Fitvia GmbHLiquidiert

82031 Grünwald, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Wiesbaden HRB 28609
Vorher
Fittea GmbH
Eingetragen
29.9.2015
Branche
Herstellung von SportgerätenHerstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenGroßhandel mit Kaffee, Tee, Kakao und Gewürzen
Gegenstand
die Entwicklung, die Vermarktung und der (Online)-Vertrieb von Tee-Produkten aller Art, insbesondere im Bereich des Segments von Wellness-Tees sowie von Nahrungsergänzungsmitteln, Müslis und Riegeln unter der Marke "fitvia".

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Karin Samusch
seit 11.4.2023
Liquidator

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
25.001 €
100.00%

Beteiligungen

NameAnteil
Bellavia GmbHAufgelöst
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Fitvia GmbH

Wiesbaden

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Anlagenverzeichnis

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022

Allgemeine Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in der Fassung vom 1. Januar 2017

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Fitvia GmbH i.L., Wiesbaden

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Fitvia GmbH i.L., Wiesbaden, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Fitvia GmbH i.L, Wiesbaden, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Hinweis zur Hervorhebung eines Sachverhalts

Wir verweisen auf die Ausführungen der Liquidatorin in den Abschnitten "Grundlagen der Darstellung des Anhangs" und "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" des Anhangs sowie im Abschnitt "Grundlagen des Unternehmens" des Lageberichts, welche den Beschluss zur Liquidation der Gesellschaft und die darauf basierende Bilanzierung zu Liquidationswerten aufgrund der Abkehr vom Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit beschreiben. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind diesbezüglich nicht modifiziert.

Verantwortung der Liquidatorin für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die Liquidatorin ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist die Liquidatorin verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist die Liquidatorin dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur geordneten Liquidation der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der geordneten Liquidation, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage der Abkehr vom Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern der Fortführung der Unternehmenstätigkeit tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist die Liquidatorin verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist die Liquidatorin verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von der Liquidatorin angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von der Liquidatorin dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen darüber, ob die Aufstellung des Jahresabschlusses durch die Liquidatorin unter Abkehr von der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit angemessen ist, sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur geordneten Liquidation der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unsere Prüfungsurteile zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft die geordnete Liquidation ihrer Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von der Liquidatorin dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von der Liquidatorin zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 28. April 2023

Grant Thornton AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Stephan Mauermeier, Wirtschaftsprüfer

Martin Feix, Wirtschaftsprüfer

Inhalt

Jahresabschluss der Fitvia GmbH i.L

Bilanz zum 31. Dezember 2022

Gewinn- und Verlustrechnung vom 01. Januar 2021 bis 31. Dezember 2022

Anhang

Grundlagen der Darstellung

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Erläuterung zur Bilanz

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Sonstige Angaben

Bilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

Anhang 31.12.2022 31.12.2021
in T€ in T€
A. Anlagevermögen 17
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0 3
II. Sachanlagevermögen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 92
III. Finanzanlagen 18
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 1.175
0 1.270
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte 19
1. Fertige Erzeugnisse und Waren 260 4.098
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 20
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: 0 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) 37 117
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1 741
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: 0 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR)
davon gegen Gesellschafter: 0 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR)
3. Sonstige Vermögensgegenstände
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: 0 TEUR (Vorjahr: 102 TEUR) 544 865
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 21 204 992
1.046 6.813
C. Rechnungsabgrenzungsposten 0 166
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 22 8.435 0
Bilanzsumme 9.481 8.249

Passiva

Anhang 31.12.2022 31.12.2021
in T€ in T€
A. Eigenkapital 22
I. Gezeichnetes Kapital 25 25
II. Kapitalrücklage 24 24
III. Gewinnvortrag 2.908 7.868
IV. Jahresfehlbetrag (11.392) (4.961)
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 8.435 0
0 2.956
B. Rückstellungen 23
1. Steuerrückstellungen 339 0
2. Sonstige Rückstellungen 311 557
650 557
C. Verbindlichkeiten 24
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 27
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: 476 TEUR (Vorjahr: 318 TEUR) 476 318
3. Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: 231 TEUR (Vorjahr: 25 TEUR) 8.226 4.039
davon gegen Gesellschafter: 8.200 TEUR (Vorjahr: 4.039 TEUR)
4. Sonstige Verbindlichkeiten
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: 129 TEUR (Vorjahr: 351 TEUR) 129 351
davon aus Steuern: 85 TEUR (Vorjahr: 325 TEUR)
8.831 4.735
Bilanzsumme 9.481 8.248

Gewinn- und Verlustrechnung vom 01. Januar 2021 bis 31. Dezember 2022

Anhang 2022 2021
in T€ in T€
1. Umsatzerlöse 2.722 13.494
2. Sonstige betriebliche Erträge 194 1.172
davon aus Währungsumrechnung: 0 TEUR (Vorjahr: 2 TEUR)
3. Materialaufwand
Aufwendungen für Roh- Hilfs und Betriebsstoffe und bezogene Waren (1.220) (3.107)
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter (2.668) (4.255)
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung (431) (775)
5. Abschreibungen 25
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (87) (31)
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten (4.021) 0
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 26 (4.220) (11.877)
davon aus Währungsumrechnung: 13 TEUR (Vorjahr: 8 TEUR)
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 4 22
8. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens (1.175)
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (143) (80)
davon an verbundene Unternehmen: 143 TEUR (Vorjahr: 80 TEUR)
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 27 (348) 477
11. Ergebnis nach Steuern (11.392) (4.960)
12. Jahresfehlbetrag (11.392) (4.960)

Anhang

Grundlagen der Darstellung

1. Angaben zur Identifikation der Kapitalgesellschaft

Die Gesellschaft wurde mit Gesellschaftsvertrag vom 03. Juli 2015 gegründet und wird im Handelsregister B des Amtsgerichts Wiesbaden unter der Handelsregisternummer HRB 28609 geführt. Mit Eintragung ins Handelsregister am 19. Juni 2019 wurde der Sitz der Gesellschaft nach Wiesbaden verlegt. Mit Beschluss vom 26.10.2022 wurde entschieden, die Gesellschaft mit Ablauf des 31. Dezember 2022 zu liquidieren.

2. Beschreibung der Geschäftstätigkeit

Gegenstand des Unternehmens ist der Entwicklung, Vermarktung und der Vertrieb von Teeprodukten, Nahrungsergänzungsmitteln sowie passender Begleitprodukte und Accessoires.

3. Grundlagen der Rechnungslegung

Die Gesellschaft wird im Geschäftsjahr gemäß § 267 Abs. 2 HGB als mittelgroße Kapitalgesellschaft eingeordnet. Der Jahresabschluss der Gesellschaft wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie den einschlägigen Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

4. Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung

Die gesetzlichen Gliederungsschemata der §§ 266 und 275 HGB werden ohne Inanspruchnahme von Zusammenfassungen gem. § 265 Abs. 7 HGB angewandt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung kommt das Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) zur Anwendung. Die Erleichterungsvorschriften nach § 288 Abs. 2 HGB werden teilweise in Anspruch genommen. Der Ausweis erfolgt in Tausend Euro (TEUR).

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

5. Allgemeines

Aufgrund der Liquidation der Gesellschaft wird bei der Bilanzierung und Bewertung nicht von der Unternehmensfortführung ausgegangen.

Die Bewertung der Vermögens- und Schuldposten trägt allen erkennbaren Risiken nach den Grundsätzen vorsichtiger kaufmännischer Beurteilung Rechnung und wurde nach handelsrechtlichen Grundsätzen unter Beachtung der Besonderheiten, die aus der Auflösung der Gesellschaft resultieren, bewertet.

6. Immaterielle Vermögensgegenstände

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen angesetzt. Im Jahr des Zu- und Abgangs erfolgt die Abschreibung pro rata temporis nach vollen Monaten.

Aus Liquidationsgesichtspunkten ermittelte Zeitwerte werden angesetzt, falls diese unterhalb der fortgeführten Anschaffungskosten liegen.

7. Sachanlagevermögen

Die Gegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Grundlage der planmäßigen Abschreibungsdauer war die voraussichtliche Nutzungsdauer des jeweiligen Vermögensgegenstandes.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs- und Herstellungskosten bis EUR 800 wurden im Erwerbsjahr voll abgeschrieben.

Aus Liquidationsgesichtspunkten ermittelte Zeitwerte werden angesetzt, falls diese unterhalb der fortgeführten Anschaffungskosten liegen.

Soweit den Anlagengegenständen am Bilanzstichtag ein niedrigerer Wert beizulegen ist, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Diese werden, soweit vorliegend, im Anhang angegeben.

8. Finanzanlagen

Die Bilanzierung der Anteile an verbundenen Unternehmen erfolgt zu Anschaffungskosten oder mit dem niedrigeren beizulegenden Wert. Bei Wegfall der Wertminderung erfolgt eine Zuschreibung auf den beizulegenden Wert, jedoch höchstens bis zu den Anschaffungskosten.

9. Vorräte

Die Bewertung der fertigen Erzeugnisse und Waren erfolgt zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert.

10. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennwert abzüglich erforderlicher Einzelwertberichtigungen angesetzt.

11. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

Guthaben bei Kreditinstituten sowie Kassenbestände werden mit dem Nennbetrag angesetzt. Fremdwährungsbestände werden zum Devisenkassamittelkurs am Stichtag bewertet.

12. Rechnungsabgrenzungsposten

Als aktive/passive Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben/Einnahmen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand/Ertrag für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

13. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

14. Rückstellungen

Die Rückstellungen sind für alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen in Höhe des Betrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist.

15. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.

16. Währungsumrechnung

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr werden am Abschlussstichtag zum Stichtagskurs umgerechnet.

Erläuterung zur Bilanz

Angaben zu den Aktiva

17. Anlagevermögen

Eine von den historischen Anschaffungskosten ausgehende Darstellung der Entwicklung der Posten des Anlagevermögens wird nachfolgend wiedergegeben:

Entwicklung der Anlagenvermögens (Bruttodarstellung)

Anschaffungs-/Herstellungskosten
31.12.21 Zugänge Abgänge 31.12.22
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Werte 4 0 (2) 2
4 0 (2) 2
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 236 0 (175) 61
236 0 (175) 61
III. Finanzanlagen
1 Anteile an verbundenen Unternehmen 1.175 0 0 1.175
1.175 0 0 1.175
1.415 0 (177) 1.238
Abschreibungen
31.12.21 Zugänge Abgänge 31.12.22
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Werte 1 3 (2) 2
1 3 (2) 2
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 144 84 (167) 61
144 84 (167) 61
III. Finanzanlagen
1 Anteile an verbundenen Unternehmen 0 1.175 0 1.175
0 1.175 0 1.175
145 1.262 (169) 1.238
Buchwerte
31.12.22 31.12.21
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Werte 0 3
0 3
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 92
0 92
III. Finanzanlagen
1 Anteile an verbundenen Unternehmen 0 1.175
0 1.175
0 1.270

18. Finanzanlagen

Name und Sitz der Gesellschaft Anteil am Kapital Eigenkapital 2022 Ergebnis 2022
in % in T€ in T€
Bellavia GmbH, Wiesbaden 100 -4.074 -3.406

Der Buchwert der Beteiligung an der Bellavia GmbH beträgt zum Stichtag 0 TEUR (31. Dezember 2021 1.175 TEUR). Da sich die Gesellschaft mit Ablauf des 31.12.2022 in Liquidation befindet, erfolgte eine Abschreibung in Höhe des vollen Beteiligungsbuchwertes.

19. Vorräte

Vorräte wurden zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert in Höhe von 260 TEUR bewertet. Die Zeitwerte wurden auf Basis der geschätzten Absätze im Geschäftsjahr 2023 ermittelt.

Durch die Einstellung der Geschäftstätigkeit und das Ablaufen der Mindesthaltbarkeitsdaten wird ein Teil der Vorräte nicht mehr abgesetzt werden können.

20. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Im Geschäftsjahr wurden Forderungen in Höhe von TEUR 867 (Vorjahr: 0 TEUR) gegenüber der Bellavia GmbH mangels Einbringlichkeit abgeschrieben.

Es bestehen keine Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr (31. Dezember 2021: TEUR 27)

21. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

Die flüssigen Mittel bestehen im Wesentlichen aus Guthaben bei Kreditinstituten. Zum 31. Dezember 2022 betragen die liquiden Mittel 204 TEUR (31. Dezember 2021: TEUR 992).

Angaben zu den Passiva

22. Eigenkapital

Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt 25 TEUR (31. Dezember 2021: TEUR 25) und verteilt sich wie folgt auf die Gesellschafterin:

Dermapharm Aktiengesellschaft, Grünwald, Anteil: TEUR 25 (100%)

Es besteht ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe von 8.435 TEUR (31. Dezember 2021: TEUR 0).

Die Gesellschaft ist bilanziell überschuldet.

Die Dermapharm AG verpflichtet sich mit der Patronatserklärung vom 25. März 2022 bzw. der Verlängerung vom 5. April 2023 bei Bedarf sämtliche Beträge als Eigenkapital oder Darlehen zur Verfügung zu stellen, die zur Erfüllung der fälligen Verbindlichkeiten der fitvia erforderlich sind und nicht aus dem Vermögen der Gesellschaft beglichen werden können. Die Patronatserklärung kann von der Dermapharm AG nicht vor dem 30.04.2024 widerrufen werden.

23. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen, 54 TEUR (31. Dezember 2021: TEUR 53) für Risiken aus nicht abgeschlossenen Betriebsprüfungen des Zeitraumes 2019 bis 2022, 86 TEUR für potentielle Umsatzsteuernachzahlungen für die Geschäftsjahre 2016 bis 2018 (31. Dezember 2021: 0 TEUR) 33 TEUR (31. Dezember 2021: TEUR 21) für Abschluss- und Prüfungskosten, 51 TEUR (31. Dezember 2021: 0 TEUR) für Abfindungen und Gehälter an ausgeschiedene Mitarbeiter und 47 TEUR für drohende Verluste (31. Dezember 2021:0 TEUR).

Die Rückstellung für drohende Verluste beinhaltet in Höhe von 35 TEUR Kosten für die Büromiete und in Höhe von 12 TEUR Kosten für eine vorzeitige Vertragsauflösung.

24. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern betragen zum Bilanzstichtag 8.200 TEUR (31. Dezember 2021: TEUR 4.019).

Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr betragen zum Bilanzstichtag 7.995 TEUR (31. Dezember 2021: TEUR 4.000). Diese bestehen gegenüber der Muttergesellschaft Dermapharm AG. Es bestehen keine Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über fünf Jahren.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

25. Abschreibungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen betragen im Geschäftsjahr 2022 87 TEUR (2021: 31 TEUR). Diese enthalten außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von 3 TEUR und auf Sachanlagevermögen in Höhe von 61 TEUR.

Im Geschäftsjahr erfolgten Abschreibungen in Höhe von 4.021 TEUR (2021: 0 TEUR) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens. Hierbei handelt es sich in Höhe von 3.029 TEUR um Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert der Vorräte, in Höhe von 867 TEUR um abgeschriebene Forderungen gegenüber der Tochtergesellschaft Bellavia GmbH und in Höhe von 123 TEUR um Abschreibungen auf Umsatzsteuerforderungen.

26. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Periodenfremde Aufwendungen sind in Höhe von 234TEUR (2021: TEUR 150) angefallen. Diese beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für Risiken aus Umsatzsteuersonderprüfungen für Vorjahre sowie diverse unwesentliche Einzelsachverhalte aus Vorjahren.

27. Steuern vom Einkommen und Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Aufwand von 348 TEUR (2021: Steuerertrag von477 TEUR) und beinhalten in Höhe von 339 TEUR die Zuführung zu Rückstellungen für ertragsteuerliche Risiken aus laufenden Betriebsprüfungen für Vorjahre.

Der Vorjahresbetrag enthielt eine erwartete Steuererstattung in Höhe von 347 TEUR aus dem Verlustrücktrag zur Körperschaftsteuer für den Veranlagungszeitraum 2020 nach § 52 Abs. 18b EStG und eine Erstattung zu viel gezahlter Gewerbesteuervorauszahlungen für den Veranlagungszeitraum 2020 in Höhe von 65 TEUR.

Sonstige Angaben

28. Sonstige finanzielle Verpflichtungen nach § 285 Nr. 3 und 3a HGB

Zum Bilanzstichtag bestehen keine sonstigen finanzielle Verpflichtungen. Im Vorjahr bestanden die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Mietverträgen (Büroräume) über 177 TEUR, Leasingverträgen (PKW) über 39 TEUR, Dienstleistungsvertrag Logistik über TEUR 12 und technische Anlagen der Verwaltung 1 TEUR.

29. Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2022 waren durchschnittlich 35 Arbeitnehmer (Vorjahr: 69) beschäftigt.

30. Abschlussprüferhonorar

Das von dem Abschlussprüfer für das Berichtsjahr berechnete Gesamthonorar im Sinne des § 285 Nr. 17 HGB ist in der entsprechenden Anhangangabe des Konzernabschlusses der Dermapharm Holding SE enthalten.

31. Mitglieder der Geschäftsführung

Name Position
Hilde Neumeyer (bis 17.08.2022) Chief Executive Officer
Karin Samusch (ab 24.08.2022) Chief Executive Officer

Mit Wirkung zum 01.01.2023 wurde Frau Samusch als Geschäftsführer abbestellt und zur alleinigen Liquidatorin der Gesellschaft bestellt.

32. Bezüge der Geschäftsführung

Hinsichtlich der im Geschäftsjahr gewährten Gesamtbezüge für die Geschäftsführer wurde von der Befreiungsvorschrift des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

33. Konzernzugehörigkeit

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Dermapharm Holding SE, Grünwald einbezogen, der eine befreiende Wirkung hat.

Die Themis Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Grünwald, stellt als Mutterunternehmen den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen auf.

Die Dermapharm Holding SE, Grünwald, stellt als Mutterunternehmen den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen nach IFRS, wie sie in der EU anwendbar sind, auf.

Der Konzernabschluss der Themis Beteiligungs-Aktiengesellschaft zum 31. Dezember 2022 und der Konzernabschluss der Dermapharm Holding SE zum 31. Dezember 2022 werden im Bundesanzeiger abrufbar sein.

34. Nachtragsbericht

Ereignisse nach der Berichtsperiode mit einer wesentlichen Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben sich nicht ereignet.

 

Wiesbaden, den 28. April 2023

Karin Samusch, Liquidatorin

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022

Fitvia GmbH i.L.

Wiesbaden, Germany

1 Grundlagen des Unternehmens

Die Fitvia GmbH i.L. (im folgenden "Fitvia") ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach deutschem Recht, die im Handelsregister des Amtsgerichts Wiesbaden unter HRB 28609 eingetragen ist. Die Gesellschaft entwickelt, vermarktet und vertreibt Teeprodukte, Nahrungsergänzungsmittel sowie passende Begleitprodukte und Accessoires. Das Unternehmen vertreibt seine Produkte weltweit. Die Hauptabsatzmärkte sind Deutschland, EU-Länder und die Schweiz. Der bedeutendste Absatzkanal ist dabei die Werbung über soziale Medien und hier insbesondere Instagram.

Das Unternehmen hat den alleinigen Sitz in Wiesbaden und steuert von dort die nationalen und internationalen Märkte. Logistik und Produktion sind an Dienstleister und Zulieferer ausgelagert.

Die Fitvia hält 100% der Anteile der Bellavia GmbH, die Schönheits- und Kosmetikprodukte entwickelt, vermarktet und vertreibt.

Die Dermapharm AG ist alleinige Gesellschafterin der Fitvia (100%, EUR 25.001,00).

Mit Handelsregistereintragung vom 24.08.2022 wurde Frau Hilde Neumeyer als Geschäftsführerin abbestellt. Gleichzeitig erfolgte die Bestellung von Frau Karin Samusch zur Geschäftsführerin.

Mit Gesellschafterbeschluss vom 26.10.2022 wurde entschieden, die Gesellschaft mit Wirkung zum Ablauf des 31. Dezember 2022 aufzulösen. Frau Samusch wurde als Geschäfsführerin mit Wirkung zum 31. Dezember 2022 abberufen und zur alleinigen Liquidatorin bestellt.

Zum 30.11.2022 wurde das operative Geschäft eingestellt und der Onlineshop abgeschaltet. den Mitarbeiter wurden Abfindungsangebote gemacht, sodass zum Stichtag nur noch 3 Mitarbeiter im Unternehmen verblieben sind, welche sich allerdings in Elternzeit befanden.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliches Umfeld und branchenspezifische Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet in seiner Veröffentlichung im Januar 2023 für das Jahr 2022 mit einem weltweiten Anstieg der Wirtschaft um 3,4 % und übertrifft damit die im Herbst 2022 aufgestellte Wachstumsprognose in Höhe von 3,2 %. Auch die europäische Wirtschaft wies im Jahr 2022 ein deutliches Wachstum auf. Nach Angaben der EU-Kommission legte die EU-Wirtschaft um 3,5 % (Stand: Februar 2023) zu Diese erfreuliche Entwicklung resultierte zum einen aus einer Entspannung bei der Energieversorgung insbesondere in der zweiten Jahreshälfte und zum anderen aus einem starken EU-Arbeitsmarkt und einer historisch niedrigen Arbeitslosenquote in Europa.

Die deutsche Wirtschaft wuchs nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2022 um 1,9 % (Stand: Januar 2023).

Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Fitvia generiert ihre gesamten Umsätze im Online Handel (E-Commerce) entweder direkt über den eigenen Online-Auftritt oder indirekt über Business-to-business Verkäufe. Der Branchenumsatz in Deutschland mit Waren im E-Commerce betrug in 2022 etwa 90,4 Mrd. Euro, was gegenüber dem Jahr 2021 mit 99,1 Mrd. Euro einem Rückgang von 8,7 Mrd. Euro oder 8,7 Prozent entspricht. Die Umsätze liegen allerdings noch deutlich über dem Niveau von vor der Corona Pandemie (24,5%). Der Anteil des E-Commerce mit Waren am gesamten Einzelhandel im engeren Sinn (inkl. Lebensmittel, aber ohne Apotheken) ging von 14,3% in 2021 auf 11,8% in 2022 zurück. Insbesondere die nicht unmittelbar benötigten Güter wurden weniger nachgefragt. Dies ist vor allem auf die allgemeine Verunsicherung der Konsumenten in Verbindung mit gestiegenen Lebenshaltungskosten zurückzuführen. 1

Diese Entwicklung überträgt sich auch auf den Werbemarkt: Die Bruttowerbeausgaben in Deutschland sanken 2022 um 3,4% im Vergleich zum Vorjahr. 2 Während der deutsche Werbemarkt Anfang des Jahres noch zulegte, sind die Auswirkungen durch Inflation und Energiekrise seit den Sommermonaten deutlich zu spüren. 3

Die Gesamtentwicklung der Branche schätzt die Fitvia trotz des heterogenen gesamtwirtschaftlichen Umfeldes und der Herausforderungen im Bereich der allgemeinen Konsumzurückhaltung als leicht positiv ein.

2.2 Geschäftsverlauf

Finanzielle Leistungsindikatoren

Das prognostizierte besonders starke Umsatz und EBITDA - Wachstum konnte nicht erreicht werden.

Das zur Steuerung maßgebliche Betriebsergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) betrug im Geschäftsjahr-5.623 TEUR (Vj. - 5.348 TEUR) und befindet sich daher auf Vorjahresniveau. Die EBITDA- Marge im Berichtsjahr betrug -207% (Vj. -40%).

Die Umsatzerlöse entwickelten sich entgegen der Prognose stark rückläufig. Sie betragen im Geschäftsjahr 2.722 TEUR (Vj. 13.494 TEUR)

Ausschlaggebend waren vor allem die ausbleibenden Produktabsätze. Auch deutlich reduzierte Preise konnten diese negative Entwicklung nicht stoppen. Während in der Vergangenheit Social Media Webkampagnen mit Influencern die Abverkäufe angekurbelt haben, hatten diese im Geschäftsjahr 2022 keinen nennenswerten Einfluss mehr.

Ab der zweiten Jahreshälfte wurde die Strategie stärker auf Performance Marketing ausgerichtet. Dies brachte ebenfalls nicht die gewünscht positive Entwicklung.

Aufgrund der insgesamt negativen Entwicklung in den letzten Geschäftsjahren wurden die Geschäfte eingestellt und die Gesellschaft mit Wirkung zum Ablauf des 31.12.2022 liquidiert.

2.3 Ertrags-,Vermögens- und Finanzlage

2.3.1 Ertragslage

Die Umsatzerlöse fielen im Geschäftsjahr 2022 auf 2.722 TEUR (Vorjahr: 13.494 TEUR). Dies entspricht einem Rückgang von 79,83 % gegenüber dem Vorjahr.

Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich im Geschäftsjahr 2022 um 987 TEUR auf 194 TEUR (Vorjahr: 1.172 TEUR) reduziert. Im Wesentlichen ist diese Entwicklung auf die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für Umsatzsteuersonderprüfungen und Erträge aus Zuschreibungen von Forderungen im Vorjahr zurückzuführen.

Der Materialaufwand betrug 1.220 TEUR (Vorjahr: 3.107 TEUR) und war daher analog der Umsatzerlöse rückläufig. Die Materialaufwandsquote ist allerdings von 23,03% auf 44,81% gestiegen. Dies ist vor allem bedingt durch niedrigere Verkaufspreise und deutlich rückläufige Absatzmengen. Besonders im Q3 wurden vermehrt Rabattaktionen durchgeführt, um die übrigen Vorräte absetzen zu können.

1 Vgl. Pressemitteilung des bevh vom 26. Januar 2023
2 Vgl. https://www.ard-media.de/marktdaten/werbemarkt/werbetrend-2022/, Zugriff 03.04.2023
3 Vgl. https://www.onetoone.de/artikel/db/012504grollmann.html, Zugriff 14.12.2022

Der Personalaufwand hat sich im Geschäftsjahr 2022 von 5.030 TEUR auf 3.099 TEUR verringert (-38,39% bzw. -1.930 TEUR). Dies ist hauptsächlich bedingt durch die Reduzierung der Mitarbeiter von durchschnittlich 69 im Geschäftsjahr 2021 auf 33 im Geschäftsjahr 2022. Gegenläufig wirkten sich in Höhe von 483 TEUR Restrukturierungsmaßnahmen aus.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sind im Geschäftsjahr 2022 auf 87 TEUR angestiegen (Vorjahr 31 TEUR). Diese beinhalten in Höhe von 64 TEUR außerplanmäßige Abschreibungen auf Betriebs - und Geschäftsausstattung.

Die Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens in Höhe von 4.021 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) beeinhalten:

3.030 TEUR Abschreibungen von Vorräten

868 TEUR Abschreibungen von Forderungen ggü. Bellavia

122 TEUR Abschreibungen von Umsatzsteuerforderungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind von 11.877 TEUR auf 4.221 TEUR gesunken. Dies entspricht einem Rückgang in Höhe von 7.666 TEUR bzw. 64,49%.

Die Marketing- und Vertriebskosten in Höhe von 1.347 TEUR (Vorjahr 6.007 TEUR) haben sich korrespondierend zu den Umsatzerlösen rückläufig entwickelt (-77,56%). Einen weiteren großen Treiber stellen die Kosten der Warenabgabe dar. Diese sind um 65,63% von 2.899 TEUR im Geschäftsjahr 2021 auf 996 TEUR im Geschäftsjahr 2022 gesunken. Gegenläufig wirkte in 2022 die einmalige Entschädigungsleistung an den Logistikdienstleister zur vorzeitigen Vertragsbeendigung.

Im Geschäftsjahr 2022 wurden 1.175 TEUR (Vorjahr 0 TEUR) Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens vorgenommen. Es handelt sich in vollem Umfang um die Abschreibung des Beteiligungsbuchwertes der Bellavia GmbH. Diese befindet sich mit Ablauf des 31.12.2022 ebenfalls in Liquidation.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 348 TEUR (31. Dezember 2021: -477 TEUR) und beinhalten in Höhe von 339 TEUR die Zuführung zu Rückstellungen für ertragssteuerliche Risiken aus der laufenden Betriebsprüfung der Geschäftsjahre 2016 bis 2018.

2.3.2 Vermögenslage

Das Anlagevermögen hat sich gegenüber dem Vorjahr um 1.270 TEUR auf 0 TEUR reduziert. Im Wesentlichen wurde die Beteiligung an der Bellavia in Höhe von 1.207 TEUR abgeschrieben.

Der Warenbestand sank zum Stichtag auf 260 TEUR (Vorjahr: 4.098 TEUR). Angesichts der sinkenden Umsätze und Verkaufsmengen wurde im Geschäftsjahr 2022 weniger neue Ware eingekauft, um den Lagerbestand nicht weiter zu erhöhen und die MHD-Risiken so niedrig wie möglich zu halten. Am 30.11.2022 wurde der Onlineshop abgeschaltet. Ein Großteil der bis dahin nicht verkaufte Ware wurde verschiedenen Abnehmern im B2B-Bereich angeboten und mit Wirkung zum 01.01.2023 für 260 TEUR verkauft. Dieser Veräußerungswert stellt den Nettoverkaufswert zum Stichtag dar.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen zum Ende des Geschäftsjahres 37 TEUR (Vj. TEUR 117).

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen betragen zum Bilanzstichtag 1 TEUR (Vj. 741 TEUR). Im Geschäftsjahr wurden Forderungen in Höhe von 867 TEUR gegenüber der Tochtergesellschaft Bellavia GmbH wertberichtigt.

Sonstige Vermögensgegenstände bestehen in Höhe von 544 TEUR (Vj. TEUR 865) und beinhalten im Wesentlichen Forderungen aus Erstattungen der Ertragsteuer.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beträgt zum Bilanzstichtag 0 TEUR (Vorjahr: 166 TEUR). Der Rückgang ist bedingt durch die Auflösung aufgrund der Liquidation.

Die Steuerrückstellungen betragen zum Stichtag 339 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) und betreffen potenzielle Feststellungen der ertragssteuerlichen Betriebsprüfung für die Jahre 2016 - 2018.

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen 54 TEUR (31. Dezember 2021: TEUR 45) für Risiken aus nicht abgeschlossenen Betriebsprüfungen des Zeitraumes 2019 bis 2022, 86 TEUR für potentielle Umsatzsteuernachzahlungen für die Geschäftsjahre 2016 bis 2018 (31. Dezember 2021: 0 TEUR), 33 TEUR (31. Dezember 2021: TEUR 21) für Abschluss- und Prüfungskosten, 51 TEUR (31. Dezember 2021: 37 TEUR) für Abfindungen und Gehälter an ausgeschiedene Mitarbeiter und 47 TEUR für drohende Verluste (31. Dezember 2021:0 TEUR). Die Rückstellung für drohende Verluste beinhaltet in Höhe von 35 TEUR Kosten für die Büromiete und in Höhe von 12 TEUR Kosten für eine vorzeitige Vertragsauflösung.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen 476 TEUR (Vorjahr: 318 TEUR).

Diese bestehen in Höhe von 417 TEUR gegenüber einem Dienstleister und betreffen eine Abschlagszahlung zur vorzeitigen Vertragsbeendingung.

Es bestehen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 8.226 TEUR (Vorjahr: 4.039 TEUR). Hierbei handelt es sich um ein Darlehen der Dermapharm AG (7.995 TEUR), Zinsverbindlichkeiten (157 TEUR) und einer Umsatzsteuerverbindlichkeit gegenüber der Bellavia (25 TEUR).

Die sonstigen Verbindlichkeiten belaufen sich auf 129 TEUR (Vorjahr 351 TEUR) und betreffen hauptsächlich Umsatzsteuerverbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten Lohn & Gehalt und Sozialversicherung.

Die Fitvia verfügt am Bilanzstichtag über 204 TEUR an liquiden Mitteln (Vorjahr. 992 TEUR).

2.3.3 Finanzlage

Zwischen der DAG als Darlehensgeber und der Fitvia als Darlehensnehmer wurde am 01.07.2022 ein Darlehensvertrag über bis zu 10.000.000,00 EUR geschlossen. Dieser Betrag beinhaltet auch entsprechende Darlehensbeträge aus Vorjahren und ersetzt alle Darlehensverträge, die zuvor zwischen den Parteien geschlossen wurden. Das Darlehen hat eine feste Laufzeit bis zum 30.06.2025. Der Zinssatz für die Laufzeit des Darlehens beträgt 2,79 % p.a.

Zum Stichtag beläuft sich die Darlehensverbindlichkeit gegenüber der Dermapharm AG auf 7.995 TEUR (Vorjahr 4.000 TEUR). Die aufgelaufenen Zinsen betragen 157 TEUR (Vorjahr 14 TEUR).

Eine Rückführung des Darlehens ist nicht geplant. Es besteht eine Patronatserklärung der Dermapharm AG gegenüber der Fitvia, wodurch die jederzeitige Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft sichergestellt ist.

2.3.4 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Aufgrund der Entwicklung der Vermögens- Finanz- und Ertragslage wurde beschlossen die Gesellschaft zu liquidieren.

3 Risiken- und Chancenbericht

In der Dermapharm Gruppe sind ein konzernweites Risikomanagement System (RMS), ein Internes Kontrollsystem (IKS) sowie ein Compliance Management System (CMS) etabliert, in denen Fitvia als Tochtergesellschaft eingebunden ist. Das RMS, IKS und CMS werden in den Kapiteln 3.1 - 3.3 näher beschrieben.

Im Betrachtungshorizont 2023 sind nur noch die Risikokategorien "Qualitätsrisiken/ Produkthaftung", "HR Risiken" und "Steuerliche Risiken" relevant, da der Geschäftsbetrieb aufgrund mangelnder Rentabilität zum 31.12.2022 eingestellt wurde und Fitvia liquidiert wird. Die genannten Risikokategorien werden im Risikobericht (Punkt 3.4) näher beschrieben.

Die Methodik der Risikoidentifikation und -bewertung ist im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr nicht verändert worden.

3.1 Wesentliche Merkmale des Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems

Für Vorstand und Aufsichtsrat der Dermapharm sind das Interne Kontrollsystem und das Risikomanagementsystem fundamentale Elemente für die Unternehmenssteuerung. Der Umgang mit Geschäftsrisiken ist von grundlegender Bedeutung für den unternehmerischen Erfolg sowie für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung und -führung.

Ziel des Internen Kontrollsystems ist es, die strategischen und operativen Vorgaben des Vorstandes von Dermapharm durchgängig umzusetzen, die betrieblichen Effizienzziele zu erreichen und die Compliance-Anforderungen zu gewährleisten.

Das Risikomanagement System des Konzerns hat das Ziel, potentielle den Erfolg der Unternehmensgruppe gefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen und diesen durch geeignete Maßnahmen aktiv entgegenzuwirken. Grundlegende Bausteine des RMS umfassen die Risikokultur, die RMS Organisation, die Risikoidentifikation sowie die Bewertung und Steuerung der Risiken.

Das Interne Kontrollsystem ist prozessorientiert und besteht aus der Identifikation von Risiken, der Definitionen von mitigierenden vor- und nachgelagerten Kontrollen sowie der Implementierung dieser in der Ablauforganisation. Das Interne Kontrollsystem besteht aus zentralen und dezentralen Elementen. In ausgewählten Bereichen bestehen konzernweite Vorgaben zu Kontrollen, die sowohl zentral als auch dezentral implementiert sind.

Die Risikoanalyse, das kontinuierliche Monitoring sowie die sich ändernden rechtlichen und wirtschaftlichen Bedingungen sind die Basis für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems. Dies umfasst die Definition und die Umsetzung von risikominimierenden Maßnahmen, das Überarbeiten von Kontrolldesign und -implementierung sowie die Anpassung der systemunterstützten Automatisierung von Prozessen.

3.2 Risikomanagement System

Das konzernweite Risikomanagement System (RMS) der Dermapharm Holding SE besteht aus den folgenden Grundelementen:

Risikokultur

Eine gute Risiko- sowie Compliance-Kultur im Unternehmen ist Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Risikomanagement. Um den richtigen "Tone from the top" zu setzen, fördert das Management eine offene Risiko-Kommunikation in allen Tochtergesellschaften und Bereichen sowie auf allen Hierarchieebenen. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Konzern werden ermutigt, über potentielle Risiken nachzudenken, identifizierte Risiken offen anzusprechen und Sofortmaßnahmen zur Risikominimierung vorzuschlagen. Durch die Schulung der gruppenweiten RMS-Methodik in allen relevanten in- und ausländischen Unternehmensbereichen wurde eine gemeinsame "Risiko-Sprache" im Konzern entwickelt. Diese stellt sicher, dass Ergebnisse der Risikoanalyse über Ländergrenzen hinweg vergleichbar sind und erlaubt gleichzeitig den Transfer von gewonnenen Erkenntnissen zwischen einzelnen Tochtergesellschaften und/oder Unternehmensbereichen.

Zielsetzung des RMS

Das Risikomanagement System des Konzerns hat das Ziel, potentielle den Erfolg der Unternehmensgruppe gefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen und diesen durch geeignete Maßnahmen aktiv entgegenzuwirken. Ebenso dient es der Ermittlung der Risikotragfähigkeit. Diese bezeichnet den maximal möglichen Verlust aus dem Eintritt potentieller Risiken, der gerade noch durch die verfügbaren Liquiditätsreserven und freien Kreditlinien abgedeckt werden kann, ohne den Fortbestand des Dermapharm-Konzerns zu gefährden.

Ziel des Risikomanagement Systems ist ebenfalls, eine regelkonforme Erstellung von Jahres- und Konzernabschluss sowie des zusammengefassten Lageberichts durch die Identifikation, Bewertung und Steuerung von Risiken der Finanzberichterstattung zu gewährleisten. Die identifizierten Risiken stellen zudem die Basis für die risikoorientierte Definition von Grundsätzen, Verfahren und Kontrollen im Rahmen des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems dar. Letzteres soll den regelkonformen Abschlusserstellungsprozess sicherstellen.

Risiken ergeben sich für Dermapharm aus äußeren Einflüssen ebenso wie durch unternehmerisches Handeln und können die Zielerreichung verhindern bzw. negativ beeinflussen. Risiken lassen sich nicht grundsätzlich vermeiden, es ist aber erklärtes Ziel, sie so weit wie möglich zu minimieren. Im Spannungsfeld zwischen Chancen und Risiken werden auch bewusst Risiken eingegangen, wenn diese in einem angemessenen Verhältnis zum erwarteten Nutzen aus der entsprechenden Geschäftstätigkeit stehen.

RMS Organisation

Das Risikomanagement System wird zentral vom Governance, Risk & Compliance (GRC) Team gesteuert, regelmäßig auf seine Angemessenheit und Wirksamkeit hin überprüft und in seiner Gesamtheit vom Vorstand verantwortet. Dagegen ist die Risikoüberwachung dezentral organisiert und verantwortet: Je nach Risikokategorie und Risikotragweite obliegt diese den Bereichsleitern und Geschäftsführern der Tochtergesellschaften. Potentielle Risiken werden durch regelmäßige Abfragen in allen relevanten Geschäftsbereichen und allen Gesellschaften mit einer Mehrheitsbeteiligung erfasst. Hierzu wird der Standard-Risikokatalog der Dermapharm von den Risikoverantwortlichen halbjährlich aktualisiert. Die Ergebnisse dieser Risikoabfragen werden zentral vom GRC Team konsolidiert und ausgewertet. Bei Bedarf werden neue Maßnahmen ergriffen oder bereits beschlossene Maßnahmen angepasst.

Organisation des Risikomanagement Systems:

Risikomanagement Prozess

Die regelmäßige Identifizierung, Analyse und Bewertung der Risiken erfolgt durch einen definierten Kreis von Risikoverantwortlichen sowie anhand festgelegter Risikokategorien und einer definierten Bewertungsmethodik. Unter Berücksichtigung organisatorischer und prozessualer risikominimierenden Strukturen werden die potentielle Schadenshöhe und die Eintrittswahrscheinlichkeit der jeweiligen Risiken bewertet. Vorstand und Aufsichtsrat der Dermapharm Holding SE erhalten regelmäßig einen Gesamtbericht mit einer umfassenden Beurteilung der Risikolage. Die Angemessenheit und Wirksamkeit des RMS wird sowohl durch das Governance, Risk & Compliance Team kontinuierlich überwacht als auch durch die unabhängige Interne Revision regelmäßig überprüft.

Risikoidentifikation

Die Identifizierung und Handhabung von Risiken ist in den Unternehmensgrundsätzen verankert und als Aufgabe aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Konzerns definiert.

In Anlehnung an das anerkannte internationale COSO (Committee of Sponsoring Organizationsof theTreadway Commission) ERM-Rahmenwerk (2014, COSO II) unterscheidet Dermapharm zwischen folgenden Risikokategorien:

Markt & Strategie Operativ Finanziell Compliance
Bedrohung durch (neue) Wettbewerber / Hersteller von Originalpräparaten Risiken bei der Entwicklung von neuen Präparaten / Produkten Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken Risiken durch Änderungen des rechtlichen und regulatorischen Umfelds
Abhängigkeit von Schlüsselprodukten Beschaffungsrisiken Zinsänderungsrisiken Korruptionsrisiken
Abhängigkeit von Lieferanten / Geschäftspartnern Risiken bei der Produktherstellung Währungskursrisiken Kartellrisiken
Abhängigkeit von Kunden Qualitätsrisiken / Produkthaftung Steuerliche Risiken Verletzung von Datenschutz
Risiken aus M&A-Aktivitäten Risiken in Marketing & Vertrieb Verletzung von Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitsschutz oder der Menschenrechte
Politische Risiken IT Risiken Sonstige Compliance Risiken
HR Risiken
Sonstige operative Risiken

Die Identifizierung von Risiken erfolgt durch eine kontinuierliche Überwachung der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung, des Marktumfelds im Pharmabereich sowie der internen Prozesse. Auch der Planungsprozess dient dazu, Chancen und Risiken im Unternehmen frühzeitig zu erkennen und die Unternehmenssteuerung darauf auszurichten. Die Budgetplanung umfasst einen Planungshorizont von drei Jahren. Ziel der Ausarbeitung und Nutzung von Planungsszenarien ist es letztlich, den Wert des Unternehmens kontinuierlich und nachhaltig zu steigern, die mittelfristigen finanziellen Ziele zu erreichen und die Existenz des Unternehmens langfristig zu sichern.

Risikobewertung und - steuerung

Die identifizierten Risiken werden hinsichtlich der zwei Dimensionen - Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit- durch die Risikoverantwortlichen im Rahmen der regelmäßigen Risikoabfragen bewertet. Dabei werden bereits implementierte Gegenmaßnahmen und etablierte Kontrollen berücksichtigt (Netto-Risikobewertung) und, soweit möglich, objektive Kriterien und/oder Erfahrungswerte zu Grunde gelegt. Die Bewertung bezieht sich auf die der Bewertung unmittelbar folgenden 12 Monate (Bewertungshorizont 1 Jahr).

Bei Fitvia wird eine 5x5-Bewertungsskala angewendet, die in der folgenden Risikomatrix abgebildet ist:

Im Rahmen der Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit wird folgende Frage beantwortet: Wie wahrscheinlich ist es, dass sich das Risiko in den nächsten 12 Monaten realisiert?

Neben der Eintrittswahrscheinlichkeit wird die potentielle Schadenshöhe bei Risikoeintritt als negative monetäre Auswirkung auf das Betriebsergebnis (EBIT) bewertet. Die Verlustpotenziale werden dabei als Intervalle von Euro-Werten angegeben.

Aus der Kombination der bewerteten Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe ergibt sich die Risikoklassifizierung als niedrig, mittel oder hoch. Somit wird eine Priorisierung der erforderlichen Risikominderungsmaßnahmen ermöglicht.

Abhängig von der jeweiligen Risikostrategie (Akzeptanz, Vermeidung, Minimierung oder Transferierung) werden vom Risiko-/Maßnahmenverantwortlichen angemessene Maßnahmen implementiert und/oder prozessinhärente Kontrollen eingeführt/angepasst. Im Falle der Risikoakzeptanz erfolgen keine (weiteren) Maßnahmen/Kontrollen.

Risiko-Berichterstattung und kontinuierliche Überwachung des RMS

Vorstand und Aufsichtsrat erhalten regelmäßig einen Gesamtbericht mit einer umfassenden Beurteilung der Risikolage. Bei neu auftretenden signifikanten Risiken wird der Vorstand und ggf. der Aufsichtsrat unmittelbar durch eine Ad-hoc-Berichterstattung informiert.

Das Governance, Risk & Compliance Team der Dermapharm überwacht kontinuierlich die Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagement Systems und erarbeitet bei Bedarf Verbesserungsvorschläge. Bei wesentlichen Änderungen des RMS wird die Freigabe durch den Vorstand eingeholt.

Eine unabhängige Prüfung der Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagement Systems wird durch die Interne Revision in regelmäßigen Abständen durchgeführt.

Im Rahmen der Identifikation und Bewertung der unternehmensinternen Risikofaktoren unterliegen insbesondere Geschäftsprozesse, Projekte, Akquisitionen, Personal- und Compliance-Themen einer regelmäßigen Überprüfung. In diesem Bereich unterstützt das Interne Kontrollsystem bei Dermapharm die Risikominimierung und -eliminierung von steuerbaren Risiken in den Geschäftsprozessen.

3.3 Rechnungslegungsbezogenes Internes Kontrollsystem

Ziel des Internen Kontrollsystems (IKS) ist es, die strategischen und operativen Vorgaben des Vorstandes von Dermapharm durchgängig umzusetzen, die betrieblichen Effizienzziele zu erreichen und die Compliance-Anforderungen zu gewährleisten. Das Interne Kontrollsystem von Dermapharm beinhaltet sowohl finanzielle (rechnungslegungsbezogene) als auch nicht-finanzielle Kontrollen.

Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem des Konzerns umfasst alle Verfahren und Maßnahmen zur Sicherstellung der Verlässlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie der Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorgaben. Die Verantwortung für die Umsetzung des Internen Kontrollsystems im Rechnungslegungsprozess ist klar geregelt und liegt bei dem Vorstand, den verantwortlichen Führungskräften, der Finanzbuchhaltung und der Controlling- Abteilung. Das System wird kontinuierlich weiterentwickelt und regelmäßig auf seine Funktionsfähigkeit geprüft, um die Richtigkeit und Vollständigkeit des Rechnungswesens sowie des Jahres- und Konzernabschlusserstellungsprozesses jederzeit zu gewährleisten.

In die Rechnungslegungsprozesse und die Erstellung von Jahres- und Konzernabschluss einschließlich des zusammengefassten Lageberichts sind vielfältige Kontrollen integriert. Diese Prozesse werden weitestgehend mit Hilfe standardisierter IT-Systeme mit umfassenden systemtechnischen Kontrollen umgesetzt, um die korrekte und vollständige Erfassung von Geschäftsvorfällen sicherzustellen. Für die im Unternehmen eingesetzten Systeme ist die Verfügbarkeit durch die Einrichtung eines IT- Sicherheitskonzeptes weitestgehend sichergestellt. Weitere Kontrollen bestehen in der Umsetzung des 4- Augen-Prinzips bei den wesentlichen Geschäftsprozessen, einer klaren Trennung von Verantwortlichkeiten und Funktionen sowie diversen manuellen Abstimmtätigkeiten, die entsprechend dokumentiert und nachgehalten werden.

Ergänzend befasst sich der Aufsichtsrat im Rahmen der Überwachung des Vorstands mit der Angemessenheit und Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems.

3.4 Compliance Management System

Vertrauen und Integrität zählen zu den wichtigsten Werten der Unternehmenskultur und sind Voraussetzungen für den unternehmerischen Erfolg von Dermapharm. Ziel der Compliance-Regelungen ist es, das verantwortungsbewusste und ethisch korrekte Handeln des Unternehmens, der Führungskräfte sowie der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sicherzustellen. Mögliche Verstöße sollen bereits im Vorfeld erkannt und systematisch unterbunden werden.

Die Steuerung und Überwachung der erforderlichen Aktivitäten verantwortet der Chief Compliance Officer (CCO) auf Konzernebene. Er wird durch das GRC Team und die Compliance Officer in den einzelnen Tochtergesellschaften unterstützt.

Die Unternehmensgrundsätze und die daraus abgeleiteten Verhaltensregeln sind maßgeblich in dem Compliance Handbuch der Dermapharm Holding SE festgelegt, das konzernweit verbindlich für alle Beschäftigten gilt. Unter anderem wird ein fairer und respektvoller Umgang miteinander von sämtlichen Mitarbeitern der Dermapharm Gruppe gefordert. Es wird weder Diskriminierung noch Belästigung aufgrund von Alter, Herkunft, Geschlecht, äußerlicher Erscheinung, Weltanschauung, Religion, sexueller Orientierung oder anderer individueller Merkmale geduldet. Des Weiteren werden im Compliance Handbuch verbindliche Regeln hinsichtlich Korruption, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, unfairem Wettbewerb, Insiderhandel und Marktmanipulation, Datenschutz sowie Interessenskonflikten definiert.

Zudem bietet die Dermapharm-Gruppe die Möglichkeit, Verdachtsmomente im Zusammenhang mit den Tätigkeiten der Organisation und deren Geschäftspartnern zu melden. Hinweise zu Verstößen gegen die definierten Verhaltensregeln können an die jeweiligen Vorgesetzten, an die Compliance Officer der einzelnen Gesellschaften oder direkt an den Chief Compliance Officer kommuniziert werden, und zwar in persönlicher oder anonymer, elektronischer, schriftlicher oder telefonischer Form.

Hinweise auf Verstöße werden nach professionellen Standards untersucht und führen, abhängig vom Einzelfall, gegebenenfalls zu arbeits- oder vertragsrechtlichen Konsequenzen oder zu strafrechtlicher Verfolgung unter Einbindung von Ermittlungsbehörden und der Justiz. Der Vorstand wird jedes Quartal im Wege eines entsprechenden Compliance Reportings über etwaige Compliance Vorfälle und Anfragen aus der Unternehmensgruppe sowie über daraus resultierende erforderliche Maßnahmen informiert.

3.5 Risikobericht

Qualitätsrisiken/ Produkthaftung

Im Jahr 2023 werden nur noch geringe Mengen an Fitvia Produkten verkauft. Auch wenn sich Fitvia in Liquidation befindet, haftet die Gesellschaft bzw. die Konzernmutter für etwaige Qualitätsmängel. Festgestellte Mängel an den Fitvia Produkten könnten ggf. zu Marktrücknahmen/Rückrufaktionen, Gerichtsverfahren und damit verbundenen Schadensersatzforderungen führen.

Um die beschriebenen Risiken im Lebensmittelbereich zu minimieren, hat Fitvia im bisherigen Geschäftsbetrieb die Einsatzstoffe von zertifizierten Lieferanten bezogen, die die relevanten Standards einhalten. Eine zusätzliche Qualitätskontrolle (Verkostung) wurde nach Anlieferung der Ware in den Räumlichkeiten von Fitvia durchgeführt. Zusätzlich sind unabhängige externe Qualitätsprüfungen zur weiteren Reduktion der relevanten Risiken durchgeführt worden.

Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als niedrig eingestuft.

HR-Risiken

Aufgrund der Auflösung von Fitvia besteht das grundsätzliche Risiko von Abfindungsklagen durch ehemalige Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen. Das Risiko wird allerdings unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als niedrig eingestuft, da die Arbeitsverhältnisse bereits in 2022 beendet wurden.

Steuerliche Risiken

Die Steuerplanung und -optimierung von Fitvia bzw. des Dermapharm-Konzerns erfolgt in Abhängigkeit vom aktuellen und erwarteten steuerlichen Umfeld. Allerdings unterliegen Steuersachverhalte generell gewissen Unsicherheiten hinsichtlich der Beurteilung durch in- oder ausländische Steuerbehörden. Auch wenn Dermapharm Prozesse und Strukturen etabliert hat, um steuerliche Sachverhalte korrekt und gesetzeskonform abzubilden, ist nicht auszuschließen, dass die tatsächliche Steuerbelastung höher ausfällt als ursprünglich berechnet.

Der Dermapharm-Konzern wirkt steuerlichen Risiken durch eine sorgfältige Prüfung und Bearbeitung aller Steuersachverhalte entgegen.

Umsatz- und ertragssteuerliche Risiken bestehen hauptsächlich aus der laufenden Betriebsprüfung der Geschäftsjahre 2016 bis 2019. Die Betriebsprüfungen für die Geschäftsjahre 2020 bis 2022 wurden noch nicht angekündigt.

Für diese Risiken wurden im Jahresabschluss Rückstellungen gebildet. Die potentiellen Auswirkungen der beschriebenen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe als mittel eingestuft.

4 Prognosebericht

Die Fitvia befindet sich seit 1. Januar 2023 in Liquidation. Zum 30. November 2022 wurden die Onlineshops geschlossen. Die Gesellschaft tritt daher im Geschäftsjahr 2023 nicht mehr am Markt auf. Absatzmöglichkeiten der verbliebenen Vorräte bestehen daher lediglich im B2B Bereich. Mit Wirkung zum 01.Januar 2023 wurde ein Teil der Vorräte für 260 TEUR an ein verbundenes Unternehmen verkauft. Die Zahlung wird in Raten bis April 2023 erfolgen. Wir gehen von geringfügigen Liquidationskosten aus. Außerdem stehen 204 TEUR liquide Mittel zur Verfügung. Es wird damit gerechnet 581 TEUR aus Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen zu vereinnahmen. Dem gegenüber stehen zu leistende Zahlungen in Höhe von 1.255 TEUR. Diese setzen sich zusammen aus 605 TEUR zu zahlenden Verbindlichkeiten und 650 TEUR erwarteten Abflüssen aus zurückgestellten Verpflichtungen. Somit wird in Summe mit einer Unterdeckung von 210 TEUR gerechnet. Es besteht zum 31. Dezember 2022 eine offene Kreditlinie in Höhe von 2.005 TEUR aus dem Darlehensvertrag mit der Dermapharm AG vom 1. Juli 2022.

Zudembesteht eine Patronatserklärung der Muttergesellschaft (Dermapharm AG). Sie steht daher für sämtliche Verbindlichkeiten der Fitvia ein und stellt die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sicher. Die Patronatserklärung kann von der Dermapharm AG nicht vor dem 30.04.2024 widerrufen werden.

Der Abschluss der Liquidation hängt maßgeblich vom Ende der Betriebsprüfung ab. Es ist keine Abschätzung hinsichtlich der Dauer möglich, da noch keine Ankündigungen für die Prüfung der Geschäftsjahre 2020 bis 2022 ergangen ist. Die laufende Betriebsprüfung der Geschäftsjahre 2016 bis 2019 ist noch nicht abgeschlossen.

 

Wiesbaden, den 28. April 2023

Karin Samusch, Liquidatorin

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