheit der Liquidität- und Eigenkapitalausstattung und diskutierte Planungs- und Risikoszenarien. Der Jahres- und Konzernabschluss mit den jeweiligen Prüfungsberichten des Abschlussprüfers wurden vom Aufsichtsrat eingehend geprüft. Weitere Schwerpunkte der Berichterstattung neben dem Stand und den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und des Russland Krieges gegen die Ukraine auf die Gesamtwirtschaft sowie die Mobilitätsindustrie und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Flix SE waren strategische Themen, einschließlich der Risikostrategie, und die Planung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2023 sowie die strategische Langfristplanung 2023 bis 2027. Hierbei wurde auch die Energiekrise des Jahres 2022 berücksichtigt, die durch die geopolitischen Ereignisse und die damit verbundenen Veränderungen in der globalen Energieversorgung und -preisgestaltung ausgelöst wurde. Diese Krise beeinflusste wesentlich die Betriebskosten und die Nachhaltigkeitsstrategien der Flix SE, was eine Neubewertung und Anpassung der Unternehmensstrategien sowohl für das kommende Geschäftsjahr als auch für die langfristige Planung notwendig machte. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Post Merger Integration von Greyhound und der Ausbau des Standorts und Business in Brasilien. Ebenso wurde das Thema Cyber Risk Security sowie weitere Risiken mit möglichen Auswirkungen auf das Mobilitätsgeschäft erörtert. Weiterer Schwerpunkt war der Aufbau einer Corporate Governance Struktur. Daneben beschäftigte sich der Aufsichtsrat umfassend mit der Umwandlung der FlixMobility GmbH in die Flix SE (Abschluss im Frühjahr 2022) und den entsprechenden Personalien für den Vorstand und den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat ließ sich vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend berichten. Die mündliche Berichterstattung des Vorstands in den Sitzungen wurde mit schriftlichen Unterlagen vorbereitet, die jedes Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig vor der Sitzung erhalten hat. Über wichtige Vorgänge informierte der Vorstand schriftlich, auch zwischen den Sitzungen. Zudem fand ein regelmäßiger Austausch zwischen den Vorsitzenden von Aufsichtsrat und Vorstand über wesentliche Entwicklungen und Entscheidungen statt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats führte individuelle Gespräche mit den einzelnen Vorstandsmitgliedern über ihren Status der Zielerreichung, sowohl zum Halbjahr als auch zum Jahresende. Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands sowie allen Mitarbeiter*innen der Flix-Gruppe für ihre erfolgreiche Arbeit und den persönlichen Einsatz im Geschäftsjahr 2022.
München, im April 2023 Für den Aufsichtsrat Achim Berg, Aufsichtsratsvorsitzender |
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