St. Augustinus-Service 1 gGmbH

Stresemannallee 6, 41460 Neuss, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Neuss HRB 13763
Vorher
Augustinus-Service GmbHSt. Augustinus-Service GmbHSt. Augustinus-Service 1 GmbH
Eingetragen
4.5.2006
Branche
Ambulante Betreuungsdienste für ältere MenschenAmbulante Betreuungsdienste für Menschen mit BehinderungErbringung von ergotherapeutischen Dienstleistungen
Gegenstand
Unterstützung kirchlich geprägter caritativer Einrichtungen und Dienste jeglicher Art zur Förderung der Religion, des öffentlichen Gesundheitswesens und der öffentlichen Gesundheitspflege, der Erziehung, der Volks- und Berufsbildung, der Altenhilfe, des Wohlfahrtswesens, der Behindertenhilfe und mildtätiger Zwecke. Dies erfolgt durch die Bewirtschaftung von Betriebsrestaurants, Kantinen und Küchen, die Versorgung mit Mahlzeiten, die Erbringung von Servicedienstleistungen im Wirtschafts- und Versorgungsbereich, im Bereich des technischen und kaufmännischen Gebäudemanagements und im Bereich des zentralen Einkaufs von Wirtschaftsgütern und Dienstleistungen, sowie artverwandte Tätigkeiten und Dienstleistungen jeder Art für Krankenhäuser und andere soziale Einrichtungen und Dienste.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Nadja Catharina Ebadi
seit 15.4.2026
Prokura
Christian Stuckstedte
seit 15.4.2026
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (3)

NameAnteil
Stiftung der Neusser Augustinerinnen – Cor unum
75.00%
Stiftung der Alexianbrüder
23.55%
AACHENER AKTIENGESELLSCHAFT ZUR UNTERSTÜTZUNG HILFSBEDÜRFTER PERSONEN
1.45%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

St. Augustinus-Kliniken gGmbH - Eine Gründung der Neusser Augustinerinnen und der Neusser Alexianerbrüder
Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

St. Augustinus-Service 1 gGmbH

Neuss

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVSEITE

31.12.2023 31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software 6.455,00 11.584,00
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 131.780,13 164.937,00
138.235,13 176.521,00
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 620.118,02 997.417,38
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 19.135,55 49.157,98
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 6.142.316,55 4.323.277,17
3. Sonstige Vermögensgegenstände 533.433,48 278.778,44
6.694.885,58 4.651.213,59
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 673.386,95 750.217,96
7.988.390,55 6.398.848,93
C. Rechnungsabgrenzungsposten 639,86 842,93
8.127.265,54 6.576.212,86

PASSIVSEITE

31.12.2023 31.12.2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 455.422,30 591.848,71
III. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag (-) 218.163,38 - 136.426,41
698.585,68 480.422,30
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 0,00 48.484,40
2. Sonstige Rückstellungen 1.298.030,96 1.395.990,09
1.298.030,96 1.444.474,49
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.563.388,39 2.813.907,79
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr € 3.563.388,39 (2.813.907,79)
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 2.247.372,88 1.727.831,58
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr € 2.247.372,88 (1.727.831,58)
3. Sonstige Verbindlichkeiten 314.401,05 105.965,08
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr € 314.401,05 (105.965,08)
davon aus Steuern € 163.612,82 (80.702,56)
6.125.162,32 4.647.704,45
D. Rechnungsabgrenzungsposten 5.486,58 3.611,62
8.127.265,54 6.576.212,86

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 2022
1. Umsatzerlöse 63.764.430,14 56.723.240,35
2. Sonstige betriebliche Erträge 834.494,46 814.247,09
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 43.177.959,90 37.782.915,00
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 4.466.568,68 3.554.693,50
47.644.528,58 41.337.608,50
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 12.050.634,70 11.878.408,39
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.877.980,23 2.833.891,84
davon für Altersversorgung € 294.307,64 (323.566,42)
14.928.614,93 14.712.300,23
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 55.845,28 75.247,79
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.759.413,33 1.513.358,76
7. Zinsen und ähnliche Erträge 39.501,39 2.720,95
davon aus verbundenen Unternehmen € 37.256,12 (2.339,61)
davon aus Abzinsung € 710,00 (0,00)
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 8.872,56 3.819,06
davon an verbundenen Unternehmen € 8.872,56 (2.966,78)
davon aus Aufzinsung € 0,00 (852,28)
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 21.726,93 32.471,46
10. Ergebnis nach Steuern 219.424,38 - 134.597,41
11. Sonstige Steuern 1.261,00 1.829,00
12. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag (-) 218.163,38 - 136.426,41

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

I. Allgemeine Angaben

Die St. Augustinus-Service 1 gGmbH, Neuss, ist unter der Nummer HRB 13763 in das Handelsregister beim Amtsgericht der Stadt Neuss eingetragen.

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde nach den Bestimmungen des Handelsgesetzbuches gemäß den §§ 242 ff. und §§ 264 ff. sowie den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt und gegliedert.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB.

II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgt unter Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB).

Die nachfolgend dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert angewendet worden.

Die immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet.

Entgeltlich erworbene Software wird linear über eine Nutzungsdauer von 5 Jahren abgeschrieben.

Der Ansatz des Sachanlagevermögens erfolgt zu Anschaffungskosten. Anschaffungskostenminderungen werden abgesetzt.

Es kommt ausschließlich die lineare Abschreibungsmethode zur Anwendung. Die Abschreibungssätze richten sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.

Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer der Betriebs- und Geschäftsausstattung liegt zwischen 3 und 10 Jahren. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten zwischen € 250,00 und € 1.000,00 werden im Jahr des Zugangs nach § 6 Abs. 2a EStG in einen Sammelposten eingestellt und linear über 5 Jahre abgeschrieben.

Vorräte werden zu Einstandspreisen unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden mit dem Nominalwert angesetzt. Wertberichtigungen sind in erforderlichem Umfang gebildet worden.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind zum Nennwert bilanziert.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind mit ihren Nominalbeträgen angesetzt.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Die sonstigen Rückstellungen enthalten alle bekannten Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Die Bewertung erfolgte im Rahmen einer vernünftigen kaufmännischen Beurteilung mit dem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst.

Die Altersteilzeitrückstellung wurde in Anlehnung an IDW RS HFA 3 gebildet.

Die Verbindlichkeiten sind jeweils im Einzelnen mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

III. Erläuterungen zur Bilanz

Die Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus dem Anlagennachweis, der diesem Anhang als Anlage beigefügt ist.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen mit T€ 2.467 (Vorjahr T€ 1.358) Forderungen gegen den Gesellschafter. Diese betreffen mit T€ 2.442 (Vorjahr T€ 1.353) das Cash-Pool-Konto und mit T€ 25 (Vorjahr T€ 5) den Lieferungs- und Leistungsverkehr. Die übrigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen auf den Lieferungs- und Leistungsverkehr.

Die Arbeitnehmer der Gesellschaft haben Ansprüche auf eine betriebliche Zusatzaltersversorgung, die über die Kirchliche Zusatzversorgungskasse des Verbandes der Diözesen Deutschlands, Köln (KZVK), abgewickelt werden. Die Altersversorgung durch die KZVK wird über Beiträge finanziert. Als Beitrag werden 6,0 % des zusatzversorgungspflichtigen Entgeltes erhoben. Zusätzlich wird seit 2019 für sieben Jahre ein sog. Angleichungsbetrag erhoben, dieser belief sich für 2023 auf T€ 86.

Die sonstigen Rückstellungen entfallen mit T€ 966 im Wesentlichen auf Personalverpflichtungen (Urlaubsansprüche und Überstunden, Altersteilzeitu. Jubiläumsrückstellungen, Prämien sowie übrige Personalrückstellungen).

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen mit T€ 2 (Vorjahr T€ 80) Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter. Diese entfallen mit T€ 2 (Vorjahr T€ 80) auf den Lieferungs- und Leistungsverkehr. Die übrigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen ebenfalls den Lieferungs- und Leistungsverkehr.

Die sonstigen Verbindlichkeiten entfallen mit T€ 164 (Vorjahr: T€ 81) auf Verrechnungen mit dem Gesellschafter aus umsatzsteuerlicher Organschaft.

Sämtliche Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Sie sind nicht besichert.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung entspricht dem Gesamtkostenverfahren nach § 267 Abs. 4 HGB.

Tätigkeitsbereich/Art des Umsatzes TEUR
Umsatzerlöse Unternehmensgruppe:
Materialwirtschaft 23.357
Beköstigungsleistungen 15.435
Technik/Einkauf/Inhouse/Pforte 9.058
Energieversorgung Strom/Gas 12.671
Mieten 891
Sonstige Umsatzerlöse 224
Externe Umsatzerlöse:
Erträge Cafeterien/Kioske 1.261
Sonstige Umsatzerlöse 867
63.764

Die in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesenen periodenfremden Erträge i. H. v. T€ 119 setzen sich im Wesentlichen aus Lieferanten-Bonusgutschriften i. H. v. T€ 32, Gutschriften aus Stromsteuererstattung und EEG Umlage 2022 i. H. v. T€ 34 und Schlussrechnungen für Gas 2022 mit T€ 34 zusammen. Ferner bestehen periodenfremde Erträge mit verbundenen Unternehmen von T€ 125.

Periodenfremde Aufwendungen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich im Geschäftsjahr 2023 auf T€ 135. Dieser Betrag setzt sich im Wesentlichen aus Strom- und Gasabrechnungen aus 2022 i.H. von T€ 78, Lieferantenrechnungen aus dem Vorjahr (T€ 23) sowie der Rückerstattung von zu viel gezahlten Nebenkosten an die Mieter verschiedener Objekte und die Nachzahlung von Nebenkosten für das Verwaltungsgebäude in der Stresemannallee (T€ 34) zusammen. Ferner bestehen periodenfremde Aufwendungen mit verbundenen Unternehmen von T€ 115.

V. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der Gesamtbetrag der finanziellen Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz enthalten sind und nicht nach § 251 oder § 285 Nr. 3 HGB anzugeben sind, beträgt: T€ 760 aus Mietverträgen und T€ 3.464 aus Miet-, Lieferungs- und Leistungsverträgen gegenüber verbundenen Unternehmen.

Organe der Gesellschaft

Geschäftsführer der Gesellschaft sind Herr Markus Richter, Neuss, und Herr Theo Sandkaulen, Grevenbroich.

Bezüglich der Angabe der Vergütung der Geschäftsführung wurde von § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

Die Gesellschaft hat keinen eigenen Aufsichtsrat im Sinne eines Gesellschaftsorgans. Die Aufgaben des Aufsichtsrates übernimmt der Aufsichtsrat der St. Augustinus-Kliniken gGmbH, Neuss. § 52 Abs. 1 GmbHG findet keine Anwendung auf diesen Aufsichtsrat.

Abschlussprüferhonorar

Auf die Angabe des vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechneten Gesamthonorars im Sinne des § 285 Nr. 17 HGB wurde verzichtet, da es in der entsprechenden Anhangsangabe des Konzernabschlusses enthalten ist.

Anzahl der Arbeitnehmer:

Die jahresdurchschnittliche Anzahl der beschäftigten Arbeitnehmer stellt sich wie folgt dar:

Anzahl i. S. d. § 267 Abs. 5 HGB
Gruppen 2023 2022
Wirtschafts- und Versorgungsdienst 339 336
technischer Dienst 57 58
Verwaltung 75 74
Gesamt 470 468

Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach Abschluss des Geschäftsjahres nicht eingetreten.

Ergebnisverwendung

Das Geschäftsjahr 2023 schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von € 218.163,38 ab. Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss in die Gewinnrücklagen einzustellen.

Konzernabschluss

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der St. Augustinus-Kliniken gGmbH - Eine Gründung der Neusser Augustinerinnen und der Neusser Alexianerbrüder, Neuss, einbezogen. Der Konzernabschluss wird unter HRB 11040 im elektronischen Unternehmensregister veröffentlicht.

 

Neuss, den 6. Juni 2024

Markus Richter, Geschäftsführer

Theo Sandkaulen, Geschäftsführer

Anlagennachweis 2023

Entwicklung der Anschaffungswerte
Bilanzposten Anfangsstand Zugang Abgänge Endstand
1 2 3 4 5
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software 142.656,75 0,00 0,00 142.656,75
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 609.818,78 36.101,41 78.537,40 567.382,79
752.475,53 36.101,41 78.537,40 710.039,54
Entwicklung der Abschreibungen
Bilanzposten Anfangsstand der Abschreibungen des Geschäftsjahres Entnahme für Abgänge Endstand
1 6 7 8 9
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software 131.072,75 5.129,00 0,00 136.201,75
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 444.881,78 50.716,28 59.995,40 435.602,66
575.954,53 55.845,28 59.995,40 571.804,41
Restbuchwerte
Bilanzposten (Stand 31.12.2023) (Stand 31.12.2022)
1 10 11
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software 6.455,00 11.584,00
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 131.780,13 164.937,00
138.235,13 176.521,00

Lagebericht 2023

1. Grundlagen der Gesellschaft

1.1. Geschäftsmodell der Gesellschaft

Die St. Augustinus-Service 1 (ASG 1) gGmbH ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der St. Augustinus-Kliniken gGmbH und erbringt Sekundär- sowie Tertiärdienstleistungen für nahezu alle Tochtergesellschaften der Unternehmensgruppe.

Die St. Augustinus-Service 1 bündelt mit rund 470 Mitarbeitern die Sicherstellung der Dienstleistungen der Unternehmensgruppe in den Servicebereichen Speisenversorgung, Technik- und Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik und die Inhouse-Logistik.

Ebenso wie im Vorjahr ist die Gesellschaft Mitglied im Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband des Gastgewerbes der DEHOGA Nordrhein-Westfalen. Somit hat der Tarifvertrag für das Gaststätten- und Hotelgewerbe des Landes Nordrhein-Westfalen für uns Gültigkeit.

1.2. Ziele und Strategien

Das grundlegende Ziel der St. Augustinus-Service 1 gGmbH ist die Unterstützung des Behandlungs-, Betreuungs- und Pflegeangebots der zum Konzernverbund der St. Augustinus Gruppe (SAG) gehörenden Kranken-, Wohn- und Pflegeeinrichtungen und trägt somit zur Verwirklichung der Aufgaben der Caritas als Lebens- und Wesensäußerung der Katholischen Kirche bei.

Auch für die St. Augustinus-Service 1 gGmbH gelten die Trägergrundsätze der St. Augustinus Gruppe. Die Geschäftstätigkeit zeichnet sich durch eine besondere Haltung, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit gegenüber den der Einrichtung anvertrauten Menschen aus. Für das Jahr 2024 ist die erfolgreiche Integration des Altenheims St. Antonius und der Mauritius- Therapieklinik priorisiert, sowie die weitere Steigerung der Wirtschaftlichkeit in den zu erbringenden Dienstleistungen bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung eines hohen Qualitätsstandards das angestrebte Ziel. Zur Validierung und anschließenden Optimierung der Geschäftsprozesse und des Leistungsangebotes in den Servicebereichen ist die Einführung und Bündelung von spezifischen Qualitätsmanagementsystemen durch die Implementierung nachhaltiger Digitalisierungslösungen vorgesehen. Mit dieser Methodik soll die kontinuierliche Verbesserung des Qualitätsmanagements im Hinblick auf die Dienstleistungsqualität und Kundenzufriedenheit sichergestellt werden. Durch die Festlegung von standardisierten Prozessabläufen soll zudem gewährleistet werden, dass Risiken, die im Zusammengang mit der Dienstleistungserbringung auftreten können, frühzeitig erkannt und eliminiert werden.

Schnittstellen- und Prozessoptimierung wird ebenfalls im Bereich Datenschutzmanagement angestrebt. Zudem ist die Gesellschaft bestrebt das Dienstleistungsangebot für die verbundenen Unternehmen stetig zu verbessern und auszuweiten, um so auch unterstützend die Wirtschaftlichkeit der Einrichtungen dauerhaft zu sichern.

Die Gesellschaft hat die Zielsetzung, durch auskömmliche Betriebsergebnisse ihre Zukunftsfähigkeit mittelfristig sicherzustellen, auch im Hinblick auf die gesamte Unternehmensgruppe.

1.3. Forschung und Entwicklung

Als Dienstleister im Gesundheitswesen legen wir weiterhin den Fokus auf die Optimierung der von uns angebotenen Leistungen. Zudem werden mit den Gesellschaften der St. Augustinus Gruppe individuell zugeschnittene Lösungen erarbeitet und umgesetzt. Ziel ist es dabei, Dienstleistungen zu erbringen, die speziell auf die jeweiligen Anforderungen der Einrichtungen abgestimmt sind.

Seit Mitte 2015 wurde der "Erlaubnisschein im Sinne des Stromsteuergesetzes" beantragt und erteilt. Die St. Augustinus-Service 1 gGmbH versorgt somit seit dem 01. Juni 2015 16 Liegenschaften der Unternehmensgruppe mit Strom. Seit dem 01. Oktober 2019 ist die St. Augustinus-Service 1 gGmbH zusätzlich als Gas-Energieversorger beim zuständigen Hauptzollamt Krefeld mit einem Versorgerschein registriert. Ein weiteres Beispiel für stetige Weiterentwicklung ist das seit Anfang 2016 begonnene Vorhaben, vermehrt betriebsintegrierte Arbeits- und Ausbildungsplätze in den Servicebereichen anzubieten. Zur langfristigen Sicherstellung des Personalbedarfs werden dabei nicht nur öffentlich geförderte Beschäftigungen (u.a. langzeitarbeitslose Personen) vermittelt, sondern auch Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge, behinderte und schwerbehinderte Menschen geschaffen. So befinden sich sieben junge Menschen in einem Ausbildungsverhältnis mit der ASG1.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche und gesundheitspolitische Entwicklungen

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Jahre 2023 ist wie bereits in den beiden davorliegenden Geschäftsjahren geprägt durch staatliche Hilfsmaßnahmen zur Stützung des Wirtschaftswachstums. Die durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ausgelöste Energiekrise hat mit ihren Auswirkungen auf die Inflationsrate zu einem deutlichen Kostenschub geführt.

Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist im Geschäftsjahr 2023 geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt ging im Vergleich zum Vorjahr kalenderbereinigt um 0,1 % zurück. Insbesondere als Folge der durch den Ukrainekrieg ausgelösten Energiekrise stieg gleichzeitig die Inflationsrate deutlich auf einen Wert von 5,9 % im Jahresmittel (Destatis) gegenüber dem Vorjahr an. Für die kommenden Jahre gehen deutsche Bundesbank und IWF hingegen wieder von einer moderateren Inflationsentwicklung um die 2 % aus.

Der Arbeitsmarkt hat sich in 2023 trotz der Krisen gut behauptet, obwohl die schwache Konjunktur nicht spurlos geblieben ist. Während die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vorjahr von 5,4 % auf 5,7 % leicht gestiegen ist (Bundesagentur für Arbeit), hat die Anzahl der offenen Stellen insbesondere im Pflegedienst und in den medizinischen Berufen weiter zugenommen. Die Tarifabschlüsse im Jahr 2023 sind in Summe recht moderat ausgefallen. Nach im Vorjahr hohen Steigerungen in den Tarifabschlüssen im Servicebereich sind die Löhne im Bereich des Tarifvertrags Nahrung, Genuss und Gaststätten ab Mai 2023 nochmals um 2,3% angehoben worden. Im Gebäudereiniger-Tarif gab es in 2023 keine Anpassung.

2.2. Geschäftsverlauf

Der Geschäftsverlauf der St. Augustinus-Service 1 gGmbH war in 2023 hauptsächlich geprägt von der Umstellung des Zentraleinkaufs auf den Vollversorger ProServ mit der Einkaufsgemeinschaft Prospitalia. Insbesondere die Abteilung Inhouse-Logistik war in 2023 schwerpunktmäßig mit der Vorbereitung der Logistikkonzepte auf das neue Setting befasst.

Zudem war die Personalbeschaffung in allen Bereichen der Inhouse-Logistik ganzjährig herausfordernd.

Dennoch erzielte der Bereich ein positives Betriebsergebnis. Hauptgrund sind Einsparungen bei den Personalkosten trotz vermehrtem Fremddienstleisteinsatz.

Im Bereich der Speisenversorgung lag das Hauptaugenmerk in 2023 auf der Küchenumstrukturierung im Krankenhaus Neuwerk. Auch die Aufstellung eines neuen Personalkonzeptes war aufgrund unvorhersehbarer Personalentscheidungen, die kurzfristig zu treffen waren, eine Herausforderung für diesen Bereich.

Im Vergleich zum Vorjahr hat die Speisenversorgung inflationsbedingt 547 T€ (brutto) mehr in Lebensmittel investieren müssen. Zudem sind in diesem Bereich längerfristig vakante Stellen noch zu besetzen.

Der Bereich des Technik- und Gebäudemanagements erhielt in 2023 2,4 Mio. € an Fördermitteln für die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern unseres Alexius/Josef Krankenhauses, Krankenhaus Neuwerk, Johanna-Etienne-Krankenhauses und der Klinik Königshof.

1 Mio. € wurden an Fördermitteln in die Ertüchtigung der USV sowie den Ausbau der Netzwerkinfrastruktur investiert.

Hinter beiden Maßnahmen stand kein oder nur ein sehr geringes Eigenkapital.

Die Photovoltaik-Anlagen erwirtschaften ca. 710.000 kWh. Dies entspricht in etwa dem Energieverbrauch der Niederrhein-Klinik.

Eine weitere Aufgabe lag für den Einkauf im Aufbau eines Einkaufscontrollings, um Kostentransparenz für die einzelnen Einrichtungen der St. Augustinus Gruppe zu schaffen sowie um die Leistung des Vollversorgers zu kontrollieren.

Durch striktes Kostenmanagement ist es 2023 gelungen, einen Jahresüberschuss von +218 T€ zu erwirtschaften. Damit liegt das Ergebnis der St. Augustinus-Service 1 gGmbH auf dem Niveau des im Lagebericht des Vorjahres genannten Planergebnisses von +239 T€ und um rd. 354 T€ über dem Vorjahresergebnis.

2.3. Lage der Gesellschaft

2.3.1. Ertragslage

Aus den Zahlen der Gewinn- und Verlustrechnung ergibt sich für die St. Augustinus-Service 1 GmbH die folgende wirtschaftliche Erfolgsrechnung:

2023 2022
T€ % T€ %
Umsatzerlöse 40.407 98,0 30.752 97,4
Sonstige betriebliche Erträge 835 2,0 814 2,6
Betriebliche Erträge 41.242 100,0 31.566 100,0
Materialaufwand 24.287 58,9 15.366 48,7
Personalaufwand 14.929 36,2 14.712 46,6
Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.761 4,3 1.516 4,8
Betriebliche Aufwendungen 40.977 99,4 31.594 100,1
Betriebsergebnis 265 0,6 - 28 - 0,1
Abschreibungen - 56 - 0,1 - 75 - 0,2
Finanzergebnis 31 0,1 - 1 0,0
Ertragsteuern - 22 - 0,1 - 32 - 0,1
Jahresüberschuss/ Jahresfehlbetrag(-) 218 0,5 - 136 - 0,4
Veränderung
T€ %
Umsatzerlöse 9.655 31,4
Sonstige betriebliche Erträge 21 2,6
Betriebliche Erträge 9.676 30,7
Materialaufwand 8.921 58,1
Personalaufwand 217 1,5
Sonstige betriebliche Aufwendungen 245 16,2
Betriebliche Aufwendungen 9.383 29,7
Betriebsergebnis 293 > 100,0
Abschreibungen 19
Finanzergebnis 32
Ertragsteuern 10
Jahresüberschuss/ Jahresfehlbetrag(-) 354

In 2023 hat die Gesellschaft Strom- und Gasmengen im Gesamtwert von jeweils rund 6,7 Mio. € gekauft und weiterveräußert.

Den Personalaufwendungen liegen im Jahresdurchschnitt des Geschäftsjahres folgende Mitarbeiterzahlen zu Grunde:

2023 2022 Veränderung
Vollkräfte 312,0 319,2 -2,3 %
Mitarbeiter 470,0 468,0 0,4 %

2.3.2. Finanzlage

Die Guthaben auf den Bankkonten der St. Augustinus-Service 1 GmbH betragen 673 TEUR. Mit dem beim Gesellschafter gehaltenen Cash-Pool-Konto von 2.442 TEUR belaufen sich die liquiden Mittel auf 3.115 TEUR. Die Liquidität ersten Grades (Verhältnis flüssige Mittel zu kurzfristigen Verbindlichkeiten) liegt bei 43,6 %. Die Zahlungsfähigkeit ist durch die Konzernfinanzierung jederzeit gegeben.

Der Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt 990 TEUR.

Die Finanzlage des Unternehmens stellt sich wie folgt dar:

2023 2022
TEUR TEUR
Finanzmittelbestand 3.115 2.104
Darlehensverbindlichkeiten 0 0

Die Gesellschaft musste auch in 2023 kein langfristiges Fremdkapital in Anspruch nehmen.

2.3.3. Vermögenslage

Das in der St. Augustinus-Service 1 gGmbH gebundene Vermögen beträgt 8.127 TEUR und liegt unter dem Vorjahreswert von 6.576 TEUR.

Das Anlagevermögen hat einen Anteil von 1,7 %, die Vorräte von 7,6 %, die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände von 82,4 % sowie die liquiden Mittel von 8,3 %. Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 36 TEUR für Investitionsgegenstände ausgegeben.

2.3.4. Finanzielle Leistungsindikatoren

Wesentliche finanziellen Leistungsindikatoren stellen sich im Vorjahresvergleich wie folgt dar:

2023 2022 Veränd. in %
Umsätze (Mio. €) 63,8 56,7 12,5%
Umsatzrendite 0,3% -0,2% >100,0
Vollkräfte 312,0 319,2 -2,3%
Eigenkapitalquote (unter Berücksichtigung Sonderposten) 8,6% 7,3% 17,8%
Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit (Mio. €) 1,0 -0,3 >100,0
Nettofinanzvermögen (Mio. €) 2,8 1,6 75,0%

2.3.5. Gesamtaussage

Die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Gesellschaft beurteilen wir auf Grund des positiven Jahresergebnisses und der im Vergleich zum Vorjahr verbesserten Finanzlage als zufriedenstellend. Die St. Augustinus-Service 1 gGmbH ist somit auch zukünftig in der Lage, die Dienstleistungen in den Servicebereichen Speisenversorgung, Technik- und Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik für die gesamte Unternehmensgruppe in einem wirtschaftlichen Rahmen zu erbringen.

3. Prognosebericht

Die aktuelle Prognose für das Jahr 2024 wird durch die Folgen des Ukraine-Kriegs erneut erschwert. Positiv zu erwähnen bleibt jedoch, dass weitere Auswirkungen der Corona-Pandemie zunächst nicht erwartet werden.

Soweit es momentan absehbar ist, werden sich dennoch ggf. negative Auswirkungen auf die oben dargestellten Prognosen ergeben, deren Höhe noch nicht beziffert werden können.

Ungeachtet der oben genannten Maßnahmen ist die Entwicklung der Ertragslage sowie die Entwicklung der Liquidität risikobehaftet. Weder die aktuelle Vermögenslage noch laufende Projekte bieten derzeit jedoch Hinweise auf bestandsgefährdende Risiken.

Im Jahr 2024 steht die langfristige Sicherstellung und kontinuierliche Optimierung der Dienstleistungsqualität und Kundenzufriedenheit für die gesamte Unternehmensgruppe im Fokus, auch im Hinblick auf die weiterhin verfolgte Ausweitung der angebotenen Leistungen für externe Kunden, z.B. für den Bereich Speiseversorgung. Auch in den übrigen Servicebereichen sollen neue Geschäftsideen entwickelt werden, welche auf dem Markt angeboten werden können. Zur langfristigen Sicherstellung des Personalbedarfs in allen Servicebereichen, auch im Hinblick auf die steigenden Kompensationskosten für externe Personaldienstleister, sollen interne Stellenangebote überprüft und erweitere Ausbildungsangebote geschaffen werden.

Für den Bereich Einkauf ist für das Jahr 2024 die Umstellung der OP-Sets auf Standardlieferanten der ProServ sowie eine Verschlankung des Artikelportfolios für Büromaterial vorgesehen.

Für den Bereich Technik ist in 2024 die Inbetriebnahme weiterer Photovoltaik-Anlagen für das zweite Quartal geplant. Zusätzlich integrieren wir ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001, was das bisherige Energieaudit ablöst. Hiervon versprechen wir uns langfristige Einsparpotenziale durch höhere Energieeffizienz.

Unserer Inhouse-Logistik erwartet durch die (geo-)politischen Rahmenbedingungen höhere Preise für Logistik und Materialversorgung.

Die in 2024 zu integrierenden neuen Einrichtungen der St. Augustinus Gruppe, namentlich die Mauritius Therapieklinik und das Seniorenheim Haus St. Antonius, bieten neue Vernetzungs- und Handlungsspielräume, um gestiegenen Personal- und Sachkosten durch Standardisierungsprozesse entgegenzuwirken.

Auch für das Jahr 2024 wird ein anhaltender Fach- und Führungskräftemangel erwartet, sodass zahlreiche Positionen möglicherweise nicht besetzt werden können. Für das Jahr 2024 plant die St. Augustinus-Service 1 gGmbH ein ausgeglichenes Betriebsergebnis, das kalkulierte Jahresergebnis It. Wirtschaftsplan 2024 beträgt +6 T€ .

4. Chancen- und Risikobericht

4.1. Gesamtwirtschaftliche Chancen und Risiken

Durch die anhaltend unsichere Weltlage zuvorderst durch den nun schon seit zwei Jahren andauernden russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und den infolge des terroristischen Angriffs auf Israel Anfang Oktober wieder aufgeflammten Nahostkonflikts, ist weiter mit Störungen in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen zu rechnen. In der Europäischen Union liegt Deutschland derzeit auf den hinteren Plätzen bezüglich der meisten ökonomischen Kennzahlen. Das BIP-Wachstum wird von den großen Wirtschaftsforschungsinstituten einheitlich zwischen -0,5 und maximal 0,3 % prognostiziert. Auch die Bundesregierung geht von einem Wirtschaftswachstum von nur 0,3 % aus. Die Europäische Zentralbank hat bisher noch nicht erkennen lassen, dass sie die strenge Geldpolitik lockern wird. Dies ist ein zusätzliches Hemmnis für Investitionen im Euroraum. Zudem lässt die nach wie vor stringente Haushaltspolitik keine über das übliche Maß hinausgehenden Wachstumsimpulse aus staatlichen Investitionen zu.

Aufgrund des unsicheren Umfelds ist eine leichte Rezession in Deutschland in 2024 sehr wahrscheinlich. Auch in den Folgejahren ist, u.a. wegen der teuren und mit großen Unsicherheiten behafteten, aber von der Politik forcierten ökologischen Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft in Deutschland nur mit im historischen Vergleich sehr niedrigen Wachstumsraten zu rechnen. Dies wird die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme mittelfristig negativ beeinflussen. Hinzu kommen die weltwirtschaftlichen Risiken, insbesondere die geopolitischen Verwerfungen und die langfristige demographische Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland. Daher ist damit zu rechnen, dass eine strukturelle Unterfinanzierung in den Bereichen, in denen die St. Augustinus Gruppe tätig ist, eintreten bzw. sich fortsetzen wird. Verstärkt werden diese Gefahren durch den Trend der Politik, den Krisen mit ausufernden staatlichen Transferleistungen zu begegnen, was die Leistungsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft in der mittleren und weiteren Zukunft deutlich zu übersteigen droht.

Hieraus ergeben sich wachsende Risiken, da zu erwarten ist, dass diesem Effekt entweder mit Rationierung von Leistungen begegnet oder eine höhere Eigenbeteiligung der Menschen an den Leistungen eingefordert werden wird. Auf der anderen Seite wird die demographische Entwicklung verbunden mit dem medizinischen Fortschritt dazu führen, dass die Nachfrage nach Leistungen in allen Unternehmensbereichen weiter anziehen wird.

Erhebliche Risiken liegen in der Entwicklung des Arbeitsmarktes. Mittelfristig sinkt die Anzahl der Schulabsolventen in Deutschland auf gut 600.000 p.a. Diese Zahl reicht nicht aus, die Abgänge durch Berentung der geburtenstarken Jahrgänge in den nächsten zehn Jahren zu kompensieren.

4.2. Branchenspezifische Chancen und Risiken

Neben den bereits oben beschriebenen Chancen aus der demographischen Entwicklung und der damit einhergehenden erhöhten Nachfrage nach Leistungen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen ergeben sich erhebliche Risiken durch eine verstärkte Regulierung der Bereiche. Insbesondere in die betriebliche Organisation eingreifende gesetzliche Vorgaben im Bereich der sogenannten Strukturqualität und des Finanzierungssystems führen dazu, dass die notwendige unternehmerische Freiheit eingeschränkt und die Entwicklung innovativer, prozessverbessernder und effizienterer Lösungen zur Versorgung der Menschen eingeschränkt wird. Durch die gesetzlichen Vorgaben zur Haushaltskonsolidierung sowohl im Bund als auch insbesondere im Bereich der Länder ist davon auszugehen, dass auch auf längere Sicht eine ausreichende Investitionskostenfinanzierung und damit die Erfüllung der gesetzlichen Verpflichtungen der Länder zugunsten der Krankenhäuser nicht zu erwarten ist. Es wird daher erforderlich sein, auch weiterhin die Investitionen aus Eigenmitteln durchzuführen.

Die unklaren Auswirkungen der anstehenden großen Krankenhausreform stellen zusätzliche wirtschaftliche Risiken dar.

4.3. Gesellschaftsspezifische Chancen und Risiken

Für die St. Augustinus-Gruppe ergeben sich erhebliche Chancen durch die breite Aufstellung des Leistungsspektrums und die Möglichkeiten, damit regional konzentriert hoch integrierte Versorgungskonzepte für die Bevölkerung anzubieten. Hiermit ist die Gruppe im Gegensatz zum Wettbewerb in der Lage, durchgehende Versorgungsketten und Leistungen aus einer Hand für die Lebenssituationen Alter, Behinderung und Krankheit zu erbringen. Den Risiken aus der Verknappung am Arbeitsmarkt wird mit einem für die Branche innovativen und weitgehenden Personalentwicklungs- und Förderungskonzept begegnet. Daher wird davon ausgegangen, dass die Gruppe auch langfristig ihren Personalbedarf weitestgehend aus eigener Kraft decken kann. Hierbei wird besonderer Wert auf die Bindung und Wertorientierung der Mitarbeiter gelegt. Die Bewältigung der laufend erforderlichen Ersatzinvestitionen stellt in den kommenden Jahren insbesondere im Krankenhausbereich eine hohe Herausforderung dar. Nur durch eine konsequente Verbesserung der Ergebnissituation in diesem Bereich wird es gelingen, diese Investitionen zu stemmen.

4.4. Gesamtaussage

Trotz des schwierigen Marktumfeldes ist es der Geschäftsführung u. a. durch striktes Kostenmanagement gelungen, ein positives Betriebsergebnis in Höhe von 218 T€ zu erzielen und gleichzeitig durch Fortsetzung der Standardisierungsstrategie die Weichen für einen auch in Zukunft wirtschaftlichen Betrieb der Gesellschaft zu stellen.

 

Neuss, den 6. Juni 2024

Markus Richter, Geschäftsführer

Theo Sandkaulen, Geschäftsführer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die St. Augustinus-Service 1 gGmbH, Neuss

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der St. Augustinus-Service 1 gGmbH, Neuss, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der St. Augustinus-Service 1 gGmbH, Neuss, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Ratingen, am 6. Juni 2024

CURACON GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Zweigniederlassung Ratingen

Wendt, Wirtschaftsprüfer

Knauf, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss 2023 der St. Augustinus-Service 1 gGmbH, Neuss wurde in der Gesellschafterversammlung am 02. Juli 2024 festgestellt.

Zudem wurde beschlossen, den Jahresüberschuss von € 218.163,38 in die Gewinnrücklagen einzustellen.

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