Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 230625
Eingetragen
13.1.2017
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem AnteilsbesitzManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Gegenstand
Gegenstand von Amts wegen berichtigt: Erbringung der folgenden Wertpapierdienstleistungen gemäß § 15 Abs. 1 des Wertpapierinstitutsgesetz (WplG): die Anlagevermittlung gemäß § 2 Abs. 2 Nr. 3 WplG, die Anlageberatung gemäß § 2 Abs. 2 Nr. 4 WplG, die Abschlussvermittlung gemäß § 2 Abs. 2 Nr. 5 WplG, die Finanzportfolioverwaltung gemäß § 2 Abs. 2 Nr. 9 WplG. Die Gesellschaft ist nicht befugt, sich bei der Erbringung von Wertpapierdienstleistungen Eigentum und Besitz an Kundengeldern oder Kundenfinanzinstrumenten zu verschaffen. Daneben der Betrieb des Eigengeschäfts gemäß § 15 Abs. 3 WplG, ohne dass es sich dabei um Eigengeschäft im Rahmen der Tätigkeiten nach § 15 Abs. 4 WplG oder um Eigenhandel gemäß § 2 Abs. 10 WplG handelt.

Finanzübersicht

Historie

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Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
75.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Gerd Kommer Invest GmbH

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
1. Barreserve
Kassenbestand 424,45 230,22
2. Forderungen an Kreditinstitute
täglich fällig 148.656,42 394.358,49
3. Forderungen an Kunden 1.227.402,54 836.005,18
4. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 751.026,69 0,00
5. Immaterielle Anlagewerte
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 52.431,50 61.393,50
6. Sachanlagen 34.057,00 31.839,00
7. Sonstige Vermögensgegenstände 166.604,63 615.595,23
8. Rechnungsabgrenzungsposten 150.451,43 43.944,50
2.531.054,66 1.983.366,12

PASSIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 26.515,31 13.741,25
2. Sonstige Verbindlichkeiten 169.132,22 98.756,90
3. Rückstellungen
a) Steuerrückstellungen 0,00 65.239,00
b) andere Rückstellungen 97.037,21 87.064,66
97.037,21 152.303,66
4. Eigenkapital
a) Eingefordertes Kapital
Gezeichnetes Kapital 75.000,00 75.000,00
b) Kapitalrücklage 123.884,87 115.000,00
c) Gewinnrücklagen
andere Gewinnrücklagen 2.039.485,05 1.528.564,31
d) Bilanzgewinn 0,00 0,00
2.238.369,92 1.718.564,31
2.531.054,66 1.983.366,12

Entwicklung des Anlagevermögens vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Stand 01. 01. 2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand 31. 12. 2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 80.181,90 4.125,00 0,00 0,00 84.306,90
80.181,90 4.125,00 0,00 0,00 84.306,90
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 118.285,47 19.944,38 13.936,70 0,00 124.293,15
118.285,47 19.944,38 13.936,70 0,00 124.293,15
III. Finanzanlagen
Aktien und andere nicht festverzinlsiche Wertpapiere 0,00 751.026,69 0,00 0,00 751.026,69
0,00 751.026,69 0,00 0,00 751.026,69
198.467,37 775.096,07 13.936,70 0,00 959.626,74
Abschreibungen
Stand 01. 01. 2023 Zugänge Abgänge Stand 31. 12. 2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 18.788,40 13.087,00 0,00 31.875,40
18.788,40 13.087,00 0,00 31.875,40
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 86.446,47 17.723,38 13.933,70 90.236,15
86.446,47 17.723,38 13.933,70 90.236,15
III. Finanzanlagen
Aktien und andere nicht festverzinlsiche Wertpapiere 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00
105.234,87 30.810,38 13.933,70 122.111,55
Buchwerte
Stand 01. 01. 2023 Stand 31. 12. 2023
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 61.393,50 52.431,50
61.393,50 52.431,50
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 31.839,00 34.057,00
31.839,00 34.057,00
III. Finanzanlagen
Aktien und andere nicht festverzinlsiche Wertpapiere 0,00 751.026,69
0,00 751.026,69
93.232,50 837.515,19

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

01.01.2023 bis 31.12.2023 01.01.2022 bis 31.12.2022
EUR EUR EUR
1. Zinserträge aus Kredit- und Geldmarktgeschäften 10.178,69 2.721,44
2. Zinsaufwendungen 2.106,30 17,05
3. Laufende Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 13.127,36 0,00
4. Provisionserträge 3.364.207,72 2.237.339,52
5. Sonstige betriebliche Erträge 18.790,00 187.484,26
6. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 1.445.077,70 1.060.559,84
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 228.418,48 192.289,95
- darunter: für Altersversorgung EUR 73.714,54 (EUR 43.133,96)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 889.703,46 427.635,99
2.563.199,64 1.680.485,78
7. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 30.810,38 40.704,53
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 44.321,79 18.919,10
9. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 765.865,66 687.418,76
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 254.944,92 227.330,58
11. Jahresüberschuss 510.920,74 460.088,18
12. Einstellung in andere Gewinnrücklagen ./. 510.920,74 ./. 460.088,18
13. Bilanzgewinn 0,00 0,00

ANHANG FÜR DAS WIRTSCHAFTSJAHR 01.01.2023 - 31.12.2023

I. Allgemeines

1. Grundsätze zum Jahresabschluss

Die Firma Gerd Kommer Invest GmbH hat Ihren Sitz in München und wird beim Amtsgericht München unter der Handelsregisternummer HRB 230625 geführt.

Die Gerd Kommer Invest GmbH ist ein Wertpapierinstitut gemäß § 2 Abs. 1 Wertpapierinstitutsgesetz (WpIG). Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, und Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) aufgestellt. Nach § 340 Abs. 4a HGB i.V.m. § 340a Abs. 1 HGB sind auf den Jahresabschluss der Gerd Kommer Invest GmbH, als kleines und nicht verflochtenes Institut i.S.v. Art 12 IFR i.V.m. § 2 Abs. 16 WpIG, die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften anzuwenden.

Ergänzend zu diesen Vorschriften sind die Regelungen des GmbH-Gesetzes zu beachten.

Größenabhängige Erleichterungen wurden bei der Aufstellung und Offenlegung des Jahresabschlusses in Anspruch genommen.

Der Bilanzstichtag ist der 31. Dezember 2023. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

2. Gliederung und Änderung der Gliederung

Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt gemäß den Gliederungsvorschriften der RechKredV. Für die Gliederung der Bilanz wurde das Formblatt 1 und für die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung das Formblatt 3 (Staffelform) gem. § 2 Abs. 1 RechKredV verwendet.

Hinzuweisen ist darüber hinaus, dass die Gerd Kommer Capital GmbH mit Sitz in München (Amtsgericht München HRB 256197) auf Grund des Verschmelzungsvertrages vom 22.08.2023 und der Beschlüsse der Gesellschafterversammlungen vom selben Tag mit der Gesellschaft zum 01.01.2023, 0:00 Uhr (handelsrechtlicher Verschmelzungsstichtag), verschmolzen wurde.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethode wurden unverändert beibehalten.

Im Einzelnen werden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet:

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige lineare Abschreibung angesetzt.

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen angesetzt. Die Anlagegüter werden nach Maßgabe der steuerlich für zulässig gehaltenen Nutzungsdauer linear abgeschrieben.

Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis zu EUR 800,00 werden gem. § 6 Abs. 2 EStG im Zugangsjahr voll abgeschrieben.

Sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert, vermindert um Wertberichtigungen und unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt.

Die Kassen- und Bankbestände werden zum Nennwert angesetzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Das gezeichnete Kapital ist mit dem Nennbetrag angesetzt.

Die sonstigen Rückstellungen umfassen alle erkennbaren Risiken sowie ungewisse Verpflichtungen und sind mit ihrem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag bemessen.

Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

III. Erläuterungen zur Bilanz

Die Entwicklung und Zusammensetzung des Anlagevermögens sowie die Abschreibungen des Geschäftsjahres für die Einzelposten des Anlagevermögens ergeben sich aus dem in der Anlage zum Anhang beigefügtem Anlagenspiegel.

Die Forderungen an Kreditinstitute bestehen aus täglich fälligen Bankguthaben i.H.v. TEUR 149 (VJ: TEUR 394).

Die Forderungen an Kunden belaufen sich auf insgesamt TEUR 1.227.

Die in der Bilanz ausgewiesenen Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere i.H.v. TEUR 752 enthalten ausschließlich einen ETF, welcher börsenfähig ist.

Die sonstigen Vermögensgegenstände i.H.v. TEUR 167 (VJ: TEUR 616) beinhalten geleistete Mietkautionen, Steuerforderungen aus Umsatz- und Ertragssteuern sowie Forderungen aus dem Verrechnungsverkehr.

Das Eigenkapital beinhaltet das gezeichnete Kapital i.H.v. TEUR 75 (VJ: TEUR 75), Kapitalrücklagen über TEUR 124 (VJ: TEUR 115) und andere Gewinnrücklagen über TEUR 2.039 (VJ: TEUR 1.529).

Aufgrund der Verschmelzung der Gerd Kommer Capital GmbH zum 01.01.2023, 0:00 Uhr (handelsrechtlicher Verschmelzungsstichtag), hat sich die Kapitalrücklage der übernehmenden Gesellschaft um T€ 9 erhöht.

Die Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für ausstehenden Urlaub i.H.v. TEUR 37 (VJ: TEUR 25), ungewisse Verbindlichkeiten TEUR 0 (VJ: TEUR 28), Abschluss- und Prüfungskosten i.H.v. TEUR 45 (VJ: TEUR 23) sowie sonstige Rückstellungen i.H.v. TEUR 13 (VJ: TEUR 8).

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber dem Geschäftsführer in Höhe von TEUR 11 (VJ: TEUR 11) enthalten.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus erhaltenen Kautionen über TEUR 0 (VJ: TEUR 1), Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuern i.H.v. TEUR 31 (VJ: TEUR 24) sowie Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer-Vorauszahlungen i.H.v. TEUR 95 (VJ: TEUR 57).

IV. Erläuterungen zur Gewinn- & Verlustrechnung

Aufwendungen und Erträge wurden auf das Geschäftsjahr abgegrenzt.

Die Gesellschaft ist fast ausschließlich in Deutschland tätig.

Die Provisionserträge basieren im Wesentlichen auf Provisionen aus Vermögensverwaltungsdienstleistungen sowie Erlösen aus dem Robo-Advisor i.H.v. TEUR 3.364 (VJ: TEUR 2.237).

Aufgrund der Verschmelzung der Gerd Kommer Capital GmbH zum 01.01.2023, 0:00 Uhr (handelsrechtlicher Verschmelzungsstichtag), wurden der übernehmenden Gesellschaft Provisionserlöse i.H.v. TEUR 86 sowie Aufwendungen i.H.v. TEUR 38 für den Zeitraum zwischen dem Verschmelzungsstichtag und dem formalen Abschluss der Verschmelzung durch Eintragung zugerechnet.

Sonstige betriebliche Erträge bestehen im Wesentlichen aus Erstattungen im Rahmen des Aufwendungsausgleichsgesetzes i.H.v. TEUR 8 (VJ: TEUR 0), Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen i.H.v. TEUR 3 (VJ: TEUR 2) sowie sonstigen betrieblichen Erträgen i.H.v. TEUR 9 (VJ: TEUR 1).

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen untergliedern in Personalaufwendungen i.H.v. TEUR 1.445 (VJ: TEUR 1.060) und Sozialabgaben i.H.v. TEUR 228 (VJ: TEUR 192). Die anderen Verwaltungsaufwendungen i.H.v. TEUR 890 (VJ: TEUR 428) resultieren im Wesentlichen aus Werbekosten i.H.v. TEUR 378 (VJ: TEUR 30), Raumkosten i.H.v. TEUR 126 (VJ: TEUR 121), Aufwendungen für Lizenzen und Konzessionen i.H.v. TEUR 67 (VJ: TEUR 37) sowie Buchführungs-, Abschluss- und Prüfungskosten i.H.v. TEUR 71 (VJ: TEUR 51).

V. Sonstige Angaben

1. Fristengliederung nach § 9 RechKredV

Mit einer Restlaufzeit von
Art Bilanzwert 31.12.2023 bis 3 Monate mehr als 3 Monate bis 1 Jahr mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre
Forderungen an Kreditinstitute (Vorjahr:) 148.656,42 148.656,42
(394.358,49) (394.358,49)
Forderungen an Kunden 1.179.040,62 1.179.040,62 0,00
(Vorjahr:) (836.005,18) (698.510,18) (137.495,00)
Sonstige Vermögensgegenstände 182.558,66 155.098,66 0,00 27.460,00
(Vorjahr:) (609.149,23) (21.672,73) (60.016,50) (527.460,00)
Sonstige Verbindlichkeiten 169.132,22 169.132,22
(Vorjahr:) (98.756,90) (98.756,90)

Die Verbindlichkeiten aus Steuern betragen TEUR 152.

2. Mitarbeiter

Die Zahl der in 2023 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer beträgt 18 (VJ: 16). Davon durchschnittlich 16 Mitarbeiter in Vollzeit, ein Mitarbeiter in Teilzeit und ein Werkstudent.

3. Haftungsverhältnisse:

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Serviceverträgen in Höhe von TEUR 604.

4. Geschäftsführung:

Im Geschäftsjahr war Herr Dr. Gerd Kommer, Finanz- und Vermögenberater, als Geschäftsführer bestellt.

Bezüglich der Angaben zu dem Gesamtbezug des Geschäftsleiters wurde von der Schutzvorschrift des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

5. Abschlussprüferhonorar

Das im Geschäftsjahr als für Abschlussprüfungsleistungen erfasste Honorar beträgt TEUR 13, das für sonstige Prüfungen TEUR 13.

6. Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2023 in Höhe von EUR 510.920,74 in die Gewinnrücklagen einzustellen.

7. Besondere Vorgänge nach dem Schluss des Geschäftsjahres

Nach Abschluss des Geschäftsjahres gab es keine Vorgänge von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung.

 

München, den 6. März 2024

Dr. Gerd Kommer, Geschäftsführer

Jonas Schweizer, Geschäftsführer

Lagebericht per 31.12.2023:

Gerd Kommer Invest GmbH

1 Grundlagen und Geschäftsmodell des Unternehmens

Die Gerd Kommer Invest GmbH (GKI) mit Sitz in München ist eine unabhängige Vermögensverwaltungsgesellschaft. Es bestehen keine gesellschaftsrechtlichen Verbindungen zu einem größeren Finanzkonzern.

Die GKI besitzt die Erlaubnis gem. § 15 WpIG zur Erbringung der Anlagevermittlung gem. § 2 Abs. 2 Nr. 3 WpIG, der Anlageberatung gem. § 2 Abs. 2 Nr. 4 WpIG, der Abschlussvermittlung gem. § 2 Abs. 2 Nr. 5 WpIG, der Finanzportfolioverwaltung gem. § 2 Abs. 2 Nr. 9 WpIG sowie des Eigengeschäfts gem. § 15 Abs. 3 WpIG.

Die GKI beschränkt sich im Rahmen ihrer regulatorischen Zulassung weitgehend auf die aufsichtsrechtlich definierte Dienstleistung der Finanzportfolioverwaltung. In geringem Umfang wird auch Anlageberatung im aufsichtsrechtlichen Sinne erbracht.

Zusätzliche aufsichtsrechtliche Erlaubnisse, die aber wirtschaftlich für die GKI keine nennenswerte Bedeutung haben, bestehen für die Dienstleistungen Versicherungsberatung und Immobilienfinanzierungsberatung nach § 34h Abs. 1 Nr. 1 GewO und § 34i Abs. 1 S. 1 GewO.

Die Kunden der GKI sind vermögende Privathaushalte aus Deutschland sowie in moderatem Umfang Familienstiftungen mit Sitz in Liechtenstein. Einzelne Privatkunden haben ihren Hauptwohnsitz in Österreich, der Schweiz und in anderen Ländern.

Zu den wesentlichen Merkmalen des Geschäftsmodells der GKI zählen:

Kundengewinnung primär durch Publikationsaktivitäten, spezifisch durch die Veröffentlichung von Finanzratgeberbüchern und umfangreicher anderer "Publicity" (Öffentlichkeitsarbeit), bspw. ein monatlicher Blog und Newsletter, Printartikel in Mainstream-Medien, Social-Media-Präsenz (YouTube, Instagram, LinkedIn etc.) und Live-Vorträge, die online oder physisch gehalten werden.

Alle Kunden werden aufsichtsrechtlich als Privatkunden eingestuft.

Ein strikt wissenschaftlich orientierter "prognosefreier", "passiver" Investmentansatz, bei dem produktmäßig in den Mandantendepots nahezu ausschließlich UCITS-Fonds (Indexfonds, ETFs) zum Einsatz kommen.

In Bezug auf Asset-Klassen besteht eine ausnahmslose Begrenzung auf Aktien und Anleihen. Insbesondere kommen keine illiquiden Anlageformen zum Einsatz.

Ein besonders starker Fokus liegt auf der Vermeidung von Interessenkonflikten.

Das Bemühen, bei den korrekt berechneten "All-in-Kosten" für Mandanten preisgünstiger zu sein als ein durchschnittlicher, vergleichbarer Wettbewerber (Banken/Private Banking, unabhängige Vermögensverwalter).

Die generelle Gestaltung des Geschäftsmodells nach Kriterien der Risikoarmut. Beispielsweise operiert GKI generell in einer wenig konjunktursensitiven Branche. Außerdem ist das Business Risk bei GKI relativ zu typischen Wettbewerbern besonders gering (standardisierte Modellportfolios, keine Einzelwertinvestments, kein Einzelwert-Research, nahezu ausschließliche Nutzung von UCITS-Fonds, keine "Outperformance-Versprechen" gegenüber Kunden). Kundenforderungen werden vierteljährlich nachträglich eingezogen und sind sehr granular/stark diversifiziert (geringes Debitoren-Risiko). Mit Ausnahme der Person Dr. Gerd Kommer keine nennenswerte "Abhängigkeit" (Key Person Risks) von einzelnen Mitarbeitern.

Die GKI ist ein Dienstleistungsunternehmen und betreibt somit keine Forschung und Entwicklung im eigentlichen Sinn.

In der Berichtsperiode wurde die Schwestergesellschaft Gerd Kommer Capital GmbH (GKC GmbH) mit Sitz in München (Amtsgericht München HRB 256197) auf Grund des Verschmelzungsvertrages vom 22.08.2023 und der Beschlüsse der Gesellschafterversammlungen vom selben Tag mit der Gesellschaft zum 01.01.2023, 0:00 Uhr (handelsrechtlicher Verschmelzungsstichtag), verschmolzen. Zu den weiteren Auswirkungen insbesondere zu den Erlösen und Aufwendungen, welche für den Zeitraum zwischen dem Verschmelzungsstichtag und dem formalen Abschluss der Verschmelzung durch Eintragung der GKI zugerechnet werden, wird auf den Anhang verwiesen.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Der für GKI relevante Markt ist der Markt für Vermögensverwaltung im gehobenen Privatkundengeschäft in Deutschland.

Anbieterseitig setzt sich der deutsche Markt für Vermögensverwaltung im gehobenen Privatkundengeschäft folgendermaßen zusammen:

Rund 1.700 Banken (konventionelle Großbanken, Sparkassen, Genossenschafts-banken, Privatbanken). Die allermeisten dieser Banken bieten auch Vermögens-verwaltung im gehobenen Privatkundensegment an.

Rund 39.000 bankunabhängige Finanzanlagenvermittler, die fast ausschließlich unter einer Lizenz nach § 34f GewO operieren und im Rahmen ihrer Anlageberatung oder Anlagevermittlung anlageseitig nur UCITS-Fonds oder nicht regulierte Anlageformen wie Bankguthaben anbieten. Diese Firmen sind in der Regel sehr klein (unter fünf Beschäftigte). Aufsichtsrechtlich betreiben sie keine Finanzportfolioverwaltung, aber de facto führen viele Vermittler "fortlaufende" Anlageberatung und Anlagevermittlung durch, bei der man in gewisser Weise von "Assets under Management" oder "Assets under Control" sprechen kann.

Rund 720 bankunabhängige Vermögensverwalter mit einer Zulassung nach § 15 WpIG.

Rund 40 digitale Vermögensverwalter ("Robo Advisors"), überwiegend mit Zulassung nach § 15 WpIG.

Nach dem sehr schlechten Kapitalmarktjahr 2022 (für Aktien und Anleihen) war das Kalenderjahr 2023 bei Aktien ein gutes und bei Anleihen ein durchschnittliches Jahr.

Der bereits Mitte 2022 begonnene Preisabschwung im deutschen Wohnimmobilienmarkt setzte sich in 2023 fort, wenngleich man nicht von "Crash" sprechen kann, insbesondere auch deswegen nicht, weil die Mieten auch in 2023 stiegen.

Die Weltwirtschaft in 2023 wurde laut Internationalen Währungsfonds (IWF) weiter vom Anstieg der Nominalzinsen (zur Bekämpfung der Inflation) sowie von geopolitischen Unsicherheiten (insbesondere dem Fortdauern des Russland-Ukraine-Krieges sowie dem Israel-Palästinenser-Krieg am Ende des Jahres) geprägt.

In seinem "World Economic Outlook" vom Oktober 2023 bezifferte der IWF das reale Wirtschaftswachstum (GDP Growth Rate) wie folgt:

2022 (Ist-Daten) 2023 (vorläufig) 2024 (Prognose)
Global 3,5% 3,0% 2,9%
Entwickelte Länder (Dev. Economies) 2,6% 1,5% 1,4%
Deutschland 1,8% -0,5% 0,9%

Zur Einordung: Das globale Wirtschaftswachstum von 2000 bis 2019 betrug durchschnittlich 3,8% p.a.

2.2 Wirtschaftliche Lage des Unternehmens

2.2.1 Ertragslage

Die Ertragslage in 2023 war aus der Sicht der Geschäftsleitung insgesamt zufriedenstellend.

GJ 2022 (EUR) GJ 2023 (EUR)
1) Provisionserträge 2.237.000 3.364.000
2) Personalaufwand 1.252.000 1.673.000
3) andere Verwaltungsaufwendungen 428.000 890.000
4) Sonstige betriebliche Erträge 187.000 19.000
5) Abschreibungen 41.000 31.000
6) Sonstige betriebliche Aufwendungen 19.000 44.000
7) Sonstige Zinsen u. ähnliche Erträge 3.000 23.000
8) Zinsen u. ähnliche Aufwendungen 0 2.000
9) Steuern v. Einkommen u. Ertrag 227.000 255.000
10) Ergebnis nach Steuern 460.000 511.000

(Alle Zahlen auf volle Tausend gerundet.)

Die Provisionserträge sind in dem Berichtsjahr um ca. 50% angestiegen.

Aufgrund der Verschmelzung der Gerd Kommer Capital GmbH zum 01.01.2023, 0:00 Uhr (handelsrechtlicher Verschmelzungsstichtag), wurden der übernehmenden Gesellschaft Provisionserlöse i.H.v. TEUR 86 sowie Aufwendungen i.H.v. TEUR 38 für den Zeitraum zwischen dem Verschmelzungsstichtag und dem formalen Abschluss der Verschmelzung durch Eintragung zugerechnet.

Die wesentlichen Veränderungen in 2023 gegenüber 2022 in Bezug auf für uns maßgeblichen Aufwandskategorien "Personalaufwand" und "andere Verwaltungsaufwendungen" wurde durch die folgenden Faktoren/Maßnahmen verursacht:

Erhöhter Personalaufwand: Im GJ 2023 erhöhten wir unseren Personalbestand gegenüber dem Vorjahr, um angesichts des erwarteten Wachstums des Geschäftsvolumens und bestimmter Sonderprojekte (z. B. "GK-ETF-Projekt") Vorsorge zu tragen. Auch die Gehälter für Mitglieder des Management-Teams wurden angehoben.

Erhöhte Ausgaben für Beratungsleistungen, z. B. im Zusammenhang mit der Etablierung einer Holding-Struktur sowie der Verschmelzung der GKC auf die GKI.

Diskretionärer Marketing-Aufwand deutlich gestiegen: Erstmals wurde im GJ 2023 im größeren Umfang Ausgaben für Werbung getätigt (z. B. Google Ads).

2.2.2 Vermögenslage

Die Vermögenslage in 2023 war aus der Sicht der Geschäftsleitung insgesamt zufriedenstellend.

GJ 2022 (EUR) GJ 2023 (EUR)
AKTIVA
A. Anlagevermögen 93.000 838.000
B. Umlaufvermögen 1.846.000 1.543.000
C. Rechnungsabgrenzungsposten 44.000 150.000
BILANZSUMME 1.983.000 2.531.000
PASSIVA
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 75.000 75.000
II. Kapitalrücklage 115.000 124.000
III. Gewinnrücklagen 1.529.000 2.039.000
V. Jahresüberschuss --- ---
Summe Eigenkapital 1.719.000 2.238.000
B. Rückstellungen 152.000 97.000
C. Verbindlichkeiten 112.000 196.000
BILANZSUMME 1.983.000 2.531.000

(Alle Zahlen auf volle Tausend gerundet.)

Die für 2023 ausgewiesenen Rückstellungen und Verbindlichkeiten resultieren zum betragsmäßig größten Teil aus steuerlichen Sachverhalten, Rückstellungen für Abschluss und Prüfung, Urlaubsrückstellungen und Periodenabgrenzungssachverhalten. Verbindlichkeiten bei Banken oder vergleichbaren Kreditgebern bestehen nicht.

Das Anlagevermögen ist in der Berichtsperiode aufgrund von Investitionen in Wertpapiere deutlich angestiegen.

Die Eigenkapitalquote halten wir mit gerundet 88% für erfreulich hoch.

2.2.3 Finanzlage, Liquidität

Die Finanzlage im Geschäftsjahr 2023 war unverändert zufriedenstellend. Alle Verbindlichkeiten wurden regelmäßig innerhalb der vorgegebenen Zahlungsfristen beglichen. Die Liquidität des Unternehmens im GJ 2023 war durchgehend sehr erfreulich. An Jahresultima hatten wir einen Liquiditätsbestand (inkl. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere) von 900.000 Euro.

Die Einnahmen von Kunden (Assets-under-Management-Fee) werden vierteljährlich nachträglich überwiegend im SEPA-Einzugsermächtigungsverfahren eingezogen. Diesbezügliche Forderungsausfälle lagen in den sechs bisherigen Geschäftsjahren und auch in 2023 im Promille-Bereich, waren also größenordnungsmäßig bisher vernachlässigbar. Wir haben derzeit keinen Grund zur Annahme, dass sich daran in 2024 etwas fundamental ändern wird und stufen daher unser Debitorenrisiko als gering ein.

Historisch und im Jahr 2023 waren negative Ertrags- oder Cash-Flow-Effekte aufgrund von Kundenabwanderung relativ zum Bestands- und Neukundengeschäft vergleichsweise unbedeutend und insbesondere nicht übermäßig erratisch.

Das Unternehmen hatte in 2022 zwei verbundenen Unternehmen (Gerd Kommer Capital GmbH und Gerd Kommer GmbH) Darlehen im Volumen von jeweils 200.000 Euro bzw. 300.000 Euro gewährt. Die vollständige Rückführung dieser Darlehen erfolgte im Geschäftsjahr 2023.

Der Cashflow der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt TEUR 491. In diesem Bereich haben die Einzahlungen die Auszahlungen übertroffen.

Der Cashflow der Investitionstätigkeit beläuft sich auf TEUR -753. Darin sind u.a. Investitionen in das Finanzanlagevermögen i.H.v. TEUR 752 enthalten.

Der Cashflow der Finanzierungstätigkeit beträgt TEUR -2, da keine Ausschüttung des Bilanzgewinns des Vorjahres erfolgte. In Summe hat sich der Finanzmittelfonds (Barreserve und Forderungen an Kreditinstitute inkl. Veränderungen aus der Verschmelzung) in der Berichtsperiode von TEUR 395 auf TEUR 149 verringert.

2.2.4 Weitere finanzielle und nicht-finanzielle Leistungskriterien

Die nachfolgende Tabelle zeigt drei weitere Performance Metrics für die letzten vier Geschäftsjahre. Im GJ 2023 sind unsere AUMs bedingt durch einen guten Mittelzufluss aus dem Neukundengeschäft und moderat positiver Kapitalmarkteffekte weiter erfreulich gewachsen.

GJ 2020 GJ 2021 GJ 2022 GJ 2023
Assets-under-Management (Jahresultimo) € 299 Mio € 482 Mio € 682 Mio € 800 Mio
Nettomarge 0,40% 0,41% 0,39% 0,45%
Anzahl Mandantenverbände (Jahresultimo) 166 214 256 274

Geldbeträge auf volle Millionen gerundet. /// Die hier aufgeführten AUM schließen die Assets im Geschäftssegment GKC (Robo Advisor) und GK-ETF nicht mit ein. /// Wir erheben die AUMs und die Anzahl der Mandantenverbände nur alle zwei Wochen. Die oben genanten "Jahrsultimo-Werte" sind die Werte zu demjenigen Erhebungszeitpunkt der dem tatsächlichen Jahresultimo am nächsten liegt. /// Nettomarge = Provisionserlöse ÷ AUM im Jahresdurchschnitt. /// "Mandantenverband" = ein oder mehrere individuelle Kunden (Mandatsverträge), die zur gleichen Familie gehören.

Der AUM-Zuwachs in 2023 betrug 118 Mio. Euro, wovon etwa 62 Mio. Euro auf Markteffekte zurückzuführen waren und etwa 55 Mio. Euro auf Netto-Zuflüsse (Zuflüsse minus Abflüsse).

Im Lagebericht zum Jahresabschluss 2022 hatten wir für das GJ 2023 AUMs von 870 Mio. Euro und eine Nettomarge von 0,42% prognostiziert. Den AUM-Wert haben wir mit rund 70 Mio. Euro unterschritten, die Nettomarge ist minimal auf 0,45% gestiegen.

Der maßgebliche Grund für die Unterschreitung des AUM-Ziels in 2023 dürfte darin gelegen haben, dass 2023 branchenweit ein ungewöhnlich schlechtes Jahr in Bezug auf Nettozuflüsse für Vermögensverwalter war. Davon waren auch wir betroffen. In Bezug auf Markteffekte (globaler Akteinmarkt, Anleihenmarkt Eurozone) war 2023 historisch alles in allem ein etwa durchschnittliches Jahr.

Partiell konnten wir die o.g. Schwäche durch einen erfreulichen AUM-Start für unser "ETF-Joint Venture" mit LGIM (Legal & General Investment Management) ausgleichen (Geschäftsbereich GKE). Auch unser Robo-Joint Venture mit Scalable (Geschäftsbereich GKC) erfuhr einen moderaten AUM-Zuwachs. Beide AUMs sind jedoch nicht in den oben aufgeführten GKI-VV-AUMs enthalten.

In 2023 verzeichneten wir trotz einer hohen Arbeitsbelastung im Kontext von verschiedenen Sonderprojekten eine niedrige Mitarbeiterfluktuation. Das werten wir als Indikator für eine bisher funktionierende Personalführung.

Der Lagebericht zum Jahresabschluss 2022 enthielt keine Aussagen oder Prognosen zu den Provisionserlösen. Eine Prognose der Provisionserlöse für die Geschäftsjahre 2024 und 2025 einschließlich eine Einschätzung der Entwicklung in 2023 relativ zum Vorjahr ist weiter unten in Abschnitt 3.3 (Prognosebericht) enthalten.

3 Risiko-, Chancen- und Prognosebericht

3.1 Risikobericht

Aufgrund ihrer wesentlichen Bedeutung obliegt die Risikosteuerung und -überwachung den Geschäftsführern der Gesellschaft. Hierbei werden die Geschäftsführer durch die Funktionen Risikocontrolling, Compliance und Interne Revision unterstützt.

Das Risikomanagementsystem ist darauf ausgerichtet, Risiken rechtzeitig zu identifizieren und gegensteuernde Maßnahmen im Sinne eines aktiven Risikomanagements und -controllings einzuleiten. Die Funktionsfähigkeit und Angemessenheit aller Risikocontrolling- und Risikomanagementaktivitäten werden durch die Interne Revision geprüft. Dabei wurden folgende Risiken für das Institut identifiziert:

Adressenausfallrisiko

Adressenausfallrisiken bestehen hinsichtlich der Honorarforderungen der Gesellschaft gegenüber ihren Kunden. Das Risiko der Nichtrealisierbarkeit von Honorarforderungen ist aufgrund der Kundenstruktur weiterhin als gering einzustufen (siehe auch Ausführungen weiter oben in Abschnitt 2.2.3). In den zurückliegenden drei Geschäftsjahren lag diese Nichtrealisierbarkeit bei null.

Die liquiden Mittel des Unternehmens werden ausschließlich bei drei Kreditinstituten mit guter Bonität (HypoVereinsbank, DAB BNP Paribas und V-Bank) in Deutschland gehalten. Zudem gilt für die drei Institute die gesetzliche (staatliche) Einlagensicherung bis zu einem Guthaben pro Kunde von 100.000 Euro und zusätzlich das bezüglich der Obergrenze des Sicherungsbetrages weit umfangreichere private, freiwillige Einlagensicherungssystem der Geschäftsbanken in Deutschland.

Liquide Mittel oberhalb der gesetzlichen Einlagensicherungsgrenze, welche nicht zur Begleichung kurzfristiger Ausgaben (Zeithorizont: drei Monate) benötigt werden, werden überwiegend in risikoarmen Geldmarktfondsanlagen gehalten. Für diese besteht strukturell kein Bankausfallsrisiko.

Marktpreisrisiko

Das Institut hat sich als Nichthandelsbuchinstitut eingestuft. Vermögenswerte von Kunden nimmt es nicht entgegen. Das Institut unterliegt insofern keinen direkten Marktpreisrisiken.

Die Finanzinstrumente des Eigenbestands (ausschließliche Geldmarktfondsanlagen ohne Wechselkursrisiko, mit sehr geringem Durationsrisiko und sehr geringem Bonitätsrisiko) werden so gestreut, dass Währungs-, Kurs-, Preis- oder Zinsschwankungen einzelner Werte keine wesentlichen Risiken verursachen können. Risikobegrenzung erfolgt über die Steuerung des Gesamtportfolios des Wertpapierdepots. Im Ergebnis sind Marktpreisrisiken für das Institut als unbedeutend einzustufen. In 2023 materialisierten sich für die GKI keine nennenswerten Marktpreisrisiken.

Liquiditätsrisiko

Die Gesellschaft stuft das Liquiditätsrisiko aus dem Kundengeschäft als gering ein. Die Geschäftstätigkeit beinhaltet kein Einlagengeschäft, da die Zulassung des Instituts dies ausschließt. Somit werden keine Kundengelder entgegengenommen. Auszahlungen liquider Mittel an Kunden sind nicht zu leisten. Bankschulden bestehen nicht. In 2023 materialisierten sich für die GKI keine nennenswerten liquiditätsbezogenen Risiken.

Ertragsrisiko

Die Gesellschaft sieht sich hauptsächlich Ertragsrisiken ausgesetzt. Maßgebliches Risiko ist dabei der Verlust von Kunden, negative Entwicklung des betreuten Kundenvermögens durch negative Kapitalmarktentwicklung, Marktrisiken, Branchen- und Konkurrenzsituation, unerwartete, nicht vermeidbare Kostensteigerungen (z. B. EdW-Sonderumlagen), Kostensteigerungen durch zunehmende aufsichtsrechtliche Anforderungen. Zur Gegensteuerung wurden bereits verschiedene Maßnahmen getroffen. Zur Ertragsentwicklung in 2023 siehe Abschnitte 2.2.1 (Ertragslage) und 2.2.4 (Weitere finanzielle und nicht-finanzielle Leistungskriterien).

Operationelle Risiken

Unter operationellen Risiken versteht das Institut die Gefahr einer negativen Geschäftsentwicklung infolge interner oder externer Einflüsse. Beispiele wären negative Effekte aufgrund eines Data Breach Events oder eines Hacking Events. Für bestimmte operationelle Risiken besteht Schutz durch eine Vermögensschadenhaftpflicht-versicherung. In 2023 materialisierten sich keine nennenswerten operationelle Risiken.

Der im Februar 2022 von Russland begonnene Angriffskrieg gegen die Ukraine stellt auch nach mehr als zwei Jahren ein Risiko für die Finanzmärkte dar. Daneben ist im Jahr 2023 mit der Eskalation des Nahost-Konflikts ein weiteres geopolitisches Problem hinzugekommen. Unerwartete negative Entwicklungen würden die Märkte wahrscheinlich signifikant beeinträchtigen.

Regulatorische Risiken

Besonders gravierende regulatorische Risiken, die sich deutlich negativ auf die GKI auswirken könnten, sehen wir für die kommenden zwölf Monate derzeit nicht. In 2023 materialisierten sich für die GKI keine nennenswerten regulatorischen Risiken.

Insgesamt wird die Risikolage als beherrschbar bewertet. Konkret bestandsgefährdende Risiken werden in den nächsten Jahren nicht prognostiziert.

3.2 Chancenbericht

Angaben in Fachmedien zufolge hatte der deutsche Markt für Vermögensverwaltung für private Haushalte (einschl. Private Banking) in Deutschland im Jahr 2023 ein AUM-Volumen von rund 1.600 Milliarden Euro. Selbstentscheider/Do-it-yourself-Anleger und institutionelle Anleger sind nicht in dieser Zahl enthalten.

Nicht berücksichtigt sind in diesen Zahlen naturgemäß auch die entsprechenden Märkte in Österreich und in der Schweiz, die für uns bisher zwar noch geringe aber nicht ganz vernachlässigbare Bedeutung haben.

Die Marktanteile im deutschen Markt sind unseren Recherchen zufolge folgendermaßen verteilt:

Geschätztes Volumen AUM in Mrd Euro Marktanteil
Konventionelle Banken [A] 1.900 54%
Privatbanken 1.400 40%
Unabhängige Vermögensverwalter 140 4%
Digitale Vermögensverwalter [B] 70 2%
Summe 3.510 100%

Auf ganze Millionen gerundet. /// [A] Großbanken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken (Universalbanken). /// [B] Robo Advisors - diese Gruppe schließt auch Anbieter digitaler Vermögensverwaltungslösungen mit ein, die sich selbst nicht als Robo Advisors bezeichnen und ferner Anbieter, die Tochtergesellschaften großer Finanzdienstleister sind (Banken, Versicherungen, Fondsgesellschaften). /// Die Zahlen in der Tabelle wurden von der Geschäftsleitung der GKI zusammengestellt. Sie sind abgeleitet aus verschiedenen Quellen, die in der Datei "Tabelle Abschn. 3.2 Chancenbericht (Marktanteile) V1.xlsx" aufgeführt werden. Zu beachten ist, dass die Quellenlage in Bezug auf diese Daten z. T. widersprüchlich ist, weswegen wir Anpassungen oder Schätzungen der Angaben in den Originalquellen auf der Basis unserer eigenen Marktkenntnisse vorgenommen haben.

Nicht enthalten sind in den Daten der Tabelle die Märkte Österreich und Schweiz, die für die GKI künftig ebenfalls eine Rolle spielen werden. Ebenfalls nicht enthalten sind "AUMs", die den ca. 40.000 Finanzanlagen-vermittlern in Deutschland im Rahmen von Anlageberatung zuzuordnen sind.

Das gesamte AUM-Volumen des deutschen Marktes dürfte im langfristigen Mittel durch Cash-Flow-Effekte (Nettoeffekt aus Depotzuführungen und Depotentnahmen) und reine Marktrenditeeffekte bereinigt um Kosten und Steuern gemäß Einschätzungen aus der Fachpresse und auch unseres Erachtens um etwa 5% per annum steigen.

Im Zeitraum 2022 und 2023 haben wir eine Reihe strategischer, einmaliger Sonderprojekte abgeschlossen, von denen wir annehmen, dass sie für die langfristige Unternehmensentwicklung vorteilhaft wirken werden. Diese strategischen Sonderprojekte banden in den rund 24 Monaten bis Ende 2023 beträchtliche Management-Kapazitäten und verursachten nennenswerte Kosten, die nicht alle wiederkehrender Natur sind. Zu diesen Sonderprojekten gehörten Beantragung und Implementierung der WpIG-Zulassung einschließlich neuer Compliance-Funktion, Suche, Evaluierung und Implementierung eines Portfoliomanagement-Systems, Etablierung einer Holding, Entwicklung und Launch eines proprietären ETFs in Zusammenarbeit mit einem großen Asset Management-Unternehmen (Legal & General), starke Ausweitung unserer Marketing-Ressourcen/Aktivitäten. Im GJ 2024 werden wir aus heutiger Sicht deutlich weniger durch den Aufwand rund um derartige Sonderprojekte belastet sein.

Der globale Aktienmarkt war am 31.12.2023 normal bewertet, was für die statistisch erwartete Rendite (zukunftsgerichtete Rendite) unserer Mandantendepots in 2024 und darüber hinaus eine freundliche Aussicht bedeutet.

Der für uns relevante Anleihenmarkt war am 31.12.2023 aufgrund des starken Nominalzinsanstiegs in 2022 und der zinsmäßigen Seitwärtsbewegung in 2023 relativ normal bewertet. Die erwartete Rendite in 2024 für den zinstragenden Teil unserer Mandantenportfolios sollte damit besser sein als im Mittel der Jahre 2017 bis 2023.

Unser Zielklientel hat im Allgemeinen hohes Exposure zur Asset-Klasse Wohnimmobilien in Deutschland. Aufgrund der relativ schlechten Preisentwicklung des deutschen Wohnimmobilienmarktes in 2022 und 2023 und der noch schlechteren Entwicklung des Gewerbeimmobilienmarktes in diesen beiden Jahren nehmen wir in unserer Mandantschaft nunmehr eine etwas gestiegene Bereitschaft wahr, ihr Immobilien-Exposure durch Objektverkäufe zu reduzieren oder jedenfalls nicht mehr weiter auszudehnen. Diese Entwicklung kann uns in 2024 nutzen.

Unser Ziel für 2024 ist es, so wie in bisher jedem Jahr seit Unternehmensgründung Anfang 2017, in Bezug auf das AUM-Wachstum der GKI aus Netto-Cashflow (Wachstum exklusive Kapitalmarkteffekte) schneller zu wachsen als der Gesamtmarkt. Auch in Bezug auf die weitere AUM-Entwicklung und den Ergebnisbeitrag unseres neuen Geschäftsfeldes GKE (GK-ETF-Joint Venture mit LGIM) sind wir nach einem erfolgreichen Start im zweiten Halbjahr 2023 zuversichtlich.

3.3 Prognosebericht

Unsere Key Performance Indicators Assets under Management und Rohmarge (Nettomarge) prognostizieren wir für die kommenden beiden Geschäftsjahre wie folgt:

GJ 2022 Ist GJ 2023 Ist GJ 2024 Plan GJ 2025 Plan
Assets under Mgmt (Jahresultimo) € 682 Mio €800 Mio € 1.000 Mio € 1.250 Mio
Wachstum AUM Year on Year +41% +17% +25% +25%
Provisionserlöse (AUM Fee) € 2.237k € 3.364k € 3.795k € 4.744k
Wachstum Provisionserlöse (AUM Fee) +19% +48% +13% +25%
Nettomarge 0,39% 0,45% 0,42% 0,42%

Die hier aufgeführten AUM und anderen Daten schlließen die Assets im Geschäftssegment GKC (Robo Advisor) und GK-ETF nicht mit ein. /// Nettomarge = Provisionserlöse ÷ AUM im Jahresdurchschnitt.

Für den Geschäftsverlauf in den zwei künftigen Geschäftsjahren 2024 und 2025 sind wir in Bezug auf AUM-Wachstum und Provisionserlöse optimistisch, wie das in der tabellarischen Prognose zum Ausdruck kommt.

Die Anlageklassen Aktien und Anleihen waren Ende 2023 auf globalem Niveau (der für uns relevanten Ebnene) etwa fair/normal bewertet, so dass wir statistisch normal-positives Marktwachstum für unsere AUMs erwarten können.

Unsere Ausgaben für Marketing und Marketing-Personal haben wir in 2023 ggüb. 2022 sehr deutlich verstärkt und werden dieses höhere Niveau vsl. auch in 2024 und 2025 beibehalten. Wir sind der Überzeugung, dass diese Maßnahmen im Hinblick auf weiteres AUM-Wachstum in 2024 und 2025 förderlich sein werden.

Gemäß unserer Planung werden unsere Personalressourcen in 2024 und 2025 vsl. weiter zunehmen. Hier ist es allerdings auch möglich, dass wir die organisatorischen "Effizienzgewinne" aus der jüngeren Vergangenheit (insbesondere durch den immer umfassendere Einsatz unseres Portfolio Management Systems AM One) ernten und unsere Personal in 2024 unter Plan aufstocken.

Am Bilanzstichtag 2023 betrug unsere Liquidität aus Bankguthaben und Geldmarktanlagen rund 800.000 Euro und ist bis zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichtes weiter auf über eine Million Euro angestiegen.

Das Unternehmen ist de facto schuldenfrei, also vollständig aus Eigenkapital finanziert. Die geringen Verbindlichkeiten, die zum Bilanzstichtag 2023 bestanden, resultierten aus Periodenabgrenzungsgründen und repräsentierten offene Steuerzahlungen und geringe Verbindlichkeiten aus L&L.

Wir gehen davon aus, dass unsere Jahresergebnis in 2024 Year on Year um mehr als 10% steigen wird.

4 Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Zu den im Unternehmen bestehenden Finanzinstrumenten zählen insbesondere Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden. Ziel des Finanz- und Risikomanagements ist die Sicherung des Unternehmenserfolges gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Im Jahr 2023 begannen wir ein neues Liquiditäts-Management-Tool ("Companyon") einzusetzen. Unsere bisherigen Erfahrungen damit sind positiv. In Bezug auf Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden ereigneten sich in 2023 keine berichtenswerten Risiko-Events.

Datum und Unterschrift

 

München, 14.03.2024

Dr. Gerd Kommer

Jonas Schweizer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Gerd Kommer Invest GmbH

Prüfungsurteile

Ich habe den Jahresabschluss der Gerd Kommer Invest GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus habe ich den Lagebericht der Gerd Kommer Invest GmbH für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 geprüft.

Nach meiner Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31.12.2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erkläre ich, dass meine Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Ich habe meine Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Meine Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" meines Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Ich bin von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und habe meine sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Ich bin der Auffassung, dass die von mir erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für meine Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Meine Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der meine Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung übe ich pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifiziere und beurteile ich die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, plane und führe Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlange Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für meine Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinne ich ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteile ich die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehe ich Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls ich zu dem Schluss komme, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, bin ich verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, mein jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Ich ziehe meine Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum meines Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteile ich Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteile ich den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führe ich Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehe ich dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteile die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen gebe ich nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Ich erörtere mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die ich während meiner Prüfung feststelle.

 

Köln, 22.03.2024

Prof. Dr. Rainer Jurowsky, Wirtschaftsprüfer

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde am 15. April 2024 festgestellt.

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