Mercedes-Benz Leasing GmbH

Siemensstraße 7, 70469 Stuttgart, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Stuttgart HRB 3913
Vorher
DaimlerChrysler Services Leasing Gesellschaft mit beschränkter HaftungDaimlerChrysler Leasing GmbH
Eingetragen
30.12.1963
Branche
Vermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und NichtwohngebäudenVermietung von Kraftwagen mit einem Gesamtgewicht von 3,5 t oder weniger mittels CarsharingVermietung von Kraftwagen mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t
Gegenstand
An- und Verkauf und Vermietung von Fahrzeugen, Anlagen, Geräten und Maschinen jeder Art, Vermittlung von Finanzgeschäften sowie die Durchführung aller damit im Zusammenhang stehenden oder diesem Zweck dienenden Geschäfte. Nutzung von Grundstücken. Zur Erreichung dieses Zweckes ist die Gesellschaft auch berechtigt, Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte zu erwerben, zu veräußern, Grundstücke zu bebauen, zu vermieten und zu verpachten .

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Gero Götzenberger
seit 24.1.2025
Geschäftsführer
Tobias Deegen
seit 8.6.2022
Geschäftsführer
Fabian Dr. Hannich
seit 16.9.2021
Prokura
Benedikt Schell
seit 6.6.2019
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
34.028.000 €
100.00%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Mercedes-Benz Leasing GmbH

Stuttgart

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
T€
1. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 446.792.054,50 241.627
- darunter: gegenüber verbundenen Unternehmen € 446.166.117,49 (i. Vj. T€ 240.723) -
2. Forderungen an Kunden 115.002.069,79 161.532
- darunter gegenüber Finanzdienstleistungsinstitute -€ 82.339,6 - (i.Vj. T€ -) -
3. Anteile an verbundenen Unternehmen 383.998,38 384
- darunter an Finanzdienstleistungsinstituten € 256.000,00 - (i. Vj. T€ 256) -
4. Leasingvermögen 11.472.192.885,96 12.778.841
5. Immaterielle Anlagewerte
a) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 11.208.142,80 10.322
6. Sachanlagen 11.602.892,43 11.446
7. Sonstige Vermögensgegenstände 25.053.932,86 32.780
8. Rechnungsabgrenzungsposten 2.430.903,74 2.070
Summe der Aktiva 12.084.666.880,46 13.239.001

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
T€
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 145.577.214,97 136.288
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 11.155.715.833,34 11.301.293.048,31 11.903.966
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
- darunter gegenüber Finanzdienstleistungsinstituten T€ - (i.Vj.T€ -)-
a) andere Verbindlichkeiten
aa) täglich fällig 145.470.399,76 261.364
ab) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 645.088,70 146.115.488,46 1.054
3. Sonstige Verbindlichkeiten 152.670.642,52 306.276
4. Rechnungsabgrenzungsposten 427.732.871,25 567.444
5. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.024.805,00 1.025
b) andere Rückstellungen 19.364.184,01 20.388.989,01 25.118
6. Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital 34.028.000,00 34.028
b) Kapitalrücklage 2.325.732,12 2.326
c) Gewinnrücklagen
ca) andere Gewinnrücklagen 112.108,79 112
Summe der Passiva 12.084.666.880,46 13.239.001

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 2022
T€
1. Leasingerträge 6.000.683.232,10 5.892.825
2. Leasingaufwendungen 3.352.911.914,27 2.647.771.317,83 3.179.555
3. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 21.883.493,80 4.413
4. Zinsaufwendungen 214.046.436,58 192.162.942,78 69.459
5. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen 23.431.070,37 32.180
6. Provisionserträge 4.712.119,25 4.513
7. Provisionsaufwendungen 109.762.457,07 105.050.337,82 129.680
8. Sonstige betriebliche Erträge 73.354.225,20 74.848
9. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 127.394,11 -27
- darunter für Altersversorgung € 126.151,60 (i. Vj. T€ -28) -
b) andere Verwaltungsaufwendungen 234.010.287,67 234.137.681,78 201.847
10. Abschreibungen und Wertberichtigungen
a) auf Leasingvermögen 2.028.638.100,23 2.083.893
b) auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 5.954.350,61 2.034.592.450,84 7.400
11. Sonstige betriebliche Aufwendungen 980.299,83 10.917
- davon Zinsaufwand aus Rückstellungen € 14.648,00 (i. Vj. T€ 26) -
12. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Leasinggeschäft 25.899.592,20 20.115
13. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 151.733.308,15 305.941
14. Auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder eines Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 151.733.308,15 305.941
15. Jahresüberschuss 0,00 0

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

1. Grundlagen und Methoden

Der Jahresabschluss der Mercedes-Benz Leasing GmbH (MBL), Stuttgart, wird nach handelsrechtlichen Anforderungen gemäß §§ 340 ff. HGB i. V. m. der RechKredV sowie dem GmbHG aufgestellt. Die in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefassten Posten sind im Anhang gesondert aufgeführt und erläutert.

Die Gliederung der Bilanz entspricht dem Formblatt 1 gemäß § 2 Abs. 1 RechKredV. Die MBL wendet für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung das Formblatt 3 in Staffelform nach § 2 Abs. 1 RechKredV an.

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird über ihre Gesellschafterin Mercedes-Benz Bank AG, Stuttgart, in den Konzernabschluss der Mercedes-Benz Group AG, Stuttgart, zum 31. Dezember 2023 einbezogen. Der Konzernabschluss wird beim Unternehmensregister eingereicht. Die MBL ist daher gemäß § 291 HGB von der Verpflichtung, einen Konzernabschluss aufzustellen, befreit. Die Mercedes-Benz Group AG stellt den Konzernabschluss für den größten und den kleinsten Kreis auf.

Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Stuttgart, Abteilung B, Nr. 3913 eingetragen und hat ihren Firmensitz in der Siemensstraße 7, 70469 Stuttgart.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden werden zum Nennwert abzüglich Wertberichtigungen bilanziert. Akuten Risiken im Leasinggeschäft wird durch angemessene Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Latente Risiken im Leasinggeschäft werden durch Pauschalwertberichtigungen abgedeckt.

Die Einzelwertberichtigungen (EWB) basieren auf einem Expected Loss Modell entsprechend der IFRS 9 Methodik und beziehen somit auch Erwartungen über die Zukunft mit ein. Bei der HGB Methodik werden die IFRS 9 Point-in-Time Faktoren zur Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) sowie zur Verlustquote (LGD) für die einzelvertragliche EWB-Ermittlung angewendet. Die EWB-Bildung basiert auf den gleichen Kriterien, die auch zu einem Ausfall nach Art. 178 CRR führen.

Die PWB wird auf Basis eines Sechs-Jahres-Durchschnittswertes der vorgenommenen Direktabschreibungen ermittelt und beträgt für das Geschäftsjahr 2023 4,83 % der zum Bilanzstichtag nicht einzelwertberechtigten offenen Nettoforderungen.

Das Leasingvermögen, die immateriellen Anlagewerte und Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Soweit erforderlich, werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen.

Für das Neugeschäft bis zum 31. Dezember 2014 wurden die zugehörigen Fahrzeuge linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern betragen zwischen sechs Jahre für PKW, neun Jahre für LKW und elf Jahre für Mobilien. Ab dem Jahr 2015 erfolgt die Abschreibung für alle Neuverträge linear über die Vertragslaufzeit auf den garantierten Restwert. Durch die Abschreibungsmethodik wird ein zutreffendes Bild der Aufwands- und Ertragsverläufe vermittelt, da die Gesellschaft das Leasingobjekt nur über die Vertragslaufzeit zur Erlösrealisierung amortisiert. Aufgrund dauernder Wertminderung wurden im Berichtsjahr außerplanmäßige Abschreibungen auf niedrigere beizulegende Werte in Höhe von T€ 71 gebucht.

Die immateriellen Anlagewerte werden grundsätzlich linear über fünf Jahre abgeschrieben.

Abschreibungen auf Sachanlagen erfolgen linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer zwischen drei und zwanzig Jahren. Vermögensgegenstände des beweglichen Anlagevermögens mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis € 1.000 werden als Aufwand der Periode erfasst.

Die Abschreibung der Bauten auf fremden Grundstücken erfolgt über die Restlaufzeit des Mietvertrags oder einer wirtschaftlich kürzeren Nutzungsdauer. Die lineare Abschreibung beträgt zwischen sieben und fünfzehn Jahren.

Die sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert bilanziert.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie sonstige Verbindlichkeiten sind mit den Erfüllungsbeträgen passiviert.

Die Leasingsonderzahlungen werden als passive Rechnungsabgrenzungsposten dargestellt und linear über die Laufzeit aufgelöst.

Die Pensionsrückstellungen werden mittels Anwartschaftsbarwertverfahren durch einen versicherungsmathematischen Gutachter ermittelt. Die Bewertung erfolgt gemäß § 253 Abs. 2 HGB unter Anwendung des laut RückAbzinsV von der Deutschen Bundesbank bekanntgegebenen durchschnittlichen Marktzinssatzes, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Für den 31. Dezember 2023 wurde ein Zinssatz in Höhe von 1,82 % (i. Vj. 1,78 %) prognostiziert und der Bewertung zugrunde gelegt. Die Pensionsanwartschaft wird auf Basis der Heubeck-Richttafeln (2018 G) sowie der geschätzten künftigen Gehaltssteigerungen im Tarifbereich in Höhe von 3,00 % (für 2023) bzw. 3,00 % für leitende Angestellte berechnet. Des Weiteren wurden Fluktuationswahrscheinlichkeiten aufgrund effektiver Erfahrungen der Vergangenheit berücksichtigt. Der Unterschiedsbetrag zwischen den Wertansätzen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz von zehn im Vergleich zu sieben Jahren beträgt T€ 5 (i. Vj. T€ 24).

Für ungewisse Verbindlichkeiten werden Rückstellungen in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Aufwendungen aus der Aufzinsung sowie Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen aus dem Nicht-Leasinggeschäft werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen ausgewiesen. Die Auf- und Abzinsungseffekte von Rückstellungen aus dem Leasinggeschäft werden in den Leasingaufwendungen und Leasingerträgen gezeigt.

3. Entwicklung des Anlagevermögens

Bezüglich der Entwicklung des Anlagevermögens verweisen wir auf Anlage 1 zum Anhang (Anlagespiegel). Bei dem zur Vermietung bestimmten Anlagevermögen handelt es sich im Wesentlichen um bereits erhaltene Fahrzeugrechnungen für Leasingverträge, deren Vertragsbeginn gegenüber dem Kunden in der Zukunft liegt. Die in den Umbuchungen dargestellte Zuordnung auf die entsprechende Sparte im Leasingvermögen erfolgt mit Vertragsbeginn.

4. Erläuterungen zur Bilanz

Aktiva

In den Aktivposten sind Forderungen an verbundene Unternehmen enthalten:

2023 2022
T€ T€
In den Forderungen an Kreditinstitute 446.116 240.723
In den Forderungen an Kunden 24.499 36.901
In den sonstigen Vermögensgegenständen 23.431 32.180

Die Forderungen an Kreditinstitute sind täglich fällig und bestehen im Wesentlichen gegenüber der Alleingesellschafterin Mercedes-Benz Bank AG.

Die Reduzierung in den Forderungen an Kunden um T€ 12.402 auf T€ 24.499 ergibt sich im Wesentlichen aus dem Rückgang der Forderungen für Gebrauchtfahrzeuge.

Die Forderungen an Kunden weisen folgende Restlaufzeiten auf:

bis 3 Monate mehr als 3 Monate bis 1 Jahr mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre größer 5 Jahre Insgesamt
T€ T€ T€ T€ T€
Forderungen an Dritte 90.504 0 0 0 90.504
Forderungen an verbundene Unternehmen 24.499 0 0 0 24.499
Summe 115.002 0 0 0 115.002

Das Leasingvermögen in Höhe von T€ 11.472.193 beinhaltet zum Leasing bestimmtes Anlagevermögen in Höhe von T€ 262.669 sowie sonstige Leasinggegenstände in Höhe von T€ 13.897.

Die immateriellen Anlagewerte betreffen Software in Höhe von T€ 11.208.

In den Sachanlagen sind Bauten auf fremden Grundstücken in Höhe von T€ 7.993 sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von T€ 3.610 enthalten.

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegen- über verbundenen Unternehmen aus Gewinnabführung in Höhe von T€ 23.431 sowie sonstige Forderungen in Höhe von T€ 1.437.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von T€ 2.431 setzt sich im Wesentlichen aus Aufwendungen für Softwarewartung in Höhe von T€ 2.346 und Kfz-Steuer in Höhe von T€ 136 zusammen.

Passiva

In den Passivposten sind Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten:

2023 2022
T€ T€
In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 11.301.293 12.040.254
In den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 64.706 151.458
In den sonstigen Verbindlichkeiten 151.733 305.941

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten weisen folgende Restlaufzeiten auf:

bis 3 Monate mehr als 3 Monate bis 1 Jahr mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre größer 5 Jahre Insgesamt
T€ T€ T€ T€ T€
Täglich fällig 145.577 0 0 0 145.577
Mit vereinbarter Laufzeit 1.521.365 3.956.353 5.677.997 0 11.155.715
Summe 1.666.942 3.956.353 5.677.997 0 11.301.292

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen die Alleingesellschafterin Mercedes-Benz Bank AG. Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von T€ 11.301.293 sind T€ 525.000 durch eine Sicherungsübereignung von Leasingfahrzeugen besichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden weisen folgende Restlaufzeiten auf:

bis 3 Monate mehr als 3 Monate bis 1 Jahr mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre Größer 5 Jahre Insgesamt
T€ T€ T€ T€ T€
Täglich fällig 145.470 0 0 0 145.470
Mit vereinbarter Laufzeit 495 150 0 0 645
Summe 145.965 150 0 0 146.115

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden betreffen täglich fällige Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 58.377 gegenüber der Mercedes-Benz AG, Stuttgart, in Höhe von T€ 5.344 gegenüber der Mercedes-Benz Bank Service Center GmbH, Berlin, und in Höhe von T€ 623 gegenüber sonstigen verbundenen Unternehmen. Des Weiteren betreffen die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden täglich fällige Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 80.764 gegenüber Unternehmen und Privatpersonen. In den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit sind Kautionsverbindlichkeiten in Höhe von T€ 645 enthalten.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten die Gewinnabführung an die Alleingesellschafterin Mercedes-Benz Bank AG in Höhe von T€ 151.733.

Aufgrund des seit dem 1. Januar 2020 von der Mercedes-Benz Bank AG zur Mercedes-Benz Group AG unmittelbar bestehenden Organschaftsverhältnisses wurden Steuerverbindlichkeiten als Verbindlichkeit gegenüber der Mercedes-Benz Group AG ausgewiesen.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von T€ 427.733 setzt sich im Wesentlichen aus Leasingsonderzahlungen in Höhe von T€ 365.792 und abgegrenzten Erträgen aus Servicekomponenten in Höhe von T€ 61.295 zusammen.

Die anderen Rückstellungen in Höhe von T€ 19.364 setzen sich im Wesentlichen aus Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von T€ 4.266, Rückstellungen für "Check-in Bonuspunkte" in Höhe von T€ 6.559, Provisionsrückstellungen in Höhe von T€ 4.019 und Rückstellungen für Prozessrisiken in Höhe von T€ 2.929 zusammen.

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 beträgt T€ 34.028.

5. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Leasingerträge gliedern sich wie folgt auf:

2023 2022
T€ T€
Leasingraten 2.535.529 2.594.624
Erträge aus Vertragsbeendigungen 3.273.924 3.106.708
Erträge aus Serviceleistungen 185.986 187.725
Providererträge 1.107 770
Sonstige 4.138 2.998
Summe 6.000.683 5.892.825

Die Erträge aus Leasingraten setzen sich zusammen aus originären Leasingraten in Höhe von T€ 2.255.492 (i. Vj. T€ 2.275.322) und aus Leasingsonderzahlungen in Höhe von T€ 280.037 (i. Vj. T€ 319.302). Die Providererträge beinhalten im Wesentlichen der Gesellschaft durch die Rückabwicklung entgangene Zinsen aus der Fahrzeuginvestition, die der Mercedes-Benz Group AG (T€ 1.017; i. Vj. T€ 715) sowie Dritten (T€ 86; i. Vj. T€ 35) in Rechnung gestellt wurden.

Die Leasingaufwendungen gliedern sich wie folgt auf:

2023 2022
T€ T€
Restbuchwerte veräußerte Leasinggegenstände 3.196.371 3.008.572
Aufwendungen für Servicekomponenten 136.090 144.880
Kfz-Versicherung 7.260 14.326
Verwertungsaufwand 5.337 4.953
Sonstige 7.854 6.823
Summe 3.352.912 3.179.554

Die Zinserträge in Höhe von T€ 21.883 enthalten im Wesentlichen Zinserträge aus Termingeldern der Mercedes-Benz Bank AG (T€ 71) sowie Zinserträge aus Kontokorrent der Mercedes-Benz AG (T€ 8.195) und Zinserträge aus der Zinsbelastung aus zur Vermietung bestimmten Verträgen (angelegte, aber noch nicht aktivierte Verträge) von der Mercedes-Benz AG (T€ 9.641) und Daimler Truck AG (T€ 3.064).

Die Zinsaufwendungen in Höhe von T€ 214.046 enthalten im Wesentlichen Zinsaufwendungen aus der Inanspruchnahme von Kontokorrentkrediten sowie aus Termingeldern bei der Alleingesellschafterin Mercedes-Benz Bank AG (T€ 213.464).

Die Provisionsaufwendungen in Höhe von T€ 109.762 beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für Vermittlerprovisionen in Höhe von T€ 80.534 sowie Aufwendungen für Umsatzbonifikationen in Höhe von T€ 26.391.

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von T€ 73.354 beinhalten im Wesentlichen Weiterbelastungen an verbundene Unternehmen in Höhe von T€ 58.791, davon T€ 52.559 Erträge aus weiterbelasteten Kosten und T€ 6.233 Gehaltsumlage. Des Weiteren sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von T€ 5.420 und der Weiterbelastung an Dritte in Höhe von T€ 2.102 enthalten.

Die Verwaltungsaufwendungen in Höhe von T€ 234.138 enthalten im Wesentlichen Weiterbelastungen für IT-Dienstleistungen (T€ 82.273), Aufwendungen aus Personal und den Personalumlagen (T€ 79.546), der Umlage für Markenrechte und Infrastruktur (T€ 46.506), Mieten (T€ 10.954) und Werbeaufwand (T€ 4.280).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von T€ 980 beinhalten hauptsächlich die Umsatzsteuerkorrektur für überschrittene Planabgänge in Höhe von T€ 628.

Der Anstieg der Risikovorsorge um T€ 6.248 auf T€ 30.531 ergibt sich im Wesentlichen aus Bildung von Einzelwertberichtigungen.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Von der MBL besteht über die Mercedes-Benz Bank AG mittelbar eine umsatz-, gewerbe- und körperschaftsteuerliche Organschaft zur Mercedes-Benz Group AG. Seit dem 1. Januar 2004 werden keine Ertragsteuerumlagen mehr vom Organträger an die MBL belastet.

6. Sonstige Angaben

Mitarbeiter

Die Gesellschaft beschäftigt keine eigenen Mitarbeiter. Das Personal der MBL wird von der Mercedes-Benz Bank AG gestellt. Der Personalaufwand wird von der Mercedes-Benz Bank AG im Rahmen einer Kostenumlage an die MBL weiterbelastet und in den anderen Verwaltungsaufwendungen ausgewiesen.

Der Personalaufwand der Gesellschaft betrifft aus früheren Arbeitsverhältnissen resultierende Altersvorsorgeaufwendungen.

Die Personalaufwendungen gliedern sich wie folgt:

2023 2022
T€ T€
Zuführung Pensionsrückstellungen 126 -28
Sozialleistungen und Beihilfen 1 1
Summe 127 -27

Patronatserklärung

Für die MBL liegt eine Patronatserklärung der Muttergesellschaft Mercedes-Benz Bank AG vor. Diese trägt Sorge, dass die MBL ihre bestehenden und künftigen Verpflichtungen erfüllen kann.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen im Wesentlichen aus Miet- und Leasingverträgen sowie Einkäufen diverser Dienstleistungen und belaufen sich auf T€ 142.845 (i. Vj. T€ 193.119), davon gegenüber verbundenen Unternehmen T€ 19.679 (i. Vj. T€ 12.416).

Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Hinsichtlich der Angabe des für das Geschäftsjahr berechneten Gesamthonorars des Abschlussprüfers nimmt die MBL die Befreiungsmöglichkeit gemäß § 285 Nr. 17 Halbsatz 2 HGB in Anspruch.

Vergütung der Geschäftsführer

Die Geschäftsführer haben von der Gesellschaft keine Bezüge erhalten.

Angaben über Unternehmensverbindungen

Der Anteilsbesitz gemäß § 285 Nr. 11 HGB stellt sich wie folgt dar:

Name/Sitz Kapitalanteil Eigenkapital 2023 Ergebnis 2023
% T€ T€
Mercedes-Benz Mitarbeiter-Fahrzeuge Leasing GmbH, Stuttgart 99 28 12.206
Daimler Fleet Management GmbH, Stuttgart 100 1.165 2.051
Mercedes-Benz Leasing Treuhand GmbH, Stuttgart 100 102 64

Die MBL hat mit den Tochtergesellschaften Daimler Fleet Management GmbH, Mercedes- Benz Mitarbeiter-Fahrzeuge Leasing GmbH und der Mercedes-Benz Leasing Treuhand GmbH sowie mit der einzigen Anteilseignerin Mercedes-Benz Bank AG Ergebnisabführungsverträge geschlossen.

Zusammensetzung der Geschäftsführung und deren Mandate

Mitglieder der Geschäftsführung Mitgliedschaften in Aufsichtsraten und anderen Kontrollgremien Position
Benedikt Schell AR-Mitglied Mercedes-Benz Leasing Deutschland GmbH Vorstandsvorsitzender Mercedes-Benz Bank AG & Arbeitsdirektor
Christina Schenck (bis 31. August 2023) Vorständin Finance & Controlling Mercedes-Benz Bank AG
Tobias Deegen Vorstand Finance & Controlling/Risk Mercedes-Benz Bank AG
Monika Jochade (ab 1. September 2023 bis 31. Dezember 2023) Programmleitung IT-Transformation Mercedes-Benz Bank AG

 

Stuttgart, den 22. März 2024

Mercedes-Benz Leasing GmbH

Geschäftsführung

Schell

Deegen

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungskosten
1.1.2023 Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.12.2023
Anteile an verbundenen Unternehmen 895.290,26 0,00 0,00 0,00 895.290,26
Leasingvermögen
1. Leasingfahrzeuge
a) Nutzfahrzeuge
Lastkraftwagen/Sonstige 6.932.801.640,02 1.538.189.353,58 93.007.728,58 2.106.365.057,33 6.457.633.664,85
Omnibusse 108.445.887,67 1.569.000,00 0,00 31.393.921,99 78.620.965,68
7.041.247.527,69 1.539.758.353,58 93.007.728,58 2.137.758.979,32 6.536.254.630,53
b) Personenkraftwagen 9.590.512.243,82 2.139.817.114,33 199.768.891,24 3.312.126.735,03 8.617.971.514,36
16.631.759.771,51 3.679.575.467,91 292.776.619,82 5.449.885.714,35 15.154.226.144,89
2. Sonstige Leasinggegenstände 59.016.987,29 3.596.096,45 107.602,89 24.749.667,01 37.971.019,62
3. Zur Vermietung bestimmtes Anlagevermögen 292.884.222,71 262.668.850,51 -292.884.222,71 0,00 262.668.850,51
16.983.660.981,51 3.945.840.414,87 0,00 5.474.635.381,36 15.454.866.015,02
Immaterielle Anlagewerte 57.871.726,20 5.925.777,18 0,00 0,00 63.797.503,38
Sachanlagen 25.214.832,88 1.091.707,83 0,00 65.195,85 26.241.344,86
17.067.642.830,85 3.952.857.899,88 0,00 5.474.700.577,21 15.545.800.153,52
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2023 Abschreibungen des Geschäftsjahres Abgänge 31.12.2023
Anteile an verbundenen Unternehmen 511.291,88 0,00 0,00 511.291,88
Leasingvermögen
1. Leasingfahrzeuge
a) Nutzfahrzeuge
Lastkraftwagen/Sonstige 2.041.216.199,82 862.202.641,85 1.018.622.181,20 1.884.796.660,47
Omnibusse 42.702.639,60 10.439.588,41 17.967.863,12 35.174.364,89
2.083.918.839,42 872.642.230,26 1.036.590.044,32 1.919.971.025,36
b) Personenkraftwagen 2.083.109.566,06 1.150.359.326,72 1.194.840.531,44 2.038.628.361,34
4.167.028.405,48 2.023.001.556,98 2.231.430.575,76 3.958.599.386,70
2. Sonstige Leasinggegenstände 37.792.001,04 5.636.543,25 19.354.801,93 24.073.742,36
3. Zur Vermietung bestimmtes Anlagevermögen 0,00 0,00 0,00 0,00
4.204.820.406,52 2.028.638.100,23 2.250.785.377,69 3.982.673.129,06
Immaterielle Anlagewerte 47.549.619,68 5.039.740,90 0,00 52.589.360,58
Sachanlagen 13.769.130,28 914.609,71 45.287,56 14.638.452,43
4.266.650.448,36 2.034.592.450,84 2.250.830.665,25 4.050.412.233,95
Buchwerte
31.12.2023 31.12.2022
Anteile an verbundenen Unternehmen 383.998,38 383.998,38
Leasingvermögen
1. Leasingfahrzeuge
a) Nutzfahrzeuge
Lastkraftwagen/Sonstige 4.572.837.004,38 4.891.585.440,20
Omnibusse 43.446.600,79 65.743.248,07
4.616.283.605,17 4.957.328.688,27
b) Personenkraftwagen 6.579.343.153,02 7.507.402.677,76
11.195.626.758,19 12.464.731.366,03
2. Sonstige Leasinggegenstände 13.897.277,26 21.224.986,25
3. Zur Vermietung bestimmtes Anlagevermögen 262.668.850,51 292.884.222,71
11.472.192.885,96 12.778.840.574,99
Immaterielle Anlagewerte 11.208.142,80 10.322.106,52
Sachanlagen 11.602.892,43 11.445.702,60
11.495.387.919,57 12.800.992.382,49

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

der Mercedes-Benz Leasing GmbH, Stuttgart

Inhaltsverzeichnis

1 Grundlagen des Unternehmens

1.1 Geschäftsmodell

1.1.1 Das Unternehmen

1.1.2 Die strukturelle Einbindung der MBL in die Mercedes-Benz Group

1.1.3 Rechtliche Rahmenbedingungen

1.2 Steuerungssystem

2 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Geschäftsverlauf

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

2.2 Geschäftsverlauf

3 Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

3.1 Ertragslage

3.2 Vermögenslage

3.3 Finanzlage

3.4 Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

4 Risiko- und Chancenbericht

4.1 Risikobericht

4.2 Chancenbericht

5 Prognosebericht

1 Grundlagen des Unternehmens

1.1 Geschäftsmodell

1.1.1 Das Unternehmen Die Mercedes-Benz Leasing GmbH (MBL) bietet im Verbund mit der Mercedes-Benz Bank AG

(MB Bank AG) erfolgreich maßgeschneiderte Leasing- und Finanzierungsprodukte zur Absatzunterstützung von Fahrzeugen des Mercedes-Benz-Konzerns an. Mit einem Leasing- und Finanzierungsportfolio von € 23,8 Mrd finanziert die Mercedes-Benz Bank Gruppe (MB Bank Gruppe) nahezu jedes zweite Neufahrzeug des Mercedes-Benz-Konzerns in Deutschland. Der größte Anteil entfällt hierbei auf den gewerblichen Bereich. Das Leasingportfolio wird in Deutschland zentral durch die beiden Service Center in Saarbrücken und Berlin abgewickelt.

Die Palette der verleasten Fahrzeuge umfasst vorwiegend PKW und Transporter der Marken Mercedes-Benz (MB), LKW und Omnibusse des Daimler Truck Konzerns, sowie smart und Setra. Die MBL bietet sowohl Retail-Leasinggeschäft als auch Leasing für LKW-Flotten an.

1.1.2 Die strukturelle Einbindung der MBL in die Mercedes-Benz Group

Die MBL ist eine 100%ige Tochter der MB Bank AG. Die MBL ist im Wesentlichen für das Retail- Leasinggeschäft und Nutzfahrzeug-Flottengeschäft zuständig und ist die Besitzgesellschaft der Leasingfahrzeuge für die Gesellschaft DFM.

Die DFM bietet als Flottendienstleister marken- und herstellerübergreifende Fuhrparkmanagementlösungen an. Das operative Geschäft der DFM wurde im Dezember 2023 beendet und befindet sich aktuell in der Run-Off Phase.

Die Mercedes-Benz Mitarbeiter-Fahrzeuge Leasing GmbH (MBMFL) ist für das Mitarbeiter- Mietgeschäft zuständig. Neben dem Hauptgeschäft der Vermietung von Mercedes-Benz- Fahrzeugen an Mitarbeiter tätigt die Gesellschaft auch Geschäfte mit Mitarbeitern von Unternehmen, die mittlerweile nicht mehr dem Konzernverbund der Mercedes-Benz Group AG zuzurechnen sind.

1.1.3 Rechtliche Rahmenbedingungen

Geschäftsleitung

Die MBL ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Deutschland. Das Unternehmen wird gemäß § 6 GmbHG von einem oder mehreren Geschäftsführern geleitet und gegenüber Dritten vertreten. Sind laut § 7 der Satzung mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer in Gemeinschaft mit einem Prokuristen vertreten. Ist nur ein Geschäftsführer bestellt, so vertritt er die Gesellschaft allein. Die Gesellschafterversammlung kann einzelne oder alle Geschäftsführer zur Einzelvertretung der Gesellschaft ermächtigen und von den Bestimmungen des § 181 BGB befreien. Die Geschäftsführer haben die Geschäfte nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen, des Gesellschaftsvertrages, der Geschäftsordnung für die Geschäftsführung und der Gesellschafterbeschlüsse zu führen. Derzeit besteht die Geschäftsführung aus zwei Mitgliedern.

Unternehmensgegenstand, Satzungsänderung

Der Umfang der Tätigkeit, die das Unternehmen ausführen kann, ist in § 2 der Satzung definiert. Die Satzung kann gemäß § 53 GmbHG nur durch Beschluss der Gesellschafter geändert werden. Soweit nicht zwingende Vorschriften des Gesetzes etwas Abweichendes bestimmen, werden Beschlüsse der Gesellschafterversammlung nach § 8 der Satzung mit Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst.

Kapital

Das gezeichnete Kapital der MBL zum 31. Dezember 2023 beträgt T€ 34.028.

1.2 Steuerungssystem

Ziele und Strategien

Die Geschäftsstrategie der MB Bank Gruppe wird im jährlichen Turnus bzw. anlassbezogen vom Vorstand überprüft und entsprechend aktualisiert. Mit der Geschäftsstrategie 2023/2024 wurde das Leitbild und das Zielbild in die Begriffe "Vision" und "Purpose" überführt. Zusammen mit den Werten und der Kultur des Unternehmens bilden sie die Grundlage für das Zukunftsbild der MB Bank.

Als Finanzierungsspezialist sind wir der wettbewerbsfähige Anbieter von Finanzierungslösungen und bieten den Kunden von Mercedes-Benz positive Erlebnisse über alle Kanäle. Als integraler Bestandteil der Mercedes-Benz Customer Journey ermöglichen wir eine schnelle und einfache Finanzierung für den eigenen Stern. Wir tragen wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg der Mercedes-Benz Group bei. Die Basis unseres Erfolges ist das gemeinsame Verständnis und die Weiterentwicklung unserer High Performance Kultur mit übergreifendem Arbeiten im Netzwerk sowie modernen Zusammenarbeits-, Organisations- und Führungsmodellen.

Mit der Neuausrichtung des deutschen Marktes durch die Gründung der Mercedes-Benz Leasing Deutschland GmbH (MBLD) im Dezember 2020 sowie der Ausgliederung der LKW und Bussparte zum 1. Dezember 2021 aus dem ehemaligen Daimler Konzern wurde eine grundlegende Transformation der MB Bank angestoßen. Diese umfasst sowohl die Einstellung des Leasingneugeschäfts wie auch die Einstellung des LKW- und Busneugeschäftes als auch die Ausarbeitung des dazugehörigen Kultur- und Transformationsprozesses. Ziel der Neuausrichtung der MB Bank im deutschen Markt ist es, dass sich die MB Bank zukünftig noch gezielter an den Bedürfnissen und Wünschen der Kunden und Händler ausrichten kann, um als attraktiver und wettbewerbsfähiger Finanzierungsspezialist und Absatzunterstützer für Pkw und Vans nachhaltig profitabel zu sein.

Mit dem GoLive der MBLD fährt die MB Bank Gruppe schrittweise ihr Leasingangebot zurück und wird im Laufe des Jahres 2024 kein Leasing-Neugeschäft mehr abschließen. Das bereits bestehende Leasingportfolio in der MBL als Teil der MB Bank Gruppe wird über mehrere Jahre bis voraussichtlich zum Ende des aktuellen Jahrzehnts auslaufen.

Nach Abspaltung der Daimler Truck AG von der Mercedes-Benz Group AG im Jahr 2021 hat die Bank im Rahmen eines Financial Services Agreements (FSI) die Absatzunterstützung für LKW und Busse unverändert bis Ende 2022 fortgeführt. Mit dem GoLive der neu aufgebauten Finanzdienstleistungssparte innerhalb der Daimler Truck AG hat die MB Bank Gruppe Ende 2022 alle Vertriebsaktivitäten hinsichtlich LKW und Busse eingestellt. Ab Januar 2023 wurden keine weiteren Neuverträge für LKW- und Buskunden in der MB Bank Gruppe genehmigt.

Die Abbildung wesentlicher Produkte außerhalb der MB Bank Gruppe führt zu einer Reduzierung des Refinanzierungsvolumens in den kommenden Jahren. Die Refinanzierungsstruktur ist dementsprechend am deutlich geringeren Geschäftsportfolio auszurichten. Infolgedessen wurde im Mai 2022 entschieden, das Einlagengeschäft mit Ausnahme der Firmentermingelder einzustellen. Der Abbau der Einlagen im Privatkundenbereich ist dabei bis Ende 2024 vorgesehen. Die Kunden wurden im Nachgang zur Entscheidung zeitnah informiert. Seit dieser Information schreitet der Abbau sukzessive voran. Bedingt durch gestiegene Kapitalmarktzinsen wurden gezielte Zinsmaßnahmen im Jahr 2023 durchgeführt, um das Kundenverhalten zu beeinflussen. Dies wird bei der Steuerung des Einlagenabbaus ebenso berücksichtigt wie die Planung des Finanzierungs- und Leasingportfolios und des daraus resultierenden Refinanzierungsbedarfs der MB Bank Gruppe.

Vor dem Hintergrund des neuen Zukunftsbildes hat der Vorstand im Rahmen der Überprüfung der Geschäftsstrategie die Strategy Map für die Geschäftsstrategie 2023/2024 angepasst, um die Konsistenz in der strategischen Ausrichtung sicherzustellen. Die Strategy Map der MB Bank veranschaulicht und dokumentiert dabei, mit welchen strategischen Schwerpunkten die MB Bank in den kommenden zwei Jahren die Umsetzung des Zukunftsbildes erreichen möchte. Die Strategy Map inklusive der zugehörigen strategischen Ziele ist somit die Verbindung zur übergeordneten Vision bzw. dem Zukunftsbild. Weiterhin dient die Strategy Map dazu, die Unternehmensziele für Mitarbeitende nachvollziehbar und verständlich zu machen. Zudem gibt sie Orientierung, wie Mitarbeitende bei der Umsetzung mitwirken können.

Im Vergleich zur bisherigen Geschäftsstrategie wurde das Thema "Nachhaltigkeit" aufgrund seiner grundlegenden Bedeutsamkeit für die MB Bank als eine, über alle Dimensionen übergeordnete strategische Querschnittsfunktion eingeführt. Dabei umfasst die Nachhaltigkeit alle Aspekte von ESG (Environmental, Social, Governmental) bzw. wird in dem vorliegenden Kontext als Synonym verwendet. Um dieses Thema über alle Ziele hinweg angemessen zu berücksichtigen, wurde daher bewusst auf eine separate Dimension zum Thema "Nachhaltigkeit" verzichtet. Hintergrund ist der Anspruch der MB Bank, das Thema Nachhaltigkeit in allen vier bereits bestehenden Dimensionen vollumfänglich fest zu verankern und sich auch in Zukunft noch stärker auf die Symbiose mit der jeweiligen strategischen Stoßrichtung zu fokussieren.

Darüber hinaus wurden die vier bereits im Vorjahr gültigen strategischen Dimensionen der MB Bank Gruppe grundsätzlich bestätigt, jedoch entsprechend präzisiert. Somit legt die MB Bank Gruppe zur Erreichung ihres Zielbildes den Fokus auf die vier strategischen Dimensionen "Kundenorientierung", "Prozesse & Technologie Exzellenz" (vormals "Prozesse & Technologie), "Profitabilität" und "High Performance Culture" (vormals "Mitarbeiter").

Die Dimension "Kundenorientierung" zielt darauf ab, den Kunden der MB Bank mit attraktiven Finanzierungslösungen und einer nahtlosen Integration in die Mercedes-Benz Customer Journey ein durchgehend digitales Kundenerlebnis auf dem Weg zum eigenen Neu- oder Gebrauchtfahrzeug zu bieten. Damit will die MB Bank zum einen ihren Beitrag zur Luxusstrategie der Mercedes-Benz AG einbringen und zum anderen den Finanzierungsmarkt und die damit verbundenen Anforderungen nachhaltig bearbeiten.

Mit der Dimension "Prozesse und Technologie Exzellenz" zielt die MB Bank darauf ab, in zukunftsfähige, digitale und nachhaltige Prozesse und Technologien zu investieren und durch Standardisierung und Simplifizierung die Reduktion der Systemkomplexität sowie eine hohe Qualität der Prozesse sicherzustellen. Dazu hat der Vorstand die Maßnahmen zur Implementierung eines - auf das Zukunftsbild zugeschnittenen Betriebs- und Steuerungsmodells - im Programm "My Future Bank" gebündelt. Ziel des Programms ist es, parallel zum laufenden Betrieb und anknüpfend an bereits gesetzte Maßnahmen zur Transformation des Unternehmens eine moderne und hocheffiziente Bank auf der Basis von zukunftsfähigen Technologien sowie digitalisierten und modernisierten Geschäftsprozessen zu bauen.

Ziel der Dimension "Profitabilität" ist die Sicherstellung eines ökonomisch nachhaltigen Geschäftsmodelles mit wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen und die Verwendung wirkungsvoller und zielgerichteter Refinanzierungs- und Risikomanagementstrategien. Der strategische Fortschritt wird dabei durch verschiedene KPIs (Key Performance Indicators) gemessen, die den Profit und die Kostenstruktur wie auch das eingegangene Risiko geeignet messen und gegenüberstellen.

Mit der Dimension "High Performance Kultur" beschreibt der Vorstand das im Zukunftsbild verankerte Zielbild, dass die Mitarbeitenden in der MBB sich als ein Team mit Leidenschaft für Lösungen einsetzen, um das Captive-Bankmodell der Zukunft zu bauen. Daraus leitet sich die strategische Dimension der High Performance Culture (HPC) mit den dazugehörigen Zielen ab. Die HR-Organisation leistet mit Engagement, Services und Produkten ihren Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung dieser Unternehmensziele.

Für die vier strategischen Dimensionen wurden insgesamt zwölf strategische Ziele definiert. Diese sind in der folgenden Abbildung dargestellt:

Steuerung

Als strategisches Steuerungsinstrument wird in der MB Bank Gruppe eine "Balanced Score Card" (BSC) eingesetzt. Mit ihrer Hilfe werden die strategischen Ziele konkretisiert und durch Kennzahlen und Maßnahmen sichtbar und steuerbar gemacht.

Dafür werden für die vier strategischen Dimensionen Messgrößen in Form von KPIs (Key Performance Indicators) definiert, zum Beispiel der Customer Loyalty Index oder die Penetrationsrate für die Dimension Kundenorientierung. Diese Kennzahlen werden regelmäßig geplant und kontinuierlich erhoben, wodurch eine Einschätzung der Zielerreichung möglich ist.

Zur Konkretisierung und Realisierung der strategischen Stoßrichtungen und Ziele werden regelmäßig Initiativen und Maßnahmen erarbeitet und auch Projekte durchgeführt. Diese werden fortlaufend auf Aktualität und Wirksamkeit überprüft und entsprechend priorisiert.

Die Umsetzung der Strategie erfolgt unter Beachtung ethischer Standards und in Übereinstimmung mit den gültigen Gesetzen und Regularien. Die Einhaltung wird durch regelmäßige Kontrollen unterstützt.

Definition wichtiger Steuerungsgrößen

Bestands-RORAC (Return On Risk Adjusted Capital) (Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern)/ Ø Risikokapital
Cost-Income-Ratio (CIR) Gemeinkosten inkl. Global Cost Allocation / Bruttoertrag zuzüglich Restwertrisiko und sbE/sbA (Zinsergebnis + Provisionsergebnis + Provisionen + Restwertrisikokosten + Einzelkosten + sonstiger betrieblicher Ertrag/Aufwand)
Kundenzufriedenheit (CLI-Customer Loyalty Index) Gewichteter Index aus Befragung der Leasing/Finanzierungs-Kundengruppen
Penetrationsrate Neugeschäftseinheiten Neufahrzeuge/Gesamtabsatz Neufahrzeuge (nur Konzernsparten/-marken)
Great Place To Work/Kulturbefragung Ergebnis der Mitarbeiter-Zufriedenheitsbefragung
Portfolio L/F Bilanzieller Wert des aktiven Vertragsbestands Leasing/ Finanzierung
Neugeschäftsvolumen L/F Volumen der seit Jahresbeginn neu aktivierten Leasing/ Finanzierungs-Verträge

2 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Geschäftsverlauf

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Weltwirtschaft entwickelte sich im Jahr 2023 besser als noch zu Jahresbeginn erwartet. Die dämpfenden Effekte weiterer Leitzinserhöhungen vieler großer Notenbanken und anhaltend hoher Inflationsraten wurden dabei durch positive Impulse von Seiten der Fiskalpolitik und niedrigerer Energie- und Rohstoffpreise abgemildert. Allerdings gab es deutliche Unterschiede zwischen, und teils auch innerhalb der einzelnen Regionen. Die überraschende Widerstandskraft der US-Wirtschaft in Anbetracht der massiven geldpolitischen Straffung ist der Hauptgrund für diese positive Entwicklung, aber auch einige große Schwellenländer wie Indien oder Brasilien konnten die Erwartungen übertreffen. Dagegen zeigten sich die Volkswirtschaften Europas und Chinas eher schwach. In Summe wuchs die Weltwirtschaft mit 2,7 % zwar etwas langsamer als im Vorjahr (3,0 %), jedoch nur leicht unter dem langfristigen Trend. In diesem Umfeld verlangsamte sich auch der Welthandel und schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr um etwa 1,5 %.

In der Eurozone entwickelte sich die Wirtschaft deutlich verhaltener, obwohl die enormen Belastungen durch hohe Energiepreise im Vergleich zum Vorjahr spürbar nachließen. Trotzdem blieb der Industriesektor massiv unter Druck und schrumpfte im Gesamtjahr deutlich. Der private Konsum stagnierte über weite Strecken angesichts weiterhin hoher, wenn auch rückläufiger Inflationsraten und steigender Zinsen. Die Inflation in der Eurozone lag im Jahresdurchschnitt mit 5,4 % nach wie vor deutlich über dem Notenbankziel von rund 2 %, sodass auch die Europäische Zentralbank an Zinserhöhungskurs festhielt; der Leitzins stieg im Jahresverlauf um weitere 200 Basispunkte auf 4,5 %. Nachdem die Wirtschaft der Eurozone im ersten Halbjahr, auch dank Aufholeffekten nach der Pandemie und nachlassender Lieferkettenstörungen, noch ein kleines Wachstum verzeichnen konnte, ging die Wirtschaftsleistung in der zweiten Jahreshälfte wieder leicht zurück. Im Gesamtjahr ergab sich damit lediglich ein Plus von 0,5 %.

Die deutsche Konjunktur enttäuschte im europäischen Vergleich und das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im Gesamtjahr um 0,3 %. Rückläufige Auftragseingänge, eine ausgeprägte Schwäche im Bausektor, sowie das hohe Zinsniveau stellten die deutsche Wirtschaft vor große Herausforderungen. Der Arbeitsmarkt zeigte sich trotz der konjunkturellen Schwächephase robust; die Erwerbstätigkeit nahm im Jahresverlauf weiter zu und erreichte im Jahresdurchschnitt einen historischen Höchststand von knapp 46 Mio. Personen. Die Inflation ging im Jahresverlauf spürbar zurück, lag mit 5,9 % aber über dem Durchschnitt der Eurozone.

Branchenbezogene Entwicklung

Im Jahr 2023 wurden insgesamt 2,84 Millionen neue Personenkraftwagen zugelassen, das sind +7,3 Prozent mehr als 2022. Davon wurden 67,1 % (+12,4 %) der Neuwagen gewerblich und 32,8 % (-1,9 %) privat zugelassen.

Die deutschen Marken verzeichneten im Jahr 2023 gestiegene Neuzulassungszahlen. Smart verzeichnete mit +42,9 % das stärkste Plus bei einem Anteil von 0,6 %. Ebenfalls zweistellig waren die Zugewinne bei Audi (+15,7 %/8,7 %), Mini (+14,4 %/1,6 %), Mercedes-Benz (+13,7 %/9,8 %), Porsche (+12,0 %/1,2 %) und BMW (+11,2 %/8,2 %).

Mit einem Neuzulassungsanteil von 30,1 Prozent bildeten die SUVs (+10,0 %) das stärkste Segment in der Jahresbilanz, gefolgt von der Kompaktklasse (16,3 %/+10,0 %), den Kleinwagen (11,9 %/+2,6 %), den Geländewagen (11,4 %/+8,3 %) und der Mittelklasse (10,5 %/+11,1 %).

Bei den alternativen Antriebsarten fielen die Jahresergebnisse unterschiedlich aus. 840.304 hybridangetriebene Fahrzeuge (+1,6 %) erreichten einen Anteil von 29,5 %, darunter befanden sich 175.724 Plug-in-Hybride (-51,5 %) mit einem Anteil von 6,2 %. 524.219 Elektro-Pkw (BEV) wiesen mit einem Anteil von 18,4 % eine Steigerung von +11,4 % auf. Flüssiggasbetriebene Pkw (13.147/-12,4 %) waren mit einem Anteil von 0,5 % und erdgasangetriebene Pkw (1.327/-28,1 %) mit 0,0 Prozent im Jahr 2023 vertreten. 1

Der Marktanteil von MB PKW und smart PKW in Summe lag auf Basis der Neuzulassungen bei insgesamt 10,4 %. Dabei stieg der Marktanteil der MB PKW Fahrzeuge von 9,2 % im Jahr 2022 auf 9,8 %. Bei den smart-Fahrzeugen erhöhte sich der Marktanteil von 0,5 % auf 0,6 % im Vergleich zum Vorjahr. 2

Die PKW-Neuzulassungen der Marken MB PKW und smart zusammen legten im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr mit +15,1 % deutlich zu. Dabei konnte eine Steigerung bei MB Fahrzeugen um 13,7 % erzielt werden und bei smart um 42,9 %.

Die Jahresbilanz des Gebrauchtfahrzeugmarktes schloss mit 7.024.629 (+5,7 %) umgeschriebenen Kfz und 414.785 Kfz-Anhängern (-1,2 %). Mehr als 6,03 Millionen Pkw (+6,9 %) wechselten im Laufe des Jahres den Halter beziehungsweise die Halterin. 3

Insolvenzen & Risiken

Die Risikosituation ist im Allgemeinen von der Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen und der europäischen Konjunktur abhängig.

Der Verlauf der Berichtsperiode 2023 war insgesamt geprägt durch eine anhaltentende wirtschaftliche Stagnation, begleitet von weiterhin hohen, wenn auch rückläufigen Inflationsraten. Ursache für die schwache wirtschaftliche Entwicklung ist hauptsächlich der Kaufkraftverlust, der aus der Energiepreiskrise resultiert. Die Folge ist eine schwächere Nachfrage, gepaart mit steigenden Rückständen, die teilweise im Ausfall münden. Die Nettokreditverluste liegen leicht oberhalb des Vorjahres, was auf die weiterhin positiven Zeitwerte für PKW zurückzuführen ist. Im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die Risikokosten auf einem höheren Niveau, da es in 2023 zu höheren Zuführungen, bedingt durch die wirtschaftlichen Herausforderungen und Insolvenzen, kam.

1 Quelle: Kraftfahrtbundesamt: Pressemitteilung 1/2024 - Fahrzeugzulassungen im Dezember 2023
2 Quelle: Kraftfahrtbundesamt: Pressemitteilung 1/2022 - Fahrzeugzulassungen im Dezember 2022
3 Quelle: Kraftfahrtbundesamt: Pressemitteilung 1/2023 - Fahrzeugzulassungen im Dezember 2023

Die Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2023 steigen mit 23,5 % deutlich im Vergleich zum Vorjahr 2022. Im Jahr 2022 war das erste Mal seit der Finanzkrise 2009 ein Anstieg der Insolvenzen zu erkennen (2022: +4 %, 2021: -11,9 %, 2020: -14,8 %). Der fortlaufende Anstieg lässt sich vor allem durch die weiterhin hohen Energiepreise und die Zinswende erklären. Die Gesamtinsolvenzen im Jahr 2023 liegen auf einem vergleichbaren Niveau vor der Corona- Pandemie. 4 Die Entwicklung der Insolvenzzahlen dürfte sich mit Hinblick auf die aktuelle wirtschaftliche Lage im Jahr 2024 fortsetzen und könnte sich in den kommenden Monaten verschlechtern.

2.2 Geschäftsverlauf

Im Leasinggeschäft sank die Penetrationsrate MB PKW/Transporter in Summe auf 26,3 % (i. Vj. 34,7 %) vor allem aufgrund intensiven Wettbewerbs sowie notwendiger Konditionserhöhungen aufgrund gestiegener Refinanzierungskosten. Bei den MB PKW sank die Penetrationsrate auf 25,8 % (i. Vj. 35,7 %), bei smart auf 26,4 % (i. Vj. 59,4 %) und bei Transportern auf 27,2 % (i. Vj. 30,8 %).

Das Neugeschäft nach Einheiten lag mit 75.890 um 25,7 % deutlich unter dem Vorjahresniveau. Gründe hierfür sind neben der rückläufigen Penetrationsrate auch der Auslauf des Truck-Neugeschäftes und die schrittweise Verlagerung des PKW/Transporter-Neugeschäfts zur MBLD. Auch das Neugeschäftsvolumen konnte mit insgesamt € 4,0 Mrd das Niveau des Vorjahres dadurch nicht erreichen. Die Prognose für 2023 nach Einheiten wurde unterschritten. Beim Volumen konnte sie dank eines deutlich höheren Durchschnittsvolumens pro Fahrzeug überschritten werden.

4 Quelle: https://www.creditreform.de/footer/creditreform/presse/shownews/show/insolvenzen-in-deutschland-jahr-2023

3 Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

3.1 Ertragslage

Nachfolgend zeigen wir die Gewinn- und Verlustrechnung der MBL für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 in einer, nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten, gegliederten Ergebnisdarstellung.

Die Ergebnisentwicklung im Berichtsjahr wurde wesentlich durch ein gesunkenes Leasingergebnis geprägt.

Betriebswirtschaftliche Ergebnisdarstellung
in Mio € 31.12.2023 31.12.2022 Delta abs. Delta %
Leasingerträge 6.000,7 5.892,8 107,9 1,8
Leasingaufwendungen 5 -5.381,6 -5.263,4 -118,1 2,2
Nettorefinanzierungsergebnis -192 -65 -127,1 >100
Nettoerlöse aus dem Leasinggeschäft 427,0 564,3 -137,4 -24,3
Provisionsspanne -105,1 -125,2 20,1 -16,1
Allgemeine Verwaltungsaufwendungen saldiert mit Weiterbelastungen -173,2 -137,1 -36,2 26,4
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen -6,0 -7,4 1,4 -19,5
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen 11,5 -0,8 12,3 >-100
Risikokosten -25,9 -20,1 -5,8 28,8
Ergebnis vor Erträgen aus Anteilen und Gewinnabführungen von Tochterunternehmen 128,3 273,8 -145,5 -53,1
Erträge aus Anteilen an verbundenen Unternehmen und Gewinnabführungen von Tochterunternehmen 23,4 32,2 -8,7 -27,2
Ergebnis vor Steuern 151,7 305,9 -154,2 -50,4
Jahresüberschuss vor Ergebnisabführung 151,7 305,9 -154,2 -50,4

Die Leasingerträge sind trotz rückläufigem Portfolio auf gleichem Niveau zu den Leasingaufwendungen um 1,8 % gestiegen. Der Rückgang des Portfolios um rund 10,2 % von € 12.778,8 Mio auf € 11.472,2 Mio ist zum einen auf das reduzierte Leasingvolumen von LKW und Omnibussen zurückzuführen und zum anderen auf Engpässe bei Vorprodukten und Transportkapazitäten bei den Lieferanten der Mercedes-Benz Group zurückzuführen.

Das negative Nettorefinanzierungsergebnis reduzierte sich im Jahr 2023 von € -65,0 Mio auf € -192,0 Mio. Das Leasingvermögen wurde im Wesentlichen über Fremdmittel der MB Bank AG refinanziert. Die Zinsaufwendungen aus Refinanzierung erhöhten sich aufgrund gestiegener Zinskosten.

5 In den Leasingaufwendungen sind Abschreibungen auf das Leasingvermögen enthalten.

Die Provisionsspanne hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 16,1 % auf € -105,1 Mio verbessert. Die Erträge aus der Weiterbelastung von Provisionen in Höhe von € 4,7 Mio sind im Vergleich zum Vorjahreswert um € 0,2 Mio gesunken. Die Provisionsaufwendungen sind, bedingt durch das niedrigere provisionierte Portfoliovolumen, überproportional um € 15,4 Mio auf € -109,8 Mio gesunken.

Die Risikokosten sind im Geschäftsjahr 2023 um € 6,0 Mio auf € 26,0 Mio gestiegen. Die wesentliche Ursache dafür ist ein Anstieg der Insolvenzen im Retail Bereich, aufgrund der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung, gestiegener Verbraucherpreise, Nachfragerückgang und fehlender Investitionen.

Die allgemeinen Verwaltungskosten saldiert mit den Weiterbelastungen sind im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen und lagen bei € 173,2 Mio (i. Vj. € 137,1 Mio). Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen stiegen im Berichtsjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um € 32,3 Mio. Grund ist die erstmalige Verrechnung einer License Fee von der MBM an die MBL in Höhe von € 46,5 Mio für die Nutzung der Namensrechte sowie der von MBM zentral entwickelten IT-Systeme und Prozesse. Einsparungen konnten jedoch bei den IT- Kosten (€ -6,3 Mio), den Prozesskosten (€ -1,6 Mio), den Beratungskosten (€ -1,1 Mio) und den Marketingkosten (€ -1,3 Mio) erzielt werden.

Das Ergebnis der MBL vor Erträgen aus Anteilen an verbundenen Unternehmen und Gewinnabführungen von Tochterunternehmen und vor Steuern reduzierte sich im Jahr 2023 von € 273,8 Mio auf € 128,3 Mio bzw. um 53,1 %. Der Rückgang ist im Wesentlichen bedingt durch gesunkene Nettoerlöse aus dem Leasinggeschäft und gestiegene Verwaltungsaufwendungen.

Die Erträge aus Anteilen an verbundenen Unternehmen und Gewinnabführungen der MBMFL, DFM und MBLT betragen im Geschäftsjahr 2023 € 23,4 Mio. Im Vergleich zum Vorjahr (€ 32,2 Mio) liegt ein Rückgang von 27,2 % vor, bedingt durch den Ergebnisrückgang bei der DFM in Höhe von € 8,9 Mio und bei der MBMFL von € 186.685.

Insgesamt reduzierte sich der Jahresüberschuss vor Ergebnisabführung im Berichtsjahr von € 305,9 Mio um € 154,2 Mio auf € 151,7 Mio.

3.2 Vermögenslage

Das Leasingvermögen hat sich im Berichtsjahr von € 12.778,8 Mio auf € 11.472,2 Mio reduziert.

Das Leasingportfolio, gemessen an dem Barwert der zukünftigen Leasingzahlungen und Verwertungserlöse, ist von € 12,2 Mrd um € 1,2 Mrd auf € 11,0 Mrd gesunken.

Zum Stichtag 31. Dezember 2023 bestehen Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von € 446,8 Mio (i. Vj. € 241,6 Mio). Die Forderungen betreffen im Wesentlichen die MB Bank AG. Die Forderungen an Kunden betrugen im Berichtsjahr € 115,0 Mio (i. Vj. € 161,5 Mio). Die darin enthaltenen Forderungen an verbundene Unternehmen haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um € 12,4 Mio auf € 24,5 Mio reduziert. Diese Reduzierung resultiert im Wesentlichen aus gesunkenen Forderungen gegenüber der MB AG aus Gebrauchtwagenverkäufen.

Im Geschäftsjahr 2023 verringerten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit um € 738,9 Mio auf € 11.155,7 Mio (i. Vj € 11.904,0 Mio). Wesentliche Ursache ist eine verringerte Termingeldaufnahme bei der MB Bank AG in Höhe von € 11.040,0 Mio (i. Vj. € 11.865,0 Mio) im Jahr 2023 zur Refinanzierung des Leasingvermögens.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden reduzierten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um € 116,3 Mio auf € 146,1 Mio (i. Vj. € 262,4 Mio) Dies ist im Wesentlichen mit der Reduzierung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen auf € 64,7 Mio (i. Vj. € 151,5 Mio) zu begründen.

Die Rückstellungen sind im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Der Wert beträgt im Geschäftsjahr € 20,4 Mio (i. Vj. € 26,1 Mio).

Von den Rückstellungen entfallen auf Pensionsverpflichtungen € 1,0 Mio (i. Vj. € 1,0 Mio) und auf die anderen Rückstellungen € 19,4 Mio (i. Vj. € 25,1 Mio). Der Rückgang der anderen Rückstellungen um € 5,8 Mio ist im Wesentlichen auf die Reduzierung der Rückstellungen für ausstehende Gemeinkosten und der Rückstellungen für Verkaufsaufwendungen und Provisionen zurückzuführen.

Die Bilanzsumme verringert sich zum 31. Dezember 2023 gegenüber dem Vorjahr um € 1.154,3 Mio auf € 12.084,7 Mio (i. Vj. € 13.239,0 Mio).

3.3 Finanzlage

Refinanzierung

Die Refinanzierungsquelle der Gesellschaft stellt im Geschäftsjahr 2023 im Wesentlichen die MB Bank AG dar. Die Refinanzierungsmittel gliederten sich dabei zum Stichtag wie folgt:

Refinanzierungsmittel 31.12.2023 31.12.2022
Mio € Mio €
Termingeld MB Bank AG 11.040,0 11.865,0

Die im Geschäftsjahr 2023 aufgenommenen Termingelder dienen zur Refinanzierung des Leasingvermögens. Die Laufzeiten der Termingelder sind kurz- und mittelfristig.

Die MBL war jederzeit in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

3.4 Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Finanzielle Leistungsindikatoren

Die Steuerung der MBL ist vollständig integriert in die Steuerung der MB Bank Gruppe.

Die finanziellen Leistungsindikatoren der MBL umfassen zum einen die Kennzahlen zur Entwicklung des Neugeschäfts sowie des verleasten Vertragsbestandes (Portfolio). 6

In einem durch intensiven Wettbewerb angespannten Marktumfeld ging das Neugeschäft der MBL im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr auf 75.890 Einheiten (-25,7 %) zurück und landete unter der Vorjahresprognose (81.227). Aufgrund eines höheren durchschnittlichen Neugeschäftsvolumens pro Fahrzeug liegt das Neugeschäftsvolumen über der Prognose (€ 4,0 Mrd, Prognose: € 3,6 Mrd).

Das Vertragsvolumen reduzierte sich per 31. Dezember 2023 deutlich auf € 11.575,6 Mio (-10,0 % gegenüber Vorjahr). Damit liegt das Gesamtvolumen leicht über der Vorjahresprognose - im Vorjahr wurde mit einem noch stärkeren Rückgang des MBL-Portfolios gerechnet.

Des Weiteren beinhalten die finanziellen Leistungsindikatoren der MBL entsprechend der Steuerung den Gewinn vor Zinsen und Steuern (IFRS-EbIT) vor Global Cost Allocation (=Weiterbelastungen Headquarter) und nach Konsolidierung auf Ebene der MB Bank Gruppe. Dieser reduzierte sich deutlich auf € 293,7 Mio (i. Vj. € 469,8 Mio), liegt jedoch über der Vorjahresprognose (€ 264,1 Mio). Die Planüberschreitung resultiert aus allen Ergebnispositionen. Die deutlichsten Abweichungen zeigten sich bei den Gemeinkosten, Provisionsaufwendungen und sonstigen betrieblichen Erträgen (u. a. Auszahlung einer Gewinnbeteiligung von der HDI AG an die MBL für geringere Schadenquote als angenommen bei den Produkten Privatleasing Plus und Businessleasing Plus).

Der Bestands-RORAC wird zur Sicherstellung einer nachhaltigen Profitabilität auf Ebene der MB Bank Gruppe berechnet und beläuft sich im Berichtsjahr auf 9,5 % (i. Vj. 16,9 %). Der Prognosewert 8,4 % konnte aufgrund einer besseren Ergebnissituation auf MB Bank Gruppenebene (IFRS) übertroffen werden (siehe voriger Absatz).

Der zur Steuerung der Kostensituation der MB Bank Gruppe ermittelte Cost Income Ratio (CIR) hat sich auf 55,1 % verschlechtert (i. Vj. 45,0 %), ist jedoch dank unter Plan liegender Kosten unter der Prognose von 58,0 % geblieben.

Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Im Jahr 2023 wurden zwei Kulturbefragungen durchgeführt. Der Fokus lag weiterhin auf den Themen Führung, Transformation, Strategie, Zukunft und Kultur. Die Ergebnisse sind sowohl im MB Bank Vorstand als auch mit den leitenden Führungskräften der Ebene 3 präsentiert und diskutiert worden.

Die Umsetzung des "Customer Centricity Ansatzes" für MBFS und damit die Anbindung von Befragungspunkten an allen Touchpoints entlang der gesamten Customer Journey sowie die Anbindung von Touchpoints innerhalb der Dealer Journey wird weiterhin mit hoher Priorität bearbeitet. Über alle MBFS Kundentouchpoints wurden 2023 insgesamt 5.825 Kundenfeedbacks erhoben und verarbeitet, die als Zahlenbasis für KPIs und als Quelle für Verbesserungsimpulse dienen.

Die durchschnittliche Bewertung der MBFS-Kunden (Customer Satisfaction) liegt per 12/2023 bei 77,9 (bei einem maximal erreichbaren Wert von 100).

6 Gemäß Definition (IFRS): Forderungen zum Barwert inkl. Wertberichtungen, das Leasingvermögen zu fortgeführten Anschaffungskosten und die aktivierten Vertragsanbahnungskosten.

Weiterer nicht finanzieller Indikator ist die Marktdurchdringung Mercedes-Benz PKW/Transporter im Leasingsegment in Deutschland. Die Penetrationsrate hat sich im Vergleich zu 2022 (34,7 %) aufgrund zurückgegangener Subventionen sowie notwendiger Konditionserhöhungen im Zuge gestiegener Refinanzierungszinsen deutlich reduziert auf 26,3 %. Eine zusätzliche leichte Reduktion der Penetrationsrate resultiert aus der schrittweisen Übernahme des Leasing-Neugeschäfts durch die MBLD, deren Penetrationsrate im Jahr 2023 bei 1,7 % liegt. Die Prognose, die aufgrund der Verlagerung des Neugeschäfts zur MBLD bereits von einem Rückgang der Penetrationsrate ausgegangen war, konnte aber übertroffen werden (Plan: 21,6 %). Hintergrund ist ein noch höheres aktiviertes Leasingvolumen in der MBL anstatt in der MBLD im Vergleich zur Prognose.

4 Risiko- und Chancenbericht

4.1 Risikobericht

Die Steuerung der Risiken des Portfolios der MBL ist in die Gruppensteuerung eingebunden, die hierfür erforderlichen Voraussetzungen (Anwendung der Waiver-Regelung nach § 2a Abs. 1 und Abs. 5 KWG i. V. m. Artikel 7 CRR) sind erfüllt. Die Risikosteuerung und -überwachung ist durchgängig als gruppenbezogene Steuerung der MB Bank Gruppe konzipiert. Die MB Bank Gruppe umfasst gemäß § 10a KWG folgende Unternehmen: MB Bank AG als übergeordnetes Unternehmen, MBL, DFM, Mercedes-Benz Bank Service Center GmbH (MBBSC). Aufgrund von Geringfügigkeit wird die Mercedes-Benz Banking Service GmbH (MBBS) gemäß § 31 KWG nicht im aufsichtsrechtlichen Konsolidierungskreis berücksichtigt. Im Hinblick auf die internen Risikosteuerungs- und Controllingprozesse wird hingegen ebenso die MBBS als Anbieter von Nebendienstleistungen in die Gruppensteuerung einbezogen, da diese Gesellschaft operationelle Risiken aufweist.

Im Folgenden wird daher der Begriff MB Bank Gruppe i. S. d. internen Risikosteuerung verwendet.

Vor dem Hintergrund einer ökonomisch adäquaten Bewertung der Beteiligungsrisiken der MB Bank AG sieht die Konzeption der Risikosteuerung auf Einzelinstitutsebene die Anwendung eines Durchschauprinzips auf die Risiken der nachgeordneten Leasinggesellschaften durch einzelvertragliche Risikomessung vor. Diese Ausgestaltung des Regelkreises auf Einzelinstitutsebene MB Bank AG trägt den aus der für die nachgeordneten Leasinggesellschaften abgegebenen harten Patronatserklärung sowie den aus bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträgen resultierenden Verpflichtungen der MB Bank AG Rechnung. Für eine vollständige Erfassung sämtlicher Verlustpotenziale ist eine Betrachtung der Risiken der MB Bank AG und der nachgeordneten Unternehmen erforderlich. Die Risikosteuerung und -überwachung ist daher durchgängig als gruppenbezogene Steuerung konzipiert, d. h. das Risikomanagement für die gruppenangehörigen Leasinggesellschaften ist in das Risikomanagement der MB Bank AG eingebunden.

Die Gesamtrisikosteuerung der MB Bank AG sowie der MB Bank Gruppe umfasst grundsätzlich zwei Stoßrichtungen: die adäquate Erfassung von Risiken auf Basis eingetretener Verlustereignisse im Rahmen der Bildung der Risikovorsorge und die zielgerichtete Steuerung und Überwachung erwarteter und unerwarteter Risiken.

Die Kalkulation von Wertberichtigungen orientiert sich an der für das Risikomanagement der MB Bank AG und der ihr nachgeordneten Leasinggesellschaften maßgeblichen Segmentierung des Geschäftsvolumens nach den Kundensegmenten "Retail" und "Corporate". Dem Corporate-Segment sind dabei Kredit- und Leasingengagements mit einer Engagementhöhe von mehr als € 750.000 auf Gruppenebene sowie das Händlerfinanzierungsgeschäft zugeordnet. Das Retail-Segment umfasst als Mengengeschäft jene Engagements bis zu € 750.000. Wertkorrekturen im Retail-Segment, welche als unwesentliche Forderungen klassifiziert sind, werden grundsätzlich über ein maschinelles Forderungsbewertungsverfahren erfasst. Die Beurteilung von Wertminderungen für Engagements im Corporate-Segment (wesentliche Forderungen) erfolgt methodisch vergleichbar zu dem Retail-Segment. Es wird jedoch stets eine individuelle Bewertung und Überprüfung durchgeführt, beispielsweise im Hinblick auf die Gesundungswahrscheinlichkeit des Kunden oder die Sicherheitenlage. Daneben werden für Forderungen, welche nicht einzelwertberichtigt sind, zur Abdeckung eingetretener, aber noch nicht bekannter Verlustereignisse sogenannte "Pool-Wertberichtigungen" für das Finanzierungsportfolio gebildet.

Die Pool-Wertberichtigung wird auf Einzelvertragsebene unter Zugrundelegung der prognostizierten Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default, PD), der Verlustquote (Loss Given Default, LGD) und der Engagementhöhe zum Zeitpunkt des Ausfalls (Exposure-at-Default, EAD) berechnet. Aus dem Produkt der vorgenannten Größen wird der Erwartungswert des Verlusts (Expected Loss, EL) bestimmt und als Pool-Wertberichtigung einzelvertraglich zugeordnet.

Per 31. Dezember 2023 ergibt sich für die MB Bank AG und die ihr nachgeordneten Leasinggesellschaften eine Gesamtrisikovorsorge nach HGB in Höhe von € 99,5 Mio (i. Vj. € 89,3 Mio). Davon entfällt alles auf Adressenausfallrisiken. Für die MBL und die ihr nachgeordneten Tochtergesellschaften beträgt die Gesamtrisikovorsorge per 31. Dezember 2023 € 18,0 Mio. Die Risikovorsorge ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen (per Dezember 2022 € 16,6 Mio). Der Anstieg der Risikovorsorge ist im Wesentlichen auf eine Zunahme der Insolvenzen im Retail-Geschäft zurückzuführen. Grund hierfür sind neben den gestiegenen Verbraucherpreisen, ein Rückgang der Nachfrage und Investitionen, wodurch sich Kleinunternehmen unter größerem wirtschaftlichem Druck befinden.

Eingetretene Verlustereignisse - seien diese objektiv erkennbar (z. B. Zahlungsstörungen) oder zwar eingetreten, aber noch nicht dem Einzelengagement objektiv zuordenbar, dennoch aber erwartet - werden grundsätzlich über die Bildung von Einzel- und Pool (/-Pauschal)- Wertberichtigungen einer Risikoabschirmung unterzogen. Während sich die Risikokapital- Steuerung auf die adäquate Messung, Risikokapitalunterlegung und Überwachung unerwarteter Portfolioverluste richtet, werden erwartete Portfolioverluste in der ökonomischen Betrachtungsweise berücksichtigt. Ausgangspunkt hierfür ist die Risikostrategie, welche aus der Geschäftsstrategie abgeleitet wird. Von der Gruppe werden Risiken bewusst eingegangen, solange ihnen risikoadäquate Erträge gegenüberstehen und die Risikotragfähigkeit der Gruppe nicht gefährdet wird.

Das Risikotragfähigkeitskonzept umfasst alle wesentlichen 7 Risiken des Einzelinstituts der MB Bank AG bzw. der MB Bank Gruppe. Das Risikotragfähigkeitskonzept stützt sich jeweils auf drei Säulen: Neben der Risikoquantifizierung im Rahmen von Value-at-Risk (VaR)-Modellen stellen Szenariobetrachtungen im Rahmen der Kapitalplanung und von Stresstests das zweite bzw. dritte Fundament des Risikotragfähigkeitskonzeptes der MB Bank AG und der MB Bank Gruppe dar. Die Szenariobetrachtungen liefern zusätzliche, zum VaR komplementäre Informationen. Die Stressszenarien umfassen marktweite und institutsindividuelle Faktoren. Mit szenariobasierten Stresstests wird überprüft, ob die MB Bank AG bzw. die MB Bank Gruppe auch unter bestimmten negativen Marktentwicklungen bzw. adversen Ereignissen in der Unternehmenssphäre eine ausreichende Risikodeckungsmasse besitzt und ob die relevanten Solvabilitäts- bzw. Liquiditätskennziffern eingehalten werden können. Die risikoartenübergreifenden Stresstests sind mehrperiodig ausgestaltet und schließen im Sinne einer vollständigen ökonomischen Betrachtung sowohl die Auswirkungen auf die Ergebnissituation als auch die nach Eintritt des Stressfalls bestehende Risikosituation auf Basis konsistenter Stressprämissen über alle Risikoarten ein. Darüber hinaus werden inverse Stresstests und anlassbezogene Adhoc- Stresstests als Ergänzung der risikoartenübergreifenden Stresstests durchgeführt.

7 Unwesentliche Risiken werden über einen Pauschalbetrag bei der Ermittlung des Risikodeckungspotenzials in Abzug gebracht.

Das Risikotragfähigkeitskonzept unterscheidet zudem zwei verschiedene Regelkreise. Der erste Regelkreis umfasst die ökonomische Perspektive, in welcher die langfristige Sicherung der Substanz und somit die Erfüllung der Ansprüche der Fremdkapitalgeber im Mittelpunkt der Betrachtung steht. In der ökonomischen Perspektive wird die Risikotragfähigkeit als Barwert der zukünftigen Zahlungsströme aus dem Kredit- und Leasingportfolio der MB Bank AG und der ihr nachgeordneten Leasinggesellschaften abzüglich der Risiko- und Abwicklungskosten sowie weiteren Abzugspositionen (Substanzwertbetrachtung) ermittelt. Die ökonomische Perspektive des Risikotragfähigkeitskonzeptes bildet die Basis für die Risikokapitalallokation und das daraus resultierende Limitsystem. Von dem maximal zur Risikodeckung verfügbaren Substanzwert wird entsprechend der Risikoneigung des Vorstandes der MB Bank AG ein Teilbetrag i. H. v. 10 % als strategische Reserve reserviert. Dieser dient u. a. zur Abdeckung von Schwankungen bei den Bestandteilen des Risikodeckungspotenzials. Der Vorstand darf diese Schwankungsreserve für außergewöhnliche Ereignisse vorübergehend zur Deckung von Risiken nutzen. Das verbleibende Risikodeckungskapital kann zur Deckung der vorhandenen und erwarteten Risiken bereitgestellt werden. Dem Risikokapitallimit wird der Risikokapitalbedarf als Summe aller wesentlichen Einzelrisiken gegenübergestellt, wobei zur Berechnung des Risikokapitalbedarfs in der ökonomischen Perspektive ein Konfidenzniveau von 99,9 % verwendet wird. Die ökonomische Perspektive im Risikotragfähigkeitskonzept wird in beiden Steuerungskreisen, der MB Bank AG und der MB Bank Gruppe, ergänzt um die normative Perspektive als zweiten Regelkreis. Die normative Perspektive geht von der Betrachtungsperspektive der Unternehmensfortführung und der Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs aus. Die Quantifizierung richtet sich demnach nach dem aufsichtlichen Meldewesen.

Beide Perspektiven sind konsistent miteinander in der Gesamtbanksteuerung verknüpft. Zum einen erfolgt diese Verknüpfung im IST durch den SREP-Kapitalzuschlag, mit dem Risiken der ökonomischen Perspektive, die nicht oder nicht vollständig in der Säule 1 der Bankenaufsicht erfasst sind, abgedeckt werden sollen. Zudem werden ökonomische Risiken, die in der Risikoinventur als wesentlich identifiziert wurden, in der Szenariobetrachtung im Rahmen der Kapitalplanung schlagend, insofern sie Auswirkungen auf die Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive haben. Weiterhin besteht durch die Einflussnahme der Eigenkapitalgrößen bei der Ermittlung des Firmenwertes eine Verknüpfung zur Gewinn- und Verlustrechnung und damit auch zur normativen Perspektive.

Vorrangig werden nachstehend beschriebene Risikoarten einer dezidierten Steuerung und Limitierung unterzogen: Kreditrisiken, Marktpreisrisiken (inkl. Zinsänderungsrisiken), Liquiditätsrisiken und Operationelle Risiken.

Die Berücksichtigung wesentlicher Konzentrationsrisiken im Risikomanagementprozess erfolgt je nach Konzentrationsrisiko quantitativ und/oder qualitativ in der jeweils zugrunde liegenden Risikoart. In der Mercedes-Benz Bank Gruppe und somit auch in der Mercedes-Benz Bank AG werden vor allem Risikokonzentrationen im Bereich der Adressenausfallrisiken quantitativ erfasst und gesteuert. Zusammenfassend ist einzuschätzen, dass wesentliche Konzentrationen und damit verbundene Konzentrationsrisiken für die Mercedes-Benz Bank Gruppe insbesondere auch aus ihrem Geschäftsmodell als Captive resultieren. Diese Konzentrationen stellen einen bewusst gewählten Bestandteil der Geschäftsstrategie dar. Die mit ihnen verbundenen Chancen überwiegen die aus ihnen resultierenden Risiken.

Analog zu den Konzentrationsrisiken gelten auch Nachhaltigkeitsrisiken nicht als eigene Risikoart, sondern als Einflussfaktoren auf die anderen in den Risikomanagementprozessen betrachteten Risikoarten. Die wesentlichen Aspekte der Nachhaltigkeitsrisiken finden Berücksichtigung, z. B. in der Geschäfts- und Risikostrategie, in der ESG-Risikoinventur, beim Risikoappetit und im Stresstesting.

Die Ergebnisse der Risikoüberwachung werden dem Vorstand der MB Bank AG sowie weiteren leitenden Führungskräften in Form der Regelberichterstattung zur Verfügung gestellt, welche einen detaillierten Überblick über die einzelnen Risikoarten sowie über das Gesamtrisikoprofil des Einzelinstituts der MB Bank AG bzw. der MB Bank Gruppe um die MB Bank AG gibt. Die Ergebnisse der regelmäßig durchgeführten risikoartenübergreifenden Stresstests werden ebenfalls über die Regelberichterstattung kommuniziert. Akute Ereignisse sowie Ergebnisse aus Adhoc-Stresstests werden im Rahmen eines Adhoc-Berichtsprozesses an den Vorstand berichtet.

Kreditrisiken, Marktpreisrisiken (inkl. Zinsänderungsrisiken), Liquiditätsrisiken und operationelle Risiken unterliegen einer Quantifizierung mittels diverser VaR-Risikomodelle. Die Methoden der Quantifizierung für diese Risikoarten werden nachstehend beschrieben.

Kreditrisiko

Unter dem Kreditrisiko werden folgende aus dem Aktivgeschäft der MB Bank AG und der ihr nachgeordneten Leasinggesellschaften resultierende Einzelrisiken zusammengefasst:

Adressenausfallrisiko: Das Ausfallrisiko bezeichnet das Risiko, dass ein Kredit-, Leasingnehmer oder sonstiger Kontrahent (z. B. Restwertgarant, Serviceleasingnehmer, Kontrahent des Treasury) seinen tatsächlichen, eventuellen oder künftigen Zahlungsverpflichtungen nicht vereinbarungsgemäß nachkommt.

Konzentrationsrisiko: Als Konzentrationsrisiko wird das Risiko bezeichnet, welches aus einer unvollständigen Diversifikation des Portfolios resultieren kann. Im Portfolio der MB Bank AG und der ihr nachgeordneten Leasinggesellschaften sind dabei Einzelkonzentrationen und Branchenkonzentrationen relevant. Einzelkonzentrationsrisiken treten dann auf, wenn einzelne Kreditnehmer einen großen Anteil am Gesamtkreditportfolio der Bank besitzen. Das Branchenkonzentrationsrisiko ergibt sich durch eine Konzentration der Engagements im Portfolio auf einzelne Branchen.

Restwertrisiko: Das Restwertrisiko beschreibt jenes Risiko, welches aus der Unsicherheit der Restwertprognose zum Vertragsende resultiert. Das Restwertrisiko ist nur für jenes Teilportfolio relevant, für welches die Restwerte weder von der Mercedes-Benz Group AG noch von Dritten garantiert werden, die Gruppe somit selbst das Vermarktungsrisiko trägt.

Migrationsrisiko: Unter dem Migrationsrisiko versteht man die Gefahr, dass sich die Bonität des Kreditnehmers verschlechtert. Realisieren sich Migrationsrisiken, führt dies zu einem ökonomischen Wertverlust der betroffenen Position. Für mögliche Ratingwanderungen werden hier Migrationsannahmen analog zum bestehenden Stresstesting in der MB Bank AG verwendet.

Zur Risikomessung der Adressenausfallrisiken werden in allen Portfoliosegmenten Risikoklassifizierungsverfahren eingesetzt, auf deren Grundlage die Ausfallwahrscheinlichkeit und die Verlustquote bei Ausfall auf Kunden- bzw. Vertragsebene geschätzt werden. Diese Parameter bilden die Grundlage für die Berechnung des Adressenausfallrisikos über das Kreditportfoliomodell nach Basel II. Dabei erfolgt die Quantifizierung über das Basel II-Portfoliomodell auf Basis der einzelvertraglichen Parameter, d. h. jedem Vertrag ist gemäß seiner Risikoklassifizierung eine PD und gemäß seiner zugrunde liegenden Anlageklasse eine LGD zugeordnet. Zusammengefasst über die Kundensegmente Retail und Corporate ergeben sich für das aktive Portfolio (i. S. d. nicht ausgefallenen Portfolios) folgende durchschnittlichen Werte für die Ausfallwahrscheinlichkeit und die Verlustquote auf Sicht von zwölf Monaten:

Kundensegment Ø - PD 8 Ø - LGD
Gesamt 2,41 % 20,87 %
Retail 2,73 % 20,87 %
Corporate 1,65 % 20,88 %

Als Risikomaß für Adressenausfallrisiken dient der Unerwartete Verlust (Unexpected Loss, UL), welcher sich aus dem Credit VaR des Kreditportfolios bei einem Konfidenzniveau von 99,9 % und einem Prognosezeitraum von zwölf Monaten abzüglich des Erwarteten Verlusts (EL) ergibt. Der so resultierende UL ist jener Betrag, der mit Risikokapital zu unterlegen ist, wohingegen der EL über die Risikokostenkalkulation bzw. Wertberichtigungsbildung grundsätzlich abgedeckt ist. Wird der EL nicht vollständig über die Wertberichtigung abgedeckt, so wird die sich aus der Differenz ergebende EL Lücke ebenfalls mit Risikokapital unterlegt. 9

Das Kreditportfoliomodell nach Basel II geht von folgenden zwei wesentlichen Prämissen aus:

Das Kreditportfolio ist weitgehend granular, d. h., dass einzelne Kreditnehmer nur einen geringen Anteil am Gesamtportfolio ausmachen.

Die Abhängigkeiten zwischen den Kreditausfällen im Portfolio lassen sich durch einen einzigen, gemeinsamen makroökonomischen Risikofaktor beschreiben.

8 Bezogen auf das nicht ausgefallene Portfolio der MB Bank AG und der ihr nachgeordneten Leasinggesellschaften.
9 Die EL Lücke berücksichtigt die erwarteten Portfolioverluste aller relevanten Einzelrisiken des Kreditrisikos, d. h. ebenfalls die in den folgenden Absätzen beschriebenen Restwertrisiken und Migrationsrisiken.

Das Portfolio der MB Bank AG und der ihr nachgeordneten Leasinggesellschaften ist jedoch dadurch gekennzeichnet, dass sowohl Konzentrationen auf einzelne Kreditnehmer als auch auf einzelne Branchen bestehen. Die zehn volumenstärksten Branchen werden nachstehend aufgeführt:

Branche Volumen 31.12.2023
€ Mio % 10
Vorbereitende Baustellenarbeiten, Bauinstallation und sonstiges Ausbaugewerbe 1.960,23 11,19
Landverkehr und Transport in Rohrfernleitungen 1.568,11 8,95
Vermietung von beweglichen Sachen 1.331,15 7,60
Großhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) 1.319,71 7,53
Handel mit Kraftfahrzeugen; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen 1.137,20 6,49
Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) 1.040,68 5,94
Lagerei sowie Erbringung von sonstigen Dienstleistungen für den Verkehr 880,26 5,02
Erbringung von sonstigen überwiegend persönlichen Dienstleistungen 465,22 2,65
Gebäudebetreuung; Garten- und Landschaftsbau 445,71 2,54
Grundstücks- und Wohnungswesen 433,83 2,48

Um trotz der oben dargelegten restriktiven Modellprämissen eine angemessene Quantifizierung des (unerwarteten) Kreditverlusts zu erhalten, werden Einzel- und Branchenkonzentrationsrisiken als Aufschläge auf den unerwarteten Verlust nach Basel II in die Risikomessung und Risikokapitallimitierung explizit einbezogen.

Einzelkonzentrationsrisiken werden mithilfe eines "Einfaktormodells" als Aufschlag auf die Werte der Basel II Formel bestimmt. Makroökonomische Entwicklungen werden analog dem durch Basel II zugrunde liegenden Modell über einen systematischen Faktor abgebildet. Der im Modell verwendetet idiosynkratische Faktor bildet die Unterschiede der Kreditnehmer ab. Das zur Bestimmung verwendete Portfolio der MB Bank AG und der ihr nachgeordneten Leasinggesellschaften umfasst die aktiven Vertragsbestände, das zugesagte Portfolio sowie Garantien. Auf dieser Grundlage wird mithilfe einer Monte Carlo Simulation auf Kreditnehmerebene eine Verlustverteilung bestimmt, welche die unterschiedlichen Exposurehöhen im Portfolio adäquat berücksichtigt. Der aus der simulierten Verlustverteilung abgeleitete Credit VaR wird mit einem nach Basel II bestimmten Credit VaR verglichen. Die Differenz zwischen beiden Werten stellt das Einzelkonzentrationsrisiko dar, das als Aufschlag auf die Risikokapitalmessung nach Basel II zusätzlich berücksichtigt wird.

10 Bezogen auf das einem Branchencode zugeordnete Portfolio der MB Bank AG und der ihr nachgeordneten Leasinggesellschaften i. H. v. € 20.111 Mio.

Die Grundlage für die Ermittlung des Risikos aus Branchenkonzentrationen ist ein "Mehrfaktormodell". In diesem Kreditportfoliomodell wird der einzelne makroökonomische Risikofaktor aus Basel II durch mehrere branchenspezifische Risikofaktoren ersetzt. Durch dieses Modell wird sowohl die Korrelation zwischen Kundenausfallrisiko und Branchenausfallrisiko als auch die Korrelation zwischen den Branchen berücksichtigt. Die Basis der Portfoliosegmentierung und der Korrelationsmessung ist die Branchengliederung gemäß des Global Industry Classification Standard (GICS). Die Verlustmessung basiert auf einer Monte Carlo Simulation, in der die branchenspezifischen Risikofaktoren unter Berücksichtigung der zuvor gemessenen Korrelationsstruktur zufällig erzeugt werden. Dem simulierten Credit VaR des Portfolios der MB Bank AG und der ihr nachgeordneten Leasinggesellschaften wird der Credit VaR eines perfekt diversifizierten Portfolios ohne Branchenkonzentrationen gegenübergestellt. Die Differenz zwischen beiden Werten stellt das Branchenkonzentrationsrisiko dar, das als Aufschlag auf die Risikokapitalmessung nach Basel II zusätzlich berücksichtigt wird.

Bei der Ermittlung des ökonomischen Kapitalbedarfs für Migrationsrisiken wird der unerwartete Verlust ohne die Berücksichtigung möglicher Ratingwanderungen mit dem unerwarteten Verlust nach der Simulation der Ratingwanderungen verglichen. Die Differenz der oben beschriebenen unerwarteten Verluste wird als der ökonomische Kapitalbedarf für Migrationsrisiken definiert. Im Rahmen der Ermittlung der Risikotragfähigkeit als Substanzwert wird der Expected Loss aus Migrationsrisiken über die in Abzug gebrachten Risikokosten berücksichtigt. 11

Das Kreditrisiko und seine Unterkategorien Adressenausfall-, Konzentrations-, Restwert- und Migrationsrisiko unterliegen einer differenzierten Steuerung durch die

Das Kreditrisiko und seine Unterkategorien Adressenausfall-, Konzentrations-, Restwert- und Migrationsrisiko unterliegen einer differenzierten Steuerung durch die Kreditrisikostrategie. Kern dieser Strategie ist ein Limitsystem, das die eingegangenen Risiken auf die Risikotragfähigkeit des Unternehmens beschränkt. Dabei hat der Vorstand der MB Bank AG das Credit Risk Committee (CRC), bestehend aus dem für das Risiko zuständigen Vorstandsmitglied, dem CFO sowie weiteren leitenden Führungskräften aus den Bereichen Markt, Marktfolge, Risk Management und Operations etabliert. Das CRC legt die Bewertungsparameter für die Bewertung von Kreditanforderungen, Kreditsicherheiten und Kreditrisiken in der MB Bank AG und den ihr nachgeordneten Leasinggesellschaften fest und stellt diese dem Vorstand vor.

Durch eine turnusmäßige Überwachung der Risikoposition, der Limitauslastung und der risikoadjustierten Rendite (RORAC) auf Portfolio- und zum Teil auf Einzelgeschäftsebene wird sichergestellt, dass die Ertrags- und Volumenziele der MB Bank AG und der ihr nachgeordneten Leasinggesellschaften nachhaltig gesichert sind.

Die turnusmäßige Limitüberwachung der Kreditrisikoposition wird durch Stresstests der Kreditrisikoposition ergänzt. Die Stresstests werden über die Verwendung gestresster Risikoparameter durchgeführt. Neben proportionalen Veränderungen relevanter Risikoparameter wie Loss Given Default (LGD) und Exposure at Default (EAD) berücksichtigen die Stresstests für das Kreditrisiko explizit eine zufällige Migration der betrachteten Risikopositionen zwischen Risikoklassen auf Basis vorgegebener Migrationswahrscheinlichkeiten. Zudem ist die Realisierung von Konzentrationsrisiken zentraler Bestandteil der Stressprämissen für das Kreditrisiko. Mögliche Auswirkungen wirtschaftlicher Krisensituationen auf die Risikoparameter und damit auf den Risikokapitalbedarf können so antizipiert und im Rahmen der Kapitalplanung gezielt berücksichtigt werden. Die Stresstests für das Kreditrisiko sind in die risikoartenübergreifenden Stresstests eingebunden.

11 Erwartete Verluste aus offenen Restwerten und Migrationsrisiken fließen, wie oben beschrieben, ebenfalls in die Bestimmung der EL Lücke Kreditrisiken ein.

Marktpreisrisiko und Liquiditätsrisiko

Die sich aus dem MBL-Portfolio ergebenden Marktpreis- und Liquiditätsrisiken sind in die Gruppensteuerung eingebunden. Dies ermöglicht eine sachgerechte Steuerung der durch die MB Bank AG und ihrer nachgeordneten Leasinggesellschaften eingegangenen Risiken.

Das Marktpreisrisiko entsteht aus der Volatilität von Marktpreisen. Die MBL ist hierbei insbesondere von Zinsänderungen betroffen.

Das Liquiditätsrisiko beschreibt zum einen die Gefahr, dass die Bank ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann; zum anderen umfasst das Liquiditätsrisiko die potenzielle bonitätsbedingte Verteuerung der Refinanzierungsspreads sowie die hieraus resultierende Auswirkung auf das Zinsergebnis.

Marktpreisrisiken und Liquiditätsrisiken entstehen nahezu ausschließlich in den Portfolien der MB Bank AG und der ihr nachgeordneten Leasinggesellschaften.

Die Marktpreis- und Liquiditätsrisikopositionen werden auf Ebene der MB Bank Gruppe bzw. der MB Bank AG durch den Einsatz von Finanzinstrumenten gezielt gesteuert.

Die Entwicklung der Zinsrisiken war von anhaltender Volatilität des Zinsumfelds geprägt. Zudem wirkte der Abbau der Einlagen im Rahmen der für Mitte 2024 geplanten Einstellung des Einlagengeschäfts auf die Zins- und Liquiditätspositionierung der Mercedes-Benz Bank AG. Die Analyse und Steuerung des Zins- und Liquiditätsrisikos wurde durch das zentrale Treasury Komitee der Bank wahrgenommen und gewährleistet.

Die Quantifizierung des Zinsänderungsrisikos erfolgt auf Basis verschiedener Ansätze: zum einen werden auf Basis der Zinsbindungsbilanz die Überhänge in Zwölf-Monatsbändern ermittelt und gemäß der gewünschten Positionierung limitiert. Zum anderen werden neben den aufsichtsrechtlichen Zinsszenarien die Risikomaße "Interest Value at Risk" (IVaR) und "Earnings at Risk" (EaR) zur Bestimmung des barwertigen bzw. des periodischen Zinsänderungsrisikos eingesetzt.

Grundsätzlich wird darauf geachtet, dass die Zins- und Liquiditätsüberhänge der MBL möglichst klein gehalten werden, wodurch die Kennzahlen EaR und LVaR in dieser Gesellschaft sehr gering ausfallen. Die MB Bank AG stellt einen Großteil der Refinanzierung für die MBL bereit. Daher werden die aus der Fristeninkongruenz resultierenden Risikobeiträge für EaR und LVaR vorrangig in der MB Bank AG gezeigt.

Das Zinsänderungsrisiko auf Basis der Zinsbindungsbilanz wird monatlich anhand maximal tolerierter Zinsüberhänge überwacht. Da Tagesgelder in der Praxis nicht täglichen Zinsänderungen unterliegen, kommt bei der Bestimmung der Zinsbindung eine Reagibilitätsmethode zum Einsatz. Die aktuell eingesetzte Methode spiegelt den strategischen Einlagenabbau wider, berücksichtigt ein am Zielvolumen orientiertes Zinsanpassungsverhalten und bildet ein hierzu passendes Mischungsverhältnis ab. Per 31. Dezember 2023 können folgende Zinsüberhänge (in % der Bilanzsumme) auf Gruppensicht festgestellt werden:

Zinsüberhänge %
Jahr 1 1,32
Jahr 2 0,57
Jahr 3 -1,29

Die Zielwerte für die Zinsüberhänge der MB Bank Gruppe werden gemäß Markteinschätzung und Beschlussfassung des Treasury Komitees festgelegt und liegen für das Jahr 2023 bei 0 % für alle drei Laufzeitbänder. Dabei dürfen die monatlich berichteten IST-Werte maximal +/-2,5 Prozentpunkte von den genannten Zielwerten abweichen. Per 31. Dezember 2023 wird diese Vorgabe eingehalten.

Die Risikosensitivität in Bezug auf das Zinsänderungsrisiko des aktuellen Anlagebuchportfolios der MB Bank Gruppe wird aus der nachstehenden Tabelle ersichtlich. Weitere Angaben zu Sicherungsgeschäften für Zinsrisiken erfolgen im Anhang der MB Bank AG.

Sensitivität des Firmenwerts (MB Bank Gruppe)

Veränderung +1 BP Veränderung +200 BP Veränderung -200 BP Zins-VaR Historische Simulation
€ Mio € Mio € Mio € Mio
Gesamt -1,47 -282,7 308,3 -447,5

Der Basis Point Value (BPV) ist eine Kennzahl für die Zinssensitivität von Finanzinstrumenten. Die Zinssensitivität gibt an, wie stark der Barwert eines Finanzinstruments auf Änderungen der Marktzinsen reagiert. Ein Basis Point Value (BPV) von -1,47 drückt aus, dass ein Anstieg der Zinsen über alle Laufzeiten um einen Basispunkt den Firmenbarwert der Gruppe um € 1,47 Mio reduziert. Die Ergebnisse der beiden aufsichtsrechtlichen Szenarien (Parallelverschiebung der Zinskurve um +200 BP bzw. -200 BP) sind auch auf Gruppenebene weit von der aufsichtsrechtlich definierten Frühwarnschwelle (15 % des Kernkapitals; max. 20 % der Eigenmittel) entfernt.

Für den Beitrag zum Gesamtrisiko für das Risikotragfähigkeitskonzept wird im Falle des Interest VaR (31. Dezember 2023: € 447,5 Mio) als auch Credit Spread VaR (CS VaR) (31. Dezember 2023: € 9,5 Mio) in der Ökonomischen Perspektive auf eine historische Simulation mit Start der Historie am 1. Januar 2010 zurückgegriffen. Dieser Wert geht auch zusammen mit dem LVaR (s.u.) in die Gesamtrisikodarstellung mit ein. Der IVaR stellt dabei die Differenz der Firmenbarwerte aus der aktuellen Zinskurve und aus der gestressten Zinskurve dar. Die gestresste Zinskurve in der ökonomischen Perspektive wird mittels historisch beobachteter Zinsänderungen zu einem Konfidenzniveau i. H. v. 99,9 % und bei einer Haltedauer von 250 Tagen ermittelt. Im Rahmen des jährlichen Validierungsverfahrens wurden Modellparameter für den IVaR und CSVAR überprüft und angepasst. Zur Prüfung der Modellgüte wird der ermittelte IVaR einem monatlichen Backtesting unterzogen.

Der EaR beschreibt das Zinsänderungsrisiko in der risikoartenspezifischen, periodischen Steuerung. Dabei werden die Zinsüberhänge der Zinsbindungsbilanz mit der 1M-Forwardkurve geschlossen, um einen Erwartungswert hinsichtlich des Strukturbeitrages zu ermitteln. Die marktüblichen Schwankungen werden mittels historisch beobachteter Werte mit dem aktuellen Zinsniveau verrechnet. Wie beim IVaR erfolgt auch beim EaR ein monatliches Backtesting, um die Modellgüte zu messen und um extreme Marktbewegungen verfolgen zu können.

Das Liquiditätsrisiko resultiert zum einen aus dem Zahlungsunfähigkeitsrisiko (dispositives Liquiditätsrisiko) und zum anderen aus dem Liquiditätstransformationsrisiko (strukturelles Liquiditätsrisiko). Dem Zahlungsunfähigkeitsrisiko wird durch Überwachung der Liquidity Coverage Ratio (gemäß LCR-DurchführungsVO basierend auf Art. 460 CRR) sowie durch kontinuierliche Liquiditätsplanungen auf Basis der kurz- und mittelfristigen Entwicklung von Aktiv- und Passivpositionen begegnet. Die kurz- und mittelfristige Liquiditätsplanung erfolgt zudem auch unter Berücksichtigung von Stressszenarien hinsichtlich unvorhergesehener Mittelabflüsse. Die Liquiditätsplanung ist wesentlicher Bestandteil der regelmäßigen Bilanzplanung und Vorschaurechnung.

Darüber hinaus wird die Kennzahl "Survival Horizon" ermittelt. Diese gibt den Zeitraum an, über den der Geschäftsbetrieb ohne Aufnahme neuer Refinanzierungsmittel aufrechterhalten werden kann. Per 31. Dezember 2023 beträgt der Survival Horizon unter der Annahme eines vergleichsweise konservativen Ablaufs der Tagesgeldeinlagen im Normalszenario mehr als einen Monat. Das Risiko der Zahlungsunfähigkeit wird außerdem durch die Festlegung eines angemessenen Liquiditätspuffers begrenzt. Dieser wurde so konzipiert, dass die Bank unter Berücksichtigung der stochastischen Mittelabflüsse (abfließende Tagesgelder, Inanspruchnahme zugesagte Kredite, in Anspruch genommene Kredit-/Liquiditätslinien sowie Kontokorrentkredite) ausgehend von einem 99%-Quantil mindestens 30 Tage liquide bleibt. Grundsätzlich darf der Survival Horizon diese 30-Tage-Grenze nicht unterschreiten. Kurzfristige Unterschreitungen sind jedoch vor dem Hintergrund bereits getroffener Maßnahmen möglich. Liegen derartige Maßnahmen jedoch nicht vor, so wird im Rahmen der Liquiditätsnotfallplanung die Frühwarnphase aktiv.

Das Liquiditätstransformationsrisiko wird basierend auf Liquiditätsablaufbilanzen monatlich anhand maximal tolerierter Liquiditätsinkongruenzen überwacht. Dabei werden Tagesgelder nicht als täglich fällig abgebildet, sondern mittels eines Ablaufs, der aus einer Kombination des geplanten strategischen Abbaus der Tagesgelder und historischen Beobachtungen ermittelt wurde und einer regelmäßigen Validierung unterliegt. Per 31. Dezember 2023 können folgende Liquiditätsüberhänge (in % der Bilanzsumme) auf Gruppensicht festgestellt werden:

Liquiditätsüberhänge %
Jahr 1 -1,16
Jahr 2 0,13
Jahr 3 -0,96

Für die Liquiditätsablaufbilanz wird das Ziel einer geschlossenen Überhangssituation definiert, wobei Passivüberhänge generell und Aktivüberhänge bis zu 2,5 % als unschädlich betrachtet werden. Per 31. Dezember 2023 wird diese Vorgabe eingehalten.

Zum 31. Dezember 2023 stellen die Konzernrefinanzierung für die MB Bank Gruppe, sowie zusätzlich für das Einzelinstitut die Kundentagesgelder die wesentlichen Fundingquellen dar. Weitere Angaben zu Refinanzierungsquellen 12 und -struktur des Einzelinstituts MB Bank AG sowie der MB Bank Gruppe können den beiden nachstehenden Abbildungen entnommen werden:

Trotz des volatilen Zinsumfeldes und des strategischen Einlagenabbaus war die Liquiditätsausstattung der MB Bank AG im Jahr 2023 zu jedem Zeitpunkt gesichert.

12 Verrechnungskonten sind in der Darstellung nicht enthalten.

Auf Basis des geplanten Aktivvolumens und unter Verwendung des Ablaufs der Refinanzierung aus der Liquiditätsablaufbilanz wird die Kennzahl "Liquidity Value at Risk" (LVaR) berechnet. Diese gibt das Risiko der Verteuerung der Refinanzierung aufgrund von Schwankungen der Refinanzierungsspreads an. Der LVaR ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Erwartungswert der Refinanzierungskosten - ermittelt auf dem aktuellen Spreadniveau - und einem gestressten Wert. Für die Ermittlung des gestressten Werts wird auf eine historische Simulation mit 2.500 Tagen Historie zurückgegriffen. Dabei wird für die risikoartenspezifische, periodische Steuerung aus Konsistenzgründen zum EaR ein Konfidenzniveau von 99 %, eine Haltedauer von 20 Tagen und ein Ausblick für die kommenden zwei Planjahre (Planperioden 2024 und 2025) festgelegt. Für die Risikoquantifizierung des Risikotragfähigkeitskonzepts in der ökonomischen Perspektive werden entsprechend der Risikoneigung ein Konfidenzniveau von 99,9 % und ein Prognosehorizont von zwölf Monaten gewählt. Die Haltedauer wird in beiden Ansätzen, wie beim IVaR und CS VaR, auf 250 Tage festgelegt.

Der in das Risikotragfähigkeitskonzept eingehende LVaR beträgt in der Ökonomische Perspektive per Jahresultimo € 44,3 Mio. Per 31. Dezember 2023 wird im Rahmen der periodischen Steuerung für die MB Bank Gruppe folgende Risikosituation ermittelt (Planjahre 2024 und 2025):

Periodische Steuerung 31.12.2023 Limit Limitauslastung
€ Mio € Mio %
EaR 4,4 14,0 31
LVaR 42,3 92 46

Die in der Tabelle ausgewiesene Limitauslastung für die Risiken der MB Bank Gruppe in der periodischen Steuerung liegt bei 31 % für den EaR und 46 % für den LVaR. Die Modellparameter für EaR und LVaR unterliegen einem jährlichen Validierungsverfahren.

Im Rahmen des Liquiditätsrisikos wird das Marktliquiditätsrisiko als gering eingestuft. Das Marktliquiditätsrisiko betrifft ausschließlich den Wertpapierbestand. Dieser Bestand wird in der MB Bank AG jedoch nur als Liquiditätspuffer gehalten. Durch die vollumfängliche EZB-Fähigkeit der Papiere muss zur Liquiditätsbeschaffung nicht zwingend ein Verkauf der Papiere erfolgen. Die Liquidität kann jederzeit mit den bekannten Haircuts durch eine Teilnahme am Tender-Verfahren der EZB generiert werden. Zudem wurde das geldpolitische Instrumentarium der Europäischen Zentralbank/Bundesbank in Form von Offenmarktgeschäften/Tendern durch die MB Bank AG genutzt.

Um Extrembelastungen und deren Auswirkungen auf die Gesamtrisikoposition simulieren zu können, kommen für Marktpreisrisiken (inkl. Zinsänderungsrisiken des Bankbuchs) und Liquiditätsrisiken definierte Stressszenarien zum Einsatz. Die zugrunde liegenden Stressszenarien beinhalten dabei die risikoartenübergreifenden marktweiten und institutseigenen Stressfaktoren.

Operationelle Risiken

In Anlehnung an Artikel 4 Ziffer 52 CRR definiert die MB Bank AG operationelle Risiken als die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren und Systemen, von Menschen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Die MB Bank AG setzt für die Berechnung des aufsichtsrechtlichen Eigenkapitals für operationelle Risiken den Standardansatz gemäß Artikel 317 CRR um. Demgemäß errechnet sich der aufsichtsrechtliche Eigenkapitalbedarf für operationelle Risiken auf Basis der durchschnittlichen Bruttoerträge der vorangegangenen drei Geschäftsjahre. Die Bruttoerträge werden dabei entsprechend ihrer Zugehörigkeit zu den regulatorischen Geschäftsfeldern mit vorgegebenen Beta-Faktoren gewichtet und aggregiert. Analoges gilt für die aufsichtsrechtliche Eigenkapitalunterlegung operationeller Risiken auf der Ebene der Institutsgruppe.

Für Zwecke der internen Steuerung wird gruppenweit hingegen ein internes VaR-Quantifizierungsmodell eingesetzt. Als Basismethoden für die Risikoidentifizierung, -bewertung und -steuerung stehen das OpRisk Loss Tracking als systematische Sammlung von Schadensereignissen einerseits und das OpRisk Assessment als strukturierte Bewertung von Risiken auf Basis von Expertenschätzungen andererseits zur Verfügung. Auf der Grundlage der aus der Verlustsammlung und aus dem OpRisk Assessment gewonnenen Daten erfolgt die Ermittlung der Verlustverteilung für operationelle Risiken durch die Anwendung statistischer Methoden. Das eingesetzte VaR-Quantifizierungsmodell berücksichtigt daher neben dem Verlustverteilungsansatz eine quantitative Bewertung der Risiken aus dem Assessment. Dabei werden für jede einzelne Risikokategorie Verlustverteilungen mittels der Monte-Carlo-Technik simuliert, die zu einer Gesamtverlustverteilung aggregiert werden, was eine VaR-Steuerung sowie den Einbezug operationeller Risiken in das risikoartenübergreifende Stresstesting ermöglicht. Der einjährige erwartete Verlust aus dem Quantifizierungsmodell wird um erwartete Schäden aus der Totalperiode ergänzt und direkt bei der Ermittlung des Risikodeckungspotenzials in Abzug gebracht.

Um die frühzeitige Risikoidentifikation sicherzustellen, ist im zentralen OpRisk Management ein Frühwarnindikatoren-System angesiedelt. Dabei werden für die OpRisk-Kategorien Information & Technik, Bearbeitungsfehler, sonstige strafbare Handlungen, Recht und Verträge, Personalpolitik, Prozessgestaltung, kriminelle Handlungen und Dienstleistungen & Auslagerungen mindestens ein Indikator definiert, der jeweils über eine Ampel-Logik überprüft und gesteuert wird.

Geschäftsrisiko

Das Geschäftsrisiko bezeichnet die Gefahr finanzieller Verluste, von Ergebnisrückgängen sowie negativen Planabweichungen. Dafür relevant sind die externen Rahmenbedingungen aus wirtschaftlicher, sozialer, regulatorischer, politischer und technologischer Sicht. Die Risikodefinition für Geschäftsrisiken wurde im Jahr 2022 im Hinblick auf die Ergebniswirkung von Geschäftsrisiken angepasst.

In der ökonomischen Perspektive werden Effekte durch Geschäftsrisiken über die Reduktion des Risikodeckungspotenzials durch aufgelaufene oder erwartete Verluste in der ökonomischen Perspektive berücksichtigt. Zudem wird, um den Kostenrisiken Rechnung zu tragen, ein Aufschlag für Kostenrisiken bei der Ermittlung der Abwicklungskosten berücksichtigt.

Darüber hinaus werden Teilaspekte des Geschäftsrisikos, wie etwa Marktänderungs- und Wettbewerbsrisiken, Investitionsrisiken aus Projekten sowie Image- und Reputationsrisiken, in Szenariobetrachtungen (Stresstests) und dem adversen Szenario auf Basis qualifizierter Expertenschätzungen adressiert.

Etablierte Risiko-Committees

Für die aufgrund der Geschäftstätigkeit der MB Bank AG und der ihr nachgeordneten Leasinggesellschaften maßgeblichen Risikoarten wurden bereichsübergreifende Risikokomitees etabliert, die den Gesamtvorstand der MB Bank AG bei der Wahrnehmung der Risikomanagementaufgaben, insbesondere bei der Definition von Methoden und Verfahrung zur Identifikation, Messung und Bewertung von Risiken sowie bei der Definition und Implementierung geeigneter Steuerungsmaßnahmen, unterstützen. In der MB Bank AG bestehen neben dem Credit Risk Committee (CRC) das Treasury-Committee sowie das OpRisk Committee.

Zusammenfassende Darstellung der Risikolage

Auf Basis der skizzierten Risikosteuerungsmethoden und -parameter stellt sich die ökonomische Risikosituation zum 31. Dezember 2023 für die MB Bank Gruppe wie folgt dar:

Gesamtrisiko per 31.12.2023 bezogen auf die MB Bank AG und MB Bank Gruppe 13

Risikoart Risikokapital bedarf Risikokapital Auslastungsgrad
€ Mio € Mio %
Kreditrisiken 748,1 870 86,0
Marktpreisrisiken 457,1 600 76,2
Liquiditätsrisiken 44,3 60 73,9
Operationelle Risiken 87,2 95 91,8
Gesamtrisiken MB Bank Gruppe 1.336,7 1.625,0 82,3
Freies Risikokapital - 288,1 -
verfügbares Risikodeckungspotenzial 1.336,7 1.913,1 69,9
Strategische Reserve 212,6
Anrechenbares Risikodeckungspotenzial (Substanzwert) 2.125,7

Die aufsichtsrechtliche Kapitalausstattung zum 31. Dezember 2023 zeigt die folgende Darstellung:

MB Bank AG MB Bank Institutsgruppe
€ Mio € Mio
Summe Eigenmittel 2.488 2.479
Anforderung für Kreditrisiko 621 1.317
Anforderung für operationelle Risiken 34 95
Anforderung für Fremdwährungsrisiko 0 0
Anforderung für CVA 3 3
Summe Eigenmittelanforderungen 658 1.415
Gesamtkapitalquote 30,25 % 14,02 %
Kernkapitalquote (T1) 25,06 % 11,60 %
Harte Kernkapitalquote (CET 1) 25,06 % 11,60 %

13 Konfidenzniveau 99,9 %.

Einlagensicherung

Aufgrund der Mitgliedschaft der MB Bank AG in der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken und im Einlagensicherungsfonds sowie aufgrund der "europäischen Bankenabgabe" können im Fall von Entschädigungs- und Unterstützungsmaßnahmen, die zu einer Unterdotierung dieser Einrichtungen führen, auch von der MB Bank AG Sonderzahlungen eingefordert werden. Ob und in welcher Höhe es zu derartigen Zahlungen kommen wird, ist auch aufgrund des Berechnungsschemas, das insbesondere auf eine relative Entwicklung von institutsspezifischen Parametern im Vergleich zur Branche abstellt, derzeit nicht absehbar. Derartige Zahlungen können jedoch grundsätzlich zu einer Belastung unserer Vermögens-, Finanz-, Ertrags- und Liquiditätslage führen.

4.2 Chancenbericht

Die Identifikation und Bewertung von Chancen erfolgt als integraler Bestandteil der Gesamtbanksteuerung, da beim Ergreifen von Chancen auch Risiken entstehen können. Bei Chancen kann es sich um interne oder externe Potenziale handeln. Sowohl die Betrachtung von Chancen als auch die Betrachtung von Risiken wird innerhalb der strategischen Perspektiven der MBL durch die (strategische) Balanced Score Card operationalisiert. Über die strategische Perspektive "Profitabilität" wird sichergestellt, dass der unternehmerische Erfolg, auch aus der Nutzung von Marktchancen, in einem ausgewogenen Verhältnis zu den eingegangenen Risiken steht. Sofern es wahrscheinlich ist, dass Chancen eintreten, werden diese im Rahmen der Planungen und Erwartungen berücksichtigt.

Chancen durch strategische Weiterentwicklung

Mit der Entscheidung im Jahr 2020, das Leasinggeschäft aus der MB Bank Gruppe herauszulösen und die MBLD im Dezember 2020 zu gründen, wurde der Grundstein für die Trennung des Finanzierungs- und Leasinggeschäfts der MB Bank Gruppe gelegt. Seit Mitte 2022 ist die MBLD live und übernimmt schrittweise das Leasingneugeschäft. Dies hat zur Folge, dass das Leasing-Portfolio in der MB Bank Gruppe sukzessive auslaufen wird. Die Entscheidung, ab Januar 2023 das Neugeschäft für Truck & Bus einzustellen, beschleunigt zusätzlich das Auslaufen des Leasing-Portfolios.

Unverändert stellt die MBL die nachhaltige Sicherung der Margen im Leasinggeschäft sicher. Als Captive integriert sich die MBL mit ihren Produkten nahtlos in die Mercedes-Benz Customer Journey und ermöglicht so ein durchgehend digitales Kundenerlebnis und eine konsistente positive Markenwahrnehmung im Mercedes-Benz Ökosystem.

Operative und finanzwirtschaftliche Chancen

Im Jahr 2023 entwickelt sich das Neugeschäft besser als Mitte des Jahres noch erwartet.

Im Ausblick auf das Jahr 2024 zeigt sich in der Planung ein Rückgang des Portfolios. Dieser ist im Wesentlichen auf die geplante Reduktion des Neugeschäfts für Leasing zurückzuführen. Sollte sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld zukünftig positiv verändern, könnte sich der Absatz trotz der geplanten Reduktion über den Erwartungen entwickeln. Darüber hinaus könnte dies auch zu einer vorteilhaften Entwicklung der Risikokosten der MBL führen.

5 Prognosebericht

2024 erwartet die MBL aufgrund der fortschreitenden Aktivierung des Leasing-Neugeschäfts durch die Mercedes-Benz Leasing Deutschland GmbH (MBLD) einen deutlichen Rückgang der Penetrationsrate PKW/Transporter auf 8,4 %. Das Neugeschäft Leasing für Trucks und Busse wird ab 2024 komplett in der Daimler Truck Financial Services Deutschland GmbH (DTFSD) abgeschlossen. In Summe werden die Neugeschäftseinheiten und das Neugeschäftsvolumen der MBL dadurch jeweils um rund 70 % zurückgehen. Es wird ein deutlicher Rückgang des MBL-Portfolios um rund 30 % erwartet.

Ab 2025 wird kein Leasing-Neugeschäft mehr in der MBL abgeschlossen und es verbleibt ein auslaufender Altbestand. Das Portfolio wird sich 2025 dadurch nochmals deutlich reduzieren.

Die Risikokosten waren im Jahr 2023 trotz der anhaltenden Krisensituation auf einem moderaten Niveau. Aufgrund der Rezessionsannahmen sowie der Unsicherheit bezüglich der weiteren Inflationsentwicklung wird aktuell von einem Anstieg der Risikokosten in 2024 ausgegangen.

Unsere Planung geht für 2024 von einem im Vergleich zu 2023 leicht höheren Ergebnis der MBL (Ergebnis vor Erträgen aus Anteilen und Gewinnabführung - HGB) aus. Im Jahr 2023 hat die Mercedes-Benz Mobility AG (MBM) erstmalig eine Lizenzgebühr verrechnet, die die Nutzung der Namensrechte sowie der zentral entwickelten IT-Systeme und Prozesse durch die MBM abdeckt. Die Verrechnung dieser Lizenzgebühr wird ebenfalls im Jahr 2024 anfallen und das Ergebnis der MBL beeinflussen.

In den kommenden Jahren wird das Projektportfolio hauptsächlich aus Projekten zur Transformation der MB Bank Gruppe bestehen. Hierzu zählen Projekte zur Neugestaltung des Mercedes-Benz Vertriebsmodells (Vertrieb der Zukunft), zur Digitalisierung bzw. Erneuerung der Prozesse und Systeme, sowie zur Umsetzung regulatorischer Änderungen. Aufgrund der damit verbundenen zusätzlichen Belastungen durch erhöhte Aufwendungen erwarten wir, dass die auf Gruppenebene der MB Bank ermittelte Cost-Income-Ratio (CIR) voraussichtlich im Jahr 2024 bei 66,8 % liegen und im Jahr 2025 auf 96,3 % ansteigen wird.

Hinsichtlich Profitabilität erwarten wir für die MB Bank Gruppe im Jahr 2024 einen Rückgang des Bestands-RORAC von 9,5% auf 6,1%. Während der Transformationsphase passen sich die Gemeinkosten nicht in gleichem Maße wie das zinstragende Portfolio an. Zudem erfolgt die Reduzierung des Eigenkapitals mit zeitlicher Verzögerung. Wir erwarten jedoch im Verlauf des Jahres 2026 eine Trendwende bei der Ergebnisentwicklung hin zu wieder steigenden Größen beim Bestands-RORAC.

 

Stuttgart, den 22. März 2024

Mercedes-Benz Leasing GmbH

Geschäftsführung

Schell

Deegen

Bestätigungsvermerk der unabhängigen Abschlussprüfer

An die Mercedes-Benz Leasing GmbH, Stuttgart

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Mercedes-Benz Leasing GmbH, Stuttgart, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Mercedes-Benz Leasing GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung der Abschlussprüfer für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung der Abschlussprüfer für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart und Frankfurt am Main, den 22. März 2024

KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Ronny Kühn, Wirtschaftsprüfer

Jörg Schallenberger, Wirtschaftsprüfer

GAR Gesellschaft für Aufsichtsrecht und Revision mbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Wenzel, Wirtschaftsprüfer

Hommel, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

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