Wuppermann Stahl GmbH
Selbe AdresseGroßhandel mit Eisenerzen, Eisen, Stahl, Eisen- und Stahlhalbzeug
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Oliver Alexander Rechtsprecher seit 19.3.2025 | Geschäftsführer |
Mark Alexander Dr. Sutton seit 2.4.2024 | Prokura |
Arndt Dr. Laßmann seit 12.8.2015 | Geschäftsführer |
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
Wuppermann Edelstahltechnik GmbHAufgelöst | 100.00% |
Blue Freedom GmbHAufgelöst | 10.73% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Wuppermann AGLeverkusenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernlagebericht für das Jahr 20221. Grundlagen der Gruppe1.1 Geschäfts- und Rahmenbedingungen Seit 150 Jahren steht der Name Wuppermann für Qualität in der Verarbeitung und Veredelung von Stahl. Seit der Gründung im Jahr 1872 verfolgt das mittelständisch geprägte Familienunternehmen eine Strategie des langfristigen und nachhaltigen Wachstums sowie beständiger Wertschöpfung im Interesse der Kunden, Mitarbeiter und Anteilseigner. Die Wuppermann-Gruppe ist europaweit an fünf Produktionsstandorten in den Niederlanden, Österreich, Polen und Ungarn sowie als Holding- und Vertriebsgesellschaften in Deutschland, Österreich, Frankreich, Schweden und Rumänien tätig. Sie wird geleitet von der Wuppermann AG als Holding mit Sitz in Leverkusen, die sich zu 100 % in Familienbesitz befindet. Zum Produktportfolio gehören oberflächenveredelte Flachstahlprodukte mit Zink- und Zink-Magnesium-Auflagen und gebeizter Oberfläche sowie Rohre, Profile und Rohrkomponenten mit den gleichen Oberflächenarten. Die Produkte von Wuppermann finden in den unterschiedlichsten Branchen Verwendung: Bau-, Möbel- und Fahrzeugindustrie, Solar- und Energietechnik sowie im Verkehrswesen. Als unabhängiges Familienunternehmen wollen wir Wuppermann durch nachhaltiges und zukunftsorientiertes Handeln stetig weiterentwickeln und uns als spezialisiertes Unternehmen in der Stahlbranche positionieren. Die Geschäftsaktivitäten der Wuppermann-Gruppe waren im Geschäftsjahr 2022 in zwei operativen Geschäftsbereichen organisiert, den Geschäftsbereich Flat und den Geschäftsbereich Tube. Beide wurden durch zentrale Funktionen unterstützt. Im Geschäftsbereich Flat sind folgende Produktionsstandorte und Gesellschaften zusammengefasst: Die Wuppermann Staal Nederland B.V. (WSN) in den Niederlanden und die Wuppermann Hungary Kft. (WH) in Ungarn als Produktionsgesellschaften sowie die an dem niederländischen Standort tätige Logistikgesellschaft Nederland Logistic Services B.V. (NLS) und die für das ungarische Werk tätige Logistikgesellschaft Wuppermann Hungary Logistic Services Kft. (WHLS) sowie die Vertriebsgesellschaften Wuppermann Stahl GmbH (WS), Wuppermann France S.A.S (WF), Wuppermann Tube and Steel AB (WTS) und Wuppermann Otel România S.R.L. (WOR). An dem Stahl-Service-Center Galva Metal A.Ş. in der Türkei hält die Wuppermann Industrie B.V. (WI) zudem einen Anteil in Höhe von 35 %. Den Geschäftsbereich komplettieren die Wuppermann Engineering GmbH (WE) sowie die beiden Lizenzgesellschaften Wuppermann Staba GmbH (Staba) und Wuppermann Technologies C.V. (WT). Der Geschäftsbereich Tube setzt sich aus den folgenden Gesellschaften zusammen: Die Wuppermann Austria GmbH (WA) in Österreich legt einen Schwerpunkt auf die Produktion und den Vertrieb von Rohren und Profilen sowie verzinktem Spaltband. Die Wuppermann Metalltechnik GmbH (WMT) in Österreich und Wuppermann Polska Sp. z o.o. (WPL) in Polen konzentrieren sich auf die Produktion und den Vertrieb von Rohren und Profilen. Bei der WMT werden gebeizte Rohre, Rohranbaugruppen und Blechkomponenten produziert. Die WPL stellt schwarze, gebeizte und verzinkte Rohre her. Die Dienstleistungsgesellschaft Wuppermann Business Services GmbH (WBS) als zentrale IT-Service-Gesellschaft unterstützt die Gesellschaften der beiden Geschäftsbereiche und die Holdinggesellschaften der Wuppermann-Gruppe. Die WBS und die Holding-Gesellschaften Wuppermann Industrie B.V. (WI), Wuppermann Beteiligungsgesellschaft mbH (WBG) und Wuppermann Austria Holding GmbH (WAH) werden von der Wuppermann AG (WAG) geführt. Die strategische Führung der Gruppe obliegt der Wuppermann AG. Der Vorstand der WAG mit Sitz in Leverkusen legt die Strategie für die Gruppenentwicklung fest und steuert die Geschäftsbereiche. Die Wuppermann-Gruppe beschäftigte im Jahr 2022 durchschnittlich 825 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (inkl. Organe und Auszubildende) und erzielte im Jahr 2022 einen Umsatz in Höhe von (i.H.v.) 989.714 TEUR. Veränderungen im Konzern Im Jahr 2022 ergaben sich keine Veränderungen im Konzern. 1.2 Forschung und Entwicklung In der Wuppermann Engineering GmbH (WE) sind die Forschungs- und Entwicklungskompetenzen der Wuppermann-Gruppe gebündelt. Der Tätigkeitsschwerpunkt der WE liegt in der ständigen Weiterentwicklung des Verzinkungsverfahrens der Gesellschaften des Geschäftsbereichs Flat. Die Entwicklung von neuen Produkten, Produkteigenschaften und Verfahren ergänzt das Leistungsspektrum der WE. Die Kernkompetenzen des Wuppermann-Teams Forschung und Entwicklung (F&E) liegen in den Bereichen Metallurgie, Korrosionstechnik und der Produktentwicklung. Ein wichtiger Schwerpunkt ist darüber hinaus die Bildung von Netzwerken und Kooperationen mit externen Wissensträgern. Wuppermann beschäftigte in diesem Bereich im Jahr 2022 zehn Mitarbeiter. Schwerpunkt der WE im Jahr 2022 lag weiterhin in der Unterstützung der WH bei der Entwicklung der Serienreife von WTopCor, einer Zink-Magnesium-Beschichtung. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Wuppermann ein neues Kompetenzzentrum für Forschung & Entwicklung im ungarischen Győr-Gönyű eröffnet. Das F&E Kompetenzzentrum ist unter anderem mit einem modernen Rasterelektronenmikroskop und Korrosionslabor ausgestattet. Damit baut die Wuppermann-Gruppe ihre Kompetenzen in den Bereichen der Metallurgie, Mikrobereichsanalytik sowie Korrosionsanalytik und -simulation weiter aus. Wuppermann kann nun noch schneller als bisher direkt am Produktionsstandort Analysen zur Qualitätssicherung, sowohl beim Vormaterial als auch beim verzinkten Band, durchführen. Darüber hinaus bündelt Wuppermann hier das Knowhow der Prozesstechnologie und -optimierung. Insbesondere im Bereich der Flachstahlverzinkung (GB Flat) haben wir im Rahmen der Strategieentwicklung Potentiale zur Verbesserung des Innovationsprozesses erkannt und die im Jahr 2021 begonnene Integration des Produkt- und Prozessentwicklungsprozesses im Geschäftsbereich Flat fortgeführt. 1.3 Eigene Aktien Die Hauptversammlung hat am 8. Mai 2021 die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 7. Mai 2026 eigene Aktien im Umfang von bis zu insgesamt 10 % des im Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben, wobei auf die erworbenen Aktien zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals entfallen dürfen. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals durch die Gesellschaft ausgeübt werden. Die Gesellschaft hat im Jahr 2022 keinen Gebrauch von dieser Ermächtigung gemacht und hält aktuell keine eigenen Aktien. 2. Wirtschaftliche Entwicklung der Gruppe2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Der im Februar begonnene völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine war das beherrschende Ereignis im Jahr 2022, mit weitreichenden Auswirkungen auf Politik, Konjunktur und Wirtschaft. Sicherheits- und verteidigungspolitische Fragestellungen ebenso wie Fragen der Energieversorgung bekamen schlagartig höchste Priorität. Im Jahresverlauf entwickelte sich eine im Wesentlichen durch Energiepreissteigerungen getriebene Inflation, die weltweit zu Kaufkraftverlusten und einem Wirtschaftsabschwung führte. Dabei war nach einem starken globalen Wirtschaftswachstum i.H.v. 5,7 % im Vorjahr der Blick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung für das Jahr 2022 bis zum Kriegsausbruch zunächst sehr positiv: Die Weltbank ging zum Jahreswechsel 2021/2022 in ihrer Prognose für die globale Wirtschaft noch von einem Plus i.H.v. 4,1 % gegenüber dem Vorjahr aus, musste diese Prognose im Jahresverlauf jedoch nach unten korrigieren. Letztendlich schließt die Weltwirtschaft im Jahr 2022 mit einem Wachstum i.H.v. 1,7 % ab. Zu den Folgen des Kriegs gegen die Ukraine kamen weiterhin anhaltende Materialengpässe und Lieferschwierigkeiten, nicht zuletzt als Folge der nach wie vor nicht ausgestandenen Corona-Krise. Da diese Herausforderungen im Jahr 2023 fortbestehen werden, wurden die Erwartungen für das Jahr 2023 ebenfalls deutlich nach unten korrigiert und liegen nun bei einem Wachstum i.H.v. 1,7 %. Die wirtschaftlichen Auswirkungen waren in Europa und Deutschland durch die Abhängigkeit von russischem Öl und Gas noch ausgeprägter. Die Wirtschaft der 19 Länder der Euro-Zone wuchs den vorläufigen Zahlen nach zwar im Jahr 2022 um 3,2 %, doch gerade im dritten und vierten Quartal sprachen Ökonomen zunehmend von einer Rezession. Die Inflation erreichte im Oktober in Europa mit 10,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat ein Allzeithoch - wesentlich getrieben von der Energiepreissteigerung. So lag der Preis für Erdgas in Europa zeitweise gegenüber dem langjährigen Mittelwert bei mehr als dem Zehnfachen. Gegen Jahresende lag der Erdgaspreis immerhin noch um den Faktor 5 höher. Für das Jahr 2023 liegt die Prognose des Wirtschaftswachstums für die Eurozone bei 0,3 %. Die deutsche Wirtschaft zeigt ein vergleichbares Bild. Einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes zufolge stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2022 um 1,9 % gegenüber dem Vorjahr. Die europäische Stahlindustrie konnte zunächst mit dem Rückenwind der Stahlhausse des Jahres 2021 in ein dynamisches erstes Quartal starten. Dieser Trend kam aufgrund des russischen Einmarschs in die Ukraine, der infolgedessen steigenden Energiepreise und weiterhin bestehender Lieferkettenstörungen als Folge der Pandemie, aber auch aufgrund voller Läger bei den Stahlabnehmern, im zweiten Quartal des Jahres 2022 zum Erliegen. Zu der rückläufigen Nachfrage im Jahresverlauf kamen weiterhin hohe Importmengen in die EU. Infolgedessen haben alle großen Hersteller im zweiten Halbjahr Produktionskapazitäten reduziert. Insgesamt lag die europäische Stahlproduktion mit 137 Mio. Tonnen 10,5 % unter dem Vorjahresniveau. Das gleiche Bild zeigt auch die deutsche Rohstahlproduktion, die mit 37 Mio. Tonnen 8,4 % unter dem Vorjahresniveau lag. Die Warmband-Preise (Hot Rolled Coil bzw. HRC), die im Wesentlichen die Höhe des Materialaufwands der Wuppermann-Gruppe bestimmen, reflektieren die konjunkturelle Lage und Marktbedingungen im Jahresverlauf. Durch die bereits angesprochene Preisexplosion ist die MEPS-Notierung "HRC Germany low" im April 2022 auf ein Allzeithoch i.H.v. 1.350 €/to gestiegen, um unmittelbar danach wieder deutlich zu sinken. Der niedrigste Wert lag bei 600 €/to im Dezember. Auch die Preise für das verzinkte Band erreichten im April neue Rekordhöhen. So lag der Preis für die MEPS-Notierung "HDG Germany low" zum Höchstpunkt im April bei 1.480 €/to. Die Differenz zwischen den beiden Notierungen lag mit durchschnittlich 144 €/to nur knapp unter dem Vorjahresniveau. Allerdings sind die Werte zwischen den Jahren 2021 und 2022 nur eingeschränkt vergleichbar, da im Jahr 2022 im Produktionsprozess inflationsbedingt deutlich gestiegene Kosten angefallen sind, die über den MEPS-Spread zwischen HRC und HDG abgedeckt werden mussten. 2.2 Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage der Gruppe Die genannten Rahmenbedingungen führten im 2. Halbjahr der Jahres 2022 zu einer Rezession, die auch die Wuppermann-Gruppe betraf. Während im ersten Halbjahr bei einer anhaltend positiven Nachfrage noch hohe Auftragseingänge erzielt werden konnten, spiegelte sich im zweiten Halbjahr die nachlassende Nachfrage der Endverbraucher, die Unsicherheit der weiteren konjunkturellen Entwicklung und die hohe Inflation in Verbindung mit den stark gestiegenen Energiekosten in niedrigen Auftragseingängen wider. In diesem Marktumfeld sank der Auftragsbestand der Wuppermann-Gruppe im Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr und betrug zum Jahresende 193 kt. Dem niedrigeren Auftragseingang folgend ging der Absatz der Gruppe von 1A-Material und deklassiertem Material im Jahr 2022 auf insgesamt 862 kt zurück. Somit lag der Absatz des Jahres 2022 sowohl unter dem Absatz des Vorjahres i.H.v. 1.044 kt als auch unter dem geplanten Absatz i.H.v. 1.134 kt. Während die Gesellschaften des Geschäftsbereichs Tube nur einen leichten Absatzrückgang verzeichnen mussten, gingen die Absatzmengen der beiden Flach-Gesellschaften WSN und WH erheblich zurück. Sowohl die Entwicklung der Absatzmengen als auch der Sales Margins im Jahresverlauf zeigten deutliche Unterschiede zwischen den beiden Halbjahren auf. Während im ersten Halbjahr sowohl Mengen als auch Margen auf einem guten Niveau erzielt wurden, konnte dieses Niveau im zweiten Halbjahr nicht gehalten werden. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) als bedeutsamer finanzieller Leistungsindikator beträgt im Jahr 2022 47.963 TEUR. Damit lag das EBITDA über dem Plan für das Geschäftsjahr i.H.v. 41.960 TEUR, aber unter dem Ergebnis des Vorjahres i.H.v. 78.195 TEUR. In Folge steigender Zinsen und einer gestiegenen Verschuldung der Gruppe in den ersten neun Monaten des Jahres 2022 hat sich das Finanzergebnis gegenüber dem Vorjahr verschlechtert. Durch die konsequente Reduzierung des Working Capital ist es im Jahresverlauf gelungen, die Gruppe bis zum 31.12.2022 zu entschulden und damit die Auswirkung der gestiegenen Zinsen zu begrenzen. Die Steuerquote stieg im Berichtsjahr auf 23 % an. Durch die Abnahme des prozentualen Ergebnisanteils der WH am Gruppenergebnis hat sich die Ergebniszusammensetzung aus steuerlicher Perspektive gegenüber dem Vorjahr verschlechtert. Der Konzernjahresüberschuss bzw. das Unternehmensergebnis i.H.v. 24.389 TEUR lag im Berichtsjahr 2022 über dem Planwert i.H.v. 18.164 TEUR. Das außerordentlich gute Ergebnis des Vorjahres i.H.v. 49.176 TEUR konnte nicht erreicht werden. Der Free Cashflow (FCF - definiert als Cashflow aus der laufenden Geschäfts- und Investitionstätigkeit vor Ausschüttungen und Kapitaldienst) beläuft sich im Jahr 2022 auf + 75.264 TEUR. Damit konnte die Wuppermann-Gruppe ein Guthaben anstelle einer Nettofinanzverbindlichkeit zum 31.12.2022 i.H.v. 15.366 TEUR ausweisen. Wir schätzen die finanzielle Lage der Gruppe aufgrund der Entschuldung als sehr gut ein. Die zu Beginn des Jahres formulierten finanziellen Ziele der Gruppe konnten übertroffen werden. Ertragslage Trotz des gesunkenen Absatzvolumens konnte im Jahr 2022 ein Umsatzwachstum i.H.v. 7 % erzielt werden. Durch das stabil hohe Preisniveau in den ersten beiden Quartalen des Jahres mit Auswirkungen bis in das vierte Quartal hinein stiegen die Umsatzerlöse auf 989.714 TEUR an und liegen damit leicht über dem Vorjahreswert i.H.v. 925.214 TEUR. Die stark gestiegenen Energiekosten und Kosten für Hilfs-/Betriebsstoffe sowie Ersatzteile konnten nicht kompensiert werden, so dass der Rohertrag inklusive der sonstigen betrieblichen Erträge der Gruppe auf 149.487 TEUR zurückgegangen ist, nachdem im Vorjahr ein außergewöhnlich hoher Rohertrag i.H.v. 176.974 TEUR erzielt werden konnte. Während die Personalkosten im Jahr 2022 um 2,5 % auf 51.538 TEUR zurückgegangen sind, stiegen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, insbesondere stark beeinflusst durch die deutliche Erhöhung der Frachtpreise, um 9 % auf 49.986 TEUR. Das EBITDA i.H.v. 47.963 TEUR ist im Vergleich zum Vorjahr geprägt vom Rückgang des Absatzes der Wuppermann-Gruppe und den stark gestiegenen Energiekosten im Jahr 2022. Das EBITDA des Jahres 2021 i.H.v. 78.195 TEUR war insbesondere auf das außergewöhnlich gute Marktumfeld im vergangenen Jahr zurückzuführen und konnte daher nicht erreicht werden. Die hohe Inflation führte dazu, dass die Zentralbanken in den USA und Europa mehrere Leitzinsanhebungen im Jahresverlauf umgesetzt haben. Diese Leitzinsanhebungen spiegeln sich ab dem dritten Quartal auch in den Zinsbelastungen der Wuppermann-Gruppe wider. Diesem Effekt der steigenden Zinsen steht im zweiten Halbjahr ein deutlicher Rückgang der Verschuldung gegenüber, der die negativen Auswirkungen auf das Finanzergebnis reduzieren konnte. Das Finanzergebnis stieg insgesamt auf -743 TEUR an. Der Verschuldungsgrad (Verhältnis aus Verschuldung und EBITDA) konnte ganzjährig kleiner eins gehalten werden. Da der Verschuldungsgrad einen Teil der Zinskomponente beeinflusst, konnte dieser Anteil im Jahr 2022 auf dem mit unseren Finanzpartnern vereinbarten niedrigsten Niveau i.H.v. 0,9 % gehalten werden. Das Beteiligungsergebnis der Wuppermann-Gruppe im Jahr 2022 i.H.v. 1.106 TEUR setzt sich aus den Dividendenzahlungen der nicht konsolidierten Tochtergesellschaft WOR und der Joint-Venture Beteiligung am türkischen Stahl-Service Center Galva Metal A.Ş. zusammen. Der Steueraufwand ist im Jahr 2022 aufgrund des niedrigeren Ergebnisses der Wuppermann-Gruppe auf 7.138 TEUR (Vorjahr: 12.790 TEUR) zurückgegangen. Das Ergebnis nach Fremdanteilen (Wuppermann-Konzernjahresüberschuss) beläuft sich im Jahr 2022 auf 24.138 TEUR und liegt damit unter dem Vorjahreswert i.H.v. 43.991 TEUR. Die WSN als einzige Gesellschaft mit Minderheitsgesellschafter in der Wuppermann-Gruppe konnte im Jahr 2021 ein außergewöhnlich gutes Ergebnis erreichen. Ein deutlicher Mengenrückgang in Verbindung mit stark gestiegenen Energie- und Frachtkosten führen für das Jahr 2022 jedoch zu einem niedrigen Jahresüberschuss der Gesellschaft. Somit beläuft sich der auf andere Gesellschafter entfallende Anteil am Jahresüberschuss auf 251 TEUR (Vorjahr: 5.185 TEUR). Die Ergebnisentwicklung in den beiden Geschäftsbereichen Flat und Tube stellt sich unterschiedlich dar. Der Geschäftsbereich Tube konnte das sehr gute Ergebnis des Vorjahres bestätigen und erreichte einen Jahresüberschuss i.H.v. 11.329 TEUR. Profitiert hat der Tube-Bereich von der starken Photovoltaikindustrie und einer stabilen Nachfrage unter anderem aus der Gerüstbaubranche. Der Geschäftsbereich Flat musste einen Ergebnisrückgang um 60 % auf 17.510 TEUR verzeichnen. Insbesondere im zweiten Halbjahr brach die Nachfrage im Geschäftsbereich Flat stark ein. Die Bedarfe der Stahl-Service Center gingen sehr deutlich zurück, aber auch die Bedarfe aus der Möbel- und Beschlägeindustrie, die in der Vergangenheit kontinuierlich gewachsen sind, gingen im Jahr 2022 zurück. Im Planungshorizont tragen wir der Unsicherheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung Rechnung und reduzieren die Ergebniserwartungen aller Gesellschaften für das Jahr 2023. Insgesamt gehen wir von einem positiven Unternehmensergebnis der Wuppermann-Gruppe aus. Die Ertragslage für alle Gesellschaften ist somit als stabil zu bezeichnen. Vermögenslage Die Bilanzsumme geht im Jahr 2022 um 105.036 TEUR von 434.733 TEUR auf 329.697 TEUR zurück. Zurückzuführen ist dieser Rückgang auf ein gesunkenes Umlaufvermögen einhergehend mit niedrigeren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, niedrigeren Rückstellungen und gesunkenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Diese Entwicklungen sind insbesondere auf das deutlich gesunkene Bestandsvolumen zurückzuführen. Zum Jahresende 2022 konnte die Wuppermann-Gruppe die Vormaterial-, Halbfertig- und Fertigmaterialbestände gegenüber dem Jahresende 2021 um 54 kt reduzieren. Hier spiegeln sich die niedrigeren Absatzmengen und der niedrigere Auftragseingang entsprechend wider. Planmäßig wurde im Jahr 2022 der Firmenwert, der sich aus dem Rückkauf des WH-Anteils von Welser ergeben hatte, im Bereich der immateriellen Vermögensgegenstände von 9.359 TEUR auf 7.973 TEUR weiter linear abgeschrieben. Das Sachanlagevermögen ist im Vergleich zum Vorjahr gewachsen. Bei einem leicht gestiegenen Abschreibungsniveau führen höhere Investitionen zu diesem Anstieg. Die größten Veränderungen ergaben sich im Bereich der kurzfristigen Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens. Das Vorratsvermögen ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Der Rückgang von 158.474 TEUR auf 91.145 TEUR ist insbesondere auf die niedrige Lagermenge zurückzuführen. Das gesunkene Preisniveau zum Jahresende spiegelt sich dahingegen noch nicht in Gänze wider. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind um 51 % auf 52.602 TEUR als Folge des niedrigen Umsatzes im vierten Quartal zurückgegangen. Zum Jahresende 2022 haben wir Factoring, d.h. den Verkauf von Forderungen an Kreditinstitute i.H.v. 10.526 TEUR in Anspruch genommen. Die Guthaben bei Kreditinstituten liegen zum Jahresende bei 15.421 TEUR und damit deutlich über dem Vorjahreswert i.H.v. 2.266 TEUR. Nachdem das Eigenkapital im Jahr 2021 um 45.715 TEUR auf 245.803 TEUR angestiegen ist, ergibt sich im Jahr 2022 ein leichter Rückgang auf 245.020 TEUR. Die Dividendenauszahlungen an die Wuppermann-Aktionäre und den Minderheitsgesellschafter Tata liegen im Jahr 2022 leicht über dem erzielten Jahresüberschuss des Jahres 2022. Aufgrund der stark rückläufigen Bilanzsumme erhöhte sich jedoch die Eigenkapitalquote von 57 % auf 74%. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind von 36.260 TEUR auf 2 TEUR gesunken. Als Folge des stark gesunkenen Working Capital nahm die Inanspruchnahme von Kontokorrentkrediten im Jahresverlauf immer mehr ab. Zum Jahresende weist die Wuppermann-Gruppe ein Guthaben aus und ist schuldenfrei. Ähnlich den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verhält sich die Entwicklung bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Aufgrund niedriger Vormaterialeingänge im vierten Quartal sind die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber dem Vorjahr um 51.643 TEUR auf 40.135 TEUR gesunken. Die Rückstellungen sind ebenfalls gesunken und betrugen zum Stichtag 28.251 TEUR. Die Pensionsrückstellungen gehen um 809 TEUR auf 12.831 TEUR zurück, die Steuerrückstellungen sinken um 2.154 TEUR auf 4.131 TEUR und die sonstigen Rückstellungen gehen ebenfalls um 4.445 TEUR auf 11.289 TEUR zurück. Während der Rückgang der Steuerrückstellungen insbesondere auf die Inanspruchnahme einer Körperschaftssteuerrückstellung in Österreich zurückzuführen ist, begründet sich der Rückgang der sonstigen Rückstellungen in niedrigeren Personalrückstellungen. Die Vermögenslage der Wuppermann-Gruppe hat sich gegenüber dem Vorjahr weiter verbessert und ist als gut zu bezeichnen. Finanzlage Die Nettofinanzposition zum 31. Dezember 2022 i.H.v. +15.366 TEUR hat sich gegenüber dem Vorjahreswert i.H.v. -34.987 deutlich verbessert. Die Wuppermann-Gruppe ist somit zum Jahresende schuldenfrei. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit im Jahr 2022 beträgt 96.564 TEUR. Maßgeblich positiv beeinflusst wird der Cashflow durch den Zufluss von Finanzmitteln i.H.v. 122.008 TEUR aus einem hohen Bestandsabbau und dem Abbau von Forderungen. Dem gegenüber steht der Abfluss von Finanzmitteln aus dem Abbau von Lieferantenverbindlichkeiten i.H.v. 56.827 TEUR. Das Investitionsvolumen ist im Geschäftsjahr weiter angestiegen. Während der Cashflow aus Investitionstätigkeit im Jahr 2021 bei -17.321 TEUR lag, stieg dieser im Geschäftsjahr 2022 insbesondere durch die Erhöhung der Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen auf -21.300 TEUR an. Weitere Auszahlungen für die Großinvestition in eine Profilieranlage am Standort der WA, die weitere Verbesserung der Anlagentechnik der WPL im Bereich gebeizte Rohre und Investitionen an den beiden Flach-Standorten WSN und WH haben dazu geführt. Im Jahr 2022 hat die Wuppermann-Gruppe das letzte langfristige Darlehen i.H.v. 1.500 TEUR getilgt. Aufgrund des außergewöhnlich hohen Ergebnisses des Jahres 2021 wurden im Jahr 2022 Dividenden an die Wuppermann-Aktionäre und Minderheitsgesellschafter i.H.v. 24.795 TEUR gezahlt. In Summe liegt der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit bei - 26.416 TEUR. Die zahlungswirksamen Veränderungen des Finanzmittelfonds im Jahr 2022 i.H.v. 48.848 TEUR fallen im Vergleich zum Vorjahr i.H.v. -40.826 TEUR deutlich höher aus. Insbesondere der Rückgang der kurzfristigen Bankverbindlichkeiten ist für diese Entwicklung verantwortlich. Die Werte stellen sich im Einzelnen wie folgt dar: (in TEUR)
Die Finanz- und Liquiditätslage der Gruppe hat sich als Folge der Working Capital Entwicklung im Jahr 2022 nochmals deutlich verbessert. 2.3 Personal Zum 31.12.2022 beschäftigte die Wuppermann-Gruppe 820 aktive und inaktive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (inkl. Auszubildende und Organe). Im Jahresdurchschnitt lag die Zahl bei 825. Damit liegt die Mitarbeiterzahl im Jahresdurchschnitt auf vergleichbarem Niveau zum letzten Jahr (Vorjahr: 819). Die Anzahl der Leiharbeitnehmer sank im Jahresmittel von 87 auf 77. Sowohl die WMT als auch die WSN haben im Jahr 2022 ihren Leiharbeitnehmeranteil reduziert. Während die WMT die Mitarbeiter jedoch in Festanstellungen übernommen hat, musste die WSN der nachlassenden Konjunktur Rechnung tragen und hat im Jahresverlauf Leiharbeitnehmer abgebaut. Von den 820 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern waren 43 in Deutschland, 146 in den Niederlanden, 204 in Ungarn, 97 in Polen, 325 in Österreich und 5 im restlichen Ausland beschäftigt. Der Frauenanteil in der Wuppermann-Gruppe lag auch im Jahr 2022 unverändert bei 15 %. Mitarbeiterinnen im Produktionsbereich und in den technischen Bereichen sind nach wie vor die Ausnahme. Im Vertriebs- und Verwaltungsbereich fällt die Quote dahingegen mit über 50 % deutlich höher aus. Im zurückliegenden Geschäftsjahr war die Personalarbeit bei Wuppermann von drei wesentlichen Herausforderungen geprägt. Zwar trat im Jahresverlauf die anhaltende Corona-Pandemie immer mehr in den Hintergrund, es wurden jedoch laufend die lokalen Verordnungen an die aktuellen Entwicklungen angepasst. Mit Beginn des zweiten Quartals kehrten gruppenweit die Arbeitnehmer an ihre Arbeitsplätze zurück und es wurden lokale Richtlinien zur zukünftigen Gestaltung der Home-Office Regelung vereinbart. Der Ende Februar begonnene Krieg in der Ukraine hat unter anderem dazu geführt, dass Personalmaßnahmen ergriffen werden mussten, um auf die wirtschaftlichen Auswirkungen aus der sinkenden Nachfrage und der Inflation zu reagieren. Weiterhin höchste Priorität hat das Thema Arbeitssicherheit. Nachdem im Jahr 2021 die Kennzahlen Beinaheunfälle, Medizinische Erstversorgung (MEV) und Lost Time Injury (LTI) eine positive Entwicklung genommen hatten, mussten wir im Jahr 2022 in diesem Bereich Rückschritte hinnehmen. Die Entwicklung der Unfallhäufigkeitsrate LTI = Anzahl der Unfälle mit Ausfallzeit (1 Tag und mehr pro 1 Million Arbeitsstunden) zeigt, dass das Thema Arbeitssicherheit eine laufende Herausforderung bleibt und stetig an Verbesserungen in diesem Bereich gearbeitet werden muss. Das strategische Ziel, die LTI-Rate auf 0 zu reduzieren, spiegelt sich in dieser Zielsetzung entsprechend wider. Nachdem im Jahr 2021 die LTI-Rate auf fünf zurückgegangen war, mussten wir im Jahr 2022 einen Anstieg auf acht verzeichnen. Elf Arbeitsunfälle mit einem Schwerpunkt im Geschäftsbereich Tube zeigen, dass im personalintensiveren Geschäftsbereich Tube eine deutlich höhere Gefährdung der Arbeitnehmer vorliegt. Innerhalb der Geschäftsbereichsleitung wurden geeignete Maßnahmen ergriffen, die zukünftig für eine weitere Erhöhung der Arbeitssicherheit sorgen sollen. 2.4 Nachhaltigkeit und Klimaschutz Als energieintensives Unternehmen hat das Thema Nachhaltigkeit für die Wuppermann-Gruppe eine hohe strategische Bedeutung. Daher wollen wir Vorreiter bei der CO 2 -Neutralität sein und legen beim Klimaschutz ambitionierte und konkrete Ziele vor: Bis zum Jahr 2025 wird die Produktion von verzinktem Bandstahl CO 2 -neutral sein. Ergänzend dazu sollen hinsichtlich Recycling und Energieeffizienz weitere Verbesserungen erreicht werden. Wuppermann hat bereits im Jahr 2020 die Umweltwirkung des "Heat-to-Coat-Bandverzinkungsverfahrens" der Wuppermann-Gruppe und des konventionellen Kaltband-Verzinkungsverfahrens unserer Wettbewerber untersuchen sowie einen Vergleich der beiden Verfahren erstellen lassen. Im Jahr 2022 wurde dieser Vergleich aktualisiert. Durchgeführt wurden beide Untersuchungen durch das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik. Das Update zeigt die Wirksamkeit der Maßnahmen. Es konnte nachgewiesen werden, dass unser Verfahren um 54 % (zuvor: 31 %) weniger CO 2 emittiert als der marktübliche Verzinkungsprozess, bezogen auf unseren größten Produktionsstandort in den Niederlanden. Damit zeigt sich ein Vorteil des Wuppermann-Verfahrens überall dort, wo sich die Anwendungsgebiete für verzinktes Warmband und verzinktes Kaltband überlagern. Pro kg verzinktem Bandstahl sparen wir am Standort in Moerdijk 93 g und am Standort in Judenburg 84 g CO 2 gegenüber dem Referenzprozess ein. Im Gegensatz zur ersten Untersuchung umfasst die aktuelle Studie nun alle Werke der Wuppermann-Gruppe. Für die Rohrwerke konnte gezeigt werden, dass dem eingesetzten Material in der Verarbeitung durch Wuppermann kaum CO 2 hinzugefügt wird. Dass unser Heat-to-coat-Verfahren umweltfreundlicher ist, liegt im Wesentlichen am Prozessdesign. Im Gegensatz zum Standard-Bandverzinkungsverfahren nutzen wir keine fossilen Brennstoffe zum Aufheizen des Ofens, sondern ausschließlich Strom. Außerdem liegt unsere maximale Prozesstemperatur deutlich niedriger als beim Standardverfahren, da wir das Glühen bei 750°C vermeiden können und nur auf etwa 450°C Verzinkungstemperatur aufheizen. Die Umweltfreundlichkeit des Prozesses wird also maßgeblich durch die CO 2 -Bilanz des eingesetzten Stroms bestimmt. Daher ist hier der wesentliche Hebel zur Senkung des CO 2 -Fußabdrucks zu finden. Folglich stellen wir für unser ambitioniertes Ziel unseren Strommix sukzessive auf den Bezug aus regenerativen Energien um. Erste Maßnahmen sind bereits umgesetzt und führen zu den oben genannten Verbesserungen. So bezieht die Gruppe seit Anfang 2021 an seinen Produktionsstandorten in Österreich grünen Strom ausschließlich aus Wasserkraft. Der niederländische Standort Moerdijk stellte im Jahr 2022 komplett auf Strom aus Windkraft um. Für die WH ist der CO 2 -Vorteil gegenüber dem Wettbewerb nicht ganz so groß, da in Ungarn noch nicht die Möglichkeit besteht, ausschließlich CO 2 -freien Strom zu beziehen. Parallel dazu investieren wir in die eigene Stromerzeugung - im ersten Schritt auf Basis von Photovoltaik-Anlagen. An drei Standorten hat Wuppermann seit dem Jahr 2022 Photovoltaikanlagen in Betrieb, mit einer Gesamterzeugung von 2.500 MWh. Ab dem Jahr 2023 erhöht sich der Wert noch einmal deutlich, da die Installation der PV-Anlagen an den beiden anderen Produktionsstandorten zu Jahresbeginn abgeschlossen sein wird. 2.5 Wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche Geschäftsbereich Flat Das Geschäftsjahr des Geschäftsbereichs Flat ist in ein sehr gutes erstes Halbjahr und ein sehr schwaches zweites Halbjahr zu trennen. Mit Beginn des Ukraine-Krieges kam es bei einer anhaltend positiven Nachfrage zu starken Preissprüngen im Stahlmarkt. In der Spitze stieg die MEPS-Notierung HRC low Germany auf 1.350 €/to. Über die Sommermonate hinweg flachte die Nachfrage deutlich ab, so dass im dritten und vierten Quartal die MEPS-Notierung deutlich zurückging und mit einem Jahresendstand i.H.v. 600 €/to ihren Tiefststand erreicht hat. Entsprechend entwickelte sich auch der Auftragseingang des Geschäftsbereichs. Während im ersten Halbjahr noch ein Auftragseingang auf dem Niveau des Vorjahres i.H.v. 494 kt realisiert werden konnte, ging dieser im zweiten Halbjahr deutlich zurück und betrug nur noch 214 kt. Die beiden Flachgesellschaften WH und WSN waren gleichermaßen vom Rückgang betroffen. Entsprechend des gesunkenen Auftragseingangs ging auch der Absatz des Geschäftsbereichs auf 714 kt zurück - ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 19 %. Das Ziel, den Absatz im Jahr 2022 auf 972 kt zu steigern, konnte aufgrund der konjunkturellen Entwicklung im zweiten Halbjahr nicht realisiert werden. Entsprechend dem Mengenverlauf entwickelten sich auch die Deckungsbeiträge. Im Marktumfeld stark steigender Preise im ersten Halbjahr konnten sehr gute Sales Margins erzielt werden. Im zweiten Halbjahr kehrte sich die Entwicklung um. Mit deutlich niedrigeren Margen in einem Marktumfeld stark fallender Preise konnten in einzelnen Monaten keine positiven Ergebnisbeiträge der Gesellschaften mehr erzielt werden. Das daraus resultierende EBITDA des Geschäftsbereichs im Berichtsjahr i.H.v. 33.028 TEUR lag damit unter dem Wert des Vorjahres und auch unter Plan. Die WSN stand vor der großen Herausforderung im Jahr 2022, sich nach dem außergewöhnlich erfolgreichen Jahr 2021 auf eine deutlich geringere Nachfrage und eine damit einhergehende niedrigere Absatzmenge kurzfristig einstellen zu müssen. Dieser Mengenrückgang in Verbindung mit stetig steigenden Kosten für Energie und Transport führten in Summe zu einem deutlichen Rückgang des Ergebnisses. Trotz des schwierigen Marktumfeldes konnte die WH auch im Jahr 2022 ein positives Unternehmensergebnis realisieren. Ähnlich der WSN war die WH mit einem Mengenrückgang und gleichzeitig stark steigenden Kosten konfrontiert. Allerdings fiel der Absatzrückgang im Vergleich zur WSN deutlich niedriger aus. Hierzu beigetragen hat unter anderem auch die im Jahresvergleich stabile Versorgung der Tube-Gesellschaften mit Vormaterial. Ein Schwerpunkt lag bei beiden Gesellschaften auch in diesem Jahr auf dem Verbesserungsprogramm Wuppermann Stark. Im Rahmen dieses Programms konnten weitere Einsparungen realisiert werden. Die WS - als zentrale Einkaufs- und Vertriebsgesellschaft für die Gesellschaften des Geschäftsbereichs Flat - wurde sowohl im Einkauf als auch im Verkauf mit den Herausforderungen der konjunkturellen und preislichen Entwicklung konfrontiert. Während der Fokus im ersten Halbjahr noch auf der Materialversorgung zu einem akzeptablen Preisniveau lag, verschob er sich im zweiten Halbjahr in Richtung Vertrieb, um die Kapazitätsauslastung der beiden Produktionsgesellschaften sicherzustellen. Die deutliche Erhöhung der Transportpreise und die Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von Transportkapazitäten im Jahr 2022 haben es der Wuppermann-Gruppe darüber hinaus erheblich erschwert, bestimmte Zielregionen zu beliefern. Geschäftsbereich Tube Die konjunkturelle Entwicklung hat sich in der Geschäftsentwicklung des Geschäftsbereichs Tube im Vergleich zum Geschäftsbereich Flat nicht im gleichen Maße negativ ausgewirkt. Ein Absatzrückgang von -7 % auf 148 kt spiegelt sich vor allem im Segment der Flachprodukte der WA und im Rohrgeschäft der WMT wider. Im Bereich Profile und Rohrkomponente sowie auch im Segment Systemtechnik der WMT konnte ein Wachstum verzeichnet werden. Der Auftragseingang des Geschäftsbereichs ging im Jahr 2022 auf 155 kt zurück. Der Auftragseingang des Systemtechnikbereichs konnte dahingegen weiter gesteigert werden. Der Systemtechnikbereich profitierte von der guten konjunkturellen Entwicklung der Heizungsindustrie. Einzelne Branchen im gesamten Geschäftsbereich Tube haben sich im Laufe des Jahres 2022 aufgrund der umweltpolitischen Entwicklungen als sehr positiv dargestellt. Neben der Heizungsindustrie ist hier insbesondere die Solarindustrie zu nennen. Nachdem im Jahr 2021 schon ein außergewöhnlich hohes EBITDA i.H.v. 19.481 TEUR erzielt wurde, konnte sich der Geschäftsbereich Tube mit einem EBITDA i.H.v. 19.717 TEUR im Jahr 2022 weiter verbessern. Die weitere konsequente Strategieumsetzung im Geschäftsbereich mit Schwerpunkten in der WA und der WPL haben in diesen beiden Gesellschaften zu Ergebnissteigerungen geführt. Die WMT konnte das Ergebnis auf einem sehr hohen Niveau halten. Diese positive Entwicklung in allen Gesellschaften ist vor dem Hintergrund der nachlassenden Konjunktur und den ebenfalls stark gestiegenen Kosten für Energie und Transport besonders hervorzuheben. Die WA profitierte im Jahr 2022 vom europaweiten Fokus auf erneuerbare Energien. Dies hat zu einem deutlichen Nachfrageanstieg im Bereich Photovoltaik geführt. Durch die vorhandenen Produktionsmöglichkeiten hoher Zinkschichtdicken sowohl im Flach- als auch im Rohr-/Profilbereich konnte die WA die höhere Nachfrage entsprechend begleiten. Durch die Investition in die neue Profilieranlage sind zudem die Voraussetzungen geschaffen worden, das erwartete weitere Wachstum der Photovoltaikbranche in den nächsten Jahren bedienen zu können. Die WMT konnte vor allem im ersten Halbjahr die guten Ergebnisse aus dem letzten Jahr bestätigen. Gegen Ende des Jahres machte sich jedoch die konjunkturelle Entwicklung deutlicher bemerkbar. Nachfragerückgänge im Bereich der Möbelindustrie und dem Infrastrukturbereich konnten nicht aufgefangen werden. Für die WPL ergab sich zu Beginn des Ukraine-Krieges die Möglichkeit, fehlende Zulieferungen aus der Ukraine und Russland im osteuropäischen Markt abzudecken. Darüber hinaus bestand ganzjährig eine hohe Nachfrage aus dem Bereich Gerüstbau. Auf Basis dieser hohen Auslastung konnte das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert werden. 3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht3.1 Chancen- und Risikobericht Das Risikomanagement bei Wuppermann umfasst sämtliche Maßnahmen zur systematischen Erkennung, Analyse, Bewertung, Überwachung und Kontrolle von Chancen und Risiken. Durch die Integration in die Controlling-Prozesse ist es ein integraler Bestandteil der wertorientierten Unternehmensführung in der Gruppe. Aktives Chancen- und Risikomanagement dienen sowohl der langfristigen Sicherung des Unternehmensbestands als auch der Wertsteigerung und stellen somit einen wesentlichen Erfolgsfaktor der Wuppermann-Gruppe dar. Der standardisierte Chancen- und Risikomanagementprozess ist in einem gruppenweit gültigen Handbuch dokumentiert. Dieses stellt sicher, dass Vorstand und Aufsichtsrat zeitnah und strukturiert über die aktuelle Chancen- und Risikosituation der Gruppe informiert werden. Die organisatorische Verankerung im Bereich Corporate Controlling ermöglicht eine in den Planungs- und Berichtsprozess integrierte und aktive Ausgestaltung des Chancen- und Risikomanagements. Auch im Geschäftsjahr 2022 hat der Vorstand dem Aufsichtsrat in jeder Sitzung über den jeweiligen Status der Chancen und Risiken der Wuppermann-Gruppe berichtet. Trotz der umfassenden Analyse kann das Eintreten von Risiken aber nicht systematisch ausgeschlossen bzw. die Realisierung von Chancen nicht systematisch sichergestellt werden. Das Ziel ist vielmehr ein laufender, transparenter und kontrollierter Umgang mit Chancen und Risiken. Wir entwickeln daher das Risikomanagementsystem der Wuppermann-Gruppe kontinuierlich weiter. Chancenbericht: Mögliche positive Abweichungen von der Prognose oder einem Ziel aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen verstehen wir bei Wuppermann als Chancen. Das Chancenmanagement umfasst dementsprechend den systematischen Umgang mit diesen Chancen und Potenzialen in der Gruppe. Durch die Verknüpfung der Planungs- und Berichtsprozesse im Controlling mit den Strategieprozessen ist das Chancenmanagement ein wichtiger Bestandteil der operativen und der strategischen Unternehmensführung. Die im Jahr 2020 im Rahmen des Strategieprozesses begonnene strategische Neuausrichtung wurde im Laufe des Jahres 2022 überarbeitet. Das strategische Hauptziel wurde präzisiert und lautet nun, die Ertragskraft der Wuppermann-Gruppe nachhaltig zu steigern. Die deutlich unter dem Wettbewerb liegenden CO 2 -Emissionen des Verzinkungsprozesses sollen zukünftig stärker bei der Vermarktung genutzt werden. Die Verzinkungswerke haben das Ziel, einen emissionsfreien Verzinkungsprozess bis zum Jahr 2025 zu erreichen. Die Wuppermann Bandverzinkungen haben heute schon die niedrigsten CO 2 - Emissionen in Europa. Alle Standorte sollen bis zum Jahr 2030 CO 2 - frei sein. Als Stahlverarbeiter mit lediglich rund 20 % Wertschöpfung kommen Ein- und Verkauf eine besondere Bedeutung zu. "Search for excellence" bei der Besetzung der Positionen sowie eine attraktive Incentivierung sind Basis für den Erfolg im Stahlmarkt. Darüber hinaus muss die professionelle Unterstützung der Auftragsabwicklungsprozesse durch Standardisierung und Digitalisierung weiter verbessert werden. Dies sind Voraussetzungen zur Sicherstellung von Mindestmargen und zur Erreichung der Zielmargen. Das Projekt "WSmart" mit dem Ziel, den Auftragsabwicklungsprozess im Geschäftsbereich Flat zu standardisieren und zu digitalisieren, konnte im Jahr 2022 erfolgreich abgeschlossen werden. Zur Absicherung der Zielerreichung soll der mittelständische Charakter der Unternehmensgruppe gestärkt werden, indem Entscheidungsprozesse beschleunigt, Komplexität reduziert und Verantwortung stärker dezentralisiert werden. Durch gezielte Investitionen in die technischen Fähigkeiten unserer Produktionsstandorte ergeben sich weitere Chancen. Im Jahr 2022 wurde die Investition der WA in eine Profilieranlage mit automatischer Verpackungslinie i.H.v. 13.000 TEUR am Standort Judenburg weitgehend umgesetzt, so dass ab dem 2. Quartal 2023 die Produktion aufgenommen werden kann. Im Werk WH wurden im Jahr 2022 weitere Investitionen i.H.v. 2.100 TEUR freigegeben, um die prozesssichere Produktion von WTopCor (Zink- Magnesium-Oberfläche) zu unterstützen. Risikobericht: Unter Risiken verstehen wir bei Wuppermann allgemein drohende Ereignisse oder Entwicklungen mit negativer Wirkung auf die Möglichkeiten, die Unternehmensziele zu erreichen. Das Risikomanagement bei Wuppermann umfasst alle Maßnahmen, die einen systematischen und transparenten Umgang mit Risiken sicherstellen. Die Verknüpfung in den Planungs- und Berichterstattungsprozess der Gruppe ist ein wichtiger Bestandteil eines funktionierenden Risikomanagementsystems. Darüber hinaus bietet die organisatorische Verankerung des Risikomanagements im Controlling eine integrierte und ganzheitliche Ausgestaltung. Mit seinem strukturierten Prozess trägt das Risikomanagement der Wuppermann-Gruppe dazu bei, dass unverändert keine Risiken vorliegen, die den Bestand des Unternehmens gefährden. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die aus der Analyse und Bewertung der Einzelrisiken ergebende Gesamtrisikolage verändert. Waren es im Vorjahr noch operative Risiken, hat sich der Fokus im Jahr 2022 immer stärker auf geopolitische Risiken oder operative Risiken, die im Zusammenhang mit geopolitischen Entwicklungen stehen, verschoben. Neben der regelmäßigen Berichterstattung des Vorstands an den Aufsichtsrat, in der ein Fokus auf die bestandsgefährdenden Risiken gelegt wird, wurde im Jahr 2022 in quartalsweisen Abständen das Thema Risikomanagement als fester Bestandteil der Ergebnisgespräche mit den Führungskräften der Wuppermann-Gruppe aufgenommen. Die im Rahmen des Planungsprozesses integrierte Risikoinventur umfasst den gesamten dreijährigen Planungshorizont. Dabei betrachten wir zu diesem Zeitpunkt auch die gesamtwirtschaftlichen Risiken sowie andere externe Einflüsse, die einen eher volkswirtschaftlichen Charakter ausweisen. Die Risikobewertung von erkannten Risiken erfolgt nach zentralen Vorgaben gruppeneinheitlich. Auf Basis von prognostizierten Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen bewerten wir unsere Risiken. Eine Eintrittswahrscheinlichkeit von unter 25 % entspricht einer Einordnung als "unwahrscheinlich", zwischen 26 % und 50 % einer Einordnung "möglich", zwischen 51 % und 75 % als "wahrscheinlich" und ab einer Eintrittswahrscheinlichkeit von über 75 % lautet die Bewertung "sehr wahrscheinlich". Zum anderen bewerten wir die Risiken hinsichtlich der möglichen wirtschaftlichen Auswirkungen anhand der Skalierung "niedrig" (< 250 TEUR), "mittel" (250 TEUR - 1.000 TEUR), "hoch" (1.000 TEUR - 5.000 TEUR) und "sehr hoch" (> 5.000 TEUR). Die Risikobewertung folgt immer der Nettomethode. Wirksame, realisierte Maßnahmen werden bei der monetären Bewertung berücksichtigt und reduzieren entsprechend den "Bruttowert" des Risikos ohne Maßnahmen. Wir versuchen, die negativen Auswirkungen von Risiken bei Wuppermann zu verhindern, indem wir ein funktionierendes Risikomanagementsystem leben und entsprechende Frühwarnindikatoren bereitstellen. Wir tätigen keine Geschäfte, die gegen unsere risikopolitischen Grundsätze verstoßen. Risiken werden übertragen, wenn das finanzielle Risiko durch den Abschluss einer Versicherung transferiert werden kann. Die Wuppermann AG hat als zentraler Dienstleister im Berichtsjahr gruppenweit Risiken auf Versicherer transferiert. Abgestimmt auf die Risikotragfähigkeit der Gruppe vereinbaren wir für die einzelnen Versicherungen angemessene Selbstbehalte. Die für die Wuppermann-Gruppe relevanten Risiken haben wir in verschiedenen Kategorien gebündelt:
Risiken aus externen Rahmenbedingungen Wenn positive Impulse der Weltwirtschaft und insbesondere der für Wuppermann wichtigen Märkte ausbleiben, bestehen für die Gruppe konjunkturelle Risiken. Die Veränderungen der länderspezifischen Rahmenbedingungen verfolgen wir kontinuierlich, um bei Bedarf frühzeitig Maßnahmen zur Risikominimierung einleiten zu können. Der Ausblick auf das Wachstum der Weltwirtschaft ist weiterhin von großen Unsicherheiten geprägt. Der nicht abzuschätzende weitere Kriegsverlauf in der Ukraine sowie eine mögliche Ausdehnung des Konflikts zeigen die extreme Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Entwicklung. Die hohen Energiepreise, insbesondere von Strom und Gas, Liefereinschränkungen bis hin zu "Blackout-Szenarien" sowie nochmals steigende Inflationsraten und Zinsen mit negativen Konsumeffekten und einer rückläufigen Investitionsbereitschaft stellen die größten Herausforderungen und Risiken für die zukünftige Entwicklung dar. Zusätzlich existieren auch viele weitere geopolitische Herausforderungen. Zunehmender Protektionismus, handelspolitische Konflikte und die Zuspitzung globaler Krisenherde zeigen, dass zurzeit viele Unwägbarkeiten bestehen. Den zu erwartenden konjunkturellen Herausforderungen haben wir im Rahmen der Planung für das Jahr 2023 Rechnung getragen. Finanzwirtschaftliche Risiken / Administration / Personal Eine der zentralen Aufgaben der Wuppermann AG ist es, den Finanzbedarf innerhalb der Gruppe zu koordinieren und zu gewährleisten. Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sicherzustellen, halten wir auf Basis einer rollierenden monatlichen Liquiditätsplanung entsprechend liquide Mittel vor. Im Rahmen des Cash-Pooling werden die Mittel bedarfsgerecht an die Gesellschaften weitergegeben. Dazu optimieren wir die Gruppenfinanzierung und begrenzen die finanzwirtschaftlichen Risiken. Per 31. Dezember 2022 beliefen sich die liquiden Mittel auf 15.421 TEUR, die frei verfügbaren und nicht ausgenutzten Kreditlinien des Konsortialkreditvertrags auf 60.000 TEUR und das freie Factoring-Volumen auf 29.474 TEUR. Die Gruppe verfügte somit über ein Guthaben i.H.v. 15.366 TEUR. Die abgeschlossene Konsortialfinanzierung i.H.v. 60.000 TEUR hat eine Laufzeit bis Juni 2024. Zudem besteht zusätzlich die Möglichkeit, Factoring bis zu einer Höhe von 40.000 TEUR in Anspruch zu nehmen. Der Eintritt finanzwirtschaftlicher Risiken ist unwahrscheinlich und diese Risiken haben eine mittlere Auswirkung. Ausfallrisiko: Um Ausfallrisiken im Liefer- und Leistungsgeschäft zu verhindern, werden Außenstände von den Gruppenunternehmen laufend überwacht. Frühzeitig wird der Kontakt zu Kunden gesucht, um einen Zahlungsverzug zu verhindern oder risikominimierend zu handeln. Zusätzlich werden Warenkreditversicherungen abgeschlossen. Der Eintritt dieses Risikos ist möglich bei einer niedrigeren Auswirkung. Finanzierungsrisiken: Zur Reduzierung des bestehenden Kursrisikos aus nicht in Euro abgeschlossenen Geschäften werden von der Tochtergesellschaft WS für jeden Auftrag Devisentermingeschäfte abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2022 bestanden keine Devisentermingeschäfte. Im Rahmen der im Jahr 2019 abgeschlossenen und im Jahr 2021 verlängerten Konsortialfinanzierung wurden Vereinbarungen mit Banken abgeschlossen, die vorsehen, dass das Verhältnis der Finanzverbindlichkeiten zum EBITDA im Konzernabschluss zum jeweiligen Bilanzstichtag nicht mehr als 325% überschreitet. Zum 31. Dezember 2022 verfügte die Wuppermann-Gruppe über ein Guthaben. Es besteht das Risiko, dass Subventionen für das Werk in Ungarn bei Nicht-Einhaltung der vereinbarten Beschäftigungszahl zurückgezahlt werden müssen. Die Mindest-Personalzahl liegt bei 173 Mitarbeitern am Standort Győr. Diese Vereinbarung ist bis zum Jahr 2023 gültig. Am 31. Dezember 2022 waren am Standort in Summe 204 Mitarbeiter beschäftigt. Bei Unterschreitung der Personalzahl wäre eine pro rata Rückzahlung der Subvention erforderlich. Insgesamt schätzen wir den Eintritt von Finanzierungsrisiken als unwahrscheinlich mit geringen Auswirkungen ein. Personalrisiken: Um nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg zu erreichen, benötigt Wuppermann engagierte und qualifizierte Arbeitnehmer in allen Gesellschaften. Es bestehen hier vor allem die Risiken, Leistungsträger für offene Stellen nicht zu finden oder kompetente Stelleninhaber zu verlieren. Ein stärkerer Fokus in der Strategie auf die Besetzung von Positionen unter dem Aspekt "Search for excellence" und das Angebot einer attraktiven Vergütungsstruktur bieten hier Möglichkeiten, diese Risiken zu minimieren. Die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber gilt es zu stärken. Maßnahmen werden im Bereich der betrieblichen Weiterbildung und im rechtzeitigen Aufzeigen von weiteren Entwicklungsmöglichkeiten in der Gruppe gesehen. Eine besondere Herausforderung ist es einerseits, in den kommenden Jahren die mit den geplanten Investitionen entstehenden Personalbedarfe an Facharbeitern zu decken und andererseits das altersbedingte Ausscheiden von erfahrenen Mitarbeitern, Leistungsträgern und Führungskräften frühzeitig nachzubesetzen. Die Fokussierung auf das Thema Arbeitssicherheit mittels der Top-Kennzahl LTI-Rate wird intensiv unterstützt durch die Meldung und Auswertung von Beinaheunfällen und Unfällen mit Medizinischer Erstversorgung. Die Unfallpyramide, die Schwere und Häufigkeit von Arbeitsunfällen in ein Verhältnis setzt, schafft die nötige Transparenz, durch gezielte Maßnahmen die Arbeitssicherheit stetig und nachhaltig zu erhöhen. Der weitere Verlauf der Corona-Pandemie stellt sich als schwer prognostizierbar dar. Erneute Lockdown-Maßnahmen im europäischen Marktumfeld sind aus heutiger Sicht eher unwahrscheinlich. Aus Risikomanagementperspektive begegnen wir dem weiteren Verlauf der Corona-Pandemie, insbesondere aus der Personalperspektive, noch sehr vorsichtig, schätzen aber die Risiken als unwahrscheinlich mit mittleren Auswirkungen ein. Den Eintritt von sonstigen Personalrisiken schätzen wir ebenfalls als unwahrscheinlich bei mittleren Auswirkungen ein. Risiken der Informationssicherheit: Risiken der Informationssicherheit nehmen einen immer höheren Stellenwert in der Gruppe ein. Die IT-gestützten Geschäftsprozesse von Wuppermann sind verschiedenen Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt. Die fortschreitende Digitalisierung und die damit einhergehende weitere IT-Integration von Geschäftsprozessen setzt voraus, dass die daraus entstehenden Risiken minimiert werden. Risiken bestehen im Hinblick auf den unbefugten Zugriff auf sensible elektronische Unternehmensdaten sowie im Hinblick auf die mangelnde Verfügbarkeit der Systeme als Folge von Störungen und Katastrophen. Dem Risiko eines unbefugten Zugriffs auf Unternehmensdaten begegnen wir mit dem Einsatz von Firewall-Systemen, Patch Management und weiteren Maßnahmen im Rahmen des Programms ERDIS (Erhöhung der Informationssicherheit). Zusätzlich wird die Sicherheit durch die restriktive Vergabe von Zugriffsberechtigungen auf Systeme und Informationen sowie durch das Vorhalten von Backup-Versionen der kritischen Datenbestände erhöht. Die Zahl der Angriffe auf unsere IT-Infrastruktur nimmt immer weiter zu. Der Schutz der Produktion vor unbefugten Zugriffen, Sabotage, Spionage und Erpressung erfährt höchste Priorität. WBS hat daher im Jahr 2021 eine mehrjährige Vereinbarung mit externen Spezialisten abgeschlossen. Die Dienstleistungen des "Cyber Defense Center" umfassen dabei unter anderem
Die weitere Sensibilisierung unserer Mitarbeiter im Umgang mit IT-Risiken und auch der Umgang mit vertraulichen Informationen sind ebenfalls besonders in den Fokus gerückt. Mit einer internen Awareness-Schulung und der Intensivierung der Kommunikation rund um das Thema IT-Risiken versuchen wir, unsere Mitarbeiter zu sensibilisieren und die Informationssicherheit weiter zu steigern. Seit Ende 2021 haben wir daher gruppenweit ein E-Learning-Programm zum Thema Informationssicherheit im Einsatz, das im Jahr 2022 mit neuen Modulen erweitert wurde und somit eine stetige Bewusstseinsbildung der Mitarbeiter fördert. Eine wesentliche Investition in die Erhöhung der Informationssicherheit im Jahr 2022 war die Implementierung einer vollständigen Netzwerksegmentierung, die das Ziel hat, Netzwerkbereiche in separate Subnetzwerke zu unterteilen. Diese Subnetzwerke können dann im Fall eines Angriffs voneinander abgeschottet und Sicherheitskontrollen sowie Services für jedes Subnetzwerk bereitgestellt werden. Im Rahmen des Wuppermann-Programms "ERDIS" wurden in den Jahren 2021 und 2022 Ausgaben i.H.v. rund 700 TEUR zur Steigerung der Informationssicherheit getätigt. Zudem besteht eine Versicherung zum Schutz vor den Folgen von "Cyberkriminalität". Wuppermann konnte die gestiegenen Anforderungen der Versicherung an die Informationssicherheit in der Gruppe somit erfüllen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Risiken hinsichtlich der Informationssicherheit wird als wahrscheinlich bei mittlerer Auswirkung eingestuft. Operative Risiken Absatzrisiken: Die konjunkturellen Risiken, die wir im Abschnitt "Risiken aus externen Rahmenbedingungen" beschrieben haben, können Auswirkungen auf unsere Geschäftsentwicklung in einzelnen Märkten haben und somit zu Absatzrisiken führen. Neben den konjunkturellen Risiken steht nach wie vor die Materialverfügbarkeit im Vordergrund. Die langjährige vertrauensvolle Partnerschaft mit unseren Lieferanten sowie der weitere Aufbau neuer Lieferanten bilden für uns die Basis, jederzeit im ausreichenden Umfang über entsprechende Materialkontingente zu verfügen. Des Weiteren kann auch die Verfügbarkeit oder der Preis von Transportraum zu Absatzrisiken führen. Über die Einführung einer cloudbasierten Plattform für Transportbeschaffung und -management mit einem Zugriff auf das weltweit größte Netzwerk von Verladern und Frachtführern konnten wir im vergangenen Jahr diesem Risiko begegnen. Die operative Planung für das Jahr 2023 sieht aufgrund der erwarteten Rezession keine Mengensteigerungen vor. Das niedrige Niveau aus dem Jahr 2022 wird fortgeschrieben. Spezifische Absatzrisiken der Geschäftsbereiche können Sie den Abschnitten "Risiken der Geschäftsbereiche" entnehmen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Absatzrisiken ist wahrscheinlich mit hohen Auswirkungen. Beschaffungsrisiken: Um unsere hochwertigen Produkte herstellen zu können, benötigen wir Vormaterialien, aber auch Energie und Frachtkapazitäten. Die Einkaufspreise können je nach Marktsituation erheblich schwanken. Das Risiko aus stark schwankenden Einkaufspreisen gilt es, möglichst durch entsprechend angepasste Verkaufspreise an den Kunden weiterzugeben. Ebenso können Lieferanten ausfallen, so dass die optimale Versorgung unserer Produktion und somit unserer Kunden gefährdet sein kann. Maßnahmen, das Beschaffungsrisiko für die Gruppe zu senken, sind der Aufbau von Alternativlieferanten, um die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren. Das im Jahr 2022 umgesetzte Projekt "WSmart" mit einem Fokus auf die Digitalisierung des Auftragsabwicklungsprozesses bei gleichzeitiger Schaffung von mehr Transparenz wird uns schnellere Handlungsmöglichkeiten bieten. Die stark gestiegenen Energiepreise als Folge des Ukraine-Krieges stellen die Wuppermann-Gruppe vor große Herausforderungen. Den hohen Energiepreisen begegnen wir mit weiteren Investitionen in die eigene Energieerzeugung und die strukturierte Beschaffung über entsprechende Sicherungsgeschäfte. Ebenso werden in allen Werken laufend Energiesparmaßnahmen umgesetzt, um den Energiebedarf der Gruppe nachhaltig zu senken. Im Plan für das Jahr 2023 haben wir ein deutlich höheres Energiekostenniveau berücksichtigt. Weitere Investitionen in die eigene Energieerzeugung befinden sich in Umsetzung. Unter Berücksichtigung dieser Planannahmen schätzen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit von Beschaffungsrisiken als möglich bei hohen Auswirkungen ein. Produktionsrisiken: Sachschäden und Betriebsunterbrechungen sowie Risiken aus unerwarteten Ausbringungs- und Qualitätsproblemen können jederzeit auftreten. Neben Kosten für die Schadensbeseitigung besteht vor allem das Risiko einer Betriebsunterbrechung, die zu längeren Produktionsausfällen führen kann. Mit vorbeugender Instandhaltung und der weiteren Qualifizierung unserer Mitarbeiter sowie einer Ersatzteilvorhaltung versuchen wir, das Risiko auf einem möglichst geringen Niveau zu halten. Die WSN hat im Zuge ihres Investitionsprogramms "WSN 2025" auch im Jahr 2022 weitere Modernisierungen umgesetzt, die die alternden Anlagen zukunftsfähig machen. Durch die Erweiterung der Produktionsmöglichkeiten der WH können nun ein Großteil der Kunden des Geschäftsbereichs Flat aus beiden Werken versorgt werden. Somit ist eine Werkshilfe bei einer entsprechenden Produktionsunterbrechung in einem der beiden Werke in einem gewissen Mengenumfang jederzeit möglich. Auch im Geschäftsbereich Tube wird an redundanten Fertigungskapazitäten weitergearbeitet. Darüber hinaus wurden für alle Produktionsgesellschaften in angemessenem Umfang Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherungen abgeschlossen, die den finanziellen Schaden im Notfall minimieren sollen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Produktionsrisiken ist möglich bei mittleren Auswirkungen. Umweltrisiken: In unseren produzierenden Gesellschaften entstehen Risiken, dass Luft und Wasser verunreinigt werden. Die Gesellschaften der Gruppe unterliegen außerdem in Umweltangelegenheiten verschiedenen staatlichen Auflagen und Gesetzen in den jeweiligen Ländern. Um das Risiko zu minimieren, investieren wir kontinuierlich in die Instandhaltung und Sanierung unserer Anlagen. Die Erneuerung der Wasseraufbereitungsanlage bei WSN, die nun auf der modernsten Ultrafiltrations-Technologie basiert und eine kontinuierliche Aufbereitung von Prozesswasser gewährleistet, ist ein Beispiel aus dem Jahr 2022 hierfür. Wir gehen daher davon aus, dass die sich aus den Umweltrisiken möglicherweise ergebenden Verpflichtungen keinen wesentlichen Einfluss auf die Finanzlage oder das konsolidierte Ergebnis haben werden. Ebenso wurden in ausreichendem Umfang für alle Gesellschaften Versicherungen abgeschlossen. Der Eintritt von Umweltrisiken wird als unwahrscheinlich mit niedriger Auswirkung eingestuft. Risiken des Geschäftsbereichs Flat Das Jahr 2022 war stark geprägt von Preissteigerungen im Energie- und Transportbereich. Stark volatile Stahlpreise im gesamten Jahresverlauf haben zusätzlich zu großen Herausforderungen im abgelaufenen Jahr geführt. Eine deutlich nachlassende konjunkturelle Entwicklung hat zudem zu einem deutlichen Mengenrückgang im Jahr 2022 geführt. Eine weitere Abschwächung der Konjunktur, die insbesondere durch den nicht vorhersehbaren weiteren Verlauf des Ukraine-Krieges kaum einschätzbar ist, stellt das größte Risiko dar. Zudem bestehen große Unsicherheiten in Bezug auf weiterhin stark volatile Rohstoff- und Energiepreise. Für den Geschäftsbereich Flat besteht somit das Risiko, aufgrund einer schwankenden Nachfrage die im Rahmen der operativen Planung für das Jahr 2023 gesetzten relativ niedrigen Absatz- und somit auch die Ergebnisziele nicht zu erreichen. Diesen Risiken begegnet Wuppermann weiterhin mit einer Konzentration auf anspruchsvolle Marktsegmente mit geringerer Volatilität und der Pflege langfristiger Kunden- und Lieferantenbeziehungen. Auf der Beschaffungsseite ergeben sich Risiken aus stark schwankenden Vormaterialpreisen und der Nichtverfügbarkeit der richtigen Materialien zum gewünschten Zeitpunkt. Durch die entsprechende Gestaltung unserer Lieferanten- und Kundenverträge und der Vorgabe die Verträge grundsätzlich "back-to-back" abzusichern, versuchen wir das Margenrisiko zu mindern. Weiter stark steigenden Energiepreisen begegnen wir über eine gruppenweit abgestimmte Sicherungsstrategie und gezielte Investitionen, um die Versorgung mit Strom aus eigener Erzeugung kontinuierlich zu steigern. Die Verfügbarkeit von bezahlbaren Transportkapazitäten wird eine große Herausforderung im Jahr 2023 darstellen. Starke Preissteigerungen im Bereich des LKW- und Bahntransports sollen ergebnisneutral an die Kunden weitergegeben werden oder über den Aufbau alternativer Transportkonzepte neutralisiert werden. Im Falle einer Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Lage steigt auch das Risiko aus Kundeninsolvenzen. Es wird versucht, mit einem intensiven Monitoring und dem Abschluss von Warenkreditversicherungen das Forderungsausfallrisiko zu minimieren. Somit zählen insbesondere Marktunsicherheiten auf der Absatz- und Beschaffungsseite sowie Ergebnis- und Margenrisiken zu den Risiken der wirtschaftlichen Entwicklung des Geschäftsbereichs Flat. Im Rahmen der operativen Planung für das Jahr 2023 wurden sowohl Absatz- als auch Ergebnisziele dem aktuellen wirtschaftlichen Umfeld entsprechend geplant. Kostensteigerungen im Energie- und Transportkostenbereich wurden berücksichtigt und sind als Bestandteil der niedrigeren Ergebniserwartung verarbeitet. Darüber hinaus bestehende Risiken für den Geschäftsbereich Flat schätzen wir als möglich mit hoher Ergebnisauswirkung ein. Risiken des Geschäftsbereichs Tube Auch im Jahr 2022 schätzen wir die Entwicklung der Kernmärkte des Geschäftsbereichs Tube im Vergleich zum Geschäftsbereich Flat als stabiler ein. Die konjunkturelle Entwicklung im Bereich der Solarindustrie hat im Jahr 2022 zu einer hohen Auslastung geführt, die wir im gleichen Maße auch für das Jahr 2023 unterstellen. Der Weg hin zu erneuerbaren Energien bietet für den Geschäftsbereich Tube ein großes Potential in den kommenden Jahren, dem wir über gezielte Investitionen gerecht werden. Die Neuinvestition in die Profilieranlage der WA mit einem geplanten Produktionsstart im zweiten Quartal 2023 bietet Möglichkeiten, diese Nachfrage auch entsprechend bedienen zu können. Für die weiteren Marktsegmente haben wir einen ähnlichen Geschäftsverlauf wie im Jahr 2022 unterstellt. Durch die enge Verzahnung der beiden Geschäftsbereiche auf der Beschaffungsseite sind die Beschaffungsrisiken des Geschäftsbereichs Flat in ähnlicher Art und Weise auf den Geschäftsbereich Tube zu übertragen. Der Geschäftsbereich Flat konnte im Jahr 2022 die Versorgung des Geschäftsbereichs Tube jederzeit sicherstellen. Eine vorausschauende Lagerhaltung dient zum einen einer Optimierung der Versorgungssituation und wird zum anderen genutzt, Kunden über verkürzte Lieferzeiten enger an das Unternehmen zu binden. Die in den vergangenen Jahren im Geschäftsbereich Tube begonnene Fokussierung auf anspruchsvolle Marktsegmente, die ständige Weiterentwicklung der Produktionsverfahren und die Pflege der langfristigen Kundenbeziehungen sind als Schlüssel für die erfolgreiche Entwicklung des Geschäftsbereichs zu sehen. Die kurz vor der Inbetriebnahme stehende Großinvestition der WA in eine Profilieranlage findet in einer Marktphase mit einer hohen Nachfrage nach Profilen für die Solarindustrie statt. Somit ist das mit der Investition verbundene Absatzrisiko als gering einzustufen. Der Fokus liegt jetzt auf einem reibungslosen Produktionsanlauf und der weiteren Mitarbeitergewinnung und -ausbildung. Aufgrund der guten Zahlungsmoral unserer Kunden sehen wir im Geschäftsbereich Tube nach wie vor ein relativ geringes Zahlungsausfallrisiko. Dies wird darüber hinaus von Warenkreditversicherungen gedeckt. Auch im Geschäftsbereich Tube berücksichtigt die operative Planung die aktuelle konjunkturelle Entwicklung, wenn auch nicht im gleichen Umfang wie im Geschäftsbereich Flat. Die vergleichsweise deutlich geringere Energieintensität der Tube-Produktion und das stabilere Abnahmeverhalten der Kunden spiegeln sich in der Planung für das Jahr 2023 wider. Die Eintrittswahrscheinlichkeit weiterer Risiken im Geschäftsbereich Tube wird als möglich mit hoher Ergebnisauswirkung eingestuft. Haftungsrisiken aus dem Verkauf des Geschäftsbereichs Systemtechnik Mit Auslauf der Garantien zum 31.12.2022 bestehen keine weiteren Risiken mehr aus dem Verkauf des Geschäftsbereichs Systemtechnik aus dem Jahr 2017. 3.2 Prognosebericht Angesichts der bestehenden hohen wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten ist die voraussichtliche Geschäftsentwicklung nicht verlässlich absehbar. Für das Geschäftsjahr 2023 haben wir daher folgende wesentliche Annahmen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unterstellt:
sowie ein Gehaltkostenanstieg zwischen 5 und 10 % je Land wurden geplant. Jedoch bestehen Unsicherheiten hinsichtlich der Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unserer Geschäfte aus:
Die insgesamt verhaltene Perspektive für das Jahr 2023 kann sich durch die genannten Faktoren eintrüben. Es ist davon auszugehen, dass aufgrund der genannten Unsicherheiten auch im Jahr 2023 Abweichungen vom Plan entstehen können. Trotz eines vergleichbaren Mengenniveaus lässt sich das Ergebnisniveau des Jahres 2022 nicht auf das Jahr 2023 übertragen. In der Planung verarbeitete weiter steigende Energiekosten, steigende Lohnkosten und vor allem sinkende Sales Margins führen zu einer niedrigeren Ergebniserwartung für das Jahr 2023. Der Absatz der Wuppermann-Gruppe soll in dem unsicheren Marktumfeld bei 862 kt verbleiben. Das geplante EBITDA für das Jahr 2023 liegt aus den genannten Gründen unter dem Niveau des Jahres 2022. Wir planen für das Jahr 2023 ein EBITDA i.H.v. 23.641 TEUR. Nach den über der Abschreibung liegenden Auszahlungen für Investitionen im Jahr 2022 i.H.v. 21.033 TEUR planen wir im Jahr 2023 Investitionen i.H.v. 17.933 TEUR. Die nachlaufenden Investitionsauszahlungen aus dem Jahr 2022 und der Großinvestition der WA führen zu einem Mittelabfluss i.H.v. 24.134 TEUR in 2023. Die Wuppermann-Gruppe investiert somit weiter in den Ausbau und die Modernisierung der Werke. Einige der Investitionen sollen auch einen Beitrag zur Erhöhung der Arbeitssicherheit leisten, um das strategische Ziel einer LTI-Rate gleich 0 in der Gruppe zu erreichen. Das Jahr 2022 war geprägt von starken Preisschwankungen. Ein konsequentes Working Capital Management, das dem konjunkturellen Umfeld Rechnung getragen hat, in Verbindung mit niedrigen Preisen zum Jahresende hat zur Entschuldung im Jahr 2022 beigetragen. Für das Jahr 2023 gehen wir planerisch von einer leichten Erhöhung der Nettofinanzverbindlichkeit auf -594 TEUR aus. Bei einem niedrigeren geplanten Ergebnis führen die geplanten Investitionsauszahlungen und die geplante Dividende zu einem leichten Anstieg der Verschuldung. Der Verschuldungsgrad soll aber auch im Verlauf des Jahres unter eins gehalten werden, so dass die Finanzierung weiterhin zu möglichst niedrigen Konditionen erfolgen kann. Der Free-Cash-Flow für das Jahr 2023 soll bei 4.025 TEUR liegen.
Leverkusen, 14. Februar 2023 Wuppermann AG Vorstand Johannes Nonn Dr. Arndt Laßmann KonzernbilanzAktiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Konzernanhang zum 31. Dezember 2022Allgemeine HinweiseDie Wuppermann AG hat ihren Sitz in Leverkusen und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Köln (HRB 49708). Der vorliegende Konzernabschluss wurde nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und dem Aktiengesetz sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Der Konzernabschluss besteht aus Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzernanhang, Konzernkapitalflussrechnung und Konzerneigenkapitalspiegel sowie Konzernlagebericht. Der Konzernabschluss wird unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Konsolidierungskreis und Stichtag Die Wuppermann AG stellt als Konzernspitze sowohl für den kleinsten als auch den größten Kreis den Konzernabschluss auf. Hinsichtlich der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ergaben sich im Geschäftsjahr 2022 keine Veränderungen. Im Einzelnen sind folgende Unternehmen in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen worden:
Bilanzstichtag sämtlicher in den Konzernabschluss einbezogener Unternehmen ist der 31. Dezember 2022. Das assoziierte Unternehmen Galva Metal A.Ş., Kocaeli, TR (Galva) (35,0 %), wird - wie im Vorjahr - aufgrund untergeordneter Bedeutung nicht in den Konzernabschluss at Equity einbezogen. Für das letzte Geschäftsjahr, für das ein Jahresabschluss vorliegt, beträgt das Eigenkapital zum 31.12.2021 TEUR 3.590; das Jahresergebnis 2021 beträgt TEUR 1.783. Die Gesellschaft Wuppermann Otel România S.R.L., Bukarest, RO, (WOR) (Anteil: 100 %) wird - wie in den Vorjahren - nicht in den Konzernabschluss einbezogen, weil ihre Umsatzerlöse nur TEUR 148 betragen. Für das letzte Geschäftsjahr, für das ein Jahresabschluss vorliegt, beträgt das Eigenkapital zum 31.12.2021 TEUR 1.050; das Jahresergebnis 2021 beträgt TEUR 82. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss der Wuppermann AG einbezogenen Unternehmen wurden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellt. Realisations- und Imparitätsprinzip wurden beachtet; Vermögensgegenstände wurden höchstens zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen Die Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände sowie der Sach- und Finanzanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Berücksichtigung von Abschreibungen. Planmäßige Abschreibungen nehmen wir nach der linearen Methode vor. Die Abschreibungen erfolgen über die voraussichtliche Nutzungsdauer entsprechend branchenüblichen bzw. amtlichen Abschreibungstabellen. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis zu einem Wert von EUR 800,00 und Hard- sowie Software werden der steuerlichen Regelung entsprechend im Anschaffungsjahr voll abgeschrieben. Aktive Unterschiedsbeträge aus Konsolidierungsvorgängen nach dem 31. Dezember 2009 werden aktiviert und über einen Zeitraum von 10 Jahren aufgrund unserer Erfahrungen zum Produktlebenszyklus und zur Bestandsdauer der Branche abgeschrieben. Die Abschreibungsdauern betragen im Wuppermann-Konzern:
Finanzanlagen Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderung dauerhaft ist. Unverzinsliche Ausleihungen sind mit ihrem Barwert angesetzt. Umlaufvermögen Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zum niedrigeren Wert am Bilanzstichtag bewertet. Bestandteile der Herstellungskosten für die fertigen und unfertigen Erzeugnisse sind neben den Einzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie die fertigungsbedingten Abschreibungen. Die Bewertung entspricht den aktivierungspflichtigen Herstellungskosten. Zinsen für Fremdkapital und Kosten des Vertriebs werden nicht aktiviert. Roh, Hilfs- und Betriebsstoffe werden nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Für Bestandsrisiken, die sich aus erhöhter Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben sowie zur verlustfreien Bewertung, werden Wertberichtigungen vorgenommen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten abzüglich der Wertabschläge für Einzelrisiken und für das allgemeine Kreditrisiko bilanziert. Forderungen, die rechtswirksam an eine Factoringgesellschaft abgetreten wurden und bei denen die Factoringgesellschaft das Ausfallrisiko übernommen hat, werden nicht in der Bilanz ausgewiesen. Flüssige Mittel Flüssige Mittel werden zu Nennwerten bilanziert. Rechnungsabgrenzungsposten Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten dient der periodengerechten Aufwandsverteilung. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden gemäß § 250 Abs. 1 HGB Ausgaben vor dem Abschlussstichtag abgegrenzt, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Latente Steuern Wie im Vorjahr werden ausschließlich Überhänge an passiven Steuerlatenzen auf zeitlich begrenzte und zu versteuernde Unterschiede zwischen den Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden in der Handelsbilanz und Steuerbilanz bilanziert. Aktive latente Steuern entstehen im Wesentlichen durch Wertunterschiede im Bereich von Rückstellungen. Passive Steuern haben ihre Ursache zu großen Anteilen im Bereich der Vorratsbewertung. Sonderposten für Investitionszuschüsse und -zulagen zum Anlagevermögen Investitionszuschüsse werden nicht aktivisch abgesetzt, sondern auf der Passivseite ausgewiesen. Der Sonderposten wird über die Laufzeit der betreffenden Anlagegüter aufgelöst. Pensionsrückstellungen Verpflichtungen aus Pensionszusagen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Der Bewertung der Pensionsrückstellungen liegen die Heubeck-Richttafeln 2018 G zugrunde. Zukünftige Entgeltsteigerungen werden nicht berücksichtigt, da sie auf die Höhe der Pensionsverpflichtungen keine Auswirkung haben. Die zukünftige Rentendynamik wurde mit 1% p.a. angesetzt, sofern dies vertraglich garantiert ist, ansonsten wurde eine Rentendynamik von 1,75% angesetzt. Es wird keine Fluktuation berücksichtigt. Der Rechnungszins zur Ermittlung des Verpflichtungsaufwandes beträgt 1,79 % (10-Jahres-Durchschnitt). Der Zinssatz für die zur Bestimmung des ausschüttungsgesperrten Unterschiedsbetrages nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt 1,45 % (7-Jahres-Durchschnitt). Die Verpflichtungen aufgrund der Abfertigungsregelung in Österreich werden ebenfalls mit dem Anwartschaftsbarwertverfahren anhand der Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck und einem Zinssatz von 1,78 % (10-Jahres-Durchschnitt) ermittelt. Hierbei wird eine Gehaltsdynamik von 3,5 % berücksichtigt. Zinseffekte werden im Zinsergebnis ausgewiesen. Gemäß § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB werden Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen in Höhe des beizulegenden Zeitwerts mit dem Erfüllungsbetrag der Pensionsverpflichtungen verrechnet. Der beizulegende Zeitwert des Deckungskapitals der Rückdeckungsversicherungen entspricht den Anschaffungskosten. Diese Rückdeckungsversicherungen sind an die jeweiligen Begünstigten abgetreten, sodass sie dem Zugriff aller anderen Gläubiger entzogen sind und nur zur Erfüllung der Schulden verwertet werden dürfen. Sonstige Rückstellungen Sonstige Rückstellungen werden mit ihrem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag bilanziert. Sonstige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Zinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst, dabei werden Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt. Je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit gewährt Wuppermann Jubiläumszahlungen. Die Verpflichtung wurde grundsätzlich anhand der Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck und einem Zinssatz von 1,79 % (10-Jahres-Durchschnitt) ermittelt. Als Endzeitpunkt des Beschäftigungsverhältnisses wurde für Frauen und Männer das Alter 65 angenommen. Hierbei wurde ein Fluktuationsabschlag von fünf Jahren sowie ein Sozialversicherungssatz von rund 20 % berücksichtigt. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten werden mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt. Rechnungsabgrenzungsposten Der passive Rechnungsabgrenzungsposten dient der periodengerechten Ertragsabgrenzung. Als passive Rechnungsabgrenzungsposten werden gemäß § 250 Abs. 2 HGB Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, abgegrenzt. Umsatzerlöse Als Umsatzerlöse werden die Erlöse aus dem Verkauf und der Vermietung oder Verpachtung von Produkten sowie aus der Erbringung von Dienstleistungen nach Abzug von Erlösschmälerungen und der Umsatzsteuer ausgewiesen. Der Umsatz wird realisiert, sobald die Leistung erbracht wurde oder die Preisgefahr auf den Schuldner der Geldleistung übergegangen ist. Währungsumrechnung Die Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Bilanzen erfolgt zu Stichtagskursen. Dabei wurden alle Bilanzposten der einbezogenen ausländischen Konzernunternehmen mit Ausnahme des Eigenkapitals (ohne Jahresergebnis), das zu historischen Kursen umgerechnet wird, mit dem jeweiligen Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtags in Euro umgerechnet. Die aus der Veränderung der Devisenkurse zum Vorjahr entstehenden Differenzen aus der Umrechnung des Eigenkapitals wurden erfolgsneutral als Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung behandelt. Die Umrechnung der Aufwendungen und Erträge erfolgte mit den Jahresdurchschnittskursen. Die Jahresergebnisse der umgerechneten Gewinn- und Verlustrechnungen wurden in die Bilanzen übernommen und die Differenzen zur Stichtagskursumrechnung erfolgsneutral als Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung behandelt. Die wesentlichen Umrechnungskurse betreffen:
Konsolidierungsgrundsätze Die Kapitalkonsolidierung erfolgt für Erwerbsvorgänge bis zum 31. Dezember 2009 nach der Buchwertmethode (§ 301 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB a. F.) durch Verrechnung der Buchwerte der Anteile mit dem auf den Konzern entfallenden Eigenkapital der einbezogenen Tochterunternehmen zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung. Für Erwerbsvorgänge nach dem 31. Dezember 2009 erfolgt die Kapitalkonsolidierung nach der Erwerbsmethode, wobei im Rahmen der Erstkonsolidierung das gesamte Reinvermögen zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird (Neubewertungsmethode). Ein nach der Verrechnung verbleibender Unterschiedsbetrag wird in der Konzernbilanz, wenn er auf der Aktivseite entsteht, als Geschäfts- oder Firmenwert und, wenn er auf der Passivseite entsteht, unter dem Posten "Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung" nach dem Eigenkapital ausgewiesen. Soweit nach Erlangung des beherrschenden Einflusses weitere Anteile an einem Tochterunternehmen erworben (Aufstockung) oder veräußert (Abstockung) werden, ohne dass der Status als Tochterunternehmen verloren geht, werden diese Transaktionen als Erwerbs- bzw. Veräußerungsvorgang angesehen. Sämtliche Forderungen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden gegeneinander aufgerechnet. Die Eliminierung umfasst dabei auch das Weglassen der damit in Zusammenhang stehenden Davon- bzw. Haftungsvermerke in der Konzernbilanz oder im Konzernanhang sowie sonstiger Angaben im Konzernanhang. Währungsumrechnungsbedingte Differenzen aus Umrechnung ausländischer Abschlüsse sowie aus der Kapitalkonsolidierung und aus der Schuldenkonsolidierung werden erfolgsneutral behandelt und in den Posten Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung eingestellt. Sämtliche Gewinne und Verluste aus den konzerninternen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen werden ebenso eliminiert wie Beteiligungserträge aus einbezogenen Unternehmen. Konzerninterne Umsatzerlöse wie auch andere konzerninterne Erträge werden mit den auf sie entfallenden Aufwendungen verrechnet. Erläuterungen zur KonzernbilanzAnlagevermögen Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen Die Entwicklungen der einzelnen Posten des Anlagevermögens sind unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagespiegel dargestellt, der Bestandteil des Konzernanhangs ist und als Anlage zu diesem Anhang beigefügt ist. Im laufenden Geschäftsjahr wurden die Vortragswerte der kumulierten Abschreibungen aufgrund von Konsolidierungsmaßnahmen angepasst. Finanzanlagen Die Gesellschaft besitzt Kapitalanteile an Unternehmen, bei denen der Anteilsbesitz der Herstellung einer dauernden Verbindung dient. Die Entwicklungen der einzelnen Posten des Finanzanlagevermögens sind unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagespiegel dargestellt, der Bestandteil des Konzernanhangs und als Anlage zu diesem Anhang beigefügt ist. Umlaufvermögen Vorräte Die kumulierten Wertberichtigungen auf Vorräte belaufen sich auf TEUR 6.126. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Wertabschläge für Einzelrisiken wurden in Höhe von TEUR 88 und für das allgemeine Kreditrisiko in Höhe von TEUR 0 bilanziert.
Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen u. a. Ansprüche aus nicht saldierungsfähigen Rückdeckungsversicherungen in Höhe von TEUR 3.235 (Vorjahr: TEUR 4.142) sowie aus Steuern in Höhe von TEUR 4.948 (Vorjahr: TEUR 9.920) Latente Steuern Passive Steuerlatenzen beruhen im Wesentlichen auf zu versteuernden Wertunterschieden innerhalb der Sachanlagen sowie auf Wertunterschieden innerhalb der Vorräte. Verrechnete aktive Steuerlatenzen resultieren im Wesentlichen aus abweichenden Wertansätzen innerhalb der Pensionsrückstellungen sowie den sonstigen Rückstellungen. Die Posten nach § 306 HGB wurden mit den Posten nach § 274 HGB zusammengefasst. Aktive sowie passive Steuerlatenzen werden saldiert ausgewiesen. Die für die Bewertung zugrunde gelegten Steuersätze variieren zwischen 9 % und 26 %. Zum 31. Dezember 2021 waren aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 1.383 und passive latente Steuern in Höhe von TEUR 5.748 saldiert ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2022 hat sich der Betrag aktiver latenter Steuer um TEUR 29 auf TEUR 1.412 erhöht. Passive latente Steuern reduzierten sich um TEUR 2.443 auf TEUR 3.305, so dass zum 31. Dezember passive latente Steuern in Höhe von TEUR 1.893 saldiert ausgewiesen werden. Eigenkapital Das Grundkapital der Wuppermann AG ist eingeteilt in 4.250.000 (TEUR 21.285) nennwertlose Stückaktien (rechnerischer Wert 5,00823 EUR). Das in der Konzernbilanz ausgewiesene gezeichnete Kapital von TEUR 21.285 (Vorjahr: TEUR 21.285), die Kapitalrücklage von TEUR 269 (Vorjahr: TEUR 269) und die Gewinnrücklagen von TEUR 31.703 (Vorjahr: TEUR 32.365) stimmen mit dem Ausweis im Einzelabschluss der AG überein. Es wurde ein Betrag von TEUR 662 aus den anderen Gewinnrücklagen entnommen. Das erwirtschaftete Eigenkapital beträgt TEUR 31.703 (Gewinnrücklagen) sowie TEUR 178.688 (Konzernbilanzgewinn) (Vorjahr: TEUR 171.484). Hinsichtlich der Entwicklung des Eigenkapitals wird auf den Konzern-Eigenkapitalspiegel hingewiesen. Sonderposten für Investitionszuschüsse und -zulagen zum Anlagevermögen Die passivierten Investitionszuschüsse (Zuschüsse der öffentlichen Hand) in Höhe von TEUR 7.665 (Vorjahr: TEUR 8.013) werden in den Bilanzen von sechs (Vorjahr: vier) Tochterunternehmen nicht bei den Anschaffungskosten der entsprechenden Anlagegüter aktivisch abgesetzt, sondern auf der Passivseite gesondert ausgewiesen. Die Zuschüsse werden der jeweiligen Nutzungsdauer entsprechend ratierlich aufgelöst. Pensionsrückstellungen Der Unterschiedsbetrag zwischen der Bewertung mit dem 10-jährigen Durchschnittszins und der Bewertung mit dem 7-jährigen Durchschnittszins gemäß § 253 Abs. 6 HGB beträgt zum 31. Dezember 2022 TEUR 192 (Vorjahr: TEUR 197). Gemäß § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB wurden Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen in Höhe von TEUR 344 (beizulegender Zeitwert) mit dem Erfüllungsbetrag der Pensionsverpflichtungen in gleicher Höhe verrechnet. Nicht verrechenbare Aktivwerte aus Rückdeckungsversicherungen werden in einer Höhe von TEUR 3.235 (Vorjahr: TEUR 4.142) unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen. Steuerrückstellungen Ausgewiesen wird der Aufwand des laufenden Veranlagungsjahres. Die Verpflichtungen aus den ergangenen Bescheiden werden unter den Verbindlichkeiten ausgewiesen. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Geschäftsjahr im Wesentlichen mit TEUR 5.255 Verpflichtungen aus ergebnisabhängiger Vergütung, für ausstehende Rechnungen werden TEUR 1.664 und für Firmenjubiläen werden TEUR 2.023 zurückgestellt. Außerdem werden Rückstellungen für nicht genommenen Urlaub von TEUR 766, sowie für Überstunden in Höhe von TEUR 347 gebildet. Verbindlichkeiten Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten im Konzern sind im nachfolgenden Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt. Verbindlichkeitenspiegel in TEUR
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen wie im Vorjahr die Finanzierung. Die Wuppermann AG hat am 28. Juni 2019 mit einem Bankenkonsortium einen Konsortialkreditvertrag abgeschlossen. Dieser Vertrag beinhaltet eine Kreditlinie in Höhe von bis EUR 60 Mio. und hat eine Laufzeit bis zum 27. Juni 2022. Am 05. Juli 2021 wurde eine Änderungsvereinbarung zum Konsortialkreditvertrag abgeschlossen. Der Vertrag wurde um zwei Jahre bis zum 27. Juni 2024 verlängert. Außerdem wurden sämtliche dingliche Sicherheiten der Tochtergesellschaften freigeben. Eine weitere Kreditlinie von EUR 10,5 Mio. betraf ein Tilgungsdarlehen der DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Main, vom 19. August 2014. Die endfällige Tilgungszahlung erfolgte am 30. Juni 2022. Haftungsverhältnisse Auf Basis der soliden Ertrags- und Liquiditätslage der Wuppermann Gruppe haben die Wuppermann AG und die Wuppermann Industrie B.V. zum Stichtag 31.12.2022 keine Zahlungsgarantien oder Bankbürgschaften an Lieferanten ausgestellt. Zu Gunsten des niederländischen Staates bestehen zwei unbefristete Garantien in Höhe von TEUR 445 zur Absicherung von Umweltschäden aus dem Transport von Salzsäure per LKW. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Im Konzern bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen für die kommenden Jahre in Höhe von TEUR 1.736 (Vorjahr: TEUR 2.119) gegenüber fremden Dritten. Die finanziellen Verpflichtungen gegenüber Dritten aus begonnenen Investitionsvorhaben sowie dem Einkauf von Rohstoffen liegen im geschäftsüblichen Rahmen. Derivative Finanzinstrumente Wuppermann begegnet Risiken aus Wechselkursschwankungen und Zinsänderungen durch Abschluss von derivativen Finanzinstrumenten. Die Absicherungen erfolgen jeweils im Rahmen von "micro-hedges". Die derivativen Finanzinstrumente werden mit dem abgesicherten Grundgeschäft zu Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB zusammengefasst. Die bilanzielle Abbildung der Bewertungseinheiten erfolgt dabei nach der Einfrierungsmethode. Die Wirksamkeit der Bewertungseinheit wird sowohl prospektiv als auch retrospektiv durch das Risikomanagement der Wuppermann-Gruppe ("critical terms match-Methode") gewährleistet. Hinsichtlich der Effektivität von Sicherungsbeziehungen weisen wir auf die grundsätzliche Volumen- und Fristenkongruenz von Grundgeschäften und Sicherungsinstrumenten hin. Die unter Berücksichtigung der Sicherungsgeschäfte gebildeten Bewertungseinheiten werden monatlich aktualisiert. Die Marktwerte der Devisentermingeschäfte errechnen sich auf Basis des Stichtagskurses zum Sicherungskurs. Die Marktwerte der Zinsswaps werden durch Abzinsung der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme über die Restlaufzeit des Kontrakts auf Basis aktueller Marktzinsen und der Zinsstrukturkurve oder auf Basis börsennotierter Preise ermittelt. Den Marktwerten liegen jeweils interne Berechnungen bzw. Bankbewertungen zugrunde. Zum Stichtag 31.12.2022 bestehen keine derivativen Finanzinstrumente. Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte Die Wuppermann Stahl GmbH betreibt seit dem 15. Juli 2019 ein Factoring mit der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG, Linz/A. Zweck der Veräußerung ist die schnellere Generierung von liquiden Mitteln. Aus der Transaktion ergeben sich keine Risiken. Zum 31. Dezember 2022 sind Forderungen in Höhe von TEUR 10.526 verkauft worden. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt: Umsatzerlöse Konzern
Basis dieser lieferbezogenen Aufgliederung der Umsatzerlöse ist der Standort der Kunden. Außergewöhnliche Erträge und Aufwendungen sowie Erträge und Aufwendungen aus Währungseffekten In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind außergewöhnliche Erträge aus Subventionen in Höhe von TEUR 631 (Vorjahr: TEUR 615) enthalten. Es bestehen Erträge aus Währungskursdifferenzen in Höhe von TEUR 1.025 (Vorjahr: TEUR 681) Als Aufwand ausgewiesen werden Währungskursverluste in Höhe von TEUR 1.103 (Vorjahr: TEUR 586). Periodenfremde Erträge und Aufwendungen Als periodenfremde Erträge sind Auflösung sonstiger Rückstellungen in Höhe von TEUR 790 enthalten. Zinsen und ähnliche Aufwendungen und Erträge Die Aufwendungen enthalten den Zinsanteil aus der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 316, der mit den Erträgen aus dem Deckungsvermögen in Höhe von TEUR 64 saldiert ausgewiesen wurde. Erträge aus Beteiligungen
Sonstige Angaben Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Rechtsgeschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen zu marktunüblichen Bedingungen wurden im Geschäftsjahr nicht abgeschlossen. Kapitalflussrechnung Der Finanzmittelfonds umfasst Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente abzüglich jederzeit fällige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie andere kurzfristige Kreditaufnahmen, die zur Disposition der liquiden Mittel gehören. Der Finanzmittelfonds setzt sich wie folgt zusammen:
Befreiungsvorschrift des § 264 Absatz 3 HGB Die Wuppermann Stahl GmbH, die Wuppermann Beteiligungsgesellschaft mbH und die Wuppermann Staba GmbH (alle ansässig in Leverkusen), die jeweils in den Konzernabschluss der Wuppermann AG einbezogen werden, nehmen die Befreiungsvorschrift gemäß § 264 Absatz 3 HGB in Anspruch. Vorstand Folgende Herren waren zu Mitgliedern des Vorstands der Konzernmuttergesellschaft Wuppermann AG bestellt: Johannes Nonn, Ingenieur, Königswinter/ Deutschland, Vorstand, Sprecher des Vorstands der Wuppermann AG, Zuständigkeitsbereiche: Vertrieb, Einkauf, Supply Chain Management, Personal- und Sozialwesen, Öffentlichkeitsarbeit, Business Development, Produktion Flat und Tube, sowie für den Bereich Forschung und Entwicklung. Dr. Arndt Laßmann, Kaufmann, Düsseldorf/ Deutschland, Vorstand der Wuppermann AG, Zuständigkeitsbereiche: Controlling, Finanz- und Rechnungswesen, IT und Recht. Gesamtbezüge des Vorstands Eine Angabe erfolgt mit Hinweis auf § 314 Abs. 3 i.V.m. § 286 Abs. 4 HGB nicht. Aufsichtsrat Die Hauptversammlung wählte die folgenden Personen bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, in den Aufsichtsrat der Wuppermann AG: 1. Herrn Dr. C. L. Theodor Wuppermann, Vorsitzender des Aufsichtsrates, Kaufmann, wohnhaft in St. Augustin. 2. Frau Dr. Silke Landwehrmann, stellvertretende Vorsitzende, Geschäftsführerin der Aufam Asset Management GmbH, wohnhaft in Düsseldorf. 3. Herrn Dipl.-Kfm. Jan Philipp Wuppermann, Geschäftsführender Gesellschafter der BÜFA Beteiligungen GmbH, wohnhaft in Berlin. Ferner wählte die Hauptversammlung die folgenden Personen bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2023 beschließt, in den Aufsichtsrat der Wuppermann AG: 4. Herrn Dipl.-Volksw. Peter Bosbach, Selbstständiger Berater, wohnhaft in Herdorf, 5. Herrn Bernd Wehling, Industriekaufmann, wohnhaft in Altmünster, Österreich. 6. Herrn drs. Max Wuppermann, M.A., Kaufmann, wohnhaft in Odenthal. Der Ehrenvorsitzende des Aufsichtsrats, Herr Dr.-Ing. Gustav Theodor Wuppermann, verstarb am 20.01.2022. Gesamtbezüge des Aufsichtsrats Die Bezüge des Aufsichtsrats der Wuppermann AG beliefen sich auf TEUR 188. Gesamtbezüge ehemaliger Geschäftsführer- und Vorstandsmitglieder der Wuppermann AG Für ehemalige Mitglieder der Geschäftsleitung und des Vorstandes der Wuppermann AG und ihrer Hinterbliebenen betrugen die Bezüge TEUR 1.554. Die Pensionsrückstellungen für ehemalige Mitglieder der Geschäftsleitung und des Vorstandes der Wuppermann AG und ihre Hinterbliebenen belaufen sich zum 31. Dezember 2022 auf TEUR 2.850. Abschlussprüferhonorar Die im Geschäftsjahr im Konzern angefallenen Honorare des Konzernabschlussprüfers belaufen sich auf TEUR 135 für Abschlussprüfungsleistungen des Inlands im Rahmen des Jahres- und Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022. Mitarbeiter Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres im Konzern beschäftigten Mitarbeiter:
Darüber hinaus wurden durchschnittlich vierzehn Auszubildende sowie zwei Organe beschäftigt. Gewinnverwendungsvorschlag des MutterunternehmensDas Geschäftsjahr 2022 der Wuppermann AG schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 9.162 ab. Bei Aufstellung des Jahresabschlusses wurden TEUR 662 aus den Anderen Gewinnrücklagen entnommen. Der Vorstand der Wuppermann AG schlägt vor, eine Dividende i.H.v. EUR 2,27 pro Aktie aus dem Bilanzgewinn von TEUR 16.200 auszuschütten.
Leverkusen, 14. Februar 2023 Wuppermann AG Vorstand Johannes Nonn Dr. Arndt Laßmann Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022
Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022
Konzerneigenkapitalspiegel
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Wuppermann AG, Leverkusen Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Wuppermann AG, Leverkusen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Wuppermann AG für das Geschäftsjahr vom Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Düsseldorf, den 14. Februar 2023 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Antje Schlotte, Wirtschaftsprüferin ppa. Jens Treppenhauer, Wirtschaftsprüfer BERICHT DES AUFSICHTSRATSSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, bevor Sie nachstehend konkret über die Arbeit des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2022 informiert werden, möchten wir zunächst auf dieses sehr besondere Jahr - das Jahr des 150-jährigen Bestehens der Firma Wuppermann - zurückblicken. Nach dem Rekordjahr 2021 starteten Wirtschaft und Stahlindustrie gut in das Jahr 2022. Mit dem Angriff auf die Ukraine durch Russland änderten sich jedoch die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Die massiven wirtschaftlichen Auswirkungen traten mit einer leichten Verzögerung zur Jahresmitte ein: Stark steigende Energiepreise, Energieversorgungsprobleme, hohe Inflationsraten, steigende Zinsen und niedrige Nachfrage führten zu erheblichen Problemen in der europäischen Industrie. Die Wuppermann-Gruppe konnte das positive Umfeld im ersten Halbjahr noch in außergewöhnlich gute Ergebnisse umsetzen. Damit ergibt sich für das Gesamtjahr trotz des Ergebniseinbruchs im zweiten Halbjahr als Folge der veränderten Rahmenbedingungen ein sehr gutes Ergebnis nach Steuern in Höhe von 24,4 Millionen Euro. Der Aufsichtsrat hat im abgelaufenen Jahr erneut einer Erhöhung des Investitionsbudgets von 16,0 Millionen Euro auf 19,4 Millionen Euro zugestimmt. Schwerpunktmäßig wird das zusätzliche Budget für Anpassungen an der Bandverzinkungsanlage in Ungarn verwendet, die die Produktentwicklung Zink-Magnesium unterstützen. Weitere Investitionsschwerpunkte der Wuppermann-Gruppe sind Modernisierungen und Automatisierungen an den Standorten Moerdijk und Altmünster, die Erhöhung der Arbeitssicherheit in Małomice sowie die bereits seit 2021 laufende Projektinvestition der neuen Profilieranlage in Judenburg. BERATUNGS- UND ÜBERWACHUNGSTÄTIGKEIT DES AUFSICHTSRATS Der Aufsichtsrat hat im abgeschlossenen Geschäftsjahr gemäß den ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben und Pflichten den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens sorgfältig und regelmäßig überwacht und beratend begleitet. Er konnte sich dabei stets von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Vorstandsarbeit überzeugen. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und ausführlich unterrichtet. Wichtige Einzelfragen über die Geschäfts-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft sowie die verfolgte Geschäftspolitik wurden anhand von Berichten und Vorlagen des Vorstands im Gremium ausführlich erörtert. Der Aufsichtsrat erhielt zeitnah umfassende Informationen über die bestehenden wirtschaftlichen Risiken und war in alle wichtigen Entscheidungen der Wuppermann-Gruppe eingebunden. Im Geschäftsjahr 2022 gab es fünf ordentliche Sitzungen, die nach den interaktiven Videokonferenzen aufgrund der COVID-19-Pandemie im Vorjahr wieder persönlich stattfanden. An den Aufsichtsratssitzungen haben stets sämtliche Aufsichtsratsmitglieder teilgenommen. Es wurden die aktuelle Geschäftsentwicklung sowie wichtige Einzelfragen der Gesellschaft unter Teilnahme des Vorstands ausführlich diskutiert. Wenn für Entscheidungen oder Maßnahmen des Vorstands aufgrund von Gesetz und Satzung eine Zustimmung erforderlich war, haben die Mitglieder des Aufsichtsrats die entsprechenden Beschlüsse in den Sitzungen geprüft oder aufgrund von schriftlichen Informationen verabschiedet. Der Aufsichtsrat hat sich mit den Auswirkungen des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine, der Energiekrise, der Inflation und des Nachfragerückgangs auseinandergesetzt. Weitere Beratungsschwerpunkte waren die Umsetzung der Strategie, die Nachhaltigkeit, die IT-Sicherheit, die Umsetzung der Investitionen und die Produktentwicklung WTopCor. Der Aufsichtsrat hat ferner in einem internen Sitzungsteil die Effizienz seiner Tätigkeit, die Informationsversorgung und die langfristige Überprüfung der Aufsichtsratsentscheidungen diskutiert und sehr positiv bewertet. Zudem hat sich ein Ausschuss des Aufsichtsrats zum Thema "unternehmerische Kontrollsysteme" intensiv von Mitarbeitern der Unternehmensgruppe informieren lassen. Die Ergebnisse wurden in einer ordentlichen Aufsichtsratssitzung vorgestellt und diskutiert. Die unternehmerischen Kontrollsysteme sind bei Wuppermann gut aufgestellt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats koordinierte die Arbeit des Aufsichtsrats und hielt in der Zeit zwischen den Sitzungen mit dem Sprecher des Vorstands regelmäßig Kontakt. Zusätzlich wurde er vom Vorstand im Rahmen von zwei Jour-fixe-Terminen über die aktuelle Lage der Gesellschaft sowie über wesentliche Vorgänge unterrichtet. Über wichtige Erkenntnisse haben er sowie der Vorstand spätestens in der folgenden Aufsichtsratssitzung berichtet. Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind und über die in der Hauptversammlung zu berichten ist, traten nicht auf. JAHRESABSCHLUSS Der Jahresabschluss der Wuppermann AG sowie der Konzernabschluss und der Konzernlageberichtsind unter Einbeziehung der Buchführung von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Der Aufsichtsrat hat von dem Ergebnis der Prüfung zustimmend Kenntnis genommen. Nach Prüfung des Jahresabschlusses der Wuppermann AG, des Vorschlags zur Gewinnverwendung sowie des Konzernabschlusses und Konzernlageberichts werden keine Einwände erhoben. Den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss der Wuppermann AG zum 31. Dezember 2022 hat der Aufsichtsrat daher zustimmend zur Kenntnis genommen. Der Jahresabschluss der Wuppermann AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns schließt sich der Aufsichtsrat an. Ferner billigt der Aufsichtsrat den Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022. Der Aufsichtsrat begrüßt ausdrücklich die von den Gruppen-Gesellschaften und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unternommenen Anstrengungen zur Beschleunigung des Jahresabschlusses, der dem Aufsichtsrat für das abgelaufene Geschäftsjahr bereits am 16. Februar 2023 vorlag. VERÄNDERUNGEN IN DEN ORGANEN Der Ehrenvorsitzende Dr.-Ing. Gustav Theodor Wuppermann ist am 20. Januar 2022 im Alter von 92 Jahren verstorben. Er prägte die Entwicklung der Wuppermann-Gruppe nachhaltig: Mehr als 60 Jahre standen der Erhalt und der Erfolg der Wuppermann-Gruppe im Mittelpunkt seines Handelns. Sein weit über die Sache hinausgehendes persönliches Engagement, seine Hilfsbereitschaft und sein persönlicher Einsatz sowohl für die Mitarbeitenden als auch für die Eigentümerfamilie der Wuppermann-Gruppe werden uns immer in Erinnerung bleiben. Weitere Veränderungen in den Organen gab es nicht. Mitglieder des Aufsichtsrats sind (im Bild von links nach rechts): Bernd Wehling, Industriekaufmann, Altmünster, Österreich Dipl.-Volksw. Peter Bosbach, selbstständiger Berater, Herdorf Dr. Silke Landwehrmann (stellvertretende Vorsitzende), Geschäftsführerin der Aufam Asset Management GmbH, Düsseldorf Dr. C.L. Theodor Wuppermann (Vorsitzender), Kaufmann, St. Augustin Dipl.-Kfm. Jan Philipp Wuppermann, Geschäftsführender Gesellschafter der BÜFA Beteiligungen GmbH, Berlin drs. Max Wuppermann, M.A., Kaufmann, Odenthal Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Wuppermann AG und aller Konzerngesellschaften für ihren Einsatz und die erbrachten Leistungen im Geschäftsjahr 2022. Allen Kunden und Partnern dankt der Aufsichtsrat für die gute Zusammenarbeit und das große Vertrauen in die Wuppermann-Gruppe.
Leverkusen, 23. Februar 2023 Der Aufsichtsrat ErgebnisverwendungsbeschlussEntsprechend dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat hat die Hauptversammlung der Wuppermann AG am 01. April 2023 beschlossen, den Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2022 in Höhe von 16.200.000 € zur Ausschüttung einer Dividende von 2,27 € je gewinnberechtigte Stückaktie zu verwenden, sowie den übrigen Gewinn in Höhe von 6.552.500 € auf neue Rechnung vorzutragen. Der Konzernabschluss zum 31.12.2022 wurde am 23.02.2023 gebilligt. |
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