Stammdaten

Register
Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 101542
Eingetragen
25.2.2015
Branche
Großhandel mit Wasch-, Putz- und ReinigungsmittelnGroßhandel mit kosmetischen Erzeugnissen und KörperpflegemittelnTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von kosmetischen Erzeugnissen, Körperpflegemitteln, Putz- und Reinigungsmitteln
Gegenstand
Verkauf und Vertrieb von und allgemein der Handel mit Waren aller Art, insbesondere Wäsche-, Hygiene- und Toilettenartikeln, Nahrungsmitteln und Getränken, Wasch-, Reinigungs- und Körperpflegemitteln, Papiererzeugnissen, pharmazeutischen, kosmetischen und sonstigen chemischen Erzeugnissen, sofern hierfür keine gesetzliche oder behördliche Genehmigung erforderlich ist

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Gerald Kullack
seit 25.2.2015
Geschäftsführer
Sven Patrick Bauer
seit 25.2.2015
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

Identifizierte Personen (34)

NameAnteil
G***** K******
10.71%
S*** P****** B****
10.71%
S******** O** D*****
6.23%

Ungelöste Beteiligungen (13)

Gesellschafter

46 Gesellschafter

GmbH-Struktur

5 von 46 angezeigt

VM Invest NV
Belgium
19.476 €
19.17%
Vorwerk Direct Selling Ventures GmbH
Germany
14.237 €
14.01%
Heartcore Capital Fund III K/S
Denmark
11.369 €
11.19%
Canaima Invest GmbH
Germany
9.486 €
9.34%
Camp4 Ventures GmbH
Germany
9.486 €
9.34%

Beteiligungen

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Lillydoo GmbH

Frankfurt am Main

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Amtsgericht Frankfurt am Main, HRB 101542

1. Grundlagen des Unternehmens

a) Geschäftsmodell

Die Vision von LILLYDOO ist es, der führende Direct-to-Customer-Anbieter (DTC) für Hygieneprodukte in Europa zu werden.

Im Geschäftsjahr 2023 ist LILLYDOO insbesondere als Premiumanbieter für Baby- und Inkontinenzprodukte aufgetreten. Hierbei verkauft das Unternehmen Windeln, Feuchttücher, Wickelunterlagen und Hautpflegeprodukte unter der Marke "LILLYDOO" (LILLYDOO-Produktsortiment). Seit dem Geschäftsjahr 2021 wird das Produktuniversum durch Inkontinenzeinlagen und -pants ergänzt, die unter der Marke "Vivoy" angeboten werden. Über das durch die Gesellschaft angebotene Service-Modell in den E-Commerce-Shops www.LILLYDOO.com und www.Vivoy.com können Verbraucher die Produktsortimente in regelmäßigen, bedarfsgerechten Abständen beziehen. Zudem besteht die Möglichkeit, die Produkte im Einzelkauf oder bei ausgewählten Handelspartnern zu erwerben. Im Geschäftsjahr 2023 hat die Gesellschaft ihre Produkte unverändert auf dem deutschen, französischen, österreichischen, niederländischen, spanischen, italienischen und schweizerischen Markt angeboten.

Nachdem sich LILLYDOO bereits als Premiumanbieter und Innovationstreiber für Hygiene- und Babyprodukte in Europa etablieren konnte, wird das Unternehmen nun schrittweise zu einer internationalen FMCG-Mehrmarken-Plattform ausgebaut. Hierdurch können Kundengruppen und Wachstumsmärkte schnell und effektiv erschlossen werden.

Das tiefe, datenbasierte Verständnis für die Wünsche und Bedürfnisse von LILLYDOO-Kunden ermöglicht es, zielgerichteter und schneller neue Industriestandards, Premiummarken und Produkterweiterungen umzusetzen.

Von der Entwicklung bis zur Markteinführung einer neuen Markenwelt vergehen nur ca. neun Monate. Die Vorlaufzeit für ein neues Produkt unter einer etablierten Marke beträgt ca. sechs Monate. Für die Markteinführung in ein neues Absatzland benötigt das Unternehmen lediglich drei Monate.

Trotz des DTC-Fokus im Rahmen des Markenaufbaus profitieren Konsumenten von einem holistischen Omni-Channel-Ansatz. Ziel ist es, das Produktsortiment dort anzubieten, wo Konsumenten präferiert einkaufen. Daher liegt der Fokus, neben dem Verkauf des Produktsortiments im Rahmen des Service-Modells ebenfalls auf der Zusammenarbeit mit ausgewählten, stationären Handelspartnern (Einzelhandel).

Die Kernaktivitäten von LILLYDOO beinhalten die Weiterentwicklung des angebotenen Service-Modells, die Konfektionierung und der Versand der Produkte (LILLYDOO Services GmbH, 100 % Tochterunternehmen der LILLYDOO GmbH), die vollumfängliche Kundenbetreuung (LILLYDOO Customer Happiness GmbH, 100 % Tochterunternehmen) sowie die Bereiche Produktentwicklung, Produktdesign und Marketing (LILLYDOO GmbH).

Daneben beinhaltet das Geschäftsmodell die Auslagerung von Teilen der Wertschöpfungskette. Die LILLYDOO Produkte werden nach von LILLYDOO festgelegten Produktmerkmalen, Qualitätsvorgaben und Designs durch ausgewählte, europäische Produktionspartner hergestellt.

b) Forschung und Entwicklung

Das Design der Produkte und Verpackungen wird von LILLYDOO definiert, entworfen und bestimmt. Die vertriebenen Produkte werden von der Gesellschaft zusammen mit ihren bestehenden und potenziellen Produktionspartnern entwickelt.

Im Geschäftsjahr 2022 hat das Unternehmen das LILLYDOO Innovation Center eingeführt. Ziel ist es, direkte Einblicke von bestehenden Kunden zur wahrgenommenen Produktqualität zu erhalten und laufend Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen. Fast 600 LILLYDOO-Kunden sind der permanenten Testgruppe beigetreten. Über die LILLYDOO-App wird monatlich Feedback zu den LILLYDOO Produkten eingeholt.

Zudem arbeitet das Unternehmen eng mit verschiedenen externen Forschungs- und Produkttestinstituten sowie Produktionspartnern zusammen, um die Produktsortimente stetig zu verbessern und jederzeit eine sehr hohe Qualität gewährleisten zu können. Hierbei stehen die Bedürfnisse der Kunden immer an erster Stelle.

2. Wirtschaftsbericht

a) Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Jahr 2023 war in allen EU-Ländern, in denen LILLYDOO ihre Produkte vertreibt, weiterhin durch eine außerordentliche Inflation beeinflusst. Europaweit ist die Wirtschaft (gemessen am Bruttoinlandsprodukt) nach vorläufiger Schätzung im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig, um 0,5 %, gestiegen. 1

Das Wirtschaftswachstum hat sich auch auf den Markt für Windeln übertragen. Im Jahr 2023 wurde weltweit ein Umsatz von EUR 48,7 Milliarden verzeichnet, was einem Wachstum im Vergleich zum Vorjahr von 7,6 % entspricht. 2 In Europa betrug der Jahresumsatz EUR 8,2 Milliarden (Vorjahr: EUR 7,2 Milliarden) 3 . Davon wurden in Deutschland EUR 810 Millionen (Vorjahr: EUR 720 Millionen) 4 erwirtschaftet. Insgesamt wird erwartet, dass der weltweite Umsatz mit Windeln bis 2028 mit einem CAGR (Compound Annual Growth Rate; geometrisches Mittel der Wachstumsfaktoren der einzelnen Perioden) von 6,2 % wachsen wird (CAGR 2024-2028). 5

Der Markt für Inkontinenzprodukte hat im Jahr 2023 ein Volumen von weltweit EUR 14,8 Milliarden erreicht 6 . In Europa betrug der Jahresumsatz EUR 3,7 Milliarden (Vorjahr: EUR 3,3 Milliarden) 7 . Den größten Anteil am Marktvolumen in Europa hat Deutschland mit EUR 580 Millionen (Vorjahr: EUR 530 Millionen) 8 . Insgesamt wird erwartet, dass der weltweite Umsatz mit Inkontinenzprodukten bis 2028 mit einem CAGR von 4,2 % wachsen wird (CAGR 2024-2028). 9

1 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/159507/umfrage/prognose-zur-entwicklung-des-bip-in-den-laendern-der-eurozone/
2 https://de.statista.com/outlook/cmo/haushalts-hygienepapier/windeln/weltweit umsatz
3 https://de.statista.com/outlook/cmo/haushalts-hygienepapier/windeln/europa umsatz
4 https://de.statista.com/outlook/cmo/haushalts-hygienepapier/windeln/deutschland umsatz
5 https://de.statista.com/outlook/cmo/haushalts-hygienepapier/windeln/weltweit
6 https://de.statista.com/outlook/cmo/haushalts-hygienepapier/inkontinenz/weltweit umsatz
7 https://de.statista.com/outlook/cmo/haushalts-hygienepapier/inkontinenz/europa umsatz
8 https://de.statista.com/outlook/cmo/haushalts-hygienepapier/inkontinenz/deutschland umsatz
9 https://de.statista.com/outlook/cmo/haushalts-hygienepapier/inkontinenz/weltweit umsatz

b) Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Die drei Hauptleistungsindikatoren aus finanzieller Sicht sind für LILLYDOO die Umsatzerlöse, die EBITDA-Marge (Jahresüberschuss/-fehlbetrag zuzüglich Zinsen, Abschreibungen und Steuern im Verhältnis zu den Umsatzerlösen) sowie die Entwicklung des Finanzmittelfonds (Guthaben bei Kreditinstituten abzgl. jederzeit fälliger Bankverbindlichkeiten).

Bei den nichtfinanziellen Leistungsindikatoren steht die Entwicklung der Kundenbasis im Service-Modell (Anzahl der Abonnements bzw. Abos) im Fokus.

c) Geschäftsverlauf

Durch Neuverhandlung aller wichtigen Lieferantenverträge sind die von LILLYDOO für alle wesentlichen Geschäftsbereiche zu tragende Einkaufspreise, nach starken Erhöhungen im Geschäftsjahr 2022, im Geschäftsjahr 2023 nicht weiter gestiegen. Zusätzlich wurden die Verkaufspreise in fast allen Ländern als Resultat der Steigerung der Einkaufspreise aus dem Vorjahr erhöht, worauf im Geschäftsjahr 2022 noch verzichtet wurde. Hierdurch konnte die Gesellschaft einen wesentlichen Anstieg der EBITDA Marge erzielen. LILLYDOO konnte erstmalig seit dem Jahr 2021 ein positives Jahresergebnis ausweisen

d) Lage des Unternehmens

i. Ertragslage

Die Umsatzerlöse des Unternehmens konnten im Geschäftsjahr 2023 das Rekordergebnis des Jahres 2020 nahezu bestätigen. Insgesamt sind die Umsatzerlöse um 3,4 % bzw. TEUR 1.942 auf TEUR 54.590 gesunken. Im Rahmen von Restrukturierungsaktivitäten hat sich das Unternehmen darauf fokussiert, Kunden von der Marke zu begeistern und langfristig zu binden. Die Marketingaufwendung für die Akquise von Neukunden wurde hier reduziert, wodurch ein Rückgang von 17,6% der Kunden im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen war. Hieraus resultiert ein Rückgang der DTC-Umsätze. Im Einzelhandel konnte der Umsatz um 45,5 % stark gesteigert werden. Insgesamt wurde der prognostizierte Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich für das Geschäftsjahr 2023 nicht erreicht.

Die Materialaufwandsquote hat sich im Geschäftsjahr verbessert. Zudem wurde das Vorratsmanagement weiter optimiert, sodass die Abwertung von Produkten mit alten Technologien oder Designs stark reduziert werden konnte. Insgesamt hat sich die Materialaufwandsquote durch die nachgelagerten Preiserhöhungen von 49,3 % auf 44,9 % verringert.

Im ersten Quartal 2023 hat das Unternehmen Restrukturierungsaktivitäten durchgeführt, die zu einer Reduktion der Personalaufwandsquote geführt haben. Insgesamt ist die Personalaufwandsquote um 3,0 %-Punkten im Vergleich zum Vorjahr auf 13,4 % gesunken. Im Dezember 2023 beschäftigte LILLYDOO 81,3 Mitarbeiter (Full-Time-Equivalents "FTE"). Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 123,3 FTE.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich um 30,1 % bzw. TEUR 9.102 auf TEUR 21.089 reduziert und beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für Logistik sowie Marketing (Investitionen in die Neukundenakquisition). Der starke Rückgang ist im Wesentlichen auf die Optimierung der Marketing-Aktivitäten zurückzuführen, welche eine Begeisterung und Bindung langfristiger Kunden erzielen soll.

Die Logistikaufwendungen enthalten sämtliche Aufwendungen im Zusammenhang mit der Lagerung, Verpackung und Auslieferung der Produkte sowie die Kosten für die Versandkartonage. Im Geschäftsjahr 2023 stagnierte die Logistikkostenquote.

Das Unternehmen hat im Geschäftsjahr 2023 Investitionen im unteren einstelligem Millionenbereich in den Markenaufbau und die Kundenakquisition von LILLYDOO und Vivoy vorgenommen.

Aufgrund der Restrukturierungs- und Fokussierungsaktivitäten, der verbesserten Materialaufwandsquote und der gesunkenen Marketingaufwendungen erhöht sich im Geschäftsjahr 2023 die EBITDA-Marge um 23,5 %-Punkte und beträgt nunmehr 4,7%. Die prognostizierte EBITDA-Marge im oberen einstelligen Prozentbereich wurde somit nicht erreicht.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag entfallen auf den durch positive Jahresergbnis resultierende Anstieg der Steuerrückstellung, Veränderungen in den Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Rückstellungen sowie dem Abgang von passiven latenten Steuern im Zusammenhang mit der Abschreibung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände.

ii. Finanzlage

Die Liquidität des Unternehmens war zu jedem Zeitpunkt gesichert. Die Zahlungsverpflichtungen wurden fristgerecht erfüllt.

Insgesamt hat sich der Finanzmittelfonds im Vergleich zum Geschäftsjahresende des Vorjahres um TEUR 2.746 auf TEUR 7.759 erhöht und hat damit die Erwartung im mittleren einstelligen Millionenbereich zum Geschäftsjahresende 2023 übertroffen. Ursächlich ist im Wesentlichen die verbesserte Vorratshaltung sowie die höhere Rohertragsmarge. Der positive Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit, der insbesondere auf den Rückgang von Marketing- und Personalinvestitionen zurückzuführen ist, betrug TEUR 2.028. Wesentliche Auszahlungen für Investitionen ins Anlagevermögen erfolgten nicht. Nachdem in der Vergangenheit wiederholt Jahresfehlbeträge erwirtschaftet wurden, konnte die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2023 einen Jahresüberschuss von TEUR 1.567 erzielen. Das Wandeldarlehen wurde im November 2023 in ein nachrangiges Gesellschafterdarlehen umgewandelt und führt im Geschäftsjahr 2023 zu einem nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von TEUR 5.172. Die Rückzahlung des Darlehens ist ab Juni 2024 quartalsweise durchzuführen, insoweit die Llquiden Mittel der Gesellschaft TEUR 6.000 übersteigen.

iii. Vermögenslage

Die Bilanzsumme hat sich um 5,3 % bzw. TEUR 1.269 auf TEUR 22.667 reduziert.

Das Anlagevermögen wurde durch laufende Abschreibungen auf die selbst geschaffene IT-Infrastruktur wesentlich reduziert.

Die Höhe des Vorratsvermögens zum 31. Dezember 2023 belief sich auf TEUR 2.313 und war somit um TEUR 1.015 niedriger als im Jahr 2022. Der Rückgang ist durch die laufende Optimierung der Vorratshaltung zu begründen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich stichtagsbedingt um TEUR 50 gegenüber dem Vorjahr erhöht und beliefen sich auf TEUR 621.

Die sonstigen Vermögensgegenstände haben sich um TEUR 164 auf TEUR 873 erhöht. Der Anstieg ist insbesondere durch die Entwicklung der Sicherheitsleistungen der Gesellschaft zurückzuführen (Sicherheitseinbehalte der Zahlungsdienstleister), die in den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen werden.

Aufgrund des Jahresüberschusses von TEUR 1.567 ergibt sich zum 31. Dezember 2023 ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag von TEUR 5.172. Aufgrund des Rangrücktritts des Darlehens in Höhe von TEUR 12.000 gegenüber den Gesellschaftern liegt keine Überschuldung im Sinne des § 19 InsO vor.

Die sonstigen Rückstellungen haben sich um TEUR 340 auf TEUR 1.858 erhöht. Im Wesentlichen ist dies auf erhöhte Rückstellungen für ausstehende Rechnungen zurückzuführen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen befinden sich mit TEUR 6.328 stichtagsbedingt unterhalb des Vorjahresniveaus (TEUR 7.666) und entfallen im Wesentlichen auf die Windel-, Feuchttücher- und Kartonageproduzenten.

3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

a) Prognosebericht

Die Geschäftsführung geht vor dem Hintergrund eines allgemein zu erwartenden Marktwachstums im Bereich der Hygieneprodukte von folgender Geschäftsentwicklung aus:

LILLYDOO erwartet im Geschäftsjahr 2024 einen leichten Anstieg der Umsatzerlöse verglichen mit dem Vorjahr. Das Wachstum wird durch den weiteren Ausbau der Marke "LILLYDOO" über den Einzelhandel, den Aufbau der Marke "Vivoy" in bereits etablierten "LILLYDOO" Märkten sowie der geplanten Ausweitung des Geschäfts in die Vereinigten Staaten von Amerika getragen.

Die Anzahl der durchschnittlichen Nutzer des Service-Modells (Abonnenten) wird im Geschäftsjahr 2024 etwa auf Vorjahresniveau liegen (DTC). Durch steigende Marketingaufwendungen wird die Grundlage für eine zukünftige Steigerung der Abonnentenzahl gelegt.

Die Gesellschaft geht trotz geplanter Investitionen und erhöhten Marketingaufwendungen davon aus, dass im Geschäftsjahr 2024 eine EBITDA-Marge im nachhaltig positiven, mittleren einstelligen Prozentbereich erreicht werden könnte.

Auf Basis des hinreichend konkretisierten und geplanten Geschäftsentwicklung der Geschäftsbereiche DTC und Einzelhandel im In- und Ausland planen wir mit einem positiven Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit sowie einem positiven Finanzmittelfonds im mittleren einstelligen Millionenbereich zum Geschäftsjahresende 2024. Ausgehend von der Unternehmensplanung erwartet LILLYDOO jederzeit in der Lage zu sein, kurzfristig fällig werdende Verbindlichkeiten bedienen zu können.

Wir gehen bei der Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts von der Annahme der Unternehmensfortführung aus. Dem liegt die Annahme einer insolvenzrechtlichen Durchsetzungssperre des im Geschäftsjahr 2023 gewährten Gesellschafterdarlehens in Höhe von TEUR 12.000 gegenüber den Gläubigern zugrunde.

b) Risikobericht

Die Gesellschaft hat sowohl interne als auch externe Risiken identifiziert und adressiert.

Die derzeitigen Entwicklungen in Osteuropa stellen für das Unternehmen weiterhin einen hohen Grad an Unsicherheit zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung dar. Eine Verschärfung der Inflationsentwicklung oder der Kapitalmarktverhältnisse könnte negative Auswirkungen auf das Umsatzwachstum und die EBITDA-Marge der Gesellschaft haben. Die anhaltenden Entwicklungen in Osteuropa können die angespannte Lage an den Beschaffungs- und Absatzmärkten jederzeit weiter verschärfen.

Das Beschaffungsmanagement der Gesellschaft unterliegt dem Risiko von Einkaufspreisschwankungen, die sich negativ auf die EBITDA-Marge auswirken können. Um dieses Risiko zu minimieren, wurden langfristige Verträge geschlossen und die Gesellschaft wirkt mit der Produktentwicklung diesen Trends proaktiv entgegen. Hier hilft die Philosophie "weniger ist mehr" nach welcher LILLYDOO fortlaufend versucht, den Einsatz von Rohstoffen der Umwelt zuliebe zu reduzieren. Gezielte Sortimentserweiterungen helfen zusätzlich das Produktportfolio gegen Schwankungen von Rohstoffpreisen abzusichern.

Währungsrisiken bestehen aufgrund des Verkaufs in EU-Länder, mit Ausnahme der Schweiz, und der Beschaffung der Ware ausschließlich aus EU-Ländern, lediglich im überschaubaren Maße.

Als digital natives Unternehmen mit einem wesentlichen DTC-Geschäft ist LILLYDOO zudem insbesondere auch Cyber- und IT-Risiken ausgesetzt. Das Unternehmen hat Abwehr- und Sicherungsprozesse implementiert, die eine Betriebsunterbrechung verhindern sollen. Das IT-Risk-Gremium des Unternehmens trifft sich wöchentlich, um am Markt beobachtete Risiken zu analysieren und potenziell notwendige Maßnahmen für LILLYDOO hieraus abzuleiten. Zudem besteht eine Versicherungspolice, die potenzielle Schäden monetär ausgleicht.

Es besteht das Risiko, dass sich der geplante Ausbau des Geschäfts zeitlich verzögert oder nicht wie geplant eintritt und sich negativ auf das Umsatzwachstum und die Anzahl der Nutzer des Service-Modells auswirkt. Dieses Risiko ist insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Unsicherheiten nicht auszuschließen. Daraus entstehende mögliche Liquiditätsrisiken werden frühzeitig durch einen monatlichen Forecasting-Prozess identifiziert, um bei Bedarf geeignete Maßnahmen einleiten zu können. Zudem legt die Geschäftsführung einen Fokus auf das Working Capital Management, um die Kapitalbindung möglichst effizient zu gestalten.

c) Chancenbericht

Das Bewusstsein der Konsumenten für Nachhaltigkeitsthemen nimmt kontinuierlich zu. LILLYDOO hat sich seit der Gründung im Geschäftsjahr 2015 darauf konzentriert, dass das Service-Modell und die hierüber verkauften Produkte dieses Bedürfnis der Konsumenten adressiert. Die bisher gegangenen Schritte werden im Jahr 2024 weiter forciert, um gemeinsam für ein besseres Morgen zu handeln. Dass dies auch zukünftig ein vielversprechender Markt ist, spiegelt sich in den prognostizierten Marktentwicklungen wider 10.

Neben dem DTC-Geschäft hat auch der Einzelhandel diese Entwicklung beobachtet und zeigt vermehrt Interesse an den Produkten von neuen, nachhaltigen Marken, wodurch der Einzelhandel- ebenfalls ein vielversprechender Marktplatz für LILLYDOO geworden ist. Als Resultat ergibt sich die Chance, das offline vertriebene Produktsortiment weiter auszubauen.

Durch den allgemeinen Trend, immer mehr Einkäufe online vorzunehmen, kann sich das Konsumentenverhalten im Babypflegebereich grundsätzlich ändern und positiv auf das Umsatzwachstum auswirken. Anstelle von regelmäßigen, stationären Windeleinkäufen können Konsumenten vermehrt LILLYDOO Produkte online erwerben, sowohl über Marktplatzangebote stationärer Vertriebspartner als auch über das Service-Modell des Unternehmens. Die Vertriebsinfrastruktur von LILLYDOO ist optimal auf die logistischen Anforderungen von Einzelhändlern und Direktkunden eingestellt.

LILLYDOO verfügt über eine stabile, innereuropäische Lieferkette, die auch im Geschäftsjahr 2023 eine ununterbrochene Versorgung der Kunden mit Produkten sichergestellt hat.

Neben der optimalen Nutzung der bestehenden Vertriebswege bietet die Identifikation neuer Absatzmärkte und -kanäle die Chance auf weiteres Nutzerwachstum beim Service-Modell und einer Steigerung der Verkaufszahlen und damit der Umsatzerlöse.

Wie im Wirtschaftsbericht dargestellt, ist zu erwarten, dass sich das allgemeine Wachstum im Markt für Hygieneprodukte auch positiv auf die Anzahl der Nutzer des Service-Modells und die Verkaufszahlen im DTC- und Einzelhandel in den Folgejahren auswirken wird.

 

Frankfurt am Main, den 26. Juni 2024

Sven Patrick Bauer, Geschäftsführer

Gerald Kullack, Geschäftsführer

10 https://de.statista.com/outlook/cmo/haushalts-hygienepapier/europa vertriebskanaele

Bilanz für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

31.12.2023
31.12.2022
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 442.846,69 1.208.250,97
2. Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen 9.138,67 12.293,50
3. Vermögensgegenstände in Erstellung 0,00 88.312,95
451.985,36 1.308.857,42
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 38.019,54 108.244,01
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 55.600,00 55.600,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.550.000,00 1.250.000,00
1.605.600,00 1.305.600,00
Summe Anlagevermögen 2.095.604,90 2.719.546,60
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
Waren 2.313.004,80 3.327.595,46
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 621.305,10 571.253,89
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 0,00 10.765,38
3. Sonstige Vermögensgegenstände 873.498,63 709.100,24
1.494.803,73 1.291.119,51
III. Guthaben bei Kreditinstituten 7.504.752,13 5.535.633,12
Summe Umlaufvermögen 11.312.560,66 10.154.348,09
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 141.932,56 377.506,66
D. AKTIVE LATENTE STEUERN 3.945.438,09 3.945.438,09
F. NICHT DURCH EIGENKAPITAL GEDECKTER FEHLBETRAG FEHLBETRAG 5.171.791,81 6.739.215,28
22.667.328,02 23.936.054,72

PASSIVA

31.12.2023
31.12.2022
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 101.595,00 101.595,00
II. Kapitalrücklage 37.507.596,44 37.507.596,44
III. Verlustvortrag -44.348.406,72 -29.970.110,48
IV. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 1.567.423,47 -14.378.296,24
-5.171.791,81 -6.739.215,28
Übertrag auf Aktivseite E. 5.171.791,81 6.739.215,28
Summe Eigenkapital 0,00 0,00
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Steuerrückstellungen 52.000,00 0,00
2. Sonstige Rückstellungen 1.857.606,75 1.518.078,34
Summe Rückstellungen 1.909.606,75 1.518.078,34
C. VERBINDLICHKEITEN
1.
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 522.861,70
3. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 343.833,09 441.938,54
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.328.393,45 7.665.883,34
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 254.016,33 181.969,70
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 12.938.333,35 12.338.333,35
6. Sonstige Verbindlichkeiten 751.766,24 853.061,72
- davon aus Steuern: € 566.427,50; Vorjahr: € 832.442,30
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: € 9.360,72; Vorjahr: € 8.305,57
Summe Verbindlichkeiten 20.616.342,46 22.004.048,35
D. PASSIVE LATENTE STEUERN
141.378,81 413.928,03
22.667.328,02 23.936.054,72

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023
2022
1. Rohergebnis 30.967.274,64 28.801.449,25
2. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -6.230.734,37 -7.651.189,42
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -1.088.086,09 -1.610.354,68
- davon für Altersversorgung: € -15.563,34; Vorjahr: € -109.706,04
-7.318.820,46 -9.261.544,10
3. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -928.991,76 -2.756.997,93
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen -21.088.646,85 -30.191.082,95
- davon aus Währungsumrechnung: € -103.692,46; Vorjahr: € 79.573,62
5. Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen 241.939,92 241.497,37
- davon aus verbundenen Unternehmen: € 241.939,92; Vorjahr: € 241.497,37
6. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 92.789,84 18.182,33
- davon aus verbundenen Unternehmen: € 35.140,07; Vorjahr: € 28.125,00
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -604.091,61 -346.210,45
8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 205.969,75 -883.589,76
- davon für latente Steuern: € 272.549,22; Vorjahr: € -883.589,76
9. Ergebnis nach Steuern 1.567.423,47 -14.378.296,24
10. Jahresüberschuss (im Vorjahr Jahresfehlbetrag) 1.567.423,47 -14.378.296,24

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Amtsgericht Frankfurt am Main, HRB 101542

1. Allgemeine Angaben

Die LILLYDOO GmbH hat ihren Sitz in Frankfurt am Main und ist beim Amtsgericht Frankfurt am Main in der Abteilung B des Handelsregisters unter der Nummer 101542 eingetragen.

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 wurde gemäß den Rechnungslegungsvorschriften für Kapitalgesellschaften (§§ 242 ff. HGB) und den Regelungen des GmbH-Gesetzes aufgestellt.

Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft i. S. d. § 267 Abs. 3 HGB. Bei der Bestimmung der Größe werden das Wahlrecht nach Art 93 Abs. 2 Satz 1 EGHGB und somit die ab 17. April 2024 geltenden Größenklassen frühzeitig angewendet.

Die Gliederung der Bilanz entspricht dem in § 266 Abs. 2 und 3 HGB vorgesehenen Gliederungsschema. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist in Übereinstimmung mit § 275 Abs. 2 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die Geschäftsführer gehen bei der Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts von der Annahme der Unternehmensfortführung aus. Dem liegt die Annahme eines nachrangigen Gesellschafterdarlehen in Höhe von TEUR 12.000 zugrunde. Siehe ausführliche Darstellung im Abschnitt ii. Finanzlage im Lagebericht.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, Sachanlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattungen werden mit ihren Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen angesetzt. Die Abschreibung erfolgt linear über die wirtschaftliche betriebsindividuelle Nutzungsdauer, welche sich an den Nutzungsdauern der steuerlichen Abschreibungstabellen orientiert.

Die Gesellschaft nutzt für selbst entwickelte IT-Applikationen das Aktivierungswahlrecht für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens gem. § 248 Abs. 2 HGB. Die Herstellungskosten der selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände enthalten die Aufwendungen, die bei der Entwicklung dieser Vermögensgegenstände angefallen sind. Allgemeine Kosten der Verwaltung sind in die Herstellungskosten einbezogen worden. Die Abschreibung erfolgt linear über die voraussichtliche betriebswirtschaftliche Nutzungsdauer von fünf Jahren. Im Falle einer voraussichtlich dauernden Wertminderung erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren Wert, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist

Das Finanzanlagevermögen, bestehend aus Anteilen und Ausleihungen an verbundenen Unternehmen, wird mit den Anschaffungskosten oder mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt, sofern eine dauernde Wertminderung vorliegt. Im Geschäftsjahr lagen keine Gründe für eine dauernde Wertminderung vor.

Geringwertige Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten bis zu EUR 800 werden im Jahr der Anschaffung in vollem Umfang abgeschrieben.

Die Vorräte, bestehend aus Waren, werden mit den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Dieser ergibt sich aus dem Absatz- und Beschaffungsmarkt am Abschlussstichtag. Die Anschaffungskosten werden unter der Annahme ermittelt, dass die zuerst angeschafften Vermögensgegenstände zuerst verbraucht worden sind.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu ihren Anschaffungskosten angesetzt. Für zweifelhafte Forderungen werden Einzelwertberichtigungen gebildet und dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch Bildung einer Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen.

Das Guthaben bei Kreditinstituten wird mit seinem Nominalbetrag angesetzt und sofern sie Fremdwährungsbeträge enthalten, mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag umgerechnet.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Das gezeichnete Kapital ist voll erbracht und wird zum Nennbetrag bilanziert.

Die Rückstellungen berücksichtigen ungewisse Verbindlichkeiten und werden in Höhe des, nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung, notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, soweit ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen.

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Latente Steuern werden auf Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Ansatzwerten, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, gebildet. Aktive latente Steuern entfallen auf steuerliche Verlustvorträge gem. § 274 Abs. 1 Satz 4 HGB sowie auf Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Rückstellungen. Die steuerlichen Verlustvorträge werden in Höhe der innerhalb der nächsten fünf Jahren zu erwartenden Verlustverrechnungen berücksichtigt. Die passiven latenten Steuern stehen im Zusammenhang mit den selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen. Vom Verrechnungswahlrecht gem. § 274 Abs. 1 S. 3 HGB wird kein Gebrauch gemacht. Bei der Berechnung der latenten Steuern wird der unternehmensindividuelle Steuersatz im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen angewendet.

3. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens wird im Anlagenspiegel (vgl. Anlage zum Anhang) gesondert dargestellt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände enthalten, mit Ausnahme von Kautionen in Höhe von TEUR 164 (Vorjahr: TEUR 164), die unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen werden, keine Beträge mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen der Lillydoo Services GmbH werden verrechnet unter den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesen. Sie betreffen mit TEUR 181 Forderungen aus Ergebnisabführungen gegen die LILLYDOO Services GmbH.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen der Lillydoo Customer Happiness GmbH werden verrechnet unter den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesen. Sie betreffen mit TEUR 61 Forderungen aus Ergebnisabführungen gegen die LILLYDOO Customer Happiness GmbH.

Eigenkapital

Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt im Geschäftsjahr EUR 101.595.

Die Gesellschaft weist im Geschäftsjahr einen Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 1.567 (Vorjahr Jahresfehlbetrag: TEUR -14.378) aus. Insgesamt ergibt sich somit ein Bilanzverlust von TEUR 42.781 (Vorjahr: TEUR 44.348), der zu einem nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von TEUR 5.172 führt. Eine Überschuldung im Sinne von § 19 InsO liegt auf Grund der Nachrangigkeit der Gesellschafterdarlehen von TEUR 12.000 nicht vor.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen enthalten zum Bilanzstichtag im Wesentlichen folgende Verpflichtungen:

Verpflichtungen TEUR
Rückstellungen für ausstehende Rechnungen 1.221
Rückstellung für ungewisse Rücknahmeverpflichtungen und in diesem Zusammenhang anfallende Logistikkosten 229
Sonstige personalbezogene Rückstellungen 133
Rückstellungen für ausstehenden Urlaub 130
Rückstellungen für die Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses sowie die Erstellung der betrieblichen Steuererklärungen 144

Verbindlichkeiten

Alle Verbindlichkeiten haben, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden in Teilen durch kurzfristig verfügbare Geldmittel abgesichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern betreffen erhaltene, nachrangige (§ 39 Abs. 2 InsO) Gesellschafterdarlehen mit einer Laufzeit bis zum 30. November 2028 sowie Zinsen, die bis zum 30. November 2023 angelaufen sind und folglich nicht nachrangig sind.

Latente Steuern

Der Rückgang der passiven latenten Steuer entsteht durch planmäßige Amortisation der selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen.

Aktive latente Steuern TEUR
Saldo zum Geschäftsjahresende 3.945
Entwicklung des Saldos im Laufe des Geschäftsjahres 0
Passive latente Steuern TEUR
Saldo zum Geschäftsjahresende 141
Entwicklung des Saldos im Laufe des Geschäftsjahres -273

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Gesellschaft verfügt über keine eigene Forschungsabteilung und betreibt keine Grundlagenforschung. Die Gesellschaft hat sämtliche Entwicklungskosten für selbstgeschaffene IT-Applikationen, die die Voraussetzungen der Grundsätze ordnungsmäßiger Bilanzierung erfüllen, aktiviert. Im Geschäftsjahr wurden keine Entwicklungskosten aktiviert.

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Auf Guthaben zu zahlende negative Zinsen werden als negative Zinserträge erfasst.

Sonstiges

Wesentliche Erträge und Aufwendungen, die entweder periodenfremd oder von außergewöhnlicher Größenordnung waren, sind im Geschäftsjahr nicht angefallen.

5. Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse

Die Gesellschaft haftet für etwaige Verluste der LILLYDOO Services GmbH und der LILLYDOO Customer Happiness GmbH gemäß des jeweiligen Ergebnisabführungsvertrages. Weitere wesentliche Haftungsverhältnisse gem. § 251 HGB bestanden zum Abschlussstichtag nicht.

In den letzten fünf Jahren handelte es sich jeweils um Jahresüberschüsse, zu übernehmende Jahresfehlbeträge sind lt. Planungsrechnungen nicht absehbar.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beläuft sich am Bilanzstichtag auf TEUR 651. Es handelt sich hierbei um Verpflichtungen der Gesellschaft aus abgeschlossenen Mietverträgen, denen unterschiedliche Vertragslaufzeiten zugrunde liegen. Im Einzelnen stellen sich die Fälligkeiten der finanziellen Verpflichtungen aus langfristigen Verträgen wie folgt dar:

Betrag
in TEUR
in 1 Jahr 346
in 2 bis 5 Jahren 305
in über 5 Jahren 0
651

Ausschüttungssperre

Aufgrund der Nutzung des Wahlrechts zur Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände sowie der Aktivierung latenter Steuern verfügt die LILLYDOO GmbH über einen ausschüttungsgesperrten Gesamtbetrag gem. § 268 Abs. 8 HGB von TEUR 4.247 (Vorjahr: TEUR 4.828). Der Gesamtbetrag entfällt mit TEUR 301 (Vorjahr: TEUR 883) auf die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände und mit TEUR 3.945 (Vorjahr: TEUR 3.945) auf die aktivierten latenten Steuern.

Anteile an verbundenen Unternehmen

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2018 alle Anteile der LILLYDOO Services GmbH, mit Sitz in Frankfurt am Main, erworben. Am 31. Dezember 2023 beträgt das Stammkapital des verbundenen Unternehmens TEUR 25. Im Geschäftsjahr 2023 weist die LILLYDOO Services GmbH aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags mit der LILLYDOO GmbH ein Ergebnis von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 12) aus.

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2020 alle Anteile der LILLYDOO Customer Happiness GmbH, mit Sitz in Frankfurt am Main, erworben. Am 31. Dezember 2023 beträgt das Stammkapital des verbundenen Unternehmens TEUR 25. Im Geschäftsjahr 2023 weist die LILLYDOO Customer Happiness GmbH aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags mit der LILLYDOO GmbH ein Ergebnis von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 9) aus.

Die Tochtergesellschaften haben für das Geschäftsjahr 2022 ein Ergebnis in Höhe des jeweiligen Verlustvortrags. Der bestehende Ergebnisabführungsvertrag sieht steuerrechtlich nur einen Abzug des Gewinns abzüglich des Verlustvortrages vor. Der Abzug ist in den Jahren 2020 und 2021 nicht erfolgt und wurde heilend im Jahr 2022 durchgeführt.

Arbeitnehmer

LILLYDOO beschäftigte im Geschäftsjahr 2023 im Durchschnitt 96 Arbeitnehmer, die alle im kaufmännischen Bereich angestellt sind (hiervon weiblich 60, männlich 36).

Geschäftsführer der Gesellschaft

Als Geschäftsführer der Gesellschaft waren im Geschäftsjahr 2023

Sven Patrick Bauer, Geschäftsführer für die Bereiche Finance, Supply Chain Management, Business Operations, Development, Customer Care

Gerald Kullack, Geschäftsführer für die Bereiche Marketing & PR, Product Management, HR

bestellt.

Auf die Angabe der Bezüge wird aufgrund von § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Ergebnisverwendung

Der Jahresüberschuss wird auf neue Rechnung vorgetragen.

Nachtragsbericht

Am 28. Februar 2024 wurde ein Gesellschafterdarlehen abgeschlossen. Das bestehende Wandeldarlehen wurde im November 2023 in ein nachrangiges Darlehen umgewandelt, welches bis Ende des Geschäftsjahres 2028 zu tilgen ist.

 

Frankfurt am Main, den 26. Juni 2024

Sven Patrick Bauer, Geschäftsführer

Gerald Kullack, Geschäftsführer

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS ZUM 31. DEZEMBER 2023

Anschaffungskosten
01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 4.465.854,83 88.312,95 0,00 0,00 4.554.167,78
2. Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen 17.324,50 0,00 0,00 0,00 17.324,50
3. Vermögensgegenstände in Erstellung 366.920,36 0,00 0,00 88.312,95 278.607,41
4.850.099,69 88.312,95 0,00 88.312,95 4.850.099,69
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 483.257,78 5.298,93 0,00 6.847,00 481.709,71
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 55.600,00 0,00 0,00 0,00 55.600,00
2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen 1.250.000,00 300.000,00 0,00 0,00 1.550.000,00
1.305.600,00 300.000,00 0,00 0,00 1.605.600,00
6.638.957,47 393.611,88 0,00 95.159,95 6.937.409,40
kumulierte Abschreibungen
01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 3.257.603,86 853.717,23 0,00 4.111.321,09
2. Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen 5.031,00 3.154,83 0,00 8.185,83
3. Vermögensgegenstände in Erstellung 278.607,41 0,00 0,00 278.607,41
3.541.242,27 856.872,06 0,00 4.398.114,33
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 375.013,77 75.274,50 6.598,13 443.690,14
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00
3.916.256,04 932.146,56 6.598,13 4.841.804,47
Buchwerte
31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 442.846,69 1.208.250,97
2. Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen 9.138,67 12.293,50
3. Vermögensgegenstände in Erstellung 0,00 88.312,95
451.985,36 1.308.857,42
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 38.019,57 108.244,01
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 55.600,00 55.600,00
2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen 1.550.000,00 1.250.000,00
1.605.600,00 1.305.600,00
2.095.604,93 2.722.701,43

In dem beigefügten, zur Offenlegung bestimmten verkürzten Jahresabschluss wurden die größenabhängigen Erleichterungen nach § 276 S. 1 HGB in Anspruch genommen. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht wurde folgender Bestätigungsvermerk erteilt:

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Lillydoo GmbH, Frankfurt am Main

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Lillydoo GmbH, Frankfurt am Main, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Lillydoo GmbH, Frankfurt am Main, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 28. Juni 2024

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Daniel Weise, Wirtschaftsprüfer

Christin Marlene Rosa Wedel-Stommen, Wirtschaftsprüferin

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 wurde mit Beschluss vom 14. Oktober 2024 festgestellt.

Nachrichten & Medien

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