Invia Travel Germany GmbH

Dittrichring 18, 04109 Leipzig, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Leipzig HRB 33491
Vorher
Kronen zweitausend293 GmbH
Eingetragen
7.11.2016
Branche
Vermittlungstätigkeiten für BeherbergungsdienstleistungenVermittlungstätigkeiten für die PersonenbeförderungTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Wein, Sekt und Spirituosen
Gegenstand
Die Entwicklung, die Herstellung, die Vermittlung von und der Handel mit Reisen sowie weiteren touristischen Dienstleistungen, die Entwicklung und der Betrieb von Internetportalen sowie die Vermittlung von Versicherungen als produktakzessorischer Vermittler.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Benedikt Jan Müller
seit 10.3.2020
Geschäftsführer
Ralph Michaelsen
seit 10.3.2020
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Invia Travel s.r.o.CZE
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Invia Travel s.r.o.
Czech Republic
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Invia Travel Germany GmbH

Leipzig

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

I. Grundlagen der Gesellschaft

1. Geschäftsmodell - Kurzporträt der Invia Travel Germany GmbH

Die Invia Travel Germany GmbH mit Sitz in Leipzig betreibt Internetreiseportale und vermittelt Reiseleistungen, insbesondere von Pauschal-, Flug- und Hotelleistungen sowie von Mietwagen und Versicherungen. Wesentliche deutsche Portale der Invia Travel Germany GmbH sind www.ab-in-den-urlaub.de und www.reisen.de. Die Vermittlung von Reiseleistungen international erfolgt über die Portale www.ab-in-den-urlaub.ch und www.ab-in-den-urlaub.at. Unter den Online-Reiseportalen rangiert das Portal www.ab-in-den-urlaub.de regelmäßig unter den Top 3 in der DACH-Region (Chip, 2023) (ServiceValue, 2023).

Der Umsatz wird überwiegend durch Provisionen auf vermittelte Reiseleistungen sowie vermittelte Versicherungen erwirtschaftet.

Die Invia Group SE, Prag/Tschechische Republik, hält über die 100%-ige Tochtergesellschaft Invia Travel s.r.o., Prag/Tschechische Republik, 100 % der Anteile der Invia Travel Germany GmbH.

1.1 Rechtliche und organisatorische Gesellschaftsstruktur

Führungs- und Steuerungssystem

Die Steuerung des Unternehmens erfolgt durch diverse interne und externe Kennzahlen, welche die Entwicklung des Unternehmens widerspiegeln und zu jeder Zeit bewerten lassen, sowie insbesondere auf Basis der wesentlichsten finanziellen Leistungsindikatoren Umsatz und operativer Profitabilität (EBITDA).

Umsatz wird hauptsächlich durch Provisionierung von vermittelten Reiseleistungen für Veranstalter oder andere Leistungsträger (Pauschalreisen, Hotels, Mietwagen, anderweitige Reiseleistungen oder Versicherungen) sowie durch Verkauf eigener Leistungen generiert. EBITDA (earnings before interest, taxes, depreciation and amortization) definiert den Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände und beschreibt somit die operative Leistungsfähigkeit des Unternehmens.

Dabei wird die interne Steuerung durch folgende Maßnahmen unterstützt:

(i) Finanzielle, operative und nicht-finanzielle Kennzahlen

(ii) Integrierte kurz- und langfristige bottom-up Planung

(iii) Tägliches Reporting an die Geschäftsführung

(iv) Monatliches Reporting an die Gesellschafter

(v) Performance-basierte Vergütung

Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren sind kein Bestandteil der internen Steuerung.

2. Forschung und Entwicklung

Als touristisches Dienstleistungsunternehmen betreibt die Gesellschaft keine mit produzierenden Unternehmen vergleichbare Forschung und Entwicklung. Im Geschäftsjahr 2023 wurden 2,5 Mio. EUR (Vorjahr 2,3 Mio. EUR) als selbsterstellte Software aktiviert.

II. Wirtschaftsbericht

1. Wirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen

1.1 Wirtschaftliches Umfeld

Die deutsche Wirtschaftsleistung ist im Jahr 2023 aufgrund des fortlaufenden Russland-Ukraine-"Konflikts", anhaltend hoher Rohstoff- sowie Energiepreise sowie geringerer Nachfrage aus dem In- und Ausland um minus 0,3 Prozent gesunken (Destatis, 2024). Zum Bilanzstichtag erwartetet die deutsche Bundesregierung für das Jahr 2024 ein wirtschaftliches Wachstum von nur 0,2 Prozent (Deutscher Bundestag, 2024). Auch weitere Prognosen von führenden Organisationen gehen von einer weiterhin angespannten Dynamik des internationalen Handels und des Niveaus internationaler Investitionen aus, wobei Risiken aus geopolitischen Spannungen sowie makroökonomischen Einflussfaktoren wie z.B. hohe Leitzins- bzw. Inflationsraten und hohe Energiepreise nach wie vor federführend sind. Weiterhin können auch weltweit um sich greifende Risiken wie im Besonderen eine Verstärkung des Russland-Ukraine-"Konflikts" für Marktspannungen sorgen. Hieraus können sich Auswirkungen auf die Wachstumsprognosen ergeben (ifW Kiel, 2023/2024) (OECD, 2024).

1.2 Branchenspezifisches Umfeld

Zum Bilanzstichtag rechnete die Geschäftsführung damit, trotz teils regional angespannten Konjunkturerwartungen, dass Reisefrequenz und Ausgaben für Urlaubsreisen grundsätzlich stabil bleiben.

Relevante Marktstudien sehen trotz insgesamt angespannter Gesamtumstände einen weiterhin hohen Stellenwert für Flug- und Urlaubsreisen im Jahr 2024, welches die Attraktivität und Stabilität des Reisesegments deutlich untermauert (Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V., 2024). Dies wird auch in der FUR-Reiseanalyse des Verband Internet Reisevertrieb (VIR) bestätigt, die von einer kontinuierlich stark anhaltenden Nachfrage nach Reisen im Jahr 2024 ausgeht (VIR, 2024).

Weiterhin positiv wirkt sich der kontinuierlich zunehmende Trend aus, Güter und Dienstleistungen online zu kaufen und somit den Onlinevertrieb von Pauschalreisen und Hotelübernachtungen grundsätzlich deutlich zu stärken. In diesem Kontext bestätigt die FUR-Reiseanalyse des VIR, dass insbesondere die digitalen Buchungskanäle im Jahr 2023 deutlich zugelegt haben und mit 59% Buchungsanteil deutlich über dem Niveau von 2019 lagen (51%) (VIR, 2024). Die weiterhin starke Digitalisierungswelle, auch maßgeblich positiv beeinflusst durch Künstliche Intelligenz (KI), wird hierbei weiterhin insbesondere den Online-Vermittlern wie der Invia Travel Germany GmbH entgegenkommen.

Dennoch führt der weiterhin bestehende Trend zum Eigenvertrieb großer Veranstalter - neben des ohnehin hohen Wettbewerbs um den Kunden zwischen den Online-Reisebüros - zu zusätzlichem und ansteigendem Wettbewerb um den Kundenzugang.

Schwer zu kalkulierende Risiken für die Touristikbranche sind nach wie vor politische Unruhen (aktuell Russland-Ukraine- "Krise"), Naturkatastrophen, aber auch (neue) Epidemien.

2. Mitarbeiter

Die Invia Travel Germany GmbH beschäftigt zum Bilanzstichtag 181 Mitarbeiter (Vorjahr 163), davon ein angestellter Geschäftsführer. Die Gesellschaft plant auch im Folgejahr eine Erhöhung der Mitarbeiteranzahl.

3. Geschäftsverlauf

3.1 Gesamtaussage zum Geschäftsjahr 2023

Der Umsatz der Invia Travel Germany GmbH lag im Geschäftsjahr 2023 bei 80,2 Mio. EUR (Vorjahr 88,6 Mio. EUR) und damit im Rahmen der Erwartungen der Geschäftsführung, da aufgrund eines sehr dynamischen Marktumfelds im Jahr 2023 ein entsprechender Umsatzrückgang prognostiziert wurde. Dennoch reflektiert das Umsatzergebnis 2023 insgesamt eine Funktion von einer insoweit soliden Angebots- als auch Nachfrageseite sowie einer guten Marktpositionierung der Gesellschaft.

Das operative Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) als eine steuerungsrelevante Kennzahl entwickelte sich aufgrund der vorgenannten Marktsituation in Kombination mit einem effektiven Kostenniveau über den Erwartungen der Geschäftsführung und beträgt im Berichtszeitraum 24,7 Mio. EUR (Vorjahr 30,9 Mio. EUR). Der Jahresüberschuss liegt bei 13,6 Mio. EUR (Vorjahr 17,4 Mio. EUR). Dieser ist im Wesentlichen eine Funktion aus (i) einer guten Umsatzentwicklung bei (ii) einem effektiven Kostenniveau und (iii) weiterhin hohen Belastungen aufgrund planmäßiger Abschreibungen von immateriellen Vermögensgegenständen sowie Zinsbelastungen durch die Akquisitionsdarlehen.

Wiederum konnte sich die Invia Travel Germany GmbH auch im Geschäftsjahr 2023 in einem dynamischen Marktumfeld behaupten und die Marktpositionierung nachhaltig stärken.

4. Lage der Gesellschaft

4.1 Ertragslage

Der Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2023 lag bei 80,2 Mio. EUR (Vorjahr 88,6 Mio. EUR) mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 13,6 Mio. EUR (Vorjahr 17,4 Mio. EUR). Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen 1,2 Mio. EUR (Vorjahr 1,1 Mio. EUR) und beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Erbringung von Leistungen innerhalb der Konzerngruppe.

Bei einem Materialaufwand von insgesamt 32,7 Mio. EUR (Vorjahr 37,1 Mio. EUR) verursacht Marketing - dem Geschäftsmodell folgend - den wesentlichen Anteil der Kosten der Invia Travel Germany GmbH. Darunter fallen maßgeblich Online-Marketingausgaben (z. B. Suchmaschinen). Effizientes Marketing erweist sich dabei als ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Invia Travel Germany GmbH. Die Verminderung erfolgte proportional zu den Umsatzerlösen und der vorliegenden Marktsituation.

Die Personalkosten lagen im Jahr 2023 bei 11,0 Mio. EUR (Vorjahr 9,4 Mio. EUR), was in wesentlichen Teilen auf dem Anstieg der Mitarbeiterzahl gegenüber dem Vorjahr zurückzuführen ist.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen 13,6 Mio. EUR (Vorjahr 12,7 Mio. EUR). Ein wesentlicher Anteil ist auf den Einkauf von Dienstleistungen in Höhe von 5,7 Mio. EUR (Vorjahr 5,1 Mio. EUR) aus dem Shared Service Center der Invia SSC Germany GmbH, einer Tochtergesellschaft der Invia Group SE, zurückzuführen.

Das Zinsergebnis beläuft sich auf - 1,1 Mio. EUR (Vorjahr - 1,9 Mio. EUR). Das Jahresergebnis wurde durch Aufwendungen aus aktiver latenter Steuer in Höhe von 0,5 Mio. EUR (Vorjahr Aufwendungen 2,8 Mio. EUR) sowie Steuern vom Einkommen und Ertrag von 5,9 Mio. EUR (Vorjahr 5,5 Mio. EUR) beeinflusst.

4.2 Finanz- und Vermögenslage

Die Finanzlage des Unternehmens ist stabil. Verbindlichkeiten und Forderungen sind planungsgemäß nach Fälligkeit beglichen. Zum 31.12.2023 beläuft sich die Bilanzsumme auf 34,4 Mio. EUR (Vorjahr 60,5 Mio. EUR). Ursächlich für den Rückgang ist insbesondere der vollständige Abbau des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags des Vorjahres in Höhe von 7,9 Mio. EUR aufgrund des starken Jahresergebnisses von 13,6 Mio. EUR sowie der hohen Rückführung von Darlehen im Konzernverbund auf einen Bilanzstichtagswert von 6,4 Mio. EUR (Vorjahr 41,7 Mio. EUR).

Aktiva:

Das Anlagevermögen in Höhe von 20,1 Mio. EUR (Vorjahr 21,0 Mio. EUR) besteht im Wesentlichen aus immateriellen Vermögensgegenständen wie Marken und Domains in Höhe von 16,6 Mio. EUR (Vorjahr 18,6 Mio. EUR). Der Rückgang ist auf planmäßige Abschreibungen in Höhe von 2,0 Mio. EUR zurückzuführen. Der Anlagendeckungsgrad unter Berücksichtigung der Darlehensfinanzierung durch die Konzernmutter beträgt >100% (Vorjahr >100%).

Das Umlaufvermögen beläuft sich auf 13,3 Mio. EUR (Vorjahr 30,1 Mio. EUR) und setzt sich zusammen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 3,4 Mio. EUR (Vorjahr 1,9 Mio. EUR), Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 1,0 Mio. EUR (Vorjahr 0,9 Mio. EUR) und sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von 0,7 Mio. EUR (Vorjahr 0,1 Mio. EUR). Die Veränderung ist im Wesentlichen stichtagsbedingt, wobei der Rückgang insgesamt insbesondere auf die liquiden Mittel zurückzuführen sind, welche aufgrund der hohen Rückführung von Darlehen im Konzernverbund bei 8,2 Mio. EUR lagen (Vorjahr 27,2 Mio. EUR).

Es besteht ein Überhang an aktiven latenten Steuern in Höhe von 0,6 Mio. EUR (Vorjahr 1,2 Mio. EUR).

Passiva:

Das Eigenkapital beläuft sich auf 5,7 Mio. EUR (Vorjahr Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe von 7,9 Mio. EUR), wobei die Eigenkapitalquote 16,6% beträgt. Der Anstieg ist auf das Jahresergebnis in Höhe von 13,6 Mio. EUR (Vorjahr 17,4 Mio. EUR) zurückzuführen.

Die Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für Personalkosten in Höhe von 0,9 Mio. EUR (Vorjahr 0,8 Mio. EUR) und sonstige Rückstellungen in Höhe von 0,5 Mio. EUR (Vorjahr 0,5 Mio. EUR). In den sonstigen Rückstellungen sind im Wesentlichen stichtagsbezogene Fremdleistungen in Höhe von 0,4 Mio. EUR (Vorjahr 0,4 Mio. EUR) enthalten.

Die Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 2,3 Mio. EUR (Vorjahr 2,3 Mio. EUR), erhaltenen Anzahlungen in Höhe von 7,2 Mio. EUR (Vorjahr 5,7 Mio. EUR) und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 6,4 Mio. EUR (Vorjahr 41,7 Mio. EUR). Der Abbau ist hierbei auf die hohen Darlehenstilgungen im Konzernverbund zurückzuführen.

III. Chancen-, Risiko- und Prognosebericht

1. Risikobericht

Die Gesamtrisikolage der Invia Travel Germany GmbH bewertet die Geschäftsführung zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts als sehr tragfähig.

Wesentliche Risikofaktoren für die Invia Travel Germany GmbH ergeben sich aus branchenübergreifenden - gesamtwirtschaftlichen - Themen. Terrorismus und Naturkatastrophen in Urlaubsregionen sowie weitreichende politische Änderungen und Konflikte wie auch Epidemien können das Kundenverhalten und somit die Ertragslage beeinflussen. Weiterhin bleibt auch die Bedrohungslage für die Cybersicherheit in Deutschland dynamisch und herausfordernd (BSI, 2023).

Die seit Februar 2022 eskalierende "Krise" in der Ukraine hat aufgrund der nicht vorhandenen wirtschaftlichen Relevanz in Bezug auf Lieferanten, Kunden oder Vermögenswerte weiterhin keine wesentlichen Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Branchenrisiken ergeben sich aus dem weiter zunehmenden Wettbewerb um den Kundenzugang in den verschiedenen Vertriebswegen: stationär, online, direkt.

Das Unternehmen ist so aufgestellt, dass es flexibel auf Veränderungen reagieren kann. Insbesondere die im Wesentlichen variabel einsetzbaren Marketingaufwendungen ermöglichen ein entsprechendes Maß an Flexibilität für das jeweilige Geschäftsjahr. Zudem erfolgt die Unternehmenssteuerung auf Basis von Geschäfts- und Liquiditätsplanungen, die eine stete Prüfung ermöglichen und Anpassungsbedarf aufzeigen. Darüber hinaus erfolgt ein umfangreiches internes und externes Reporting, das für den Unternehmenserfolg wesentliche finanzielle Kennzahlen aufzeigt.

Die Gesellschaft ist mit wesentlichen Teilen ihrer Vermögensgegenstände Sicherungsgeber für eine Bankenfinanzierung auf Konzernebene, die hinsichtlich Sonderkündigungsrechten der Kreditgeber an bestimmte Financial Covenants geknüpft sind. Durch im Geschäftsjahr 2021 geführte Neuverhandlung der Bankenfinanzierung auf Konzernebene wurden u. a. die bestehenden Vereinbarungen mit den Kreditgebern hinsichtlich der Financial Covenants maßgeblich modifiziert. Auf Basis der modifizierten Financial Covenants in Verbindung mit der wirtschaftlichen Planung auf Konzernebene und dem Geschäftsverlauf des Berichtsjahres geht die Geschäftsführung von einer hohen Wahrscheinlichkeit im Hinblick auf die Erfüllung dieser Financial Covenants aus.

Insgesamt geht die Geschäftsführung für den Prognosezeitraum bis zum 31. Dezember 2024 von einer soliden Liquiditätslage aus. Dies setzt voraus, dass die der Liquiditätsplanung zugrundeliegenden Annahmen auch wie geplant eintreten. Das gilt insbesondere im Hinblick auf die weitere Entwicklung der geopolitischen und makroökonomischen Spannungen sowie, da sich die Gesellschaft im Haftungsverbund für ein an die Muttergesellschaft Invia Group SE ausgereichtes Darlehen befindet, die Einhaltung der Financial Covenants durch die Muttergesellschaft. Aufgrund der insgesamt hohen Solidität der Gesellschaft sowie des Konzernverbunds in Verbindung mit effektiven Steuerungsmechanismen der vergangenen Geschäftsjahre sowie eines generell positiven Marktausblicks ist die Gesamtrisikolage der Invia Travel Germany GmbH entsprechend deutlich tragfähig.

2. Chancenbericht

Chancen für die Invia Travel Germany GmbH ergeben sich, speziell durch die starke Digitalisierungswelle, aus einem weiterhin stabilen Shift von Offline- zu Online-Vertriebskanälen mit daraus folgendem höheren Umsatzwachstum sowie einer hohen Effizienz der Marketingmaßnahmen und nachhaltiger Kostenstruktur.

Zusätzlich rechnet die Geschäftsführung mit einer weiterhin konstant hohen Nachfrage nach Pauschalreisen, welche den Kunden auf Basis der regulatorischen Bedingungen eine erhöhte Absicherung im Hinblick auf Veranstalterhaftung, -insolvenz sowie Stornierungsrisiken bieten. Dies ermöglicht der Invia Travel Germany GmbH als einer der führenden Anbieter für Pauschalreisen entsprechend attraktives Umsatzpotential.

3. Prognosebericht

Im Fortsatz zur angespannten Marktumgebung im Jahr 2023 wird für das kommende Geschäftsjahr eine insgesamt sehr moderate Konjunkturentwicklung erwartet.

So rechnet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit einem Wachstum von 2,9 Prozent weltweit, 0,6 Prozent für den EU-Raum und 0,3 Prozent für Deutschland (OECD, 2024).

Obgleich der weltweit weiterhin angespannten Marktsituation durch die geopolitischen und makroökonomischen Rahmenbedingungen können die weiteren Auswirkungen und Entwicklungen zum Aufstellungszeitpunkt nicht gänzlich abschließend beurteilt werden. Durch die sich sehr positive und stabile Entwicklung des Gesamtreisemarktes sowie einen sich weiter deutlich verstärkenden Shift von Offline- zu Online-Vertriebskanälen sieht die Gesellschaft die Marktsituation grundsätzlich weiterhin positiv.

Unter vorliegenden Planungsannahmen wird für die Gesellschaft gegenüber der Vorperiode ein stabiles Umsatzvolumen bei einer moderat geringeren EBITDA-Performance erwartet. Die Prognosen zum Bilanzstichtag sind aufgrund der dynamischen Entwicklung der globalen Rahmenbedingungen, verbunden mit weiterhin nicht gänzlich zu kontrollierenden Auswirkungen auf die gesamte Tourismusindustrie, zum Aufstellungszeitpunkt auch weiterhin konservativ einzuschätzen.

 

Leipzig, 21. Juni 2024

Invia Travel Germany GmbH

Boris Raoul, Geschäftsführer

Ralph Michaelsen, Geschäftsführer

Benedikt Müller, Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 3.320.599,06 2.288.135,55
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 16.570.010,00 18.633.577,00
3. Geschäfts- oder Firmenwert 1,00 19.890.610,06 1,00 20.921.713,55
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 204.109,00 118.784,00
20.094.719,06 21.040.497,55
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.399.355,83 1.897.693,08
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 987.687,33 874.867,55
3. Sonstige Vermögensgegenstände 688.498,43 5.075.541,59 112.756,46 2.885.317,09
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 8.200.455,00 27.246.289,14
13.275.996,59 30.131.606,23
C. Rechnungsabgrenzungsposten 393.730,98 223.283,48
D. Aktive latente Steuern 649.786,37 1.192.998,00
E. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 7.921.367,89
34.414.233,00 60.509.753,15

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 6.495.000,00 6.495.000,00
III. Verlustvortrag -14.441.367,89 -31.793.806,35
IV. Jahresüberschuss 13.622.156,12 17.352.438,46
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 7.921.367,89
5.700.788,23 0,00
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 5.405.581,76 4.145.380,86
2. Sonstige Rückstellungen 1.434.842,06 1.289.995,56
6.840.423,82 5.435.376,42
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 63.834,45 74.351,81
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 7.193.185,37 5.727.292,05
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.340.731,94 2.261.344,66
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 6.422.680,79 41.746.104,41
5. Sonstige Verbindlichkeiten 3.087.588,40 3.015.283,80
19.108.020,95 52.824.376,73
D. Rechnungsabgrenzungsposten 2.765.000,00 2.250.000,00
34.414.233,00 60.509.753,15

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 2022
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 80.196.738,16 88.580.550,48
2. Andere aktivierte Eigenleistungen 656.439,48 487.060,27
3. Sonstige betriebliche Erträge 1.208.075,84 1.066.077,89
- davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 3.559,91 (i. Vj. EUR 4.177,07) -
4. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Leistungen -32.709.773,74 -37.128.992,78
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -8.918.148,72 -7.843.660,48
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -2.107.530,32 -11.025.679,04 -1.568.440,61 -9.412.101,09
- davon für Altersversorgung EUR 6.000,80 (i. Vj. EUR 5.535,42) -
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -3.517.532,81 -3.411.806,70
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -13.618.406,09 -12.666.163,67
- davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 31.442,11 (i. Vj. EUR 25.715,44) -
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 10,20 40.658,52
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.078.847,29 -1.955.889,22
- davon an verbundene Unternehmen EUR 1.076.667,29 (i. Vj. EUR 1.955.676,30) -
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -6.488.200,23 -8.245.955,24
11. Ergebnis nach Steuern 13.622.824,48 17.353.438,46
12. Sonstige Steuern -668,36 -1.000,00
13. Jahresüberschuss 13.622.156,12 17.352.438,46

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

A. Allgemeine Angaben

Die Invia Travel Germany GmbH mit Sitz in Leipzig (Deutschland) ist unter der Nummer HRB 33491 im Handelsregister beim Amtsgericht Leipzig eingetragen.

Zum 31.12.2023 besaß die Invia Travel s.r.o., Prag (Tschechische Republik), 100 % der stimmberechtigten Anteile an der Invia Travel Germany GmbH.

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis 31.12.2023 wurde auf der Grundlage des Handelsgesetzbuches sowie des GmbH-Gesetzes erstellt.

Die Gesellschaft ist nach den Größenkriterien des § 267 Abs. 3 HGB eine große Kapitalgesellschaft.

In der Bilanz sowie in der Gewinn- und Verlustrechnung sind einzelne Posten zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung zusammengefasst; diese Posten werden mit den erforderlichen Erläuterungen im Anhang und Anlagespiegel gesondert ausgewiesen. Auf die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB angewandt.

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

1. Anlagevermögen

Die Gesellschaft macht von ihrem Wahlrecht des § 248 Abs. 2 HGB Gebrauch und aktiviert folglich die selbsterstellten immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens. Die Abschreibung erfolgt linear über drei Jahre. Die Bewertung erfolgt zu Herstellungskosten gemäß § 253 Abs. 1 Satz 1 und § 255 Abs. 2a HGB.

Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden mit ihren Anschaffungskosten aktiviert und, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, vermindert. Soweit die beizulegenden Werte einzelner immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen, sofern die betreffende Wertminderung voraussichtlich von Dauer ist. Entgeltlich erworbene EDV-Programme werden über eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von drei bzw. fünf Jahren abgeschrieben. Eine Ausnahme bilden EDV-Programme mit Anschaffungskosten unter EUR 250,00, welche sofort in voller Höhe aufwandswirksam erfasst werden.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen linear vermindert. Die verwendeten Nutzungsdauern stellen die wirtschaftliche Nutzungsdauer dar und orientieren sich dabei grundsätzlich an den AfA-Tabellen der Finanzbehörden. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen grundsätzlich zeitanteilig. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert unterschreiten, werden darüber hinaus, bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Bei den geringwertigen Wirtschaftsgütern wird die steuerrechtliche Regelung des § 6 Abs. 2a EStG seit dem 01.01.2008 auch in der Handelsbilanz angewendet. Anschaffungskosten von abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, die einer selbstständigen Nutzung fähig sind, werden im Wirtschaftsjahr der Anschaffung in voller Höhe als Betriebsausgaben erfasst, wenn die Anschaffungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, für das einzelne Wirtschaftsgut EUR 250,00 nicht übersteigen. Für geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, EUR 250,00, aber nicht EUR 1.000,00 übersteigen, wird ein jährlicher Sammelposten im Sinne des § 6 Abs. 2a EStG gebildet. Dieser Sammelposten wird im Geschäftsjahr der Bildung und in den folgenden vier Geschäftsjahren mit jeweils einem Fünftel gewinnmindernd aufgelöst. Scheidet ein Wirtschaftsgut vorzeitig aus dem Betriebsvermögen aus, wird der Sammelposten nicht vermindert.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

3. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennbetrag angesetzt. Für Guthaben bei Kreditinstituten erfolgt die Währungsumrechnung auf der Grundlage des Stichtagsprinzips.

4. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Auszahlungen bilanziert, soweit diese vor dem Abschlussstichtag abfließen, jedoch Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

5. Aktive latente Steuern

Aktive latente Steuern werden mit einem Steuersatz von 31,925 % angesetzt, sofern sich zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten Differenzen ergeben, die sich in den nächsten Jahren voraussichtlich abbauen und zu einer Steuerentlastung führen werden. Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge werden angesetzt, sofern eine Verlustverrechnung in den nächsten fünf Jahren zu erwarten ist. Der Ausweis der latenten Steuern erfolgt netto.

6. Rückstellungen

Die Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt.

7. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

8. Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten bestehen in Höhe von Einzahlungen, soweit sie Erträge für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

9. Passive latente Steuern

Passive latente Steuern werden mit einem Steuersatz von 31,925 % angesetzt, sofern sich zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten Differenzen ergeben, die sich in den nächsten Jahren voraussichtlich abbauen und zu einer Steuerbelastung führen werden. Der Ausweis der latenten Steuern erfolgt netto.

10. Fremdwährungsumrechnung

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs (§ 256a HGB) zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

11. Umsatzrealisierung

Das Kriterium für die Umsatzrealisierung sowie für die Leistungsabgrenzung im Reisevermittlungsgeschäft ist der Zeitpunkt des Reiseantritts.

C. Erläuterungen zur Bilanz und GuV

1. Anlagevermögen

Die Aufgliederung und Entwicklung der einzelnen Positionen des Anlagevermögens wird im Anlagespiegel, der Bestandteil des Anhangs ist, gesondert dargestellt.

Im Geschäftsjahr wurde gemäß § 248 Abs. 2 Satz 1 HGB das Aktivierungswahlrecht von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens in Anspruch genommen. Hierbei wurden selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände mit dem Wert TEUR 2.538 (Vorjahr TEUR 2.268) aktiviert. Der Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten des Geschäftsjahres entspricht diesem Wert. Die Abschreibungsdauer beträgt drei Jahre. Zum 31.12.2023 betrug der Wert der Vermögensgegenstände nach der Abschreibung TEUR 3.321 (Vorjahr TEUR 2.288).

Gemäß § 268 Abs. 8 HGB ist die ertragswirksame Aktivierung an eine Ausschüttungssperre für die Gewinne gekoppelt. Die Ausschüttungssperre ist in Höhe von TEUR 2.260 (Vorjahr TEUR 1.558) festgestellt. Für die Feststellung der Ausschüttungssperre wurde der Restbuchwert der selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenstände per 31.12.2023 unter Abzug der darauf gebildeten passiven latenten Steuern ermittelt.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

bis 1 Jahr
TEUR
über 1 Jahr
TEUR
davon über 5 Jahre
TEUR
Gesamt
TEUR
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.399 0 0 3.399
(Vorjahr) (1.898) (0) (0) (1.898)
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 900 88 0 988
(Vorjahr) (875) (0) (0) (875)
3. Sonstige Vermögensgegenstände 689 0 0 689
(Vorjahr) (112) (0) (0) (112)
Summe 4.988 88 0 5.076
(Vorjahr) (2.885) (0) (0) (2.885)

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren analog dem Vorjahr vollständig aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Forderungen gegen das Finanzamt Höhe von TEUR 558 (Vorjahr TEUR -116), Forderungen aus geleisteten Anzahlungen in Höhe von TEUR 98 (Vorjahr TEUR 70) sowie Debitorische Kreditoren in Höhe von TEUR 32 (Vorjahr TEUR 42).

3. Aktive latente Steuern

Der Nettobetrag der ausgewiesenen aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 650 (Vorjahr TEUR 1.193) resultiert mit TEUR 1.703 (Vorjahr TEUR 1.912) aus dem Geschäfts- oder Firmenwert, TEUR -1.060 (Vorjahr TEUR -730) für andere immaterielle Vermögensgegenstände, TEUR 3 (Vorjahr TEUR -1) auf Urlaubsrückstellungen und TEUR 4 (Vorjahr TEUR 13) auf Drohverlustrückstellungen.

4. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital entspricht dem im Gesellschaftsvertrag festgesetzten Stammkapital von TEUR 25.

Die Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB beträgt unverändert TEUR 6.495 (Vorjahr TEUR 6.495).

Per 31.12.2023 besteht eine Ausschüttungssperre gemäß § 268 Abs. 8 HGB in Höhe von TEUR 3.970 (Vorjahr TEUR 3.481), die sich wie folgt zusammensetzt:

31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens unter Abzug der darauf gebildeten passiven latenten Steuern 2.260 1.558
Aktive latente Steuern 1.710 1.923
3.970 3.481

5. Steuerrückstellungen

Die Rückstellungen wurden für die zu erwartenden Ertragsteuern des laufenden Jahres gebildet. Vergleiche auch die Ausführungen zum Posten "Steuern von Einkommen und Ertrag".

6. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 381 (Vorjahr TEUR 373) sowie Personalrückstellungen in Höhe von TEUR 944 (Vorjahr TEUR 781).

7. Verbindlichkeiten

bis 1 Jahr
TEUR
über 1 Jahr
TEUR
davon über 5 Jahre
TEUR
Gesamt
TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 12 52 0 64
(Vorjahr) (11) (63) (0) (74)
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 7.193 0 0 7.193
(Vorjahr) (5.727) (0) (0) (5.727)
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.341 0 0 2.341
(Vorjahr) (2.261) (0) (0) (2.261)
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 6.423 0 0 6.423
(Vorjahr) (414) (41.332) (0) (41.746)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 3.087 0 0 3.087
(Vorjahr) (3.016) (0) (0) (3.016)
- davon aus Steuern 1.479 0 0 1.479
(Vorjahr) (1.539) (0) (0) (1.539)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 138 0 0 138
(Vorjahr) (109) (0) (0) (109)
Summe 19.056 52 0 19.108
(Vorjahr) (11.429) (41.395) (0) (52.824)

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen in Höhe von TEUR 5.909 (Vorjahr TEUR 41.332) aus Darlehen und in Höhe von TEUR 514 (Vorjahr TEUR 414) aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

8. Haftungsverhältnisse

Die Gesellschaft tritt als Garantiegeber für ein an die Konzernmutter (Haftungsverhältnisse aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten), Invia Group SE, begebenes Darlehen eines Bankenkonsortiums, unter Führung der Komerční Banka A.S., ein. Die Garantie erfolgte durch gewährte Pfandrechte auf Geschäftsanteile, Domains, Marken und Bankkonten in einer Gesamthöhe von TEUR 24.527 (Vorjahr TEUR 45.600). Aufgrund der Bonität der Invia Group SE wird zum Bilanzstichtag von einer sehr geringen Inanspruchnahme ausgegangen.

9. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

bis 1 Jahr
TEUR
über 1 Jahr
TEUR
davon über 5 Jahre
TEUR
Gesamt
TEUR
sonstige Verpflichtungen 160 80 0 240
Summe 160 80 0 240

10. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus Provisionen für Reisevermittlung von Veranstaltern sowie der Vermittlung von Versicherungen. Sie wurden hauptsächlich in Deutschland 80,4 % (Vorjahr 82,1 %), der Schweiz 10,1 % (Vorjahr 9,1 %) und in Österreich 6,0 % (Vorjahr 5,6 %) erwirtschaftet.

11. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Erbringung von Leistungen innerhalb der Konzerngruppe in Höhe von TEUR 910 (Vorjahr TEUR 551) und Erstattungen nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz in Höhe von TEUR 22 (Vorjahr TEUR 54). Ausgewiesen werden weiterhin periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 17 (Vorjahr TEUR 97) sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 144 (Vorjahr TEUR 260).

12. Materialaufwand

Der Materialaufwand beinhaltet insbesondere Aufwendungen für Fremdleistungen in Höhe von TEUR 112 (Vorjahr TEUR 91), Aufwendungen für Marketing in Höhe von TEUR 28.855 (Vorjahr TEUR 33.158) und Providerkosten in Höhe von TEUR 3.742 (Vorjahr TEUR 3.880).

13. Abschreibungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen in Höhe von TEUR 3.518 (Vorjahr TEUR 3.412) umfassen ausschließlich planmäßige Abschreibungen.

14. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen den Einkauf von Dienstleistungen aus dem Shared Service Center der Invia SSC Germany GmbH in Höhe von TEUR 5.712 (Vorjahr TEUR 5.062), Aufwendungen aus der Zuführung zu Wertberichtigungen auf Forderungen und Forderungsverluste in Höhe von TEUR 680 (Vorjahr TEUR 836), Fremdleistungen und Fremdarbeiten in Höhe von TEUR 4.948 (Vorjahr TEUR 4.515), Aufwendungen für Lizenzen und Konzessionen in Höhe von TEUR 824 (Vorjahr TEUR 714) und periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 134 (Vorjahr TEUR 50). In den periodenfremden Aufwendungen sind im Wesentlichen Kosten für Lizenzen und Konzessionen des Vorjahres in Höhe von TEUR 43 (Vorjahr TEUR 23) sowie Gebühren und Beiträge des Vorjahres in Höhe von TEUR 51 (Vorjahr TEUR 14) enthalten.

15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

In diesem Posten ist per Saldo der Aufwand aus latenten Steuern aus dem laufenden Geschäftsjahr in Höhe von TEUR 543 (Vorjahr TEUR 2.792) sowie Aufwand aus Ertragsteuern in Höhe von TEUR 5.945 (Vorjahr TEUR 5.454) enthalten.

D. Sonstige Angaben

1. Geschäftsführung

Die Geschäfte wurden geführt von:

Benedikt Müller CFO Invia Group Germany
Ralph Michaelsen CEO Invia Travel Germany
Boris Raoul CEO Invia Group

Sie führen ihre Tätigkeit hauptberuflich aus.

Bezüglich der Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung wurde die Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch genommen, da nur ein Geschäftsführer Vergütung von der Gesellschaft erhalten hat. Im Geschäftsjahr war lediglich Herr Ralph Michaelsen bei der Gesellschaft angestellt.

2. Arbeitnehmer

Im Geschäftsjahr 2023 waren durchschnittlich 176 (Vorjahr 161) Angestellte beschäftigt. Zum 31.12.2023 waren 181 (Vorjahr 163) ausschließlich Angestellte beschäftigt.

3. Abschlussprüferhonorar

Die Aufwendungen für das Abschlussprüferhonorar gemäß § 285 Nr. 17 HGB setzen sich wie folgt zusammen:

Abschlussprüferhonorar TEUR
Abschlussprüferleistung 68
andere Bestätigungsleistung 0
Steuerberatungsleistung 0
sonstige Beratungsleistung 0
Summe 68

4. Geschäfte mit nahestehenden Personen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgten mit nahestehenden Personen keine Geschäfte zu marktunüblichen Bedingungen.

5. Gesellschafter und Konzernverhältnisse

Die Invia Travel Germany GmbH ist ein Tochterunternehmen der Invia Travel s.r.o., Prag/Tschechische Republik. Die Invia Travel s.r.o. und ihre Tochtergesellschaften werden in den Konzernabschluss der Invia Group SE, Prag/Tschechische Republik (kleinster Konsolidierungskreis), und in den Konzernabschluss der European Bridge Travel a.s., Prag/Tschechische Republik, einbezogen (größter Konsolidierungskreis). Beide Konzernabschlüsse werden nach den Vorschriften der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt.

Die Konzernabschlüsse der Invia Group SE und der European Bridge Travel a.s. werden beim Ministry of Justice in der Tschechischen Republik (https://or.justice.cz) eingereicht und auch dort erhältlich sein.

6. Nachtragsbericht

Am 3. Juni 2024 hat die FTI Touristik GmbH, Obergesellschaft der FTI Group mit Sitz in München, Deutschland, einen Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Die FTI Group ist ein relevanter Vertragspartner der Gesellschaft, wobei zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses die vollumfänglichen Konsequenzen dieses Insolvenzverfahrens noch nicht bekannt und abschätzbar sind. Zum Bilanzstichtag hatte die Gesellschaft insg. TEUR 622 an erhaltenen Anzahlungen von Provisionen der FTI Group mit Anreisen ab dem Insolvenzstichtag (3. Juni 2024) gebucht. Aufgrund der erfolgten Passivierung ist das bilanzielle Risiko zum Bilanzstichtag abgedeckt.

 

Leipzig, 21. Juni 2024

Invia Travel Germany GmbH

Ralph Michaelsen, Geschäftsführer

Benedikt Müller, Geschäftsführer

Boris Raoul, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 8.933.203,84 2.538.356,78 88.710,55 11.382.850,07
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 34.569.728,50 4.089,31 0,00 34.573.817,81
3. Geschäfts- oder Firmenwert 9.795.054,82 0,00 0,00 9.795.054,82
53.297.987,16 2.542.446,09 88.710,55 55.751.722,70
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.929.414,62 118.018,78 0,00 2.047.433,40
55.227.401,78 2.660.464,87 88.710,55 57.799.156,10
Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
1.1.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2023
EUR
31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 6.645.068,29 1.417.182,72 0,00 8.062.251,01 3.320.599,06 2.288.135,55
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 15.936.151,50 2.067.656,31 0,00 18.003.807,81 16.570.010,00 18.633.577,00
3. Geschäfts- oder Firmenwert 9.795.053,82 0,00 0,00 9.795.053,82 1,00 1,00
32.376.273,61 3.484.839,03 0,00 35.861.112,64 19.890.610,06 20.921.713,55
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.810.630,62 32.693,78 0,00 1.843.324,40 204.109,00 118.784,00
34.186.904,23 3.517.532,81 0,00 37.704.437,04 20.094.719,06 21.040.497,55

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Invia Travel Germany GmbH, Leipzig

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Invia Travel Germany GmbH, Leipzig, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Invia Travel Germany GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Leipzig, den 31. Juli 2024

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Strom, Wirtschaftsprüfer

Dr. Nellessen, Wirtschaftsprüfer

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss wurde am 26. August 2024 festgestellt.

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