Stammdaten

Register
Amtsgericht Stuttgart HRB 5053
Eingetragen
14.12.1972
Branche
Institute für Factoring-GeschäfteVermittlung von KreditenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Möbeln
Gegenstand
Übernahme und Durchführung von Factoring-Geschäften, sowie Vermittlung von Beteiligungen, Immobilien und Mietobjekten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Prokura
Ramona Barth
seit 12.1.2023
Prokura
Alexander Orth
seit 5.12.2022
Geschäftsführer
Daniel Krupke
seit 5.9.2022
Prokura
Prokura
Kerstin Götzmann
seit 12.10.2020
Prokura
Thomas Rebentisch
seit 13.2.2019
Geschäftsführer
Bernd Krimmer
seit 29.11.2017
Prokura
Geschäftsführer
Jörg Matzek
seit 12.6.2015
Prokura
Marius Leeb
seit 10.11.2014
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
Germany
1.600.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

SüdFactoring GmbH

Stuttgart

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht 2023

1. Grundlagen der Gesellschaft

1.1 Rechtlicher Rahmen

1.2 Geschäftstätigkeit

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

2.2. Geschäftsverlauf

2.3 Ertragslage

2.4 Personal und Vergütungssystem

3. Risikomanagement

3.1 Risikoinventur

3.2 Risikokonzentrationen

3.3 Risikotragfähigkeit

3.4 Zusammenfassung

4. Prognosebericht und wesentliche Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

1. Grundlagen der Gesellschaft

1.1 Rechtlicher Rahmen

Nach der Aufnahme des Factoring-Geschäfts durch eine Vorgängergesellschaft im Jahr 1968 wurde die SüdFactoring GmbH (im Folgenden auch SüdFactoring oder Gesellschaft genannt) mit Sitz in Stuttgart 1972 gegründet und ist eine 100%ige Tochter der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Das Eigenkapital der Gesellschaft beläuft sich auf insgesamt EUR 70,0 Mio., davon EUR 1,6 Mio. gezeichnetes Kapital sowie EUR 68,4 Mio. Kapitalrücklage. Zwischen der SüdFactoring und der LBBW besteht ein Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag.

Die SüdFactoring bietet innerhalb des LBBW-Konzerns Factoringlösungen für mittelständische Unternehmen an. Mit diesem Grundprodukt ist die SüdFactoring seit mehr als fünfzig Jahren mit beständig deutschem Gesellschafterhintergrund am Markt vertreten. Es wird ausschließlich echtes Factoring betrieben, d.h. das Adressen-Ausfallrisiko wird immer übernommen.

1.2 Geschäftstätigkeit

Vorrangige Zielgruppen sind mittelständische Unternehmenskunden. Im Mittelstandsgeschäft wird die Zusammenarbeit innerhalb des LBBW-Konzerns, speziell mit der LBBW, der BW-Bank sowie der Schwestergesellschaft SüdLeasing GmbH, Stuttgart, vorangetrieben. So aufgestellt kann die SüdFactoring als Spezialist im Bereich von kundenorientierten Factoringlösungen innerhalb des LBBW-Konzerns ihren Kunden Service aus einer Hand bieten. Die Gesellschaft legt dabei ihren geografischen Schwerpunkt auf den deutschen Raum.

Die SüdFactoring entwickelt ihr Geschäftsmodell als Anbieter für Factoringlösungen ständig weiter. Die internen Prozesse der SüdFactoring werden stetig überprüft, um eine Verbesserung der Arbeitsabläufe zu erreichen. Zur Realisierung einer stetig steigenden nationalen Wachstumsstrategie wird innerhalb der Gesellschaft die enge Zusammenarbeit mit den Kunden und die starke Partnerschaft mit dem LBBW Konzern angestrebt.

Die SüdFactoring ist flächendeckend bundesweit über ihre Vertriebspartner im Cross-Selling und Direkt- und Makler-Vertrieb aktiv. Die Betreuung und Akquisition findet neben dem Hauptstandort Stuttgart in Mainz, Olpe und Leipzig statt. Bei der Standort-Auswahl wird unter Cross-Selling-Aspekten insbesondere auf die Präsenz einer LBBW-Konzerngesellschaft geachtet.

Ausgerichtet an der Kundenstruktur der Konzern-Gesellschaft und den Bedürfnissen und Anforderungen dieser existiert eine eigene Key Account- und Large Corporates-Betreuung.

Ziel der Gesellschaft ist es, nachhaltig stabile Erträge zu generieren, d.h. es wird auf einen risikoadäquaten Portfoliomix geachtet. Zur Steuerung der Gesellschaft werden die folgenden wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren herangezogen:

Umsatz: Summe aller eingereichten Rechnungsbeträge.

Produktivität: unter Produktivität wird der Jahresumsatz aller eingereichten Rechnungen der Kunden summiert, die im Geschäftsjahr erstmalig angebunden wurden.

Zinserträge aus Vorfinanzierungs-Inanspruchnahme und All-In-Engagements

Einnahmen durch Factoring-Gebühren: Auf Grundlage des getätigten Umsatzes zahlt der Kunde Factoring-Gebühren an die SüdFactoring.

Risikokosten: die Risikokosten sind definiert als die im Geschäftsjahr erfolgswirksam erfassten Aufwendungen aus Einzel- und Pauschalwertberichtigungen und Kosten der Warenkreditversicherungen.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die konjunkturelle Entwicklung der deutschen Wirtschaft im Jahr 2023 entsprach im Wesentlichen, den vor Jahresbeginn durch die Wirtschaftsinstitute publizierten, gedämpften Erwartungen. Gemäß der aktuellen Konjunkturprognose des Ifo-Instituts kann über das Gesamtjahr ein Rückgang des Brutto-Inlandsprodukts von 0,3% (Vorjahresprognose: -0,1%) festgehalten werden. Die für das zweite Halbjahr erwartete Erholung blieb aus. Trotz rückläufiger Inflation und steigender Lohneinkommen hat sich die inländische Konsumnachfrage nicht wie erhofft erholt. Ebenso blieben expansive Impulse für die deutsche Exportwirtschaft durch den internationalen Warenhandel aufgrund der multiplen globalen Krisenmomente aus. 1 Angebotsbedingte Produktionshemmnisse im Zuge von Lieferkettenengpässen verloren im Jahresverlauf an Bedeutung, während die Nachfrage nach deutschen Erzeugnissen insgesamt nachließ. Gleichzeitig ist die konjunkturelle Bedeutung staatlicher Investitionen gestiegen.

Die Umsätze der Mitglieder des deutschen Factoring-Verbandes konnten im ersten Halbjahr 2023 um 5,7% auf EUR 192,8 Mrd. gesteigert werden. Ein wesentlicher Treiber für das Umsatzwachstum war diesmal das nationale Geschäft, welches einen Anstieg von 12,6% verzeichnen konnte und mittlerweile rund 142 Mrd. Euro beträgt. 2

1 Quelle: ifo Konjunkturprognose Winter 2023
2 Deutscher Factoring-Verband e.V.: "Factoring in 2023", URL: https://www.factoring.de/factoring-2023-solides-wachstum-im-ersten-halbjahr

2.2. Geschäftsverlauf

Das Jahr 2023 begann sehr stark. Im 1. Quartal 2023 wuchs der Umsatz um 23% im Vergleich zum Vorjahr. Dieses Wachstum konnte im Laufe des Jahres 2023 leider nicht fortgesetzt werden. Im 2. Quartal betrug das Wachstum nur noch 16% und im 4. Quartal lag dieses noch bei 9%. Im Jahr 2023 wurde ein Umsatz von 25,8 Mrd. € erreicht, was eine Steigerung von 9% im Vergleich zum Vorjahr ausmacht. Das Wachstum des Umsatzes stammt im Wesentlichen aus dem guten Neugeschäft aus dem Jahr 2022. Das schwächere Wachstum im 2. Halbjahr 2023 lässt sich auf die sinkende Entwicklung in Deutschland zurückführen. Die Kaufkraft sinkt und es wird weniger im Markt investiert, was zu einem rückläufigen Umsatz führt. Zeitgleich konnten jedoch die Margen gesteigert werden.

Im Jahr 2023 konnten weiter große Kunden angebunden werden, welche eine gute Ausgangslage für das nächste Jahr legen. Das Bankgeschäft lief im Jahr 2023 sehr gut und konnte weiter ausgebaut werden. Das Maklergeschäft ist stabil und bietet für das Jahr 2024 eine gute Grundlage für den Geschäftskundenbereich.

2.3 Ertragslage

Die handelsrechtliche Ertragslage der Gesellschaft stellt sich zum 31.12.2023 wie folgt dar:

2023 2022 Abweichung
TEUR TEUR TEUR %
Zins-, Provisions-, Factoringerträge 123.307 53.040 70.267 >100%
Zinsaufwendungen -79.016 -14.544 -64.472 >100%
Provisionsaufwand -1.185 -1.422 237 16,7%
Rohergebnis 43.106 37.074 6.033 16,3%
Sonstige betriebliche Erträge 991 1.396 -405 -29,0%
Erträge aus der Auflösung anderer RSt. 524 539 -15 -2,8%
Verkaufsgewinne Sachanlagevermögen 0 0
Summe sonstiges Ergebnis 1.515 1.935 -420 -21,7%
Personalaufwand -11.613 -11.193 -420 -3,8%
Abschreibungen -1.453 -1.453 0 0%
Andere Verwaltungsaufwendungen -9.775 -7.516 -2.259 -30,1%
Sonstige betriebliche Aufwendungen -47 -313 266 85,0%
Summe Aufwendungen -22.888 -20.475 -2.413 -11,8%
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Factoringgeschäft -7.278 -7.337 60 0,8%
Zuführung zur Vorsorge nach § 340f HGB -17.810 -3.189 -14.620 <-100%
Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Factoringgeschäft 3.372 3.093 279 9,0%
Summe Risikovorsorge -21.716 -7.434 -14.282 >100%
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 18 11.100 -11.082 >100%
Sonstige Steuern -18 0 -18 <-100%
Ergebnis vor EAV 0 11.100 -11.100 <-100%

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit liegt aufgrund einer erhöhten Zuführung zur Vorsorge für allgemeine Bankrisiken nach § 340f HGB in Höhe von EUR 17,8 Mio. (Vorjahr EUR 3,2 Mio.) deutlich unter dem Vorjahresergebnis. Bereinigt man die Ergebnisse beider Perioden um diesen Posten, so ergibt sich gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um EUR 3,5 Mio. Auch das Planergebnis wurde im Jahr 2023 deutlich überschritten.

Die positive Entwicklung des Rohergebnisses ergibt sich aus einer positiven Geschäfts- und Portfolioentwicklung. Die Factoringgebühren der SüdFactoring sind im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 77 leicht gesunken. Gleichzeitig liegt der Saldo aus Zinserträgen und -aufwendungen (Zinsergebnis) über dem Niveau des Vorjahres (Anstieg um EUR 5,7 Mio.). Dies lässt sich im Wesentlichen auf die Umsatzausweitung und die damit einhergehenden erhöhten zinstragenden Inanspruchnahmen zurückführen. Als weiterer wesentlicher Faktor ist der stetig steigende Anteil der Kundenverbindungen mit All-In-Konditionen zu nennen. In dieser Vertragskonstellation werden sämtliche Factoring-Leistungen (Finanzierungs-, Versicherungs- und Servicekomponenten) über Zinskonditionen verrechnet. Die entsprechenden Ergebnisbeiträge werden ausschließlich als Zins- und nicht als Provisionserträge realisiert.

Die Aufwendungen liegen mit EUR 22,9 Mio. über dem Vorjahr (EUR 20,5 Mio.) sowie über dem Plan für das Geschäftsjahr 2023. Die höheren Personalaufwendungen ergeben sich aus gestiegenen Gehaltskosten, was unter anderem auf Auszahlungen von Energieprämien zurückzuführen ist. Der Anstieg der weiteren Verwaltungsaufwendungen resultiert im Wesentlichen aus den höheren Beratungsaufwendungen sowie aus der Leistungsverrechnung zur SüdLeasing GmbH.

Das Risikovorsorgeergebnis liegt EUR 14,3 Mio. über dem des Vorjahres. Hintergrund hierfür ist die erhöhte Zuführung zur Vorsorge nach § 340f HGB in Höhe von EUR 17,8 Mio. (Vorjahr EUR 3,2 Mio.). Diese wurde als Reaktion auf die zunehmend unsicheren volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen gebildet. Ohne Berücksichtigung des Sondereffekts aus der Vorsorge nach § 340f HGB liegen die Risikovorsorgeaufwendungen inklusive der Kosten für die Warenkreditversicherungen deutlich unter den planerischen Annahmen der Gesellschaft und auch um 8,0% unter dem Vorjahr.

Die Bilanzsumme ist im Geschäftsjahr 2023 um EUR 60 Mio. auf EUR 2.713 Mio. gestiegen. Dies entspricht einem Anstieg von 2,3%. Das Eigenkapital beläuft sich unverändert auf EUR 70,0 Mio. Die Eigenkapitalquote bleibt somit weiterhin auf 2,6% (Vorjahr 2,6%).

Die Refinanzierung der SüdFactoring wird ausschließlich über Geldaufnahmen beim LBBW-Konzern vorgenommen. Die Finanzierungsmittel des Konzerns umfassen überwiegend Termingelder und zusätzlich in geringerem Umfang Tagesgelder. Eine Änderung der Finanzierung über den LBBW-Konzern ist nicht geplant.

Für Geschäftsausweitungen liegen ausreichende Finanzierungszusagen in Form einer Rahmenkreditlinie bei der LBBW vor, deren Höhe fortlaufend an die erwartete Portfolioentwicklung angepasst wird. Die Finanzmittelausstattung der SüdFactoring ist somit gesichert. Die Gesellschaft verfügte im Berichtszeitraum jederzeit über ausreichend finanzielle Mittel, um ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

2.4 Personal und Vergütungssystem

Im Jahresdurchschnitt waren bei der SüdFactoring 116 (Vorjahr 118) Personen beschäftigt. Zum Ende des Geschäftsjahres 2023 waren 114 (Vorjahr 117) Arbeitnehmer direkt angestellt.

Im Vertrieb sind die Vergütungsstrukturen am Erfolg orientiert. Die Vergütung in der Marktfolge ist an den Bankentarif angelehnt. Um der Institutsvergütungsverordnung zu genügen, stellt die SüdFactoring auf die Vorgaben des LBBW-Konzerns und die gesetzlichen Rahmenbedingungen ab.

Bei der SüdFactoring besteht ein detailliertes betriebliches Vorschlagswesen. Die Honorierung richtet sich nach der mit dem Vorschlag erzielten Einsparung oder der erwarteten Produktivitäts- bzw. Effizienzsteigerung.

3. Risikomanagement

Die Gesellschaft betreibt das Factoring gemäß § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 9 KWG und unterliegt als Finanzdienstleistungsinstitut im Sinne des KWG dessen Anforderungen.

Die Grundlagen des Risikomanagementsystems sind i. W. in der Geschäfts- und Risikostrategie festgeschrieben. Weitere operationalisierte Konkretisierungen sind im Risikotragfähigkeitskonzept, dem daraus abgeleiteten Limit-System, dem internen Kontrollsystem und dem periodischen sowie Ad-hoc-Risikoberichtswesen festgeschrieben und sind zentraler Bestandteil des Risikomanagementsystems der SüdFactoring. Hierdurch wird eine angemessene Identifizierung, Beurteilung, Steuerung, Überwachung und Kommunikation der wesentlichen Risiken gewährleistet. Darüber hinaus soll die im Unternehmen verankerte Risikokultur nachhaltig gestärkt und eine geschäftsübergreifende Kommunikation risikorelevanter Sachverhalte stetig gefördert werden. Das Risikomanagement folgt dabei klar definierten Grundsätzen, welche verbindlich anzuwenden sind und deren Einhaltung fortlaufend überwacht wird. Eine klare aufbau- und ablauforganisatorische Trennung zwischen den einzelnen Funktionen und Tätigkeiten des Risikomanagements wird dabei sichergestellt.

Die implementierte allgemeine Risikostrategie der SüdFactoring, die zuletzt im November 2023 überarbeitet wurde, ist unverändert die Basis für das Risikomanagement der SüdFactoring. Zudem ist die SüdFactoring in das Risikomanagementsystem der LBBW eingebunden. Die Risikostrategie wurde im Geschäftsbetrieb umgesetzt und die eingeführten Verfahren zur Ermittlung und Sicherstellung der Risikotragfähigkeit haben sich bewährt.

Die Geschäftsführung hat ein Überwachungssystem eingerichtet, mit dem die gesetzlichen Anforderungen zur frühzeitigen Erkennung von Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden können, erfüllt werden.

3.1 Risikoinventur

Mindestens einmal jährlich erfolgt die Durchführung einer Risikoinventur für sämtliche Risikoarten. Als wesentliche Risiken nach MaRisk wurden das Adressenausfall-/Kreditrisiko (Debitorenausfallrisiko und Veritätsrisiko in Verbindung mit Adressenausfall Kunden), das operationelle Risiko sowie das Geschäfts- und Reputationsrisiko identifiziert. Aufgrund wesentlicher Auswirkungen auf die genannten Risiken wurden die Querschnittsthemen Konzentrations-, Nachhaltigkeits-, Pandemie- und Regulatorisches Risiko ebenfalls als wesentlich eingestuft. Das Liquiditätsrisiko und das Marktpreisrisiko in Form von Währungsrisiken und Zinsänderungsrisiken, drei Unterarten des Kreditrisikos (Länder- und Transfer-, Sicherheiten- und Migrationsrisiko), sowie das Pensions- und Modellrisiko werden als unwesentlich eingestuft.

3.1.1 Adressenausfallrisiken

Bei den Adressenausfallrisiken existieren zwei wesentliche Arten. Zum einen die Bonität des Kunden, der für den rechtlichen Bestand der Forderung haftet (Veritätsrisiko), zum anderen die Bonität der Debitoren (Debitorenausfallrisiko). Die Steuerung dieser beiden Risiken auf Einzelengagement- und Portfolio-Ebene leitet sich aus der Kreditrisikostrategie ab. Die definierten Standards, Richtlinien und Arbeitsanweisungen werden fortlaufend überprüft und bei Bedarf angepasst.

3.1.1.1 Risiken auf Kunden-Ebene (Veritätsrisiko)

Risiken bestehen in der Möglichkeit des Ausfalls von Kunden, insbesondere in Form des Veritätsrisikos.

Für das Eingehen solcher Risiken gelten bei der SüdFactoring festgelegte Regelungen. Die Überprüfung der Bonität der Forderungsverkäufer, das Monitoring bestehender Engagements und die Festlegung der Factoring-Rahmenbedingungen erfolgen durch das Risikomanagement der Gesellschaft.

Die SüdFactoring hat zur Kontrolle und Begrenzung dieser Risiken entsprechende Vorkehrungen getroffen. Zu den risikobegrenzenden Kontrollmaßnahmen zählen unter anderem regelmäßige Außenprüfungen bei den Vertragspartnern, Rechnungsverifizierungen, Veritätsgarantien der Gesellschafter/Geschäftsführer sowie regelmäßige Überprüfungen der Jahresabschlüsse und betriebswirtschaftliche Auswertungen der Engagements auf Risikoveränderungen. Im Rahmen des Portfolio-Managements wird darauf geachtet, dass nur Geschäfte mit Kunden getätigt werden, die die Qualitätskriterien der SüdFactoring erfüllen.

Die SüdFactoring wählt ihre Kunden nach definierten Bonitäts- und Veritätskriterien aus und überwacht diese laufend. Die Qualität der Kreditentscheidung wird durch standardisierte Ratingprozesse und eine umfangreiche Risikoanalyse des Kunden sichergestellt. Bei der Beurteilung fließen sowohl qualitative als auch quantitative Merkmale ein. Bei der Bestandsbewertung kommen darüber hinaus factoringspezifische Kriterien zum Tragen, die in die Bewertung mit einfließen.

Die kontinuierliche Risikoüberwachung der Engagements wird zudem durch DV-technische Auswertungen sowie Früherkennungs- und Risikoindikatoren unterstützt. Auffälligkeiten bei den eingereichten Rechnungen und Gutschriften werden kontinuierlich analysiert und angezeigt. Ziel ist es, möglichst viele Prüfungsaufgaben zu automatisieren, um eine effiziente und risikoorientierte Bearbeitung zu erreichen.

Bei der Beurteilung der wirtschaftlichen Lage der jeweiligen Kunden wendet die Gesellschaft factoringadjustierte Ratingverfahren an. Notleidende Engagements werden in die separate Intensiv- und Problembestandsbetreuung übergeben. Die Gesellschaft bildet in angemessenem Umfang Risikovorsorge für eventuell anfallende Verluste, die sich aus Veritätsschäden ergeben könnten. Infolge der anhaltend hohen Inflation, Leitzinserhöhung der Zentralbanken und der angespannten wirtschaftlichen Lage sind auf Seiten der Verität keine wesentlich erhöhten Risiken wahrnehmbar.

3.1.1.2 Debitorenausfallrisiko

Bonitätsrisiken im Debitorenbereich ergeben sich aus der Zahlungsunfähigkeit bzw. Zahlungsschwierigkeiten der Debitoren. Zur weitgehenden Absicherung des Debitorenausfallrisikos hat die SüdFactoring Warenkreditversicherungsverträge geschlossen bzw. behält sich vor, sich von ihren Vertragspartnern, soweit vorhanden, die Rechte und Ansprüche aus bestehenden Warenkreditversicherungsverträgen abtreten zu lassen bzw. den Warenkreditversicherungsverträgen der Kunden beizutreten. Zur Bonitätsbeurteilung/ -bewertung der Debitoren wendet die Gesellschaft ein Ratingverfahren an. Debitoren-Limite werden grundsätzlich erst nach Limit-Zusage eines Kreditversicherers und ggf. vorheriger Prüfung unter Verwendung externer Auskünfte und Zahlungserfahrungen vergeben. Zusätzlich wird überwacht, dass es zu keinen Klumpen-Risiken in Ländern, Branchen oder Forderungsvolumina kommt.

Mit der Bildung von Einzelwertberichtigungen für ausfallgefährdete Forderungen wird in angemessenem Umfang dem Risiko eventuell entstehender Verluste, die sich aus nicht erfolgten Zahlungen von Debitoren auf von der SüdFactoring angekaufte und finanzierte Forderungen ergeben könnten, Rechnung getragen. Die angespannte Wirtschaftssituation, mit hohem Inflationsniveau und Leitzinserhöhungen, hat im Jahr 2023 zu keinen wesentlich erhöhten Ausfallrisiken geführt.

3.1.2 Operationelle Risiken

Unter operationellen Risiken wird die Gefahr von unmittelbaren oder mittelbaren Verlusten verstanden, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder durch externe Ereignisse eintreten. In dieser Definition sind rechtliche und strategische Risiken enthalten. Operationelle Risiken können grundsätzlich in sämtlichen Geschäftsprozessen einer Gesellschaft auftreten.

Zur Minimierung der operationellen Risiken legt die SüdFactoring die Vorgaben für den Umgang mit diesen Risiken gemäß dem bestehenden Rahmenwerk Operationelle Risiken der LBBW zu Grunde. Bei der Aufstellung und Aktualisierung der Regelwerke greift die SüdFactoring auf etablierte Instrumente des Risikocontrollings und -managements der LBBW zurück.

Die Gesellschaft erfasst operationelle Risiken sowohl qualitativ als auch quantitativ. Dies erfolgt durch eine OpRisk-Inventur einschließlich einer Selbsteinschätzung der Kontrollgüte der implementierten Maßnahmen (Self-Assessment). Das Controlling operationeller Risiken sieht vor, dass das Self-Assessment regelmäßig (mindestens jährlich) sowie anlassbezogen durchgeführt wird. Mit Hilfe dieser Instrumente sollen Schwachstellen in Prozessen, Systemen und Abläufen analysiert und der Status-Quo der Risikosituation erfasst werden. Dabei werden unterschiedliche Arten von Fragebögen (standardisierter und detaillierter Fragebogen) zur Risikoanalyse und Selbsteinschätzung der Kontrollgüte verwendet.

Weiterhin werden Risikoindikatoren identifiziert und beobachtet. Risikoindikatoren sind Kennzahlen, bei denen ein direkter Zusammenhang mit operationellen Risiken vermutet wird. Sie geben Auskunft über gegenwärtige und zukünftige Risikosituationen, sodass sie als Frühwarnindikatoren geeignet sind. Darüber hinaus wird eine Schadensfalldatenbank gepflegt.

Die letzte OpRisk-Inventur fand in dem Zeitraum November bis Dezember 2023 in Form eines Self-Assessments statt. In mehreren Szenarien wurden mögliche Schäden identifiziert und quantifiziert sowie Gegensteuerungsmaßnahmen entwickelt. Das operationelle Risiko der SüdFactoring wurde unter Berücksichtigung von Kreditrisiken durch die LBBW als wesentlich eingestuft.

Um rechtliche Risiken zu begrenzen, verwendet die Gesellschaft standardisierte Factoring-Rahmenverträge und Zusatzvereinbarungen. Diese wurden zuletzt 2023 überprüft. Die mit externen Dienstleistern abgeschlossenen Verträge sowie die Auslagerungsverträge mit dem LBBW-Konzern werden vor Vertragsabschluss von der Rechtsabteilung/ den Rechtsanwälten der LBBW geprüft.

Das implementierte IT-Notfallkonzept der SüdFactoring, welches die zeit- und geschäftskritischen Prozesse im Detail analysiert und konkrete Maßnahmen im Falle eines Notfalls definiert, wird regelmäßig überprüft. Aus heutiger Sicht sind keine bestandsgefährdenden, operationellen Risiken erkennbar.

3.1.3 Marktpreisrisiken

Die SüdFactoring unterscheidet bei den Marktpreisrisiken zwischen dem Zinsänderungsrisiko und dem Währungsrisiko.

Das Zinsänderungsrisiko ist bei der SüdFactoring nicht wesentlich, da die angekauften Forderungen weitgehend fristenkongruent refinanziert werden.

Ein Währungsrisiko (FX-Risiko) kann theoretisch grundsätzlich in zwei Arten bei der SüdFactoring auftreten. Einerseits gibt es Kunden mit einem Fremdwährungs-Vertrag, d.h. sämtliche Zahlungsflüsse dieses Vertrages finden in Fremdwährung statt. In diesem Fall findet auch die Refinanzierung in der Fremdwährung statt, so dass hier keine Effekte aus Wechselkursveränderungen auftreten. Andererseits können von Kunden mit einem Euro-Vertrag in Einzelfällen Forderungen in Fremdwährung von der SüdFactoring angekauft werden (sogenannte Tandemposten). Bei Tandemposten wird der Euro-Betrag des Fremdwährungsgeschäftes bei Ankauf festgelegt und der Kunde trägt vertraglich das Risiko eines Wertverlustes der Forderung in EUR durch eine Kursverschlechterung. Währungsrisiken und Zinsänderungsrisiken sind bei der SüdFactoring daher von untergeordneter Bedeutung.

Das Marktpreisrisiko wird somit in der SüdFactoring als nicht wesentlich eingestuft.

3.1.4 Länder- und Transferrisiko

Um Länderrisiken zu minimieren, überwacht die SüdFactoring die Klumpenrisiken auf Länderebene und berichtet diese regelmäßig an den Aufsichtsrat. Die Sitzländer der Debitoren sind eingegrenzt und Grundlage jedes Factoringvertrages. Ausnahmen sind nur nach separater Genehmigung möglich. Darüber hinaus gelten die aktuellen Länderlisten der Warenkreditversicherer, die im Rahmen der Corona-Pandemie nicht verändert wurden.

3.1.5 Sicherheitenrisiko

Das Sicherheitenrisiko hat seine Ursache bei der SüdFactoring speziell im möglichen Ausfall von Warenkreditversicherern und hat damit eine direkte Wirkung auf das Debitorenausfallrisiko. Warenkreditversicherer zeigen in der Regel eine herausragende Bonität. Risikokonzentrationen sind vorhanden und werden regelmäßig überwacht, jedoch qualitativ als unvermeidbar und unbedenklich eingestuft.

3.1.6 Migrationsrisiko

Das Migrationsrisiko (auch als Bonitätsänderungsrisiko bezeichnet) wird bei der SüdFactoring aufgrund der kurzen Forderungslaufzeiten als unwesentlich eingestuft. Auf die Migrationen haben sich die Leitzinserhöhungen, die angespannte wirtschaftliche Lage sowie das hohe Inflationsniveau bisher nicht ausgewirkt, weil die Debitorenrisiken nicht gestiegen sind (siehe 3.3.1.2).

3.1.7 Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko beinhaltet im engeren Sinn das Risiko, den Zahlungsverpflichtungen zum Zeitpunkt der Fälligkeit nicht nachkommen zu können. Es umfasst auch das Risiko, bei Bedarf nicht ausreichend Liquidität zu den erwarteten Konditionen am Markt beschaffen zu können (Refinanzierungsrisiko).

Aufgrund der Konzernbindung an die LBBW, des Ergebnisabführungsvertrages und der Patronatserklärung der LBBW für Geschäfte der SüdFactoring stehen der Gesellschaft ausreichende Refinanzierungsmittel zur Verfügung. Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft ist durch einen konzernintern gewährten Refinanzierungsrahmen gesichert. Die Liquidität wird von der Finanzbuchhaltung laufend überwacht.

Da dieser Refinanzierungsrahmen gegenwärtig einen ausreichenden Liquiditätspuffer gewährleistet, sieht die Gesellschaft nur geringe Liquiditätsrisiken. Der LBBW-Konzern hat seinerseits in seiner Liquiditätsstrategie festgelegt, dass Tochtergesellschaften bei Bedarf mit laufzeitkongruenter Refinanzierung zu versorgen sind.

Demzufolge ist über den Konzern eine kontinuierliche, ausreichend bemessene und unter Kostenaspekten marktadäquate Refinanzierung gewährleistet.

3.1.8 Geschäftsrisiko

Das Geschäftsrisiko, welches das strategische Risiko einschließt, ist das Risiko unerwarteter Ergebnisrückgänge und negativer Planabweichungen, die ihre Ursache nicht in anderen definierten Risikoarten haben. Das Geschäftsrisiko kann u. a. durch Veränderungen im Kundenverhalten oder Veränderungen wirtschaftlicher Rahmenbedingen nicht rechtlicher Natur (z. B. Wettbewerbsintensität, technischer Fortschritt) und durch strategische Fehlentscheidungen verursacht werden. Das Risiko wird grundsätzlich in der SüdFactoring als wesentlich eingestuft. Um das Risiko zu steuern und zu kontrollieren wird jährlich die Planung der Geschäftsstrategie mit der IST-Entwicklung abgeglichen.

Trotz diverser globaler Konflikte wurde kein Sachverhalt bekannt, welcher eine Auswirkung auf das institutsindividuelle Reputations- und Geschäftsrisiko gehabt hätte.

3.1.9 Reputationsrisiko

Das Reputationsrisiko ist die Gefahr eines Verlustes oder entgangenen Gewinns aufgrund einer Schädigung/Verschlechterung des Ansehens bei Kunden und Geschäftspartnern oder in der Öffentlichkeit. Das Risiko wird grundsätzlich in der SüdFactoring als wesentlich eingestuft. Für die Risikominimierung gibt es mehrere Richtlinien in der SüdFactoring, darunter zählt z.B. der Code of Conduct. Des Weiteren werden regelmäßig Zuverlässigkeitsprüfungen der Mitarbeiter durchgeführt.

3.1.10 Pensionsrisiko

Pensionsrisiken sind die potenzielle Notwendigkeit zur Erhöhung der Pensionsrückstellungen, aufgrund gestiegener Pensionsausgaben und insbesondere bewertungstechnischer Auswirkungen. Ursächlich hierfür ist insbesondere die Renten-, Einkommensentwicklung sowie Verlängerung der Lebenserwartung. Das Pensionsrisiko wird jährlich im Rahmen der Risikoinventur auf Basis eines anerkannten versicherungsmathematischen Gutachtens zur Bewertung der Pensionsverpflichtungen überprüft.

3.1.11 Modellrisiko

Das Modellrisiko ist das Risiko potentieller Schäden und Verluste in Folge von Entscheidungen, die sich grundsätzlich auf die Ergebnisse von Modellen stützen, die Schwächen und Unsicherheiten aufweisen können, insbesondere im Zusammenhang mit Risiko- und Kapitalmodellen und Kredit-Parametermodellen. Die SüdFactoring führt jährlich im Rahmen der Risikoinventur eine Modellinventur durch, in der sämtliche für das Modellrisiko relevanten Modelle identifiziert und hinsichtlich ausreichender regelmäßiger Modellpflege überprüft werden.

3.1.12 Querschnittsthemen

Querschnittsthemen betreffen Risiken (Pandemierisiko, Nachhaltigkeitsrisiko, Konzentrationsrisiko und Regulatorisches Risiko), die nicht als separate Risikoarten begriffen werden, da sie kaum von den anderen bekannten Risikoarten abgegrenzt werden können. Sie können jedoch erheblich auf diese bekannten Risikoarten einwirken und als Faktoren zur Wesentlichkeit dieser Risiken beitragen. Im Rahmen der jährlichen Risikoinventur hat die SüdFactoring die Querschnittsthemen grundsätzlich als wesentlich eingestuft. Nennenswerte Auswirkungen auf die bei der SüdFactoring als unwesentlich eingestuften Risiken sind jedoch nicht ersichtlich.

3.2 Risikokonzentrationen

Zur Begrenzung von Risikokonzentrationen wird in der SüdFactoring im Rahmen der jährlichen Risikoinventur analysiert welche Arten von Konzentrationen vorhanden sind. Diese werden dann kontinuierlich im Standardrisiko-Reporting überwacht. Des Weiteren werden in der Kreditrisikostrategie ratingabhängige Obergrenzen definiert. Das Risiko wird auf Ebene der Kreditnehmereinheit und Gruppe verbundener Kunden nach KWG und CRR betrachtet. Die in der Kreditrisikostrategie genannten Beträge gelten als Vorgabe für das maximale Risiko. Überschreitungen müssen den Gremien in der Beschlussvorlage transparent gemacht und damit dokumentiert und beschlossen werden.

3.3 Risikotragfähigkeit

Die SüdFactoring verfügt über ein Modell zur Steuerung und Überwachung der Risikotragfähigkeit. Dabei werden das Debitorenausfall-, das Veritäts- und das Operationelle Risiko gemessen und der ermittelten Risikodeckungsmasse gegenübergestellt.

Die Überwachung der Risikotragfähigkeit erfolgt vierteljährlich in der ökonomischen Perspektive und wird an die Entscheidungsträger kommuniziert.

Das Debitorenausfallrisiko wird mit Hilfe eines an die CRR-Verordnung angelehnten Verfahrens ermittelt, wobei die Probability of Default mit Hilfe des SüdFactoring Ratings für Debitoren bestimmt wird. Die Rückversicherungen von angekauften Forderungen werden kreditrisikomindernd individuell je Debitor berücksichtigt.

Das Veritätsrisiko auf Seite der Kunden wird mit Hilfe eines auf Basis historischer Veritätsschäden des Instituts selbst entwickelten statistischen Modells ermittelt. Die Probability of Default wird mit Hilfe eines factoringspezifischen Ratings für Kunden ermittelt. Der Sicherheitseinbehalt wirkt sich ebenfalls risikomindernd aus und wird individuell nach Kunden in der Berechnung zu Grunde gelegt.

Für das operationelle Risiko wird der Basisindikatoransatz gemäß Art. 315 (1) CRR angewandt. Danach beträgt der Anrechnungsbetrag 15% des Dreijahresdurchschnitts des relevanten Indikators. Der Dreijahresdurchschnitt des relevanten Indikators ist anhand der letzten drei Jahreswerte zum Ende des Geschäftsjahres auf Basis von Aufwands- und Ertragspositionen zu bestimmen.

In einem zweiten Schritt wird die Risikotragfähigkeit sowohl in einem Basisszenario als auch unter der Annahme verschiedener Stressszenarien ermittelt.

Für die Ermittlung der Auslastung im Basis-, wie auch im Stressfall werden die einzelnen Szenarien jeweils der Risikodeckungsmasse gegenübergestellt.

Zum Stichtag 31.12.2023 lag die Auslastung der Risikodeckungsmasse für die SüdFactoring im Basisszenario bei 56,4% (Vorjahr 61,3%).

Zusätzlich zur Risikotragfähigkeit führt die SüdFactoring einmal jährlich einen inversen Stresstest durch, in welchen existenzgefährdenden Szenarien ermittelt werden. Hierbei wird sowohl eine quantitative als auch eine qualitative Betrachtung vorgenommen. Bei Auffälligkeiten werden die Ereignisse genauer betrachtet und ggf. Gegenmaßnahmen eingeleitet. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs wurde der inverse Stresstest um ein weiteres mögliches Szenario erweitert.

Aufbauend auf der Risikotragfähigkeit wird eine interne Kapitalbedarfsplanung gemäß MaRisk AT 4.1 Tz. 11 durchgeführt. Ziel ist es, einen etwaigen Kapitalbedarf über einen gegebenen Risikobetrachtungshorizont hinaus zu identifizieren und erforderliche Maßnahmen rechtzeitig einleiten zu können. Hierbei wird der allokierten Risikodeckungsmasse das gemessene Risiko der nächsten 5 Jahre (geschätzt auf Basis der Mittelfristplanung) gegenübergestellt. Diese Simulation wird auf dem Basisszenario und einem adversen Szenario durchgeführt.

3.4 Zusammenfassung

Das Risikomanagementsystem und die eingerichteten Risikosteuerungs- und Controlling-Prozesse der SüdFactoring gewährleisten eine angemessene Überwachung und Steuerung der aus dem Factoring-Geschäft resultierenden Risiken. Darüber hinaus erfolgt hinsichtlich der Entwicklung des Volumens und der Komplexität der betriebenen Geschäfte eine kontinuierliche Weiterentwicklung. Die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und deren aufsichtsrechtliche Umsetzung werden durch die Interne Revision turnusmäßig überwacht.

4. Prognosebericht und wesentliche Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Das Münchner ifo-Institut geht in seiner jüngsten Prognose von einer leichten konjunkturellen Erholung ab dem zweiten Quartal 2024 aus. Für das Gesamtjahr wird von einem BIP-Zuwachs von 0,9% in Deutschland gerechnet. Eine ähnliche Entwicklung wird für den Euroraum unterstellt (Wachstum von 1,0%). 3

Der Ausblick auf moderate BIP-Zuwächse basiert auf der Annahme, dass sich die Inflationsrate weiter normalisiert. Im Verbund mit den zum Teil hohen Tarifanpassungen im Jahr 2023 dürfte dies zu einer Abschwächung der allgemeinen Konsumzurückhaltung führen. Bis Mitte des Jahres wird zudem mit einer ersten Leitzinssenkung durch FED und EZB gerechnet. Damit würden positive Kaufkrafteffekte in wesentlichen Zielmärkten der deutschen Exportwirtschaft einhergehen. Darüber hinaus wird unterstellt, dass staatliche Maßnahmen (Investitionszuschüsse, Subventionen) grundsätzlich wie geplant umgesetzt werden und ihre konjunkturstützende Wirkung beibehalten.

Die Gesellschaft übernimmt diese Grundeinschätzung für ihre Planungen, ohne die allseits diskutierten geopolitischen und volkswirtschaftlichen Risiken zu negieren. Mit dem Krieg in der Ukraine besteht Mitten in Europa eine geopolitische Krise mit latentem Eskalationspotential. Anzeichen für einen Waffenstillstand oder eine friedliche Beilegung des Konflikts zeichnen sich zum Jahreswechsel weiterhin nicht ab. Im Jahr 2023 ist mit dem Gaza-Konflikt ein weiterer Krisenherd hinzugekommen, welcher sich regional, aber auch international ausweiten könnte. Erneute Verwerfungen auf den Finanzmärkten und Ölpreisschwankungen wären die Folge. Den schwellenden Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China sowie die Formation der BRICS-Staaten als Handelsblock gilt es weiter zu beobachten, insbesondere im Jahr der US-Präsidentschaftswahlen. Im Inland ist der Umgang der Bundesregierung mit der durch den Entscheid des Bundesverfassungsgerichts entstandenen Haushaltslücke von entscheidender Bedeutung. Insgesamt hat sich die politische Landschaft in der Bundesrepublik deutlich gewandelt, was nicht zuletzt in den Bauernprotesten zum Jahresbeginn 2024 Ausdruck findet.

Zusammenfassend kann konstatiert werden, dass der konjunkturelle Verlauf deutlich schwerer prognostizierbar ist als in den Vorjahren. Negativere Szenarien sind nicht auszuschließen, werden aber zum aktuellen Zeitpunkt nicht in den Planungen der SüdFactoring unterstellt. Vielmehr sieht die Gesellschaft in den durch die aktuellen Krisen überlagerten, in Teilen aber beschleunigten gesellschaftlichen Megatrends (Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Klimawandel) weiterhin große Chancen für die Factoringbranche.

Vor dem Hintergrund der beschriebenen Rahmenbedingungen geht die Gesellschaft von einer Ausweitung des Factoringumsatzes und der kundenseitigen Inanspruchnahmen in 2024 aus. Dabei wird ebenfalls eine moderate Erhöhung der Provisions- und Zinsmargen angestrebt. Für die Personal- und Verwaltungsaufwendungen werden vornehmlich inflationsbedingte Anstiege erwartet. Risikoseitig ist sowohl im Zuge der Bestandsausweitung als auch aufgrund der volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit einer Erhöhung der Vorsorgeaufwendungen zu rechnen. Insgesamt erwartet die Gesellschaft für 2024 eine Ausweitung des abführbaren Jahresergebnisses.

3 Quelle: ifo Konjunkturprognose Winter 2023

 

Stuttgart, den 22. Februar 2024

SüdFactoring GmbH

Guido Feldhaus

Thomas Rebentisch

Alexander Orth

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

EUR 31.12.2023
EUR
31.12.2022
TEUR
1. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 30.759.823,87 13.988
darunter: 30.759.823,87 13.988
an verbundene Unternehmen EUR 30.759.823,87 (Vorjahr: TEUR 13.988)
2. Forderungen an Kunden 2.674.302.173,44 2.629.942
darunter:
an Finanzdienstleistungsinstitute EUR 1.200.286,59 (Vorjahr: TEUR 1.540)
3. Immaterielle Anlagewerte
a) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.277.609,89 8.725
4. Sachanlagen 32.811,28 39
5. Sonstige Vermögensgegenstände 58.769,69 82
6. Rechnungsabgrenzungsposten 488.270,14 217
7. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 15.050,10 39
Summe der Aktiva 2.712.934.508,41 2.653.033

Passiva

EUR 31.12.2023
EUR
31.12.2022
TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 1.224.740.355,35 765.497
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 859.035.963,94 1.218.750
darunter: 2.083.776.319,29 1.984.247
gegenüber verbundenen Unternehmen EUR 2.083.776.319,29 (Vorjahr: TEUR 1.984.247)
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) andere Verbindlichkeiten
a)) täglich fällig 544.157.600,50 585.477
darunter: 544.157.600,50 585.477
gegenüber Finanzdienstleistungsinstituten EUR 5.330.954,88 (Vorjahr: TEUR 6.844)
3. Sonstige Verbindlichkeiten 4.293.675,29 3.268
4. Rechnungsabgrenzungsposten 2.236.000,00 2.028
5. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 5.744.568,00 5.299
b) Steuerrückstellungen 0,00 0
c) andere Rückstellungen 2.726.345,33 2.715
8.470.913,33 8.013
6. Eigenkapital
a) Eingefordertes Kapital
Gezeichnetes Kapital 1.600.000,00 1.600
b) Kapitalrücklage 68.400.000,00 68.400
70.000.000,00 70.000
Summe der Passiva 2.712.934.508,41 2.653.033

 

Guido Feldhaus

Thomas Rebentisch

Alexander Orth

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

AUFWENDUNGEN 2023 2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Zinsaufwendungen 79.015.560,67 14.544
2. Provisionsaufwendungen 1.185.348,02 1.422
3. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 9.088.399,29 9.020
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung
darunter: für Altersversorgung EUR 1.071.393,45 (Vj. TEUR 762) 2.524.946,87 2.173
11.613.346,16 11.193
b) andere Verwaltungsaufwendungen 9.774.814,47 7.516
21.388.160,63 18.709
4. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 1.453.374,00 1.453
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen 46.922,89 313
6. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 25.087.325,76 10.526
7. Sonstige Steuern 17.837,35 0
8. Aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder eines Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 0,00 11.100
Summe der Aufwendungen 128.194.529,32 58.068
ERTRÄGE 2023 2022
EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 105.360.683,32 35.193
b) Factoringgebühren 17.677.248,49 17.754
123.037.931,81 52.947
2. Provisionserträge 269.483,18 93
3. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 3.371.623,81 3.093
4. Sonstige betriebliche Erträge 1.515.490,52 1.935
Summe der Erträge 128.194.529,32 58.068

 

Guido Feldhaus

Thomas Rebentisch

Alexander Orth

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

1. Allgemeine Hinweise

Die SüdFactoring GmbH (SüdFactoring), Stuttgart, die gewerbsmäßig den Ankauf von Forderungen (Factoring) betreibt, ist ein Finanzdienstleistungsinstitut gemäß § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 9 KWG und unterliegt damit der Beaufsichtigung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sowie der Deutschen Bundesbank. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Stuttgart unter HRB 5053 eingetragen.

Das gezeichnete Kapital der SüdFactoring in Höhe von TEUR 1.600 wird vollständig von der Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim und Mainz (LBBW), gehalten.

Mit der LBBW besteht ein Ergebnisabführungsvertrag. Darin verpflichtet sich die SüdFactoring ihren gesamten Gewinn abzuführen, und die LBBW verpflichtet sich, einen Jahresfehlbetrag auszugleichen.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Jahresabschluss der SüdFactoring für das Geschäftsjahr 2023 wurde nach den Vorschriften der §§ 264ff. HGB und nach den für Finanzdienstleistungsinstitute geltenden Vorschriften der §§ 340ff. HGB i.V.m. der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) sowie des GmbH Gesetz (GmbHG) aufgestellt. Im Hinblick auf die Besonderheiten des Factoringgeschäfts wurden die RechKredV-Formblätter für Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung entsprechend erweitert.

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses sind die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend:

Die Forderungen an Kreditinstitute sind zu Anschaffungskosten oder zum Nennwert ausgewiesen. Die Forderungen an Kunden sind zu Anschaffungskosten oder zum Nennwert angesetzt. Vom Nennwert der Forderungen wurden die Wertberichtigungen aktivisch abgesetzt. Hierbei wurden allen erkennbaren Adressenausfallrisiken einschließlich Veritätsrisiken durch ausreichende Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen und das latente Ausfallrisiko durch eine Pauschalwertberichtigung berücksichtigt.

Die Pauschalwertberichtigung berechnet sich aus dem Produkt der folgenden Parameter: Prognostizierte Ausfallwahrscheinlichkeit (PD), prognostizierte Verlustquote bei Ausfall (LGD), Engagementhöhe zum Zeitpunkt des Ausfalls (EAD) und dem Laufzeitfaktor. Bei der Bemessung der Wertberichtigungen wurden die bestehenden Kreditversicherungen berücksichtigt. Bei angekauften Währungsforderungen tragen ausschließlich die Kunden das Kursrisiko.

Die immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten/Herstellungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen (lineare Methode) vermindert.

Die Sachanlagen sind zu Anschaffungskosten angesetzt und um planmäßige Abschreibungen vermindert. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 250,00 sind im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und als Aufwand erfasst worden, ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Die Abschreibungen auf Zugänge der übrigen Sachanlagen erfolgen linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer.

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten oder zum Nennwert, vermindert um erforderliche Wertkorrekturen, angesetzt.

Derivative Geschäfte werden nicht abgeschlossen.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Vereinnahmte Factoring-Gebühren, denen seitens der Gesellschaft am Bilanzstichtag noch nicht voll erbrachte Leistungen gegenüberstehen, wurden als Rechnungsabgrenzungsposten passiviert.

Als Bewertungsmethode für die Pensionsrückstellungen und die Rückstellungen, die nach versicherungsmathematischen Grundsätzen zu ermitteln sind, wurde die projizierte Einmalbetragsmethode (Projected Unit Credit Methode) angewendet. Von dem Wahlrecht gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB hat die Gesellschaft Gebrauch gemacht.

Der Bewertung der Pensions- und Jubiläumsrückstellungen wurden folgende Parameter zugrunde gelegt:

Rechnungszinsfuß:
Durchschnittlicher Marktzins der vergangenen zehn Geschäftsjahre (Hauptrechnungszins) 1,83 % (Vj. 1,79 %)
Durchschnittlicher Marktzins der vergangenen sieben Geschäftsjahre 1,76 % (Vj. 1,45 %)
Dynamik der anrechenbaren Bezüge: 2,15 % (Vj. 2,15 %)
Anpassung laufender Renten: 2,00 % (Vj. 2,00 %)
Fluktuation: 4,00 % (Vj. 4,00 %)
Sterbetafel: Richttafeln 2018 G, Heubeck-Richttafeln GmbH, Köln 2018

Für die Vorruhestandsverpflichtungen wurden folgende Parameter zugrunde gelegt:

Rechnungszinsfuß 1,05 % (Vj. 0,52 %)
Dynamik der anrechenbaren Bezüge: 2,15 % (Vj. 2,15 %)
Sterbetafel: Richttafeln 2018 G, Heubeck-Richttafeln GmbH, Köln 2018

Die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen i.S.d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) wurden mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet und mit den korrespondierenden Rückstellungen verrechnet. Der beizulegende Zeitwert entspricht dem Marktwert. Aus der Vermögensverrechnung ergibt sich ein Aktivüberhang, der auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesen wird.

Die anderen Rückstellungen werden für ungewisse Verbindlichkeiten und für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften gebildet. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst, welcher sich für die anderen Rückstellungen aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren ergibt.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Die Aktivierung eines Überhangs latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts.

Die Währungsumrechnung für Vermögensgegenstände und Schulden erfolgt in Übereinstimmung mit §256a HGB. Die auf Fremdwährung lautenden Vermögensgegenstände und Schulden sind zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Aufgrund der Laufzeit der Forderungen und Verbindlichkeiten von unter einem Jahr werden Aufwendungen und Erträge aus der Währungsumrechnung erfolgswirksam berücksichtigt.

3. Erläuterungen zur Bilanz

Die Forderungen an Kreditinstitute betreffen den laufenden Zahlungsverkehr (Girokonten) mit Banken.

Die Forderungen an Kunden umfassen im Wesentlichen die angekauften Forderungen und Delkredere-Forderungen an Debitoren. Bei den Delkredere Forderungen handelt es sich um Forderungen, für die, bei vorhandenem Kunden-Debitor-Limit und nicht ausreichendem Kunden-Ankauf-Limit, die SüdFactoring das Delkredererisiko übernimmt. Eine Auszahlung an die Kunden erfolgt erst bei vorhandenem Kunden Ankauf-Limit, so dass in Höhe der Delkredere-Forderungen eine Verbindlichkeit gegenüber der jeweiligen Kunden ausgewiesen wird. Der Ausweis erfolgt in den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden.

Die Laufzeiten für die Forderungen (vor Wertberichtigungen) gliedern sich wie folgt:

Angaben
in TEUR
täglich fällig Fälligkeit bis 3 Monate
Forderungen an Kreditinstituten 30.760 0
Forderungen an Kunden 38.686 2.736.730
Summe 141.351 2.588.043

Die Forderungen in Fremdwährung wurden zum Devisenkassamittelkurs in Euro umgerechnet. Die Forderungen an Kreditinstitute betragen zum Bilanzstichtag TEUR 240 und die Forderungen an Kunden TEUR 466.368.

Für allgemeine Bankenrisiken wurde in diesem Jahr eine weitere Zuführung in die Vorsorgereserve nach § 340f HGB in Höhe von TEUR 17.810 (Vorjahr TEUR 3.189) eingestellt. Somit ergibt sich für den Posten ein Gesamtsaldo in Höhe von TEUR 34.156.

Zur Entwicklung des Anlagevermögens verweisen wir auf die Anlage zum Anhang.

Die immateriellen Anlagewerte beinhalten im Wesentlichen die Anschaffungskosten für die Finanzbuchhaltungs- und Factoring-Software.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten handelt es sich um Refinanzierungsgeschäfte. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betragen zum Bilanzstichtag TEUR 2.083.776 (Vj. TEUR 1.984.247).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden beinhalten im Wesentlichen nicht ausbezahlte Beträge aus angekauften Forderungen inklusive vertraglich vereinbarter Sicherheitseinbehalte und sonstiger Einbehalte.

Die Laufzeiten für die Verbindlichkeiten stellen sich folgendermaßen dar:

Angaben
in TEUR
täglich fällig Fälligkeit bis 3 Monate
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 1.224.740 859.036
Verbindlichkeiten ggü. Kunden 544.158 0
Summe 1.768.898 859.036

Die Verbindlichkeiten in Fremdwährung wurden zum Devisenkassamittelkurs in Euro umgerechnet. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betragen TEUR 416.370 und die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden TEUR 52.205.

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich zusammen aus Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer in Höhe von TEUR 143 (Vj. TEUR 152) sowie sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 4.150 (Vj. TEUR 3.116). Letztere beinhalten eine Leistungsverrechnung mit der SüdLeasing GmbH in Höhe von TEUR 2.600 (Vj. TEUR 2.300).

Der Passive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet vereinnahmte Factoringgebühren, für die im Jahr 2024 noch Leistungen gegenüber den Kunden zu erbringen sind.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen belaufen sich auf TEUR 5.745 (Vj. TEUR 5.299).

Die bilanzierten Pensionsrückstellungen beinhalten im Wesentlichen die Vorsorgebeträge nach dem Kapitalkontenplan entsprechend der betrieblichen Altersversorgung der LBBW sowie eine betriebliche Altersversorgung aus Versorgungskonten (LBBW VorsorgeFondsPlus), welche sowohl aus arbeitgeber- als auch aus arbeitnehmerfinanzierten Teilen besteht. In den Pensionsrückstellungen sind außerdem Vermögensgegenstände zur Erfüllung von Altersversorgungsverpflichtungen enthalten, die gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB zu verrechnen sind, da sie dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind.

Die Pensionsrückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

Angaben
in TEUR
LBBW Kapitalkontenplan Beihilfe Unterstützungskasse Vorsorge Fond Plus
Rückstellung 5.660 11 1.287
Vermögensgegenstand nach 1.302
§ 246 Abs. 2 Satz 2 HGB

Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 S. 1 HGB beträgt TEUR 93 (Vj. 409).

Angaben zur Verrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB:

Angaben
in TEUR
31.12.2023 31.12.2022
Anschaffungskosten der Vermögensgegenstände 1.094 914
Beizulegender Zeitwert der Vermögensgegenstände 1.302 990
Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden 1.287 951
Verrechnete Aufwendungen 131 123
Verrechnete Erträge 133 120

Darüber hinaus sind in den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen auch Vorruhestandsverpflichtungen in Höhe von 73 TEUR (Vj. TEUR 0) enthalten.

Die anderen Rückstellungen in Höhe von insgesamt TEUR 2.726 (Vj. TEUR 2.715) beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen im Personal- und Sozialbereich in Höhe von TEUR 1.387 (Vj. TEUR 1.385) und ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 876 (Vj. TEUR 570). Daneben sind weitere Verpflichtungen für Prozess- und Anwaltskosten in Höhe von TEUR 84 (Vj. TEUR 25), Archivierungsrückstellungen in Höhe von TEUR 206 (Vj. TEUR 183) sowie für Prüfungskosten in Höhe von TEUR 172 (Vj. TEUR 117) enthalten.

Das Eigenkapital beträgt zum Ende des Geschäftsjahres TEUR 70.000 (Vj. TEUR 70.000). Es setzt sich zusammen aus dem gezeichneten Kapital von TEUR 1.600 (Vj. TEUR 1.600) und der Kapitalrücklage in Höhe TEUR 68.400 (Vj. TEUR 68.400).

4. Angaben gemäß § 42 Abs. 3 GmbHG

Die Forderungen gegen die Gesellschafterin LBBW betrugen zum 31.12.2023 TEUR 30.760 (Vj. TEUR 13.988) und werden unter den Forderungen an Kreditinstitute ausgewiesen.

Die Verbindlichkeiten weisen einen Betrag von TEUR 2.083.776 (Vj. TEUR 1.984.247) aus und beinhalten Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer in Höhe von TEUR 2.983 (Vj. TEUR 2.078). Die Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin werden unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen.

5. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Zinserträge in Höhe von TEUR 123.038 (Vj. TEUR 52.947) umfassen insbesondere die Zinserträge aus der Vorfinanzierungs-Inanspruchnahme der Kunden in Höhe von TEUR 105.350 (Vj. TEUR 35.187), die vereinnahmten Factoring-Gebühren von TEUR 17.677 (Vj. TEUR 17.754) sowie Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 11 (Vj. TEUR 6).

Die Zinsaufwendungen betragen TEUR 79.016 (Vj. TEUR 14.544) und resultieren aus der Refinanzierung der angekauften Forderungen über die Gesellschafterin LBBW.

Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen TEUR 1.515 (Vj. TEUR 1.935) und beinhalten hauptsächlich Erträge aus dem Kundenanteil der Beratungskosten in Höhe von TEUR 508 (Vj. TEUR 23), Erträge aus Auflösungen von anderen Rückstellungen in Höhe von TEUR 524 (Vj. TEUR 539) sowie Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 113 (Vj. TEUR 1.080).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 47 (Vj. TEUR 313) beinhalten insbesondere Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 32 (Vj. TEUR 0).

Die anderen Verwaltungsaufwendungen in Höhe von TEUR 9.775 (Vj. TEUR 7.516) enthalten vor allem Rechts- und Beratungskosten in Höhe von TEUR 1.979 (Vj. TEUR 500), EDV-Kosten in Höhe von TEUR 1.740 (Vj. TEUR 1.513), Miet- und Raumkosten in Höhe von TEUR 784 (Vj. TEUR 743), Auskunftsgebühren in Höhe von TEUR 431 (Vj. TEUR 507) Prüfungsgebühren in Höhe von TEUR 364 (Vj. TEUR 261), Aufwendungen für Außenprüfungen in Höhe von TEUR 437 (Vj. TEUR 389) sowie Kosten konzernintern erbrachter Leistungen in Höhe von TEUR 3.279 (Vj. TEUR 3.102).

Das Risikovorsorgeergebnis in Höhe von TEUR 21.716 (Vj. TEUR 7.434) beinhaltet im Wesentlichen die Kosten für die Rückversicherung von Forderungen in Höhe von TEUR 6.205 (Vj. TEUR 4.603) sowie einen positiven Saldo (Ertragsüberhang) zwischen Auflösungen und Zuführungen von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen in Höhe von TEUR 2.159 (Vj. TEUR 330). Außerdem sind in dem Posten Abschreibungen auf sonstige Forderungen in Höhe von TEUR 267 (Vj. TEUR 149) sowie Eingänge auf abgeschriebene Forderungen in Höhe von TEUR 102 (Vj. TEUR 211) enthalten. Eine Zuführung zur Vorsorgereserve nach § 340f HGB wurde im aktuellen Geschäftsjahr in Höhe von TEUR 17.810 vorgenommen.

6. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach dem Bilanzstichtag nicht eingetreten.

7. Sonstige Angaben

Geschäftsführer der SüdFactoring sind im Berichtsjahr

Guido Feldhaus, Sprecher der Geschäftsführung, Bereich Marktfolge und Stäbe

Thomas Rebentisch, Bereich Markt und Stäbe

Alexander Orth, Bereich Marktfolge

Auf die Angaben der Bezüge der Geschäftsführer wird gem. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats der SüdFactoring sind

Karl Manfred Lochner, D6 Unternehmenskunden, Mitglied des Vorstands der LBBW (Vorsitzender)

Anastasios Agathagelidis, D5 Risikomanagement und Compliance, Mitglied des Vorstands der LBBW

Norwin Graf Leutrum von Ertingen, D16 Key Account BW, Sprecher des Vorstands der BW-Bank

Dr. Jürgen Harengel, 65 Zentralbereich Unternehmenskunden (seit 22. Mai 2023)

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Geschäftsjahr keine Bezüge von der SüdFactoring erhalten.

Die Gesellschaft ist Mitglied des Deutschen Factoring-Verbandes e.V., Berlin.

Im Jahresdurchschnitt waren bei der SüdFactoring 116 (Vj. 118) Personen beschäftigt. Zum Ende des Geschäftsjahres 2023 waren 114 (Vj. 117) Arbeitnehmer direkt angestellt, wovon 25 (Vj. 23) Mitarbeiter im Bereich Markt und 71 (Vj. 74) Mitarbeiter in der Marktfolge sowie 18 (Vj. 20) Mitarbeiter im Stab (inkl. IT) tätig waren.

Die Angabe gemäß § 285 Nr.17 HGB wurde nicht vorgenommen, da diese Angabe im Konzernabschluss der LBBW erfolgt.

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der LBBW einbezogen. Der Konzernabschluss der LBBW sowie der Jahresabschluss der SüdFactoring werden beim Bundesanzeiger eingereicht und auf dessen Internetseite veröffentlicht.

Für die Vermögensgegenstände im Sinne des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB besteht eine Ausschüttungssperre in Höhe von TEUR 209 (Vj. TEUR 76). Diese wird bei der Gesellschaft durch eine ausreichend hohe Kapitalrücklage gedeckt.

Es bestehen jährliche sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 5.286. Diese betreffen Zahlungsverpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen. Darin enthalten sind im Wesentlichen die Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen: Mietverträge mit der SüdLeasing GmbH in Höhe von TEUR 5.073 über Büro- und Lagerräume. Die Miet- und Leasingverträge enden zwischen 2024 und 2030.

 

Stuttgart, 22. Februar 2024

SüdFactoring GmbH

Guido Feldhaus

Thomas Rebentisch

Alexander Orth

Anlagespiegel 31.12.2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.01.2023 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2023
I. Immaterielle Anlagewerte
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten 18.091.640,08 0,00 0,00 18.091.640,08
Summe I. 18.091.640,08 0,00 0,00 18.091.640,08
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.689.536,26 0,00 0,00 1.689.536,26
2. Geringwertige Wirtschaftsgüter 78.934,42 0,00 0,00 78.934,42
Summe II. 1.768.470,68 0,00 0,00 1.768.470,68
19.860.110,76 0,00 0,00 19.860.110,76
Abschreibung
Stand 01.01.2023 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2023
I. Immaterielle Anlagewerte
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten -9.366.464,19 -1.447.566,00 0,00 -10.814.030,19
Summe I. -9.366.464,19 -1.447.566,00 0,00 -10.814.030,19
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung -1.650.916,98 -5.808,00 0,00 -1.656.724,98
2. Geringwertige Wirtschaftsgüter -78.934,42 0,00 0,00 -78.934,42
Summe II. -1.729.851,40 -5.808,00 0,00 -1.735.659,40
-11.096.315,59 -1.453.374,00 0,00 -12.549.689,59
Restbuchwerte
Restbuchwerte zum Restbuchwerte zum
31.12.2023 31.12.2022
I. Immaterielle Anlagewerte
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten 7.277.609,89 8.725.175,89
Summe I. 7.277.609,89 8.725.175,89
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 32.811,28 38.619,28
2. Geringwertige Wirtschaftsgüter 0,00 0,00
Summe II. 32.811,28 38.619,28
7.310.421,17 8.763.795,17

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die SüdFactoring GmbH, Stuttgart

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der SüdFactoring GmbH, Stuttgart, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der SüdFactoring GmbH, Stuttgart, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 22. Februar 2024

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Marijan Nemet, Wirtschaftsprüfer

Nicole Geysel, Wirtschaftsprüferin

Der Jahresabschluss wurde am 10. April 2024 festgestellt.

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