Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 122029
Vorher
Jade 968. GmbH
Eingetragen
18.9.2009
Branche
Entwicklung und Programmierung von AnwendungssoftwareErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieErbringung von sonstigen Dienstleistungen der Informationstechnologie
Gegenstand
Entwicklung und Bereitstellung von Software sowie Dienstleistungen im Zusammenhang mit finanzierten Käufen, insbesondere des Kaufs auf Rechnung, des Kaufs per Lastschrift oder gegen Ratenzahlung und der Ankauf von Forderungen.

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Klarna Bank AB (publ)SWE
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Klarna Bank AB (publ)
Sweden
100.00%

Konzern- und Jahresabschlüsse

Berichtigungsvermerk, hinzugefügt am 10.09.2020:

Neufassung, ersetzt die Offenlegung vom 24.08.2020

Billpay GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

Jahresbilanz zum 31.12.2019

der BillPay GmBH, Berlin

Aktivseite

Geschäftsjahr 2019
Euro Euro Euro Euro
1. Forderungen an Kreditinstitute 27.332.860,22
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 17.603.270,79
davon:
auf Treuhandkonten 12.677.979,28
b) aus sonstigen Tätigkeiten 9.729.589,43
aa) täglich fällig 6.776.582,30
bb) andere Forderungen 2.953.007,13
2. Forderungen an Kunden 66.782.074,25
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 66.700.705,44
davon:
aa) aus Provisionen 66.700.705,44
b) aus sonstigen Tätigkeiten 81.368,81
3. Immaterielle Anlagewerte 234.662,05
a) aus Zahlungsfristen und der Ausgabe von E-Geld 234.662,05
aa) selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 218.588,88
bb) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und
Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 16.073,17
4. Sachanlagen 518.559,65
a) aus Zahlungsfristen und der Ausgabe von E-Geld 518.559,65
b. Sonstige Vermögensgegenstände 994.099,33
a) aus Zahlungsfristen und der Ausgabe von E-Geld 190.857,66
b) aus sonstigen Tätigkeiten 803.241,67
6. Rechnungsabgrenzungsposten 31.716,36
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 26.330,13
b) aus sonstigen Tätigkeiten 5.386,23
Summe der Aktiva 95.893.971,86
Vorjahr 2018
Euro Euro Euro Euro
1. Forderungen an Kreditinstitute 23.437.647,82
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 9.821.780,34
davon:
auf Treuhandkonten 7.529.358,10
b) aus sonstigen Tätigkeiten 13.615.867,48
aa) täglich fällig 7.564.814,59
bb) andere Forderungen 6.051.052,89
2. Forderungen an Kunden 53.196.070,70
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 52.460.147,87
davon:
aa) aus Provisionen 52.460.147,87
b) aus sonstigen Tätigkeiten 735.922,83
3. Immaterielle Anlagewerte 731.463,02
a) aus Zahlungsfristen und der Ausgabe von E-Geld 731.463,02
aa) selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 698.799,82
bb) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und
Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 32.663,20
4. Sachanlagen 595.092,00
a) aus Zahlungsfristen und der Ausgabe von E-Geld 595.092,00
b. Sonstige Vermögensgegenstände 900.459,50
a) aus Zahlungsfristen und der Ausgabe von E-Geld 342.084,63
b) aus sonstigen Tätigkeiten 524.404,87
6. Rechnungsabgrenzungsposten 123.007,29
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld
b) aus sonstigen Tätigkeiten 123.007,29
Summe der Aktiva 78.949.770,33

Passivseite

Geschäftsjahr 2019
Euro Euro Euro
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 13.629.642,85
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld
aa) täglich fällig
b) aus sonstigen Tätigkeiten 13.629.642,85
aa) täglich fällig 9.629.357,74
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 4.000.285,11
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 63.577.818,53
a) aus Zahlungsfristen und aus der Ausgabe von E-Geld 63.577.818,53
davon: zur Ausführung von Zahlungsvorgängen 63.577.818,53
3. Sonstige Verbindlichkeiten 698.139,60
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 573.830,56
b) aus sonstigen Tätigkeiten 124.309,04
4. Rechnungsabgrenzungsposten 878.063,30
a) aus Zahlungsfristen und der Ausgabe von E-Geld 210.085,73
b) aus sonstigen Tätigkeiten 667.977,57
5. Rückstellungen 3.270.830,59
a) Steuerrückstellungen 293.716,74
aa) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 293.716,74
b) andere Rückstellungen 2.977.113,85
aa) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 1.106.430,09
bb) aus sonstigen Tätigkeiten 1.870.683,76
6. Eigenkapital 13.839.476,99
a) Eingefordertes Kapital
Gezeichnetes Kapital 55.334,00
b) Kapitalrücklage 12.082.783,62
c) Bilanzgewinn/Bilanzverlust 1.701.359,37
Summe der Passiva 95.893.971,86
Vorjahr 2018
Euro Euro Euro
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.009.382,82
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 4.009.382,82
aa) täglich fällig 4.009.382,82
b) aus sonstigen Tätigkeiten
aa) täglich fällig
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 57.749.792,90
a) aus Zahlungsfristen und aus der Ausgabe von E-Geld 57.749.792,90
davon: zur Ausführung von Zahlungsvorgängen 57.749.792,90
3. Sonstige Verbindlichkeiten 1.250.074,00
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 1.250.074,00
b) aus sonstigen Tätigkeiten
4. Rechnungsabgrenzungsposten 753.114,34
a) aus Zahlungsfristen und der Ausgabe von E-Geld 175.451,19
b) aus sonstigen Tätigkeiten 577.663,15
5. Rückstellungen 2.806.662,27
a) Steuerrückstellungen 761.876,90
aa) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 761.876,90
b) andere Rückstellungen 2.044.785,37
aa) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 899.540,22
bb) aus sonstigen Tätigkeiten 1.145.245,15
6. Eigenkapital 12.380.744,00
a) Eingefordertes Kapital
Gezeichnetes Kapital 55.334,00
b) Kapitalrücklage 12.082.783,62
c) Bilanzgewinn/Bilanzverlust 242.626,38
Summe der Passiva 78.949.770,33

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01.2019 bis 31.12.2019

Geschäftsjahr 2019
Euro Euro Euro Euro Euro
1. Zinserträge 2.569,00
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 2.569,03
aa) Kredit- und Geldmarktgeschäften 2.569,00
b) aus sonstigen Tätigkeiten -
aa) Kredit- und Geldmarktgeschäften -
2. Zinsaufwendunger 10.297,72
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld -
b) aus sonstigen Tätigkeiten 10.297,72
3. Provisionserträge 30.333.646,84
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 17.664.034,53
b) aus sonstigen Tätigkeiten 12.669.612,31
4. Provisionsaufwendungen 5.145.358,46
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 3.542.219,48
b) aus sonstigen Tätigkeiten 1.603.138,98
5. Sonstige betriebliche Erträge 2.791.274,95
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 1.427.676,27
b) aus sonstigen Tätigkeiten 1.363.598,68
6. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen 6.684.962,36
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 4.459.699,50
aa) Personalaufwand 3.781.829,75
aaa) Löhne und Gehälter 3.207.813,13
bbb) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 574.016,62
darunter:
für Altersversorgung 14.415,01
bb) andere Verwaltungsaufwendungen 677.869,75
b) aus sonstigen Tätigkeiten 2.225.262,86
aa) Personalaufwand 1.858.676,29
aaa) Löhne und Gehälter 1.576.561,24
bbb) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 282.115,05
darunter:
für Altersversorgung 7.084,63
bb) andere Verwaltungsaufwendungen 366.586,57
7. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen
739.276,58
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 739.276,58
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 11.084.859,58
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 2.193.529,52
b) aus sonstigen Tätigkeiten 8.894.330,06
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 7.851.408,44
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 4.599.688,68
b) aus sonstigen Tätigkeiten 3.251.719,76
10. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld -
11. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 1.611.327,65
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 3.562.866,04
b) aus sonstigen Tätigkeiten -1.951.538,39
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 152.594,66
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 152.594,66
b) aus sonstigen Tätigkeiten -
21. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 10 ausgewiesen -
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld --
b) aus sonstigen Tätigkeiten -
13. Jahresüberschuss 1.458.732,99
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 3.410.271,38
b) aus sonstigen Tätigkeiten - 1.951.538,39
14. Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr 242.626,38
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld - 9.995.912,24
b) aus sonstigen Tätigkeiten 10.238.538,62
15. Bilanzgewinn 1.701.359,37
Vorjahr 2018
Euro Euro Euro Euro Euro
1. Zinserträge 6,00
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld
aa) Kredit- und Geldmarktgeschäften -
b) aus sonstigen Tätigkeiten 6,00
aa) Kredit- und Geldmarktgeschäften 6,00
2. Zinsaufwendunger 4.886,21
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld -
b) aus sonstigen Tätigkeiten 4.886,21
3. Provisionserträge 28.248.828,79
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 17.107.150,74
b) aus sonstigen Tätigkeiten 11.141.678,05
4. Provisionsaufwendungen 4.150.840,89
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 2.023.986,47
b) aus sonstigen Tätigkeiten 2.126.854,42
5. Sonstige betriebliche Erträge 3.428.822,71
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 1.645.226,80
b) aus sonstigen Tätigkeiten 1.783.595,91
6. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen 8.632.874,20
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 5.788.143,86
aa) Personalaufwand 4.409.839,62
aaa) Löhne und Gehälter 3.810.234,81
bbb) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 599.604,81
darunter:
für Altersversorgung 4.936,05
bb) andere Verwaltungsaufwendungen 1.378.304,24
b) aus sonstigen Tätigkeiten 2.844.730,34
aa) Personalaufwand 2.167.327,71
aaa) Löhne und Gehälter 1.872.636,69
bbb) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 294.691,02
darunter:
für Altersversorgung 2.429,46
bb) andere Verwaltungsaufwendungen 677.402,63
7. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen
702.040,15
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 702.040,15
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 7.183.644,05
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 3.452.653,51
b) aus sonstigen Tätigkeiten 3.730.990,54
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 5.614.114,37
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 3.238.720,63
b) aus sonstigen Tätigkeiten 2.375.393,74
10. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 129.987,90
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 129.987,90
11. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 5.519.245,53
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 3.676.820,82
b) aus sonstigen Tätigkeiten 1.842.424,71
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 764.876,11
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 764.876,11
b) aus sonstigen Tätigkeiten -
21. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 10 ausgewiesen 10.893,74
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld -
b) aus sonstigen Tätigkeiten 10.893,74
13. Jahresüberschuss 4.743.475,68
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 2.911.944,71
b) aus sonstigen Tätigkeiten 1.831.530,97
14. Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr 4.503.849,30
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 12.907.856,95
b) aus sonstigen Tätigkeiten 8.407.037,65
15. Bilanzgewinn 242.626,38

ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2019

1. Allgemeine Angaben

Die Billpay GmbH mit Sitz in Berlin ist im Handelsregister beim Amtsgericht Charlottenburg unter der Nummer HRB 122029 eingetragen.

Die Billpay GmbH erhielt am 13. August 2015 von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht die Erlaubnis als Zahlungsdienst das Finanztransfergeschäft (§ 1 Abs. 2 Nr. 6 ZAG) zu erbringen.

Für die Bilanzierung sind daher vorrangig die §§ 340a ff HGB sowie die Verordnung über die Rechnungslegung der Zahlungsinstitute und E-Geld-Institute (RechZahlV) anzuwenden. Obwohl die Gesellschaft nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen eine mittelgroße Kapitalgesellschaft ist, sind nach § 340a Abs. 1 HGB die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften anzuwenden.

Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung wurden nach den Formblättern 1 und 2 der RechZahlV aufgestellt. Für den Anhang gelten neben §§ 284 ff HGB auch die §§ 28 ff RechZahlV sowie die ergänzenden Vorschriften zu den einzelnen Positionen.

2. Angewandte Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bei der Bewertung wurde von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit ausgegangen.

Die dem Abschluss zu Grunde liegende Buchführung entspricht den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

AKTIVA

Die Barreserven und Forderungen an Kreditinstitute sind zum Nennwert bewertet.

Forderungen an Kunden werden mit den Anschaffungskosten bewertet. Risiken im Forderungsbestand wurden durch eine Pauschalwertberichtigung nach IFRS 9 berücksichtigt. Aus der Änderung der Risikovorsorgemethodik in 2018 ergab sich im Vorjahr ein Ertrag von TEUR 792. Die Forderungen an Händler aus nicht abgerechneten Gebühren werden unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen Stornierungsquote vorsichtig ermittelt. Forderungen in ausländischer Währung werden zum Euro-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank am Bilanzstichtag bewertet.

Die Forderungen aus Ankauf sowie die korrespondierenden Verbindlichkeiten aus dem Ankauf von Forderungen werden erfolgsneutral erfasst. Die Forderungen aus Ankauf werden mit der wirtschaftlichen Entstehung der Forderung, bei Lieferung und Rechnungstellung durch den Händler an den Endkunden bilanziert.

Die immateriellen Anlagewerte und Sachanlagen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Die Herstellungskosten der selbst geschaffenen immateriellen Anlagewerte umfassen die Personaleinzelkosten, notwendige Personalgemeinkosten sowie im geringen Kosten für zugekaufte Dienstleistungen. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die zu Anschaffungskosten bilanzierten Domains "Billpay" werden nicht abgeschrieben. Für die erworbene Software wird eine Nutzungsdauer von drei bis sieben Jahren angenommen. Die Nutzungsdauer für Büromöbel und für EDV-Ausstattung wird mit drei bis dreizehn Jahren angenommen.

Sonstige Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden die anteiligen bezahlten Beträge eingestellt, die erst eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag Aufwand darstellen.

PASSIVA

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Andere Rückstellungen werden für ungewisse Verbindlichkeiten in Höhe des Betrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zu ihrer Erfüllung notwendig ist. Sie tragen möglichen Einzelrisiken angemessen und ausreichend Rechnung.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert mit dem im Handelsregister eingetragenen Betrag angesetzt.

Die Währungsumrechnung von auf fremde Währung lautenden Bankguthaben, Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten wird zum Euro-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank am Bilanzstichtag vorgenommen.

Für die Ermittlung latenter Steuern, aufgrund von temporären oder quasipermanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von immateriellen Anlagewerten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge, werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Die passiven latenten Steuern betragen TEUR 66 (Vorjahr: TEUR 211). Der Steuersatz beträgt 30,18 %. Die passiven Steuerlatenzen werden mit den höheren aktiven Steuerlatenzen verrechnet. Ein darüber hinaus gehender Ansatz aktiver latenter Steuern ist zum Bilanzstichtag in Ausübung der dafür bestehenden Wahlrechte nicht erfolgt.

3. Erläuterungen zu einzelnen Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

Von den Forderungen an Kreditinstitute ist ein Konto mit einem Bestand von TEUR 2.126 (Vorjahr: TEUR 2.126) zur Sicherung des Transaktionsvolumens bei der Partnerbank verpfändet. Daneben werden sieben Bankkonten (Transaktionskonten) als offene Treuhandkonten geführt. Diese Konten weisen am 31. Dezember 2019 Guthaben von TEUR 12.678 (Vorjahr: TEUR 7.529) aus. Guthaben in fremder Währung bestehen nur in Schweizer Franken mit einem Gesamtbetrag von TEUR 4.575 (Vorjahr: TEUR 5.156). Die in der Schweiz geführten Konten wurden im Geschäftsjahr zur Sicherung der abgeschlossenen Garantie-Vereinbarung, die bestehende Händlerauszahlungsansprüche im Falle eines Ausfalls von Billpay sichert, verpfändet.

Die Forderungen an Kunden setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR TEUR
2019 2018
Forderungen aus dem Ankauf von Forderungen 65.169 51.663
Forderungen an Händler 1.613 1.533
Die Fristigkeit gliedert sich wie folgt:
bis 3 Monate 63.072 53.187
3 - 6 Monate 3.609 9
6 - 12 Monate 101 0
mehr als 12 Monate 0 0
Insgesamt 66.782 53.196

Die Forderungen an Händler enthalten in Höhe von TEUR 368 (Vorjahr: TEUR 355) ermittelte Beträge, die sich aufgrund von Stornierungen der Endkunden noch verändern können.

Die Forderungen aus Ankauf enthalten den Bestand der von den Online-Händlern angekauften Forderungen gegen deren Kunden, die von Billpay im Rahmen des Fälligkeitsfactorings eingezogen werden.

Die Forderungen an Kunden enthalten Fremdwährungsbeträge in Schweizer Franken mit einem Gesamtbetrag von TEUR 14.742 (Vorjahr: TEUR 5.472).

Im Berichtsjahr sind keine Entwicklungsaufwendungen angefallen (Vorjahr: TEUR 1.600). Bis zum Geschäftsjahr 2018 wurden Personaleinzel- und Personalgemeinkosten für die Programmierung von Software als selbst geschaffene immaterielle Anlagewerte aktiviert (Vorjahr TEUR 139). Die aktivierten Werte werden im Berichtsjahr mit TEUR 480 (Vorjahr TEUR 482) linear abgeschrieben. Der daraus resultierende Buchwert der selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände beträgt zum Stichtag 31.12.2019 TEUR 219 (Vorjahr: TEUR 699). Davon waren Projekte in Höhe von TEUR 26 im Vorjahr noch in Entwicklung und daher nicht Gegenstand von Abschreibungen.

Investitionen in Sachanlagen in Höhe von TEUR 166 dienten der Bereitstellung von Ressourcen für den Mitarbeiterbestand. Im Wesentlichen wurde in Betriebs- und Geschäftsausstattung investiert.

Die Sachanlagen enthalten ausschließlich Betriebs- und Geschäftsausstattung mit dem Gesamtbetrag von TEUR 518 (Vorjahr: TEUR 595).

Die Entwicklung des Anlagevermögens wird in der Anlage zum Anhang dargestellt.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Forderungen an unseren Bankpartner in Höhe von TEUR 803 (Vorjahr: TEUR 524), an Inkassopartner in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 230), aus Umsatzsteuer in Höhe von TEUR 25 (Vorjahr: TEUR 24) und Kautionen in Höhe von TEUR 8 (Vorjahr: TEUR 8). Die Kautionen haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von EUR 8.210 (Vorjahr: EUR 8.210).

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen eine Vorauszahlung für Auskunfteikosten (TEUR 26) sowie weitere für Dienstleistungen. Angesetzt wurde der Auszahlungsbetrag abzüglich der enthaltenen Umsatzsteuer.

Die Fremdwährungsaktiva betragen TEUR 19.326 (Vorjahr: TEUR 10.635).

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten ergeben sich aus der folgenden Tabelle:

Verbindlichkeiten Gesamtbetrag Laufzeit bis 1 Jahr Laufzeit größer 1 Jahr Laufzeit größer 5 Jahre
EUR EUR EUR EUR
1. gegenüber Kreditinstituten
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 0 0 0 0
Vorjahr 4.009.383 4.009.383 0 0
b) aus sonstigen Tätigkeiten 13.629.643 13.629.643 0 0
Vorjahr 0 0 0 0
2. gegenüber Kunden
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 63.577.819 63.577.819 0 0
Vorjahr 57.749.793 57.749.793 0 0
Verbindlichkeiten Gesamtbetrag Laufzeit bis 1 Jahr Laufzeit größer 1 Jahr Laufzeit größer 5 Jahre
EUR EUR EUR EUR
3. Sonstige Verbindlichkeiten
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 573.831 573.831 0 0
Vorjahr 1.250.074 1.250.074 0 0
b) aus sonstigen Tätigkeiten 124.309 124.309 0 0
Vorjahr 0 0 0 0
Insgesamt 77.905.602 77.905.602 0 0
Vorjahr 63.009.250 63.009.250 0 0

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen in vollem Umfang gegenüber dem verbundenen Unternehmen Klarna Bank AB, Stockholm und zwar aus der Weiterbelastung von Kosten TEUR 1.521 (Vorjahr: TEUR 2.969), aus dem Ankauf von Forderungen TEUR 8.108 (Vorjahr: TEUR 1.040) und aus einem Darlehen in Höhe von TEUR 4.000 (Vorjahr: TEUR 0).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (Online-Händlern) resultieren aus dem Ankauf von Forderungen gegen den Endkunden der Online-Händler. Die enthaltenen Beträge in Fremdwährungen bestehen ausschließlich in Schweizer Franken und betragen TEUR 7.506 (Vorjahr: TEUR 7.618).

Die sonstigen Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen für bezogene Dienstleistungen mit TEUR 399 (Vorjahr: TEUR 648) und gegenüber dem Finanzamt aus Lohnsteuer in Höhe von TEUR 57 (Vorjahr: TEUR 113) sowie Umsatzsteuer in Höhe von TEUR 242 (Vorjahr: TEUR 476).

Die anderen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Risiken aus dem Geschäftsmodell Ratenkauf und vorfinanzierter Rechnungskauf (TEUR 1.625, Vorjahr: TEUR 1.145), Rückstellungen für Personalaufwendungen (TEUR 387, Vorjahr: TEUR 155), Rückstellungen für Fremdauslagen zum Inkasso (TEUR 43, Vorjahr: TEUR 47), Rückstellungen für Jahresabschlusserstellung, - prüfung und -offenlegung sowie für die Erstellung der Steuererklärungen (TEUR 130, Vorjahr: TEUR 139), Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (TEUR 342, Vorjahr: TEUR 177), Rückstellung für Rechtskosten (TEUR 7, Vorjahr: TEUR 4), Rückstellungen für Auskunfteien (TEUR 153, Vorjahr: TEUR 181) und ausstehende Werbe- und Integrationskostenzuschüsse an Händler (TEUR 199; Vorjahr: TEUR 181).

Das gezeichnete Kapital beträgt TEUR 55.

Der Kapitalrücklage wurden zuletzt im Geschäftsjahr 2014 TEUR 3.000 zur Stärkung des Eigenkapitals zugeführt.

Der Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 1.701 enthält einen Gewinnvortrag in Höhe von TEUR 243 (Vorjahr: Verlustvortrag TEUR 4.501).

Der Gesamtbetrag der ausschüttungsgesperrten Beträge beträgt TEUR 153 (Vorjahr: TEUR 488) und resultiert in vollem Umfang aus der Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens.

Nach § 268 Abs. 8 HGB ausschüttungsgesperrte Beträge

ausschüttungsgesperrte Beträge 31.12.2019 Vorjahr
EUR EUR
Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände 218.588,88 698.799,82
Passive latente Steuern 65.959,19 210.862,85
152.629,69 487.936,97

Die Fremdwährungspassiva betragen TEUR 15.614 (Vorjahr: TEUR 8.672).

Weitere Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB, die nicht auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesen sind, bestanden zum Bilanzstichtag nicht.

Die Provisionserträge teilen sich im Berichtsjahr nach geografischen Märkten wie folgt auf:

EUR
Deutschland 20.825.559
Europa - Europäische Union 1.287.086
Drittland - im Wesentlichen Schweiz 8.221.002
Insgesamt 30.333.647

Die Erträge aus der Währungsumrechnung sind mit TEUR 973 (Vorjahr: TEUR 1.360) in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten. Die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung betragen TEUR 868 (Vorjahr: TEUR 1.388) und sind in der Position sonstige betriebliche Aufwendungen ausgewiesen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten neben den Währungsgewinnen Erträge aus Weiterbelastungen an verbundene Unternehmen von TEUR 1.286 (Vorjahr: TEUR 1.662) und im Vorjahr aus aktivierten Eigenleistungen (Vorjahr: TEUR 139).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Fremdleistungen in Höhe von TEUR 9.269 (Vorjahr: TEUR 1.032), Währungsverluste von TEUR 868 (Vorjahr: TEUR 1.388), Aufwendungen für Telekommunikation und Internet von TEUR 119 (Vorjahr: TEUR 110), Inkassokosten in Höhe von TEUR 79 (Vorjahr: TEUR 61) und Reisekosten in Höhe von TEUR 104 (Vorjahr: TEUR 340).

4. Sonstige Angaben

a) Mitglieder der Geschäftsführung

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Personen geführt:

Robert Bueninck Vorsitzender
Marktgeschäftsführer (CEO)
Patrick Dittmer bis 30. Juni 2019
Finanzgeschäftsführer (CFO)
Jacob von Ingelheim Risikogeschäftsführer (CRO)

Als Vergütung für die geleisteten Tätigkeiten wurden im Vorjahr TEUR 757 gewährt. Im Berichtsjahr unterbleibt die Angabe mit Hinweis auf § 286 Abs. 4 HGB, da ein Geschäftsführer ganzjährig kein Gehalt von der Gesellschaft bezogen hat.

b) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die künftigen sonstige finanzielle Verpflichtungen ergeben sich aus Miet- und Leasingverträgen in Höhe von insgesamt TEUR 151 (Vorjahr: TEUR 216).

c) Mitarbeiter

Die Gesellschaft beschäftigte in 2019 außer den Geschäftsführern durchschnittlich 85 (Vorjahr: 109) Mitarbeiter. Davon sind 13 Mitarbeiter in der IT/Entwicklung, 1 im Vertrieb, 71 in der Verwaltung beschäftigt.

d) Anzahl und Volumen der Zahlungsvorgänge

Im Geschäftsjahr wurde ein ausgeführtes Zahlungsvolumen von TEUR 722.197 (Vorjahr: TEUR 798.882) und 9,6 Mio. Transaktionen (Vorjahr: 9,8 Mio.) an die BaFin gemeldet.

e) Abschlussprüferhonorar

Das Gesamthonorar für die Abschlussprüfer im Geschäftsjahr 2019 beträgt TEUR 79 (Vorjahr: TEUR 71) und entfällt ausschließlich auf Abschlussprüfungsleistungen.

f) Muttergesellschaft

Die Billpay GmbH wird in den Konzernabschluss der Klarna Bank AB, Stockholm (kleinster Konsolidierungskreis) einbezogen, diese wird wiederum in den Konzernabschluss der Klarna Holding AB, Stockholm (größter Konsolidierungskreis) einbezogen. Die Konzernabschlüsse werden beim schwedischen Firmenregistrierungsamt (Bolagsverket) hinterlegt.

g) Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt vor den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.

h) Nachtragsbericht

Die Klarna Group verfolgt mit großer Aufmerksamkeit die Entwicklung und die Ereignisse um das neue Coronavirus (COVID-19). Der Fokus der Klarna Group bezieht sich hauptsächlich auf das Aufrechterhalten des allgemeinen Wohlbefindens der Mitarbeiter und handelt gemäß den Richtlinien der amtlichen, lokalen Behörden. Zudem wird eruiert wie das Geschäftsrisiko zu beobachten und zu beurteilen ist, um Risiken zu vermindern, die mit einer möglichen höheren Volatilität und Ungewissheit der Kunden und Händler einhergehen könnten. Die Klarna Group wird die Situation weiterhin aufmerksam beobachten, um je nach Entwicklung der Lage angemessen reagieren zu können. Das genaue Ausmaß ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar.

 

Berlin, den 26. März 2020

gez. Robert Bueninck, Geschäftsführer

Jacob von Ingelheim, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens zum 31. Dezember 2019

Anschaffungskosten
Stand 01.01.2019 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2019
EUR EUR EUR EUR
3. Immatrielle Anlagewerte
a) aus Zahlungsdiensten und der ausgabe von E-Geld
aa) Selbst geschaffene gewerbliche Rechte - Software 2.427.112,19 0,00 0,00 2.427.112,19
bb) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 198.283,72 0,00 0,00 198.283,72
Immatrielle Anlagewerte insgesamt 2.625.395,91 0,00 0,00 2.625.395,91
4. Sachanlagen
a) aus Zahlungsdiensten und der ausgabe von E-Geld
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.074.222,46 165.943,26 797,98 1.239.367,74
Sachanlagen insgesamt 1.074.222,46 165.943,26 797,98 1.239.367,74
Anlagevermögen insgesamt 3.699.618,37 165.943,26 797,98 3.864.763,65
Kumulierte Abschreibung Restbuchwerte
Stand 01.01.2019 Abschreib. Geschäftsj. Abgänge Stand 31.12.2019 Stand 31.12.2019 Stand 31.12.2018
EUR EUR EUR EUR EUR EUR
3. Immatrielle Anlagewerte
a) aus Zahlungsdiensten und der ausgabe von E-Geld
aa) Selbst geschaffene gewerbliche Rechte - Software 1.728.312,37 480.210,94 0,00 2.208.523,31 218.588,88 698.799,82
bb) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 165.620,52 16.590,03 0,00 182.210,55 16.073,17 32.663,20
Immatrielle Anlagewerte insgesamt 1.893.932,89 496.800,97 0,00 2.390.733,86 234.662,05 731.463,02
4. Sachanlagen
a) aus Zahlungsdiensten und der ausgabe von E-Geld
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 479.130,46 242.475,61 797,98 720.808,09 518.559,65 595.092,00
Sachanlagen insgesamt 479.130,46 242.475,61 797,98 720.808,09 518.559,65 595.092,00
Anlagevermögen insgesamt 2.373.063,35 739.276,58 797,98 3.111.541,95 753.221,70 1.326.555,02

Lagebericht Geschäftsjahr 2019

Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkungen

1. Grundlagen der Gesellschaft

1.1. Geschäftsmodell

1.2. Auslandsaktivitäten

1.3. Forschung und Entwicklung

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

2.2. Geschäftsverlauf

2.3. Vermögens- und Finanzlage

2.4. Ertragslage

3. Risiko-, Chancen - und Prognosebericht

3.1. Risikobericht

3.2. Chancenbericht

3.3. Prognosebericht

Vorbemerkungen

Die Billpay GmbH (kurz: "Billpay" oder "Gesellschaft") wurde als Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Gesellschaftsvertrag vom 10. September 2009 gegründet. Der Sitz der Gesellschaft ist Berlin, die Geschäftsanschrift ist Zinnowitzer Str. 1 in 10115 Berlin.

Billpay ist zur Aufstellung des Jahresabschlusses und eines Lageberichts nach HGB sowie nach der Verordnung über die Rechnungslegung der Zahlungsinstitute und E-Geld-Institute (RechZahlV) verpflichtet.

1. Grundlagen der Gesellschaft

Die Gesellschaft wurde mit einem Stammkapital von TEUR 25 gegründet. Das aktuelle Stammkapital der Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2012 letztmalig auf TEUR 55 erhöht und ist voll eingezahlt. Am 1. Februar 2017 hat eine 100%-ige Tochtergesellschaft der Klarna AB (publ) (kurz: "Klarna Bank"), Stockholm, einen Kaufvertrag mit der vormaligen Gesellschafterin Wonga Group Ltd über den Erwerb sämtlicher der Gesellschaftsanteile an der Billpay GmbH unterschrieben. Der Erwerb wurde am 13. September 2017 mit Eintritt der aufschiebenden Bedingung der Genehmigung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht vollzogen, die Billpay GmbH aus dem Konzernabschluss der Wonga Group Limited entkonsolidiert und ist seit dem 14. September 2017 Teil der Klarna Group.

Einschließlich Kapitalrücklagen und zuzüglich des Gewinnvortrages aus dem Vorjahr und des Jahresüberschusses, belief sich das Eigenkapital zum Jahresende 2019 auf TEUR 13.839.

Am 13. August 2015 erhielt die Billpay GmbH die Erlaubnis, Zahlungsdienste im Rahmen des Finanztransfergeschäftes (§ 1 Abs. 2 Nr. 6 ZAG) zu erbringen. Die Bilanz und die GuV werden dementsprechend nach RechZahIV aufgestellt. Am 8. Februar 2018 hat die Billpay GmbH zudem den Antrag für das Akquisitionsgeschäft gem. § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 ZAG sowie die Nachweise gemäß § 66 Abs. 2 Satz 1 ZAG i.V.m. § 10 Abs. 2 Satz 1 Nr. 6 bis 10 ZAG und § 10 Absatz 5 ZAG zur Weiternutzung der bestehenden Lizenz für das Finanztransfergeschäft nach dem 13. Juli 2018 bei der Aufsicht fristgerecht eingereicht. Die Erlaubnis wurde mit dem Schreiben der BaFin vom 28. Juni 2018 erteilt.

Billpay beschäftigte in 2019 durchschnittlich 85 Mitarbeiter und wird von den Geschäftsführern Robert Bueninck und Jacob von Ingelheim geleitet.

1.1. Geschäftsmodell

Gegenstand des Unternehmens ist nach § 2 des Gesellschaftsvertrages die Entwicklung und Bereitstellung von Software sowie Dienstleistungen im Zusammenhang mit finanzierten Käufen, insbesondere des Kaufs auf Rechnung, des Kaufs per Lastschrift oder gegen Ratenzahlung und der Ankauf von Forderungen.

Die Gesellschaft bietet ihren Kunden (= "Vertragspartner" oder "Händler") vorwiegend die Übernahme des Antrags- und Forderungsmanagements im Rahmen eines Fälligkeitsfactorings für kurzläufige Forderungen und korrespondierende Verbindlichkeiten an. Im Zuge des Fälligkeitsfactorings verkauft und überträgt der Factoringnehmer seine Kundenforderungen aus folgenden Bezahlmethoden an Billpay:

Bezahlung per Rechnung

Bezahlung per Lastschrift

Bezahlung per Ratenkauf/PayLater

Darüber hinaus bietet Billpay als technischer Dienstleister noch die Identitäts- bzw. Bonitätsprüfung der Endkunden der Vertragspartner im Rahmen der Antragsprüfung, das Debitorenmanagement der Forderungen aus Rechnungskauf inklusive des kaufmännischen Mahnwesens und des Inkassoverfahrens, den Ankauf überfälliger Rechnungsforderungen sowie die Bereitstellung einer technischen Schnittstelle zu Billpay an.

1.2. Auslandsaktivitäten

In 2013 wurde eine Zweigniederlassung in der Schweiz in Regensdorf, Dorfstraße 53, 8105 Watt, eingetragen im Handelsregister des Kantons Zürich unter der Firmennummer CH-020.9.003.925-6 gegründet. Diese dient ausschließlich zu Akquisezwecken. Kommerzielle Entscheidungen werden in Berlin getroffen. Dies gilt auch für Vertragsabschlüsse.

Billpay bietet gegenwärtig seine Dienstleistungen im Bereich Risiko- und Forderungsmanagement in den Ländern Deutschland, Österreich, Schweiz und Niederlande an, wobei der größte Absatzmarkt das Inland ist.

1.3.Forschung und Entwicklung

Zum 31. Dezember 2019 waren Eigenleistungen nach § 248 Abs. 2 HGB in Höhe von TEUR 219 aktiviert. Die Abschreibungen der selbst erstellten Vermögensgegenstände belaufen sich im Geschäftsjahr 2019 auf TEUR 480 (Vorjahr: TEUR 481).

Der Anteil der selbst geschaffenen Vermögensgegenstände umfasst 29% des gesamten Anlagevermögens und 0,2% der Bilanzsumme.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Der E-Commerce-Markt in Deutschland ist im vergangenen Jahren wiederholt stark gewachsen. Der Gesamtumsatz des deutschen E-Commerce Marktes liegt im Jahr 2019 bei EUR 46 Mrd. und stieg somit um 8% im Vergleich zum Vorjahr. Das Wachstum ist seit bereits 10 Jahren linear und der Markt steigt jeweils rund EUR 4 Mrd. pro Jahr. Generalistische Onlineshops mit breitem Produktangebot nehmen einen Anteil von ca. 37% am Marktvolumen ein und bilden somit das umsatzstärkste Segment. Nachfolgend kommen die für Onlineshopping bekannten Hauptsegmente wie Bekleidung (ca. 17%) und Unterhaltungselektronik (ca. 15%). Weitere Produktsegmente kommen auf mittlere bis niedrige einstellige Umsatzanteile.

Branchenentwicklung

In der DACH-Region zählt die Rechnung seit Jahren und auch im Jahr 2019 als beliebtestes Zahlungsverfahren. Mit einer Bekanntheit von 100% unter Onlineshoppern und einer Nutzung von 94% bleibt sie eine der relevantesten Zahlungsmethoden in diesem Markt.

Die nachfolgende Grafik aus der ECC-Payment-Studie zeigt die beliebtesten Zahlarten in Deutschland, Österreich und der Schweiz für das Jahr 2019. In der DACH-Region lag die Rechnung als beliebteste Zahlart bei 41%, bei 88% aller Befragten ist sie eine der fünf beliebtesten Zahlungsmethoden. 2

1) Quelle: EHI-Studie "E-Commerce-Markt-Deutschland 2019"
2 Quelle: "ECC-PAYMENT-STUDIE VOL. 23" IFH Institut für Handelsforschung GmbH, 2019

Abbildung 1: Die beliebtesten Zahlungsverfahren in DACH 20195

Die ECC-Payment-Studie zeigt auch, dass 22% aller Onlinehändler in den letzten 24 Monaten die abgesicherte Rechnung als neues Zahlungsverfahren eingeführt haben. Die Rechnung und die Lastschrift zählen in Deutschland nicht nur zu den drei beliebtesten Zahlarten im Online-Payment, sondern laut EHI-Studie auch zu den umsatzstärksten. Ihre Umsatzanteile 4 belaufen sich auf 28% (Rechnung) und 20% (Lastschrift).

Abbildung 2: Die Umsatzanteile der Online-Zahlungsarten in Deutschland

3 Quelle: "ECC-PAYMENT-STUDIE VOL. 23" | IFH Institut für Handelsforschung GmbH, 2019
4) Quelle: EHI-Studie "Online-Payment 2019"

2.2.Geschäftsverlauf

Billpay blickt auf ein stabiles Geschäftsjahr zurück. Es gelang der Gesellschaft erneut, ein positives Jahresergebnis mit einem Überschuss von TEUR 1.459 (Vorjahr: TEUR 4.743) zu erzielen.

Das über Billpay abgewickelte Bestellvolumen vor Stornierung hat sich gegenüber dem Vorjahr um 2% auf EUR 1.522 Mio. erhöht. Im Wesentlichen ist das Bestandsportfolio und der sich positiv entwickelnde E-Commerce-Markt für das Wachstum verantwortlich. Parallel wurden interne Prozesse optimiert, die zu einer weiteren Reduzierung des Ausfallrisikos führten.

Die Provisionserträge sind um 7% von TEUR 28.249 auf TEUR 30.334 gewachsen. Die Provisionsaufwendungen sind um 24% von TEUR 4.150 auf TEUR 5.145 gestiegen.

Allgemeine Verwaltungsaufwendungen sind von TEUR 8.632 auf TEUR 6.685 (-23%) gesunken. Insbesondere führte ein abnehmender Personalbestand vor dem Hintergrund einer Effizienzsteigerung im Konzern und Fokussierung auf bestehende Märkte und Produkte zu sinkenden Personalaufwendungen, die den wesentlichen Teil der allgemeinen Verwaltungsaufwendungen darstellen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Geschäftsjahr um 54% auf TEUR 11.085 gestiegen, was im Wesentlichen auf die erhöhten konzerninternen Aufwendungen mit der Muttergesellschaft (Veränderung +TEUR 5.243) zurückzuführen ist.

Die Geschäftsentwicklung im Jahr 2019 wird von der Geschäftsführung als positiv und nachhaltig eingeschätzt. Die Geschäftsentwicklung wird insbesondere anhand der folgenden Steuerungsgrößen überwacht: Zahlungsvolumen vor Stornierungen, Anzahl der Transaktionen, Akzeptanzraten und Inkassoübergabequoten. Diese Steuerungsgrößen haben sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt entwickelt:

2019 2018 YoY
Bestellvolumen in Mio. EUR 1.522 1.494 2%
Anzahl Transaktionen in Tsd. 14.500 14.560 0%
Akzeptanzrate * bis zu 95% bis zu 95% -
Inkassoübergabequote * <1% <1% -

* Rechnung und Lastschrift

Abbildung 3: Die Steuerungsgrößen der Gesellschaft

Billpay bearbeitet neben dem Bestellvolumen vor Stornierungen aus Zahlungsdienstleistungen (EUR 959 Mio.), zudem ein Volumen aus sonstigen Tätigkeiten (EUR 563 Mio.) im Rahmen eines Partnerbankmodells. Im Geschäftsjahr wurde das Zahlungsvolumen nach Stornierungen aus Zahlungsdienstleistungen in Höhe von EUR 722 Mio. (Vorjahr: EUR 799 Mio.) an die BaFin gemeldet.

Organisatorische Änderungen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr gab es einen Wechsel in der Geschäftsführung. Mit Wirkung zum 30. Juni 2019 legte Herr Patrick Dittmer sein Amt als Geschäftsführer der Billpay GmbH nieder. Die beiden Geschäftsführer Robert Bueninck und Jacob von Ingelheim werden weiterhin Geschäftsführer der Gesellschaft bleiben. Nach Ausscheiden von Herrn Dittmer ist Herr Robert Bueninck gemäß Geschäftsverteilungsplan als der für den Markt verantwortliche Geschäftsleiter und Herr Jacob von Ingelheim als der für die Marktfolge verantwortliche Geschäftsleiter tätig.

Mitarbeiter

Die Gesellschaft beschäftigte in 2019 außer den Geschäftsführern durchschnittlich 85 Mitarbeiter im Vergleich zum Vorjahr (109 Mitarbeiter). In die derzeitige personelle Situation wird auch die Kapazitätsplanung der Klarna Group und den damit einhergehenden Synergien berücksichtigt, was sich auch auf das Jahr 2020 auswirken wird.

2.3. Vermögens- und Finanzlage

Billpay weist eine branchentypische Vermögens- und Kapitalstruktur auf. Die Forderungen aus Ankauf und die Verbindlichkeiten gegenüber den Händlern stellen die größten Bilanzposten dar. Die Forderungen an Kunden sind in Folge des höheren Geschäftsvolumens um TEUR 13.586 (+26%) auf TEUR 66.782 gestiegen. Der Bestand an Verbindlichkeiten hat sich gleichfalls erhöht und ist um TEUR 5.828 (+10%) auf TEUR 63.578 gestiegen. Die Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Vorjahr um 22% auf TEUR 95.894 erhöht.

Mit der Feststellung des Jahresabschlusses wird sich das Eigenkapital der Gesellschaft auf TEUR 13.839 erhöhen. Dies entspricht einer Quote von 14% (im Vorjahr 16%). Die Entwicklung des Eigenkapitals ist auf den Jahresüberschuss aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr zurückzuführen. Der Gesellschaft stehen unverändert ausreichende Eigenmittel zur Verfügung. Der regulatorische Eigenkapitalbedarf beträgt für das Geschäftsjahr 2019 TEUR 891. Das anrechenbare Eigenkapital nach § 12 ZAG beläuft sich zum Stichtag 31.12.2019 auf TEUR 11.647. Die Differenz zum bilanziellen Eigenkapital erklärt sich mit den nach ZAG erforderlichen Abzugsposten für immaterielle Vermögenswerte und der zum Bilanzstichtag noch nicht berücksichtigten Reduzierung des Verlustvortrages durch den noch nicht festgestellten Jahresüberschuss 2019. Für das nach § 12 ZAG erforderliche Eigenkapitalergibt sich somit eine Überdeckung von TEUR 10.756.

Der Deckungsgrad I. (1. Grades) beträgt 1,837%. Damit könnte das komplette Anlagevermögen über das Eigenkapital finanziert werden.

Im Geschäftsjahr wurden TEUR 166 in das Anlagevermögen investiert.

Der Finanzmittelbestand betrug zum 31. Dezember 2019 TEUR 24.332.

Die Liquiditätskennzahlen 1. Grades und 2. Grades liegen mit 33% bzw. 115% ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres. Die Gesellschaft kam im Geschäftsjahr jederzeit ihren Zahlungsverpflichtungen nach und die Liquidität war im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit sichergestellt. Zudem verfügt Billpay einen gruppeninternen Kreditrahmen in Höhe von TEUR 4.000.

Zur Sicherung von Kundengeldern werden in Deutschland offene Treuhandkonten geführt, auf denen Einzahlungen von Endkunden eingehen und die sich im wirtschaftlichen Eigentum der Gesellschaft befinden. Der Saldo dieser besicherten Konten betrug zum Abschlussstichtag TEUR 12.678. Darüber hinaus werden verpfändete Bankkonten zur Durchführung der Geschäftsmodells in der Schweiz und als technischer Dienstleister (TEUR 6.700) und zur Sicherung von Mietansprüchen (TEUR 60) geführt.

Die Rückstellungen steigen auf TEUR 3.271 (Vorjahr: TEUR 2.807).

Cash-Flow Rechnung:

[in TEUR] 2019 2018
Jahresfehlbetrag(-)/jahresüberschuss(+) 1.459 4.743
Zuzüglich / (-abzüglich)
+ Abschreibungen 739 702
+ Zunahme der Rückstellungen 463 -624
- Zahlungsunwirksame Erträge 0 -139
+ Zahlungsunwirksame Aufwendungen 0 0
- Zunahme Forderungen aus LuL und Ankauf -10.484 -5.718
- Zunahme anderer Aktiva -33 -3.699
+ Zunahme Verbindlichkeiten aus LuL und Ankauf 11.448 6.821
+/- Zu-/Abnahme anderer Passiva -430 4.219
Mittelzu(-ab)fluss aus lfd. Geschäftstätigkeit 3.162 6.305
- Auszahlungen f. Investitionen ins Anlagevermögen -166 -128
Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit -166 -128
+ Einzahlungen in das Kapital 0 0
+ Einzahlungen aus Gesellschafterdarlehen 0 0
+ Aufnahme Fremdkapital 4.000 0
- Auszahlung für die Tilgung von Darlehen 0 -3.000
Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit 4.000 -3.000
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes 6.996 3.177
Finanzmittelbestand am 01. Januar 17.387 14.210
Finanzmittelbestand am 31. Dezember * 24.384 17.387

Finanzmittelbestand am 31. Dezember

* ohne Abzug von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

2.4. Ertragslage

Die Entwicklung des vergangenen Geschäftsjahr der Gesellschaft lässt sich hauptsächlich auf das organische Wachstum der Kernprodukte zurückführen.

Der Anstieg der Provisionserträge von TEUR 28.249 auf TEUR 30.334 (+7%) resultiert vor allem aus dem erhöhten Transaktionsvolumen und dem daraus einhergehenden steigenden Erträgen durch Händler und Endkunden. Von den Provisionserträgen in 2019 entfielen TEUR 17.664 oder 58% auf Zahlungsdienstleistungen (Vorjahr: TEUR 17.107 bzw. 61%) und TEUR 12.670 bzw. 42% auf die sonstigen Tätigkeiten (Vorjahr: TEUR 11.141 bzw. 39%), die im Rahmen eines Partnerbankmodells erzielt worden sind. Diesen stehen Provisionsaufwendungen aus Zahlungsdienstleistungen i.H.v. TEUR 3.542 (Vorjahr: TEUR 2.023) und aus sonstigen Tätigkeiten in Höhe von TEUR 1.603 (Vorjahr: TEUR 2.126) gegenüber. Damit ergibt sich ein Provisionsüberschuss aus Zahlungsdienstleistungen von TEUR 14.122. (Vorjahr: TEUR 15.083) und aus sonstigen Tätigkeiten von TEUR 11.066 (Vorjahr: TEUR 9.014).

Die Provisionserträge bestehen zu ca. 58% aus Erträgen, die mit dem Händler realisiert werden (Disagio bzw. Stornogebühren) und zu ca. 42% aus Erträgen von Endkunden (Zinsen, Mahngebühren, Stundungsgebühren):

Abbildung 5: Provisionserträge der Billpay GmbH 2019

Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2018 stiegen die Provisionsaufwendungen um 24% von TEUR 4.151 auf TEUR 5.145.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 19% von TEUR 3.429 auf TEUR 2.791 gesunken, welches auf die niedrigeren Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 973 (Vorjahr: TEUR 1.360) zurückzuführen ist.

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen sind um 30% gestiegen, was im Wesentlichen auf den Anstieg der Forderungen sowie dem abgewickeltem Zahlungsvolumen zurückzuführen ist.

3. Risiko-, Chancen - und Prognosebericht

3.1.Risikobericht

Billpay verfügt über ein weitreichendes internes Kontrollsystem, welches die vom Management im Unternehmen eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen umfasst. Diese sind auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen des Managements zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, zur Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung und Risikosteuerung gerichtet. Zudem werden aufbau- und ablauforganisatorische Regelungen mit klar abgegrenzten Verantwortungsbereichen getroffen und Prozesse zur Identifizierung, Beurteilung, Steuerung sowie Überwachung und Kommunikation der Risiken eingerichtet.

Auf Grundlage der Geschäftsaktivitäten zählen grundsätzlich das Kreditrisiko (Endkunden und Händler), das Liquiditätsrisiko und operationelle Risiken insbesondere im Bereich IT sowie ein allgemeines Reputations- und Geschäftsrisiko zu den wesentliche Risikoarten.

Kreditrisiko

Im Bereich der Kreditrisikoarten ist für Billpay insbesondere das Adressenausfallrisiko eine bedeutende Risikoart, welche aktiv und kontinuierlich überwacht und mittels Risiko- und Betrugsalgorithmen gesteuert wird. Insbesondere die Einbeziehung von internen und externen Bonitäts- und Betrugsdaten, sowie das Kaufverhalten der Kunden sind wichtige Parameter im Forderungsannahmeprozess. Das Adressenausfallrisiko wird nach IFRS 9 pauschaliert auf Einzelforderungsebene bewertet und eine entsprechende Risikovorsorge auch im Einzelabschluss der Gesellschaft gebildet. Aufgrund der implementierten differenzierten Steuerungssysteme sowie des ständig zunehmenden Bestands an internen Daten über das Zahlungsverhalten der Kunden, geht die Gesellschaft davon aus, dass die im Geschäftsjahr 2019 erzielte durchschnittliche Ausfallrate von unter 1%, auch zukünftig zu erreichen sein wird.

Des Weiteren hat Billpay sein differenziertes Forderungsmanagementsystem weiter ausgebaut, welches Rückflüsse auf überfällige Forderungen granular aussteuern und umfangreich realisieren kann.

Darüber hinaus ist im Bereich der Kreditrisikoarten das Kontrahentenrisiko gegenüber den Händlern zu erwähnen, welches durch ein fortlaufendes Monitoring der offenen Forderungen, sowie das entsprechende Forderungsmanagement gesteuert wird. In der Regel erfolgt eine wöchentliche Abrechnung bzw. Verrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten (Händlerabrechnung). Des Weiteren werden alle neuen Händler über externe Bonitätsauskünfte geprüft und entsprechend gesteuert, und die bestehenden Top 50 Händler, unterliegen einer kontinuierlichen Bonitätsüberwachung, die, basierend auf externen Daten, automatisch Veränderungen in den Bonitätsmerkmalen meldet.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko der Gesellschaft wird fortlaufend durch die Abteilung Group Accounting DACH überwacht und regelmäßig an die Geschäftsführung berichtet. Vor dem Hintergrund, dass Billpay regelmäßig Zug-um-Zug-Geschäfte tätigt, entstehen aus dem Kerngeschäft weder langfristige Forderungen noch langfristige Verbindlichkeiten. Im Ergebnis ist die Vermögenslage der Gesellschaft von hohen kurzfristigen Forderungen und liquiden Mitteln auf der Aktivseite und entsprechenden kurzfristigen Verbindlichkeiten auf der Passivseite geprägt. Auf der Aktivseite werden die erwarteten Endkundenzahlungen ausgewiesen, auf der Passivseite die Weiterzahlungsverpflichtungen an die Vertragspartner. Im Falle einer volatilen Entwicklung des abgewickelten Bestellvolumens in Verbindung mit wesentlich verändertem Zahlungsverhalten von Endkunden besteht ein grundsätzliches Liquiditätsrisiko zur Erfüllung der Zahlungsverpflichtung aus dem Factoring an die Händler. Diesbezüglich prüft und überwacht die Gesellschaft einen erforderlichen Finanzmittelbedarf und hält einen Liquiditätsreserve zur Abdeckung dieses Risikos vor.

Seit 2017 hat die Klarna AB (publ) der Billpay GmbH einen konzerninternen Kreditrahmen in Höhe von TEUR 10.000 zur Abdeckung eines potentiellen Liquiditätsbedarfs aufgrund von saisonalen Schwankungen im Portfolio gewährt. Dieser wurde im Dezember 2019 auf TEUR 4.000 gesenkt. Zum 31. Dezember 2019 hat Billpay diesen Kredit in Höhe von TEUR 4.000 in Anspruch genommen, um die Händlerauszahlung garantieren zu können. Gegenwärtig und auf Basis des geplanten Wachstums schätzt die Gesellschaft den Bestand an Finanzmitteln inkl. konzerninterner Kreditlinie als ausreichend an.

Operationelles Risiko

Zu den operationellen Risiken zählen insbesondere solche, die den täglichen Geschäftsablauf betreffen. Dabei geht es um die Funktionalität der IT, die laufende Anbindung an das Rechenzentrum und die Anbindung an die Vertragspartner, wie externe Datenlieferanten, sowie die bearbeitenden Kreditinstitute. Billpay hat für den Bereich der operationellen Risiken Maßnahmen ergriffen und Systeme eingeführt, um die Wahrscheinlichkeit der Risikorealisierung möglichst klein und Schäden und Nachteile aus diesen Risiken im Falle ihrer Realisation möglichst überschaubar zu halten. Gleichzeitig wird die Kapazitätsauslastung der Systeme überwacht um sicherzustellen, dass auch zu händler- und produktabhängigen Stoßzeiten keine potenziellen Kunden verloren gehen.

Risiken für die Ertragslage der Gesellschaft resultieren nicht nur aus den Kredit-, Liquiditäts- und operationellen Risiken, sondern insbesondere auch aus der Entwicklung der Kosten- und Erlösblöcke sowie der Geschäftsausrichtung in der Klarna Group. Treiber der zukünftigen Ertragslage sind damit die Fortschritte der Gesellschaft bei der Optimierung der wesentlichen Kosten, die sehr von dem Wachstum in den Kernprodukten und Bestandsportfolio bestimmt werden, und die am Markt erzielbaren Margen. Das Risiko fallender Margen wird dabei ganz wesentlich durch den zunehmenden Wettbewerb unter den Zahlungsdienstleistern sowie durch Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen für die Tätigkeit von Zahlungsdienstleistern bestimmt. In diesem Zusammenhang ist auch die Höhe der erzielbaren Erträge aus der Beitreibung von Forderungen inkl. Mahngebühren zu nennen, die bereits im Vorjahr signifikant reduziert wurden. Die Gesellschaft prüft laufend die sich verändernden rechtlichen Rahmenbedingungen, so dass der Anteil der Erträge aus der Forderungsbeitreibung inkl. Mahngebühren an den Gesamterträgen der Gesellschaft in folgenden Geschäftsjahren geringer als erwartet ausfallen kann.

3.2. Chancenbericht

Billpay ist Zahlungsdienstleister im Bereich des internetbasierten Handels- sowie internetbasierter Dienstleistungen. Aus den dargestellten Studien und Prognosen zeigen sich auch zukünftig Wachstumspotenziale für Billpay mit der Produktpalette des Rechnungskaufs, des Lastschrifteinzugs sowie der Absatzfinanzierung (als technischer Dienstleister).

Für die Händler besteht weiterhin ein großer Bedarf im Bereich Rechnungskauf und Lastschrift, insbesondere, da sich die Absicherung über einen Dienstleister bei diesen Zahlarten auch häufig als kostengünstiger erweist. Der Ratenkauf gilt ebenfalls als risikoreiches Zahlungsverfahren, weshalb auch hier eine Absicherung durch einen Dienstleister für Händler eine attraktive Option darstellt. Für Billpay bieten sich im Verbund mit der Klarna Group weiterhin Ertragspotenziale, welche auch im vergangenen Jahr zu einem deutlichen Ausbau der Marktanteile der Klarna Group geführt haben. Insbesondere in der Klarna Group ist von einer weiteren Durchdringung von Markt- bzw. Kundensegmenten und der breiteren internationalen Präsenz auf Basis einer einheitlichen Marketingstrategie auszugehen.

3.3. Prognosebericht

Billpay hat sich mit seinen Produkten und Leistungen am Markt weiter etabliert und begonnen Ertrags- sowie Effizienzpotenziale aus einer einheitlichen Konzernstrategie zu generieren.

Das Bestellvolumen der Billpay GmbH stieg im Vergleich zum Vorjahr von EUR 1.494 Mio. auf EUR 1.522 Mio., was einem Wachstum von 2% entspricht. Für das Jahr 2020 wird erwartet, dass sich das Transaktionsvolumen entlang des Marktwachstums entwickeln wird. Dies geht einher mit der wachstumsorientierten Konzernstrategie der Klarna Group, die nicht auf Entity-Ebene sondern auf Produkt- und Regionalebene steuert. Die Klarna Group erwartet für die DACH Region wie im Vorjahr einen starken Anstieg des Transaktionsvolumens. Dabei trägt die Billpay GmbH mit dem organischen Wachstum des Bestandsportfolios bei.

Die Erwartungen hinsichtlich des Jahresüberschusses (EUR 3,0 Mio.) konnten mit EUR 1,5 Mio. nicht erfüllt werden. Dies hängt vor allem mit dem in diesem Jahr angewandten Transferpreismodell zusammen, mithilfe dessen Leistungen verrechnet werden, die zwischen den Rechtspersonen innerhalb der Klarna Group erbracht werden. Die daraus entstandenen Kosten für die Billpay GmbH stiegen in 2019 von EUR 3,5 Mio. auf EUR 8,8 Mio. Die Verwaltungs-, Vertriebs- und Marketingaufwendungen konnten durch Synergieeffekte innerhalb der Klarna Group erheblich reduziert werden aber diesen Effekt nicht komplett ausgleichen. Für 2020 wird erwartet, dass sich Umsätze und Kosten weitestgehend entsprechend der Veränderung des Transaktionsvolumens entwickeln. Daher wird für 2020 ein Jahresüberschuss von EUR 1,1 Mio. prognostiziert.

Das Eigenkapital ist ausreichend und wird durch die erzielten Jahresüberschüsse weiter gestärkt werden. Die Gesellschaft kann alle Investitionen aus Eigenmitteln finanzieren. Ein temporärer Finanzmittelbedarf wird durch eigene liquide Mittel und ggf. konzerninterne Kreditlinien gedeckt werden können. Eine Zuführung mittels Einzahlung des Gesellschafters in das Eigenkapital ist derzeit nicht geplant und auf Grundlage der Unternehmensplanung auch nicht erforderlich.

Wesentliche Ereignisse nach dem Ende des Berichtszeitraums

Die Klarna Group verfolgt mit großer Aufmerksamkeit die Entwicklung und die Ereignisse um das neue Coronavirus (COVID-19). Der Fokus der Klarna Group bezieht sich hauptsächlich auf das Aufrechterhalten des allgemeinen Wohlbefindens der Mitarbeiter und agiert gemäß den Richtlinien der amtlichen, lokalen Behörden.

Angesichts der Unsicherheit der aktuellen Situation ist die Klarna Group als auch die Billpay nicht in der Lage, die Auswirkungen der aktuellen Situation zuverlässig abzuschätzen. Allerdings sind die hier definierten Risiken, Chancen und Prognosen aus unserer Sicht immer noch aussagekräftig, da sich die Billpay auf ein diversifiziertes Portfolio stützen kann und zudem als Teil der Klarna Group eng in das Risikomanagement des Konzerns eingebunden ist, welches das Geschäftsrisiko für die Billpay zusätzlich mindert. Unseres Erachtens erhalten zudem die hier verwendeten externen Studien ihre Relevanz, welche wir nachträglich kritisch überprüft haben.

Nach dem Abschlussdatum sind keine weiteren wesentlichen Ereignisse eingetreten.

Entwicklung der Billpay GmbH

Die Gesellschaft ist in die Ausrichtung der wachstumsorientierten Konzernstrategie eingebunden und wird zunehmend auch konzerninterne Aufgaben übernehmen. Diese Umsetzung kann in folgenden Geschäftsjahren auch Auswirkungen auf die Struktur der Erträge und Aufwendungen sowie der abgewickelten Volumina haben, sowie zukünftig auf das Chancen- und Risikoprofil der Gesellschaft haben. Grundsätzlich ist man bestrebt mit dem aktuellen Produktportfolio das Bestandsportfolio weiter auszubauen.

Vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse um das Coronavirus, sind wir uns der höheren Volatilität und der Ungewissheit der Kunden und Händler bewusst und beobachten den Markt weiterhin aufmerksam. Auf lange Sicht gehen wir aufgrund unseres breiten Portfolios dennoch von einer stabilen Geschäftsentwicklung für die Billpay GmbH aus.

 

Berlin, den 26. März 2020

Robert Bueninck, Geschäftsführer

Jacob von Ingelheim, Geschäftsführer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Billpay GmbH

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Billpay GmbH, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Billpay GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus:

 identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

 beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 17. April 2020

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Adam, Wirtschaftsprüfer

Steinmetz, Wirtschaftsprüfer

Feststellung des Jahresabschlusses zum 31.12.2019

Datum der Feststellung: 06.06.2020

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