Stammdaten

Register
Amtsgericht Wiesbaden HRB 18467
Eingetragen
8.7.2003
Branche
Herstellung von handgeführten Werkzeugen mit MotorantriebHerstellung von Werkzeugmaschinen für die MetallbearbeitungHerstellung von Maschinenspannzeugen und sonstigem Zubehör für Werkzeugmaschinen
Gegenstand
Ist die Herstellung und der Vertrieb von Spritzgießwerkzeugen - Mold- und Heißkanalsystemen - Hotrunner - aller Art sowie alle damit verbundenen Maßnahmen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Andreas Brunner
seit 30.4.2020
Prokura
Christian Wagner
seit 5.1.2015
Vorstandsmitglied

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
MHT Holding AG
Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

MHT Mold & Hotrunner Technology AG

Hochheim am Main

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Lagebericht

I. Grundlagen des Unternehmens

1. Geschäftsmodell des Unternehmens

Die MHT Mold & Hotrunner Technology AG (nachfolgend "MHT AG") ist ein mittelständisches Unternehmen, das sich auf Verpackungslösungen im Kunststoffspritzgießverfahren spezialisiert hat. Das Kerngeschäft der Gesellschaft liegt in der Herstellung von PET-Vorformlingswerkzeugen, Heißkanalsystemen und speziellen Spritzgießformen (Korkenwerkzeuge, Blutröhrchen, Sprühköpfe, etc.).

Die Aktien der MHT AG werden zu 100 % von der MHT Holding AG mit Sitz in Hochheim am Main gehalten, an der wiederum die zum KRONES-Konzern gehörige KRONES Beteiligungsgesellschaft mbH mit Sitz in Neutraubling sämtliche Gesellschaftsanteile hält. Während die MHT AG im Wesentlichen originäre Fertigungsleistungen und fertigungsnahe Leistungen sowie Vertriebsleistungen erbringt, sind die gruppenweiten Zentral- und Stabsfunktionen überwiegend in der MHT Holding AG angesiedelt.

Gegenüber dem Vorjahr haben sich keine wesentlichen Veränderungen im Geschäftsmodell der MHT AG ergeben.

Durch die Zugehörigkeit der MHT AG zum KRONES-Konzern ergeben sich jedoch zusätzliche Absatz-, Produkt- und Synergiepotentiale, die in der Zukunft zu einer Anpassung des Geschäftsmodells führen könnten.

2. Forschung und Entwicklung

Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der MHT AG konnte mit ihren sechs Mitarbeitern (Vorjahr: 6 Mitarbeiter) im Geschäftsjahr 2021 insbesondere wesentliche Fortschritte in der Digitalisierung der Spritzgießwerkzeuge für PET-Systeme, bei der Entwicklung von wartungs- und kostenoptimierten Formteilkomponenten sowie bei der Erweiterung des bestehenden Produktportfolios erzielen.

Als wesentlicher Projektschwerpunkt des Jahres 2021 ist, neben dem elektrotechnischen Entwicklungsprojekt der Werkzeugdigitalisierung, insbesondere die Weiterentwicklung des "Active Flow Molding" (AFM) zu nennen. Hier stand im Jahr 2021 die technische Serienreife des AFM-Systems für 48-fach- und 72-fach-Werkzeuge im Fokus. Die Entwicklung vorgenannter Werkzeugtechnologie wurde durch umfangreiche Prototyping-Tests bei verschiedenen Kunden sowie durch Streckblasformversuche bei der KRONES AG vorangetrieben.

Des Weiteren sind insbesondere im Produktbereich der Hochkavitäten-Heißkanal-Systeme und den hierin eingesetzten Komponenten erneut vielfältige Entwicklungsfortschritte erzielt worden. Die Anpassung und Weiterentwicklung der Heißkanal-Werkzeuge mit einem engeren Formnestabstand bildete einen wesentlichen Schwerpunkt der Entwicklungsaktivitäten.

Die Bündelung der fachlichen Kompetenzen der KRONES AG und der MHT AG konnte im Bereich des Flaschen- und Preformdesigns im Rahmen eines gemeinsamen Kompetenzteams fortgeführt bzw. vertieft werden. Ferner wurde die frühzeitige Mitwirkung bei der Gestaltung und Verabschiedung neuer Preform- und Flaschennormen durch eine gemeinsame Beteiligung an europäischen und weltweiten Normierungsgremien intensiviert.

Auf Kundenseite konnte ein partnerschaftliches Entwicklungsprojekt auf dem Gebiet des Verschlusskappen-Spritzgießens erfolgreich fortgeführt werden. Zur Sicherstellung des Projekterfolgs wurde ein 1-fach-Heißkanal sowie ein 72-fach-Heißkanal mit unterschiedlichen Konfigurationsmöglichkeiten entwickelt.

Für die Patentabteilung der MHT AG stand im Geschäftsjahr 2021 patentrechtlich vornehmlich die Klärung von "Freedom to Operate"-Fragestellungen für Flaschengewinde sowie die Überwachung der eingetragenen Markenrechte der Unternehmensgruppe im Zentrum der Aktivitäten.

Ergänzend zu vorgenannten Tätigkeiten wirkt die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der MHT AG regelmäßig an der Präsentation und Dokumentation der hergestellten Produkte sowie bei Kundenterminen mit. Die gemeinsam mit dem Vertrieb durchgeführten virtuellen Kundenmeetings wurden im Jahr 2021 deutlich intensiviert. Zusätzlich wurden im Berichtsjahr umfangreiche Produktbroschüren sowie technische Fachartikel (bspw. für die Zeitschrift "PET Planet" und zur Veröffentlichung in sozialen Medien) erstellt bzw. publiziert.

Sämtliche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der MHT AG verfolgen primär das Ziel, den in einzelnen Produktbereichen bestehenden Technologievorsprung der Gesellschaft zu sichern bzw. weiter auszubauen. Darüber hinaus ist die MHT AG bemüht, ihren Kunden durch kontinuierliche technische Weiterentwicklung, Zeit- und Kostenvorteile in der Wartung und beim Umbau ihrer Werkzeugsysteme zu ermöglichen und hieraus Wettbewerbsvorteile zu generieren.

Gegenüber dem Vorjahr haben sich keine wesentlichen Veränderungen in den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der MHT AG ergeben.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die globale Konjunktur erholte sich im Jahr 2021 gut von dem massiven Wirtschaftseinbruch des Vorjahres, obwohl die Weltwirtschaft im Jahr 2021 weiterhin von der COVID-19-Pandemie geprägt und belastet war. Wesentlicher Grund für das starke Wirtschaftswachstum war das Abklingen der COVID-19-Pandemie durch den Einsatz von Impfstoffen sowie die Dominanz der weniger gefährlichen Omikron-Virusvariante. Zudem unterstützten die im Jahr 2020 in den großen Volkswirtschaften eingeleiteten Investitionsprogramme den Aufschwung der Weltwirtschaft. Gemäß aktueller Zahlen des Internationalen Währungsfonds (IWF) wuchs das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2021 um 6,1 % (2020: - 3,3 %). Im zweiten Halbjahr 2021 verhinderten massive internationale Liefer- und Materialengpässe einen noch deutlicheren Konjunkturaufschwung. Überdurchschnittlich entwickelten sich im Jahr 2021 die Wirtschaftsleistungen in China, Indien und Südostasien (+ 7,3 %) sowie in Lateinamerika (+ 6,8 %), während das Wachstum insbesondere in Afrika (+ 4,5 %) und im Euro-Raum (+ 5,3 %) unterdurchschnittlich verlief. Neben den weiterhin spürbaren Auswirkungen der COVID-19-Pandemie belasteten protektionistische Tendenzen, wie bspw. der Handelskonflikt zwischen den USA und China die weltweite Konjunktur zusätzlich. Erheblichen Einfluss auf die globale Wirtschaftsleistung hatten im zweiten Halbjahr 2021 jedoch insbesondere die massiven Lieferengpässe bei Elektronikkomponenten und Metallen.

Für das Jahr 2022 rechnet der IWF gemäß seiner jüngsten Prognose vor dem Hintergrund des Krieges zwischen Russland und der Ukraine sowie der nach wie vor massiv angespannten Liefer- und Beschaffungssituation und der damit einhergehenden Inflationsdynamik mit einem abgeschwächten globalen Wirtschaftswachstum von 3,6 %.

Die langfristig guten Wachstumsaussichten für die Märkte der MHT AG bleiben jedoch auch weiterhin intakt. Nach einem kurzen Rücksetzer im durch die COVID-19-Pandemie belasteten Jahr 2020 hat der Markt für verpackte Getränke und Lebensmittel im Jahr 2021 wieder auf den stabilen Wachstumspfad zurückgefunden. Zusätzlich gestützt wird das Wachstum von mehreren Megatrends, die dazu führen, dass die Nachfrage nach Verpackungslösungen für Getränke und Nahrungsmittel mittel- und langfristig überproportional steigen wird:

a) Wachsende Weltbevölkerung führt zu steigendem Getränkebedarf

Der übergeordnete Megatrend ist die stetig steigende Zahl der Weltbevölkerung. Dies führt zu einer zunehmenden Nachfrage nach abgepackten Getränken und Lebensmitteln.

b) Wachsende Mittelschicht steigert Konsumausgaben

In den Schwellen- und Entwicklungsländern entkommen immer mehr Menschen der Armut und steigen in die Mittelschicht auf. Mit dem steigenden Einkommen der Menschen nehmen deren Konsumausgaben - auch für abgepackte Getränke und Lebensmittel - zu.

c) Wachstumstreiber Urbanisierung

Auch die zunehmende Urbanisierung, also der Zuzug der ländlichen Bevölkerung in die Städte, fördert die Nachfrage nach abgepackten Getränken und Lebensmitteln. Grund hierfür ist, dass Menschen, die in Städten leben, in der Regel mehr abgepackte Produkte konsumieren als die Landbevölkerung.

Die weltweite Nachfrage nach abgepackten Getränken hat sich im Jahr 2021 von dem coronabedingten Nachfragerückgang des Vorjahres nahezu vollständig erholt. Laut vorläufiger Zahlen der Marktforscher von Global Data lag der globale Verbrauch abgepackter Getränke im Jahr 2021 mit insgesamt 1.345 Mrd. Litern um 4,7 % höher als im Vorjahr. Damit hat der globale Getränkekonsum das Vorkrisen-Niveau (2019: 1.366 Mrd. Liter) nahezu wieder erreicht. Gestützt von den Megatrends dürfte der weltweite Getränkekonsum nach der zurückliegenden Corona-Delle mittel- und langfristig stabil wachsen. Für den Zeitraum von 2021 bis 2024 rechnen die Marktforscher von Global Data mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 2,0 %. Dabei legen die einzelnen Getränkearten unterschiedlich stark zu.

Die Megatrends - wachsende Weltbevölkerung, zunehmende Mittelschicht sowie Urbanisierung - spielen sich hauptsächlich in den Schwellen- und Entwicklungsländern ab. Deshalb gehen für die nächsten Jahre von dort die stärksten Wachstumsimpulse auf die globale Nachfrage nach abgepackten Getränken aus.

Die höchste Steigerungsrate erwarten die Marktforscher in China. Dort soll die Nachfrage nach abgepackten Getränken im Zeitraum von 2021 bis 2024 jährlich um durchschnittlich circa 3,2 % zunehmen. Überproportional dürfte auch der Konsum in den Regionen Afrika/Mittlerer Osten (+ 2,4 %) und Asien/Pazifik (+ 2,1 %) wachsen.

Unterproportional zum Gesamtmarkt (+ 2,0 %) soll sich die Nachfrage in den reifen Absatzmärkten wie Europa sowie Nord-, Mittel- und Südamerika entwickeln. In diesen Regionen steigt die Bevölkerungszahl nur noch leicht. Deshalb liegen dort die Wachstumschancen der MHT AG nicht im steigenden Getränkevolumen, sondern in der zunehmenden Getränke- und Verpackungsvielfalt.

Weltweiter Konsum abgepackter Getränke nach Regionen *

2021 (e) 2024 (e) durchschn. jährl. Wachstum
in %
Mrd. Liter % ** Mrd. Liter % ** 2021 - 2024
China 274,8 20,4 302,4 21,2 3,2
Asien/Pazifik 271,8 20,2 298,2 20,2 2,1
Nordamerika/Mittelamerika 218,2 16,2 223,9 15,7 0,9
Südamerika 172,3 12,8 182,0 12,7 1,8
Westeuropa 139,6 10,4 145,8 10,2 1,5
Afrika/Mittlerer Osten 118,4 8,8 127,1 8,9 2,4
Russland/GUS/Osteuropa 98,3 7,3 106,7 7,5 2,8
Mitteleuropa 52,0 3,9 52,6 3,7 0,4
Global 1.345,4 100,0 1.429,6 100,0 2,0

*Rundungsdifferenzen sind möglich

**Anteil am globalen Konsum / (e) = erwartet Quelle: Global Data

Eine wichtige Messgröße für Anbieter von Spritzgießwerkzeugen zur Produktion von PET-Behältern ist neben dem verbrauchten Getränkevolumen die Anzahl der abgefüllten Einheiten. Im Jahr 2021 wurden gemäß vorläufiger Zahlen von Global Data weltweit rund 1.828 Mrd. Behälter mit Getränken abgefüllt und damit um 5,2 % mehr, als im Jahr 2020. Die Marktforscher erwarten, dass die Behälteranzahl bis zum Jahr 2024 um durchschnittlich 3,0 % pro Jahr auf knapp 2.000 Mrd. Stück ansteigen wird. Getränke werden im Wesentlichen in Behälter aus Kunststoff, Glas, Metall sowie Karton abgefüllt.

Anteil der Verpackungen am weltweiten Getränkemarkt 2021 (Basis: abgefüllte
Einheiten)
Karton 12,8 %
Sonstige 19,2 %
Dosen 18,0 %
Glas 20,9 %
PET 29,1 %
Durchschnittliches jährliches Wachstum der Verpackungsarten 2021 bis 2024
Glas 0,7 %
Dosen 2,7 %
Karton 3,4 %
PET 3,7 %
Sonstige 4,5 %

Quelle: Global Data

Das mit Abstand am häufigsten verwendete Verpackungsmaterial für Getränke ist der Kunststoff Polyethylenterephthalat (PET). Dies liegt hauptsächlich daran, dass Wasser - das mit hohen Wachstumsraten weltweit am häufigsten konsumierte Getränk - überwiegend in PET-Behälter abgefüllt wird. Gemäß den Zahlen von Global Data waren im Jahr 2021 rund 532 Mrd. und damit knapp ein Drittel aller Getränkebehälter aus PET. Bis zum Jahr 2024 soll die Anzahl der PET-Getränkeverpackungen um durchschnittlich 3,7 % pro Jahr - also überproportional zum gesamten Getränkeverpackungsmarkt und am stärksten von allen vier wesentlichen Verpackungsarten - ansteigen, da mit dem wachsenden Wasserkonsum auch die Anzahl der abgefüllten PET-Einheiten ansteigt. Als Anbieter von Spritzgießwerkzeugen zur Produktion von PET-Behältern profitiert die MHT AG vom anhaltenden und überproportionalen Wachstum bei PET-Verpackungen.

Unterstützt werden die mittelfristig positiven Branchenaussichten der MHT AG von dem aktuellen Anstieg des Rohölpreises. Dieser führt auf Seiten der Kunststoffverpackungsindustrie zu vermehrtem Anpassungs- und Optimierungsbedarf im Bereich der Flaschengeometrie und des Materialverbrauchs. Daneben führen die hohen Energiekosten sowie der daraus resultierende Trend zu einem energie- und prozessoptimierten Zusammenwirken von Werkzeug und Maschine zu einem zunehmenden Bedarf nach energieeffizienten und digital vernetzten Produktionsanlagen. Auch in diesen Bereichen sehen wir uns als Werkzeughersteller und strategischer Entwicklungspartner der Preformhersteller gut positioniert.

Entgegen der insgesamt positiven Aussichten für die PET-Getränkeverpackungsindustrie ist es möglich, dass sich die COVID-19-Pandemie auch in Zukunft negativ auf die weltweite Geschäfts- und Wirtschaftstätigkeit auswirken wird. Für den Fall einer nochmaligen Verschärfung der Pandemielage, bspw. in Folge neuer Virusmutationen, könnten Regierungen und nationale Behörden erneut Maßnahmen ergreifen, die das öffentliche Leben massiv einschränken und die globalen Wirtschaftsaktivitäten (einschließlich Konsum, Güter-, Waren- und Reiseverkehr, etc.) stark negativ beeinträchtigen.

Darüber hinaus bestehen grundsätzliche Belastungs- und Risikofaktoren für die mittelfristige Absatz- und Ergebnisentwicklung der Kunststoffverpackungshersteller, insbesondere in Europa. Diese resultieren im Wesentlichen aus der regelmäßig wiederkehrenden politischen Diskussion über die ökologische Verträglichkeit von Kunststoffverpackungen, den bestehenden Liefer- und Beschaffungsengpässen und den damit einhergehenden hohen Rohstoff- und Energiekosten sowie den noch nicht verlässlich prognostizierbaren wirtschaftlichen Auswirkungen des militärischen Konfliktes in der Ukraine.

Die generelle Markt- und Branchentendenz lässt sich wie folgt zusammenfassen:

- Stabile Marktlage und -aussichten der PET-Getränkeverpackungsindustrie, die jedoch sowohl von den weiteren möglichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie als auch von potentiellen Folgeeffekten des militärischen Konfliktes zwischen Russland und der Ukraine negativ überlagert werden

Markt- und Branchenrisiken bestehen insbesondere in folgender Hinsicht:

- Dauer und weiteres Ausmaß der globalen COVID-19-Pandemie derzeit noch nicht valide abschätzbar

- Starker Wettbewerbs- und Preisdruck durch hohe Anzahl preisaggressiver Wettbewerber aus Asien, Europa und Kanada

- Politische Unsicherheiten in Krisenregionen, schwelende Handelskonflikte sowie nicht verlässlich prognostizierbarer Verlauf und Auswirkungen der militärischen Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine

- Beschaffungs- und Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten in Kombination mit massiver Verteuerung der benötigten Materialien

- Überlegungen zu Novellierung der europäischen Verpackungsverordnung führen zu Unsicherheiten aber auch zu Marktchancen für Werkzeughersteller

2. Geschäftsverlauf

Das Geschäft der MHT AG hat sich gegenüber dem Vorjahr insgesamt leicht positiv entwickelt. Das Ergebnis des Berichtsjahres lag zwar unter dem sehr guten Geschäftsergebnis des Vorjahres, jedoch deutlich oberhalb der in das Geschäftsjahr gesetzten Ergebniserwartungen.

Die Bilanzsumme erhöhte sich deutlich um TEUR 1.992 bzw. rund 16,3 % auf TEUR 14.198.

Auf der Aktivseite trug zu vorgenannter Ausweitung der Bilanzsumme im Wesentlichen der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um TEUR 2.558 auf TEUR 4.237 bei. Ergänzend erhöhten sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um TEUR 730 auf TEUR 4.230, die Vorräte um TEUR 177 auf gleichlautenden Betrag, sowie das Sachanlagevermögen investitionsbedingt um TEUR 46 auf TEUR 4.150, während die sonstigen Vermögensgegenstände um TEUR 33 auf TEUR 84 abnahmen. Gegenläufig zu dem nennenswerten Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der Forderungen gegen verbundene Unternehmen reduzierte sich das Guthaben bei Kreditinstituten um TEUR 1.521 auf TEUR 1.007.

Ursächlich für die vorgenannte Entwicklung der Aktivseite war insbesondere das gute Jahresendgeschäft der MHT AG, das in Verbindung mit längeren Zahlungszielen für großvolumige Aufträge zu einem deutlichen Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Bilanzstichtag führte. Die ausgewiesenen Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten - basierend auf einer mit der KRONES AG abgeschlossenen Vereinbarung über ein konzernweites Cash Pooling - Finanzforderungen in Höhe von TEUR 4.223, die der MHT AG bei Bedarf taggleich zur Verfügung stehen. Durch einen Überhang der zum 31. Dezember 2021 bestehenden Vorratsbestände (TEUR 2.683) über die erhaltenen Anzahlungsbeträge (TEUR 2.506) erhöhte sich der saldierte Bilanzausweis der Vorräte auf TEUR 177, nachdem im Vorjahr die erhaltenen Anzahlungen das Vorratsvolumen in voller Höhe ausglichen. Zusätzlich führten insbesondere Investitionen in technische Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung zu einem leichten Anstieg des Sachanlagevermögens um insgesamt TEUR 46.

Auf der Passivseite verringerten sich die Rückstellungen um TEUR 121 auf TEUR 5.867, während sowohl die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um TEUR 703 auf TEUR 1.034, als auch die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um TEUR 625 auf TEUR 1.492 anstiegen.

Wesentlich für den Rückgang der Rückstellungen war insbesondere die Verringerung der Rückstellungen für Gewährleistungsrisiken um TEUR 244 auf TEUR 537 sowie der reduzierte Bedarf an Steuerrückstellungen, die gegenüber dem Vorjahr um TEUR 297 auf TEUR 780 abschmolzen. In Summe führten beide vorgenannten Effekte zu einer Überkompensation der gestiegenen Pensionsrückstellungen (+ TEUR 335; auf TEUR 3.773) und folglich zu einer Verringerung der Gesamtrückstellungen um TEUR 121 auf TEUR 5.867. Maßgeblich für die Erhöhung der Pensionsrückstellungen war - wie im Vorjahr - im Wesentlichen der Rückgang des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes um - 0,43 %. Demgegenüber erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stichtagsbedingt und korrespondierend zu dem Aufbau der Vorratsbestände zum 31. Dezember 2021 um TEUR 703. Der nennenswerte Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultiert primär aus der Bereitstellung eines im Berichtsjahr ausgereichten Intercompany-Darlehens in Höhe von TEUR 750 durch die MHT Holding AG an die MHT AG.

Das Eigenkapital der Gesellschaft hat sich durch Thesaurierung des erzielten Jahresüberschusses in Höhe von TEUR 799 auf insgesamt TEUR 5.714 (Vorjahr: TEUR 4.915) erhöht.

Die Umsatzerlöse der Gesellschaft haben sich gegenüber dem Vorjahr mit einem Rückgang von rund 2,9 % negativ entwickelt. Da vorgenannte Absatz- und Umsatzentwicklung des Geschäftsjahres 2021 mit Blick auf die längerfristigen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie erwartbar war, sind wir mit dem insgesamt noch verkraftbaren Umsatzrückgang in Summe nicht unzufrieden.

Die erzielte Gesamtleistung erhöhte sich - entgegen der Entwicklung der Umsatzerlöse - aufgrund eines überproportionalen stichtagsbedingten Anstiegs des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres um circa 5,4 % auf insgesamt EUR 22,8 Mio. (Vorjahr: EUR 21,7 Mio.).

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Zinsen und Steuern(EBIT) lag mit TEUR 1.637 um circa 22,0 % unter dem Ergebniswert des Vorjahres (TEUR 2.100). Das operative Ergebnis der MHT AG entwickelte sich somit gegenläufig zu der betrieblichen Gesamtleistung der Gesellschaft. Trotz vorgenanntem Rückgang des EBIT sind wir mit Blick auf die nach wie vor bestehenden weltweiten Auswirkungen der COVID-19-Pandemie sowie die erheblich gestiegenen Beschaffungspreise für Rohstoffe und Vormaterialien mit dem operativen Ergebnis der MHT AG noch zufrieden. Dies gilt umso mehr, als es der Gesellschaft gelungen ist, sowohl das nominale EBIT als auch die EBIT-Marge (7,2 %) in einem von externen Schocks sowie erheblichem Preis- und Wettbewerbsdruck massiv belasteten Marktumfeld im Geschäftsjahr 2021 auf einem deutlich über der ursprünglichen Geschäftsplanung liegenden Niveau zu halten.

Sowohl die Markt- und Wettbewerbsbedingungen als auch die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der MHT AG haben im Verlauf des Geschäftsjahres 2021 keine nennenswerten Veränderungen erfahren.

3. VFE-Lage

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der MHT AG ist nach wie vor von dem operativen Geschäft der Gesellschaft geprägt.

a) Ertragslage

Die MHT AG hat gegenüber dem Vorjahr einen leichten Umsatzrückgang von rund 2,9 % bzw. TEUR 645 auf TEUR 21.395 (Vorjahr: TEUR 22.040) zu verzeichnen. Demgegenüber liegt die Gesamtleistung der Gesellschaf mit TEUR 22.823 um rund 5,4 % über dem Vorjahresvolumen in Höhe von TEUR 21.653. Ursächlich für die Verminderung der Umsatzerlöse war primär die innerhalb des ersten Halbjahrs 2021 nach wie vor bestehende pandemiebedingte Entscheidungs- und Auftragszurückhaltung der Kunden in nahezu allen Regionen. Der Anstieg der betrieblichen Gesamtleistung resultiert hingegen aus dem positiven Verlauf der Auftragseingangsvolumina im zweiten Halbjahr 2021, die in der Folge zu einer Bestandserhöhung an fertigen und unfertigen Erzeugnissen zum Bilanzstichtag in Höhe von insgesamt TEUR 1.342 führten, nachdem im Vorjahr noch eine Bestandsverminderung in Höhe von - TEUR 439 zu verzeichnen war. Der Anteil der im Ausland erzielten Umsatzerlöse liegt mit rund 96 % (Vorjahr: ca. 96 %) auf Vorjahresniveau.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Zinsen und Steuern (EBIT) hat sich nominal um TEUR 463 auf TEUR 1.637 (Vorjahr: TEUR 2.100) verringert. Die EBIT-Marge sank von 9,7 % im Vorjahr auf 7,2 % im Jahr 2021.

Wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung hatte neben einer um circa 4,5 %-Punkte gestiegenen Materialaufwandsquote von 40,5 % (Vorjahr: 36,0 %) ergänzend ein um rund TEUR 537 (+ 8,2 %) erhöhter Personalaufwand, die sowohl den Anstieg der betrieblichen Gesamtleistung als auch die Reduzierung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um TEUR 185 (- 3,3 %) überkompensierten und in der Folge zu vorgenanntem Rückgang des EBIT um TEUR 463 führten.

Während der Anstieg der Materialaufwandsquote im Geschäftsjahr 2021 primär aus nennenswert gestiegenen Beschaffungskosten für Metalle, Vorprodukte und Elektronikkomponenten sowie einem materialintensiveren Produktmix der Gesellschaft herrührt, beinhalten die gestiegenen Personalaufwendungen neben der turnusmäßigen Vergütungsanpassung des Jahres 2021 sowie erforderlichen Neueinstellungen auch Abfindungskosten für Personalfreisetzungen sowie Corona-Zuschüsse mit Einmalcharakter. Die Anzahl der durchschnittlich bei der MHT AG beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist im Verlauf des Geschäftsjahres 2021 leicht von 101 MitarbeiterInnen auf 105 MitarbeiterInnen gestiegen. Die Personalaufwandsquote - als Quotenverhältnis zwischen dem Personalaufwand und der erzielten Gesamtleistung der MHT AG - hat sich aufgrund der erhöhten Personalaufwendungen gegenüber dem Vorjahr um 0,8 %-Punkte von 30,3 % auf 31,1 % erhöht.

Demgegenüber verringerten sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um rund TEUR 185 bzw. - 3,3 % auf TEUR 5.409. Ursächlich für vorgenannten Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Wesentlichen die in den letzten Jahren weiterhin umgesetzten Maßnahmen zur Kostensenkung sowie Effizienzverbesserung der MHT-Gruppe. Insbesondere führten geringere Kosten für Gewährleistungs- und Kulanzaufwendungen (- TEUR 236), rückläufige Einzel- und Pauschalwertberichtigungen auf Forderungen (- TEUR 159), reduzierte Kosten für Rechtsberatungen (- TEUR 89), sowie verringerte Reisekosten (- TEUR 54) zu einer positiven Entwicklung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen der Gesellschaft. Das Quotenverhältnis zwischen den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und der erzielten Gesamtleistung der MHT AG hat sich aufgrund der rückläufigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr von 25,8 % auf 23,7 % verbessert.

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen haben sich im Vorjahresvergleich um TEUR 56 auf TEUR 462 erhöht. Ursächlich hierfür ist im Wesentlichen der Anstieg der Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit Pensionsrückstellungen um insgesamt TEUR 24. Das Finanzergebnis der Gesellschaft beläuft sich per Saldo auf - TEUR 403 (Vorjahr: - TEUR 363).

Der Jahresüberschuss der MHT AG beträgt per 31. Dezember 2021 TEUR 799 (Vorjahr: TEUR 1.188). Unter Einbeziehung des bestehenden Gewinnvortrages aus dem Geschäftsjahr 2020 ergibt sich ein Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 2.410 (Vorjahr: TEUR 1.612).

Dies führt - bei einer merklich gestiegenen Bilanzsumme von TEUR 14.198 - zu einer nahezu unveränderten Eigenkapitalquote der Gesellschaft von rund 40,2 % (Vorjahr: ca. 40,3 %).

Sowohl der Auftragseingang als auch der Auftragsbestand der MHT AG weisen zum 31. Dezember 2021 stabile, zufriedenstellende Niveaus auf, auch wenn die Auftragslage bedingt durch die COVID-19-Pandemie, Maßnahmen zur Marktabschottung sowie aufgrund aktueller wirtschaftlicher und politischer Krisen einzelner Länder insbesondere in den Regionen Zentralafrika, China und im Mittleren Osten zusätzliches Entwicklungspotential bietet. Während wir auf Basis der zu Beginn des Geschäftsjahres bestehenden Auftragslage der MHT AG auch weiterhin stabil in den relevanten Absatzmärkten und bei unseren wesentlichen Schlüsselkunden positioniert waren, sind der weitere Verlauf und die Auswirkungen der globalen COVID-19-Pandemie sowie die möglichen Folgeeffekte des militärischen Konfliktes zwischen Russland und der Ukraine auf die zukünftige Auftragslage und den Geschäftsverlauf des Jahres 2022 derzeit nicht hinreichend abschätzbar. Wir gehen zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch davon aus, dass Investitions- und Projektentscheidungen nach der bereits länger anhaltenden Phase der coronabedingten Investitionszurückhaltung im späten Verlauf des Geschäftsjahres 2022 wieder in stärkerem Maße getroffen werden dürften. Zuversichtlich stimmt uns neben den aktuellen Fortschritten der weltweiten Impfkampagnen sowie der nachlassenden Schwere der Infektionsverläufe insbesondere die Konjunkturstabilität der Getränkebranche sowie die Tatsache, dass es sich bei den von der MHT AG belieferten Kunden um Hersteller existenzieller Grundversorgungsgüter mit regelmäßigem Investitionsbedarf handelt. Wir halten eine Auflösung des bei vielen unserer Kunden bestehenden Investitionsstaus zum Ende des Geschäftsjahres 2022 für wahrscheinlich.

Auf der Beschaffungsseite hat sich der Preistrend der vergangenen Jahre weiter fortgesetzt und verstärkt. Sowohl die Kosten für Material als auch für Personal und Lohnfertigungsleistungen haben sich weiter - und in Teilen erheblich - verteuert. Insbesondere im Verlauf des zweiten Halbjahres 2021 haben sich die Beschaffungspreise für Metalle, Vorprodukte aus Aluminium und anderen Edelmetallen sowie für Elektronikkomponenten teilweise um bis zu 20 % erhöht. Wir rechnen auch für das Geschäftsjahr 2022 mit keiner Entlastung der Lohnkosten und bei den Beschaffungskosten für Material und Fremdleistungen. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2022 werden wir vor diesem Hintergrund die Verkaufspreise unserer Produkte ebenfalls nach oben anpassen. Positiv hat sich im Verlauf des zurückliegenden Geschäftsjahres die Wechselkursrelation zwischen USD und EUR für die MHT AG entwickelt. Mit Blick auf das zwischenzeitlich erreichte Wechselkursniveau gehen wir für das Geschäftsjahr 2022 derzeit von keinen weiteren währungsseitigen Unterstützungsimpulsen für die Geschäftstätigkeit der MHT AG aus. Vielmehr erachten wir das Risiko einer wieder rückläufigen USD-Wechselkursrelation mit entsprechenden potentiellen Negativeffekten auf unser USD-basiertes Exportgeschäft grundsätzlich für gegeben. Wir sind jedoch zuversichtlich, die potentiellen Belastungen aus Wechselkurseffekten durch USD-Gegengeschäfte im Einkauf, bereits abgeschlossene bzw. zukünftige Währungssicherungsgeschäfte sowie die eingeleiteten und teilweise bereits erfolgreich umgesetzten Maßnahmen zur Kostenreduktion zumindest partiell kompensieren zu können.

Insgesamt schätzen wir die wirtschaftliche Lage der MHT AG als stabil ein.

b) Finanzlage

Die Finanzlage der MHT AG ist weiterhin als gut zu bezeichnen.

Zum Bilanzstichtag weist die Gesellschaft Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von TEUR 1.007 (Vorjahr: TEUR 2.529) sowie Finanzforderungen gegen verbundene Unternehmen (KRONES AG) aus Cash Pool-Guthaben von TEUR 4.223 (Vorjahr: TEUR 3.424) auf. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen zum 31. Dezember 2021 nicht. Der - unter Einbeziehung des Cash Pool-Guthabens - zu verzeichnende Rückgang der liquiden Mittel um TEUR 723 resultiert primär aus dem gegenüber Vorjahr nennenswerten Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um TEUR 2.558, die zum Bilanzstichtag noch nicht liquiditätswirksam vereinnahmt werden konnten.

Vorhandene Betriebsmittelkreditlinien unserer Hausbanken werden sporadisch ausschließlich durch Anzahlungs- und Gewährleistungsbürgschaften in Anspruch genommen. Die MHT AG verfügt über deutlich höhere Betriebsmittelkreditrahmen, als sie diese in Anspruch nimmt.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen zum Bilanzstichtag circa 7,3 % (Vorjahr: ca. 2,7 %) der Bilanzsumme. Sämtliche Verbindlichkeiten der Gesellschaft können stets innerhalb der vereinbarten Zahlungsziele unter maximaler Ausnutzung bestehender Skontovereinbarungen beglichen werden. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten der MHT AG mit einer Fälligkeit innerhalb eines Jahres in Höhe von insgesamt TEUR 2.565 (Vorjahr: TEUR 1.224) werden mit einem Faktor von circa 3,3 (Vorjahr: ca. 5,9) von den laufzeitkongruenten Forderungen und Bankbeständen der Gesellschaft in Höhe von TEUR 8.338 (Vorjahr: TEUR 7.265) gedeckt.

Die MHT AG konnte sämtlichen Zahlungsverpflichtungen im Geschäftsjahr 2021 jederzeit nachkommen. Wir gehen mit Blick auf die vorhandene Nettoliquidität der Gesellschaft von TEUR 5.230, die zusätzlichen Finanzierungsoptionen mittels Cash Pool der KRONES AG sowie die vorhandenen - derzeit nicht in Anspruch genommenen - Betriebsmittelkreditrahmen davon aus, dass wir auch in der Zukunft in der Lage sein werden, unseren Zahlungsverpflichtungen jederzeit fristgerecht nachzukommen.

4. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Das Management der MHT AG steuert das Unternehmen vorrangig anhand folgender finanzieller Leistungsindikatoren:

• Umsatzwachstum

• EBIT-Marge (Ergebnis vor Zinsen und Steuern im Verhältnis zur Gesamtleistung)

Um die Marktposition der MHT AG auszubauen und Größenvorteile nutzen zu können, streben wir mittelfristig ein Umsatzwachstum über dem Marktdurchschnitt an.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ist eine wichtige Ertragskennziffer. Aus dem EBIT muss die MHT AG anfallende Zinsaufwendungen, Steuern und Dividenden begleichen sowie anstehende Investitionen tätigen. Die Profitabilität, gemessen an der EBIT-Marge, ist eine der zentralen Ziel- und Messgrößen der MHT AG. Sie gibt an, wie hoch die Ertragskraft des Unternehmens bezogen auf die betriebliche Gesamtleistung ist.

III. Prognosebericht

Der internationale Währungsfonds (IWF) hat im April 2022 seine Prognose für das globale Wirtschaftswachstum des Jahres 2022 auf + 3,6 % reduziert, nachdem im Januar 2022 noch ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um + 4,4 % gegenüber dem Vorjahr prognostiziert worden war. Damit verliert der auf die Corona-Krise des Jahres 2020 (- 3,3 %) folgende Nachholeffekt des Jahres 2021 (+ 6,1 %) zwar an Dynamik, der mittelfristige Wachstumstrend der Weltwirtschaft ist jedoch nach wie vor intakt.

Gemäß IWF belastet insbesondere der Krieg zwischen Russland und der Ukraine das globale Wirtschaftswachstum, da nach jüngster Prognose sowohl der Euroraum (+ 2,8 %) als auch Russland (- 8,5 %) und die Ukraine (- 35,0 %) im Jahr 2022 von einem deutlich schwächeren Wirtschaftswachstum bzw. einer schweren Rezession betroffen sein dürften. Dies trifft die Weltwirtschaft in einer Phase, in der sich diese von der COVID-19-Pandemie noch nicht vollständig erholt hat. Auch dürfte die schnelle Ausbreitung der Corona-Virusvariante "Omikron" die globale Wirtschaftsleistung weiterhin hemmen. Steigende Energie- und Lebensmittelpreise sowie Lieferengpässe, die insbesondere in den USA, der Eurozone und vielen Schwellenländern zu einem deutlichen Anstieg der Inflation und in der Folge zu einer Straffung der Geldpolitik führen, sind weitere Gründe für die verhaltene Einschätzung der IWF-Volkswirte.

Besondere Risiken für zusätzliche Abwärtskorrekturen des prognostizierten Wirtschaftswachstums sehen die Experten des IWF mitunter in einem negativeren Verlauf der COVID-19-Pandemie, der aus neuen Virusvarianten mit erhöhten Übertragungs- und Sterblichkeitsraten resultieren könnte. Sollte sich das Coronavirus aufgrund von ansteckenderen Mutationen schwerer eindämmen lassen und die vorhandenen Impfstoffe eine geringere Wirksamkeit aufweisen als geplant, dürfte das prognostizierte Wachstum niedriger ausfallen, als derzeit erwartet. Die Unterbrechung globaler Lieferketten - wie bspw. durch jüngste Corona-Lockdowns in China - könnten auch weiterhin zu erheblichen Liefer- und Materialengpässen führen, die das Wachstum ebenfalls bremsen und eine langanhaltende Inflation nach sich ziehen. Die dann notwendigen stärkeren Zinsanhebungen würden Verwerfungen an den Finanzmärkten auslösen und sich negativ auf die Weltwirtschaft auswirken. Nicht zuletzt ergeben sich erhebliche Risiken für eine Abwärtskorrektur aus dem weiteren Verlauf der militärischen Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine. Eine weitere Eskalation oder ein Übergreifen des Krieges auf weitere Staaten der Eurozone / NATO würde unweigerlich zu erheblichen negativen Auswirkungen auf das globale Wirtschaftswachstum führen. Von diesen Unsicherheiten ist nicht zuletzt auch das Investitions- und Bestellverhalten der Kunden der MHT AG betroffen.

Die MHT AG rechnet vor dem Hintergrund der vielfältigen aktuellen Belastungs- und Risikofaktoren für die Weltwirtschaft damit, dass die globale Nachfrage nach zusätzlichen Produktionskapazitäten für PET-Getränkeverpackungen vorerst auf dem Niveau des Jahres 2021 stagnieren wird. Obwohl der Bedarf der Konsumenten nach abgepackten Getränken in PET-Umverpackungen auch im Jahr 2022 um circa 3,7 % steigen dürfte, halten sich die Unternehmen der internationalen Getränkeindustrie aufgrund der nach wie vor bestehenden politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten sowie der weiterhin labilen Pandemielage vorübergehend mit Investitionen zurück. In der Folge rechnen wir damit, dass Getränkehersteller und Produzenten von PET-Flaschen frühestens im Verlauf des 3. Quartals 2022 wieder in nennenswertem Umfang in neue Produktionsmittel investieren werden. Auch deshalb gehen wir davon aus, dass die Wettbewerbsintensität in unseren Kernmärkten sowie der Preis- und Kostendruck im Geschäftsjahr 2022 weiterhin sehr hoch bleiben wird.

Die MHT AG erwartet jedoch nur eine temporäre Stagnation bzw. einen kurzfristigen Rückgang des Orderverhaltens ihrer Kunden. Die mittel- und langfristigen Aussichten bleiben mit Blick auf die bestehenden Megatrends, wie bspw. der kontinuierliche Anstieg der Weltbevölkerung, unverändert positiv. Ergänzend gehen wir davon aus, dass die auf EU-Ebene verabschiedete Neufassung der Verpackungsverordnung ab dem 4. Quartal 2022 zu einer deutlich erhöhten Nachfrage nach Werkzeugumbauten führen wird. Somit wird sowohl der weltweite Bedarf der Konsumenten nach abgepackten Getränken und flüssigen Lebensmitteln mittel- und langfristig weiter ansteigen, als auch die Anzahl der erforderlichen Werkzeugumbauten in den Geschäftsjahren 2023 bis 2024 merklich zunehmen. Vor diesem Hintergrund wächst der für die MHT AG maßgebliche Kernmarkt der PET-Getränkeverpackungen nach unserer Einschätzung mittel- und langfristig im Rahmen der Langfristprognosen des Instituts Global Data stabil um circa 3,7 % pro Jahr.

Entgegen der sich abzeichnenden temporären Stagnation des Geschäftsvolumens aufgrund der unklaren weiteren Auswirkungen des Coronavirus auf die Weltwirtschaft, der möglichen Folgeeffekte des Krieges in der Ukraine sowie der erheblichen Inflationsdynamik im Jahr 2022 sieht sich die MHT AG strategisch und operativ gut aufgestellt, um den Marktanforderungen auch in Zukunft adäquat begegnen zu können. Hervorzuheben sind hierbei insbesondere folgende strategischen Konzepte, die auf einen mittelfristigen Wirkungshorizont ausgelegt sind:

• Ausbau der Vertriebsaktivitäten und der Serviceinfrastruktur in den USA, Mittel- und Südamerika sowie im Mittleren Osten durch Integration unserer Aktivitäten in das Vertriebs- und Servicenetzwerk der KRONES AG

• Verbesserung des Produktmixes und der Rohertragsqualität durch Ausweitung des Ersatzteil-, Wartungs- und Umbauvolumens bzw. Ausbau des After-Sales-Geschäftes mit höherem Margenpotential

• Durchsetzung von Absatzpreiserhöhungen bei gleichzeitiger Optimierung der betrieblichen Kostenstruktur der MHT AG

• Verbesserung des Zugangs zu Zielkunden und Projekten in potentialstarken Schwellenländern und -regionen, wie bspw. Indien, Afrika, Lateinamerika und Mittlerer Osten durch Nutzung der vertrieblichen und technischen Infrastruktur der KRONES AG

• Erzielung von Kostenvorteilen und Qualitätsoptimierungen durch konsequente Weiterführung der eingeschlagenen Automatisierungsstrategie

Ergänzend zu den weiterhin spürbaren Auswirkungen der COVID-19-Krise sowie den nennenswerten Beschaffungsengpässen und -preiserhöhungen nehmen wir nach wie vor die große Anzahl an Wettbewerbern und die damit verbundene kontinuierliche Zunahme des Wettbewerbs- und Preisdrucks wahr. Unverändert kritisch beobachten wir in diesem Kontext die ungebrochene Tendenz zu verstärkten Kooperationen bis hin zu gesellschaftsrechtlichen Verflechtungen zwischen Werkzeug- und Maschinenherstellern, da eine engere technische und vertriebliche Vernetzung zwischen Maschinenherstellern und Werkzeugbauern für die MHT AG als systemunabhängiger Werkzeugproduzent gegebenenfalls Absatzpotentiale verschließen könnte. Dieser Entwicklung begegnet die MHT AG durch die Herstellung hochinnovativer Produkte für eine Vielzahl von Maschinenplattformen sowie technische Entwicklungspartnerschaften mit strategischen Kernkunden. Ungeachtet dessen, verstärkt auch die MHT AG kontinuierlich ihre Zusammenarbeit mit weiteren Maschinen-, Vertriebs- und Branchenpartnern.

Der produktseitige Fokus der MHT AG liegt in den Jahren 2022 und 2023 somit weiterhin in der Verteidigung der Technologieführerschaft in wesentlichen Produktsegmenten sowie der weiteren Verbesserung der Produktqualität und Wartungseffizienz auf höchstem technischem Niveau. Zur Erreichung dieser Ziele wurde sowohl der Bereich "Anwendungstechnik" als auch die Abteilung Forschung und Entwicklung im Geschäftsjahr 2021 durch die Einrichtung eines separaten Tec-Centers am Standort Wallau nochmals verstärkt. Zusätzlich verfolgt die MHT AG einen zunehmenden Austausch mit der KRONES AG, der sowohl einen technischen Mehrwert bspw. im Bereich der Flaschenentwicklung für die Endkunden der KRONES-Gruppe, als auch nennenswerte Synergieeffekte bei technischen Entwicklungsprojekten für die MHT AG mit sich bringt.

Auch wenn die möglichen Auswirkungen der politischen und gesellschaftlichen Diskussionen hinsichtlich der ökologischen Aspekte und der weiteren weltweiten Gestaltung von PET-Verpackungen nach wie vor nicht gänzlich absehbar sind, gehen wir vor dem Hintergrund der zwischenzeitlich verabschiedeten Eckpunkte der neuen europäischen Verpackungsverordnung davon aus, dass sich aus den technischen Umsetzungserfordernissen der Verpackungsverordnung bei europäischen Kunden zusätzliche Geschäftspotentiale für die MHT AG ergeben. Ferner erachten wir es als wahrscheinlich, dass von der Novellierung der EU-Verpackungsverordnung Ausstrahlungseffekte auf nicht-europäische Märkte ausgehen. Trotz intensiver Begleitung der derzeit geführten Diskussionen sehen wir uns aktuell nicht in der Lage, eine verlässliche Prognose zu dem voraussichtlichen weiteren Verlauf der weltweiten politischen Entscheidungsfindung abzugeben.

Auf regionaler Ebene sind die Absatzmärkte im Mittleren Osten, in Nordafrika, sowie in Teilen Asiens und Südamerikas mit Blick auf die politisch instabile Situation in vorgenannten Krisenregionen aktuell nicht sicher prognostizierbar. Ergänzend erscheint eine verlässliche Einschätzung über den gesamten osteuropäischen Wirtschaftsraum aufgrund des in der Ukraine stattfindenden Krieges derzeit nicht möglich. Ebenfalls nur eingeschränkt möglich, erscheint derzeit eine Prognose über die zukünftige Entwicklung des US-amerikanischen Marktes, dessen Preisniveau und Absatzpotential unmittelbar von den weiteren handels- und fiskalpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank sowie der hieraus resultierenden weiteren Entwicklung der Wechselkursrelation zwischen USD und EUR abhängig sein wird.

Der Anstieg der Materialpreise und Personalkosten wird sich nach unserer Einschätzung auch im Geschäftsjahr 2022 dynamisch fortsetzen und zunehmend verschärfen. Dies gilt insbesondere für wesentliche Fertigungsrohstoffe wie Stahl, Aluminium und Kupfer sowie für erhebliche Teile der benötigten Vorprodukte. Auf der Absatzseite gehen wir davon aus, dass die Marktpreise auch weiterhin von dem intensiven Wettbewerb zwischen den Anbietern gekennzeichnet sein werden. Da jedoch auch unsere Wettbewerber von den erhöhten Beschaffungspreisen betroffen sind, ergeben sich im Jahr 2022 Spielräume für Preiserhöhungen, die die erhöhten Beschaffungskosten zumindest kompensieren sollten. Die MHT AG hat im Januar 2022 ihre Absatzpreise in einem ersten Schritt erhöht. Weitere Preisanpassungen im Verlauf des Jahres 2022 sind vorgesehen, insofern der Anstieg der Beschaffungspreise mit der jüngsten Dynamik voranschreitet. Inwieweit eine Stabilisierung auf Seiten der Materialkosten durch einen vorteilhafteren Produktmix möglich sein wird, ist - trotz aller diesbezüglichen Anstrengungen - zum jetzigen Zeitpunkt nicht konkret bzw. verlässlich vorhersehbar.

Als wesentliches Problem sehen wir die derzeitigen Liefer- und Beschaffungsengpässe bei einer großen Anzahl von Gütern an. Betroffen ist die MHT AG insbesondere bei Rohstoffen und Vorprodukten aus Stahl, Aluminium und Metalllegierungen. Wir gehen davon aus, dass sich eine Entspannung der Liefersituation nicht vor dem 1. Quartal 2023 ergeben wird und die Versorgungslage im Geschäftsjahr 2022 folglich nach wie vor schwierig bleibt. Wir begegnen den aktuellen Lieferengpässen durch frühzeitigere Bestellprozesse sowie durch Ausnutzung und frühzeitige Verlängerung bestehender Rahmenkontrakte. Ergänzend haben wir die Anzahl unserer Lieferanten erhöht und bei kritischen Gütern Redundanzen in der Lieferantenstruktur geschaffen. Nichtsdestotrotz können wir nicht ausschließen, dass sich aus den bestehenden Beschaffungsengpässen sowie dem Mangel an Frachtraum im internationalen Güterverkehr Verzögerungen in der Fertigung und der Auslieferung unserer Produkte ergeben.

Auf Grundlage der derzeitigen gesamtwirtschaftlichen Aussichten und der aktuell erwarteten Entwicklung der für die MHT AG relevanten Märkte, rechnet das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2022 mit einem auf Vorjahresniveau liegenden Umsatz und einem positiven EBIT leicht unter Vorjahresniveau. Vor allem im 2. und im 3. Quartal 2022 wird sich die Zurückhaltung unserer Kunden aufgrund der vielen Unwägbarkeiten in den Auftragseingängen der MHT AG weiterhin niederschlagen. Wir gehen jedoch davon aus, dass der Markt, der derzeit nach wie vor von der Investitionszurückhaltung der Kunden beeinflusst ist, nur vorübergehend stagnieren wird. Der mittel- und langfristige Wachstumstrend ist unseres Erachtens weiter intakt.

Die Prognose für das Jahr 2022 steht unter dem Vorbehalt, dass es zu keinen gravierenden Belastungen durch die COVID-19-Pandemie, wie bspw. schweren Virusmutationen oder Unwirksamkeiten vorhandener Impfstoffe, oder einer weiteren Eskalation bzw. Ausweitung des Krieges in der Ukraine kommt. Dies würde die Weltwirtschaft und somit auch die MHT AG stärker als aktuell erwartet belasten und zu negativen Umsatz- und Ergebniseffekten führen.

Unter Abwägung der positiven und negativen Aspekte beurteilen wir die voraussichtliche Entwicklung der MHT AG für das Jahr 2022 folglich als stabil.

IV. Chancen- und Risikobericht

1. Das Risikomanagementsystem der MHT AG

Im Rahmen ihrer internationalen Geschäftstätigkeit ist die MHT AG einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unserem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Um diese möglichen Risiken frühzeitig zu erkennen, ihnen aktiv zu begegnen und sie zu begrenzen, überwachen wir wesentliche Geschäftsprozesse laufend. Im Rahmen unserer Unternehmensstrategie identifizieren und erschließen wir auch Chancen. Im Gegensatz zu den Risiken erfassen wir die unternehmerischen Chancen nicht im Risikomanagementsystem.

Grundsätzlich sind Risiken als mögliche negative Abweichung von unserer Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2022 definiert. Chancen sind als positive Abweichung von unserer Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2022 zu verstehen.

Das Risikomanagementsystem der MHT AG besteht aus einem internen Kontroll- und Steuerungssystem, mit dem wir wesentliche Risiken erfassen und beurteilen.

Wir bewerten Risiken anhand von Eintrittswahrscheinlichkeiten und ihren möglichen finanziellen Auswirkungen. Maßstab für die möglichen finanziellen Auswirkungen ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). Ausgehend vom Bruttorisiko ermitteln wir das Nettorisiko, das sich ergibt, nachdem risikominimierende Maßnahmen getroffen wurden.

Die MHT AG stellt die Risiken in einer dreispaltigen Tabelle dar: Die maximale Schadenhöhe eines Risikos, die Eintrittswahrscheinlichkeit und als Produkt dieser beiden Werte die mögliche finanzielle Auswirkung. Die Einstufung erfolgt jeweils in den Bewertungskategorien niedrig, mittel und hoch.

Die Bewertungskategorien sind wie folgt definiert:

Maximale Schadenhöhe * Eintrittswahrscheinlichkeit Mögliche finanzielle Auswirkung *
niedrig 1,0 bis 10,0 T€ niedrig 0 bis 20 % niedrig 1,0 bis 10,0 T€
mittel 10,1 bis 50,0 T€ mittel 21 bis 49 % mittel 10,1 bis 50,0 T€
hoch 50,0 T€ hoch 50 bis 100 % hoch 50,0 T€

*) gemessen am EBIT

2. Risikobericht

2.1. Übersicht und Beschreibung der wesentlichen Risiken

Risikokategorie Maximale Schadenhöhe Eintrittswahrscheinlichkeit Finanzielle Auswirkung
Umfeld- und Branchenrisiken      
• Gesamtwirtschaftliche Risiken hoch mittel hoch
• Branchenspezifische Risiken mittel niedrig mittel
Finanzwirtschaftliche Risiken      
• Ausfallrisiken mittel niedrig mittel
• Liquiditätsrisiko niedrig niedrig niedrig
• Zinsänderungsrisiko niedrig niedrig niedrig
• Währungsrisiko mittel niedrig mittel
Operative Risiken      
• Preisrisiko mittel mittel mittel
• Beschaffungsrisiken hoch hoch hoch
• Kostenrisiko hoch niedrig mittel
• Personalrisiko niedrig mittel mittel
Rechtliche Risiken hoch niedrig mittel
Umwelt- und Sicherheitsrisiken mittel niedrig niedrig
IT-Risiken hoch mittel mittel

2.2. Umfeld- und Branchenrisiken

2.2.1. Gesamtwirtschaftliche Risiken

Die MHT AG ist mit ihren Produkten und Dienstleistungen für die Getränke- und Lebensmittelindustrie weniger konjunkturabhängig als andere Werkzeugbauer. Komplett entziehen kann sich das Unternehmen gesamtwirtschaftlichen Einflüssen jedoch nicht.

Es gibt einige gesamtwirtschaftliche Unwägbarkeiten, die dazu führen können, dass sich die globale Konjunktur im Jahr 2022 schlechter entwickelt als prognostiziert. Allen voran ist diesbezüglich die COVID-19-Pandemie zu nennen. Es ist derzeit schwer einzuschätzen, wie sich die Corona-Lage in den einzelnen Regionen weiterentwickelt. Wenn sich die Pandemie insgesamt noch weiter verschärft, könnte dies die gesamtwirtschaftliche Erholung bremsen oder schlimmstenfalls zu einer Rezession führen. Eine mögliche Gefahr ist bspw., dass die verfügbaren Impfstoffe nur unzureichend gegen neue Virusvarianten wirken. In diesem Fall drohen umfangreiche Kontaktbeschränkungen oder Lockdowns. Dies hätte negative gesamtwirtschaftliche Folgen und würde daher auch die Investitionsbereitschaft unserer Kunden beeinflussen. Insgesamt könnte sich eine ungünstige Entwicklung der COVID-19-Pandemie mindernd auf den Umsatz und das Ergebnis der MHT AG auswirken.

Auch geopolitische Spannungen stellen Risikofaktoren für die Weltwirtschaft dar. Allen voran ist hier die militärische Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine zu nennen. Es ist derzeit nicht abzuschätzen, wie sich diese weiterentwickelt und wie sich die Folgen des Krieges auf die Weltwirtschaft auswirken. Es besteht das Risiko, dass die Auswirkungen auf die globale Konjunktur erheblich sind. Dies würde auch die Geschäfte der MHT AG negativ beeinflussen.

Drohende internationale Handelskonflikte stellen ebenfalls gesamtwirtschaftliche Unsicherheiten dar. Es besteht bspw. das Risiko, dass sich der Konflikt der beiden bedeutenden Wirtschaftsregionen USA und China verschärft. Dies hätte möglicherweise erhebliche Auswirkungen auf die globale Konjunktur. Sollte sich die Weltwirtschaft wegen anhaltender Handelskonflikte deutlich schwächer entwickeln als erwartet, würde sich das auch auf den Umsatz und das Ergebnis der MHT AG negativ auswirken.

Ein weiterer Punkt, der die Gesamtwirtschaft volatil beeinflussen könnte, ist der angespannte Immobilienmarkt in China. Einzelne Immobilienfinanzierer in China haben bereits Zahlungsschwierigkeiten bei der Bedienung ihrer Verbindlichkeiten. Sollten sich Zahlungs- und Kreditausfälle ausweiten, besteht das Risiko, dass sich daraus entstehende negative Effekte auf den gesamten Finanzmarkt ausbreiten und zu einer globalen Finanzkrise führen. Dies würde die gesamtwirtschaftliche Entwicklung erheblich beeinflussen und hätte somit auch negative Folgen auf die Ertragslage der MHT AG. Durch die breite internationale Aufstellung des Unternehmens ist die MHT AG jedoch in der Lage, Geschäftseinbrüche in einzelnen Regionen zumindest abzumindern.

Auswirkung gesamtwirtschaftlicher Risiken: Bei einer hohen maximalen Schadenhöhe und einer als mittel eingestuften Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von hohen finanziellen Auswirkungen aus.

2.2.2. Branchenspezifische Risiken

Branchenspezifischen Risiken ist die MHT AG hauptsächlich durch die Entwicklung des weltweiten Verpackungsmarktes und dem Agieren seiner Wettbewerber ausgesetzt. Das Wettbewerbsumfeld könnte sich verschärfen, wenn Konkurrenten der MHT AG auf Kosten der Preisqualität den Kampf um Aufträge forcieren, um ihre Kapazitäten auszulasten. Dem Risiko, Marktanteile zu verlieren, begegnen wir, indem wir unseren technologischen Vorsprung in wesentlichen Produktgruppen weiter ausbauen. Darüber hinaus differenziert sich die MHT AG mit seiner starken Lösungs- und Beratungskompetenz vom Wettbewerb.

Hauptsächlich in Europa wird seit einigen Jahren verstärkt über Kunststoff- und PET-Verpackungen debattiert. Die MHT AG erzielt nahezu ihren gesamten Umsatz mit Produkten und Dienstleistungen, die im Zusammenhang mit solchen Verpackungen stehen. Es ist nicht auszuschließen, dass sich die PET-Debatte nachhaltig verschärft und regional ausweitet. Dies könnte die Investitionsbereitschaft unserer Kunden vermindern und damit den Umsatz sowie das Ergebnis der MHT AG negativ beeinflussen.

Auswirkung branchenspezifischer Risiken: Bei einer mittleren maximalen Schadenhöhe und einer als niedrig eingestuften Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von mittleren finanziellen Auswirkungen aus.

2.2.3. Finanzwirtschaftliche Risiken

Die MHT AG ist finanzwirtschaftlichen Risiken in Form von Ausfallrisiken, Liquiditätsrisiken, Zinsänderungsrisiken und Währungsrisiken ausgesetzt. Wir beschreiben diese Risiken und geeignete Maßnahmen im Folgenden. Grundsätzlich bestehen durch regionale und kundenbezogene Diversifizierungen keine wesentlichen Risikokonzentrationen.

1. Ausfallrisiken

Das Ausfallrisiko beschreibt das maximale Risikopotential, das sich aus den einzelnen Positionen zum Berichtszeitpunkt ergibt. Etwaige vorhandene Sicherheiten werden nicht berücksichtigt.

a. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Das Kreditrisiko aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beschreibt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes, der dadurch entsteht, dass ein Kunde seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt.

Die MHT AG steuert Kreditrisiken aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis von internen Richtlinien und einzelfallbezogenen Entscheidungen des Managements. Ein Großteil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist durch verschiedene, gegebenenfalls länderspezifische Sicherungsformen, abgesichert. Die Sicherungen umfassen zum Beispiel Industriegüter- und Warenkreditversicherungen, Eigentumsvorbehalte sowie Garantien, Bürgschaften oder Akkreditive. Um dem Kreditrisiko vorzubeugen, werden zudem externe Bonitätsprüfungen von Kunden durchgeführt. Darüber hinaus existieren Prozesse zur laufenden Überwachung von eventuell ausfallgefährdeten Forderungen. Wertberichtigungen auf uneinbringliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgen auf individueller Basis. Die, gemessen am gesamten Forderungsbestand, sehr geringen tatsächlichen Forderungsausfälle belegen die Effektivität der vorgenommenen Maßnahmen.

Das theoretisch maximale Kreditrisiko aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Buchwert.

b. Derivative Finanzinstrumente

Die MHT AG verwendet derivative Finanzinstrumente auf einzelvertraglicher Basis ausschließlich für das Risikomanagement. Ohne den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten wäre das Unternehmen höheren finanziellen Risiken ausgesetzt. Sie decken im Wesentlichen die Risiken ab, die aus Kursveränderungen des US-Dollars gegenüber dem Euro entstehen können. Die wesentlichen Vertragsspezifika (Höhe, Laufzeit) von Grund- und Sicherungsgeschäft sind weitgehend identisch. Das Ausfallrisiko aus derivativen Finanzinstrumenten besteht maximal in der Höhe des Saldos der positiven Marktwerte bei Ausfall eines Vertragspartners.

c. Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die maximale Kreditrisikoposition aus den sonstigen finanziellen Vermögenswerten entspricht dem Buchwert dieser Instrumente. Die MHT AG ist aus den sonstigen Vermögenswerten keinem wesentlichen Ausfallrisiko ausgesetzt. Die darin enthaltenen Vermögenswerte sind kurzfristig.

Auswirkung von Ausfallrisiken: Bei einer mittleren maximalen Schadenhöhe und einer als niedrig eingestuften Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von mittleren finanziellen Auswirkungen aus.

2. Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht in ausreichendem Maß erfüllen kann.

Die MHT AG generiert finanzielle Mittel vorwiegend durch das operative Geschäft. Die Mittel dienen vorrangig der Finanzierung des Working Capital sowie von Investitionen. Die MHT AG steuert ihre Liquidität, indem das Unternehmen neben dem Zahlungsmittelzufluss aus dem operativen Geschäft ausreichend liquide Mittel vorhält und Kreditlinien bei Banken unterhält. Das operative Liquiditätsmanagement des Unternehmens besteht aus einem Cash-Managementsystem, das zum Teil auf einer vierteljährlich rollierenden Liquiditätsplanung auf Jahresbasis beruht. Damit kann die MHT AG frühzeitig auf mögliche Liquiditätsengpässe reagieren. Risiken können sich bei einem Cash Pooling-System regelmäßig daraus ergeben, dass Schuldner innerhalb des Pooling-Systems ausfallen. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der MHT AG umfassen neben Kassenbeständen im Wesentlichen Guthaben bei Kreditinstituten.

Auswirkung des Liquiditätsrisikos: Bei einer niedrigen maximalen Schadenhöhe und einer als niedrig eingestuften Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von niedrigen finanziellen Auswirkungen aus.

3. Zinsänderungsrisiko

Die MHT AG ist Risiken ausgesetzt, die sich aus möglichen Schwankungen der Marktzinssätze ergeben können. Dies kann sich bspw. auf die Bewertung von Pensionsrückstellungen auswirken. Die MHT AG nahm zum Bilanzstichtag 2021 keine Bankkredite in Anspruch.

Auswirkung des Zinsänderungsrisikos: Bei einer niedrigen maximalen Schadenhöhe und einer als niedrig eingestuften Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von niedrigen finanziellen Auswirkungen aus.

4. Währungsrisiko

Da unsere Exporte in Länder außerhalb der Eurozone einen wesentlichen Anteil am Gesamtumsatz ausmachen, sind wir grundsätzlich Währungsrisiken ausgesetzt. Mit Kurssicherungsgeschäften wirken wir diesen bestmöglich entgegen. Zudem schließen wir Beschaffungs- und Absatzgeschäfte weitestgehend in Euro oder der jeweiligen funktionalen Währung ab.

Auswirkung des Währungsrisikos: Bei einer mittleren maximalen Schadenhöhe und einer als niedrig eingestuften Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von mittleren finanziellen Auswirkungen aus.

2.2.4. Operative Risiken

1. Preisrisiko

Die MHT AG ist in einem wettbewerbsintensiven Markt tätig, in dem Unternehmen Aufträge teilweise über nicht kostendeckende Preise generieren. Preisrisiken bergen auch die mit unseren Kunden geschlossenen Festpreisverträge. Das Risiko von entstehenden Mehrkosten trägt grundsätzlich die MHT AG. Um dieses Risiko zu minimieren, hat das Unternehmen vor Vertragsschluss eine mehrstufige Auftragsanalyse implementiert. Bei großvolumigen oder technisch komplexen Anfragen werden Angebote individuell vorkalkuliert und nach den finanziellen, technisch/technologischen sowie den rechtlichen Risiken beurteilt.

Auswirkung des Preisrisikos: Bei einer mittleren maximalen Schadenhöhe und einer als mittel eingestuften Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von mittleren finanziellen Auswirkungen aus.

2. Beschaffungsrisiken

Im Geschäftsjahr 2021 war die Lage an den Beschaffungsmärkten und in den globalen Lieferketten äußerst angespannt. Dies spiegelte sich auch in steigenden Materialpreisen wider. Wir gehen davon aus, dass es auch im Jahr 2022 eine große Herausforderung bleibt, Materialien und Zulieferteile stets fristgerecht und in ausreichender Menge zu beschaffen.

Die MHT AG ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit durch den Bezug von Teilen und Rohstoffen einem Marktpreisrisiko ausgesetzt. Wesentliche Einflussfaktoren auf Rohstoffpreise sind geopolitische und gesamtwirtschaftliche Entwicklungen. Grundsätzlich besteht die Gefahr, dass sich die Rohstoffpreise zu unseren Ungunsten entwickeln. Das Unternehmen begegnet diesem Risiko durch ein gezieltes Beschaffungsmanagement bzw. durch längerfristige Lieferkontrakte, wodurch wesentliche Rohstoffpreisrisiken verringert werden. In unsere Ergebnisprognose für 2022 haben wir weitere Preissteigerungen einkalkuliert. Sollten die Kosten für die Materialbeschaffung stärker steigen als erwartet, könnte das Ergebnis geringer ausfallen als prognostiziert.

Darüber hinaus besteht hinsichtlich Lieferanten ein grundsätzliches Risiko von Lieferengpässen, die aus Produkt-, Termin- und Qualitätsrisiken resultieren. Diese können dazu führen, dass eine termingerechte Auslieferung unserer Produkte an den Endkunden unmöglich wird. Ein Lieferantenauswahl- und Kontrollverfahren trägt dazu bei, solche Risiken zu minimieren. Sollte es dennoch zu vorübergehenden Lieferproblemen kommen, drohen Produktionsausfälle oder -verzögerungen, die sich negativ auf den Umsatz und das Ergebnis der MHT AG auswirken können. Klumpenrisiken aus beschaffungsseitigen Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten werden - soweit irgend möglich - konsequent vermieden.

Auswirkung der Beschaffungsrisiken: Bei einer hohen maximalen Schadenhöhe und einer als hoch eingestuften Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von hohen finanziellen Auswirkungen aus.

3. Kostenrisiko

Unsere Ergebnisprognose basiert darauf, dass sich die derzeitigen Kostenstrukturen nicht sprunghaft verschlechtern bzw. wir durch strukturelle Maßnahmen und Synergieeffekte weitere Kosteneinsparungen realisieren können. Grundsätzlich optimieren wir die Kostenstrukturen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, wo immer wir dies für möglich halten. Die MHT AG ist dem Risiko ausgesetzt, dass sich wesentliche Kostenpositionen ungeplant negativ entwickeln oder geplante Einsparungen geringer ausfallen als erwartet. Durch permanente Kontrolle der betrieblichen Kostenstrukturen mindern wir dieses Risiko.

Des Weiteren werden während der Projektabwicklung wesentliche Risiken, die durch interne und externe Einflüsse entstehen können, projektbegleitend erfasst und bei Bedarf umgehend Gegenmaßnahmen eingeleitet.

Auswirkung des Kostenrisikos: Bei einer hohen maximalen Schadenhöhe und einer als niedrig eingestuften Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von mittleren finanziellen Auswirkungen aus.

4. Personalrisiko

Die MHT AG will insbesondere im After-Sales-Geschäft sowie im Konstruktions- und Servicebereich verstärkt wachsen. Dafür benötigen wir hoch qualifizierte Beschäftigte im In- und Ausland. Es besteht das Risiko, dass das Unternehmen nicht genügend geeignetes Personal findet oder Personal in Schlüsselfunktionen verliert, das nicht in einer adäquaten Zeitspanne ersetzt werden kann. Frühzeitigen Zugang zu qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden wir uns durch eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit Hochschulen sowie die vorausschauende berufliche Ausbildung junger Nachwuchskräfte sichern. In unserem Unternehmen beschäftigen wir regelmäßig Bachelor-/Masterstudierende. Zudem wirken wir einer hohen Personalfluktuation mit modernen Personalbindungs- und -entwicklungsinstrumenten entgegen und setzen für Schlüsselpositionen professionelle Personalberater ein.

Auswirkung des Personalrisikos: Bei einer niedrigen maximalen Schadenhöhe und einer als mittel eingestuften Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von mittleren finanziellen Auswirkungen aus.

2.2.5. Rechtliche Risiken

Grundsätzlich bestehen für die MHT AG aus dem operativen Geschäft Risiken im Zusammenhang mit möglichen Rechtsstreitigkeiten. Die MHT AG begegnet rechtlichen Risiken durch Verhaltensregeln, externe Rechtsberatungen sowie einer adäquaten internen Compliance-Struktur. Patentrechtlichen Risiken wirken wir mit einem konsequenten Patent-Screening der Schutzrechte von Mitbewerbern entgegen. Darüber hinaus hat das Unternehmen branchenübliche Versicherungen abgeschlossen.

Auswirkung von rechtlichen Risiken: Bei einer hohen maximalen Schadenhöhe und einer als niedrig eingestuften Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von mittleren finanziellen Auswirkungen aus.

2.2.6. Umwelt- und Sicherheitsrisiken

Als produzierendes Unternehmen ist die MHT AG Risiken im Bereich Umwelt und Sicherheit ausgesetzt, die zu möglichen Schäden an Menschen, Gütern und der Reputation des Unternehmens führen können. Schäden, die durch technisches oder menschliches Versagen in der Produktion ausgelöst werden, könnten sich direkt finanziell auswirken. Darüber hinaus können sich im Schadensfall Strafen, Schadensersatzforderungen und Reputationsschäden indirekt finanziell auswirken. Die MHT AG vermindert Umwelt- und Sicherheitsrisiken durch hohe technische Standards in der Produktion, Schulungen, Verhaltensregeln sowie branchenübliche Versicherungen.

Auswirkung von Umwelt- und Sicherheitsrisiken: Bei einer mittleren maximalen Schadenhöhe und einer als niedrig eingestuften Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von niedrigen finanziellen Auswirkungen aus.

2.2.7. IT-Risiken

Alle wesentlichen Geschäftsprozesse der MHT AG basieren auf funktionierenden IT-Systemen. Risiken bestehen darin, dass wichtige Systeme ausfallen, gestört oder von unberechtigten Dritten auf diese zugegriffen werden. Dies könnte zu Produktionsausfällen führen und den Verlust bzw. Missbrauch von wichtigen vertraulichen Daten zur Folge haben.

Es kann allgemein beobachtet werden, dass immer mehr Unternehmen Opfer von Computerkriminalität werden und die Cybersicherheit stark bedroht ist. Die Computerkriminalität basiert oftmals auf professionellen internationalen Strukturen, was deren Abwehr und Bekämpfung zu einer großen Herausforderung macht. Die MHT AG wappnet sich gegen die Gefahren aus Cyberkriminalität und sonstigen IT-Risiken mit anerkannten IT-Sicherheitsmaßnahmen.

Auswirkung von IT-Risiken: Bei einer hohen maximalen Schadenhöhe und einer als mittel eingestuften Eintrittswahrscheinlichkeit gehen wir von mittleren finanziellen Auswirkungen aus.

3. Übersicht und Beschreibung der wesentlichen Chancen

Die wesentlichen Chancen

Unternehmerische Chancen erfasst die MHT AG nicht im Risikomanagementsystem. Wir teilen den Chancen daher keine Eintrittswahrscheinlichkeiten und mögliche finanzielle Auswirkungen zu. Im Folgenden beschreiben wir die Chancen allgemein.

Gesamtwirtschaftliche Chancen

Gesamtwirtschaftliche Chancen bieten sich für die MHT AG durch die gute internationale Positionierung des Unternehmens. Sollte sich die Wirtschaft in einzelnen Regionen der Welt besser entwickeln als von den Experten prognostiziert, könnten wir davon profitieren. Vor allem in den aufstrebenden Volkswirtschaften in Asien/Pazifik sowie in Afrika und dem Mittleren Osten hat die MHT AG insbesondere durch die Einbindung in die KRONES-Gruppe ihre Marktstellung deutlich gestärkt. Deshalb ergäben sich für uns zusätzliche Chancen, wenn die Wirtschaft in den Emerging Markets stärker als erwartet wächst. Für den Euro-Raum und die USA rechnen die Experten des Internationalen Währungsfonds für das Jahr 2022 ebenfalls mit einer steigenden Wirtschaftstätigkeit. Sollte die Wachstumsdynamik in diesen Regionen stärker als erwartet sein und sich das BIP in diesen Märkten dynamischer entwickeln als prognostiziert, könnte dies zu einem über unserer Prognose liegenden Umsatz und Ergebnis führen.

Branchenspezifische Chancen

Die globale Marktlage für PET-Getränkeverpackungen wird durch verschiedene Megatrends nachhaltig gestützt. Sollte sich der Bedarf an abgepackten Getränken und flüssigen Lebensmitteln oberhalb der derzeitigen Prognosen entwickeln, würden sich hieraus zusätzliche Marktchancen und Umsatzpotentiale eröffnen.

Ergänzend achten die Hersteller von Getränken und Lebensmitteln zunehmend darauf, Energie und andere Ressourcen sparsam einzusetzen. Es besteht die Chance, dass sich dieser Trend verstärkt und die Bereitschaft der Kunden steigt, dafür auch höhere Preise zu akzeptieren. Daraus eröffnen sich für die MHT AG aufgrund ihrer Wettbewerbsvorteile in diesem Bereich zusätzliche Absatz- und Umsatzchancen. Mit dem neu entwickelten "Active Flow Molding" (AFM) haben wir die Basis dafür geschaffen, dass Werkzeuge der MHT AG besonders niedrige Energie- und Medienverbräuche aufweisen. Damit hat sich das Unternehmen gegenüber einer Reihe von Anbietern einen Wettbewerbsvorteil erarbeitet.

Chancen durch Synergien

Die erfolgte Akquisition der MHT AG durch die KRONES-Gruppe bietet der Gesellschaft umfangreiche Chancen, die es im Rahmen des nach wie vor andauernden Integrationsprozesses in den KRONES-Konzern zu realisieren gilt. Insbesondere bestehen Marktchancen durch Nutzung des weltweiten Vertriebs- und Servicenetzwerkes der KRONES-Gruppe sowie durch produktbezogene Cross-Selling-Potentiale bei Neu- und Bestandskunden. Hieraus ergeben sich sowohl Umsatz- und Ertragschancen für die MHT AG als auch nichtmonetäre Chancen aufgrund einer verbesserten Reputation und Wahrnehmung am Markt. Ferner bietet die administrative und technische Einbindung der MHT AG in den KRONES-Konzern Synergiepotentiale bei Sach- und Entwicklungskosten der Gesellschaft.

Operative Chancen

1. Absatzpreise

Die MHT AG hat ihre Kostenstruktur innerhalb der letzten Jahre durch strategische Maßnahmen weitestgehend optimiert. Dies stellt eine wichtige Basis für die angestrebte Ergebnisverbesserung der Gesellschaft dar. Neben einer möglichst optimierten Kostenbasis stehen jedoch auch Steigerungen der Absatzpreise für Werkzeuge und Ersatzteile im strategischen Fokus der MHT AG. Für das Geschäftsjahr 2022 streben wir entsprechende Preiserhöhungen an. Sollten sich die Marktpreise durch Preiserhöhungen besser als erwartet entwickeln bzw. höhere Absatzpreise am Markt durchsetzbar sein als prognostiziert, ergäben sich daraus Chancen für das Unternehmen.

2. Beschaffungspreise

Das Unternehmen kauft zunehmend Gleichteile und vormontierte Baugruppen bei Lieferanten. Darüber hinaus prüft die MHT AG regelmäßig, ob durch neue Lieferantenverbindungen oder Beschaffungen in Best-Cost-Countries Einsparpotentiale im Beschaffungsbereich generiert werden können. Es besteht die Chance, dass wir dadurch insgesamt mehr einsparen als geplant und damit den prognostizierten Preissteigerungen stärker entgegenwirken können als erwartet. Zusätzliche Chancen ergeben sich, wenn sich die Rohstoff- und Materialpreise günstiger entwickeln als prognostiziert.

3. Kosten

Die MHT AG wird weiterhin strukturelle Maßnahmen initiieren, um die Kostenstruktur des Unternehmens zu optimieren. Sollten einzelne Maßnahmen stärker oder schneller greifen als geplant, ergäben sich daraus Chancen für die MHT AG. Ein wesentlicher Teil dieser Maßnahmen ist die konsequente Umsetzung der eingeschlagenen Automatisierungsstrategie im Fertigungsbereich der Gesellschaft.

Sollten die geplanten Investitionen in neue Produktionsanlagen und -verfahren im Vergleich zu der ursprünglichen Projektplanung zu niedrigeren Kosten führen oder zu einem früheren Zeitpunkt in den Echtbetrieb überführt werden können, würden sich hieraus Kostenvorteile aus der Verbesserung der Produktivität und Qualität der Fertigungsprozesse ergeben.

4. Risiken aus dem Ukraine-Russland-Konflikt

Aus der aktuellen Lage bzgl. des Krieges zwischen Russland und der Ukraine können für die MHT AG Risiken entstehen.

Als Beschaffungsrisiko könnte hierbei die Unterbrechung von Lieferketten bzw. der Ausfall von Lieferanten aus den betroffenen Gebieten entstehen. Die MHT AG bezieht von Lieferanten aus diesen Gebieten nahezu keine Materialien und Produkte, somit ist die direkte Auswirkung auf Beschaffungsrisiken als sehr gering einzuschätzen.

Durch den aktuellen Konflikt in den beiden Ländern könnten Absatzrisiken für Produkte der MHT AG entstehen, wenn Kunden in diesen Ländern ihrer Geschäftstätigkeit nur eingeschränkt nachgehen können oder durch Sanktionen Lieferungen von MHT-Produkten in diese Länder nicht möglich wären. Die MHT AG tätigt mit den betroffenen Ländern lediglich zwischen 2 % und 5 % ihres Geschäftsvolumens, wodurch dieses Risiko für den Auftragseingang und den Umsatz der MHT AG als gering einzuschätzen ist. Des Weiteren besitzt die MHT AG einen hohen Auftragsbestand mit aktuell langen Lieferzeiten von bis zu sechs Monaten mit Kunden in anderen Regionen, wodurch die Auswirkungen aus diesem Risiko zusätzlich gemindert werden können.

Für bestehende Aufträge mit Kunden in den betroffenen Ländern wurde das Abwicklungs- und Zahlungsausfallrisiko bewertet. Bei der Kalkulation dieses Risikos wurde ein generelles Ausfallrisiko von wenigen Kunden aufgrund von getroffenen wirtschaftlichen Sanktionsmaßnahmen grundsätzlich in Betracht gezogen. Das hierdurch errechnete Risiko beläuft sich auf einen Betrag im oberen fünfstelligen Bereich.

5. Zusammenfassende Beurteilung der Risiko- und Chancenlage

Aus heutiger Sicht sind für die MHT AG keine Risiken ersichtlich, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Einschätzung zu Risiken und Chancen im Wesentlichen dahingehend geändert, dass aufgrund der allgemeinen Lage auf den Märkten, die Beschaffungsrisiken gestiegen sind. Darüber hinaus liegt der Schwerpunkt der Risiken unverändert auf den Umfeld- und Branchenrisiken sowie den finanzwirtschaftlichen Risiken.

In Ergänzung hierzu resultiert ein Risiko aus der aktuellen Kriegssituation zwischen Russland und der Ukraine. Die MHT AG hat die möglichen Auswirkungen auf das Unternehmen bewertet. Basierend auf diesen Einschätzungen hat die MHT AG keine Unsicherheiten identifiziert, die einen Zweifel an der Unternehmensfortführung begründen würden.

Aufgrund der dargestellten Chancen- und Risikostruktur erwarten wir für das Geschäftsjahr 2022 für die MHT AG ein Umsatzvolumen auf Vorjahresniveau sowie ein im Bereich des EBIT 2021 liegendes Ergebnis vor Zinsen und Steuern leicht unter Vorjahresniveau.

Ausgehend von einem guten Niveau der operativen Wertschöpfung der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2021 sind wir mit Blick auf den zum 31. Dezember 2021 vorliegenden Auftragsbestand der MHT AG, die umgesetzten Maßnahmen zur Kostenoptimierung und Effizienzverbesserung der MHT AG sowie die bestehenden Synergiepotentiale im Zusammenhang mit der weiteren Integration in die KRONES-Gruppe trotz der erheblichen Risikopotentiale optimistisch, das Umsatzvolumen sowie das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2022 stabil zu halten.

V. Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten

Zu den im Unternehmen bestehenden Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Wertpapiere, Forderungen, Verbindlichkeiten und Guthaben bei Kreditinstituten.

Die Gesellschaft verfügt über einen solventen Kundenstamm. Forderungsausfälle stellen die absolute Ausnahme dar. Zudem besteht eine langjährige Zusammenarbeit mit einem Großteil der Kunden.

Zur Verminderung des finanziellen Risikos werden bei Abschluss von Aufträgen Anzahlungspläne vereinbart, wonach nach Erreichung bestimmter Fertigungsstufen vom Kunden entsprechende Anzahlungen zu leisten sind.

Verbindlichkeiten werden innerhalb der vereinbarten Zahlungsfristen gezahlt.

Im kurzfristigen Bereich finanziert sich die Gesellschaft überwiegend mittels Lieferantenkrediten.

Der Gesellschaft stehen aus heutiger Sicht ausreichend Kreditlinien zur Verfügung. Darüber hinaus konnte sie ihren Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen.

Derivative Finanzinstrumente werden von der Gesellschaft ausschließlich mit Grundgeschäftsbezug und zu Absicherungszwecken eingesetzt. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 bestanden weder Währungssicherungsgeschäfte noch anderweitige derivative Finanzinstrumente.

Ziel des Finanz- und Risikomanagements der Gesellschaft ist die Sicherung des Unternehmenserfolges gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Beim Management der Finanzposten verfolgt das Unternehmen eine konservative Risikopolitik.

Zur Absicherung gegen das Liquiditätsrisiko wird für jedes wesentliche Handelsgeschäft ein Liquiditätsplan erstellt, der einen Überblick über die Geldaus- und -eingänge vermittelt. Bei Handelsgeschäften in Fremdwährung werden in der Regel entsprechende Kurssicherungsgeschäfte abgeschlossen.

Soweit bei finanziellen Vermögenswerten Ausfall- und Bonitätsrisiken erkennbar sind, werden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen. Zur Minimierung von Ausfallrisiken verfügt das Unternehmen über ein adäquates Debitorenmanagement. Zudem besteht grundsätzlich eine Warenkreditversicherung. Darüber hinaus informieren wir uns vor Eingehung einer neuen Geschäftsbeziehung stets über die Bonität unserer Kunden und schließen bei entsprechendem Risikogehalt Geschäfte nur gegen Akkreditive oder Inkassi in geeigneter Ausgestaltung ab.

VI. Bericht über verbundene Unternehmen

Gemäß den Vorschriften des § 312 AktG hat die MHT AG einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt, der geprüft und testiert wurde.

Der Bericht schließt mit der Erklärung: "Ich erkläre, dass die Gesellschaft bei allen im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften im Geschäftsjahr 2021 nach den Umständen, die mir in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, jeweils eine angemessene Gegenleistung erhalten hat. Andere Maßnahmen wurden im Geschäftsjahr nicht getroffen oder unterlassen."

 

Hochheim, 14. Juni 2022

gez. Christian Wagner, Vorstand

Bilanz

Aktiva

31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. Anlagevermögen 4.330.005,51 4.276.828,94
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 22.014,50 24.862,50
1. sonstige immaterielle Vermögensgegenstände 22.014,50 24.862,50
II. Sachanlagen 4.150.221,45 4.103.860,62
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.326.757,09 3.539.818,09
2. technische Anlagen und Maschinen 479.408,50 288.286,92
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 241.173,00 163.455,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 102.882,86 112.300,61
III. Finanzanlagen 157.769,56 148.105,82
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1,00 1,00
2. sonstige Finanzanlagen 157.768,56 148.104,82
B. Umlaufvermögen 9.734.162,27 7.824.586,71
I. Vorräte 176.735,34 0,00
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 924.031,13 919.363,89
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 986.382,21 362.753,14
3. fertige Erzeugnisse und Waren 772.109,26 54.225,74
4. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen, offen abgesetzt 2.505.787,26 1.336.342,77
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 8.550.255,16 5.295.999,94
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.236.820,96 1.679.243,38
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.229.776,69 3.499.806,77
3. sonstige Vermögensgegenstände 83.657,51 116.949,79
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 1.007.171,77 2.528.586,77
C. Rechnungsabgrenzungsposten 134.283,74 104.899,28
Bilanzsumme, Summe Aktiva 14.198.451,52 12.206.314,93

Passiva

   
31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. Eigenkapital 5.713.724,50 4.914.877,45
I. gezeichnetes Kapital 2.452.800,00 2.452.800,00
II. Kapitalrücklage 783.240,20 783.240,20
III. Gewinnrücklagen 67.260,00 67.260,00
IV. Bilanzgewinn 2.410.424,30 1.611.577,25
B. Rückstellungen 5.867.062,59 5.988.118,21
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 3.773.067,65 3.437.695,21
2. Steuerrückstellungen 779.902,94 1.077.152,00
3. sonstige Rückstellungen 1.314.092,00 1.473.271,00
C. Verbindlichkeiten 2.617.664,43 1.303.319,27
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0,00 7.795,26
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.034.181,15 331.179,18
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.492.349,78 867.083,06
4. sonstige Verbindlichkeiten 91.133,50 97.261,77
davon aus Steuern 74.852,14 69.018,74
Bilanzsumme, Summe Passiva 14.198.451,52 12.206.314,93

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2021 - 31.12.2021
EUR
1.1.2020 - 31.12.2020
EUR
1. Rohergebnis 14.582.705,61 14.684.145,60
davon Erträge aus Währungsumrechnung 50.755,55 40.194,27
2. Personalaufwand 7.087.133,69 6.550.193,68
a) Löhne und Gehälter 5.818.025,59 5.486.492,29
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.269.108,10 1.063.701,39
davon für Altersversorgung 107.500,52 -8.398,67
3. Abschreibungen 449.349,91 439.973,83
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sowie auf aktivierte Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebs 449.349,91 439.973,83
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 5.408.952,33 5.593.900,96
davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung 31.104,68 44.787,31
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 58.439,57 109.909,13
davon aus Abzinsung 4,85 2,52
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 461.681,72 473.363,46
davon an verbundene Unternehmen 38.084,03 47.150,92
davon aus Abzinsung 387.383,39 364.525,88
7. Steuern vom Einkommen und Ertrag 421.497,26 537.244,05
8. Ergebnis nach Steuern 812.530,27 1.199.378,75
9. sonstige Steuern 13.683,22 11.869,76
Jahresüberschuss 798.847,05 1.187.508,99

Ergebnisverwendung

1.1.2021 - 31.12.2021
EUR
1.1.2020 - 31.12.2020
EUR
1. Jahresüberschuss 798.847,05 1.187.508,99
2. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 1.611.577,25 424.068,26
3. Bilanzgewinn 2.410.424,30 1.611.577,25

Anhang

I. Allgemeine Angaben zum Unternehmen

Die MHT Mold & Hotrunner Technology AG hat ihren Sitz in Hochheim am Main und ist eingetragen in das Handelsregister des Amtsgerichtes Wiesbaden (Reg.-Nr. HRB 18467).

II. Allgemeine Angaben zu Inhalt und Gliederung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss der MHT Mold & Hotrunner Technology AG auf den 31. Dezember 2021 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt.

Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft i.S.d. § 267 Abs. 2 HGB; sie ist daher nach § 316 Abs. 1 HGB prüfungspflichtig.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde entsprechend § 275 Abs. 2 HGB in der Staffelform nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die in § 266 Abs. 2 und 3 HGB bezeichneten Posten sind gesondert und in der vorgeschriebenen Reihenfolge aufgenommen worden.

Die Bilanz auf den 31. Dezember 2021 schließt in vollem Umfang an den geprüften und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahresabschluss auf den 31. Dezember 2020 an.

Soweit zulässig, wurde von den größenabhängigen Erleichterungen nach §§ 286, 288 HGB Gebrauch gemacht.

III. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum 31. Dezember 2021 entsprechen denen des Vorjahres.

Das Anlagevermögen wird zu Anschaffungs- und Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet.

Die abnutzbaren Vermögensgegenstände werden entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Abschreibungen werden für jeden einzelnen Vermögensgegenstand gesondert berechnet und pro rata temporis vorgenommen.

Auf Gebäude erfolgte die Abschreibung linear mit 4% p.a..

Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Wert von EUR 250 werden im Zugangsjahr in voller Höhe abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Wert zwischen EUR 250 und EUR 1.000 werden in einem Sammelposten erfasst und im Jahr 2021 um ein Fünftel abgeschrieben.

Anteile an verbundenen Unternehmen werden mit den Anschaffungskosten, bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit dem beizulegenden Wert, bewertet.

Die Aktivwerte der Rückdeckungsversicherung sind durch die Versicherungsgesellschaft mit dem Zeitwert berechnet worden.

Zur Entwicklung des Anlagevermögens wird auf den Anlagenspiegel verwiesen, der Teil dieses Anhangs ist.

Die Bewertung der Vorräte erfolgte gemäß § 255 Abs. 2 HGB zu Anschaffungs- und Herstellungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips.

Die Ermittlung der Herstellungskosten der fertigen und unfertigen Erzeugnisse erfolgte unter Einbeziehung der Material- und Fertigungseinzelkosten, angemessener Bestandteile an Material- und Fertigungsgemeinkosten, Sonderkosten der Fertigung sowie dem fertigungsinduzierten Werteverzehr des Anlagevermögens. Allgemeine Verwaltungskosten und Fremdkapitalzinsen wurden nicht in die Bewertung einbezogen.

Erhaltene Anzahlungen wurden mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt und gemäß § 268 Abs. 5, Satz 2 HGB offen von den Vorräten abgesetzt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände wurden mit ihren jeweiligen Nominalwerten angesetzt. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist das Ausfallrisiko durch Wertberichtigungen berücksichtigt worden.

Die Umrechnung von Forderungen, die auf fremde Währung lauten, erfolgt grundsätzlich zum Wechselkurs im Erstverbuchungszeitpunkt. Zum Bilanzstichtag erfolgt die Umrechnung zum Devisenkassamittelkurs gemäß § 256a HGB. Forderungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr können daher unrealisierte Gewinne aus Währungsumrechnung enthalten. Bei Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wird entsprechend dem Niederstwertprinzip der jeweils niedrigere Wert angesetzt.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten wurden mit dem Nominalwert angesetzt.

Die Pensionsrückstellungen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Berücksichtigung der Regelungen des § 253 Abs. 2, Satz 1 HGB angesetzt. Die Pensionsrückstellungen wurden somit unter Anwendung des § 253 Abs. 2, Satz 1 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten 10 Jahre auf den Bilanzstichtag abgezinst.

Die Rückstellung für leistungsorientierte Pensionspläne ist somit unter Anwendung versicherungsmathematischer Methoden, eines Rechnungszinssatzes von 1,87 % p.a. (Vorjahr: 2,30 % p.a.) und unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Methode (PUC-Methode) ermittelt worden. Bei der Berechnung der Pensionsrückstellungen wurden die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet. Es wurde der Anwartschaftstrend mit 1,50 % sowie der Rententrend mit 1,00 % zugrunde gelegt.

Der gemäß § 253 Abs. 6 HGB zu ermittelnde ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Pensionsrückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen 10 Jahren und dem Ansatz der Pensionsrückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen 7 Jahren beträgt zum 31. Dezember 2021 EUR 388.454,00. Im Vorjahr betrug der ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag EUR 490.687,00.

Bei der Bemessung der sonstigen Rückstellungen wurde allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten Rechnung getragen. Die Höhe der Rückstellungen entspricht den nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbeträgen.

Sonstige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 1 HGB mit einem Kostensteigerungseffekt bewertet und gemäß dem seitens der Deutschen Bundesbank vorgegebenen durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten 7 Jahre entsprechend ihrer Restlaufzeit auf den Bilanzstichtag abgezinst.

Die ausgewiesenen Verbindlichkeiten sind mit ihren jeweiligen Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Die Umrechnung von Verbindlichkeiten, die auf fremde Währung lauten, erfolgt grundsätzlich zum Wechselkurs im Erstverbuchungszeitpunkt. Zum Bilanzstichtag erfolgt eine Neubewertung zum Devisenkassamittelkurs gemäß § 256a HGB.

Ungeachtet des Anschaffungswert- und Imparitätsprinzips wird bei Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr der Stichtagswert angesetzt. Bei Verbindlichkeiten von mehr als einem Jahr wird der sich ergebende höhere der beiden Werte angesetzt.

IV. Angaben zur Bilanz

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von TEUR 1.219 (Vorjahr: TEUR 560) enthalten. Sämtliche Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie die sonstigen Vermögensgegenstände beziehen sich in ihrer Fälligkeit auf einen Zeitraum von bis zu einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von insgesamt TEUR 4.230 (Vorjahr: TEUR 3.500) enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 7 (Vorjahr: TEUR 76).

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 134 (Vorjahr: TEUR 105) enthält die antizipative Abgrenzung von Zahlungen vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Das gezeichnete Kapital beträgt zum Bilanzstichtag EUR 2.452.800,00 und ist eingeteilt in 24.528 vinkulierte Namensaktien zum Nennbetrag von je EUR 100,00.

Die Anteile der MHT Mold & Hotrunner Technology AG werden zu 100 % von der MHT Holding AG mit Sitz in Hochheim am Main gehalten, an der die KRONES Beteiligungsgesellschaft mbH mit Sitz in Neutraubling wiederum 100 % der Aktien hält. Als alleinige Gesellschafterin der KRONES Beteiligungsgesellschaft mbH fungiert die KRONES AG, ebenfalls mit Sitz in Neutraubling, in deren Konzernabschluss die MHT Mold & Hotrunner Technology AG einbezogen wird.

Die Kapitalrücklage sowie die Gewinnrücklagen der Gesellschaft haben sich im Geschäftsjahr 2021 nicht verändert.

Der Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2021 ermittelt sich wie folgt:

EUR
Bilanzgewinn zum 31.12.2020 1.611.577,25
+ Jahresüberschuss 2021 + 798.847,05
Bilanzgewinn zum 31.12.2021 2.410.424,30

Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn in Höhe von EUR 2.410.424,30 auf neue Rechnung vorzutragen.

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Gewährleistungen 537 781
Personalkosten 484 403
ausstehende Rechnungen 109 70
Sonstiges 184 219
  1.314 1.473

Der nachfolgende Verbindlichkeitenspiegel gibt Auskunft über die Fälligkeit der Verbindlichkeiten:

in TEUR 31.12.2021 davon Restlaufzeit bis 1 Jahr davon Restlaufzeit zwischen 1 und 5 Jahre davon Restlaufzeit über 5 Jahre
Erhaltene Anzahlungen 0 0 0 0
Vorjahr 8 8 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.034 1.034 0 0
Vorjahr 331 331 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.492 1.440 52 0
Vorjahr 867 788 79 0
Sonstige Verbindlichkeiten 91 91 0 0
Vorjahr 97 97 0 0
Gesamt 2.617 2.565 52 0
Vorjahr 1.303 1.224 79 0

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von insgesamt TEUR 1.492 (Vorjahr: TEUR 867) sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 663 (Vorjahr: TEUR 762) enthalten.

V. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse wurden entsprechend der Definition des § 277 Abs. 1 HGB erfasst.

Von den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von TEUR 999 (Vorjahr: TEUR 834) entfallen TEUR 526 (Vorjahr: TEUR 462) auf die Auflösung von Rückstellungen sowie TEUR 51 (Vorjahr: TEUR 40) auf Erträge aus Währungsumrechnung. Dem gegenüber stehen unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesene Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 31 (Vorjahr: TEUR 45).

Erträge und Aufwendungen aus der Abzinsung von Rückstellungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung jeweils gesondert (als davon-Vermerk) unter den Posten "Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge" und "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" ausgewiesen.

VI. Sonstige Angaben und Erläuterungen

Gesellschaftsorgane

Im Geschäftsjahr 2021 war

Herr Christian Wagner, Dipl.-Ingenieur, Mainz, ausgeübter Beruf: Kaufmann,

als Vorstand bestellt.

Auf die Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Der Aufsichtsrat setzte sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:

• Herr Markus Tischer, Obertraubling (Vorsitzender), Mitglied des Vorstands KRONES AG

• Herr Klaus Wegmann, Ingelheim (stellv. Vorsitzender), Betriebsleiter MHT Mold & Hotrunner Technology AG

• Herr Sebastian Schäfer, Regensburg, Leiter Mergers & Acquisitions KRONES AG

Die Bezüge des Aufsichtsrates beliefen sich in 2021 auf TEUR 3 (Vorjahr: TEUR 6).

Durchschnittliche Mitarbeiterzahl

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2021 waren durchschnittlich 105 Mitarbeiter (Vorjahr: 101 Mitarbeiter) bei der Gesellschaft beschäftigt. Der Anteil der Mitarbeiter, die in fertigungsnahen Bereichen tätig sind, entspricht 51 % der Gesamtmitarbeiterzahl.

Verrechnung von Vermögensgegenständen und Schulden

Gemäß § 246 Abs. 2, Satz 2 HGB sind die im Finanzanlagevermögen ausgewiesenen Rückdeckungsansprüche aus Lebensversicherungen mit den entsprechenden Pensionsverpflichtungen verrechnet worden. Sie sind durch Verpfändung dem Zugriff der übrigen Gläubiger entzogen und dienen ausschließlich der Erfüllung der Pensionsverpflichtungen.

Zum 31. Dezember 2021 betrug die verrechenbare Pensionsverpflichtung TEUR 2.551 (Vorjahr: TEUR 2.308) und die korrespondierende Rückdeckungsversicherung TEUR 998 (Vorjahr: TEUR 972). Nach Saldierung ergibt sich ein (Teil-)Rückstellungsbetrag von TEUR 1.553 (Vorjahr: TEUR 1.336). Zugleich wurden Aufwendungen aus der Abzinsung (TEUR 386; Vj.: TEUR 363) und der Zuführung zur Rückdeckungsversicherung (TEUR 14; Vj.: TEUR 16) mit der Zuführung der Aktivwerte der Rückdeckungsversicherung (TEUR 12; Vj.: TEUR 83), mit einem Saldo von TEUR 388 (Vj.: TEUR 296) an Aufwand, verrechnet.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum 31. Dezember 2021 bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- bzw. Leasingverträgen in Höhe von TEUR 2.347 (Vorjahr: TEUR 2.503). Aus den bestehenden Miet- und Leasingverträgen resultieren folgende Zahlungsverpflichtungen:

in TEUR 31.12.2021 davon Fälligkeit bis 1 Jahr davon Fälligkeit zwischen 1 und 5 Jahre davon Fälligkeit über 5 Jahre
Miet- und Leasingverpflichtungen 2.347 472 1.619 256
Vorjahr 2.503 505 1.413 585

Derivative Finanzinstrumente

Zum 31. Dezember 2021 werden von der Gesellschaft keine derivativen Finanzinstrumente gehalten.

Haftungsverhältnisse

Zum Abschlussstichtag bestehen Haftungsverhältnisse aus der Übernahme einer anteiligen Bürgschaft in Höhe von Mexikanische Pesos 70.000 (ca. TEUR 3,0) gegenüber der BBVA Bancomer Mexico für einen Kontokorrentkreditrahmen der MHT Moldes de Mexico, S.A. de C.V.

Die Haftungsverhältnisse der Gesellschaft in Höhe von insgesamt ca. TEUR 3 entfallen, ebenso wie im Vorjahr, in voller Höhe auf Haftungsverhältnisse zu Gunsten verbundener Unternehmen.

Das Risiko einer Inanspruchnahme aus vorgenannten Haftungsverhältnissen wird als gering eingeschätzt, da die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage der begünstigten Gesellschaft ausreichend ist, um ihren Verpflichtungen eigenständig nachzukommen.

Ausschüttungsgesperrter Betrag

Der gemäß § 253 Abs. 6 HGB ermittelte, ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag beträgt zum 31. Dezember 2021 EUR 388.454,00 (Vorjahr: EUR 490.687,00).

Nachtragsbericht

Am 24. Februar 2022 startete Russland seine Kriegshandlungen in der Ukraine. Aufgrund des relativ geringen Anteils der Länder Russland und Ukraine an der Geschäftstätigkeit der MHT Mold & Hotrunner Technology AG, hat der militärische Konflikt keine wesentlichen Auswirkungen auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft. Basierend hierauf hat die MHT Mold & Hotrunner Technology AG keine Unsicherheiten identifiziert, die einen Zweifel an der Unternehmensfortführung begründen würden.

Hinsichtlich der möglichen Auswirkungen der militärischen Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine verweisen wir auf die Ausführungen im Risiko- sowie im Prognosebericht im Rahmen des Lageberichtes der Gesellschaft zum vorliegenden Jahresabschluss 2021.

Konzernzugehörigkeit

Die MHT Holding AG mit Sitz in Hochheim am Main hält 100 % der Anteile an der MHT Mold & Hotrunner Technology AG mit Sitz in Hochheim am Main. Die MHT Mold & Hotrunner Technology AG ist zum 31. Dezember 2021 in den Konzernabschluss der KRONES AG mit Sitz in Neutraubling einzubeziehen. Der Konzernabschluss der KRONES AG ist am Sitz des Unternehmens erhältlich.

 

Hochheim, 14. Juni 2022

MHT Mold & Hotrunner Technology AG

Der Vorstand

gez. Christian Wagner

Anlagespiegel

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand am 01.01.2021
Euro
Zugänge
Euro
Abgänge
Euro
Umgliederung
Euro
Stand am 31.12.2021
Euro
I. Immaterielle Vermögensgegentände          
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 873.158,93 0,00 0,00 0,00 873.158,93
II. Sachanlagen          
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 8.206.107,27 60.142,40 0,00 0,00 8.266.249,67
2. technische Anlagen und Maschinen 3.317.958,10 279.822,72 2.173,05 0,00 3.595.607,77
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.283.805,36 81.648,35 0,00 80.667,52 1.446.121,23
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 112.300,61 71.249,77 0,00 -80.667,52 102.882,86
  12.920.171,34 492.863,24 2.173,05 0,00 13.410.861,53
III. Finanzanlagen          
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 39.360,69 0,00 0,00 0,00 39.360,69
2. Ansprüche aus Rückdeckungsversicherung 148.104,82 9.663,74 0,00 0,00 157.768,56
  187.465,51 9.663,74 0,00 0,00 197.129,25
  13.980.795,78 502.526,98 2.173,05 0,00 14.481.149,71
Abschreibungen
Stand am 01.01.2021
Euro
Zugänge
Euro
Abgänge
Euro
Stand am 31.12.2021
Euro
I. Immaterielle Vermögensgegentände        
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 848.296,43 2.848,00 0,00 851.144,43
II. Sachanlagen        
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 4.666.289,18 273.203,40 0,00 4.939.492,58
2. technische Anlagen und Maschinen 3.029.671,18 88.700,64 2.172,55 3.116.199,27
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.120.350,36 84.597,87 0,00 1.204.948,23
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
  8.816.310,72 446.501,91 2.172,55 9.260.640,08
III. Finanzanlagen        
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 39.359,69 0,00 0,00 39.359,69
2. Ansprüche aus Rückdeckungsversicherung 0,00 0,00 0,00 0,00
  39.359,69 0,00 0,00 39.359,69
  9.703.966,84 449.349,91 2.172,55 10.151.144,20
Buchwerte
Stand am 31.12.2021
Euro
Stand am 31.12.2020
Euro
I. Immaterielle Vermögensgegentände    
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 22.014,50 24.862,50
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 3.326.757,09 3.539.818,09
2. technische Anlagen und Maschinen 479.408,50 288.286,92
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 241.173,00 163.455,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 102.882,86 112.300,61
  4.150.221,45 4.103.860,62
III. Finanzanlagen    
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1,00 1,00
2. Ansprüche aus Rückdeckungsversicherung 157.768,56 148.104,82
  157.769,56 148.105,82
  4.330.005,51 4.276.828,94

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat, der sich aus 3 Mitgliedern zusammensetzt, hat sich vom Vorstand regelmäßig in mündlicher und schriftlicher Form über die Lage und Entwicklung des Unternehmens sowie die wesentlichen geschäftlichen Ereignisse und Vorhaben unterrichten lassen.

In den 2 protokollierten Aufsichtsratssitzungen des Jahres 2021 und darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat vor allem mit der laufenden Geschäftslage, der strategischen Weiterentwicklung, der Entscheidung über Investitionen und der Beratung über anhängige Rechtsstreitigkeiten und deren Beendigung befasst.

Dem Aufsichtsrat lag der von der B+G Revisionsgesellschaft mbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Wiesbaden geprüfte und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss, Lagebericht und der Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen der MHT Mold & Hotrunner Technology AG zum 31.12.2021 vor. Die Prüfer haben den Jahresabschluss als mit den ordnungsgemäß geführten Büchern und mit den gesetzlichen Vorschriften sowie der Satzung übereinstimmend befunden und festgestellt, dass im Lagebericht die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung zutreffend dargestellt sind.

Bei dem Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen sind die Prüfer zu dem Schluss gekommen, dass die Angaben des Berichts richtig sind und bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die im Zeitpunkt ihrer Vornahme bekannt waren, die Leistungen der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war.

Wir haben den Jahresabschluss der Gesellschaft zum 31.12.2021, den Lagebericht und den Bericht des Vorstandes über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen der MHT Mold & Hotrunner Technology AG geprüft. Ein Vertreter der Abschlussprüferin stand für Rückfragen und Erläuterungen zur Verfügung.

Den Bericht der Abschlussprüferin über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts haben wir zustimmend zur Kenntnis genommen. Das abschließende Ergebnis unserer eigenen Prüfung entspricht vollständig dem Ergebnis der Abschlussprüfung.

Der Aufsichtsrat schließt sich dem Ergebnis der Prüfung durch die Abschlussprüferin an und erhebt keine Einwendungen.

Nach dem abschließenden Ergebnis unserer Prüfung haben wir den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Lagebericht der MHT Mold & Hotrunner Technology AG gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstandes zur Verwendung des Bilanzgewinns, nämlich dem Vortrag auf neue Rechnung, stimmen wir zu.

 

Hochheim, den 28.06.2022

gez. Markus Tischer, Vorsitzender des Aufsichtsrates

gez. Klaus Wegmann, Aufsichtsratsmitglied

 

Neutraubling, den 28.06.2022

gez. Sebastian Schäfer, Aufsichtsratsmitglied

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 28.06.2022 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der MHT Mold & Hotrunner Technology AG - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der MHT Mold & Hotrunner Technology AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss zu dienen.

Hinweis zur Hervorhebung eines Sachverhalts

Wir weisen ausdrücklich auf die Ausführungen im Prognose- und Risikobericht des Lageberichts hin. Danach steht die Prognose für 2022 unter dem Vorbehalt, dass es zu keinen gravierenden Belastungen durch die Covid-19-Pandemie oder einer Eskalation bzw. Ausweitung des Krieges zwischen Russland und der Ukraine kommt. Der Vorstand beurteilt die voraussichtliche Entwicklung für das Jahr 2022 für die Gesellschaft insgesamt als stabil.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieses Systems der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Wiesbaden, den 14. Juni 2022

B+G Revisions- und Beratungsgesellschaft mbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

gez. Dr. Gastl, Wirtschaftsprüfer

gez. von Rosenberg, Wirtschaftsprüfer

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