Stammdaten

Register
Amtsgericht Mannheim HRB 734019
Vorher
Hegelmann Fleet GmbH
Eingetragen
26.7.2019
Branche
Erbringung von LogistikdienstleistungenVermittlungstätigkeiten für die GüterbeförderungGüterbeförderung im Straßenverkehr
Gegenstand
Der Betrieb einer Spedition und eines Fuhrparks sowie Logistik und Frachtvermittlung.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Georg Hegelmann
seit 12.7.2024
Prokura
Natalya Kriger
seit 12.7.2024
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

100.00% identifiziert0.00% ungelöst

Identifizierte Personen (2)

NameAnteil
50.00%
Anton Hegelmann
50.00%

Gesellschafter

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Siegfried Hegelmann
76694 Forst
12.500 €
50.00%
Anton Hegelmann
LT-47491 Kaunas
12.500 €
50.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

LNG Fleet GmbH (vormals: Hegelmann Fleet GmbH)

Karlsdorf-Neuthard

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1 Geschäftsmodell

Die Geschäftstätigkeit der LNG Fleet GmbH (bis 19.02.2024 Hegelmann Fleet GmbH) erstreckt sich hauptsächlich auf den Fuhrbetrieb mit gemieteten Nutzfahrzeugen, insbesondere durch Sattelzugmaschinen. Ab 2024 werden überwiegend Fahrzeuge genutzt, die mit Flüssigerdgas (liquified natural gas) angetrieben werden.

Die LNG Fleet GmbH ist in den Geschäftsbetrieb der HEGELMANN GROUP eingebunden. Die HEGELMANN GROUP besteht aus juristisch unabhängigen Gesellschaften, die miteinander über die Gesellschafteridentität verbunden sind. Die von der LNG Fleet GmbH ausgeführten Fuhrleistungen erfolgen ausschließlich für Speditionsunternehmen der HEGELMANN GROUP, vor allem für die Hegelmann Express GmbH. Ein großer Teil des Fuhrbetriebs der Hegelmann Express GmbH wurde im Jahr 2022 auf die LNG Fleet GmbH übertragen.

1.2 Ziele und Strategien

Über die LNG Fleet GmbH erfolgt ein Teil der Auftragsabwicklung der Hegelmann Express GmbH sowie ausländischer Speditionsunternehmen der HEGELMANN GROUP. Mit einem eigenen Fuhrbetrieb in Deutschland soll den Anforderungen des EU-Mobilitätspakets Rechnung getragen werden. Das Mobilitätspaket bestimmt, dass seit 21.02.2022 Fahrzeuge spätestens nach acht Wochen an ihre Betriebsstätte zurückkehren müssen. Um unnötige Leerfahrten in andere Länder zu vermeiden, hat die HEGELMANN GROUP in Deutschland einen Fuhrbetrieb aufgebaut.

Die Einhaltung der Bestimmungen des Mobilitätspakets wurden nur sehr eingeschränkt überprüft; zudem waren die Sanktionen bei einem Verstoß relativ gering, was bisher von verschiedenen Wettbewerbern billigend in Kauf genommen wurde. Gemessen an den höheren Kosten eines Fuhrbetriebs in Deutschland entstand der HEGELMANN GROUP deshalb ein Wettbewerbsnachteil.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Entwicklung von Branche und Gesamtwirtschaft

Das deutsche reale Bruttoinlandsprodukt sank im Jahr 2023 um 0,2 % gegenüber dem Vorjahr. Das Bruttoinlandsprodukt in der Europäischen Union erhöhte sich dagegen um 0,5 % (gem. Eurostat). Besonders hohe Wachstumsraten verzeichneten insbesondere südeuropäische Staaten.

Noch schwächer als die Gesamtwirtschaft verlief in 2023 die Entwicklung im Straßengüterverkehr. Nach vorläufigen Zahlen reduzierte sich die Beförderungsmenge im Straßengüterverkehr in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um ca. 6 % auf 3.424 Millionen Tonnen. Endgültige Auswertungen des Statistischen Bundesamtes zur Beförderungsmenge und Beförderungsleistung in Deutschland liegen noch nicht vor. Nach den Auswertungen von Eurostat sank die Beförderungsmenge in Deutschland im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um 6,7 % auf 2.857 Millionen Tonnen und die Beförderungsleistung um 5,8 % auf 286.408 Millionen Tonnenkilometer. Etwas geringer sind gem. Eurostat die Rückgänge beim Transportaufkommen (-3,4 %) und der Transportleistung (-3,2 %) in der Europäischen Union.

Erschwerend für die Branche war zusätzlich die deutliche Erhöhung der LKW-Maut zum 01.12.2023. Das betrifft in besonderer Weise LNG-Fahrzeuge, die bis 30.11.2023 in der Regel von der LKW-Maut befreit waren. Der ursprüngliche Gesetzesentwurf sah eine geringere Maut für LNG-Fahrzeuge gegenüber Dieselfahrzeugen vor. Im verabschiedeten Gesetz sind jedoch die LNG-Fahrzeuge bei der Mautberechnung den Dieselfahrzeugen gleichgestellt.

2.2 Unternehmensentwicklung

Wie in den Vorjahren erwirtschaftete die LNG Fleet GmbH im Geschäftsjahr 2023 einen Verlust, konnte diesen aber gegenüber 2022 halbieren. Vor dem Hintergrund der Ausweitung der Aktivitäten der HEGELMANN GROUP entwickelte sich das Geschäft der LNG Fleet GmbH im Jahr 2023 positiv. Hinzu kommt die weitere Verlagerung des Fuhrbetriebs auf die LNG Fleet GmbH. Der Umsatz erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 12.663 auf TEUR 49.057 (+34,8 %). Infolgedessen nahmen der Materialaufwand (+24,8 %), der vor allem die laufenden Fahrzeugkosten beinhaltet, und der Personalaufwand (+41,4 %) zu. Die Marge aus Umsatzerlösen abzgl. Material- und Personalaufwand konnte von TEUR 3.092 um 83,5 % auf TEUR 5.676 gesteigert werden.

Die Personalkosten erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr entsprechend der Umsatzentwicklung um TEUR 4.539. Im Geschäftsjahr wurden durchschnittlich 472 Arbeitnehmer beschäftigt (Vorjahr: 399). Ebenfalls der Entwicklung der Gesellschaft gemäß erhöhten sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 73,1 % bzw. TEUR 2.645 auf TEUR 6.262. Hier sind hauptsächlich die Reise- und Unterkunftskosten für die Fahrer abgebildet. Hervorzuheben ist die Bildung einer Drohverlustrückstellung in Höhe von TEUR 504 wegen der Abnahmeverpflichtung von LNG zu einem Festpreis bis zum 31.12.2025.

Für das Geschäftsjahr 2023 wurde eine Umsatzsteigerung sowie ein positives Jahresergebnis erwartet. Während das Umsatzziel erreicht wurde, entstand wie in den Vorjahren ein Jahresfehlbetrag. Hauptursache hierfür ist die Drohverlustrückstellung.

Die Geschäftsführung ist mit dem Geschäftsverlauf dennoch zufrieden, insbesondere vor dem Hintergrund des schwierigen wirtschaftlichen Branchenumfeldes im Jahr 2023.

2.3 Geschäftsverlauf 2023

Mit der Durchführung von Güterbeförderungsleistungen der HEGELMANN GROUP wurde seit dem Vorjahr zunehmend die LNG Fleet GmbH beauftragt. Der Geschäftsverlauf ist deshalb durch den Umfang der Übertragung von Frachten der Hegelmann Express GmbH sowie durch die Entwicklung des Geschäfts der Hegelmann Express GmbH gekennzeichnet. Aufgrund der Verlagerung des Fuhrbetriebs auf die LNG Fleet GmbH entwickelte sich bei dieser der Umsatz sowie die zugehörigen Kosten.

Im Ergebnis konnte der Verlust der LNG Fleet GmbH gegenüber dem Vorjahr halbiert werden. Dies wurde durch zusätzliche Leistungen für ausländische Gesellschaften der HEGELMANN GROUP unterstützt. Insgesamt entstand ein Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 178, nach dem im Vorjahr noch ein Jahresfehlbetrag von TEUR 351 erwirtschaftet wurde. Das Ergebnis verbesserte sich damit im Jahresvergleich um TEUR 173.

2.4 Finanzielle Leistungsindikatoren

Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren sind die Umsatzerlöse und das Ergebnis vor Ertragsteuern. Für die Ist-Zahlen wird auf die weiteren Ausführungen verwiesen.

3. Darstellung der Lage

3.1 Vermögenslage

Die Bilanzsumme verringerte sich um TEUR 1.430 (-13,9 %) auf TEUR 8.894. Das Eigenkapital sank um den Jahresfehlbetrag von TEUR 178 auf TEUR 828 (-17,7 %). Dadurch nahm die Eigenkapitalquote von 9,7 % um 0,4 %-Punkte auf 9,3 % ab.

Die Abnahme des Gesamtvermögens resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (-TEUR 1.082). Der Rückgang der Forderungen betrifft hauptsächlich die Forderungen an die Hegelmann Express GmbH aufgrund geänderter Zahlungsmodalitäten. Außerdem verminderten sich die sonstigen Vermögensgegenstände (-TEUR 141) sowie die liquiden Mittel (-TEUR 228).

Das Umlaufvermögen (ohne Rechnungsabgrenzungen) verringerte sich im Berichtsjahr um TEUR 1.430 auf TEUR 8.881 (-13,9 %). Diese Abnahme basiert vor allem auf dem Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um TEUR 1.082 (-13,8 %). Des Weiteren reduzierten sich die sonstigen Vermögensgegenstände um TEUR 141 (-13,3 %) sowie die liquiden Mittel um TEUR 228 (-73,6 %). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffen nahezu ausschließlich Forderungen an Gesellschaften der HEGELMANN GROUP. Im Berichtsjahr verminderten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an die Hegelmann Express GmbH um TEUR 3.120. Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten hauptsächlich Steuererstattungsansprüche gegen andere Länder.

Die Verringerung des Gesamtkapitals um TEUR 1.430 beruht in erster Linie auf der Abnahme der sonstigen Verbindlichkeiten um TEUR 1.252. Außerdem reduzierten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um TEUR 381. Dagegen stiegen die Rückstellungen um TEUR 381.Das Eigenkapital verringerte sich um den Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 178.

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten hauptsächlich eine Drohverlustrückstellung in Höhe von TEUR 504 aus einer Abnahmeverpflichtung von LNG zu einem Festpreis bis 30.06.2025. Weitere wesentliche Rückstellungen betreffen Verpflichtungen für noch zu gewährende Urlaubsansprüche.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sanken im Berichtsjahr von TEUR 6.206 um TEUR 381 auf TEUR 5.825 (-6,1 %). Diese Position enthält hauptsächlich Verpflichtungen gegenüber Mineralölunternehmen sowie Dienstleistern für Tank- und Mautabrechnungen. Zudem bestehen Verbindlichkeiten gegenüber in- und ausländischen Gesellschaften der HEGELMANN GROUP. In den sonstigen Verbindlichkeiten waren zum 31.12.2022 Umsatzsteuerverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 1.218 enthalten, die im Berichtsjahr vollständig beglichen wurden. Außerdem nahmen infolge des geringeren Personalbestandes im Dezember gegenüber dem Vorjahr die Verbindlichkeiten aus Lohn- und Gehaltszahlungen um TEUR 422 ab. Andererseits wurde bei einer deutschen Gesellschaft der HEGELMANN GROUP ein Darlehen in Höhe von TEUR 400 aufgenommen und bei den sonstigen Verbindlichkeiten bilanziert.

3.2 Finanzlage

Die Finanzierungsstrategie sieht vor, dass die Finanzierung der Geschäftstätigkeit durch das Eigenkapital sowie dem Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit erfolgt.

Der Finanzmittelfonds umfasst die flüssigen Mittel in Höhe von TEUR 82 (im Vorjahr TEUR 310). Der Finanzmittelfonds war während des gesamten Jahres positiv. Die Finanzlage war im gesamten Verlauf des Jahres 2023 entspannt. Das Unternehmen konnte stets auf genügend Liquidität zurückgreifen, insbesondere durch das mit den Gesellschaften der HEGELMANN GROUP gemeinsam vollzogene Cash-Management.

3.3 Ertragslage

Die Umsatzerlöse stiegen im Berichtsjahr um TEUR 12.663 (+34,8 %) auf TEUR 49.057 und betreffen ausschließlich Tätigkeiten für Unternehmen der HEGELMANN GROUP. Der Materialaufwand betrifft im Wesentlichen die laufenden Fahrzeugkosten (Mieten, Kraftstoff, Maut, Reparaturen) und erhöhte sich entsprechend der Umsatzentwicklung um TEUR 5.541 (+24,8 %) auf TEUR 27.887. Außerdem erhöhten sich die sonstigen betrieblichen Erträge deutlich von TEUR 168 im Vorjahr auf TEUR 760. Im Berichtsjahr wurden hier Erträge aus reinen Weiterberechnungen sowie Erträge aus der Erstattung ausländischer Mineralölsteuer ausgewiesen. Insgesamt entstand ein Rohergebnis von TEUR 21.929, das sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 7.714 (+54,3 %) verbesserte.

Die Personalaufwendungen nahmen im Berichtsjahr um TEUR 4.539 (+41,4 %) zu. Die Zahl der durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 73 Personen auf 472 Personen. Die Anzahl der Mitarbeiter nahm dabei jedoch im Laufe des Geschäftsjahres von 505 zum 31.12.2022 auf 322 zum 31.12.2023 ab, insbesondere im 4. Quartal 2023. Bei den Arbeitnehmern handelt es sich ganz überwiegend um Berufskraftfahrer.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen im Berichtsjahr um TEUR 2.645 (+73,1 %) auf TEUR 6.262. Hauptursache sind die entsprechend der Umsatz- und Personalentwicklung erhöhten Reisekosten der Fahrer (TEUR 3.640) sowie Aufwendungen für Fahrerunterkünfte und Parkplätze. Zudem ist in dieser Position der Aufwand für die Bildung der erwähnten Drohverlustrückstellung enthalten. Des Weiteren sind Fremdleistungen anderer Unternehmen der HEGELMANN GROUP für die Auftragsabwicklung, Disposition und Buchhaltung zu nennen, die in die sonstigen betrieblichen Aufwendungen eingehen.

Der Verbesserung des Rohergebnisses steht der Anstieg der Personalaufwendungen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen gegenüber. Insgesamt konnte gegenüber dem Vorjahr eine Ergebnisverbesserung in Höhe von TEUR 173 erzielt werden, sodass ein Jahresfehlbetrag von TEUR 178 erwirtschaftet wurde.

3.4 Gesamtaussage

Die Eigenkapitalquote verschlechterte sich wegen des Jahresfehlbetrags von 9,7 % auf 9,3 %.

Aufgrund der Finanzierungsstrategie in der HEGELMANN GROUP war die LNG Fleet GmbH jederzeit in der Lage, die finanziellen Verpflichtungen gegenüber Dritten vollumfänglich und zeitnah zu erfüllen.

Die Ertragslage ist einerseits durch eine verstärkte Auftragsabwicklung über den deutschen Fuhrbetrieb der LNG Fleet GmbH gekennzeichnet, was auch zu einer Verbesserung des Rohergebnisses führte. Dem stehen erhebliche zusätzliche Personalkosten und sonstige betriebliche Aufwendungen gegenüber. Dennoch entwickelte sich die Gesellschaft positiv und das Ergebnis verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr.

4. Zukunftsorientierte Angaben

4.1 Prognosebericht

4.1.1 Entwicklung der Branche

Der europäische Markt für den Straßengüterverkehr erholt sich derzeit nach dem schwierigen Jahr 2023. Nach dem Transportbarometer der Frachtenbörse TIMOCOM bewegte sich das Verhältnis von Fracht und Laderaum auf dem Spotmarkt in Europa seit März 2024 wieder im Bereich von über 70 % und damit deutlich über dem Vorjahresniveau. Insgesamt ist in 2024 eine unerwartete Verbesserung zu verzeichnen. Dies ist auch durch eine Reduzierung der Ladekapazität verursacht.

Die Fahrleistung im deutschen Straßengüterverkehr in 2024 bewegt sich jedoch bisher etwa auf dem Stand des Vorjahres. Nach dem Lkw-Maut-Fahrleistungsindex des Statistischen Bundesamts (Fahrleistung der mautpflichtigen Lastkraftwagen) lag der Index von in den ersten sechs Monaten des Jahres 2024 teilweise über und teilweise unter den Werten des jeweiligen Vorjahresmonats.

4.1.2 Entwicklung der Gesellschaft

Bei der HEGELMANN GROUP stehen die Zeichen weiter auf Expansion. Für den deutschen Bereich ist eine weitere Umsatzsteigerung geplant. Eine Frachtführung durch einen deutschen Fuhrbetrieb in dieser Größe ist jedoch nicht wirtschaftlich, zumindest so lange die Bestimmungen des EU-Mobilitätspaketes nicht hinreichend kontrolliert und sanktioniert werden. Die Hegelmann Express GmbH wird deshalb wieder verstärkt ausländische Unternehmen mit der Frachtführung beauftragen, was zu einem Rückgang des Geschäfts der LNG Fleet GmbH führen wird.

Für das Jahr 2024 rechnet die LNG Fleet GmbH mit einem deutlichen Umsatzrückgang. Entsprechend der Umsatzentwicklung werden auch die Material-, Personal- und sonstigen Aufwendungen sinken. Für das Jahr 2024 wird mit einem ausgeglichenen Ergebnis vor Ertragsteuern gerechnet.

Die Erfolgsplanungen sowie Ergebniserwartungen beruhen auf Annahmen und Planungsrechnungen. Die Ergebniserwartungen sind mit Unsicherheiten behaftet. Insofern kann es zu Abweichungen zwischen den Erwartungswerten und den Ist-Ergebnissen kommen, woraus sich Chancen und Risiken ergeben können.

4.2 Risiken und Chancen der voraussichtlichen Entwicklung

Ein besonderes Risiko liegt weiterhin im allgemeinen Fahrermangel in Europa. Dieser wird durch den Wegfall von LKW-Fahrern wegen Erreichen des Rentenalters, des Krieges gegen die Ukraine, Einschränkungen durch das EU-Mobilitätspaket und unattraktiven Arbeitsbedingungen bei relativ niedriger Vergütung verschärft. Bei der HEGELMANN GROUP hat sich der Fahrermangel jedoch in der letzten Zeit etwas entspannt. Das noch vorhandene Verbot der Einstellung von Fahrern aus Drittländern wurde zumindest hinsichtlich der ukrainischen Fahrer gelockert. Unbesetzte Stellen können dazu führen, dass Fahrzeuge nicht eingesetzt werden können, ggf. der Fuhrpark reduziert werden muss und die Transportleistung trotz vorhandener Ladekapazität im Ergebnis negativ beeinflusst wird. Das Risiko wird als mittel eingeschätzt.

Ein zunehmendes Risiko ist die Entwicklung der Transportkosten. Hervorzuheben ist die drastische Anhebung der Lkw-Maut zum 01.12.2023, die die Vergünstigungen für LNG-Fahrzeuge bei der Maut beseitigt hat. Ein wirtschaftlicher Betrieb der vorhandenen LNG-Fahrzeuge ist in Deutschland derzeit schwierig. Zudem sind in langfristigen Transportverträgen zwar Klauseln hinsichtlich der Schwankungen von Kraftstoffpreisen enthalten, jedoch nicht hinsichtlich von Schwankungen bei der Maut. Es sei denn, die Politik kann Anreize für Unternehmen schaffen, mehr Aufträge für LNG-Transporte als mit Dieselfahrzeugen zu erteilen (quasi eine Abgabe auf eine Bevorzugung von Dieselfahrzeugen gegenüber LNG-Fahrzeugen). Oder in Deutschland wird der Einkauf von LNG-Fahrzeugen so subventioniert, dass alleine dadurch die Kostenvorteile gegenüber Diesel entstehen würden. Diese Kostenvorteile existierten vor der Mauteinführung für LNG-Fahrzeuge. Seit 2022 sind LNG-Fahrzeuge den Dieselfahrzeugen bei der Mautberechnung gleichgestellt, obwohl diese in der Beschaffung um ca. 20% teurer waren. Das Risiko der Entwicklung der Transportkosten sehen wir als sehr hoch ein.

Chancen ergeben sich für die LNG Fleet GmbH hauptsächlich, wenn politische Entscheidungen bzgl. erneuter Förderung von LNG-Fahrzeugen und der Kontrolle des EU-Mobilitätspakets getroffen würden. Außerdem ergeben sich Chancen durch das Wachstum der HEGELMANN GROUP und die damit verbundene Vergrößerung der Fahrzeugflotte, die in Deutschland eingesetzt wird. Inzwischen wurden neue Gesetze zur schärferen Kontrolle und Sanktionierung verabschiedet (neue Tachographenpflicht).

4.3 Abschließende Beurteilung

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass aufgrund der Struktur sowie der Chancen und Risiken der zukünftige Fortbestand der Gesellschaft nicht gefährdet ist. Die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist, solange die Gesellschaft zur HEGELMANN GROUP zugehörig ist, nachhaltig gesichert.

 

Karlsdorf-Neuthard, 5. November 2024

Natalya Kriger, Geschäftsführerin

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 8.013,00 10.090,00
I. Sachanlagen 8.013,00 10.090,00
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.013,00 10.090,00
B. Umlaufvermögen 8.880.818,15 10.311.033,27
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 8.799.016,08 10.000.791,35
1. Forderungen gegen Gesellschafter 1.141.890,41 1.119.890,41
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 1.141.890,41 1.119.890,41
2. sonstige Vermögensgegenstände 7.657.125,67 8.880.900,94
II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 81.802,07 310.241,92
C. Rechnungsabgrenzungsposten 4.747,78 2.487,50
Summe Aktiva 8.893.578,93 10.323.610,77

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 828.072,75 1.006.359,70
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 1.354.000,00 1.354.000,00
III. Verlustvortrag 372.640,30 21.279,27
IV. Jahresfehlbetrag 178.286,95 351.361,03
B. Rückstellungen 960.770,40 579.451,80
C. Verbindlichkeiten 7.104.735,78 8.737.799,27
Summe Passiva 8.893.578,93 10.323.610,77

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 21.929.485,66 14.214.989,50
2. Personalaufwand 15.494.177,14 10.954.962,37
a) Löhne und Gehälter 12.702.695,24 9.061.183,22
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.791.481,90 1.893.779,15
davon für Altersversorgung 7.144,00 5.810,00
3. Abschreibungen 14.514,57 763,19
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 14.514,57 763,19
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 6.262.208,53 3.616.875,70
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 22.002,08 19.938,75
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 16.597,26 1.808,22
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 115.318,60 1.451,80
8. Ergebnis nach Steuern 48.671,64 -340.933,03
9. sonstige Steuern 226.958,59 10.428,00
10. Jahresfehlbetrag 178.286,95 351.361,03

Anhang

I. Allgemeine Angaben

Die LNG Fleet GmbH (bis 19.02.2024 Hegelmann Fleet GmbH) hat ihren Sitz in Karlsdorf-Neuthard und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Mannheim unter der Nummer HRB 734019 eingetragen. Der Jahresabschluss ist auf der Grundlage der Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des Handelsgesetzbuches sowie den Bestimmungen des GmbH-Gesetzes aufgestellt.

Die Gesellschaft ist zum 31.12.2023 erstmals eine mittelgroße Kapitalgesellschaft i. S. d. § 267 Abs. 2 HGB, da zum 31.12.2022 und zum 31.12.2023 die Grenzwerte nach § 267 Abs. 1 HGB überschritten sowie die Grenzwerte nach § 267 Abs. 2 HGB unterschritten wurden.

Dementsprechend wurde der Jahresabschluss zum 31.12.2023 nach den Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften aufgestellt.

II. Allgemeine Gliederungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und - soweit abnutzbar - um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen werden im Jahr der Anschaffung nur zeitanteilig für den (vollen) Monat der Anschaffung und die folgenden Monate in Anspruch genommen. Selbstständig nutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten bis zu EUR 800,00 wurden im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Vermögensgegenstände sowie Forderungen gegen Gesellschafter sind mit den Nominalbeträgen und unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet.

Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält Auszahlungen, die in künftigen Perioden zu Aufwand werden.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen auf der Grundlage einer vernünftigen kaufmännischen Beurteilung alle zum Bilanzstichtag vorhandenen und bis zur Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Der Ansatz erfolgt unter Berücksichtigung von Preis- und Kostensteigerungen mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag. Aufgrund der Art und Zusammensetzung der sonstigen Rückstellungen sind keine wesentlichen Schätzverfahren erforderlich.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem jeweiligen Erfüllungsbetrag angesetzt.

III. Erläuterungen zur Bilanz

Zur Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens wird auf den Anlagespiegel verwiesen, der diesem Anhang beigefügt ist.

Das Sachanlagevermögen enthält im Wesentlichen Container sowie Büroausstattung. Die Nutzungsdauer des beweglichen Sachanlagevermögens beträgt in der Regel 3 bis 8 Jahre.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zu ihrem Nominalwert bewertet.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält Ausgaben, die vor dem Abschlussstichtag angefallen sind, soweit sie Aufwendungen für eine bestimmte Zeit danach darstellen.

Das eingetragene Stammkapital der Gesellschaft beträgt EUR 25.000,00.

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten vor allem drohende Verluste aus einer bis zum 30.06.2025 laufenden LNG-Abnahmeverpflichtung, Aufwendungen für noch zu gewährende Urlaubsansprüche sowie für die Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses. Mit Ausnahme der Drohverlustrückstellung haben sämtliche Rückstellungen eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit wurden die Angaben im Zusammenhang mit den Verbindlichkeiten in einem Verbindlichkeitenspiegel zusammengefasst dargestellt (§ 268 Abs. 5 S. 1 HGB, § 285 Nr. 1 und Nr. 2 HGB):

davon mit einer Restlaufzeit
Art der Verbindlichkeit Gesamtbetrag
EUR
bis ein Jahr
EUR
über ein bis fünf Jahre
EUR
über fünf Jahre
EUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.824.527,77 5.221.594,71 602.933,06 0,00
(Vorjahr: 6.205.875,45 6.205.875,45 0,00 0,00)
Sonstige Verbindlichkeiten 1.280.208,01 1.280.208,01 0,00 0,00
(Vorjahr: 2.531.923,82 2.531.923,82 0,00 0,00)
Summe 7.104.735,78 6.501.802,72 602.933,06 0,00
(Vorjahr: 8.737.799,27 8.737.799,27 0,00 0,00)

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus Steuern von EUR 62.216,47 (Vorjahr EUR 1.332.801,51) und im Rahmen der sozialen Sicherheit von EUR 131.862,82 (Vorjahr EUR 134.883,77).

IV. Erläuterung zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach § 275 Abs. 2 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren sowie unter Beachtung der Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften.

V. Sonstige Pflichtangaben

Der Gesamtbetrag der finanziellen Verpflichtungen von nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften i. S. d. § 285 Nr. 3a HGB beträgt insgesamt EUR 5.811.886,00. Hiervon sind EUR 3.830.502,00 innerhalb eines Jahres fällig, EUR 1.981.384,00 haben eine Fälligkeit von über einem Jahr bis zu fünf Jahren. Die Verpflichtungen resultieren zum ganz überwiegenden Teil aus der bereits erwähnten LNG-Abnahmeverpflichtung, darüber hinaus aus Mietverträgen für Fahrerunterkünfte sowie einer Gruppen-Unfallversicherung. Die Verpflichtungen haben eine maximale Laufzeit bis zum 01.01.2027. Die über den Bilanzstichtag hinaus verpflichtenden Verträge dienen der Planungssicherheit und führen dabei erst bei Vertragserfüllung zum Kapital- bzw. Liquiditätsabfluss.

Im Geschäftsjahr 2023 wurden durchschnittlich 472 Personen beschäftigt, davon 2 leitende Angestellte sowie 470 übrige Angestellte und Arbeiter.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag:

Mit Beschluss vom 09.02.2024 wurde die Kapitalrücklage um EUR 1.100.000,00 auf EUR 254.000,00 herabgesetzt.

Ergebnisverwendungsvorschlag:

Das Geschäftsjahr schließt mit einem Jahresfehlbetrag zum 31.12.2023 in Höhe von EUR 178.492,81. Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Jahresfehlbetrag zusammen mit dem Verlustvortrag von EUR 372.640,30 auf neue Rechnung vorzutragen.

Geschäftsführung:

Einzelvertretungsberechtigte Geschäftsführer im Geschäftsjahr 2023 waren:

Herr Arthur Saakyan, Karlsdorf-Neuthard, Fuhrparkleiter (bis 12.07.2024)

Herr Viktor Schwab, Forst, technischer Leiter (bis 20.01.2023)

Frau Natalya Kriger, Karaganda, Kasachstan, Geschäftsführerin (ab 12.07.2024)

Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

 

Karlsdorf-Neuthard, 5. November 2024

gez. Natalya Kriger, Geschäftsführerin

sonstige Berichtsbestandteile

Brutto-Anlagenspiegel zum 31.12.2023

Anschaffungskosten 31.12.2022
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Anschaffungskosten 31.12.2023
EUR
I. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 11.562,19 12.437,57 0,00 0,00 23.999,76
Sachanlagen 11.562,19 12.437,57 0,00 0,00 23.999,76
Anlagevermögen 11.562,19 12.437,57 0,00 0,00 23.999,76
Abschreibungen
kumulierte Abschreibungen 31.12.2022
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Abgänge
EUR
kumulierte Abschreibungen 31.12.2023
EUR
Buchwert 31.12.2023
EUR
Buchwert 31.12.2022
EUR
I. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.472,19 14.514,57 0,00 15.986,76 8.013,00 10.090,00
Sachanlagen 1.472,19 14.514,57 0,00 15.986,76 8.013,00 10.090,00
Anlagevermögen 1.472,19 14.514,57 0,00 15.986,76 8.013,00 10.090,00

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 30.12.2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der LNG Fleet GmbH, Karlsdorf-Neuthard, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der LNG Fleet GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Karlsruhe, den 5. November 2024

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Hanns-Jörg Schwebler, Wirtschaftsprüfer

gez. Philipp Bormann, Wirtschaftsprüfer

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