Max Bögl WWS GmbH
Selbe AdresseBauträger für Wohngebäude
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Peter Wolfgang Müller seit 16.7.2024 | Prokura |
Markus Richthammer seit 31.7.2017 | Vorstandsmitglied |
Christian Schrödl seit 31.7.2017 | Prokura |
Stefan Bögl seit 8.6.2017 | Vorstandsmitglied |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
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Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Max Bögl Stiftung & Co. KGSengenthalKonzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1.1. bis zum 31.12.2022KonzernlageberichtGrundlagen des Konzerns Geschäftsmodell des Konzerns Konzernstruktur Mit mehr als 6.000 Beschäftigten an weltweit 40 Standorten und einer Leistung von über 2 Mrd. EUR zählt Max Bögl zu den größten Bau-, Technologie- und Dienstleistungsunternehmen der deutschen Bauindustrie. Der Hauptsitz des Konzerns befindet sich in Sengenthal. Weltweite Aktivitäten werden durch die Max Bögl International SE und ihre Tochtergesellschaften betreut. Die wesentlichen Standorte für den europäischen Raum befinden sich in Dänemark, den Niederlanden, in Polen, in Rumänien sowie in Italien. Der asiatische Raum wird durch Standorte in China vertreten. Geschäftstätigkeit Mit zukunftsweisenden Eigenentwicklungen zu Themen unserer Zeit, wie erneuerbare Energien, Urbanisierung, Mobilität, Digitalisierung und Nachhaltigkeit, verwirklicht Max Bögl schon heute Lösungen für die Megatrends unserer globalisierten Welt. Basierend auf der langjährigen Erfahrung und Kompetenz im hochpräzisen Betonfertigteilbau positioniert sich Max Bögl zudem als wichtiger Impulsgeber in der Entwicklung innovativer Produkte, Technologien und Bauverfahren. Das breite Leistungsspektrum und die hohe Wertschöpfungstiefe mit eigenem Stahlbau, eigenen Betonfertigteilwerken, modernstem Fuhr- und Gerätepark sowie eigenen Roh- und Baustoffen zielen darauf ab, höchste Qualität zu garantieren. Dabei unterstützt der Einsatz von Building Information Modeling (BIM), Lean Management/Production und einer standardisierten Projektabwicklung Termintreue und Wirtschaftlichkeit von der ersten Konzeptidee bis zum fertigen Bauprodukt. Ziele und Strategien Strategische Schwerpunkte Das oberste Ziel bei Max Bögl besteht schon immer in der langfristigen Ausrichtung zu einem führenden und unabhängigen Familienunternehmen in der Bauindustrie. Diese Position möchten wir auch in Zukunft behaupten und weiter ausbauen. Als Reaktion auf gesellschaftliche Veränderungen und Neuausrichtungen durch die Megatrends Digitalisierung, Urbanisierung, Mobilität und Erneuerbare Energien haben wir uns mit Bau+X auf die Bedürfnisse und Anforderungen unserer Kunden ausgerichtet. Darüber hinaus rückt das Thema Nachhaltigkeit weiter zunehmend in den Fokus und wurde neu als fünfter Megatrend in die Unternehmensstrategie aufgenommen. Die Strategie Bau+X bringt zum Ausdruck, dass das Bauen mit unserer über 90-jährigen Erfahrung unser Kerngeschäft bildet. Hier verfügen wir über breite personelle und materielle Ressourcen mit einer tiefen Wertschöpfung. Mit " +X" soll verdeutlicht werden, dass wir das Bauen weiterentwickeln, neue Lösungen schaffen und Innovationen sowie neue Technologien zum Einsatz bringen wollen. Basierend auf den drei Strategiesäulen Industrialisierung, Produktstrategie sowie Technologie- und Innovationsführerschaft verfolgen wir die Herstellung innovativer Produkte nach industriellen Ansätzen. Hierbei setzen wir auf abgestimmte Prozesse, Lean und Qualitätsmanagement und einen hohen Grad an Standardisierung, um die Industrialisierung des Bauens weiter voranzutreiben. Geschäftsbereich Hochbau Die strategische Ausrichtung im Geschäftsbereich Hochbau ist maßgebend auf den Systembau gerichtet. Neben dem Bau klassischer Logistikzentren ist aktuell vor allem im Automobilsektor eine deutlich steigende Nachfrage nach Produktionshallen zu verzeichnen. Durch eigene Betonfertigteilwerke und eigene Stahlbauproduktion wird ein hoher industrieller Fertigungsgrad erzielt, der es uns ermöglicht, die extrem ambitionierten Terminwünsche dieser Kunden zu realisieren. Die mit dem Hallensystem Bögl realisierten Bauprojekte können im Baukastenprinzip mit standardisierten Einzelteilen beliebig erweitert und kombiniert werden und bilden die Kernkompetenz und Wertschöpfungstiefe von Max Bögl ideal ab. Ergänzt wird der Bereich Systembau durch den Systemparkhausbau. Mit dem Geschäftsfeld Wohnungsbau soll künftig ein weiterer Bereich etabliert werden, wenngleich die kurzfristigen Aussichten in diesem Bereich aufgrund der aktuellen Marktlage nur wenig Wachstum ermöglichen. Als weiteres Geschäftsfeld befindet sich derzeit der Bereich Datacenter im Aufbau, der sich aufgrund der Gebäudestruktur in besonderem Maße für den Einsatz von standardisierten Betonfertigteilen eignet. Ziel des Geschäftsbereiches Hochbau ist es, den Grad der Industrialisierung durch Standardisierung und Systematisierung weiter zu erhöhen, um den bereits eingeschlagenen Weg von der Baustelle hin zur Baufabrik, vom Bauteil hin zum Bauprodukt weiter konsequent zu verfolgen. Geschäftsbereich Infrastruktur Der hohe Auftragsbestand im Geschäftsbereich Infrastruktur ermöglicht weiterhin eine selektive Auftragsbeschaffung, sodass unser Fokus auf der konsequenten Einhaltung und Verwendung des Angebotsfilters liegt. Ein weiteres Ziel liegt in der Anwendung von Lean Methoden sowohl in der Produktion als auch auf der Baustelle sowie in der Abwicklung der Bauvorhaben nach definierten Projektstandards. Im Teilbereich Verkehrswegebau werden Aufträge öffentlicher Auftraggeber auf Landes- und kommunaler Ebene angestrebt. Die Neuakquise wird sich, neben dem Kerngeschäft, verstärkt auf unsere Strategiefelder Energietrassen, Außenanlagen Hochbau sowie Herstellung von Modulbrücken fokussieren. Geschäftsbereich Wind Nach einigen schwachen Jahren am deutschen Windmarkt konnte die im Vorjahr erreichte Trendwende weiter fortgesetzt werden. Durch die ambitionierten Ausbauziele der deutschen Bundesregierung steigt die Nachfrage nach Windenergieanlagen bereits an und lässt für die nächsten Jahre ein deutlich wachsendes Marktpotential erwarten. In Folge dessen werden aktuell die Fertigungskapazitäten für den Hybridturm Bögl ausgeweitet. Neben dem Ausbau der bestehenden Produktion am Hauptsitz in Sengenthal wurde zudem ein Kooperationsvertrag mit einem Betonfertigteilhersteller zur Erweiterung der Produktionskapazitäten geschlossen. Zur wiederauflebenden Nachfrage im Inland besteht ein weiteres Hauptaugenmerk auf der Generierung weiterer Absatzmöglichkeiten durch neue Markterschließungen im internationalen Raum, vor allem im näheren europäischen Umfeld. Neben dem Kerngeschäft mit Hybridtürmen befindet sich aktuell das neue Geschäftsfeld Energie im Aufbau, dessen Handlungsfeld in der Entwicklung innovativer Energiekonzepte liegt. Als Dienstleister für Unternehmen und Kommunen soll die Umsetzung von Wind- und PV-Projekten vorangetrieben und zusammen mit unseren Kunden ganzheitliche Energiekonzepte für eine effiziente, regionale Energieversorgung erarbeitet werden. Geschäftsbereich Produktion Der Geschäftsbereich Produktion umfasst neben dem Teilbereich Transport und Geräte und den Fertigteilwerken auch das Geschäftsfeld Transport System Bögl (TSB). Der Fokus ist weiter auf eine Steigerung der Kosteneffizienz sowie die Prozessoptimierung hin zu einer industriellen Fertigung gerichtet. Zur Optimierung der Produktionsabläufe wurden neben der Anwendung von Lean Methoden auch gezielte Investitionen für automatisierte Produktionsanlagen getätigt. So verfügen nun nahezu alle Fertigteilwerke über eine Mattenschweiß- und Biegeanlage, mit deren Hilfe die Produktionsprozesse einheitlich standardisiert werden sollen. Im Bereich TSB wird neben der stetigen Weiterentwicklung der Produkte Personentransport und Cargo die nationale und internationale Vermarktung weiter vorangetrieben. Geschäftsbereich Industrie Der Geschäftsbereich Industrie umfasst zum einen traditionelle Produktionsbetriebe wie den Stahl- und Anlagenbau, die Roh- und Baustoffe sowie das Produkt maxmodul. Zum anderen beinhaltet er verschiedene Querschnittsfunktionen, welche sich in die Bereiche Unternehmensentwicklung sowie Planung und Digitalisierung einordnen lassen. Im Bereich maxmodul liegt die Konzentration aufgrund der aktuell schwierigen Marktlage im frei finanzierten Wohnungsbau überwiegend auf kommunalen Einrichtungen und deren Programmen für Sozial- und Bildungseinrichtungen. Im Bereich Stahl- und Anlagenbau wird die strategische Neuausrichtung auf ein geändertes Produktportfolio mit differenzierter Projektauswahl weiter konsequent verfolgt. Ein weiterer Schwerpunkt des Geschäftsbereiches liegt auf der Produkt- und Prozessoptimierung unter Einsatz von Lean- und Qualitätsmethoden. Der Bereich Planung und Digitalisierung sowie die Unternehmensentwicklung sind zum einem darauf fokussiert, weiter effizient die operativen Einheiten zu unterstützen und zum anderen die Industrialisierung der bautechnologischen Projektabwicklung im Unternehmen weiterzuentwickeln. Forschung und Entwicklung Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Neu- und Weiterentwicklung von Produkten und Produktionsprozessen investieren wir jährlich in unseren Bereich Forschung und Entwicklung. Max Bögl konnte sich somit weg vom reinen Bauunternehmen hin zu einem Technologie- und Dienstleistungsunternehmen innerhalb der deutschen Bauindustrie entwickeln. Im Bereich Forschung und Entwicklung waren während des Jahres 46 (Vorjahr: 40) Mitarbeiter beschäftigt. Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand lag im Jahr 2022 bei 9,6 (Vorjahr: 8,0) Mio.EUR. Mit der Modulbrücke Bögl wurde ein neuartiges Brückenbausystem entwickelt, für das nunmehr auch das Deutsche Institut für Bautechnik eine allgemeine Bauartgenehmigung erteilt hat. Wo bisher Brückenflächen aus Ortbeton hergestellt und anschließend aufwändig abgedichtet und asphaltiert werden mussten, kommen bei der Modulbrücke Bögl Fahrbahnelemente zur Ausführung, die im Werk gefertigt und anschließend vor Ort zu einem monolithischen Bauwerk zusammengefügt werden. Hierdurch konnte ein weiterer wichtiger Schritt zur Standardisierung der Baumethoden erreicht werden. Im Geschäftsbereich Hochbau konnte - angetrieben durch die zunehmende Digitalisierung - ein System für den Bau von modularen Rechenzentren entwickelt werden. Im industriellen Systembau, standardisiert gebaut, stellt das "Sustainable Modular Data Center " eine nachhaltige, modulare und schnell verfügbare Lösung für den notwendigen Ausbau der digitalen Infrastruktur dar. Der Ausbau der Windenergie nimmt in Europa wieder an Fahrt auf und der Bedarf an verlässlichen, nachhaltigen und bezahlbaren Energiequellen ist so hoch wie schon lange nicht mehr. Hierfür entwickeln wir aktuell gemeinsam mit dem dänischen Windenergieunternehmen Vestas den weltweit höchsten Windkraftturm mit einer Nabenhöhe von 199 Metern. Durch die modulare und wirtschaftliche Bauweise des Hybridturm Bögl 2.0 ist es möglich, auch diese enorme Nabenhöhe wirtschaftlich zu realisieren. Zweigniederlassungen Die Max Bögl Stiftung & Co. KG sowie ihre Tochterunternehmen hatten neben ihrem Hauptsitz in Sengenthal noch folgende wesentliche Zweigniederlassungen in Deutschland:
Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Nach der Erholung der Weltwirtschaft im Kalenderjahr 2021, in dem das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 6,2 Prozent zunahm, ist nach aktueller Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) das weltweite BIP im Jahr 2022 nur noch um 3,4 Prozent gewachsen. Als Gründe für die Abschwächung werden der Krieg in der Ukraine, steigende Inflationsraten, hohe Energiekosten, die Nachwirkungen der Corona-Pandemie sowie die wirtschaftliche Abschwächung in China genannt. Inflationsdruck, vor allem durch steigende Energiepreise, belastet die europäische Wirtschaft, sodass nach aktueller Einschätzung des IWF nur eine Wachstumsrate von 3,5 Prozent erzielt werden konnte. Auch in Deutschland hat sich die Konjunktur bei einer Wachstumsrate von 1,9 Prozent deutlich abgeschwächt. Branchenbezogene Rahmenbedingungen Bauwirtschaft Die Auswirkungen des anhaltenden Russland-Ukraine-Krieges, die Probleme bei den internationalen Lieferketten, die Zinswende sowie die inflationäre Entwicklung belasteten weitgehend das Stimmungsbild der Deutschen Baubranche im Geschäftsjahr 2022. Nach aktueller Einschätzung des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e.V. ist die reale Produktion um 5,0 Prozent zurückgegangen. Auch das Wachstum auf dem europäischen Baumarkt schwächte sich aufgrund der verschlechterten Rahmenbedingungen ab und es konnte nur noch ein Wachstumsplus von 3,0 Prozent erreicht werden. Energiepolitisches Umfeld Die Energiemärkte waren im Geschäftsjahr 2022 durch den Russland-Ukraine-Krieg geprägt, in dessen Folge es zu einer Energiekrise mit massiven Preisanstiegen kam. Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit und zur Erreichung von Klimaschutzzielen wurden die Ausbauziele für Erneuerbare Energien infolgedessen deutlich angehoben. Um die Windenergie an Land auszubauen, sollen Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt und die notwendigen Flächen bereitgestellt werden. Hierdurch konnte sich der Aufwärtstrend im deutschen Windsektor nach den schwierigen Marktbedingungen der Vorjahre weiter fortsetzen. Der Bruttozubau der Windenergie an Land lag laut dem Bundesverband WindEnergie e.V. im Gesamtjahr 2022 mit 551 Anlagen bzw. 2.403 MW um ca. 25 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Geschäftsverlauf Mit einem Wert von 2.237,7 (Vorjahr 2.078.6) Mio.EUR konnte die handelsrechtliche Gesamtleistung im Geschäftsjahr 2022 weiter gesteigert werden. Das Jahresergebnis beläuft sich auf 11,5 (Vorjahr: 28,3) Mio.EUR. Wie in den Vorjahren überzeugte vor allem der Geschäftsbereich Hochbau durch stabile Leistungs- und Ergebnisbeiträge. Auch im Bereich Infrastruktur konnte das hohe Leistungsniveau gehalten werden, wenngleich uns das erzielte Ergebnis nicht zufrieden stellt. Insbesondere die durch eine weitere negative Entwicklung verursachte Risikobewertung eines Altprojektes belastete das Ergebnis des Geschäftsbereiches erheblich. Der Geschäftsbereich Wind konnte die erreichte Trendwende weiter fortsetzen und im operativen Bereich sowohl Leistung als auch Ergebnis wieder steigern. Negativ wirken die durch den Russland-Ukraine Krieg nochmals gestiegenen Materialpreise, die erst mit Verzögerung durch die vereinbarten Preisanpassungen und -indexierungen weiterbelastet werden konnten. Die Auftragseingänge des Geschäftsjahres liegen bei 2.705,0 (Vorjahr 2.072,1) Mio.EUR. Erfreulicherweise konnte in allen Geschäftsbereichen ein Anstieg verzeichnet werden. Allen voran der Geschäftsbereich Wind konnte seine Auftragseingangssituation deutlich verbessern. Daneben konnte auch der Geschäftsbereich Hochbau seine exzellente Marktstellung behaupten. Der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2022 erhöhte sich dementsprechend auf 3.149,0 (Vorjahr 2.781,2) Mio.EUR. Eintritt der Vorjahresprognose Im traditionellen Baubereich konnte die prognostizierte Leistungssteigerung zwar nicht erreicht werden, mit einer Leistung nahezu auf Vorjahreswert befindet sie sich jedoch auf einem weiterhin sehr hohen Niveau. Im Geschäftsbereich Wind konnte die erreichte Trendwende im operativen Bereich wie erwartet durch ein profitables Wachstum mit steigenden Ausbauzahlen fortgesetzt werden. Mit einer wirtschaftlich und technisch optimierten Produktionsabwicklung zeigte sich ebenso im Bereich Modulbau eine positive Fortentwicklung. Im Bereich TSB konnten in Anbetracht der schwierigen Einreisesituation in China jedoch entgegen den Erwartungen nur wenige Fortschritte im Geschäftsjahr 2022 erzielt werden. Insgesamt wurde die im Vorjahr prognostizierte leichte Leistungssteigerung erreicht. Das EBIT und das Jahresergebnis blieben jedoch insbesondere durch die notwendige Risikobewertung im Geschäftsbereich Infrastruktur, zusätzliche Gewährleistungsrückstellungen sowie aufgrund der in Folge des Russland-Ukraine-Krieges gestiegenen Material- und Energiekosten hinter den Erwartungen zurück. Lage Ertragslage Die Umsatzerlöse des Konzerns Max Bögl Stiftung & Co. KG erhöhten sich auf 1.953,7 (Vorjahr: 1.938,9) Mio.EUR. Darin enthalten sind 32,3 (Vorjahr: 22,1) Mio.EUR Gewinnanteile aus Arbeitsgemeinschaften. Der Anteil der Inlandsumsätze liegt bei 95,0 (Vorjahr 87,0) Prozent. Die handelsrechtliche Gesamtleistung des Konzerns Max Bögl Stiftung & Co. KG - errechnet aus den Umsatzerlösen, Bestandsveränderungen und aktivierten Eigenleistungen - konnte im Wesentlichen durch eine Leistungssteigerung im Geschäftsbereich Wind auf 2.237,7 (Vorjahr: 2.078,6) Mio.EUR gesteigert werden. Die Sonstigen betrieblichen Erträge liegen mit 23,6 (Vorjahr: 29,5) Mio.EUR unter dem Vorjahreswert. Während die Verkaufserlöse aus Anlagenverkäufen sowie die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Einzelwertberichtigungen im Vergleich zum Vorjahr gesunken sind, haben sich die Erträge aus dem Verkauf von Windparkprojektrechten im Geschäftsjahr 2022 erhöht. Durch die höhere Gesamtleistung sowie durch gestiegene Baumaterialpreise liegen die Materialaufwendungen mit 1.383,0 (Vorjahr: 1.274,5) Mio.EUR über Vorjahresniveau. Die Materialaufwandsquote bezogen auf die Gesamtleistung liegt mit 61,8 (Vorjahr: 61,3) Prozent in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Der Personalaufwand liegt mit 426,0 (Vorjahr: 414,1) Mio.EUR durch die gestiegene Personalzahl sowie aufgrund von tariflichen Sonderzahlungen und Tariferhöhungen ebenfalls über dem Niveau des Vorjahres. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen liegen mit 57,8 (Vorjahr: 54,8) Mio.EUR über dem Vorjahreswert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich auf 377,0 (Vorjahr: 321,6) Mio.EUR. Die darin enthaltenen Verlustanteile aus Arbeitsgemeinschaften beliefen sich auf 62,8 (Vorjahr: 36,8) Mio.EUR und sind größtenteils auf ein Großprojekt in den Niederlanden zurückzuführen. Die weiteren Aufwendungen betreffen im Wesentlichen Miet-, Leasing und Pachtkosten sowie Aufwendungen für Frachten und Instandhaltung. Neben einer leistungsbedingten Erhöhung trugen auch die Preissteigerungen in Folge des Russland-Ukraine-Krieges zum Anstieg des Postens bei. Das Ergebnis aus assoziierten Unternehmen beläuft sich auf 4,1 (Vorjahr: -0,9) Mio.EUR. Positive Ergebnisbeiträge wurden hierbei sowohl durch inländische als auch ausländische Unternehmensbeteiligungen erzielt. Durch die weitere Entschuldung haben sich die Zinsaufwendungen auf 9,3 (Vorjahr: 11,6) Mio.EUR reduziert. Die Zinserträge liegen bedingt durch die geänderte Zinslandschaft mit 4,5 (Vorjahr: 1,9) Mio.EUR deutlich über dem Vorjahreswert. Das EBITDA des Berichtsjahres erreichte 78,2 (Vorjahr: 95,7) Mio.EUR. Das EBIT beträgt 20,4 (Vorjahr: 40,9) Mio.EUR, das Ergebnis vor Steuern 15,5 (Vorjahr: 31,2) Mio.EUR. Nach Abzug der Ertragsteuern verbleibt ein Jahresergebnis von 11,5 (Vorjahr: 28,3) Mio.EUR. Wesentliche positive Einflussgrößen stellten die im Geschäftsbereich Hochbau erzielten Ergebnisbeiträge dar. Demgegenüber steht insbesondere eine notwendige Ergebniskorrektur im Geschäftsbereich Infrastruktur, zusätzliche Gewährleistungsrückstellungen sowie die infolge des Russland-Ukraine-Krieges gestiegenen Baumaterialpreise, die das Konzernergebnis belasten. Vermögens- und Finanzlage Kapitalstruktur Die Tätigkeit in der Baubranche ist maßgeblich verantwortlich für die Zusammensetzung der Passivseite der Bilanz und der Kapitalstruktur. Mittelfristig soll eine Eigenkapitalquote von 40 Prozent erreicht werden. Aufgrund der höheren Bilanzsumme hat sich die Konzerneigenkapitalquote zum 31. Dezember 2022 auf 24,0 (Vorjahr: 30,8) Prozent reduziert. Das Eigenkapital betrug zum Bilanzstichtag 280,4 (Vorjahr: 291,6) Mio.EUR. In den vergangenen Jahren wurden Schuldscheindarlehen begeben. Die als Covenant in den Schuldscheindarlehensverträgen verankerte Mindest-Eigenkapitalausstattung, die über die gesamte Darlehenslaufzeit vorzuhalten ist, wurde auch im Geschäftsjahr erfüllt. Durch planmäßige Tilgungszahlungen konnte die Verschuldung gegenüber Kreditinstituten im abgelaufenen Geschäftsjahr zudem weiter reduziert werden. Investitionen Das Investitionsvolumen ist im Geschäftsjahr auf 61,0 (Vorjahr: 59,3) Mio.EUR leicht angestiegen. Den Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen standen im Berichtsjahr Abschreibungen in Höhe von 57,8 (Vorjahr: 54,8) Mio.EUR und Instandhaltungsaufwendungen von 43,6 (Vorjahr: 36,1) Mio.EUR gegenüber. Zum Bilanzstichtag bestehen keine wesentlichen Investitionsverpflichtungen. Liquidität Die für die operative Tätigkeit in der Baubranche regelmäßig notwendigen Bietungs-, Vertragserfüllungs-, Anzahlungs- und Gewährleistungsbürgschaften sind für den Konzern auch für die gestiegene Leistung über bilaterale Avallinien gesichert. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt 316,9 (Vorjahr: 2,5) Mio.EUR, wobei die Zunahme der erhaltenen Anzahlungen den größten Anteil ausmacht. Im Wesentlichen bedingt durch Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen ergibt sich ein Cashflow aus der Investitionstätigkeit von -52,0 (Vorjahr: -42,5) Mio.EUR. Vor allem durch planmäßige Tilgungszahlungen sowie durch Auszahlungen an Unternehmenseigner ergibt sich ein negativer Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von -78,8 (Vorjahr: -123,2) Mio.EUR. Inklusive der wechselkurs- und bewertungsbedingten Änderungen des Finanzmittelfonds sowie konsolidierungskreisbedingten Änderungen erhöhte sich der Barmittelbestand um 187,2 (Vorjahr: Reduzierung 163,2) Mio.EUR. Mit einem Wert von 446,0 (Vorjahr: 258,8) Mio.EUR liegt der Finanzmittelbestand zum Jahresende auf einem für das Geschäftsvolumen sehr hohen Niveau. Die Liquidität und Zahlungsfähigkeit des Konzerns war im Berichtszeitraum jederzeit gegeben und wird als sehr solide eingestuft. Vermögenslage Am Bilanzstichtag wies der Konzern eine Bilanzsumme von 1.168,4 (Vorjahr: 947,1) Mio.EUR aus. Das Anlagevermögen stellte mit 452,1 (Vorjahr: 451,5) Mio.EUR einen Anteil von 38,7 (Vorjahr: 47,7) Prozent der Bilanzsumme dar. Das Anlagevermögen hat sich im Wesentlichen durch Investitionen in neue Produktionsanlagen, die Erweiterung von Produktionshallen, durch den Erwerb einer schwimmenden PV-Anlage sowie aus laufenden Ersatzinvestitionen in Maschinen und Fuhrpark erhöht. Das Umlaufvermögen liegt mit einem Wert von 711,1 (Vorjahr: 491,3) Mio.EUR deutlich über dem Vorjahreswert. Neben einem höheren Vorratsbestand trug hierzu insbesondere ein deutlicher Anstieg der liquiden Mittel auf 446,0 (Vorjahr: 258,8) Mio.EUR bei. Im Vorratsvermögen sind die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe aufgrund der stark gestiegenen Baumaterialpreise sowie aufgrund von erhöhten Bestandsmengen zur Sicherstellung der Materialverfügbarkeit auf 90,0 (Vorjahr: 54,0) Mio.EUR angestiegen. Durch die höhere Gesamtleistung liegt der Posten Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen mit 1.824,7 (Vorjahr: 1.550,1) Mio.EUR ebenfalls über dem Niveau des Vorjahres. Auch die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände liegen mit 240,2 (Vorjahr: 232,5) Mio.EUR durch einen leistungsbedingten Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf 173,6 (Vorjahr 157,7) Mio.EUR über dem Wert des Vorjahres. Auf der Passivseite haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten durch planmäßige Tilgungszahlungen auf 164,9 (Vorjahr: 198,6) Mio.EUR reduziert. Gegensätzlich haben sich die passivisch ausgewiesenen erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen auf 273,5 (Vorjahr: 89,4) Mio.EUR sowie die sonstigen Rückstellungen auf 154,1 (Vorjahr: 131,7) Mio.EUR erhöht. Der in diesen Anzahlungen enthaltene Umsatzsteueranteil begründet zudem den Anstieg der sonstigen Verbindlichkeiten auf 77,0 (Vorjahr: 29,7) Mio.EUR. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage Die wirtschaftliche Lage des Konzerns wird als bilanziell und finanziell sehr solide beurteilt. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Finanzielle Leistungsindikatoren Nachfolgend stellen wir eine Mehrjahresübersicht der für die interne Konzernsteuerung besonders wichtigen Kennzahlen zur Verfügung. Überblick über die wichtigsten Geschäftszahlen
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren werden nicht zur zentralen Steuerung des Konzerns herangezogen. Mitarbeiter Unser Unternehmensziel ist die Innovations- und Qualitätsführerschaft als Technologie- und Dienstleistungsunternehmen innerhalb der Bauindustrie. Dafür bauen wir auf den Einsatz eigener hoch qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denn nur mit ihnen können wir eine hohe Qualität und Zuverlässigkeit unserer Produkte erreichen. Zur Steigerung der persönlichen und fachlichen Kompetenz hat Max Bögl mit der mbakademie die Möglichkeit der individuellen Weiterentwicklung geschaffen. Getreu dem Leitsatz des Mitarbeiterleitbildes "Entwickle Dich weiter" steht sowohl den gewerblichen als auch den angestellten Beschäftigten ein vielfältiges Schulungsangebot zur Verfügung. Die angebotenen Seminare und E-Learnings werden durch unsere Personalentwicklung kontinuierlich erweitert und angepasst. Zudem garantieren Regelungen zur Förderung von Aufstiegsfortbildungen bei Fort- und Weiterbildungen zur Erlangung höherer beruflicher Qualifikationen eine Kostenbeteiligung bei erfolgreichem Abschluss. Zum Ausbildungs- und Studienbeginn begrüßte Max Bögl im Ausbildungsjahr 2022 134 neue Böglerinnen und Bögler. Mit insgesamt 320 Auszubildenden in 38 unterschiedlichen Ausbildungsberufen zählt Max Bögl zu den größten Ausbildungsbetrieben in der Region. Für eine bestmögliche Ausbildung unserer Nachwuchskräfte wurde ein modernes Ausbildungszentrum errichtet, in dem unsere Auszubildenden fit für die berufliche Zukunft gemacht werden. Auf einer Fläche von rund 4.500 m 2 entstand eine Ausbildungshalle für die Bereiche Tiefbau, Industrie, Holz- und Metallbearbeitung, Elektro sowie Pneumatik und Hydraulik, ergänzt um Seminar- und Schulungsräume und einen großen Freibereich für die Ausbildung an Baugeräten. Daneben komplettieren seit vielen Jahren die dualen Studiengänge das breite Ausbildungsangebot des Unternehmens. Hierbei kann das während des Studiums erlernte fachliche Wissen optimal in die Praxis umgesetzt werden. Ergänzt wird das Angebot zudem um ein Trainee-Programm, in dem die Nachwuchskräfte unterschiedlichste Abteilungen durchlaufen. Umweltpolitik als Leitlinie Wir haben uns das Ziel gesetzt, ökologische und ökonomische Faktoren in Einklang zu bringen. Um die Umweltbelastungen durch unsere Produkte und Dienstleistungen möglichst gering zu halten und weiter zu reduzieren, analysieren und bewerten wir unsere Umweltaspekte regelmäßig. So konnte zum Beispiel durch die permanente Weiterentwicklung bestehender Rezepturen mit dem Umweltbeton Bögl ein weiterer Schritt zur Realisierung ökologisch nachhaltiger Bauprojekte erreicht werden. Durch kurze Wege, regionale Rohstoffe und die Reduktion des Zementanteils ist der CO 2 -Fußabdruck unseres Umweltbetons deutlich niedriger als bei herkömmlichen Betonen. Durch die Einhaltung aller rechtlichen Vorschriften und anderer Anforderungen mit Umweltrelevanz erfüllt das von uns praktizierte Umweltmanagementsystem den Anforderungen der DIN EN ISO 14001. Zudem hat sich Max Bögl zum Ziel gesetzt, bis 2030 schrittweise den Verwaltungs- und Produktionsbereich durch den Aufbau einer Energiezelle vollständig mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Hierzu wurde durch die Inbetriebnahme eines 2,5-MW-Batteriespeichers bereits ein erster Meilenstein erreicht. Im Geschäftsjahr 2022 konnte nun durch die Inbetriebnahme einer schwimmenden Photovoltaikanlage am Standort Sengenthal ein weiterer wichtiger Schritt zur Transformation unseres Industrienetzes in eine Energiezelle gegangen werden. Wertemanagement in der Bauindustrie Seit Anfang 2007 und damit seit inzwischen 15 Jahren ist Max Bögl Mitglied des EMB-Wertemanagement Bau e.V. (EMB). Max Bögl hat sich hierdurch einen hohen ethischen Maßstab für das eigene Handeln auferlegt und unterstützt den Gedanken einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern und eines fairen Verhaltens im Wettbewerb. EMB ist ein Instrument, um nach innen und außen zu signalisieren, dass sich das Unternehmen anhand eines wertebasierten Managementkonzepts gegenüber allen am Bauprozess Beteiligten rechtstreu, integer und fair verhält. Jede Art von Korruption und illegaler Beschäftigung wird abgelehnt. Wir möchten unsere Geschäftsziele mit ethisch vertretbaren Handlungsweisen erreichen, unsere Mitarbeiter vor unethischem Verhalten schützen und gegenüber allen Geschäftspartnern und Auftraggebern als fairer Vertragspartner auftreten. Qualitätsmanagement und offene Fehlerkultur Qualität bedeutet für uns die Erfüllung der vom Kunden gestellten Anforderungen hinsichtlich Güte und Dauerhaftigkeit unserer Produkte bei gleichzeitiger Termintreue und größtmöglicher Flexibilität bei Planung und Ausführung. Auf Basis des Qualitätsmanagementsystems DIN EN ISO 9001 gewährleisten verantwortliche Qualitätsmanager aus den jeweiligen Geschäfts- oder Zentralbereichen, dass kontinuierlich Verbesserungsmaßnahmen umgesetzt werden. Die Einhaltung der qualitätssichernden Vorgaben und Regelungen werden regelmäßig durch Audits überprüft. Zur Erreichung einer verlässlichen Qualität und zur Gewährleistung störungsfreier Prozesse dient der offene und faire Umgang mit Fehlern. Durch die Definition von Fehlergrundsätzen und durch eine IT-gestützte Aufnahme von Fehlern sollen die Schwachstellen in unseren Prozessen oder Produkten gemeinsam, basierend auf gegenseitiger Wertschätzung und Fairness, analysiert und die tatsächlichen Ursachen ohne personenbezogene Schuldzuweisungen bereichsübergreifend behoben werden. Durch den aktiven Beitrag aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Fehlerursachen dauerhaft abgestellt und eine positive Fehlerkultur geschaffen werden. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz Die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ein sicheres Arbeitsumfeld sind für uns von höchster Bedeutung, da in unserem Kerngeschäft Bauen das Unfallrisiko verglichen mit anderen Industriezweigen deutlich höher ist. Bei Max Bögl ist daher das Arbeitssicherheitsmanagementsystem der Bau-Berufsgenossenschaft "AMS-Bau" eingeführt worden. Gefährdungsbeurteilungen für jede Tätigkeit und jeden Arbeitsplatz helfen uns, Gefahren frühzeitig zu erkennen. Gefahrstoffverzeichnisse, regelmäßige Schulungen und Unterweisungen sowie Begehungen und Audits sollen die Mitarbeiter informieren und sensibilisieren. Zudem entwickeln wir unser Arbeitssicherheitsmanagementsystem aufbauend auf einer systematischen Auswertung und Analyse der Unfallmeldungen stetig weiter. Mit der "Motivationsoffensive Sicherheitsbewusstsein" wurden weitere Schritte zur Steigerung des Sicherheitsbewusstseins getroffen. Durch Maßnahmen wie den Startpunkt Teamsicherheit, die Arbeitssicherheitswochen sowie durch verhaltensbezogene Sicherheitsbegehungen soll die Arbeitssicherheit unter Beteiligung aller Führungskräfte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nachhaltig verbessert und zu einem integralen Bestandteil des täglichen Arbeitens entwickelt werden. Soziales und kulturelles Engagement Über die unternehmerischen Aktivitäten hinaus möchte Max Bögl auch einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten. Einen festen Bestandteil bildet hierbei der Max Bögl Unterstützungsfonds. Vorrangiges Ziel ist es, Mitarbeiter von Max Bögl in persönlichen und sozialen Notlagen z.B. durch Naturkatastrophen, Krankheit oder Tod eines Angehörigen zu unterstützen. Nach dem Motto "Von Böglern für Bögler" setzt sich das Kapital des Fonds aus finanziellen Mitteln der Mitarbeiter und des Unternehmens zusammen. In Geschäftsjahr 2022 lag das Hauptaugenmerk auf unterschiedlichen Hilfsaktionen für die Menschen in der Ukraine und für die Familien auf der Flucht. In Kooperation mit einem Franziskanerkloster wurde eine Spendenaktion gestartet sowie Hilfskonvois organisiert. Prognose-, Chancen- und Risikobericht Prognosebericht Die nachfolgenden Aussagen zum künftigen Geschäftsverlauf des Konzerns und zu den dafür als wesentlich beurteilten Annahmen über die wirtschaftliche Entwicklung von Gesamtwirtschaft, Markt und Branche basieren auf unseren Einschätzungen, die wir nach den uns vorliegenden Informationen als realistisch ansehen. Diese sind jedoch mit Unsicherheit behaftet und bergen das unvermeidbare Risiko, dass die prognostizierten Entwicklungen weder in ihrer Tendenz noch in ihrem Ausmaß tatsächlich eintreten. Durch den Krieg in der Ukraine und die politischen und wirtschaftlichen Folgen hat sich die Vorhersehbarkeit der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zudem verschlechtert. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Die Perspektiven für die Weltwirtschaft werden sich im Kalenderjahr 2023 voraussichtlich weiter eintrüben. Nach Einschätzung des IWF wird das globale BIP nur mehr eine Wachstumsrate von 2,9 Prozent erreichen. Als wesentliche Ursachen für das Absinken der Wirtschaftsleistung werden der Krieg in der Ukraine sowie die weltweit hohen Inflationsraten beschrieben. Für die fortgeschrittenen Volkswirtschaften wird für das Kalenderjahr 2023 ein Anstieg von 1,2 Prozent prognostiziert. Die erwartete Wachstumsrate für die Entwicklungs- und Schwellenländer beträgt 4,0 Prozent. Für die Eurozone wird mit einem Anstieg von 0,7 Prozent gerechnet. Die Wirtschaftsleistung in Deutschland wird voraussichtlich um 0,1 Prozent wachsen. Der Ausblick des IWF ist dabei mit einem hohen Maß an Unsicherheiten behaftet. Allen voran führen die ungewissen energiewirtschaftlichen und geopolitischen Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges zu einer erhöhten Prognoseunsicherheit. Baukonjunktur Für die deutsche Bauwirtschaft wird nach aktueller Einschätzung der Bauspitzenverbände für das Jahr 2023 mit einer rückläufigen realen Produktion von 6,0 Prozent gerechnet. Insbesondere der Wohnungsbau kommt bedingt durch die verteuerten Wohnungsbaukredite bei gleichzeitig steigenden Baukosten zunehmend unter Druck und steht vor einem wirtschaftlich schwierigen Jahr. Auch innerhalb Europas wird mit einer Abschwächung des Baumarktes gerechnet und nur noch eine Wachstumsrate von 0,2 Prozent prognostiziert. Erneuerbare Energien Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur werden die im Jahr 2022 durch den Russland-Ukraine-Krieg ausgelösten Verwerfungen auf den Energiemärkten die Transformation der weltweiten Energieversorgung beschleunigen. Neben Klimaschutzaspekten wird im aktuellen World Energy Outlook die Sicherstellung der Energieversorgung als weiterer Grund für steigende Zuwachsraten beim Ausbau der Erneuerbaren Energien beschrieben. Nachdem der Zubau neuer Onshore-Windenergieanlagen in Deutschland in den letzten Jahren durch fehlende Genehmigungen, lange Genehmigungsverfahren, fehlende Flächen und Verzögerungen durch Klagen gebremst wurde, stehen die Zeichen auf Wachstum und Aufschwung. So steht für das Jahr 2023 ein Rekordvolumen von 12,8 GW zur Ausschreibung bereit. Die von der Bundesregierung angekündigten Gesetze zur Verfahrensbeschleunigung sprechen ebenso für ein Wiederaufleben des deutschen Windmarktes. Konzernspezifische Entwicklung In den traditionellen Baubereichen Hochbau und Infrastruktur erwarten wir aufgrund der sehr komfortablen Auftragsbestände ein gleichbleibend hohes Leistungsniveau. Aufgrund der flexiblen Einsatzmöglichkeiten unseres Systembaus wird dieser auch im neuen Jahr die tragende Säule des Geschäftsbereichs Hochbau darstellen. Im Infrastrukturbereich werden neben dem Kerngeschäft zukünftig auch erste Energietrassenprojekte verstärkt in den Fokus rücken. Im Geschäftsbereich Wind rechnen wir durch die mit den Anlagenherstellern geschlossenen und hinsichtlich Materialpreisanpassung und -indexierung überarbeiteten Rahmenvereinbarungen sowie die angekündigten verbesserten politischen Rahmenbedingungen mit steigenden Leistungs- und Ergebnisbeiträgen. Insgesamt wird für das Geschäftsjahr 2023 mit einer leichten Steigerung der Konzerngesamtleistung sowie einer deutlichen Verbesserung des EBIT und des Jahresergebnisses gerechnet. Die Planungen basieren auf der Annahme, dass es weder zu einer signifikanten Abschwächung der Weltkonjunktur noch zu einschneidenden Maßnahmen einzelner Regierungen hinsichtlich der energiepolitischen Rahmenbedingungen kommt, die das Geschäft des Konzerns maßgeblich beeinflussen könnten. Es wurde angenommen, dass die politische und wirtschaftliche Lage in Europa, als wichtigster Zielmarkt des Konzerns, unverändert stabil bleibt. Risikobericht Das für uns identifizierte Gesamtrisiko besteht im Wesentlichen aus den nachfolgend beschriebenen Einzelrisiken. Diese werden - sortiert nach ihrer Bedeutung und Auswirkung für den Konzern - erläutert. Russland-Ukraine-Krieg Weltpolitik und Weltwirtschaft stehen unter dem Einfluss des Russland-Ukraine-Krieges sowie dessen Folgen. Max Bögl ist zwar weder in der Ukraine noch in Russland operativ tätig, dennoch können sich Folgewirkungen wie Preissteigerungen oder Lieferengpässe negativ auf die Geschäftstätigkeit auswirken. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass aufgrund von Versorgungsrisiken am Beschaffungsmarkt Leistungen von Nachunternehmern nicht wie vereinbart erbracht werden. Soweit entstehende Mehrkosten nicht an die Auftraggeber weitergegeben werden können, ist mit entsprechenden Belastungen zu rechnen. Aus einer möglichen Ausweitung des Krieges auf andere Staaten könnten sich weitreichende geopolitische und handelspolitische Risiken sowie das Risiko eines weltweiten wirtschaftlichen Abschwungs ergeben, welche sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Max Bögl auswirken könnten. Eigenkapitalrisiken Das größte Risiko eines Unternehmens in der Baubranche liegt in einer unzureichenden Eigenkapitalausstattung. Massive Unregelmäßigkeiten in einem einzigen Großprojekt können das komplette Unternehmen in Schieflage geraten lassen. Durch die Konzernstruktur, die im Rahmen des Projekts max21 umgesetzt wurde, haben wir bei Max Bögl unsere Eigenkapitalsituation deutlich verbessern können. Innerhalb des Konzerns streben wir mittelfristig eine Eigenkapitalquote von 40,0 Prozent an. Um dieses Ziel zu erreichen, werden wir auch weiterhin an unserer Strategie der Gewinnthesaurierung festhalten. Das Eigenkapitalrisiko sehen wir für unseren Konzern als gering an. Liquiditäts- und Finanzrisiken Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine wesentlichen neuen Finanzierungen abgeschlossen. Lediglich die bei der MBO Wind GmbH und BFT Bohr- und Frästechnik GmbH bestehenden Finanzierungen sind durch die im Geschäftsjahr erfolgte Erstkonsolidierung hinzugekommen und eine weitere Ziehung der bereits bestehenden Projektfinanzierung Naturstromspeicher Gaildorf hat stattgefunden. Durch die erfolgte Refinanzierung einer bestehenden variablen Schuldscheintranche konnte die zukünftige Zinslast optimiert werden. Die Zinslandschaft hat sich im Jahr 2022 geändert und ermöglicht es nach Jahren der Negativzinsen im Rahmen unseres Liquiditätsmanagements wieder Habenzinsen bei Tages- und Termingeldern zu erzielen. Als international tätiger Konzern ist Max Bögl dem Währungsrisiko ausgesetzt. Verfügbare Währungen wurden auf Basis eines verstärkten Währungsmanagements zumeist als Termingelder angelegt oder auch teils in Euro getauscht. Kursrisiken können sich im Wesentlichen aus Geschäften in folgenden Fremdwährungen ergeben:
Einzelne Risiken werden frühzeitig geprüft und gegebenenfalls durch entsprechende Devisentermingeschäfte abgesichert. Die laufenden Schuldscheindarlehen erhöhen das Zinsrisiko. Wir beobachten deswegen besonders den Referenzzinssatz für die variabel verzinsten Tranchen. Um das Zinsänderungsrisiko zu minimieren, werden nach Einschätzung der Marktzinslage gegebenenfalls Zinssicherungsinstrumente eingesetzt. Die risikorelevante Bedeutung von Avalen ist dagegen weiterhin auf niedrigem Niveau. Der in den letzten Jahren erhöhten Ausnutzung des Bürgschaftsrahmens wurde mit der Optimierung unseres Gesamtavalrahmens entgegengewirkt. Der erweiterte Avalrahmen ist auch für ein weiteres Umsatzwachstum ausreichend. Die Gebühren und Provisionen stellen kein wesentliches Risiko dar. Das Liquiditäts- und Finanzrisiko sehen wir daher insgesamt als gering an. Marktrisiken Die Bauwirtschaft wird in Deutschland durch den Mittelstand beherrscht. Der hohe Wettbewerbsdruck zwingt viele Unternehmen in die Spezialisierung. Durch die Spezialisierung auf Nischen fehlen bei knapper Auftragslage Ausgleichsmöglichkeiten mit anderen Baufeldern. Die modulare Bauweise genießt gerade hohes Ansehen und wird als ideale Lösung zur Bekämpfung der Wohnungsnot in Ballungszentren angesehen. Dennoch scheitert es nach wie vor an der schleppenden Umsetzung solcher Projekte aufgrund der noch schwerfälligen Genehmigungsverfahren. Diesem Risiko entgegnen wir durch die Fokussierung auf eine breitere, aktuell eher kommunal ausgerichtete, Kundenbasis und dem damit verbundenen früheren Einstieg bereits in der Planungs- und Genehmigungsphase der Projekte. Auch könnten die angestiegenen Zinssätze die finanzielle Realisierbarkeit von Bauprojekten verzögern oder beeinträchtigen. Durch die breite Aufstellung unseres Konzerns und unsere große Wertschöpfungstiefe schätzen wir das Marktrisiko als gering ein. Projekt- und Vertragsrisiken, Risiken aus Rechtsstreitigkeiten Die Auftragsauswahl und -abwicklung birgt viele Risiken. Durch eine restriktive Projektauswahl mittels eingeführtem Angebotsfilter dämmen wir diese Risiken ein. Über unser Risikomanagementsystem behalten wir zudem Risiken im Blick, die während der Bauausführung auftreten und leiten entsprechende Gegenmaßnahmen ein. Zur weiteren Verbesserung wurden sowohl das beschriebene Risikofrüherkennung- als auch das Risikomanagementsystem in einen einheitlichen Projektabwicklungsprozess integriert (Weitere Informationen siehe Gliederungspunkt "Standardisierte Projektabwicklung"). Politische Risiken und Probleme bei Nachtragsverhandlungen, sowie die Einhaltung von festgelegten Abnahmeterminen können ebenfalls unsere Ergebnisse beeinflussen. Als international tätiger Konzern sind wir im Rahmen unserer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auch einer Reihe von Risiken aus gerichtlichen Auseinandersetzungen ausgesetzt. Wir sind bestrebt, durch unterschiedliche Compliancemaßnahmen sowie die frühzeitige Einbindung unserer Rechtsabteilung Gerichtsverfahren nach Möglichkeit zu vermeiden. Der Ausgang gerichtlicher Auseinandersetzungen lässt sich jedoch naturgemäß nicht mit Sicherheit voraussagen und wir können daher nicht ausschließen, dass in einzelnen Verfahren negative Entscheidungen ergehen. Unvorhersehbare Ereignisse aufgrund von Unsicherheiten im Zusammenhang mit Gewährleistungen sowie geschätzten Projektkosten, insbesondere hinsichtlich der weiteren Entwicklungen von Material- und Personalkosten, können uns hier schwer belasten, weshalb wir die Projekt- und Vertragsrisiken sowie die Risiken aus Rechtsstreitigkeiten als mittleres Risiko einstufen. Preisentwicklung und Verfügbarkeit von Rohstoffen Mit dem Russland-Ukraine-Krieg verschärften sich die seit der Corona-Pandemie bestehenden Einschränkungen hinsichtlich der Verfügbarkeit von Baumaterial noch einmal. Damit einhergehend kam es zu signifikanten Preisanstiegen. Preissteigerungen der verarbeiteten Rohstoffe versuchen wir mithilfe entsprechender Preisgleitklauseln und -indexierungen zu vermindern. Des Weiteren vermeiden wir Risiken durch eine projektbezogene Bindung von Lieferanten sowie eine Ausweitung unseres Lieferantenportfolios. Kosteneinsparungspotenziale und Synergieeffekte generieren wir durch unsere konzerneigenen Rohstoffbetriebe. Die Leistungspalette reicht von den Rohprodukten der Sand- und Steingewinnung bis hin zu deren Veredelung in Form von hochwertigen Betonen und Asphalten aus unseren Beton- und Asphaltmischanlagen. Aufgrund der aktuell hohen Bautätigkeit und der damit verbundenen steigenden Nachfrage nach Rohstoffen bei anhaltenden Störungen der globalen Lieferketten und Verwerfungen aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges können sich hierdurch negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit von Max Bögl ergeben. Überwiegend hat sich die Verfügbarkeit von Baumaterial jedoch wieder spürbar verbessert und auch bei den Materialpreisen können wieder Abwärtsbewegungen verzeichnet werden, weshalb wir die Preisentwicklung und die Verfügbarkeit von Rohstoffen als mittleres Risiko einstufen. Kredit- und Adressausfallrisiken Unsere Zahlungsansprüche sichern wir durch eine stetige Bonitätsprüfung der Kunden sowie im Bedarfsfall durch Bürgschaften ab. Durch die Vereinbarung von Abschlagszahlungen bei mittel- und langfristigen Bauaufträgen vermindern wir das Ausfallrisiko zusätzlich. Die Kredit- und Ausfallrisiken stufen wir deshalb als gering ein. Klimatische Unsicherheit Das Schlechtwetterrisiko ist in der Bauwirtschaft stets präsent, sodass jederzeit Bauunterbrechungen durch außergewöhnliche Wetterbedingungen wie Starkregen, Sturm, Schnee und extreme Kälte oder Hitze auftreten können. Neben der Verringerung der Produktivität bergen extreme Wetterbedingungen auch Risiken für unsere Mitarbeiter und Nachunternehmer durch wetterbedingte Unfälle. Max Bögl begegnet diesem Risiko durch ein umfassendes Arbeitssicherheitsmanagement, durch regelmäßige Schulungen zum Thema Arbeitssicherheit sowie durch moderne Arbeitsmittel und -methoden für Arbeitssicherheit und Wetterschutz, weshalb wir die Risiken als gering einschätzen. Datenschutz und Informationssicherheit Mit Inkrafttreten der EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU DSGVO) wurde bei Max Bögl eine Datenschutzleitlinie zur Beschreibung der Datenschutzorganisation und zur Definition von Verantwortlichkeiten verabschiedet. Zur Sicherstellung, dass personenbezogene Daten ausschließlich nach den gesetzlichen Regeln verarbeitet werden, wurde ein Konzerndatenschutzbeauftragter sowie weitere Datenschutzkoordinatoren bestellt. Zur Sensibilisierung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden Schulungen zu den geforderten Datenschutzregelungen statt. Aufgrund der getroffenen Maßnahmen schätzen wir die Risiken daher als gering ein. Die zunehmenden Bedrohungen durch Cyberkriminalität erhöhen die Anforderungen an die Informationssicherheit hinsichtlich der Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Daten. Gefährdungen können insbesondere durch Cyberangriffe auf unsere Netzwerke, Social Engineering, Identitätsfälschung sowie Datenmanipulation entstehen. Dem Risiko begegnet Max Bögl durch die Überwachung der Netzwerke sowie durch die fortlaufende Aktualisierung und Weiterentwicklung der IT-Sicherheitssysteme. Vorgegebene Richtlinien sowie Schulungen zum Umgang mit Informations- und Kommunikationsmedien sollen das Risikobewusstsein der Mitarbeiter erhöhen. Aufgrund der steigenden Anzahl und der zunehmenden Professionalität krimineller Angriffe können negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht vollständig ausgeschlossen werden. Gefahren hinsichtlich Informationssicherheit schätzen wir daher als mittleres Risiko ein. Beurteilung der Risikosituation durch die Unternehmensleitung (Gesamtaussage) In der Gesamtbeurteilung der beschriebenen Risiken sind aus heutiger Sicht keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand von Max Bögl oder einzelner wesentlicher Teilbereiche gefährden könnten. Chancenbericht Marktchancen Die Situation auf dem Wohnungsmarkt bleibt enorm angespannt und fordert innovative Konzepte. Durch die Industrialisierung des Wohnungsbaus mit dem seriellen, modularen Wohnungsbausystem maxmodul leistet Max Bögl einen wichtigen Beitrag zur Schaffung von Wohnraum. Serielles Bauen ermöglicht, dass Wohneinheiten in kurzer Zeit, in hoher Stückzahl und zudem kosteneffizient geplant und errichtet werden können. Ebenso herrscht im deutschen Infrastrukturbereich, hier vor allem im Brückenbau auf Autobahnen und Bahntrassen, massiver Sanierungsstau. Auch hier rechnen wir aufgrund der ausgerufenen Investitionsprogramme mit einem stabilen Auftragsfluss in den kommenden Jahren. Im Bereich Wind sehen wir aufgrund der politischen Versäumnisse der vergangenen Jahre zukünftig ein deutliches Nachholpotential. Erneuerbare Energien und regionale Stromversorgung werden in Zukunft noch stärker an Bedeutung gewinnen, weshalb wir in den Ausbau unserer Produktionskapazität für Hybridtürme investieren und die Geschäftsfelder Projektentwicklung sowie Energiemanagement ausbauen werden. Als Ansprechpartner und Ideengeber rund um Zukunftsfragen zur Energiewende wurde Max Bögl in 2022 hierzu auch in die vom bayrischen Wirtschaftsministerium gegründete Initiative "Team Energiewende Bayern" aufgenommen. Über unseren Kernmarkt in Deutschland hinaus, wächst auch das Auftragspotential im Ausland weiter und soll durch den engen Dialog mit unseren Kunden weiter erschlossen werden. Signifikant steigende Auftragseingänge im aktuellen Geschäftsjahr sichern die Kapazitätsauslastung und lassen uns auch in diesem Geschäftsbereich wieder positiv in die Zukunft blicken. Prozessoptimierung In der jüngeren Vergangenheit haben wir uns darauf konzentriert, unsere Produkte und Abläufe so zu optimieren, dass sie seriell gefertigt werden können. Erfolg hatten wir dabei bereits im Windbereich mit der Serienfertigung der Windturmsegmente. Dieses System haben wir mittlerweile auch auf unsere Hallenbauten, Systemparkhäuser sowie die Serienproduktion für unsere Modulfertigung ausgeweitet. Im Systembau ist es uns im Rahmen unseres kontinuierlichen Verbesserungsprozesses gelungen, den Gleichteilefaktor der Fertigteile weiter zu erhöhen. Dadurch können wir nicht nur die Produktionszeit wesentlich verkürzen, sondern uns auch einen Kostenvorteil gegenüber den herkömmlichen Baumethoden erarbeiten. Das so generierte Know-how werden wir in Zukunft noch weiter ausbauen und standardisierte Lösungen auch für andere klassische Baufelder anbieten und so die Industrialisierung des Bauens weiter vorantreiben. Standardisierte Projektabwicklung Um die Projektabwicklung bei Max Bögl weiter zu verbessern, wurde mit der maxlandkarte ein einheitlicher, verbindlich geregelter Abwicklungsstandard geschaffen. Ziel dieses Werkzeugs ist eine proaktive, vorausschauende Projektsteuerung, eine höhere Transparenz in der Projektabwicklung und eine verbesserte Zusammenarbeit aller internen und externen Projektbeteiligten. Dank klarer und verbindlicher Strukturen in den dort abgebildeten Prozessen ermöglicht sie neuen Projektmitgliedern einen schnellen Einstieg und unterstützt damit das gesamte Projektteam in seiner täglichen Arbeit. Sie optimiert die mit der Baustellenabwicklung verbundenen Abläufe und definiert die Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Kompetenzen aller Projektbeteiligten. Auf der maxlandkarte ist der komplette Prozess der Projektabwicklung von der Akquisephase bis zum Ende der Gewährleistungsphase abgebildet. Der Fokus liegt dabei auf den arbeitsvorbereitenden Tätigkeiten, um Fehler in der späteren Ausführung frühzeitig erkennen und vermeiden zu können.
Sengenthal, den 20. April 2023 Der Vorstand Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022
Konzernanhang 2022der Max Bögl Stiftung & Co. KG, Sengenthal1. Allgemeine Angaben Die Max Bögl Stiftung & Co. KG hat nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches als Mutterunternehmen für das Geschäftsjahr 2022 einen Konzernabschluss aufgestellt. Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht:
Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren angewandt. Das Geschäftsjahr für den Konzern und die konsolidierten Unternehmen entspricht dem Kalenderjahr. 2. Angaben zum Konsolidierungskreis (einschl. Anteilsbesitz) In den Konzernabschluss werden neben der Max Bögl Stiftung & Co. KG als Mutterunternehmen folgende mittelbar bzw. unmittelbar durch Konzernunternehmen beherrschte Tochterunternehmen einbezogen:
Die Seniorenstift am Tiroler Hof Beteiligungs GmbH ist Komplementärin der Seniorenstift am Tiroler Hof Fonds GmbH & Co. KG, Sengenthal. Die Max Bögl Windpark Verwaltungs GmbH ist Komplementärin der WP Berching GmbH & Co. KG, der WP Deining GmbH & Co. KG, der WP Denkendorf GmbH & Co. KG, der WP Kräft GmbH & Co. KG und der WP Trichenricht GmbH & Co. KG (jeweils Sengenthal). Die maxwind 1 Verwaltungs GmbH ist Komplementärin der maxwind 1 Fonds GmbH & Co. KG, Sengenthal. Folgende Unternehmensbeteiligungen (§ 271 Abs. 1 HGB) werden als assoziierte Unternehmen at equity (§§ 311, 312 HGB) bewertet:
Hinsichtlich der Angaben zu Arbeitsgemeinschaften wird von der Ausnahmeregelung des § 313 Abs. 3 Nr. 1 HGB Gebrauch gemacht. Die Max Bögl GEKRU GmbH ist Komplementärin der WP Bischberg GmbH & Co. KG, Berg bei Neumarkt i.d.OPf. Die Max Bögl Windpower GmbH ist Komplementärin der Max Bögl Windpower Winnberg GmbH & Co. KG, Sengenthal. Nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden Komplementär-Gesellschaften ohne operative Tätigkeit, Gesellschaften, die bisher ohne Aktivitäten geblieben sind, sowie in Auflösung befindliche Gesellschaften. Es handelt sich um folgende Gesellschaften mit einer nach § 296 Abs. 2 HGB bzw. nach § 311 Abs. 2 HGB einzeln und insgesamt untergeordneten Bedeutung:
Weiterhin nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden Beteiligungen, deren Anteile zur Weiterveräußerung bestimmt sind; diese werden unter den Sonstigen Vermögensgegenständen im Umlaufvermögen ausgewiesen:
* Gemeinschaftliche Leitung, aber keine Beherrschung Folgende Gesellschaften sind nach § 264 Abs. 3 bzw. nach § 264b HGB im Berichtsjahr von ihrer Verpflichtung befreit, einen handelsrechtlichen Jahresabschluss und einen Lagebericht nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften aufzustellen, prüfen zu lassen und offenzulegen: - Max Bögl Stiftung & Co. KG, Sengenthal - Max Bögl Fertigteilwerke GmbH & Co. KG, Sengenthal - Max Bögl Transport und Geräte GmbH & Co. KG, Sengenthal - Max Bögl Versicherungsdienstleistung GmbH & Co. KG, Sengenthal - Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG, Sengenthal - Max Bögl Wind AG, Sengenthal - Max Bögl Modul AG, Sengenthal - Max Bögl Beteiligungs GmbH, Sengenthal - maxtrans GmbH, Liebenau - Max Bögl Verkehrstechnik GmbH, Sengenthal - Arena Ulm/Neu-Ulm Betriebsgesellschaft mbH, Sengenthal - ARENA Nürnberg Betriebsgesellschaft mbH, Nürnberg - Naturstromspeicher Gaildorf GmbH & Co. KG, Sengenthal Die Max Bögl Beteiligungs GmbH (Sengenthal, Deutschland) macht außerdem von der Befreiungsmöglichkeit des § 291 Abs. 1 HGB Gebrauch und verzichtet auf die Aufstellung eines Konzernabschlusses und Konzernlageberichtes. Veränderung des Konsolidierungskreises: Im Geschäftsjahr 2022 wurden die Anteile an der BFT Bohr- und Frästechnik GmbH (Saal a.d. Saale, Deutschland) durch die Max Bögl Stiftung & Co. KG (Sengenthal, Deutschland) erworben. Die BFT Bohr- und Frästechnik GmbH wird demnach als vollkonsolidierte Gesellschaft berücksichtigt. Außerdem wurden durch die Max Bögl Beteiligungs GmbH (Sengenthal, Deutschland) die weiteren Anteile an der MBO Wind GmbH (ehemals Max Bögl OSTWIND GmbH, Sengenthal, Deutschland) erworben. Demzufolge wird auch die MBO Wind GmbH in den Konzernabschluss im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen. Des Weiteren nahm die Max Bögl Engineering Technology (Chengdu) Co. Ltd. (Chengdu, China) im Geschäftsjahr ihre Tätigkeiten auf und wird folglich ebenfalls als vollkonsolidierte Gesellschaft im Konzernabschluss berücksichtigt. Aus den Veränderungen des Konsolidierungskreises ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Veränderungen bei den assoziierten und den nicht einbezogenen Unternehmen: Die Max Bögl Bau- und Gewerbezentrum Verwaltung GmbH (Sengenthal, Deutschland) wurde im Geschäftsjahr 2022 auf die Max Bögl Stiftung & Co. KG (Sengenthal, Deutschland) verschmolzen. Die Max Bögl Bau- und Gewerbezentrum GmbH & Co. KG (Sengenthal, Deutschland) wurde aufgrund der Verschmelzung ihrer Komplementärin Max Bögl Bau- und Gewerbezentrum Verwaltung GmbH mit ihrer Kommanditistin Max Bögl Stiftung & Co. KG aufgelöst. Die Anteile an der Arbeitsgemeinschaft Betonwerk Erlangen 1 GbR (Erlangen, Deutschland) wurden in die neu gegründete Gesellschaft Betonwerk Erlangen 1 GdbR (Erlangen, Deutschland) eingebracht. Die Betonwerk Erlangen 1 GdbR wird fortan at equity als assoziiertes Unternehmen einbezogen. Die Gesellschaft BÖGL a KRÝSL SK s.r.o. (Bratislava, Slowakei) wurde im Geschäftsjahr 2022 aufgelöst. Daneben wurden die Anteile der zur Veräußerung gehaltenen Gesellschaft Energia Mileniului III S.R.L. (Bukarest, Rumänien) im Geschäftsjahr veräußert. Zudem wurde bei der Max Bögl Projekt 27 GmbH (Sengenthal, Deutschland) der ausschließliche Zweck der Weiterveräußerung aufgegeben. Die Gesellschaft wird demnach fortan at equity als assoziiertes Unternehmen einbezogen. Ferner wurden im Geschäftsjahr noch die Anteile an der RegioE2 Windpark GmbH & Co. KG (Wülfershausen a.d. Saale, Deutschland) durch die Max Bögl Beteiligungs GmbH (Sengenthal, Deutschland) veräußert. Die von der RegioE2 Windpark GmbH & Co. KG gehaltenen Anteile an der RegioE2 Windpark Verwaltungsgesellschaft mbH (Wülfershausen a.d. Saale, Deutschland) wurden aufgrund der Anteilsveräußerung durch die Max Bögl Beteiligungs GmbH mitveräußert. 3. Angaben zu den Konsolidierungsmethoden Dem Konzernabschluss liegen geprüfte Jahresabschlüsse bzw. von Wirtschaftsprüfungs-/Steuerberatungsgesellschaften erstellte Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen zugrunde. Die Einheitlichkeit der Bilanzierung und Bewertung im Konzernabschluss wird dadurch sichergestellt, dass alle vollkonsolidierten Unternehmen einen Handelsbilanz II-Abschluss auf Basis der gültigen HGB-Konzernabschlussrichtlinie erstellen. Bei allen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen deckt sich der Stichtag des Jahresabschlusses mit dem Stichtag des Konzernabschlusses (31. Dezember 2022). Wesentliche Tochterunternehmen, auf die nach § 290 HGB unmittelbar oder mittelbar ein beherrschender Einfluss ausgeübt werden kann, werden in Form der Vollkonsolidierung gemäß §§ 300 ff. HGB in den Konzernabschluss einbezogen. Anteile anderer Gesellschafter an diesen Tochterunternehmen werden gemäß § 307 Abs. 1 HGB im Eigenkapital und Ergebnisanteile anderer Gesellschafter werden gemäß § 307 Abs. 2 HGB in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten "nicht beherrschende Anteile" gesondert ausgewiesen. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen, werden entsprechend der Equity-Methode mit dem anteiligen Eigenkapital angesetzt. Dabei wird die Buchwertmethode gemäß § 312 Abs. 1 HGB angewandt. Aufgrund unzureichender Möglichkeiten, die für eine Bewertungsanpassung der ausländischen Equity-Beteiligungen an deutsches Handelsrecht erforderlichen Informationen in angemessener Zeit zu beschaffen, erfolgte keine Anpassung der anteiligen Eigenkapitalien an konzerneinheitliche Bewertungsmethoden. Die Jahresabschlüsse der in Deutschland ansässigen assoziierten Unternehmen werden unter Beachtung der handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften erstellt. Die Jahresabschlüsse werden unter Anwendung folgender Maßnahmen zum Konzernabschluss zusammengefasst: Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB nach der sogenannten Neubewertungsmethode auf den Zeitpunkt, zu dem das jeweilige Unternehmen Tochterunternehmen nach § 290 HGB geworden ist durch Aufrechnung des neu bewerteten Eigenkapitals ohne Einbezug von geschäftswertähnlichen Vermögensgegenständen der jeweiligen Tochtergesellschaft mit dem Wertansatz der Beteiligung des Mutterunternehmens. Für Unternehmenserwerbe, die vor dem 1. Januar 2010 erfolgt sind, wird dagegen nach Art. 66 Abs. 3 Satz 4 EGHGB die Buchwertmethode nach § 301 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB in der bis zum 28. Mai 2009 geltenden Fassung fortgeführt. Die Equity-Bewertung erfolgt nach § 312 HGB nach der sogenannten Buchwertmethode. Nach DRS 26 darf ein negativer Equity-Wert in der Konzernbilanz nicht angesetzt werden. Demgemäß wird ein sich ergebender negativer Equity-Wert in einer Nebenbuchhaltung bis zum Erreichen eines positiven Werts fortgeschrieben. Zum 31. Dezember 2022 beträgt der nicht in der Bilanz abgebildete negative Equity-Wert an assoziierten Unternehmen TEUR 6.265, dessen Veränderung zum Vorjahr mit TEUR 49 auf ergebnisneutrale Effekte, mit TEUR 496 auf Gewinne und mit TEUR 351 auf Verluste des Berichtsjahres entfällt. Das Risiko der Uneinbringlichkeit von Forderungen gegen Gesellschaften mit negativem Equity-Wert ist durch Wertberichtigungen bei der Muttergesellschaft angemessen berücksichtigt. Die Schuldenkonsolidierung erfolgt gemäß § 303 Abs. 1 HGB durch Eliminierung der Forderungen mit den entsprechenden Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Die Aufwands- und Ertragskonsolidierung erfolgt gemäß § 305 Abs. 1 HGB durch Verrechnung der Umsatzerlöse und Sonstigen betrieblichen Erträge zwischen den Konzernunternehmen mit den auf sie entfallenden Aufwendungen. Die Zinserträge und ähnlichen Erträge sind ebenso mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet worden. Im Rahmen der Konsolidierung werden die internen Zwischenergebnisse ermittelt und eliminiert, dabei wird bei wesentlichen Sachverhalten das tatsächlich entstandene Ergebnis ermittelt, bei gleichbleibenden Sachverhalten (Personal- und Geräteverrechnungen) werden die Zwischengewinne in einem pauschalen Verfahren ermittelt und eliminiert. Für zeitliche Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten werden Latente Steuern nach §§ 274 und 306 HGB ermittelt. Im Übrigen wird zu den Latenten Steuern auf die nachfolgenden Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verwiesen. 4. Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die auf die Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung angewendet werden (einschließlich Währungsumrechnung) Die Jahresabschlüsse der vollkonsolidierten ausländischen Tochterunternehmen werden zunächst nach landesrechtlichen Bestimmungen aufgestellt. Für wesentliche Tochtergesellschaften erfolgen Prüfungen der Jahresabschlüsse durch ortsansässige Abschlussprüfer. Vor der Einbeziehung in den Konzernabschluss erfolgt eine Anpassung auf die bei der Max Bögl Stiftung & Co. KG geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Im Einzelnen werden im Konzern folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden einheitlich angewendet: Die Immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen erfolgen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer und werden sowohl nach der linearen als auch nach der degressiven Methode vorgenommen. Das Wahlrecht nach § 248 Abs. 2 HGB zur Aktivierung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens wird nicht ausgeübt.
Im Rahmen der Erstkonsolidierung entstandene und die aus den Jahresabschlüssen übernommenen Geschäfts- oder Firmenwerte werden grundsätzlich nach der geschätzten voraussichtlichen betrieblichen Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauern orientieren sich an der voraussichtlichen Tätigkeit von wichtigen Mitarbeitern, dem erwarteten Verhalten potenzieller Wettbewerber, der voraussichtlichen Dauer der Beherrschung des erworbenen Unternehmens, der Stabilität und Nachhaltigkeit der zugrundeliegenden Geschäftsmodelle, der Laufzeiten wesentlicher Verträge sowie der Auswirkungen und Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert. Sofern die Gründe für die Beibehaltung des niedrigeren Wertansatzes nicht mehr bestehen, erfolgt eine Zuschreibung. Die Bewertung des Vorratsvermögens erfolgt zu Konzernanschaffungs- bzw. Konzernherstellungskosten entsprechend § 255 Abs. 1 und 2 HGB und unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. In die Herstellungskosten werden die Einzelkosten, angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten, der Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist, sowie angemessene Teile der allgemeinen Verwaltungskosten einbezogen. Fremdfinanzierungskosten werden nicht aktiviert. Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt grundsätzlich nach der Methode der gleitenden Durchschnittspreise. In den Unfertigen Leistungen sind grundsätzlich auch die von Nachunternehmern erbrachten Leistungen enthalten. Soweit erforderlich, werden entsprechende Rückstellungen für ausstehende Lieferantenrechnungen gebildet. Um bei langfristiger Auftragsfertigung eine dem tatsächlichen Projektverlauf entsprechende Gewinnrealisierung darzustellen, werden langfristige Großaufträge mit einem Volumen über TEUR 200.000 und einer Laufzeit von mindestens sieben Jahren nach der Methode der Teilgewinnrealisation unter Einbeziehung der Ist-Kosten bewertet. Eine Gewinnrealisierung erst nach Auftragsabschluss würde zu einer nicht unerheblichen Beeinträchtigung des Einblicks in die Ertragslage führen. Auf Basis der vertraglich vereinbarten Erlöse abzüglich der Auftragskosten werden den Unfertigen Leistungen bzw. den Ergebnissen aus Arbeitsgemeinschaften die kalkulatorisch ermittelten anteiligen, nach Maßgabe des Fertigstellungsgrads realisierten Projektergebnisse mit Sicherheitsabschlägen (unter anderem für unvorhersehbare Garantieleistungen bzw. Nachbesserungen) zugerechnet. Zum 31. Dezember 2022 erfüllen fünf Aufträge die aufgeführten Voraussetzungen und werden entsprechend bewertet. Der Betrag der Teilgewinnrealisierung beläuft sich zum Bilanzstichtag kumuliert auf unter TEUR 2.000. Die fertigen Erzeugnisse und Waren werden mit den ermittelten Herstellungskosten oder zu Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Die Firmengruppe Max Bögl ist im Wesentlichen in der Auftragsfertigung tätig. Die vertragsmäßig erbrachten Leistungen werden üblicherweise entsprechend dem Leistungs-/Baufortschritt nach Prüfung von den Auftraggebern mit Abschlagszahlungen vergütet. Im Konzernabschluss wird zwischen echten Abschlagszahlungen und Vorauszahlungen unterschieden. Dabei werden lediglich echte Abschlagszahlungen (Zahlungen, denen bereits verarbeitete Vorräte oder Leistungen gegenüberstehen) offen von den Vorräten abgesetzt. Vorauszahlungen (Zahlungen, denen keine verarbeiteten Vorräte oder Leistungen gegenüberstehen) werden in den Verbindlichkeiten im Posten "Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen" gezeigt. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden grundsätzlich mit dem Nennbetrag unter Berücksichtigung erkennbarer Risiken bewertet. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden erkennbare Einzelrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Unverzinsliche Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden zu marktüblichen Konditionen abgezinst. Gegenüber Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) werden Verrechnungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr, Ansprüche aus kurzfristigen Einlagen sowie anteilige Ergebnisübernahmen in Erweiterung des gesetzlichen Bilanzschemas unter den gesondert ausgewiesenen Positionen Forderungen gegen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber Arbeitsgemeinschaften ausgewiesen. Für entstandene Verlustanteile aus noch nicht abgerechneten Arbeitsgemeinschaften sowie für erwartete Risiken, die nicht in der Bilanz der jeweiligen Arbeitsgemeinschaft berücksichtigt sind, werden von der Gesellschaft als ARGE-Partner Wertberichtigungen auf Forderungen bzw. Rückstellungen gebildet. Der Bemessung dieser etwaigen Risiken liegen Ermittlungen der tatsächlich erbrachten Bauleistungen zum Bilanzstichtag sowie Schätzungen der noch bis zum Bauende anfallenden Kosten und möglicher Nachträge aus den Leistungsmeldungen der Projektverantwortlichen zugrunde. Die Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestände werden mit den Nominalwerten angesetzt. Den Berechnungen der Pensionsrückstellungen sind die in § 253 Abs. 1 HGB enthaltenen Bestimmungen und die anerkannten Regeln der Versicherungsmathematik zugrunde gelegt. Für die Bewertung nach der Projected-Unit-Credit-Methode wird, soweit relevant, ein Lohn-, Gehalts-, und Rententrend von 1,00 % bis 2,70 % p.a. und eine Fluktuation von 0,83 % p.a. unterstellt. Als Rechnungsgrundlagen werden die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck unter Ansatz einer monatlich vorschüssigen Zahlungsweise mit einem Zinsfuß von 1,78 % verwendet. Die für einen Teil der Pensionsverpflichtungen abgeschlossenen Rückdeckungsversicherungen werden mit den Zeitwerten bewertet, die jeweils dem geschäftsplanmäßigen Deckungskapital entsprechen, wie es von den Versicherungsunternehmen ermittelt wird. Die Rückdeckungsversicherungen werden gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit den jeweiligen Pensionsverpflichtungen verrechnet. Die Zeitwerte der verrechneten Rückdeckungsversicherungen betragen insgesamt TEUR 188 und entsprechen den fortgeführten Anschaffungskosten. Die Erfüllungsbeträge der korrespondierenden Pensionsverpflichtungen betragen insgesamt TEUR 202. Die Pensionsverpflichtungen ohne Rückdeckungsversicherungen betragen TEUR 30.561. Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beträgt TEUR 1.832. Dieser ist zur Ausschüttung gesperrt. Die Steuerrückstellungen und die Sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Sie werden in Höhe des Erfüllungsbetrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Die Sonstigen Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit fristadäquaten Zinssätzen abgezinst, die von der Deutschen Bundesbank bekannt gegeben werden. Auf- und Abzinsungsbeträge werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Grundlagen für die Umrechnung in Euro: Im Konzernabschluss werden gemäß der modifizierten Stichtagskursmethode die Aktiv- und Passivposten der Bilanzen der einbezogenen Unternehmen mit dem Stichtagskurs und das Eigenkapital mit den historischen Kursen erfolgsneutral in die funktionale Währung der Konzernobergesellschaft (Euro) umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit den Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse mit wesentlichem Einfluss auf den Konzernabschluss stellen sich wie folgt dar:
Als Wechselkurse werden die von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten Kurse verwendet. Die Summe der für jeden Monat von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten Durchschnittskurse ist Grundlage für die Berechnung der jährlichen Durchschnittskurse. Latente Steuern werden nach § 274 HGB für zeitliche Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Zusätzlich zu den zeitlichen Bilanzierungsunterschieden werden steuerliche Verlustvorträge berücksichtigt. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt werden. Im Falle einer Steuerentlastung würde vom entsprechenden Aktivierungswahlrecht analog § 274 HGB kein Gebrauch gemacht werden. Im Geschäftsjahr ergibt sich insgesamt eine - nicht bilanzierte - aktive latente Steuer nach § 274 HGB. Die Ermittlung der Latenten Steuern erfolgt in den einbezogenen Einzelunternehmen gemäß § 274 Abs. 2 HGB auf Basis des Steuersatzes des betreffenden Unternehmens zum Zeitpunkt des voraussichtlichen Differenzenausgleichs. Dieser beträgt für Körperschaftsteuer inklusive Solidaritätszuschlag gerundet 16 %. Der Gewerbesteuersatz ergibt sich aus den unterschiedlichen Hebesätzen der Gemeinden in einer Bandbreite von gerundet 10 % bis 13 %. Im Geschäftsjahr ergeben sich aus den unterschiedlichen bilanziellen Wertansätzen von Sachanlagen, Unfertigen Leistungen, Forderungen, Sonstigen Vermögensgegenständen, Rückstellungen für Pensionen und Sonstigen Rückstellungen saldiert Passive latente Steuern nach § 274 HGB. Diese werden insbesondere durch werthaltige steuerliche Verlustvorträge aufgrund einer Steuerplanung überkompensiert, so dass es in Summe zu einem ermittelten Aktivüberhang an latenten Steuern (Aktive latente Steuern) nach § 274 HGB kommt. Von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird kein Gebrauch gemacht. Zusätzlich werden auf die durchgeführten Konsolidierungsmaßnahmen Latente Steuern nach § 306 HGB mit einem gemittelten Konzernsteuersatz von 15 % ermittelt. Auf einen bilanziellen Ansatz eines Aktivüberhangs an latenten Steuern nach § 306 HGB wird aus Gründen der Wesentlichkeit (per Saldo unter TEUR 500) bzw. im Falle eines Passivüberhangs durch Saldierung mit ansonsten vorhandenen aktiven latenten Steuern nach § 274 HGB verzichtet. Die Gewinne aus Arbeitsgemeinschaften sind in den Umsatzerlösen enthalten. Die Verlustanteile und zu erwartenden Verlustanteile aus Arbeitsgemeinschaften werden unter den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen dargestellt. 5. Angaben zur Konzernbilanz Die Aufgliederung und Entwicklung der in der Konzernbilanz erfassten Anlagegegenstände ist im Konzern-Anlagengitter als Anlage zum Konzernanhang dargestellt. Im Berichtsjahr erfolgten außerplanmäßige Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen in Höhe von TEUR 13.272. Die mengen- und wertmäßigen Veränderungen bei den Anteilen an assoziierten Unternehmen werden im Anlagengitter als Zu- und Abgang gezeigt. In den Zugängen sind TEUR 4.455, in den Abgängen TEUR 397 an Ergebnisanteilen enthalten. Per Saldo ergibt sich somit das in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung gesondert ausgewiesene Ergebnis aus assoziierten Unternehmen von TEUR 4.058. Die Bewertung der Unfertigen und Fertigen, nicht abgerechneten Leistungen erfolgt grundsätzlich auf Grundlage der Herstellungskosten; für drohende Verluste wird dabei Vorsorge getroffen. Der Bemessung dieser etwaigen Risiken liegen Ermittlungen der tatsächlich erbrachten Bauleistungen zum Bilanzstichtag sowie Schätzungen der noch bis Bauende anfallenden Kosten und möglicher Nachträge aus den Leistungsmeldungen der Projektverantwortlichen zugrunde. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden gemäß der Completed-Contract-Methode angesetzt. Dabei erfolgt die Umsatzrealisierung grundsätzlich mit Erfüllung des Auftrags und nach Gefahrenübergang auf den Auftraggeber. Die Restlaufzeiten der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt:
Die Sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Vorsteueransprüche, die erst nach dem Abschlussstichtag rechtlich entstehen, in Höhe von TEUR 2.021 (Vorjahr TEUR 2.781). Eigenkapital: Nach dem Gesellschaftsvertrag der Max Bögl Stiftung & Co. KG werden entsprechend § 264c HGB neben dem Festkapital auch Rücklagen gebildet. Auf dem Festkapitalkonto werden die für die Kommanditisten festgelegten Pflichteinlagen der Max Bögl Stiftung & Co. KG ausgewiesen (Kapitalanteil der Kommanditisten). Die Komplementärin der Gesellschaft (Max Bögl Verwaltungs Stiftung) ist nicht zu einer Einlage verpflichtet. Analog dem Ausweis bei Kapitalgesellschaften erfolgt eine gesetzlich nicht vorgeschriebene Unterscheidung in Kapitalrücklage und Gewinnrücklagen. Die Kapitalrücklage enthält über die Pflichteinlagen hinausgehende Einlagen der Kommanditisten in das Kapital der Max Bögl Stiftung & Co. KG. Zu den Veränderungen und der Zusammensetzung des Eigenkapitals verweisen wir auf den Eigenkapitalspiegel. Die Gewinnrücklagen enthalten, neben Gewinnrücklagen aus dem Jahresüberschuss der Max Bögl Stiftung & Co. KG, Konzernrücklagen. Diese resultieren aus den Ergebnisbestandteilen der einbezogenen Tochtergesellschaften und assoziierten Unternehmen und sonstigen Konsolidierungsergebnissen. Soweit die Gewinnrücklagen gemäß Gesellschaftsvertrag zum Jahresende einen positiven Saldo ausweisen, wird dieser zum 1.1. des Folgejahres in die Kapitalrücklagen umgebucht. DRS 22 verlangt grundsätzlich die Angabe des Betrags, der für Ausschüttungen an die Gesellschafter zur Verfügung steht. Bei einer Personengesellschaft als Konzernmutter ist diese Vorschrift jedoch nur eingeschränkt anwendbar. Die im Handelsregister eingetragene Hafteinlage der Kommanditisten beträgt zum Stichtag TEUR 75.000. Dieser Betrag steht nicht für Ausschüttungen zur Verfügung bzw. führt zu einer auflebenden Außenhaftung nach § 172 HGB. Die Steuerrückstellungen betreffen Ertragsteuern. Sie betragen zum Bilanzstichtag TEUR 2.930. Die Sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen (Stand zum 31. Dezember 2022 in TEUR):
Die Rückstellung für allgemeine Gewährleistungsverpflichtungen wird auf Basis der Umsätze aus den zurückliegenden fünf Jahren und auf Grundlage von langjährigen Erfahrungswerten gebildet. Es erfolgt eine Abzinsung dieser Rückstellung nach Maßgabe der Rückstellungsabzinsungsverordnung. Rückstellungen für Einzelverpflichtungen werden projektbezogen für bekannt gewordene Gewährleistungsfälle gebildet. Es wurde für das Produkt Hybridturm 2.0, welches seit 2019 produziert wird, eine nur auf diese neuartige Produktbaureihe bezogene zusätzliche Gewährleistungsrückstellung in Höhe von TEUR 24.902 gebildet. Zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit werden die Angaben im Zusammenhang mit den Verbindlichkeiten (Restlaufzeiten und ggf. Besicherung) im unten dargestellten Verbindlichkeitenspiegel zusammengefasst dargestellt:
Die Verbindlichkeiten sind gesichert durch Eintragung von Buch- und Briefgrundschulden, durch Sicherungsübereignungen, durch Sicherungsabtretungen von Forderungen und durch die Einräumung von Pfandrechten. 6. Angaben zu Haftungsverhältnissen, nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften und sonstigen finanziellen Verpflichtungen In der Bauwirtschaft lassen sich insbesondere bei komplexeren Projekten Rechtsstreitigkeiten (z.B. über unterschiedliche Vertragsauslegung der Parteien) nicht vermeiden. Dazu werden bauvertragliche Verpflichtungen grundsätzlich durch Bürgschaften, Garantien und Konsortialhaftungen (z.B. für Arbeitsgemeinschaften) abgesichert. Die Max Bögl Stiftung & Co. KG ist, wie in der Baubranche üblich, an einer Vielzahl an Arbeitsgemeinschaften beteiligt, für die eine gesamtschuldnerische Haftung besteht. Soweit Eventualverbindlichkeiten, Haftungsverhältnisse bzw. sonstige finanzielle Verpflichtungen aus derartigen Verpflichtungen betriebs- und branchenüblich sind, werden sie im Konzernanhang nicht vermerkt. Gleiches gilt für Rückgriffsansprüche von Dritten (z.B. Banken) aus Avalkrediten. Nur wenn sich zum Zeitpunkt der Abschlussaufstellung konkrete Anhaltspunkte für die Inanspruchnahme aus einer diesbezüglichen Garantieerklärung ergeben, wird wie betriebs- und branchenüblich den dafür vorgesehenen gesetzlichen Vermerkpflichten nach § 251 HGB, § 268 Abs. 7 HGB bzw. § 314 Abs. 1 Nr. 2a HGB Rechnung getragen, sofern nicht bereits eine Verbindlichkeit zu erfassen ist. Haftungsverhältnisse: Die Verbindlichkeiten aus Bürgschaftsverhältnissen betragen zum Stichtag TEUR 16.870, davon zugunsten assoziierter Unternehmen TEUR 15.612. Das Risiko einer Inanspruchnahme aus den Bürgschaftsverbindlichkeiten wird aufgrund der gegenwärtigen Bonität und des bisherigen Zahlungsverhaltens der Begünstigten als gering eingeschätzt. Erkennbare Anhaltspunkte, die eine andere Beurteilung erforderlich machen würden, liegen gegenwärtig nicht vor. Die Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen betragen zum Stichtag TEUR 656, davon zugunsten assoziierter Unternehmen TEUR 656. Die Gewährleistungsverträge umfassen vermerkpflichtige Patronatserklärungen für Gesellschaften des Max Bögl Konzerns. Soweit diese unbestimmt oder aus anderen Gründen nicht bezifferbar sind, werden diese mit einem Merkposten von EUR 1 angegeben. Das Risiko einer Inanspruchnahme aus den Gewährleistungsverträgen wird aufgrund der gegenwärtigen Bonität und des bisherigen Zahlungsverhaltens der Begünstigten als gering eingeschätzt. Erkennbare Anhaltspunkte, die eine andere Beurteilung erforderlich machen würden, liegen derzeit nicht vor. Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte und Sonstige finanzielle Verpflichtungen: Die Gesamtverpflichtungen aus befristeten Miet-, Pacht- und Leasingverträgen betragen TEUR 91.520. Außerdem bestanden zusätzliche Verpflichtungen aus unbefristeten Miet- und Pachtverträgen von TEUR 242. Der Zeitraum der Kündigungsfristen der unbefristeten Miet- und Pachtverträge beträgt einen bis zwanzig Monate. Die abgeschlossenen Leasinggeschäfte dienen der Verbesserung der Liquidität. Risiken bestehen bei auslaufenden Verträgen hinsichtlich des Übernahmewertes der geleasten Wirtschaftsgüter und der langfristigen Vertragsbindung. Das Bestellobligo zum Stichtag hat einen betriebsüblichen Umfang. 7. Angaben zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Die Umsatzerlöse des Konzerns in Höhe von TEUR 1.953.742 betreffen insbesondere Erlöse aus Bauleistungen, Lieferungen und Leistungen an Arbeitsgemeinschaften, sonstige Leistungen sowie anteilige Ergebnisse aus Arbeitsgemeinschaften. Sie ergeben lediglich ein Teilbild der im Geschäftsjahr erbrachten Leistungen, da die anteiligen Leistungen der Arbeitsgemeinschaften sowie die Leistungen der Gesellschaften, deren Beteiligungsbuchwerte nach der Equity-Methode bewertet werden, in den Umsatzerlösen nicht abgebildet werden. In den Umsatzerlösen enthalten sind die Gewinnanteile aus Arbeitsgemeinschaften aus abgewickelten ARGE-Aufträgen in Höhe von TEUR 32.265. Verlustanteile und zu erwartende Verlustanteile aus Arbeitsgemeinschaften werden in Höhe von TEUR 62.777 unter den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen gezeigt. Die Umsatzerlöse ohne den Gewinnanteil aus Arbeitsgemeinschaften teilen sich wie folgt auf:
Die Sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Erträge aus Anlagenverkäufen (TEUR 4.682) sowie aus dem Verkauf von Windparkprojektrechten (TEUR 5.163). Daneben umfassen die Sonstigen betrieblichen Erträge auch Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 3.573) und aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen (TEUR 2.601). Sie sind im Wesentlichen pauschalen Ermittlungsmethoden von Rückstellungen (insbesondere für Gewährleistungen, siehe Anmerkungen zu den Sonstigen Rückstellungen) und Wertberichtigungen geschuldet. Des Weiteren stützen sich die Auflösungen von Wertberichtigungen auf Forderungen auf neue Erkenntnisse der einzelnen Projekte. Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten Aufwendungen aus den Verlusten aus dem Abgang von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 814. Das ergebniswirksam in den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen berücksichtigte Honorar des Konzernabschlussprüfers entfällt mit TEUR 205 auf Abschlussprüfungsleistungen. Die Sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge wurden um Verwahrentgelte in Höhe von TEUR 247 reduziert. In Zusammenhang mit der genannten Vermögensverrechnung bei Pensionsrückstellungen nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB werden TEUR 7 Aufwendungen aus der Aufzinsung mit Erträgen von TEUR 7 aus den korrespondierenden Rückdeckungsversicherungen verrechnet; die darüber hinausgehenden Aufwendungen aus der Aufzinsung sind in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung angegeben. 8. Derivative Finanzinstrumente Zum Bilanzstichtag besteht ein Zinsswap mit einem abgesicherten Nominalwert von TEUR 1.372. Ein zugrundeliegendes Grundgeschäft liegt nicht vor. Die Bewertung erfolgt mittels der Barwertmethode. Der beizulegende Zeitwert (positiver Marktwert) in Höhe von TEUR 45 wird nicht bilanziert. 9. Angaben zur Kapitalflussrechnung Der Finanzmittelfonds umfasst die bilanzierten Liquiden Mittel des Konzerns. Kontokorrentverbindlichkeiten vollkonsolidierter Unternehmen bestehen nicht. Eine Bereinigung der in den Einzahlungen aus Abgängen des Anlagevermögens und den Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen enthaltenen Ergebnisanteile aus assoziierten Unternehmen ist aus Gründen der Wesentlichkeit nicht erfolgt. Wir verweisen auf unsere Ausführungen in Abschnitt 5. Die Einzahlungen aus Abgängen des Anlagevermögens sind darüber hinaus im Wesentlichen dem Sachanlagevermögen zuzuordnen. 10. Sonstige Angaben Im Jahresdurchschnitt 2022 wurden im Konzern insgesamt 5.951 Mitarbeiter (ohne Vorstand und Geschäftsführer) beschäftigt, davon 2.937 Angestellte und 3.014 gewerbliche Arbeitnehmer. Zusätzlich wurden im Jahresdurchschnitt 294 Auszubildende beschäftigt. Die von der Max Bögl Stiftung & Co. KG bezahlten Gesamtbezüge des Geschäftsführungsorgans betrugen im Geschäftsjahr 2022 TEUR 1.708 und die Gesamtbezüge der Aufsichtsräte betrugen TEUR 164. Daneben wurden von übrigen Konzerngesellschaften für die Geschäftsführungsorgane der Max Bögl Stiftung & Co. KG Gesamtbezüge von TEUR 1.573 im Geschäftsjahr 2022 bezahlt.
Sengenthal, den 20. April 2023 Max Bögl Stiftung & Co. KG Der Vorstand Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022
Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2022
Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr 2022
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Max Bögl Stiftung & Co. KG, Sengenthal Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Max Bögl Stiftung & Co. KG, Sengenthal, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzern-Eigenkapitalspiegel und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Max Bögl Stiftung & Co. KG, Sengenthal, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Nürnberg, den 20. April 2023 Deloitte
GmbH
Christian Fischer, Wirtschaftsprüfer Johannes Gräbner, Wirtschaftsprüfer Der Konzernabschluss wurde am 21. April 2023 festgestellt. |
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