Stammdaten

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Amtsgericht Hamburg HRB 80808
Eingetragen
24.7.2001
Branche
Spielhallen und Betrieb von GlücksspielautomatenSonstiges Spiel-, Wett- und LotteriewesenVerlegen von Computerspielen
Gegenstand
die Vermittlung von Spielen, insbesondere von Glücksspielen der staatlichen und staatlich konzessionierten Lotterien über das Internet;ferner die Veranstaltung von Spielen, soweit hierfür keine Erlaubnis erforderlich ist.

Historie

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Konzern- und Jahresabschlüsse

Tipp24 AG

Hamburg

Konzernabschluss 2007

KONZERNLAGEBERICHT

MEGA-JACKPOT TREIBT WACHSTUM

2007 WAR NACH WIE VOR VON DER ANHALTENDEN POLITISCHEN UND RECHTLICHEN DISKUSSION ÜBER DEN GLÜCKSSPIELMARKT IN DEUTSCHLAND GEPRÄGT, DIE IN DER RATIFIZIERUNG EINES NEUEN -AUS UNSERER SICHT RECHTSWIDRIGEN - GLÜCKSSPIEL-STAATSVERTRAGS GIPFELTE. DENNOCH IST ES UNS ERNEUT GELUNGEN, DEN UMSATZ DER TIPP24-GRUPPE DEUTLICH UM 30,1 % ZU STEIGERN. DABEI LAG DIE EBIT-MARGE MIT 19,9 % KNAPP AUF VORJAHRESNIVEAU. BEREINIGT UM DIE IM ZWEITEN QUARTAL BERICHTETEN SONDEREFFEKTE AUSGEBUCHTER VERMÖGENSWERTE IN FORM VON BERATUNGSLEISTUNGEN AUS DEM GESCHÄFTSJAHR 2006 SOWIE EINMALIGER PERSONALAUFWENDUNGEN IST SIE AUF 23,8 % GESTIEGEN, OBWOHL SIE DARÜBER HINAUS DURCH MEHRERE WEITERE EFFEKTE BELASTET WAR.

Neben erheblichen Aufwendungen für Lobby-Arbeit und Rechtsberatung im Rahmen der regulatorischen Diskussion sowie Anlaufkosten für die Gründung unserer neuen Tochtergesellschaften in Großbritannien haben wir die günstige Jackpot-Situation im vierten Quartal für deutlich verstärkte Marketingaktivitäten genutzt. Dem verdanken wir eine außergewöhnliche Steigerung der Kundenzahl um 574 Tsd. Neukunden. Aus Sicht der Kundennachfrage weist der Online-Lotteriemarkt weiterhin ein nachhaltig großes Wachstumspotenzial auf. Bei einer Deregulierung der Märkte ergäben sich zusätzliche attraktive Expansionschancen, für deren Nutzung Tipp24 ausgezeichnet positioniert ist.

BEDROHUNG DES GESCHÄFTSMODELLS IN DEUTSCHLAND

Im Ergebnis der oben genannten rechtlichen und politischen Diskussionen haben im Laufe des vierten Quartals alle Bundesländer einen neuen Glücksspiel-Staatsvertrag (GIStV) ratifiziert, der zum 1. Januar 2008 in Kraft trat. Der GIStV stellt bereits im Geschäftsjahr 2008 eine wesentliche Bedrohung (Untersagung von Werbung im Internet) und ab 2009 ein Verbot für unser Geschäftsmodell (Verbot der Vermittlung öffentlicher Glücksspiele im Internet) dar. Nach unserer Einschätzung ist er kartellrechts-, verfassungs- und europarechtswidrig. Diese Einschätzung wird durch diverse verfassungs- und europarechtliche Gutachten renommierter Rechtsprofessoren sowie der Wissenschaftlichen Dienste der Landtage der Länder Schleswig-Holstein und Niedersachsen, Gerichtsurteile nationaler wie europäischer Gerichte, Beschlüsse und Abmahnungen des Bundeskartellamts sowie eine schriftliche Ablehnung wesentlicher Teile des Gesetzes durch die Europäische Kommission im Rahmen eines offiziellen Notifizierungsverfahrens gestützt. Deshalb wurde der vorliegende Jahresabschluss weiterhin unter der Prämisse der Unternehmensfortführung aufgestellt.

GESCHÄFT & RAHMENBEDINGUNGEN

GESCHÄFTSMODELL

Tipp24 vermittelt staatlich lizenzierte und garantierte Glücksspielprodukte über elektronische Medien, insbesondere das Internet. Das Produktportfolio setzte sich 2007 aus den Produkten des Deutschen Lotto- und Totoblocks (DLTB), der Klassenlotteriedirektionen, der Deutscher Fernsehlotterie sowie veredelten Kombiprodukten zusammen. Aufgrund des zum 1. Januar 2008 in Kraft getretener Glücksspiel-Staatsvertrags hat Tipp24 das Angebot der staatlichen Sportwette Oddset zu diesem Datum eingestellt und die Anzahl der Teilnahmemöglichkeiten an Keno auf zwei statt sechs pro Woche reduziert. Darüber hinaus bieten wir ausgewählten, reichweitenstarken Partnern die vollständige Abwicklung ihrer Internetaktivitäten im Lotto- und Lotteriebereich an. Außerhalb Deutschlands sind wir seit 2002 durch die Ventura24 S.L. auf dem spanischer Markt, seit Anfang 2005 durch die Puntogioco24 s.r.l. auf dem italienischen und seit dem 6. November 2007 durch die MyLotto24 Ltd. in Großbritannien vertreten. Nach eigener Einschätzung besetzen wir - gemessen am Transaktionsvolumen - mit einem Marktanteil von über 50 % im Bereich der Online-Vermittlung von staatlicher und staatlich konzessionierten Lotterieprodukten in Deutschland die marktführende Stellung.

Endkundengeschäft in Deutschland

Zur Abwicklung der Geschäfte setzen wir unsere 100%ige Tochtergesellschaft GSG Lottery Systems (GSG) ein, welche die Geschäftsbeziehungen zu den Partnerlotteriegesellschaften unterhält. Auf der Grundlage der Annahmestellenverträge der GSG mit acht Landeslotteriegesellschaften (Baden-Württemberg, Brandenburg, 3remen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein) sind wir in der Lage, jedes Lotterieprodukt des Deutschen Lotto- und Totoblocks (DLTB) im Rahmen des regulatorischen Umfelds in beliebiger Stückzahl für unsere Kunden zu erwerben. Etwaige technische Ausfälle einzelner Partner können wir nahtlos durch vollständig getrennte und voneinander unabhängige Anbindungssysteme ausgleichen.

Die Abwicklung der Klassenlotterien erfolgte im Geschäftsjahr auf der Grundlage eines Vertrags mit der Staatlichen Lotterieeinnahme Schumann OHG, die bis zum 31. Dezember 2007 mit den Vorständen Jens Schumann und Dr. Hans Cornehl als Gesellschafter bestand. Aufgrund des zum 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Glücksspiel-Staatsvertrags wird die Staatliche Lotterieeinnahme Schumann OHG nunmehr unter der Firma Schumann e. K. durch den Vorstand Jens Schumann allein fortgeführt. Sie führt ihre Geschäfte basierend auf einer Vertriebsvereinbarung mit der Direktion der Norddeutschen Klassenlotterie (NKL) bzw. einer Bestallung durch die Direktion der Süddeutschen Klassenlotterie (SKL) durch. Auch hier gibt es keine Mengenbeschränkungen bei der Losabnahme. Wegen des monatlichen Spieltaktes bei den Klassenlotterien sind die Anforderungen an Systemredundanzen vergleichsweise niedrig.

Endkundengeschäft im Ausland

In Spanien bietet unsere 100%ige Konzerntochter Ventura24 derzeit das nationale Lotto 6 aus 49 (La Primitiva) und darauf basierende Spielgemeinschaften sowie die Weihnachtslotterie (Sorteo de Navidad), die europäische EuroMillones-Lotterie und weitere spanische Lotterien an. In Italien besteht das Angebot der 100%igen Konzerntochtergesellschaft Puntogioco24 derzeit aus dem nationalen Lotto 6 aus 90 (SuperEnalotto) sowie aus darauf basierenden Spielgemeinschaften. In Großbritannien bietet unsere 100%ige Konzerntochter MyLotto24 Ltd. derzeit die Möglichkeit, auf den Ausgang ausländischer Lotterien zu wetten. Die Umsatzerlöse in Spanien und Italien generieren wir überwiegend aus Zusatzgebühren, die wir von den Spielteilnehmern er heben. Die Umsatzerlöse in Großbritannien werden aus den eingenommenen Wetteinsätzen abzüglich der ausgeschütteten Gewinne generiert.

Business Services für Geschäftskunden

Neben dem Endkundengeschäft bieten wir so genannten Business Service Partnern in Deutschland den Betrieb eines Lotterieservices auf deren eigenen Websites unter ihrem eigenen Namen an, wobei für die technische Abwicklung die Tipp24-eigene Transaktionsplattform eingesetzt wird. Von den Business Service Partnern erhalten wir hierfür in der Regel eine einmalige Einrichtungsgebühr. Im Rahmen der jeweiligen vertraglichen Vereinbarungen sind diese Partner sowohl an den Provisionen der Lotteriegesellschaften als auch an den von ihnen erhobenen Zusatzgebühren beteiligt. Im Zuge der Umsetzung des GIStV wird dieses Geschäftsmodell im Jahr 2008 zugunsten einer direkten Abwicklung durch Tipp24 unter unserer eigenen Marke beendet werden.

Erfolgsfaktoren

Die Wettbewerbsstärken von Tipp24 liegen insbesondere in unserer Marketingkompetenz, der Einbindung in ein bewährtes Netzwerk mit zahlreichen Landeslotteriegesellschaften und Online-Vertriebspartnern, dem hohen Abwicklungs-Know-how sowie der technischen Zuverlässigkeit unserer selbst entwickelten Technologie. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die gute und direkte Beziehung zu unseren treuen Kunden.

WESENTLICHE WIRTSCHAFTLICHE UND RECHTLICHE EINFLUSSFAKTOREN

Hohe Jackpots

Insbesondere dann, wenn Spielinteressenten außergewöhnliche Gewinnerwartungen haben - also vor allem in Zeiten hoher Jackpots -, verzeichnet Tipp24 regelmäßig einen sehr starken Anstieg sowohl der Zahl registrierter Kunden als auch des Transaktionsvolumens.

Diese hohen Jackpots werden aus Spieleinsätzen gebildet, für die keiner der teilnehmenden Spieler die Gewinnbedingungen erfüllt hat, sodass sie bei einer Folgeausspielung zusätzlich an deren Gewinner ausgezahlt werden. Im deutschen Zahlenlotto 6 aus 49 betrifft dies insbesondere die Kombination aus sechs richtigen Zahlen und der Superzahl.

Produktportfolios der Lotteriegesellschaften

Die Weiterentwicklung des Produktportfolios der spanischen und italienischen Lotteriegesellschaften kann unsere Geschäftsentwicklung positiv beeinflussen. Vor dem rechtlichen Hintergrund in Deutschland sind derzeit keine Impulse aus Produktneuentwicklungen der Lotteriegesellschaften zu erwarten.

Regulatorisches Umfeld des europäischen Glücksspielmarktes

Der geschäftliche Erfolg von Tipp24 hängt davon ab, dass sich die rechtlichen Rahmenbedingungen, unter denen wir tätig sind, nicht in einer Weise verändern, die eine Einschränkung unserer Aktivitäten erfordern. Als Ergebnis der Ratifizierung des GIStV in Deutschland droht eine zumindest kurz- bis mittelfristig erhebliche Einschränkung unseres derzeitigen hiesigen Geschäftsmodells. Vor dem Hintergrund der nach unserer Einschätzung ofensichtlichen Kartellrechts-, Verfassungs- und Europarechtswidrigkeit des GIStV, die durch diverse verfassungs- und europarechtliche Gutachten renommierter Rechtsprofessoren sowie der Wissenschaftlichen Dienste der Landtage der Länder Schleswig-Holstein und Niedersachsen, Gerichtsurteile nationaler wie europäischer Gerichte, Beschlüsse und Abmahnungen des Bundeskartellamts sowie eine schriftliche Ablehnung wesentlicher Teile des Gesetzes durch die Europäische Kommission im Rahmen eines offiziellen Notifizierungsverfahrens gestützt wird, erscheint uns die Gewährung einstweiligen Rechtsschutzes in den wesentlichen für unser Geschäft kritischen Punkten des GIStV wahrscheinlich.

Darüber hinaus gibt es ebenfalls wesentliche Hinweise darauf, dass der Glücksspielmarkt in Deutschland und im europäischen Ausland ausgehend von der Europäischen Kommission sowie der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs mittelfristig liberalisiert wird. Im Rahmen einer solchen »Deregulierung« sehen wir die Möglichkeit, Produkte aus anderen europäischen Staaten in den Ländern, in denen Tipp24 bereits aktiv ist, zu vertreiben und dadurch unsere Umsätze zu steigern. Darüber hinaus könnten wir weitere europäische Staaten mit dem bestehenden Produktangebot erschließen und Produkte aus anderen europäischen Ländern grenzüberschreitend anbieten.

Nutzung des Vertriebswegs Internet

In den europäischen Lotteriemärkten befindet sich der Vertriebsweg Internet noch im Aufbau. Insgesamt erwarten wir, dass der Online-Anteil am Lotteriemarkt weiterhin signifikant wächst. Diese Entwicklung wird durch eine stetig steigende Nutzung des Internets sowie die zunehmende Bereitschaft, Waren und Dienstleistungen im Internet zu erwerben, begünstigt.

WERTORIENTIERTE UNTERNEHMENSSTEUERUNG

Basis: Wert des Kundenstamms

Die Steuerung des Tipp24-Konzerns ist im Wesentlicher auf die Steigerung des Werts unseres Kundenstamms ausgerichtet. Dieser Wert ergibt sich aus den kumulierter Beiträgen der aktiven Kunden zum Transaktionsvolumen und damit zu Umsatz und Ergebnis sowie aus der geschätzten zukünftigen Entwicklung der Intensität und Dauer der Kundenbeziehung.

Die wesentlichen Kennzahlen, die wir zur Steuerung des Unternehmens nutzen, sind: Anzahl der registrierten und der aktiven Kunden, Transaktionsvolumen je aktivem Kunden, Rohmarge, Akquisitionskosten je Neukunde, Personalaufwendungen und Entwicklung der Renditekennziffern.

Anzahl der registrierten und der aktiven Kunden

Unser Ziel ist es, die Anzahl der registrierten Kunden im laufenden Jahr und mittelfristig wesentlich zu steigern. Angesichts der unsicheren Rechtslage in unserem Hauptmarkt Deutschland ist eine genauere Prognose der Neukundenzahlen nicht sachgerecht. Die durchschnittliche Aktivitätsrate innerhalb der durch die zufällige zeitliche Verteilung von hohen Jackpots bedingten statistischen Schwankungen wollen wir weiterhin bei etwa 30 % stabilisieren.

Die Anzahl der Kundenregistrierungen wird maßgeblich durch kontinuierlich optimierte Marketingmaßnahmen getrieben. Dabei konzentrieren wir uns auf Online-Maßnahmen, die wir sowohl im Rahmen von Kooperationer als auch direkt durchführen. 2007 wuchs die Anzahl der registrierten Kunden im Vergleich zum Vorjahr erneut überproportional - insbesondere dank der günstigen Jackpot-Situationen (15 Mio. Euro oder mehr) im dritten und vierten Quartal des Berichtszeitraums. Im vierten Quartal 2007 führte die Ausspielung des höchsten Jackpots in der Lottogeschichte Deutschlands (43 Mio. Euro) zu einer außergewöhnlichen Steigerung von Neukundenzahl, Transaktionsvolumen und Aktivitätsrate der Bestandskunden.

Ein Fokus unserer Arbeit liegt auf der Pflege der Bestandskunden, denen wir- in Abhängigkeit von ihrem Spielverhalten und der jeweils aktuellen Attraktivität bestimmter Produkte - regelmäßig Informationen per E-Mail, SMS oder über unsere Website zukommen lassen.

Die durchschnittliche Aktivitätsrate ist im Vergleich zum Vorjahr mit 28,7 % konstant geblieben.

Transaktionsvolumen je aktivem Kunden und Rohmarge

Neben der Entwicklung von registrierter und aktiver Kundenzahl beeinflusst das Transaktionsvolumen je aktivem Kunden unseren Geschäftserfolg signifikant. Es wird maßgeblich von zwei Faktoren beeinflusst: der Vielfalt und Attraktivität unseres Produktportfolios sowie der Effizienz von Kundenbindungsmaßnahmen.

Das von den Kunden generierte Transaktionsvolumen in Deutschland beinhaltet zunächst die Spieleinsätze, die wir an die Spielveranstalter weiterleiten. Hierfür erhalten wir im Gegenzug Provisionen von diesen Lotteriegesellschaften. Darüber hinaus entrichten unsere Kunden für bestimmte Produkte Zusatzgebühren an uns. In Italien und Spanien werden bislang sämtliche Produkte mit einer Zusatzgebühr vertrieben.

Wir planen, die als Quotient aus Umsatzerlösen und Transaktionsvolumen definierte Rohmarge 2008 und mittelfristig mindestens auf dem derzeitigen Stand zu halten. Ihr Wert wird derzeit stark durch das deutsche Geschäft geprägt. In Spanien und Italien sowie in Großbritannien sind die Rohmargen deutlich höher als in Deutschland. Ein im Vergleich stärkeres Wachstum in diesen Märkten führt zu einer Anhebung des Gesamtniveaus der Rohmargen.

2007 lag das Transaktionsvolumen je aktivem Kunden mit 588 Euro knapp auf Vorjahresniveau (598 Euro). Aufgrund des höchsten Jackpots in der deutschen Lottogeschichte konnten wir allein im vierten Quartal mehr als 350 Tsd. Neukunden gewinnen. Diese trugen allerdings nur noch im vierten Quartal zum Transaktionsvolumen bei, was zu einer leichten Reduktion des durchschnittlichen Transaktionsvolumens über die gesamten aktiven Kunden führte. Für das laufende Geschäftsjahr erwarten wir, das Transaktionsvolumen je aktivem Kunden in dem Korridor der Vorjahre bei etwa 600 Euro halten zu können. Dies wollen wir durch regelmäßige Kundenpflege und Aktualisierung unseres Produktportfolios im Lotteriebereich erreichen. Wesentliche rechtliche Beschränkungen im deutschen Markt hätten gegebenenfalls eine Minderung dieser Kennzahl zur Folge.

Akquisitionskosten je Neukunde

Der Umsatz aus der Vermittlung von Spielprodukten hängt, wie oben beschrieben, stark von der Anzahl der registrierten Kunden ab - somit wird das Umsatzwachstum wesentlich von der Anzahl der gewonnener Neukunden bestimmt. Wir setzen den überwiegenden Teil der »Marketingaufwendungen für eigene Kunden« zur Gewinnung von Neukunden ein. Ein kleinerer Teil fließt in die laufende Betreuung der bestehenden Spielteilnehmer. Die Marketingaufwendungen für eigene Kunden - derer Effizienz insbesondere vom Preisniveau im Werbemarkt, dem gewählten Marketingmix sowie der Effizienz der gewählten Marketingmaßnahmen abhängt - beeinflussen das Wachstum und die Profitabilität von Tipp24 erheblich.

Im Geschäftsjahr 2007 unterstützte die günstige Jackpot-Situation des vierten Quartals uns dabei, die Akquisitionskosten pro Neukunde in Höhe von 20,11 Euro auf Vorjahresniveau zu halten, obwohl das Preisniveau im Werbemarkt wie erwartet zunahm. In den ersten drei Quartalen hatten die durchschnittlichen Akquisitionskosten je Neukunde noch bei etwa 27 Euro gelegen. Wir gelier davon aus, dass dieses Niveau der ersten drei Quartale 2007 insbesondere auch vor dem Hintergrund deutlich gestiegener formaler Anforderungen an den Jugendschutz 2008 um mindestens 10 bis 15 % oder mehr steigen wird. Unser Ziel ist es, Steigerungen weitestgehend zu begrenzen. Hierzu stellen wir eine kontinuierliche Erfolgskontrolle und die stetige Optimierung unserer Marketingmaßnahmen sicher. Darüber hinaus suchen wir in regelmäßigen Tests - sowohl im Online- als auch im Offline-Bereich - nach neuen Möglichkeiten, potenzielle Kunden über Marke und Services zu informieren, um die Effizienz der Marketingmaßnahmen zu stabilisieren und ihre Reichweite zu steigern.

Personalaufwendungen

Angesichts der Tatsache, dass Personalaufwendungen nach Marketing unseren zweitgrößten Kostenblock bilden, ist es eines unserer wesentlichen Ziele, die Personalkostenquote weiterhin zu senken. Dies ist uns 2007 trotz hoher Einmalaufwendungen im zweiten Quartal des Berichtszeitraums gelungen. Wir wollen diese Quote auch im Geschäftsjahr 2008 weiter senken und auf niedrigerem Niveau mittelfristig fortführen.

Entwicklung der Renditekennziffern

Wir profitieren von erheblichen Skaleneffekten, die es uns ermöglichen, unsere EBIT-Marge regelmäßig zu steigern: Ohne Berücksichtigung von Sondereffekten stieg ihr Wert 2007 auf 23,8 %. Allerdings entstanden im Berichtsjahr Sondereffekte, die wir im zweiten Quartal veröffentlichten: Ausgebuchte Vermögenswerte in Form von Beratungsleistungen aus dem Geschäftsjahr 2006 sowie einmalige Personalaufwendungen reduzierten 2007 einmalig die EBIT-Marge, sodass sie mit 19,9 % unter dem Vorjahresniveau (21,0 %) lag.

Die Umsatzrendite lag mit 13,9 % deutlich unter der des Vorjahres von 21,5 % - im Wesentlichen aufgrund vor steuerlichen Sondereffekten aus der Anlage eines großen Teils der liquiden Mittel in Aktienleihetransaktionen im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2006. Die Eigenkapitalrendite sank im Berichtszeitraum vor dem Hintergrund eines niedrigeren Konzernergebnisses auf 11,3 % (Vorjahr: 12,3%).



2003 2004 2005 2006 2007
Anzahl der registrierten Kunden Tsd. 675 1.031 1322 1.770 2.344
Durchschnittliche Aktivitätsrate % 30,3 30,9 28,6 28,6 28,7
Anzahl der aktiven Kunden irr Geschäftsjahr Tsd. 169 264 336 442 589
Transaktionsvolumen je aktivem Kunden Eure 620 584 609 598 588
Rohmarge % 13,4 12,7 12,8 13,1 13,0
Akquisitionskosten je Neukunde Eure 17,52 17,01 20,12 18,81 20,11
Personalaufwandsquote % 30,4 28,3 26,8 23,9 23,0
EBIT-Marge % 7,1 16,4 23,2 21,0 19,9
Umsatzrendite % 21,3 8,1 12,7 21,5 13,9
Eigenkapitalrendite % 49,4 20,1 6,2 12,3 11,3



Ziel 2008 * mittelfristig
Anzahl der registrierten Kunden
Durchschnittliche Aktivitätsrate
Anzahl der aktiven Kunden irr Geschäftsjahr
Transaktionsvolumen je aktivem Kunden
Rohmarge
Akquisitionskosten je Neukunde
Personalaufwandsquote
EBIT-Marge
Umsatzrendite
Eigenkapitalrendite


Anzahl der registrierten Kunden: Anzahl der Kunden die den Anmeldeprozess auf der Website der Gesellschaft erfolgreich durchlaufen haben. Sie wird um Mehrfachregistrierungen und um die von der Teilnahme am Lotterieangebot ausgeschlossenen Kunden bereinigt ausgewiesen.

Durchschnittliche Aktivitätsrate: Verhältnis der Anzahl der aktiven Kunden im Geschäftsjahr zur Anzahl registrierter Kunden im Geschäftsjahr

Anzahl der aktiven Kunden im Geschäftsjahr: Produkt der durchschnittlichen Aktivitätsrate mit der durchschnittlichen Anzahl registrierter Kunden im Geschäftsjahr

Aktive Kunden: Kunden, die in einem Monat mindestens eine Transaktion durchgeführt haben.

Akquisitionskosten je Neukunde: Verhältnis der Marketingaufwendungen für eigene Kunden (Marketingkosten abzüglich der Business Service Provisionen) zu den im jeweiligen Geschäftsjahr registrierten Neukunden.

Personalaufwandsquote: Verhältnis von Personalaufwand zu Umsatz.

* bei unverändertem regulatorischen Umfeld

STRATEGIE: MEHRDIMENSIONALES WACHSTUM

Kernziel unserer Strategie für die kommenden Jahre ist die Steigerung der Margen im Rahmen einer angestrebten kontinuierlichen Erhöhung des Kundenwerts. Hierzu wollen wir

im Kernmarkt Deutschland durch Gewinnung neuer Kunden weiter wachsen,

das Auslandsgeschäft durch Wachstum in Spanien, Italien und Großbritannien sowie durch den Markteintritt in weitere europäische Länder stärken,

die Qualität und den Umfang unseres Angebots kontinuierlich steigern, mit dem Ziel, einen nachhaltig erstklassigen Service zu bieten,

im Zuge einer möglichen Deregulierung der Lotteriemärkte in Europa mit einem europäischen Produktportfolio zusätzliche Wachstumsimpulse in den bestehenden und in weiteren europäischen Märkten setzen.

Dieses Wachstum kann durch Einsatz der frei verfügbaren liquiden Mittel von rund 66 Mio. Euro sowie der im Berichtszeitraum im Rahmen zweier beschlossener Aktienrückkaufprogramme zurückgekauften Aktien in Höhe von 7,37 % des Grundkapitals (654.047 Aktien) für Akquisitionen beschleunigt werden.

Vor dem Hintergrund der rechtlich unsicheren Lage des Glücksspielmarktes in Deutschland haben wir Entscheidungen zum konkreten Einsatz der uns zur Verfügung stehenden Liquidität für Wachstumsaktivitäten vorläufig zurückgestellt. Infolge der sehr guten Geschäftsentwicklung der letzten Jahre stellen wir für das Geschäftsjahr 2007 eine erstmalige Dividende in Höhe von 50 Cent je Aktie in Aussicht. Zudem werden wir nach einer näheren Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen die möglichen strategischen und taktischen Schritte überprüfen und umsetzen. Wir planen, bei investiven Aktivitäten insgesamt sicherzustellen, dass die wesentlichen finanziellen Parameter von Tipp24 - insbesondere die Rohmarge, die Umsatz- und die Eigenkapitalrendite - mittelfristig nicht verwässert werden.

Wir versprechen uns von der Erweiterung des Produktportfolios wesentliche Impulse für das durchschnittliche Transaktionsvolumen je aktivem Kunden. Die internationale Erweiterung des Geschäfts zielt im Wesentlichen auf die Erhöhung der Anzahl registrierter und - darauf folgend - der Anzahl aktiver Kunden ab.

LEITUNG & KONTROLLE

Führungsteam

Der seit dem 1. Juli 2007 zweiköpfige Vorstand leitet den Tipp24-Konzern im Zusammenspiel mit einem operativen Management-Team, das sich aus den Leitern der Bereiche Marketing, Unternehmensentwicklung, Human Resources, Technologie und Finanzen in Deutschland, den Geschäftsführern der Tochtergesellschaften im Ausland sowie einer Gruppe weiterer Führungskräfte zusammensetzt. Marc Peters, Mitgründer und langjähriger Vorstand der Tipp24 AG, ist zum 30. Juni 2007 auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand ausgeschieden.

Vergütung der Vorstandsmitglieder

Die Vorstandsvergütung setzt sich aus einem Fixgehalt in Höhe von 190 Tsd. Euro und einer variablen Komponente zusammen. Diese variable Komponente wird zu 50 % nach dem Umsatzwachstum des laufenden sowie des Vorjahres und zu weiteren 50 % nach dem Wachstum sowie der absoluten Höhe der EBIT-Marge im laufenden Geschäftsjahr bemessen. Bei Zielerreichung beträgt die variable Vergütung rund 55 % des Fixums, bei Zielüberschreitung kann sie sich auf bis zu rund 110 % des Fixums erhöhen. Hinzu kommt eine langfristig orientierte variable Vergütung, die sich nach dem Wachstum des 3-Jahres-Durchschnitts des Ergebnisses je Aktie bemisst und bei Zielerreichung ebenfalls bis zu 55 % des Fixums betragen kann. Der Aufsichtsrat kann unter außergewöhnlichen Umständen die variablen Komponenten um bis zu 50 % nach oben oder unten anpassen.

Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder

Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten zusätzlich zu dem Ersatz ihrer Auslagen eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung in Höhe von 12 Tsd. Euro brutto je Geschäftsjahr.

Zusätzlich zu der festen Vergütung erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats eine erfolgsorientierte jährliche Vergütung in Abhängigkeit vom EBIT des Konzerns, wobei diese zusätzliche erfolgsabhängige Vergütung insgesamt auf einen Betrag von höchstens 6 Tsd. Euro beschränkt ist.

Weiterhin erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats eine erfolgsorientierte jährliche Vergütung mit langfristiger Anreizwirkung in Abhängigkeit vom Konzerngewinn pro Aktie. Diese weitere zusätzliche Vergütung ist ebenfalls auf einen Betrag von höchstens 6 Tsd. Euro beschränkt.

Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das Zweieinhalbfache, der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende das Eineinhalbfache der oben beschriebenen festen und variablen Vergütung.

Vergütung der zweiten Führungsebene: 15-25 % variabel

Die Bereichsleiter in Deutschland erhalten neben ihrem Fixgehalt ebenfalls einen variablen Vergütungsbestandteil. Dieser beträgt je nach Position 15-25 % des Fixgehalts und orientiert sich sowohl an der Erreichung ökonomischer Wachstumsziele des Konzerns (Umsatz, EBIT) als auch an der individuellen Erreichung interner Ziele, wie etwa der erfolgreichen und termingetreuen Umsetzung von Projekten. Darüber hinaus nehmen die Bereichsleiter an unserem Aktienoptionsprogramm teil. Die Geschäftsführer der Auslandsgesellschaften werden analog vergütet, jedoch beziehen sich die mit ihnen vereinbarten ökonomischen Zielsetzungen auf die jeweiligen regionalen Ziele.

Forschung & Entwicklung

Die Forschungsaktivitäten von Tipp24 beziehen sich im Wesentlichen auf die Auswertung neuer Technologien und Entwicklungsverfahren. Deutlich mehr Gewicht legen wir auf unsere Entwicklungsaktivitäten, die sich insbesondere auf drei Felder konzentrieren:

Optimierung der bestehenden Spielbetriebssysteme (Soft- und Hardware),

Entwicklung, Implementierung neuer und Update bestehender Systemtechnologien sowie

Entwicklung neuer und Verbesserung bestehender Produkte und Dienstleistungsangebote.

Die beiden ersten Punkte werden ausschließlich durch unser IT-Team abgebildet, der dritte erhält darüber hinaus wesentliche Impulse aus den verschiedenen Bereichen des Unternehmens - insbesondere dem Marketing.

Im Geschäftsjahr 2007 lag der Schwerpunkt unserer Entwicklung vor allem auf folgenden neuen Produkten bzw. Produktverbesserungen:

Entwicklung verschiedener Tipp-Generatoren für Lotto, wie z. B. »Lotto-Horoskop«, »Lottokugel-Jagd« und »Lotto Duo«,

Entwicklung von Rubbellosen für das Bundesland Niedersachsen,

Entwicklung der temporären Spielgemeinschaft »Sommer-Lotto«,

Verbesserung bestehender Produkte wie z. B. die Erneuerung der Spielscheine für die Glücksspirale,

Schaffung eines neuen Spielerlebnisses beim Produkt Keno durch Umstellung der Tipp-Generierung,

Anpassungen der Systeme an die Anforderungen des Glücksspiel-Staatsvertrags.

Darüber hinaus haben wir neue Technologien eingeführt sowie bestehende Systeme verbessert und angepasst. Im Einzelnen waren dies:

Weiterentwicklung der Systeme zur Verifizierung vor Kundendaten,

Verbesserung des Spielservices,

Weiterentwicklung der Softwaresysteme zur Analyse des Spielverhaltens unserer Kunden,

fortlaufende Anpassung der Sicherheitssysteme an der jeweils aktuellen Stand,

fortlaufende Weiterentwicklung der Softwaresysteme zur Kapazitätserweiterung,

Oben beschriebene Projekte haben unsere hauseigener Entwicklungsabteilungen 2007 erfolgreich abgeschlossen, zudem haben wir in 2007 für ausgewählte Projekte externes F&E-Know-how erworben. Die Produktneuentwicklungen und -Verbesserungen leisteten wesentliche Beiträge zur Umsatzsteigerung.

Die Entwicklungen zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit unserer Softwaresysteme - insbesondere im Hinblick auf Abwicklungsgeschwindigkeit und Sicherheit - zielen auf die Sicherstellung der nachhaltigen Zuverlässigkeit in der Geschäftsabwicklung, Sie beeinflussen die Umsatzentwicklung nur mittelbar. Insgesamt sind die Kapazitäter der Hard- und Softwaresysteme von Tipp24, die für den laufenden Spielbetrieb eingesetzt werden, entsprechend des zukünftig erwarteten Spielvolumens für die Abwicklung von Spitzenlasten ausgelegt.

Im Geschäftsjahr 2007 waren durchschnittlich 58 Mitarbeiter voll- und teilzeitig mit Forschung und Entwicklung befasst. Der F&E-Aufwand betrug 3,051 Tsd. Euro und wurde im Wesentlichen durch Personalkosten verursacht.

F&E-AUFWAND/F&E-MITARBEITER

ÜBERBLICK ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF

GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Wachstum der Weltwirtschaft verliert an Fahrt

Die Weltwirtschaft ist im Jahr 2007 mit 5,2 % erneut sehr kräftig gewachsen. Allerdings sind die Konjunkturrisiken in vielen Ländern inzwischen merklich gestiegen, sodass sich das Weltwirtschaftsklima im vierten Quartal 2007 deutlich verschlechterte. Sowohl die Einschätzungen der derzeitigen wirtschaftlichen Lage als auch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate wurden nach unten revidiert. Die Verschlechterung des Wirtschaftsklimas betrifft die drei großen Weltregionen Westeuropa, Nordamerika und Asien, wobei der stärkste Rückgang in Nordamerika, und dort in erster Linie in den USA zu verzeichnen ist. In Reaktion auf die Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten (Subprime-Krise), ausgelöst durch die US-Immobilienkrise, und verschlechterte konjunkturelle Perspektiven, hat die US-Notenbank im Herbst 2007 die geldpolitischen Zügel merklich gelockert.

Aufschwung im Euroraum setzt sich fort

Die wirtschaftliche Expansion im Euroraum verlief im Herbst 2007 schwungvoll. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal um 0,7 %, nach 0,3 % im zweiten. Der Konsum wuchs vor dem Hintergrund der günstigen Entwicklung am Arbeitsmarkt lebhaft. Die Investitionen legten nach einer vorübergehenden Stagnation zu. Der Außenhandelssaldo verschlechterte sich leicht, da die Exporte weniger dynamisch zunahmen als die Importe. Der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts fiel vor allem in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden kräftig aus. Diese Beschleunigung spiegelte sich bereits im Vorfeld in der Entwicklung des Wirtschaftsklimas wider, das sich im dritten Quartal gegenüber dem zweiten noch einmal verbesserte. Mittlerweile deutet jedoch vieles auf eine Abkühlung der wirtschaftlichen Aktivität im vierten Quartal hin, insbesondere da die Aussichten infolge der hohen Ölpreise und aufgrund der Euro-Aufwertung gegenüber dem US-Dollar weitaus pessimistischer bewertet werden.

Konjunkturaufschwung in Deutschland verlangsamt

Die deutsche Konjunktur entwickelt sich weiter positiv, wenngleich die Dynamik inzwischen deutlich abgenommen hat. Der seit 2005 laufende Aufschwung setzte sich trotz der massiven Erhöhung der Mehrwertsteuer fort. Die Auftriebskräfte aus dem In- und Ausland waren kräftig genug, um die restriktiven Wirkungen der Finanzpolitik zu verkraften. Den Konjunkturmotor bildete weiterhin die Auslandsnachfrage, die trotz der massiven Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar aufgrund der dynamischen Weltkonjunktur kräftig blieb. Obwohl der Exportanstieg nicht mehr ganz so hoch ausfiel wie im Jahr 2006, dürfte der Wachstumsimpuls des Außenbeitrags im Jahresdurchschnitt 2007 dem aus 2006 nahe gekommen sein. Die günstige konjunkturelle Entwicklung wirkte sich am Arbeitsmarkt deutlich aus und führte zu einer spürbaren Entspannung der Beschäftigungssituation: Die Zahl der Erwerbstätigen ist im Jahr 2007 um 627.000 Personen auf 40,3 Mio. gestiegen. Im Gegenzug ist die Arbeitslosigkeit weiter kräftig gesunken - Ende 2007 lag sie bei 8,1 % (Vorjahr: 9,6 %).

MARKT UND BRANCHE

Intensive politische und rechtliche Diskussion fortgesetzt

Die rechtlichen Grundlagen der Vermittlung von Lotterien und Glücksspielen in Deutschland fanden sich im Berichtszeitraum zum einen in den jeweiligen Landesgesetzen und zum anderen in den Strafvorschriften des Bundesrechts. Bei den Landesgesetzen handelte es sich einerseits um den in allen Ländern umgesetzten Staatsvertrag zum Lotterierecht, der für alle Länder Anforderungen an die gewerbliche Vermittlung von Lotterien und Glücksspielen vorsah sowie um die in einzelnen Ländern hierzu ergangenen Ausführungsgesetze. Andererseits regelten die Landes-Lotteriegesetze sowohl inhaltliche Vorschriften als auch einschlägige Straf- und Bußgeldtatbestände.

Das Berichtsjahr war durch eine intensive politische und rechtliche Diskussion über den Glücksspielmarkt in Deutschland und seine rechtlichen Rahmenbedingungen geprägt. Grundlage dafür sind verschiedene Gerichtsurteile, behördliche Entscheidungen und politische Willensbekundungen auf höchster Ebene, deren wesentliche Stationen im Folgenden beschrieben werden:

Anfang Januar 2007 hat das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt der Tipp24 AG mit einer Verfügung die weitere Ausübung der Geschäftstätigkeit in Sachsen-Anhalt untersagt. Dies betrifft nach dem Wortlaut der Verfügung sowohl die Vermittlung der Beteiligung an Glücksspielen in Sachsen-Anhalt, insbesondere als gewerbliche Organisatorin von Lotterie-Spielgemeinschaften, als auch die Werbung für in Sachsen-Anhalt illegale Glücksspiele, die in Sachsen-Anhalt aufgerufen werden können. Die Untersagung wurde sofort wirksam. Tipp24 hat beim zuständigen Verwaltungsgericht eine Klage auf einstweiligen Rechtsschutz eingereicht. Bis zur Entscheidung des Gerichts wurde Tipp24 die Fortführung der Geschäftstätigkeit gewährt.

Am 8. März 2007 wurde vom Verwaltungsgericht Halle die Aussetzung der durch das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt ausgesprochenen Verfügung zur Untersagung der Geschäftstätigkeit der Tipp24 in Sachsen-Anhalt bestätigt. Zudem erklärten die Richter, sie prüften, das Gesetz dem Bundesverfassungsgericht zur Überprüfung vorzulegen.

Am 21. März 2007 hat die EU-Kommission in einem Aufforderungsschreiben zum Vertragsverletzungsverfahren der Bundesregierung mitgeteilt, dass der § 284 Strafgesetzbuch, nach dem sich jeder strafbar macht, der ohne behördliche Erlaubnis öffentlich Glücksspiele bewirbt, veranstaltet oder hält, gegen die Dienstleistungsrichtlinie in der EU verstößt. Dabei setzte sich die Kommission intensiv mit der geltenden Gesetzgebung in Deutschland auseinander und listete eine Reihe von Inkonsistenzen auf, die zu EU-Rechtswidrigkeit führen.

Am 22. März 2007 hat die EU-Kommission im Rahmen des Notifizierungsverfahrens für den Entwurf eines neuen Glücksspiel-Staatsvertrags (GIStV-E) der Bundesregierung in einer »Detailed Opinion« mitgeteilt, dass der GIStV-E in folgenden Punkten gegen EU-Recht verstößt:
- Die Erläuterungen des notifizierten Entwurfs enthalten keine Daten zur Unterstützung der Erklärungen, dass eine tatsächliche Gefahr der Spielsucht im Internet in Deutschland vorliegt, die eine Bedrohung eines grundlegenden Interesses der deutschen Öffentlichkeit darstellt und es wurden keine Folgenabschätzung oder Studien zum Nachweis dieser Tatsache vorgelegt.
- Der GIStV-E folgt nicht den Anforderungen an die Angemessenheit zur Erreichung des verfolgten Ziels, da er auf Lotterien und Sportwetten Anwendung findet, nicht aber auf Glücksspiele, die eine viel höhere Gefahr der Spielsucht aufweisen. So werden zum Beispiel Glücksspiele mit einem hohen Suchtpotenzial, wie Glücksspielautomaten oder Pferdewetten, nicht von dem Verbot abgedeckt.
- Darüber hinaus folgt der GIStV-E nicht den Anforderungen an die Zweckdienlichkeit. Es gibt weniger einschränkende Maßnahmen zur Bekämpfung der Spielsucht und zum Schutz von Jugendlichen als das vollständige Internetverbot. Zudem ist die im Internet vorgesehene Registrierung der Kunden gerade besonders geeignet, potenzielle Spielsucht zu identifizieren und einzuschränken.

Am 26. April 2007 hat das Verwaltungsgericht Halle das Verfahren über die Untersagung unserer Geschäftstätigkeit in Sachsen-Anhalt ausgesetzt und zugleich beschlossen, eine Entscheidung vom Bundesverfassungsgericht darüber einzuholen, ob das Glücksspielgesetz des Landes Sachsen-Anhalt mit dem Grundgesetz insoweit vereinbar ist, als durch die genannte Bestimmung eine Erlaubnispflicht für die private Vermittlung unmittelbar oder mittelbar staatlich veranstalteter Glücksspiele (Lotto, Toto usw.) eingeführt wird, ohne dass zugleich für bereits bestehende Vermittlungsaktivitäten eine Übergangsfrist bestimmt wurde. Tipp24 darf derzeit die Geschäftstätigkeit in Sachsen-Anhalt weiter fortsetzen.

Am 14. Mai 2007 hat die EU-Kommission im Nachgang zu der im Rahmen des formalen Notifizierungsverfahrens abgegebenen »Detailed Opinion« eine weitere Stellungnahme zum Entwurf des neuen Glücksspiel-Staatsvertrags abgegeben. Dabei wurden starke Bedenken hinsichtlich der EU-Rechtskonformität der geplanten Beschränkungen des freien Kapitalverkehrs, Werbebeschränkungen, Begrenzung der Verkaufsstellen, Beschränkungen der Vertriebswege sowie Wettbewerbsbeschränkungen kritisiert. Die Bundesrepublik wurde wiederum aufgefordert, innerhalb von zwei Monaten zu den erhobenen Einwänden Stellung zu nehmen.

Am 8. Juni 2007 hat das Oberlandesgericht Düsseldorf den Beschluss des Bundeskartellamts vom 23. August 2006, nach dem der Blockvertrag des Deutschen Lotto- und Totoblocks und die sich daraus ergebende Regionalisierung des Lotteriegeschäfts gegen Gemeinschaftsrecht verstößt, bestätigt. Im parallel laufenden Verfahren zum einstweiligen Rechtsschutz bestätigte der BGH grundsätzlich ebenfalls die Rechtswidrigkeit der Gebietskartelle der Landeslotterien. Diese Regionalisierung ist ein wesentlicher Bestandteil des neuen Glücksspiel-Staatsvertrags.

Am 24. Juli 2007 hat das Verwaltungsgericht Stuttgart in einem Verfahren zur Untersagung der Sportwettenvermittlung einen Aussetzungsbeschluss erlassen und den Rechtsstreit zur Vorabentscheidung zweier Rechtsfragen dem EuGH vorgelegt. Nach der Vorlagebegründung geht das Verwaltungsgericht Stuttgart davon aus, dass die Art. 43 und 49 EG einem innerstaatlichen Monopol auf bestimmte Glücksspiele, wie es derzeit in Deutschland existiert, entgegenstehen.

Am 24. September 2007 hat die EU-Kommission in einem in der Presse veröffentlichten Schreiben der Bundesregierung mitgeteilt, dass ein Gesetz, das zur Umsetzung oder Ausführung des Staatsvertrags erlassen wird, einzeln notifiziert werden muss. Dies gelte zumindest dann, wenn die Umsetzungs- oder Ausführungsgesetze den Glücksspiel-Staatsvertrag verschärfen. Die EU-Kommission führte in dem oben genannten Schreiben einige Beispiele auf, die zu einer Notifizierungspflicht führen. Die Missachtung der Notifizierungspflicht würde zu einer Nichtanwendbarkeit des Gesetzes führen.

Im Laufe des vierten Quartals haben die einzelnen Bundesländer den Glücksspiel-Staatsvertrag ratifiziert. Dies geschah z. T. nur unter großem Druck durch die Landesregierungen bzw. die Ministerpräsidenten selbst, so z. B. in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Dabei ignorierten die Regierungen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein sogar Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste der Landtage, in denen die Verfassungs- und Europarechtswidrigkeit des Glücksspiel-Staatsvertrags eindeutig festgestellt wurde.

Lotteriemarkt wächst weltweit mit 3,3 %

Der weltweite Lotteriemarkt ist das größte Segment des weltweiten Glücksspielmarktes (Gesamtvolumen 2006: 153 Mrd. Euro; Quelle: La Fleur's 2007 World Lottery Almanac, »La Fleur's«) und wies in den letzten Jahren konstante Wachstumsraten (Quelle: Global Betting and Gambling Consultants, The Global Betting and Gambling Report 2004/05, »GBGC«) auf.

Die europäischen Länder haben daran mit einem Marktvolumen von annähernd 72 Mrd. Euro einen Anteil von rund 50 %. Auf die drei wichtigsten Märkte Deutschland, Spanien und Italien entfielen davon mit rund 35 Mrd. Euro wiederum knapp 50 %.

Die 16 Gesellschaften des Deutschen Lotto- und Totoblocks mussten 2007 erneut einen leichten Umsatzrückgang von rund 2,0 % auf 7,46 Mrd. Euro (Vorjahr: 7,61 Mrd. Euro) hinnehmen. Diese Entwicklung führen wir auf die teilweise Beschränkung von Werbeaktivitäten, die vor dem Hintergrund der regulatorischen Diskussion stattgefunden hat, zurück. Insbesondere war ein deutlich rückläufiger Umsatz bei der staatlichen Sportwette »Oddset« zu verzeichnen. Das regelmäßig umsatzstärkste Produkt des Deutschen Lotto- und Totoblocks - das Zahlenlotto 6 aus 49 - lag zwar mit knapp 5 Mrd. Euro nur um 0,9 % unter dem Vergleichsjahr 2006 (Quelle: DLTB). Dies erscheint vor dem Hintergrund des historisch höchsten Lottojackpots im Dezember allerdings eher enttäuschend.

Der spanische Lotteriemarkt - mit einem Spielvolumen von 11,9 Mrd. Euro (2006) - ist der zweitgrößte Europas. Der italienische Lotteriemarkt und somit der größte Europas hatte im Jahr 2006 ein Spielvolumen von 13,4 Mrd. Euro (Quelle: La Fleur's). Der Online-Anteil am Lotteriemarkt ist unserer Meinung nach in beiden Ländern bisher noch unbedeutend und geht weitgehend auf unsere Pionierarbeit zurück. Zudem befinden sich die E-Commerce-Märkte dort insgesamt noch im Aufbau. Ihre Entwicklung liegt ca. 2-3 Jahre hinter der des deutschen Marktes zurück. Das Spielvolumen in Großbritannien lag 2006 bei rund 6,7 Mrd. Euro.

ONLINE-LOTTERIE WELTWEIT in Mrd. Euro

Quelle: Global Betting and Gambling Consultants, The Global Betting and Gambling Report 2004/05

LOTTERIEMARKT EUROPA in Mrd. Euro

Quelle: La Fleur's 2007 World Lottery Almanac

ONLINE-LOTTERIE DEUTSCHLAND in Mrd. Euro

Quelle: Global Betting and Gambling Consultants, The Global Betting and Gambling Report 2004/05

WESENTLICHE FÜR DEN GESCHÄFTS VERLAUF URSÄCHLICHE EREIGNISSE

Anhaltende regulatorische Diskussion in Deutschland

Die anhaltende regulatorische Diskussion in Deutschland hatte aus verschiedenen Gründen mittelbar Einfluss auf unsere Geschäftsentwicklung: Wir setzten erhebliche Mittel für Lobby-Arbeit ein, um Tipp24 im Zusammenhang mit den möglichen Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen zu positionieren. Als Ergebnis der regulatorischen Diskussionen haben Ende 2006 alle Landeslotteriegesellschaften mit Ausnahme von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ihre Internet-Angebote eingestellt, was in der Folge im Berichtsjahr einen positiven Einfluss auf unsere Neukundengewinnung hatte. Die Landeslotterie Hamburg hat ihre Internet-Aktivitäten am 1. September 2007 ebenfalls wieder aufgenommen.

Aufhebung der Blockade unserer italienischen Website

Mitte 2006 war von einer zuständigen Behörde die Internetseite unserer italienischen Tochtergesellschaft gesperrt worden, was zu einer erheblichen Beschränkung der Geschäftstätigkeit und insbesondere des Wachstums in Italien geführt hatte. Die Blockade wurde im September 2007 ohne Begründung wieder aufgehoben. Ein Urteil in dieser Angelegenheit wird im ersten Halbjahr 2008 erwartet.

Markteintritt in Großbritannien

Mit unserer neuen 100%igen Tochtergesellschaft »MyLotto24 Ltd.« haben wir den Markteintritt in Großbritannien begonnen. Unter der Web-Adresse www.mylotto24.co.uk ist Tipp24 seit dem 6. November 2007 mit einem neuen Geschäftsmodell online: Die MyLotto24 Ltd. tritt auf Basis einer entsprechenden Lizenz als Wettanbieter auf den Ausgang auf europäische Lotterien auf.

Der Kunde hat die Möglichkeit, Einzelwetten mit einer von Tipp24 festgelegten Gewinnquote auf 1, 2, 3, 4 oder 5 richtige Zahlen z. B. auf das italienische SuperEnalotto zu platzieren und erhält hierbei bessere Quoten als bei Wettbewerbern. Außerdem kann der Kunde auf die Jackpots der ausländischen Lotterien wetten, wobei diese Jackpots deutlich höher sind als die der nationalen britischen Lotterien.

Zusammenfassende Beurteilung des Geschäftsverlaufs

Der Vorstand der Tipp24 AG beurteilt den Geschäftsverlauf des Jahres 2007 insgesamt als gut. Unsere Ziele hinsichtlich der Entwicklung von Transaktionsvolumen und Umsatz haben wir erreicht. Einzige Ausnahme war das ursprünglich ausgegebene EBIT-Ziel, das aufgrund der oben beschriebenen Sondereffekte verfehlt wurde.

Die sich verändernden politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland können zu bedeutenden zusätzlichen Perspektiven für unser Geschäft führen, sind allerdings vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen im regulatorischen Umfeld auch mit zusätzlichen Risiken behaftet. Die Beschränkung unserer Aktivitäten in Italien in den ersten drei Quartalen 2007 hatte wegen der geringen Größe des noch jungen Geschäfts zunächst lediglich einen geringen negativen Einfluss auf die Umsatzentwicklung des Konzerns.

Gerade vor diesem Hintergrund werten wir die anhaltende Wachstumsdynamik in unserem deutschen Geschäft als besonderen Erfolg. Unser Marktanteil liegt nach unserer Einschätzung bei mehr als 60 %. Dabei sind wir 2007 wie im Vorjahr erneut schneller als private Wettbewerber gewachsen und konnten somit unseren relativen Marktanteil noch ausbauen. Zusammenfassend sehen wir die Dynamik der Entwicklung des Online-Lotteriemarktes sowie die hervorragende Positionierung von Tipp24 in diesem Markt bestätigt.

ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

ERTRAGSLAGE

Wachstumskurs fortgesetzt

Die Tipp24-Gruppe setzte ihren dynamischen Wachstumskurs der vergangenen Jahre auch 2007 erfolgreich fort. Zwei Einmalaufwendungen belasteten die Entwicklung allerdings erheblich:

Für konkrete Vorhaben zur Umsetzung der Akquisitionsstrategie sind Beratungsleistungen aus 2006 in Höhe von 1.422 Tsd. Euro aktiviert worden. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussionen im regulatorischen Umfeld wurden die entsprechenden Projekte jetzt auf unbestimmte Zeit verschoben und die betroffenen Vermögenswerte im zweiten Quartal 2007 ergebniswirksam ausgebucht.

Im zweiten Quartal ist ein einmaliger Personalaufwand in Höhe von 350 Tsd. Euro angefallen.

Darüber hinaus sind im Vergleich zum Vorjahr folgende weitere Effekte zu berücksichtigen:

Das zufallsbedingte Ausbleiben hoher Jackpots in Deutschland in den ersten drei Quartalen 2007 dämpfte die Entwicklung der Neukundenzahlen und der Aktivitätsrate der Bestandskunden in diesem Zeitraum.

Die Ausspielung des höchsten Jackpots (43 Mio. Euro) in der Lottogeschichte Deutschlands im vierten Quartal 2007 führte aufgrund von gezielten Marketingaktivitäten zu einer außergewöhnlichen Steigerung der Neukundenzahl, des Transaktionsvolumens sowie der Aktivitätsrate der Bestandskunden in diesem Zeitraum. Gleichzeitig führten die oben beschriebenen Marketingaktivitäten im Umfeld des Jackpots zu im Vergleich zum Umsatz überproportional gestiegenen Marketingaufwendungen.

Durch die Gründung unserer neuen Tochtergesellschaft in Großbritannien, MyLotto24 Ltd., sind im zweiten Halbjahr 2007 Anlaufkosten angefallen, die in der Position »Sonstige Kosten des Geschäftsbetriebs« ausgewiesen werden.

Die anhaltende regulatorische Diskussion führte zu einem zusätzlichen Aufwand für Lobby-Arbeit.

Insgesamt gelang es uns im Geschäftsjahr 2007, die Anzahl der registrierten Kunden und damit einhergehend Transaktionsvolumen und Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr erwartungsgemäß zu steigern. Bereinigt um die beiden Einmalaufwendungen konnten auch die hohen Erwartungen an das EBIT erfüllt werden.

ERGEBNISENTWICKLUNG

2007 steigerten wir das EBIT um 23,5 % auf 8.949 Tsd. Euro, die EBIT-Marge lag dabei mit 19,9 % unter dem Vorjahresniveau (21,0 %). Wir konnten sowohl die Marketingaufwandsquote um 0,5 %-Punkte auf 33,8 % als auch die Personalkostenquote - trotz der oben beschriebenen Einmalaufwendungen im zweiten Quartal - um 0,9 %-Punkte auf 23,0 % senken. Während die Quote der direkten Kosten des Spielbetriebs bei 8,8 % weitgehend stabilisiert wurde (Vorjahr: 8,7 %) stiegen die sonstigen Kosten des Geschäftsbetriebs um 3,6 %-Punkte auf 14,8 % des Umsatzes.

Wie in den Vorjahren prägte das deutsche Geschäft die Entwicklung des Tipp24-Konzerns maßgeblich. Sein EBIT-Beitrag stieg 2007 um 37,5 % auf 10.076 Tsd. Euro, was einer Steigerung der EBIT-Marge in Deutschland trotz der oben beschriebenen Einmalaufwendungen um 0,9 %-Punkte von 24,3 % auf 25,2 % entspricht. Bereinigt um die Einmalaufwendungen stieg das EBIT in Deutschland um 61,7 % auf 11.848 Tsd. Euro (EBIT-Marge: 29,6 %).

Im Vergleich der vierten Quartale wuchs das EBIT in Deutschland um 102,5 % auf 4.301 Tsd. Euro bei einem Umsatzsprung um 69,3 % auf 15.024 Tsd. Euro. Diese Steigerung verdanken wir überwiegend dem 43 Mio. Euro-Rekord-Jackpot im vierten Quartal. Zusätzlicher Aufwand für Lobby-Arbeit im mittleren sechsstelligen Bereich wirkte sich im vierten Quartal des Vorjahres hingegen negativ auf das EBIT aus.

Der Ergebnisbeitrag der ausländischen Tochtergesellschaften lag im Berichtszeitraum bei -1.076 Tsd. Euro (Vorjahr: -83 Tsd. Euro). Er ist im Wesentlichen durch die Anlaufkosten für den Markteintritt in Großbritannien bedingt. Das spanische Geschäft hat vor dem Hintergrund des Ausbleibens relevanter Jackpots in der EuroMillones-Lotterie keinen positiven Beitrag zum EBIT geleistet.

Das Finanzergebnis hat sich - aufgrund des höheren durchschnittlichen Bestands an liquiden Mitteln der Gruppe im Geschäftsjahr 2007 gegenüber 2006 mit insgesamt 2.243 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.121 Tsd. Euro) verdoppelt. Diese deutliche Erhöhung resultierte im Wesentlichen aus dem ersten Halbjahr 2006, in dem wir große Teile der liquiden Mittel in steuerlich günstigen Aktienleihetransaktionen anlegten. Damit sank 2006 der durchschnittliche Bestand an liquiden Mitteln und im Vergleich zu 2007 auch das Finanzergebnis.


01.01.-31.12.2007 01.01.-31.12.2006

in Tsd. Euro % in Tsd. Euro % Veränd. %
Transaktionsvolumen 346.776
264.235
31,2
Weitergeleitete Spieleinsätze abzüglich Provisionen -301.802
-229.660
31,4
Umsatzerlöse 44.974 100,0 34.575 100,0 30,1
Personalaufwand -10.324 -23,0 -8.277 -23,9 24,7
Sonstiger betrieblicher Aufwand -25.774 -57,3 -18.742 -54,2 37,5
. /. abzüglich sonstige betriebliche Erträge 944 2,1 431 1,2 119,1
Betrieblicher Aufwand -35.154 -78,2 -26.588 -76,9 32,2
EBITDA 9.820 21,8 7.987 23,1 22,9
Abschreibungen -871 -1,9 -743 -2,1 17,2
EBIT 8.949 19,9 7.244 21,0 23,5
Finanzergebnis 2.243 5,0 1.121 3,2 100,1
Ergebnis vor Ertragsteuern 11.192 24,9 8.365 24,2 33,8
Ertragsteuern -4.920 -10,9 -921 -2,7 434,5
Ergebnis 6.272 13,9 7.445 21,5 -15,8
Aufriss sonstige betriebliche Aufwendungen




Marketingkosten -15.186 -33,8 -11.847 -34,3 28,2
- Marketingaufwendungen für eigene Kunden -11.550 -25,7 -8.435 -24,4 36,9
- Business Service Provisionen -3.636 -8,1 -3.413 -9,9 6,5
Direkte Kosten des Geschäftsbetriebs -3.941 -8,8 -3.016 -8,7 30,7
Sonstige Kosten des Geschäftsbetriebs -6.647 -14,8 -3.879 -11,2 71,4
Sonstige betriebliche Aufwendungen -25.774 -57,3 -18.742 -54,2 37,5

(Rundungsdifferenzen durch Darstellung in Tsd. Euro)

Das Konzernergebnis ging im Jahresvergleich um 15,8 % auf 6.272 Tsd. Euro zurück. Die Umsatzrendite nach Steuern sank entsprechend um 7,6 %-Punkte auf 13,9 %. Der Rückgang fiel vor dem Hintergrund der steuerlichen Einmaleffekte im Vorjahr, welche die Steuerquote im Gesamtjahr 2006 entsprechend günstig beeinflusst hatten, im Vergleich zum EBIT stark überproportional aus.

Das Konzernergebnis im Vergleich der vierten Quartale erhöhte sich um 37,3 % auf 2.370 Tsd. Euro. Hier wirkte sich, wie bereits oben beschrieben, aufgrund der regulatorischen Diskussion ein zusätzlicher Aufwand im mittleren sechsstelligen Bereich für Lobby-Arbeit im vierten Quartal 2006 belastend aus.

Die Eigenkapitalrendite sank im Berichtszeitraum von 12,3 % auf 11,3 %.

Das Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert) sank im Geschäftsjahr von 0,84 auf 0,74 Euro.

Der Jahresüberschuss nach HGB der Tipp24 AG betrug 2007 5.978 Tsd. Euro. Der Vorstand schlägt vor, für das Geschäftsjahr 2007 erstmalig eine Dividende in Höhe von 50 Cent je Aktie auszuschütten.

UMSATZENTWICKLUNG

Im Geschäftsjahr 2007 erhöhte sich die Anzahl der registrierten Kunden um 574 Tsd. auf 2.344 Tsd. Bedingt durch die günstige Jackpot-Situation im vierten Quartal fiel das Wachstum im Vorjahresvergleich (448 Tsd.) um 126 Tsd. höher aus. Allein in den letzten drei Monaten 2007 gewannen wir mit 354 Tsd. neuen registrierten Kunden 165 Tsd. mehr als im Vergleichszeitraum hinzu.

Die Rate aktiver Kunden lag mit 28,7 % auf Vorjahresniveau (28,6 %). Das Transaktionsvolumen je aktivem Kunden erreichte mit 588 Euro knapp den 2006er Wert (598 Euro). Insgesamt konnten wir das Transaktionsvolumen im Berichtsjahr um 31,2 % auf 346.776 Tsd. Euro ausweiten. Der Anteil der Umsatzerlöse am Transaktionsvolumen - die Rohmarge - lag mit 13,0 % nach 13,1 % ebenfalls knapp auf dem Niveau des Vorjahres.

EBIT/EBIT-MARGE

TRANSAKTIONSVOLUMEN

REGISTRIERTE/AKTIVE KUNDEN

So gelang es uns, die Umsatzerlöse um 30,1 % auf 44.974 Tsd. Euro zu steigern, sie wurden auch 2007 von den Beiträgen des Geschäfts in Deutschland mit 89,0 % dominiert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöhten wir letztere um 32,5 % auf 40.018 Tsd. Euro. Das inländische Transaktionsvolumen wuchs entsprechend um 31,8 % auf 325.540 Tsd. Euro, die Rohmarge lag mit 12,3 % auf Vorjahresniveau. Damit übertraf das Wachstum in Deutschland leicht den Durchschnitt der Gruppe. Wesentliche Ursache dieser Entwicklung war neben dem Rekord-Jackpot in Deutschland ein ganzjähriger Mangel an relevanten Jackpots in unserem Hauptauslandsmarkt Spanien.

Im Vergleich der vierten Quartale haben wir das Transaktionsvolumen des Gesamtkonzerns um 65,1 % auf 128.600 Tsd. Euro und die Umsatzerlöse um 61,1 % auf 16.483 Tsd. Euro ausgeweitet. Die Rohmarge sank leicht von 13,1 % auf 12,8 %.

UMSATZ/ROHMARGE

KOSTENQUOTEN in %

AUFTRAGSENTWICKLUNG

Aufgrund unseres Geschäftsmodells ist der Ausweis einer Auftragsentwicklung nicht sinnvoll Die Vermittlungsaufträge unserer Kunden werden regelmäßig zeitnah ausgeführt.

ENTWICKLUNG WESENTLICHER GUV-POSITIONEN

Der Personalaufwand stieg im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 24,7 % auf 10.324 Tsd. Euro. Dabei sind im zweiten Quartal einmalige zusätzliche Aufwendungen in Höhe von rund 350 Tsd. Euro entstanden. Insgesamt verlief der Anstieg des Personalaufwands unterproportional zur Umsatzsteigerung, sodass wir die Personalaufwandsquote um 0,9 %-Punkte auf 23,0 % senken konnten.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind 2007 um 37,5 % auf 25.774 Tsd. Euro angestiegen. Im Vergleich der vierten Quartale betrug der Zuwachs 76,8 % auf 10.166 Tsd. Euro.

Im Geschäftsjahr stellt sich die Entwicklung im Einzelnen wie folgt dar:

Die Marketingkosten sind um 28,2 % auf 15186 Tsd. Euro (33,8 % des Umsatzes; -0,5 %-Punkte) gestiegen. Sie teilen sich auf in Marketing für eigene Kunden sowie in die Provisionen, die an die Business Service Partner abgeführt werden. Die Marketingkosten für eigene Kunden lagen 2007 mit 11.550 Tsd. Euro um 36,9 % über denen des Vorjahres. Die an Business Service Partner abgeführten Provisionen stiegen im Jahresvergleich um 6,5 % auf 3.636 Tsd. Euro.

Die direkten Kosten des Geschäftsbetriebs entwickelten sich 2007 proportional zur Entwicklung des Transaktionsvolumens um 30,7 % auf 3.941 Tsd. Euro: Sie lagen bei 1,1 % des Transaktionsvolumens (Vorjahr: 1,1 %).

Die sonstigen Kosten des Geschäftsbetriebs nahmen um 71,4 % auf 6.647 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.879 Tsd. Euro) zu. Diese Erhöhung wurde wesentlich durch Sondereffekte (Ausbuchung von Vermögenswerten in Form von Beratungsleistungen) in Höhe von 1,4 Mio. Euro im zweiten Quartal 2007 sowie durch Anlaufkosten für unsere neuen Tochtergesellschaften in Großbritannien verursacht. Darüber hinaus haben zusätzliche Aufwendungen für Rechtsberatung und Lobby-Arbeit im Rahmen der aktuellen regulatorischen Diskussionen zu einer Erhöhung dieser Kostenposition geführt.

Die Entwicklung der sonstigen betrieblichen Erträge bewegt sich im Rahmen der für diese Position bei Tipp24 üblichen betrieblichen Schwankungen.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sind 2007 im Vergleich zum Vorjahr um 128 Tsd. Euro (+17,2 %) auf 871 Tsd. Euro gestiegen. Dies steht im Einklang mit den getätigten Investitionen.

FINANZLAGE

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Tipp24 betreibt ein globales Finanzmanagement. Alle wesentlichen Entscheidungen zur Finanzierungsstruktur trifft der Vorstand. Das Finanzmanagement findet insgesamt auf Konzernebene statt. Wir verfolgen dabei folgende Ziele:

Die Eigenkapitalquote soll mittelfristig auf etwa 35 % eingestellt werden.

Die liquiden Mittel, die den kurzfristigen Verbindlichkeiten aus dem Spielbetrieb gegenüberstehen, werden in sicheren Anlageformen angelegt (Standard & Poor's Rating mindestens BBB+). Der überwiegende Teil davon ist kurzfristig mit Fälligkeiten von einer Woche oder weniger anzulegen. Ein statistisch belegter Sockelbetrag ist mittelfristig mit Fälligkeiten zwischen einem und vier Jahren anzulegen.

Das Eigenkapital, das über die angestrebte Zielgröße für die Eigenkapitalquote von etwa 35 % zur Sicherstellung einer stabilen Finanzierungssituation der Gesellschaft hinausgeht, soll für Investitionen im Rahmen der oben beschriebenen Strategie eingesetzt werden. Die dem Eigenkapital gegenüberstehenden, noch nicht eingesetzten liquiden Mittel werden ebenfalls kurzfristig in sicheren Anlagen investiert. Mittelfristig ist eine Hebelung der Finanzierung von Tipp24 auch durch zinstragendes Fremdkapital möglich. Außerdem planen wir, Eigenkapital, das im Rahmen der strategischen Ausrichtung nicht erforderlich ist, zukünftig in Form von Dividenden auszuschütten.

Finanzierungsanalyse

Die Finanzierungssituation der Tipp24 AG ist wesentlich durch zwei Sachverhalte geprägt:

Hohe kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten sowohl gegenüber Kunden aus Vorauszahlungen als auch gegenüber Spielveranstaltern aus bereits vermittelten aber noch nicht bezahlten Spielscheinen -, die täglich fällig sind: Sie sind im Wesentlichen durch Liquidität bzw. durch ebenfalls kurzfristige Forderungen aus dem Spielbetrieb gegen Spielveranstalter oder gegen Partner im Zahlungsverkehr, Banken und Kreditkartenunternehmen, mit Fälligkeiten von einem Tag bis einer Woche gedeckt. Die kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten stiegen im Berichtsjahr um 42,5 % auf 26.810 Tsd. Euro (Vorjahr: 18.810 Tsd. Euro).

Hohes Eigenkapital, das sich zum einen aus den erwirtschafteten Gewinnen abzüglich vorgetragener Verluste der Vergangenheit, zum anderen aus den Kapitalzuführungen in der Frühphase der Gesellschaft (in den Jahren 1999 und 2000) sowie schließlich dem zusätzlichen Eigenkapital aus dem Börsengang zusammensetzt. Es liegen keine wesentlichen langfristigen Verbindlichkeiten vor.

Vor diesem Hintergrund ist die Eigenkapitalquote als Verhältnis des Eigenkapitals zum Gesamtkapital für uns die wesentliche Kennzahl im Rahmen der Finanzierungsanalyse. Wir konnten diese entlang unser Finanzmanagementziele um 12,7 %-Punkte auf 60,6 % (Vorjahr: 73,3 %) senken. Insbesondere haben wir im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms das Eigenkapital um 11.335 Tsd. Euro reduziert.

Bedeutung außerbilanzieller Finanzierungsinstrumente für die Finanzlage

Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente spielen für die Finanzierung des Tipp24-Konzerns keine wesentliche Rolle. Im Konzern wurden Avalkredite zur Absicherung von zukünftigen Verpflichtungen aus Mietverträgen für Büroräume in Höhe von 180 Tsd. Euro aufgenommen. Darüber hinaus hat der Konzern nicht bilanzierte zukünftige Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen für Büroräume, Firmen-Kfz und technische Ausstattung im Wert von 1.324 Tsd. Euro.

Investitionsanalyse

Im Berichtszeitraum investierten wir insgesamt 3.214 Tsd. Euro in Software (1.536 Tsd. Euro), Hardware (1.585 Tsd. Euro) und Betriebs- und Geschäftsausstattung (93 Tsd. Euro). Den maßgeblichen Anteil wendeten wir für den Ausbau der technischen Infrastruktur auf. Insbesondere haben wir ein neues internationales Rechenzentrum am Standort London eingerichtet. Dieser Standort wurde überwiegend aufgrund einer deutlich verbesserten Anbindung an internationale Internet-Hauptknotenpunkte gewählt. Außerdem haben wir die Einführung eines neuen Release der Softwaresysteme für den internationalen Spielbetrieb begonnen. Darüber hinaus wurden im Berichtszeitraum die Analyse- und Buchhaltungssysteme sowie die Systeme für den Spielbetrieb erweitert. Diese Erweiterungen werden wir 2008 entsprechend steigender Kapazitätsanforderungen sowie fortschreitender Entwicklung der Sicherheitsstandards kontinuierlich fortsetzen. Eine laufende Anpassung der Bürosysteme ist ebenfalls vorgesehen.

Liquiditätsanalyse

Cashflow

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit lag mit 17.886 Tsd. Euro über dem Vorjahresniveau (8.360 Tsd. Euro). Der Saldo der Veränderung von sonstigen Vermögenswerten und sonstigen Verbindlichkeiten - die überwiegend die Bilanzierung des Spielbetriebs (Forderungen gegen Dienstleister im Zahlungsverkehr, Forderungen/ Verbindlichkeiten gegen Spielveranstalter, Verbindlichkeiten gegen Kunden) darstellen - leistete im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen deutlich größeren Beitrag zum Cashflow (+3.319 Tsd. Euro, Vorjahr: -869 Tsd. Euro). Diese Veränderung liegt allerdings im Rahmen der üblichen statistischen Schwankungen bei der Abwicklung des Spielbetriebs. Darüber hinaus ist der Cashflow, der sich aus der Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ergibt, im Vergleich zum Vorjahr um 2.954 Tsd. Euro auf 3.836 Tsd. Euro angestiegen.

Wesentliche Cashflow-Positionen in Tsd. Euro 2007 2006
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 17.886 8.360
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -1.200 -4.769
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -11.335 0
= Nettozu-/-abfluss von Zahlungsmitteln 5.351 3.591
Liquide Mittel und Wertpapiere zu Beginn der Periode 60.703 57.174
Zahlungsunwirksame Erträge aus Wertpapieren 97 0
Nettoveränderung der liquiden Mittel aus Wertpapieren -239 -61
= Finanzmittelbestand am Ende der Periode 65.912 60.703

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit ist gegenüber dem Vorjahr um 3.570 Tsd. Euro auf -1.200 Tsd. Euro gesunken. 2007 haben wir zwar im Vergleich zum Vorjahr mit 3.214 Tsd. Euro deutlich mehr in technische Infrastruktur investiert (Vorjahr: 769 Tsd. Euro) dagegen stehen aber Finanzinvestitionen in Höhe von 4.000 Tsd. Euro im Vorjahr und der Verkauf einer Finanzanlage im Berichtszeitraum in Höhe von 2.014 Tsd. Euro.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit betrug -11.335 Tsd. Euro und betraf ausschließlich das Aktienrückkaufprogramm. Im Vorjahr betrug er 0 Tsd. Euro. Der Free Cashflow lag im Berichtszeitraum mit 16.686 Tsd. Euro deutlich über dem des Vorjahres.

Liquiditätskennziffern

Insgesamt ist unsere Liquiditätslage maßgeblich durch einen sehr hohen Bestand an liquiden Mitteln, die aus den Zuflüssen des Börsengangs sowie aus den kumulierten historischen Gewinnen resultieren, geprägt.

Im Einzelnen ermitteln wir zur Bewertung der Liquiditätslage der Tipp24 AG regelmäßig die Liquidität 2. Grades. Hierbei finden neben den kurzfristigen Wertpapieren mit Kapitalgarantie und täglicher Fälligkeit auch die kurzfristigen Forderungen Berücksichtigung. Sie bestehen im Wesentlichen gegen solvente Unternehmen und betreffen den Spielbetrieb. Sie sind roulierend und sämtlich in den ersten Tagen des Folgejahres ausgeglichen worden. Es handelt sich um Forderungen gegen Banken und Kreditkartenunternehmen aus dem Zahlungsverkehr der Kunden sowie um Forderungen gegen Lottogesellschaften aus Sicherheitsleistungen und aus noch nicht ausbezahlten Gewinnen der Kunden. Tipp24 hat mit Ausnahme von geringen Verbindlichkeiten aus Finanzierungs-Leasing kein langfristiges Fremdkapital. Die Liquidität 2. Grades ist im Geschäftsjahr 2007 im Vergleich zum Vorjahr von 341,1 % auf 232,2 % gefallen.



2007 2006
Liquidität 2. Grades * = monetäres Umlaufvermögen ohne eventuelle geleistete Anzahlungen/
Summe des Fremdkapitals
232,2 % 341,1 %

* Entspricht der Liquidität 3. Grades, da Tipp24 über keine Vorräte verfügt.

BILANZSTRUKTUR in Mio. Euro

Bestehende Guthaben sind zum Stichtag wie folgt investiert: zu 3,0 Mio. Euro in langfristigen Finanzanlagen mit Kapitalgarantie, zu 55,0 Mio. Euro in Geldmarktfondsanteilen mit täglicher Fälligkeit, Kapitalgarantie und einer festen sowie einer variablen Zinskomponente sowie zu 4,1 Mio. Euro in kurzfristige Finanzanlagen.

Kapitalkosten

Das Fremdkapital von Tipp24 ist wesentlich durch sonstige Verbindlichkeiten, insbesondere aus dem Spielbetrieb geprägt. Zinstragendes Fremdkapital besteht nicht. Kosten des Eigenkapitals setzen wir mit 7,9 % an. Dieser Wert ergibt sich aus dem risikofreien Basiszinssatz in Höhe von 3,9 % zuzüglich Risikoprämie von 4,0 %, die sich aus der allgemeinen Marktrisikoprämie in Höhe von 4,0 %, gewichtet mit einem Betafaktor von 1,0 ergibt. Der Betafaktor resultiert aus der täglichen Kovarianz zum Dax (Betafaktor 0,69) und wurde auf 1,0 angehoben, um zusätzlich die momentanen äußeren rechtlichen Begebenheiten der gesamten Branche zu reflektieren. Aufgrund nicht vorhandenen zinstragenden Fremdkapitals ergeben sich zum Stichtag durchschnittliche Kapitalkosten in Höhe von 7,9 % (Vorjahr: 9,0 %).

Sonstige Verbindlichkeiten

Unsere sonstigen Verbindlichkeiten bestehen vor allem aus Verbindlichkeiten gegenüber Spielern aus Vorauszahlungen sowie gegenüber Spielveranstaltern aus vermittelten aber noch nicht bezahlten Spielscheinen. Diese Verbindlichkeiten unterliegen erheblichen statistischen Schwankungen in Abhängigkeit von etwaig vor dem Stichtag entstandenen aber noch nicht ausgeglichenen Ansprüchen auf Großgewinne. Darüber hinaus werden sie wegen wöchentlicher Zyklen bei der Spielvermittlung wie auch bei der Abrechnung einiger Spielveranstalter vom Wochentag des Stichtags stark beeinflusst. Die sonstigen Verbindlichkeiten lagen mit 26,8 Mio. Euro um 8,0 Mio. Euro über Vorjahresniveau.

VERMÖGENSLAGE

Vermögensstrukturanalyse

Das Vermögen von Tipp24 wird überwiegend von den kurzfristigen Vermögenswerten in Höhe von 84.526 Tsd. Euro (Vorjahr: 77.054 Tsd. Euro) getragen. Diese bestehen wiederum im Wesentlichen einerseits aus liquiden Mitteln und Wertpapieren (65.821 Tsd. Euro) und andererseits aus Forderungen gegen Spielveranstalter aus Gewinnen, die auf vermittelte Spielscheine entfallen sind (7.137 Tsd. Euro), aus Forderungen gegen Banken und Kreditkartenunternehmen aus dem Zahlungsverkehr im Spielbetrieb (5.041 Tsd. Euro) sowie aus Sicherheitseinbehalten (681 Tsd. Euro) seitens Landeslotteriegesellschaften. Zusätzlich hielten wir zum Bilanzstichtag 4.144 Tsd. Euro in kurzfristigen Finanzanlagen.

Die Entwicklung des Vermögens spiegelt weitgehend die Steigerung des Transaktionsvolumens, die Entwicklung der Ertragslage sowie die Effekte aus dem Aktienrückkaufprogramm wider.

Darüber hinaus verfügt Tipp24 über immaterielle Vermögenswerte - überwiegend Software - in Höhe von 1582 Tsd. Euro, Anlagen - überwiegend Hardware und Büroausstattung - in Höhe von 2349 Tsd. Euro, langfristige Finanzanlagen in Höhe von 3.000 Tsd. Euro sowie aktive latente Steuern aus noch nicht verbrauchten Verlustvorträgen in Höhe von 282 Tsd. Euro.

Nicht bilanziertes Vermögen

Tipp24 bilanziert folgende wesentliche Vermögenswerte nicht:

Kunden: Knapp 30 % der bei Tipp24 registrierten Kunden sind regelmäßig, das heißt mit mindestens einer Transaktion im Monat, aktiv. Abgesehen von kurzfristigen Schwankungen ist eine zeitliche Abnahme ihrer Aktivität bislang nicht zu verzeichnen. Vor dem Hintergrund regelmäßiger zukünftiger Cashflows, die von diesen Kunden voraussichtlich ausgehen, stellen sie unseren zentralen Wert dar.

Marke: Die 2005 als Wortmarke im Markenregister eingetragene Marke Tipp24 hat durch kontinuierliche Werbemaßnahmen seit Aufnahme der operativen Tätigkeit in Deutschland erhebliche Bekanntheit erlangt und stellt somit einen wesentlichen Wert dar.

Software: Die von Tipp24 im Spielbetrieb verwendeten Softwaresysteme haben wir im Wesentlichen selbst entwickelt. Dabei sind erhebliche Aufwendungen, insbesondere Personalaufwendungen für die Softwareentwickler und andere am Entwicklungsprozess Beteiligte entstanden. Für diese Entwicklungsaufwendungen wurden nicht alle Kriterien, die IAS 38.57 vorsieht, erfüllt. Daher haben wir keine selbst entwickelte Software aktiviert.

Bedeutung außerbilanzieller Finanzierungsinstrumente für die Vermögenslage

Tipp24 hat zukünftige Verpflichtungen aus Verträgen in Höhe von 864 Tsd. Euro. Diese setzen sich aus Verpflichtungen aus Kooperations-, Versicherungs-, Wartungs- und Lizenzverträgen zusammen. Darüber hinaus werden Verbindlichkeiten aus Operating-Leasing mit einem Barwert von 1.324 Tsd. Euro gehalten.

Mitarbeiter

Der Tipp24-Konzern beschäftigte 2007 neben den Vorständen sowie jeweils einem Geschäftsführer in Spanien, Italien und Großbritannien durchschnittlich 154, zum Jahresende 169 feste Mitarbeiter sowie im Durchschnitt sechs Auszubildende. Die Fluktuation betrug 17,8 %, das Durchschnittsalter lag bei 31,75 Jahren. Außerdem waren durchschnittlich 48 studentische Aushilfen, in der Regel auf Basis einer 20-Stunden-Woche, bei uns tätig.

Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt 40 Wochenstunden. Es gibt keine Betriebs- und Tarifvereinbarungen, die Anwendung finden. Bis heute hat es keine Arbeitsniederlegungen gegeben. Ein Betriebsrat ist nicht installiert.

MITARBEITER/PERSONALAUFWAND

Jeder Mitarbeiter nimmt an regelmäßigen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen innerhalb seiner Abteilung teil. Dafür werden etwa 5 % der gesamten Arbeitszeit investiert. Zudem gaben wir 2007 199 Tsd. Euro für externe Schulungsmaßnahmen aus.

Der Unfall- und Arbeitsschutz bei Tipp24 entspricht nach heutiger Kenntnis regelmäßig den gesetzlichen Vorschriften. Im Jahr 2007 gab es drei Betriebsunfälle.

Sonstige immaterielle Werte

Wir schätzen den Wert unserer hervorragenden Beziehungen zu den Lottogesellschaften als bedeutend ein - insbesondere weil wir durch sie neue, für unser Geschäft wichtige Entwicklungen sehr frühzeitig erkennen können.

Der Wert unserer Organisations- und Verfahrensvorteile ergibt sich aus der hohen Abwicklungskompetenz und technischen Zuverlässigkeit unserer selbst entwickelten Software.

GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

Beurteilung der wirtschaftlichen Lage durch die Unternehmensleitung

Die aktuelle regulatorische Lage, insbesondere durch die Ratifizierung des GIStV in allen Bundesländern, begründet das Risiko einer erheblichen Störung bis hin zur gänzlichen Untersagung unseres derzeitigen Geschäftsmodells ab 1. Januar 2009 in Deutschland und in der Folge einer empfindlichen negativen Störung unserer Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage. Insgesamt schätzen wir die Lage von Tipp24 allerdings als robust ein. Tipp24 verfügt über ausreichend Ressourcen, um auch im Umfeld von erheblichen negativen regulatorischen Voraussetzungen erfolgreich zu bestehen. Vor allem aber erscheint ein längerfristiger Bestand der aktuellen Glücksspielgesetze in Deutschland vor dem Hintergrund ihrer ofenkundigen Unvereinbarkeit mit Gemeinschafts-, Verfassungs- und Kartellrecht unwahrscheinlich.

Der Vorstand sieht gleichzeitig die Chance einer nachhaltig günstigen künftigen Geschäftsentwicklung. Der Erfolg des Geschäftsjahres 2007 hat dies nochmals bestätigt. Der Online-Lotteriemarkt ist sowohl in Deutschland als auch in Spanien, Italien und Großbritannien im Vergleich zu anderen Branchen stark unterentwickelt. Vor diesem Hintergrund erscheint ein erhebliches Wachstum der 3ranche für die kommenden Jahre wahrscheinlich. Tipp24 ist hervorragend positioniert, um wesentlich an diesem Wachstum zu partizipieren.

Darüber hinaus sehen wir attraktive zusätzliche Potenziale bei neuen Produktkategorien und im Zuge einer möglichen Deregulierung der europäischen Lotteriemärkte. Der Konzern ist mit erheblicher, im Wesentlichen durch Eigenkapital finanzierter Liquidität ausgestattet. Diese gibt uns großen Handlungsspielraum, um Wachstumschancen - etwa durch Akquisitionen - wahrzunehmen.

Darstellung des Einflusses von Bilanzpolitik auf die wirtschaftliche Lage

Unsere Bilanz ist sehr stark von durch Eigenkapital gedeckten liquiden Mitteln geprägt, die uns eine solide Basis für unsere Wachstumsstrategie sowie die sich aus veränderten regulatorischen Bedingungen zukünftig ergebender neuen Wachstumschancen bieten. Wir streben langfristig an, die derzeitige Eigenkapitalquote von 60,6 % durch weitere Investitionen in den Geschäftsaufbau auf etwa 35 % zu senken und dabei Eigenkapitalrenditen von über 30 % zu erzielen.

ANGABEN HINSICHTLICH DES ÜBERNAHME-RICHTLINIE-UMSETZUNGSGESETZES (§ 315 ABS. 4 HGB)

Folgende verpflichtende Angaben ergeben sich durch das am 8. Juli 2006 verabschiedete Übernahmerichtlinie-Umsetzungsgesetz gemäß § 315 HGB:

Das gezeichnete Kapital entspricht dem Grundkapital der Gesellschaft von 8.872.319,00 Euro. Es ist in voller Höhe eingezahlt und eingeteilt in 8.872.319 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien.

Folgende direkte oder indirekte Beteiligungen am Grundkapital der Gesellschaft, die 10 vom Hundert der Stimmrechte überschreiten, sind der Gesellschaft gem. § 21 WpHG im Berichtszeitraum gemeldet worden oder zu einem früheren Zeitpunkt gemeldet und im Berichtszeitraum nicht geändert worden:

Name, Ort Beteiligung Meldedatum
Günther Holding GmbH, Hamburg 15,20 % 17. Dezember 2007
Jens Schumann, Hamburg 10,18 % 11. November 2005

Gemäß § 84 und § 85 AktG obliegt die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands dem Aufsichtsrat. Diese Befugnis wird in § 5 der Satzung der Tipp24 AG dahingehend konkretisiert, dass der Aufsichtsrat die Vorstandsmitglieder bestellt, ihre Zahl bestimmt und die Geschäftsverteilung regelt.

Gemäß § 119 Abs. 1 Nr. 5 AktG beschließt die Hauptversammlung über Satzungsänderungen. Die entsprechend konkretisierten Verfahrensregeln sind in den §§ 179, 181 AktG i. V. m. § 15 der Satzung der Tipp24 AG enthalten.

Der Beschluss der Hauptversammlung vom 15. September 2005 ermächtigt den Vorstand, das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 31. Juli 2010 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- oder Sacheinlage um bis zu 3.331.136,00 Euro zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I). Des Weiteren ist die Gesellschaft ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 31. Dezember 2010 durch Ausgabe neuer Aktien um bis zu 500.000,00 Euro zu erhöhen (Bedingtes Kapital I). Es dient der Sicherung von Bezugsrechten aus Aktienoptionen, die im Rahmen des Aktienoptionsplans 2005 vom 1. Januar 2006 bis zum 31. Dezember 2010 ausgegeben werden. Weiterhin wurde der Vorstand auf der ordentlichen Hauptversammlung vom 24. Mai 2007 ermächtigt, eigene Aktien bis zu einem anteiligen Betrag von knapp 10 % des Grundkapitals, dies entspricht 887.231 Aktien, zu erwerben. Die Ermächtigung soll die Gesellschaft unter anderem in die Lage versetzen, ohne Beanspruchung der Börse eigene Aktien kurzfristig für den Erwerb von Unternehmen oder Beteiligungen an anderen Unternehmen zur Verfügung zu haben und einem Verkäufer als Gegenleistung anbieten zu können.

Erläuternder Bericht des Vorstands zu den Angaben gemäß § 315 Abs. 4 HGB:

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt per 31. Dezember 2007 8.872.319,00 Euro und ist in 8.872.319 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil am Gewinn.

Das Unternehmen wird vom Vorstand geleitet und gegenüber Dritten vertreten. Die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands obliegt gemäß § 84 AktG dem Aufsichtsrat. Herr Marc Peters ist mit Wirkung zum 30. Juni 2007 aus dem Vorstand ausgeschieden. Eine Nachfolge wurde nicht neu bestellt.

Die letzte Satzungsänderung erfolgte im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung vom 24. Mai 2007; hier wurde der § 3 der Satzung zur Anpassung an das Transparenzrichtlinie-Umsetzungsgesetz neu gefasst.

Der Vorstand hat im Berichtsjahr von der Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien Gebrauch gemacht. Bis zum 31. Dezember 2007 wurden insgesamt 654.047 Aktien oder 7,37 % des Grundkapitals zurückgekauft.

NACHTRAGSBERICHT

Am 1. Januar 2008 ist der neue Glücksspiel-Staatsvertrag in Kraft getreten. Er enthält Vorschriften, die wesentliche Teile des Geschäfts der Tipp24 AG erheblich beschränken oder sogar vollständig untersagen. So wird z. B. Werbung im Internet komplett untersagt, die Vermittlung von Glücksspielen im Internet ist im Jahr 2008 nach dem Wortlaut des Gesetzes stark eingeschränkt und ab 2009 vollständig verboten. In der Übergangsphase im Jahr 2008 muss Tipp24 in allen 16 Bundesländern Genehmigungen für seine Tätigkeit einholen, die vorher nicht vorgesehen waren. Es besteht auf die Erteilung dieser Genehmigungen kein Rechtsanspruch. Wie bereits dargestellt, geht die Gesellschaft davon aus, dass der Glücksspiel-Staatsvertrag in vielerlei Hinsicht gegen geltendes Kartell-, Verfassungs- und Europarecht verstößt. Sollten die Behörden die entsprechenden Gesetze anwenden, sieht Tipp24 eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass von den angerufenen Gerichten die Tätigkeit von Tipp24 durch einstweiligen Rechtsschutz geschützt wird. Ein vergleichbares Ergebnis wurde bereits im Frühjahr 2007 in einer Auseinandersetzung mit dem Land Sachsen-Anhalt vor dem Verwaltungsgericht Halle erzielt.

Wir sind davon überzeugt, dass unser Angebot in vollem Einklang mit den neuen Gesetzesvorschriften des GIStV steht und mithin sämtliche Anforderungen für den Übergangszeitraum 2008 erfüllt. Dazu haben wir u. a. die Jugendschutzmechanismen verschärft, das Produkt Oddset eingestellt sowie die Anzahl der möglichen Teilnahmen bei der Lotterie Keno auf zwei Ziehungen pro Woche beschränkt. Darüber hinaus werden wir die bisher als sogenannte Business Service Partner betriebenen Lottodienste der Portale T-Online, WEB.DE und RTL.DE (Gambelino) so umstellen, dass die Kunden direkt bei Tipp24 spielen.

Am 31. Januar 2008 hat die Europäische Kommission beschlossen, ein förmliches Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland einzuleiten. Dieses bezieht sich ausdrücklich auf den neuen Glücksspiel-Staatsvertrag vom 1. Januar 2008. Die Kommission hat dabei deutlich gemacht, dass sie bei einem Ausbleiben von Änderungen an der gegenwärtigen Rechtslage eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof einreichen werde. Kritikpunkte der Kommission in ihrem ausführlichen Schreiben an die Bundesregierung als zuständige Stelle sind insbesondere das generelle Internetverbot, das Internetwerbeverbot sowie die Bestimmungen zum Genehmigungsverfahren für private Spielvermittler. Für die Gesellschaft kann das Einleiten des Vertragsverletzungsverfahrens, insbesondere in Verbindung mit dessen Begründung, ein wesentlicher Aspekt bei der rechtlichen Verteidigung des bisherigen Geschäftsmodells darstellen.

RISIKOBERICHT

RISIKOMANAGEMENT

Tipp24 ist ein junges, international tätiges Unternehmen der Internet-Branche und unterliegt den untrennbar mit diesen unternehmerischen Aktivitäten verbundenen, typischen Branchen- und Marktrisiken. Die Realisierung eines oder mehrerer dieser Risiken könnte die Geschäftstätigkeit von Tipp24 beeinträchtigen und erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Das Management nimmt diese Risiken sehr ernst und berücksichtigt sie sowohl bei operativen als auch bei strategischen Entscheidungen: Wir beobachten die Entwicklung der relevanten Risiken laufend und betrachten dabei neben den aktuellen auch zukünftige Gefahrenpotenziale. Schwerpunkte setzen wir bei der frühzeitigen Erkennung, Bewertung, Vorbeugung und Beherrschung von Risiken.

2007 haben wir das bestehende Risikomanagementsystem entsprechend der dynamischen Unternehmensentwicklung weiter verfeinert. Unser leistungsfähiges System ermöglicht es uns, die für das Unternehmen relevanten Risiken zeitnah zu erkennen, zu bewerten und rechtzeitig Maßnahmen einzuleiten. Wir folgen zur Implementierung der Risikofrüherkennung Leitlinien, die sich am Umfang der bisherigen Geschäftstätigkeit und der Größe der Tipp24 AG orientieren.

Im Einzelnen stellt sich das Risikomanagement bei Tipp24 wie folgt dar:

Wir überwachen die operativen Risiken durch regelmäßige Kontrolle relevanter Finanz- und anderer Kennzahlen. Dabei haben wir für jede Kennzahl eine Überwachungsfrequenz, Verantwortlichkeiten für die Überprüfung und Verhaltensregeln bei definierten Abweichungen von Soll-Werten festgelegt. Im Technik-Bereich werden in solchen Fällen entsprechend definierte Notfallprozeduren eingeleitet.

Darüber hinaus werden hier die Entwicklungen von Sicherheitsstandards fortlaufend überwacht und entsprechende Anpassungen an unseren Sicherheitssystemen ebenfalls fortlaufend vorgenommen. Rechtliche Veränderungen in den Märkten, in denen wir tätig sind, werten wir regelmäßig auch mit Unterstützung kompetenter Rechtsberatung aus. Auf dieser Basis können wir ungewöhnliche Vorkommnisse zeitnah erkennen und gegebenenfalls angemessen reagieren.

Das Risikomanagementsystem ist fest in unserer Führungsebene verankert, es wird fortlaufend überwacht und aktualisiert. Der Vorstand wird regelmäßig über die Ergebnisse der Risikoauswertungen informiert. Wir sind überzeugt, dass die von uns implementierten Risikofrüherkennungs- und -managementsysteme insgesamt geeignet sind, die sich aus möglichen Risiken ergebenden Gefahren für Tipp24 rechtzeitig erkennen und ihnen angemessen begegnen zu können. Im Geschäftsjahr 2007 haben wir das Risikofrüherkennungssystem formal dokumentiert, es wird regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst.

DARSTELLUNG DER EINZELRISIKEN

Folgende wesentliche spezifische Risiken für das Geschäft von Tipp24 haben wir identifiziert:

Marktrisiken

Unser Geschäft ist abhängig von der Entwicklung der Märkte, in denen wir tätig sind. So könnte insbesondere eine negative Entwicklung der Lotteriemärkte etwa infolge geringeren Werbeaufkommens, einer Verkleinerung des Produktportfolios seitens der Veranstalter oder wegen eines statistisch ungewöhnlichen längeren Ausbleibens relevanter Jackpots einen negativen Effekt auf unser Wachstum haben.

Überdies hängt unser Wachstum erheblich vom Preisniveau in den Werbemärkten ab, insbesondere im Online-Bereich. Eine erhebliche Erhöhung dieses Preisniveaus würde die Kosten je registriertem Neukunden steigern und in der Folge unser Wachstum und unsere Profitabilität negativ beeinflussen.

Darüber hinaus könnte der Zutritt weiterer Wettbewerber in die Lotteriemärkte, insbesondere im Online-Bereich unser Wachstum ebenfalls beeinträchtigen.

Schließlich besteht die Möglichkeit, dass die Nutzung des Internets an sich abnimmt. Auch dies hätte wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit von Tipp24, wird von uns jedoch als eher unwahrscheinlich angesehen.

Rechtliche Risiken

Inkrafttreten des Glücksspiel-Staatsvertrags (GIStV)

Im Nachgang zum Urteil des BVerfG vom 28. März 2006 hat es diverse richterliche Urteile, behördliche Anordnungen und politische Willensbekundungen auf verschiedenen, auch höchsten Ebenen im Bereich der Glücksspielregulierung gegeben, die teilweise in erheblichem Widerspruch zueinander stehen. Die für - Regulierung und Veranstaltung von Glücksspielen zuständigen staatlichen Stellen verfolgen überwiegend den Weg der konsequenten Verteidigung des staatlichen Glücksspielmonopols und der Ausweitung desselben auf ein Vertriebsmonopol unter der Leitlinie der Bekämpfung von Spielsucht. In diesem Zusammenhang haben die Ministerpräsidenten aller Bundesländer einen Glücksspiel-Staatsvertrag (GIStV) unterzeichnet, der von den jeweiligen Landesparlamenten ratifiziert worden ist. In dem GIStV sind ein generelles Verbot für den Vertrieb jedweden Glücksspiels ein schließlich Lotterien über das Internet sowie weitreichende Beschränkungen u. a. im Bereich von Werbung in Deutschland ab dem 1. Januar 2009 festgeschrieben. Der GIStV ist zum 1. Januar 2008 in Kraft getreten. Eine einjährige Übergangsregelung bis Ende 2008 für bestehende Marktteilnehmer wie Tipp24 ist vorgesehen, die allerdings bereits faktisch erhebliche Hürden beinhaltet, insbesondere für die Vermittlung im Internet und die Gewinnung von Neukunden für die Internetvermittlung.

Die Rechtmäßigkeit des GIStV ist sehr umstritten. Namhafte Juristen wie z. B. Prof. Dr. jur. Rupert Scholz (Universität München, emer.), Prof. Dr. jur. Clemens Weidemann (Universität Würzburg), Prof. Dr. jur. Bodo Pieroth (Universität zu Münster), Prof. Dr. jur. Hans-Detlef Horn (Universität Marburg) und Prof. Dr. jur. Georg Hermes (Universität Frankfurt) haben in uns vorliegenden Gutachten die Verfassungs- und EU-Rechtswidrigkeit dokumentiert. Darüber hinaus kommt auch der Wissenschaftliche Dienst des Landtages Schleswig-Holsteins in einem Gutachten vom 4. Oktober 2007 zu dem Schluss, dass der GIStV europarechtswidrig und zumindest in Bezug auf Spielvermittler verfassungswidrig ist. Der Wissenschaftliche Dienst des Landtages Niedersachsens kommt ebenfalls zu dem Ergebnis der Europarechtswidrigkeit.

Aufgrund von EU-Gesetzen musste im Dezember 2006 bei der EU-Kommission ein Notifizierungsverfahren für den Entwurf des GIStV eingeleitet werden. Am 22. März 2007 wurde der Bundesregierung in einer »Detailed Opinion« mitgeteilt, dass der notifizierte GIStV in erheblichen Punkten gegen EU-Recht verstößt und die Bundesregierung - als Vertreterin der Bundesländer bei der EU - wurde aufgefordert, bis zum 23. April 2007 den notifizierten GIStV auf die kritisierten Punkte hin zu überprüfen und zu überarbeiten. In ihrer Antwort beharrten die Bundesländer auf ihrem Entwurf. Dies veranlasste die EU-Kommission zu einem weiteren Schreiben, in dem zusätzliche Verstöße des GIStV gegen EU-Recht aufgezeigt wurden. Trotz der durch die EU-Kommission bemängelten Verstöße gegen das geltende EU-Recht haben die Ministerpräsidenten der einzelnen Bundesländer den notifizierten GIStV in seiner jetzigen Fassung unterschrieben und durch die einzelnen Landesparlamente ratifizieren lassen.

Es ist nicht auszuschließen, dass als Ergebnis der vorgenannten diversen Urteile, Anordnungen und politischen Diskussionen Gesetze, Verordnungen oder weitere Anordnungen erlassen werden, die ins gesamt einen erheblichen negativen Einfluss auf die Entwicklung des Lotteriemarktes und damit auch auf die zukünftige geschäftliche Entwicklung von Tipp24 haben könnten. Der GIStV und in der Folge die Erlasse von Gesetzen auf der Basis des GIStV sehen den vollständigen Entzug der derzeitigen Geschäftsgrundlage von Tipp24 in Deutschland ab dem 1. Januar 2009 vor. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass Tipp24 in einem solchen Fall einstweiligen Rechtsschutz für die Fortführung der Tätigkeit in Deutschland durch zuständige Gerichte erteilt würde, als eher hoch einzuschätzen. Diese Einschätzung gründet vor allem auf der Europarechtswidrigkeit der Vorschriften, die in den Äußerungen der EU-Kommission in ihrer »Detailed Opinion«, in darüber hinausgehenden weitere offiziellen Äußerungen der Kommission an die Bundesregierung aus dem letzten Jahr sowie in einem von der EU-Kommission bereits einen Monat nach Inkrafttreten des Glücksspiel-Staatsvertrags eingeleiteten Vertragsverletzungsverfahren zum Ausdruck gebracht wurde. In gleicher Weise gründet sich die Einschätzung auf verschiedene Rechtsgutachten und Äußerungen namhafter Rechtswissenschaftler, wonach die zentralen gesetzlichen Regelungen, die die Tätigkeit von Tipp24 einschränken, grundrechtswidrig sein sollen.

Glücksspielgesetz in Sachsen-Anhalt

Anfang Februar 2006 informierte das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt die Tipp24 AG, dass Tipp24 ihrer Meinung nach gegen das Glücksspielgesetz des Landes Sachsen-Anhalt verstoße. Danach müssen Spielvermittler, die in Sachsen-Anhalt Lotterieprodukte vermitteln und eine Zusatzgebühr verlangen, eine Erlaubnis beantragen, wobei die Erteilung im freien Ermesssen des Landes liegt. Eine Erteilung kommt nach Auffassung der Behörde nicht in Betracht, unter anderem weil in Sachsen-Anhalt nur Lotterieangebote von und nach Sachsen-Anhalt vermittelt werden dürften und Lotterien anderer Bundesländer nicht zugelassen seien. Nach dem Glücksspielgesetz wird sie auch für Sachsen-Anhalt nur erteilt, wenn dies den Zielen des Gesetzes entspricht, was unter anderem nicht der Fall sein soll, wenn die Vermittlung der Ausweitung des Spielangebots und des Glücksspiels Vorschub leisten kann, ohne dass hierfür ein Bedürfnis aus der Perspektive der Spielsuchtbekämpfung besteht.

Ähnlich wie der Glücksspiel-Staatsvertrag, der diesem Glücksspielgesetz des Landes Sachsen-Anhalt teilweise nachgebildet ist, begegnet dieses Gesetz gravierenden europa- und verfassungsrechtlichen Bedenken. Anfang Januar 2007 hat das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt der Tipp24 AG aufgrund dieses Gesetzes mit einer Verfügung die weitere Ausübung der Geschäftstätigkeit in Sachsen-Anhalt untersagt. Dies betrifft nach dem Wortlaut der Verfügung sowohl die Vermittlung der Beteiligung an Glücksspielen in Sachsen-Anhalt, insbesondere als gewerbliche Organisatorin von Lotterie-Spielgemeinschaften, als auch die Werbung für in Sachsen-Anhalt illegale Glücksspiele, die in diesem Bundesland aufgerufen werden können. Die Untersagung wurde sofort wirksam. Tipp24 hat beim zuständigen Verwaltungsgericht eine Klage und einen Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz eingereicht. Das Verwaltungsgericht hat die Untersagung bis zur Entscheidung im Hauptsacheverfahren ausgesetzt. Für die Entscheidung in der Hauptsache hat das Gericht das Lotteriegesetz des Landes Sachsen-Anhalt dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vorgelegt, weil es nach seiner Überzeugung nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Eine Entscheidung im Hauptsacheverfahren steht bis zu dieser Prüfung aus. Sollte der Tipp24 AG die Ausübung ihrer Geschäftstätigkeit in Sachsen-Anhalt dauerhaft unmöglich werden, würde sich daraus auf der Grundlage des Geschäftsvolumens des Geschäftsjahres 2007 ab dem Zeitpunkt der wirksamen Untersagung eine Reduzierung der Umsatzerlöse um einen mittleren sechsstelligen Euro-Betrag pro Jahr und eine EBIT-Minderung in vergleichbarer Höhe ergeben. Zudem könnte sich Tipp24 in diesem Fall ordnungs- und ggf. auch strafrechtlichen Sanktionen ausgesetzt sehen.

Kartellamtsentscheidung

In seiner Entscheidung vom 23. August 2006, die am 23. Oktober vom Kartellsenat des OLG Düsseldorf bestätigt wurde, hat das Bundeskartellamt in einer Abmahnung an die regionalen Lottogesellschaften sowie den Deutschen Lotto- und Totoblock die Aufhebung des »Regionalitätsprinzips« gefordert. Insbesondere seien die Online-Angebote der Landeslotteriegesellschaften auf das gesamte Bundesgebiet auszuweiten. In der Folge haben sämtliche Landeslotteriegesellschaften mit Ausnahme von Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ihre Online-Angebote eingestellt. Ungeachtet dessen könnte die Ausweitung der Online-Aktivitäten dieser drei wie auch zukünftig weiterer Landeslotteriegesellschaften auf das gesamte Bundesgebiet zu einem verstärkten Wettbewerb führen und sich damit nachteilig auf die Geschäftstätigkeit für Tipp24 in Deutschland auswirken.

Elektronische Spielannahme in Italien

Im Zeitraum vom 4. Juli 2006 bis zum 27. August 2007 wurde die Internetseite von Puntogioco24 aufgrund behördlicher Anordnung blockiert und damit die Ausübung der Geschäftstätigkeit in Italien faktisch unterbunden. Puntogioco24 hat gegen diese Verfügung Klage erhoben und dabei auch Schadenersatz geltend gemacht. Ein Urteil in dieser Angelegenheit wird im ersten Halbjahr 2008 erwartet. Bereits im Mai 2005 wurde ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren gegen den Geschäftsführer von Puntogioco24 wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Verbot der Annahme von Wetten über elektronische Kommunikationsmittel ohne entsprechende Zulassung oder Beauftragung zur Nutzung dieses Annahmewegs eingeleitet. Das am 12. Juli 2006 eingeleitete Strafverfahren in der ersten Instanz endete am 27. September 2007 mit einem Freispruch. Eine Revision der Anklagebehörde ist möglich, aber bisher nicht eingeleitet worden.

Tipp24 ist der Ansicht, dass die Tätigkeit von Puntogioco24 keinen Verstoß gegen die oben genannten Bestimmungen darstellt, da Puntogioco24 keine Vermittlung von Lotterieprodukten betreibt, sondern von Lottospielern beauftragt wird, für selbige die Lottoscheine bei einer autorisierten Lottoannahmestelle abzugeben. Der Spielvertrag kommt dabei direkt zwischen dem Lottospieler und der veranstaltenden Lotteriegesellschaft zustande; Gewinnansprüche entstehen direkt in der Person des Lottospielers. Es besteht ein Risiko, dass die Internetseite erneut blockiert wird und damit das Geschäft in Italien gänzlich eingestellt werden muss. Dies würde zu einer Minderung der Umsatzerwartungen im kleinen, einstelligen Prozentbereich führen. Negative Auswirkungen auf das Ergebnis werden in einem solchen Fall nicht erwartet, da Puntogioco24 derzeit noch keine Gewinne erwirtschaftet. Allerdings würde das sehr große Potenzial, das der italienische Markt für Tipp24 darstellt, und das sich im Geschäftsaufbau vor der Blockade bereits gezeigt hatte, längerfristig für Tipp24 nicht mehr zugänglich sein. Die bisher von Tipp24 bei Puntogioco24 getätigten Investitionen spiegeln sich im Wesentlichen in den kumulierten historischen Anlaufverlusten wider.

Betriebswirtschaftliche Risiken

Finanzierungs- und Währungsrisiken

Der Konzern betreibt den Großteil seines Geschäfts im Euroraum, daher ergibt sich für das Kerngeschäft kein Währungsrisiko. Die ausländischen Töchter in Italien und Spanien haben ihr Geschäft innerhalb des Euroraumes, bei der neu gegründeten britischen Tochterfirma, die noch einen sehr geringen Anteil am Konzerngesamtgeschäft hat, besteht das Währungsrisiko nur gegenüber dem britischen Pfund. Dieses Risiko ist sehr begrenzt, da das operative Geschäft vorwiegend in Landeswährung stattfindet. Die Gewinnmarge der Tochtergesellschaft wird daher nicht von Währungsschwankungen beeinflusst. Die ausländischen Tochterunternehmen agieren in ihren Märkten wirtschaftlich vollkommen selbstständig, was durch die eigenständigen Geschäftsführungen zum Ausdruck kommt. Die innerhalb des Konzerns getätigten Finanzierungen der Auslandsgesellschaften werden im Rahmen der Überwachung operativer Risiken kontrolliert.

Risiken aus wesentlichen Verträgen

Tipp24 hat mit acht deutschen Landeslotteriegesellschaften Verträge abgeschlossen, welche die von Tipp24 betriebene Online-Vermittlung staatlich lizenzierter Lotterieprodukte, insbesondere die Transaktionsabwicklung und die Höhe der für die Vermittlungstätigkeit gezahlten Provisionen, regeln. Diese Vereinbarungen können grundsätzlich beiderseitig kurzfristig gekündigt werden. Sollte der überwiegende Teil oder gar alle diese Landeslotteriegesellschaften ihre Vereinbarungen mit Tipp24 kündigen, so könnte dies die direkte Transaktionsabwicklung mit den Landeslotteriegesellschaften erschweren oder gar verhindern. Dies könnte eine Minderung des durchschnittlichen Provisionssatzes und damit der Rohmarge zur Folge haben.

Risiken bei der Prozessierung des Spielbetriebs

Tipp24 ist zur Abwicklung der Spielverträge auf den Einsatz automatisierter Verfahren angewiesen, deren Effizienz und Zuverlässigkeit wiederum von der Funktionalität, Stabilität und Sicherheit der zugrunde liegenden technischen Infrastruktur abhängen. Die Funktionsfähigkeit der von uns eingesetzten Server und die damit verbundene Hard- und Software-Infrastruktur sind für die Geschäftstätigkeit von Tipp24 sowie für unsere Reputation und Attraktivität gegenüber Kunden von erheblicher Bedeutung.

Dem Ausfallrisiko aller für den Spielbetrieb relevanten Komponenten (z. B. DB-Server, Applikationsserver, Webserver, Firewall, Router) begegnen wir grundsätzlich entweder über redundant ausgelegte Systeme oder über Wartungsverträge mit entsprechend kurzen Reaktionszeiten.

Personalrisiken

Auch bei sorgfältiger Auswahl und verantwortungsbewusster Führung der Mitarbeiter kann nicht ausgeschlossen werden, dass innerhalb einer kurzen Zeitspanne eine größere Anzahl auch erfahrener Mitarbeiter das Unternehmen verlässt. Gleichzeitig könnte die Gewinnung neuer Mitarbeiter für die vakanten Positionen zeitaufwendig und kostspielig sein. Trotz der von uns implementierten Vertretungsregelungen könnte dies wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Tipp24 haben. Wir wählen neu eingestellte Mitarbeiter, oft mit der Unterstützung von Personalberatern, sorgfältig aus. Gleichzeitig werden mit allen Angestellten regelmäßig Verantwortlichkeiten, Ziele und wesentliche Erfolgsparameter ihrer Tätigkeit besprochen. Die Erreichung dieser Ziele und Erfolgsparameter wird kontrolliert und in regelmäßigen Feedbackgesprächen den Mitarbeitern kommuniziert. Dabei wird auch die Mitarbeiterzufriedenheit abgefragt. Die Ergebnisse dieser Personalprozesse werten wir regelmäßig aus und wirken so ungewollten Trends entgegen.

Allgemeine Geschäftsrisiken

Tipp24 ist in den letzten Jahren erheblich gewachsen. Deshalb war und ist eine mit dem Wachstum Schritt haltende Entwicklung und Weiterentwicklung angemessener interner Organisations- und Risikoüberwachungsstrukturen, die eine frühzeitige Erkennung von Fehlentwicklungen und Risiken ermöglichen - insbesondere auch im IT-Bereich -, eine ständige Herausforderung für uns.

Wir planen für die nächsten Jahre einen weiteren Personalzuwachs und den Ausbau unserer Geschäftstätigkeit in neuen Märkten und Produktbereichen. Hierbei wird es auch weiterhin eine Herausforderung bleiben, bestehende und neuartige Risiken rechtzeitig zu identifizieren und richtig zu bewerten, sowie das bestehende Organisations- und Risikoüberwachungssystem angemessen und zeitnah weiterzuentwickeln.

Sollten sich in der fortlaufenden Praxis Lücken oder Mängel des bestehenden Organisations- und Risikoüberwachungssystems zeigen, oder sollte es uns nicht gelingen, im Zusammenhang mit dem geplanten weiteren Wachstum zeitnah angemessene Strukturen und Systeme zu schaffen, könnte dies unsere Fähigkeit einschränken, die Geschäfte erfolgreich zu führen sowie Risiken, Trends und Fehlentwicklungen rechtzeitig zu erkennen und zu steuern.

GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION DES KONZERNS

Wie jeder Marktteilnehmer unterliegt auch Tipp24 einigen Geschäftsrisiken, die sich schon aus der bloßen Teilnahme am Marktgeschehen ableiten. Einerseits sind die mit der konjunkturellen Entwicklung verbundenen Risiken eher allgemeiner Natur. Das Gefährdungspotenzial kann durch eine entsprechende Positionierung am Markt insgesamt abgemildert werden.

Andererseits existieren Risiken, die aus dem spezifischen Geschäftsmodell, dem regulatorischen Umfeld und der geografischen Aufstellung eines Unternehmens resultieren. Tipp24 hat unter den gegebenen Umständen eine Konfiguration gefunden, die das Gesamtrisiko des Konzerns weitgehend begrenzt.

Nach Bewertung der aktuell und zukünftig risikorelevanten Faktoren sehen wir keine bestandsgefährdenden Risiken für Tipp24. Die Risiken, die sich aus der oben beschriebenen rechtlichen Lage im Hinblick auf eine mögliche Einstellung des derzeitigen Geschäfts in Deutschland ergeben, gefährden nach unserer Einschätzung den Bestand von Tipp24 aus folgenden Gründen nicht:

Die im GIStV wesentlichen Beschränkungen für unser Geschäft sind nach unserer Kenntnis in erheblichem Maße verfassungswidrig sowie EU-rechtswidrig und stehen darüber hinaus auch noch in Konflikt mit Entscheidungen des Bundeskartellamts. Daher gehen wir davon aus, dass sich solche Beschränkungen nicht oder zumindest nicht nachhaltig durchsetzen lassen.

Auch im Falle einer nachhaltig rechtskonformen Umsetzung des GIStV sehen wir keine Gefährdung unseres Bestands. Eine Verlagerung der Schwerpunkte unserer Strategie auf die Entwicklung der Auslandsmärkte und auf die Diversifizierung des Produktportfolios sowie weitere noch zu prüfende unternehmerische Alternativen sollten eine nachhaltig profitable Fortführung des Geschäfts erlauben.

Der Abschlussprüfer hat das Risikofrüherkennungssystem auf Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften geprüft.

PROGNOSEBERICHT

AUSRICHTUNG DES KONZERNS

Insgesamt plant Tipp24 unter Annahme des im Wesentlichen unveränderten Fortbestehens des bisherigen Geschäftsmodells für die nächsten beiden Geschäftsjahre, den in den vergangenen Jahren verfolgten Wachstumskurs weiter fortzusetzen. Neben dem weiteren Wachstum im Kernmarkt Deutschland streben wir dabei an, unser Produktportfolio um weitere Produkte zu erweitern. Darüber hinaus beabsichtigen wir, unsere Aktivitäten im europäischen Ausland auszuweiten.

ERWARTETE WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Gesamtwirtschaft

Nach dem robusten Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2007 ist für 2008 mit einer schwächeren Konjunktur zu rechnen. Die Verschlechterung betrifft alle drei großen Weltregionen, also Westeuropa, Nordamerika und Asien. Im Euroraum wird sich der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts ebenfalls verlangsamen. Zum einen dürfte der Konsum bei einer höheren Inflation nur verhalten steigen; zum anderen dürften die Investitionen schwächer expandieren - insbesondere weil der Höhepunkt des Investitionszyklus bereits überschritten zu sein scheint. In Deutschland wird sich das Expansionstempo der gesamtwirtschaftlichen Produktion weiter abschwächen. Die Binnennachfrage wird durch eine erwartete geringere Investitionstätigkeit erheblich gedämpft und der Konsum erst im Laufe des Jahres durch die wachsende Beschäftigung und den damit einhergehenden Kaufkraftzuwachs bei den privaten Haushalten wieder vermehrt stimuliert. Für 2008 wird mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 1,8 % gerechnet (Quelle: ifo Konjunkturprognose 2008).

Branche

Die europäischen Lotteriemärkte, insbesondere Deutschland und Italien, befinden sich derzeit in einer intensiven politischen und rechtlichen Diskussion um die zukünftigen regulatorischen Rahmenbedingungen. In diesem Umfeld ist das Risiko erheblicher zusätzlicher Beschränkungen dieser Märkte, insbesondere im Online-Bereich, ebenso wie die Chance auf erste Schritte zur Öffnung der Märkte durch Deregulierung auf europäischer Ebene gestiegen.

Erwartete Ertragslage

Bedingt durch die Regelungen des derzeitigen GIStV sind bereits im laufenden Geschäftsjahr erhebliche Beschränkungen unserer Geschäftstätigkeit in Deutschland möglich. Ursachen hierfür sind insbesondere die im Gesetz vorgesehene Genehmigungspflicht unserer Geschäftstätigkeit in jedem einzelnen Bundesland sowie die möglichen Beschränkungen der Werbetätigkeit. Darüber hinaus sind bereits heute erhöhte Kosten in der Neukundengewinnung durch Jugendschutzanforderungen (PostIdent-Verfahren), die Einstellung des Produkts Oddset sowie Beschränkung des Produkts Keno wirksam.

Wir gehen davon aus, dass diese potenziellen und tatsächlichen Beschränkungen rechtswidrig sind. Es ist allerdings schwer vorherzusehen, in welchem zeitlichen und finanziellen Rahmen diese Beschränkungen greifen.

Vor diesem Hintergrund ist eine Prognose für das Wachstum im laufenden Geschäftsjahr mit erheblichen Unsicherheiten verbunden. Wir erwarten einen Kundenzuwachs in Höhe von mindestens 100 Tsd. Neukunden. Dabei werden in Deutschland ab 2008 nur noch diejenigen Neukunden erfasst, die das PostIdent-Verfahren erfolgreich durchlaufen haben. Wir gehen von einer Steigerung des Transaktionsvolumens, Umsatzes sowie EBIT von mindestens 10 % aus. Dieses Wachstum beruht teilweise bereits auf positiven Effekten der Kundensteigerungen aus dem vergangenen Jahr.

Wir gehen davon aus, dass wir nach Abschluss der derzeitigen Umbruchsphase der europäischen Lotteriemärkte wieder an die historisch belegten mittelfristigen Wachstumsziele - jährliche Steigerung des Umsatzes von 30 % und überproportionale Steigerung des EBIT - anknüpfen werden.

Erwartete Finanzlage

Unsere Eigenkapitalquote wollen wir langfristig durch folgende Maßnahmen senken: Erweiterung des Geschäfts und damit des Fremdkapitals aus Spielbetrieb, teilweisen Austausch von Eigenkapital durch zinstragendes Fremdkapital und Ausschüttung von Dividenden.

Wir planen, unsere Investitionstätigkeit im Jahr 2008 deutlich zu erhöhen. Insbesondere bereiten wir einen neuen Release der Spielbetriebs-Software vor. Darüber hinaus setzen wir unsere laufenden Investitionen fort, mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit unserer Spielsysteme kontinuierlich zu erhöhen, die Sicherheitssysteme sowie die eingesetzte Software regelmäßig zu aktualisieren, neue Arbeitsplätze einzurichten und veraltete Hardware auszutauschen. Wir gehen dabei von einem Investitionsvolumen von insgesamt etwa 7-8 Mio. Euro für das Jahr 2008 aus.

Chancen

Wir halten es für weniger wahrscheinlich, dass die Politik im Ergebnis der oben beschriebenen Diskussionen der rechtlichen Rahmenbedingungen wider geltendes Recht und politische Vernunft den Wachstumsmarkt der Online-Vermittlung von Lotterien nachhaltig beschränken können wird. Aus den verschiedenen, kürzlich ergangenen gerichtlichen Entscheidungen, insbesondere der des BVerfG, der Entscheidung des Bundeskartellamts sowie aus ergänzenden Regelungen auf europäischer Ebene könnten sich darüber hinaus mittelfristig deregulierende Schritte ergeben, die mittelbar oder unmittelbar auch den Lotteriebereich betreffen. Davon könnte Tipp24 als international aufgestelltes Unternehmen überproportional profitieren: Insbesondere würde dies unseren deutschen Kunden den Zugang zu weiteren hochattraktiven Produkten aus dem Ausland eröffnen und Tipp24 den Eintritt mit bestehenden Produkten in neue Märkte ermöglichen. Eine Deregulierung würde darüber hinaus möglicherweise auch eine vollständige Klärung der rechtlichen Grundlagen in Italien herbeiführen und somit unserer italienischen Tochtergesellschaft Puntogioco24 Gelegenheit für die ungehinderte Ausübung ihrer Geschäftstätigkeit geben.

GESAMTAUSSAGE

Der GIStV begründet das Risiko einer zumindest mittelfristigen erheblichen Störung bis hin zur gänzlichen Untersagung des derzeitigen Geschäftsmodells in Deutschland beginnend mit dem 1. Januar 2009. Der Vorstand sieht gleichzeitig die Chance einer nachhaltig günstigen künftigen Geschäftsentwicklung. Tipp24 bewegt sich in dem sehr dynamischen Online-Lotteriemarkt, der nachhaltig großes Wachstumspotenzial aufweist. Darüber hinaus ergeben sich zusätzliche Expansionschancen aus dem Eintritt in neue Märkte sowie aus der Diversifizierung des Produktportfolios. Zudem gibt es zusätzliche Chancen durch die mögliche Einleitung eines Deregulierungsprozesses der europäischen Lotteriemärkte. Tipp24 ist ausgezeichnet positioniert, um diese hervorragenden Potenziale aktiv auszuschöpfen.

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER NACH IFRS

in Euro Anhang Nr. 2007 2006
Transaktionsvolumen
346.776.139,27 264.235.397,22
Weitergeleitete Spieleinsätze abzüglich Provisionen
-301.801.785,01 -229.660.001,97
Umsatzerlöse
44.974.354,26 34.575.395,25
Sonstige betriebliche Erträge 20 944.238,34 430.920,26
Gesamtleistung
45.918.592,60 35.006.315,51
Betriebliche Aufwendungen


Personalaufwand 18 -10.324.014,31 -8.276.873,21
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte
des Anlagevermögens und Sachanlagen
10, 11 -871.082,49 -743.120,53
Sonstige betriebliche Aufwendungen 19 -25.774.473,29 -18.742.267,65
Marketingaufwendungen, gesamt
-15.186.391,67 -11.847.475,91
Direkte Kosten des Geschäftsbetriebs, gesamt
-3.940.880,74 -3.016.121,74
Sonstige Kosten des Geschäftsbetriebs, gesamt
-6.647.200,88 -3.878.670,00
Ergebnis aus der laufenden Geschäftstätigkeit
8.949.022,51 7.244.054,12
Finanzierungserträge
2.251.680,64 1.568.381,32
Finanzierungsaufwendungen
-8.450,86 -447.092,46
Finanzergebnis 21 2.243.229,78 1.121.288,86
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
11.192.252,29 8.365.342,98
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 22 -4.920.393,86 -920.508,78
Konzernergebnis
6.271.858,43 7.444.834,20
Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert; in Euro/Aktie) 23 0,74 0,84
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen
Stammaktien (unverwässert und verwässert, in Stück)

8.524.199 8.872.319

KONZERN-BILANZ ZUM 31. DEZEMBER NACH IFRS

AKTIVA in Euro Anhang Nr. 31.12.2007 31.12.2006
Kurzfristige Vermögenswerte


Liquide Mittel und Wertpapiere 6 65.820.775,65 60.702.758,83
Verpfändete liquide Mittel 6 300.000,00 61.387,20
Kurzfristige Finanzanlagen 6 4.144.200,00 6.013.814,44
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7 6.955,12 18.170,27
Ansprüche auf Erstattung von Ertragsteuern 8 8.965,81 693.610,49
Sonstige Vermögenswerte und geleistete Vorauszahlungen 9 14.245.207,31 9.564.270,87
Kurzfristige Vermögenswerte, gesamt
84.526.103,89 77.054.012,10
Langfristige Vermögenswerte


Immaterielle Vermögenswerte 10 1.581.953,18 372.831,08
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Leasingobjekte (Sachanlagen) 11 2.349.101,53 1.216.717,32
Finanzielle Vermögenswerte 12 3.000.000,00 3.000.000,00
Aktive latente Steuern 22 281.761,02 1.150.826,72
Langfristige Vermögenswerte, gesamt
7.212.815,73 5.740.375,12


91.738.919,62 82.794.387,22


PASSIVA in Euro Anhang Nr. 31.12.2007 31.12.2006
Kurzfristige Verbindlichkeiten


Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 14 5.958.519,16 2.122.606,59
Sonstige Verbindlichkeiten 14 26.810.648,21 18.810.222,09
Erlösabgrenzung 16 416.233,67 379.478,02
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 14 1.693.382,74 445.105,32
Rückstellungen 15 894.893,95 371.045,17
Kurzfristige Verbindlichkeiten, gesamt
35.773.677,73 22.128.457,19
Langfristige Verbindlichkeiten


Passive latente Steuern 22 335.258,61 14.249,00
Lang- und mittelfristige Verbindlichkeiten, gesamt
335.258,61 14.249,00
Eigenkapital


Gezeichnetes Kapital 17 8.872.319,00 8.872.319,00
Kapitalrücklage 17 41.143.321,36 41.143.321,36
Sonstige Rücklagen 17 62.943,49 21.690,02
Angesammelte Ergebnisse
16.886.209,08 10.614.350,65
Eigene Aktien
-11.334.809,65 0,00
Eigenkapital, gesamt
55.629.983,28 60.651.681,03


91.738.919,62 82.794.387,22

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG FÜR DEN ZEITRAUM VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER

in Euro Anhang Nr. 2007 2006
Ergebnis aus der laufenden Geschäftstätigkeit
8.949.022,51 7.244.054,12
Berichtigungen für:


Abschreibungen auf das Anlagevermögen 10, 11 871.082,49 743.120,53
Verlust aus dem Abgang von Anlagevermögen 10, 11 984,83 43.743,14
Veränderungen der:


Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
11.215,15 147.609,59
Sonstigen Vermögenswerte 9 -4.680.936,44 -2.484.210,52
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
3.835.912,57 881.893,88
Sonstigen Verbindlichkeiten 14 8.000.426,12 1.615.658,92
Rückstellungen 15 523.848,78 85.394,08
Erlösabgrenzungen 16 36.755,65 198.516,35
Sonstige Zinserträge und ähnliche Erträge
2.251.680,64 1.590.071,34
Zahlungsunwirksame Aufwendungen
36.085,00 24.494,44
Aktienleihegebühren
0,00 -440.340,31
Zinsaufwendungen und ähnliche Aufwendungen
-8.450,86 -6.752,15
Gezahlte Steuern
-1.941.596,45 -1.283.294,86
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit
17.886.029,99 8.359.958,55
Einzahlungen/Auszahlungen für Finanzinvestitionen 12 2.013.814,44 -4.000.000,00
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte 10 -1.476.688,32 -218.134,70
Auszahlungen für Sachanlageinvestitionen 11 -1.736.885,31 -551.289,65
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
-1.199.759,19 -4.769.424,35
Eigene Aktien
-11.334.809,65 0,00
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
-11.334.809,65 0,00
Veränderung der liquiden Mittel und Wertpapiere
5.351.461,15 3.590.534,20
Liquide Mittel und Wertpapiere zu Beginn der Periode
60.702.758,83 57.173.611,83
Zahlungsunwirksame Erträge aus Wertpapieren
96.800,86 0,00
Wechselkursbedingte Änderungen der liquiden Mittel 6 -91.632,39 0,00
Veränderung der verpfändeten Finanzmittel 6 -238.612,80 -61.387,20
Liquide Mittel und Wertpapiere am Ende der Periode
65.820.775,65 60.702.758,83
Zusammensetzung des Finanzmittelbestandes am Ende der Periode


Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks
11.139.348,87 5.098.626,77
Kurzfristige Wertpapiere
54.981.426,78 55.665.519,26
Verpfändete liquide Mittel und Wertpapiere
-300.000,00 -61.387,20


65.820.775,65 60.702.758,83

KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

in Euro Gezeichnetes
Kapital
Kapitalrücklage Sonstige
Rücklagen
Bilanzgewinn/
-verlust
Eigene
Aktien
Eigenkapital
Gesamt
Stand am
1. Januar 2006
8.872.319,00 41.143.321,36 0,00 3.169.516,45 0,00 53.185.156,81
Unrealisierte Erträge 0,00 0,00 21.690,02 0,00 0,00 21.690,02
Periodenergebnis 2006 0,00 0,00 0,00 7.444.834,20 0,00 7.444.834,20
Stand am
31. Dezember 2006
8.872.319,00 41.143.321,36 21.690,02 10.614.350,65 0,00 60.651.681,03
Eigene Anteile 0,00 0,00 0,00 0,00 -11.334.809,65 -11.334.809,65
Aktienbasierte Vergütung 0,00 0,00 36.085,00 0,00 0,00 36.085,00
Nicht realisierte Gewinne 0,00 0,00 96.800,86 0,00 0,00 96.800,86
Fremdwährungsumrechnung 0,00 0,00 -91.632,39 0,00 0,00 -91.632,39
Summe des direkt im
Eigenkapital erfassten
Ergebnisses
0,00 0,00 5.168,47 0,00 0,00 5.168,47
Periodenergebnis 2007 0,00 0,00 0,00 6.271.858,43 0,00 6.271.858,43
Gesamtes
Periodenergebnis 2007
0,00 0,00 5.168,47 6.271.858,43 0,00 6.277.026,90
Stand am
31. Dezember 2007
8.872.319,00 41.143.321,36 62.943,49 16.886.209,08 -11.334.809,65 55.629.983,28

KONZERNANHANG ZUM 31. DEZEMBER 2007

NACH INTERNATIONAL FINANCIAL REPORTING STANDARDS (IFRS)

1 ALLGEMEINES

Die Tipp24 AG, Hamburg (im Folgenden Tipp24 AG), wurde 1999 in Hamburg gegründet. Die Tipp24 AG stellt das Mutterunternehmen des Konzerns (im Folgenden Tipp24) dar, welcher aus den weiteren Konzerngesellschaften GSG Lottery Systems GmbH, Hamburg (im Folgenden GSG), Schumann OHG, Hamburg (im Folgenden Schumann OHG), Ventura24 S.L., Madrid, Spanien (im Folgenden Ventura24), Puntogioco24 s.r.l., Monza, Italien, (im Folgenden Puntogioco24), MyLotto24 Ltd., London, Großbritannien (im Folgenden MyLotto24), Tipp24 Services Ltd., London, Großbritannien (im Folgenden Tipp24 Services) und Tipp24 Operating Services Ltd., London, Großbritannien (im Folgenden Tipp24 Operating Services) besteht.

Tipp24 ist seit Anfang des Jahres 2000 im Wesentlichen als gewerblicher Spielvermittler tätig und vermittelt die Teilnahme an fast allen Glücksspielen der staatlichen und staatlich konzessionierten Lotterien über das Internet. Wir ermöglichen es unseren Kunden, Spielscheine 24 Stunden am Tag einfach und bequem über das Internet abzugeben. Den Kunden werden dabei neben umfangreichen Informationen Serviceleistungen, wie die Gewinnbenachrichtigungen per SMS oder E-Mail mit dem sich anschließenden automatisierten Gewinneinzug bei den Spielveranstaltern, angeboten.

Seit 2002 arbeiten wir profitabel. Während sich die Geschäftstätigkeit zunächst ausschließlich auf Deutschland konzentrierte, etablierten wir 2002 unsere Tochtergesellschaften Ventura24 auf dem spanischen, 2005 Puntogioco24 auf dem italienischen und 2007 MyLotto24 auf dem englischen Markt. Der Geschäftsbetrieb wird überwiegend in Deutschland über die Website www.tipp24.de, in Spanien über www.ventura24.es, in Italien über www.puntogioco24.it und in Großbritannien über die www.mylotto24.co.uk abgewickelt. Der Firmensitz der Tipp24 AG befindet sich in der Falkenried-Piazza, Straßenbahnring 11-13, 20251 Hamburg, Deutschland.

Der Bilanzstichtag ist der 31. Dezember 2007. Das Geschäftsjahr 2007 umfasste den Zeitraum vom 1. Januar 2007 bis zum 31. Dezember 2007.

Seit dem 12. Oktober 2005 ist die Tipp24 AG an der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) notiert.

Der vorliegende Konzernabschluss zum 31. Dezember 2007 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 22. Februar 2008 aufgestellt und zur Veröffentlichung freigegeben. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit der Hauptversammlung, den Konzernabschluss nach der Freigabe zur Veröffentlichung noch zu ändern.

2 ALLGEMEINE GRUNDSÄTZE DER RECHNUNGSLEGUNG

Die wesentlichen Grundsätze der Rechnungslegung, die die Gesellschaft bei der Aufstellung des Konzernabschlusses angewendet hat, werden im Folgenden dargestellt:

2.1 Darstellung der wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen

2.1.1 Allgemeines

Der Konzernabschluss der Tipp24 AG zum 31. Dezember 2007 wurde unter Berücksichtigung der am Abschlussstichtag gültigen IFRS und IFRIC des International Accounting Standards Board (IASB), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.

Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden mit folgenden Ausnahmen:

Der Konzern hat im Geschäftsjahr die nachfolgend aufgelisteten neuen und überarbeiteten IFRS-Standards und -Interpretationen erstmalig angewandt. Aus der Anwendung dieser neuen oder über -arbeiteten IFRS-Standards und -Interpretationen ergaben sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

IFRS 7 »Finanzinstrumente: Anhangsangaben«

IAS 1 »Darstellung des Abschlusses« zu Angaben zum Kapital

IFRIC 8 Anwendungsbereich von IFRS 2

IFRIC 9 Neubeurteilung eingebetteter Derivate

IFRIC 10 Zwischenberichterstattung und Wertminderung.

Die wesentlichen Auswirkungen dieser Änderungen stellen sich wie folgt dar:

IFRS 7 Finanzinstrumente

Dieser Standard verlangt Angaben, die es dem Abschlussadressaten ermöglichen, die Bedeutung der Finanzinstrumente für die Finanzlage und die Ertragskraft des Konzerns sowie die Art und das Ausmaß der aus diesen Finanzinstrumenten resultierenden Risiken zu beurteilen. Die hieraus resultierenden neuen Angaben ziehen sich durch den gesamten Abschluss. Aus der Anwendung ergaben sich keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Die betreffenden Vergleichs -informationen wurden angegeben.

IAS 1 Darstellung des Abschlusses

Aus dieser Änderung resultieren neue Angaben, die es den Abschlussadressaten ermöglichen, die Ziele, Methoden und Prozesse des Konzerns zum Kapitalmanagement zu beurteilen. Die neuen Angaben werden in der Anhangangabe 27.6 dargestellt.

IFRIC 8 Anwendungsbereich von IFRS 2

Diese Interpretation fordert die Anwendung von IFRS 2 für alle Transaktionen, bei denen ein Unternehmen einige oder alle erhaltenen Güter oder Dienstleistungen nicht spezifisch identifizieren kann. Dies gilt insbesondere, wenn die Gegenleistung für durch das Unternehmen gewährte Eigenkapitalinstrumente geringer zu sein scheint als der beizulegende Zeitwert. Da im Konzern Eigenkapitalinstrumente lediglich an Mitarbeiter im Rahmen des Mitarbeiteraktienoptionsplans ausgegeben werden, hatte die Anwendung dieser Interpretation keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

IFRIC 9 Neubeurteilung eingebetteter Derivate

Da der Konzern keine vom Basisvertrag zu trennenden, eingebetteten Derivate aufweist, hatte diese Interpretation keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

IFRIC 10 Zwischenberichterstattung und Wertminderung

In dieser Interpretation wird geregelt, dass ein im Rahmen eines Zwischenabschlusses erfasster Wertminderungsaufwand für den Geschäfts- oder Firmenwert, für gehaltene Eigenkapitalinstrumente oder finanzielle Vermögenswerte, die zu Anschafungskosten bilanziert werden, im Folgeabschluss nicht rückgängig gemacht werden darf. Da der Konzern in der Vergangenheit keine derartigen Berichtigungen des erfassten Wertminderungsaufwands vorgenommen hat, hatte diese Interpretation keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Der Konzern hat die folgenden veröffentlichten, aber noch nicht verpflichtend anzuwendenden Standards nicht angewendet.

IAS 1 Darstellung des Abschlusses (überarbeitet): Dieser Standard wurde überarbeitet, um den Nutzen der im Abschluss enthaltenen Informationen zu erhöhen. Es wird insbesondere eine erweiterte Erfolgs- bzw. Gesamtergebnisrechnung eingeführt. Dies könnte sich auf andere vom Konzern veröffentlichte Informationen auswirken.

Änderungen IAS 23 bezüglich Behandlung von Fremdkapitalkosten: Die bislang als Wahlrecht eingeräumte Methode der Aktivierung von Fremdkapitalkosten, die der Anschaffung oder Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten zuzuordnen sind, ist künftig verpflichtend anzuwenden. Da der Konzern derzeit kein Fremdkapital zur Finanzierung von qualifizierten Vermögenswerten einsetzt, werden aus dieser Änderung keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet.

IFRS 8 Geschäftssegmente: Dieser Standard verlangt die Angabe von Informationen über die Geschäftssegmente des Konzerns und ersetzt die Verpflichtung, primäre (Geschäftssegmente) und sekundäre (geografische Segmente) Segmentberichtsformate für den Konzern zu bestimmen. Nach Feststellung des Konzerns entsprechen die bislang gemäß IAS 14 Segmentberichterstattung identifizierten Geschäftssegmente den Geschäftssegmenten gemäß IFRS 8.

IFRIC 11 IFRS 2 - Geschäfte mit eigenen Aktien und Aktien von Konzernunternehmen: Gemäß dieser Interpretation sind Vereinbarungen, nach denen Mitarbeitern Rechte an Eigenkapitalinstrumenten eines Unternehmens gewährt werden, auch dann als aktienbasierte Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente zu bilanzieren, wenn das Unternehmen die Instrumente von einem Dritten erwirbt oder wenn die Anteilseigner die benötigten Eigenkapitalinstrumente bereitstellen. Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung werden nicht erwartet.

IFRIC 12 Bilanzierung öffentlicher Infrastrukturleistungen: Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung werden nicht erwartet.

IFRIC 13 Kundenbonusprogramme: Gemäß dieser Interpretation sind den Kunden gewährte Vorteile (Prämien) als eigener Umsatz separat von der Transaktion zu bilanzieren, im Rahmen derer sie gewährt wurden. Daher wird ein Teil des beizulegenden Zeitwerts der erhaltenen Gegenleistung den gewährten Vorteilen (Prämien) zugeordnet und passivisch abgegrenzt. Die Umsatzrealisierung erfolgt in der Periode, in der die gewährten Vorteile (Prämien) ausgeübt werden oder verfallen. Da der Konzern derzeit keine Kundenbonusprogramme aufgelegt hat, werden aus dieser Interpretation keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet.

IFRIC 14 IAS 19 - Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswerts, Mindestfinanzierungsvorschriften und ihre Wechselwirkung: Diese Interpretation gibt Leitlinien zur Bestimmung des Höchstbetrags des Überschusses aus einem leistungsorientierten Plan, der nach IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer als Vermögenswert aktiviert werden darf. Da der Konzern derzeit keine Pensionszusagen gegeben hat, werden aus dieser Interpretation keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns erwartet.

2.1.2 Grundlage der Erstellung

Der Konzernabschluss wurde auf Basis der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten erstellt. Ausgenommen davon sind zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, die mit dem beizulegenden Zeitwert bilanziert wurden.

2.1.3 Berichtswährung

Die Berichtswährung lautet auf Euro. Der Ausweis erfolgt, sofern nicht anders angegeben, in ganzen Euro-Zahlen mit Cent-Angaben.

2.1.4 Schätzungen und Annahmen

Die IFRS-Bilanzierung verlangt die Vornahme von Schätzungen und Annahmen, die in die bilanzierten Beträge und Anhangsangaben einfließen. Wesentliche Annahmen und Schätzungen werden für die konzerneinheitlichen Nutzungsdauern des Anlagevermögens, die Realisierbarkeit von Forderungen und die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen getroffen. Die tatsächliche Entwicklung kann von diesen Schätzungen abweichen.

Darüber hinaus bestehen insbesondere folgende zukunftsbezogene Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein Risiko besteht, dass eine künftige Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein kann:

Aktienbasierte Vergütung

Die Kosten aus der Gewährung von Aktienoptionen an Mitarbeiter werden im Konzern mit dem beizulegenden Zeitwert dieser Aktienoptionen zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bewertet. Zur Schätzung des beizulegenden Zeitwerts wurde ein Bewertungsverfahren bestimmt; dieses ist abhängig von den Bedingungen der Gewährung. Es ist weiterhin die Bestimmung geeigneter in dieses Bewertungsverfahren einfließender Daten, darunter insbesondere die voraussichtliche Optionslaufzeit, Volatilität und Dividendenrendite, sowie entsprechender Annahmen erforderlich. Die Annahmen und angewandten Verfahren sind in der Anhangsangabe 17.4 ausgewiesen.

Aktive latente Steuern

Aktive latente Steuern werden für alle nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, sodass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der aktiven latenten Steuern ist eine Ermessensausübung der Unternehmensleitung bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanung erforderlich. Weitere Einzelheiten sind in der Anhangsangabe 22 dargestellt.

Entwicklungskosten

Entwicklungskosten für immaterielle Vermögenswerte werden entsprechend der in Anhangsangabe 2.1.6 dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethode aktiviert. Die erstmalige Aktivierung der Kosten beruht auf Einschätzungen des Managements, dass die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit nachgewiesen ist. Für Zwecke der Ermittlung des voraussichtlichen künftigen Nutzens trifft das Management Annahmen über die Höhe der erwarteten künftigen Cashflows aus Vermögenswerten, die anzuwendenden Abzinsungssätze und den Zeitraum des Zuflusses von erwarteten zukünftigen Cashflows, die die Vermögenswerte generieren.

2.1.5 Konsolidierungsgrundsätze

In den Konzernabschluss einbezogen sind die Tipp24 AG als Muttergesellschaft und die von ihr beherrschten Tochterunternehmen. Ein beherrschender Einfluss wird vermutet, wenn die Muttergesellschaft über mehr als 50 % der Stimmrechte einer Gesellschaft verfügt und in der Lage ist, die Finanz- und Geschäftspolitik zu ihrem Nutzen zu gestalten. Die Tipp24 AG hält jeweils 100 % der Anteile an der GSG, der Ventura24 der Puntogioco24, der Mylotto24, der Tipp24 Operating Services UK sowie der Tipp24 Services UK.

Die Tipp24 AG hält weder eine Kapitalbeteiligung noch verfügt sie über Stimmrechte an der Schumann OHG. Dennoch wurde die Schumann OHG nach IAS 27 und SIC 12.10 in den Konzernabschluss einbezogen,

weil die Geschäftstätigkeit der Schumann OHG im Wesentlichen zugunsten der Tipp24 AG erfolgt,

die Tipp24 AG über die Entscheidungsmacht und die Rechte verfügt, um die Mehrheit der Vorteile aus der Geschäftstätigkeit der Schumann OHG ziehen zu können

sowie die eigentümertypischen und kreditgebertypischen Risiken durch Vertrag von der Tipp24 AG getragen werden.

Konzerninterne Aufwendungen und Erträge, Gewinne aus Geschäften zwischen Konzerngesellschaften sowie die zwischen konsolidierten Gesellschaften bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden eliminiert.

Für den Konzernabschluss werden die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze für gleiche Geschäftsvorfälle und Ereignisse unter ähnlichen Bedingungen zugrunde gelegt. Die Abschlüsse aller in den Konsolidierungskreis einbezogenen Gesellschaften sind auf den Abschlussstichtag des Mutterunternehmens aufgestellt. Dieser entspricht dem Konzernstichtag.

2.1.6 Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte werden bei Zugang zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Immaterielle Vermögenswerte werden ausgewiesen, wenn es wahrscheinlich ist, dass der dem Vermögenswert zuzuordnende künftige wirtschaftliche Nutzen dem Unternehmen zufließen wird und wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Vermögenswertes zuverlässig bemessen werden können. Nach dem anfänglichen Ausweis werden immaterielle Vermögenswerte zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich der kumulierten planmäßigen Abschreibungen und der kumulierten Wertminderungsaufwendungen bewertet. Immaterielle Vermögenswerte werden linear über die geschätzte Nutzungsdauer abgeschrieben. Der Abschreibungszeitraum und die -methode werden jährlich zum Ende eines Geschäftsjahres überprüft.

Im Konzernabschluss werden entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte ausgewiesen. Darüber hinaus werden im Rahmen selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte Entwicklungskosten für ausschließlich extern zugekaufte Bestandteile aktiviert. Die geschätzte Nutzungsdauer der immateriellen Vermögenswerte variiert zwischen drei und fünf Jahren.

Patente, Schutzrechte und Lizenzen

Patente, Schutzrechte und Lizenzen werden mit den Anschaffungskosten aktiviert und linear über die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer für Patente, Schutzrechte und Lizenzen beträgt zwischen drei und fünf Jahren.

Software

Kosten für die Anschaffung von neuer Software werden aktiviert und bei den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen, sofern diese Kosten nicht als Bestandteil der zugehörigen Hardware zu betrachten sind. Software wird linear über eine Nutzungsdauer von drei Jahren abgeschrieben.

Kosten, die entstanden sind, um den zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen, den ein Unternehmen von dem ursprünglich bemessenen Leistungsgrad vorhandener Softwaresysteme erwarten kann, wiederherzustellen oder zu bewahren, sind als Aufwand zu erfassen, wenn die Arbeiten zur Wiederherstellung oder Bewahrung ausgeführt wurden.

Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung von selbst entwickelter Software werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind. Eine Ausnahme bilden aktivierungsfähige Entwicklungskosten, sofern sie die folgenden Kriterien vollständig erfüllen:

Das Produkt oder das Verfahren sind klar definiert und die zurechenbaren Kosten können einzeln identifiziert und verlässlich ermittelt werden.

Die technische Umsetzung des Produkts ist wahrscheinlich.

Das Unternehmen hat die Fähigkeit, die immateriellen Vermögenswerte zu nutzen oder zu verkaufen und das Produkt soll verkauft oder für interne Geschäftszwecke genutzt werden.

Ein potenzieller Absatzmarkt bei beabsichtigtem Verkauf bzw. ein wirtschaftlicher Nutzen bei interner Verwendung existiert.

Angemessene technische, finanzielle und organisatorische Ressourcen, die zur Vollendung des Projekts benötigt werden, sind vorhanden.

Das Unternehmen kann den voraussichtlichen künftigen wirtschaftlichen Nutzen des Vermögenswertes nachweisen.

In 2007 wurden Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von 3.051 Tsd. Euro im Vergleich zu 2.767 Tsd. Euro in 2006 als Aufwand erfasst. Die Gesellschaft hat solche Entwicklungskosten aktiviert, die die Kriterien nach IAS 38.57 erfüllten.

2.1.7 Sachanlagen

Sachanlagen werden gem. IAS 16 als Vermögenswert angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass ein mit ihm verbundener künftiger wirtschaftlicher Nutzen dem Unternehmen zufließen wird und die Anschaffungs- und Herstellungskosten verlässlich ermittelt werden können. Die Sachanlagen sind mit den Anschaffungs- und Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen zu bewerten. Wenn Sachanlagen veräußert werden oder ausscheiden, werden deren Anschaffungskosten und deren kumulierte Abschreibungen aus der Bilanz ausgebucht und der aus ihrem Verkauf resultierende Gewinn oder Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die Anschaffungs- und Herstellungskosten des Sachanlagevermögens beinhalten den Kaufpreis, Importzölle und sonstige nicht erstattungsfähige Steuern sowie alle direkt zurechenbaren Kosten, die entstehen, um den Vermögenswert in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Kaufpreisminderungen wie Rabatte, Boni, Skonti werden vom Kaufpreis abgezogen. Nachträglich anfallende Kosten wie Wartungs- und Instandhaltungskosten werden in der Periode, in der sie anfallen, aufwandswirksam erfasst. Wenn solche Kosten nachweislich zu einer Steigerung des zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens führen, der aus dem Gebrauch des Vermögenswertes resultiert und der über dem ursprünglichen Leistungsvolumen liegt, werden die Kosten als nachträgliche Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt.

Das Sachanlagevermögen umfasst ausschließlich Gegenstände der Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Abschreibung erfolgt linear. Folgende Nutzungsdauern liegen den einzelnen Gruppen von Sachanlagen zugrunde:


Jahre
Technische Ausstattung 2-14
Büro- und Geschäftsausstattung 3-25

2.1.8 Wertminderung und Wertaufholung von langfristigen Vermögenswerten

Der Wertansatz von Gegenständen des Sachanlagevermögens sowie von immateriellen Vermögenswerten wird jährlich überprüft bzw. wenn Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen. Wenn der Wertansatz eines Vermögenswertes seinen erzielbaren Betrag übersteigt, wird eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen. Der erzielbare Betrag ist der jeweils höhere Betrag seines Nettoverkaufspreises oder seines Nutzungswertes. Der Nettoverkaufspreis ist der aus einem Verkauf zu marktüblichen Bedingungen erzielbare Betrag; der Nutzungswert ist der Barwert der erwarteten Erträge aus dem weiteren Gebrauch des Vermögenswertes und dem Verkaufswert am Ende der Nutzungsdauer. Der Nutzungswert wird für jeden Vermögenswert einzeln bzw. für die entsprechende zahlungsmittelgenerierende Einheit ermittelt.

2.1.9 Leasing

Finanzierungs-Leasing

Finanzierungs-Leasing liegt bei den Vermögenswerten vor, bei denen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken auf die Gesellschaft übergegangen sind. Das Unternehmen setzt bei Finanzierungs-Leasingverhältnissen die Vermögenswerte und Schulden in gleicher Höhe in seiner Bilanz an, und zwar in Höhe des zu Beginn des Leasingverhältnisses beizulegenden Zeitwertes des Leasingobjektes oder mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen, sofern dieser Wert niedriger ist. Bei der Berechnung des Barwertes der Mindestleasingzahlungen dient der dem Leasingverhältnis zugrunde liegende Zinssatz als Abzinsungsfaktor, soweit er in praktikabler Weise ermittelt werden kann. Ansonsten wird auf den Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers zurückgegriffen. Bei Beginn des Leasingverhältnisses entstandene Einzelkosten werden als Teil des Vermögenswertes aktiviert. Leasingzahlungen werden in die Finanzierungskosten und den Tilgungsanteil der Restschuld aufgeteilt. Die Finanzierungskosten werden so über die Laufzeit des Leasingverhältnisses verteilt, dass über die Perioden ein konstanter Zinssatz auf die verbliebene Schuld entsteht.

Die Finanzierungs-Leasingverhältnisse führen in jeder Periode zu einem Abschreibungsaufwand des Vermögenswertes sowie zu einem Finanzierungsaufwand. Die Abschreibungsgrundsätze für Leasinggegenstände stimmen mit den Grundsätzen überein, die auf abschreibungsfähige Vermögenswerte angewendet werden, die sich im Eigentum des Unternehmens befinden.

Operating-Leasing

Die Leasingzahlungen innerhalb eines Operating-Leasingverhältnisses, bei dem die mit dem Leasingobjekt verbundenen Risiken im Wesentlichen beim Leasinggeber verbleiben, werden als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfasst.

2.1.10 Ansatz und Bewertung von Finanzinstrumenten

Finanzinstrumente werden entsprechend in vier Kategorien eingeteilt: zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente, bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente, ausgereichte Kredite und Forderungen sowie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte.

Finanzinstrumente, die hauptsächlich mit der Absicht erworben wurden, einen Gewinn aus kurzfristigen Schwankungen des Preises zu erzielen, werden als zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente klassifiziert.

Finanzinstrumente mit festen oder bestimmbaren Zahlungen sowie einer festen Laufzeit, die die Gesellschaft bis zur Endfälligkeit halten will und kann, ausgenommen von der Gesellschaft ausgereichte Kredite und Forderungen, werden als bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente klassifiziert.

Alle anderen Finanzinstrumente, ausgenommen von der Gesellschaft ausgereichte Kredite und Forderungen, werden als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert.

Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente sowie bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente mit einer Restlaufzeit von bis zu zwölf Monaten werden in den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden in den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen, wenn die Gesellschaft die Veräußerung in den nächsten zwölf Monaten plant.

Käufe und Verkäufe von Finanzinstrumenten werden zum Handelstag bilanziert.

Finanzinstrumente werden beim erstmaligen Ansatz mit den Anschaffungskosten angesetzt, die dem beizulegenden Zeitwert der gegebenen Gegenleistung entsprechen. Transaktionskosten werden bei der erstmaligen Bewertung einbezogen.

Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden bei der Folgebewertung mit dem beizulegenden Zeitwert ohne Abzug von Transaktionskosten bewertet.

Gewinne und Verluste aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert für zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden grundsätzlich direkt im Eigenkapital erfasst, bis der finanzielle Vermögenswert verkauft, eingezogen oder anderweitig abgegangen ist oder bis eine Wertminderung für den finanziellen Vermögenswert festgestellt wurde, sodass zu diesem Zeitpunkt der zuvor im Eigenkapital erfasste kumulative Gewinn oder Verlust in das Periodenergebnis einzubeziehen ist.

Gewinne und Verluste aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert für zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente werden in das Ergebnis der Periode einbezogen, in der sie entstanden sind.

Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente werden mit ihren fortgeführten Anschafungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode bewertet.

Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn das Unter nehmen die Verfügungsmacht über die vertraglichen Rechte verliert, aus denen der finanzielle Vermögenswert besteht. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt oder gekündigt oder erloschen ist.

Die von der Gesellschaft gehaltenen Wertpapiere sind sämtlich mit einer Kapitalgarantie unterlegt. Ein Teil der Wertpapiere wurde als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Anteile an Geldmarktfonds, welche täglich fällig gestellt werden können. Diese Wertpapiere sind Bestandteil der kurzfristigen Zahlungsmitteldisposition und werden zur kurzfristigen Anlage von Liquiditätsüberhängen eingesetzt.

Darüber hinaus wurde ein kleinerer Teil in eine Finanzanlage investiert, die aus der Wertentwicklung ausgewählter Aktienpaare einen Performancegewinn erzielt. Der andere Teil der Wertpapiere wurde als bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente klassifiziert und mit den Anschafungskosten bilanziert. Tipp24 nutzt diese Instrumente zur langfristigen Anlage eines Sockelbetrags der liquiden Mittel, welche aus dem negativen Nettoumlaufvermögen stammen. Im Einzelnen handelt es sich um ein Zinssammlerprodukt, eine Form der Inhaberschuldverschreibung auf den Emittenten mit variablem Zinskupon sowie um ein Swingzertifikat mit einem Mindestkupon und einer variablen Kuponkomponente.

2.1.11 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zum beizulegenden Wert der hingegebenen Gegenleistung ausgewiesen und mit ihren fortgeführten Anschafungskosten bewertet. Eine Überprüfung der Werthaltigkeit der Forderungen erfolgt regelmäßig.

2.1.12 Sonstige Vermögenswerte

Die sonstigen Vermögenswerte sind zum Nominalwert oder zum niedrigeren erzielbaren Betrag bilanziert. Rücklastschriften aus Kundenzahlungen werden sofort aufwandswirksam erfasst.

2.1.13 Liquide Mittel und Wertpapiere sowie kurzfristige Finanzanlagen

Die Zahlungsmittel umfassen Bankguthaben und Kassenbestände und werden mit ihrem Nominalwert angesetzt.

Die Wertpapiere bestehen aus Finanzinvestitionen in kurzfristig veräußerbare Wertpapiere, die mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt wurden. Änderungen aus beizulegenden Werten werden so lange im Eigenkapital erfasst, bis die Finanzierungsinvestitionen ausgebucht werden. Bei der Veräußerung wird die Differenz zwischen den Nettoveräußerungserlösen und dem Buchwert in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Die vorbenannten Zahlungsmittel und Wertpapiere bilden den in der Bilanz und der Cashflow-Rechnung ausgewiesenen Finanzmittelbestand.

Im Übrigen verweisen wir auf unsere Ausführungen unter »6. Liquide Mittel und Wertpapiere sowie kurzfristige Finanzanlagen«.

2.1.14 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschafungskosten bilanziert.

2.1.15 Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen werden für rechtliche und faktische Verpflichtungen gebildet, die bis zum Abschlussstichtag wirtschaftlich entstanden sind, wenn es wahrscheinlich ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung zu einem Abfluss von Konzernmitteln führt und eine zuverlässige Schätzung der Verpflichtungshöhe vorgenommen werden kann. Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag geprüft und an die jeweils beste Schätzung angepasst. Der Rückstellungsbetrag entspricht dem gegenwärtigen Wert der zur Erfüllung der Verpflichtung voraussichtlich notwendigen Aufwendungen. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Verpflichtungen gegenüber Dritten.

2.1.16 Anteilsbasierte Vergütung

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat am 19. Februar 2007 den IFRS 2 »Share-based payment« verabschiedet, der die Bilanzierung und Bewertung aktienbasierter Vergütungsinstrumente regeln soll.

Eine anteilsbasierte Vergütung ist eine Transaktion, in der die Unternehmung Güter oder Dienste entweder als Gegenleistung für ihre Anteilsscheine oder gegen Verbindlichkeiten aufgrund des Wertes der Aktien oder sonstigen Anteilsscheine erhält oder erwirbt. IFRS 2 unterscheidet drei Typen von anteilsbasierten Vergütungen:

Transaktionen, die durch Eigenkapitalinstrumente ausgeglichen werden und mit dem Fair Value zum Zeitpunkt der Gewährung bewertet werden,

Transaktionen, die zwar in bar ausgeglichen werden, deren Höhe aber von einem Eigenkapitalinstrument des Unternehmens abhängig ist und die mit dem Fair Value zum Bilanzstichtag bewertet werden,

Transaktionen, bei denen einer oder beide Beteiligte die Wahl haben, ob der Ausgleich durch ein Eigenkapitalinstrument oder in bar zu erfolgen habe.

Die von der Gesellschaft ausgegebenen Aktienoptionen werden als aktienbasierte Vergütungstransaktion mit Erfüllungswahlrecht beim Unternehmen klassifiziert.

Der Standard sieht vor, dass sämtliche, an Mitarbeiter ausgegebene, aktienbasierte Vergütungsinstrumente erfolgswirksam als Personalaufwand zu erfassen sind.

2.1.17 Ertragsteuern

Steueraufwendungen werden auf Basis des für die Periode ermittelten Ergebnisses berechnet und berücksichtigen laufende und latente Steuerabgrenzungen. Steuerabgrenzungen werden nach der »liability method« auf Abweichungen zwischen dem Wert eines Vermögensgegenstandes in den Handelsbilanzen nach IFRS und seinem Wert in den Steuerbilanzen nach nationalem Recht der einbezogenen Gesellschaften vorgenommen, soweit sich der abweichende Steueraufwand in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich ausgleicht. Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, am Bilanzstichtag gesetzlich festgelegt war.

Aktive latente Steuern werden angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass zukünftig ausreichend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung stehen wird. Zu jedem Stichtag erfolgt eine Einschätzung der aktivierten Verlustvorträge bzw. der bisher noch nicht aktivierten latenten Steueransprüche auf steuerliche Verlustvorträge. Bislang nicht aktivierte latente Steueransprüche auf steuerliche Verlustvorträge werden in dem Umfang angesetzt, in dem voraussichtlich zukünftig zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung stehen wird. Aktivierte latente Steueransprüche auf steuerliche Verlustvorträge werden in dem Umfang niedriger bewertet, in dem es nicht länger wahrscheinlich ist, dass zukünftig zu versteuerndes Einkommen zu dessen Nutzung zur Verfügung stehen wird.

Laufende Steueraufwendungen und -erträge sowie latente Steueraufwendungen und -erträge werden direkt mit dem Eigenkapital verrechnet, wenn sie auf Anpassungen des Bilanzgewinns aufgrund von Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, der Korrektur eines Fehlers, Wechselkursänderungen oder erfolgsneutralen Buchungen wie zur Veräußerung verfügbarer finanzieller Vermögenswerte beruhen.

Eine passive latente Steuerabgrenzung wird für alle steuerbaren zeitlichen Differenzen gebildet.

2.1.18 Umsatzerlöse

Umsatzerlöse werden realisiert, wenn die Leistung oder Lieferung ausgeführt wurde und der Gefahrenübergang auf den Leistungsempfänger oder Käufer stattgefunden hat, es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen aus dem Geschäft der Gesellschaft zufließt und die Höhe der Umsatzerlöse verlässlich bestimmt werden kann. Die Erlöse werden netto ohne Umsatzsteuer, Skonti, Kundenboni und Rabatte ausgewiesen. Die von der Gesellschaft erzielten Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus Provisionen und Zusatzgebühren, welche die Gesellschaft aus der Vermittlung von Spieleinsätzen erhält. Die von den Spielern vereinnahmten Spieleinsätze werden in der Gewinn- und Verlustrechnung nachrichtlich als Transaktionsvolumen ausgewiesen. Sie ergeben, vermindert um die weitergeleiteten Spieleinsätze, abzüglich Provisionen die eigenen Umsatzerlöse der Gesellschaft. Die Umsatzerlöse sind realisiert, wenn der Spieleinsatz geleistet, die Spieldaten an den Veranstalter des Spiels übermittelt und der Erhalt der Daten von diesem quittiert wurden. Im Unterschied dazu werden die Umsatzerlöse der Gesellschaft aus Vertrieb von Klassenlotterien zum Zeitpunkt der Veranstaltung der Lotterie erfasst. Dieses ist auf die entsprechend abweichenden Vertriebsvereinbarungen zurückzuführen.

Ventura24 und Puntogioco24 erhalten von ihren Kunden teilweise Vorauszahlungen für Abonnements. Diese Verbindlichkeiten für zukünftige Perioden werden abgegrenzt und die Umsatzerlöse gemäß IAS 18 erst realisiert, wenn die Spieldaten an den Veranstalter des Spiels übermittelt und der Erhalt der Daten von diesem quittiert wurden.

2.1.19 Zinserträge

Zinserträge werden zeitanteilig unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung eines finanziellen Vermögenswertes erfasst.

2.1.20 Betriebliche Aufwendungen

Betriebliche Aufwendungen werden zu dem Zeitpunkt gebucht, zu dem die Erzeugnisse oder Waren geliefert bzw. die Leistungen erbracht worden sind.

2.1.21 Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten werden als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie angefallen sind.

2.1.22 Eventualschulden

Eventualschulden sind im Jahresabschluss nicht bilanziert. Eventualschulden werden angegeben, sofern die Möglichkeit eines Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen wahrscheinlich ist.

2.1.23 Segmentberichterstattung

Ein Segment ist ein abgrenzbarer Teil des Konzerns, der entweder bestimmte Produkte oder Dienstleistungen hervorbringt (Geschäftssegment) oder seine Produkte oder Dienstleistungen in einer bestimmten ökonomischen Umgebung zur Verfügung stellt (geografisches Segment), wobei die jeweiligen Segmente unterschiedlichen Risiken und Chancen unterliegen.

Tipp24 hat als primäres Berichtsformat geografische Segmente gebildet, da die Risiken und die Eigenkapitalverzinsung des Unternehmens im Wesentlichen von der Tatsache bestimmt werden, dass es in verschiedenen Ländern (Deutschland, Spanien, Italien und Großbritannien) tätig ist. Wir unterscheiden dabei die beiden Segmente Deutschland und Ausland. Dieses Segmentberichtsformat entspricht unserer internen Organisations- und Managementstruktur. Der Vorstand steuert die Aktivitäten in den Segmenten über die jeweiligen Gewinn- und Verlustrechnungen. Die Steuerung der Bilanzgrößen erfolgt bislang im Wesentlichen auf Konzernebene und nicht nach einzelnen geografischen Segmenten.

Innerhalb der segmentierten Gewinn- und Verlustrechnung nehmen wir keine weitergehende Segmentierung nach Produkten vor. Die Geschäftstätigkeit des Konzerns umfasst im Wesentlichen die Vermittlung von Spieleinsätzen bei Lotterien, aus der Provisionserlöse sowie gleichzeitig Erlöse aus Zusatzgebühren erzielt werden. Es liegen somit keine unterscheidbaren Teilaktivitäten im Sinne von IAS 14 vor, aus denen ein individuelles Produkt oder eine Dienstleistung erstellt bzw. erbracht wird und die Risiken und Chancen ausgesetzt sind, die sich von denen anderer Geschäftssegmente unterscheiden. Die Segmentergebnisse ergeben sich aus Posten, die entweder den Segmenten direkt oder einem Segment mittels eines Verteilungsschlüssels sinnvoll zugeordnet werden können.

2.1.24 Geschäftsvorfälle nach dem Bilanzstichtag

Geschäftsvorfälle, die nach dem Bilanzstichtag bekannt geworden sind, jedoch bis zum Abschlussstichtag wirtschaftlich entstanden sind, werden im Konzernabschluss berücksichtigt. Wesentliche Geschäftsvorfälle, die nach dem Bilanzstichtag wirtschaftlich entstanden sind, werden erläutert.

3 KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

Die Konzern-Kapitalflussrechnung ist nach IAS 7 erstellt. Es wird zwischen Zahlungsströmen aus operativer, investiver und Finanzierungstätigkeit unterschieden.

Die Zahlungsströme aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wurden nach der indirekten Methode ermittelt.

Der Finanzmittelbestand umfasst die liquiden Mittel sowie die kurzfristigen Wertpapiere, soweit sie keinen Restriktionen unterliegen, siehe »6. Liquide Mittel und Wertpapiere sowie kurzfristige Finanzanlagen sowie kurzfristige Finanzanlagen«.

4 SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Der Konzern hat die beiden geografischen Segmente Deutschland und Ausland. Das ausländische Segment beinhaltet die Aktivitäten in Spanien, Italien und Großbritannien.

Im Rahmen der Berichterstattung über die geografischen Segmente bezieht sich der Segmentumsatz auf den geografischen Standort der operativen Einheiten (Konzerntochtergesellschaften), welche den Umsatz generieren. Dieser deckt sich im Wesentlichen mit dem geografischen Standort der entsprechenden Kunden.

in Tsd. Euro Deutschland Ausland Konsolidierung

01.01.-31.12 01.01.-31.12 01.01.-31.12

2007 2006 2007 2006 2007 2006
Transaktionsvolumen 325.540 246.942 21.235 17.293 0 0
Umsatzerlöse 40.018 30.194 4.956 4.381 0 0
Abschreibung 756 664 115 79 0 0
EBIT 10.076 7.327 -1.127 -83 0 0
Finanzergebnis





Ertragsteuern





Konzernergebnis





Vermögen 32.170 81.789 6.477 4.992 53.092 -3.986
Schulden 29.913 18.504 5.625 4.198 571 -559
Investitionen 1.918 4.565 1.295 205 0 0


in Tsd. Euro Konsolidiert

01.01.-31.12

2007 2006
Transaktionsvolumen 346.776 264.235
Umsatzerlöse 44.974 34.575
Abschreibung 871 743
EBIT 8.949 7.244
Finanzergebnis 2.243 1.121
Ertragsteuern -4.920 -921
Konzernergebnis 6.272 7.445
Vermögen 91.739 82.794
Schulden 36.109 22.143
Investitionen 3.214 4.769


Im Segmentergebnis des Segments Deutschland ist die Ausbuchung von aktivierten Beratungsleistungen mit 1.422 Tsd. Euro als wesentlicher zahlungsunwirksamer Aufwand enthalten. Im Segmentvermögen sind keine latenten Steuern, keine Ansprüche auf Erstattung, keine Anteile an Geldmarktfonds oder kurzfristige Finanzanlagen enthalten. Die Segmentschulden enthalten keine latenten Steuern, keine Verbindlichkeiten aus Steuern und keine verzinslichen Verbindlichkeiten. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

5 STRUKTUR DER TIPP24

Im Geschäftsjahr 2007 gab es folgende Veränderungen der Struktur des Tipp24 AG-Konzerns. MyLotto24, Tipp24 Services und Tipp24 Operating Services wurden im Geschäftsjahr 2007 gegründet. Puntogioco24 wurde im Geschäftsjahr 2004, Ventura24, Schumann OHG und GSG wurden im Geschäftsjahr 2001 gegründet. Alle Gesellschaften wurden seit ihrer Gründung im Konzern konsolidiert.

6 LIQUIDE MITTEL UND WERTPAPIERE SOWIE KURZFRISTIGE FINANZANLAGEN

in Euro 31.12.2007 31.12.2006
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks

Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 11.095.304,68 5.054.591,22
Kassenbestand 44.044,19 44.035,55

11.139.348,87 5.098.626,77
Kurzfristige Wertpapiere 54.981.426,78 55.665.519,26

66.120.775,65 60.764.146,03
Verpfändete liquide Mittel und Wertpapiere -300.000,00 -61.387,20

65.820.775,65 60.702.758,83

Die zum 31. Dezember 2007 ausgewiesenen kurzfristigen Wertpapiere betreffen für Zwecke der kurzfristigen Geldanlage erworbene Anteile an Geldmarktfonds der Deutschen Bank AG mit eintägiger Valuta sowie der Commerzbank mit zwei Tagen Valuta. Der Bilanzansatz erfolgte zum Marktwert der Anteile am Bilanzstichtag, die Summe der Investments entsprach am Stichtag 54.981 Tsd. Euro. Die Geldmarktfonds sind Bestandteil der kurzfristigen Zahlungsmitteldisposition.

Darüber hinaus wurden zum 31. Dezember 2007 kurzfristige Finanzanlagen in Höhe von 4.144 Tsd. Euro gehalten. Sie betreffen ein Produkt, welches von der Wertentwicklung ausgewählter Aktienpaare profitiert. Zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung lagen diese Papiere über Ausgabekurs, zusätzlich sind die Anteile mit einer 100 %-Kapitalgarantie der Investmentgesellschaft versehen.

Die verpfändeten liquiden Mittel in Höhe von 300 Tsd. Euro betreffen eine Sicherheitsleistung zugunsten der Landeslotteriegesellschaft Bremen.

7 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Es bestehen keinerlei Beschränkungen von Verfügungsrechten.

8 ANSPRÜCHE AUF ERSTATTUNG VON ERTRAGSTEUERN

Die Gesellschaft hat zum Bilanzstichtag des Geschäftsjahres 2007 Ansprüche auf Erstattung von Ertragsteuern in Höhe vor 9 Tsd. Euro.

9 SONSTIGE VERMÖGENSWERTE UND GELEISTETE VORAUSZAHLUNGEN

in Euro 31.12.2007 31.12.2006
Forderungen aus Spielbetrieb 12.859.682,77 7.406.566,09
Forderungen gegen Spielveranstalter 7.137.438,04 3.796.757,69
Forderungen Zahlungssysteme 5.041.345,76 2.646.509,40
Sicherheitseinbehalte 680.898,97 963.299,00
Geleistete Vorauszahlungen 672.292,81 1.520.383,67
Weitere 713.231,73 637.321,11
Nicht verkaufte Lose 126.732,50 375.740,00
Forderungen an Personal 61.987,34 72.732,02
Debitorische Kreditoren 34.499,68 105.871,59
Sonstige 490.012,21 82.977,50

14.245.207,31 9.564.270,87

Die Sicherheitseinbehalte wurden im Wesentlichen von der Nordwest Lotto und Toto Hamburg (250 Tsd. Euro), der Nordwest Lotto Schleswig-Holstein (180 Tsd. Euro), der Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen (200 Tsd. Euro) als Mindestdeckung für die laufenden Spieleinsätze eingefordert.

Die Höhe wird auf Basis eines vertraglich definierten Prozentsatzes des durchschnittlichen Wochenumsatzes in einem bestimmten Zeitraum festgelegt. Der Sicherheitseinbehalt wird nicht verzinst.

Sämtliche sonstigen Vermögenswerte und geleistete Vorauszahlungen haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Zum Bilanzstichtag lagen keine Gründe für eine Wertminderung vor, die mit einer Wertberichtigung hätten berücksichtigt werden müssen.

10 IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Zur Veränderung der immateriellen Vermögenswerte verweisen wir auf die in der folgenden Tabelle dargestellte Entwicklung

in Euro 2007 2006
Anschaffungs-/Herstellungskosten zum 1. Januar 2.030.275,94 1.939.872,78
Zugänge einzeln erworben 507.336,68 218.134,70
Zugänge selbst erstellt 969.351,64 0,00
Abgänge 0,00 -127.731,54
Anschafungskosten zum 31. Dezember 3.506.964,26 2.030.275,94
Kumulierte Abschreibungen zum 1. Januar -1.657.444,86 -1.493.559,46
Abschreibungen des Geschäftsjahres -288.382,78 -251.223,81
Umgliederungen 20.816,56 0,00
Abgänge 0,00 87.338,41
Kumulierte Abschreibungen zum 31. Dezember -1.925.011,08 -1.657.444,86
Buchwert zum 31. Dezember 1.581.953,18 372.831,08

Die verbleibenden Restnutzungsdauern der Konzessionen, gewerblichen Schutzrechte und ähnlichen Rechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten liegen zwischen drei und fünf Jahren.

Für die oben aufgeführten immateriellen Vermögenswerte bestehen keine Beschränkungen von Verfügungsrechten. Es wurden weiterhin keine Vermögenswerte als Sicherheit für Schulden verpfändet.

11 SACHANLAGEN

Zur Veränderung der Sachanlagen verweisen wir auf die in der folgenden Tabelle dargestellte Entwicklung.

in Euro 2007 2006
Anschaffungs-/Herstellungskosten zum 1. Januar 2.619.724,85 2.548.184,94
Zugänge 1.736.885,31 551.289,65
Umgliederungen 0,00 -14.781,77
Abgänge -39.560,33 -464.967,97
Anschafungskosten zum 31. Dezember 4.317.049,83 2.619.724,85
Kumulierte Abschreibungen zum 1. Januar -1.403.007,53 -1.372.728,78
Abschreibungen des Geschäftsjahres -582.699,71 -491.896,71
Umgliederungen -20.816,56 0,00
Abgänge 38.575,50 461.617,96
Kumulierte Abschreibungen zum 31. Dezember -1.967.948,30 -1.403.007,53
Buchwert zum 31. Dezember 2.349.101,53 1.216.717,32

Es bestehen derzeit keine Vermögenswerte aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen.

12 FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

Die Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von 3.000.000,00 Euro wurden mit den fortgeführten Anschafungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode bilanziert.

Hierbei handelt es sich um eine Form der Inhaberschuldverschreibung auf den Emittenten Deutsche Bank, welche auf den 6-Monats-Euribor referenziert (Zinssammler).

Zu halbjährlichen Kuponzahlungsterminen jeweils zum 31. Mai und zum 30. November wird für diejenigen Geschäftstage, zu welchen der 6-Monats-Euribor unterhalb bestimmter Barrieren notiert, ein Kupon in Höhe von halbjährlich 4,10 % bezahlt. Das Produkt hat eine Laufzeit bis zum 30. November 2009 und wird als bis zur Endfälligkeit zu haltendes Finanzinstrument erfasst. Es ist mit einer 100 %-Kapitalgarantie des Emittenten hinterlegt.

13 VERBINDLICHKEITEN AUS FINANZIERUNGS-LEASINGVERHÄLTNISSEN

Es bestehen derzeit keine Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen.

14 SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN

in Euro 31.12.2007 31.12.2006
Verbindlichkeiten aus Spielbetrieb 24.676.781,47 17.755.681,87
Verbindlichkeiten gegenüber Spielern 19.049.030,62 13.592.936,00
Verbindlichkeiten gegenüber Lotteriegesellschaften 4.259.057,31 3.655.591,39
Verbindlichkeiten gegenüber Spielevermittlern 266,90 0,00
Verbindlichkeiten an Business Service Partner 1.368.426,64 507.154,48
Verbindlichkeiten aus Steuern 1.374.502,45 365.994,35
Umsatzsteuer 1.156.055,42 174.011,60
Lohn- und Kirchensteuer 218.447,03 191.982,75
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit

Sozialversicherungsbeiträge 64.755,27 89.941,78
Weitere sonstige Verbindlichkeiten 694.609,02 598.604,09
Ausstehende Rechnungen 42.300,48 43.117,63
Erhaltene Anzahlungen 66.939,28 0,00
Abfindungen 150.000,00 0,00
Urlaubsverpflichtungen 255.932,51 218.226,23
Verbindlichkeiten für Jahresabschlussprüfung/-erstellung 43.979,96 82.080,00
Übrige 135.456,79 255.180,23

26.810.648,21 18.810.222,09

Die sonstigen Verbindlichkeiten haben alle eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

15 RÜCKSTELLUNGEN

in Euro Stand 01.01.2007 Verbrauch Erträge aus Auflösung Zuführung Stand 31.12.2007
Bonusrückstellungen 346.252,91 221.435,69 124.817,22 872.825,69 872.825,69
Prozessrückstellungen 24.792,26 2.724,00 0,00 0,00 22.068,26
Summe 371.045,17 224.159,69 124.817,22 872.825,69 894.893,95

In den Bonusrückstellungen ist ein langfristiger Betrag von 100 Tsd. Euro enthalten, der voraussichtlich in drei Jahren zu zahlen ist. Darüber hinaus werden sämtliche Rückstellungen voraussichtlich innerhalb eines Jahres verbraucht.

16 ERLÖSABGRENZUNGEN

Die Gesellschaft hat Erlösabgrenzungen in Höhe von 416 Tsd. Euro vorgenommen. Hierbei handelt es sich um Erlöse aus Spielaufträgen, die vor dem 31. Dezember 2007 angenommen wurden, deren Realisation mit Erbringung der Leistung erst im Folgejahr erfolgt.

17 EIGENKAPITAL

17.1 Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital entspricht dem Grundkapital der Gesellschaft von 8.872.319,00 Euro. Es ist in voller Höhe eingezahlt und eingeteilt in 8.872.319 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien.

Der Vorstand hat im Berichtsjahr von der Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien Gebrauch gemacht. Bis zum 31. Dezember 2007 wurden insgesamt 654.047 Aktien oder 7,37 % des Grundkapitals zurückgekauft. Damit hat sich der Bestand der im Umlauf befindlichen Aktien im Berichtsjahr von 8.872.319 auf 8.218.272 Stück verringert.

Entwicklung der im Umlauf befindlichen Aktien

in Stück
Status per 31. Dezember 2006 8.872.319
Veränderungen in 2007 -654.047
Status per 31. Dezember 2007 8.218.272

17.2 Genehmigtes und Bedingtes Kapital

Das Genehmigte Kapital I in Höhe von bis zu insgesamt 3.331.136,00 Euro sowie das Bedingte Kapital in Höhe von bis zu insgesamt 500.000,00 Euro bestehen zum Bilanzstichtag unverändert.

17.3 Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage in Höhe von 41.143.321,36 Euro besteht zum Bilanzstichtag unverändert.

17.4 Aktienbasierte Vergütung

Im Rahmen der Schaffung des Bedingten Kapitals I bei der Hauptversammlung vom 7. September 2005 wurde der Vorstand zur Auflage eines Aktienoptionsplans (Aktienoptionsplan 2005) ermächtigt. Die Aktienoptionen sind mit einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren ausschließlich zum Bezug durch Mitglieder des Vorstands, ausgewählte Führungskräfte sowie sonstige Leistungsträger der Gesellschaft sowie zum Bezug durch Geschäftsführungsmitglieder und ausgewählte Führungskräfte sowie sonstige Leistungsträger von Gesellschaften bestimmt, die im Verhältnis zur Gesellschaft verbundene Unternehmen im Sinne von § 15 AktG sind. Im Rahmen der ersten beiden Tranchen des Aktienoptionsplans 2005 sind derzeit 20 Tsd. Aktienoptionen an Bezugsberechtigte wirksam ausgegeben worden.

Im Rahmen der dritten Tranche des Aktienoptionsplans 2005 hat der Vorstand mit Beschluss vom 13. Februar 2008 berechtigten Mitarbeitern insgesamt 25 Tsd. Optionen angeboten. Das Angebot ist bis zum 1. März 2008 anzunehmen, anderenfalls verfällt es.

Mitgliedern des Vorstands wurden bislang weder Aktienoptionen ausgegeben noch angeboten.

Bei dem Aktienoptionsplan der Tipp24 AG handelt es sich um eine aktienbasierte Vergütungstransaktion mit Erfüllungswahlrecht beim Unternehmen. Es ist erklärte Richtlinie des Unternehmens, dass der Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente erfolgen soll, sodass der beizulegende Zeitwert (Fair Value) zum Zeitpunkt der Gewährung ermittelt wird. Die Gesellschaft führt die Bewertung des Aktienoptionsplans 2005 der Tipp24 AG seit dem Geschäftsjahr 2007 anhand finanzmathematischer Methoden nach der Black-Scholes-Merton-Formel durch. Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2007 36 Tsd. Euro (Vorjahr: 0 Euro) anteilsbasierte Vergütung im Personalaufwand erfasst.

Mit dem Aktienoptionsplan (AOP) 2005 wurden den Berechtigten in zwei jährlichen Tranchen Aktienoptionen eingeräumt. Die Aktienoptionen aus beiden Tranchen können frühestens nach Ablauf einer Wartezeit von zwei Jahren nach dem jeweiligen Ausgabetag innerhalb eines Zeitraumes von drei Jahren ausgeübt werden. Optionen können nur dann ausgeübt werden, wenn am Ende der Wartezeit ein absolutes bzw. ein relatives Erfolgsziel erreicht wird. Nach Ablauf des Ausübungszeitraums verfallen nicht ausgeübte Optionen.

Um zu ermitteln, ob und wie die Erfolgsziele erreicht sind, werden der Durchschnittskurs bzw. der Durchschnittsindex während zwei Zeiträumen (Referenzzeitraum und Performancezeitraum) miteinander verglichen. Bei dem Referenzzeitraum handelt es sich um die 20 aufeinanderfolgenden Handelstage vor dem Ausgabetag. Der Performancezeitraum betrifft die letzten 20 Handelstage vor Ablauf der Wartezeit. Der Durchschnittskurs wird aus dem Durchschnitt der Schlusskurse der Tipp24-Aktie im XETRA-Handel oder Nachfolgewert der Deutsche Börse AG ermittelt.

Das absolute Erfolgsziel ist abhängig von der Kursentwicklung der Tipp24-Aktie und gilt als erreicht, wenn die Kurssteigerung der Tipp24-Aktie (Endpreis . /. Ausübungspreis) mindestens 20 % beträgt.

Das relative Erfolgsziel ist an die Kursentwicklung der Aktie im Verhältnis zu dem SDax-Index gekoppelt. Das relative Erfolgsziel ist erreicht, wenn die Performance der Aktie während des o. g. Performancezeitraums den Index um mindestens 20 % übersteigt.

Wird zum Ablauf der Wartezeit kein Erfolgsziel erreicht, verfallen die darauf entfallenden Optionen der entsprechenden Tranche ersatzlos.

Entwicklung während des Geschäftsjahres

Die folgende Tabelle veranschaulicht die Entwicklung der Aktienoptionen und des gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreises (GDAP) während des Geschäftsjahres.


Dezember 2007 Anzahl Dezember 2007 GDAP Dezember 2006 Anzahl Dezember 2006 GDAP
Share-based Payments



Zu Beginn der Berichtsperiode ausstehend 0,00 0,00 0,00 0,00
In der Berichtsperiode gewährt 38.000,00 2,32 0,00 0,00
In der Berichtsperiode kaduziert 18.000,00 2,28 0,00 0,00
In der Berichtsperiode ausgeübt 0,00 0,00 0,00 0,00
In der Berichtsperiode verfallen 0,00 0,00 0,00 0,00
Zum Ende der Berichtsperiode ausstehend 20.000,00 3,16 0,00 0,00
Zum Ende der Berichtsperiode ausübbar 0,00 0,00 0,00 0,00

Zugrundeliegende Parameter

Die folgende Tabelle enthält die der Bewertung zugrundeliegenden Parameter der beiden Tranchen des Aktienoptionsprogramms der Tipp24 AG.

Zugrundeliegende Parameter


Tranche 1 Tranche 2
Share-based Payments

Dividendenrendite (%) 0,0 0,0
Erwartete Volatilität (%) 25,3 49,0
Risikoloser Zinssatz (%) 3,2 4,1
Antizipierte Laufzeit der Option (Jahre) 2 2
Gewichteter durchschnittlicher Aktienkurs (Euro) 24,80 14,90
Angewandtes Modell Black-Scholes-Merton-Formel

Die antizipierte Laufzeit der Optionen basiert auf historischen Daten und entspricht nicht zwingend dem tatsächlich eintretenden Ausübungsverhalten der Berechtigten. Der berücksichtigten erwarteten Volatilität liegt die Annahme zugrunde, dass von historischen Volatilitäten auf künftige Trends geschlossen werden kann, wobei die tatsächliche Volatilität auch hier von den getroffenen Annahmen abweichen kann.

17.5 Nicht realisierte Gewinne

In dieser Rücklage werden Änderungen des beizulegenden Zeitwerts in Höhe von 118.000,00 Euro (Vorjahr: 22.000,00 Euro) von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen erfasst.

17.6 Fremdwährungsumrechnung

Die Rücklage Fremdwährungsumrechnung dient der Erfassung von Differenzen zwischen GBP und Euro aus der Umrechnung der Abschlüsse ausländischer Tochterunternehmen in Großbritannien (-91.632,39 Euro).

18 PERSONALAUFWAND

in Euro 2007 2006
Löhne und Gehälter 8.724.984,15 5.836.089,39
Soziale Abgaben 1.599.030,16 1.440.783,82

10.324.014,31 8.276.873,21

In Deutschland wurden Rentenversicherungsbeiträge des Arbeitgebers in Höhe von 469 Tsd. Euro (Vorjahr: 409 Tsd. Euro) geleistet. Der Anteil der Rentenversicherungsbeiträge an den sozialen Abgaben des Arbeitgebers wird in den Ländern Spanien und Italien von Amts wegen nicht gesondert ausgewiesen.

19 SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

in Euro 2007 2006
Werbe- und Marketingkosten 11.582.974,83 8.434.661,02
Fremdvermittlungsprovisionen 3.636.360,09 3.412.814,89
Summe Marketingkosten 15.219.334,92 11.847.475,91
Abwicklung von Kundenzahlungen 1.915.841,90 1.446.936,18
Ausbuchung von Forderungen und sonstigen Vermögenswerten 1.118.245,65 837.303,21
Datenkommunikation 597.498,69 444.820,63
Betriebskosten Spielbetrieb 309.294,50 287.061,72
Summe direkte Kosten des Geschäftsbetriebs 3.940.880,74 3.016.121,74
Rechts- und Beratungskosten 2.120.078,12 1.084.456,90
Ausbuchung aktivierter Beratungsleistungen * 1.422.251,26 0,00
Miete und Leasing 1.141.470,86 740.251,36
Repräsentationskosten 329.247,20 202.903,25
Presse- und Lobby-Arbeit 296.942,78 418.082,55
Instandhaltung 0,00 340.349,61
Kosten des Büros 241.611,18 191.673,21
Versicherungen 219.593,25 149.502,12
Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben 74.528,47 72.898,44
Übrige 768.534,51 678.552,56
Summe sonstige Kosten des Geschäftsbetriebs 6.614.257,63 3.878.670,00

25.774.473,29 18.742.267,65

* Für konkrete Vorhaben zur Umsetzung der Akquisitionsstrategie sind Beratungsleistungen aus 2006 in Höhe von 1.422 Tsd. Euro aktiviert worden. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussionen im regulatorischen Umfeld wurden die entsprechenden Projekte jetzt auf unbestimmte Zeit verschoben und die betroffenen Vermögenswerte im zweiten Quartal 2007 ergebniswirksam ausgebucht.

20 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

in Euro 2007 2006
Periodenfremde Erträge 467.225,73 83.334,75
Ausbuchen von Verbindlichkeiten 0,00 122.946,94
Erträge aus selbst gespielten Lottoscheinen 163.645,85 55.022,44
Auflösung von Rückstellungen 124.817,22 22.499,96
Verrechnung von Sachbezügen 36.816,83 58.435,24
Übrige 151.732,71 88.680,93

944.238,34 430.920,26

Die periodenfremden Erträge enthalten im Wesentlichen Zahlungen, die die Gesellschaft im Zuge des Verkaufs von wertberichtigten Forderungen in Form eines echten Factorings erhalten hat.

21 FINANZERGEBNIS

in Euro 2007 2006
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Erträge aus Wertpapieren und anderen Ausleihungen 1.488.278,12 960.773,69
Zinserträge und ähnliche Erträge 763.402,52 607.607,63
Finanzierungserträge 2.251.680,64 1.568.381,32
Zinsen und ähnliche Erträge

Dividendenerträge aus Aktienleihegeschäft 9.277.637,55 9.277.637,55
Kompensationszahlungen Aktienleihegeschäft -9.277.637,55 -9.277.637,55
Finanzierungserträge 2.251.680,64 1.568.381,32
Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Aktienleihegebühren 0,00 -440.340,31
Zinsaufwendungen für kurzfristige Verbindlichkeiten -5.659,15 -6.752,15
Zinsaufwendungen für Finanzierungs-Leasingverträge 0,00 0,00
Zinsaufwendungen für ähnliche Kosten -2.791,71 0,00
Finanzierungsaufwendungen -8.450,86 -447.092,46

2.243.229,78 1.121.288,86

In der Gewinn- und Verlustrechnung wird das Finanzergebnis gemäß IAS 1.81 nach Aufwand und Ertrag getrennt ausgewiesen. Die Vorjahresangabe wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung entsprechend angepasst.

Die durchschnittliche Verzinsung der finanziellen Vermögenswerte in 2007 lag bei 3,6 % vor Betrachtung der steuerlichen Aspekte.

22 STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG

Als Ertragsteuern sind die gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen.

Die Ertragsteuern setzen sich aus Körperschaftsteuer, Gewerbeertragsteuer und Solidaritätszuschlag zusammen.

Die Gewerbeertragsteuer wird auf das zu versteuernde Einkommen einer Gesellschaft erhoben unter Kürzung von Erträgen, die nicht der Gewerbeertragsteuer unterliegen, sowie unter Hinzurechnung von Aufwendungen, die für Gewerbeertragsteuerzwecke nicht abzugsfähig sind. Der effektive Gewerbeertragsteuersatz hängt davon ab, in welcher Gemeinde die Gesellschaft eine Betriebsstätte zur Ausübung ihres Gewerbebetriebs unterhält. Der effektive Gewerbeertragsteuersatz für Hamburg für 2006 und 2007 betrug 19,03 %. Die Gewerbeertragsteuer ist in 2007 noch von der Bemessungsgrundlage der Gewerbe- und Körperschaftsteuer abzugsfähig.

Für die Bewertung der latenten Steuern wird ein Körperschaftsteuersatz von 15,0 % (Vorjahr: 25,0 %) und ein Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die festgesetzte Körperschaftsteuer sowie ein Gewerbeertragsteuersatz von 16,45 % (Vorjahr: 19,03 %) zugrunde gelegt.

Latente Steuern gemäß IAS 12 werden mit dem bei Aufstellung des Abschlusses erwarteten durchschnittlichen Steuersatz zum Zeitpunkt der Umkehrung der Unterschiede berechnet (32,28 %; Vorjahr: 40,38 %).

in Euro 2007 2006
Tatsächlicher Steueraufwand -3.837.550,45 -1.431.520,29
Steueraufwand/-ertrag aus der Bildung/Auflösung
aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge/zeitliche Differenzen
-815.713,94 477.059,79
Steueraufwand/-ertrag aus der Nutzung/Bildung
passiver latenter Steuern aufgrund zeitlicher Differenzen
-267.129,47 33.951,72
Latente Steuern -1.082.843,41 511.011,51
Tatsächliche und latente Steuern vom
Einkommen und vom Ertrag
-4.920.393,86 -920.508,78
Ergebnis vor Steuern 11.192.252,29 8.365.342,98
Erwarteter Steueraufwand -4.520.413,93 -3.378.659,80
Steuereffekte nicht voll abzugsfähige Betriebsausgaben -31.542,48 -16.596,43
Steuersatzunterschied ausländische Tochterunternehmen -43.984,31 120.344,50
Steuereffekte nicht voll steuerpflichtiger Erträge 30.036,16 2.342.027,71
Effekt Steuersatzsenkung durch
Unternehmensteuerreformgesetz 2008
67.067,47 0,00
Nicht aktivierte steuerliche Verlustvorträge -420.984,99 0,00
Nicht steuerpflichtige Aufwendungen/Erträge
aus Konsolidierungsvorgängen
140,15 -206,08
Steuereffekte Vorjahre -711,93 12.532,54
Übrige 0,00 48,78
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -4.920.393,86 -920.508,78

Die aktiven und passiven latenten Steuern haben sich wie folgt entwickelt:

in Euro 31.12.2006 Ertrag/Aufwand neutral (über EK) 31.12.2007
Aktive latente Steuern



Latente Steueransprüche aufgrund zeitlicher Differenzen 16.946,55 11.648,24 0,00 28.594,79
Latente Steueransprüche aufgrund steuerlicher Verlustvorträge 1.133.880,17 -815.713,94 -65.000,00 253.166,23
Aktive latente Steuern 1.150.826,72 -804.065,70 -65.000,00 281.761,02


in Euro 31.12.2006 Ertrag/Aufwand neutral (über EK) 31.12.2007
Passive latente Steuern



Latente Steueransprüche aufgrund zeitlicher Differenzen 14.249,00 278.777,71 42.231,90 335.258,61
Passive latente Steuern 14.249,00 278.777,71 42.231,90 335.258,61

Die Muttergesellschaft Tipp24 AG hat im Geschäftsjahr 2007 sämtliche aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge durch erwirtschaftete Gewinne verbraucht.

Die im Konzern ausgewiesenen aktiven latenten Steuern betreffen mit 253 Tsd. Euro steuerliche Effekte auf die erwirtschafteten Verluste der Ventura24. Gestützt durch die Planungen der Gesellschaft ist davon auszugehen, dass zukünftig positive Ergebnisse und Cashflows und damit zu versteuerndes Einkommen er wirtschaftet werden. Die zukünftige vollständige Nutzung dieser steuerlichen Verlustvorträge in voller Höhe ist anzunehmen.

Zum 31. Dezember 2007 wurden in Ermangelung einer positiven Geschäftshistorie sowie der erzielten Anlaufverluste keine Erstattungsansprüche auf steuerliche Verlustvorträge für die anderen Tochtergesellschaften in Höhe von 1.487 Tsd. Euro (Vorjahr: 2.000 Tsd. Euro) aktiviert.

23 ERGEBNIS JE AKTIE

Das Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert) verringerte sich im Geschäftsjahr von 0,84 Euro auf 0,74 Euro je Aktie. Im Vergleich zum Vorjahr fällt das Ergebnis je Aktie mit -11,9 % besser aus als das Konzernergebnis (-15,8 %), da sich die durchschnittliche Anzahl der gewichteten ausstehenden Aktien von 8.872.319 Stück auf 8.524.199 Stück durch die zwei Aktienrückkaufprogramme verringerte.

Bei der Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie wird das den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnende Ergebnis durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl an während des Jahres sich im Umlauf befindlichen Stammaktien geteilt.

Bei der Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wird das den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnende Ergebnis durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl an während des Jahres sich im Umlauf befindlichen Stammaktien (bereinigt um die verwässernden Effekte aus Aktienoptionen) geteilt. Im Geschäftsjahr 2007 ist ein Verwässerungseffekt aus den Aktienoptionen nicht eingetreten, da der durchschnittliche Börsenkurs während des Geschäftsjahres 2007 den Ausübungspreis der Optionen nicht überstiegen hat.

24 GEZAHLTE UND VORGESCHLAGENE DIVIDENDE

Auf der Hauptversammlung zur Genehmigung vorgeschlager (zum 31 Dezember 2007 nicht als Verbindlichkeit erfasst).

Dividenden auf Stammaktien:

in Tsd. Euro 2007 2006
Schlussdividende für 2007: 0,50 Euro pro Aktie 4.062 0,00

25 LEASINGVERHÄLTNISSE

25.1 Finanzierungs-Leasing

Die Gesellschaft unterhält kein Finanzierungs-Leasing.

25.2 Operating-Leasingverhältnisse

Die Gesellschaft hat mehrere Leasingverträge abgeschlossen, deren wirtschaftliches Eigentum dem Leasinggeber zuzuordnen ist.

Tipp24 AG hat die Mietzahlungen für die Büroräume in Höhe von 650 Tsd. Euro und Leasingzahlungen für sieben Pkw in Höhe von 41 Tsd. Euro erfolgswirksam erfasst.

Die zukünftigen Mindestleasingzahlungen und Barwerte der Mindestleasingzahlungen für die Operating-Leasingverhältnisse betragen:

in Euro 31.12.2007 31.12.2006 31.12.2007 31.12.2006

Mindestleasingzahlungen Barwert der Mindestleasingzahlungen
Verpflichtungen aus dem folgenden Jahr 611.424,52 611.648,05 561.424,87 561.145,01
> 1 Jahr-5 Jahre 948.269,22 1.483.216,33 762.710,29 1.150.856,02
> 5 Jahre 0,00 0,00 0,00 0,00
Mindestleasingverpflichtungen, gesamt 1.559.693,74 2.094.864,38 1.324.135,16 1.712.001,03
abzüglich Zinsen 235.558,58 382.863,34 0,00 0,00
Barwert der Mindestleasingverpflichtungen 1.324.135,16 1.712.001,04 1.324.135,16 1.712.001,03

25.3 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Darüber hinaus bestehen wesentliche sonstige finanzielle Verpflichtungen aus sonstigen Verträgen, u. a. aus Kooperationsverträgen, Versicherungsverträgen, Lizenzverträgen und Wartungsverträgen in folgender Höhe:

in Euro 2008 2009 2010 2011 2012 und später Summe
Sonstige Verträge 762.604,65 57.632,91 4.400,00 1.200,00 38.400,00 864.237,56

26 BEZIEHUNGEN ZU NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Tipp24 AG sind als nahestehende Personen im Sinne von IAS 24 anzusehen. Im Berichtsjahr lagen keine wesentlichen Geschäftsbeziehungen zwischen dem Vorstand und dem Aufsichtsrat und den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen vor, mit Ausnahme derer, die hier explizit genannt sind.

26.1 Geschäftsführungsvertrag mit der Schumann OHG

Die Teilnahme an den Klassenlotterien NKL und SKL vermittelt Tipp24 in Kooperation mit der Schumann OHG. Mit der Direktion der NKL hat die Schumann OHG einen Vertriebsvertrag abgeschlossen; durch die Direktion der SKL hat die Schumann OHG eine Bestallung als Staatlicher Lotterieeinnehmer erhalten.

Bei der Schumann OHG handelt es sich gesellschaftsrechtlich nicht um ein Tochterunternehmen der Tipp24 AG. Ausschließliche Gesellschafter der Schumann OHG sind die Mitglieder des Vorstands der Tipp24 AG (bis 30. Juni 2007 Marc Peters und Jens Schumann, seit 1. Juli 2007 Dr. Hans Cornehl und Jens Schumann). Diese Struktur ist erforderlich, da die Klassenlotterien Vertriebslizenzen nach gegenwärtiger Praxis ausschließlich an natürliche Personen oder Gesellschaften vergeben, bei denen weder die Haftung der Gesellschaft noch die Haftung der unmittelbaren oder mittelbaren Gesellschafter eingeschränkt ist. Zwischen der Tipp24 AG und der Schumann OHG besteht ein Geschäftsführungsvertrag, der die Abwicklung der Spielteilnahme von Klassenlotteriekunden durch die Schumann OHG regelt. Nach dem Vertrag hat die Schumann OHG sämtliche in diesem Zusammenhang eingenommenen Provisionen und sonstigen Vermittlungsgebühren an die Tipp24 AG auszukehren. Die Tipp24 AG stellt der Schumann OHG Dienstleistungen in den Bereichen Controlling, Buchhaltung, Marketing und Technik zur Verfügung und trägt die Kosten des Geschäftsbetriebs der Schumann OHG.

Da Hans Cornehl (seit 1. Juli 2007), Marc Peters (bis 30. Juni 2007) und Jens Schumann das Geschäft der Schumann OHG im Interesse der Tipp24 AG betreiben, hat die Tipp24 AG diesen gegenüber eine Freistellung von jeglicher persönlicher Inanspruchnahme seitens Dritter aus oder im Zusammenhang mit dem Betrieb der Schumann OHG abgegeben. Die Freistellung ist insoweit beschränkt, als die Erfüllung der Freistellungsverpflichtung keine Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung der Tipp24 AG herbeiführen darf.

26.2 Beratungsverträge mit der Jaenecke & Cie. GmbH

Die Jaenecke & Cie. GmbH, München, an der der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Herr Klaus F. Jaenecke beteiligt ist, hat die Gesellschaft hinsichtlich ihrer Akquisitionsstrategie beratend unterstützt und dafür Honorare von insgesamt 12 Tsd. Euro erhalten. Die Vergütung entsprach marktüblichen Konditionen.

27 ZIELSETZUNG UND METHODEN DES FINANZMANAGEMENTS

27.1 Finanzinstrumente

Der beizulegende Zeitwert ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen werden könnte.

Die folgenden Methoden und Annahmen werden angewendet, um den beizulegenden Zeitwert zu ermitteln:

Liquide Mittel und kurzfristige Wertpapiere

Der Nominalwert der liquiden Mittel und der kurzfristigen Wertpapiere entspricht im Wesentlichen dem beizulegenden Zeitwert, da sie kurzfristig in Zahlungsmittel umwandelbar sind. Der beizulegende Zeitwert öffentlich gehandelter Finanzinstrumente wird anhand der Preisnotierung für diese oder ähnliche Instrumente ermittelt. Für Finanzinstrumente, die nicht öffentlich gehandelt werden, wird der beizulegende Zeitwert auf Basis einer vernünftigen Schätzung der zukünftigen Zahlungsüberschüsse ermittelt.

Langfristige finanzielle Vermögenswerte

Der beizulegende Zeitwert für langfristige finanzielle Vermögenswerte wird anhand des Marktpreises für die Ausgabe gleicher oder ähnlicher Wertpapiere ermittelt.

Er kann teilweise erheblich von den bilanzierten Anschafungskosten abweichen. Die fortgeführten Anschafungskosten zum 31. Dezember 2007 betrugen bei dem Zinssammlerprodukt 3.000.000,00 Euro (Anschafungskosten 3.000.000,00 Euro). Das Produkt ist mit einer Kapitalgarantie hinterlegt.

Kurzfristige Verbindlichkeiten

Der beizulegende Zeitwert für kurzfristige Verbindlichkeiten wird anhand des Marktpreises für die Ausgabe gleicher oder ähnlicher Schuldinstrumente ermittelt. Der beizulegende Zeitwert für kurzfristige Verbindlichkeiten entspricht in etwa dem Rückzahlungsbetrag.

Langfristige Verbindlichkeiten

Der beizulegende Zeitwert für langfristige Verbindlichkeiten wird anhand des Marktpreises für die Ausgabe gleicher oder ähnlicher Schuldinstrumente ermittelt. Der beizulegende Zeitwert für langfristige Verbindlichkeiten entspricht in etwa dem Rückzahlungsbetrag.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Bedeutung von Nettogewinnen oder -verlusten aus wesentlichen Finanzinstrumenten.

Finanzielle Vermögenswerte

in Euro 2007 2006 2007 2006

Erfolgsneutral (EK) Erfolgswirksam (GuV)
Guthaben bei Kreditinstituten 0,00 0,00 754.951,66 226.889,79
Sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte



zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen 96.800,86 21.690,02 1.441.278,12 894.399,07
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen



kurzfristig 0,00 0,00 47.000,00 0,00
langfristig 0,00 0,00 0,00 0,00
andere finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig) 0,00 0,00 -787.553,15 -837.303,21

96.800,86 21.690,02 700.724,97 57.095,86

Bei den Nettogewinnen aus zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen handelt es sich um realisierte (2007: 1.441 Tsd. Euro, Vorjahr: 894 Tsd. Euro) und unrealisierte Erträge (2007: 97 Tsd. Euro, Vorjahr: 21 Tsd. Euro). Bei den Nettogewinnen aus den bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzinvestitionen handelt es sich um realisierte Erträge (2007: 47 Tsd. Euro, Vorjahr: 0 Euro). Die Nettoverluste aus anderen finanziellen Vermögenswerten enthalten die Aufwendungen aus Zahlungsausfällen und die Erträge aus dem Verkauf dieser Forderungen.

Finanzielle Vermögenswerte

in Euro 2007 2006 2007 2006

Buchwert Beizulegender Zeitwert
Guthaben bei Kreditinstituten 11.139.348,87 5.098.626,77 11.139.348,87 5.098.626,77
Sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte



zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen 59.125.626,78 59.654.839,26 59.125.626,78 59.654.839,26
kurzfristige Finanzanlagen 4.144.200,00 3.989.320,00 4.144.200,00 3.989.320,00
kurzfristige Wertpapiere 54.981.426,78 55.665.519,26 54.981.426,78 55.665.519,26
bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen 3.000.000,00 5.024.494,44 3.000.000,00 5.005.800,00
kurzfristige Finanzanlagen 0,00 2.024.494,44 0,00 2.005.800,00
kurzfristige Wertpapiere 3.000.000,00 3.000.000,00 3.000.000,00 3.000.000,00
Forderungen aus Spielbetrieb 12.859.682,77 7.406.566,09 12.859.682,77 7.406.566,09

74.985.309,55 72.085.899,79 74.985.309,55 72.067.205,35

Finanzielle Verbindlichkeiten

in Euro 2007 2006 2007 2006

Buchwert Beizulegender Zeitwert
Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen
-5.958.519,16 -2.122.606,59 -5.958.519,16 -2.122.606,59
Verbindlichkeiten gegenüber Spielern,
Lotteriegesellschaften und Business Service Partnern
-24.676.781,47 -17.755.681,87 -24.676.781,47 -17.755.681,87

Zur Erklärung der Einzelpositionen wird auf die entsprechenden Abschnitte Liquide Mittel und Wertpapiere sowie kurzfristige Finanz anlagen (Kap. 6) und Finanzielle Vermögenswerte (Kap. 12) verwiesen.

27.2 Kreditrisiko

Der Umfang des Kreditrisikos der Tipp24 AG entspricht der Summe der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Forderungen.

Die Gesellschaft zieht die von den Kunden zu zahlenden Beträge durch Lastschrift oder Kreditkarte unmittelbar ein. Das Risiko aus stornierten Lastschrifteinreichungen oder Kreditkartenbuchungen ist statistisch vor dem Hintergrund einer langjährigen Datenbasis im Zahlungsverkehr begrenzt. Fehlbeträge aus solchen Storni werden unmittelbar aufwandswirksam erfasst und im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen.

Gegen Spielveranstalter wie die Landeslotteriegesellschaften generiert die Gesellschaft Forderungen aus Gewinnen ihrer Kunden, die nach Erhalt unmittelbar an diese weitergeleitet werden. Aufgrund der Bonität der Spielveranstalter erwartet die Gesellschaft keine wesentlichen Zahlungsausfälle.

Forderungen gegen Zahlungssysteme wie z. B. Kreditkartenunternehmen beinhalten vor allem das Risiko, dass die Kunden der Gesellschaft selbst ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können. Dieses Risiko wird, wie dargestellt, unmittelbar aufwandswirksam bei Ausfall des Kunden erfasst.

27. 3 Liquiditätsrisiko

Wegen ausreichender liquider Mittel unterliegt die Gesellschaft keinem Liquiditätssrisiko.

27.4 Zinsänderungsrisiko

in Euro bis 1 Jahr 1-2 Jahre 2-3 Jahre Summe
31.12.2007



variabel verzinslich



Bankguthaben und Wertpapiere 11.095.304,78 0,00 0,00 11.095.304,78
Sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte



bis zur Endfälligkeit
zu haltende Investitionen
0,00 3.000.000,00 0,00 3.000.000,00
zur Veräußerung
verfügbare Finanzinvestitionen
54.981.426,78 0,00 0,00 54.981.426,78
31.12.2006



variabel verzinslich



Bankguthaben und Wertpapiere 5.054.591,22 0,00 0,00 5.054.591,22
Sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte



bis zur Endfälligkeit
zu haltende Investitionen
0,00 0,00 3.000.000,00 3.000.000,00
zur Veräußerung
verfügbare Finanzinvestitionen
55.665.519,26 0,00 0,00 55.665.519,26

Tipp24 ist ausschließlich in Finanzanlagen mit Kapitalerhaltungsgarantie investiert. Die derzeit gehaltenen Finanzanlagen tragen kein Währungsrisiko und nur in sehr geringem Umfang ein Zinsrisiko. Letzteres erstreckt sich lediglich auf einen Teil der potenziellen Rendite nicht aber auf die investierten Anlagebeträge.

Auf das Konzernergebnis vor Steuern wirkt sich eine Veränderung der Zinssätze (aufgrund der Auswirkungen auf variabel verzinste Finanzanlagen) auf die Zinserträge aus. Bei einer Erhöhung der Zinssätze um 100 Basispunkte hätten sich die Zinserträge bei einem Anlagevolumen von durchschnittlich 66 Mio. Euro (Vorjahr: 53 Mio Euro) um 664 Tsd. Euro (Vorjahr: 530 Tsd. Euro) verändert.

27.5 Währungsrisiko

Die Gesellschaft unterlag im Berichtsjahr keinem wesentlichen Währungsrisiko.

27.6 Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Tipp24 betreibt ein globales Finanzmanagement. Alle wesentlichen Entscheidungen zur Finanzierungsstruktur trifft der Vorstand. Das Finanzmanagement findet insgesamt auf Konzernebene statt.

Wir verfolgen dabei folgende Ziele:

Die Eigenkapitalquote soll mittelfristig auf etwa 35 % eingestellt werden.

Die liquiden Mittel, die den kurzfristigen Verbindlichkeiten aus dem Spielbetrieb gegenüberstehen, werden in sicheren Anlageformen angelegt. Der überwiegende Teil davon ist kurzfristig mit Fälligkeiten von einer Woche oder weniger anzulegen. Ein statistisch belegter Sockelbetrag ist mittelfristig mit Fälligkeiten zwischen einem und vier Jahren anzulegen.

Das Eigenkapital, das über die angestrebte Zielgröße für die Eigenkapitalquote von etwa 35 % zur Sicherstellung einer stabilen Finanzierungssituation der Gesellschaft hinausgeht, soll für Investitionen im Rahmen der oben beschriebenen Strategie eingesetzt werden. Die dem Eigenkapital gegenüberstehenden, noch nicht eingesetzten liquiden Mittel werden ebenfalls kurzfristig in sicheren Anlagen investiert. Mittelfristig ist eine Hebelung der Finanzierung von Tipp24 auch durch zinstragendes Fremdkapital möglich. Außerdem planen wir, Eigenkapital, das im Rahmen der strategischen Ausrichtung nicht erforderlich ist, mittelfristig in Form von Dividenden auszuschütten.

in Euro 2007 2006
Eigenkapitalquote 61 % 73 %
Liquide Mittel 65.820.775,65 50.702.758,83
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 3.213.573,63 4.769.424,35
Zinstragendes Fremdkapital 0,00 0,00
Für das Geschäftsjahr vorgeschlagene Dividende pro Aktie 0,50 0,00

28 EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Am 1. Januar 2008 ist der neue Glücksspiel-Staatsvertrag in Kraft getreten. Er enthält Vorschriften, die wesentliche Teile des Geschäfts der Tipp24 AG erheblich beschränken oder sogar vollständig untersagen. So wird z. B. Werbung im Internet komplett untersagt, die Vermittlung von Glücksspielen im Internet ist im Jahr 2008 nach dem Wortlaut des Gesetzes stark eingeschränkt und ab 2009 vollständig verboten. In der Übergangsphase im Jahr 2008 muss Tipp24 in allen 16 Bundesländern Genehmigungen für seine Tätigkeit einholen, die vorher nicht vorgesehen waren. Es besteht auf die Erteilung dieser Genehmigungen kein Rechtsanspruch. Wie bereits dargestellt, geht die Gesellschaft davon aus, dass der Glücksspiel-Staatsvertrag in vielerlei Hinsicht gegen geltendes Kartell-, Verfassungs- und Europarecht verstößt. Sollten die Behörden die entsprechenden Gesetze anwenden, sieht Tipp24 eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass von den angerufenen Gerichten die Tätigkeit von Tipp24 durch einstweiligen Rechtsschutz geschützt wird. Ein vergleichbares Ergebnis wurde bereits im Frühjahr 2007 in einer Auseinandersetzung mit dem Land Sachsen-Anhalt vor dem Verwaltungsgericht Halle erzielt.

Wir sind davon überzeugt, dass unser Angebot in vollem Einklang mit den neuen Gesetzesvorschriften des GIStV steht und mithin sämtliche Anforderungen für den Übergangszeitraum 2008 erfüllt. Dazu haben wir u. a. die Jugendschutzmechanismen verschärft, das Produkt Oddset eingestellt sowie die Anzahl der möglichen Teilnahmen bei der Lotterie Keno auf zwei Ziehungen pro Woche beschränkt. Darüber hinaus werden wir die bisher als sogenannte Business Service Partner betriebenen Lottodienste der Portale T-Online, WEB.DE und RTL.DE (Gambelino) so umstellen, dass die Kunden direkt bei Tipp24 spielen.

Am 31. Januar 2008 hat die Europäische Kommission beschlossen, ein förmliches Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland einzuleiten. Dieses bezieht sich ausdrücklich auf den neuen Glücksspiel-Staatsvertrag vom 1. Januar 2008. Die Kommission hat dabei deutlich gemacht, dass sie bei einem Ausbleiben von Änderungen an der gegenwärtigen Rechtslage eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof einreichen werde. Kritikpunkte der Kommission in ihrem ausführlichen Schreiben an die Bundesregierung als zuständige Stelle sind insbesondere das generelle Internetverbot, das Internetwerbeverbot sowie die Bestimmungen zum Genehmigungsverfahren für private Spielvermittler. Für die Gesellschaft kann das Einleiten des Vertragsverletzungsverfahrens, insbesondere in Verbindung mit dessen Begründung, ein wesentlicher Aspekt bei der rechtlichen Verteidigung des bisherigen Geschäftsmodells darstellen.

29 ZUSÄTZLICHE ANGABEN NACH DEUTSCHEM HANDELSRECHT

29.1 Vorstand

Folgende Personen waren im Geschäftsjahr 2007 als Vorstand bestellt:

Dr. Hans Cornehl, Kaufmann, Vorstand Finanzen, Personal und Investor Relations, seit 1. Juli 2007 auch Technologie

Marc Peters, Kaufmann, Vorstand Marketing und Sales, bis 30. Juni 2007

Jens Schumann, Kaufmann, Vorstand Produkt, Technologie und Strategie, seit 1. Juli 2007 auch Marketing und Sales

Die Vorstände übten ihre Tätigkeit hauptberuflich aus. Die Vergütung der Vorstände setzte sich wie folgt zusammen:

in Euro 2006 Festgehalt sonstige Leistungen variable Vergütung 2007
Dr. Hans Cornehl 223.700,33 189.468,00 20.143,23 66.658,00 276.269,23
Marc Peters 220.890,92 94.734,00 8.057,30 0,00 102.791,30
Jens Schumann 220.892,63 189.468,00 20.143,23 66.658,00 276.269,23
Summe 665.483,88 473.670,00 48.343,76 133.316,00 655.329,76

Aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses wurden Herrn Marc Peters zusätzlich 350 Tsd. Euro in Form einer Abfindung sowie einer Entschädigung für ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot gezahlt.

Die Gesamtvergütung des Vorstands belief sich im Geschäftsjahr 2007 auf 655 Tsd. Euro. Die sonstigen Leistungen betreffen die Aufwendungen für eine Direktversicherung sowie die anteilige Prämie für die von der Gesellschaft abgeschlossene Vermögensschadenhaftpfichtversicherung für Organe juristischer Personen.

29.2 Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr 2007 an:

Klaus F. Jaenecke, Kaufmann, Vorsitzender

Dr. Hans-Wilhelm Jenckel, Rechtsanwalt, stellv. Vorsitzender

Annet Aris, Kaufrau, einfaches Mitglied

in Euro 2006 Festgehalt sonstige Leistungen variable Vergütung 2007
Klaus F. Jaenecke 60.708,33 30.000,00 16.114,58 21.250,00 67.364,58
Dr. Hans-Wilhelm Jenckel 42.708,33 18.000,00 16.114,58 12.750,00 46.864,58
Annet Aris 33.708,33 12.000,00 16.114,58 8.500,00 36.614,58
Summe 137.124,99 60.000,00 48.343,74 42.500,00 150.843,74

Als sonstige Leistungen ist für jedes Aufsichtsratsmitglied die anteilige Prämie für die von der Gesellschaft abgeschlossene Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für Organe juristischer Personen ausgewiesen.

29.3 »Directors' Dealings« Bestand an Aktien und Bezugsrechten auf Aktien der Organmitglieder

Die folgende Tabelle zeigt die Bestände an Aktien der Tipp24 AG, die von den Organmitgliedern der Tipp24 AG zum 31. Dezember 2007 gehalten wurden und deren Veränderungen seit 1. Januar 2007. Keines der Organmitglieder hält Bezugsrechte auf die Aktien der Tipp24 AG.

Aktien 31.12.2006 Zugänge Abgänge 31.12.2007
Dr. Hans Cornehl 134.695 0 0 134.695
Jens Schumann 903.518 0 0 903.518

29.4 Corporate Governance Entsprechenserklärung zur Übernahme der Empfehlungen der »Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex«

Im November 2007 haben Vorstand und Aufsichtsrat die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Corporate Governance Kodex abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.

29.5 Mitarbeiter

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl bei der Tipp24 AG sowie im Konzern stellte sich wie folgt dar:


2007 2006 2007 2006

Konzern Tipp24 AG
Vorstand 3 3 3 3
Geschäftsführer 3 2 0 0
Angestellte 154 144 96 91
Auszubildende 6 3 3 3
Studentische Aushilfen 48
47
Summe 214 152 149 97

29.6 Honorar des Abschlussprüfers

Im Geschäftsjahr 2007 wurden für den Abschlussprüfer, Ernst & Young AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft folgende Honorare erfasst:

in Tsd. Euro 2007 2006
Abschlussprüfungen 61 80
Steuerberatung 34 0
Sonstige Bestätigungs- und Bewertungsleistungen 52 49
davon für internationale Partnerunternehmen des Abschlussprüfers 35 0
Sonstige Leistungen, die für das Mutterunternehmen oder Tochterunternehmen erbracht wurden 50 13
Summe 197 142

29.7 Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis besteht aus den unten aufgeführten Tochterunternehmen, an denen die in nachstehender Tabelle aufgeführten Anteile gehalten werden bzw. wurden. Die Tipp24 UK Ltd., die Tipp24 Operating Services Ltd. und die Tipp24 Services Ltd. wurden durch die Tipp24 AG in 2007 gegründet. Es fielen jeweils Anschafungskosten in Höhe von 1 Tsd. Euro an. Die Tipp24 UK Ltd. firmierte am 29. Oktober 2007 in MyLotto24 Ltd. um. Zum Zeitpunkt der Gründung gab es keinen Unterschied zwischen Buch- und Zeitwert. Die Ergebnisse der Rumpfgeschäftsjahre dieser Gesellschaften seit dem jeweiligen Gründungsdatum belaufen sich auf insgesamt -1.042 Tsd. Euro.

in % 2007 2006 Erstkonsolidierung
Ventura24 S.L., Madrid, Spanien 100 100 2001
GSG Lottery Systems GmbH, Hamburg 100 100 2001
Puntogioco24 s.r.l., Monza, Italien 100 100 2004
MyLotto24 Ltd., London, Großbritannien 100 - 09/2007
Tipp24 Operating Services Ltd., London, Großbritannien 100 - 12/2007
Tipp24 Services Ltd., London, Großbritannien 100 - 12/2007

Die Schumann OHG, Hamburg, wurde, obwohl keine Kapital- und Stimmrechtsbeteiligung der Tipp24 AG an dieser besteht, nach IAS 27 und SIC 12.10 in den Konzernabschluss einbezogen. Hierzu verweisen wir auf unsere Ausführungen unter »2.1.5 Konsolidierungsgrundsätze«.

Hamburg , 22. Februar 2008

Der Vorstand

Dr. Hans Cornehl
Jens Schumann

BESTÄTIGUNGSVERMERK

Zu dem Konzernabschluss und dem Konzernlagebericht haben wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

»Wir haben den von der Tipp24 AG, Hamburg, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2007 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.«

Hamburg, 22. Februar 2008

Ernst & Young AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Klimmer Hoyer
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

KONZERNKENNZAHLEN DER TIPP24 AG

Stand: 22. Februar 2008



2007 2006 2005 2004 2003 *
Kunden





Anzahl registrierter Kunden (zum Periodenende) Tsd. 2.344 1.770 1.322 1.031 675
Anzahl registrierter Neukunden (zum Periodenende) Tsd. 574 448 291 356 234
Kundenaktivitätsrate
28,7 % 28,6 % 28,6 % 30,9 % 30,3 %
Durchschnittliches Transaktionsvolumen pro Kunde Euro 588 598 609 584 620
Akquisitionskosten je Neukunde (Eigenmarketing) Euro 20,11 18,81 20,12 17,01 17,52
Gewinn- und Verlustrechnung Tsd. Euro




Transaktionsvolumen
346.776 264.235 204.696 154.094 104.812
Umsatzerlöse
44.974 34.575 26.119 19.504 14.085
EBIT
8.949 7.244 6.048 3.207 1.000
EBT
11.192 8.365 6.490 3.324 1.070
Ergebnis
6.272 7.445 3.318 1.575 2.994
Bilanz Tsd. Euro




Liquide Mittel und Wertpapiere
(inkl. verpfändeter Mittel und Wertpapiere)

66.121 60.764 57.174 13.202 8.251
Weitere kurzfristige Vermögenswerte
18.405 16.290 7.666 3.092 3.940
Langfristige Vermögenswerte, gesamt
7.213 5.740 7.296 2.602 3.845
AKTIVA
91.739 82.794 72.135 18.896 16.036
Kurzfristige Verbindlichkeiten
35.774 22.128 18.854 10.955 9.872
Lang- und mittelfristige Verbindlichkeiten
335 14 96 124 99
Eigenkapital
55.630 60.652 53.185 7.817 6.065
PASSIVA
91.739 82.794 72.135 18.896 16.036
Cashflow Tsd. Euro




Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit
17.886 8.360 10.308 5.375 4.570
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
-1.200 -4.769 -6.371 -600 -506
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
-11.335 - 40.035 175 -30
Personal





Anzahl Mitarbeiter
(Durchschnitt Festangestellte ohne Vorstand/GF/Praktikanten/Azubis)
Pers. 154 144 114 95 72
Personalaufwand Tsd. Euro 10.324 8.277 6.990 5.522 4.285
Aufwand je Mitarbeiter Tsd. Euro 67 58 61 58 60
Aufwand für Forschung & Entwicklung Tsd. Euro 3.051 2.767 2.151 1.938 1.420
Mitarbeiter Forschung & Entwicklung Pers. 58 56 44 38 30
Aktie (ab 2004)





Durchschnittliche Anzahl Aktien (unverwässert) Stück 8.524.199 8.872.319 7.191.100 6.451.928 n /a
Ergebnis je Aktie (unverwässert) Euro 0,74 0,84 0,46 0,24 n /a
Operating Cashflow je Aktie (unverwässert) Euro 2,10 0,94 1,43 0,83 n /a
Renditen %




Rohmarge
13,0 % 13,1 % 12,8 % 12,7 % 13,4 %
EBIT-Marge
19,9 % 21,0 % 23,2 % 16,4 % 7,1 %
Umsatzrendite
13,9 % 21,5 % 12,7 % 8,1 % 21,3 %
Eigenkapitalrendite (ROE)
11,3 % 12,3 % 5,2 % 20,1 % 49,4 %



2002 * 2001 * 2000 * 1999 *
Kunden



Anzahl registrierter Kunden (zum Periodenende) 441 323 121 0
Anzahl registrierter Neukunden (zum Periodenende) 118 202 121 0
Kundenaktivitätsrate 31,4 % n/a n/a n/a
Durchschnittliches Transaktionsvolumen pro Kunde 591 n/a n/a n/a
Akquisitionskosten je Neukunde (Eigenmarketing) 14,21 n/a n/a n/a
Gewinn- und Verlustrechnung



Transaktionsvolumen 70.926 42.933 5.200 0
Umsatzerlöse 8.284 3.808 691 0
EBIT 1.019 -3.170 -5.364 -682
EBT 1.055 -3.124 -5.695 -690
Ergebnis 1.752 -3.289 -5.697 -690
Bilanz



Liquide Mittel und Wertpapiere
(inkl. verpfändeter Mittel und Wertpapiere)
4.217 2.100 3.878 269
Weitere kurzfristige Vermögenswerte 2.440 1.558 809 143
Langfristige Vermögenswerte, gesamt 2.104 1.371 1.366 220
AKTIVA 8.761 5.029 6.053 633
Kurzfristige Verbindlichkeiten 5.797 3.897 1.659 1.068
Lang- und mittelfristige Verbindlichkeiten 150 70 46 0
Eigenkapital 2.814 1.062 4.349 -435
PASSIVA 8.761 5.029 6.053 633
Cashflow



Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 2.546 -1.321 -5.569 -412
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -399 -457 -1.304 -236
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -30 0 10.481 917
Personal



Anzahl Mitarbeiter
(Durchschnitt Festangestellte ohne Vorstand/GF/Praktikanten/Azubis)
47 26 17 3
Personalaufwand 3.021 2.005 1.076 81
Aufwand je Mitarbeiter 64 77 63 27
Aufwand für Forschung & Entwicklung n/a n/a n/a n/a
Mitarbeiter Forschung & Entwicklung n/a n/a n/a n/a
Aktie (ab 2004)



Durchschnittliche Anzahl Aktien (unverwässert) n/a n/a n/a n/a
Ergebnis je Aktie (unverwässert) n/a n/a n/a n/a
Operating Cashflow je Aktie (unverwässert) n/a n/a n/a n/a
Renditen



Rohmarge 11,4 % 8,9 % 13,3 % n/a
EBIT-Marge 12,6 % -83,2 % -776,3 % n/a
Umsatzrendite 21,6 % -86,4 % -824,5 % n/a
Eigenkapitalrendite (ROE) 62,3 % -309,7 % -131,0 % 158,6 %

* 1999-2003: ungeprüft; 1999: Rumpfgeschäftsjahr 31.07.-31.12.1999

BILANZEID

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Der Vorstand

Dr. Hans Cornehl
Jens Schumann

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Beratung und Prüfung der Geschäftsführung

Der Aufsichtsrat der Tipp24 AG hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen, den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und seine Geschäftsführung überwacht. Wir waren in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen unmittelbar eingebunden. Der Vorstand unterrichtete uns regelmäßig sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung und der strategischen Weiterentwicklung, über den Gang der Geschäfte, die Lage des Konzerns einschließlich der Risikolage sowie über das Risikomanagement. Daneben hat der Vorstand dem Aufsichtsrat umfassende Berichte über den Geschäftsverlauf einschließlich der Umsatzentwicklung und Rentabilität sowie der Lage der Gesellschaft und der Geschäftspolitik vorgelegt. Die Berichte haben jeweils allen Aufsichtsratsmitgliedern vorgelegen. Anhand der Berichte der Tipp24 AG hat der Aufsichtsrat alle wichtigen Geschäftsvorfälle überwacht und beratend begleitet. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats hat sich darüber hinaus regelmäßig vom Vorstand über den Geschäftsverlauf umfassend unterrichten lassen und mit dem Vorstand geschäftspolitische Fragen beraten.

Im Geschäftsjahr 2007 haben vier Aufsichtsratssitzungen stattgefunden, in denen der Aufsichtsrat jeweils vollständig vertreten war. Daneben haben weitere Beschlussfassungen zu aktuellen Themen im schriftlichen Umlaufverfahren stattgefunden.

Beratungsschwerpunkte

Im Mittelpunkt der Beratungen der Aufsichtsrats standen:

die Umsatz- und Ergebnisentwicklung sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowohl des Konzerns als auch der in den Märkten Deutschland, Spanien, Italien und Großbritannien operativ tätigen Tochtergesellschaften,

die Unternehmensplanung einschließlich Investitions- und Personalplanung des Konzerns sowie der Tochtergesellschaften,

die Entwicklung des regulatorischen und ökonomischen Umfelds in den Märkten, in denen Tipp24 operativ tätig ist, wobei hier ein besonderer Schwerpunkt auf die Entwicklung der regulatorischen Diskussion im Umfeld des Glücksspiel-Staatsvertrags in Deutschland gesetzt wurde,

die strategische Ausrichtung, insbesondere die Wachstumsstrategie des Konzerns,

die Weiterentwicklung der Risikofrüherkennungssysteme und

die Beratung und Erörterung zustimmungspflichtiger Geschäfte.

Besetzung des Aufsichtsrats

Dem Aufsichtsrat der Tipp24 AG gehören drei Mitglieder an. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Klaus F. Jaenecke. Er wurde zusammen mit Annet Aris am 10. August 2005 bestellt. Stellvertretender Vorsitzender ist Dr. Hans-Wilhelm Jenckel. Er gehört dem Aufsichtsrat seit dem 19. März 2001 an und wurde am 10. August 2005 erneut bestellt.

Ausschüsse

Aufgrund der Tatsache, dass der Aufsichtsrat aus lediglich drei Mitgliedern zusammengesetzt ist, wurden keine Ausschüsse gebildet.

Corporate Governance und Entsprechenserklärung

Der Aufsichtsrat hat sich der weiteren Umsetzung der Maßnahmen des »Deutschen Corporate Governance Kodex« gewidmet. Vorstand und Aufsichtsrat haben am 26. November 2007 eine Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft unter www.tipp24-ag.de dauerhaft zugänglich gemacht.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss der Tipp24 AG und der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2007 sowie der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht wurden von der Ernst & Young AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft unter Einbeziehung der Buchführung geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Aufsichtsrat hat in Kenntnis dieser Prüfungsberichte den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht geprüft. An seinen Beratungen am 26. März 2008 haben die Abschlussprüfer der Gesellschaft teilgenommen und über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung berichtet. Der Aufsichtsrat hat sich dem Ergebnis der Prüfung der Abschlussprüfer angeschlossen und als abschließendes Ergebnis seiner eigenen Prüfung keine Einwendungen erhoben. Der Aufsichtsrat billigte in seiner Sitzung am 26. März 2008 den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns für das Geschäftsjahr 2007 schließt sich der Aufsichtsrat an.

Personalia

Am 30. Juni 2007 ist Herr Marc Peters, der Mitgründer des Unternehmens, aus dem Vorstand ausgeschieden. Der Aufsichtsrat hat Herrn Marc Peters für sein langjähriges erfolgreiches Wirken für den Tipp24-Konzern gedankt.

Schlusswort

Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Tipp24-Konzerns für ihr Engagement und ihre herausragende Motivation im vergangenen Geschäftsjahr. Auch in Zeiten erheblicher regulatorischer Unsicherheiten, hat das Tipp24-Team den Fokus auf den Dienst am Kunden nicht verloren und erneut mit Leistungswillen und Innovationskraft eine Fortsetzung der Wachstums- und Erfolgsgeschichte des Unternehmens möglich gemacht.

Hamburg, 26. März 2008

Klaus F. Jaenecke
(Vorsitzender des Aufsichtsrats)

CORPORATE GOVERNANCE

Verantwortungsbewusste und langfristige Wertsteigerung

Gute Corporate Governance ist für uns ein zentraler Anspruch, der sämtliche Bereiche des Unternehmens umfasst: Wir betrachten sie als eine auf verantwortungsbewusste und langfristige Wertsteigerung ausgerichtete Führung und Kontrolle unseres Unternehmens. Darunter fassen wir neben organisatorischen und geschäftspolitischen Grundsätzen auch die internen und externen Mechanismen zur Kontrolle und Überwachung. Hierzu zählen insbesondere die effiziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, die transparente Vermittlung des Unternehmensgeschehens sowie die Achtung der Aktionärsinteressen.

Gute Corporate Governance fördert das Vertrauen nationaler und internationaler Anleger, der Finanzmärkte, Geschäftspartner und Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit in die Führung und Überwachung eines Unternehmens. Diese Prinzipien haben bei Tipp24 von jeher einen hohen Stellenwert. Tipp24 folgt im Wesentlichen den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in seiner aktuellen Fassung vom 14. Juni 2007 (www. corporate-governance-code.de). Die Ausnahmen werden in unserer unten wiedergegebenen Entsprechenserklärung dargestellt und erläutert. Die jeweils aktuelle Fassung der Entsprechenserklärung (ebenso wie unsere Satzung und Geschäftsordnungen) sind auch im Internet unter www. tipp24-ag.de veröffentlicht und allen Aktionären dauerhaft zugänglich. Nicht mehr aktuelle Entsprechenserklärungen stehen dort für einen Zeitraum von jeweils fünf Jahren zur Verfügung. Einzelne Bereiche unserer Corporate Governance möchten wir im Folgenden hervorheben.

Enge Kooperation zwischen Vorstand und Aufsichtsrat

Vorstand und Aufsichtsrat der Tipp24 AG pflegen einen engen Austausch. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung und strategischen Weiterentwicklung, über den Gang der Geschäfte und die Lage des Konzerns einschließlich der Risikolage. Ziel- und Planabweichungen des Geschäftsverlaufs sowie die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung des Konzerns werden dem Aufsichtsrat unmittelbar erläutert. Für bedeutende Geschäftsvorgänge sind in der Geschäftsordnung des Vorstands Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats festgelegt.

Directors' Dealings nach § 15a WpHG

Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat müssen nach § 15a WpHG Erwerb oder Veräußerung von Tipp24-Aktien oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten unverzüglich mitteilen. Der Tipp24 AG sind im Geschäftsjahr 2007 keine Meldungen zugegangen.

VERGÜTUNGSBERICHT

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Hauptversammlung der Tipp24 AG vom 10. August 2005 hat eine Aufsichtsratsvergütung beschlossen, die sich aus einer Festvergütung, einer erfolgsabhängigen Sondervergütung, Nebenleistungen und Auslagenersatz zusammensetzt. Die Vergütungsregelungen wurden mit Wirkung zum Geschäftsjahr 2005 und auch für die Folgejahre beschlossen, soweit in einer neuen Hauptversammlung keine abweichende Beschlussfassung für die Zukunft erfolgt. Diese Vergütung bemisst sich sowohl an der Verantwortung und dem Umfang der Tätigkeit als auch an der wirtschaftlichen Lage und dem Erfolg des Unternehmens. Des Weiteren übernimmt die Gesellschaft die Prämien für angemessenen Versicherungsschutz zur gesetzlichen Haftpflicht aus der Aufsichtsratstätigkeit (D&O-Versicherung).

Danach erhalten die Aufsichtsräte zusätzlich zu dem Ersatz ihrer Auslagen eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung in Höhe von 12 Tsd. Euro brutto je Geschäftsjahr.

Zusätzlich zu der festen Vergütung erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats eine erfolgsorientierte jährliche Vergütung in Abhängigkeit vom EBIT des Konzerns, wobei diese zusätzliche erfolgsabhängige Vergütung insgesamt auf einen Betrag von höchstens 6 Tsd. Euro beschränkt ist.

Weiterhin erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats eine erfolgsorientierte jährliche Vergütung mit langfristiger Anreizwirkung in Abhängigkeit vom Konzerngewinn pro Aktie. Diese weitere zusätzliche Vergütung ist ebenfalls auf einen Betrag von höchstens 6 Tsd. Euro beschränkt.

Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das Zweieinhalbfache, der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende das Eineinhalbfache der oben beschriebenen festen und variablen Vergütung.

in Euro 2006 Festgehalt sonstige Leistungen variable Vergütung 2007
Klaus F. Jaenecke 60.708,33 30.000,00 16.114,58 21.250,00 67.364,58
Dr. Hans-Wilhelm Jenckel 42.708,33 18.000,00 16.114,58 12.750,00 46.864,58
Annet Aris 33.708,33 12.000,00 16.114,58 8.500,00 36.614,58
Summe 137.124,99 60.000,00 48.343,74 42.500,00 150.843,74

Vergütung des Vorstands

Die jährliche, in ihrer Struktur vom Aufsichtsrat der Tipp24 AG festgelegte und mit allen Vorständen entsprechend vereinbarte Vorstandsvergütung setzt sich zusammen aus fixen und variablen Vergütungsbestandteilen. Sie orientiert sich überwiegend an den Vorgaben des DCGK. Für den Fall der vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses enthalten die Vorstandsverträge keine speziellen Abfindungsregelungen. Die Vorstandsmitglieder haben keine Versorgungszusagen erhalten.

Die Vorstandsvergütung setzt sich aus einem Fixgehalt in Höhe von 190 Tsd. Euro und einer variablen Komponente zusammen. Diese variable Komponente wird zu 50 % nach dem Umsatzwachstum des laufenden sowie des Vorjahres und zu weiteren 50 % nach dem Wachstum sowie der absoluten Höhe der EBIT-Marge im laufenden Geschäftsjahr bemessen. Bei Zielerreichung beträgt die variable Vergütung rund 55 % des Fixums, bei Zielüberschreitung kann sich diese auf bis zu rund 110 % des Fixums erhöhen. Hinzu kommt eine langfristig orientierte variable Vergütung, die sich nach dem Wachstum des 3-Jahres-Durchschnitts des Ergebnisses je Aktie bemisst und bei Zielerreichung ebenfalls bis zu 55 % des Fixums betragen kann. Der Aufsichtsrat kann unter außergewöhnlichen Umständen die variablen Komponenten um bis zu 50 % nach oben oder unten anpassen.

Vergütungshöhe und Vergütungsstruktur werden vom Aufsichtsrat kontinuierlich überprüft und mit jedem Vorstandsmitglied vereinbart und fortgeschrieben.

in Euro 2006 Festgehalt sonstige Leistungen variable Vergütung 2007
Dr. Hans Cornehl 223.700,33 189.468,00 20.143,23 66.658,00 276.269,23
Marc Peters 220.890,92 94.734,00 8.057,30 0,00 102.791,30
Jens Schumann 220.892,63 189.468,00 20.143,23 66.658,00 276.269,23
Summe 665.483,88 473.670,00 48.343,76 133.316,00 655.329,76

ERKLÄRUNG DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS DER TIPP24 AG ZU DEN EMPFEHLUNGEN DER »REGIERUNGSKOMMISSION DEUTSCHER CORPORATE GOVERNANCE KODEX« GEM. § 161 AKTG

Vorstand und Aufsichtsrat der Tipp24 AG geben nach pflichtgemäßer Prüfung die folgende Entsprechenserklärung ab:

Die Tipp24 AG entspricht den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des elektronischen Bundesanzeigers bekannt gemachten Verhaltensempfehlungen der von der Bundesregierung eingesetzten »Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex« zur Unternehmensleitung und -überwachung in der Fassung vom 14. Juni 2007 mit folgenden Ausnahmen und wird ihnen auch zukünftig mit den genannten Ausnahmen entsprechen:

3.8 - Selbstbehalt D&O-Versicherung

Die Tipp24 AG hat für ihre Organe eine D&O-Versicherung ohne Selbstbehalt abgeschlossen. Vorstand und Aufsichtsrat vertreten die Auffassung, dass der Selbstbehalt einer D&O-Versicherung kein adäquates Mittel für das Erreichen der Ziele des Kodex ist. Solche Selbstbehalte werden in der Regel durch die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats selbst versichert, sodass die eigentliche Funktion des Selbstbehalts in die Leere läuft und es sich somit letzt endlich nur um eine Frage der Höhe der Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats handelt.

4.2.1 - Ernennung eines Vorstandsvorsitzenden

Der Vorstand der Tipp24 AG hat weder einen Vorstandsvorsitzenden noch einen Vorstandssprecher. Die Einrichtung eines solchen Amtes widerspricht der bisher gelebten Organisationsstruktur mit zwei gleichberechtigten Vorständen, die gemeinsam für die strategische Ausrichtung und Entwicklung des Unternehmens verantwortlich zeichnen.

5.3.1, 5.3.2 und 5.3.3 - Bildung von Ausschüssen, Einrichtung eines Prüfungsausschusses sowie eines Nominierungsausschusses

Im Hinblick darauf, dass der Aufsichtsrat der Tipp24 AG satzungsgemäß aus lediglich drei Personen besteht, hat der Aufsichtsrat keine Ausschüsse, insbesondere keinen Prüfungsausschuss und keinen Nominierungsausschuss gebildet.

7.1.4 - Veröffentlichung der Ergebnisse von Beteiligungsunternehmen

Die von der Gesellschaft veröffentlichte Liste von Drittunternehmen, an denen sie eine Beteiligung von für das Unternehmen nicht untergeordneter Bedeutung hält, enthält die gesetzlichen Angaben.

Seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im Januar 2007 hat die Tipp24 AG sämtlichen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 12. Juni 2006 bzw. 14. Juni 2007 mit Ausnahme der Empfehlungen gemäß Ziff. 3.8, 4.2.1, 5.3.1, 5.3.2, 5.3.3 und 7.1.4 entsprochen.

Hamburg, 26. November 2007

Für den Aufsichtsrat Für den Vorstand
Klaus F. Jaenecke Dr. Hans Cornehl, Jens Schumann

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