VESTOLIT GmbH & Co. KGLiquidiert

45772 Marl, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Gelsenkirchen HRA 2744
Eingetragen
14.4.2000

Historie

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Gesellschafter

1 Gesellschafter

Kommanditgesellschaft (KG)

Kommanditist
Germany
100.000 €

Konzern- und Jahresabschlüsse

VESTOLIT GmbH & Co. KG

Marl

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2011 bis zum 31.12.2011

Inhaltsverzeichnis

Bestätigungsvermerk

Rechnungslegung

Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt

Hinweise:

Den nachfolgenden Bestätigungsvermerk haben wir, unter Beachtung der gesetzlichen und berufsständischen Bestimmungen, nach Maßgabe der in der Anlage "Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt" beschriebenen Bedingungen erteilt.

Falls das vorliegende Dokument in elektronischer Fassung für Zwecke der Offenlegung im elektronischen Bundesanzeiger verwendet wird, sind für diesen Zweck daraus nur die Dateien zur Rechnungslegung und im Falle gesetzlicher Prüfungspflicht der Bestätigungsvermerk resp. die diesbezüglich erteilte Bescheinigung bestimmt.

Bestätigungsvermerk

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der VESTOLIT GmbH & Co. KG, Marl, für das Geschäftsjahr vom 01. Januar 2011 bis zum 31. Dezember 2011 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach §317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Düsseldorf, 24. Februar 2012

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Pfeiffer, Wirtschaftsprüfer

Schlüter, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 31. Dezember 2011

Aktiva

31.12.2010
TEUR TEUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 261 340
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.194 1.201
1.455 1.541
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 16.542 17.226
2. Technische Anlagen und Maschinen 90.425 99.071
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 724 664
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 5.663 3.486
113.354 120.447
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 25 25
2. Beteiligungen 1.287 1.287
1.312 1.312
116.121 123.300
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 3.052 2.806
2. Erzeugnisse und Waren 31.604 21.085
34.656 23.891
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 19.018 20.211
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 16.903 23.957
davon gegen Gesellschafter:
TEUR 16.903 (Vorjahr: TEUR 23.957 )
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 1.813
4. Sonstige Vermögensgegenstände 6.483 15.190
42.404 61.171
III. Guthaben bei Kreditinstituten 10.548 5.767
87.608 90.829
C. Rechnungsabgrenzungsposten 486 906
D. Aktive latente Steuern 7.891 7.316
212.106 222.351

Passiva

31.12.2010
TEUR TEUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Kapitalanteile
1. Komplementärkapital 0 0
2. Kommanditkapital 100 100
100 100
II. Rücklagen 31.509 47.974
III. Bilanzgewinn/ Bilanzverlust 8.246 - 11.125
39.855 36.949
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 32.921 29.321
2. Steuerrückstellungen 1.259 0
3. Sonstige Rückstellungen 11.062 11.382
45.242 40.703
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Nachrangdarlehen 10.000 10.000
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr:
TEUR 10.000 (Vorjahr: TEUR 0)
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 49.750 62.091
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr:
TEUR 8.507 (Vorjahr: TEUR 12.341)
3. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 10 288
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr:
TEUR 10 (Vorjahr: TEUR 288)
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 48.362 51.704
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr:
TEUR 48.362 (Vorjahr: TEUR 51.704)
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 294 353
davon gegenüber Gesellschaftern
TEUR 294 (Vorjahr: TEUR 353)
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr:
TEUR 294 (Vorjahr: TEUR 353)
6. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 4.137 4.150
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr:
TEUR 4.137 (Vorjahr: TEUR 4.150)
7. Sonstige Verbindlichkeiten 3.638 4.187
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr:
TEUR 2.779 (Vorjahr. TEUR 2.998)
davon aus Steuern
TEUR 539 (Vorjahr: TEUR 475)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit
TEUR 100 (Vorjahr: TEUR 87)
116.191 132.773
D. Rechnungsabgrenzungsposten
Zuschüsse für Investitionen in Sachanlagen 10.818 11.926
212.106 222.351

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2011

2010
TEUR TEUR TEUR
1. Umsatzerlöse 458.124 404.319
2. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen - 395.767 - 370.035
3. Bruttoergebnis vom Umsatz 62.357 34.284
4. Vertriebskosten - 43.432 - 42.543
5. Forschungskosten - 4.958 - 4.515
6. Allgemeine Verwaltungskosten - 10.138 - 10.484
7. Sonstige betriebliche Erträge 23.807 28.340
davon Erträge aus der Währungsumrechnung
TEUR 1.965 (Vorjahr: TEUR 1.460)
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen - 5.639 - 5.002
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung
TEUR 1.108 (Vorjahr: TEUR 800)
- 40.360 - 34.204
9. Erträge aus Beteiligungen 2.465 4.886
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 867 906
davon aus verbundenen Unternehmen:
TEUR 846 (Vorjahr: TEUR 841 )
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen - 6.952 - 8.116
davon aus der Abzinsung von Rückstellungen
TEUR 2.019 (Vorjahr: TEUR 2.490)
- 3.620 - 2.324
12. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 18.377 - 2.244
13. Außerordentliche Erträge 0 2.775
davon Erträge aus der Anwendung der Art. 66 und 67 Abs. 1 bis 5 EGHGB (Übergangsvorschriften zum BilMoG)
TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 2.775)
14. Außerordentliche Aufwendungen - 662 - 982
davon Aufwendungen aus der Anwendung der Art 66 und 67 Abs. 1 bis 5 EGHGB (Übergangsvorschriften zum BilMoG)
TEUR 662 (Vorjahr: TEUR 982)
15. Außerordentliches Ergebnis - 662 1.793
16. Steuern vom Einkommen und Ertrag - 780 - 639
davon Ertrag aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern
TEUR 575 (Vorjahr: TEUR 47)
17. Sonstige Steuern - 189 - 146
- 969 - 785
18. Jahresüberschuss/ Jahresfehlbetrag 16.746 - 1.236
19. Verlustvortrag aus dem Vorjahr 0 - 9.889
20. Gewinnvorabausschüttung - 8.500 0
21. Bilanzgewinn/ Bilanzverlust 8.246 - 11.125

Anhang für das Geschäftsjahr 2011

Allgemeine Erläuterungen

Die VESTOLIT GmbH & Co. KG ist unter der Handelsregister - Nummer HR A 2744 mit Sitz in Marl beim Amtsgericht Gelsenkirchen eingetragen.

Anteilseigner mit 100 % der Stimmrechte ist die Kommanditistin VESTOLIT Holding GmbH, die ihrerseits seit November 2006 100 %iges Tochterunternehmen der VESTO PVC Holding GmbH ist.

Komplementärin ist die VESTOLIT Verwaltungsgesellschaft mbH, Marl, eingetragen mit HR B 5577 beim Amtsgericht Gelsenkirchen. Das Stammkapital beträgt TEUR 25.

Die VESTOLIT GmbH & Co. KG wird in den Konzernabschluss der VESTO PVC Holding GmbH einbezogen.

Anwendung gesetzlicher Vorschriften

Der Jahresabschluss der VESTOLIT GmbH & Co. KG wird gemäß den Vorschriften für große Kapitalgesellschaften aufgestellt (§§ 264a ff HGB).

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt und um die Position Forschungskosten ergänzt.

Der Abschluss ist in Euro aufgestellt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Währungsumrechnung

Entgeltlich erworbene und selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Herstellungskosten bilanziert und werden entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Bewegliche Anlagegüter, welche bis zum Ende des Geschäftsjahres 2007 zugegangen sind, werden entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer in der Regel degressiv, seit dem 1. Januar 2008 linear abgeschrieben. Unbewegliche Anlagegüter werden linear abgeschrieben. Die Möglichkeit des Übergangs von der degressiven auf die lineare Abschreibung wird genutzt, wenn die letztgenannte Methode zu höheren Abschreibungen führt.

Bei der Ermittlung der Abschreibung im Zugangsjahr wird gemäß § 7 EStG die Jahresabschreibung "pro rata temporis" angesetzt. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Wert von 150 EUR die nach dem 31. Dezember 2007 angeschafft wurden, werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben; ihr sofortiger Abgang wird unterstellt.

Alle geringwertigen Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von mehr als 150 EUR und bis zu 1.000 EUR werden im Jahr des Zugangs in einem wirtschaftsjahresbezogenen Sammelposten zusammengefasst und einheitlich über 5 Jahre abgeschrieben.

Den planmäßigen Abschreibungen liegt die Abschreibungstabelle des Bundesministers der Finanzen für den Wirtschaftszweig Chemische Industrie zugrunde.

Das Finanzanlagevermögen wird zum Anschaffungswert oder zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Die aus der Neubewertung des Anlagevermögens im Jahr 2000 entstandenen Aufstockungsbeträge wurden im Jahr 2001 den einzelnen Produktionseinheiten zugeordnet.

Im Zusammenhang mit dieser Zuordnung wurde eine Analyse der wirtschaftlichen Restnutzungsdauern der Produktionseinheiten durchgeführt. Dies führte zu einer Anpassung der Restnutzungsdauern im Anlagevermögen, die für alle Wirtschaftsgüter der Produktionseinheiten einschließlich den diesen Anlagen zugeordneten Aufstockungsbeträgen umgesetzt wurde.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Marktpreisen angesetzt. In die Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie lineare Abschreibungen einbezogen. Aufwendungen der allgemeinen Verwaltung und für freiwillige soziale Leistungen sowie für betriebliche Altersversorgung und Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert.

Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer sowie geminderter Verwertbarkeit ergeben, sind durch Abwertungen abgedeckt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten bilanziert, soweit nicht individuelle Einzelrisiken durch Wertabschläge zu berücksichtigen sind. Das allgemeine Kreditrisiko wird durch ausreichend bemessene Pauschalwertberichtigungen abgedeckt. Im lfd. Jahr wurde die Pauschalwertberichtigung mit 2 % angesetzt.

Unverzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst.

Die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Wertpapiere des Umlaufvermögens, werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet und mit den Rückstellungen für Altersteilzeit saldiert. Bei Wertminderungen werden Abschreibungen vorgenommen. Sofern der Grund für die Wertminderungen im Folgejahr entfällt, wird die Wertminderung wieder zurückgenommen.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Die Rückstellungen für Pensionen werden im Rahmen der handelsrechtlich zulässigen Bandbreiten auf der Grundlage der Methode der anteilig erworbenen planmäßigen Anwartschaft (PuC Methode) ermittelt. Der Berechnung der Verpflichtung liegen ein Rechnungszinsfuß von 5,14 %, Trendsteigerungen für Einkommen und Renten von 2,50 % und 1,75 % sowie die "Richttafeln 2005" von Prof. Dr. Heubeck zugrunde.

Unter Inanspruchnahme des Wahlrechts nach Art. 67 Abs 1 Satz 1 EGHGB wird der sich aus der Änderung der Rückstellungsbilanzierung nach §§ 249 Abs. 1 Satz 1, 253 Absatz 1 Satz 2 und Absatz 2 HGB durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) ergebende Zuführungsbetrag über den Höchstzeitraum von 15 Jahren verteilt.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften.

Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst.

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Als passive Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastungen mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst.

Aktive und passive Steuerlatenzen werden saldiert ausgewiesen.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet.

Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wird dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

Anlagevermögen

Die Aufgliederung und Entwicklung der in der Bilanz zusammengefassten Posten des Anlagevermögens sind im Anlagespiegel gesondert dargestellt. Der Anlagespiegel ist diesem Anhang als Anlage beigefügt.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen

In diesem Posten sind Forderungen aus Darlehen, einschließlich aufgelaufener Zinsen, an Gesellschafter in Höhe von TEUR 16.903 ausgewiesen (davon in Höhe von TEUR 14.963 mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr). Im Geschäftsjahr 2011 wurde von der VESTOLIT Holding GmbH eine Rückzahlung in Höhe von TEUR 7.900 vorgenommen.

Sonstige Vermögensgegenstände

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind u. a. Steuererstattungsansprüche in Höhe von TEUR 4.046 und Forderungen an das Hauptzollamt in Höhe von TEUR 1.316 aus Energiesteuern enthalten.

Ferner sind mit TEUR 335 Rückzahlungsansprüche aus der zum 31. Dezember 2006 gekündigten Beteiligung an der BKV Beteiligungs- und Kunststoffverwertungsgesellschaft mbH, Frankfurt / Main erfasst. Die Rückzahlungsansprüche in Höhe von TEUR 168 haben eine Restlaufzeit von über einem Jahr.

Guthaben bei Kreditinstituten

In dieser Position sind die von der Factoring-Bank temporär einbehaltenen Beträge aus den Forderungsverkäufen von TEUR 5.274 enthalten (Vorjahr TEUR 4.545).

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Hier sind Vorauszahlungen auf Zinsgeschäfte, Vorauszahlungen für die Nutzung von Rohrleitungskapazitäten, vorausgezahlte Pachten, das Disagio auf Nachrangdarlehen sowie sonstige Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen.

Latente Steuern

Die aktiven latenten Steuern resultieren aus folgenden Sachverhalten:

31.12.2011
TEUR
31.12.2010
TEUR
Latente Steuerschulden auf Differenzen bilanzieller Wertansätze für Änderung Abschreibungsmethode - 1.606 - 1.845
- 1.606 - 1.845
Latente Steueransprüche aus Differenzen bilanzieller Wertansätze für
Anlagevermögen 238 350
Pensionsrückstellungen 687 175
Sonstige Rückstellungen 288 264
1.213 789
Latente Steueransprüche auf Verlustvorträge 8.284 8.372
9.497 9.161
Latente Steueransprüche netto 7.891 7.316

Der Berechnung wurde ein Steuersatz von 16,8 % zugrunde gelegt. Auf gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 49.312 wurden latente Steueransprüche berücksichtigt.

Eigenkapital

Das zu 100 % von der VESTOLIT Holding GmbH gehaltene Kommanditkapital beträgt unverändert zum Vorjahr TEUR 100. Die Rücklage beträgt zum Stichtag TEUR 31.509 (Vorjahr TEUR 47.974). Die VESTOLIT Holding GmbH hat im Geschäftsjahr 2011 TEUR 5.340 aus der Rücklage entnommen.

Die Rücklage enthält TEUR 14.980 aus den im Vorjahr vorgenommen Anpassungen nach BilMoG.

Der Verlust der Gesellschaft zum 31. Dezember 2010 wurde auf neue Rechnung vorgetragen.

Danach wurde der aufgelaufene Verlustvortrag von TEUR 11.125 mit der Rücklage verrechnet.

Aus dem Jahresüberschuss des laufenden Jahres hat die VESTOLIT Holding GmbH per 28. Dezember 2011 TEUR 8.500 entnommen.

Pensionsrückstellungen Art. 67 II EGHGB

Der noch in künftigen Perioden anzusammelnde Fehlbetrag gemäß Art. 67 Abs. 2 EGHGB beträgt für Pensionsrückstellungen zum Bilanzstichtag TEUR 8.608.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen enthalten personalbezogene Verpflichtungen (für Jubiläen, Zeitsalden, Urlaub und Berufsgenossenschaftsbeiträge), Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen und Rückstellung für unterlassene Instandhaltung.

Weiterhin sind Rückstellungen für Altersteilzeit nach Saldierung mit den zur Sicherung der Ansprüche gehaltenen Wertpapieren sowie Bonusrückstellungen für leistungs- und ergebnisabhängige Bonuszahlungen an Mitarbeiter in dieser Position ausgewiesen.

Angaben zur Verrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB für Rückstellungen Altersteilzeit

31.12.2011
TEUR
Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden 393
Anschaffungskosten der Vermögensgegenstände 291
Beizulegender Zeitwert der Vermögensgegenstände 291
Verrechnete Aufwendungen 33
Verrechnete Erträge -

Verbindlichkeiten

Restlaufzeit
< 1 Jahr
TEUR
> 1 Jahr bis < 5 Jahre
TEUR
> 5 Jahre
TEUR
Verbindlichkeiten aus Nachrangdarlehen 10.000 - -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 8.507 41.243 -
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 10 - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 48.362 - -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 294 - -
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 4.137 - -
Sonstige Verbindlichkeiten 2.780 858 -
74.090 42.101 -

Im Interesse einer weiteren finanziellen Absicherung gegen Schwankungen im operativen Geschäft hat die Gesellschaft 2005 ein unbesichertes Nachrangdarlehen (Mezzanine) von 10 Mio. EUR aufgenommen. Dieses wird unter einer gesonderten Position innerhalb der Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Im Zuge des Gesellschafterwechsels 2006 wurde ein Bankdarlehen über TEUR 85.000 aufgenommen, das mit TEUR 49.750 valutiert. Zur Absicherung des Bankdarlehens sind wesentliche Vermögensgegenstände verpfändet. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten sonstige Verbindlichkeiten gegen die Konzerngesellschaften.

Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren im Wesentlichen aus einem Darlehen.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Steuern von TEUR 539 (Vorjahr TEUR 475) und im Rahmen der sozialen Sicherheit von TEUR 100 (Vorjahr TEUR 87) enthalten.

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Zur Verlagerung von Teilanlagen wurde im Jahr 2005 ein Zuschuss von Dritten für Investitionen in Sachanlagen mit TEUR 13.700 und öffentliche Zuschüsse von TEUR 2.067 gewährt. In den Jahren 2008 und 2011 wurden, gemäß den Förderbedingungen, nach Vorlage der Verwendungsnachweise Teilbeträge der öffentlichen Zuschüsse in Höhe von insgesamt TEUR 268 zurückgezahlt.

Die Zuschüsse werden seit Juli 2007 über einen Zeitraum von 15 Jahren erfolgswirksam amortisiert.

Haftungsverhältnisse

Zum 31. Dezember 2011 bestehen keine Haftungsverhältnisse.

Für Darlehen an die VESTO PVC Holding GmbH wurden Vermögensgegenstände als Sicherheiten hingegeben.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasing-Verträgen sowie aus einem Instandhaltungsvertrag von 76,3 Mio. EUR, deren Höhe sich im Wesentlichen aus einem Erbbaurechtsvertrag über insgesamt 99 Jahre und einem Mietvertrag über insgesamt 30 Jahre ergibt, die beide im Jahr 1994 abgeschlossen wurden. Im Geschäftsjahr 2001 und 2007 wurden mehrjährige Verträge im Logistikbereich mit einer Grundvergütung für Leasing und Nutzung geschlossen. Des Weiteren wurden Verträge über Instandhaltungsleistungen am Standort Marl von 2008 bis 2013 abgeschlossen.

Von den gesamten "sonstigen finanziellen Verpflichtungen" und dem Instandhaltungsvertrag sind fällig:

TEUR
2012 19.893
2013 9.350
2014 4.847
2015 4.806
2016 4.793
nach 2016 32.631
76.320

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus dem Investitionsobligo und Beschaffungsverträgen liegen im industrieüblichen Rahmen.

Derivative Finanzinstrumente

Zur Zinssicherung wurden Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen.

Für einen Teil des Bankdarlehens wurde durch einen "Payer Swap" ein fester Zinssatz gesichert. Weitere Zinssicherungsgeschäfte wurden zur Absicherung gegen einen Anstieg des EURIBOR abgeschlossen, teilweise mit Vereinbarung eines Mindestzinssatzes. Es wurden für Prämienzahlungen aktive Rechnungsabgrenzungsposten gebildet, die über die jeweilige Laufzeit amortisiert werden. Die Bewertung zum Bilanzstichtag ergab einen Marktwert von TEUR 2 für diese Zinssicherungsgeschäfte.

Devisenterminmarktgeschäfte

Die Gesellschaft tätigt zur Absicherung von Handelsgeschäften Devisentermingeschäfte in US-Dollar. Zum Stichtag bestand ein Kontrakt über Devisenverkauf.

Umsatzerlöse

Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Produktgruppen:

Produktgruppe 2011
TEUR
2010
TEUR
Polymere 360.643 332.800
Monomere 105.929 80.424
Sonstige Erlöse 1.985 1.526
Erlösschmälerungen - 10.433 - 10.431
Summe 458.124 404.319

Pasten-PVC und Extrusions-PVC gehören zur Produktgruppe der Polymere. Natronlauge wird unter der Produktgruppe der Monomere erfasst.

Aufgliederung nach Regionen 2011
TEUR
2010
TEUR
Bundesrepublik 217.708 197.635
Übrige Länder der EU 136.348 119.575
Übrige Europa 75.577 65.899
Nordamerika 9.899 6.908
Lateinamerika 9.226 6.982
Asien / Pazifik 7.365 5.784
Afrika 2.001 1.536
458.124 404.319

Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen

Die Kosten der umgesetzten Leistungen umfassen die Herstellungskosten der verkauften Erzeugnisse, die Anschaffungskosten der verkauften Handelswaren sowie die Gestehungskosten sonstiger Umsatzerlöse.

Materialaufwand

Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogenen Waren

Der Materialaufwand für den Berichtszeitraum umfasst Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren von 322,9 Mio. EUR (Vorjahr 272,5 Mio. EUR).

Aufwendungen für bezogene Leistungen

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen betragen 63,9 Mio. EUR (Vorjahr 63,7 Mio. EUR).

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Versicherungszahlungen in Höhe von TEUR 13.728 erfasst. Ferner sind Erträge aus der Gewährung eines Investitionszuschusses und Kursgewinne enthalten.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Wesentlichen Aufwendungen für Rückstellungen, Kursverluste, Aufwand aus Anlagenabgängen und Gebühren für das Factoring ausgewiesen.

Periodenfremde Aufwendungen und Erträge

Die periodenfremden Erträge belaufen sich auf TEUR 7.375. Hierin sind insbesondere Erträge aus langfristigen Lieferverträgen enthalten.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind TEUR 786 periodenfremde Beträge enthalten.

Außerordentliche Aufwendungen und Erträge

Aus der Anwendung von Art. 66 und Art. 67 Abs. l bis 5 EGHGB (Übergangsvorschriften zum BilMoG) resultieren außerordentliche Aufwendungen für die Zuführung zu den Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 662.

Steuern vom Einkommen und Ertrag

In den Steuern vom Einkommen und Ertrag ist die Gewerbesteuerrückstellung mit TEUR 1.259 und die Steuern der ausländischen Betriebsstätten ausgewiesen.

Der Posten Steuern vom Einkommen und Ertrag entfällt in voller Höhe auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

Latente Steuern

Die latenten Steuern mindern den Steueraufwand um TEUR 575.

Personalaufwand Mitarbeiter

Personalaufwand 2011
TEUR
2010
TEUR
Löhne und Gehälter 38.087 39.710
Soziale Abgaben 5.509 5.658
Aufwendungen für Altersversorgung 3.764 2.831
47.360 48.199
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt 2011
TEUR
2010
TEUR
Angestellte 234 232
Gewerbliche 335 338
Auszubildende / Praktikanten 18 21
587 591

Anpassungen im Renten- und Einkommenstrend führten zu höheren Aufwendungen für die Altersversorgung. Da im Vorjahr allerdings hohe Aufwendungen aufgrund von Nachzahlungen für in früheren Perioden einbehaltene Entgelte zu verzeichnen waren, lag der Personalaufwand insgesamt unter dem Vorjahreswert.

Anteilsbesitz (§285 Nr. 11 HGB)

VESTOLIT Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, Marl
Anteil % 100
Eigenkapital 31.12.2011 EUR 19.714
Jahresfehlbetrag 2011 EUR - 584

Bezüglich der Angaben zur Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen GmbH & Co. KG, Ahaus (Anteil 25 %) machen wir von § 286 Abs. 3 Satz 2 HGB Gebrauch und unterlassen die Angaben zu Eigenkapital und Jahresergebnis.

Die mit nahestehenden Personen vollzogenen Geschäfte ( i. S. d. § 285 (21) HGB) entsprechen den marktüblichen Bedingungen.

Konzern

Die VESTO PVC Holding GmbH stellt den Konzernabschluss für den kleinsten und gleichzeitig auch größten Kreis von Unternehmen auf, in den die Gesellschaft einbezogen wird.

Der Konzernabschluss ist am Sitz der Gesellschaft in Marl erhältlich.

Hinsichtlich der Verpflichtung zur Aufstellung eines Teilkonzernabschlusses sowie eines Konzernlageberichts nimmt die Gesellschaft die Befreiungsvorschriften gemäß § 291 HGB in Anspruch.

Abschlussprüferhonorar

Im Geschäftsjahr 2011 sind TEUR 90 Abschlussprüfungshonorare und TEUR 9 für andere Bestätigungsleistungen vom bestellten Abschlussprüfer berechnet worden.

Beirat der VESTOLIT Holding GmbH

Im Geschäftsjahr 2011 gehörten dem Beirat der VESTOLIT Holding GmbH an:

Dr. Kurt Kinzius, Vorsitzender

Joe Sinyor, Operating Managing Director, Strategie Value Partners (bis 12. Mai 2011)

Florian Kawohl, Investment Manager, Strategie Value Partners

Dr. Arno Knebelkamp (seit 13. Mai 2011)

Die Mitglieder haben Bezüge in Höhe von TEUR 248 erhalten.

Beirat der VESTOLIT GmbH & Co. KG

Dem Beirat der VESTOLIT GmbH & Co. KG gehörten im Geschäftjahr 2011 die folgenden Mitglieder an:

Dr. Kurt Kinzius, Vorsitzender

Florian Kawohl, Investment Manager, Strategie Value Partners (stellvertretender Vorsitzender)

Eugen Ostkamp, Vorsitzender des Betriebsrats

Dieter Trapp, stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats

Heinz Rengshausen, Vorsitzender des Sprecherausschusses

Die Mitglieder haben Bezüge in Höhe von TEUR 15 erhalten.

Persönlich haftender Gesellschafter / Geschäftsführung

Persönlich haftende Gesellschafterin und Geschäftsführerin ist die VESTOLIT Verwaltungsgesellschaft mbH, Marl, mit einem Stammkapital von 25.000 EUR.

Sie wird vertreten durch ihre Geschäftsführung:

 

Dr. Michael Träger, Haltern am See (Diplom-Ingenieur)

Für die Bezüge der jetzigen und der früheren Mitglieder der Geschäftsführung machen wir von § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch, und unterlassen die Angaben.

 

Marl, 24. Februar 2012

VESTOLIT Verwaltungsgesellschaft mbH

Die Geschäftsführung

Dr. Michael Träger

Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2011
TEUR
Zugänge
TEUR
Abgänge
TEUR
Umbuchungen
TEUR
31.12.2011
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 392 0 0 0 392
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.432 362 0 0 4.794
4.824 362 0 0 5.186
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 29.939 233 0 23 30.195
2. Technische Anlagen und Maschinen 292.423 4.602 3.745 2.182 295.462
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.374 325 11 2 3.690
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 3.486 4.384 0 - 2.207 5.663
329.222 9.544 3.756 0 335.010
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 25 0 0 0 25
2. Beteiligungen 1.440 0 0 0 1.440
1.465 0 0 0 1.465
335.511 9.906 3.756 0 341.661
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2011
TEUR
Zugänge
TEUR
Abgänge
TEUR
31.12.2011
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 52 79 0 131
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3231 369 3.600
3.283 448 0 3.731
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 12.713 940 0 13.653
2. Technische Anlagen und Maschinen 193.351 15.284 3.598 205.037
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.711 266 11 2.966
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0
208.775 16.490 3.609 221.656
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 0 0
2. Beteiligungen 153 0 0 153
153 0 0 153
212.211 16.938 3.609 225.540
Buchwerte
31.12.2011
TEUR
31.12.2010
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 261 340
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.194 1.201
1.455 1.541
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 16.542 17.226
2. Technische Anlagen und Maschinen 90.425 99.072
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 724 663
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 5.663 3.486
113.354 120.447
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 25 25
2. Beteiligungen 1.287 1.287
1.312 1.312
116.121 123.300

Lagebericht zum Geschäftsjahr 2011

A. Geschäftsverlauf und Rahmenbedingungen

In 2011 legte die Nachfrage nach chemischen Produkten in nahezu allen Bereichen und Regionen nur leicht zu. Während in der deutschen Chemieindustrie die Produktion um 1,2 % zulegte, fiel der Anstieg im Bereich der Kunststoffe mit 2,3 % leicht besser aus. Die nur schwach gestiegene Nachfrage machte es den Unternehmen schwerer, steigende Roh Stoff kosten an die Kunden weiter zu geben.

Der Bereich PVC liegt dabei - wie bereits in 2010 - hinter den sonstigen Kunststoffen zurück. Obwohl der Gesamtabsatz der europäischen PVC-Industrie um 0,7 % stieg, lagen die Verkäufe in Deutschland und Europa (EU 27) unter Vorjahr.

1. Marktentwicklung

Anders als in Europa stieg in 2011 die weltweite Nachfrage nach PVC. Dabei wurde das Niveau der Spitzen-Jahre 2007/08 in Asien erstmals wieder übertroffen. An dieser Entwicklung konnten die europäischen PVC - Produzenten sowohl bei den thermoplastischen Anwendungen als auch beim Pasten-PVC partizipieren und so die Nachfrageschwäche in Deutschland und der EU 27 kompensieren. Erfreulich verlief die Entwicklung insbesondere bei der Nachfrage der Automobilindustrie. Die Anlagenauslastung lag in 2011 bei 83 % und damit leicht über Vorjahr. Aufgrund weiterhin vorhandener Überkapazitäten blieben die Margen auf einem unbefriedigend niedrigen Niveau.

Die schwache Nachfrage nach Chlorderivaten insbesondere im 2. Halbjahr 2011, führte zu einer angebotsseitigen Verknappung des Kuppelprodukts Natronlauge. Zusätzlich war das Geschäftsjahr geprägt durch eine gute Exportnachfrage aus Übersee. In der Folge stieg auch der Laugepreis deutlich und erreichte zu Beginn des vierten Quartals 2011 seinen Höchstpunkt.

2. Geschäftsverlauf VESTOLIT GmbH & Co. KG

Bei VESTOLIT war der Produktionsverbund im Geschäftsjahr 2011 noch beeinträchtigt durch einen Schaden in Teilen der Chlor-Elektrolyse-Anlage, hervorgerufen durch einen Blitzschlag in eine Überlandleitung des Netzbetreibers im Juli des Vorjahres.

Für den entstandenen Schaden besteht eine branchenübliche Sachsubstanz- und Ertragausfallversicherung.

a) Absatz

Die Absatzmengen der VESTOLIT GmbH & Co. KG ("VESTOLIT") entwickelten sich wegen des Ausfalls der oben beschriebenen Anlagen in Summe aller PVC-Typen schwächer als der Branchendurchschnitt. Im Jahresverlauf hat die Gesellschaft ihren Absatz bei Pasten-PVC gegenüber dem Vorjahr allerdings leicht steigern können.

Der PVC-Absatz von insgesamt 332 kt lag um 9 kt (2,7 %) unter dem Vorjahr. Dabei konnte die Gesellschaft an der positiven Marktentwicklung im ersten Halbjahr nur bedingt partizipieren. Nach Wiederherstellung der vollen Produktionsverfügbarkeit begrenzte im zweiten Halbjahr die konjunkturell schlechtere Nachfrage nach S-PVC das Absatzwachstum.

Im Bereich der Monomere konnten die Absätze bei nahezu allen Produktgruppen gesteigert werden. Der Absatz der Natronlauge stieg um 11 kt (5,3 %), während sich die Absatzmengen bei den Alkylchloriden um etwa 14 % erhöhten.

b) Umsatz-, Preis- und Mengenentwicklung

Die Gesellschaft erzielte 2011 Umsatzerlöse von insgesamt 458 Mio. EUR. Das sind 13,3 % mehr als in 2010. Davon entfallen rd. 77 % (Vorjahr 78 %) auf die Europäische Gemeinschaft, während rd. 23 % (Vorjahr 22 %) in Länder außerhalb der Europäischen Gemeinschaft exportiert wurden.

Innerhalb des PVC-Umsatzes stiegen die Umsätze im Bereich Extrusion um 2 % und im Bereich Pasten-PVC um 15 %. Der Umsatz im Bereich der Monomere lag um 32 % höher als Vorjahr.

Die Einsatzfaktoren Ethylen und Energie machen den weitaus größten Teil der gesamten Herstellungskosten aus. Die Ethylen-Kosten stiegen im Wesentlichen aufgrund des Preisanstiegs im ersten Halbjahr des Jahres deutlich um 21 % im Vergleich zum Vorjahr an. Die Energiekosten stiegen insbesondere wegen höherer Preise für Strom und Primärenergie um 14,2 Mio. EUR (17,8 %). Weiterhin war der EDC-Zukauf durch den andauernden Ausfall von Teilen der Chlor-Elektrolyse erhöht.

c) Produktion

Trotz der bis in das zweite Halbjahr eingeschränkten Verfügbarkeit der Chlor-Elektrolyse lag die Produktion der VESTOLIT-Anlagen im ersten Halbjahr um 3,5 % über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Auslastung der Produktionsanlagen konnte im gesamten Jahresverlauf, einerseits durch eine Optimierung des Rohstoffeinkaufs und andererseits durch schadensmindernde technische Maßnahmen, in der Chlorerzeugung und den Folgestufen auf knapp unter 80 % gehalten werden. Die beschädigten Transformatoren sind nach zwischenzeitlicher Reparatur seit August 2011 in Betrieb.

d) Investitionen

Wie im Vorjahr wurden neben notwendigen Ersatzinvestitionen auch Projekte zur verbesserten Anlagenverfügbarkeit und zur Kostenreduzierung umgesetzt. Hierfür wurden 2011 2,4 Mio. EUR (Vorjahr 3,0 Mio. EUR) investiert, während für Erhaltungs- und Ersatzinvestitionen 7,5 Mio. EUR (Vorjahr 6,8 Mio. EUR) aufgewendet wurden. Die Abschreibungen von 16,9 Mio. EUR (Vorjahr 20,5 Mio. EUR) lagen erneut über den Zugängen zum Anlagevermögen.

e) Personal und Soziales

Der Personalbestand inklusive Auszubildenden lag zum Jahresende bei 590 Mitarbeitern (Vorjahr 588). 358 (Vorjahr 357) sind gewerbliche Mitarbeiter und 232 (Vorjahr 231) Angestellte. Die Zahl der Auszubildenden veränderte sich von im Vorjahr 21 auf 19 im laufenden Jahr. Derzeit befinden sich 10 Mitarbeiter (Vorjahr 26) in Altersteilzeit. 10 Mitarbeiter (Vorjahr 23) sind in der Freistellungsphase der Altersteilzeit. In 2011 ereigneten sich zwei meldepflichtige Arbeitsunfälle.

f) Umweltschutz und Qualitätsmanagement

Im Berichtsjahr 2011 wurde das integrierte Managementsystem im Rahmen einer externen Begutachtung gemäß den Normforderungen ISO 9001:2008 und ISO 14001:2005 sowie den EMAS-Anforderungen erfolgreich überprüft.

B. Darstellung der Lage

1. Ertragslage

Im Berichtsjahr wurden Umsatzerlöse von 458 Mio. EUR (Vorjahr 404 Mio. EUR) erzielt. Bei Herstellungskosten von 396 Mio. EUR (Vorjahr 370 Mio. EUR) ergibt sich ein Bruttoergebnis von 62 Mio. EUR (Vorjahr 34 Mio. EUR) und damit eine Bruttomarge von 16 % (Vorjahr 9 %). Vertriebs-, Forschungs- und Verwaltungskosten liegen mit 59 Mio. EUR auf Vorjahresniveau (58 Mio. EUR) und entsprechen 12,8 % (Vorjahr 14,2 %) der Umsatzerlöse.

Der Materialaufwand ohne die bezogenen Leistungen betrug 323 Mio. EUR (Vorjahr 273 Mio. EUR). Das sind 70 % (Vorjahr 68 %) vom Umsatz. Der Personalaufwand verringerte sich von 48 Mio. EUR im Vorjahr auf 47 Mio. EUR und lag bei 10 % (Vorjahr 12 %) vom Umsatz.

Die Abschreibungen lagen mit 16,9 M io. EUR auf einem deutlich geringeren Stand als noch im Vorjahr. Sie machen damit 3,7 % (Vorjahr 5,1 %) der Umsätze aus.

Die sonstigen betrieblichen Erträge liegen mit 23,8 Mio. EUR niedriger als im Vorjahr (28,3 Mio. EUR). Sie enthalten insbesondere Kompensationsleistungen des Versicherers. Darüber hinaus sind neben periodenfremden Erträgen auch Kursgewinne und Erträge aus der Auflösung passivierter Zuschüsse enthalten.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen 5,6 Mio. EUR (Vorjahr 5,0 Mio. EUR) enthalten vor allem Kursverluste, Mindererlöse aus Anlagenabgängen und Factoringgebühren.

Das Betriebsergebnis beträgt 22,0 Mio. EUR (Vorjahr 0,1 Mio. EUR). Das Zinsergebnis verbesserte sich leicht auf -6,1 Mio. EUR (Vorjahr -7,2 Mio. EUR).

Die Beteiligungserträge lagen bei 2,5 Mio. EUR (Vorjahr 4,9 Mio. EUR).

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verbesserte sich um 20,6 Mio. EUR. Außerordentlichen Aufwendungen in Höhe von 0,7 Mio. EUR resultieren aus der nach BilMoG erforderlichen Anpassung der Pensionsrückstellungen. Danach verbleibt ein Jahresüberschuss von 16,7 Mio. EUR und damit eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr (Jahresfehlbetrag 1,2 Mio. EUR).

Das EBITDA 1) liegt mit 42,0 Mio. EUR um 15,3 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau von 26,7 Mio. EUR.

1 gemäß der im internen Reporting verwendeten Definition

2. Finanzlage

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erhöhte sich der Bestand an liquiden Mitteln um 4,7 Mio. EUR auf 10,5 Mio. EUR

Sämtliche Verpflichtungen gegenüber den Banken und anderen Kapitalgebern konnten wie auch im Vorjahr bedient werden. Die Bankenverschuldung konnte durch Tilgung um 8,0 Mio. EUR gesenkt werden. Durch Entnahmen aus der Kapitalrücklage in Höhe von 5,3 Mio. EUR wurden Mittel an die oberste Konzerngesellschaft VESTO PVC Holding GmbH abgeführt. Aus dem Jahresüberschuss des laufenden Geschäftsjahres hat die VESTOLIT Holding GmbH im Dezember 2011 8,5 Mio. EUR entnommen, von denen 7,9 Mio. EUR als Darlehnstilgung an die VESTOLIT GmbH & Co. KG zurückflössen. Der Differenzbetrag in Höhe von 0,6 Mio. EUR wurde an die VESTO PVC Holding GmbH weitergereicht. Der Betrag von 5,9 Mio. EUR aus den Entnahmen aus Kapitalrücklage und Jahresüberschuss wurde von der VESTO PVC Holding zur Bedienung des Fremdkapitals eingesetzt. Des Weiteren wurden Investitionen in Höhe von 9,9 Mio. EUR getätigt.

Die Betriebsmittellinie von 15,0 Mio. EUR wurde im Berichtsjahr regelmäßig vorübergehend in unterschiedlichen Teilbeträgen genutzt und war neben der geringen Nutzung von Avallinien am Jahresende nicht in Anspruch genommen (Vorjahr Inanspruchnahme 4,3 Mio. EUR).

Die mit den Banken vereinbarten Kennzahlen (Covenants) wurden in 2011 eingehalten.

3. Vermögenslage

Die Bilanzsumme hat sich Ende 2011 um 10,2 Mio. EUR auf 212,1 Mio. EUR verringert. Die Abschreibungen überstiegen die Neuzugänge, so dass sich das Anlagevermögen um 7,2 Mio. EUR auf 116,1 Mio. EUR verminderte.

Die sonstigen Vermögensgegenstände gingen im Wesentlichen wegen der im Vorjahr hier ausgewiesenen Forderung gegen die Versicherung um 8,7 Mio. EUR zurück. In den sonstigen Vermögensgegenständen sind u. a. Steuererstattungsansprüche und Forderungen an das Hauptzollamt aus Energiesteuern enthalten.

Die aktiven latenten Steuern betragen 7,9 Mio. EUR (Vorjahr 7,3 Mio. EUR).

Die Vorräte erreichten einen um 10,8 Mio. EUR höheren Bestandswert als im Vorjahr.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen etwas unter dem Vorjahreswert.

Das Eigenkapital (ohne eigenkapitalähnliche Mittel in Höhe von 10 Mio. EUR aus Mezzanine und 10,8 Mio. EUR Zuschüssen) erhöhte sich um 2,9 Mio. EUR. Trotz Entnahmen aus der Kapitalrücklage in Höhe von 5,3 Mio. EUR und einer Vorabdividende in Höhe von 8,5 Mio. EUR wurde damit die Eigenkapitalbasis gestärkt, zumal 7,9 Mio. EUR der Vorabdividende an die Gesellschaft als Tilgung des an die VESTOLIT Holding GmbH gewährten Darlehens zurückflössen. Ermöglicht wurde dies durch den hohen Jahresüberschuss von 16,7 Mio. EUR.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich um 2,2 Mio. EUR auf 74,1 Mio. EUR und die langfristigen Verbindlichkeiten verringerten sich um 18,7 Mio. EUR auf 42,1 Mio. EUR.

Die Verbindlichkeiten aus Nachrangdarlehen (Mezzanine) betragen wie im Vorjahr 10 Mio. EUR. Die sonstigen Verbindlichkeiten (3,6 Mio. EUR) enthalten die noch abzuführende Lohnsteuer und Verbindlichkeiten aus Nutzungsrechten für Soleleitungen.

Die Rückstellungen (45,2 Mio. EUR, davon 32,9 Mio. EUR langfristig) lagen um 4,5 Mio. EUR höher als Ende 2010. Dies lag im Wesentlichen an den aufgrund geänderter Annahmen zu Renten- und Gehaltstrends gestiegenen Pensionsrückstellungen.

Zur Anlagenfinanzierung wurde im Jahr 2006 ein Investitions-Zuschuss des Landes NRW von 2,1 Mio. EUR gewährt, der zusammen mit einem in 2004 gewährten aus dem Verkaufsvertrag von 1999 resultierendem Zuschuss von 13,7 Mio. EUR als Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen ist. Der Posten wird zeitanteilig seit Inbetriebnahme der neuen Elektrolyse parallel zu den Abschreibungen gewinnerhöhend aufgelöst.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine wesentlichen Leasing-, Miet- oder Pachtverträge abgeschlossen. Bezüglich der bestehenden Verträge wird auf die Angaben im Anhang verwiesen.

C. Forschung und Entwicklung

VESTOLIT betreibt vor allem in den Segmenten Fenster- und Pasten-PVC laufende Produktentwicklungen und Produktverbesserungen um den Kundenanforderungen gerecht zu werden und sich im Wettbewerb zu differenzieren. Als Forschungs- und Entwicklungskosten sind 5,0 Mio. EUR (Vorjahr 4,5 Mio. EUR) ausgewiesen.

D. Zweigniederlassungen

Die Gesellschaft unterhält Vertriebsbüros als Betriebsstätten in Italien, Belgien und den Niederlanden sowie eine Repräsentanz in Moskau / Russland.

E. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag, die zum 31. Dezember 2011 hätten bilanziell berücksichtigt werden müssen, waren nicht zu verzeichnen.

F. Risiken / Chancen / Compliance

VESTOLIT bekennt sich zu einer risikobewussten Unternehmensführung, bei der die Sicherung des Gesamtunternehmens höchste Priorität hat. Diesem Grundsatz wird durch umfassende Richtlinien und Regelungen Rechnung getragen.

Wie im Vorjahr lag der Schwerpunkt des Risikomanagements im Forderungsmanagement. Dort wurde das Monitoring der ungesicherten Kundenforderungen entsprechend der gestiegenen Risikolage durch Implementierung einer standardisierten Software nochmals intensiviert.

Weiterhin wurden sämtliche bisher festgestellten Risiken überarbeitet und dazugehörige "Risiko-Steckbriefe" aktualisiert oder durch neue Risiken ergänzt.

Spätestens seit August 2011 befinden sich alle durch den Blitzschlag beschädigten Transformatoren vor Ort in Betrieb. Über den Bilanzstichtag hinaus steht eine abschließende Beurteilung durch Hersteller, Versicherer und Sachverständige noch aus.

VESTOLIT fühlt sich der Einhaltung sämtlicher gesetzlichen und behördlichen Vorgaben verpflichtet. Um dieses auch systematisch zu begleiten, wurde das im Vorjahr implementierte Compliance-Management für die in- und ausländischen Bereiche weiter intensiviert. Besondere Vorkommnisse waren nicht zu verzeichnen.

Bestandsgefährdende Risiken sind derzeit nicht erkennbar.

1. Marktentwicklung

Das PVC-Geschäft ist generell zyklisch ausgeprägt. Diese Schwankungen in der Ertragskraft lassen sich zunächst auf die Konjunkturentwicklung in den wichtigsten Abnehmerbranchen der Bauindustrie und (zu einem geringen Teil) der Automobilindustrie zurückführen.

Außerdem spielen der Ausgleich von Angebot und Nachfrage von PVC sowie Verfügbarkeit und Preise der Rohstoffe eine grundlegende Rolle in der Geschäftsentwicklung. Da aber VESTOLIT in der Rohstoffversorgung stark rückintegriert ist und sich auf spezielle Produktsegmente konzentriert hat, sind die Zyklen weniger stark ausgeprägt als bei einer Reihe von Wettbewerbern. Dennoch können kurzfristige, starke Schwankungen sowohl der Natronlauge als auch der Ethylen-Preise, verstärkt durch die Unsicherheiten an den Weltmärkten für Primärenergien, einen erheblichen temporären Einfluss auf die Ertragssituation haben. Das Jahr 2011 hat gezeigt, dass die schwache Nachfrage nach Chlorderivaten insbesondere im 2. Halbjahr 2011 zu einer deutlichen Verknappung des Kuppelprodukts Natronlauge geführt hat. In der Folge stieg der Laugepreis deutlich an. Dies zusammen mit einer besseren Nachfragesituation nach anderen Monomer-Produkten trug wesentlich zur Ergebnisverbesserung bei. Die Nachfrage nach PVC stieg gegenüber dem Vorjahr demgegenüber nur leicht, so dass die Margen - insbesondere für thermoplastische Anwendungen - nicht gesteigert werden konnten und nach wie vor auf einem unauskömmlichen Niveau liegen.

2. Risiken bei Einsatz von Finanzinstrumenten

Da die Finanzierung überwiegend durch Darlehen auf EURIBOR - Basis beruht, ist das Unternehmen grundsätzlich Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Hier bestehen über den Stichtag hinaus umfangreiche Zinssicherungsgeschäfte. Aktuell profitiert das Unternehmen von den stark gesunkenen Zinssätzen. Auch in Zukunft werden Instrumente zur Zinssicherung genutzt werden, um das Risiko von Zinserhöhungen zu begrenzen.

Bezüglich der gelegentlich im Absatzbereich entstehenden Währungsrisiken versucht die Gesellschaft, diese durch kurze Forderungslaufzeiten gering zu halten. In allen anderen Fällen werden in der Regel Instrumente zur Absicherung gegen Währungsrisiken genutzt.

In Ausübung des Wahlrechts nach § 254 HGB werden keine bilanziellen Bewertungseinheiten gebildet.

3. Chancen

Chancen bestehen in einer schnelleren Wiederbelebung der europäischen Bauindustrie mit entsprechenden Auswirkungen auf die PVC Mengen und Margen, sowie eine Fortführung der Verbesserung energiepolitischer Rahmenbedingungen für energieintensive Unternehmen (umfangreiche Entlastung von Netznutzungsentgelten, Vergütung von Abschaltbarkeiten und Kompensation indirekter CO2-Kosten).

G. Prognosebericht

Wir weisen darauf hin, dass es sich im Folgenden zum Teil um zukunftsbezogene Aussagen handelt. Die tatsächlichen Ergebnisse können wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen, wenn gewisse Unsicherheiten eintreten oder sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als nicht zutreffend erweisen.

Die Nachfrage nach PVC ist seit der 2. Jahreshälfte 2011 leicht rückläufig. Entsprechend werden die gegenwärtigen Margen weiterhin als unzureichend angesehen. Angesichts der zu Jahresbeginn saisonbedingt niedrigeren Nachfrage wird sich eine nachhaltige Steigerung der Margen erst im Laufe des Jahres 2012 umsetzen lassen. Risikofaktoren hierbei sind ein weiterer möglicher Nachfragerückgang oder ein Angebotsüberhang durch Überkapazitäten insbesondere in den globalen Märkten. Bezüglich der Preisentwicklung bei Rohstoffen und Energien werden keine signifikanten Schwankungen im Jahr 2012 erwartet. Positiv auf die Kostensituation bei Energien werden sich gesetzgeberische Maßnahmen auswirken, die die enormen Belastungen unserer energieintensiven Produktion aus der Vergangenheit zum Teil kompensieren werden.

Bezüglich der Ergebnisentwicklung in 2012 gehen wir davon aus, dass die in anderen Bereichen der Chemischen Industrie bereits etablierte Konjunkturerholung auch im PVC-Bereich eine verstärkte positive Wirkung zeigt.

Die Gesellschaft rechnet daher, trotz steigender Fixkosten, für 2012 mit einem steigenden Jahresüberschuss in einer ähnlichen Größenordnung wie 2011, und einem Anstieg in 2013.

Unter Berücksichtigung der getroffenen Risikovorsorge und verschiedener Maßnahmen auf der Absatz- und der Kostenseite werden aus heutiger Sicht die mit den Banken vereinbarten Kennzahlen (Covenants) in den Folgejahren eingehalten.

Nachdem die drastischen Auswirkungen der Finanzkrise überwunden sind, rechnet die Gesellschaft wieder, entsprechend ihrer Mittelfristplanung, mit stark verbesserten Ergebnissen und finanziellen Überschüssen. Die Gründe liegen vor allem in der abnehmenden Verschuldung, einer verbesserten Kostenstruktur sowie steigenden Beteiligungserträgen.

Wie die jüngste Vergangenheit gezeigt hat, ist das Unternehmen mit seiner Marktstellung und den umgesetzten Effizienzverbesserungen unempfindlicher gegen konjunkturelle und branchenbedingte Risiken geworden.

 

Marl, 24. Februar 2012

VESTOLIT Verwaltungsgesellschaft mbH

Die Geschäftsführung

Dr. Michael Träger

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