Stammdaten

Register
Amtsgericht Schweinfurt HRB 8139
Vorher
Frantschach Industrial Packaging Deutschland GmbHMondi Packaging Sendenhorst GmbH
Eingetragen
29.9.1976
Branche
Herstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenHerstellung von Verpackungen und Verschlüssen aus Eisen, Stahl und NE-MetallHerstellung von Baubedarfsartikeln aus Kunststoffen
Gegenstand
Die Herstellung und der Vertrieb von Industriesäcken und anderen flexiblen Verpackungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Daniela Dorner
seit 16.12.2022
Geschäftsführer
Thomas Kern
seit 14.9.2022
Prokura
Florian Ullrich
seit 10.3.2021
Prokura
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (4)

NameAnteil
49.41%
Mondi Corrugated Poland B.V.NLD
31.57%
Mondi Investments LimitedGBR
10.01%
Mondi Investments LimitedGBR
9.01%

Gesellschafter

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
4.634.500 €
89.99%
Mondi Investments Limited
United Kingdom
515.500 €
10.01%

Beteiligungen

NameAnteil
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Mondi Holding Deutschland GmbH

Halle (vormals: Gronau)

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Inhaltsverzeichnis

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell des Konzerns und Konzernstruktur

Die Mondi Holding Deutschland GmbH, Gronau, zusammen mit ihren Tochterunternehmen (im Folgenden kurz "Gruppe" oder "Mondi" genannt) ist ein weltweiter Hersteller von Konsumgüterverpackungen, Hygienekomponenten und Release Liner, Wellpappe und Sacklösungen. Hauptanteilseigner der Gruppe ist mit 89,99% der Anteile die Mondi Corrugated Poland B.V. in den Niederlanden, die zu 100% der Mondi Packaging Sarl gehört. Mit 10,01% der Anteile hält die Mondi Investments Limited in Großbritannien einen nicht beherrschenden Anteil an der Gruppe. Die Unternehmensgruppe Mondi Holding Deutschland gehört zur Mondi plc, welche an der Londoner Börse notiert.

Die Werke für die Produktion von Konsumgüterverpackungen, Hygienekomponenten und Release Liner befinden sich in verschiedenen Ländern der Welt, vor allem in Deutschland. Weitere Werke sind in Ungarn, Polen, Russland, China und den USA zu finden. Kernkompetenzen sind das Extrudieren, Drucken und Beschichten sowie die Veredelung oder Weiterverarbeitung von hochwertigen Folien. Die Gruppe ist auch ein Lieferant von silikonbeschichteten und speziellen Release Liner.

Die wichtigsten Werke für die Herstellung von Wellpappe sind in Deutschland angesiedelt, aber die Gruppe betreibt auch ein Werk in Polen. In diesem Bereich bietet Mondi eine breite Palette von Verpackungslösungen aus Wellpappe an.

Die Gruppe verfügt auch über zwei Werke für Sacklösungen in Deutschland. Es werden hauptsächlich Sacklösungen für Kunden aus der Zement- und Baustoffindustrie, der chemischen Industrie sowie der Nahrungsmittel-, Futtermittel- und Saatgutbranche hergestellt.

Ziele und Strategien

Unsere Strategie ist es, wertsteigerndes Wachstum auf nachhaltige Weise zu schaffen. Unser strategischer Ansatz baut auf Wettbewerbsvorteile auf, über die wir heute verfügen, und legt einen klaren Fahrplan für unsere Investitionen und operativen Entscheidungen fest, damit wir unser nachhaltiges Wachstum in Zukunft fortsetzen können. Unser strategischer Rahmen umfasst vier Bereiche:

Leistung entlang der Wertschöpfungskette steigern

Unsere Schwerpunkte:

Stetiges Bemühen um wirtschaftliche und operative Spitzenleistung, schlanke Prozesse, Qualität sowie Produktivitäts- und Effizienzsteigerung

Leistungsoptimierung im gesamten Unternehmen mit Hilfe von Benchmarking

Kontinuierliche Verbesserung der Prozesse und Systeme, sowie Anwendung von innovativen Arbeitsmethoden

In Vermögenswerte mit Kostenvorteilen investieren

Unsere Schwerpunkte:

Kapitalinvestitionen mit Fokus auf Förderung des organischen Wachstums, Stärkung der Kostenwettbewerbsfähigkeit, Erweiterung des Produktangebots, Verbesserung der Qualität und des Kundenservice, sowie Reduzierung der Umweltauswirkungen

Diszipliniertes Vorgehen bei der Untersuchung, Genehmigung und Durchführung von Kapital Projekten

Akquisition von Unternehmen mit hochwertigen Produkten, nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen und hohen Betriebsstandards

Unsere Mitarbeiter inspirieren

Unsere Schwerpunkte:

Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

Mitarbeiter begeistern und entwickeln

Inklusion und Vielfalt fördern

Mit unseren Kunden für Innovation zusammenarbeiten

Unsere Schwerpunkte:

Enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden und externen Partnern bei der Entwicklung von qualitativ hochwertigen und intelligenten Produkten

* Unterstützung unserer Kunden bei der Verwirklichung ihrer Nachhaltigkeitsziele durch nachhaltige und innovative Produktlösungen

F&E-Zentren und Innovationstätigkeiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Steuerungssystem

Die Steuerung erfolgt vor allem durch die folgenden finanziellen Leistungsindikatoren:

Bezeichnung Beschreibung
EBITDA Operatives Ergebnis vor Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte
Betriebsergebnis (EBIT) Operatives Ergebnis
Working Capital in % (Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten) / Umsatz
Nettoverschuldung Umfasst alle kurz- und langfristigen Darlehen, schuldtitelbezogene Derivate, den aktuellen Bestand an Finanzanlagen sowie liquide Mittel
Kapitalrendite (ROCE) % Betriebsergebnis (EBIT) vor Sonderposten der letzten zwölf Monate dividiert durch das durchschnittlich eingesetzte Betriebskapital der letzten zwölf Monate

Mitarbeiter

Die durchschnittlichen Mitarbeiterzahlen im Geschäftsjahr 2021 stellen sich wie folgt dar:

Regionale Verteilung im Jahresdurchschnitt 1 2021 2020 Veränderung in VZÄ Veränderung in %
Deutschland 2.520 2.566 (46) (1,8)%
Osteuropa 1.111 1.079 32 3,0 %
Europa (gesamt) 3.631 3.645 (14) (0,4)%
Nordamerika 5 5 - - %
Asien und Australien 34 35 (1) (2,9)%
Gesamt 3.670 3.685 (15) (0,4)%

Hinweis:

1 Angaben in Vollzeitäquivalente (VZÄ)

Die ausgewiesene Mitarbeiterzahl beinhaltet die Standorte der Mondi Holding Deutschland Gruppe mit ihren Stammbelegschaften einschließlich der Geschäftsführer. Auszubildende sind nicht berücksichtigt. Die Anzahl der Mitarbeiter wird auf Basis des Vollzeitäquivalents (VZÄ) ermittelt, das heißt, Teilzeitstellen werden entsprechend ihrem jeweiligen Arbeitszeitanteil gewichtet.

Insgesamt waren im Geschäftsjahr im Durchschnitt 3.670 (2020: 3.685) Mitarbeiter beschäftigt.

Die Gruppe beschäftigt die meisten Mitarbeiter in Europa, wovon 2.520 Mitarbeiter bzw. 69% in Deutschland arbeiten. Der Personalstand in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr um 1,8% gefallen. Die zweitgrößte Region ist Osteuropa mit 1.111 Mitarbeitern. Die Mitarbeiterzahl in Osteuropa hat sich um 3,0% erhöht.

Managemententwicklung

Die Entwicklung des Managements wird durch die Mondi Academy sowie durch lokale Maßnahmen unterstützt. Außerdem werden dem Management externe Schulungen angeboten. Performance Development Reviews werden in regelmäßigen Abständen in den Betrieben der Gruppe durchgeführt.

Forschung und Entwicklung

Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten

Der Bereich Forschung & Entwicklung trägt wesentlich zu unserem anhaltenden Erfolg bei. Für uns ist Innovation der Schlüssel zur Schaffung von Mehrwert. Dies erreichen wir zum Beispiel, indem wir mit Kunden an innovativen neuen Produkten arbeiten oder neue Wege beschreiten, um unsere Mitarbeiter zu fördern und unsere Effizienz zu steigern.

Unsere Schwerpunkte sind:

Verbesserung der technologischen Leistungsfähigkeit und der Ökobilanz

Entwicklung von Oberflächen für eine bessere Bedruckbarkeit

* Einhaltung strenger Lebensmittelhygienestandards und Verlängerung der Haltbarkeit der Produkte unserer Kunden

Entwicklung von einzigartigen Folienrezepturen und Verfahren für mehrlagige Blas-, Gieß- und Verbundfolien

Eine intensive Auseinandersetzung mit neuen Rohstoffen und Prozesstechnologien sowie Grundlagenforschung bilden die Basis der Entwicklungsarbeit.

Forschungs- und Entwicklungskennzahlen

Im Berichtsjahr wurden insgesamt €8,2 Mio. (2020: €8,5 Mio.) für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Dies entspricht 0,7% (2020: 0,9%) des Konzernumsatzes.

Arbeits- und Gesundheitsschutz

In unserer Branche gibt es viele Tätigkeiten, die mit hohen Risiken verbunden sind. Mittels Arbeitsgruppen entwickeln wir Richtlinien zur Minimierung dieser Risiken. Wir verlangen von allen unseren Standorten, dass sie sich auf ihre Toprisiken konzentrieren und Aktionspläne ausarbeiten, die diese Risiken ausschalten oder, wo dies nicht möglich ist, rigorose Verfahren und Kontrollmechanismen einführen, um diese Risiken zu minimieren. Wir untersuchen laufend alle Zwischenfälle und Beinaheunfälle und kommunizieren unsere Erkenntnisse an alle Standorte. Wir setzen ein extern zertifiziertes Sicherheitsmanagementsystem ein und führen an unseren Standorten regelmäßige Audits durch, um sicherzustellen, dass unsere Einrichtungen für ihren jeweiligen Zweck geeignet sind.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die COVID-19 Pandemie hinterlässt weiterhin tiefe Spuren in Gesellschaft und Wirtschaft. Die Zulassung verschiedener Impfstoffe in den vergangenen Monaten haben die Hoffnung auf ein eventuelles Ende der Pandemie geweckt. Aufgrund hoher Ansteckungsraten und neuen hochansteckenden Virus-Varianten, wurde jedoch die prognostizierte Wachstumsrate wieder leicht herabgesetzt und geschwächt (IMF, World Economic Outlook January Update 2021). Steigende Energiepreise und Versorgungsunterbrechungen haben zu einer höheren und breiter angelegten Inflation geführt als erwartet, insbesondere in den Vereinigten Staaten, im Euroraum und in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern (IMF, World Economic Outlook January Update 2022).

Das globale Wirtschaftswachstum wird auf 5,9% im Jahr 2021 geschätzt und soll sich 2022 auf 4,4% abschwächen. Mobilitätsbeschränkungen, Grenzschließungen und die gesundheitlichen Folgen, welche durch die Verbreitung der Omikron-Variante ausgelöst worden sind, beeinflussen das Wachstum im ersten Quartal 2022 weiterhin. Danach sollen die Auswirkungen der Pandemie im zweiten Quartal 2022 abflachen, unter der Voraussetzung, dass es keine weiteren Varianten mehr gäbe und die aktuelle Mutation langsam zurückgehen werde. Die Inflation bleibt auch in naher Zukunft hoch, 3,9% für entwickelte Länder und 5,9% in Schwellen- und Entwicklungsländern. Der Rückgang von Lieferkettenunterbrechungen, straffere Geldpolitik, der Wechsel vom Warenkonsum hin zu Dienstleistungen und fallende Treibstoffpreise, sollen die Inflation 2023 wieder reduzieren (IMF, World Economic Outlook January Update 2022).

Die meisten und zugleich größten Betriebe der Mondi Holding Deutschland Gruppe befinden sich in Deutschland, das auch mit Abstand den größten Einzelmarkt für die Produkte der Gruppe darstellt. In Europa gilt für 2022 eine Wachstumsrevision von -0,4 Prozentpunkten auf 3,9 Prozent, für welche Lieferengpässe und Lockdowns verantwortlich sind. Da Deutschland besonders stark von der Rohstoffversorgung und den Lieferketten abhängig ist, gilt ein Wachstumsabschlag von 0,8 Prozentpunkten auf 3,8 Prozent (IMF, World Economic Outlook January Update 2022, Table 1. Overview of the World Economic Outlook Projections). Ein starker Arbeitsmarkt, weitergehende Normalisierung der Aktivitäten im Alltag, aufholende Nachfrage im Dienstleistungssektor, zunehmende Exporte und vorteilhafte Finanzierungsbedingungen für Unternehmensinvestitionen, werden Deutschland 2022 zu einem stärkeren Wachstum verhelfen (OECD Economic Outlook, Volume 2021 Issue 2: Preliminary Version).

Vor Kriegsausbruch wurde damit gerechnet, dass sich die zentralen gesamtwirtschaftlichen Variablen nach der Coronapandemie im Zeitraum 2022-2023 normalisieren würden. Sollten die seit Kriegsbeginn beobachteten Rohstoffpreis- und Finanzmarktentwicklungen von Dauer sein, könnten sie das globale BIP-Wachstum im ersten Jahr um über 1% verringern - wobei es in Russland zu einer schweren Rezession käme- und den globalen Verbraucherpreisauftrieb um etwa 2,5% erhöhen (OECD-Wirtschaftsausblick, Zwischenausgabe März 2022).

Mondi beobachtet und analysiert weiterhin die Situation in der Ukraine, sowie die Reaktionen der internationalen Regierungen und die damit verbundenen möglichen Auswirkungen auf die Gruppe.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Konsumgüterverpackungen

Mondi bietet seinen Kunden flexible Verpackungslösungen an. Flexible Verpackungen haben gegenüber starren Verpackungslösungen wesentliche Vorteile da sie sowohl Material als auch Energie sparen und weniger Abfall verursachen. Unser Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Produkten die mindestens die gleichen Merkmale und Funktionen bieten wie starre Verpackungsalternativen und unseren Kunden Einsparungen ermöglichen sowie die Auswirkungen auf die Umwelt reduzieren. Das erhöhte Interesse an nachhaltigen Verpackungslösungen ist am Markt klar erkennbar und treibt die Weiterentwicklungen an. Neben unserem Kernmarkt Deutschland haben wir auch Betriebe in Polen, Ungarn, Russland, Österreich sowie in den USA und Asien. Die umsatzstärksten Märkte sind Deutschland, die USA, Frankreich, Russland und Polen.

Die Marktstatistiken für 2021 liegen noch nicht vor, aber die Nachfrage nach flexiblen Verpackungen blieb auch in 2021 gut. Der Markt war weniger volatil als im Jahr 2020, als wir einen COVID-19 bedingten Lageraufbau vor den ersten Ausgangsbeschränkungen und einen anschließenden Lagerabbau im weiteren Verlauf des Jahres beobachten konnten. Während der Pandemie verlagerte sich der Lebensmittelkonsum von der Gastronomie in den Einzelhandel, und die Zahl der Haustiere nahm zu, was sich günstig auf die Nachfrage nach flexiblen Verpackungsprodukten für Tierfutter und Tierbedarf auswirkte.

Konsumgüterverpackung beliefert seine Kunden mit Produktkomponenten für Windeln und Damenhygiene sowie mit Produkten im Bereich der Feuchttücher. Neben zwei großen Produktionsstätten in Deutschland gibt es eine kleinere Produktionsstätte in den USA sowie China. Die umsatzstärksten Märkte sind Deutschland, die USA, Polen, Italien und die Türkei.

Die Nachfrage nach Einweg-Hygieneprodukten hat sich nach der durch die Pandemie verursachten häuslichen Abgeschiedenheit und dem erhöhten Umsatz im Jahr 2020 wieder normalisiert. Im Jahr 2021 konnte eine Marktsättigung und ein Abbau von Lagerbeständen in bestimmten Produktkategorien, wie zum Beispiel bei Feuchttüchern, beobachtet werden. Die weltweite Nachfrage nach Windeln wird weiterhin von den sich entwickelnden Märkten und dem Hosenformat angetrieben, während die Nachfrage nach herkömmlichen Windeln stagniert (Euromonitor).

Wellpappe

Im Jahr 2021 betrug das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands rund 3,57 Billionen Euro. Preisbereinigt wuchs das deutsche Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr um 2,9%. Grund für den Rückgang im Jahr 2020 waren die Auswirkungen der Corona-Krise und der damit einhergehende Shutdown der Wirtschaft (Statista, Bruttoinlandsprodukt in Deutschland bis 2021).

Der arbeitstägliche Absatz der Mitglieder des VDW legte im dritten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8% zu. Damit war die Absatzsituation der Wellpappenindustrie im dritten Quartal weiterhin gut (VDW. Quartalsbericht III 2021). Der Kostendruck für unsere Industrie bleibt, bei guter Auftrags- und Absatzlage, weiterhin enorm hoch. Neben den historisch hohen Rohstoff- und Energiekosten werden auch andere Kostenbereiche immer bedeutsamer. So berichten einige Mitglieder von Problemen bei der Logistik durch den Mangel an LKW-Fahrern. Auch die zu erwartenden Lohnerhöhungen treiben unsere Mitglieder zunehmend um. Auf der Ertragsseite stellen sich nur zögerlich dringend notwendige Anpassungen ein. Dazu steigen die Marktrisiken für unsere Industrie durch die hohe Inflation, einem rückläufigen privaten Konsum und die schwache Konjunktur (VDW, Quartalsbericht III 2021).

Im dritten Quartal des Jahres 2021 stiegen die Durchschnittserlöse in Cent pro m 2 Wellpappe im VDW weiter an, Im September lag der Durchschnittspreis für den m 2 Wellpappe bei 61,3 Cent/m 2 und damit um 18,1% höher verglichen zum Dezember 2020 (VDW, Quartalsbericht III 2021). Die Papierrohstoffpreise stieg in 2021 stark weiter an, nach letzten vorhandenen VDW-Daten per November 2021, Wellenstoff um 68% auf 623 EUR/t und Kraftliner um 45% auf 852 EUR/t im Vergleich zu Dezember 2020 (VDW Quartalsbericht III 2021).

Die Betriebe der Mondi Holding Deutschland GmbH in diesem Segment sind in Süddeutschland und Polen ansässig. Laut VDW Statistik wuchs der deutsche Markt (Region Süd +8,3% und Südwest +8,2%) im November 2021 um +7,4% im Vergleich zu 2020. (VDW, Absatzmeldung 11-2021). Für das Jahr 2022 hat der VDW im Dezember 2021 eine Prognose von +4,1% Wachstum abgegeben (VDW, Prognose zur Entwicklung der Wellpappenindustrie).

Sacklösungen

Mondi ist einer der Marktführer im Bereich von Industriesäcken in Europa, im Nahen Osten und in Nordamerika. Die wichtigsten Endabnehmer variieren nach Märkten. In Europa gingen 2021 63 % an die Zement- und Baustoffindustrie; weitere wichtige Abnehmer waren die Bereiche Lebensmittel (14 %), Tierfutter (7 %) und Chemikalien (6 %) (Eurosac-Statistik für Dezember 2021).

Die Betriebe der Gruppe befinden sich in Deutschland, welches der zweit größte Einzelmarkt in Europa ist (Eurosac- Statistik für November). Unsere deutschen Werke produzieren und vertreiben Sacklösungen für Kunden aus der Zement- und Baustoffindustrie, der chemischen Industrie sowie der Nahrungsmittel-, Futtermittel- und Saatgutbranche. Darüber hinaus werden verstärkt Betriebe der Automobilzulieferindustrie beliefert.

Das Jahr 2021 hat für den europäischen Markt für Industriesäcke im Vergleich zu 2020 mit einer Erhöhung von 4,7% abgeschlossen. Das Wachstum ist getrieben durch die starke Nachfrage in der Baustoffindustrie (+8,4%), sowie einer Erholung der Chemieindustrie (+9,3%) und die Bereiche Nahrungsmittel, Futtermittel und Saatgut sind in Summe ident zum Vorjahr (Eurosac, Statistik für Dezember). Der deutsche Markt, ist im Vergleich zum Vorjahr, um 3,4% gewachsen, wobei in Deutschland die Chemieindustrie mit +11,3% den größten absoluten Anteil am Wachstum hatte (Eurosac, Statistik für Dezember).

Der steigende Bedarf an Industriesäcken in 2020 und 2021 hat gezeigt, dass COVID-19 keine negativen Auswirkungen auf unsere Branche hatte. Auch für 2022 erwarten wir einen weiterhin stabilen und leicht wachsenden Markt im Papierbereich, unter anderem auch durch den Trend zur mehr Nachhaltigkeit.

Entwicklung der Energiepreise

Die Auswirkungen der COVID-19 Pandemie machten sich auch weiterhin auf dem Energiemarkt bemerkbar. Im ersten Halbjahr stiegen die Strompreise aufgrund den erhöhten Produktionskosten von Gaskraftwerken bedingt durch die schnell steigenden Erdgas- und CO2-Preise. Durch den Ausstieg Deutschlands aus der Atomenergie und der Kohleerzeugung fallen nun immer mehr preisgünstige Grundlastkraftwerke weg, was wiederum für 2022 große Preissteigerungen erwarten lässt (Energie-Handels-Gesellschaft mbH & Co. KG).

Nach historisch sehr niedrigen Preisen im Jahr 2020 kehrten die Erdgaspreise im ersten Halbjahr auf ein normales Niveau zurück. Aufgrund von Befürchtungen über eine Verknappung auf dem Gasmarkt erreichten die Preise im zweiten Halbjahr in Europa neue Höchststände (Mondi).

Die Erdgasknappheit in Europa aber auch die erhöhten Emissionszertifikatspreise führten zu einer Umstellung der Stromerzeugung von Gas auf Kohle. Dies führt wiederum zu einem positiven Rückkopplungseffekt was letztlich dazu führt, dass die Kohlepreise aufgrund der erhöhten Nachfrage wieder weiter steigen werden (International Energy Agency, Coal 2021).

Rohstoffe

Die indexierten europäischen PE- und PP-Benchmark-Preise stiegen im Jahr 2021 aufgrund von Angebotsengpässen, starker Nachfrage, Verzögerungen bei neuen Kapazitäten, globalen logistischen Herausforderungen und Produktionsunterbrechungen (einschließlich des Wintersturms in den USA) deutlich an. Die durchschnittlichen Preise für PE und PP in 2021 liegen mit rund +67,8% und +69,1%, weit über dem Vorjahr (Mondi).

Die Weitergabe der Rohstoffpreisveränderungen an die Kunden richtet sich nach den individuellen vertraglichen Absprachen in Form von Preisgleitklauseln, welche meist langfristigen Charakter haben. Damit können Rohstoffpreisveränderungen nur zeitverzögert weitergegeben werden.

EUR/ton 1.1.-30.6.2021 1.7.-31.12.2021 2021 2020 Veränderung in %
LDPE ICIS GP LOW (EU CONTRACT) - Polyethylen 1.993,0 2.202,0 2.098,0 1.250,4 67,8 %
PP-H ICIS INJ LOW (EU CONTRACT) - Polypropylen 1.710,0 1.923,0 1.923,0 1.137,1 69,1 %

Lage des Konzerns

Ertragslage

Der Umsatz der Mondi Holding Deutschland Gruppe lag mit €1.172,3 Mio. über dem Vorjahresniveau und damit auch über dem geplanten Umsatz von rd. €1.090 Mio. Währungseffekte wirkten sich leicht (unter 1%) negativ auf den Umsatz aus.

Knapp 65% der Betriebe der Gruppe befinden sich in Deutschland. Deutschland ist mit €428,8 Mio. weiterhin der größte Einzelmarkt für die Produkte der Gruppe, in welchem die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 21,8% gestiegen sind. Der Umsatz in Westeuropa (ohne Deutschland) ist um 12,8% über dem Vorjahresniveau. In Osteuropa und in Nordamerika ist der Umsatz 2021 jeweils mit einem Plus von 20,7% und 19,3% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Region Asien und Australien musste als einzige Region in 2021 einen Umsatzrückgang von 0,9% verzeichnen.

Der höhere Umsatz der Gruppe resultiert vor allem aus der Erholung des Marktes, speziell der Automobilindustrie, aber auch durch die Abschließung der Restrukturierung und die damit folgende Neuausrichtung der Produktstrategie im deutschen Werk Gronau. Zusätzlich sorgte eine stabile Nachfrage und eine gute Entwicklung im elektronischen Handel für eine sehr hohe Auslastung, welche Mondi durch Überstunden und unter Nutzung der über die vergangenen Jahre sukzessive ausgebauten Maschinenparks, erfüllen konnte.

Die hohe Nachfrage führte auch auf den Rohstoffmärkten zu Lieferengpässen bei Papier, Leim und Transport, die Mondi aber dank ihrer gut integrierten Papierfabriken ohne Probleme bewältigen konnte. Die Kosten für Papier, Paletten, Leim, Transport und Energie sind im Laufe des Jahres auf ungeahnte Höhen geklettert und haben zu einer angespannten Kostensituation geführt. Mondi konnte jedoch durch Steigerungen der Verkaufspreise, die erhöhten Rohstoffpreise kompensieren und somit den Umsatz für 2021 weiter ausbauen.

Umsatz in € Mio. 2021 2020 Veränderung Veränderung
in € Mio. in %
Deutschland 428,8 352,0 76,8 21,8 %
Westeuropa (ohne Deutschland) 298,1 264,2 33,9 12,8 %
Osteuropa 266,9 221,1 45,8 20,7 %
Europa (gesamt) 993,8 837,3 156,5 18,7 %
Nordamerika 106,3 89,1 17,2 19,3 %
Asien und Australien 43,3 43,7 (0,4) (0,9)%
Andere Marktregionen 28,9 24,5 4,4 18,0 %
Gesamt 1.172,3 994,6 177,7 17,9 %

Entwicklung der Gewinn- und Verlustrechnung

Veränderung Veränderung
Gewinn- und Verlustrechnung in € mio. 2021 2020 in € Mio. in %
Konzernumsätze 1.172,3 994,6 177,7 17,9 %
Material - und sonstige variable Kosten (765,5) (593,9) (171,6) 28,9 %
Gesamte Fixkosten (281,0) (289,1) 8,1 (2,8)%
EBITDA 125,8 111,6 14,2 12,7 %
Abschreibungen und Wertminderungen (43,1) (67,4) 24,3 (36,1)%
Betriebsergebnis (EBIT) 82,7 44,2 38,5 87,1 %
Nettofinanzergebnis (20,1) (23,5) 3,4 (14,5)%
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 62,6 20,7 41,9 202,4 %
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (17,9) (6,9) (11,0) 159,4 %
Konzernjahresüberschuss 44,7 13,8 30,9 223,9 %
Umsatzrendite (%) 7,1 % 4,4 %
Kapitalrendite (ROCE) (%) 8,6 % 8,5 %
Working Capital (%) 18,2 % 16,0 %

Das EBIT lag mit €82,7 Mio. um 87,1% über dem des Vorjahres. Gleiches gilt für das EBITDA, welches mit €125,8 Mio. um 12,7% über dem Vorjahresniveau liegt. Nach einem Rückgang in 2020 ist der Umsatz in 2021 wieder deutlich gestiegen. Dieser Anstieg ist getrieben von einer stärkeren Nachfrage, einer höheren Auslastung und durch Mengenerhöhungen in manchen Standorten. Zusätzlich wurde die Restrukturierung in Gronau, einem wichtigen Produktionsstandort der Gruppe, welcher Einmalaufwendungen in Höhe von €34,3 Mio. verursachte, abgeschlossen. Um den Kostenanstieg der Rohstoffe (v.a. Papier und Energie) zu kompensieren, wurden die Verkaufspreise in allen Segmenten erhöht, darüber hinaus ist es Mondi gelungen, den Deckungsbeitrag des Konzernes weiter zu verbessern. Der Konzernüberschuss 2021 betrug €44,7 Mio. und stieg somit um 223,9% im Vergleich zum Vorjahr.

Auch 2021 haben wir uns darum bemüht, durch eine Kombination von Investitionen, verschiedenen wirtschaftlichen und operativen Initiativen sowie Anlagenrationalisierungen alle Möglichkeiten für wertsteigerndes Wachstum und Kostenoptimierung zu finden und zu nutzen.

Die Material- und sonstigen variablen Kosten der Gruppe waren im Vergleich zum Vorjahr um 28,9% höher. Die Energiekosten sind 2021 im Vergleich zum Vorjahr wieder gestiegen. Dies ist auf Rohöl-, Gas- und Kohlepreise zurückzuführen, welche durch die Energiewende Deutschlands, der Gasknappheit und der Energiepreiszertifikatserhöhung, weiter gestiegen sind. Bei Polyethylen war in 2021 ebenfalls ein Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahr feststellbar.

Die Fixkosten sind im Jahresvergleich um 2,8% gesunken. Die Personalkosten, welche knapp über 70% der Fixkosten der Gruppe ausmachen, haben sich im Vergleich zum Vorjahr in Folge der Restrukturierung leicht verringert.

Das Finanzergebnis des Berichtsjahres belief sich auf minus €20,1 Mio., was einem Anstieg um 14,5% gegenüber 2020 entspricht. Dies ist vor allem auf höhere Kapitalkosten zurückzuführen.

Personalaufwand

Der Personalaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr um 6,7% gesunken. Trotz der jährlichen Lohnanpassungen von 2%, konnten aufgrund der Restrukturierung in Gronau die Personalkosten weitergehend gesenkt werden.

Finanzlage

Zentrale Finanzierung

Die Mondi Holding Deutschland Gruppe wird von der weltweiten Mondi-Gruppe zentral finanziert. Die kurz- und mittelfristige Liquidität wird durch interne Darlehen und Cash-Pooling innerhalb der weltweiten Mondi-Gruppe sichergestellt. Die daraus resultierenden Cash Bestände werden beim Cash Pool Master (bei allen Währungen mit Ausnahme Polnischer Zloty die Mondi Finance plc) veranlagt, etwaige kurzfristige Finanzierungen werden vom Cash Pool Master ausgereicht.

Die Gesamtstände des Konzerns per 31. Dezember 2021 umfassen Guthaben bei Mondi Finance plc in Höhe von €137,9 Mio. (2020: €48,2 Mio.) bzw. kurzfristige Finanzierungen durch Mondi Finance plc in Höhe von €153,7 Mio. (2020: €70,6 Mio.) und durch Mondi Swiecie SA in Höhe von €4,5 Mio. (2020: €1,6 Mio.).

Per 31. Dezember 2021 bestanden verzinsliche Finanzverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen in Form von Structural loans (langfristige 5-Jahres-Finanzierungsrahmen) mit einer Gesamtausnutzung von €835,1 Mio. (2020: €805,1 Mio.)

Die Mondi Holding Deutschland Gruppe schloss das Finanzjahr 2021 mit einer höheren Nettoverschuldung als im Vorjahr ab. Zum 31. Dezember 2021 betrug die Nettoverschuldung €853,9 Mio. (2020: €826,3 Mio.), was einem Anstieg von 3,3% gegenüber dem Vorjahr gleichkommt.

Veränderung Veränderung
Kapitalflussrechnung in € Mio. 2021 2020 in € Mio. in%
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 45,1 119,0 (73,9) (62,1)%
Cashflow aus der Investitionstätigkeit (52,7) (80,2) 27,5 (34,3)%
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 95,4 (7,3) 102,7 (1.406,8)%
Veränderung der flüssigen Mittel 87,8 31,5 56,3 178,7 %
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 45,1 119,0 (73,9) (62,1)%
Cashflow aus der Investitionstätigkeit (52,7) (80,2) 27,5 (34,3)%
Free Cashflow (7,6) 38,8 (46,4) (119,6)%

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit war nach Steuern mit €45,1 Mio. um 62,1% niedriger als im Vorjahr. Der Anstieg des Working Capitals konnte durch das höhere Ergebnis der laufenden Geschäftstätigkeit nur zum Teil kompensiert werden.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeiten war mit minus €52,7 Mio. um €27,5 Mio. niedriger als im Vorjahr. Während das Jahr 2020 von außergewöhnlichen Investitionen (Neuausrichtung von Teilen des Geschäftssegmentes) geprägt war, haben sich die Investitionen in 2021 wieder auf ein normales Niveau reduziert. Es sind weiterhin erhebliche Mittel in die Modernisierung und Erweiterung des Maschinenparks geflossen. Im Geschäftsjahr 2021 hatte die Gruppe einen Investitionsaufwand von €54,7 Mio., wovon €31,6 Mio. auf die Instandhaltung und €23,1 Mio. auf Investitionen für den Ausbau entfielen. Der Investitionsaufwand ist gegenüber dem Vorjahr um 34,8% niedriger.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr gab es einen Zahlungsmittelzufluss aus Finanzierungstätigkeiten in Höhe von €95,4 Mio. im Vergleich zu einem Zahlungsmittelabfluss in Höhe von €7,3 Mio. im Vorjahr, Verantwortlich dafür ist, die Aufnahme kurzfristiger Finanzierungen bei nahestehenden Unternehmen.

Vermögenslage

Veränderung Veränderung
Bilanz in € Mio. 2021 2020 in € Mio. in %
AKTIVA
Langfristiges Vermögen 840,5 834,6 5,9 0,7 %
davon Immaterielle Vermögenswerte 448,3 447,8 0,5 0,1 %
davon Sachanlagen 391,8 385,6 6,2 1,6 %
davon andere langfristige Vermögenswerte 0,4 1,2 (0,8) (66,7)%
Kurzfristiges Vermögen 553,5 368,9 184,6 50,0 %
davon Vorräte 177,9 127,0 50,9 40,1 %
davon Forderungen und sonstige Vermögenswerte 234,2 188,9 45,3 24,0 %
davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 141,4 53,0 88,4 166,8 %
Summe Aktiva 1.394,0 1.203,5 190,5 15,8 %
PASSIVA
Eigenkapital 154,1 106,8 47,3 44,3 %
Langfristige Schulden 886,4 852,2 34,2 4,0 %
davon Intercompany-Darlehen 835,1 805,1 30,0 3,7 %
davon Pensionsrückstellungen 34,7 38,9 (4,2) (10,8)%
davon Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 16,6 8,2 8,4 102,4 %
Kurzfristige Schulden 353,5 244,5 109,0 44,6 %
Summe Passiva 1.394,0 1.203,5 190,5 15,8 %

Die Aktiva liegen mit einem Anstieg von €190,5 Mio. gegenüber 2020 auf einem höheren Niveau als im Vorjahr. Dieser Anstieg ist größtenteils auf das kurzfristige Vermögen (+50,0%) zurückzuführen.

Aufgrund erhöhter Gewinnrücklagen, konnten 2021 die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 166,8%, im Vergleich zum Vorjahr 2020 steigen. Der um €143,2 Mio. höhere Schuldenstand ist vor allem auf die Erhöhung der kurzfristigen Schulden zurückzuführen. Durch die stark gestiegenen Rohmaterialpreise, aber auch durch die Aufnahme eines Darlehns, haben sich die Verbindlichkeiten 2021 um weiter 44,6% erhöht. Wegen der Passivierung von Investitionszuschüssen und der Aufnahme eines zusätzlichen Kredites, stiegen die langfristigen Schulden 2021 auf €886,4 Mio.

Per 31. Dezember 2021 bestanden verzinsliche Finanzverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen in Form von Structural loans (langfristige 5-Jahres-Finanzierungsrahmen) mit einer Gesamtausnutzung von €835,1 Mio. (2020: €805,1 Mio.).

Die Geschäftsentwicklung hat sich nach Beurteilung der Geschäftsleitung insgesamt stabil dargestellt. Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen durch die COVID-19 Pandemie wies die Gruppe solide Umsatzzahlen aus. Es wurden Maßnahmen zur Senkung der Kostenbasis und Neuausrichtung des Produktportfolios gesetzt, um ein stetiges Wachstum in den kommenden Jahren sicherzustellen.

Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Finanzielle Leistungsindikatoren

Die finanziellen Leistungsindikatoren sind im Wesentlichen das Operative Ergebnis (EBIT), das EBITDA, die Nettoverschuldung, das Working Capital und Working Capital in % und ROCE in %. Bezüglich der Entwicklung der Leistungsindikatoren wird auf die Ausführungen zur Ertragslage verwiesen.

Working Capital und Working Capital in %

Das gesamte Working Capital in % liegt 2021 mit 18,2% über dem Vorjahreswert von 16,0%. Das absolute Working Capital ist aufgrund erhöhter Vorräte und Forderungen weiter angestiegen.

2021 2020 Veränderung Veränderung
Working Capital in € Mio. in € Mio. in %
Umsatzerlöse 1.172,3 994,6 177,7 17,9 %
Vorräte 177,9 127,0 50,9 40,1 %
Forderungen 224,0 179,8 44,2 24,6 %
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 205,2 160,9 44,3 27,5 %
Rechnungsabgrenzungsposten 3,7 3,0 0,7 23,3 %
Sonstige Forderungen 15,2 15,9 (0,7) (4,4)%
Verbindlichkeiten 189,0 148,0 41,0 27,7 %
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gesamt 155,7 110,7 45,0 40,7 %
Sonstige Verbindlichkeiten 33,3 37,3 (4,0) (10,7)%
Working Capital gesamt 212,9 158,8 54,1 34,1 %
Working Capital gesamt in % 18,2 % 16,0 %

ROCE %

Für 2021 lag das Ziel für den ROCE in % im Bereich von 8,5% welches die Gruppe mit 8,6% wie geplant erreichte.

Nettoverschuldung

Die Nettoverschuldung lag 2021 mit €853,9 Mio. um €27,6 Mio. über dem Vorjahreswert. Durch das Aufnehmen zusätzlicher Kredite haben sich die kurzfristigen- sowie langfristigen Schulden erhöht. Demgegenüber steht ein Anstieg der liquiden Mittel.

Weitere Informationen über die Entwicklung der finanziellen Leistungsindikatoren sind im Abschnitt "Lage des Konzerns" zu finden.

NICHT-Finanzielle Leistungsindikatoren

Mitarbeiterentwicklung

Die Mondi Academy bietet marktgerechte und unternehmensspezifische Weiterbildungsprogramme für unsere Mitarbeiter an. Zu den Inhalten gehören insbesondere digitale Technologien mit dem Einsatz von modernen Lehr- und Lerntools, Personalentwicklung sowie Weiterbildung zum Thema Führung. Neben der zielgerichteten beruflichen Weiterentwicklung ist die Mondi Academy ein idealer Ort für interne Netzwerkarbeiten und zum Erfahrungsaustausch. Die Angebote werden auch für spezielle Zielgruppen, wie z.B. den Vertrieb, hausintern entwickelt. Außerdem wurden die Grundlagen für die Digital Academy gelegt, welche im Laufe des Jahres 2019 gestartet wurde. Der Fokus liegt darin, die digitalen Fähigkeiten unserer Mitarbeiter weiterzuentwickeln.

Gesundheit und Sicherheit systematisch fördern

Unser Ziel in Mondi ist es, dass alle Arbeitnehmer jeden Tag sicher und gesund nach Hause kommen. Wir konzentrieren unsere Aktivitäten darauf die 24-Stunden Sicherheitsgeisteshaltung unserer Mitarbeiter zu stärken. Dieses Konzept ist darauf ausgerichtet die Menschen auf einer emotionalen, unterbewussten Ebene zu erreichen und die kommunizierten Sicherheitsaspekte auch außerhalb des Arbeitsplatzes anzuwenden.

In unserer Branche gibt es viele Tätigkeiten, die mit hohen Risiken verbunden sind. Mittels Arbeitsgruppen entwickeln wir Richtlinien zur Minimierung dieser Risiken. Wir verlangen von allen unseren Standorten, dass sie sich auf ihre Toprisiken konzentrieren und Aktionspläne ausarbeiten, die diese Risiken ausschalten oder, wo dies nicht möglich ist, rigorose Verfahren und Kontrollmechanismen einführen, um diese Risiken zu minimieren. Wir untersuchen laufend alle Zwischenfälle und Beinaheunfälle und kommunizieren unsere Erkenntnisse an alle Standorte, Wir setzen ein extern zertifiziertes Sicherheitsmanagementsystem ein und führen an unseren Standorten regelmäßige Audits durch, um sicherzustellen, dass unsere Einrichtungen für ihren jeweiligen Zweck geeignet sind.

In der COVID-19 Pandemie haben die Gesundheit, Sicherheit und Wohlergehen unserer Mitarbeiter und der lokalen Bevölkerung höchste Priorität. Alle unsere Standorte haben Personenschutzmaßnahmen ergriffen und die Social-Distancing-Regeln sowie Hygieneprotokolle verschärft, die die lokalen und internationalen Richtlinien erfüllen oder sogar übertreffen. Wir arbeiten weiterhin aktiv an der Eindämmung einer potenziellen Verbreitung des Virus in unseren Betrieben und Standortgemeinden.

Risikobericht

Governance, Risikomanagement, Compliance (GRC)

Der Konzern ist auch in das Risikomanagement der Mondi-Gruppe einbezogen. Die Organisationsrichtlinien der Mondi-Gruppe liefern die Regeln und Richtlinien, das Risikomanagement identifiziert, bewertet und steuert alle Unternehmensrisiken. Im Rahmen von Compliance erfolgt die Sicherstellung der operativen Umsetzung aller rechtlichen und regulatorischen Anforderungen. Unter anderem wird die Einhaltung dieser Vorgaben durch die interne Revision überwacht.

Risikomanagement

Die Unternehmen des Konzerns sind als international operierende Unternehmen einer Vielzahl unterschiedlichster Risiken ausgesetzt. Erst die Bereitschaft, unternehmerische Wagnisse auf sich zu nehmen, ermöglicht es, sich bietende Chancen zu nutzen. Der Konzern geht daher angemessene, überschaubare und beherrschbare Risiken bewusst ein und trägt diese, wenn sie gleichzeitig eine entsprechende Wertsteigerung erwarten lassen.

Mögliche Frühwarnindikatoren i.S. eines Risikofrüherkennungssystems sind beispielsweise Finanz- und Liquiditätskennzahlen, Auslastungsstatistiken, Lager- und Forderungsbestände oder Ergebnis- und Bilanzpositionen.

Als unternehmerische Risiken werden unsichere unternehmensexterne und -interne Einflussfaktoren verstanden, welche die Faktoren Ergebnis, Liquidität und Reputation des Konzerns negativ beeinträchtigen und damit die Realisierung geplanter Ziele verhindern oder drohen zu verhindern bzw. die weitere Geschäftsentwicklung negativ beeinflussen. Zur Quantifizierung auf Gruppenebene werden Risiken als mögliche negative Abweichungen vom geplanten Ergebnis gemessen. Insofern bezieht sich der Risikobegriff nur auf die Gefahr einer negativen Abweichung. Wichtige Kennzahlen werden anhand eines monatlichen Reportings auf Gruppenebene kontrolliert. Auf allen operativen Ebenen wird die Ist-Situation der Planung gegenübergestellt und auf Abweichungen analysiert. Über Grenzwerte und Abweichungsparameter werden relevante Risiken frühzeitig erkannt, überwacht und durch geeignete Maßnahmen in ihren Auswirkungen begrenzt. Dies liefert detaillierten Aufschluss über die aktuelle wirtschaftliche Lage.

Die Geschäftsführung führt jährlich eine formale systematische Bewertung der wesentlichen Risiken und Unsicherheiten auf Gruppenebene sowie der entsprechenden Überwachungsmechanismen und des Managements dieser Risiken durch. Das Risikomanagement ist ein wesentliches Element aller Entscheidungsprozesse, wobei neben der laufenden Abschätzung von Risiken für die Gruppe spezielle Risikobewertungen integraler Bestandteil jeder Investitionsentscheidung sind.

Das Risikomanagement ist naturgemäß ein dynamischer und laufender Prozess. Unser klar definiertes Risikomanagementkonzept sieht vor, alle wesentlichen Risiken in Bezug auf Strategie, Nachhaltigkeit, Finanzen, Betrieb und Compliance zu behandeln, die unserer Fähigkeit, unsere für die Zukunft gesteckten Unternehmensziele zu erreichen, entgegenwirken könnten. Es ist sehr flexibel ausgelegt, weil nur so gewährleistet werden kann, dass es für alle Unternehmensebenen relevant bleibt. Außerdem muss das Risikomanagement sehr dynamisch sein, damit wir auf Änderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen reagieren können.

Risikokategorien und Einzelrisiken

Schwankungen der Verkaufspreise

Unsere Verkaufspreise werden von Änderungen der Kapazitäten und von der Nachfrage nach unseren Produkten bestimmt. Diese Faktoren werden ihrerseits von makroökonomischen Bedingungen, Wettbewerbsverhalten, der Ausgabenneigung der Konsumenten und den von unseren Kunden gehaltenen Lagerbeständen beeinflusst. Preisänderungen können bei einzelnen Produkten und in verschiedenen geografischen Regionen unterschiedlich sein. Zeitpunkt und Größe derartiger Änderungen haben in der Vergangenheit immer variiert und sind damit unvorhersehbar.

Länderrisiko

Wir unterhalten Produktionsstätten in sechs Ländern, die zum Teil Rechtsordnungen unterliegen, in denen politische, wirtschaftliche und rechtliche Entwicklungen weniger vorhersehbar sind als in Ländern mit weiterentwickelten institutionellen Strukturen. Politische und wirtschaftliche Verwerfungen, Inflation, Gesetzesänderungen. Protektionismus, die Verstaatlichung oder Enteignung von Anlagen können in diesen Ländern wesentliche Auswirkungen auf unsere Betriebe haben. Diese Unternehmen machen allerdings nur einen relativ geringen Teil unserer Gruppe aus.

Unsere geografische Vielfalt und unsere dezentralisierte Managementstruktur, die auf lokale Ressourcen in den Ländern, in denen wir präsent sind, zurückgreift, reduzieren die Gefahr, uns einem einzigen Rechtssystem auszuliefern. Um die länderspezifischen Risiken zu minimieren strukturiert die Gruppe ihr eingesetztes Kapital in jedem Land basierend auf einer Risikoabschätzung und Exponierung. Wir beobachten aktiv die sich schnell entwickelnde Situation in der Ukraine, die internationale Reaktion und die Auswirkungen auf den Konzern.

Reputationsrisiko

Ohne aktives Risikomanagement könnte die Nichteinhaltung gesetzlicher Bestimmungen, der Grundsätze der Unternehmensführung sowie der weltweit anerkannten verantwortungsvollen Geschäftspraktiken in den Rechtssystemen der Länder, in denen wir tätig sind, zu signifikanten Risiken führen, In diesen Bereich fallen Umwelt- und Exportgesetze. Preiskontrollregelungen, das Steuerrecht, Wettbewerbsrecht, Datenschutz sowie menschen- und arbeitsrechtliche Bestimmungen. Wir bieten ein umfassendes Schulungs- und Complianceprogramm an. dass durch Selbstzertifizierungs- und Berichtssysteme unterstützt wird. Die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen sowie der Grundsätze der Unternehmensführung wird mit Unterstützung eines zentralen Teams von entsprechenden Experten überwacht und unterliegt einer regelmäßigen internen Überprüfung. Darüber hinaus betreiben wir mit "Speak Out" eine vertrauliche Hotline, die Mitarbeitern, Kunden. Lieferanten. Managern und anderen Betroffenen die Möglichkeit gibt, ihre Bedenken über Fehlverhalten zu äußern. Wir intensivieren die Zusammenarbeit mit unseren Stakeholdern, um in der gesamten Wertschöpfungskette verantwortungsvolle Geschäftspraktiken zu fördern.

Finanzielle Risiken

Unsere Handels- und Finanzierungstätigkeiten setzen die Gruppe finanziellen Risiken aus, die sich negativ auf unsere Finanzlage auswirken könnten, falls sie nicht kontrolliert werden. Neben Risiken in Zusammenhang mit den Währungen, in denen wir unsere Geschäfte abwickeln, handelt es sich dabei auch um Zins- und Liquiditätsrisiken, sowie um das Risiko von Forderungsausfällen.

Pandemierisiko

Die Ausbreitung des COVID-19 stellt die Bevölkerung und Unternehmen vor großen Herausforderungen. Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter und der lokalen Bevölkerung haben für uns höchste Priorität. Alle unsere Standorte haben Personenschutzmaßnahmen ergriffen und die Social-Distancing-Regeln sowie Hygieneprotokolle verschärft, die die lokalen und internationalen Richtlinien erfüllen oder sogar übertreffen.

Der Fortbestand der Gruppe sollte von der Pandemie nicht gefährdet sein, da sie sowohl hinsichtlich des Produktportfolios als auch der Produktionsstandorte und Absatzmärkte sehr breit aufgestellt ist. Aufgrund der strategischen Bedeutung der Produkte wird die Gruppe versuchen, die Produktion weiterzuführen. Dabei werden weiterhin alle behördlichen Anordnungen im Rahmen der Pandemie eingehalten. Die Risikolage und die Auswirkungen von COVID-19 auf die Gruppe wird laufend beobachtet. Es werden Maßnahmen zur Minderung des Risikos evaluiert und nach Möglichkeit sich ergebende Chancen identifiziert. Die resultierenden Maßnahmen zur Risikominderung und Überwachungstechniken werden es der Gruppe ermöglichen, dynamisch auf die Risiken der Pandemie zu reagieren.

Umweltrisiken

Im Laufe des Jahres haben wir unser Wissen um die Risiken und Auswirkungen des Klimawandels vertieft und ihn als treibende Kraft für langfristige strukturelle Veränderungen hinsichtlich der Preise und der Verfügbarkeit von Holz erkannt. Folglich wurde das Risiko der Kosten und der Verfügbarkeit von Rohstoffen aktualisiert, um eine Erhöhung der erwarteten Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos widerzuspiegeln. Das Risiko der Energieversorgungssicherheit und der damit verbundenen Inputkosten stieg aufgrund der zunehmenden Volatilität der Energiepreise und -versorgung. Dies ist auf langfristige Veränderungen im Energieversorgungsportfolio in den Regionen zurückzuführen, in denen wir tätig sind, einschließlich einer höheren Nachfrage nach erneuerbaren Energien aufgrund des beschleunigten Übergangs zu saubereren Energiequellen und einer damit einhergehenden Zunahme an Vorschriften, die zur Eindämmung der Auswirkungen des Klimawandels erlassen wurden.

Finanzielles Risikomanagement

Finanzinstrumente

Die Mondi Holding Deutschland setzt derivative Finanzinstrumente ein, um sich gegen Währungsrisiken abzusichern. Die Hedging-Transaktionen werden zentral von der Mondi Finance plc, London, für die ganze Mondi-Gruppe abgeschlossen. Bei den relevanten Instrumenten handelt es sich vorwiegend um Devisentermingeschäfte.

Zu den originären Finanzinstrumenten zählen Finanzinvestitionen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen verbundene Unternehmen, Guthaben bei Kreditinstituten, Finanzverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.

Risiko von Zinsschwankungen

Das Risikomanagement für Zinsschwankungen erfolgt zentral durch die Mondi Finance plc. Bei langfristiger Fremdfinanzierung besteht das Risiko von Änderungen des Zinsniveaus. Zum 31. Dezember 2021 wurde die Mondi Holding Deutschland hauptsächlich durch unternehmensinterne Darlehen und Cash-Pool-Vereinbarungen der Mondi Finance plc finanziert.

Risiko von Wechselkursschwankungen

Das Währungsrisiko auf der Aktiv- und Passivseite entsteht durch die Verbuchung von Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung. Die Unternehmensgruppe Mondi Holding Deutschland hat Darlehens- und Cash-Pool-Arrangements innerhalb der Mondi-Gruppe.

Die Mondi Finance plc schließt in Bezug auf wesentliche Währungsrisiken zentral Devisentermingeschäfte im Namen von Unternehmen der Mondi-Gruppe ab.

Kreditrisiken

Die Risiken im Zusammenhang mit Forderungen an Kunden können aufgrund eines breit gefächerten Kundenportfolios als relativ niedrig eingestuft werden. Das Ausfallrisiko bei anderen Finanzanlagen kann als begrenzt angesehen werden, da sich die angeführten Beträge hauptsächlich auf Investitionen in Tochtergesellschaften und Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen beziehen.

Beurteilung der Gesamtrisikosituation

Die Gesamtsumme der einzelnen Risiken innerhalb der Risikofelder gefährdet nicht den Fortbestand des Konzerns. Der Konzern ist strategisch und finanziell so gut aufgestellt, dass auch bei Eintritt einzelner als kritisch bewerteter Risiken der Fortbestand gesichert ist. Aufgrund der implementierten Methoden, organisatorischen Regelungen und IT-Systemen sowie der Zugehörigkeit zur Mondi-Gruppe ist der Konzern in der Lage, materielle Risiken frühzeitig zu erkennen und angemessene Steuerungsmaßnahmen sowohl auf Konzernebene als auch auf Ebene der einzelnen Gesellschaften zu ergreifen. Aus Sicht der Unternehmensleitung der Mondi Holding Deutschland GmbH sind die Risiken somit beherrschbar und der Fortbestand des Konzerns ist aus heutiger Sicht nicht gefährdet. Mondi beobachtet und analysiert weiterhin die Situation in der Ukraine, sowie die Reaktionen der internationalen Regierungen und die damit verbundenen möglichen Auswirkungen auf die Gruppe.

Chancenbericht

Chancen werden im Rahmen der strategischen Mehrjahresplanung betrachtet. Die sich ergebenden Potenziale werden analysiert und zukunftsorientiert umgesetzt. Innerhalb der Mondi-Gruppe ergeben sich für den Konzern für die Zukunft sowohl gesamtwirtschaftlich und branchenspezifisch als auch unternehmensstrategisch gute Chancen, den Wachstumskurs erfolgreich fortzusetzen, Insbesondere bestehen Chancen, eine führende Position im Konsumgüterverpackungsgeschäft einzunehmen, langfristige Kundenbeziehungen weiter auszubauen, eine Plattform zu schaffen, um die Märkte in wachstumsstarken Ländern weiter auszuweiten, eine breitere Produktpalette für die Kunden anzubieten und Innovationen in der Branche intensiv proaktiv voranzutreiben, Hinzu kommt die weitere Verbesserung unserer "Operational Excellence". Einen weiteren Fokus werden wir darauf legen, unsere bestehenden Produktionskapazitäten auszulasten und mit neuen Produkten profitabel zu wachsen.

Die COVID-19 Pandemie stellt zwar derzeit die Wirtschaft vor Herausforderungen, sollte aber das Wachstum der Mondi-Gruppe auf lange Sicht nicht gefährden. Wir sehen weiterhin gute Wachstumschancen in den nächsten Jahren für die Produktgruppen Konsumgüterverpackungen, Wellpappe und Sacklösungen durch den wirksamen Einsatz unserer Kompetenzen sowohl in etablierten als auch in wachsenden Märkten.

Prognosebericht

Ausrichtung des Konzerns

Seit Anfang des Jahres sind die Aussichten für die Wirtschaftstätigkeit/Wirtschaftswachstum und die Inflation im Euroraum sehr unsicher geworden und hängen entscheidend davon ab welche weiteren Maßnahmen notwendig sein werden, wie sich der russische Krieg in der Ukraine entwickelt und wie sich die derzeitigen Sanktionen auswirken werden. Steigende Energiepreise und negative Vertrauenseffekte bedeuten auf kurze Sicht erheblichen Gegenwind für die Inlandsnachfrage, während die angekündigten Sanktionen und die drastische Verschlechterung der Aussichten für die russische Wirtschaft das Handelswachstum im Euroraum schwächen werden. In Anbetracht der Ausgangslage für die Wirtschaft des Eurogebiets, die sich durch einen starken Arbeitsmarkt auszeichnet und bei der davon ausgegangen wird, dass der Gegenwind im Zusammenhang mit der Pandemie und den Versorgungsengpässen nachlässt, dürfte die Wirtschaftstätigkeit in den kommenden Quartalen dennoch relativ stark zunehmen (ECB, Macroeconomic Projections for the Euro Area).

Die Vorhersagen deuten darauf hin. dass die Weltwirtschaft sich in 2022 von der COVID-19 Krise erholen wird. Für Deutschland, der größte Einzelmarkt der Mondi Holding Deutschland Gruppe, wird für das Jahr 2022 ein reales BIP-Wachstum von 3,6 % prognostiziert, was eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau bedeutet (European Economic Forecast, Winter 2022). Auch in den anderen wichtigen Regionen, in denen die Gruppe tätig ist, wird erwartet, dass die Wirtschaft sich in den kommenden Jahren stabil entwickeln wird. Diese positiven Aussichten für die globale Wirtschaft sollten zu einer guten Nachfrage nach Mondi Produkten führen. Die globale Präsenz der Mondi-Gruppe, das hohe Innovations- und Technologie-Know-how, die qualifizierten Mitarbeiter und die langjährigen Kundenbeziehungen bilden eine gute Basis für ein Wachstum in den nächsten Jahren. Dennoch wird die Mondi-Gruppe die aktuellen Entwicklungen genau beobachten, um zeitnah bestmöglich reagieren zu können und gegebenenfalls notwendige Maßnahmen zu ergreifen.

Das organische Wachstum, gemeinsam mit unseren langjährigen Kunden, steht hierbei auch in Zukunft im Fokus unserer Aktivitäten. Es besteht außerdem die Zielsetzung, in Wachstumsmärkten passende Unternehmen zu akquirieren und diese durch gezielten Wissenstransfer zu einem wertvollen Bestandteil der Gruppe zu machen.

Am 16. Februar 2022 vereinbarte der Konzern ihre gesamte Sparte Hygienekomponente und Release Liner an die Nitto Denko Corporation für einen Unternehmenswert in Höhe von €615 Mio. zu verkaufen. Der Verkauf ermöglicht dem Konzern eine Vereinfachung des Produktportfolios und einen stärkeren Fokus auf das Kerngeschäft Verpackung und Papier um damit im Bereich nachhaltiger Verpackungen weiter zu wachsen.

Für das Geschäftsjahr 2022 rechnet Mondi mit einem stabilen und positiven Betriebsergebnis bei einem leichten Absatzwachstum. Es wird erwartet, dass im Jahr 2022 das operative Ergebnis zwischen €85-115 Mio. und das EBITDA zwischen €140-170 Mio. liegen werden. Der ROCE wird sich mit 17-21% deutlich über dem Wert vom Vorjahr befinden. Bei dem Working Capital wird davon ausgegangen, dass es sich unter dem Wert von 2021 halten wird, wobei sich die Nettoverschuldung im Jahr 2022 leicht erhöhen wird. Die oben genannten Annahmen und Vermutungen berücksichtigen nicht den Verkauf der gesamten Hygienekomponenten Sparte und Release Liner Komponente an die Nitto Denko.

Die oben beschriebenen Einschätzungen beruhen zwar auf dem besten Kenntnisstand der Mondi Gruppe in Bezug auf COVID-19 und dem derzeitigen Krieg in der Ukraine, jedoch können aufgrund großer Unsicherheiten über deren weiteren Verlauf keine genaueren Angaben bezüglich der Finanzlage des Unternehmens getätigt werden, da der Krise und des Krieges, die tatsächliche Entwicklung und das Ausmaß der Konsequenzen von den Erwartungen abweichen können.

 

Gronau, den 4. Mai 2022

Walter Seyser, Geschäftsführer

Matthias Florian, Geschäftsführer

Jürgen Schneider, Geschäftsführer

Konzerngewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

€ Mio. Anh. 2021 2020
Konzernumsätze 2 1.172,3 994,6
Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe und Energie (703,5) (542,1)
Variable Vertriebskosten (62,0) (51,8)
Bruttoergebnis 406,8 400,7
Instandhaltungs- und sonstige indirekte Kosten (28,3) (25,9)
Personalaufwand 4 (198,2) (212,5)
Sonstige betriebliche Aufwendungen 5 (75,5) (70,4)
Sonstige betriebliche Erträge 21,0 19,7
Abschreibungen und Wertminderungen 9, 10 (43,1) (67,4)
Betriebsergebnis 82,7 44,2
Investitionserträge 6 0,6 -
Fremdwährungsgewinne 6 - 0,1
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 6 (20,7) (23,6)
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 62,6 20,7
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 7a (17,9) (6,9)
Konzernjahresüberschuss 44,7 13,8
Konzernjahresüberschuss zurechenbar:
Nicht beherrschenden Anteilen 1,5 1,3
Gesellschaftern des Mutterunternehmens 43,2 12,5

Konzerngesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

2021 2020
€ Mio. Vor Steuern Ertragsteuern Nach Steuern Vor Steuern Ertragsteuern Nach Steuern
Konzernjahresüberschuss 44,7 13,8
Posten, die nachträglich in die Konzerngewinn- und Verlustrechnung umgegliedert (,recycelt,) werden können:
Währungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Unternehmen 1,3 - 1,3 (6,6) - (6,6)
Posten, die nicht nachträglich in die Konzerngewinn- und Verlustrechnung umgegliedert (,recycelt,) werden:
Neubewertungen von leistungsorientierten Plänen 1,9 (0,6) 1,3 (1,1) 0,3 (0,8)
Erwarteter Ertrag aus Planvermögen 0,2 0,1
Änderungen demografischer Annahmen (0,2) -
Änderungen finanzieller Annahmen 2,6 (1,3)
Anpassung von Vergangenheitswerten (0,7) 0,1
Sonstiges Ergebnis des Jahres 3,2 (0,6) 2,6 (7,7) 0,3 (7,4)
Sonstiges Ergebnis des Jahres zurechenbar:
Nicht beherrschenden Anteilen - -
Gesellschaftern des Mutterunternehmens 2,6 (7,4)
Gesamtergebnis des Jahres 47,3 6,4
Gesamtergebnis des Jahres zurechenbar:
Nicht beherrschenden Anteilen 1,5 1,3
Gesellschaftern des Mutterunternehmens 45,8 5,1

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021

€ Mio. Anh. 2021 2020
Immaterielle Vermögenswerte 9 448,3 447,8
Sachanlagen 10 391,8 385,6
Finanzanlagen 23 0,2 0,2
Latente Steuern 7b 0,2 1,0
Langfristiges Vermögen 840,5 834,6
Vorräte 12 177,9 127,0
Forderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen 24 145,2 56,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 13 216,8 173,9
Forderungen aus tatsächlichen Ertragsteuern 9,9 7,7
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 19b 3,5 2,7
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen 0,2 1,5
Kurzfristiges Vermögen 553,5 368,9
Summe Aktiva 1.394,0 1.203,5
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 24 189,9 92,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 14 157,5 128,5
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 15 1,2 1,0
Verbindlichkeiten aus tatsächlichen Ertragsteuern 0,8 7,3
Rückstellungen 16 4,1 15,6
Kurzfristige Verbindlichkeiten 353,5 244,5
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 24 835,1 805,1
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 15 1,0 1,2
Nettopensions- und ähnliche Verpflichtungen 17 34,7 38,9
Latente Steuern 7b 7,1 0,6
Rückstellungen 16 3,5 3,5
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 5,0 2,9
Langfristige Verbindlichkeiten 886,4 852,2
Summe Passiva 1.239,9 1.096,7
Nettovermögen 154,1 106,8
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage 18 91,5 91,5
Gewinnrücklagen 75,3 30,4
Sonstige Rücklagen (18,5) (21,1)
Gesellschafter des Mutterunternehmens 148,3 100,8
Nicht beherrschende Anteile 5,8 6,0
Summe Eigenkapital 154,1 106,8

Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

€ Mio. Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Sonstige Rücklagen Gesellschafter des Mutterunternehmens Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
Zum 1. Januar 2020 91,5 16,6 (13,7) 94,4 6,0 100,4
Konzernjahresüberschuss - 12,5 - 12,5 1,3 13,8
Sonstiges Ergebnis - - (7,4) (7,4) - (7,4)
Umgliederung - 1,3 - 1,3 (1,3) -
Zum 31. Dezember 2020 91,5 30,4 (21,1) 100,8 6,0 106,8
Konzernjahresüberschuss - 43,2 - 43,2 1,5 44,7
Sonstiges Ergebnis - - 2,6 2,6 - 2,6
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen ohne Kontrollwechsel - 0,5 - 0,5 (0,5) -
Umgliederung - 1,2 - 1,2 (1,2) -
Zum 31. Dezember 2021 91,5 75,3 (18,5) 148,3 5,8 154,1

Sonstige Rücklagen 1

€ Mio. Kumulierte Währungsdifferenzen Neubewertung leistungsorientierter Pläne Gesamt
Zum 1. Januar 2020 (6,0) (7,7) (13,7)
Sonstiges Ergebnis des Jahres (6,6) (0,8) (7,4)
Zum 31. Dezember 2020 (12,6) (8,5) (21,1)
Sonstiges Ergebnis des Jahres 1,3 1,3 2,6
Zum 31. Dezember 2021 (11,3) (7,2) (18,5)

Hinweis:

1 Sämtliche Veränderungen in den sonstigen Rücklagen sind abzüglich nicht beherrschender Anteile ausgewiesen.

Konzern-Cashflow-Rechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

€ Mio. Anh. 2021 2020
Cashflow aus Betriebstätigkeit
Aus der Betriebstätigkeit generierte liquide Mittel 19a 65,1 127,3
Ertragsteuerzahlungen (20,0) (8,3)
Nettozufluss liquider Mittel aus Betriebstätigkeit 45,1 119,0
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Erwerb von immateriellen Vermögenswerten 9a (2,2) (1,6)
Erwerb von Sachanlagen (52,5) (82,3)
Erlöse aus der Veräußerung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 1,3 3,6
Erhaltene Zahlungen aus Darlehen - 0,1
Erhaltene Zinszahlungen 0,7 -
Nettoabfluss liquider Mittel für Investitionstätigkeit (52,7) (80,2)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Mittel- und langfristige Finanzierungen von nahestehenden Unternehmen 19c 29,2 52,4
Kurzfristige Finanzierungen von nahestehenden Unternehmen 19c 86,5 (37,5)
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten 19c (1,4) (1,2)
Geleistete Zinszahlungen (21,0) (23,1)
Sonstige Finanzierungstätigkeit 2,1 2,1
Nettozufluss/(-abfluss) liquider Mittel für Finanzierungstätigkeit 95,4 (7,3)
Nettozufluss liquider Mittel 87,8 31,5
Liquide Mittel zu Beginn des Jahres 53,0 22,7
Nettozufluss liquider Mittel 19c 87,8 31,5
Effekte aus Währungskursänderungen 19c 0,6 (1,2)
Liquide Mittel zum Ende des Jahres 19b 141,4 53,0

Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

1 Aufstellungsgrundlagen

Die Mondi Holding Deutschland GmbH und ihre Tochtergesellschaften sind weltweit in der Verpackungs- und Papierindustrie in den Geschäftsbereichen Konsumgüterverpackungen, Hygienekomponenten und Release Liner, Wellpappe und Sacklösungen tätig.

Bei dem Unternehmen handelt es sich um eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Gronau, Deutschland. Die Adresse lautet Jöbkesweg 11, 48599 Gronau, Deutschland. Die Gesellschaft ist in das Handelsregister beim Amtsgericht Coesfeld unter der Handelsregister-Nummer HRB 16959 eingetragen.

Die Mondi Holding Deutschland Gruppe gehört zur Mondi plc, einem an der Londoner Börse notierten Unternehmen. Der Konzernabschluss der Mondi plc, die oberste Muttergesellschaft der Mondi Gruppe, wird beim Companies House, London, unter der Nummer 6209386 hinterlegt. Das direkte Mutterunternehmen der Mondi Holding Deutschland GmbH ist die Mondi Corrugated Poland B.V. in Maastricht, Niederlande.

Der Konzernabschluss wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) unter Berücksichtigung der Interpretationen des International Financial Reporting Interpretation Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, sowie den ergänzend nach § 315e HGB zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt.

Der Konzernabschluss wurde unter der Prämisse der Unternehmensfortführung erstellt. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte auf Basis der historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten, eingeschränkt durch die erfolgswirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten. Die wesentlichen Bilanzierungsgrundsätze sind in Abschnitt 27 des Anhangs erläutert. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden, mit Ausnahme der durch neue oder geänderte Standards erforderlichen Änderungen, stetig angewendet.

Der Konzernabschluss wurde in Euro, der funktionalen Währung der Mondi Holding Deutschland GmbH, aufgestellt. Alle Beträge werden, sofern nicht besonders darauf hingewiesen wird, in Millionen Euro (€ Mio.) angegeben. Aufgrund der Anpassung von Rundungen kann es zu Differenzen zu den jeweiligen Vorjahreswerten kommen.

Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert die Verwendung von Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen, die die Anwendung von Rechnungslegungsmethoden und die ausgewiesenen Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen sowie die im Anhang angegebenen Beträge beeinflussen. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.

Alle Schätzungen und Annahmen werden fortlaufend überprüft und basieren auf historischen Erfahrungen und Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen vernünftig erscheinen. Solche Schätzungen betreffen unter anderem Annahmen der Geschäftsführung zu erwarteten künftigen Kapitalflüssen, Marktrisiken, Nutzungsdauern und Abzinsungssätzen.

Es gab im abgelaufenen Geschäftsjahr keine wesentlichen Ermessensentscheidungen und keine Schätzungen, bei denen das Risiko einer wesentlichen Anpassung der Buchwerte von bestimmten Vermögenswerten und Schulden innerhalb des nächsten Geschäftsjahres besteht.

2 Konzernumsätze

Die Mondi Holding Deutschland Gruppe generiert den Konzernumsatz im Wesentlichen aus dem Verkauf von Konsumgüterverpackungen, Hygienekomponenten und Release Linern sowie Wellpappe und Sacklösungen. Der Umsatz wird zu einem bestimmten Zeitpunkt erfasst. Dies erfolgt in der Regel, wenn die Waren zum vertraglich vereinbarten Ort verbracht wurden. Die Kundenzahlungsbedingungen enthalten keine wesentliche Finanzierungskomponente.

€ Mio. 2021 2020
Konsumgüterverpackungen, Hygienekomponenten und Release Liner 733,2 643,0
Wellpappe 309,4 237,0
Sacklösungen 87,8 83,9
Sonstige 41,9 30,7
Konzernumsätze - Gesamt 1.172,3 994,6

Zum Bilanzstichtag bestehen keine Vertragsvermögenswerte und -verbindlichkeiten (2020: keine). Es wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr keine Vertragskosten aktiviert (2020: keine).

Wie nach IFRS 15 zulässig, werden keine Informationen über verbleibende Leistungsverpflichtungen mit ursprünglich erwarteten Laufzeiten von einem Jahr oder weniger offengelegt.

3 Vergütung des Abschlussprüfers

€ Mio. 2021 2020
Honorare für die Prüfung des Konzernabschlusses der Mondi Holding Deutschland GmbH 0,1 0,1
Honorare für die Prüfung der Tochterunternehmen 0,4 0,4
Prüfungshonorare - Gesamt 0,5 0,5

Die Abschlussprüfung wurde wie im Vorjahr von PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft durchgeführt.

Neben der Abschlussprüfung wurden keine weiteren Leistungen erbracht.

4 Personalaufwand

€ Mio. 2021 2020
Löhne und Gehälter 166,7 182,1
Sozialversicherungsbeiträge (siehe Anhangsangabe 17) 31,5 30,4
Personalaufwand - Gesamt 198,2 212,5

Im Geschäftsjahr 2021 waren im Durchschnitt 3.670 Mitarbeiter im Konzern beschäftigt (2020: 3.685), wovon 2.636 (2020: 2.675) in der Produktion und 1.034 (2020: 1,010) in der Verwaltung tätig waren.

5 Sonstige betriebliche Aufwendungen

€ Mio. 2021 2020
Management- und Lizenzgebühren 24,6 23,0
IT- und Telekommunikationsaufwand 10,3 9,9
Rechts- und Beratungsaufwand 5,5 5,8
Mietaufwand 2,5 2,4
Versicherungsaufwand 3,0 1,8
Sonstiger Aufwand 29,6 27,5
Sonstige betriebliche Aufwendungen - Gesamt 75,5 70,4

6 Nettofinanzergebnis

Das Nettofinanzergebnis und die damit verbundenen Fremdwährungsgewinne sind nachstehend angeführt:

€ Mio. 2021 2020
Investitionserträge
Zinsen auf Bankguthaben, Darlehensforderungen und sonstige 0,6 -
Fremdwährungsgewinne
Fremdwährungsgewinne - 0,1
Finanzaufwand
Zinsaufwand
Zinsen auf Bankenüberziehungen und Darlehensverbindlichkeiten (20,5) (23,2)
Zinsen auf Leasingverbindlichkeiten (siehe Anhangsangabe 11) (0,1) (0,1)
Nettofinanzergebnis für leistungsorientierte Pensionspläne (siehe Anhangsangabe 17) (0,1) (0,3)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen (20,7) (23,6)
Nettofinanzergebnis (20,1) (23,5)

7 Steuern

(a) Analyse des Steueraufwands für das Geschäftsjahr

Der effektive Steuersatz für den Konzern für das Geschäftsjahr 2021, berechnet auf den Gewinn vor Steuern sowie einschließlich Nettogewinn aus nahestehenden Unternehmen, beträgt 28,6% (2020: 33,3%). Der Rückgang des effektiven Steuersatzes ist auf die Aktivierung von aktiver latenter Steuern aus steuerlichen Verlustvorträgen zurückzuführen.

€ Mio. 2021 2020
29,5% inländische Ertragsteuer (2020: 29,5%) 8,5 8,6
Steuern - Ausland 3,7 4,6
Tatsächliche Steuern aus Vorperioden (0,9) (1,1)
Tatsächliche Steuern 11,3 12,1
Latente Steuern aus der laufenden Periode 7,6 (5,9)
Latente Steuern aus Vorperioden (1,0) 0,7
Latente Steuern 6,6 (5,2)
Steueraufwand - Gesamt 17,9 6,9

Faktoren, die sich auf den Steueraufwand für das Geschäftsjahr auswirkten

Der Gesamtsteueraufwand des Konzerns für das Geschäftsjahr kann auf die Steuer auf den Gewinn des Konzerns vor Steuern, berechnet zum Steuersatz in Deutschland von 29,5% (2020: 29,5%), wie folgt übergeleitet werden:

€ Mio. 2021 2020
Gewinn vor Steuern 62,6 20,7
Steuer auf den Gewinn vor Steuern, berechnet zum deutschen Steuersatz von 29,5% (2020: 29,5%) 18,5 6,1
Effekte aus
für Steuerzwecke nicht abzugsfähigen/(steuerbaren) Posten 2,0 1,9
Nicht abzugsfähige Zinsen 0,9 0,9
Sonstige 1,1 1,0
Anpassungen für temporäre Differenzen (0,4) 1,5
Laufende Verluste und sonstige nicht angesetzte temporäre Differenzen 0,6 0,4
Verlustvorträge und sonstige temporäre Differenzen aus Vorperioden (1,0) 1,1
Sonstige Anpassungen (2,2) (2,6)
Steuern aus Vorperioden (0,9) (1,1)
Differenzen zwischen lokalen Steuersätzen und deutschem Steuersatz (1,7) (1,5)
Sonstige 0,4 -
Steueraufwand für das Geschäftsjahr 17,9 6,9

(b) Latente Steuern

Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
€ Mio. 2021 2020 2021 2020
Zum 1. Januar 1,0 0,2 (0,6) (5,4)
Im Jahresüberschuss erfasste Beträge (0,8) 0,8 (5,8) 4,4
Im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge - - (0,6) 0,3
Währungsumrechnungsdifferenzen - - (0,1) 0,1
Zum 31. Dezember 0,2 1,0 (7,1) (0,6)

Latente Steuern umfassen:

Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
€ Mio. 2021 2020 2021 2020
Sonderabschreibungen (0,9) (1,1) (19,5) (14,6)
Steuerliche Verlustvorträge 1 - 0,5 3,6 4,7
Sonstige temporäre Differenzen 1,1 1,6 8,8 9,3
Gesamt 0,2 1,0 (7,1) (0,6)

Hinweis:

1 Basierend auf den Prognoserechnungen geht der Konzern davon aus, dass für die Verwendung dieser Verlustvorträge zukünftig ausreichende steuerbare Gewinne in den jeweiligen Steuerhoheitsgebieten zur Verfügung stehen werden.

Die im Jahresüberschuss erfassten latenten Steuern umfassen:

€ Mio, 2021 2020
Sonderabschreibungen (4,6) 7,7
Steuerliche Verlustvorträge (1,7) (1,9)
Sonstige temporäre Differenzen (0,3) (0,6)
Aufwand aus latenten Steuern - Gesamt (6,6) 5,2

Zum Bilanzstichtag wird die folgende Fälligkeit der latenten Steuern erwartet:

Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
€ Mio. 2021 2020 2021 2020
Rückerstattbar/(zahlbar) innerhalb von 12 Monaten - - (0,3) (0,6)
Rückerstattbar/(zahlbar) innerhalb von mehr als 12 Monaten 0,2 1,0 (6,8) -
Gesamt 0,2 1,0 (7,1) (0,6)

Für steuerliche Verlust- und Zinsvorträge in Höhe von €10,0 Mio. (2020: €13,1 Mio.) hat der Konzern keine aktiven latenten Steuern erfasst, da Ungewissheit bezüglich künftiger Gewinnzuflüsse oder Gewinne besteht, die mit diesen verrechnet werden könnten. Die nicht nutzbaren Verlust- und Zinsvorträge unterliegen wie im Vorjahr keiner Fälligkeit.

Hinweis: Wäre eine Nutzbarkeit dieser Verlustvorträge in voller Höhe möglich, hätten theoretisch aktive latente Steuern in Höhe von €1,8 Mio. (2020: €3,1 Mio.) angesetzt werden müssen.

Es wurden keine passiven latenten Steuern für temporäre Bruttodifferenzen in Höhe von €48,4 Mio. (2020: €58,6 Mio.) erfasst, die im Zusammenhang mit den nicht ausgeschütteten Gewinnen ausländischer Tochterunternehmen stehen, da der Konzern den Zeitpunkt der Auflösung dieser temporären Differenzen beeinflussen kann und es wahrscheinlich ist, dass diese in der nahen Zukunft nicht aufgelöst werden. Gemäß deutschem Ertragsteuergesetz sind Dividenden von ausländischen Tochterunternehmen zu 95 % von der Ertragsteuer befreit. 5 % der erhaltenen Ausschüttungen stellen nichtabzugsfähige Betriebsausgaben dar.

8 Gewinnausschüttung

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine Gewinne (2020: €0,0 Mio.) an die Gesellschafter der Mondi Holding Deutschland GmbH ausgeschüttet. Für das Geschäftsjahr 2022 wurden keine Gewinnausschüttungen vorgeschlagen.

9 Immaterielle Vermögenswerte

(a) Entwicklung

2021 2020
€ Mio. Goodwill Sonstige immaterielle Vermögenswerte Gesamt Goodwill Sonstige immaterielle Vermögenswerte Gesamt
Nettobuchwert
Zum 1. Januar 441,6 6,2 447,8 441,6 15,7 457,3
Zugänge - 2,2 2,2 - 1,6 1,6
Laufende Abschreibung - (2,2) (2,2) - (11,1) (11,1)
Veräußerungen - - - - (0,1) (0,1)
Währungsumrechnungsdifferenzen - - - - 0,1 0,1
Sonstige Umgliederung - 0,5 0,5 - - -
Zum 31. Dezember 441,6 6,7 448,3 441,6 6,2 447,8
Anschaffungskosten 42,9 46,9
Kumulierte Abschreibung (36,2) (40,7)

Der Buchwert der sonstigen immateriellen Vermögenswerte umfasst:

€ Mio. 2021 2020
Selbsterstellt
Softwareentwicklungskosten 5,1 4,6
Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworben
Kundenbeziehungen 1,6 1,6
Sonstige immaterielle Vermögenswerte - Gesamt 6,7 6,2

Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen im Geschäftsjahr €8,2 Mio. (2020: €8,5 Mio.) und wurden im Aufwand erfasst.

(b) Goodwill

Goodwill, der bei Unternehmenszusammenschlüssen erworben wurde, wird jenen Gruppen zahlungsmittelgenerierender Einheiten (ZGE) zugeordnet, von denen erwartet wird, dass sie von den Synergien des Zusammenschlusses profitieren. Eine ZGE ist die niedrigste Stufe innerhalb des Konzerns, für die der Goodwill für interne Managementzwecke von den Geschäftsführern überwacht wird.

Der erzielbare Betrag einer ZGE ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Der Konzern stellt eine Gruppe von ZGE dar, die der Goodwill zur Gänze zugeordnet wird. Der durchgeführte Wertminderungstest ergab keinen Wertminderungsbedarf.

€ Mio., sofern nichts anderes angegeben ist 2021 2020
Abzinsungssatz 6,6 % 6,5 %
Gewichtete durchschnittliche mittelfristige Wachstumsrate 2 % 2 %
Gewichtete durchschnittliche langfristige Wachstumsrate 2 % 2 %
Buchwert 441,6 441,6

Wesentliche Annahmen

Der erzielbare Betrag der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird anhand einer Nutzungswertberechnung bestimmt. Die wesentlichen Annahmen für die Nutzungswertberechnungen sind:

Cashflow-Prognosen umfassen einen 3-Jahres-Zeitraum bis zum 31. Dezember 2024 und wurden aus dem zuletzt vom Vorstand der Mondi-Gruppe genehmigten Budget abgeleitet.

Annahmen zu Verkaufsvolumen, Verkaufspreisen und variablen Wareneinsatzkosten im Planungszeitraum werden aus einer Kombination von wirtschaftlichen Prognosen für die Regionen, in denen der Konzern operiert, Branchenprognosen für einzelne Produktlinien, internen Geschäftsführungsvorhersagen, Leistungen aus der Vergangenheit und verkündeten Kapazitätsänderungen der Branche abgeleitet.

Kapitalflussprognosen über drei Jahre hinaus basieren auf internen Prognosen der Geschäftsführung, die Branchenprognosen und Wachstumsraten in den Regionen berücksichtigen, in denen der Konzern operiert. Es werden Wachstumsraten (siehe Tabelle oben) für jedes der folgenden sieben Jahre über den Planungszeitraum hinaus und danach auf unbestimmte Zeit angenommen.

Kapitalaufwandsprognosen basieren auf Vergangenheitswerten und umfassen jenen Aufwand, der notwendig ist, um die prognostizierten Kapitalflüsse aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit auf dem gegenwärtigen operativen Niveau zu halten.

Der Abzinsungssatz vor Steuern wird aus den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten des Konzerns abgeleitet.

Sensitivitätsanalysen

Erwartete künftige Cashflows sind von Natur aus ungewiss und könnten sich im Laufe der Zeit wesentlich ändern. Sie sind von einer Reihe von Faktoren abhängig, einschließlich Markt- und Produktionsschätzungen sowie wirtschaftlichen Faktoren wie beispielsweise Preise, Abzinsungssätze, Währungskurse, Schätzungen von Produktionskosten und künftigem Kapitalaufwand.

Sensitivitätsanalysen von angemessen möglichen Änderungen in den zugrunde liegenden Annahmen umfassen:

Steigerung des Abzinsungssatzes um 1 %-Punkt,

0% mittel- und langfristige Wachstumsrate für Kapitalflussprognosen und

3%ige Minderung der Bruttomarge.

Keine dieser Abwärtsrisiko-Sensitivitätsanalysen deutete auf den Bedarf einer Abwertung hin.

10 Sachanlagen

€ Mio. Grundstücke und Gebäude 1 Betriebs- u. Geschäftsausstattung Anlagen im Bau Sonstige Gesamt
Nettobuchwert
Zum 1. Januar 2020 130,7 155,2 44,2 36,0 366,1
Zugänge 2,4 40,7 37,3 6,3 86,7
Laufende Abschreibung (6,6) (22,8) - (9,3) (38,7)
Wertminderung (3,1) (12,7) - (1,8) (17,6)
Abgänge - (0,3) - (1,7) (2,0)
Sonstige Umgliederung 7,8 34,6 (46,9) 2,6 (1,9)
Währungsumrechnungsdifferenzen (2,1) (2,7) (0,2) (2,0) (7,0)
Zum 31. Dezember 2020 129,1 192,0 34,4 30,1 385,6
Anschaffungskosten 208,9 469,6 34,7 85,8 799,0
Kumulierte Abschreibung und Wertminderung (79,8) (277,6) (0,3) (55,7) (413,4)
Zugänge 1,2 20,8 19,2 6,1 47,3
Laufende Abschreibung (6,6) (25,2) - (9,1) (40,9)
Abgänge - (0,7) - (0,2) (0,9)
Sonstige Umgliederung 0,8 25,5 (31,7) 4,9 (0,5)
Währungsumrechnungsdifferenzen 0,7 0,1 0,1 0,3 1,2
Zum 31. Dezember 2021 125,2 212,5 22,0 32,1 391,8
Anschaffungskosten 211,1 497,8 22,3 92,2 823,4
Kumulierte Abschreibung und Wertminderung (85,9) (285,3) (0,3) (60,1) (431,6)

Hinweis:

1 Der unter "Grundstücke und Gebäude" ausgewiesene Grundstückswert beträgt €20,9 Mio. (2020: €20,9 Mio.).

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Geldbeschaffungskosten in Höhe von €0,0 Mio. für qualifizierte Vermögenswerte aktiviert (2020: €0,1 Mio.).

11 Leases

Der Konzern hat diverse Leasingverträge abgeschlossen. Die Leasingverträge haben eine gewichtete durchschnittliche Laufzeit von 23 Jahre für Grundstücke und Gebäude (2020: 22 Jahre), 3 Jahre für Betriebs- und Geschäftsausstattung (2020: 2 Jahre) und 4 Jahre für sonstige Sachanlagen (2020: 4 Jahre).

Einige Leasingvertragsverhältnisse enthalten Verlängerungsoptionen, welche in der Bewertung des Nutzungsrecht und der Bemessung der jeweiligen Vertragslaufzeit berücksichtigt wurden, sofern deren Ausübung hinreichend sicher ist.

Nutzungsrecht

Nutzungsrecht Abschreibungen
€ Mio. 2021 2020 2021 2020
Grundstücke und Gebäude 0,3 0,5 0,3 0,3
Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,5 0,1 0,2 -
Sonstige 1,2 1,4 0,8 0,8
Total 2,0 2,0 1,3 1,1

Im abgelaufenen Geschäftsjahr betragen die Zugänge zu den Nutzungsrechten €1,3 Mio. (2020: €1,0 Mio.).

Leasingverbindlichkeiten

€ Mio. 2021 2020
Fälligkeitsanalyse - Vertraglich vereinbarte nicht abgezinste Cashflows
Bis zu einem Jahr 1,2 1,3
Zwischen einem und fünf Jahren 1,0 1,3
Nicht abgezinste Cashflows 2,2 2,6
Leasingverbindlichkeiten - Gesamt 2,2 2,2
Kurzfrstig 1,2 1,0
Langfristig 1,0 1,2

Der Zahlungsabfluss liquider Mittel aus Leasingverhältnissen betrug €3,0 Mio. (2020: €2,5 Mio.).

In der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge

€ Mio. 2021 2020
Zinsen auf Leasingverbindlichkeiten 0,1 0,1
Aufwendungen aus kurz laufenden Leasingvereinbarungen 0,9 0,7
Aufwendungen aus Leasingvereinbarungen von geringem Wert 0,6 0,5

12 Vorräte

€ Mio. 2021 2020
Nach dem FIFO-Verfahren bewertet
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe - 1,9
Unfertige Erzeugnisse 0,1 0,7
Fertige Erzeugnisse 0,1 2,9
Nach dem FIFO-Verfahren bewertet - Gesamt 0,2 5,5
Nach dem gewichteten Durchschnittspreisverfahren bewertet
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 61,3 33,4
Unfertige Erzeugnisse 21,8 17,6
Fertige Erzeugnisse 94,6 70,5
Nach dem gewichteten Durchschnittspreisverfahren bewertet - Gesamt 177,7 121,5
Vorräte - Gesamt 177,9 127,0
Davon zum Nettoveräußerungswert gehalten 21,7 16,2
Konzerngewinn- und Verlustrechnung
Als Aufwand erfasste Anschaffungskosten von Vorräten (639,7) (500,9)
Abschreibung von Vorräten auf den Nettoveräußerungswert (14,7) (10,3)
Zuschreibungen auf Vorräte 13,8 8,4

13 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

€ Mio. 2021 2020
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - brutto 199,9 157,1
Wertberichtigung für zweifelhafte Forderungen (2,0) (2,1)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - netto 197,9 155,0
Sonstige Forderungen 2,1 1,5
Steuern und Sozialversicherung 13,1 14,4
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 3,7 3,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 216,8 173,9

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: Kreditrisiko

Der Konzern hat eine Vielzahl an externen Kunden und unterliegt keinem mit einem bestimmten Kunden verbundenen wesentlichen Kreditrisiko. Es besteht keine wesentliche geografische oder Kundenkonzentration des Kreditrisikos.

Jeder Geschäftsbereich verwaltet sein eigenes Kreditrisiko entsprechend den wirtschaftlichen Bedingungen und den Besonderheiten der jeweiligen Märkte, die er bedient. Das Kreditrisiko lässt sich durch dessen dezentralisierte Verwaltung effizienter bewerten und verwalten. Jedoch werden weit gefasste Grundsätze des Kreditrisikomanagements über alle Geschäftsbereiche hinweg beachtet, z.B. die Nutzung von Kreditratingagenturen, Kreditbürgschaftsversicherungen, wo angebracht, und die Aufrechterhaltung einer Kreditkontrollfunktion.

€ Mio. 2021 2020
Kreditrisiko
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - brutto 199,9 157,1
Kreditversicherung (191,1) (148,2)
Kreditrisiko - Gesamt 8,8 8,9

Die Versicherungsdeckung wird brutto mit vertraglich vereinbarten Überschussbeträgen ausgewiesen.

Die den Kunden angebotenen Kreditzeiträume variieren je nach Kreditrisikoprofil und Rechnungsmodalitäten der Teilnehmer, die auf den diversen Märkten, auf denen der Konzern operiert, tätig sind. Zinsen werden in marktüblicher Höhe auf die Salden angesetzt, die im jeweiligen Markt als überfällig angesehen werden.

Soweit die erzielbaren Beträge als niedriger eingeschätzt werden als die zugehörigen Buchwerte, wurde ein Wertminderungsaufwand in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasst und die Buchwerte auf die erzielbaren Beträge abgeschrieben. Der Bruttobuchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die im Geschäftsjahr wertgemindert waren, beträgt €3,8 Mio. (2020: €3,3 Mio.).

Die nachfolgende Tabelle enthält Informationen über das geschätzte Ausfallrisiko und die erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:

2021/€ Mio., sofern nichts anderes angegeben ist Überfällig
Nicht überfällig < 1 Monat 1-2 Monate 2-3 Monate > 3 Monate Gesamt
Verlustrate % 0,3 1,0 - - 56,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - brutto 184,9 10,4 1,6 0,7 2,3 199,9
Wertberichtigung für zweifelhafte Forderungen (0,6) (0,1) - - (1,3) (2,0)
2020/€ Mio sofern nichts anderes angegeben ist Überfällig
Nicht überfällig < 1 Monat 1-2 Monate 2-3 Monate > 3 Monate Gesamt
Verlustrate % 0,3 8,9 7,1 7,1 36,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - brutto 145,9 4,5 2,8 1,4 2,5 157,1
Wertberichtigung für zweifelhafte Forderungen (0,5) (0,4) (0,2) (0,1) (0,9) (2,1)

Entwicklung des Kontos zur Wertberichtigung von zweifelhaften Forderungen

€ Mio. 2021 2020
Zum 1. Januar 2,1 1,8
In der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasste Erhöhung der Wertberichtigung 0,8 1,0
Im Geschäftsjahr abgeschriebene oder eingebrachte Beträge (0,9) (0,7)
Zum 31. Dezember 2,0 2,1

14 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

€ Mio. 2021 2020
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 108,7 76,2
Steuern und Sozialversicherung 6,1 5,0
Investitionsverbindlichkeiten 1,6 8,1
Sonstige Verbindlichkeiten 11,7 11,3
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 29,4 27,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 157,5 128,5

15 Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten

2021 2020
€ Mio. Kurzfristig Langfristig Gesamt Kurzfristig Langfristig Gesamt
Besichert
Leasingverbindlichkeiten 1,2 1,0 2,2 1,0 1,2 2,2
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten - Gesamt 1,2 1,0 2,2 1,0 1,2 2,2

Die verzinslichen Finanzverbindlichkeiten des Konzerns zum 31. Dezember setzen sich nach ihrer Art und der zugrunde liegenden Währung wie folgt zusammen:

2021 / € Mio. Festverzinslich Gesamtbuchwert Zeitwert
Euro 2,2 2,2 2,2
Buchwert 2,2 2,2
Zeitwert 2,2 2,2
2020 / € Mio. Festverzinslich Gesamtbuchwert Zeitwert
Euro 2,2 2,2 2,2
Buchwert 2,2 2,2
Zeitwert 2,2 2,2

Die beizulegende Zeitwerte sämtlicher verzinslichen Finanzverbindlichkeiten wurden durch Abzinsung der künftigen vertraglichen Cashflows zum gegenwärtigen Marktzinssatz, der dem Konzern für ähnliche Finanzinstrumente zur Verfügung steht, ermittelt.

Die verzinslichen Finanzverbindlichkeiten des Konzerns, ausgewiesen auf der Grundlage von nicht abgezinsten zukünftigen Cashflows, setzen sich nach Fälligkeit wie folgt zusammen:

2021 / € Mio. < 1 Jahr 1-2 Jahre 2-5 Jahre Gesamt 1
Leasingverbindlichkeiten 1,2 0,7 0,3 2,2
Verzinsliche Verbindlichkeiten - Gesamt 1,2 0,7 0,3 2,2
Zinsen abzüglich amortisierter Kosten und Disagio 0,1 - - 0,1
Nicht abgezinste Cashflows - Gesamt 1,3 0,7 0,3 2,3
2020 / € Mio. < 1 Jahr 1-2 Jahre 2-5 Jahre Gesamt 1
Leasingverbindlichkeiten 1,0 0,8 0,4 2,2
Verzinsliche Verbindlichkeiten - Gesamt 1,0 0,8 0,4 2,2
Zinsen abzüglich amortisierter Kosten und Disagio 1,2 0,3 0,1 1,6
Nicht abgezinste Cashflows - Gesamt 2,2 1,1 0,5 3,8

Hinweis:

1 Es wurde angenommen, dass sich die zum Bilanzstichtag geltenden Zinsen und Währungsumrechnungskurse für künftige Cashflows über die verbleibenden Zeiträume nicht verändern.

Finanzierungszusagen

Der Konzern wird im Wesentlichen durch ein nahestehendes Unternehmen der weltweiten Mondi-Gruppe, die Mondi Finance plc, finanziert (siehe Anhangsangabe 24).

16 Rückstellungen

€ Mio. Restrukturierungskosten Mitarbeiterbezogene Kosten Sonstige Gesamt
Zum 1. Januar 2021 12,8 3,8 2,5 19,1
Zuführung 0,1 0,3 0,6 1,0
Auflösung (4,0) - (0,8) (4,8)
Verwendung (6,2) (0,5) (1,0) (7,7)
Umgliederung 0,2 - (0,2) -
Zum 31. Dezember 2021 2,9 3,6 1,1 7,6

Fälligkeitsanalyse der gesamten Rückstellungen zum Barwert:

€ Mio. 2021 2020
Kurzfristig 4,1 15,6
Langfristig 3,5 3,5
Rückstellungen - Gesamt 7,6 19,1

Die sonstigen Rückstellungen beziehen sich im Wesentlichen auf belastende Verträge. Ein Betrag von €0,8 Mio. (2020: €2,2 Mio.) wird vermutlich innerhalb der kommenden 12 Monate anfallen. Der verbleibende Betrag in Höhe von €0,3 Mio. (2020: €0,3 Mio.) wird innerhalb eines Zeitraums von mehr als einem Jahr anfallen.

Sämtliche langfristigen Rückstellungen werden zu einem Zinssatz abgezinst, der im jeweiligen Land Anwendung findet, basierend auf einer Vorsteuerrendite aus langfristigen Anleihen über die vergangenen fünf Jahre.

17 Pensionsleistungen

Der Konzern unterhält beitrags- und leistungsorientierte Pensionspläne für viele seiner Mitarbeiter.

Beitragsorientierte Pläne

Der Aufwand für diese Pläne sowie die gesetzliche Sozialversicherung beträgt €31,5 Mio. (2020: €30,4 Mio.) und wird auf der Grundlage der vom Konzern im Geschäftsjahr zu leistenden Beiträge berechnet. Es wurde keine wesentlichen ausstehenden oder im Voraus bezahlten Beiträge für diese Pläne zu den ausgewiesenen Bilanzstichtagen erfasst. Die voraussichtlich in 2022 zu leistenden Beiträge belaufen sich auf €22,2 Mio.

Leistungsorientierte Pläne

Der Konzern unterhält sieben (2020: sieben) Pensionspläne, die großteils für neue Mitglieder geschlossen sind.

Die wichtigsten ungedeckten und gedeckten leistungsorientierten Pläne werden in Deutschland unterhalten. Diese Pläne sind gemäß den einschlägigen örtlichen Arbeitsgesetzgebungen und/oder Tarifvereinbarungen mit den teilnehmenden Mitarbeitern errichtet. Darüber hinaus existieren Pläne in Polen.

Die Mehrheit der leistungsorientierten Pläne ist ungedeckt und sagt den Mitgliedern dieser Pläne Pensionen und Abfindungsleistungen zu.

Die Leistungen sind von diversen Faktoren abhängig, wovon der wichtigste Faktor eine Kombination aus anspruchsfähiger Dienstzeit und Schlussgehalt ist. Ausgewählte Pläne sehen außerdem zusätzliche Leistungen im Falle des Ablebens während der Dienstzeit, Behinderung oder Pensionierung aufgrund von Krankheit vor, die aus der Schlussgehaltsleistungsformel abgeleitet werden.

Die Vermögenswerte der gedeckten Pläne werden getrennt in unabhängig verwalteten Fonds, im Einklang mit gesetzlichen Erfordernissen oder örtlichen Praktiken, wo diese Fonds geführt werden, gehalten.

Mit Ausnahme der nachstehend bezeichneten versicherungsmathematischen Risiken hat der Konzern keine weiteren speziellen Risiken aus diesen Plänen identifiziert. Leistungsorientierte Pläne führen in der Regel zu den folgenden versicherungsmathematischen Risiken für den Konzern:

Investitionsrisiko (Anlagevolatilität) Der Barwert der Nettopensionsleistungsverbindlichkeit/-vermögen wird unter Verwendung eines Zinssatzes für qualitativ hochwertige Anleiherenditen bestimmt. Wenn die Rendite des Planvermögens diesen Satz unterschreitet, führt dies zu einem Planfehlbetrag, der vom Arbeitgeber nachgeschossen bzw. verbürgt werden muss.
Zinsrisiko Eine Minderung des Anleihezinssatzes wird die Planverbindlichkeiten erhöhen; dies wird jedoch teilweise durch eine Steigerung der Rendite auf das Planvermögen ausgeglichen.
Langlebigkeitsrisiko Der Barwert der Nettopensionsverbindlichkeit/-vermögen wird basierend auf den bestmöglichen Schätzungen der Sterblichkeit der Planteilnehmer sowohl während als auch nach ihrem Arbeitsverhältnis bestimmt. Eine Erhöhung der Lebenserwartung der Planteilnehmer führt zur Steigerung der Planverbindlichkeiten.
Gehaltsrisiko Der Barwert der Nettopensionsleistungsverbindlichkeit/-vermögen wird basierend auf den künftigen Gehältern der Planteilnehmer bestimmt. Eine Steigerung des Gehalts der Planteilnehmer wird zu einer Steigerung der Planverbindlichkeiten führen.

Unabhängige, qualifizierte Versicherungsmathematiker führen jedes Jahr vollumfängliche Bewertungen unter Verwendung der Projected-Unit-Credit-Methode durch.

Versicherungsmathematische Annahmen

Die wesentlichen gewichteten Durchschnittsannahmen, die in den versicherungsmathematischen Bewertungen verwendet werden, sind im Einzelnen wie folgt:

% 2021 2020
Abzinsungssatz 0,9 0,4
Inflationsrate 1,6 1,6
Lohnsteigerungsrate 0,6 1,5
Steigerungsrate von Pensionsleistungen in Zahlung 1,6 1,6

Die Annahme des Abzinsungssatzes für Planverbindlichkeiten basiert auf AA-Unternehmensanleihen, die eine angemessene Laufzeit und Währung aufweisen.

Sterblichkeitsannahmen

Die angenommene verbleibende Lebenserwartung bei einem Pensionierungsalter von 65 Jahren beträgt:

2021 2020
Bereits in Rente
Männlich 16,1 - 20,5 16,1 -20,3
Weiblich 20,1 -23,9 20,1 - 23,8
In 20 Jahren in Rente
Männlich 16,1 - 23,2 16,1 -23,1
Weiblich 20,1 - 26,1 20,1 - 26,0

Die Sterblichkeitsannahmen basieren auf den veröffentlichten Sterblichkeitstafeln in der jeweiligen Region.

Der Marktwert der Vermögenswerte wird verwendet, um das Finanzierungsniveau der Pläne zu bestimmen und reicht aus, um 28% (2020: 26%) der Leistungen, welche die Mitglieder, unter Berücksichtigung von erwarteten Erhöhungen der künftigen Erträge und Pensionen angesammelt haben, zu decken. Unternehmen innerhalb des Konzerns zahlen Beiträge gemäß den örtlichen versicherungsmathematischen Empfehlungen und gesetzlichen Bestimmungen.

Die Analyse der zu erwartenden Fälligkeit der nicht abgezinsten Pensionsleistungen aus leistungsorientierten Plänen ist wie folgt:

€ Mio. 2021 2020
Bis zu einem Jahr 2,9 3,0
Zwischen einem und zwei Jahren 2,7 2,7
Zwischen zwei und fünf Jahren 6,3 7,8
Mehr als fünf Jahre 36,8 39,3

Die gewichtete durchschnittliche Dauer der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung beträgt 12 Jahre (2020: 12 Jahre).

Es wird erwartet, dass der Anteil des Konzerns an den Beiträgen mit dem Alter der Planmitglieder ansteigen wird. Die voraussichtlich an die leistungsorientierten Pensionspläne in 2022 zu leistenden Beiträge betragen €2,6 Mio.

Die in der Konzernbilanz ausgewiesenen Beträge werden wie folgt bestimmt:

€ Mio. 2021 2020
Barwert der nicht gedeckten Verbindlichkeiten (12,0) (13,6)
Barwert der gedeckten Verbindlichkeiten (31,7) (34,2)
Barwert der Planverbindlichkeiten (43,7) (47,8)
Zeitwert des Planvermögens 9,0 8,9
Nettopensions- und ähnliche Verpflichtungen (34,7) (38,9)

Die Veränderungen des Barwerts der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen und des Zeitwerts des Planvermögens sind wie folgt:

€ Mio. Leistungsorientierte Pensionspläne Zeitwert des Planvermögens Nettopensions-und ähnliche Verpflichtungen
2021 2020 2021 2020 2021 2020
Zum 1. Januar (47,8) (48,7) 8,9 8,8 (38,9) (39,9)
In der Konzerngewinn- und Verlustrechnung enthalten
Laufender Dienstzeitaufwand (0,1) - - - (0,1) -
Zins(aufwand)/-ertrag (0,2) (0,4) 0,1 0,1 (0,1) (0,3)
Im sonstigen Ergebnis enthalten
Neubewertungsverluste 1,9 (1,1) - - 1,9 (1,1)
Ertrag aus Planvermögen - - 0,2 - 0,2 -
Durch Arbeitgeber geleistete Beiträge - - 1,4 1,5 1,4 1,5
Auszahlungen 2,5 2,4 (1,6) (1,5) 0,9 0,9
Zum 31. Dezember (43,7) (47,8) 9,0 8,9 (34,7) (38,9)

Das Planvermögen besteht ausschließlich aus nicht-börsennotieren Versicherungsverträgen. Der Großteil des Planvermögens des Konzerns befindet sich in Deutschland.

Es gibt keine Finanzinstrumente oder Vermögenswerte, die im Eigentum des Konzerns stehen und im Zeitwert des Planvermögens enthalten sind.

Die tatsächliche Rendite auf das Planvermögen im Zusammenhang mit den leistungsorientierten Plänen war ein Gewinn in Höhe von €0,3 Mio. (2020: Gewinn von €0,1 Mio.).

Sensitivitätsanalysen

Die nachstehenden Sensitivitätsanalysen erfolgten basierend auf möglichen Änderungen der jeweiligen Annahmen, die am Ende des Berichtszeitraums auftreten, während alle übrigen Annahmen bestehen bleiben.

Die Sensitivitätsanalysen sind möglicherweise nicht repräsentativ für die tatsächlichen Änderungen der Nettopensionsleistungsverbindlichkeiten/-vermögen sein, da es unwahrscheinlich ist, dass die Änderung der Annahmen voneinander isoliert auftreten, da einige der Annahmen im Zusammenhang stehen können. Die Projected-Unit-Credit-Method wurde bei der Durchführung der nachstehenden Sensitivitätsanalysen verwendet.

Eine 1 %-ige Änderung der Annahmen würde zu den folgenden Auswirkungen bei den Nettopensionsleistungsplänen führen:

2021
€ Mio. 1% Steigerung 1% Minderung
Abzinsungssatz
Auswirkung auf den laufenden Dienstzeitaufwand - -
Auswirkung auf die Nettopensionsverbindlichkeit/-vermögen (4,9) 5,8
Inflationsrate
Auswirkung auf den laufenden Dienstzeitaufwand - -
Auswirkung auf die Nettopensionsverbindlichkeit/-vermögen 5,7 (4,7)
Lohnsteigerungsrate
Auswirkung auf den laufenden Dienstzeitaufwand - -
Auswirkung auf die Nettopensionsverbindlichkeit/-vermögen 0,1 (1,0)
Steigerung der Pensionszahlungen
Auswirkung auf den laufenden Dienstzeitaufwand - -
Auswirkung auf die Nettopensionsverbindlichkeit/-vermögen 5,6 (4,6)
1 Jahr Steigerung
Sterblichkeitsraten
Auswirkung auf den laufenden Dienstzeitaufwand
Auswirkung auf die Nettopensionsverbindlichkeit/-vermögen 2,1

18 Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage

Das gezeichnete Kapital beträgt zum 31. Dezember 2021 sowie im Vorjahr €16,5 Mio. (DM 32,2 Mio.). Die Geschäftsanteile liegen bei der Mondi Corrugated Poland B.V., Maastricht, Niederlande und der Mondi Investments Limited, Weybridge, England.

Die Kapitalrücklage beträgt zum 31. Dezember 2021 sowie im Vorjahr €75,0 Mio.

19 Erläuterungen zur Konzern-Cashflow-Rechnung

(a) Überleitung des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auf den Cashflow aus Betriebstätigkeit

€ Mio. 2021 2020
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 62,6 20,7
Abschreibung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 43,1 49,8
Wertminderungen von Sachanlagen - 17,6
Nettofinanzergebnis 20,1 23,5
Veränderung der Rückstellungen und Nettopensionsverpflichtungen (13,9) (1,6)
Veränderung der Vorräte (50,6) 5,9
Veränderung der operativen Forderungen (43,8) 6,4
Veränderung der operativen Verbindlichkeiten 48,7 6,0
Gewinn aus der Veräußerung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (0,5) (1,6)
Sonstige Anpassungen (0,6) 0,6
Aus der Betriebstätigkeit generierte liquide Mittel 65,1 127,3

(b) Liquide Mittel

€ Mio. 2021 2020
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente gemäß Konzernbilanz 3,5 2,7
Zahlungsmittel bei nahestehenden Unternehmen (siehe Anhangsangabe 24) 137,9 50,3
Liquide Mittel gemäß Konzern-Cashflow-Rechnung 141,4 53,0

Der Zeitwert der liquiden Mittel entspricht den ausgewiesenen Buchwerten.

(c) Entwicklung der Nettoschulden

Die Nettoschuldenlage des Konzerns (inklusive Schulden und liquider Mittel bei nahestehenden Unternehmen) ist wie folgt:

€ Mio. Liquide Mittel Finanzanlagen Summe Aktiva Schulden (fällig innerhalb eines Jahres) Schulden (fällig nach einem Jahr) Summe Passiva Gesamtnettoschulden
Zum 1. Januar 2020 22,7 0,2 22,9 (114,7) (757,5) (872,2) (849,3)
Cashflow 31,5 - 31,5 38,7 (52,4) (13,7) 17,8
Zugänge an Leasingverbindlichkeiten - - - (0,3) (0,7) (1,0) (1,0)
Umgliederung - - - (0,4) 0,4 - -
Währungsumrechnungsdifferenzen (1,2) - (1,2) 3,5 3,9 7,4 6,2
Zum 31. Dezember 2020 53,0 0,2 53,2 (73,2) (806,3) (879,5) (826,3)
Cashflow 87,8 - 87,8 (85,1) (29,2) (114,3) (26,5)
Zugänge an Leasingverbindlichkeiten - - - (0,4) (0,9) (1,3) (1,3)
Umgliederung - - - (1,1) 1,1 - -
Währungsumrechnungsdifferenzen 0,6 - 0,6 0,4 (0,8) (0,4) 0,2
Zum 31. Dezember 2021 141,4 0,2 141,6 (159,4) (836,1) (995,5) (853,9)

20 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstige finanziellen Verpflichtungen beziehen sich auf die folgenden Kategorien von nicht finanziellen Vermögenswerten:

€ Mio. 2021 2020
Immaterielle Vermögenswerte 6,2 10,3
Sachanlagen 160,1 134,4
Sonstige finanzielle Verpflichtungen - Gesamt 166,3 144,7

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen basieren auf Investitionsprojekten, die bisher genehmigt und deren Budget von der Geschäftsführung freigegeben wurden. Große Investitionsprojekte erfordern eine weitere Zustimmung, bevor sie begonnen werden. Es wird erwartet, dass die sonstigen finanziellen Verpflichtungen mit bestehenden Zahlungsmittelressourcen und Kreditfazilitäten finanziert werden.

21 Eventualverbindlichkeiten

Zum 31. Dezember 2021 sowie im Vorjahr bestanden keine Eventualverbindlichkeiten.

22 Kapitalverwaltung

Der Konzern definiert sein betriebsnotwendiges Kapital als Eigenkapital, wie es in der Konzernbilanz ausgewiesen ist, zuzüglich Nettoschulden.

€ Mio. 2021 2020
Gesellschafter des Mutterunternehmens 148,3 100,8
Nicht beherrschende Anteile 5,8 6,0
Summe Eigenkapital 154,1 106,8
Nettoschulden (siehe Anhangsangabe 19c) 853,9 826,3
Betriebsnotwendiges Kapital 1.008,0 933,1

Das betriebsnotwendige Kapital wird so verwaltet, dass der Konzern weiterhin als fortbestehende Unternehmensgruppe handeln kann und akzeptable Renditen für die Gesellschafter liefert. Der Konzern hat sich verpflichtet, seine Kapitalkosten durch Aufrechterhaltung einer angemessenen Kapitalstruktur zu verwalten. Hierfür darf der Konzern das künftige Niveau der an die Gesellschafter gezahlten Gewinnausschüttungen anpassen, neue Eigenkapitalinstrumente ausgeben oder Vermögenswerte veräußern, um seine Nettoschulden zu mindern. Der Konzern überprüft sein betriebsnotwendiges Kapital regelmäßig und verwendet diverse Kennzahlen, die der Art des Geschäftsbetriebs des Konzerns angemessen sind und den branchenüblichen Maßnahmen entsprechen. Die wichtigsten im Rahmen dieses Prüfungsverfahrens verwendeten Kennzahlen sind:

Verschuldungsgrad, definiert als Nettoschulden geteilt durch betriebsnotwendiges Kapital, und

Kapitalrentabilität. definiert als nachhaltiger 12-monatiger bereinigter operativer Konzerngewinn (Betriebsergebnis vor Sonderposten) geteilt durch das nachhaltige 12-monatige durchschnittliche betriebsnotwendige Kapital.

% 2021 2020
Verschuldungsgrad 84,7 88,6
Kapitalrentabilität 8,6 8,5

Die Handels- und Finanzierungsaktivitäten des Konzerns führen dazu, dass der Konzern diversen finanziellen Risiken ausgesetzt ist, die, sofern ihnen nicht begegnet wird, laufende oder künftige Erträge beeinträchtigen könnten. Obwohl sie sich nicht gegenseitig ausschließen, werden diese finanziellen Risiken getrennt entsprechend ihrer jeweiligen spezifischen Risikobesonderheiten qualifiziert und umfassen das Marktrisiko (Währungs- und Zinsrisiko), Kreditrisiko und Liquiditätsrisiko. Der Konzern betreibt aktives Risikomanagement dieser finanziellen Risiken, um mögliche abträgliche Auswirkungen auf die Finanzleistung des Konzerns zu minimieren.

Die zur Regulierung des konzernweiten Finanzrisikomanagementverfahrens verwendeten Grundsätze, Praktiken und Verfahren wurden von der Geschäftsführung genehmigt und von der weltweiten Konzernleitung der Mondi-Gruppe überwacht. Im Gegenzug gewährt die Mondi Konzern-Leitung einer zentralen Finanzabteilung die Befugnis zur praktischen Umsetzung des Finanzrisikomanagementverfahrens über den Konzern hinweg und zur Sicherstellung, dass die Konzerngesellschaften sich an bestimmte Finanzrisikomanagementgrundsätze halten. Group Treasury beurteilt das Finanzrisikoumfeld neu und erstattet Bericht, wobei es die finanziellen Risiken identifiziert, bewertet und durch Abschluss von Derivatverträgen mit Dritten - wo angebracht - absichert. Der Konzern übernimmt keine spekulativen Positionen in Derivatverträgen und schließt nur vertragliche Vereinbarungen mit Dritten ab, die Investment Grade-Kreditratings haben.

23 Finanzinstrumente

(a) Finanzinstrumente nach Kategorie

2021 / € Mio. Zeitwerthierarchie Zu fortgeführten Anschaffungskosten Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Gesamt
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, exklusive Forderungen für Steuern und Sozialversicherungsbeiträge und aktive Rechnungsabgrenzungsposten (siehe Anhangsangabe 13) 200,0 - 200,0
Forderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen (siehe Anhangsangabe 24) 145,2 - 145,2
Finanzanlagen - 0,2 0,2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (siehe Anhangsangabe 19b) 3,5 - 3,5
Gesamt 348,7 0,2 348,9
2020 / € Mio. Zeitwerthierarchie Zu fortgeführten Anschaffungskosten Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Gesamt
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, exklusive Forderungen für Steuern und Sozialversicherungsbeiträge und aktive Rechnungsabgrenzungsposten (siehe Anhangsangabe 13) 156,5 - 156,5
Forderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen (siehe Anhangsangabe 24) 56,1 - 56,1
Finanzanlagen Ebene 2 - 0,2 0,2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (siehe Anhangsangabe 19b) 2,7 - 2,7
Gesamt 215,3 0,2 215,5
2021 / € Mio. Zu fortgeführten Anschaffungskosten Gesamt
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten, exklusive Verbindlichkeiten für Steuern und Sozialversicherungsbeiträge und passive Rechnungsabgrenzungen (siehe Anhangsangabe 14) 122,0 122,0
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen (siehe Anhangsangabe 24) 1.025,0 1.025,0
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten (siehe Anhangsangabe 15) 2,2 2,2
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 5,0 5,0
Gesamt 1.154,2 1.154,2
2020/€ Mio. Zu fortgeführten Anschaffungskosten Gesamt
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten, exklusive Verbindlichkeiten für Steuern und Sozialversicherungsbeiträge und passive Rechnungsabgrenzungen (siehe Anhangsangabe 14) 95,6 95,6
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen (siehe Anhangsangabe 24) 897,2 897,2
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten (siehe Anhangsangabe 15) 2,2 2,2
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 2,9 2,9
Gesamt 997,9 997,9

Der Zeitwert der zu fortgeführten Anschaffungskosten gehaltenen Finanzinstrumente entspricht in etwa den ausgewiesenen Buchwerten.

(b) Bewertung zum beizulegenden Zeitwert

Finanzinstrumente, welche in der Konzernbilanz zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden oder deren beizulegender Zeitwert im Konzernanhang ausgewiesen wurde, erfordern die Erläuterung der Fair Value-Bewertungen nach Ebenen, basierend auf der folgenden Fair-Value-Bewertungshierarchie:

Ebene 1 - börsennotierte Preise (unbereinigt) auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten;

Ebene 2 - Bewertungsparameter, bei den es sich nicht um die in Ebene 1 berücksichtigten börsennotierten Preise handelt, die sich aber für Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten entweder direkt (als Preise) oder indirekt (von Preisen abgeleitet) beobachten lassen sowie

Ebene 3 - Bewertungsparameter für Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren (nicht beobachtbare Bewertungsparameter).

Der Konzern hält keine Finanzinstrumente, die als Finanzinstrumente der Ebene 3 qualifiziert werden.

Es erfolgten im abgelaufenen Geschäftsjahr auch keine Umgliederungen von Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten zwischen Ebenen der Fair-Value-Bewertungshierarchie.

Die beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten, die nicht auf einem aktiven Markt gehandelt werden (z.B. Freihandelsderivate), werden mit Hilfe von Standardbewertungsverfahren bestimmt. Diese Bewertungsverfahren maximieren die Verwendung von beobachtbaren Marktdaten, sofern diese verfügbar sind, und verlassen sich so wenig wie möglich auf konzernspezifische Schätzungen.

Bewertungsmethoden, die zur Bewertung von Finanzinstrumenten verwendet werden, beinhalten:

die beizulegenden Zeitwerte von Zinsswaps und Devisengeschäften werden als Barwerte der erwarteten zukünftigen Cashflows basierend auf beobachtbaren Renditekurven und Devisenkursen berechnet;

die Zeitwertbewertung der Rohstoffpreisderivate des Konzerns erfolgt durch unabhängige Dritte, welche die beizulegenden Zeitwerte als Barwert der erwarteten zukünftigen Cashflows basierend auf beobachtbaren Marktdaten berechnen; und

andere Methoden, einschließlich Abzinsung von Cashflows, werden zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte anderer Finanzinstrumente verwendet.

(c) Finanzrisikomanagement

Marktrisiko

Der Konzern ist im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit hauptsächlich Währungs- und Zinsrisiken ausgesetzt. Beide Risiken werden regelmäßig aktiv überwacht und dem Währungsrisiko wird durch Verwendung von Fremdwährungsverträgen - sofern angemessen - begegnet. Obwohl die Cashflows des Konzerns einer Veränderung in den wesentlichen Einkaufs- und Verkaufspreisen ausgesetzt sind, stellen derartige Veränderungen für den Konzern ein inhärentes Geschäftsrisiko anstatt einem finanziellen Risiko dar.

Währungsrisiko

Der Konzern operiert weltweit und ist im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit einem Währungsrisiko ausgesetzt. Diverse Währungsrisiken entstehen aus Transaktionen in Fremdwährung, aus auf Fremdwährung lautende finanzielle Vermögenswerte und Finanzverbindlichkeiten (monetäre Posten) und aus dem Umrechnungsrisiko für Nettoinvestitionen in ausländische Unternehmen.

Fremdwährungsverträge

Die Finanzpolitik des Konzerns sieht vor, dass Tochtergesellschaften Währungsumrechnungsrisiken bezüglich ihrer funktionalen Währungen aktiv durch Abschluss von Fremdwährungsverträgen begegnen. Jede Tochtergesellschaft schließt Fremdwährungsverträge mit Mondi Finance plc (Finanzunternehmen der weltweiten Mondi-Gruppe) oder Dritten ab - je nach dem, was wirtschaftlich angemessener ist - und verbucht diese.

Nur wesentliche Bilanzrisiken und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende, erwartete Investitionszahlungen werden abgesichert.

Fremdwährungs-Sensitivitätsanalyse

Zu den Bilanzstichtagen wurde eine Fremdwährungsrisikosensitivitätsanalyse bezüglich den finanziellen Vermögenswerten und Finanzverbindlichkeiten des Konzerns innewohnenden Fremdwährungsrisiken unter Berücksichtigung der damit in Beziehung stehenden Fremdwährungsverträge durchgeführt. Die Sensitivitätsanalyse gibt einen Hinweis auf die Auswirkungen einer möglichen Änderung von Fremdwährungsrisiken im Zusammenhang mit den funktionalen Währungen der Tochtergesellschaften auf die ausgewiesenen Erträge. Des Weiteren gibt sie einen Anhaltspunkt, wie sich mögliche Änderungen der Fremdwährungskurse - als Folge von Zeitwertanpassungen auf Fremdwährungsverträge, die als Cashflow-Hedge qualifiziert sind - auf das Eigenkapital des Konzerns auswirken. Mögliche Änderungen basieren auf einer Analyse der historischen Währungsvolatilität sowie auf Annahmen bezüglich der nahen zukünftigen Volatilität.

Netto monetäres Fremdwährungsrisikopotential nach funktionalen Währungszonen

Netto monetäres Fremd-Vermögenswerte / währungsrisikopotential - (Verbindlichkeiten) 1
2021 2020
€ Mio. EUR Sonstige EUR Sonstige
Funktionale Währungszonen 2
Chinesischer Yuan (0,1) - 0,8 0,1
Polnischer Zloty 3,7 - 12,4 -
Russischer Rubel (4,7) - 1,7 -
Sonstige (3,7) (0,7) 5,4 (1,7)

Hinweis:

1 Ausgewiesen in Euro, der Berichtswährung des Konzerns.
2 Das netto monetäre Risikopotential entspricht den finanziellen Vermögenswerten abzüglich Finanzverbindlichkeiten in anderen Währungen als der jeweiligen funktionalen Währung, bereinigt um Effekte aus der Fremdwährungsrisikosicherung, ausschließlich Cashflow-Hedging von nichtmonetären Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.

Auswirkung von möglichen Fremdwährungsumrechnungskursänderungen

Der Konzern hält die Annahme einer 5%igen Aufwertung bzw. Abwertung der funktionalen Währung für jedes Funktional- zu Fremdwährungsrisikopotential für angemessen. Sofern alle anderen Variablen konstant gehalten werden, stellt die nachstehende Tabelle die Auswirkungen auf die Konzerngewinn- und Verlustrechnung dar, falls diese Fremdwährungskursänderungen eintreten.

Erträge / (Aufwand)
2021 2020
€ Mio. +5% -5% +5% -5%
Funktionale Währungszonen
Chinesischer Yuan - - 0,04 (0,04)
Polnischer Zloty 0,19 (0,19) 0,62 (0,62)
Russischer Rubel 0,23 (0,23) 0,08 (0,08)
Sonstige 0,22 (0,22) 0,19 (0,19)

Die entsprechenden Zeitwertauswirkungen auf das Konzerneigenkapital, die aus der Anwendung dieser möglichen Wechselkursänderungen bei der Bewertung der Fremdwährungsverträge, die als Cashflow-Hedges qualifiziert werden, wäre €0,0 Mio. (2020: €0,0 Mio.) gewesen. Es wurde unterstellt, dass Zeitwertänderungen der als Cashflow-Hedge für nichtmonetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten designierte Fremdwährungsverträge, vollständig im Eigenkapital erfasst werden und dass alle anderen Variablen konstant bleiben.

Zinsrisiko

Der Konzern hält Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die variabel verzinst sind, und hat variabel und festverzinsliche Finanzverbindlichkeiten. Folglich ist der Konzern einem Zinsrisiko ausgesetzt. Obwohl der Konzern festverzinsliche Finanzverbindlichkeiten hat, schreiben die Bilanzierungsrichtlinien des Konzerns vor, dass alle verzinslichen Finanzverbindlichkeiten zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten angesetzt werden. Daher ist der Buchwert der festverzinslichen Finanzverbindlichkeiten nicht für Änderungen in den Kreditbedingungen auf den jeweiligen Fremdkapitalmärkten anfällig und es besteht kein Zeitwertzinsrisiko.

Verwaltung Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände und Sichteinlagen sowie kurzfristige, höchst liquide Beteiligungen mit einer Laufzeit von maximal drei Monaten. Es bestehen zentrale Cashpooling-Vereinbarungen der Konzernunternehmen mit der Mondi Finance plc, die sicherstellen, dass Zahlungsmittel so effizient wie möglich zur laufenden Deckung des Working Capital der operativen Einheiten des Konzerns genutzt werden, und um zu gewährleisten, dass der Konzern die vorteilhaftesten verfügbaren Zinssätze lukriert.

Verwaltung variabel verzinslicher Finanzverbindlichkeiten

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des Konzerns dienen als ,natural hedge' von Veränderungen der relevanten Interbankdarlehenszinsraten auf seine variabel verzinslichen Finanzverbindlichkeiten soweit Zinssatzdifferenzen zwischen den Guthabens- und Darlehenszinssätzen des Konzerns bestehen.

Sensitivitätsanalyse der variabel verzinslichen Nettoschulden

Das Risiko aus variabel verzinslichen Nettoschulden spiegelt die variabel verzinslichen Finanzverbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wider. Mögliche Zinssatzänderungen wurden auf das Nettorisikopotential aus variabler Verzinsung pro Währung angewandt, um einen Hinweis auf die mögliche Auswirkung auf die Konzerngewinn- und Verlustrechnung zu geben.

Zinssatzrisikosensitivität bezüglich variabel verzinslicher Finanzverbindlichkeiten

Zinsrisiko
2021 2020
€ Mio. EUR Sonstige Gesamt EUR Sonstige Gesamt
Verzinsliche Verbindlichkeiten 2,2 - 2,2 2,2 - 2,2
Abzüglich:
Festverzinsliche Verbindlichkeiten (2,2) - (2,2) (2,2) - (2,2)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (0,4) (3,1) (3,5) (0,6) (2,1) (2,7)
Variabel verzinsliche Nettoschulden (0,4) (3,1) (3,5) (0,6) (2,1) (2,7)
Zuzüglich:
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen, nach Abzug von Zahlungsmittel bei nahestehenden Unternehmen 850,9 4,5 855,4 827,5 (0,5) 827,0
Variabel verzinsliche Nettoschulden - Gesamt 850,5 1,4 851,9 826,9 (2,6) 824,3

Der Konzern hatte zum 31. Dezember 2021 sowie im Vorjahr keine ausstehenden Zinsswaps.

Die mögliche Auswirkung auf das Konzerneigenkapital, die aus der Anwendung von +/- 50-Basispunkten auf das variable Zinssatzrisiko (inklusive Finanzverbindlichkeiten bei der Mondi Finance plc) resultiert, würde €4,3 Mio. (2020: €4,1 Mio.) betragen und hinsichtlich der als Cashflow-Hedges qualifizierten Zinsswaps zum 31. Dezember 2021 €0,0 Mio. (2020: €0,0 Mio.).

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko des Konzerns ist im Wesentlichen auf das Risiko begrenzt, dass Kunden hinsichtlich ausgestellter Verkaufsrechnungen in Verzug geraten. Das Kreditrisiko des Konzerns aus dessen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die damit verbundenen Risikomanagementtechniken, die der Konzern anwendet, um dieses Risiko zu minimieren, werden in Anhangsangabe 13 behandelt.

Diverse Konzernunternehmen haben außerdem bestimmte finanzielle Garantien gegenüber externen Dritten übernommen, um wettbewerbsfähige Finanzierungssätze für bestimmte Schuldvereinbarungen, die von anderen Konzernunternehmen abgeschlossen wurden, zu erreichen. Keine dieser finanziellen Garantien verpflichtet den Konzern vertraglich, mehr als die ausgewiesenen Finanzverbindlichkeiten der betroffenen Rechtsträger zu zahlen. Folglich spielen die Verträge über die finanziellen Garantien keine Rolle im Kreditrisikoprofil des Konzerns als Ganzes.

Der Konzern geht vertragliche Vereinbarungen hinsichtlich Finanzderivate nur mit der Mondi Finance plc oder Banken mit ,investment grade credit rating' ein.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass der Konzern Schwierigkeiten bei der Erfüllung seiner Verpflichtungen gegenüber Gläubigern bei Fälligkeit von finanziellen Verbindlichkeiten haben könnte. Der Konzern minimiert das Liquiditätsrisiko, indem er angemessene und nachträglich überprüfte Annahmen für die Prognose der künftigen Zahlungsmittelgenierungsfähigkeit und Working Capital-Erfordernisse der Geschäftsbereiche trifft und indem er ausreichende Rücklagen sowie Konzernfinanzierungen und andere Kreditlinien in angemessener Höhe hält.

Die prognostizierte Liquidität entspricht den erwarteten Zahlungseingängen des Konzerns, die in der Regel aus Verkäufen an Kunden erwirtschaftet werden, abzüglich erwarteter Zahlungsausgänge, hauptsächlich im Zusammenhang mit Zahlungen an Mitarbeiter, Lieferantenzahlungen und Tilgungen von verzinslichen Finanzverbindlichkeiten (inklusive Finanzierungsleasingverbindlichkeiten) samt Zahlung für darauf entfallende Zinsen. Der Abgleich dieser Zahlungseingänge und -ausgänge beruht auf den erwarteten Fälligkeitsprofilen der zugrunde liegenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte und Finanzverbindlichkeiten werden im Wesentlichen durch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bzw. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen des Konzerns widergespiegelt. Der Abgleich der Zahlungsflüsse aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgt typischerweise über einen Zeitraum von drei bis vier Monaten nach der Erfassung in der Konzernbilanz und wird aktiv verwaltet, um die laufende betriebliche Liquidität des Konzerns sicherzustellen.

Zahlungsausgänge für Finanzierungen können naturgemäß längerfristig sein. Der Konzern hält keine langfristigen finanziellen Vermögenswerte zur Abdeckung solcher Finanzierungen, sondern investiert maßgeblich in langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte, welche die nachhaltigen künftigen Zahlungseingänge (abzüglich zukünftigem Investitionsbedarf) zur Bedienung und Tilgung der verzinslichen Finanzverbindlichkeiten des Konzerns generieren.

Analyse der vertraglichen Restlaufzeiten

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die wichtigste Kategorie der nichtderivativen finanziellen Vermögenswerte werden von den Kunden brutto ausgeglichen.

Die nachstehende Tabelle zeigt die vertraglichen Restlaufzeiten der nicht-derivativen Finanzverbindlichkeiten des Konzerns. Die dargestellte Analyse basiert auf nicht abgezinsten, vertraglichen Fälligkeiten der Finanzverbindlichkeiten des Konzerns, einschließlich anfallender Zinsen. Ausgenommen sind jene Finanzverbindlichkeiten, bei welchen der Konzern berechtigt ist und die Absicht hat, diese oder einen Teil davon vor der vertraglichen Fälligkeit zu tilgen. Unverzinsliche Finanzverbindlichkeiten, die innerhalb von weniger als 12 Monaten zur Tilgung fällig werden, entsprechen ihren Buchwerten, da die Abweichung des Zeitwertes über diese kurze Laufzeit unwesentlich ist.

Fälligkeitsprofil der ausstehenden Finanzverbindlichkeiten

2021 / € Mio. < 1 Jahr 1-2 Jahre 2-5 Jahre Gesamt 1
Verzinsliche Verbindlichkeiten (einschließlich Zinsen, abzüglich amortisierter Kosten und Disagio) (siehe Anhangsangabe 15) 1,2 0,7 0,3 2,2
Verzinsliche Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen (siehe Anhangsangabe 24) 158,2 377,1 458,0 993,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten, exklusive Verbindlichkeiten für Steuern und Sozialversicherungsbeiträge (siehe Anhangsangabe 14) 151,4 - - 151,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber nahestehenden Unternehmen (siehe Anhangsangabe 24) 31,6 - - 31,6
Nicht abgezinste Cashflows - Gesamt 342,4 377,8 458,3 1.178,5
2020/€ Mio. < 1 Jahr 1-2 Jahre 2-5 Jahre Gesamt 1
Verzinsliche Verbindlichkeiten (einschließlich Zinsen, abzüglich amortisierter Kosten und Disagio) (siehe Anhangsangabe 15) 1,0 0,8 0,4 2,2
Verzinsliche Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen (siehe Anhangsangabe 24) 72,2 368,8 436,3 877,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten, exklusive Verbindlichkeiten für Steuern und Sozialversicherungsbeiträge (siehe Anhangsangabe 14) 123,5 - - 123,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber nahestehenden Unternehmen (siehe Anhangsangabe 24) 19,6 - - 19,6
Nicht abgezinste Cashflows - Gesamt 216,3 369,6 436,7 1.022,6

Hinweis:

1 Es wurde angenommen, dass sich die zum Bilanzstichtag geltenden Zinsen und Währungsumrechnungskurse für künftige Cashflows über die verbleibenden Zeiträume nicht verändern.

(d) Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente sind zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte werden geeignete Bewertungsmethoden angewandt. Zum 31. Dezember 2021 hat der Konzern derivative Vermögenswerte im Gesamtwert von €0,1 Mio. (2020: €0,0 Mio.) und derivative Verbindlichkeiten im Gesamtwert von €0,1 Mio. (2020: €0,4 Mio.) bilanziert. Alle Positionen sind innerhalb eines Jahres fällig und bestehen gegenüber der Mondi Finance plc.

Der Nominalwert von €16,3 Mio. (2020: €21,0 Mio.) ist der Gesamtnennbetrag aller zum Bilanzstichtag ausstehenden derivativen Finanzinstrumente. Dieser zeigt nicht die vertraglichen künftigen Zahlungsflüsse aus den gehaltenen derivativen Finanzinstrumenten oder deren gegenwärtigen Zeitwert an und gibt daher keinen Aufschluss über das Kredit- und Marktrisiko, dem der Konzern ausgesetzt ist.

24 Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen

Der Konzern und dessen Tochterunternehmen gehen im Rahmen des gewöhnlichen Geschäftsbetriebs diverse Kaufs-, Verkaufs-, Dienstleistungs- und Finanzierungstransaktionen mit nahestehenden Unternehmen ein. Diese Transaktionen werden ausschließlich mit nahestehenden Unternehmen des Mutterunternehmen der Mondi-Gruppe, Mondi plc, getätigt und laufen unter vergleichbaren Bedingungen ab, wie jene, die mit Dritten vereinbart werden. Transaktionen zwischen der Mondi Holding Deutschland GmbH und deren Tochterunternehmen bzw. deren Tochterunternehmen untereinander, die nahestehende Unternehmen sind, wurden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert und werden in folgender Aufstellung nicht angeführt.

€ Mio. 2021 2020
Umsätze gegenüber nahestehenden Unternehmen 39,7 24,1
Einkäufe von nahestehenden Unternehmen 196,7 79,6
Sonstige Erträge gegenüber nahestehenden Unternehmen 13,7 13,8
Sonstige Aufwendungen gegenüber nahestehenden Unternehmen 33,4 30,8
Zinsaufwendungen gegenüber nahestehenden Unternehmen 20,5 23,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen 7,2 6,4
Derivative finanzielle Vermögenswerte bei nahestehenden Unternehmen 0,1 -
Zahlungsmittel bei nahestehenden Unternehmen 1 137,9 50,3
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 993,3 877,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 31,6 19,6
Derivative Finanzverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 0,1 0,4

Hinweis

1 Zahlungsmittel bei nahestehenden Unternehmen enthalten Überziehungen in Höhe von €0,0 Mio. (2020: €0,0 Mio.).

Der Konzern wird als Teil der Mondi-Gruppe durch die Mondi Finance plc finanziert und durch Treasury Services unterstützt.

Per 31. Dezember 2021 bestanden verzinsliche Finanzverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen in Form von Structural loans (langfristige 5-Jahres-Finanzierungsrahmen) mit einer Gesamtausnutzung von €835,1 Mio. (2020: €805,1 Mio.)

Der Konzern nimmt am Cash Pooling der Mondi-Gruppe teil. Die daraus resultierenden Cash Bestände werden beim Cash Pool Master (bei allen Währungen mit Ausnahme Polnischer Zloty die Mondi Finance plc) veranlagt, etwaige kurzfristige Finanzierungen werden vom Cash Pool Master ausgereicht.

Die Gesamtstände des Konzerns per 31. Dezember 2021 umfassen Guthaben bei Mondi Finance plc in Höhe von €137,9 Mio. (2020: €48,2 Mio.) bzw. kurzfristige Finanzierungen durch Mondi Finance plc in Höhe von €153,7 Mio. (2020: €70,6 Mio.) und durch Mondi Świecie SA in Höhe von €4,5 Mio. (2020: €1,6 Mio.).

Die Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen (insbesondere Geschäftsführer der wesentlichen Konzernunternehmen) sind grundsätzlich nicht in den Konzerngesellschaften der Mondi Holding Deutschland GmbH, sondern bei der Mondi AG, Wien, Österreich, angestellt. Die Aufwendungen für die Geschäftsführung werden von der Mondi AG weiterbelastet und sind in den sonstigen Aufwendungen mit nahestehenden Unternehmen enthalten.

25 Konzerngesellschaften

Die Tochtergesellschaften des Konzerns zu den Bilanzstichtagen sind nachstehend aufgeführt, All diese Beteiligungen sind im Jahresabschluss des Konzerns zusammengefasst und konsolidiert. Die unten angeführten Gesellschaften mit Sitz in Deutschland nehmen die Erleichterungen des § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch.

Kapitalanteil und Stimmrechtsverhältnis
Tochterunternehmen Land 2021 2020
Mondi Consumer Packaging International GmbH Greven, Deutschland 100,00 100,00
Mondi Gronau GmbH Gronau, Deutschland 100,00 100,00
Mondi (China) Film Technology Co. Ltd. Taicang, China 100,00 100,00
Mondi Halle GmbH Halle, Deutschland 100,00 100,00
Mondi Szada Kft. Szada, Ungarn 100,00 100,00
Mondi Poznań Sp. z o.o. Dopiewo, Polen 100,00 100,00
LLC Mondi Pereslavl Pereslav, Russland 100,00 100,00
Mondi Inncoat GmbH Raubling, Deutschland 89,99 89,99
Mondi Minneapolis, Inc. Minnesota, USA 89,99 89,99
Mondi Lindlar GmbH 1 Lindlar, Deutschland n/a 89,99
Mondi Ascania GmbH Aschersleben, Deutschland 100,00 100,00
Mondi Hammelburg GmbH Hammelburg, Deutschland 89,99 89,99
Mondi Trebsen GmbH Trebsen, Deutschland 89,99 89,99
Mondi Sendenhorst GmbH Sendenhorst, Deutschland 89,99 89,99
Mondi Warszawa Sp. z o.o. Mszczonów, Polen 100,00 100,00
Mondi Eschenbach GmbH Eschenbach, Deutschland 100,00 100,00
Mondi Bad Rappenau GmbH Bad Rappenau, Deutschland 100,00 100,00
Mondi Wellpappe Ansbach GmbH Ansbach, Deutschland 100,00 100,00
Mondi Estonteco GmbH Gronau, Deutschland 100,00 0,00

Hinweis:

1 Mondi Lindlar GmbH wurde mit Wirkung 1. Januar 2021 in die Mondi Holding Deutschland GmbH verschmolzen.

Diese Unternehmen operieren hauptsächlich in den Ländern, in denen sie errichtet sind.

Es bestehen keine Joint Ventures oder assoziierten Unternehmen innerhalb des Konzerns.

Einzelheiten zu den nicht zu 100 % gehaltenen Tochterunternehmen

Beteiligungs- und Stimmrechtsverhältnisse von nicht beherrschenden Anteilen Nicht beherrschenden Anteilen zurechenbarer Jahresüberschuss Nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Eigenkapital
Tochterunternehmen Land 2021 2020 2021 2020 2021 2020
Mondi Inncoat GmbH Deutschland 10,01 10,01 0,9 0,6 2,1 1,8
Mondi Minneapolis, Inc. USA 10,01 10,01 - - 0,1 0,1
Mondi Lindlar GmbH 1 Deutschland - 10,01 - - - 0,4
Mondi Hammelburg GmbH Deutschland 10,01 10,01 0,1 0,2 1,3 1,3
Mondi Trebsen GmbH Deutschland 10,01 10,01 0,4 0,5 1,7 1,9
Mondi Sendenhorst GmbH Deutschland 10,01 10,01 0,1 - 0,6 0,5
Gesamt 1,5 1,3 5,8 6,0

Hinweis:

1 Mondi Lindlar GmbH wurde mit Wirkung 1. Januar 2021 in die Mondi Holding Deutschland GmbH verschmolzen.

Nachfolgend sind die zusammengefassten Finanzdaten der nicht zu 100 % gehaltenen Tochterunternehmen angeführt:

€ Mio. 2021 2020
Bilanz
Langfristiges Vermögen 52,6 53,6
Kurzfristiges Vermögen 76,2 73,2
Kurzfristige Verbindlichkeiten (49,3) (44,2)
Langfristige Verbindlichkeiten (13,9) (15,0)
Nettovermögen 65,6 67,6
Nicht beherrschenden Anteilen zurechenbar 5,8 12,0
Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbar 59,8 55,6
€ Mio. 2021 2020
Gesamtergebnisrechnung
Konzernumsätze 210,0 172,6
Betriebskosten (einschließlich Nettofinanzergebnis und Steuern) (195,1) (159,9)
Jahresüberschuss 14,9 12,7
Nicht beherrschenden Anteilen zurechenbar 1,5 2,6
Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbar 13,4 10,1
Gesamtergebnis des Jahres 15,2 12,9
Nicht beherrschenden Anteilen zurechenbar 1,5 1,3
Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbar 13,7 11,6
€ Mio. 2021 2020
Kapitalflussrechnung
Nettozufluss liquider Mittel aus Betriebstätigkeit 11,4 20,0
Nettoablfuss liquider Mittel für Investitionstätigkeit (10,2) (7,2)
Nettoabfluss liquider Mittel aus Finanzierungstätigkeit (9,6) (13,9)
Nettoabfluss liquider Mittel (8,4) (1,1)

Die zusammengefassten Finanzdaten basieren auf Angaben vor Eliminierung von Konzernbeziehungen.

26 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag ist folgendes Ereignis von besonderer Bedeutung eingetreten:

Am 16. Februar 2022 vereinbarte der Konzern ihre gesamte Sparte Hygienekomponente und Release Liner an die Nitto Denko Corporation für einen Unternehmenswert in Höhe von €615 Mio. zu verkaufen. Der Verkauf ermöglicht dem Konzern eine Vereinfachung des Produktportfolios und einen stärkeren Fokus auf das Kerngeschäft Verpackung und Papier und damit im Bereich nachhaltiger Verpackungen weiter zu wachsen.

 

Auf Basis der Kriterien in IFRS 5 - Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche - beurteilte der Konzern, ob die betroffenen Vermögenswerte und Schulden (die Veräußerungsgruppe) zum 31. Dezember 2021 als zur Veräußerung gehalten zu klassifizieren waren. Dazu müsste sich die Veräußerungsgruppe zu diesem Zeitpunkt in einem verkaufsfähigen Zustand befinden und ein Verkauf hoch wahrscheinlich sein. In Anbetracht dessen, dass sich die Gespräche mit potenziellen Käufern zu diesem Zeitpunkt noch in einem frühen Stadium befanden, eine Reihe von offener Fragen mit Interessenvertretern geklärt werden mussten, der Umfang der Transaktion ungewiss war und ein Verkauf zum 31. Dezember 2021 als nicht sehr wahrscheinlich angesehen wurde, kam der Konzern zu dem Schluss, dass die Kriterien für die Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten zum 31. Dezember 2021 nicht erfüllt waren. Die Transaktion unterliegt noch der Wettbewerbsfreigabe und anderen üblichen Abschlussbedingungen, wobei der Abschluss in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 erwartet wird. Ferner wird erwartet, dass bei Verkaufsabschluss ein Veräußerungsgewinn erzielt wird.

Der Russland-Ukraine Konflikt kann Auswirkungen auf die zukünftige Geschäftsentwicklung haben. Eine verlässliche Abschätzung der Auswirkungen für den zukünftigen Ansatz und die zukünftige Bewertung wesentlicher Abschlussposten basierend auf dem aktuellen Konflikt kann im Einzelnen nicht abgegeben werden. Der Konzern beobachtet und analysiert weiterhin die Situation in der Ukraine, sowie die Reaktionen der internationalen Regierungen und die damit verbundenen möglichen Auswirkungen auf den Konzern. Im Geschäftsjahr 2021 betrugen die Umsatzerlöse in der Region Russland rund 3% der Konzernumsatzerlöse. Die Vermögenswerte des Konzerns in Russland betrugen zum 31. Dezember 2021 rund 2% der Konzernbilanzsumme

27 Bilanzierungsgrundsätze

Grundlage für die Konsolidierung

Der Konzernabschluss umfasst Vermögenswerte, Schulden, Erträge. Aufwendungen und Cashflows der Mondi Holding Deutschland GmbH und deren Tochterunternehmen zum 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres. Sämtliche konzerninternen Salden und Transaktionen wurden eliminiert.

Tochterunternehmen

Tochterunternehmen sind vom Konzern beherrschte Unternehmen. Beherrschung liegt dann vor, wenn der Konzern variablen Erträgen aus seiner Beteiligung an diesem Rechtsträger ausgesetzt ist bzw. hierauf Anspruch hat und diese Erträge durch seine Verfügungsmacht über diesen Rechtsträger beeinflussen kann.

Die Ergebnisse der in den ausgewiesenen Jahren erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen sind in der zusammengefassten Konzerngewinn- und Verlustrechnung ab dem Wirksamkeitszeitpunkt des Übergangs der Kontrolle bzw. bis zum Wirksamkeitszeitpunkt der Veräußerung enthalten.

Nicht beherrschende Anteile

Nicht beherrschende Anteile wurden im Rahmen der Erstbilanzierung mit ihrem entsprechenden Anteil am identifizierbaren Nettovermögen des erworbenen Unternehmens bewertet.

Nach der Erstbilanzierung werden nicht beherrschende Anteile als Summe des Werts bei Erstbilanzierung und den nachfolgenden Gewinn- und Verlustanteilen angesetzt. Änderungen in den Anteilen des Konzerns an Tochterunternehmen, die zu keiner Veränderung in den Kontrollverhältnissen führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert. Sämtliche Differenzen zwischen dem Betrag der Anpassung der nicht beherrschenden Anteile und dem beizulegenden Zeitwert der vereinbarten Gegenleistung werden unmittelbar im Eigenkapital erfasst und den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zugewiesen.

Umsatzerlöse

Verkauf von Waren

Umsätze werden aus dem Verkauf von Waren generiert und zum Transaktionspreis bewertet. Der Transkationspreis entspricht dem Betrag der erwartungsgemäß vom Kunden für die Übertragung der Waren zu empfangenen Gegenleistung, soweit es wahrscheinlich ist, dass keine wesentliche nachträgliche Korrektur der kumulativ erfassten Umsatzerlöse stattfindet, nach Abzug von Preisnachlässen. Mengenrabatten, Umsatzsteuer und anderen Verkaufssteuern. Zinseffekte werden vernachlässigt, wenn der erwartete Zeitraum zwischen Warenlieferung und Kundenzahlung nicht mehr als ein Jahr beträgt.

Ein Kunde erlangt Beherrschung über die Waren, wenn das Eigentum und das Versicherungsrisiko auf den Kunden übergegangen sind. Dies erfolgt in der Regel, wenn die Waren zum vertraglich vereinbarten Ort verbracht wurden.

Kosten, die zur Erlangung eines Vertrags angefallen sind, werden sofort als Aufwand in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn der abgeschlossene Vertrag eine erwartete Laufzeit von nicht mehr als einem Jahr hat. Andernfalls werden die Vertragskosten als Vermögenswert aktiviert und über die Vertragslaufzeit entsprechend der Art und Weise, wie die zugehörigen Waren auf den Kunden übertragen werden, abgeschrieben.

Sonstige Erträge

Investitionserträge

Zinserträge, die aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, zur Veräußerung verfügbare Finanzanlagen, sowie Darlehen und Forderungen entstehen, werden mit Bezugnahme auf den ausstehenden Nennwert und den anwendbaren effektiven Zinssatz zeitlich proportional abgegrenzt. Investitionserträge werden im Nettofinanzergebnis ausgewiesen.

Goodwill

Goodwill liegt vor, wenn die Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses den beizulegenden Zeitwert des erworbenen identifizierbaren Nettovermögens übersteigen. Goodwill wird in der Folgebewertung mit den Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen angesetzt.

Wertminderung von Goodwill

Goodwill, der bei Unternehmenszusammenschlüssen erworben wurde, wird jenen Gruppen zahlungsmittelgenerierender Einheiten (ZGE) zugeordnet, von denen erwartet wird, dass sie von den Synergien des Zusammenschlusses profitieren. Eine ZGE ist die niedrigste Stufe innerhalb des Konzerns, für die der Goodwill für interne Managementzwecke von den Geschäftsführern überwacht wird. Der erzielbare Betrag der ZGE, dem der Goodwill zugewiesen wurde, wird jährlich zum gleichen Zeitpunkt im Geschäftsjahr auf Wertminderung geprüft oder wenn Ereignisse oder Änderungen der Umstände darauf hindeuten, dass eine Wertminderung vorliegen könnte.

Der erzielbare Betrag einer ZGE ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Die Cashflows für die Berechnung des Nutzungswertes beruhen auf den aktuellen Finanzplänen, die von der Geschäftsführung genehmigt wurden, und umfassen einen Zeitraum von 3 Jahren. Die Umsatzprognosen und voraussichtlichen Kosten berücksichtigen dabei die jeweiligen Branchenprognosen für einzelne Produktlinien, Prognosen der Geschäftsführung und Vergangenheitsleistungen sowie veröffentlichten Branchenkapazitätsveränderungen.

Cashflowprognosen über den 3-Jahreszeitraum hinaus basieren auf internen Prognosen der Geschäftsführung. Die Wachstumsraten in den Ländern, in denen der Konzern agiert, werden anhand der veröffentlichten Informationen zum Wachstum des Inlandsprodukts bestimmt.

Der Abzinsungssatz wird als gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten des Konzerns unter Verwendung von veröffentlichten Marktdaten und veröffentlichten Ausleihezinssätzen und bereinigt um Länderrisiken und Steuern bestimmt.

Sämtliche Werteverluste werden in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Abwertungen von Goodwill werden nicht nachträglich aufgeholt.

Sachanlagen

Sachanlagen umfassen Grundstücke und Gebäude, Betriebs- und Geschäftsausstattung und Anlagen in Bau.

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungen erfasst. Grundstücke und Anlagen in Bau werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen bewertet. Die Anschaffungskosten umfassen Kosten für die Vorbereitung des Standorts, den Kaufpreis für den Vermögenswert und unmittelbar zurechenbare Arbeits- und Installationskosten. Fremdkapitalkosten werden für qualifizierte Vermögenswerte angesetzt. Anlauf- und laufende Instandhaltungskosten werden nicht aktiviert.

Der Abschreibungsaufwand wird in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasst und wird so berechnet, dass die Anschaffungskosten der Anlagen über ihre angenommene Nutzungsdauer auf deren geschätzten Restwert abgeschrieben werden. Die Restwerte und Nutzungsdauern werden jährlich überprüft. Die Abschreibung beginnt, wenn sich die Anlage im betriebsbereiten Zustand befindet. Gebäude und Betriebs- und Geschäftsausstattung werden zu unterschiedlichen Sätzen linear über ihre Nutzungsdauer auf ihren Restwert abgeschrieben. Die Nutzungsdauern liegen zwischen drei und 25 Jahren für Betriebs- und Geschäftsausstattung und bis zu höchstens 50 Jahren für Gebäude. Grundstücke und Anlagen in Bau werden nicht abgeschrieben.

Leases

Der Konzern erfasst ein Nutzungsrecht, das das Recht auf die Nutzung des dem Leasingvertrag zugrunde liegenden Vermögenswertes darstellt, sowie eine Schuld aus dem Leasingverhältnis, die die Verpflichtung zu Leasingzahlungen darstellt. Das Nutzungsrecht wird in den Sachanlagen und die Leasingverbindlichkeiten in den verzinslichen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen.

Das Nutzungsrecht wird in der Höhe der Leasingverbindlichkeit zuzüglich etwaiger anfänglicher direkten Kosten, einschließlich Vorauszahlungen, Rückbau- und vergleichbare vertragliche Verpflichtungen, bewertet, Abschreibungen werden aufwandswirksam in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Abschreibungsdauer entspricht der kürzeren aus der Laufzeit des Leasingverhältnisses oder der wirtschaftlichen Nutzungsdauer. Bei der Bemessung der Vertragslaufzeit werden etwaige Verlängerungsoptionen, sofern hinreichend sicher ist, dass diese ausgeübt werden, berücksichtigt. Liegt eine Kaufoption vor, wird der Leasinggegenstand über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben, sofern hinreichend sicher ist, dass diese ausgeübt wird.

Die Leasingverbindlichkeit bemisst sich als der Barwert der zukünfitgen Leasingzahlungen, einschließlich variable Leasingzahlungen, die von einem Index oder einem Kurs abhängen, und Restwertgarantien, sofern hinreichend sicher ist, dass die Kaufoption ausgeübt wird. Abgezinst werden die Zahlungen mit dem dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz, falls dieser verlässlich bestimmt werden kann. Sofern dieser nicht ohne weiteres ermittelt werden kann, wird der Grenzfremdkapitalzinssatz herangezogen. Die Zinszahlungen werden aufwandswirksam in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Zahlungen für Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von einem Jahr oder weniger und für Leasinggegenstände mit geringem Wert werden aufwandswirksam in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasst. Leasinggegenstände mit geringem Wert werden anhand von quantitativen Kriterien beurteilt.

Immaterielle Vermögenswerte und Forschungs- und Entwicklungskosten

Immaterielle Vermögenswerte werden beim Erstansatz in Höhe der Kaufgegenleistung bewertet und linear über deren Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Nutzungsdauern liegen zwischen drei und 10 Jahren und werden mindestens jährlich überprüft.

Ausgaben für Forschungstätigkeiten werden im Jahr ihrer Entstehung aufwandswirksam in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasst. Entwicklungskosten werden nur aktiviert, wenn die Fertigstellung des jeweiligen Vermögenswertes sowohl wirtschaftlich als auch technisch machbar ist. Die aktivierten Entwicklungskosten werden linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Sonstige Entwicklungskosten werden in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst, sobald sie anfallen.

Wertminderung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten, ausgenommen Goodwill

Zu jedem Bilanzstichtag überprüft der Konzern die Buchwerte der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte hinsichtlich Anzeichen einer möglichen Wertminderung. Wenn solche Anzeichen bestehen, wird der erzielbare Wert der Vermögenswerte geschätzt, um den Umfang der Wertminderung zu bestimmen. Wenn der Vermögenswert keine Cashflows generiert, die von anderen Vermögenswerte unabhängig sind, schätzt der Konzern den erzielbaren Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE), zu der der Vermögenswert gehört.

Der erzielbare Betrag des Vermögenswertes oder der ZGE ist der höhere Wert aus dessen Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert, Bei der Bestimmung des Nutzungswerts werden die geschätzten künftigen Cashflows, die vom Vermögenswert generiert werden, auf deren Barwert mit einem Abzinsungssatzes abgezinst, der die gegenwärtigen Marktbewertungen des Geldwerts und die Risiken widerspiegelt, die für den Vermögenswert spezifisch sind, für den die Schätzungen der künftigen Cashflows nicht angepasst worden sind. Falls die Schätzung des erzielbaren Betrags eines Vermögenswerts oder einer ZGE unter deren Buchwert liegt, wird der Buchwert des Vermögenswerts oder der ZGE auf den erzielbaren Wert gemindert und die Wertminderung als Aufwand verbucht. Sofern sich die zugrunde liegenden Umstände insofern ändern, als dass eine vormals bilanzierte Wertminderung bei der Folgebewertung nicht mehr vorliegt, wird der Buchwert des Vermögenswerts oder der ZGE auf den neuen Schätzwert des erzielbaren Betrags erhöht. Diese Wertaufholung ist beschränkt auf die Höhe jenes Buchwertes, der vorliegen würde, wenn die Wertminderung nicht in den Vorjahren für den Vermögenswert erfasst worden wäre. Eine Wertaufholung wird in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.

Vorräte

Vorräte werden zum niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Die Kosten werden nach der FIFO- bzw. nach der gewichteten Durchschnittspreismethode bestimmt. Sie enthalten Materialeinzelkosten sowie ggf. Fertigungseinzelkosten und jene Gemeinkosten, die für die Verbringung der Vorräte zu deren gegenwärtigen Standort oder in deren gegenwärtigen Zustand entstanden sind. Der Nettoveräußerungswert wird als der Veräußerungspreis abzüglich geschätzter Veräußerungskosten definiert.

Pensionsleistungen

Der Konzern unterhält leistungsorientierte und beitragsorientierte Pensionspläne für die Mehrheit seiner Mitarbeiter.

Beitragsorientierte Pläne

Bei den beitragsorientierten Plänen entspricht der in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung als Aufwand gebuchte Betrag den im Berichtszeitraum gezahlten oder zu zahlenden Beiträgen.

Leistungsorientierte Pläne

Bei den leistungsorientierten Plänen erfolgen versicherungsmathematische Bewertungen zum Ende jedes Geschäftsjahrs mit Hilfe der Projected-Unit-Credit-Methode. Der durchschnittliche Zinssatz für die Planverbindlichkeiten basiert auf Unternehmensanleihen mit einem AA-Rating oder ähnlichen Staatsanleihen von angemessener Dauer und Währung. Planvermögen wird unter Verwendung der Marktwerte zum Ende jedes Berichtszeitraums bewertet.

Die Nettopensionsverbindlichkeit, die in der Konzernbilanz erfasst wird, entspricht dem Barwert der leistungsorientierten Verbindlichkeit gemindert um den Zeitwert des Planvermögens. Nettopensionsguthaben, die aus dieser Berechnung resultieren, beschränken sich auf eine Vermögensdeckelung, die dem Barwert eines wirtschaftlichen Vorteils in Form von Erstattungen aus dem Plan oder Minderungen von künftigen Beiträgen in die jeweiligen Pläne des Konzerns entspricht.

Eine Erhöhung des Barwerts der Planverbindlichkeiten, die aus den Diensten des Mitarbeiters während des Jahres erwartet wird, wird als Dienstzeitaufwand im Betriebsergebnis erfasst. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand, der sich aus Planänderungen oder -kürzungen ergibt, und Gewinne oder Verluste aus Ausgleichszahlungen werden ebenfalls im Betriebsergebnis verbucht. Ein Nettofinanzergebnis bzw. -ertrag wird durch Anwendung des Abzinsungssatzes abhängig vom Plan auf die Nettopensionsverbindlichkeit oder das Nettopensionsguthaben berechnet und im Nettofinanzaufwand in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Neubewertungen, welche versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, den Effekt aus der Vermögensdeckelung und die Rendite auf das Planvermögen umfassen, werden - abzüglich latenter Steuern - als Aufwand bzw. Ertrag im sonstigen Ergebnis jenes Berichtszeitraumes verbucht, in dem sie entstehen. Neubewertungen, die in den sonstigen Erträgen erfasst werden, werden nicht in die Konzerngewinn- und Verlustrechnung umgegliedert (,recycelt'), jedoch können diese Beträge innerhalb des Eigenkapitals umgebucht werden.

Steuern

Der Steueraufwand entspricht der Summe aus dem tatsächlichen Steueraufwand und der Veränderung der latenten Steuern.

Tatsächliche Steuern

Tatsächliche Steuern sind die erwartete Steuerschuld oder Steuerforderung basierend auf dem steuerbaren Jahresergebnis. Der Betrag des Steuerguthabens bzw. der Steuerschuld des Konzerns wird unter Verwendung von Steuersätzen berechnet, die bis zum Abschlussstichtag in Kraft getreten oder materiell-rechtlich in Kraft getreten sind.

Latente Steuern

Latente Steuern werden im Hinblick auf temporäre Differenzen zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden für Konzernrechnungslegungszwecke und den verwendeten Beträgen für steuerliche Zwecke nach der Verbindlichkeitsmethode erfasst. Passive latente Steuern werden grundsätzlich für sämtliche steuerbaren temporären Differenzen bilanziert. Aktive latente Steuern werden hingegen nur insofern bilanziert, als wahrscheinlich ist, dass steuerbare Gewinne verfügbar sein werden, mit denen abzugsfähige temporäre Differenzen verrechnet werden können. Latente Steuern werden nicht bilanziert, wenn die temporären Differenzen aus der Ersterfassung von Goodwill oder der Ersterfassung von anderen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten - ausgenommen im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses - bei einer Transaktion erfolgen, die weder den steuerlichen noch den buchhalterischen Gewinn beeinflusst.

Passive latente Steuern werden für steuerbare temporäre Differenzen gebildet, die auf Beteiligungen in Tochterunternehmen und nahestehenden Unternehmen entstehen, ausgenommen in den Fällen, in denen der Konzern die Auflösung der temporären Differenz kontrollieren kann und es wahrscheinlich ist, dass die temporäre Differenz in der absehbaren Zukunft nicht umgekehrt wird.

Der Buchwert der aktiven latenten Steuern wird zu jedem Abschlussstichtag überprüft. Der Buchwert wird in dem Umfang gemindert, in dem es nicht länger wahrscheinlich ist, dass ausreichend steuerbare Gewinne zur Verfügung stehen werden, um den gesamten oder einen Teil des Vermögenswerts innerhalb eines angemessenen Zeitraums zu realisieren. Analog wird der Buchwert in dem Umfang erhöht, in dem es wahrscheinlich ist, dass künftig ausreichend steuerbare Gewinne zur Verfügung stehen werden, um den gesamten oder einen Teil der aktiven latenten Steuern innerhalb eines angemessenen Zeitraums zu realisieren.

Latente Steuern werden zu den Steuersätzen berechnet, von denen erwartet wird, dass sie in dem Jahr, in dem die Verbindlichkeit beglichen oder der Vermögenswert realisiert wird, Anwendung finden. Latente Steuern werden in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung als Aufwand bzw. Ertrag gebucht, ausgenommen in den Fällen, in denen sich diese auf Positionen beziehen, die unmittelbar im sonstigen Ergebnis als Aufwand oder Ertrag erfasst und im Eigenkapital akkumuliert werden; in diesen Fällen wird die latente Steuer ebenfalls direkt im sonstigen Ergebnis verbucht und im Eigenkapital akkumuliert.

Aktive und passive latente Steuern werden verrechnet, wenn sie Ertragsteuern betreffen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden, und der Konzern beabsichtigt, seine Steuerguthaben und -verbindlichkeiten netto zu begleichen.

Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern eine gegenwärtige Verpflichtung aufgrund eines Ereignisses in der Vergangenheit hat. Rückstellungen werden nach bestmöglicher Schätzung der Geschäftsführung in Höhe des Aufwands bewertet, der zur Erfüllung der Verpflichtung zum Abschlussstichtag erforderlich ist und auf den Barwert gemindert, wenn der Effekt der Abzinsung wesentlich ist.

Zuschüsse

Zuschüsse werden bilanziert, wenn das Recht auf Erhalt solcher Zuschüsse entstanden ist und als passivisch abgegrenzte Erträge behandelt. Sie werden systematisch erfolgswirksam in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasst, entweder über die Nutzungsdauer der Vermögenswerte, für die sie gewährt wurden, oder über den Zeitraum, in welchem die Kosten, zu deren Kompensation sie bestimmt sind, anfallen.

Fremdwährungstransaktionen und -umrechnung

Fremdwährungstransaktionen

Fremdwährungstransaktionen werden in deren funktionaler Währung zu den zum Transaktionszeitpunkt geltenden Umrechnungskursen erfasst. Zu jedem Abschlussstichtag werden monetäre Aktiva und Passiva, die auf ausländische Währung lauten, zu den Kursen umgerechnet, die am Bilanzstichtag gelten. Währungsgewinne bzw. -verluste sind in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung enthalten und werden entweder im Betriebsergebnis oder im Nettofinanzergebnis erfasst, je nach der Art des monetären Postens, aufgrund dessen sie entstehen.

Umrechnung von ausländischen Unternehmen

Aktiva und Passiva ausländischer Konzernunternehmen werden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag in die Berichtswährung des Konzerns umgerechnet, Ertrags- und Aufwandspositionen werden zu den durchschnittlichen Kursen des Monats umgerechnet, wenn diese den Kursen zu den Zeitpunkten der zugrunde liegenden Transaktionen in etwa entsprechen. Gegebenenfalls entstehende Währungsumrechnungsdifferenzen werden unmittelbar im sonstigen Ergebnis erfasst und im Eigenkapital abgegrenzt. Diese Währungsumrechnungsdifferenzen werden nur bei Veräußerung oder teilweiser Veräußerung der ausländischen Unternehmung in die Konzerngewinn- und Verlustrechnung umgegliedert ('recycelt').

Finanzinstrumente

Finanzielle Vermögenswerte und Finanzverbindlichkeiten werden in der Konzernbilanz erfasst, wenn der Konzern Partei der vertraglichen Bestimmungen des Finanzinstruments wird. Dies geschieht zum Erfüllungstag.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden erstmals mit ihrem beizulegenden Zeitwert zuzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten bewertet. Transaktionskosten im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden sofort erfolgswirksam in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Finanzanlageninvestitionen

Anlagen - ausgenommen Beteiligungen an Tochterunternehmen und nahestehenden Unternehmen - werden entweder als erfolgswirksam zum Fair Value bewertet oder zu fortgeführten Anschaffungskosten qualifiziert.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente enthalten Kassenbestände und Sichteinlagen sowie kurzfristige, höchst liquide Beteiligungen mit einer Laufzeit von maximal drei Monaten, die zur Umwandlung in einen feststehenden Betrag an Barmitteln bereitstehen und einem unwesentlichen Wertveränderungsrisiko ausgesetzt sind. Banküberziehungen sind in den kurzfristigen verzinslichen Finanzverbindlichkeiten in der Konzernbilanz ausgewiesen. In der Konzernkapitalflussrechnung und in der Darstellung der Nettoschulden werden Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente abzüglich Überziehungen ausgewiesen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Der Erstansatz der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, die Folgebewertung zu amortisierten Kosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode, gegebenenfalls abzüglich Wertminderungen.

Für die Ermittlung von Wertminderungen wird ein vereinfachtes Modell basierend auf dem Konzept der lebenslangen Kreditausfälle verwendet. Bei den lebenslangen Kreditausfällen handelt es sich um erwartete Kreditausfälle aufgrund aller möglichen Ausfallereignisse während der erwarteten Laufzeit einer Forderung. Die erwarteten Kreditausfälle werden anhand von historischen Erfahrungswerten unter Berücksichtigung der aktuellen und zukünftigen wirtschaftlichen Situation bemessen.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Der Erstansatz der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, die Folgebewertung zu amortisierten Kosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode.

Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten

Verzinsliche Darlehen und Überziehungen werden zunächst zum beizulegenden Zeitwert abzüglich direkter Transaktionskosten bilanziert. In der Folgebilanzierung werden sie mit den amortisierten Anschaffungskosten angesetzt. Ein etwaiges Disagio wird über die Laufzeit des verzinslichen Darlehens unter Verwendung der Effektivzinsmethode in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung verteilt.

Fremdkapitalkosten

Zinsen auf Ausleihungen, die im direkten Zusammenhang mit dem Erwerb, der Erstellung oder Produktion von qualifizierten Vermögenswerten stehen, werden bis zu dem Zeitpunkt aktiviert, zu dem sie im Wesentlichen zu ihrer angedachten Verwendung bereit sind. In Fällen, in denen Mittel speziell zur Finanzierung eines Projekts ausgeliehen wurden, entspricht der bilanzierte Betrag den tatsächlich entstandenen Fremdkapitalkosten. In den Fällen, in denen Mittel zur Finanzierung eines Projekts Teil von allgemeinen Darlehen sind, wird der bilanzierte Betrag unter Verwendung der gewichteten durchschnittlichen, auf die jeweiligen allgemeinen Darlehen des Konzerns im Erstellungszeitraum Anwendung findenden Zinssätze berechnet. Alle anderen Fremdkapitalkosten werden in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung in dem Zeitpunkt erfasst, in dem sie entstehen.

Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting

Der Konzern schließt über die Mondi Finance plc Termin-, Options- und Swapverträge ab, um sein Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisrisiko abzusichern. Der Konzern nutzt keine derivativen Finanzinstrumente zu Spekulationszwecken.

Derivate werden bei Abschluss eines Derivatvertrages erstmals zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in der Folgebilanzierung zum beizulegenden Zeitwert unter Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen in der Konzernbilanz erfasst und je nach Fälligkeit des Derivats als kurzfristig oder langfristig qualifiziert.

Änderungen im beizulegenden Zeitwert der derivativen Instrumente, die nicht als Sicherungsgeschäft designiert wurden, werden unmittelbar in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung je nach Art des Risikos, auf das sich die Derivate beziehen, im Betriebsergebnis oder Nettofinanzergebnis erfasst.

Cashflow-Hedges

Bei Derivaten, die zur Absicherung gegen das Risiko schwankender Zahlungsströme bestimmt sind, wird der effektive Teil der Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes des Derivats im sonstigen Ergebnis erfasst und im Eigenkapital ausgewiesen. Der ineffektive Teil der Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes wird unmittelbar in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Sofern der Cashflow-Hedge einer erwarteten Transaktion zur Bilanzierung eines nicht finanziellen Vermögenswerts führt, werden die im Eigenkapital kumulierten Gewinne und Verluste aus dem Derivats zum Zeitpunkt der Bilanzierung des nicht finanziellen Vermögenswertes bei der Erstbewertung berücksichtigt. In allen anderen Fällen werden die im Eigenkapital kumulierten Gewinne und Verluste aus dem Sicherungsinstrument in die Konzerngewinn- und Verlustrechnung in der gleichen Periode, in der die abgesicherte Position anteilmäßig erfolgswirksam wird, umgegliedert (,recycelt').

Fair Value Hedges

Bei effektiven Hedges zur Absicherung des Risikos von Änderungen im beizulegenden Zeitwert wird die abgesicherte Position um Änderungen des beizulegenden Zeitwerts bereinigt, die dem abgesicherten Risiko zurechenbar sind, mit einer entsprechenden Buchung in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung. Gewinne oder Verluste aus der Neubewertung des jeweiligen Derivats werden ebenfalls in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Nicht effiziente, abgelaufene, veräußerte, gekündigte oder ausgeübte Hedgeinstrumente

Soweit die erwartete Transaktion nicht länger wahrscheinlich ist, das Sicherungsinstrument die Voraussetzungen zur Bilanzierung als Sicherungsgeschäft nicht mehr erfüllt, ausläuft bzw. veräußert, beendet, ausgeübt oder nicht mehr als Absicherungsinstrument bestimmt wird, wird die Bilanzierung als Sicherungsgeschäft eingestellt. Zu diesem Zeitpunkt verbleiben akkumulierte Gewinne oder Verluste, die im Eigenkapital abgegrenzt wurden, im Eigenkapital und werden in die Konzerngewinn- und Verlustrechnung umgegliedert (,recycelt'), wenn die erwartete Transaktion schlussendlich bilanziert wird. Wird mit dem Eintritt einer erwarteten Transaktion nicht mehr gerechnet, wird der bisher im Eigenkapital kumuliert erfasste Betrag in die Konzerngewinn- und Verlustrechnung umgegliedert (,recycelt').

Eigenkapitalinstrumente

Dividendenzahlungen

Dividendenausschüttungen an die Gesellschafter der Mondi Holding Deutschland GmbH werden als Verbindlichkeit an dem Zeitpunkt erfasst, an dem die Dividenden beschlossen und genehmigt wurden.

Segmentberichterstattung

Es besteht keine Verpflichtung zur Segmentberichterstattung.

Bilanzierungsgrundsätze, vorzeitige Anwendung und künftige Erfordernisse

Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren folgende Standards, Interpretationen zu veröffentlichten Standards erstmals anzuwenden und haben keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss:

Änderungen an IFRS 4 - Versicherungsverträge - Befristete Befreiung von der Anwendung von IFRS 9

Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 - Interest Rate Benchmark Reform - Phase 2

Neue Standards, die noch nicht angewendet wurden

Folgende Standards, Interpretationen zu veröffentlichten Standards sind verpflichtend für das mit 1. Januar 2022 beginnende Geschäftsjahr anzuwenden und haben keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss:

Jährliche Verbesserungen 2018-2020

Änderungen an IAS 16 - Sachanlagen - Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung

Änderungen an IAS 37 - Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen - Belastende Verträge - Kosten für die Erfüllung eines Vertrages

Änderungen an IFRS 3 - Unternehmenszusammenschlüsse - Verweis auf das Rahmenkonzept

Der Konzernabschluss samt Anhang wurde von der Geschäftsführung festgestellt, am 4. Mai 2022 zur Veröffentlichung freigegeben und in deren Namen und Auftrag unterzeichnet.

 

Gronau, den 4. Mai 2022

Walter Seyser, Geschäftsführer

Matthias Florian, Geschäftsführer

Jürgen Schneider, Geschäftsführer

Mondi Holding Deutschland GmbH - eingetragen unter HRB 16959, Amtsgericht Coesfeld

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Mondi Holding Deutschland GmbH, Gronau,

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Mondi Holding Deutschland GmbH, Gronau, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Mondi Holding Deutschland GmbH, Gronau, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Bielefeld, den 4. Mai 2022

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Volker Voelcker, Wirtschaftsprüfer

ppa. Malte Diekmann, Wirtschaftsprüfer

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