Stammdaten

Register
Amtsgericht Mannheim HRB 710100
Vorher
Hesse Newman & Co. Aktiengesellschaft
Eingetragen
28.8.2000
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsBeteiligungsgesellschaftenKreditinstitute mit Sonderaufgaben
Gegenstand
Der Betrieb von Bankgeschäften gemäß § 1 Abs. 1 Satz 2 Nrn. 1 bis 11 KWG mit Ausnahme von Nr. 1 a sowie das Erbringen von Finanzdienstleistungen gemäß § 1 Abs. 1 a Satz 2 Nrn. 1 und 1a sowie gemäß den Nrn. 2 bis 10 KWG.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Erik Tristan Kunkel
seit 5.5.2025
Prokura
Prokura
Marius Reiß
seit 14.11.2024
Prokura
Manuel Roth
seit 2.8.2024
Prokura
Vorstandsmitglied
Fatih Arslanbey
seit 6.6.2023
Prokura
Jonas Ebler
seit 5.7.2022
Prokura
Andrea Rott
seit 9.3.2022
Prokura
Panajota Stenos
seit 9.3.2022
Prokura
Prokura
Oliver Dr. Recklies
seit 5.11.2021
Vorstandsmitglied
Marcus Wormuth
seit 12.5.2017
Prokura

Beteiligungen

NameAnteil
13.71%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

GRENKE BANK AG

Baden-Baden

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024

Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2024

Das Geschäftsjahr 2024 war für die GRENKE BANK AG ein Erfolg. Im Namen des Aufsichtsrats möchte ich mich beim Vorstand und bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der GRENKE BANK AG für ihren Einsatz bedanken.

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2024 sämtliche ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen und die erforderlichen Beschlüsse gefasst. Den Vorstand hat er bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung überwacht. Der Aufsichtsrat war in allen Entscheidungen, die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen waren, eingebunden.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat regelmäßig über alle wesentlichen Aspekte der Geschäftsentwicklung sowie über die aktuelle Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements. Im Berichtsjahr kam der Aufsichtsrat zu sieben Sitzungen zusammen, wovon 5 Sitzungen aus Nachhaltigkeitsgründen virtuell als Videokonferenz abgehalten wurden. Der Schwerpunkt der Sitzungen im Geschäftsjahr 2024 betraf die operativen Herausforderungen in politisch ebenso wie wirtschaftlich erneut bewegten Zeiten. Darüber hinaus wurden aufsichtsrechtliche und regulatorische Themen und Prüfungsergebnisse intensiv erörtert. Neben der Geschäftsentwicklung, dem Risikocontrolling und den Compliance-Berichten hat der Aufsichtsrat sich vor allem mit Fragen der Geschäftspolitik, der Unternehmensplanung sowie der weiteren strategischen Ausrichtung der GRENKE BANK AG beschäftigt.

Regelmäßiger Bestandteil der Aufsichtsratssitzungen war die Erörterung der Berichte des Vorstands zu Fragen der Unternehmensstrategie und der aktuellen Geschäftsentwicklung, der Stand der Prüfungshandlungen, das implementierte Interne Kontrollsystem, die Diskussion von Vertriebsentwicklung und Verwaltungsthemen, der Stand der Unternehmensplanung sowie Fragen der Personalentwicklung.

Der Aufsichtsrat hat aus seiner Mitte einen Prüfungsausschuss gebildet. Der Prüfungsausschuss tagte im Berichtsjahr insgesamt vier Mal. Aus den Sitzungen ist dem Gesamtaufsichtsrat berichtet worden. Der Prüfungsausschuss hat die Sitzung des Aufsichtsrats zur Feststellung des Jahresabschlusses und zur Billigung des Jahresabschlusses 2024 am 07.03.2025 vorbereitet. Der Prüfungsausschuss hat sich dabei intensiv und im Beisein der Wirtschaftsprüfer mit dem Jahresabschluss befasst. Der Prüfungssauschuss hat im Geschäftsjahr 2024 keine Erkenntnisse erlangt, die die Unabhängigkeit des Prüfers oder die Qualität der Abschlussprüfung in Frage stellten.

Der Prüfungsausschuss befasste sich in erster Linie mit der Prüfung der Rechnungslegung, der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie der Abschlussprüfung und der Compliance. Hierzu werden auch die KWG-Compliance und das Hinweisgebersystem gezählt. Die Ausschussmitglieder verfügen über ausreichende Kenntnisse auf diesen Gebieten.

In regelmäßigen Abständen führt der Aufsichtsrat eine Bewertung der Effizienz seiner Tätigkeit sowie der Tätigkeit der Ausschüsse durch. Grundlage der Bewertung ist ein unternehmensspezifischer, umfassender Fragenkatalog. Der Fragebogen behandelt unterschiedliche relevante Themengebiete der Tätigkeiten des Aufsichtsrats weitläufig, sowohl quantitativ als auch qualitativ und wird bei Bedarf jährlich angepasst. Darüber hinaus haben die Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2024 jeweils individuell an relevanten Fortbildungsmaßnahmen teilgenommen.

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024 wurde von der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft. Die Rechnungslegung im Jahresabschluss der GRENKE BANK AG erfolgte nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) und unter Berücksichtigung der Rechnungslegungsvorschriften für Kreditinstitute. Die Prüfung des handelsrechtlichen Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2024 wurde nach den Vorschriften des § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten Grundsätze ordnungsmäßiger Jahresabschlussprüfung vorgenommen. Der Jahresabschluss der GRENKE BANK AG für das Geschäftsjahr 2024 ist mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.

Das Geschäftsjahr 2024 war ereignisreich für die GRENKE BANK AG und weiterhin geprägt von der zielgerichteten Abarbeitung von Prüfungsergebnissen. Die Organisation, Struktur und Prozesse der Bank wurden auch in 2024 an die zukünftigen Herausforderungen und steigenden aufsichtsrechtlichen Erfordernisse kontinuierlich angepasst. Damit sind die Voraussetzungen gegeben, dass sich die Bank zukünftig wieder vollkommen auf ihre Kernaufgaben konzentrieren kann.

 

Baden-Baden, 10. März 2025

Dr. Ljiljana Mitic, Vorsitzende des Aufsichtsrats der GRENKE BANK AG

Bilanz zum 31.Dezember 2024

Aktiva

Vorjahr
T€
1. Barreserve
a) Kassenbestand 0,00 0
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken 790.710.693,40 790.710.693,40 484.721
darunter: bei der Deutschen Bundesbank € 790.710.693,40 (i.Vj. T€ 484.721)
2. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 8.712.418,59 14.749
b) andere Forderungen 2.704,38 8.715.122,97 69
3. Forderungen an Kunden 1.831.753.365,42 1.529.553
darunter: durch Grundpfandrechte gesichert € 0,00 (i. Vj. T€ 0) Kommunalkredite € 0,00 (i. Vj. T€ 0)
4. Beteiligungen 500.050,00 0
darunter: an Kreditinstituten € 0,00 (i. Vj. T€ 0) an Finanzdienstleistungsinstituten € 0,00 (i. Vj. T€ 0)
5. Treuhandvermögen 30.007.524,67 35.074
darunter: Treuhandkredite € 30.007.524,67 (i. Vj. T€ 35.074)
6. Leasingvermögen 23.358.782,11 22.431
7. Immaterielle Anlagewerte:
b) Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 760.936,95 722
8. Sachanlagen 308.550,81 375
9. Sonstige Vermögensgegenstände 18.932.458,59 12.613
10. Rechnungsabgrenzungsposten 1.013.243,53 557
Summe der Aktiva 2.706.060.728,45 2.100.865

Passiva

Vorjahr
T€
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 1.094.634,92 271
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 18.213.713,30 19.308.348,22 39.199
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden andere Verbindlichkeiten
a) täglich fällig 176.992.970,38 192.186
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 2.131.003.700,78 2.307.996.671,16 1.493.854
3. Treuhandverbindlichkeiten 30.007.524,67 35.074
darunter: Treuhandkredite € 30.007.524,67 (i. Vj. T€ 35.074)
4. Sonstige Verbindlichkeiten 40.023.709,23 30.439
5. Rechnungsabgrenzungsposten 3.033.077,01 3.000
6. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.450.351,00 1.546
b) Steuerrückstellungen 447.782,70 491
c) andere Rückstellungen 4.793.264,46 6.691.398,16 9.805
7. Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals 0,00 0
8. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 50.000.000,00 50.000
b) Kapitalrücklage 244.000.000,00 244.000
c) Gewinnrücklagen
ca) gesetzliche Rücklage 2.766.095,47 1.000
cd) andere Gewinnrücklagen 2.233.904,53 0
d) Bilanzgewinn/Bilanzverlust 0,00 299.000.000,00 0
Summe der Passiva 2.706.060.728,45 2.100.865
Vorjahr
T€
1. Eventualverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und aus Gewährleistungsverträgen 86.670,32 101
2. Andere Verpflichtungen
Unwiderrufliche Kreditzusagen 6.967.552,21 7.360

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2024 bis 31. Dezember 2024

Vorjahr
EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus Kredit- und Geldmarktgeschäften 127.857.501,12 92.254
2. Negative Zinsen aus Kredit- und Geldmarktgeschäften 0,00 0
3. Zinsaufwendungen 54.961.184,31 34.454
4. Positive Zinsen auf Einlagen 0,00 72.896.316,81 0
5. Leasingerträge 12.456.731,30 11.145
6. Leasingaufwendungen 2.540.917,37 9.915.813,93 2.249
7. Laufende Erträge aus Beteiligungen 0,00 0
8. Provisionserträge 3.238.394,30 3.038
9. Provisionsaufwendungen 3.207.920,02 30.474,28 3.330
10. Sonstige betriebliche Erträge 7.738.613,46 6.720
11. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 9.488.585,60 8.492
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.647.136,59 11.135.722,19 1.490
darunter: für Altersversorgung € 223.089,10 (i. Vj. T€ 227)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 13.497.748,43 24.633.470,62 13.456
12. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen
a) auf Leasingvermögen 6.226.928,33 5.742
b) auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 550.852,08 6.777.780,41 238
13. Sonstige betriebliche Aufwendungen 309.533,78 255
14. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 23.926.533,45 21.452
15. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 500.000,00 0
16. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 35.433.900,22 22.000
17. Außerordentliche Erträge 0,00 0
18. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
19. Außerordentliche Ergebnis 0,00 0,00 0
20. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 111.990,84 493
21. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 13 ausgewiesen 0,00 111.990,84 0
22. Erträge aus Verlustübernahme 0,00 0
23. Auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder eines Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 31.321.909,38 21.507
24. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 4.000.000,00 0
25. Entnahmen aus Gewinnrücklagen
a) aus der gesetzlichen Rücklage 0,00 0
b) aus anderen Gewinnrücklagen 0,00 0,00 0
26. Einstellungen in Gewinnrücklagen
a) in die gesetzliche Rücklage 1.766.095,47 0
b) in andere Gewinnrücklagen 2.233.904,53 4.000.000,00 0
27. Bilanzgewinn 0,00 0

Anhang für das Geschäftsjahr 2024

I. Allgemeine Hinweise

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 340 ff. HGB, den Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften. Der Jahresabschluss besteht aus der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung sowie einem Anhang. Darüber hinaus wurde ein Bericht über die Lage der Gesellschaft gemäß § 289 HGB i.V.m. § 340a HGB aufgestellt. Die GRENKE BANK AG, Baden-Baden, ist beim Amtsgericht Mannheim im Handelsregister, Abteilung B, unter der Nummer 710100 eingetragen. Der Jahresabschluss ist unter der Annahme der Unternehmensfortführung gem. § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB aufgestellt worden.

Das Gliederungsschema der RechKredV wurde gemäß § 265 Abs. 5 Satz 2 HGB um die Bilanzposten "Leasingvermögen" und", "Leasingerträge" und "Leasingaufwendungen" ergänzt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Die Barreserve wird zum Nennwert angesetzt.

Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden werden mit dem Nennwert oder niedrigeren Anschaffungskosten zuzüglich Zinsabgrenzungen ausgewiesen. Einzelwertberichtigungen sowie pauschalierte Einzelwertberichtigungen für akute Risiken und Pauschalwertberichtigungen für latente Risiken werden von den Forderungen an Kunden aktivisch abgesetzt.

Die Forderungen an Kunden resultierend aus dem konzerninternen Ankauf von Leasingforderungen (Forderungsankauf) werden vermindert um den zeitanteiligen Kaufpreisabschlag ausgewiesen.

Sofern Leistungsstörungen auf Kreditforderungen auftreten, werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Leistungsstörungen liegen vor, sobald der Kreditnehmer seine vertraglichen Zins- und/oder Tilgungsleistungen nicht fristgerecht erbracht hat und die Frist der zweiten Mahnung ohne Ausgleich verstrichen ist. Produktabhängig werden gestundete Zinsen als Forderung aktiviert und der Zinsertrag vereinnahmt. Sicherheiten in Form von verpfändeten Gesellschaftsanteilen wurden infolge eines fehlenden objektiven Verkehrswertes in der Regel nicht berücksichtigt.

Die Bank entschied sich im Rahmen des Jahresabschluss 2020 zu einer freiwilligen Anwendung des BFA 7. Die Pauschalwertberichtigung wird anhand der aus IFRS 9 Stufe 1 und Stufe 2 ermittelten Werte ohne den Abzug erhaltener Bonitätsprämien gebildet. Für performende Verträge in Stufe 3 wurden keine Wertberichtigungen vorgenommen.

Beteiligungen werden mit den Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten aktiviert. Sofern eine voraussichtlich dauerhafte Wertminderung vorliegt, erfolgt eine Bewertung auf den niedrigeren beizulegenden Wert. Eine Wertaufholung ist vorzunehmen, wenn die Gründe nicht mehr bestehen.

Das Leasingvermögen, die immateriellen Anlagewerte und die Sachanlagen sind zu Anschaffungskosten angesetzt und werden, soweit abnutzbar, um lineare planmäßige Abschreibungen in Anlehnung an die offiziellen steuerlichen Abschreibungstabellen vermindert. Bei den immateriellen Anlagewerten wurden die Herstellungskosten der Entwicklung aktiviert. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 800,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt.

Treuhandvermögen und Treuhandverbindlichkeiten werden mit dem Nennwert ausgewiesen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bzw. niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben ausgewiesen, die vor dem Abschlussstichtag entstanden sind und Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach dem Barwert- Verfahren anhand versicherungsmathematischer Grundsätze unter Verwendung der "Richttafeln 2018 G" errechnet und mit dem handelsrechtlich zulässigen Verpflichtungsumfang angesetzt. Für die Abzinsung wird gem. § 253 Abs. 2 HGB pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz der letzten 10 Jahre bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 1,90% (Vorjahr 1,82%) gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung vom 18. November 2009 verwendet. Erwartete Rentensteigerungen werden mit 2,20% (Vorjahr 2,20%) berücksichtigt.

Steuerrückstellungen werden nach der Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Auswirkungen aus dem Mindeststeuergesetz wurden nicht berücksichtigt, da die Umsatzschwelle von 750 Mio. Euro der obersten Muttergesellschaft in den letzten zwei der vier vorangegangenen Geschäftsjahre nicht erreicht wurden.

Die anderen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten, erkennbaren Risiken und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer RLZ entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 7 Geschäftsjahre abgezinst und mit einer künftigen Preis- und Kostensteigerung in Höhe von 1,00 % p.a. ermittelt.

Für das allgemeine Zinsänderungsrisiko im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs wird nach der Barwertmethode eine Rückstellung gebildet, wenn der Barwert des gesamten Zinsbuchs kleiner ist als der Buchwert des Zinsbuchs und somit per Saldo unrealisierte Verluste im Zinsbuch bestehen. Die aus dem Vertragsbestand erwarteten zukünftigen abgezinsten Cashflows aus dem Zinsbuch werden dem Buchwert der zinstragenden Aktiva bzw. Passiva gegenübergestellt. Zusätzlich müssen ggf. anfallende Risikokosten berücksichtigt werden.

Der Aufwand aus Abgängen von Leasinggegenständen von TEUR 2.541 (im Vorjahr TEUR 2.249) wird analog zum Vorjahr im Leasingaufwand und nicht unter den Abschreibungen auf Leasingvermögen ausgewiesen.

Die Bewertung der derivativen Finanzinstrumente erfolgt nach anerkannten Methoden zum Marktwert, wobei die Swap-Sätze zum 31. Dezember 2024 zugrunde gelegt werden.

In den Fällen in denen Forderungen (Grundgeschäfte) zum Ausgleich gegenläufiger Wertänderungen aus dem Eintritt vergleichbarer Risiken aus Devisentermingeschäften zusammengefasst werden (Bewertungseinheit) finden gemäß § 254 HGB in dem Umfang und für den Zeitraum in dem die gegenläufigen Wertänderungen sich ausgleichen die allgemeinen Bewertungsgrundsätze keine Anwendung. Die bilanzielle Abbildung erfolgt nach der Einfrierungsmethode.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden mit dem Devisenkassamittelkurs gemäß §§ 340h bzw. 256a HGB zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wird dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Als passive Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen ausgewiesen, die vor dem Abschlussstichtag entstanden sind und Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

II. Erläuterungen zur Jahresbilanz

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Das Guthaben bei Zentralnotenbanken ist täglich fällig und umfasst vollständig Guthaben bei der Deutschen Bundesbank. Davon sind EUR 0,5 Mio. (Vorjahr EUR 0,5 Mio.) aufgrund der Akkreditierung des Förderkreditgeschäfts an eine Förderbank als Sicherheit verpfändet. Mit der Einstellung des Förderkreditgeschäfts endete auch die Bereitstellung der Sicherheit für eine Förderbank.

Die Forderungen an Kreditinstitute gliedern sich in täglich fällige Forderungen i.H. v. TEUR 8.712 (Vorjahr TEUR 14.749) und andere Forderungen, deren Restlaufzeiten sich wie folgt gliedern:

Andere Forderungen an Kreditinstitute mit Restlaufzeiten 31.12.2024 31.12.2023
TEUR TEUR
a) bis drei Monate 1 17
b) von mehr als drei Monaten bis ein Jahr 2 49
c) von mehr als einem Jahr bis fünf Jahre 0 3
d) von mehr als fünf Jahren 0 0

Die Forderungen an Kunden sind nach Restlaufzeiten wie folgt gegliedert:

Forderungen an Kunden mit Restlaufzeiten 31.12.2024 31.12.2023
TEUR TEUR
a) bis drei Monate * 250.405 231.158
b) von mehr als drei Monaten bis ein Jahr 413.772 379.496
c) von mehr als einem Jahr bis fünf Jahre 1.153.255 907.996
d) von mehr als fünf Jahren 14.321 10.903
* davon Forderungen an Kunden mit unbestimmter Laufzeit 4.321 3.468

In den Forderungen an Kunden sind im Wesentlichen angekaufte Leasingforderungen in Höhe von TEUR 1.627.392 (Vorjahr TEUR 1.326.718) enthalten. In der Position sind Beträge inklusive abgegrenzter Zinsen in Höhe von TEUR 56.424 (Vorjahr TEUR 19.755) gegenüber verbundenen Unternehmen und TEUR 0 (Vorjahr TEUR 0) gegenüber Beteiligungsunternehmen enthalten. Des Weiteren sind Nachrangdarlehen in Höhe von TEUR 200 (Vorjahr TEUR 200) enthalten. Im Jahresabschluss 2024 wird der zeitanteilige Kaufpreisabschlag von EUR 84,7 Mio. (im Vorjahr EUR 57,9 Mio.) von den angekauften Leasingforderungen abgesetzt.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Forderungen aus Verrechnungskonten im Zahlungsverkehr in Höhe von TEUR 12.390 (Vorjahr TEUR 11.552) und aus der Umsatzsteuer-Verrechnung in Höhe von TEUR 5.721 (Vorjahr TEUR 320). Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind nicht enthalten (im Vorjahr TEUR 230).

Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungs-/Herstellungskosten
01.10.2024 Zugänge Abgänge 31.12.2024
TEUR TEUR TEUR TEUR
Leasingvermögen 35.513 9.695 8.859 36.350
Immaterielle Anlagewerte 2.062 397 0 2.459
Sachanlagen (einschl. GWG) 1.441 126 92 1.475
Beteiligungen 3.225 0 0 3.225
Gesamt 42.241 10.219 8.951 43.509
Abschreibungen
01.01.2024 Zugänge Abgänge 31.12.2024
TEUR TEUR TEUR TEUR
Leasingvermögen 13.081 6.227 6.318 12.991
Immaterielle Anlagewerte 1.339 359 0 1.698
Sachanlagen (einschl. GWG) 1.067 192 92 1.167
Beteiligungen 3.225 0 500 2.725
Gesamt 18.712 6.778 6.909 18.581
Buchwerte Abschreibungen Zuschreibungen
31.12.2024 31.12.2023 Geschäftsjahr Geschäftsjahr
TEUR TEUR TEUR TEUR
Leasingvermögen 23.359 22.431 6.227 0
Immaterielle Anlagewerte 761 722 359 0
Sachanlagen (einschl. GWG) 308 375 192 0
Beteiligungen 500 0 0 500
Gesamt 24.928 23.528 6.778 500

Die Betriebs- und Geschäftsausstattung wird vollständig im Rahmen der eigenbetrieblichen Tätigkeit genutzt.

Beteiligungen

Die GRENKE BANK AG hat sich in 2016 in Höhe von 15 % am Kapital der Finanzchef24 GmbH mit Sitz in München beteiligt. Die Anschaffungskosten betrugen TEUR 3.000. Der Anteil am Kapital hat sich im Rahmen einer Kapitalerhöhung in 2021 auf 13,71 % verringert. Der Buchwert in Höhe von TEUR 3.225 (Vorjahr TEUR 3.225) wurde in 2021 aufgrund einer dauerhaften Wertminderung in voller Höhe wertberichtigt. Auf Basis der aktuellen Bewertung, die insbesondere die positve Geschäfts- und Ergebnisentwicklung der letzten zwei Jahre berücksichtigt, wurde die Wertberichtigung teilweise aufgelöst, so dass ein Bilanzausweis in höhe von TEUR 500 erfolgt. Das Eigenkapital der Finanzchef24 GmbH betrug per 31.12.2023 TEUR -1.925 (Vorjahr TEUR -2.475) und der Jahresüberschuss belief sich in 2023 auf TEUR 150 (Vorjahr Jahresfehlbetrag TEUR 1.444). Die Beteiligung ist nicht börsennotiert.

Treuhandgeschäfte

Das Treuhandvermögen und die Treuhandverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2024 31.12.2023
TEUR TEUR
Treuhandvermögen
Treuhandkredite 30.008 35.074
Treuhandverbindlichkeiten
Treuhandkredite 30.008 35.074

Bei den Treuhandkrediten handelt es sich um geförderte Schnellkredite der KfW für Unternehmen im Zuge der Corona-Pandemie, die mit einer 100%igen Haftungsfreistellung versehen sind, so dass korrespondierend auch der entsprechende Ausweis unter Treuhandverbindlichkeiten erfolgt.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungen enthalten im Wesentlichen Provisionen für die Vermittlung von Einlagen, die auf die Laufzeit der entsprechenden Festgelder verteilt werden (TEUR 625, Vorjahr TEUR 258). Darüber hinaus wurden insbesondere bereits geleistete Versichungsprämien für 2025 (TEUR 195, Vorjahr TEUR 144) und Zahlungen für 2025 für bereits vereinbarte Software-Wartung (TEUR 75, Vorjahr TEUR 31) und Mieten (TEUR 26, Vorjahr TEUR 26) abgegrenzt.

Verbindlichkeiten

Nachfolgende Bilanzposten gliedern sich wie folgt nach Restlaufzeiten:

31.12.2024 31.12.2023
TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist
mit Restlaufzeiten
a) bis drei Monate 7.009 9.766
b) von mehr als drei Monaten bis ein Jahr 6.414 14.636
c) von mehr als einem Jahr bis fünf Jahre 4.601 14.291
d) von mehr als fünf Jahren 190 506

In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind Globaldarlehen der NRW.BANK, Düsseldorf und der Thüringer Aufbaubank, Erfurt, in Höhe von TEUR 10.206 (Vorjahr TEUR 28.457) enthalten. Die Darlehen haben eine Ursprungslaufzeit zwischen drei und fünf Jahren und werden regelmäßig getilgt. Darüber hinaus bestehen Refinanzierungen der KfW und der L-Bank für Existenzgründungsfinanzierungen in Höhe von TEUR 7.919 (Vorjahr TEUR 10.586).

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist

mit Restlaufzeiten 31.12.2024 31.12.2023
TEUR TEUR
a) bis drei Monate 531.162 164.152
b) von mehr als drei Monaten bis ein Jahr 867.946 350.170
c) von mehr als einem Jahr bis fünf Jahre 724.283 938.897
d) von mehr als fünf Jahren 7.613 40.635

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden setzen sich aus täglich fälligen Kundengeldern in Höhe von TEUR 176.993 (Vorjahr TEUR 192.186) und Kundenfestgeldern in Höhe von TEUR 2.131.004 (Vorjahr TEUR 1.493.854) zusammen. In der Position Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind Beträge inklusive abgegrenzter Zinsen in Höhe von TEUR 79.558 (Vorjahr TEUR 68.967) gegenüber verbundenen Unternehmen und in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr TEUR 0) gegenüber Beteiligungsunternehmen enthalten.

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich im Wesentlichen aus den folgenden Positionen zusammen:

31.12.2024 31.12.2023
TEUR TEUR
gegenüber verbundenen Unternehmen 31.686 21.805
gegenüber Dritten 4.859 4.230
gegenüber dem Finanzamt 3.471 1.624
aus Bewertungseinheiten (Devisentermingeschäfts-Bestandskonten) 7 2.780

Bei den sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich um die Gewinnabführung in Höhe von TEUR 31.322 (Vorjahr 21.507) und sonstige konzerninterne Verrechnungskonten in Höhe von TEUR 364 (Vorjahr TEUR 299).

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 3.033 (Vorjahr TEUR 3.000) werden bereits erhaltene Leasingraten und Provisionserträge unserer norwegischen Niederlassung ausgewiesen, die erst in 2025 ertragswirksam zu vereinnahmen sind.

Rückstellungen

Die Diskontierung der Pensionsrückstellungen erfolgt mit dem durchschnittlichen Marktzins der vergangenen zehn Geschäftsjahre. Der Rückstellungsbetrag, der sich zum 31. Dezember 2024 bei Diskontierung mit dem durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Geschäftsjahre ergibt, liegt um TEUR 9 unter dem ausgewiesenen Betrag (Vorjahr Überschreitung um TEUR 14).

Die Steuerrückstellung umfasst ausländische Ertragsteuern in Höhe von TEUR 448.

Die anderen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:

31.12.2024 31.12.2023
TEUR TEUR
Provisionen für Leasingverträge 1.090 924
Personal 921 913
Rechts- und Beratungskosten 724 423
Jahresabschluss- und Prüfungskosten 689 756
Ausstehende Rechnungen 643 298
Risiken aus Treuhandgeschäften 244 5.945
Aufsichtratsvergütungen 198 218
Einlagensicherung 144 236
Archivierungskosten 96 82
Sonstiges 44 10
Summe 4.793 9.805

Die in 2023 gebildete und im Vorjahr teilweise aufgelöste Rückstellungen für Risiken aus der fehlerhaften Bearbeitung von Treuhandgeschäften wurde 2024 fast vollständig aufgelöst.

Die Geschäftstätigkeit der GRENKE BANK AG lässt im Regelfall keine unmittelbare Zuordnung einzelner aktivischer und passivischer zinsbezogener Finanzinstrumente zueinander zu. Unabhängig davon, besteht aufgrund der Zielsetzung der Geschäfte (Erzielung einer Marge aus dem Zinsgeschäft) ein von der Rechtsprechung anerkannter wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen diesen Geschäften (sogenannter Refinanzierungszusammenhang). Für alle Finanzinstrumente des Zinsbuchs wird dem handelsrechtlichen Imparitätsprinzip dadurch Rechnung getragen, dass für einen entstehenden Verpflichtungsüberschuss aus der Bewertung des gesamten Zinsbuchs eine Rückstellung gemäß § 340a i. V. m. § 249 Abs. 1 Satz 1,2. Alternative HGB gebildet wird. Die Bank wendet zur Ermittlung der Drohverlustrückstellung die barwertige Methode an. Die Bildung einer Drohverlustrückstellung gemäß § 249 Abs. 1 Satz 1 HGB für das allgemeine Zinsänderungsrisiko im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Bankbuches (s.a. IDW RS BFA 3) ist aufgrund des positiven Barwerts des Zinsbuches per 31. Dezember 2024 nicht erforderlich.

Eigenkapital

Das Grundkapital der Bank beträgt EUR 50.000.000,00 (31.12.2023: 50.000.000,00) und ist eingeteilt in 50.000.000 (31.12.2023: 50.000.000) Stückaktien. Die Aktien lauten auf den Namen. Das Grundkapital wurde Im Jahr 2023 gemäß Beschluss der Hauptversammlung um TEUR 40.000 auf TEUR 50.000 aufgestockt. In diesem Zusammenhang wurde die gesetzliche Rücklage gemäß den aktienrechtlichen Vorschriften um TEUR 1.766 auf TEUR 2.766 erhöht. Darüber hinaus wurden zur Stärkung des Eigenkapitals aufgrund des gestiegenen Geschäftsvolumens und der geplanten Entwicklung im Jahr 2025 weitere TEUR 2.234 den anderen Ergebnisrücklagen zugeführt.

Die Kapitalrücklage beträgt per 31.12.2024 TEUR 244.000 (Vorjahr TEUR 244.000).

Eventualverbindlichkeiten

Die Eventualverbindlichkeiten enthalten ausschließlich Avalverpflichtungen in Höhe von TEUR 87 (Vorjahr TEUR 101). Risiken einer Inanspruchnahme sind aktuell aufgrund der Bonität der Vertragspartner nicht erkennbar.

Andere Verpflichtungen

Des Weiteren bestehen unwiderrufliche Kreditzusagen in Höhe von TEUR 6.968 (Vorjahr TEUR 7.360).

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen finanzielle Verpflichtungen aus Dauerschuldverhältnissen in Höhe von TEUR 298 p.a. (Vorjahr TEUR 290 p.a.). aufgrund von längerfristigen Mietverhältnissen. Für die Restlaufzeiten der einzelnen Verpflichtungen (bis zu 54 Monate) ergibt sich somit insgesamt ein Betrag von TEUR 761 (Vorjahr TEUR 1.037).

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden, sofern es eines Sicherungsgeschäftes bedarf, in Form von Zinsswaps und Devisentermingeschäften abgeschlossen. Zinsswaps werden ausschließlich zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken und Devisentermingeschäfte werden ausschließlich zur Deckung von Wechselkursschwankungen getätigt. Im Geschäftsjahr wurden Devisentermingeschäfte abgeschlossen. Zum Bilanzstichtag befinden sich folgende Devisentermingeschäfte im Bestand:

Devisentermingeschäfte in Norwegischen Kronen werden jeweils einzeln und zu Marktwerten bewertet. Stückzahl 244 (Vorjahr 243) über nominal TNOK 262.500 (Vorjahr TNOK 243.490) mit einem Marktwert von TEUR 893 (Vorjahr TEUR +350).

Für die negative Marktwerte werden Drohverlustrückstellungen nach IDW RS HFA 4 gebildet. Für die Jahre 2023 und 2024 mussten keine Drohverlustrückstellungen gebildet werden.

Devisentermingeschäfte in Norwegischen Kronen und Ungarischen Forint werden ausschließlich zur Absicherung von Währungsrisiken abgeschlossen.

Das Risiko, welches aus unterschiedlichen Wertänderungen (Währung) der Grundgeschäfte (Forderungen an Kunden in Ungarischen Forint) entsteht, wird über den Einsatz von Devisentermingeschäften gesteuert. Dazu fasst die GRENKE BANK AG ein Grundgeschäft mit einem Sicherungsinstrument als Bewertungseinheit zusammen (Mikro-Hedge), wobei eine sich ergebende Deckungslücke (Nettorisikoposition) abgesichert wird. Zum 31. Dezember 2024 beträgt das valutierende Nominalvolumen der Finanzierungen in Ungarischen Forint TEUR 3.160 (Vorjahr TEUR 3.662).

Die Bewertungseinheit für das Grundgeschäft (Darlehen) und Sicherungsgeschäft (Devisentermingeschäft) ist grundsätzlich (währungsinduziert) effektiv, da beide Geschäfte am selben Tag zum Kassakurs abgeschlossen wurden und die Beurteilung der Effektivität aufgrund der Kassabasis erfolgt. Aufgrund der Effektivität der Bewertungseinheit unterbleibt die Drohverlustrückstellung für das Devisentermingeschäft (Einfrierungsmethode) und die Zuschreibung des Darlehens. Die maximale Restlaufzeit der Finanzierungen in Ungarischen Forint beträgt drei Monate.

Es besteht ein dokumentiertes, angemessenes und funktionsfähiges Risikomanagementsystem für diese Geschäfte.

Fremdwährungen

Der Gesamtbetrag der Vermögensgegenstände in Fremdwährungen beträgt TEUR 8.897 (Vorjahr TEUR 12.964). Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Fremdwährungsdarlehen an Schwestergesellschaften in Ungarischen Forint, die durch entsprechende Devisentermingeschäfte abgesichert sind, und Kundenforderungen der norwegischen Niederlassung aus fälligen Leasingraten in Norwegischen Kronen.

Die Schulden in Fremdwährungen belaufen sich auf TEUR 4.968 (Vorjahr TEUR 4.901) und betreffen ausschließlich Verbindlichkeiten in Norwegischen Kronen.

III. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Von einer Aufgliederung der Umsatzerlöse nach geografischen Märkten wird abgesehen, da die Bepreisung länderunabhängig erfolgt und sich die Erlöse daher bezüglich geographischer Faktoren nicht erheblich unterscheiden.

Von einer Aufgliederung der Umsatzerlöse nach den Tätigkeitsbereichen wird abgesehen, da sich die Aufgliederung in die wesentlichen Bereiche Bankgeschäft und Leasinggeschäft bereits aus der Gewinn- und Verlustrechnung ergibt.

Zinserträge

Die Zinserträge enthalten insbesondere Erträge aus Leasingforderungen in Höhe von TEUR 91.477 (Vorjahr TEUR 66.262). Von den Zinserträgen wurden die Währungseffekte aus der Bildung von Bewertungseinheiten in Höhe von TEUR 313 (Vorjahr TEUR 2.659) abgesetzt. In den Zinserträgen sind Zinserträge gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 1.958 (Vorjahr TEUR 554) enthalten.

Zinsaufwendungen

Die Zinsaufwendungen setzen sich im Wesentlichen aus den Zinsen für die Global- und Refinanzierungsdarlehen in Höhe von TEUR 478 (Vorjahr TEUR 664) und den Zinsen für Kundeneinlagen in Höhe von TEUR 54.454 (Vorjahr TEUR 32.558) zusammen.

Leasingaufwand

Der Leasingaufwand von TEUR 2.541 (Vorjahr TEUR 2.249) resultiert aus dem Abgang von Leasingvermögen.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 7.739 (Vorjahr TEUR 6.720) enthalten Erträge aus der Devisenbewertung in Höhe von TEUR 1.366 (Vorjahr TEUR 534) und, Erträge aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 6.088 (Vorjahr TEUR 5.668) sowie TEUR 23 (Vorjahr TEUR 26) aus der konzerninternen Erstattung von Personalkosten.

Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen bestehen aus dem Personalaufwand in Höhe von TEUR 11.136 (Vorjahr TEUR 9.982) und den anderen Verwaltungsaufwendungen in Höhe von TEUR 13.498 (Vorjahr TEUR 13.456). Die Kostenentwicklung liegt im Rahmen der geplanten Bankentwicklung.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von TEUR 310 (Vorjahr TEUR 255) enthalten nicht abzugsfähige Aufwendungen der ausländischen Niederlassungen in Höhe von TEUR 178 (Vorjahr TEUR 147) und Abzinsungen für Rückstellungen in Höhe von TEUR 28 (Vorjahr TEUR 29).

Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft

Die Abschreibung und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellung im Kreditgeschäft stellen sich wie folgt dar:

Stand 01.01.2024 Verbrauch Auflösung Zuführung
TEUR TEUR TEUR TEUR
Einzelwertberichtigungen 9.895 514 1.266 720
Pauschalierte Einzelwertberichtigungen 5.534 2.282 924 1.839
davon: angekaufte Leasingforderungen 2.793 986 342 1.010
davon: KMU und Aktionskredite 548 0 542 0
Gesamtsumme EWB 15.428 2.796 2.190 2.559
Pauschalwertberichtigungen 21.852 0 144 2.464
davon: angekaufte Leasingforderungen 21.505 0 0 2.464
Währungseffekt Stand 31.12.2024
TEUR TEUR
Einzelwertberichtigungen 0 8.835
Pauschalierte Einzelwertberichtigungen -50 4.117
davon: angekaufte Leasingforderungen 0 2.475
davon: KMU und Aktionskredite 0 6
Gesamtsumme EWB -50 12.951
Pauschalwertberichtigungen 0 24.172
davon: angekaufte Leasingforderungen 0 23.969
Stand 01.01.2024 Verbrauch Auflösung Zuführung
TEUR TEUR TEUR TEUR
Gesamtsumme PWB 21.852 0 144 2.464
Kreditrückstellungen 0 0 0 0
Währungseffekt Stand 31.12.2024
TEUR TEUR
Gesamtsumme PWB 0 24.172
Kreditrückstellungen 0 0

Der Anstieg der Pauschalwertberichtigung ergibt sich aus den Veränderungen bei den angekauften Leasingforderungen.

Darüber hinaus werden insbesondere bei angekauften Leasingforderungen Direktabschreibungen vorgenommen.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Es besteht seit dem 1. April 2009 sowohl eine körperschaftsteuerliche als auch eine gewerbesteuerliche Organschaft mit der grenke AG, Baden-Baden.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von TEUR 112 (Vorjahr TEUR 493) betreffen ausschließlich unsere ausländischen Niederlassungen

IV. Sonstige Angaben

Gesellschaftsorgane

Die Mitglieder des Vorstandes sind:

Dr. Oliver Recklies, Kaufmann, Rüsselsheim am Main

Dr. Arndt Röchling, Diplom-Kaufmann, Wien, Österreich

Die Mitglieder des Vorstands haben folgende weitere Mandate in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien:

Dr. Arndt Röchling ist seit 22.12.2023 als Mitglied des Aufsichtsrates der GF Faktor Zártkörüen Müködö Részvénytársaság (GF Faktor Zrt) tätig.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates der Bank werden nachfolgend aufgeführt:

Dr. Ljiljana Mitic (Vorsitzende), selbständige Unternehmensberaterin, München (Vorsitzende)

Jens Rönnberg (stellvertretender Vorsitzender), selbständiger Wirtschaftsprüfer / Steuerberater, Mainz Moritz Grenke, Dipl. Statistiker, Baden-Baden

Dr. Martin Paal, Diplom-Kaufmann, Oberursel (Taunus)

Der Aufsichtsrat hat einen Prüfungsausschuss gebildet.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben folgende weitere Mandate in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien:

Dr. Ljiljana Mitic ist Mitglied im Aufsichtsrat der grenke AG, Baden-Baden sowie Non-Executive Director der Computacenter plc, Hatfield, Vereinigtes Königreich.

Jens Rönnberg ist Geschäftsleiter der Roennberg UG, Mainz, sowie stellvertretender Vorsitzender im Aufsichtsrat der grenke AG, Baden-Baden.

Gesamtbezüge der Organmitglieder

Die Bank macht hinsichtlich der Angabe der Vorstandsbezüge sowie derer ehemaliger Organmitglieder nach § 285 Nr. 9a und 9b HGB von der Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch.

Der Aufsichtsrat erhält für das abgelaufenen Geschäftsjahr 2024 Vergütungen in Höhe von TEUR 188 (Vorjahr TEUR 208).

Vorschüsse und Kredite an Organmitglieder

Kredite an Mitglieder des Vorstandes bestanden nicht (Vorjahr keine).

Kredite an Mitglieder des Aufsichtsrates bestanden nicht (Vorjahr keine).

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Im Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit bietet die GRENKE BANK AG nahestehenden Personen in Schlüsselpositionen und deren nahen Familienangehörigen sowie nahestehende Unternehmen, die von diesen Personen beherrscht oder gemeinschaftlich geführt werden, Dienstleistungen an. Die Bank hat zum Stichtag Einlagen in Höhe von TEUR 135 (Vorjahr TEUR 1.014) von Personen in Schlüsselpositionen und deren nahen Familienangehörigen sowie nahestehenden Unternehmen erhalten. Der Zinsaufwand hierfür betrug TEUR 3 (Vorjahr TEUR 6). Noch nicht ausgeglichene Kreditkartenkonten wiesen zum Stichtag einen Stand von TEUR 0 (Vorjahr TEUR 0) bei einem Kreditkartenlimit von TEUR 0 (Vorjahr TEUR 0) gegenüber nahestehenden Personen in Schlüsselpositionen aus. Weitere Kreditvergaben an diesen Personenkreis sind während der Berichtsperiode nicht erfolgt.

Gegenüber assoziierten Unternehmen bestehen keine Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft der Bank. Die Bank hat zum Stichtag 31. Dezember 2024 keine Einlagen (Vorjahr keine) von assoziierten Unternehmen erhalten. Forderungen aus Darlehen bestehen seit 2021 nicht mehr.

Aus Darlehensvergaben in Bezug auf die Refinanzierung von Franchiseunternehmen der grenke AG bestehen Forderungen von TEUR 0 (Vorjahr TEUR 9.490), der Zinsertrag betrug TEUR 0 (Vorjahr TEUR 241). Auf täglich fälligen Konten bestehen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr TEUR 408) und Forderungen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr TEUR 0). Es entstand ein Ertrag aus Provisionen und Zinsen von TEUR 0 (Vorjahr TEUR 0).

Gegenüber nahestehenden Personen in Anlehnung an IAS 24.10 bestehen Forderungen aus täglich fälligen Kontokorrentkreditsalden in Höhe von TEUR 856 (Vorjahr TEUR 830). Es entstand ein Zinsertrag von TEUR 33 (Vorjahr TEUR 32).

Mitarbeiter

Durchschnittliche Arbeitnehmerzahl (ohne Mitglieder des Vorstands):

91 (Vorjahr 87) Vollzeitkräfte und 27 (Vorjahr 20) Teilzeitkräfte

Konzernverhältnisse

Seit dem 18. Februar 2009 gehört die Bank zum Konzern der grenke AG, Baden-Baden, die 100% der Anteile an der Bank hält. Der Jahresabschluss wird in den Konzernabschluss der grenke AG einbezogen, der sowohl den größten als auch den kleinsten Konsolidierungskreis gemäß § 285 S. 1 Nr.14 und Nr. 14a HGB abbildet. Der Konzernabschluss wird im Unternehmensregister bekannt gemacht.

Angaben zum Abschlussprüferhonorar

Die Angaben des Honorars des Abschlussprüfers gemäß § 285 S. 1 Nr. 17 HGB sind im Konzernabschluss der grenke AG, Baden-Baden enthalten.

 

Baden-Baden, den 05.03.2025

GRENKE BANK AG

DER VORSTAND

Dr. Oliver Recklies

Dr. Arndt Röchling

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2024

1. Geschäft und Rahmenbedingungen

Das globale makroökonomische und geopolitische Umfeld war im Jahr 2024 von andauernden und neuen Herausforderungen geprägt. Eine schwache Konjunktur und steigende Insolvenzzahlen in wichtigen Kernregionen verursachten zusätzliche Unsicherheit. Die anhaltenden Kriege zwischen Russland und der Ukraine sowie im Nahen Osten hatten zahlreiche direkte und indirekte Implikationen auf wirtschaftliches Handeln. Politische Umbrüche, insbesondere die Wahlen in den USA, hatten weitreichende Auswirkungen auf die nationale und internationale Wirtschaftspolitik. Nahezu zeitgleich sorgten Regierungskrisen in Deutschland, Frankreich und zuletzt auch Kanada für Instabilität.

Umgekehrt erzeugten die geldpolitischen Lockerungen der Zentralbanken weltweit aufgrund rückläufiger Inflationsraten konjunkturstimulierende Effekte. Im Euroraum lag die Inflationsrate zum Jahresbeginn 2024 bei 2,8 Prozent und damit weiterhin über dem Zielniveau von 2 Prozent. Infolgedessen beließ die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins zunächst auf dem Niveau von 4 Prozent. Da der Inflationsdruck im Jahresverlauf nachließ, lockerte die EZB sukzessive ihren Leitzins. Die erste Zinssenkung nahm sie im Juni 2024 vor. Nach weiteren Zinsschritten im September, Oktober und Dezember 2024 betrug der Leitzins zum Ende des Berichtsjahres 3 Prozent. Die Inflation ließ zwischenzeitlich nach und erreichte im September 2024 mit 1,7 Prozent sogar ein Niveau unterhalb von 2 Prozent. In den Folgemonaten erreichte sie jedoch wieder ein Level leicht oberhalb der Zielmarke der EZB und ersten Schätzungen zufolge stieg sie im Dezember 2024 auf 2,4 Prozent. Zu weiteren Zinsschritten gab die EZB keinen detaillierten Ausblick, vielmehr wolle sie bei den kommenden Sitzungen weiterhin datenabhängig entscheiden. In ihrer Sitzung vom 12. Dezember 2024 ordnete die EZB ihre Geldpolitik weiterhin als restriktiv ein, wobei sich die Kreditkonditionen für Firmen und Haushalte im Jahresverlauf 2024 bereits verbessert hätten.

Dem "Bank Lending Survey" der EZB zufolge gaben die im Euroraum befragten Banken an, dass sie die Kreditvergabestandards für Unternehmen im vierten Quartal 2024 aufgrund gestiegener Risiken hinsichtlich der wirtschaftlichen Ausblicks, der industrie- und unternehmensspezifischen Bedingungen sowie einer geringeren Risikotoleranz ihrerseits so stark verschärft hatten wie seit dem dritten Quartal 2023 nicht mehr. Davon betroffen waren vor allem Deutschland und Frankreich, während sich die Kreditrichtlinien in Italien lockerten. Für das erste Quartal 2025 erwarteten die befragten Banken eine weitere Verschärfung der Richtlinien für Unternehmenskredite.

In den USA begann die geldpolitische Lockerung etwas später als im Euroraum. In das Jahr 2024 starteten die Vereinigten Staaten mit einer Leitzinsspanne von 5,25 bis 5,5 Prozent. Ihre erste Zinssenkung nahm die US-amerikanische Notenbank Fed im September 2024 vor. Zwei weitere Zinsschritte folgten im November und Dezember. Damit lag die Spanne für den Leitzins zum Jahresende bei 4,25 bis 4,5 Prozent. Die US-Inflationsrate gemessen an dem für das Inflationsziel der Fed relevanten Index für private Konsumausgaben (PCE) war im Jahresverlauf ähnlich wie im Euroraum zunächst gesunken (von 2,6 Prozent im Januar und 2,8 Prozent im März auf 2,1 Prozent im September), bevor sie gegen Jahresende wieder auf zuletzt 2,6 Prozent im Dezember 2024 anstieg.

In seinem World Economic Outlook vom Januar 2025 ordnete der Internationale Währungsfonds (IWF) das Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2024, das er auf 3,3 Prozent schätzt, als insgesamt stabil ein, auch wenn das Wachstum für die einzelnen Länder deutlich variierte. Die Vereinigten Staaten wuchsen gestützt durch einen starken Konsum mit 2,8 Prozent ähnlich stark wie im Vorjahr. Die Wirtschaft im Euroraum zeigte im Vergleich zum Vorjahr bei einem Wachstum von 0,8 Prozent eine schwache Erholung. Die Gründe für ein Ausbleiben einer deutlichen Erholung im Euroraum lagen in außerordentlich hohen europäischen Gaspreisen sowie einer anhaltenden Schwäche des verarbeitenden Gewerbes und der Exporte. Positiv schlug hingegen der Konsum zu Buche, der sich aufgrund erhöhter realer Einkommen erholte. Mit 3,1 Prozent wuchs Spanien, das vom Tourismus profitierte, überdurchschnittlich stark. Frankreich und Italien lagen mit 1,1 und 0,6 Prozent Wachstum im Mittelfeld. Deutschland hingegen schrumpfte bei einem hohen Realzins, der Bauprojekte verteuert, um 0,2 Prozent. Das Vereinigte Königreich lag mit einem Wachstum von 0,9 Prozent auf ähnlicher Höhe wie der Euroraum.

Wirtschaftswachstum gemäß IWF

Prozent 2024 2023
Weltweit 3,2 3,3
USA 2,8 2,9
Euroraum 0,8 0,4
Deutschland -0,2 -0,3
Frankreich 1,1 1,1
Italien 0,6 0,7
Spanien 3,1 2,7
Großbritannien 0,9 0,3

Außerdem sah der IWF in den Monaten vor seiner Veröffentlichung einen fortschreitenden Disinflationierungsprozess, sodass der Medianwert der Kerninflation weltweit in diesem Zeitraum nur leicht über 2 Prozent gelegen hatte. Dazu hatte ein moderates Nominallohnwachstum beigetragen. Dennoch konstatierte der IWF weiterhin hohe Inflationsraten im Dienstleistungssektor vor allem in den USA und dem Euroraum, die die Normalisierung der Inflationsraten erschweren könne.

Die Unternehmensinsolvenzen im Euroraum stiegen der Berechnung durch Eurostat das sechste Mal in Folge relativ zum Vorquartal an. Der entsprechende Index wurde im 3. Quartal 2024 auf 172,7 Punkte geschätzt. Damit übertraf er das Vorjahresquartal um 15,9 Prozent (Q3 2023: 149,0 Punkte). Im Ländervergleich lag Frankreich mit 247,0 Punkten weit über dem aggregierten Wert, Deutschland (153,6 Punkte) befand sich auf ähnlicher Höhe wie der Durchschnitt, Spanien (130,7 Punkte) und Italien (102,9 Punkte) schnitten etwas besser als der Euroraum im Aggregat ab. Das Kreditversicherungsunternehmen Atradius rechnete für das Gesamtjahr 2024 mit einem Anstieg der Insolvenzen weltweit um 23 Prozent infolge der schwachen Konjunktur.

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor im Euroraum lag im Dezember 2024 bei 49,6 Punkten und blieb damit knapp unter der Schwelle von 50 Punkten (Dezember 2023: 47,6 Punkte). Der Index ist das Resultat einer Umfrage, in der Einkaufsmanager im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor monatlich zu Auftragseingängen, Produktion, Beschäftigung, erhaltenen Lieferungen und Lagerbestand befragt werden. Der PMI wird als ein Frühindikator betrachtet, bei dem ein Wert von über 50 Punkten auf eine steigende und ein Wert von unter 50 Punkten auf eine rückläufige Produktion in den befragten Bereichen hindeutet. Nach einem Wert von 47,6 Punkten im Dezember 2023 stieg der PMI zunächst kontinuierlich bis Mai 2024 an, ließ im weiteren Verlauf des Jahres jedoch wieder nach.

Die vom ifo-Institut befragten deutschen Unternehmen zeigten sich zum Jahresende 2024 pessimistischer als im Vorjahresmonat. So betrug der ifo-Geschäftsklimaindex, der die Einschätzung von Unternehmen zu ihrer aktuellen Geschäftslage und ihren Erwartungen für die nächsten sechs Monate zusammenfasst, im Dezember dieses Jahres 84,7 Punkte (Dezember 2023: 86,7 Punkte). Mit diesem Wert war der Indikator auf dem niedrigsten Stand seit Mai 2020. Im Jahresverlauf 2024 verbesserte sich der Index zunächst bis Mai 2024 und ging anschließend bis zum Jahresende zurück. Dabei betraf der zunehmende Pessimismus alle vom ifo-Institut befragten Branchen. Mögliche Zölle aus den USA sowie unsichere Regierungsverhältnisse in Frankreich und Deutschland dürften die Stimmung der Unternehmen beeinflusst haben.

Trotz dieses herausfordernden Umfelds ist es uns erneut gelungen, unseren Wachstumskurs beim Leasingneugeschäft im Jahr 2024 kontinuierlich fortzusetzen. Zudem konnten wir unsere Profitabilität im Neugeschäft gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern. Diese Faktoren haben auch Einfluss auf den Geschäftsverlauf der Bank.

Vor diesem Hintergrund hat die GRENKE BANK AG im Jahr 2024 eine Steigerung der Bilanzsumme um 28,8% zu verzeichnen. Ursache dieses Bilanzsummenwachstums war in erster Linie der Anstieg der konzernintern angekauften Leasingforderungen um 22,6% und damit einhergehend auf der Passivseite das höhere Volumen der Kundenverbindlichkeiten (+36,9%). Die darin enthaltenen Kundenfestgelder (+42,9) hatten hieran den überwiegenden Anteil. Diese Entwicklung wirkte sich besonders auf die Liquiditätsreserve (+60,0%) bei der Bundesbank und weiteren Korrespondenzbanken aus.

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit der Bank weist erneut ein deutlich positives Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit aus.

Die GRENKE BANK AG ist ein integraler Bestandteil des GRENKE Konzerns und fungiert hierbei als bedeutende Refinanzierungsquelle des GRENKE Konzerns und ist des Weiteren in die Abwicklung des Konzernzahlungsverkehrs eingebunden.

Als spezialisierter Finanzierungspartner wurden im betrachteten Geschäftsjahr kurz- und mittelfristige Finanzierungsprodukte für KMU in Form von Mikrokreditfinanzierungen angeboten. Die GRENKE BANK AG erhielt 2021 erneut für weitere drei Jahre den alleinigen Zuschlag für den Mikrokreditfonds Deutschland der Bundesregierung unter der Federführung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Im Jahr 2024 wurde eine Option für eine Verlängerung um zwei Jahre seitens des Ministeriums wahrgenommen. Nach dem Start im Jahr 2015 und der Verlängerung um nunmehr insgesamt fünf Jahre übernahm die GRENKE BANK AG damit weiter die Rolle des Kreditgebers der staatlichen Mikrokredite in Höhe von bis zu 25.000 EUR für kleinste, kleine und mittlere Unternehmen (KMU).

Ein weiterer Schwerpunkt ist das klassische Einlagengeschäft mit vor allem privaten und zum Teil gewerblichen Kunden, welches maßgeblich zur Refinanzierung der angekauften Leasingforderungen sowie dem sonstigen bankeigenen KMU-Kreditgeschäft dient. Als finanzieller Leistungsindikator dient dabei die Veränderung des Bestands der Kundenforderungen (TEUR +302.200, geplant TEUR +38.251, Vorjahr TEUR +177.192), insbesondere die Veränderung des Bestands der konzerninternen Forderungsankäufe (TEUR +297.525, geplant TEUR +126.134, Vorjahr TEUR +176.116) samt korrespondierender Refinanzierung durch Kundeneinlagen (TEUR +621.957, geplant TEUR +127, Vorjahr TEUR +450.047) und Globaldarlehenspartnerschaften mit Förderbanken (TEUR -21.203, geplant TEUR +18.434, Vorjahr TEUR -39.040).

Weitere finanzielle Leistungsindikatoren sind der Jahresüberschuss sowie die "Cost-Income-Ratio" (CIR) als Quotient aus Personal- und anderen Verwaltungsaufwendungen und Rohergebnis (vor Risikoergebnis und sonstigen betrieblichen Aufwendungen/Erträgen). Die CIR betrug im Jahr 2024 33% (Vorjahr: 39%) und soll perspektivisch dauerhaft unter 50% liegen.

Als nicht-finanzieller Leistungsindikator wurde eine geschlechterspezifische Quote in der 1. Führungsebene der GRENKE Bank definiert. Hinsichtlich der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männer in Führungspositionen konnten wir unsere Zielvorgabe von 30% in der 1. Führungsebene in den Jahre 2022 und 2023 erreichen. Ende 2024 lagen wir mit 25% zwar unter dieser Zielvorgabe, konnten diese aber zum Jahresbeginn 2025 wieder erfüllen.

Das Bilanzvolumen erhöhte sich auf EUR 2.706,1 Mio. (geplant EUR 2.095,3 Mio.), da vor allem bei den Kundeneinlagen eine deutliche Steigerung erfolgte. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in Höhe von EUR 35,4 Mio. (geplant EUR 14,8 Mio.) liegt aufgrund des höheren Geschäftsvolumens und der außerplanmäßigen Auflösung einer Rückstellung über den Erwartungen.

Die Kundeneinlagen der GRENKE BANK AG erfüllen eine wichtige Refinanzierungsfunktion für den GRENKE Konzern. Die Steuerung des Einlagen-Neugeschäfts orientiert sich daher maßgeblich an dem Refinanzierungsbedarf des GRENKE Konzerns und den damit geplanten und realisierten Forderungsankaufsvolumina, die auf Konzernebene abgestimmt werden. Deshalb ist die Entwicklung der durchschnittlichen Zinssätze für die weiteren Refinanzierungsquellen bedeutsam und ebenso die allgemeine Konditionenentwicklung der Einlagen privater und gewerblicher Kunden im Bankensektor. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich auch die Entwicklung des allgemeinen Zinsniveaus auf die Konditionen im Einlagengeschäft ausgewirkt. Der Leitzinssatz wurde im Jahr 2024 von 4,50% (Zinsentscheidung 20. Sept. 2023) auf 3,15% (18. Dez. 2024) gesenkt. Dies hatte auch Auswirkungen auf die Zinssätze der GRENKE BANK AG.

Die GRENKE BANK AG profitiert weiterhin von der allgemein hohen Nachfrage nach sicheren Geldanlagen, wozu das Einlagengeschäft der GRENKE BANK AG durch die gesetzliche Einlagensicherung und die Absicherung durch den Einlagensicherungsfonds deutscher Privatbanken in Deutschland im Rahmen der Statuten in hohem Umfang zählt. Aufgrund der hohen Diversifizierung und Kleinteiligkeit ist der Höchstbetrag der geschützten Einlagen je Kunde der GRENKE BANK AG nicht von Relevanz. Im Jahr 2024 stieg das Einlagenvolumen um 36,9% auf TEUR 2.307.997 an.

Das kleinteilige Kreditgeschäft konnte die GRENKE BANK AG in Bezug auf die Kreditbestände im Bereich Mikrokreditfinanzierungen in 2024 annährend konstant halten. Die GRENKE BANK AG übernimmt im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland die Bearbeitung und Refinanzierung von Mikrokrediten ohne eigenes Ausfallrisiko und erhält dafür eine angemessene Zinsmarge. Zum 31. Dezember 2024 betrug die Kreditvaluta bei diesem Produkt TEUR 90.987 (Vorjahr TEUR 96.933) und verteilte sich auf 8.306 Bestandskredite (Vorjahr 8.322). Der aktive Vertrieb von Existenzgründungsdarlehen außerhalb des Mikrokreditbereiches wurde im Verlauf des Jahres 2019 eingestellt. Die Bank betreut den Restbestand.

Des Weiteren hat die GRENKE BANK AG vor 2021 mit Blick auf ihre damalige KMU-Ausrichtung Kontokorrentkredite und insbesondere kleinere Betriebsmittel- und Investitionskredite an KMU-Kunden in Deutschland vergeben, wobei die Neugeschäftsaktivitäten der Bank bei diesen Kreditprodukten ab dem zweiten Quartal 2020 mit Blick auf die Corona-Pandemie deutlich reduziert und ab Mitte 2021 vollumfänglich eingestellt wurden. Im Geschäftsjahr 2024 wurde das Produktsegment in Bezug auf kleinere Betriebsmittel- und Investitionskredite an KMU-Kunden in Deutschland wieder aktiviert. Als Vertriebskanal kommt dabei erneut das Empfehlungsmarketing der grenke AG zum Einsatz. Die Kreditvaluta dieses Kreditportfolios beläuft sich zum 31. Dezember 2024 auf TEUR 4.111 (Vorjahr TEUR 7.883). Für Unternehmen des GRENKE Konzerns wurden Kontokorrentkredite sowie Refinanzierungsmittel für das Leasing- und Factoringgeschäft zur Verfügung gestellt, wobei zur Unterlegung üblicherweise eine Garantie der GRENKE AG abgegeben wurde. Zum 31. Dezember 2024 belief sich die Inanspruchnahme auf TEUR 56.410 (Vorjahr TEUR 43.106).

Das Gesamtvolumen der angekauften deutschen und europäischen Leasingforderungen erhöhte sich zum Bilanzstichtag auf EUR 1.615,9 Mio. (Vorjahr EUR 1.318,4 Mio.). Der Ankauf der Leasingforderungen erfolgt weiterhin zu risikoadjustierten Preisen.

Es besteht eine Kooperation zwischen der NRW.BANK in Düsseldorf in Verbindung mit der GRENKE AG und der GRENKE BANK AG. Durch diese Zusammenarbeit können kleine und mittlere Unternehmen sowie Freiberufler in Nordrhein-Westfalen Fördergelder in Anspruch nehmen, wenn sie betriebliche Neuanschaffungen über Leasing finanzieren. Im Jahr 2022 wurde ein Vertrag über ein Volumen von EUR 20 Mio. abgeschlossen und mit EUR 10 Mio. in Anspruch genommen. Im Jahr 2023 wurde die zweite Tranche über 10 Mio. € abgerufen und ebenso vollständig belegt, so dass zum 31. Dezember 2024 zwei Globaldarlehenstranchen mit der NRW.BANK in Düsseldorf mit einem Gesamtbetrag von TEUR 8.331 (Vorjahr TEUR 17.499) valutieren. Zum Jahresende 2024 sind 2.724 (Vorjahr 4.591) Leasingverträge aus diesen Förderprogrammen im Bestand. Die Refinanzierung der Leasingverträge, welche ausschließlich für Investitionsvorhaben in Nordrhein-Westfalen von Gewerbeunternehmen und Angehörigen freier Berufe mit einem Jahresumsatz von bis zu EUR 500 Mio. zur Verfügung stehen, erfolgt hierbei über den Forderungsankauf durch die GRENKE BANK AG.

Außerdem wurde 2023 ein neuer Vertrag über ein Volumen von EUR 5 Mio. mit der Thüringer Aufbaubank (TAB) in Erfurt abgeschlossen und mit EUR 2,5 Mio. in Anspruch genommen. Dieses Darlehen valutiert zum 31. Dezember 2024 mit TEUR 1.875 (Vorjahr zwei Darlehen mit TEUR 2.647). Zum Jahresende 2024 sind 306 (Vorjahr 381) Leasingverträge aus diesem Programm im Bestand, die mit TEUR 2.261 (Vorjahr TEUR 1.199) valutieren. Es ist beabsichtigt, die zweite Tranche in Höhe von EUR 2,5 Mio. im ersten Quartal 2025 abzurufen. Mit beiden Kooperationspartnern sind für das Jahr 2025 weitere Globaldarlehen angedacht.

Die GRENKE BANK AG hat eine Zweigniederlassung in Lysaker, die das Leasinggeschäft in Norwegen betreibt. Die Bank übernimmt dabei die Aufgabe als Leasinggeber im GRENKE Konzern und nutzt dabei ihren EU-Pass. Seit Aufnahme der Geschäftstätigkeit in Norwegen konnten 7.071 Leasingverträge (Vorjahreswert 5.708) abgeschlossen werden, deren Obligo zum Bilanzstichtag TEUR 23.359 (Vorjahr TEUR 22.431) beträgt (Bilanzwert der Leasinggegenstände). Der durchschnittliche Nettoanschaffungswert der neu abgeschlossenen Leasingverträge betrug TEUR 7 (Vorjahr TEUR 8) und liegt damit in der Spanne des "Small-Ticket-Leasing" des Konzerns.

Seit 2017 ist die GRENKE BANK AG mit einer Zweigniederlassung in Mailand vertreten, um von dort aus Factoringdienstleistungen in Italien anzubieten. Zum Jahresende 2024 bestehen 107 Factoringrahmenverträge (Vorjahr 114). Die angekauften Forderungen valutierten zum Jahresende mit TEUR 19.224 (Vorjahr TEUR 18.502).

Im ersten Halbjahr 2019 hat die GRENKE BANK AG eine Zweigniederlassung in Portugal gegründet, die dort Factoringdienstleistungen anbietet. Zum Jahresende 2024 bestehen 51 Factoringrahmenverträge (Vorjahr 58). Die angekauften Forderungen valutierten zum Jahresende mit TEUR 14.676 (Vorjahr TEUR 14.531).

Am 31. Januar 2024 wurde von der grenke AG der Beschluss bekannt gegeben, dass man sich künftig auf das Leasinggeschäft fokussiert und deshalb den Verkauf aller Factoringgesellschaften initiieren wird. Die beim Einstieg ins Factoringgeschäft erwarteten Synergien zum Kern- und Hauptgeschäft Leasing hatten sich nicht eingestellt. Zudem hatte eine eingehende Analyse ergeben, dass das vorhandene Factoringgeschäft nur mit zusätzlichen Investitionen und einer deutlichen Vervielfachung des Geschäftsumfangs langfristig profitabel hätte gestaltet werden können (der Anteil der Vermögenswerte aus dem Factoringgeschäft lag 2024 bei unter 2 Prozent der Konzernbilanz). Bis zum Ende des Berichtjahres war der Verkaufsprozess noch nicht abgeschlossen. Die Verkaufsabsichten der grenke AG betreffen bei der GRENKE BANK AG die beiden Zweigniederlassungen.

Die Bank erwartet weiterhin aufgrund der anhaltenden Kriege zwischen Russland und der Ukraine sowie Israel und der Hamas, den politischen Umbrüchen (USA, Wahlen in Deutschland und Frankreich) keine direkt absehbaren Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung bei den Leasingankäufen aus der GRENKE AG wie auch im Factoring Geschäft. Da die GRENKE BANK AG in ihrer Planung 2024- 2026 in Summe nur jeweils knapp ein Fünftel des möglichen Neugeschäftsvolumens der AG in den von der GRENKE BANK refinanzierten europäischen Ländern eingeplant hat, sind die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Auseinandersetzung auf die GRENKE BANK AG nicht materiell.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Ertragslage

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit der GRENKE BANK AG beträgt 2024 TEUR 35.434 (Vorjahr TEUR 22.000).

Zurückzuführen ist das Ergebnis auf den höher als geplanten Ankauf von Leasingforderungen, der gestiegenen Verzinsung der Barreserve bei der Bundesbank und der Auflösung der 2022 gebildeten Rückstellungen für Risiken aus dem Treuhandkreditgeschäft.

Der Zinsüberschuss beträgt zum Ende des Geschäftsjahres TEUR 72.896 (Vorjahr TEUR 57.801). Maßgebliche Zinserträge wurden aus angekauften Leasingforderungen von TEUR 91.478 (Vorjahr TEUR 66.262) generiert, die einen Anteil von 71,5% an den gesamten Zinserträgen der Bank von TEUR 127.857 (Vorjahr TEUR 92.254) ausmachen und somit weiterhin das stabile Fundament der Bankerträge bilden. Das Factoring-Geschäft trug mit TEUR 3.703 (Vorjahr TEUR 3.094) zum Zinsergebnis bei.

Aus den Leasinggeschäften in Norwegen haben sich die Leasingerträge auf TEUR 12.457 (Vorjahr TEUR 11.145) erhöht. Die Provisionserträge sind auf TEUR 3.238 (Vorjahr TEUR 3.038) angestiegen. Die Provisionsaufwendungen von TEUR 3.208 (Vorjahr TEUR 3.330) enthalten TEUR 1.473 (Vorjahr TEUR 1.458) Provisionen für die Vermittlung von Leasingverträgen in Norwegen und TEUR 872 (Vorjahr TEUR 857) Provisionen für die Vermittlung von Factoring-Rahmenverträgen in Italien und Portugal.

Der Personalaufwand für das abgelaufene Geschäftsjahr beläuft sich auf TEUR 11.136 (Vorjahr TEUR 9.982). Der Anstieg des Personalaufwands hängt mit der Neueinstellung von Fachkräften zusammen, um insbesondere die gestiegenen administrativen und aufsichtsrechtlichen Aufgaben zu bewältigen. Auf die anderen Verwaltungsaufwendungen entfallen im Geschäftsjahr TEUR 13.498 (Vorjahr TEUR 13.456).

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen betragen TEUR 551 (Vorjahr TEUR 238). Auf Leasinggüter wurden Abschreibungen in Höhe von TEUR 6.227 (Vorjahr TEUR 5.742) planmäßig vorgenommen. Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere weisen TEUR 23.927 (Vorjahr TEUR 21.452) aus.

Die aktuelle Bewertung unserer Beteiligung an der Finanzchef24 GmbH führt zu den Erträgen aus Zuschreibungen zu Beteiligungen in Höhe von TEUR 500 (Vorjahr TEUR 0).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen TEUR 310 (Vorjahr TEUR 255) und betreffen vor allem die nicht abziehbaren Umsatzsteuern der ausländischen Niederlassungen in Höhe von TEUR 178 (Vorjahr TEUR 147) und die Aufzinsung von langfristigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 28 (Vorjahr TEUR 29).

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten das Ergebnis aus Devisengewinnen und -verlusten in Höhe von TEUR 1.366 (Vorjahr TEUR 534), das aus der Abwicklung der Devisentermingeschäfte, die zur Absicherung unserer Fremdwährungsrisiken im Zusammenhang mit dem norwegischen Leasinggeschäft und der Vergabe der konzerninternen Fremdwährungsdarlehen abgeschlossen wurden, entstanden sind. Zudem sind TEUR 145 (Vorjahr TEUR 127) aus Kostenerstattungen und TEUR 87 (Vorjahr TEUR 82) aus Mieterträgen in Norwegen und Portugal enthalten. Des Weiteren beinhalten die sonstigen betrieblichen Erträge TEUR 6.088 (Vorjahr TEUR 5.668) aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen, einschließlich der weiteren Auflösung der im Jahr 2022 gebildeten Rückstellungen für Bearbeitungsrisiken bei Treuhandgeschäften in Höhe von TEUR 5.701 (Vorjahr TEUR 5.373).

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit beträgt TEUR 35.434 (Vorjahr TEUR 22.000). Nach Berücksichtigung der Gewinnabführung in Höhe von TEUR 31.322 (Vorjahr TEUR 21.507), sowie der in Norwegen anfallenden Ertragssteuern in Höhe von TEUR 112 (Vorjahr TEUR 493) verbleibt ein Jahresergebnis von TEUR 4.000 (Vorjahr TEUR 0). Der gesetzlichen Rücklage werden nach den aktienrechtlichen Vorschriften um TEUR 1.766 (Vorjahr TEUR 0) und den anderen Gewinnrücklagen zur weiteren Stärkung der Eigenkapitalausstattung für das gestiegene und geplante zukünftige Geschäftsvolumen TEUR 2.234 (Vorjahr TEUR 0) zugeführt, so dass kein Bilanzgewinn verbleibt.

Die Kapitalrendite gemäß § 26a Abs. 1 Satz 4 KWG (Quotient aus Nettoergebnis und Bilanzsumme) beträgt somit 1,31% (Vorjahr 1,05%) vor Steuern.

Die im Dezember 2023 verabschiedete Planung für 2024 wurde mit TEUR 35.434 anstatt geplanter TEUR 14.834 Jahresüberschuss deutlich übertroffen, da das Geschäftsvolumen stärker als geplant angewachsen ist und für ein deutlich besseres Zinsergebnis im Geschäftsjahr sorgte. Außerdem konnten die verbliebenen Rückstellungen für Risiken aus Treuhandgeschäften fast vollständig aufgelöst werden.

2.2. Finanz-, Vermögens- und Liquiditätslage

Die Bilanzsumme der Bank ist gegenüber dem 31. Dezember 2023 um 28,8% auf TEUR 2.706.061 angestiegen, was insbesondere auf den Zuwachs bei den Forderungen an Kunden und den Kundeneinlagen zurückzuführen ist. Damit einhergehend wurde die Liquidität in Form von Guthaben bei der Deutschen Bundesbank ausgebaut.

Die Forderungen an Kreditinstitute belaufen sich zum Stichtag auf TEUR 8.715 (Vorjahr TEUR 14.818) und die Guthaben bei Zentralnotenbanken auf TEUR 790.711 (Vorjahr TEUR 484.721). Diese Beträge dienen zur Liquiditätssteuerung und Liquiditätssicherung und stiegen gegenüber dem Vorjahr in Summe um 60,0%. Am 31.12.2024 bestehen zugesagte aber nicht genutzte Kreditlinien in Höhe von TEUR 10.000.

Die Bank befindet sich zum Bilanzstichtag weiterhin in einer komfortablen Liquiditätssituation, was durch die Guthaben bei der Bundesbank zum Ausdruck kommt. Die LCR wurde von der Bank durchgehend eingehalten. Die Bank war im Geschäftsjahr jederzeit in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Die Forderungen an Kunden setzen sich aus angekauften Leasingforderungen, Mikrokrediten, Existenzgründungsfinanzierungen und sonstigen Finanzierungen (z.B. Kontokorrentkredite und Investitionsdarlehen) zusammen. Zum Stichtag betragen die Forderungen an Kunden EUR 1.832,8 Mio. (Vorjahr EUR 1.529,6 Mio.). Davon entfallen zum Stichtag EUR 1.615,9 Mio. (Vorjahr EUR 1.318,4 Mio.) auf angekaufte Leasingforderungen, die somit 88,2 % des gesamten Bestands an Kundenforderungen der Bank zum Stichtag 31. Dezember 2024 ausmachen. Die Vergabe von Mikrokrediten entwickelte sich annährend stabil. Diese valutieren zum Bilanzstichtag mit TEUR 90.987 (Vorjahr TEUR 96.933).

Die Beteiligung an der Finanzchef24 GmbH, München wurde 2021 vollständig wertberichtigt. Die Neubewertung zum Jahresabschluss führte zu einer teilweisen Zuschreibung (Auflösung der Wertberichtigung) in Höhe von TEUR 500.

Aus Leasinggeschäften in Norwegen werden Leasinggüter zum Bilanzstichtag mit einem Buchwert in Höhe von TEUR 23.359 (Vorjahr TEUR 22.431) ausgewiesen. Im Jahresverlauf konnte somit das bestehende Geschäftsvolumen um 4,1% gesteigert werden.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden verzeichnen zum Stichtag im Vergleich zum 31. Dezember 2023 eine Steigerung um 36,9% auf EUR 2.308,0 Mio. (Vorjahr EUR 1.686,0 Mio.). Davon entfallen EUR 2.131,0 Mio. auf Einlagen mit einer vertraglich vereinbarten Laufzeit oder Kündigungsfrist (Vorjahr EUR 1.493,9 Mio.).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten zum Stichtag die Abrufe aus den Globaldarlehen mit den Förderbanken NRW.BANK in Düsseldorf und Thüringer Aufbaubank (TAB) in Erfurt sowie die Refinanzierungen der Existenzgründungsfinanzierungen über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Frankfurt am Main und die Landeskreditbank Baden-Württemberg (L-Bank) in Karlsruhe. Somit ergeben sich zum Stichtag inklusive der auf die o.g. Positionen entfallenden Zinsabgrenzungen TEUR 19.308 (Vorjahr TEUR 39.470).

Die Rückstellungen betragen insgesamt TEUR 6.691 (Vorjahr TEUR 11.842). Darin enthalten sind Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen von TEUR 1.450 (Vorjahr TEUR 1.546) sowie Steuerrückstellungen von TEUR 448 (Vorjahr 491) für die norwegische Niederlassung. Außerdem bestehen Rückstellungen für Provisionsverpflichtungen über TEUR 1.090 (Vorjahr TEUR 924), für Personalkosten über TEUR 921 (Vorjahr TEUR 913), für Rechts- und Beratungskosten über TEUR 724 (Vorjahr TEUR 423), für Jahresabschluss- und Prüfungskosten über TEUR 689 (Vorjahr TEUR 756), für ausstehende Rechnungen über TEUR 643 (Vorjahr TEUR 298), für das Treuhandkreditgeschäft über TEUR 244 (Vorjahr TEUR 5.945) und für Beiträge zur Einlagensicherung über TEUR 144 (Vorjahr TEUR 236). Zudem bestehen Rückstellungen und für Archivierungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 96 (Vorjahr TEUR 82).

Das gezeichnete Kapital wurde Im Jahr 2023 gemäß Beschluss der Hauptversammlung um TEUR 40.000 auf TEUR 50.000 aufgestockt. In diesem Zusammenhang wird die gesetzliche Rücklage gemäß den aktienrechtlichen Vorschriften um TEUR 1.766 auf TEUR 2.766 erhöht. Darüber hinaus werden zur Stärkung des Eigenkapitals aufgrund des gestiegenen Geschäftsvolumens und der geplanten Entwicklung im Jahr 2025 TEUR 2.234 den anderen Ergebnisrücklagen zugeführt. Zur Zusammensetzung des Eigenkapitals wird auf den Anhang verwiesen.

Die Eventualverbindlichkeiten aus Avalen betragen zum Stichtag TEUR 86 (Vorjahr TEUR 101). Des Weiteren bestehen unwiderrufliche Kreditzusagen für nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von TEUR 6.968 (Vorjahr TEUR 7.360).

2.3. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage der Bank

Das Geschäftsjahr 2024 entwickelte sich besser als geplant. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist geordnet.

3. Risiko- und Chancenbericht

Die strategische Ausrichtung der GRENKE BANK liegt in der gezielten Unterstützung der Muttergesellschaft und deren Tochtergesellschaften, insbesondere den Zielkunden dieser. In ihrer Funktion als Captive Bank kommt der GRENKE BANK AG eine wichtige Rolle in der Refinanzierung des GRENKE- Konzerns zu. Sie schafft den technischen, organisatorischen und regulatorischen Rahmen, um kleinteilige Kundeneinlagen zu akquirieren und für die Refinanzierung des GRENKE-Konzerns, auch in Krisenzeiten, verlässlich und zu marktgerechten Konditionen zur Verfügung zu stellen.

Sowohl für die Bank als auch für die Kunden sind die Transaktionskosten entscheidend für die Wirtschaftlichkeit und Attraktivität des Angebots. Durch den Einsatz von moderner Technologie will die Bank eine einfache und damit kostengünstige Abwicklung für den Kunden sowie geringe Prozesskosten erreichen.

Die von der Geschäftsleitung festgelegte Geschäfts- und Risikostrategie bildet die Basis für das Risikomanagementsystem. Die Geschäftsleitung trägt die Gesamtverantwortung für die Überwachung der Risiken der GRENKE BANK AG.

Das Risikocontrolling informiert die Geschäftsleitung und den Aufsichtsrat im Rahmen des regelmäßigen Reportings über die Gesamtrisikosituation und die Auslastung der festgelegten Limite. Zu den Hauptaufgaben des Risikocontrollings zählen:

Unterstützung des Vorstands bei allen risikopolitischen Fragen, insbesondere bei der Entwicklung und Umsetzung der Risikostrategie

Ausgestaltung eines Systems zur Risikobegrenzung (Risikokennzahlen, Risikofrüherkennungsverfahren)

Einrichtung und Weiterentwicklung der Risikosteuerungs-/-controllingprozesse.

Überwachung und Kommunikation der wesentlichen Risiken (Durchführung der Risikoinventur; Erstellung von Gesamtrisikoprofil und Risikoberichten; Überwachung von Risikosituation, Risikotragfähigkeit und Limiteinhaltung).

Die Risikostrategie der GRENKE BANK AG basiert auf der Geschäftsstrategie.

3.1. Strategische Chancen

Die strategische Ausrichtung der Bank liegt in der gezielten Unterstützung der Muttergesellschaft und deren Tochtergesellschaften. In ihrer Funktion als Captive Bank kommt der Bank eine wichtige Rolle in der Refinanzierung des grenke-Konzerns zu. Sie schafft den technischen, organisatorischen und regulatorischen Rahmen, um kleinteilige Kundeneinlagen zu akquirieren und für die Refinanzierung des grenke-Konzerns, auch in Krisenzeiten, verlässlich und zu marktgerechten Konditionen zur Verfügung zu stellen. Durch ihr Retaileinlagengeschäft trägt die Bank zur Diversifizierung der Refinanzierung des Konzerns bei und erzeugt über diesen Weg auch einen Refinanzierungsvorteil im Vergleich zum Kapitalmarkt. Für die Übernahme der Refinanzierungsfunktion stellt die Bank sachgerechte Prozesse für den Ankauf der Leasingforderungen der grenke AG bereit; dies jeweils unter Pflege der notwendigen vertraglichen Strukturen in den verschiedenen Märkten, in denen Leasing-Produkte angeboten werden. Die dazu bedienten Märkte der Bank befinden sich grundsätzlich in der EU oder im EWR. Im Rahmen ihrer Rolle unterstützt die Bank den Konzern bei Bedarf auch in anderen Märkten.

Weiterhin arbeitet die Bank mit verschiedenen Förderbanken zusammen, um Kosten- und Wettbewerbsvorteile für die Kunden des grenke-Konzerns zu erzeugen.

Wichtigster Geschäftspartner der Bank ist die Muttergesellschaft (Ankauf von Leasingforderungen; Finanzierung Konzerntöchter). Ergänzend unterstützt die Bank den Konzern bei der Assetfinanzierung von Leasingkunden des Konzerns; diese Kunden werden durch die Zielstruktur des Konzerns mitbestimmt und befinden sich in Handel, Gewerbe, Handwerk und Industrie unterschiedlicher Branchen. Ziel ist es, strategisch bedeutsame Produktlücken im Angebot des grenke-Konzerns zu schließen und Kunden und Partner langfristig enger an den grenke-Konzern zu binden.

Gemäß der strategischen Zielrichtung des grenke-Konzerns richten sich die Leistungen der Bank grundsätzlich auf kleinere gewerbliche Kunden und mittelständische Unternehmen aus. Großengagements (> 50 % von der Großkreditobergrenze gemäß Artikel 387 ff CRR/S 13 KWG) sind im Firmenkundenbereich und/oder gewerblichen Kundensegment weder im Kredit- noch im Einlagengeschäft ein Schwerpunkt der Bank. Bei der Begleitung und Unterstützung der Geschäftsentwicklung des Konzerns können zugleich auch Unternehmen und Projekte bedient werden, die von dieser Definition (z.B. Unternehmensgröße) abweichen; auch bei diesen Kunden und Projekten achtet die Bank auf ein angemessenes und nachhaltiges Ertrags- und Risikoverhältnis.

Weitere zentrale Zielkundengruppe sind die Kapitalanleger im Retailsegment, welche die primäre Refinanzierungsquelle für die Geschäftsaktivitäten darstellen. Hierfür setzt die Bank auf marktgerechte Konditionen und einen kundenorientierten und effizienten Onboarding-Prozess sowie eine Bestandspflege solcher Kunden.

Außerdem erbringt die Bank konzerninterne Services, insbesondere im Zahlungsverkehr.

In Märkten der EU, in denen dies erforderlich und möglich ist, stellt die Bank den regulatorischen Rahmen bereit, um auch Leasing- und Factoring-Produkte anbieten zu können. Die konzerninternen Services dienen dazu, Prozesse kostengünstiger und/oder schneller und damit kundenfreundlicher gestalten zu können.

3.2. Märkte

Die Bank konzentriert sich bei ihrer Geschäftstätigkeit auf den Ankauf von konzerninternen Leasingforderungen aus ausgewählten europäischen Ländern. Der Fokus liegt hier ausschließlich auf den Ländern, in denen der GRENKE Konzern bereits tätig ist und langjährige Erfahrungen vorweist. Daneben bildet der nationale Markt weiterhin den Schwerpunkt für ergänzende Produkte des Bankgeschäfts.

Neben dem Ankauf von Leasingforderungen werden in Deutschland weitere Arten von Finanzierungen angeboten, wobei sich das Angebot auf KMU-Kleinkredite bis TEUR 50 konzentriert. Vereinzelt werden mit Bestandskunden im sehr guten Bonitätsbereich das gewerbliche Kreditgeschäft bis 150 TEUR durchgeführt. Privatkredite bietet die Bank entsprechend der Konzernausrichtung nicht am Markt an. Ferner steht sie Unternehmen des GRENKE Konzerns mit Krediten zur Verfügung. Im Passivgeschäft wird weiterhin das klassische Einlagengeschäft für Privat- und Firmenkunden angeboten. Hinzu kommen mit diesen Geschäften verbundene Dienstleistungen im Zahlungsverkehr, insbesondere für Gesellschaften des GRENKE Konzerns und im Rahmen der viafintech-Kooperation.

Seit September 2015 bietet die GRENKE BANK AG in Norwegen das Leasinggeschäft und seit August 2017 in Italien das Factoringgeschäft an. Der operative Start des Factoringgeschäfts in Portugal erfolgte im Juli 2019.

Die GRENKE AG hat mit Gremienbeschluss vom 26./31.01.2024 die Absicht bekundet, ihre Geschäftstätigkeit künftig auf das Leasinggeschäft zu konzentrieren und sich vom Segment Factoring zu trennen; eine entsprechende Ad hoc-Mitteilung wurde am 31.01.2024 veröffentlicht. Der Vorstand der GRENKE BANK AG beschloss, analog zur GRENKE AG, die Trennung vom Factoringgeschäfts anzustreben und hierzu verfügbare Optionen zu prüfen.

3.3. Risikomanagement

Bei der Ertragsgenerierung werden Risiken maximal in dem Umfang eingegangen, wie es die Risikostrategie der Bank zulässt. Der Kern für deren Steuerung ist dabei die Risikotragfähigkeitsrechnung der Bank in der normativen und ökonomischen Perspektive. Diese wird ergänzt um eine Liquiditätssicht bzw. regulatorisch konforme Liquiditätsplanung.

Im Risikomanagement unterscheidet das Institut dabei zwischen den wesentlichen Risikoarten Kreditrisiko, Marktpreisrisiko, Liquiditätsrisiko und dem Operationellen Risiko. Daneben werden im Rahmen der Risikoinventur die Sonstigen Risiken sowie die querschnittlich zu betrachteten Risiken (Modellrisiko, Reputationsrisiko und Nachhaltigkeitsrisiko) auf deren Relevanz und Wesentlichkeit untersucht. Die risikopolitischen Leitlinien für die Steuerung dieser Risiken sind in der Risikostrategie der GRENKE BANK AG abgebildet.

Übergeordnetes Ziel unserer Risikosteuerung ist die Begrenzung der eingegangenen Kapital- und Liquiditätsrisiken auf ein nach aufsichtsrechtlichen wie bankinternen Maßstäben tragfähiges Maß. Das genannte Oberziel ergibt sich als zwingende Voraussetzung dafür, dass die BANK ihre Rolle als Captive Bank des GRENKE Konzerns und ihrer dortigen Finanzierungsfunktion langfristig gerecht werden zu können. Regulatorische Normen erfordern neben der Einhaltung der Mindestanforderungen an Kapital- und Liquiditätsausstattung in der sog. Normativen Perspektive (NP) zudem eine entsprechende bankinterne Betrachtung und Beurteilung der Risikotragfähigkeit in der sog. Ökonomischen Perspektive (ÖP).

Die Zuständigkeiten im Rahmen des Risikomanagementprozesses sind klar geregelt. Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Einrichtung, Organisation und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems trägt der Gesamtvorstand. Er wird dabei von der Risikocontrolling-Funktion gemäß MaRisk unterstützt. Aufbauend auf den geschäftsstrategischen Zielen der Gesamtbank definiert der Bankvorstand die Risikostrategie, die den strategischen Rahmen für das Risikomanagement festlegt. Innerhalb dieses Rahmens werden die übergreifenden Risikoziele, der Risikoappetit sowie der Einsatz von Standards, Methoden, Verfahren und Instrumente zu deren Erreichung definiert. Der Risikomanagementprozess umfasst die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen bzw. Maßnahmen zum systematischen Umgang mit Risiken.

Die Sicherung der Funktionsfähigkeit und der Wirksamkeit von Steuerungs- und Überwachungssystemen im Risikomanagement fällt unter anderen in den Aufgabenbereich der Internen Revision.

3.4. Risikotragfähigkeit

Zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit hat die Bank Steuerungskonzepte für die Kapital- (ICAAP) und Liquiditätssicht (ILAAP) implementiert.

3.4.1. Internal Capital Adequacy Assessment Process (ICAAP)

Die regelmäßige Risikotragfähigkeitsbetrachtung (RTF-Betrachtung) stellt sicher, dass die laut Risikoinventur wesentlichen Risiken laufend durch Risikodeckungspotenzial (RDP) abgedeckt sind. Dabei · ist in der normativen Perspektive (NP) die planerische Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen und somit die regulatorische Fortführbarkeit des Instituts nachzuweisen. In der ökonomischen Perspektive (ÖP) ist die Abdeckung sämtlicher Risiken durch den Unternehmenswert und somit der Schutz der Gläubiger vor Verlusten zu belegen.

Die normative Perspektive unterscheidet zwischen einem Planszenario und adversen Szenarien, in denen unterschiedliche Kapitalanforderungen gestellt werden. Im Planszenario beträgt die interne Erwartung 17,10 %, die aufsichtsrechtliche Mindestanforderung 14,78 %. Für die Planjahre verringert sich die interne Erwartung auf 16,40%, weil die Bank von einer weiteren Verbesserung der Governance ausgeht. Die regulatorischen Mindestanforderungen sinken in der Planung vor diesem Hintergrund auf 14,08%. Über den Planungszeitraum entwickeln sich die Kapitalquoten im Planszenario aufgrund des erheblichen Wachstums im Leasingankauf rückläufig bis auf 14,50% im Jahr 2027. Ohne weitere Maßnahmen würden die internen Kapitalanforderungen durch das erwartete Wachstum in den Planjahren 2026 und 2027 zum Teil unterschritten. Derzeit sind angesichts der dargestellten Handlungsoptionen und der relativ späten Zeitpunkte der Unterschreitung noch keine ad hoc-Maßnahmen durchzuführen. Der weitere Geschäftsverlauf in 2025 bleibt hinsichtlich des Neugeschäftswachstums genau zu beobachten. Die Entwicklung wird in den bestehenden Komitees der Bank (primär ALCO und Kreditkomitee) fortlaufend besprochen.

Die Bank wählt für die ökonomische Perspektive einen grundsätzlich barwertigen Quantifizierungsansatz. Bei Verfügbarkeit geeigneter Methoden und Verfahren werden also sowohl die Bestandteile des Risikodenkungspotentials als auch die wesentlichen Risiken barwertig quantifiziert.

Das Risikodeckungspotenzial besteht aus dem Unternehmenswert als Differenz von zum Bewertungszeitpunkt vorhandenem Vermögen und Schulden einschließlich außerbilanzieller Positionen (Bestandsgeschäft). Nach Abzug insb. der mit dem Bestandsgeschäft verbundenen künftigen Aufwendungen sowie einem Risikopuffer ergibt sich das barwertige Risikodeckungspotenzial.

Das auf der Grundlage des bereitgestellten Risikodeckungspotenzials eingerichteten Limitsystem für die ökonomische Perspektive stellt sich zum 31. Dezember 2024 für den Risikobetrachtungshorizont der nächsten 12 Monate wie folgt dar:

Risiken Limit Risiko 12/24 Auslastung
ADR 125.000.000 89.941.325 72,0%
+ ZÄR 33.000.000 23.182.658 70,3%
+ OPR 7.000.000 4.127.471 59,0%
= Gesamtrisiko 165.000.000 117.251.454 71,1%

Ampellogik Limitauslastung: < 80 % = "grün"; > 100 % = "rot"; dazwischen: "gelb".

3.4.2. Adressenausfallrisiken

Die Risiken im Kreditbereich werden im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung über ein Limitsystem gesteuert, zudem bestehen Limite auf Ebene der Einzelengagements. Zur Reduzierung von Kreditrisiken werden im Bedarfsfall Sicherheiten mit banküblicher Bewertung vereinbart. Risikokonzentrationen werden durch Kleinteiligkeit im Geschäft und Diversifizierung möglichst begrenzt.

Grundlage für diese Prozesse sind neben der Gesamtbankstrategie das Risikotragfähigkeitsmodell und entsprechende Prozessvorgaben für das Kreditgeschäft, über welche u. a. die gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorgaben umgesetzt werden. Die schriftlich fixierte Ordnung für den Bereich Kredit enthält alle wesentlichen qualitativen und quantitativen Vorgaben für die Kreditvergabe, allem voran die strikte Funktionstrennung zwischen Markt und Marktfolge auf allen Hierarchiestufen. Die Bank hat sich zur Umsetzung der Eigenmittelanforderungen gemäß CRR II für den Kreditrisikostandardansatz (KSA) entschieden.

Die angekauften Leasingforderungen des GRENKE Konzerns, die 86,4% des gesamten Risikovolumens aus dem Kundengeschäft der Bank zum Stichtag 31. Dezember 2024 ausmachen, sind breit diversifiziert und durch ein verhältnismäßig geringes Volumen je Einzelforderung gekennzeichnet.

Beim Kreditrisiko ist nur auf den unerwarteten Verlust ("UL") abzustellen, da der EL bereits bei der RDP-Ermittlung abgesetzt wird. Die Quantifizierung des UL erfolgt nach Maßgabe der Arbeitsanweisung zur ADR-Messung. Für das Kundengeschäft wird dabei als UL der barwertige Credit-Value-at-Risk (CVaR (barw.)) gemäß KRM bzw. KPM-KG barwertig angesetzt. Im Leasingankauf sowie im bankeigenen Leasinggeschäft wird dabei auf konzernseitig ermittelte Werte für PD und LGD zurückgegriffen. Für das bankeigene Kreditgeschäft erfolgt die PD-Herleitung im Wesentlichen auf Basis des VR-Ratings.

Der Risikovorsorgebestand im Kundengeschäft hat sich im Geschäftsjahr von TEUR 43.225 auf TEUR 37.367 reduziert.

Adressenausfallrisiken im Eigengeschäft sind von untergeordneter Bedeutung. Es werden Geldanlagen bei der Deutschen Bundesbank, der DZ BANK AG, der Commerzbank AG, der Deutsche Bank AG sowie der SEB AB getätigt. Die Adressausfallrisiken dieser Geschäfte werden unter Nutzung externer Ratings bewertet. Hierbei werden die einjährigen Ausfallwahrscheinlichkeiten (PD) aus Ausfallhistorien der Ratingagentur Standard & Poor's und Fitch abgeleitet.

Die Länderrisiken werden im Risikobericht nachgehalten, besondere Länderrisiken sind zurzeit nicht identifizierbar, vielmehr ist das Portfolio über Länder diversifiziert. Das Risikovolumen im Kundenkreditgeschäft (ohne die zwei Factoring-Niederlassungenen und das bankeigene Leasinggeschäft Norwegen) verteilt sich zum Bilanzstichtag im Wesentlichen auf folgende Länder:

Belgien 114.258 5,9
Deutschland 402.967 20,9
Finnland 2.988 0,2
Frankreich 685.807 35,5
Irland 114.216 5,9
Kroatien 37.153 1,9
Niederlande 139.373 7,2
Portugal 134.435 7,0
Rumänien 44.039 2,3
Spanien 235.181 12,2
Türkei 0 0,0
Ungarn 3.959 0,2
Rest 16.772 0,9

Zum Stichtag gibt es keine Beteiligungen mit einem Buchwert größer null.

Insbesondere durch den im vierteljährlichen Turnus erstellten Risikobericht werden die Geschäftsleitung und der Aufsichtsrat über das Kreditgeschäft informiert. Des Weiteren ist die Geschäftsleitung in die Planung und Durchführung der Ankäufe von Leasingforderungen einbezogen.

3.4.3. Marktpreisrisiken

Als wesentliches Marktpreisrisiko wird das Zinsänderungsrisiko (ZÄR) identifiziert. Deren Risikogehalt ist strategiebedingt gering, da grundsätzlich (i) eine fristenkongruente Bilanzstruktur sowie (ii) die Absicherung offener Fremdwährungspositionen vorgesehen sind.

Die barwertige Betrachtung entspricht den Schockszenarien der erweiterten Anforderung an die IRRBB-Meldung. In allen Szenarien liegen die Zinsrisikokoeffizienten (Barwertverlust relativ zu regulatorischen Eigenmitteln) innerhalb der internen Obergrenze von ± 5 %.

31.12.2024
Berichtsgröße (Angaben in TEUR) Barwertänderung Zinsrisikokoeffizient
Economic Value of Equity (EVE)-Niveau im Basisszenario 520.869
Delta EVE bei parallelem Aufwärtsschock -13.203 -4,50%
Delta EVE bei parallelem Abwärtsschock 7.159 2,44%
Delta EVE bei Steepener-Schock 541 0,18%
Delta EVE bei Flattener-Schock -3.276 -1,12%
Delta EVE bei Kurzfristzins-Aufwärtsschock -6.966 -2,37%
Delta EVE bei Kurzfristzins-Abwärtsschock 3.745 1,28%

Zusätzlich wird das barwertige ZÄR bankintern über eine historische Simulation quantifiziert (Grundlage: gespiegelte 10-jährige Historie der Swap-3M-Tenorkurve, Haltedauer 250 Tage, Konfidenzniveau 99,9 %). Der so ermittelte VAR beträgt TEUR 23.183.

Zu den strategischen Zielen des Instituts gehört es, eine weitgehende Fristenkongruenz zwischen Aktiv- und Passivseite der Bilanz zu erzielen und damit einhergehend eine weitgehende Immunisierung gegen Zinsänderungsrisiken auf Gesamtbankebene herzustellen.

Zur Steuerung des Währungsrisikos sind Devisentermingeschäft eingeführt. Aktuell sind diverse Devisentermingeschäfte abgeschlossen, die die offenen Positionen in Fremdwährungen auf dem strategisch definierten Maß halten.

Die Bank positioniert sich strategisch als Nichthandelsbuchinstitut und betreibt grundsätzlich keinen Eigenhandel. Der Einsatz von Derivaten als Handelsgeschäft ist nur zur Risikominderung vorgesehen. Auch im Geschäftsjahr 2024 wurden solche Absicherungsgeschäfte kontrahiert. Zum Bilanzstichtag beläuft sich der Nominalbestand der Devisentermingeschäfte auf umgerechnet TEUR 25.380 (Vorjahr TEUR 29.123), was im Zusammenhang mit dem wachsenden Leasinggeschäft der Bank in Norwegen sowie Fremdwährungskrediten an einzelne Unternehmen des GRENKE Konzerns steht.

Darüber hinaus ist die Bank in die Refinanzierung des GRENKE Konzerns sowie in das System zur Steuerung der Marktpreisrisiken integriert. Im Rahmen der strategischen Ausrichtung und des internationalen Wachstums nimmt die aktive Risikosteuerung der Marktpreisrisiken eine wichtige Rolle ein.

3.4.4. Operationelle Risiken

Das Operationelle Risiko (OpRisk) bezeichnet gemäß Art. 4 Nr. 52 CRR die Gefahr von Verlusten, die durch die Unangemessenheit oder das Versagen von internen Verfahren, Menschen, Systemen oder durch externe Ereignisse verursacht werden. Das OpRisk schließt Rechtsrisiken ein, nicht jedoch Geschäfts- und strategische Risiken (Verfehlung strategischer Ziele) sowie Reputationsrisiken. Zudem gehören alle separat betrachteten Risikoarten, insb. Kredit-, Markt- und Liquiditätsrisiken nicht zum OpRisk, auch wenn deren Ursachen in externen Ereignissen wie z. B. Kreditausfall, Marktpreisänderung oder Einlagenabzügen liegen.

Das Operationelle Risiko wird auf Basis einer bankeigenen Schadensdatenbank quantifiziert. Hierzu wird die Standardabweichung des rollierenden Jahresdurchschnitts der tatsächlichen Schäden mit dem Z-Wert der Standardnormalverteilung zum Konfidenzniveau 99,9 % hochskaliert. Da diese symmetrische Verteilungsannahme das Operationelle Risiko möglicherweise unterzeichnet, wird der resultierende Wert zudem mit einem Sicherheitsfaktor von 2 multipliziert. Sofern der Bank unterjährig Risikomeldungen vorliegen sollten, welche den so ermittelten Risikowert übersteigen, wäre der Risikowert für die Zwecke der Risikoberechnung entsprechend anzupassen.

Vor der Einführung neuer Produkte oder Dienstleistungen und bei Projekten mit Bezug zu Änderungen betrieblicher Prozesse oder Strukturen erfolgt im Rahmen des AT 8 der MaRisk eine systematische Auseinandersetzung mit den zu erwartenden Risiken. Bei diesem Prozess sind alle involvierten Stellen des Hauses sowie die Funktionen Risikocontrolling, Compliance und die Interne Revision sowie bei IT- relevanten Themen auch der Informationssicherheitsbeauftragte im Rahmen ihrer Aufgaben einbezogen. Die abschließende Genehmigung erfolgt durch die Geschäftsleitung. Eine Datenbank zur systematischen Erfassung von Verlusten aufgrund operationeller Risiken ist ebenfalls installiert.

3.4.5. Sonstige Risiken

Unter sonstigen Risiken werden potenzielle Schäden zusammengefasst, die sich aus der prinzipiellen Geschäftstätigkeit sowie der Gefahr einer unzureichenden oder verzögerten Umsetzung von strategischen Zielen ergeben können.

3.4.6. Stresstests

Sensitivitätsanalysen der Stressbetrachtung stellen Modellrechnungen dar. Die Stresstests dienen neben der laufenden Risikobetrachtung der Simulation besonderer Belastungssituationen.

Bei risikoartenbezogenen Stresstests werden historische und hypothetische Stresstests unterschieden. Historische Stresstests beruhen auf der in der Vergangenheit beobachtbaren Verschärfung von Risikofaktoren, hypothetische Stresstests abstrahieren von der Historie und gehen über diese hinaus. Über vernetzte Stresstests erfolgt eine simultane Verschärfung mehrerer Risikoparameter/-arten. Hierbei simuliert die GRENKE BANK AG einerseits einen schweren konjunkturellen Abschwung und andererseits ein Stagflationsszenario. Dieses Szenario berücksichtigt auch mögliche Auswirkungen (z.B. geringer Forderungsankauf der GRENKE AG) aus dem Angriffskrieg Russland gegen die Ukraine oder weitere negative makroökonomischen Entwicklungen in Bezug auf das Geschäftsgebiet. Ergänzend wird im Rahmen inverser Stresstests ermittelt, welche Risikoparameterverschärfung das Risikodeckungspotenzial auslastet beziehungsweise überschreitet.

3.4.7. Internal Liquidity Adequacy Assessment Process (ILAAP)

Die strategische Ausrichtung des Hauses wirkt sich auf das Liquiditätsrisiko der Bank aus. Die möglichst fristenkongruente Refinanzierung führt dazu, dass das Institut in normalen Marktphasen keine Anschlussfinanzierung für das Bestandsgeschäft benötigt. Laut Geschäftsstrategie erfolgt in Bezug auf die kurzfristige Liquiditätssteuerung die Festlegung des sog. Risikoappetits, indem intern ein zusätzlicher Puffer von 25% zur aktuell verbindlichen Mindestliquiditätsquote (LCR) addiert wird. Für die mittel- und langfristige Liquiditätssicht wird ein Soll-Überlebenshorizont von 12 Monaten jeweils im Normalszenario ohne und mit Neugeschäft als Ziel definiert. Die Zielerreichung wird quartalsweise im Rahmen der Liquiditätsrisikoberichterstattung überprüft und an die Geschäftsleitung kommuniziert. Der ILAAP ist dabei der interne Prozess, der die Angemessenheit der Liquiditätsausstattung sicherstellt. Im definierten Überlebenshorizont verfügt das Institut im Bedarfsfall über einen mehrmonatigen Handlungsspielraum zur Umsetzung von Liquiditätsmaßnahmen. Zur Bedienung ihrer Zahlungsverpflichtungen stehen der Bank die Zahlungsansprüche sowie das sog. Liquiditätsdeckungspotential (LDP) zur Verfügung. Letzteres besteht aus Guthaben und Liquiditätslinien der Bank bei der Deutschen Bundesbank und Kreditinstituten. Die meisten Geschäftspositionen des Instituts besitzen eine feste Kapitalbindung, die für die Kalkulation der Szenarien verwendet wird. Für die übrigen Positionen ohne feste Kapitalbindung werden Annahmen zum Ablauf auf Basis historischer Daten getroffen. Zum 31. Dezember 2024 wurden sowohl im Szenario ohne Neugeschäft als auch im Szenario mit geplantem Neugeschäft die Risikotragfähigkeit über 12 Monate hinweg eingehalten. Daneben sind Stressszenarien auf Basis der identifizierten Risikofaktoren implementiert, die vornehmlich die Vulnerabilität gegenüber den wichtigsten Risikofaktoren in institutsindividuellen und/oder marktweiten Stressphasen aufzeigen sollen.

Flankierend werden im Team Treasury mindestens wöchentlich kurzfristige Zahlungsmittel den kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen gegenübergestellt und die sich ergebende Liquiditätslage und Liquiditätskennzahlen an den Vorstand berichtet. Zudem ist ein Liquiditätsnotfallplan implementiert, der die Auslöser, Prozesse und Maßnahmen eines Liquiditätsnotfalls beschreibt. Die Einhaltung der regulatorischen Mindestvorgaben gemäß Kreditwesengesetz war jederzeit gewährleistet. Die verpflichtende LCR-Kennziffer wurde von der Bank durchgehend eingehalten und betrug zum 31. Dezember 2024 997,25%, die intern vorgegebene LCR-Kennziffer inkl. Mindestpuffer liegt bei 125%. Regulatorisch vorgegeben sind außerhalb von Stressphasen 100 %. Ergänzend wird eine Net Stable Funding Ratio (NSFR) nach den bekannten Vorgaben ermittelt und gesteuert.

3.4.8. Gesamtbewertung der Risiken und Chancen

Nach Einschätzung des Vorstands haben die Adressenausfallrisiken und die Marktpreisrisiken die bedeutsamsten Auswirkungen auf die GRENKE BANK AG. Diese Einschätzung beruht insbesondere auf dem Geschäftsmodell der Bank sowie auf der europäischen Neugeschäftsplanung im Leasingbereich der GRENKE AG. Insgesamt ist die GRENKE BANK in einem angemessenem Maß Unsicherheiten ausgesetzt, die sie nur teilweise selbst beeinflussen kann. Die Bank hat jedoch keine Risiken festgestellt, die sich einzeln oder in Verbindung mit anderen Risiken für die Bank existenzgefährdend auswirken.

4. Prognosebericht

Für das kommende Geschäftsjahr 2025 erwartet der Vorstand einen leichten Anstieg im mittleren zweistelligen Mio. Bereich im Bestand der angekauften konzerninternen Leasingforderungen. Die Bilanzsumme wird jedoch nur leicht verändert erwartet, da vor allem der strategische Liquiditätspuffer wieder auf den Planwert von ca. 460 Mio. Euro (Barreserve) zurückgeführt wird. Dieser Liquiditätspuffer wird vorgehalten, um im Bedarfsfall im Rahmen der Liquiditätsvorsorge der GRENKE AG zur Verfügung zu stehen. Aus der beabsichtigten Trennung vom Factoringgeschäft erwartet der Vorstand kurzfristig keine nennenswerten Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens.

Die Prämissen für die Neugeschäftsplanung der GRENKE Bank im Rahmen der Forderungsankäufe von der Grenke AG sehen eine Forderungshöhe beim Ankauf deutscher Forderungen in Höhe von rd. 100 Mio. Euro vor. In Frankreich plant die Bank 20 Prozent des erwarteten Neugeschäftes zu refinanzieren und in den anderen Ankaufsländern der Bank wird jeweils 80 Prozent des Neugeschäftes des Konzerns in diesen Ländern refinanziert. Insgesamt plant die Bank 2025 ein Neugeschäft im Forderungsankauf von ca. 627 Mio. Euro.

Im Geschäft mit Gewerbekunden konzentriert sich die Bank auf das Angebot von Kontokorrentprodukten, Sichteinlagen sowie kleinteilige Finanzierungen. Die Bank beabsichtigt, Mikrokreditfinanzierungen weiter anzubieten; letztere bei Risikoübernahme durch die Bundesrepublik Deutschland im Rahmen der Kooperation mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Im Zusammenhang mit den o. g. Produkten bietet die Bank diesen Kunden auch den Service des Zahlungsverkehrs an.

Der Fokus im Zahlungsverkehr der GRENKE BANK AG liegt hauptsächlich als Zahlungsverkehrsdienstleister für Gesellschaften des GRENKE Konzerns zu fungieren sowie weiterhin die Betreiberfunktion für das Bezahlsystem "BARZAHLEN/VIACASH" sicherzustellen, um eine Steigerung der Provisionserträge zu erreichen. Ergänzend dazu führt die GRENKE Bank auch den Zahlungsverkehr für gewerbliche Kunden im Rahmen von Geschäftsgirokonten aus.

Auf der Refinanzierungsseite soll das Festgeldgeschäft mit Privatkunden deutlich im unteren dreistelligen Mio. Bereich auf ca. 1,5 Mrd. Euro ausgebaut werden. Hierzu wird einerseits mit Plattformen zusammengearbeitet andererseits wird auch die eigene Antragsstrecke in 2025 weiter ausgebaut werden. Die Bank wird auch weiterhin die Refinanzierung über Globaldarlehen von Förderinstituten betreiben und plant einen Bestand von 24 Mio. Euro für Ende 2025.

Die Geschäfts- und Kontrollbereiche sowie die Aufbau- und Ablauforganisation der Bank werden auch in 2025 weiter gefestigt und damit einhergehend mögliche Feststellungen aus der § 44 KWG-Sonderprüfung behoben werden. Das Eigenkapital der Bank wird, wie in der Vergangenheit auch, den entsprechenden aufsichtsrechtlichen Vorgaben entsprechen. Ebenso prognostiziert die Bank, die individuelle Kennzahl der modifizierten bilanziellen Eigenkapital-Quote 16% dauerhaft nicht zu unterschreiten.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat im Rahmen des turnusmäßigen aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozesses (Supervisory Review and Evaluation Process - SREP) festgelegt, dass die Bank erhöhte Eigenmittelanforderungen in Höhe von 9% einzuhalten hat. Die bestehenden Eigenkapitalanforderungen werden die geplanten Aktivitäten auch in 2025 ff auf der Aktiv- und Passivseite nicht nachteilig beeinflussen.

In der Planung steigt der Verwaltungsaufwand in 2025 wegen der voraussichtlichen Finalisierung der regulatorisch erforderlichen Bank-, Governance- und Personalstrukturen im Bereich der Personalkosten noch einmal an, bevor dann wegen nachlassender Sondereffekten bei einem nachhaltigen Personalbestand inkl. der ausländischen Niederlassungen von 125,11 FTE die Verwaltungskosten und Projekte ab 2025 wieder sinken werden. In der Planung wirkt sich der Aufbau von eigenem Know- How und besseren Prozessen und Abläufen deutlich entlastend auf die bisher stark dominierenden Beratungskosten in vielen Bereichen, insbesondere in den Bereichen Geschäftsorganisation und Governance aus. Dies zeigt sich in der Planung auch an der Cost-Income-Ratio (CIR), die sich nach 39 Prozent in 2023 ab 2024 um die 33 Prozent bewegen wird. Für das Jahr 2025 planen wir mit einer CIR von ca. 36 Prozent.

Ein weiteres Ziel des Vorstandes war es die Führungsmannschaft nach den neuen Erfordernissen der Bank auszusuchen und weiter zu qualifizieren und dabei Frauen in Führungspositionen verstärkt zu berücksichtigen. In der Bank haben wir per Ultimo 2024 von 12 Führungspositionen 4 mit Frauen besetzt. Die Zielquote von über 30% soll auch 2025 erreicht werden.

Der Bankvorstand erwartet in 2025 mit rund 17,95 Mio. Euro ein deutlich geringeres Ergebnis als in 2024, welches jedoch einen Sondereffekt aus der Auflösung der Risikovorsorge für die KfW-Kredite von ca. 5,7 Mio. Euro enthielt. Geplant soll der Jahresüberschuss in 2026 und 2027 sinken. Das Hauptaugenmerk des Vorstandes liegt neben einer nachhaltig positiven Ergebnisvorausschau vor allem in der Finalisierung der begonnenen Umbauarbeiten in der Bank bis Ende 2025. Diese Strukturveränderungen maßgeblich im IT- und den Governance-Bereichen sollen die GRENKE Bank digitaler, skalierbarer und aufsichtsrechtlich gefestigt machen, um den Bedürfnissen unserer Muttergesellschaft GRENKE AG und den Anforderungen unserer Kunden besser gerecht zu werden. Auch die engere Zusammenarbeit mit der GRENKE AG - wo sinnvoll und angebracht - steht hierbei im Fokus. Insgesamt sieht der Vorstand positiv den kommenden Jahren entgegen.

 

Baden-Baden, den 05.03.2025

GRENKE BANK AG

DER VORSTAND

Dr. Oliver Recklies

Dr. Arndt Röchling

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die GRENKE BANK AG, Baden-Baden

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Jahresabschluss der GRENKE BANK AG, Baden-Baden - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der GRENKE BANK AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2024 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE IN DER PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Wir haben den folgenden Sachverhalt als besonders wichtigen Prüfungssachverhalte bestimmt, der in unserem Bestätigungsvermerk mitzuteilen ist:

ERMITTLUNG DER EINZELWERTBERICHTIGUNGEN SOWIE DIREKTABSCHREIBUNGEN AUF LEISTUNGSGESTÖRTE FORDERUNGEN AUS DEM LEASINGANKAUF

Sachverhalt

Im Jahresabschluss der GRENKE BANK AG werden Forderungen an Kunden von EUR 1.871,6 Mio. vor Risikovorsorge ausgewiesen. Diese betreffen im Wesentlichen angekaufte Leasingforderungen. Zur Berücksichtigung der Ausfallrisiken aufgrund aufgetretener Leistungsstörungen wurden auf die angekauften Leasingforderungen Einzelwertberichtigungen gebildet sowie Direktabschreibungen vorgenommen.

Die Einzelwertberichtigungen sowie Direktabschreibungen für diese Forderungen werden unter Heranziehung von Verlustquoten und Bearbeitungsklassen ermittelt. In diesem Zusammenhang sind von den gesetzlichen Vertretern Ermessensentscheidungen zu treffen. Diese umfassen unter anderem das verwendete Modell für die Ermittlung der Verlustquoten der gekündigten Forderungen, die weiteren in dem Modell verwendeten Schätzparameter, die hierfür getroffenen Annahmen und mögliche Modellanpassungen aufgrund der Erkenntnisse aus Modell-Validierungen. Die Ermessensentscheidungen sind mit Unsicherheiten behaftet, die durch die aktuellen makroökonomischen Faktoren noch verstärkt werden. Darüber hinaus ist die Ermittlung von Wertberichtigungen in hohem Maße komplex und abhängig von einer hohen Sach- und Fachkenntnis der involvierten Mitarbeiter und Entscheidungsträger.

Vor diesem Hintergrund war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

Zu den auf leistungsgestörte Forderungen aus dem Leasingankauf angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Angaben im Anhang in Kapitel I "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", Kapitel II "Erläuterungen zur Jahresbilanz - Forderungen an Kunden" und Kapitel III "Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung - Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft".

Prüferische Reaktion

Im Rahmen unseres Prüfungsansatzes haben wir zunächst eine Risikoeinschätzung und Beurteilung des Risikos von wesentlichen falschen Angaben in Bezug auf die Einzelwertberichtigungen sowie Direktabschreibungen auf zahlungsgestörte Forderungen aus dem Leasingankauf vorgenommen. Auf Basis dieser Risikoeinschätzung haben wir uns im Rahmen der Prüfungshandlungen zum internen Kontrollsystem ein Verständnis über den Prozess zur Ermittlung der Einzelwertberichtigungen und Direktabschreibungen verschafft. Hierzu haben wir auf Basis einer Durchsicht von Richtlinien und Arbeitsanweisungen zur Ermittlung der Einzelwertberichtigungen und Direktabschreibungen die Methoden, Verfahren und Kontrollen - einschließlich übergeordneter IT- Kontrollen - beurteilt und deren Umsetzung nachvollzogen. Zudem haben wir Funktionsprüfungen durchgeführt.

Darauf aufbauend haben wir unter Einbeziehung von Bewertungsspezialisten insbesondere die nachfolgenden aussagebezogenen Prüfungshandlungen durchgeführt.

Wir haben die grundsätzliche Eignung des Bewertungsmodells zur Bestimmung der Einzelwertberichtigungen und Direktabschreibungen sowie die Eignung der in die Bewertung einfließenden Schätzparameter analysiert.

Wir haben dabei untersucht, ob die wesentlichen Schätzparameter für die Ermittlung der Einzelwertberichtigung und Direktabschreibungen methodisch sachgerecht und rechnerisch zutreffend ermittelt und richtig in das Modell zur Ermittlung der Einzelwertberichtigung und Direktabschreibungen auf zahlungsgestörte Forderungen aus dem Leasingankauf einbezogen werden. Zudem haben wir die jährliche Validierung wesentlicher Schätzparameter nachvollzogen.

Wir haben in Stichproben die Ermittlung der wesentlichen Schätzparameter eingesehen und nachvollzogen, wie sich diese für die Ermittlung relevanten Daten aus den in der Buchhaltung erfassten Zahlungsströmen und Salden ergeben. Es erfolgte ein Abgleich mit den in der Buchhaltung erfassten Zahlungsstrom- und Bestandsgrößen zu den zugrundeliegenden Vertragsgrundlagen. In einer risikoorientierten Stichprobe wurde die Richtigkeit der Zuordnung zu den Bearbeitungsklassen der angekauften Leasingforderungen geprüft.

Abschließend haben wir uns von der rechnerischen Richtigkeit des verwendeten Bewertungsmodells hinsichtlich der ermittelten Einzelwertberichtigungen und Direktabschreibungen auf die zahlungsgestörten Forderungen aus dem Leasingankauf überzeugt.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN LAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass eine aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, ist höher als das Risiko, dass eine aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

erlangen wir ein Verständnis von den für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollen und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft bzw. dieser Vorkehrungen und Maßnahmen abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

ÜBRIGE ANGABEN GEMÄß ARTIKEL 10 EU-APRVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 10. März 2024 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 30. September 2024 vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses der Gesellschaft beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2021 als Abschlussprüfer der GRENKE BANK AG tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Alexander Gaiser.

 

Frankfurt am Main, 6. März 2025

BDO AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Büning, Wirtschaftsprüfer

Gaiser, Wirtschaftsprüfer

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