Sunrise GP GmbH
Selbe AdresseManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Florian Müller seit 18.11.2025 | Prokura |
Antonio Haya seit 6.10.2025 | Geschäftsführer |
Kevin Galle seit 30.1.2025 | Prokura |
Oliver Brock seit 20.12.2024 | Prokura |
Aribert Dr. Wonner seit 20.12.2024 | Prokura |
Norbert Schröder seit 20.12.2024 | Prokura |
Florian Dr. Umlauf seit 28.10.2024 | Prokura |
Linda Moritz seit 2.7.2024 | Prokura |
Hans Wolf Dr. von Koeller seit 2.7.2024 | Prokura |
Stephan Dr. Riezler seit 2.7.2024 | Prokura |
Carsten Schröder seit 6.5.2024 | Prokura |
Dieter Ingo Friedrich Gustav Dehlke seit 15.3.2024 | Geschäftsführer |
Nicole Hildebrand seit 29.1.2024 | Geschäftsführer |
Jan Fischer seit 14.9.2023 | Prokura |
Olaf Borck seit 24.1.2023 | Prokura |
Sebastian Dietz seit 24.1.2023 | Prokura |
Ilva Dr. Elkemann-Reusch seit 24.1.2023 | Prokura |
Carsten Solberg seit 24.1.2023 | Prokura |
Mathias Liszka seit 24.1.2023 | Prokura |
Carlos-Mario Trujillo Hesseler seit 2.12.2022 | Prokura |
Kai Uwe Braekler seit 2.12.2022 | Prokura |
Jörg Berg seit 2.12.2022 | Prokura |
Niels-Jakob Winfried Siegbert Dr. Küttner seit 2.12.2022 | Prokura |
Tobias Brandmeyer seit 2.12.2022 | Prokura |
André Snoeijer seit 2.12.2022 | Prokura |
Peter Dr. Weiß seit 2.12.2022 | Prokura |
Dirk Jürgens seit 2.12.2022 | Prokura |
Erik Hennig seit 2.12.2022 | Prokura |
Jens Andrik Rupocinski seit 2.12.2022 | Prokura |
Andreas Dr. Reichel seit 10.8.2020 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Sunset Espana S.L. | 99.10% |
| 0.90% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Iqony GmbH (vormals: STEAG 2. Beteiligungs-GmbH)EssenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Iqony GmbH (vormals: STEAG 2. Beteiligungs-GmbH) Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Iqony GmbH (vormals: STEAG 2. Beteiligungs-GmbH), Essen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Iqony GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Düsseldorf, 30. Juni 2023 Ernst
& Young GmbH
Hollweg, Wirtschaftsprüfer Glückselig, Wirtschaftsprüferin Bilanz zum 31. Dezember 2022AKTIVA
PASSIVA
Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Amtsgericht EssenHRB 27667Anhang für das Geschäftsjahr 2022I. Grundlagen des Jahresabschlusses A) Allgemeine Erläuterungen Der Abschluss der Iqony GmbH, Essen (vormals STEAG 2. Beteiligungs-GmbH, Essen), wird nach den Vorschriften des HGB in der für diesen Abschluss gültigen Fassung und des GmbHG aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Der Jahresabschluss wird in Euro (€) aufgestellt, die Beträge werden in Mio. € angegeben. Die Iqony GmbH, Essen (vormals STEAG 2. Beteiligungs-GmbH, Essen) ist eine Kleinstkapitalgesellschaft im Sinne des § 267a HGB. Der Jahresabschluss wird aufgrund der Regelungen des Gesellschaftsvertrages nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften aufgestellt. B) Separierung Im Geschäftsjahr wurde innerhalb des STEAG-Konzerns eine Separierung der beiden Unternehmenssegmente Kohle- und Wachstumsgeschäft vorgenommen. Im Zuge der Separierung wird die konventionelle Energieerzeugung durch Kraftwirtschaft in der STEAG Power GmbH, Essen (vormals STEAG 1. Beteiligungs-GmbH, Essen) und die Energieerzeugung durch erneuerbare Energien und dezentrale Anlagen in der Iqony GmbH, Essen (vormals STEAG 2. Beteiligungs-GmbH, Essen) und deren jeweiligen Tochtergesellschaften gebündelt. Die Separierung wurde im Geschäftsjahr durch umfangreiche gesellschaftsrechtliche Maßnahmen umgesetzt. Die folgenden Ausführungen beschreiben die wesentlichen Maßnahmen mit ihren bilanziellen Auswirkungen. a) Veräußerung des Betriebsführungsvertrags GuD Herne Der technische Betriebsführungsvertrag der STEAG GmbH, Essen, mit der GuD Herne GmbH, Essen, wurde zum 1. Dezember 2022 (00:00 Uhr) an die Iqony GmbH, Essen (vormals STEAG 2. Beteiligungs-GmbH, Essen), zu einem Kaufpreis von 7,9 Mio. € veräußert und ist unter den immateriellen Vermögensgegenständen aktiviert worden. b) Einbringung des Wachstumsgeschäftes Das Wachstumsgeschäft der STEAG GmbH, Essen, wurde zum 31. Dezember 2022 (24:00 Uhr) in die Iqony GmbH, Essen (vormals STEAG 2. Beteiligungs-GmbH, Essen) und das Wachstumsgeschäft der STEAG Technischer Service GmbH, Essen, zum 30. November 2022 (24:00 Uhr) in die neu gegründete Iqony Technischer Service GmbH, Essen (vormals METech GmbH, Essen), zu Buchwerten eingebracht. Im Rahmen der Einbringung durch die STEAG GmbH, Essen, wurde auch die Beteiligung an der STEAG Technischer Service GmbH, Essen, übertragen. Darüber hinaus hat Iqony GmbH, Essen (vormals STEAG 2. Beteiligungs-GmbH, Essen) Forderungen aus derivativen Termingeschäften und Verbindlichkeiten aus den korrespondierenden Grundgeschäften sowie Verbindlichkeiten aus derivativen Termingeschäften und Forderungen aus den korrespondierenden Grundgeschäften jeweils mit ihrem beizulegenden Zeitwert von 411,7 Mio. € sowie 420,2 Mio. € als Folge der Einbringung aktivisch und passivisch aufgenommen. Als Folge der Einbringung wurde in der Bilanz zum 31. Dezember 2022 ein Sonderposten i. H. v. 162,6 Mio. € im Eigenkapital erfasst. Mit Eintragung der Kapitalerhöhung in das Handelsregister am 9. Februar 2023 wurde der Sonderposten in die Kapitalrücklage umgegliedert. Übertragung von Aktiv- und Passivvermögen im Rahmen der Einbringung des Wachstums-Geschäftsbereichs aus der STEAG GmbH mit Wirkung zum 31. Dezember 2022
Übertragung von Aktiv- und Passivvermögen im Rahmen der Einbringung des Wachstums-Geschäftsbereichs aus der STEAG GmbH mit Wirkung zum 31. Dezember 2022
c) Veräußerung des Bereichs Information Technologies (IT) Der Teilbereich IT der Iqony Solutions GmbH, Essen (vormals STEAG Energy Services GmbH, Essen), der dem Kohlegeschäft zuzuordnen ist, wurde zum 31. Dezember 2022 (24:00 Uhr) an die STEAG Power GmbH, Essen (vormals STEAG 1. Beteiligungs-GmbH, Essen), veräußert. Der dem Wachstumsgeschäft zuzuordnende Teilbereich IT wurde ebenfalls zum 31. Dezember 2022 (24:00 Uhr) von der Iqony Solutions GmbH, Essen (vormals STEAG Energy Services GmbH, Essen), an die Iqony GmbH, Essen (vormals STEAG 2. Beteiligungs-GmbH, Essen), veräußert. Übertragung von Aktiv- und Passivvermögen im Rahmen der Veräußerung des Bereichs IT der Iqony Solutions GmbH (vormals STEAG Energy Services GmbH) mit Wirkung zum 31. Dezember 2022
* Forderung aus Ausgleichszahlung gegen Iqony
Solutions GmbH
Übertragung von Aktiv- und Passivvermögen im Rahmen der Veräußerung des Bereichs IT der Iqony Solutions GmbH (vormals STEAG Energy Services GmbH) mit Wirkung zum 31. Dezember 2022
d) Veräußerung von Beteiligungen Im Zuge der Separierungen wurden die Anteile an der RKB Raffinerie-Kraftwerks-Betriebs GmbH, Essen, und Iqony-Raffinerie-Kraftwerk-Sachsen-Anhalt GmbH, Leuna (vormals STEAG-Raffinerie-Kraftwerk-Sachsen-Anhalt GmbH, Leuna), von STEAG GmbH an Iqony Solutions GmbH, Essen (vormals STEAG Energy Services GmbH, Essen), veräußert. Darüber hinaus wurden auch die Beteiligungen an der
von STEAG Power GmbH, Essen (vormals STEAG 1. Beteiligungs-GmbH, Essen), an Iqony GmbH, Essen (vormals STEAG 2. Beteiligungs-GmbH, Essen) veräußert. C) Bilanzierung und Bewertung Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten einschließlich der Anschaffungsnebenkosten angesetzt und - sofern sachgerecht - planmäßig über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Als Nutzungsdauer gelten grundsätzlich drei bis fünf Jahre. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung vorgenommen. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten einschließlich der Anschaffungsnebenkosten angesetzt. Die Herstellungskosten der selbsterstellten Sachanlagen enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich der Abschreibungen, soweit sie durch die Fertigung veranlasst sind, sowie angemessene Bestandteile der allgemeinen Verwaltungskosten, der Aufwendungen für soziale Einrichtungen, freiwillige soziale Leistungen und für die betriebliche Altersversorgung. Erhaltene Investitionszuschüsse und -zulagen werden aktivisch ausgewiesen und führen jeweils zu einer Kürzung der Anschaffungs- und Herstellungskosten der betreffenden Anlagen. Es kommt ausschließlich die lineare Abschreibungsmethode zur Anwendung. Der Bemessung der Abschreibungen der einzelnen Sachanlagegruppen liegen folgende betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern zugrunde:
Selbstständig nutzbare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis zu einem Wert von 250,00 €, die der Abnutzung unterliegen, werden im Zeitpunkt ihres Zuganges als Aufwand erfasst. Anlagengegenstände, die vor dem 1. Januar 2018 angeschafft worden sind und deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten über 150,00 €, aber nicht über 1.000,00 € liegen, sind im Jahr ihres Zuganges in einen Jahressammelposten eingestellt worden. Anlagengegenstände, die am oder nach dem 1. Januar 2018 angeschafft worden sind, werden im Jahr ihres Zuganges in einen Jahressammelposten eingestellt, sofern deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten über 250,00 €, nicht aber über 1.000,00 € liegen. Diese Posten werden im Jahr der Bildung sowie in den folgenden vier Geschäftsjahren jeweils zu einem Fünftel abgeschrieben. Nach ihrer Vollabschreibung werden die Sammelposten ausgebucht. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten, die durch Sacheinlagen erworbenen Beteiligungen nach den allgemeinen Grundsätzen für die Bewertung von Sacheinlagen oder, bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen, zu niedrigeren beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Berücksichtigung von einheitlichen Bewertungsverfahren und Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Bestandsrisiken aus verminderter Verwertbarkeit, Lagerdauer o. ä. werden durch Abwertungen berücksichtigt. Die Herstellungskosten umfassen neben den Einzelkosten auch angemessene Teile der Gemeinkosten. Fremdkapitalzinsen zur Finanzierung der Herstellung eines Vermögensgegenstandes werden, soweit sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen, aktiviert. Für die Bewertung werden grundsätzlich Durchschnittswerte herangezogen. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert bilanziert. Besonderen Risiken im Forderungsbestand wird durch Bildung von Wertberichtigungen Rechnung getragen. Unter den flüssigen Mitteln sind Guthaben bei Kreditinstituten erfasst. Sie sind zum Nennwert bilanziert. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Die Rückstellungen tragen allen erkennbaren Risiken der handelsrechtlichen Vorschriften ausreichend Rechnung und werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird, abgezinst. Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erfolgt gemäß § 253 Abs. 1 und 2 HGB nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren für Leistungszusagen (Pro- jected-Unit-Credit-Methode). Bei diesem Verfahren werden neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartende Steigerungen von Entgelten und Renten berücksichtigt. Die Bewertung basiert auf den biometrischen Grundlagen der "Richttafeln 2018 G" von Klaus Heubeck. Für die Invalidisierungswahrscheinlichkeit gelten modifizierte Werte, die aus unternehmensspezifischen Faktoren abgeleitet werden. Die Pensionsrückstellungen sowie sonstige langfristige Personalrückstellungen für Altersteilzeit, Jubiläum, Entgeltfortzahlung im Todesfall, Lebensarbeitszeit, Versorgungslohn statt Barlohn und Restrukturierung werden versicherungsmathematisch berechnet. Die Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen erfolgt unter Ausübung des Wahlrechts gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 und 3 HGB mit dem durchschnittlichen Marktzins der vergangenen zehn Jahre für eine angenommene Laufzeit von fünfzehn Jahren. Die Abzinsung der sonstigen langfristigen Personalrückstellungen erfolgt mit dem durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre, ebenfalls für eine angenommene Laufzeit von fünfzehn Jahren. Abweichend davon wird bei der Altersteilzeit eine Laufzeit von fünf Jahren unterstellt. Die Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgt unter Berücksichtigung eines Zinssatzes i. H. v. 1,78 % (Vorjahr 1,87 %), die der sonstigen langfristigen Personalrückstellungen i. H. v. 1,44 % (Vorjahr 1,35 %). Für Altersteilzeitverpflichtungen wird ein Zinssatz von 0,58 % (Vorjahr 0,40 %) angewandt. Die bei der versicherungsmathematischen Bewertung der Verpflichtungen zugrunde gelegten Prämissen sind der nachstehenden Tabelle zu entnehmen:
Der Unterschiedsbetrag als Differenz aus der Abzinsung der Rückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzins der vergangenen zehn, resp. sieben Jahre, beläuft sich auf 1,1 Mio. € (Vorjahr 0,7 Mio. €). Die Gesellschaft hat für Mitarbeiter, die bereits in Altersteilzeit sind oder bereits Verträge abgeschlossen haben und in Altersteilzeit gehen werden, die Aufstockungs- und Abfindungsleistungen in voller Höhe sowie das Arbeitsentgelt in der Freistellungsphase ratierlich zurückgestellt. Die Zusagen für Lebensarbeitszeitkonten enthalten zwei Komponenten. Die erste Komponente umfasst die als Rückstellung bilanzierten Verpflichtungen für tarifliche Einmalzahlungen, Urlaub während der Freistellungsphase sowie die Schlussförderung. Die zweite Komponente beinhaltet die laufenden Arbeitnehmer- und Arbeitgebereinbringungen in ein individuelles Wertguthabenkonto, welches durch eine doppelseitige Treuhand insolvenzgesichert ist. Bei dieser Komponente handelt es sich um eine wertpapiergebundene Zusage gemäß § 253 Abs. 1 Satz 3 HGB. Der Verpflichtungsumfang entspricht dabei dem Zeitwert der hinterlegten Vermögenswerte. Nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB sind die Vermögenswerte, die zur Insolvenzsicherung der Verpflichtungen aus dem Wertguthabenkonto bestimmt sind, mit diesen Verpflichtungen zu verrechnen. Entsprechend wird mit den dazugehörigen Aufwendungen und Erträgen aus Zinseffekten und aus dem zu verrechnenden Vermögen verfahren. Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag ausgewiesen. II. Erläuterung der Bilanz (1) Anlagevermögen Die Aufgliederung der in der Bilanz zusammengefassten Positionen des Anlagevermögens und ihre Entwicklung im Geschäftsjahr sind im Anlagengitter (Anlage I) gesondert dargestellt. Im Berichtsjahr wurde die Beteiligung an der SFW Energia SP. z o. o., Gliwice, außerplanmäßig um 7,5 Mio. € wertberichtigt (Vorjahr 40,7 Mio. €). Die Iqony GmbH, Essen (vormals STEAG 2. Beteiligungs-GmbH, Essen), ist Organgesellschaft einer ertragsteuerlichen Organschaft. Die latenten Steuern werden bei dem Organträger ausgewiesen. Somit unterbleibt die Angabe nach § 285 Nr. 29 HGB. (2) Vorräte Die Vorräte betreffen vollständig unfertige Leistungen und sind im Rahmen der Einbringung von der STEAG GmbH, Essen, in die Iqony GmbH, Essen (vormals STEAG 2. Beteiligungs-GmbH, Essen), übertragen worden. (3) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Sicherheitsleistungen für derivative Finanzinstrumente in Höhe von 256,0 Mio. € enthalten. (4) Flüssige Mittel Unter den flüssigen Mitteln sind Guthaben bei Kreditinstituten erfasst. (5) Aktive Rechnungsabgrenzungsposten Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten im Wesentlichen mit 1,1 Mio. € Vertragsanbahnungs- und Erfüllungsaufwendungen, die im Rahmen der Einbringung von der STEAG GmbH, Essen, auf die Iqony GmbH, Essen (vormals STEAG 2. Beteiligungs-GmbH, Essen), übertragen worden sind sowie abgegrenzte IT-Aufwendungen i. H. v. 1,4 Mio. €. (6) Eigenkapital Das Eigenkapital der Gesellschaft setzt sich zusammen aus dem gezeichneten Kapital (0,0 Mio. €), der Kapitalrücklage (690,0 Mio. €) sowie der am Bilanzstichtag in den sonderposten eingestellten Kapitalerhöhung aus der Einbringung des Wachstumsgeschäftes. (7) Rückstellungen
Die sonstigen übrigen Rückstellungen bestehen im Wesentlichen aus Rückstellungen für noch nicht berechnete Lieferungen und Leistungen in Höhe von 38,2 Mio. €. Die Verpflichtungen für Lebensarbeitszeitkonten wurden gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit Forderungen aus Rückdeckungsversicherungen wie folgt verrechnet:
Die historischen Anschaffungskosten der Vermögenswerte betrugen 0,4 Mio. € (Vorjahr - Mio. €). Zum Stichtag wurden die Vermögenswerte wie auch der Verpflichtungsumfang für die Langzeitkonten zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesen. (8) Verbindlichkeiten
In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind 104,1 Mio. € Verbindlichkeiten aus dem Cash-Pool enthalten (Vorjahr 11,9 Mio. € Forderung). III. Erläuterung der Gewinn- und Verlustrechnung (9) Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse von 0,5 Mio. € (Vorjahr 0,5 Mio. €) resultieren aus der Untervermietung von Gebäuden, Weiterbelastungen und Medienlieferungen. Die Umsatzerlöse wurden ausschließlich im Inland erzielt. (10) Personalaufwand Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt:
(11) Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen Beratungs- und IT-Aufwendungen (0,6 Mio. €; Vorjahr - Mio. €) sowie Aufwendungen für die Jahresabschlussprüfung (0,3 Mio. €; Vorjahr 0,0 Mio. €). (12) Erträge aus Beteiligungen Die Erträge aus Beteiligungen resultieren ausschließlich aus der Beteiligung an der Thermische Abfallbehandlung Lauta GmbH & Co. oHG, Lauta. (13) Erträge aus Gewinnabführungsverträgen mit verbundenen Unternehmen Die Erträge aus der Gewinnabführung mit verbundenen Unternehmen resultieren ausschließlich aus dem Gewinnabführungsvertrag mit der Fernwärmeverbund Saar GmbH. (14) Abschreibungen auf Finanzanlagen Die Abschreibungen auf Finanzanlagen betreffen mit 7,5 Mio. € (Vorjahr 40,7 Mio. €) ausschließlich die Beteiligung an der SFW Energia Sp. z o. o., Gliwice. (15) Aufwendungen aus Verlustübernahmen Die Aufwendungen aus Verlustübernahmen in Höhe von 10,3 Mio. € (Vorjahr 3,0 Mio. €) betreffen den aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages übernommenen Verlust der Iqony Solar Energy Solutions GmbH, Würzburg (vormals STEAG Solar Energy Solutions GmbH, Würzburg). (16) Aufgrund einer Dividendengarantie abzuführende Dividende Im Geschäftsjahr wurde eine Garantiedividende an die Stadtwerke Saarbrücken Netz AG in Höhe 0,1 Mio. € (Vorjahr 0,1 Mio. €) abgeführt. (17) Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages ausgeglichener Verlust Der aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags ausgeglichene Verlust betrifft in vollem Umfang den Ausgleich durch die alleinige Gesellschafterin STEAG GmbH, Essen. IV. Sonstige Angaben (18) Periodenangaben Wirtschaftsprüferhonorare Auf die Angabe zum Honorar des Abschlussprüfers gemäß § 285 Nr. 17 HGB wird verzichtet, da diese in den Konzernabschluss der KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co. KG, Essen, einfließt. (19) Haftungsverhältnisse Die Iqony GmbH, Essen (vormals Steag 2. Beteiligungs-GmbH, Essen), hat Bürgschaftsverpflichtungen in einem Gesamtumfang von 6,7 Mio. € (Vorjahr - Mio. €) für verbundene Unternehmen übernommen. Das Risiko einer Inanspruchnahme aus den Bürgschaften für die Verbindlichkeiten von verbundenen Unternehmen wird aufgrund der guten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der betreffenden Tochterunternehmen als gering eingeschätzt. Die Iqony GmbH, Essen (vormals Steag 2. Beteiligungs-GmbH, Essen), hat die Geschäftsanteile an der STEAG Waste to Energy GmbH, Essen, und der Thermische Abfallbehandlung Lauta GmbH & Co. oHG, Lauta, verpfändet Die Verpfändung dient der Sicherung aller Ansprüche der Finanzierungsbanken aus den Kreditverträgen mit der STEAG Waste to Energy GmbH, Essen. Die Sicherheiten werden treuhänderisch verwaltet. Das Risiko der Inanspruchnahme wird als gering eingeschätzt, da die STEAG Waste to Energy GmbH, Essen, aus den Beteiligungserträgen die Cashflows generiert, die eine planmäßige Bedienung der Zahlungsverpflichtungen aus dem Kreditvertrag gewährleisten. Darüber hinaus ist die Gesellschaft, neben weiteren Konzerngesellschaften, der Sanierungsvereinbarung als Mitverpflichtete beigetreten und ist Zahlungsgarant für die Forderungen der Finan- zierer des STEAG Konzerns. Der von den Finanzierern des STEAG Konzerns bestellte Sanierungsgutachter hat bestätigt, dass die Durchfinanzierung des STEAG Konzerns bis zum 31. Dezember 2023 gesichert ist. (20) Sonstige finanzielle Verpflichtungen
(21) Derivative Finanzinstrumente
Im Rahmen der Separierung der STEAG GmbH wurden Energieverträge mit Festpreisvereinbarungen für Strom aus erneuerbaren Energiequellen auf die Iqony GmbH, Essen (vormals STEAG 2. Beteiligungs-GmbH, Essen), übertragen. Dies gilt grundsätzlich auch für standardisierte lineare Commodity Derivate. Die Ausnahme bilden die standardisierten linearen Commodity Derivate, die mit Clearing-Banken abgeschlossen sind. Diese externen Derivate verbleiben zum Bilanzstichtag noch bei STEAG GmbH, eine Übertragung auf die Iqony GmbH, Essen (vormals STEAG 2. Beteiligungs-GmbH, Essen), erfolgt im neuen Geschäftsjahr. Die Marktwerte der bei STEAG GmbH verbleibenden Termingeschäfte wurden im Rahmen konzerninterner Geschäfte an die Iqony GmbH, Essen (vormals STEAG 2. Beteiligungs-GmbH, Essen), weitergegeben. Die Gesellschaft hat Forderungen aus derivativen Termingeschäften und Verbindlichkeiten aus den korrespondierenden Grundgeschäften sowie Verbindlichkeiten aus derivativen Termingeschäften und Forderungen aus den korrespondierenden Grundgeschäften jeweils mit ihrem beizulegenden Zeitwert von 411,7 Mio. € sowie 420,2 Mio. € als Folge der Einbringung aktivisch und passivisch aufgenommen. Im Nominalvolumen sind Energieverträge mit Festpreisvereinbarungen für Strom aus erneuerbaren Energiequellen aufgrund ihres variablen Nominalvolumens nicht enthalten. Energiebezugsverträge mit Festpreisvereinbarungen für Strom aus erneuerbaren Energiequellen haben ein Volumen von 3,5 MW und Laufzeiten bis Ende 2027. Energieabsatzverträge mit Festpreisvereinbarungen für Strom aus erneuerbaren Energiequellen haben ein Volumen von 3,5 MW und Laufzeiten bis Ende 2027. Die Bewertung von standardisierten linearen Derivaten werden grundsätzlich von börsennotierten Preisindikationen unter Anwendung des Discounted Cashflow Verfahrens abgeleitet. Der beizulegende Zeitwert entspricht grundsätzlich dem Marktwert der derivativen Finanzinstrumente. Die beizulegenden Zeitwerte der Energieverträge mit einer Festpreisvereinbarung für Strom aus erneuerbaren Energiequellen werden mit Hilfe von Bewertungsmodellen auf Basis finanzmathematischer Methoden unter Berücksichtigung des Strompreises zum Bilanzstichtag, des Ausbaus der erneuerbaren Energien (sog. Kannibalisierungseffekt) sowie der erwarteten Strommengen ermittelt. Die Bilanzierung der Derivate erfolgt imparitätisch. Ein negativer Marktwert eines nicht in eine etwaige Bewertungseinheit einbezogenen einzelnen Derivats bzw. eines negativen Überhangs in der Bewertungseinheit wird als Drohverlustrückstellung ausgewiesen. Der Aufwand für die Bildung der Rückstellung bzw. der Ertrag für deren Auflösung wird unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen oder Erträgen erfasst. Positive Marktwerte eines nicht in eine etwaige Bewertungseinheit einbezogenen einzelnen Derivats werden nicht bilanziert. Zum Bilanzstichtag werden in dem oben beschriebenen Zusammenhang für die negativen Marktwerte keine Rückstellungen für drohende Verluste gebildet. Die Iqony GmbH, Essen (vormals STEAG 2. Beteiligungs-GmbH, Essen), ist als international operierendes Unternehmen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit finanziellen Risiken ausgesetzt Ein wesentliches Ziel der Unternehmenspolitik ist die Begrenzung von Markt-, Liquiditäts- und Ausfallrisiken sowohl für den Unternehmenswert als auch für die Ertragskraft der Iqony GmbH, um negative Cashflow- und Ergebnisschwankungen weitgehend einzudämmen. Zu diesem Zweck wurde ein systematisches Finanz- und Risikomanagement etabliert. Zur Reduzierung von finanziellen Risiken werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Bei Mikro Hedges stehen diese ausschließlich im Zusammenhang mit den korrespondierenden Grundgeschäften aus der originären unternehmerischen Tätigkeit, die ein dem Sicherungsgeschäft gegenläufiges Risikoprofil aufweisen. Darüber hinaus werden im Fachbereich abgeschlossene derivative Handelsgeschäfte mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Rahmen von Makro Hedges bewertet. In den Makro Hedges wird die risikokompensierende Wirkung einzelner Gruppen von Grundgeschäften zusammengefasst. Zur Absicherung von Commodity Risiken aus Strom, Gas und Emissionszertifikaten kommen Warentermingeschäfte und Optionen auf standardisierte und strukturierte Produkte (Forwards, Futures, Swaps) zum Einsatz. Commodity Risiken resultieren aus Marktpreisänderungen von Stromprodukten, Emissionsberechtigungen und Rohstoffen. Die Iqony GmbH, Essen (vormals STEAG 2. Beteiligungs-GmbH, Essen), vermarktet dienstleistend ein Gaskraftwerk, dessen Marktrisiko aus einer Veränderung des Clean Spark Spread (CSS: Strompreis abzüglich der Kosten für die Gas- und Emissionsberechtigungsbeschaffung) resultiert. Für die Risikosituation der Iqony GmbH, Essen (vormals STEAG 2. Beteiligungs-GmbH, Essen), sind die physischen Verfügbarkeiten sowie die Preisabhängigkeit von relevanten Rohstoffen von großer Bedeutung. Die Preis- und Bezugsrisiken auf den Beschaffungsmärkten verringert die Iqony GmbH, Essen (vormals STEAG 2. Beteiligungs-GmbH, Essen), durch ein ganzheitliches und breit aufgestelltes Portfoliomanagement für die Brennstoffversorgung. Dabei werden die Preisrisiken aus der Beschaffung und dem Weiterverkauf erfasst und wirksame risikominimierende Maßnahmen festgelegt, wie zum Beispiel die Vereinbarung von Preisgleitklauseln oder der Einsatz von Terminprodukten zu Absicherungszwecken. Derivative Finanzinstrumente weisen dabei ein gegenläufiges Risikoprofil zum korrespondierenden Grundgeschäft auf. Sofern die Voraussetzungen für eine Bilanzierung als Bewertungseinheit erfüllt sind, werden Bewertungseinheiten im Rahmen von Mikro oder Makro Hedges gebildet. Bei den nachfolgend erläuterten Grundgeschäften handelt es sich in der Regel um mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen, die grundsätzlich als solche bilanziell nicht erfasst werden. Die Ausnahme bilden die erfassten Grundgeschäfte als Folge der Einbringung. Die Höhe des abgesicherten Risikos entspricht dem Nominalvolumen und wird je nach Geschäftstyp sowie der zugehörigen Sicherungsstrategie gemäß den geltenden Richtlinien und Verfahrensanweisungen wie folgt differenziert: Dienstleistende Vermarktung von Kraftwerksleistung Dritter: Im Rahmen der Separierung der STEAG GmbH hat Iqony GmbH, Essen (vormals STEAG 2. Beteiligungs-GmbH, Essen), die dienstleistende Vermarktung eines Gaskraftwerks übernommen. Wie bei der Vermarktung der eigenen Kraftwerkleistung erfolgt auch hier eine Sicherung der Marge aus Erlösen der Stromerzeugung und Kosten der Brennstoffbeschaffung -sowie der Beschaffung von Emissionsberechtigungen. Das Ergebnis der Sicherung wird an GuD Herne GmbH als Partner des Vermarktungsvertrags und Eigentümer der Kraftwerksleistung ausgekehrt. Ein Marktpreisrisiko aus den Terminprodukten besteht für die Iqony GmbH nicht, da die beizulegenden Zeitwerte mit der GuD Herne GmbH im Rahmen der zuvor erwähnten Auskehrung verrechnet werden. Die kontrahierten Termingeschäfte (Grundgeschäfte) und die durch den Vermarktungsvertrag begründeten, gegenläufigen Verrechnungsposten (Sicherungsinstrument) werden handelsrechtlich voraussichtlich als Bewertungseinheit geführt. Das Nominalvolumen für die dienstleistende Vermarktung von Kraftwerksleistung Dritter beträgt 625,5 Mio. € (Vorjahr 0,0 Mio. €). Handel erneuerbare Energien: Im Rahmen der Separierung der STEAG hat Iqony ebenfalls Energieverträge mit einer Festpreisvereinbarung für Strom aus erneuerbaren Energiequellen übernommen und schließt seitdem solche Verträge ab, deren erwartete Strommenge mit Standardderivaten abgesichert werden. Das Nominalvolumen der Standardderivate zur Absicherung beträgt 163,4 Mio. € (Vorjahr 0,0 Mio. €). Grundgeschäft und Sicherungsderivat werden bilanziell voraussichtlich als Bewertungseinheit abgebildet. Sonstiger Handel: Die Strategie enthält externe Termingeschäfte für Beteiligungen des eigenen Beteiligungsportfolios sowie die korrespondierenden internen Geschäfte mit den Beteiligungen. Darüber hinaus führt Iqony GmbH, Essen (vormals STEAG 2. Beteiligungs-GmbH, Essen), im Zusammenhang mit der Separierung externe Commodity Derivate und die korrespondierenden internen Geschäfte mit STEAG GmbH und STEAG Power GmbH. Diese Geschäfte werden innerhalb der Strategie Novation geführt. Das Nominalvolumen des sonstigen Handels beträgt 78,1 Mio. €. Die Bilanzierung etwaiger Bewertungseinheiten erfolgt nach der Einfrierungsmethode. Die abgesicherten physischen Grundgeschäfte haben eine maximale Laufzeit bis 2027 und eine dem Sicherungsderivat gegenläufige Wertentwicklung am Bilanzstichtag. Die Bildung einer etwaigen Bewertungseinheit ermöglicht einen Gleichklang von wirtschaftlicher Sicherung und bilanziellem Ausweis dahingehend, dass die wirtschaftlich hocheffektiven Sicherungsbeziehungen bilanziell zu keinem Ergebnisausweis führen. Im Zeitpunkt der Fälligkeit werden die sich kompensierenden Wertänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäft im Ergebnis gezeigt. Bei einer hocheffektiven Sicherungsbeziehung entsteht dabei kein bzw. nur ein geringfügiger Ergebniseffekt. Die Effektivität etwaiger Bewertungseinheiten in Form von Mikro Hedges wird zu jedem Bilanzstichtag unter Zuhilfenahme der Methode des hypothetischen Derivats nachgewiesen. Der Nachweis wird mittels einer Regressionsanalyse vorgenommen. Zur Bestimmung der prospektiven Wirksamkeit der Makro Hedges liegt ein dokumentiertes, angemessenes und funktionsfähiges Risikomanagementsystem vor. Handlungsrahmen, Verantwortlichkeiten sowie Kontrollen sind in internen Richtlinien verbindlich festgelegt. Steuerungsgrößen im Commodity Handel der Gesellschaft sind die täglich ermittelten Marktpreisänderungen und deren Auswirkungen auf das schwebende Ergebnis. Zur Unterstützung dienen die Kennzahl Value at Risk (VaR) und Sensitivitätsanalysen. Zentral vorgegebene Limits werden täglich überprüft und berichtet und begrenzen somit effektiv das Marktpreisänderungsrisiko. (22) Organe der Gesellschaft Mitglieder der Geschäftsführung
Mitglieder des Aufsichtsrates
(23) Gesamtbezüge der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats Für ihre Tätigkeit erhielten die Mitglieder der Geschäftsführung ihre Bezüge von der STEAG GmbH. Mit der Verschmelzung der RAG Saarberg GmbH im Geschäftsjahr 2016 wurden Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern der Geschäftsführung und ihren Hinterbliebenen übernommen. Insgesamt wurden Rückstellungen in Höhe von 10,9 Mio. € (Vorjahr 10,2 Mio. €) gebildet. Die Gesamtbezüge der früheren Mitglieder der Geschäftsführung und ihrer Hinterbliebenen belaufen sich auf 0,5 Mio. € (Vorjahr 0,5 Mio. €). (24) Einbeziehung in den Konzernabschluss Die Iqony GmbH, Essen (vormals STEAG 2. Beteiligungs-GmbH, Essen), ist ein verbundenes Unternehmen der KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co. KG, Essen (KSBG), sowie deren unmittelbaren und mittelbaren Tochterunternehmen. Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der KSBG für den größten Kreis und in den der STEAG GmbH, Essen, für den kleinsten Kreis von Unternehmen einbezogen. Der Konzernabschluss der STEAG GmbH ist ein freiwillig erstellter Konzernabschluss, der nicht im Bundesanzeiger veröffentlicht wird. Beide Konzernabschlüsse werden nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, die seitens der Europäischen Union in das Gemeinschaftsrecht übernommen wurden. Der Konzernabschluss der KSBG wird im Bundesanzeiger veröffentlicht. Entsprechend ist die Iqony GmbH von der Erstellung eines Konzernabschlusses sowie Konzernlageberichts befreit. (25) Anteilsbesitzliste Die Beteiligungen der Iqony GmbH, Essen (vormals STEAG 2. Beteiligungs-GmbH, Essen) sind in der Anteilsbesitzliste (Anlage II) dargestellt. Die Angaben zu den Beteiligungen beziehen sich jeweils auf den letzten festgestellten vorliegenden Jahresabschluss. (26) Nachtragsbericht Der STEAG Konzern und damit auch die Iqony befindet sich seit Herbst 2022 in der Vorbereitung eines Verkaufsprozesses. Die Gesellschafterin der STEAG GmbH hat Ende Dezember öffentlich bekannt gegeben, dass ein Verkauf von 100 Prozent der Anteile an der STEAG GmbH als Ganzes beabsichtigt ist. In den ersten Monaten des Jahres 2023 wurden verschiedene Verkaufsdokumente erstellt (u.a. Vendor Due Diligence Berichte, Informationsmemorandum, etc.). In der Zwischenzeit haben sich verschiedene potenzielle Investoren für den angestrebten Verkaufsprozess registriert. Der Versand des vertraulichen Informationsmemorandums auf Basis einer unterzeichneten Vertraulichkeitsvereinbarung ist Ende April 2023 erfolgt. Auf Basis dieses Dokuments haben die potenziellen Investoren im Juni 2023 indikative Bewertungen eingereicht. Derzeit findet der Due Diligence Prozess mit ausgewählten Parteien statt. Das übergeordnete Ziel ist es, einen Anteilskaufvertrag im Sommer 2023 zu unterzeichnen und einen Vollzug der Transaktion bis zum Jahreswechsel 2023/2024 zu erreichen. Am 20. April 2023 wurde der Verkauf der polnischen Fernwärmegesellschaft SFW Energia sp. z o.o. sowie deren Tochterunternehmen an die Remondis Energy & Services Sp. z o.o., eine Tochtergesellschaft der Remondis SE & Co. KG, abgeschlossen.
Essen, 29. Juni 2023 Iqony GmbH Die Geschäftsführung Dr. Andreas Reichel Dr. Ralf Schiele Ralf Schmitz Entwicklung des Anlagevermögens der Iqony GmbH (vormal STEAG 2. Beteiligungs-GmbH, Essen), Essen für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Lagebericht zum 31. Dezember 2022(1) Grundlagen der Gesellschaft (1.1) Geschäft und Konzerneinbindung Die Iqony GmbH (vormals: STEAG 2. Beteiligungs-GmbH) ist eine 100 %-ige Tochtergesellschaft der STEAG GmbH, Essen. Die Gesellschaft bündelt wesentliche Beteiligungen des STEAG-Konzerns. Der STEAG Konzern hat mit dem Projekt Sunrise die gesellschaftsrechtliche und operative Aufspaltung in zwei unabhängige Teilkonzerne vorgenommen. Die Kohleaktivitäten des Konzerns sind seit dem 1. Dezember 2022 unter der STEAG Power GmbH (vormals STEAG 1. Beteiligungs-GmbH) gebündelt. Die Wachstumsgeschäfte sind zum 31. Dezember 2022 24:00 Uhr im Rahmen der Sachkapitalerhöhung von der STEAG GmbH in die Iqony GmbH eingebracht worden, womit die Zweiteilung des STEAG Konzerns zum 1. Januar 2023 vollständig abgeschlossen wurde. Im nunmehr eigenständig operierenden Unternehmen sind die Bereiche Photovoltaik und Windenergie, die Wasserstoffaktivitäten, die Energielösungen zur Dekarbonisierung von Industrie und Kommunen, die klimaschonende Fernwärmeversorgung, die Energiespeicher für Strom und Wärme sowie die Aktivitäten im Bereich der Digitalisierung zusammengeführt worden. Dadurch kann Iqony die gemeinsamen Leistungen noch zielgerichteter anbieten, was die positive Entwicklung dieser Geschäftsfelder in den kommenden Jahren zusätzlich befördern wird. Die Separation der Wachstumsgeschäfte von den Kohleaktivitäten unterstützt sowohl die Steuerungsfähigkeit der unterschiedlichen Geschäftsmodelle, als auch die Refinanzierbarkeit der Wachstumsgeschäfte unter ESG-Aspekten. Im Bereich Photovoltaik (PV) mit der mittelbaren Beteiligung an der Iqony Solar Energy Solutions GmbH (vormals STEAG Solar Energy Solutions GmbH) werden EPC-Projekte und selektive Projektentwicklung im Photovoltaikbereich weiter ausgebaut und flexibel internationale Märkte bedient. Die Vermarktung von PV-Parks durch Green-PPAs (langfristige "grüne" Stromvermarktungsverträge) durch die Querschnittsfunktion Trading ergänzt das Leistungsspektrum. Der Bereich Wind konzentriert sich auf die Entwicklung von Windprojekten in Frankreich sowie das Management bestehender Bestandsanlagen in Deutschland und Polen. Auch hier unterstützt die Trading-Funktion bei der Vermarktung. Der Bereich Energy Services mit der Beteiligung an der Iqony Solutions GmbH (vormals: STEAG Energy Services GmbH) fokussiert sich auf Ingenieur- und IT-Dienstleistungen, Nuklear- und Luftfilterlösungen sowie am Markt ausgerichtete Betriebsführungen für erneuerbare Energien. Bei der Anbahnung, Entwicklung und Realisierung von Projekten spielt die energiewirtschaftliche Kompetenz eine wesentliche Rolle, sodass dies im Schulterschuss mit den Querschnittsfunktionen Trading, Business Geschäftsentwicklung, Vertrieb und Digital erfolgt. Unter Nutzung aller Kompetenzen und der bisherigen Erfahrungen positioniert sich Iqony weiterhin als Planungsspezialist im wachsenden Markt für Energieprojekte aller Art. Hierbei richtet sich der Fokus künftig unter anderem auch auf Wasserstoff- und Speicherprojekte. Der Bereich New Energies adressiert mit der Beteiligung Iqony Energies GmbH (vormals: STEAG New Energies GmbH) insbesondere den Ausbau und die Weiterentwicklung von intelligenten, ganzheitlichen Energielösungen für unsere Kunden unter Nutzung der Trends zur Dekarbonisierung, Digitalisierung und Dezentralisierung. Dabei positioniert sich Iqony als ganzheitlicher Lösungsanbieter und Investitionspartner für Dekarbonisierungsprojekte der Industrie und Kommunen. Der Bereich Asset Management stellt einen ganzheitlichen Blick auf die Beteiligungen an Großkraftwerken und Partnerschaften sicher und übernimmt die Betreuung, Bewertung und Optimierung sowie die Beauftragung von Asset-Service-Dienstleistungen. In diesem Geschäftsbereich bündelt Iqony die für eigene Beteiligungen und Großanlagen notwendige technische und wirtschaftliche Kompetenz und entwickelt ein neues Steuerungsverständnis. Über die Querschnittsfunktion Operational Excellence wird zukünftig die Expertise im Betrieb und der Optimierung von Großkraftanlagen auf das gesamte Anlagenportfolio der Iqony übertragen. Zudem wird die Dekarbonisierung des eigenen Anlagenportfolios eine wesentliche Rolle einnehmen. In der Querschnittsfunktion Trading werden die Handelsaktivitäten mit hoher Standardisierung und Automatisierung gebündelt. Der Fokus liegt auf der Entwicklung neuer Vermarktungslösungen für dezentrale Anlagen, Flexibilitäten sowie Green PPAs ("grüne" Stromlieferverträge) auch für Dritte. Die Querschnittsfunktion Digital betreut unter anderem die Entwicklung einer digitalen Serviceplattform, die Services und Tools insbesondere zum Performance-Monitoring, zur Sicherstellung der Transparenz über Zustand und Wirtschaftlichkeit von Energieanlagen bis hin zu einer optimierten Bewirtschaftung von Energiesystemen zusammenfasst und einer breiten internationalen Kundenbasis anbietet. Dies sowohl eigenständig als auch in Partnerschaften. Darüber hinaus werden weitere Initiativen zur Digitalisierung von Geschäftsmodellen vorangetrieben. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Iqony ist weiterhin wesentlich durch ihre Einbindung in den STEAG-Konzern geprägt. Sie ist über einen Ergebnisabführungsvertrag mit der STEAG GmbH verbunden und darüber hinaus in das Finanz- und Risikomanagement des STEAG-Konzerns eingebunden. (1.2) Strategie Im Zuge des Projekts Sunrise hat STEAG seine Strategie kritisch überprüft und hinsichtlich der unterschiedlichen Anforderungen des Wachstumsbereichs und des Kohlegeschäfts adjustiert. Mit einem Geschäftsmodell, das sich auf die in mehr als acht Jahrzehnten aufgebauten Erfahrungen bei der Lösung von komplexen energiewirtschaftlichen Problemstellungen stützt, ist die Geschäftsführung überzeugt, dass das Wachstumsgeschäft des STEAG Konzerns (Iqony GmbH) für seine Kunden auch in Zukunft einen deutlichen Mehrwert schaffen und aussichtsreiche Wachstumsfelder für sich erschließen wird. Schwerpunkt werden die "drei D der Energiewirtschaft" -Dienstleistungen, Digitalisierung und Dekarbonisierung- bilden. (1.3) Forschung und Entwicklung Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des STEAG-Konzerns konzentrierten sich im Jahr 2022 wie bereits in Vorjahren auf anwendungsnahe Themen und nicht auf die Grundlagenforschung. Die besondere Bedeutung der Digitalisierung durch den Aufbau neuer digitaler Geschäftsmodelle wurde dabei weiter ausgebaut Dies betrifft sowohl die zentrale Forschung und Entwicklung der STEAG GmbH als auch die der Tochtergesellschaften. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat 2019 den Ideenwettbewerb "Reallabore der Energiewende" ausgeschrieben. Im Juli 2019 wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Projektskizze "HydroHub Fenne" zur Errichtung eines Elektrolyseurs am Standort Fenne zu einem der 20 Gewinner des Ideenwettbewerbs ernannt. Das Projekt wurde in 2021 mit dem Partner Siemens weiterverfolgt, mit dem Ziel im Verbund eine grenzüberschreitende Wasserstoffwirtschaft im Saarland, in Frankreich und in Luxemburg aufzubauen. Gemeinsam mit Projektkomponenten der Creos und der Stahl-Holding-Saar wurde der HydroHub erfolgreich im Rahmen einer nationalen Vorauswahl als Important Project of Common European Interest (IPCEI) qualifiziert und befand sich in 2022 weiter in der Pränotifizierungsphase des Verfahrens zur beihilferechtlichen Genehmigung durch die Europäische Kommission. Digitale Geschäftsmodelle werden wichtige Bestandteile des Portfolios zukünftiger Unternehmen sein. Die STEAG hat daher in 2022 das in den Vorjahren erarbeitete und durch einen Proof of Concept untermauerte Konzept für die Realisierung einer digitalen Plattform in enger Zusammenarbeit mit einem Dienstleister (Hitachi Solutions) weiter umgesetzt. Unter dem Produktnamen Sensaia ist eine cloudbasierte Plattform entstanden, die mit einem Fokus auf dezentrale, erneuerbare Energieerzeugung (z.B. Photovoltaik, Wind) eine skalierbare Lösung anbietet, die Instandhaltungsprozesse mit KI Verfahren effizient unterstützt. Sensaia wird zur Zeit an von der STEAG betriebenen PV Anlagen umfangreich getestet. Das zugeordnete Entwicklungsprojekt "CloudEnergyControl" wurde im Rahmen der steuerlichen Forschungszulage als förderwürdig erkannt. Der Markteintritt ist für Anfang 2023 vorgesehen. Die Umsetzung der digitalen Plattform wird begleitet durch den Aufbau von KnowHow im Umfeld der Anwendung von künstlicher Intelligenz insbesondere im Kontext der erneuerbaren Energien: 2021 wurde im Rahmen des Spitzenclusters für industrielle Innovationen des Landes NRW das 2020 gestartete Forschungsprojekt "Digitales Services Center" weiter öffentlich gefördert. In dem Projekt beschäftigen sich Mitsubishi Hitachi Power Systems, der STEAG Konzern und das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme mit den industriellen Einsatzmöglichkeiten von maschinellem Lernen, um diese Methoden für die intelligente Überwachung von kleineren dezentralen Anlagen der zukünftigen Energielandschaft nutzbar zu machen. Die Laufzeit des Projektes ist bis Mitte 2023 geplant. Ergänzend dazu beteiligt sich der STEAG Konzern als assoziierter Partner am ADWENTURE Projekt des Fraunhofer Institutes für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik, in dem ein Fehlerfrühwarnsystem für Windenenergieanlagen entwickelt werden soll. (2) Wirtschaftsbericht (2.1) Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Entwicklung 1 Die deutsche Wirtschaft konnte trotz der Engpässe bei der Versorgung mit Energie sowie mit den erst im Jahresverlauf rückläufigen Schwierigkeiten bei der Lieferung von Rohstoffen und Vorprodukten zulegen. Zwar nahmen die Exporte, auch im Zuge der schwächeren weltweiten Konjunktur, nur verhalten zu. Die Unternehmensinvestitionen dagegen profitierten von den nachlassenden Engpässen, da so die infolge der Lieferschwierigkeiten angestiegenen Auftragsbestände abgearbeitet werden konnten. Der Arbeitsmarkt legte im Laufe des Jahres leicht zu, überwiegend durch die Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Die Zahl der Kurzarbeiter hat sich im Laufe des Jahres 2022 deutlich verringert. Dies wirkte sich positiv auf die Zunahme der durchschnittlichen Arbeitszeit aus, während der hohe Krankenstand im gesamten Jahr 2022 den Anstieg der Arbeitszeit abbremste. Die Inflation ist in Deutschland merklich angestiegen, getrieben von einem hohen Anstieg der Energie- und Nahrungsmittelpreise. Insgesamt legte die Inflation in 2022 mit 7,9 Prozent deutlich zu (2021: 3,1 Prozent). Alles in allem ist das Bruttoinlandsprodukt in 2022 um 1,8 Prozent gestiegen, nachdem es im Vorjahr noch um 2,8 Prozent gestiegen war. Energieverbrauch und -erzeugung 2 Der Primärenergieverbrauch in Deutschland ist im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr um 4,7 Prozent gesunken. Zwar gingen positive Effekte auf den Energieverbrauch von der wirtschaftlichen Entwicklung aus. Allerdings führten die deutlich gestiegenen Energiepreise zu verhaltensbedingten Einsparungen. Einen weiteren verbrauchssenkenden Effekt hatte zudem die im Vergleich zum Vorjahr sowie gegenüber dem langjährigen Durchschnitt mildere Witterung. Im Zuge der Lockerungen der Corona-Maßnahmen stieg die Nachfrage der individuellen Mobilität und führte zu einem Anstieg des Verbrauchs von Mineralöl. Auch der Verbrauch von Steinkohle und der von Braunkohle nahm mit 4,8 Prozent und 5,1 Prozent deutlich zu, während der Verbrauch von Erdgas durch die hohen Preisniveaus um knapp 15 Prozent zurückging. Auch die Nutzung der Kernenergie nahm mit rund 50 Prozent deutlich ab. Der starke Rückgang ist auf die planmäßige Abschaltung der Blöcke Grohnde, Brokdorf und Gundremmingen C zum 31.12.2021 zurückzuführen. Dagegen erhöhte sich der Beitrag der erneuerbaren Energien zum Primärenergieverbrauch um 4,4 Prozent. Im Jahr 2022 betrug der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Energieverbrauch 17,2 Prozent (2021: 16,1 Prozent).
1 Die nachfolgenden Ausführungen basieren
im Wesentlichen auf Kieler Konjunkturberichte, Institut
für Weltwirtschaft (IFW) Kiel, Deutsche Konjunktur,
Nr. 98 (2022/Q4), Leibniz-Institut für
Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Konjunktur aktuell JG 10
(4) 2022, RWI - Leibniz-Institut für
Wirtschaftsforschung (RWI) Essen, RWI Konjunkturberichte 73
(2022) Heft 4, Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose,
Gemeinschaftsdiagnose vom Herbst 2022.
Stromverbrauch Der Stromverbrauch 2022 ist in Summe gegenüber 2021 um rund 15,5 TWh auf 549,8 TWh gesunken. Die Bruttostromerzeugung nahm um 1,3 Prozent ab (2022: 576,6 TWh vs. 2021: 583,9 TWh). Der Exportüberschuss betrug 26,8 TWh (2021: 18,6 TWh). Energiepreisentwicklung Im Verlauf des Jahres 2022 setzte sich der schon im Vorjahr beobachtete deutliche Preisanstieg an den internationalen Rohstoffmärkten im Zuge des Ukrainekrieges fort. Der durchschnittliche Preis für Erdgas im Marktgebiet Trading Hub Europe stieg im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr um rund 166 Prozent auf 124,0 €/MWh im Jahresdurchschnitt (2021: 46,6 €/MWh) an. Die starke Zunahme des Erdgaspreises in 2022 ist eine Folge niedriger Speicherfüllstände nach dem Winter 2021/2022. Zudem wurden die Gasspeicher im Sommer nur langsam aufgefüllt, unter anderem bedingt durch die nicht erfolgte Inbetriebnahme der Gaspipeline Nord-Stream 2 und die sich stetig verringerten Gaslieferungen Russlands Richtung Westeuropa. Die in diesem Zuge steigenden Preise führten zu vermehrten LNG-Importen Richtung Europa. Der Spotpreis für Erdgas erreichte im August mit rund 315 €/MWh kurzfristig ein neues Rekordniveau. Nachdem das Jahr 2021 für den europäischen Emissionshandel den Beginn der vierten Handelsphase und den Austritt Großbritanniens aus dem europäischen Handelssystem bedeutete, prägte der Ukrainekrieg im Jahr 2022 den Emissionshandel. So nahmen die Preise für europäische Emissionszertifikate weiterhin zu. Deutlich ausgeprägter waren jedoch die Preisschwankungen, getrieben von Meldungen über mögliche Energieengpässe und Konjunkturrisiken und der damit verbundenen Nachfrage nach Emissionszertifikaten. So lagen die Preise zwischen 57,9 €/t im März und 97,7 €/t im August des Jahres 2022. Alles in allem lag das durchschnittliche Niveau im Jahr 2022 mit 81,0 €/t auf einem im Vergleich zum Vorjahr deutlich höherem Niveau (53,2 €/t). Nach dem Rückgang der Strompreise in den Vorjahren verzeichneten diese im Jahr 2022 einen deutlichen Anstieg. So stiegen die durchschnittlichen Spotpreise mit mehr als 140 Prozent gegenüber dem Vorjahr an und lagen an der europäischen Strombörse EPEX Spot bei 235,3 €/MWh (2021: 96,9 €/MWh). Auch der Peak-Kontrakt stieg um rund 127 Prozent deutlich an und erreichte im Durchschnitt 239,3 €/MWh (2021: 105,2 €/MWh). Diese Preisanstiege sind im Wesentlichen auf die stark angestiegenen Erzeugungskosten zurückzuführen, da sich sowohl die Gas- als auch die Kohlepreise im Zuge des Ukrainekrieges mehr als verdoppelten. (2.2) Geschäftsverlauf Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Iqony GmbH ist wesentlich durch ihre Beteiligungen und ihre Einbindung in den STEAG-Konzern geprägt. Sie ist über einen Ergebnisabführungsvertrag mit der STEAG GmbH verbunden und darüber hinaus in das Finanz- und Risikomanagement des STEAG-Konzerns eingebunden. Bis zur Einbringung des Wachstumsgeschäfts der STEAG GmbH hat die Gesellschaft keine Mitarbeiter beschäftigt und keine eigenen Forschungs- und Entwicklungsprojekte durchgeführt. (2.3) Lage (a) Ertragslage Ergebnis 2019 Finanzielle Leistungsindikatoren Von zentraler Bedeutung für die Gesellschaft als Holding ist das Ergebnis nach Steuern, welches das Beteiligungsergebnis sowie Ergebnisse aus Bewertungen der Beteiligungen oder Ergebnisbeiträge aus Abgängen umfasst. Die Umsatzerlöse von 0,5 Mio. € (Vorjahr 0,5 Mio. €) resultieren aus der Untervermietung von Gebäuden, Weiterbelastungen und Medienlieferungen im Inland. Die sonstigen betrieblichen Erträge belaufen sich mit 0,2 Mio. € weiterhin auf niedrigem Niveau (Vorjahr 0,1 Mio. €). Der Personalaufwand hat sich aufgrund des Anstiegs der Mitarbeiterzahl um 1,1 Mio. € auf 1,5 Mio. € im Geschäftsjahr 2022 erhöht. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 1,2 Mio. € (Vorjahr 0,1 Mio. €) beinhalten im Wesentlichen Beratungs- und IT-Aufwendungen (0,6 Mio. €; Vorjahr - Mio. €) sowie Aufwendungen für die Jahresabschlussprüfung (0,3 Mio. €; Vorjahr 0,0 Mio. €). Das Zinsergebnis beläuft sich im Geschäftsjahr 2022 auf insgesamt minus 0,5 Mio. € (Vorjahr minus 0,8 Mio. €) Die Erträge aus Beteiligungen in Höhe von 6,5 Mio. € (Vorjahr - Mio. €) resultieren ausschließlich aus der Beteiligung an der Thermische Abfallbehandlung Lauta GmbH & Co. oHG, Lauta. Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen mit verbundenen Unternehmen in Höhe von 1,5 Mio. € (Vorjahr - Mio. €) resultieren ausschließlich aus dem Gewinnabführungsvertrag mit der Fernwärmeverbund Saar GmbH. Die Abschreibungen auf Finanzanlagen betreffen mit 7,5 Mio. € (Vorjahr 40,7 Mio. €) wie im Vorjahr ausschließlich die Beteiligung an der SFW Energia Sp. z o. o., Gliwice. Die Aufwendungen aus Verlustübernahmen in Höhe von 10,3 Mio. € (Vorjahr 3,0 Mio. €) betreffen den aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages übernommenen Verlust der Iqony Solar Energy Solutions GmbH, Würzburg (vormals STEAG Solar Energy Solutions GmbH, Würzburg). Unter Berücksichtigung von Steuern (0,0 Mio. €; Vorjahr - Mio. €), dem Verlustausgleich der STEAG GmbH in Höhe von 12,8 Mio € (Vorjahr 45,0 Mio. €) und der Garantiedividende an die Stadtwerke Saarbrücken Netz AG in Höhe 0,1 Mio. € (Vorjahr 0,1 Mio. €) weist die Iqony GmbH einen ausgeglichenen Jahresüberschuss aus. (b) Finanzlage Finanzwirtschaftliches Risikomanagement Die Gesellschaft ist in das finanzwirtschaftliche Risikomanagement des STEAG-Konzerns eingebunden und ist neben weiteren Konzerngesellschaften der bis zum 31. Dezember 2023 laufenden Sanierungsvereinbarung der STEAG GmbH mit den Finanzierungspartnern als Mitverpflichtete beigetreten und ist Zahlungsgarant für die Forderungen der Finanzierer des STEAG Konzerns. Finanzierungspolitik Die Gesellschaft ist mit der STEAG GmbH über Vereinbarungen zum Cashpooling verbunden, auf deren Grundlage Liquiditätsüberschüsse im Inland in einem Cashpool auf STEAG Ebene genutzt werden, um den Finanzbedarf im Konzern insgesamt zu optimieren. Aufgrund der abgeschlossenen Cashpooling Vereinbarung war die Finanzierung und die Liquidität der Gesellschaft zu jedem Zeitpunkt gesichert. Zum 31. Dezember 2022 bestanden Cash-Pool Verbindlichkeiten in Höhe von 104,1 Mio. €. (c) Vermögenslage Sachkapitalerhöhung zum 31. Dezember 2022 Mit der Einbringung des Wachstumsgeschäft der STEAG GmbH zum 31. Dezember 2022 24:00 Uhr sowie dem Erwerb des Teilbereichs IT von der Iqony Energy Solutions GmbH zu gleichem Datum hat sich die Vermögenslage der Iqony GmbH signifikant verändert. Zur besseren Verständlichkeit dient die nachfolgende Bilanzdarstellung unter Berücksichtigung der Einbringungswerte und der erworbenen Vermögenswerte: BilanzIqony GmbHAktiva
Passiva
Das Anlagevermögen hat sich insgesamt um 236,2 Mio. € auf 885,8 Mio. € erhöht. Maßgeblich für den Anstieg waren die Einbringung von Ausleihungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 62,6 Mio. € und der Erwerb von Anteilen an verbundenen Unternehmen (43,1 Mio. €) sowie Anteilen (41,1 Mio. €) und Ausleihungen (76,7 Mio. €) am/an Beteiligungsunternehmen GuD Herne GmbH. Die Vorräte betreffen vollständig unfertige Leistungen. Die Forderungen betreffen mit 106,2 Mio. € (Vorjahr - Mio. €) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und mit 396,5 Mio. € (Vorjahr 57,0 Mio. €) Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Die sonstigen Vermögensgegenstände belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 1.000,6 Mio. € (Vorjahr - Mio. €) und beinhalten im Wesentlichen Forderungen und Sicherheitsleistungen für derivative Finanzinstrumente. Die Rückstellungen betreffen mit 59,7 Mio. € (Vorjahr 10,5 Mio. €) Pensions- und ähnliche Verpflichtungen, mit 38,2 Mio. € (Vorjahr 0,0 Mio. €) ausstehende Eingangsrechnungen und mit 8,4 Mio. € (Vorjahr - Mio. €) sonstige Personalrückstellungen. Die Verbindlichkeiten betreffen mit 272,1 Mio. € (Vorjahr - Mio. €) erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen, mit 116,3 Mio. € (Vorjahr - Mio. €) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und mit 443,1 Mio. € (Vorjahr 5,8 Mio. €) Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen. Die sonstigen Verbindlichkeiten belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 871,5 Mio. € (Vorjahr 0,2 Mio. €) und beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten und erhaltene Sicherheitsleistungen für derivative Finanzinstrumente. (2.4) Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Mitarbeiter Zum 31. Dezember 2022 waren bei der Iqony GmbH 26 Mitarbeitende (2 AT-Mitarbeitende, 24 Tarifmitarbeitende) beschäftigt. Der Übergang der Arbeitsverhältnisse im Rahmen der Einbringung des Wachstumsgeschäft auf die Gesellschaft erfolgte mit Wirkung zum 1. Januar 2023. Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutzmanagement Der Schutz vor Arbeitsunfällen sowie Gesundheits- und Umweltgefahren ist Unternehmensziel. Mit einer konsequenten Arbeits- und Gesundheitsschutzpolitik sowie den damit verbundenen Zielen und Maßnahmen konnte das Sicherheitsniveau im gesamten STEAG Konzern und somit auch bei der Iqony GmbH weiter verbessert werden. Ein zertifiziertes Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit unterstützt die Ziele im Arbeits- und Gesundheitsschutz. Die Corona-Pandemie hatte keine wesentlichen betrieblichen Einschränkungen zur Folge. (3) Nachtragsbericht Der STEAG Konzern und damit auch die Iqony befindet sich seit Herbst 2022 in der Vorbereitung eines Verkaufsprozesses. Die Gesellschafterin der STEAG GmbH hat Ende Dezember öffentlich bekannt gegeben, dass ein Verkauf von 100 Prozent der Anteile an der STEAG GmbH als Ganzes beabsichtigt ist. In den ersten Monaten des Jahres 2023 wurden verschiedene Verkaufsdokumente erstellt (u.a. Vendor Due Diligence Berichte, Informationsmemorandum, etc.). In der Zwischenzeit haben sich verschiedene potenzielle Investoren für den angestrebten Verkaufsprozess registriert. Der Versand des vertraulichen Informationsmemorandums auf Basis einer unterzeichneten Vertraulichkeitsvereinbarung ist Ende April 2023 erfolgt. Auf Basis dieses Dokuments haben die potenziellen Investoren im Juni 2023 indikative Bewertungen eingereicht. Derzeit findet der Due Diligence Prozess mit ausgewählten Parteien statt. Das übergeordnete Ziel ist es, einen Anteilskaufvertrag im Sommer 2023 zu unterzeichnen und einen Vollzug der Transaktion bis zum Jahreswechsel 2023/2024 zu erreichen. Am 20. April 2023 wurde der Verkauf der polnischen Fernwärmegesellschaft SFW Energia sp. z o.o. sowie deren Tochterunternehmen an die Remondis Energy & Services Sp. z o.o., eine Tochtergesellschaft der Remondis SE & Co. KG, abgeschlossen. In der konstituierenden Sitzung am 14. Juni 2023 hat der Aufsichtsrat der Iqony GmbH auf Basis des Gesellschafterbeschlusses vom 12. Juni 2023 seine Arbeit aufgenommen. Zu den Mitgliedern bestimmt wurden:
(4) Risiko-, Chancen- und Prognosebericht (4.1) Risikobericht Die Iqony GmbH mit Sitz in Essen wurde im Geschäftsjahr 2022 als Führungsgesellschaft des Wachstumsbereichs etabliert. Daher bildet die folgende Darstellung der risikobezogenen Situation des STEAG-Konzerns die wesentlichen Risiken der Iqony GmbH ab. Die Iqony GmbH und ihre Tochtergesellschaften unterliegen dem umfassenden Risikomanagement des STEAG Konzerns. Dabei bildet die Einbeziehung des Risikomanagementprozesses in die bestehenden Planungs-, Steuerungs-, Kontroll- und Berichterstattungsabläufe die Grundlage des Risikomanagementsystems. Risikostrategie Durch seine vielfältigen Geschäftsaktivitäten ergeben sich für den STEAG Konzern kontinuierlich Chancen und Risiken. Das Risikomanagement ist daher ein zentraler Bestandteil der Unternehmenssteuerung und dient der gezielten Sicherung bestehender und künftiger Erfolgspotenziale, insbesondere durch die Vermeidung und Verminderung von Risiken und daraus resultierender Folgen. Das frühzeitige Erkennen und die Realisierung von Chancen können den Unternehmenserfolg erhöhen. Der STEAG Konzern ist aufgrund seiner Betätigungsfelder sich ständig ändernden politischen, gesellschaftlichen, demografischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ausgesetzt. Den sich daraus ableitenden Risiken wird entsprochen, indem das gesamte Umfeld beobachtet und analysiert wird und Marktentwicklungen antizipiert werden. Die so gewonnenen Erkenntnisse werden genutzt, um das Portfolio konsequent entsprechend der Konzernstrategie weiterzuentwickeln. Aufbau und Organisation des Risikomanagements Grundlage des betrieblichen Risikomanagements des STEAG Konzerns bildet ein konzernweites internes Risikomanagementsystem, bei dem gleichermaßen Risiken im Sinne von potenziell negativen Zielabweichungen, aber auch positive Zielabweichungen durch das Aufzeigen von Chancen im Fokus stehen. Das Risikomanagementsystem hat einen dezentralen Aufbau. Die originäre Risikoverantwortung liegt beiden Bereichen, die für Früherkennung, Abschätzung der Auswirkungen, Erarbeitung und Umsetzung geeigneter Vorsorge- und Sicherungsmaßnahmen sowie für die konzerninterne Kommunikation der Chancen und Risiken verantwortlich sind. Innerhalb dieser Organisationseinheiten koordinieren Risikobeauftragte die jeweiligen Risikomanagementaktivitäten. Für den STEAG Konzern nimmt das Konzerncontrolling die Steuerungs- und Kontrollfunktionen für Abläufe und Systeme wahr. Es ist Ansprechpartner für alle Risikobeauftragten und zuständig für die Koordination, Information und Dokumentation auf Konzernebene. Gleichzeitig verantwortet es die methodische Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems. Neben organisatorischen Sicherungsmaßnahmen und einem internen Kontrollsystem unterstützt dabei auch die Revision als prozessunabhängige Kontrollinstanz das Risikomanagement. Risikomanagement ist auf allen Ebenen ein wesentliches Element der Controllingprozesse des STEAG Konzerns. Zu diesen zählen die strategische und operative Planung, die Vorbereitung von Investitionsentscheidungen sowie die Monatsberichterstattungen und Hochrechnungen und - ab einem bestimmten Schwellenwert - eine Risiko-Sofortberichterstattung. Die Organisationseinheiten führen einmal jährlich eine umfassende Inventur von Chancen und Risiken durch, die Sachverhalte kurzfristig für ein Jahr sowie mittelfristig über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren betrachtet. Alle Sachverhalte werden systematisch erfasst, dokumentiert und hinsichtlich ihrer potenziellen Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Für die bei der Inventur erkannten Chancen und Risiken müssen sämtliche Organisationseinheiten Frühwarnindikatoren benennen, deren Eintritt verfolgt wird. Aus der Inventur werden monatliche Chancen- und Risikoberichte abgeleitet, in denen Veränderungen bei den bereits identifizierten sowie neu aufgetretenen Sachverhalten bezogen auf das laufende Jahr erfasst werden. Gesamtrisikosituation Aus der Gesamtheit der identifizierten Risiken (gegliedert nach strategischen, operativen, finanzwirtschaftlichen und sonstigen Risiken) können - in einer individuellen Betrachtung, aber auch unter Berücksichtigung von Interdependenzen zwischen Risiken sowie vor dem Hintergrund von bereits initiierten und geplanten Maßnahmen - zum heutigen Zeitpunkt keine bestandsgefährdenden Auswirkungen für den STEAG Konzern und die Iqony GmbH abgeleitet werden. Strategische Risiken Veränderungen der bestehenden regulatorischen Rahmenbedingungen können die geplanten Investitionen und die Ertragslage des STEAG Konzerns signifikant beeinflussen. Daneben sind die Geschäfte des STEAG Konzerns einem dynamischen und starken Wettbewerb ausgesetzt, der Mengen- und Preisrisiken bedingt. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 zeigen sich darüber hinaus deutliche Verwerfungen im europäischen Energiemarkt, woraus sich zusätzliche Preisrisiken und Risiken staatlicher Markteingriffe ergeben. So tragen nicht nur die Brennstoffpreisentwicklung von Gas, Kohle und CO 2 -Zertifikaten sowie die nachfrageunabhängige Förderung und der Einspeisevorrang erneuerbarer Energien zum Ausscheiden der kohlegefeuerten Kraftwerke aus dem Strommarkt bei, sondern insbesondere auch der regulatorische Eingriff über das am 14. August 2020 in Kraft getretene Kohleverstromungsbeendigungsgesetz (KVBG). Operative Risiken Im Rahmen des Betriebes von zentralen Großkraftwerksanlagen sowie von dezentralen Kraft- und Heizwerken kommt dem vorbeugenden Risikomanagement aus kommerzieller, aber auch gesellschaftlicher, politischer, technologischer und umweltbezogener Hinsicht eine besondere Bedeutung zu. Aufgrund der hohen Kapitalintensität und -bindungsdauer der technischen Energieerzeugungsanlagen sind bereits vor der Investition Risiken durch die sorgfältige Analyse der Markt- und Rahmenbedingungen sowie durch Auswahl qualitativ hochwertiger Technik und durch Erlangen der Akzeptanz der Anlage in ihrem Umfeld einzudämmen. Eine offene und transparente Kommunikation mit Kunden, Lieferanten und Partnern trägt dabei zusätzlich zu einer frühzeitigen Erkennung und Vermeidung von Risiken im Rahmen der Anlagenerrichtung bei. Beim operativen Betrieb der zentralen sowie dezentralen Kraft- und Heizwerke stellen dabei vorrangig die sich stets verändernden Marktbedingungen ein Risiko für den betrieblichen Erfolg der Anlage dar. Zum einen sind die Anlagen abhängig von Preisentwicklungen der Strom- und Commodity-Märkte, die auch vom Weltmarkt bestimmt werden, zum anderen steigen die gesetzlichen und technischen Anforderungen und Kosten bezüglich des Ausstoßes von CO 2. Für den Ertrag der Windkraftanlagen in Deutschland, Frankreich und Polen spielt das Windaufkommen eine große Rolle. Insbesondere für die zentralen Großkraftwerke in Deutschland ergibt sich ein wirtschaftliches Risiko aus geringer Beschäftigung aufgrund der Verdrängung durch den zunehmenden Einsatz erneuerbarer Energien und Gaskraftwerke. Weiterhin haben auch das im August 2020 inkraftgetretene KVBG sowie regulatorische Änderungen in Bezug auf Umwelt- und Sicherheitsauflagen einen großen Einfluss auf den Erfolg und den weiteren Betrieb eines Kraft- oder Heizwerkes. Veränderungen am Markt sowie regulatorische Anpassungen und Neuerungen werden im STEAG Konzern stets beobachtet, um somit eine frühzeitige Reaktion zu ermöglichen und Risiken vorzubeugen. Als weitere Risiken beim Betrieb von Energieerzeugungsanlagen sind neben den technischen Ausfallrisiken oder Brennstoffversorgungsrisiken insbesondere die gesellschaftspolitischen Risiken zu nennen, die sich in Form von IT-Hacker-Angriffen, rechtswidrigem Eindringen von Demonstranten oder Vandalismus an technischen Anlagen darstellen können. Insbesondere seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 und der drohenden Gasmangellage aufgrund der Reduzierung der Liefermenge durch die Gaspipeline Nord Stream 1 sind die Strom-, Gas- und Kohlepreise auf ein Allzeithoch gestiegen. Die Bundesregierung hat mit der Verabschiedung des EKBG hierauf reagiert, um so die Rückkehr von stillgelegten bzw. im Systemrelevanzbetrieb befindlichen Kohlekraftwerken an den Strommarkt zu ermöglichen. STEAG nimmt mit den Kraftwerken Bexbach, Weiher, Fenne HKV/MKV und Bergkamen am Marktbetrieb nach EKBG teil. Dabei ergeben sich insbesondere aus der limitierten Personalsituation und der Brennstoffversorgung - im Wesentlichen aufgrund begrenzter Kapazitäten in der Binnenlogistik - Risiken für den Betrieb der Kraftwerke. STEAG konnte die Risiken in der Binnenlogistik durch den Abschluss von Rahmenverträgen jedoch deutlich reduzieren. Darüber hinaus hat der Bundestag am 15. Dezember 2022 eine Strom- und Gaspreisbremse beschlossen, welche die Ergebnis- und Liquiditätssituation des STEAG Konzerns erheblich belasten kann. Konzernintern abgestimmte Regelwerke geben den Rahmen vor, innerhalb dessen die finanzwirtschaftlichen Preisrisiken im Handelsbereich (Commodity-Preise, Währungen) sowie die damit verbundenen Kontrahentenausfall- und Liquiditätsrisiken gesteuert werden. Entsprechende Kennzahlen wie zum Beispiel Positionslimits, Verlustlimits oder auch Value-at-Risk-Schwellen dienen dabei der Einhaltung der gesetzten Grenzen. Während die Preisrisiken insbesondere durch den Einsatz von Derivaten auf Basis entsprechender Finanzmodelle gesteuert werden, liegt der Fokus bei den Kontrahentenausfallrisiken auf der Bonitätsprüfung der Vertragspartner, der Angemessenheit der zugrunde liegenden Rahmenverträge sowie einer kontinuierlichen Überprüfung der daraus abgeleiteten Kreditlinien. Für das Handelsgeschäft werden alle relevanten Kennzahlen durch das Back Office im Handelsbereich überwacht. Der Risikorahmen für die Handelsaktivitäten wird regelmäßig geprüft, bei Bedarf wird eine Anpassung durchgeführt. Im Rahmen der Terminvermarktung schließt die STEAG GmbH Handelsverträge ab, die Verpflichtungen zur Gewährung von Kreditsicherheiten beinhalten, die jedoch unter den Vorbehalt der Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen gestellt sind. Finanzkennzahlen, die im Rahmen von E-FET-Verträgen vereinbart wurden, konnten teilweise nicht eingehalten werden. In diesen Fällen besteht das Risiko einer notwendigen Barunterlegung als Sicherheit für die Vertragspartner. Resultierende Informationspflichten wurden eingehalten und notwendige Sicherheiten bereitgestellt. Die hohen Strompreise in 2022 boten für die STEAG hohe Ergebnispotenziale, da der Anstieg der Strompreise auch einen deutlichen Anstieg des Clean Dark Spreads mit sich gebracht hat. Gleichzeitig führten insbesondere die hohen Schwankungen des Strompreises an der Strombörse EEX zu durch STEAG zu leistende Marginingzahlungen, welche die Liquiditätssituation des STEAG Konzerns massiv belasten. Um diese Zahlungen leisten zu können, hat STEAG bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein zweckgebundenes Zuweisungsgeschäft über 400 Millionen € abgeschlossen, das inzwischen auf 800 Millionen € erhöht wurde. Investitionsentscheidungen bergen in ihrer Umsetzung aufgrund des hohen Kapitaleinsatzes und der langfristigen Kapitalbindung mehrdimensionale Risiken. Neue Projekte sind in der frühen Projektphase mit höheren Unsicherheiten im Hinblick auf Einschätzung der zukünftigen Chancen- und Risikoposition verbunden. Zugleich kann die Wirtschaftlichkeit von unsicheren künftigen Ereignissen abhängen, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur auf der Grundlage von fundierten Chancen-/Risikobeurteilungen eingeschätzt werden können. Der STEAG Konzern führt daher die Vorbereitung und Umsetzung solcher Entscheidungen entlang festgelegter und differenzierter Zuständigkeitsregelungen und Genehmigungsprozesse. Die Geschäftsprozesse des STEAG Konzerns werden durch Informationsverarbeitungssysteme unterstützt, deren Sicherheit durch hohe Standards und regelmäßige Aktualisierung der Soft- und Hardware gewährleistet wird. Dazu gehören neben dem Betrieb eines aktiven Schwachstellenmanagements und dem aktiven Monitoring möglicher Cyber-Angriffe auch ein regelmäßiges Aktualisierungsmanagement für Soft- und Hardware. Insbesondere seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat die Anzahl der versuchten Cyber-Angriffe auf STEAG als Betreiber kritischer Infrastruktur deutlich zugenommen. Bisher konnten Cyber-Angriffe seitens STEAG erfolgreich abgewehrt werden. Grundsätzlich könnten Cyber-Angriffe die Geschäftsprozesse des STEAG Konzerns beeinträchtigen. Finanzwirtschaftliche Risiken Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit und die finanzielle Flexibilität des Konzerns gewährleisten zu können, erstellt der STEAG Konzern eine mehrjährige Finanzplanung, eine monatlich rollierende Liquiditätsplanung für einen Zeitraum von 24 Monaten sowie eine rollierende 13-Wochen Liquiditätsplanung, aus der die langfristigen Kreditlinien und weitere Finanzierungsmaßnahmen abgeleitet werden. Das Cash-Pooling sowie externe Finanzierungen konzentrieren sich vorwiegend auf die STEAG GmbH sowie spezielle Projektgesellschaften. Im Rahmen des Cash-Poolings werden die Mittel bedarfsgerecht intern an die Konzerngesellschaften weitergeleitet. Der STEAG Konzern hat eine für operative Zwecke notwendige Mindestliquidität festgelegt, die benötigt wird, um Marginingverpflichtungen (Barhinterlegungen) leisten zu können. Diese Barhinterlegungen fließen zum Zeitpunkt der Realisierung des zugrundeliegenden Sicherungsgeschäftes wieder an den STEAG Konzern zurück. Marginingverpflichtungen entstehen aus Absicherungsgeschäften im Handelsbereich, welche auf Terminmarktnotierungen basieren und damit zukünftige Ergebnis- und Liquiditätsflüsse festlegen. Infolge des Anstiegs der Rohstoff- und Strompreise und verstärkt durch den Krieg in der Ukraine, haben sich erhebliche Schwankungen der Preisniveaus ergeben und sind auch weiterhin zu erwarten. Der STEAG-Konzern hat daher das Vermarktungsportfolio angepasst und priorisiert nun, wo immer möglich, bilaterale Absicherungsgeschäfte ohne Marginingverpflichtungen. Für bestehende bzw. unvermeidbare Absicherungsgeschäfte mit Marginingverpflichtung konnte sich die STEAG GmbH in Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zusätzliche Liquidität sichern. Im April 2022 wurde eine bis Oktober 2022 befristete Kreditlinie mit der KfW abgeschlossen, die zur Erbringung von Barsicherheiten (sogenannte Margins) verwendet werden kann. Vor dem Hintergrund der hohen Ausschläge bei den Strompreisen Ende August 2022 wurde diese Linie bei der KfW erhöht und bis März 2023 verlängert. Angesichts der für den STEAG Konzern günstigen Rahmenbedingungen und der guten Geschäftsentwicklung im Laufe des Jahres 2022 zeigt der STEAG Konzern auf Basis der aktuellen Liquiditätsplanung über den Betrachtungszeitraum von 24 Monaten eine voraussichtlich ausreichende Liquiditätsausstattung oberhalb der definierten Mindestliquidität. Eventuelle Abweichungen vom im Rahmen des angepassten Sanierungskonzepts neu definierten Sanierungspfad werden quartärlich und bei Bedarf durch den begleitenden Sanierungsgutachter Roland Berger validiert. Zur Finanzierung des STEAG Konzerns bestehen verschiedene Finanzverbindlichkeiten. Insbesondere die in 2021 geschlossene und in 2022 geänderte Sanierungsvereinbarung erfordert die Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen. Bisher wurden sämtliche in Finanzierungsverträgen vereinbarte Finanzkennzahlen eingehalten und auch innerhalb des Zeitraums der Liquiditätsplanung ist nicht mit einem Bruch der vereinbarten Finanzkennzahlen zu rechnen. Das Ergebnis des STEAG Konzerns kann durch Zins- und Währungsschwankungen beeinflusst werden. Das Marktzinsniveau wirkt sich auf die Höhe der Refinanzierungskosten ebenso aus wie die Einschätzung der Bonität des STEAG Konzerns. Diese wiederum wird unter anderem durch die Marktsituation für konventionelle Kraftwerke bestimmt. Hierdurch kann eine Verschlechterung der Bonitätseinschätzung eintreten, wodurch die Aufnahme von Fremdkapital erschwert wird beziehungsweise höhere Kosten dafür entstehen können. Seitens Banken und Versicherungen wird verstärkt die Taxonomie der EU aufgegriffen, wie zum Beispiel an daran angepassten Umweltstandards zu erkennen ist. Unternehmen, die diesen Standards nicht mehr entsprechen, werden zukünftig vermehrt Auswirkungen z.B. auf die Kreditvergabe spüren. Die Bewertung der Rückstellungen wird ebenfalls durch das Marktzinsniveau beeinflusst. Sinkende Zinsen erhöhen das Niveau der Rückstellungen und umgekehrt. Risiken aus Fremdwährung bestehen insbesondere bei der Beschaffung und Preisabsicherung von benötigten Brennstoffen. Sie werden mit geeigneten Finanzinstrumenten abgesichert. Hinsichtlich der Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten wird auf den Abschnitt im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen. Geplante Dividendenausschüttungen ausländischer Konzerngesellschaften außerhalb des Euroraumes werden strukturiert gegen Wechselkursschwankungen gesichert. Sonstige Risiken Die Geschäftstätigkeit des STEAG Konzerns birgt geschäftsübliche wirtschaftliche Risiken aus Vertragsbeziehungen zu Kunden und Geschäftspartnern sowie technische Risiken aus dem Anlagenbetrieb, insbesondere von Großanlagen. Bei gegebenen Voraussetzungen werden in notwendigem Umfang Rückstellungen zur bilanziellen Risikovorsorge gebildet. (4.2) Chancenbericht Die Iqony GmbH mit Sitz in Essen wurde im Geschäftsjahr 2022 als Führungsgesellschaft des Wachstumsbereichs etabliert. Die folgende Darstellung der chancenbezogenen Situation des STEAG-Konzerns bildet somit auch die wesentlichen Chancen der Iqony GmbH ab. Der STEAG Konzern ist gegenwärtig national und international im Bereich der konventionellen Stromerzeugung sowie bei erneuerbaren, dezentralen Energien und energienahen Dienstleistungen engagiert. Im Hinblick auf stark gewandelte Marktbedingungen und die angestrebte Beendigung der Kohleverstromung durch staatliche Regulierung in Deutschland hat sich der STEAG Konzern als neues strategisches Ziel vornehmlich die Entwicklung von innovativen Energielösungen mit dem Fokus auf Industriekunden sowie erneuerbaren und dezentralen Energien gesetzt. Im Geschäftsjahr 2022 wurden unter dem Dach der STEAG GmbH das Kohlegeschäft und das Wachstumsgeschäft voneinander getrennt, um den verschiedenen Anforderungen der beiden unterschiedlichen Geschäfte besser Rechnung tragen zu können. Im Kohlegeschäft bleibt der Fokus weiterhin auf der Gewährleistung der Versorgungssicherheit, auch durch den Marktbetrieb von Kraftwerken nach dem EKBG, und dem Gelingen der Energiewende mit der Organisation des notwendigen Auslaufbetriebs der inländischen Steinkohlekraftwerke. Das Wachstumsgeschäft verfolgt das Ziel, die Marktposition zu stärken und einen Beitrag zur Dekarbonisierung zu leisten mit intelligenten, ganzheitlichen Lösungen für Wärme und Strom in Industrie und öffentlicher Versorgung. Die im Rahmen des Projektes FUTURE definierten Geschäftsmodelle bieten weiterhin Chancen aus den aktuellen Trends Dekarbonisierung, Digitalisierung und Dezentralisierung. Der STEAG Konzern wird zum Anbieter von Energiekomplettlösungen insbesondere für Dekarbonisierungsprojekte in der Industrie. Dabei unterstützt der STEAG-Konzern seine Kunden vollumfänglich von der Konzeptionierung, Planung und Realisierung der energietechnischen Anlagen bis zur Betriebsführung und Vermarktung der Energieprodukte. Technisch liegt der Fokus dabei auf der Nutzung von erneuerbaren, dezentralen sowie innovativen Versorgungslösungen sowie unter anderem dem Einsatz von Wasserstoff. Die Nutzung der vorhandenen Kapazitäten und Erfahrungen im Energiehandel eröffnen die Chance, neue Vermarktungslösungen mit dem Fokus auf Grünstrom (Green PPA) weiter auszubauen. Neben der Betriebsführung für Dritte bleibt der STEAG Konzern auch selbst weiterhin Betreiber von eigenen Kraftwerken und anderen energietechnischen Anlagen. Somit besteht mit der STEAG Power GmbH und ihren Tochtergesellschaften die Möglichkeit, technische und kommerzielle Kompetenzen im Betrieb kommerzieller Erzeugungsanlagen zu erhalten und auszubauen sowie an weiterhin bestehenden Chancen in der Stromerzeugung in ausländischen Märkten zu partizipieren. Der STEAG Konzern wird darüber hinaus mit der Iqony GmbH und ihren Tochtergesellschaften auch sein eigenes Portfolio an Photovoltaik- und Windenergieanlagen erweitern und Dienstleistungen zur Errichtung und Betriebsführung von Photovoltaikanlagen anbieten. Darüber hinaus wird die Entwicklung einer digitalen Serviceplattform verfolgt, die Services und Tools insbesondere zum Performance-Monitoring, zur Sicherstellung der Transparenz über Zustand und Wirtschaftlichkeit von Energieanlagen bis hin zur Optimierung von Energiesystemen zusammenfasst und einer breiten internationalen Kundenbasis anbietet. Der Marktstart soll im Jahr 2023 erfolgen. Der STEAG Konzern strebt dabei an, für alle Tätigkeitsfelder die Marktchancen und die globalen Trends in Deutschland sowie im internationalen Umfeld zu verfolgen. Darüber hinaus soll die effizientere Gestaltung der Steuerungs- und Unterstützungsfunktionen die Flexibilität und Reaktionsgeschwindigkeit auf Markttrends steigern. Im Rahmen der Aufteilung in ein Kohlegeschäft und ein Wachstumsgeschäft erhofft sich STEAG eine stärkere Belastbarkeit der neuen strategischen Ausrichtung. Dies soll einhergehen mit einer gesteigerten Kapitalmarktattraktivität des Wachstumsgeschäfts. (4.3) Prognosebericht Gesamtwirtschaftliche Entwicklung 3 Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine belastet weiterhin die Aussichten für die Weltwirtschaft und birgt große politische Unsicherheiten. Gemäß des aktuellen Monatsberichts der Bundesbank wird sich insbesondere in der Europäischen Union das Wirtschaftswachstum deutlich abschwächen, für Deutschland wird mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung im Jahr 2023 gerechnet Dabei belasten die Unsicherheiten mit Blick auf die Energieversorgung, insbesondere nach dem Abbruch der russischen Gaslieferungen, die Stimmung der Unternehmen und privaten Haushalte ganz erheblich. Auch nach dem Ausbruch des Krieges legte die deutsche Wirtschaft im Sommerhalbjahr 2022 deutlich zu. Der private Konsum blieb die wichtigste Stütze der gesamtwirtschaftlichen Erholung und stieg dabei trotz höherer Teuerungsraten und zunehmender Verunsicherung der Verbraucher an. Hierbei dürften sich Aufholeffekte nach dem Auslaufen der meisten Pandemieschutzvorkehrungen sowie zusätzliche staatliche Unterstützungsmaßnahmen ausgewirkt haben. Die Investitionen hingegen blieben hinter den Erwartungen zurück. Insbesondere im Wohnungsbau wirkten sich gestiegene Baukosten und höhere Zinsen negativ aus. Im laufenden Winterhalbjahr dürfte die deutsche Wirtschaft zwar schrumpfen, die Bundesbank rechnet jedoch nicht mit einem schwerwiegenden Wirtschaftseinbruch. Die ausbleibenden russischen Gaslieferungen konnten bisher durch Lieferungen aus anderen Ländern sowie durch die Reduktion des Gasverbrauchs kompensiert werden. Hinzu kommen umfangreiche Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung. Die Bundesbank erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im Jahr 2023 um minus 0,5 Prozent sinkt, im Jahr 2024 jedoch wieder um 1,7 Prozent steigt. Für den Euro-Raum rechnet die EZB mit einem Wachstum von jeweils 0,5 Prozent im Jahr 2023 und von 1,9 Prozent im Jahr 2024. Bei den Inflationsraten beläuft sich die Erwartung in Deutschland auf 7,2 Prozent in 2023 und 4,1 Prozent in 2024 bzw. im Euro-Raum auf 6,3 Prozent in 2023 und 3,4 Prozent in 2024. Bei diesen Prognosen wurde vor allem unterstellt, dass eine Gasmangellage, welche Rationierungen zur Folge hätte, im Euroraum vermieden werden kann, und dass sich die Lieferengpässe bei Vorprodukten nach und nach auflösen. Energiewirtschaftliche Entwicklung Die Geschäftsentwicklung des STEAG-Konzerns wird weiterhin durch energiepolitische und -wirtschaftliche Rahmenbedingungen geprägt, die sowohl das Inlandsgeschäft als auch die internationalen Geschäftsaktivitäten betreffen. Der Umbruch in der Energiewirtschaft aufgrund der gesellschaftlich gewollten und politisch forcierten Energiewende in Deutschland setzt sich mit der neu gewählten Koalition aus SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP fort. Der Koalitionsvertrag sieht ein klares Bekenntnis zum 1,5-Grad-Pfad und eine Beendigung des fossilen Zeitalters vor. "Idealerweise" 4 soll die Beendigung der Kohleverstromung bereits 2030 gelingen. Zeitgleich hält die neue Regierung am Atomausstieg fest 5 und verspricht einen beschleunigten Ausbau Erneuerbarer Energien und der notwendigen Netze. Der Bereich Photovoltaik erfährt eine große Beachtung. So wird beabsichtigt, alle "geeigneten Dachflächen" 6 zukünftig für die Solarenergie zu nutzen. Auch der Ausbau der Windenergie soll beschleunigt werden. In den nächsten Jahren kündigt sich eine Stromlücke an, die durch den Ausbau Erneuerbarer Energien und der Netzinfrastruktur geschlossen werden soll. Zudem wird das in 2020 in Kraft getretene KVBG die Entwicklung der Energiebranche in den kommenden Jahren weiterhin stark beeinflussen. Nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 wurden in Deutschland staatliche Maßnahmen zur Reduzierung der Abhängigkeit von russischen Energielieferungen ergriffen. Dazu zählen auch die Verabschiedung des EKBG, das einen Marktbetrieb stillgelegter und systemrelevanter Kohlekraftwerke von November 2022 bis März 2024 ermöglicht, sowie der Weiterbetrieb der letzten deutschen Kernkraftwerke. Gleichzeitig wird der Aufbau von Infrastruktur zum Bezug von Flüssiggas massiv beschleunigt und der Ausbau von Erneuerbaren Energien weiterverfolgt. Es ist daher nicht davon auszugehen, dass die aktuellen Entwicklungen zu einer Abkehr von der beschlossenen Beendigung der Kohleverstromung und dem Atomausstieg in Deutschland führen. International gilt es weiter zu verfolgen, welche Wirkungen das Pariser Klimaabkommen für den Aus- und Umbau des globalen Energiesystems entfalten wird. Dies wird abhängig davon sein, inwieweit das Abkommen, insbesondere in den G20-Staaten, in nationale Energiepolitik übersetzt wird und inwiefern gemachte Zusagen hinsichtlich der Finanzierung und des Technologietransfers - speziell gegenüber den stark energienachfragenden Entwicklungs- und Schwellenländern - eingehalten werden. Bei der UN-Klimakonferenz 2021 in Glasgow bekannten sich die Staaten weit deutlicher als bislang zu dem Ziel, die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen und sind im "Klimapakt von Glasgow" dazu aufgefordert, bei ihren Klimazielen bis 2030 nachzubessern. Erstmals halten die 197 Vertragsparteien der Klimakonferenz in einem Abschlussdokument auch eine konkrete Maßnahme zum Klimaschutz fest. Demnach soll die Weltgemeinschaft die Kohleverbrennung deutlich verringern. Bei der Weltklimakonferenz im November 2022 im ägyptischen Scharm el-Scheich wurden diese Ziele bestätigt. Darüberhinausgehende Vereinbarungen, beispielsweise in Bezug auf die fossilen Brennstoffe Öl und Gas, wurden nicht getroffen.
4 Siehe Koalitionsvertrag zwischen SPD,
Bündnis 90/ DIE GRÜNEN und FDP: "Mehr Fortschritt
wagen, Bündnis für Freiheit, Gerechtigkeit und
Nachhaltigkeit", S. 58.
Am 29. April 2021 hat das Bundesverfassungsgericht das Klimaschutzgesetz der Bundesregierung als in Teilen verfassungswidrig erklärt. Das bisherige Klimaschutzgesetz von 2019 müsse nachgebessert werden, die Maßnahmen zur Emissionsreduktion ab 2031 seien unzureichend. Mit der Änderung des Klimaschutzgesetzes verschärft die Bundesregierung die Klimaschutzvorgaben und verankert das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045. Bereits bis 2030 sollen die Emissionen um 65 Prozent gegenüber 1990 sinken. Die Gesetzesnovelle ist am 31. August 2021 in Kraft getreten. Strategische und operative Herausforderungen Mit der Notwendigkeit, die große Abhängigkeit von russischen Energielieferungen zu verringern, dem KVBG und dem EKBG, dem weiteren Ausbau der Kapazitäten der erneuerbaren Energien und den Anpassungen der thermischen Kraftwerkskapazitäten ist der Energiemarkt in Deutschland weiterhin von erheblichen Umbrüchen geprägt Der STEAG Konzern wird mit seinem Asset-Portfolio und energiewirtschaftlichen Know-How diesen Veränderungsprozess bestmöglich unterstützen. Im Hinblick auf diese massiv veränderten und anhaltenden Marktbedingungen hat der STEAG Konzern, bereits Ende 2019 einen weitreichenden Transformationsprozess im Rahmen des Projekts FUTURE begonnen und 2022 mit dem Projekt Sunrise die Aufteilung des STEAG-Konzerns in zwei voneinander unabhängige Unternehmen initiiert, um eine organisatorische und strategische Neuausrichtung für den Veräußerungsprozess zu gewährleisten. Neben dem Kohleausstieg in Deutschland wurde mit dem Projekt Sunrise eine neue Unternehmensstruktur aufgesetzt, welche den Wandel im STEAG Konzern beschleunigt und die Wettbewerbsfähigkeit sichert. Während der "grüne Bereich" zum integrierten Dienstleister für Energiekomplettlösungen einschließlich Planung und Betrieb von Energieanlagen sowie der Vermarktung der Energieprodukte mit dem Fokus auf Industriekunden und erneuerbaren sowie dezentralen Energielösungen umgebaut wird, wird im "schwarzen Bereich" das in- und ausländische Kohlegeschäft konzentriert. Für die optimale Begleitung der neuen Geschäftsprozesse wurden auch die bestehenden Verwaltungs- und Unterstützungsfunktionen den neuen Bedürfnissen angepasst. Gleichzeitig wurde ein Weiterbetrieb von inländischen Steinkohlekraftwerken nach dem EKBG organisiert, um so bis in das Jahr 2024 einen deutlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Deutschland zu leisten. Darüber hinaus bleibt der STEAG Konzern mit dem Betrieb von eigenen Energieanlagen und im Bereich der erneuerbaren Energien sowie der Wärmeversorgung aktiv, um Versorgungssicherheit zu stützen, Marktchancen zu nutzen und vorhandene Kompetenzen zum Anlagenbetrieb zu sichern und zu erweitern. Diesbezüglich werden auch die Geschäftsfelder Photovoltaik und Wind, die sich auf Entwicklung, Bau und Betrieb von Photovoltaik- und Windenergieanlagen fokussieren, ausgebaut. Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung Aus dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ergeben sich marktinduzierte Auswirkungen auf die STEAG GmbH, die sich insbesondere in den Bereichen der Rohstoffversorgung sowie in Marktvolatiliäten zeigen. In Bezug auf den Rohstoffeinkauf lässt sich festhalten, dass die STEAG GmbH zu einem geringen Anteil Kohle aus Russland bezogen hat und sich daher auch keine wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftsaktivitäten des STEAG Konzerns unter Berücksichtigung des Embargos für Kohle aus Russland ergeben haben. Die Mengen können durch Bezüge aus anderen Lieferländern kompensiert werden. Für den STEAG Konzern besteht nach aktueller Einschätzung das Risiko weiterhin nicht im Angebot, sondern in der Preisentwicklung für Kohle am Weltmarkt. Darüber hinaus kann es bei der Binnenlogistik, also dem Transport der Kohle von den Seehäfen zu den Kraftwerken, zu Engpässen kommen. Hierbei konnte für den STEAG Konzern durch den Abschluss von langlaufenden Rahmenverträgen und durch die gesetzlich verankerte Vorzugbehandlung von Kohlezügen im Netz der Deutschen Bahn AG das Risiko deutlich reduziert werden. Die Gasversorgung der GuD-Anlage in Herne wurde für das Jahr 2023 weitestgehend am Terminmarkt eingedeckt. Die Auswirkungen weiterer Sanktionen oder Einschränkungen an den Rohstoffmärkten können sich auf die Geschäftsaktivitäten der STEAG auswirken, sind jedoch derzeit nicht bewertbar. Die Entwicklungen an den Rohstoffmärkten werden beobachtet, um rechtzeitig mögliche weitere Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Darüber hinaus kann sich die Verfügbarkeit weiterer Betriebsstoffe wie Salzsäure auf die Verfügbarkeit einzelner Anlagen auswirken. Hierzu ist der Einkauf des STEAG-Konzerns in stetigem Austausch mit Lieferanten, um Lieferengpässen rechtzeitig entgegenzuwirken. Sowohl die Energierohstoffpreise als auch das Strompreisniveau sind aktuell aufgrund starker Volatilitäten sehr schwer für das kommende Geschäftsjahr zu prognostizieren. Auf der finanziellen Seite ergeben sich vor allem Margining-Risiken (Sicherheitshinterlegungen für Termingeschäfte) aus gestiegenen Marktvolatilitäten, die sich insbesondere aus dem russischen Angriffskrieg ergeben. Um wiederum zukünftige Ergebnis- und Liquiditätsschwankungen zu begrenzen, wurden für einen Teil der Kraftwerksleistung alternative Absicherungsgeschäfte mit Handelspartnern geschlossen, die zu keinen Marginingverpflichtungen des STEAG-Konzerns führen. Zudem wurde ein zeitlich befristetes Zuweisungsgeschäft mit der KfW abgeschlossen, das zur Erbringung von Barsicherheiten (sogenannter Margins) verwendet werden kann. Der STEAG-Konzern geht davon aus, dass die sich aus der neuen strategischen Ausrichtung ergebenden Chancen und insbesondere die geplanten Investitionen in Wachstumsfelder Wachstumsfelder und der neue Marktauftritt des Wachstumsbereichs als Iqony GmbH zukünftig dazu beitragen werden, dass sich der STEAG-Konzern erfolgreich im veränderten Energiemarkt positionieren wird. Darüber hinaus können sich aus dem geplanten Transaktionsprozess Auswirkungen auf die Entwicklung des STEAG-Konzerns ergeben. Parallel hierzu werden Risiken aus dem Geschäftsumfeld und den Aktivitäten des Konzerns im Rahmen der Risikostrategie systematisch identifiziert, gesteuert sowie überwacht. Ausblick zur voraussichtlichen Entwicklung der Iqony GmbH Da das Wachstumsgeschäft der STEAG GmbH erst zum 31. Dezember 2022 24:00 Uhr im Rahmen der Sachkapitalerhöhung in die Iqony GmbH eingebracht wurde, war das Ergebnis nach Steuern im Jahr 2022 im Wesentlichen beeinflusst durch Beteiligungserträge sowie Ergebnisabführungen bzw. Verlustübernahmen von Gesellschaften, mit denen ein Gewinnabführungsvertrag bestand. Darüber hinaus haben sich Abschreibungen auf Finanzanlagen auf das Ergebnis ausgewirkt. Insgesamt ergab sich so ein negatives Ergebnis nach Steuern in Höhe von 12,7 Mio. €, das durch die STEAG GmbH ausgeglichen wurde. Nach Einbringung der Wachstumsgeschäfte der STEAG GmbH in die Iqony GmbH wurde für das Geschäftsjahr 2023 ein Umsatz in Höhe von rd. 472,4 Mio. € geplant, an dem Iqony GmbH auch durch die Vermarktung von EEG-Anlagen und Green PPAs partizipieren will. Darüber hinaus ergeben sich wesentliche Umsatzbeiträge aus der Umsetzung von EPC-Projekten und im Bereich Technischer Service. Es wird mit einem Ergebnis vor Steuern und vor Gewinnabführung von rd. 39,4 Mio. € geplant, was vor allem auf die Beteiligungserträge, die Iqony GmbH als Führungsgesellschaft von Tochtergesellschaften zufließen, zurückzuführen ist. Für das Jahr 2023 sind Investitionen von bis zu 60,5 Mio. € vorgesehen. Zum einen erfolgen Investitionen, um auch die IT-technische Zweiteilung des STEAG-Konzerns umzusetzen, beispielsweise im Bereich der Handelssysteme. Zum anderen sind Wachstumsinvestitionen vorgesehen, mit denen Iqony die aktuellen Chancen und Entwicklungen am Energiemarkt aufnimmt. Dabei soll sowohl in bestehende Geschäftsfelder investiert werden, als auch neue Bereiche erschlossen und die Dekarbonisierung der Anlagen von Iqony vorangetrieben werden. Darüber hinaus sind in den Tochtergesellschaften von Iqony GmbH Investitionen von rd. 161,2 Mio. € vorgesehen, mit denen die Strategie von Iqony umgesetzt wird. Aufgrund des Ergebnisabführungsvertrages wird das Ergebnis an die STEAG GmbH als alleinige Gesellschafterin abgeführt.
Essen, den 29. Juni 2023 Iqony GmbH Die Geschäftsführung Dr. Reichel Dr. Schiele Schmitz Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Erwartungen, Vermutungen und Prognosen der Geschäftsführung sowie den ihr derzeit verfügbaren Informationen beruhen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl von Faktoren. Sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. Sonstige Berichtsbestandteile Der Jahresabschluss wurde am 18. August 2023 festgestellt. |
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