naturstrom AG
Parsevalstraße 11, 40468 Düsseldorf, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
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Sophia Eltrop seit 25.11.2022 | Vorstandsmitglied |
Kirsten Dr. jur. Röing genannt Nölke seit 29.6.2022 | Vorstandsmitglied |
Beteiligungen
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
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Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
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Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
naturstrom AGDüsseldorfJahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Zusammengefasster Lagebericht 20231. Grundla gen zur Gesellschaft und zum Konzern Am 16. April 1998 gründen 16 Mitglieder aus Umwelt- und Öko-Energieverbänden mit der naturstrom AG den ersten bundesweiten Öko-Energieversorger - noch bevor die Liberalisierung des deutschen Strommarktes Ende April formell besiegelt wurde. Das Ziel von Beginn an: Die Belieferung mit und Förderung von echtem Ökostrom. Heute, ein Vierteljahrhundert später, ist naturstrom mit über 300.000 Kund:innen größter unabhängiger Öko-Energieversorger Deutschlands. Das Unternehmen wird von über 1.700 Aktionär:innen, davon mehr als 50 Prozent Kleinaktionär:innen, getragen. Um sicherzustellen, dass keine entgegengesetzten Interessensgruppen Einfluss erhalten, werden die Aktien nicht an der Börse gehandelt. Das Grundkapital beläuft sich auf 30,5 Millionen Euro. Seit Gründung steht für naturstrom fest: Die Energiewende umfasst mehr als den Wechsel zu Ökostrom und Ökogas. Deshalb engagiert sich naturstrom durch Tochter- und Beteiligungsgesellschaften auch für die Dekarbonisierung weiterer Bereiche. Diese ganzheitliche Auffassung der Energiewende spiegelt sich auch in den fünf Geschäftsfeldern wider: Energiebelieferung, Urbanes Wohnen, Klassische Nahwärme, Mobilität und Energieerzeugung.
Abb. 1: Geschäftsfelder der natur strom AG Dem Geschäftsfeld Energiebelieferung gehören die Gesellschaften NaturStromHandel GmbH (NSH), NaturStrom XL GmbH (NSX), Change! Energy GmbH (CEY), naturstrom vor Ort GmbH (NvO) und NaturStromTrading GmbH (NST) an, alles hundertprozentige Töchter der naturstrom AG. Die NSH, NSX, CEY und NvO beliefern Endkund:innen mit Ökostrom sowie mit Ökogas. NSH und NSX haben einen Gewinnabführungsvertrag mit der naturstrom AG abgeschlossen. Die NSH beliefert Kund:innen mit einem Jahresverbrauch von bis zu etwa 10.000 kWh, also vornehmlich Haushalte und Kleingewerbetreibende mit naturstrom. Unabhängig vom Verbrauch verantwortet sie auch die Versorgung aller Endkund:innen mit naturstrom ökogas. Abnahmestellen mit einem höheren Jahresstromverbrauch, also in erster Linie Unternehmen und institutionelle Einrichtungen, beliefert die NSX. Die CEY beliefert Haushalte mit Ökostrom und Ökogas der Marke Change! Energy. Die NvO bündelt die Belieferungsaktivitäten rund um die Themen Mieterstrom- und Regionalstromtarife in der Unternehmensgruppe. Die Regionaltarife sind im Umfeld eigener Wind- und Solarparks oder gemeinsam mit Bürgerenergiegesellschaften aufgesetzt worden. Die NST ist im Energiegroßhandel aktiv und vermarktet aktuell Strom aus EEG-Kraftwerken nach dem sogenannten Marktprämienmodell oder der sonstigen Direktvermarktung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sowie Strom aus Erneuerbare-Energien-Anlagen ohne EEG-Vergütung, vornehmlich ausgeförderte Windenergieanlagen. Das Geschäftsfeld Energieerzeugung umfasst Planung, Bau und Betrieb von Erneuerbare-Energien-Kraftwerken der Gruppe, hauptsächlich Solar-Freiflächenanlagen und Windenergieanlagen. Zusammengeführt und weiterentwickelt werden diese Aktivitäten durch die NaturEnergy GmbH & Co. KGaA (NE), an der die naturstrom AG zum 31.12.23 mit 57,04 Prozent beteiligt war. Damit ist der Anteil wie geplant gegenüber 2022 merklich gesunken, konkret um 18,56 Prozentpunkte. Die NE agiert unter eigener Marke und verfolgt das Ziel, über Beteiligung privater und institutioneller Investor:innen ein stetig wachsendes Portfolio an Erzeugungsanlagen aufzubauen. Die NaturStromProjekte GmbH (NSP) verantwortet die Projektentwicklung und Bauausführung inklusive der Netzanschlüsse. Der Bau selbst sowie Serviceleistungen rund um die Errichtung regenerativer Kraftwerke werden von der NaturStromAnlagen GmbH (NSA) organisiert. Die NATEN Betriebsführung GmbH (NATEN BF) kümmert sich um die technische Betriebsführung der Photovoltaik- und Windenergieanlagen sowie in geringem Umfang auch um den laufenden Anlagenservice. Betrieben werden die Anlagen in einer Vielzahl einzelner Betriebsgesellschaften, vielfach zusammen mit Bürger:innen. Im Geschäftsfeld Urbanes Wohnen werden die Aktivitäten rund um die Energieversorgung von Mehrparteienhäusern, Quartieren und Gewerbeimmobilien aus gebäudenah errichteten Erzeugungsanlagen gebündelt. Hierunter fallen Mieterstromprojekte sowie die Entwicklung und Umsetzung sektorenübergreifender Versorgungkonzepte für Quartiere und mittelständische Unternehmen mit Ökostrom, erneuerbarer Wärme und E-Mobilitäts-Ladeinfrastruktur. Die hierbei erworbenen Kompetenzen werden zunehmend auch für Machbarkeitsstudien und Beratungsleistungen für Dritte genutzt. Die Entwicklung, die technische Planung und der Bau der Energieanlagen erfolgen innerhalb der naturstrom AG. Betrieben werden diese dann langfristig in eigenständigen Betriebsgesellschaften. In Mieterstromprojekten konzentriert sich naturstrom mittlerweile auf die energiewirtschaftlichen Dienstleistungen. Die Projektentwicklung und der Betrieb der Solaranlagen werden in diesen Fällen komplett durch Partner wie Bürgerenergiegesellschaften organisiert. Das Geschäftsfeld Klassische Nahwärme vereint die Projektentwicklung und den Betrieb von Heizzentralen, Freiflächen-Solarthermieanlagen und Nahwärmenetzen im ländlichen Raum. Die Entwicklung, technische Planung und die Bauabwicklung finden innerhalb der naturstrom AG statt. Dienstleistungen und Produkte rund um nachhaltige Mobilitätslösungen werden im Geschäftsfeld Mobilität zusammengefasst. Der Großteil der Aktivitäten ist in der Tochtergesellschaft Green Moves GmbH & Co. KG (GM) organisiert. Im Fokus stehen ein Abo-Modell für E-Fahrzeuge (Abo-Rad), das sich an Privatpersonen und Geschäftskunden richtet, sowie ein modulares Sharing-Konzept für E-Roller, E-Bikes und E-Lastenräder, das sich an Kommunen und ihre Verkehrsgesellschaften sowie Immobilienentwickler richtet und als White-Label-Lösung angeboten wird. Die naturstrom AG erfüllt die Leitungs- und Holdingfunktionen in der Gruppe und stellt durch Stabstellen Dienstleistungen zur Verfügung, die in den Geschäftsfeldern und Beteiligungsunternehmen genutzt werden. Mit der Zertifizierung von Ökostrom- und Ökogastarifen, insbesondere nach den Kriterien des Grüner Strom Label e.V. (GSL), ist sie in kleinerem Umfang auch selbst operativ tätig. Diese Zertifizierung von vorrangig unternehmenseigenen, aber auch fremden Strom- und Gasbeschaffungen führt zu einem recht stabilen Umsatz von aktuell fast sieben Millionen Euro jährlich. Dieser Betrag wird überwiegend in Erzeugungsprojekte investiert, steht aber auch zur Förderung von Drittprojekten zur Verfügung. Die Unternehmensgruppe unterhält 15 Standorte: Neben dem Hauptsitz in Düsseldorf ist die zweite größere Niederlassung in Eggolsheim im Landkreis Forchheim beheimatet. Weitere Standorte befinden sich in Berlin, Bochum, Bruchsal, Dresden, Erfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Oldenburg, Osnabrück, Regensburg und Senftenberg. Des Weiteren ist der Standort der Beteiligung SunStrom GmbH (ebenfalls Dresden) berücksichtigt. Zum 31. Dezember 2023 waren 507 Mitarbeiter:innen bei den naturstrom-Gesellschaften im engeren Sinne inklusive der NaturEnergy und den ihr verbundenen Gesellschaften sowie 41 bei der Beteiligungsgesellschaft SunStrom GmbH beschäftigt, in Summe somit 548 im Konzern. Bei der Berechnung der Mitarbeiter:innenanzahl wurden Vorstand und Geschäftsführung berücksichtigt, Studierende und Auszubildende sind nicht in die Berechnung nach Köpfen einbezogen. 2. Wirtschaftsbericht 2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Das Jahr 2023 brachte positive Entwicklungen für die Energiebranche und die Energiewende auf mehreren Ebenen mit sich. Die Energiepreiskrise, die die Branche und das gesamte Land im Jahr zuvor fest im Griff hatte, verlor schnell ihren Schrecken. Bereits im Januar setzte eine deutliche Entspannung der Großhandelspreise für Strom und Gas ein, die sich sukzessive auch in spürbar sinkenden Neukundin:innentarifen niederschlug. Währenddessen machte der Zubau der Erneuerbaren deutliche Fortschritte und auch ihr Anteil an der Stromversorgung erreichte neue Rekorde. Der durchschnittliche Großhandelspreis am Kurzfristmarkt der Strombörse lag im vergangenen Jahr bei 95,18 Euro pro MWh. Damit betrug er weniger als die Hälfte des Vorjahreswertes von 235,45 Euro/MWh und sank auf das Niveau von 2021. Der Mechanismus zur Abschöpfung sogenannter Zufallserlöse der Anlagenbetreiber, um den die Bundespolitik Ende 2022 noch heftig gerungen hatte, wurde angesichts des schnell und deutlich sinkenden Preisniveaus spätestens ab dem Frühling bedeutungslos. Noch signifikanter war der Preisrutsch beim Erdgas: Die durchschnittlichen Preise am Großhandelsmarkt sanken von 124 Euro pro MWh im Jahr 2022 auf Quartalsschnitte zwischen 33 bis 54 Euro pro MWh. Der Stromverbrauch in Deutschland betrug im Berichtsjahr 517,3 Mrd. kWh und somit rund vier Prozent weniger als im Vorjahr (540,2 Mrd. kWh). Der Primärenergieverbrauch sank 2023 sogar noch deutlicher um rund acht Prozent auf 2.997 Terawattstunden (TWh). Neben dem seit vielen Jahren anhaltenden strukturellen Rückgang waren 2023 als kurzfristige Effekte besonders Produktionsrückgänge in der Industrie aufgrund der zunächst noch hohen Energiepreise und der angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage sowie Witterungseffekte für die Reduzierung verantwortlich. Infolge des gesunkenen Energieverbrauchs, einer deutlich verringerten Kohleverstromung und der guten Entwicklung der Erneuerbaren Energien fielen Deutschlands Treibhausgasemission 2023 auf 673 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente und damit auf den tiefsten Stand seit 70 Jahren. Das entspricht einem Rückgang um 73 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente gegenüber 2022. Zu diesen erfreulichen Entwicklungen konnten auch die Erneuerbaren Energien beitragen. Ihr Anteil an der gesamten Stromerzeugung in Deutschland lag 2023 bei 56,0 Prozent und somit 7,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Ihr Anteil am Stromverbrauch, also der Netzlast, betrug 55,0 Prozent (Vorjahr: 48,4 Prozent). Für diese Rekorde waren der starke Zubau im Jahresverlauf sowie günstige Wetterbedingungen verantwortlich.So ist die Einspeisung durch Onshore-Windenergieanlagen deutlich um 18,0 Prozent auf 119,2 TWh gestiegen. Bei der Wasserkraft betrug das Plus aufgrund der erhöhten Niederschlagsmenge 16,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Mit 1 764 Sonnenstunden im bundesweiten Schnitt war 2023 auch für die Photovoltaik ein durchaus gutes Jahr, auch wenn es nicht an den Rekord von 2022 herankam. Unter dem Strich glichen sich die niedrigere Sonnenscheindauer und der Zubau aus, die Erzeugung blieb mit einem marginalen Minus von 0,1 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres. Nicht nur die Stromproduktion der Erneuerbaren entwickelte sich positiv, sondern auch ihr weiterer Ausbau. Ein wahres Boom-Jahr war 2023 für die Photovoltaik: Anlagen mit rund 14.000 MW Leistung gingen neu ans Netz, sodass das im Vorhinein als ambitioniert eingeschätzte politische Ziel von 9.000 MW weit übertroffen und der bisherige Rekord aus dem Jahr 2012 mit 7.600 MW geradezu pulverisiert wurde. Auch der Ausbau der Windenergie an Land zog an, wenn auch noch nicht im nötigen Tempo. 745 neue Anlagen mit insgesamt 3.567 MW Leistung wurden errichtet - ein Plus von 48,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 2.405 MW. Anlagen mit rund 7.500 MW wurden zudem neu genehmigt, was eine solide Basis für den künftigen Zubau bedeutet. Der Endkund:innenmarkt für Strom und Gas erfuhr im Jahresverlauf eine deutliche Belebung. Schnell sinkende Preise für Neukund:innen bei zugleich anhaltend hohen Preisen für Bestandskund:innen machten einen Wechsel wieder attraktiv. Insgesamt sanken die durchschnittlichen Arbeitspreise für Haushaltskund:innen nach Erhebungen der Vergleichsplattform Verivox zwischen Januar und Dezember 2023 um rund 21 Prozent von 48,20 Cent pro kWh auf 38,09 Cent pro kWh. Während der durchschnittliche Preis für Neukund:innentarife bei 29 Cent pro kWh lag, verharrten die Bestandskund:innentarife auf einem hohen Niveau von durchschnittlich 46 Cent pro kWh im Jahresmittel. Die gesetzlichen Energiepreisbremsen verloren vor diesem Hintergrund zumindest bei den Neukund:innentarifen schnell ihre Relevanz. In energiepolitischer Hinsicht profitierten die Erneuerbaren von den verbesserten Weichenstellungen durch das EEG 2023. Auch das Windenergieflächenbedarfsgesetz, das Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende und die Novelle des Raumordnungsgesetzes setzten positive Impulse. Nachhaltig negativ auf die öffentliche Wahrnehmung der sektorenübergreifenden Energiewende wirkte sich indes der missglückte Gesetzgebungsprozess rund um das Gebäudeenergiegesetz aus - obwohl die letztlich beschlossene Fassung nicht als überambitioniert gelten kann. Das Solarpaket mit zahlreichen von der Branche begrüßten Einzelmaßnahmen zur weiteren Forcierung des Photovoltaik-Ausbaus fiel derweil der Haushaltskrise im November zum Opfer, seine Verabschiedung schiebt sich ins Jahr 2024. 2.2. Geschäftsverlauf Die insgesamt positive Entwicklung der naturstrom AG im Berichtsjahr verdankt sich wesentlich dem Geschäftsfeld Energiebelieferung. Das überraschend schnelle Abebben der Energiepreiskrise sowie eine gute Positionierung im Wettbewerb gaben den Ausschlag dafür, dass die wirtschaftlichen Ziele im Geschäftsfeld übertroffen werden konnten. Für das Geschäftsfeld Energieerzeugung bedeutete das gesunkene Preisniveau im Stromgroßhandel die Rückkehr zur Normalität, derweil das Projektgeschäft mit Verzögerungen zu kämpfen hatte. Die Geschäftsfelder Urbanes Wohnen und Mobilität waren nach wie vor im Aufbau befindlich. Im Geschäftsfeld Klassische Nahwärme lag der Fokus darauf, die bestehenden Projekte auf wirtschaftlich solide Füße zu stellen. 2.2.1. Geschäftsfeld Energiebelieferung Die Gesellschaften im Geschäftsfeld Energiebelieferung organisieren die Versorgung von Haushalten, Unternehmen und sonstigen Akteuren mit nachhaltiger Energie, insbesondere Ökostrom und Ökogas. Operative Einheiten sind die Tochtergesellschaften NSH, NSX, CEY und NvO, die, wie in Kapitel 1 beschrieben, nach geschäftlichen Schwerpunkten bzw. Zielgruppen voneinander abgegrenzt sind. Die Tochter NST übernimmt für die vorgenannten Gesellschaften einen Teil der Beschaffung der Energiemengen auf Großhandelsebene und das Portfoliomanagement. Hauptprodukt des Geschäftsfeldes wie des ganzen Konzerns ist das Stromprodukt naturstrom. Flankiert wird es durch viele weitere, spezialisierte Stromtarife - von Städte- und Regionaltarifen über Angebote für Wärmepumpen- und Elektroauto-Haushalte bis hin zu einem Studierendentarif. Im November 2023 wurde diese vielfältige Produktlandschaft durch den Tarif naturstrom flex mit sich monatlich verändernden Preisen weiter ausdifferenziert. Die Preisentwicklung folgt hier, auf Basis einer festen Formel, dem Marktgeschehen an der Strombörse. So adressiert der Tarif erstens das wachsende Interesse der Bevölkerung an den Energiemarktentwicklungen und bietet zweitens auch den Millionen Haushalten ohne Smart Meter Zugang zu kurzfristig marktgekoppelten Stromtarifen. Die erste Resonanz auf das neue Angebot war durchaus positiv. Neben den verschiedenen Stromtarifen ist mit naturstrom ökogas eine klimafreundlichere Alternative zur sonst im Markt üblichen, rein fossilen Gasbelieferung im Programm. Das Jahr 2023 verlief bei der Markt- und Kund:innenentwicklung zweigeteilt. Es begann aufgrund der massiv gestiegenen Energiebeschaffungskosten mit deutlichen Tariferhöhungen. Diese wurden zwar bereits im April mit einer erneuten Preisanpassung für die meisten Angebote teilweise zurückgedreht, dennoch blieben die Kosten für Ökostrom und -gas im ersten Halbjahr deutlich über dem langjährig gewohnten Niveau. Demzufolge wurden auch so gut wie keine Werbe- und Vertriebsmaßnahmen durchgeführt. Entsprechend war das erste Halbjahr gekennzeichnet durch einen moderaten aber kontinuierlichen Kund:innenverlust. Mitte des Jahres konnte naturstrom die deutlich gesunkenen Einkaufspreise im Energiegroßhandel dann zu einer weiteren deutlichen Senkung der Tarife für Neu- wie Bestandskund:innen nutzen. Auch die Nutzung eigener Anlagen zur Belieferung war ab Juli durch das Auslaufen der Erlösabschöpfung wieder möglich und der selbst produzierte Strom konnte für eine attraktivere Preiskalkulation herangezogen werden. Auch Werbeschaltungen und Vertriebsaktionen wurden wieder gestartet. Im Ergebnis wurde - abgesehen von den üblichen Kündigungsbewegungen am Jahresende - ab Mitte Juni wieder ein kontinuierliches Wachstum der Vertragszahlen erreicht. 323.159 belieferte Verträge zum Jahresende bedeuten jedoch insgesamt einen Rückgang von etwa 12.600 Belieferungsstellen oder 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, sodass angesichts der schwierigen Marktlage der geplante ausgeglichene Saldo nicht ganz erreicht werden konnte. In absoluten Zahlen entfiel der größere Teil des Rückgangs dabei auf Produkte der Hauptmarke naturstrom, die ja auch insgesamt das Gros des Portfolios ausmacht. Insbesondere bei Regionalstromkund:innen gab es Rückgänge, sowie im Bereich kleinerer Gewerbekund:innen, während sich bei großen Gewerbekund:innen mit Regelleistungsmessung sogar eine deutliche Steigerung ergeben hat. Bei naturstrom-Haushaltskund:innen, dem größten Absatzsegment, war der Rückgang vergleichsweise gering, die Belieferung mit naturstrom ökogas konnte sogar ausgebaut werden. Den prozentual stärksten Rückgang verzeichneten, wie in den Vorjahren, Verträge unter der Marke Change! Energy. Die gesamte gelieferte Energiemenge ging gegenüber dem Vorjahr um etwa 130 Millionen Kilowattstunden bzw. 8,2 Prozent auf ziemlich genau 1,5 Milliarden Kilowattstunden zurück. Dies entsprach den Planwerten. Energieeinsparungen der Kund:innen waren der Hauptgrund dafür, dass der Absatz prozentual stärker zurückging als die Anzahl der belieferten Abnahmestellen. Durch den Rückgang der Energiepreise im Bereich der Direktvermarktung in der NST sanken die Umsätze im gesamten Geschäftsfeld gegenüber 2022, blieben im mehrjährigen Vergleich aber weiter auf hohem Niveau. Die Erträge konnten gegenüber dem schon guten Vorjahr sogar weiter gesteigert werden (vgl. Betrachtung im Kapitel "Ertragslage"). Die Strombeschaffung konnte wie geplant weiter diversifiziert werden. So wurde der Solarstrom-Anteil im Privatkund:innen-Angebot weiter erhöht, der Beitrag der Wasserkraft dagegen reduziert und so erneut ein Schritt in Richtung eines ausgewogenen Mixes aus Wasserkraft, Windenergie und Solarstrom getan. Zudem konnten auch größere Windstrommengen in das Portfolio der NSX, also in die Belieferung der Großabnehmer, integriert werden. Während bei der Strombeschaffung trotz aller Herausforderungen so ein erfreuliches Fazit gezogen werden konnte, ist der Einkauf von Biomethan mit hohen Nachhaltigkeitsstandards weiterhin herausfordernd. Die anhaltend hohe Nachfrage nach grünen Gasen aus dem Verkehrssektor sorgt für knappe Mengen, die Insolvenz der bmp greengas GmbH als einem der größten Biomethan-Händler hat die Marktlage zusätzlich verschärft. naturstrom ist durch die Insolvenz nicht direkt betroffen und hatte durch die bereits 2022 vollzogene Umstellung auf ein einziges Ökogasprodukt mit nurmehr zehnprozentiger Beimischung ausreichend Beschaffungsreserven, so dass 2023 keine konkreten Engpässe entstanden. Wie bisher wurden alle 2023 eingesetzten Biomethan-Mengen ausschließlich von Anlagen bezogen, die zu hundert Prozent mit Abfall- und Reststoffen betrieben werden.
Abb. 2: Stromherkunft 2023 - NSH und NSX 2.2.2. Geschäftsfeld Energieerzeugung Die Energieproduktion insbesondere aus Wind- und Solaranlagen sind der Kern des Geschäftsfelds Energieerzeugung. Zu diesem gehören bei naturstrom auch die Bereiche Projektentwicklung und -realisierung, Betriebsführung und Anlagenservice sowie Betriebsgesellschaften. Als Führungsgesellschaft für alle Tätigkeiten dieses Geschäftsfelds fungiert die NaturEnergy GmbH & Co. KGaA (NaturEnergy). Ihr Ziel ist es, einen Beitrag zur regenerativen, dezentralen und bürgernahen Energiewende zu leisten. Darüber hinaus soll ein stetiger Rückfluss der investierten Mittel und eine angemessene Verzinsung für die naturstrom-Gruppe und die Mitinvestor:innen in den jeweiligen Projektgesellschaften erzielt werden. Die NaturEnergy hat einen Geschäftsanteil in Höhe von 50 Prozent an der ECONAT Beteiligungen GmbH erworben, die restlichen 50 Prozent hält naturstrom. Verbunden damit ist das Recht zur Durchführung der kaufmännischen Betriebsführung für die konzerneigenen Wind- und Solarparks durch die NaturEnergy. Bei der NaturEnergy hat sich zum 01.10. die Zahl der Mitarbeitenden dadurch von fünf auf elf erhöht. Die NaturEnergy verfügt somit nun sowohl über eine eigene kaufmännische als auch - über ihre Tochtergesellschaft NATEN Betriebsführung GmbH - eine technische Betriebsführung, was die Zusammenarbeit verbessert und Synergien erschließen lässt. Auf dieser Basis können neue Mandate auch von Kund:innen außerhalb der naturstrom-Gruppe übernommen werden. Seit ihrer Öffnung für Mitinvestor:innen im Sommer 2022 ist die NaturEnergy keine 100-prozentige naturstrom-Tochtergesellschaft mehr. Zum Ende des Berichtsjahres 2023 verbleiben noch rd. 57 Prozent der Unternehmensanteile bei naturstrom. Die Projektrealisierungen im Geschäftsfeld blieben aufgrund diverser Verzögerungen u. a. durch verspätete Anlieferungen und Genehmigungen in mehreren Projekten hinter dem Plan zurück. So wurde lediglich im thüringischen Henschleben der dritte und letzte Bauabschnitt der unter anderem auf einer ehemaligen Deponiefläche realisierten Freiflächenanlage fertiggestellt. Mit der Erweiterung um 6,7 MWp wächst die Gesamtleistung des 21,5 Hektar großen Parks auf 22,8 MWp an. Jedes Jahr produziert er rund 23 Mio. Kilowattstunden sauberen Strom. Das Berichtsjahr wurde jedoch auch bewusst dazu genutzt, Projekte für 2024 zur Umsetzungsreife zu bringen. Dies gilt auch für den Windbereich. So starteten bei Niese-Köterberg im Landkreis Lippe Ende 2023 vorbereitende Arbeiten für das Repowering eines bestehenden Windparks. Die naturstrom-Gruppe betreibt auch abseits der NaturEnergy viele weitere Erzeugungsanlagen. Die Nennleistung aller Windenergie- und Photovoltaikanlagen, sowohl innerhalb des Konzerns als auch bei den gehaltenen Beteiligungen, entwickelte sich bis zum Jahresende 2023 wie folgt:
Tab. 1: Nennleistung der Windenergie- und Photovoltaikanlagen in den Teilkonzernen der naturstrom AG und NaturEnergy sowie in den Betreibergesellschaften außerhalb des Konzernkreises Im Jahr 2023 gab es keinen Zugang bei naturstrom-Betriebsgesellschaften. Bei Betriebsgesellschaften der NaturEnergy erhöht sich die Leistung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen durch die Fertigstellung von Henschleben III um 6,7 MWp. Die Planungen zum Neubau weiterer Freilandanlagen im Berichtsjahr konnten wegen Engpässen in der Beschaffung von Komponenten und vor allem Montageleistung nicht erfüllt werden. Die Errichtung des Solarparks in Groß-Lubolz mit einer Gesamtleistung von 24 MWp musste daher auf 2024 verschoben werden.
Tab. 2: Neu ans Netz angeschlossene Windenergie- und Photovoltaikleistung in den Teilkonzernen der naturstrom AG und NaturEnergy sowie in den Betreibergesellschaften außerhalb des Konzernkreises Das sehr gute Windaufkommen im Berichtsjahr führte zu erfreulichen Erträgen der Windenergieanlagen der naturstrom-Gruppe und lag bei den meisten Windparks 20 Prozent über Planung und Durchschnitt der Vorjahre. Gerade die in früheren Jahren hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Windparks in der Mitte Deutschlands konnten ihre Erträge stark steigern. Mit einer 140- respektive 130-prozentigen Erfüllung der geplanten Stromerträge stechen insbesondere die Windparks Hünfelden und Rugendorf hervor. Aufgrund technischer Probleme bei einigen Anlagen gab es jedoch auch längere Ausfälle, die den Gesamtertrag schmälerten. Insgesamt erfüllen die Windparks der naturstrom AG die Prognosen zu 120 Prozent, jene der NaturEnergy zu 118 Prozent. Im Photovoltaikbereich liegen die Erträge größtenteils im Plan, auch wenn die Erfüllungsgrade des Vorjahres nicht erreicht wurden - wobei beachtet werden muss, dass 2022 in Deutschland das sonnigste Jahr seit Messbeginn war. Die Differenz ist auch auf Diebstähle und Mängel bei im Vorjahr verbauter Module und Wechselrichter zurückzuführen. Dennoch verzeichnen die Photovoltaik-Flächenanlagen der naturstrom AG einen Erfüllungsgrad von 93 Prozent, während die Solarparks der NaturEnergy 96 Prozent erreichen. Inklusive der Beteiligungen produzierten die Windenergie- und Solaranlagen der Unternehmensgruppe eine Gesamtmenge von 646.790 MWh, 132.723 MWh mehr als 2022.
Tab. 3: Entwicklung der Stromeinspeisung (Wind und Photovoltaik) in den Teilkonzernen der naturstrom AG und NaturEnergy sowie in den Betreibergesellschaften außerhalb des Konzernkreises Nach zwei turbulenten Jahren normalisierten sich im Laufe des Berichtsjahres die Preise im Strom-Großhandel weitgehend. Die im Geschäftsfeld Energieerzeugung gebündelten Anlagen konnten entsprechend keine deutlich höheren Vermarktungserlöse mehr am Markt erzielen. Allerdings sicherte der frühzeitige Verkauf eines großen Teils der produzierten Strommengen an die NST für den Beschaffungspool von NSH und NSX einen relevanten Mehrerlös. Die technische Betriebsführung für Wind- und Solaranlagen sowie Netze wird von der NATEN BF durchgeführt, die zur NaturEnergy gehört. Auch die Beteiligungsgesellschaft wind 7 AG ist in diesem Bereich tätig, so dass gegenseitige Synergien der Gesellschaften genutzt werden können. Die technische Betriebsführung Wind betreut alle 60 Windenergieanlagen der naturstrom-Gruppe und zusätzlich 13 Windenergieanlagen für Gesellschaften mit Minderheitsbeteiligungen. Die technische Betriebsführung Photovoltaik betreut aktuell über 300 PV-Anlagen (mit über 170 MWp), darunter 20 Solarparks, die mit unterschiedlichen Beteiligungshöhen zur naturstrom-Gruppe gehören. Für 50 der über 300 Anlagen (mit ca. 30 MWp) werden auch Wartung und Service durchgeführt. Neben den oben genannten Gesellschaften ist im Berichtsjahr auch die SunStrom GmbH ein hundertprozentiges naturstrom-Tochterunternehmen, das sich auf die Errichtung neuer Dachanlagen sowie Wartung und Service fokussiert. Ende März des laufenden Geschäftsjahres 2024 hat naturstrom die SunStrom GmbH an den Dresdner Energieversorger SachsenEnergie verkauft. 2.2.3. Geschäftsfeld Urbanes Wohnen Kernaufgabe des Geschäftsfelds Urbanes Wohnen bleibt der Zukunftsmarkt der Entwicklung klimaschonender Quartiers- und Mieterstromprojekte im urbanen Raum. Das Geschäftsfeld ist außerdem für Machbarkeitsstudien und Beratungsleistungen im Feld der Wärme- und Energiekonzepte zuständig. Da das Geschäftsfeld sich weiterhin im Aufbau befindet, ist es nach wie vor ein Investitionsschwerpunkt des Konzerns. Anlaufverluste sind entsprechend einkalkuliert, sollen aber in den nächsten Jahren weiter merklich reduziert werden. 2023 wurde in weiteren Projekten der kombinierten Strom- und Wärmeversorgung für Wohnimmobilien mit der Umsetzung begonnen, während sieben Projekte in Betrieb gegangen sind. Viele weitere Projekte befinden sich im Planungsstatus und werden in den kommenden Jahren realisiert. Zusätzlich konnten im Berichtsjahr weitere Machbarkeitsstudien abgeschlossen und neue im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze begonnen werden. Neben Wohn-Projekten im Neubau, ist die Dekarbonisierung des Gebäudebestands aufgrund neuer gesetzlicher Weichenstellungen stärker in den Fokus des Geschäftsfelds gerückt. Erste Planungen für Dekarbonisierungskonzepte für Bestandsgebäude und -quartiere sind angelaufen. Die Inbetriebnahme des Ökoquartiers Kokoni One in Berlin markierte einen Meilenstein im Berichtsjahr. Auf Basis von Solarenergie und Erdwärme wird eine zu hundert Prozent erneuerbare Energieversorgung umgesetzt. Das auf das Quartier zugeschnittene Energiekonzept umfasst dachintegrierte Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 300 Kilowatt Peak und zwei Wärmepumpen. Für die fossilfreie Wärmeversorgung entziehen 68 Erdwärmesonden dem Boden Energie und leiten diese an zwei Sole-Wasser-Wärmepumpen mit je 180 Kilowatt (thermisch) weiter, die die Temperatur auf bis zu 40 Grad Celsius anheben. Ein Niedertemperatur-Nahwärmenetz von etwa 1.200 Meter verteilt die Heizenergie in die Gebäude. Der Einzug der ersten Bewohner:innen im Sommer 2023 markierte den Beginn der Stromlieferung im Mieterstrommodell, während im Herbst die Wärmezentrale in Betrieb ging. Im Bereich Forschung und Entwicklung liegt der Fokus des Geschäftsfelds auf der intelligenten Steuerung privater Energieverbräuche sowie entsprechenden Steuerungsanreizen. Im laufenden Forschungsprojekt MELANI zu Energy Sharing in Mehrfamilienhäusern wurde die einjährige Feldphase im Bielefelder Quartier Grünewald gestartet. Gemeinsam mit Partnern untersucht naturstrom, wie Mieter:innen einen gemeinsamen Batteriespeicher möglichst effizient nutzen und Speicherkapazitäten untereinander handeln können. 2.2.4. Geschäftsfeld Klassische Nahwärme Im Geschäftsfeld Klassische Nahwärme und technische Betriebsführung konnten die gebauten Anlagen in Ingolstadt und Höchstadt bei Erlangen in den Betrieb genommen werden. Hier wurden jeweils Gasblockheizkraftwerke mit zwei Wandkesseln für Objektversorgungen errichtet. Bei vier weiteren Projekten wurden Baumaßnahmen erfolgreich durchgeführt. Im größten Nahwärmeprojekt von naturstrom in der Gemeinde Markt Erlbach nahe Nürnberg wurde die Hauptenergiezentrale inklusive Freiflächen-Solarthermieanlage und Hackschnitzelkessel fertiggestellt. Im benachbarten Eschenbach wurde ein von der Art her vergleichbares Projekt realisiert sowie der Probebetrieb von Solarthermieanlage und Hackschnitzelkessel zum Dezember 2023 gestartet. Im bestehenden Wärmenetz in Marktschorgast nördlich von Bayreuth wurden vier kleine Pelletkessel durch einen großen Biomassekessel ausgetauscht. Beim Umbau des ehemaligen Biogasbetriebs in Hiltpoltstein bei Nürnberg ging zusätzlich zum Biomassekessel ein Holzvergaser in den Regelbetrieb. Im Projekt ist 2024 noch eine eigene Trocknung für die benötigten Waldhackschnitzel geplant. Aufgrund der staatlichen Wärmepreisbremse für die Kund:innen führten die gestiegenen Betriebskosten der Bestandsprojekte im Zuge der Energiepreiskrise im Berichtsjahr zu keinen außerordentlichen Preisanpassungen. Diese werden 2024 angegangen. 2.2.5 Geschäftsfeld Mobilität Die Dekarbonisierung des Verkehrs auf Basis Erneuerbarer Energien ist ein wichtiger Teil der Energiewende. Ihm widmet sich die naturstrom AG mit dem Tochterunternehmen Green Moves GmbH & Co. KG (Green Moves), mit dem es nachhaltige Mobilitätslösungen für Kommunen, Unternehmen und Haushalte entwickelt und vertreibt. Mit dem "Abo-Rad" bietet Green Moves Privatpersonen und Gewerbetreibenden in 35 Städten in Nordrhein-Westfalen elektrische Zweiräder zur monatlichen Miete im Rundum-sorglos-Paket, inklusive Wartung, Reparatur, Schloss und Diebstahlversicherung an. Seit der Überarbeitung der Tarifstruktur im Frühjahr 2023 können Kund:innen zwischen vier Laufzeitmodellen zwischen drei und 24 Monaten wählen. Ende 2023 waren 162 Abo-Räder vermietet, was etwa 35 Prozent des Rad-Bestands entsprach. Städten und Gemeinden bietet Green Moves die Bereitstellung und den Betrieb eines kommunales E-Lastenrad-Sharings an. Neben dem wupsiLastenRad, dass das Unternehmen seit Frühjahr 2022 im Auftrag des Leverkusener Verkehrsunternehmen Wupsi GmbH betreibt, und dem KVB-Lastenrad, das Green Moves seit Ende 2022 als Teil eines zweijährigen Pilotprojekts für die Stadt Köln und die KVB betreibt, bietet der Mobilitätsexperte zudem seit Mitte 2023 unter eigener Flagge ebenfalls in Köln das Green Moves Lastenrad-Sharing an. Ende 2023 betreute das Unternehmen insgesamt 42 elektrische Lastenräder in öffentlichem Sharing. Mit der Mobilitätsstation bietet Green Moves Arbeitgebern und Immobiliengesellschaften die Möglichkeit, ihren Mitarbeitenden bzw. Bewohner:innen ein auf die Bedürfnisse des jeweiligen Standort angepasstes Fahrzeug-Sharing anzubieten - vom E-Bike bis zum E-Auto. Im Düsseldorfer GO-Quartier startete im Sommer 2023 die erste Kund:innen-Mobilitätsstation. Sie umfasst zwei E-Lastenräder, drei Pedelecs sowie ein E-Auto. Mobilitätsaktivitäten jenseits des Sharings, wie den Vertrieb der Wallboxen, das Ökostrom-Angebot " naturstrom emobil" sowie der App-gestützte Ladevertrag " naturstrom smartcharge", mit dem Nutzer:innen Zugang zu öffentlichen Ladestationen zu fixen Konditionen in ganz Deutschland erhalten, finden unter der Marke naturstrom statt. Dazu gehört auch das Ende 2022 gelaunchte Angebot " naturstrom thgprämie", mit dem das Unternehmen E-Auto-Besitzer:innen die Möglichkeit anbietet, ihre Treibhausgasminderungsquote mit dem Öko-Energieversorger zu vermarkten. 2023 haben über 1.300 Menschen das Angebot wahrgenommen. Das Geschäftsfeld Mobilität hat das Geschäftsjahr 2023 planmäßig mit einem negativen Ergebnis abgeschlossen. 2.3. Lage 2.3.1. Ertragslage 2.3.1.1. naturstrom AG und Konzern insgesamt Die Ertragslage im Einzelabschluss der naturstrom AG stellt sich wie folgt dar:
Tab. 4: naturstrom AG - Ertragslage 2023 (Einzelabschluss) Der Umsatz der naturstrom AG betrug im Geschäftsjahr TEUR 15.818 (Vj. TEUR 14.190). Den Schwerpunkt bei den Erlösen der naturstrom AG bilden die Einnahmen aus der Zertifizierung von Strom und Gas. Die Höhe dieser Position hat sich insbesondere aufgrund gesunkener Mengen verringert (TEUR 7.102 im Geschäftsjahr 2023 gegenüber TEUR 8.116 in 2022). Die Erlöse aus Projektentwicklungsleistungen sind um TEUR + 1.854 auf TEUR 3.676 gestiegen. Dabei entfällt der Großteil auf den Wärmebereich. Die Weiterverrechnung von Konzernleistungen gegenüber anderen Gesellschaften ist im Geschäftsjahr auf TEUR 3.625 gestiegen (Vj. TEUR 2.906). In den sonstigen betrieblichen Erträgen waren im Berichtsjahr hauptsächlich Buchgewinne (TEUR 450) im Zusammenhang mit der beschlossenen Zustiftung von Anteilen der NaturEnergy GmbH & Co. KGaA an die Naturstrom-Stiftung sowie Erträge aus der Zuschreibung von Finanzanlagevermögen (TEUR 285) und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 136) enthalten. Im Vorjahr waren hauptsächlich Buchgewinne (TEUR 610) im Zusammenhang mit der beschlossenen Sachdividende (NaturEnergy-Aktien) an die natAG Aktionär:innen sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 151) enthalten. Die Betriebsleistung lag insbesondere aufgrund der geringen Bestandsveränderungen leicht unter dem Vorjahr. Der Materialaufwand lag mit TEUR 4.917 deutlich über dem Vorjahresniveau (TEUR 3.806). Wie im Vorjahr war der Materialaufwand hauptsächlich durch Aufwendungen im Zusammenhang mit der Projektentwicklung in den Geschäftsfeldern Urbanes Wohnen und klassische Nahwärme geprägt. Des Weiteren waren Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Materialhandel im Wärmebereich enthalten, die sich im Vergleich zum Vorjahr reduzierten. Das Rohergebnis der naturstrom AG ist mit TEUR 12.078 im Vergleich zum Vorjahr gesunken (Vj. TEUR 13.480). Der Personalaufwand lag um TEUR + 646 über dem Vorjahreswert. Im Vergleich zum Vorjahr beinhaltete der Personalaufwand höhere Zahlungen für eine Inflationsausgleichsprämie gegenüber Mitarbeitenden, eine etwas höhere Rückstellung für Gewinnbeteiligungen an Mitarbeitende sowie einen einmaligen Betrag für Personalthemen aus Vorjahren. Darüber hinaus resultierte der Anstieg auch aus einer gestiegenen Mitarbeiteranzahl. Die Abschreibungen beinhalteten Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen sowie Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens und betrugen im Geschäftsjahr TEUR 391 (Vj. TEUR 777). Dabei liegen die Abschreibungen auf Sachanlagen ungefähr auf Vorjahresniveau (TEUR 374, Vj. TEUR 398). Im Vorjahr waren neben den planmäßigen Abschreibungen auch Wertberichtigungen auf Darlehen des Umlaufvermögens enthalten (TEUR 380). Die Betriebskosten sind gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken. Die Raumkosten sind im Geschäftsjahr wieder auf Normalniveau gesunken, da im Vorjahr Kosten für den Umzug sowie Renovierungsmaßnahmen am Standorts Berlin enthalten waren. Ebenfalls sanken die Kosten für Hard- und Softwarewartung. Das Bruttoergebnis belief sich auf TEUR 46 und war im Vergleich zum Vorjahr um TEUR - 1.423 deutlich gesunken. Die indirekten Kosten sind im Vergleich zum Vorjahr um TEUR + 3.282 auf TEUR 7.706 gestiegen. Im Detail steigerten sich die Vertriebskosten im Vergleich zum Vorjahr. Hintergrund für den Anstieg war insbesondere die Zustiftung der NaturEnergy GmbH & Co. KGaA Aktien an die Naturstrom-Stiftung (TEUR 1.800) sowie Ausgaben im Zusammenhang mit dem 25-jährigen Jubiläum der naturstrom AG. Auch die Verwaltungskosten haben sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Dies resultiert im Wesentlichen aus gestiegenen Rechts- und Beratungskosten. An dieser Stelle wirkten sich die noch erwarteten Kosten für die Begleitung des ersten und zweiten Klageverfahrens E.ON/RWE und die damit noch verbundenen Anwaltskosten aus. Die übrigen betrieblichen Aufwendungen beinhalteten im Wesentlichen Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens (TEUR 751). Das Betriebsergebnis der naturstrom AG sank von TEUR - 2.956 im Vorjahr auf TEUR - 7.660 in 2023. Das Finanzergebnis liegt unter dem Vorjahr und verschlechtert sich von TEUR - 3.554 auf TEUR - 7.447. Maßgeblich verantwortlich für diesen Rückgang waren die Abschreibungen auf Beteiligungen im Vergleich zum Vorjahr. Im Berichtsjahr wurden hier Abschreibungen auf die Beteiligungsansätze an der NatCon GmbH & Co. KG (TEUR 3.500), der NaturStromProjekte GmbH (TEUR 2.000), der Green Moves GmbH & Co. KG (TEUR 863) sowie die Solarpark Bickendorf GmbH & Co. KG (TEUR 250) vorgenommen. Darüber hinaus wurden Ausleihungen ggü. der NatCon Eifel GmbH & Co. KG (TEUR 700) sowie der NaturStrom Wärme GmbH (TEUR 311) wertberichtigt. Sowohl mit der NaturStromHandel GmbH (NSH) als auch der NaturStrom XL GmbH (NSX) besteht ein Gewinnabführungsvertrag. Seitens der NSH wurden für das Berichtsjahr TEUR 33.052 (Vj. TEUR 14.664) und seitens der NSX TEUR 1.878 (Vj. TEUR 1.975) an die Muttergesellschaft abgeführt, zusätzlich wurden beide Gesellschaften mit TEUR 15.877 vs. Vj. TEUR 7.570 für die auf den Jahresüberschuss anfallenden Ertragsteuern belastet. Nach Berücksichtigung der Ertragsteuern beträgt der Jahresüberschuss der naturstrom AG TEUR 22.229 (Vj. TEUR 10.764). Die Ertragslage im Konzernabschluss der naturstrom AG stellt sich wie folgt dar:
Tab. 5: KONZERN - Ertragslage 2023 Der konsolidierte Konzernumsatz belief sich auf TEUR 626.403 (Vj. TEUR 737.368) und lag diesmal unter der Marke von Mio. Euro 700. Tragende Säule war, wie in den Vorjahren, das Geschäftsfeld Energiebelieferung mit den Tochtergesellschaften NaturStromHandel GmbH, NaturStrom XL GmbH, NaturStromTrading GmbH und Change! Energy GmbH sowie die naturstrom vor Ort GmbH mit einem konsolidierten Gesamtumsatz für das Geschäftsfeld Belieferung von TEUR 605.499 (Vj. TEUR 690.606). Der Umsatzrückgang des Geschäftsfelds Energiebelieferung gegenüber dem Vorjahr war insbesondere preisbedingt begründet durch die NST. Die Erlöse resultierten aus dem direkten Verkauf des von Anlagenbetreibern im Rahmen langfristiger Stromlieferverträge (PPA) angekauften Stroms. Die Betriebsleistung im Konzernabschluss betrug TEUR 644.624, diese lag deutlich unter dem Vorjahr (TEUR 754.310). Die Bestandsveränderungen betrafen im Wesentlichen die angearbeiteten Wind- und PV-Projekte. Die anderen aktivierten Eigenleistungen betrafen überwiegend die im Konzernabschluss aktivierten Windkraft- und Photovoltaikanlagen, Nahwärmenetze und Quartierskonzepte. In den sonstigen betrieblichen Erträgen waren im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen enthalten. Darüber hinaus wurde in den Erträgen aus Anlagenabgang ein ertragswirksam vereinnahmter Buchgewinn im Rahmen der Zustiftung von NaturEnergy-Aktien an die Naturstrom Stiftung (TEUR 450) ausgewiesen. Im Vorjahr war in den sonstigen betrieblichen Erträgen, neben Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen, auch ein ertragswirksam vereinnahmter Buchgewinn im Rahmen der Sachdividende von NaturEnergy-Aktien an die natAG Aktionär:innen (TEUR 610) enthalten. Der Materialaufwand verringerte sich insbesondere aufgrund deutlich gesunkener Kosten für den Strom- und Gaseinkauf. Des Weiteren nahmen die Kosten für projektbezogene Leistungen sowie Kosten für Netznutzung ab. Gegenläufig entwickelten sich die Kosten für Betriebsführung und Serviceleistungen. Das Rohergebnis im Konzernabschluss erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um + 26,3 Prozent auf TEUR 123.922. Der Anstieg der direkten Kosten um TEUR + 5.283 im Konzernabschluss war durch folgende Faktoren geprägt: Der Personalaufwand stieg im Vergleich zum Vorjahr um TEUR + 3.544 auf TEUR 28.594. Im Vergleich zum Vorjahr beinhaltete der Personalaufwand höhere Zahlungen für eine Inflationsausgleichsprämie gegenüber Mitarbeitenden, eine etwas höhere Rückstellung für Gewinnbeteiligungen an Mitarbeitende sowie einen einmaligen Betrag für Personalthemen aus Vorjahren. Darüber hinaus resultierte der Anstieg auch aus einer gestiegenen Mitarbeiteranzahl. Die Abschreibungen beinhalteten die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen sowie Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens. Diese Abschreibungen erhöhten sich um TEUR + 1.655 im Vergleich zum Vorjahreswert, insbesondere durch die Erstkonsolidierungen der Gesellschaften WindStrom Rugendorf GmbH & Co. KG, NE Energiepark Lausitz GmbH & Co. KG und NE Energiepark Lüttow-Valluhn GmbH & Co. KG. Die Betriebskosten befanden sich auf Vorjahresniveau. Des Weiteren sind in der obigen Darstellung der direkten Kosten die Betriebskosten ausgewiesen, die Bestandteil in der GuV-Position der Sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind. Das Bruttoergebnis im Konzernabschluss lag mit TEUR 72.032 deutlich über dem Vorjahr. Die indirekten Kosten erhöhten sich von TEUR 12.439 auf TEUR 17.737. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr setzte sich aus verschiedenen Positionen zusammen. Als wesentliche Effekte waren höhere Zuwendungen, Werbekosten sowie Verkaufsprovisionen zu nennen. Grund für den Anstieg der Zuwendungen war die Zustiftung von NaturEnergy-Aktien an die Naturstrom Stiftung. In den Werbekosten war das 25-jährige naturstrom Jubiläum enthalten. Bei den Verkaufsprovisionen wurde das Neukundengeschäft wieder verstärkt aufgenommen. Der Anstieg des Betriebsergebnisses im Vergleich zum Vorjahr betrug TEUR + 15.249. Das Finanzergebnis hatte sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR - 631 verschlechtert. Der Rückgang ist im Wesentlichen aus einem um TEUR - 1.055 geringeren Ergebnis aus assoziierten Unternehmen begründet. Im Vorjahr waren außerplanmäßige Abschreibungen auf die Beteiligungen an der NatCon Fränkische Schweiz GmbH & Co. KG in Höhe von TEUR 400 enthalten. Dies führte insgesamt zu einem Konzernergebnis vor Steuern in Höhe von TEUR 50.422 (Vj. TEUR 35.804). Nach Berücksichtigung der Ertragsteuern betrug der Konzernjahresüberschuss TEUR 33.218 (Vj. TEUR 24.667). Die ausgewiesene Ertragssteuerbelastung betrug ca. 34 % (Vj. 31 %). 2.3.1.2. Geschäftsfeld Energiebelieferung Die Ergebnisse des Geschäftsfelds Energiebelieferung sind prägend für die Entwicklung des Gesamtkonzerns. Aufgrund der hohen wirtschaftlichen Bedeutung werden im Folgenden einige addierte Zahlen der entsprechenden Gesellschaften NSH, NSX, NST, CEY und NvO (vor Konsolidierung) separat betrachtet. Die NvO wird ab dem Geschäftsjahr 2023 dem Geschäftsfeld Energiebelieferung zugerechnet.
Tab. 6: Eckwerte der G&V-Rechnung des GB Energiebelieferung - vor Konsolidierung Die Umsätze der Gesellschaften im Geschäftsfeld sanken 2023 durch die generell gesunkenen Energiepreise gegenüber dem Vorjahr, von TEUR 740.867 auf TEUR 691.731 (vor Konsolidierung). Nach Konsolidierung belaufen sich die Umsatzerlöse im Bereich Belieferung auf TEUR 605.499 (Vj. TEUR 690.606). Als Ergebnis vor Steuern stehen TEUR 58.214 zu Buche, eine Verdopplung aus dem Vorjahr. Der Hauptgrund für das sehr gute Ergebnis waren die nicht geplanten, kontinuierlich fallenden Preise an den Kurzfristmärkten innerhalb des Jahres und die relativ hohen noch nicht beschafften, offenen Strommengen. Diese auch durch hohe Bürgschaftsanforderungen erforderliche Strategie konnte durch den eigenen Anlagenpool, der ab Juli 2023 wieder genutzt werden konnte, abgesichert werden. Die Strompreisexplosion an den Großhandelsmärkten führte im Vorjahr dazu, dass erstmals die NST als Vermarkter von eigen- und fremdproduzierten Strommengen die höchsten Umsätze einer Einzelgesellschaft im Konzern erreichte: gegenüber TEUR 364.577 im Vorjahr wurden für 2023 aufgrund des Preisrückgangs deutlich geringere Umsätze in Höhe von TEUR 210.036 verbucht - dies war auch der Grund für den Umsatzrückgang im gesamten Geschäftsfeld. Im Geschäftsjahr 2023 war die NSH wieder die umsatzstärkste Gesellschaft mit einem Umsatz von TEUR 305.505 (Vj. TEUR 248.102). Die Finanzkennzahlen der NSH haben sich trotz leichter Kundenverluste insbesondere durch die höheren Deckungsbeiträge im Strom und im Gas verbessert. Der Stromabsatz sank um 11,7 %, von 609 Mio. kWh im Vorjahr auf 538 Mio. kWh 2023. Ursächlich für diesen Rückgang sind insbesondere die Einsparungen der Haushaltskunden infolge der Energiepreiskrise. Im Gasbereich stieg die Kundenzahl marginal, statt 34.800 wurden nun 34.900 Abnahmestellen mit naturstrom ökogas beliefert. Auch in der Sparte Gas sank der Absatz von 522 Mio. kWh auf 452 Mio. kWh. Der Rückgang ist auch hier auf Einsparungen der Haushaltskunden und auf die milde Witterung zurückzuführen. Der Umsatz der NSX ist auf TEUR 143.186 (Vj. TEUR 108.903) angestiegen. Nach den Marktverwerfungen im Jahr 2022 hat sich die Lage im Berichtsjahr entspannt. Das sinkende Preisniveau im Laufe des Jahres ermöglichte es auch wieder Neukunden mit wettbewerbsfähigen Angeboten zu gewinnen. Der Stromabsatz an Letztverbraucher der NSX, die primär Gewerbekunden beliefert, lag im Jahr 2023 mit rund 434 Mio. kWh leicht über dem Vorjahresabsatz von 432 Mio. kWh. Insgesamt versorgte die NSX zum Jahresende 2023 gut 21.000 Kunden:innen mit naturstrom und liegt damit auf dem Niveau des Vorjahres. Der Umsatz der CEY lag mit TEUR 20.415 über dem Niveau des Vorjahres (Vj. TEUR 19.284). Im Ökogasbereich lag der Absatz bei 34,9 Mio. kWh im Vergleich zu 43,5 Mio. kWh im Vorjahr. Im Ökostrombereich wurden 37,4 Mio. kWh an die Kunden geliefert gegenüber 45,3 Mio. kWh im Vorjahr. Die NvO wird ab dem Geschäftsjahr 2023 dem Geschäftsfeld Energiebelieferung zugeordnet und erzielte einen Umsatz in Höhe von TEUR 12.590. Im Vorjahr war die Gesellschaft noch dem Geschäftsbereich Dezentral zugeordnet. Der Stromabsatz an Letztverbraucher:innen aus der Belieferung von Regional- und Mieterstrom lag bei 34 Mio. kWh. Darüber hinaus erfolgte eine Großhandels-Lieferung in Höhe von 7,7 Mio. kWh. Die Direktvermarktung der NST im Geschäftsjahr 2023 sank bei dem unter Vertrag stehenden Portfolio auf eine vermarktete Leistung zum Jahresende von 1.122,9 MW.
Tab. 7: Direktvermarktungsportfolio der NST zum Jahresende 2023 Das unter Vertrag stehende Portfolio im Bereich Power Purchase Agreements stieg von 333,95 MW auf 340,94 MW zum Jahresende.
Tab. 8: Power Purchase Agreements Portfolio der NST zum Jahresende 2023 Die sonstigen betrieblichen Erträge im Geschäftsfeld lagen mit TEUR 998 (Vj. TEUR 1.097) leicht unter dem Vorjahresniveau. Die Materialaufwandsquote ist gegenüber dem Vorjahr gesunken. Absolut betrachtet liegt der Materialaufwand deutlich unter dem Vorjahr. Im Ergebnis führten die höheren Deckungsbeiträge im Strom und Gas zu einem Anstieg im Rohergebnis von TEUR + 32.661 auf TEUR 80.792. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die direkten Kosten um TEUR + 1.319 erhöht. Beim Personalaufwand war ein Anstieg, um TEUR + 1.035 zu verzeichnen. Die Abschreibungen hatten sich um TEUR + 98 und die Betriebskosten um TEUR + 186 erhöht. Das Bruttoergebnis der Energiebelieferungsgesellschaften mit TEUR 67.998 liegt deutlich über dem Vorjahr (TEUR 36.656). Die indirekten Kosten in Summe stiegen um TEUR + 2.373 auf TEUR 10.984 an. Unter Berücksichtigung der indirekten Kosten fällt das Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahr um TEUR + 28.968 besser aus. Das Ergebnis vor Steuern steigt von TEUR 28.772 im Vorjahr deutlich auf TEUR 58.214 im Geschäftsjahr 2023. Der von der NSH und NSX an die naturstrom AG abzuführende Gewinn steigt von TEUR 16.640 im Vorjahr auf TEUR 34.930. Das Jahresergebnis der NST fiel mit TEUR 1.140 deutlich besser aus als im Vorjahr (TEUR 463). Die CEY erzielte einen Jahresüberschuss auf Vorjahresniveau in Höhe von TEUR 2.327 (Vj. TEUR 2.593). Das Ziel einer Umsatzrendite nach Steuern von 1 bis 2 Prozent konnte im Geschäftsbereich mit 5,8 Prozent deutlich übertroffen werden. 2.3.1.3. Andere Geschäftsfelder Die Ertragslage der Geschäftsfelder Mobilität, klassische Nahwärme und Urbanes Wohnen war durch die stattfindende Aufbauarbeit und die damit verbundenen personellen Ressourcen geprägt. Die Projektentwicklung im Geschäftsfeld Urbanes Wohnen und klassische Nahwärme übernimmt die naturstrom AG. Positive Ergebnisbeiträge kommen aus dem Geschäftsfeld Energieerzeugung. Dort fungiert die NaturEnergy GmbH & Co. KGaA (NaturEnergy) als neue Führungsgesellschaft. Die NaturEnergy erzielt entsprechende Erlöse aus dem Betrieb der Anlagen in den Betriebsgesellschaften. Im Geschäftsfeld übernimmt die Tochtergesellschaft NaturStromProjekte GmbH für Wind- und Photovoltaikprojekte die Projektentwicklung und die Tochtergesellschaft NaturStromAnlagen GmbH die Lieferung von entsprechenden schlüsselfertigen Anlagen. 2.3.1.3.1. Wesentliche Tochtergesellschaft - NaturEnergy Die NaturEnergy fungiert als neue Führungsgesellschaft im Geschäftsfeld Energieerzeugung. Aufgrund ihrer wachsenden Bedeutung und den Einfluss auf den Konzernabschluss, wird nachfolgend auf die Ertragslage der NaturEnergy (vor Konsolidierung) als wesentliche Tochter eingegangen.
Tab. 9: Eckwerte der G&V-Rechnung der NaturEnergy GmbH & Co. KGaA - vor Konsolidierung Der Umsatz der NaturEnergy betrug im Geschäftsjahr TEUR 1.434 (Vj. TEUR 772). Die Umsatzerlöse enthielten einerseits Erlöse aus der Einspeisung der Windkraftanlagen (TEUR 321) in Hamburg Harburg sowie Frauenprießnitz und andererseits überwiegend Verrechnungen für Dienstleistungen gegenüber verbundenen Unternehmen. Zudem enthielten die Umsatzerlöse Erlöse aus der kaufmännischen Betriebsführung, die zum Anfang des vierten Quartals übernommen wurde. Der Materialaufwand setzte sich überwiegend aus diversen Betriebskosten für die Windkraftanlagen in Hamburg Harburg und Frauenprießnitz zusammen. Das Rohergebnis der NaturEnergy lag bei TEUR 1.241 (Vj. TEUR 664). Der Personalaufwand betrug im Geschäftsjahr TEUR 574. Es waren durchschnittlich sechs Mitarbeitende im Geschäftsjahr für die Gesellschaft tätig. Zu Beginn des vierten Quartals übernahm die Gesellschaft die kaufmännische Betriebsführung und in damit verbunden sechs Mitarbeitende. Die Abschreibungen betrafen planmäßige Abschreibungen auf Windkraftanlagen und Kfz sowie auf einen Geschäfts- oder Firmenwert. Die Betriebskosten beinhalteten hauptsächlich die Miet- und Nutzungskosten der Büroräume. Das Bruttoergebnis belief sich auf TEUR 327 und konnte gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Die indirekten Kosten sind im Vergleich zum Vorjahr um TEUR + 464 auf TEUR 1.135 deutlich angestiegen. Die Vertriebskosten bestanden im Wesentlichen aus Kosten für Messebesuche und Veranstaltungen, Kosten für Werbekosten sowie Reise- und Übernachtungskosten. In den Verwaltungskosten waren Kosten im Bereich der Administration, Buchführung, Abschlusserstellung und Prüfung sowie Rechts- und Beratungskosten enthalten. Des Weiteren wurden Aufwendungen für IT, Telefon, Kostenumlagen sowie die Vergütung der persönlich haftenden Gesellschafterin berücksichtigt. Das Betriebsergebnis der NaturEnergy belief sich im Geschäftsjahr auf TEUR - 808 (Vj. TEUR - 519). Da die NaturEnergy ihre Investitionen in Stromerzeugungsanlagen vor allem über Beteiligungen an Betriebsgesellschaften realisiert und dafür auch Finanzmittel im Markt aufnimmt, spielt das Finanzergebnis für die Erfolgsrechnung der Gesellschaft eine wichtige Rolle. Im Geschäftsjahr waren wesentlicher Ergebnisbestandteil die Erträge aus Beteiligungen (TEUR 3.140), die durch die sehr positiven Ergebnisse der Gesellschaften 2022 möglich wurden. An dieser Stelle sind Gewinnausschüttungen der NE Nordost GmbH & Co. KG, NE Hessen GmbH & Co. KG sowie der NE Invest GmbH & Co. KG zu nennen. Belastend wirkten sich die Zinsen für das Nachrangdarlehen (TEUR 150) und Zinsen aus diversen Darlehen gegenüber verbundenen Unternehmen (TEUR 142) aus. Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf TEUR 2.084 (Vj. TEUR - 379). Für das Geschäftsjahr 2023 wies die Gesellschaft einen Jahresüberschuss von TEUR 1.942 aus. Mit dem Jahresüberschuss 2023 konnte der Bilanzverlust aus 2022 von insgesamt TEUR 1.761 vollständig ausgeglichen werden und führte zu einem Bilanzgewinn 2023 von TEUR 181. 2.3.1.3.2. Geschäftsfeld Energieerzeugung Der erwirtschaftete Gesamtumsatz des Geschäftsfelds (im Konzern - vor Konsolidierung) lag bei TEUR 60.823 (Vj. TEUR 81.084), davon betrafen die Vergütung für gelieferten Strom TEUR 35.093 (Vj. TEUR 36.102) (zzgl. TEUR 1.134 (Vj. TEUR 907) Erlöse im Zusammenhang mit Anschlussnetzen), des Weiteren wurden TEUR 15.370 (Vj. TEUR 36.209) in der Projektrealisierung, TEUR 5.103 (Vj. TEUR 5.425) in der Projektentwicklung und TEUR 4.123 (Vj. TEUR 2.441) im Bereich der Betriebsführung, Wartung und Service erzielt. Neben den Eigenheiten des Projektgeschäfts resultiert die Ertragslage des Geschäftsfelds Energieerzeugung vor allem aus der Stromerzeugung der bestehenden Anlagen, die nicht zuletzt von den Wetterverhältnissen abhängen. Das sehr gute Windaufkommen im Berichtsjahr führte zu erfreulichen Erträgen der Windenergieanlagen der naturstrom Gruppe. Gerade die in früheren Jahren hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Windparks an Binnenstandorten konnten ihre Erträge stark steigern, zum Teil um bis zu 40 Prozent. Anders gestalteten sich die Erträge im Photovoltaikbereich. Der liegt in Summe zwar im Plan, einige Prognosen wurden aber aufgrund der vergleichsweise schwachen Sonneneinstrahlung nicht erfüllt. Ein Vergleich zum Vorjahr muss allerdings berücksichtigen, dass 2022 das sonnigste Jahr seit Messbeginn war. Die Windenergie- und Solaranlagen im Konzern (natAG und NE) produzierten im Berichtsjahr 400.322 MWh Ökostrom, das sind rund 140.000 MWh mehr als im Vorjahr (siehe hierzu auch die Tabellen zur Nennleistung sowie Stromproduktion in Kap. 2.2.2). Die deutliche Steigerung erklärt sich erstens aus dem sehr guten Dargebot insbesondere an Wind, zweitens der Einspeisung von neu errichteten Anlagen und drittens aus dem Einbezug von weiteren Wind- und PV Betreibergesellschaften in den Konzernabschluss mit einer Jahresproduktion von 65.846 MWh im Geschäftsjahr 2023. Die Stromeinspeisung in der gesamten Unternehmensgruppe (inkl. Beteiligungsunternehmen) stieg um rund 133.000 MWh auf 646.790 MWh an. Das Jahresergebnis für das Geschäftsfeld Energieerzeugung war in Summe unter dem Vorjahr und lag bei ca. Mio. Euro 2. Im Vorjahr wurde ein Jahresergebnis im unteren zweistelligen Millionenbereich erzielt. Insbesondere die Betreibergesellschaften mit Wind- und Photovoltaikanlagen erzielten im Geschäftsjahr 2022 ein sehr gutes Ergebnis. 2.3.1.3.3. Geschäftsfeld Klassische Nahwärme und Urbanes Wohnen Der Gesamtumsatz in den beiden Geschäftsfeldern addiert (im Konzern - vor Konsolidierung) beläuft sich auf TEUR 8.741 (Vj. TEUR 15.638). Im Vorjahr waren im Geschäftsbereich Dezentral noch die Erlöse aus der Belieferung von Mieter- und Regionalstromkunden (Vj. TEUR 9.467) ausgewiesen, diese werden ab dem Geschäftsjahr 2023 dem Geschäftsfeld Energiebelieferung zugeordnet. In den beiden Geschäftsfeldern enthalten ist die Wärme- und Stromproduktion TEUR 4.366 (Vj. TEUR 3.431), Projektentwicklung und Bau TEUR 3.666 (Vj. TEUR 1.591) sowie die technische Betriebsführung, energiewirtschaftliche Dienstleistungen und der Rohstoffhandel TEUR 709 (Vj. TEUR 1.149). In den beiden Geschäftsfeldern wirkte sich einerseits das Auf und Ab der Projektentwicklung aus, andererseits sorgte die Belieferung von klimafreundlicher Wärme und die Produktion von Strom für Stabilität. Die Wärmebelieferung im Geschäftsjahr belief sich auf 28,4 Mio. kWh (Gesamtmenge inkl. Beteiligungen). Gegenüber dem Vorjahr stieg die Wärmebelieferung um 1,6 Mio. kWh an. Das Ergebnis für die beiden Geschäftsfelder ist durch die Aufbautätigkeit beeinflusst und insofern planmäßig negativ, jedoch wirkten sich in diesem Jahr (wie im Vorjahr) zusätzlich Sondereffekte im Geschäftsfeld klassische Nahwärme aus. Diese sind dem Bereich der Nahwärmeversorgung mit Erneuerbarer Energie zuzurechnen, die das Ergebnis im natAG Einzelabschluss weiter belasteten. An dieser Stelle sind Effekte aus Wertberichtigungen auf Darlehen (TEUR 1.011) sowie gegenüber der Beteiligung NatCon GmbH & Co. KG in Höhe von TEUR 3.500 zu nennen. Insgesamt wurde in den beiden Geschäftsfeldern im Konzern für das Geschäftsjahr 2023 ein Verlust von rd. Mio. Euro -6 erzielt. 2.3.1.3.4. Geschäftsfeld Mobilität Der Gesamtumsatz im Geschäftsfeld beläuft sich auf TEUR 1.156 (Vj. TEUR 596) (im Konzern - vor Konsolidierung). Mit dem Tochterunternehmen Green Moves GmbH & Co. KG (Green Moves), mit dem es nachhaltige Mobilitätslösungen für Kommunen, Unternehmen und Haushalte entwickelt und vertreibt wurde ein Umsatz in Höhe von TEUR 502 (Vj. TEUR 286) erzielt. Das Ergebnis im Geschäftsfeld ist ebenfalls wesentlich durch die Aufbautätigkeit beeinflusst und insofern planmäßig negativ. In diesem Jahr wirkte sich zusätzlich noch eine Wertkorrektur auf die Beteiligung Green Moves im Einzelabschluss der natAG aus. Insgesamt wurde im Geschäftsfeld für das Geschäftsjahr 2023 im Konzern ein Verlust von rd. Mio. Euro -1 erzielt. 2.3.2. Finanzlage Die zur Analyse der Finanzlage der naturstrom AG für das Geschäftsjahr 2023 erstellte und nachfolgend in der Tabelle dargestellte Kapitalflussrechnung zeigt die Zahlungsströme getrennt nach Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit. Als Saldo der Cash-Flow-Rechnung ergibt sich die Veränderung des Finanzmittelbestandes, der die liquiden Mittel enthält. Die Finanzlage bezeichnet der Vorstand als stabil. Die Zahlungsfähigkeit war im Geschäftsjahr 2023 jederzeit gewährleistet, grundsätzliche Liquiditätsrisiken sind nicht erkennbar. Die Finanzlage im Einzelabschluss der naturstrom AG stellt sich wie folgt dar:
Tab. 10: Kapitalflussrechnung 2023 der naturstrom AG (Einzelabschluss) Der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit bildet einen wichtigen Bestandteil der Innenfinanzierung. Im Geschäftsjahr 2023 wurde ein positiver Cash Flow in Höhe von TEUR 6.755 (Vj. TEUR - 6.387) erzielt. Bedeutende Einflussgrößen sind hierbei die zahlungswirksamen Bestandteile des Periodenergebnisses (TEUR 22.229) sowie die Zahlungszuflüsse aus der Abnahme der sonstigen Vermögensgegenstände (TEUR + 5.203) und der Zunahme der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (TEUR + 3.140). Des Weiteren beinhaltete der Jahresüberschuss einen wesentlichen Ertragssteueraufwand, der erst im Folgejahr abfließen wird. Gegenläufig entwickelte sich insbesondere die noch nicht vereinnahmte Gewinnabführung inkl. Steuerumlage aus den Handelsgesellschaften (NSH, NSX) in Höhe von TEUR 50.807. Dieser noch nicht zahlungswirksame Zufluss bildet sich in der Zunahme der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen ab. Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit betrug TEUR 18.462 (Vj. TEUR - 1.978). Die Investitionen in das Finanzanlagevermögen (TEUR - 6.738) betrafen im Wesentlichen neue Mittel in Tochtergesellschaften, insbesondere in die NatCon Mittelfranken GmbH & Co. KG (TEUR 3.200), die NatCon GmbH & Co. KG (TEUR 2.350) und die Bioenergie Hiltpoltstein GmbH & Co. KG (TEUR 350). Zudem wurden die Genossenschaftsanteile an der Ladegrün! eG (TEUR 500) und der GLS Bank eG (TEUR 160) erhöht. Die Einzahlungen aus Abgängen im Finanzanlagevermögen in Höhe von TEUR + 8.152 (Vj. TEUR + 6.450) betrafen überwiegend Einzahlungen der veräußerten Anteile an der NaturStromAnlagen GmbH (TEUR 2.000) sowie den Mittelzufluss aus der Rückzahlung von Ausleihungen an verbunden Unternehmen (TEUR 6.019). Des Weiteren wurden im Cash Flow aus Investitionstätigkeit die gezahlten Gewinnabführungen von NSH und NSX (TEUR + 16.640) berücksichtigt. Der Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit betrug TEUR - 17.363 (Vj. TEUR + 10.213). Wesentlichen Einfluss auf den Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit hatte der Rückfluss aus der Rückzahlung des Darlehens gegenüber der Tochtergesellschaft NaturStromHandel GmbH (TEUR - 9.518) sowie die Rückzahlung von Finanzkrediten (TEUR - 4.118). Hierbei handelte es sich vorwiegend um die Rückzahlung von im abgelaufenen Geschäftsjahr fälligen Nachrangdarlehen. Zudem wurden Auszahlungen an Unternehmenseigner in Höhe von TEUR - 3.050 geleistet. Darüber hinaus waren gezahlte Zinsen für Genussrechte (TEUR - 288), für Nachrangdarlehen (TEUR - 34), für Finanzkredite (TEUR - 99) sowie für die Anleihe (TEUR - 256) enthalten. Damit ergab sich insgesamt eine Veränderung des Finanzmittelfonds um TEUR 7.853 (Vj. TEUR 1.848). Die Liquidität war im Berichtsjahr stets gesichert, der Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres betrug TEUR 10.694 (Vj. TEUR 2.841). Die Finanzlage im Konzernabschluss der naturstrom AG stellt sich wie folgt dar:
Tab. 11: Kapitalflussrechnung des KONZERNS 2023 Der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von insgesamt TEUR 56.617 (Vj. TEUR 55.901) bildete wie im Einzelabschluss einen wesentlichen Bestandteil der Innenfinanzierung. Wichtiger Einflussfaktor war insbesondere der Konzernjahresüberschuss (TEUR 33.218) zzgl. nicht zahlungswirksamer Abschreibungen (TEUR 19.415). Die Mittelabflüsse im Zusammenhang mit der Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (TEUR - 17.442) und der Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR - 9.552) sowie sonstigen Vermögensgegenstände (TEUR - 9.563) wirkte sich deutlich mindernd auf den Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit aus. Darüber hinaus wirkte sich der Mittelzufluss aus der Zunahme der übrigen Verbindlichkeiten (TEUR + 17.419) positiv auf den Cash Flow aus. Des Weiteren beinhaltete der Jahresüberschuss einen wesentlichen Ertragssteueraufwand, der erst im Folgejahr abfließen wird. Auch die Veränderungen der Vorräte führte ebenfalls in Summe zu einem Netto-Zufluss an flüssigen Mitteln. Dabei erzeugte das Geschäftsfeld Energiebelieferung aus Konzernsicht einen positiven konsolidierten Cash Flow. In den Geschäftsfeldern Urbanes Wohnen, Klassische Nahwärme und Mobilität war aufgrund der deutlichen Aufbauarbeit und vieler Neuinvestitionen in Summe ein negativer Cash Flow zu verzeichnen. Im Geschäftsfeld Energieerzeugung konnte insbesondere durch den Betrieb regenerativer Erzeugungsanlagen ein positiver Cash Flow generiert werden. Der negative Cash Flow aus der Investitionstätigkeit hatte sich im Vergleich zum Vorjahr von TEUR - 18.566 auf TEUR - 24.480 erhöht. Wesentlichen Einfluss auf den Cash Flow hatten an dieser Stelle die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen. Die Investitionen betrafen vor allem die Projektierung und Erstellung von erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen. Im Geschäftsjahr wurden insbesondere eine Photovoltaik-Freiflächenanlage in Henschleben sowie drei Energiezentralen in Eschenbach, Ingolstadt und Höchstadt realisiert. Darüber hinaus wurden Investitionen in die in Bau befindlichen Projekte getätigt. Anzuführen war das Nahwärmenetz Markt Erlbach, Solarpark Groß Lubolz, Netzanschluss Petershagen, Umspannwerk Briesen, Quartierskonzept KOKONI ONE sowie ein Windpark in Wöbbelin. Negativ auf den Cash Flow aus Investitionstätigkeit wirkten sich auch die Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen an assoziierte Unternehmen, verbundene Unternehmen und Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, aus. Die Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis betreffen den Kauf der ECONAT Beteiligungen GmbH (TEUR 100) sowie der NaturEnergy Westfalen GmbH & Co. KG (TEUR 3). Der negative Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit hat sich um TEUR + 7.806 auf einen Cash Flow von TEUR - 7.198 verbessert. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Aufnahme von Finanzkrediten um TEUR +16.612 und verbesserte den Cash-Flow. Die Tilgung von Finanzkrediten stieg jedoch ebenfalls um TEUR - 8.778. Die beiden Positionen glichen sich damit in etwa aus. Die Einzahlungen anderer Gesellschafter betreffen die Kapitalerhöhungen der Natur Energy GmbH & Co. KGaA (TEUR + 2.700), die NE Energiepark Lüttow-Valluhn GmbH & Co. KG (TEUR + 759) und die NE Solarpark GmbH & Co. KG (TEUR + 40). Die gezahlten Zinsen (TEUR - 5.004) betreffen Zinsen ggü. Kreditinstituten, Avalprovisionen sowie Zinsen für Genussrechte, Nachrangdarlehen und Anleihe. Die Summe der gezahlten Dividenden an Gesellschafter des Mutterunternehmens bzw. andere Gesellschafter beläuft sich auf TEUR - 4.891. Damit ergibt sich insgesamt eine Erhöhung des Finanzmittelfonds um TEUR + 24.939 (Vj. Erhöhung TEUR + 22.331). Die konsolidierungskreisbedingte Änderung des Finanzmittelfonds in Höhe von TEUR + 5.014 betrifft die Erstkonsolidierungen von 16 neuen Gesellschaften. Der Finanzmittelfonds setzt sich aus Kassenbestand sowie Guthaben bei Kreditinstituten zusammen. Die Liquidität war auch im Konzern im Berichtsjahr immer gesichert, der Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres beträgt TEUR 88.348 (Vj. TEUR 58.395). Im Finanzmittelfonds sind verpfändete Guthaben im Wesentlichen für den Geschäftsfeld Energiebelieferung zur Sicherung von Lastschriftrückgaben sowie herausgelegten Avalen in Höhe von TEUR 7.056 enthalten. Daneben werden Rücklagenkonten für Rückbauverpflichtungen bei Energieanlagen (TEUR 7.077) gehalten. Darüber hinaus sind noch TEUR 2.289 enthalten, die mit finaler Abnahme eines Windparks gegenüber einem Generalunternehmer auszukehren sind. 2.3.3. Vermögenslage 2.3.3.1. naturstrom AG und Konzern insgesamt Die Vermögenslage im Einzelabschluss der naturstrom AG stellt sich wie folgt dar:
Tab. 12: Entwicklung Gesamtvermögen der naturstrom AG (Einzelabschluss) Die Aktivseite der Bilanz der naturstrom AG war durch den Rückgang des Anlagevermögens (TEUR - 10.620) sowie einen Anstieg des kurzfristigen Vermögens (TEUR + 32.428) gekennzeichnet. Der Rückgang im Anlagevermögen war insbesondere auf den Bereich Finanzanlagen zurückzuführen. Der absolute Wert der Finanzanlagen verringerte sich auf TEUR 85.463 (Vj. TEUR 96.083), ebenso sank der relative Anteil an der Bilanzsumme von 59,1 % auf 46,5%. Der Rückgang lässt sich vorwiegend auf die Anteile an verbundenen Unternehmen (TEUR - 7.606) sowie Ausleihungen an verbundenen Unternehmen (TEUR - 3.173) zurückführen. Dem entgegen steht der Anstieg der Genossenschaftsanteile (TEUR + 659). Das kurzfristige Vermögen erhöhte sich absolut auf TEUR 97.521, relativ war ein Anstieg von 40,0 % auf 53,0 % zu verzeichnen. Dabei hatten sich vorwiegend die Forderungen gegen verbundene Unternehmen erhöht, welche insbesondere auf Grund von höheren Projekt- und Eigenkapitalvorfinanzierungen sowie gestiegenen Forderungen aus Gewinnabführung anwuchsen. Das Eigenkapital der naturstrom AG erhöhte sich im Geschäftsjahr von TEUR 68.234 auf TEUR 87.413. Die Eigenkapitalquote stieg von 41,9 % im Vorjahr auf 47,5 % in 2023 und war damit weiterhin auf einem hohen Niveau. Bei den Rückstellungen wirkten sich insbesondere gestiegene Steuerrückstellungen (TEUR 18.072) aus. Die Pensionsrückstellungen (TEUR 2.237) befanden sich auf Vorjahresniveau. Auch die sonstigen Rückstellungen (TEUR 2.889) steigerten sich. Im langfristigen Fremdkapital war sowohl der langfristige Anteil des Genussrechtsdarlehens sowie die ausgegebene Anleihe in Höhe von TEUR 7.900 ausgewiesen. Im Vergleich zum Vorjahr belief sich das langfristige Fremdkapital auf einem ähnlichen Niveau (TEUR 15.013; Vj. TEUR 15.126) Das kurzfristige Fremdkapital verringerte sich um TEUR - 11.408 auf TEUR 58.283. Der Rückgang ist insbesondere auf die Rückzahlung des im Vorjahr kurzfristig eingestuften Nachrangdarlehens (TEUR - 4.065) sowie den Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (TEUR - 4.311) zurückzuführen. Die Vermögenslage im Konzernabschluss der naturstrom AG ergibt folgendes Bild:
Tab. 13: Entwicklung Gesamtvermögen des KONZERNS 2023 Im Konzern entwickelte sich die Bilanzsumme von TEUR 371.215 in 2022 auf nunmehr TEUR 441.101 in 2023. Das Anlagevermögen sowie die Bilanzsumme stiegen überwiegend aufgrund der Erstkonsolidierung von 16 neuen Gesellschaften. Das Konzernanlagevermögen stieg im Vergleich zum Vorjahr um TEUR + 57.471 auf TEUR 242.766 und beträgt somit 55,0 % der Bilanzsumme. Grund für den Anstieg der Sachanlagen sind mit einem Beitrag von TEUR 53.877 im Wesentlichen die Erstkonsolidierungen der Tochtergesellschaften WindStrom Rugendorf GmbH & Co. KG, NE Solarpark Henschleben GmbH & Co. KG, NE Energiepark Lausitz GmbH & Co. KG, NE Energiepark Lüttow-Valluhn GmbH & Co. KG und Solarpark Rottenbach GmbH & Co. KG. Das kurzfristige Vermögen stieg um TEUR + 12.415. Die Vorräte verringerten sich insbesondere aufgrund der deutlich gestiegenen erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen, die offen von den Vorräten auf der Aktivseite abgesetzt werden. Das Geschäftsfeld Energiebelieferung band überwiegend Finanzmittel im Umlaufvermögen. Im Konzern stellte sich die Entwicklung des Eigenkapitals so dar, dass ein Jahresendwert von TEUR 109.325 einem Jahresanfangswert von TEUR 72.026 gegenüberstand. Die Eigenkapitalquote veränderte sich von 19,4 Prozent auf 24,8 Prozent zum Bilanzstichtag. Im Vergleich zum Vorjahr hatten sich die Anteile anderer Gesellschafter um TEUR + 5.607 auf TEUR 13.606 aufgrund der Erstkonsolidierung der NE Energiepark Lüttow-Valluhn GmbH & Co. KG und der Solarpark Rottenbach GmbH & Co. KG sowie dem Eintritt von weiteren Minderheiten in die NaturEnergy GmbH & Co. KGaA erhöht. Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital finanzierten mit 114,1 % (Vj. 109,0%) das langfristig gebundene Vermögen im Konzern. Das langfristige Fremdkapital stellte mit TEUR 167.624 einen Anteil von 37,9 % (Vj. 35,0 %) der Bilanzsumme dar. Diese betrafen zum überwiegenden Teil langfristige Finanzierungskredite für die Anschaffung und den Betrieb von Energieanlagen. Aus der Erstkonsolidierung kam eine Veränderung im langfristigen Fremdkapital in Höhe von TEUR 23.168. Die Rückstellungen waren im Vergleich zum Vorjahr auf TEUR 48.214, insbesondere aufgrund von Steuerrückstellungen, gestiegen. Der Rückgang im kurzfristigen Fremdkapital (TEUR - 20.173) setzte sich im Wesentlichen aus deutlich gesunkenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie geringeren Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen zusammen. Aus der Erstkonsolidierung bei den Verbindlichkeiten aus verbundenen Unternehmen kam ein Betrag in Höhe von TEUR 6.566. 2.3.3.2. Geschäftsfeld Energiebelieferung Die wichtigen Bilanzposten entwickeln sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt:
Tab. 14: Eckwerte der Bilanz des Geschäftsfelds Energiebelieferung (vor Konsolidierung) In der obigen Betrachtung ist neben der NSH, NSX, CEY und NST sowie ab 2023 die NvO einbezogen. Das im Geschäftsfeld Energiebelieferung langfristig gebundene Vermögen sank insbesondere abschreibungsbedingt durch die in der CEY übernommenen Strom- und Gaslieferverträge. Das kurzfristig gebundene Vermögen stieg um TEUR + 41.846. Grund hierfür war ein Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR + 8.460) sowie der sonstigen Vermögensgegenstände (TEUR + 21.641). Des Weiteren stiegen die liquiden Mittel (TEUR + 23.650). Gegenläufig entwickelten sich die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen (TEUR - 12.172); hier wirkte sich insbesondere eine geringere Darlehensforderungen ggü. der Muttergesellschaft aus. Das langfristige Fremdkapital enthielt im Vorjahr Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten der CEY in Höhe von TEUR 1.388. Im aktuellen Geschäftsjahr belief sich diese Verbindlichkeit auf TEUR 778 und weist nun einen kurzfristigen Charakter auf. Daher erfolgte der Ausweis im kurzfristigen Fremdkapital. Im kurzfristigen Fremdkapital ist ein Anstieg um TEUR + 37.279 auf TEUR 190.583 zu verzeichnen. Ursächlich hierfür sind insbesondere die gestiegenen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (TEUR + 22.589) sowie die sonstigen Verbindlichkeiten (TEUR + 22.866) überwiegend in der NSH und NSX. Darüber hinaus stiegen auch die Rückstellungen um TEUR + 4.136 an. 2.3.4. Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren Die naturstrom AG zieht für die interne Unternehmenssteuerung unter anderem die Kennzahlen Umsatz, Betriebsleistung, Rohertrag, Wertschöpfung, Konzernjahresüberschuss, Umsatzrendite und Cash Flow heran, begleitet von einem Kostencontrolling für Personalkosten und einzelne besonders relevante Kostenarten.
Tab. 15: Kennzahlen im naturstrom-Konzern Bei der Berechnung der Umsatz- sowie Betriebsleistungsrendite werden die Umsatzerlöse bzw. Betriebsleistung ins Verhältnis zum Ergebnis vor Steuern gesetzt. Der Außenumsatz sowie die Betriebsleistung reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr. Der Betriebsleistung wird seitens der Gesellschaft eine größere Bedeutung zugemessen als dem Außenumsatz, da naturstrom in nicht unerheblichem Maße Leistungen an Unternehmen im Konzern erbringt, insbesondere gegenüber den Betriebsgesellschaften. Die Wertschöpfung befand sich in Summe über dem Niveau des Vorjahres. Die Vergütung an Mitarbeiter:innen im naturstrom-Konzern mit TEUR 28.594 ist um TEUR + 3.544 höher. Des Weiteren sind die gezahlten Zinsen an Banken und Bürger:innen um TEUR + 726 höher, dieser Anstieg war u.a. konsolidierungskreisbedingt. Den Aktionär:innen wurde im Geschäftsjahr 2023 eine Bardividende in Höhe von TEUR 3.050 (Vj. Bar- und Sachdividende TEUR 5.490) ausgeschüttet. Die Ausschüttungen gegenüber anderen Gesellschaftern sind von TEUR 504 im Vorjahr auf TEUR 1.841 gestiegen, dieser Anstieg war u.a. konsolidierungskreisbedingt. Der Konzernjahresüberschuss lag um TEUR 8.550 deutlich über dem Vorjahr. Die Entwicklung des Jahresüberschusses der naturstrom AG liegt grundsätzlich über dem Planungskorridor 2023. Das positive Jahresergebnis für das Geschäftsfeld Energiebelieferung hat sich gegenüber dem Vorjahr sowie dem Plan deutlich verbessert. Das Jahresergebnis für das Geschäftsfeld Energieerzeugung (im Konzern - vor Konsolidierung) liefert einen weiteren positiven Beitrag zum Konzernergebnis und bildet die zweite wichtige Säule. Die Geschäftsfelder Mobilität, Urbanes Wohnen und klassische Nahwärme befinden sich in einer Aufbauphase und liegen operativ auf dem Vorjahresniveau. In Summe sind diese Geschäftsfelder jedoch weiterhin negativ, u.a. jedoch auch beeinflusst durch Sondereffekte. Der Konzernjahresüberschuss 2023 liegt in der Summe über Vorjahr und Plan. Die Umsatzrendite der Gruppe ist gegenüber dem Vorjahr von 4,9 Prozent auf 8,0 Prozent gestiegen. Die Betriebsleistungsrendite erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 7,8 Prozent. Insgesamt führte dies zu einer Eigenkapitalquote im Konzern von 24,8 Prozent. Weitere Detailinformationen zu finanziellen Leistungsindikatoren sind den Ausführungen in den Einzelkapiteln des Berichtes zu entnehmen. Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren Es ist für naturstrom essenziell, neben klassischen ökonomischen Kennzahlen auch die Auswirkungen des unternehmerischen Wirkens auf Mensch und Umwelt im Blick zu behalten. Als Energiewende-Vorreiter werden dazu insbesondere die erreichten CO2-Einsparungen herangezogen. naturstrom vertreibt Leistungen und betreibt Anlagen, welche die Produktion von Treibhausgasemissionen und daraus resultierende Beeinträchtigungen für Mensch und Umweltschäden verringern, anstatt sie, wie es bei den meisten Unternehmen der Fall ist, zu erhöhen. Bei einem Ansatz von Null Emissionen bei der direkten Produktion von Erneuerbare-Energien-Anlagen vermeiden die Abnehmer von Ökostrom- und Ökogas-Produkten von naturstrom im Jahr 2023 rund 491.000 Tonnen CO2 (Vorjahr: 506.000 Tonnen CO2). Wobei Emissionen aus der Vorkette durch Klimaschutzprojekte nach Gold Standard (VER) kompensiert werden. Maßgeblich ist der Vergleich zum durchschnittlichen CO2 Ausstoß bei der Produktion von Energie beim bundesdeutschen Strom- bzw. Gasmix. Erstgenannter wird vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) herausgegeben, letzterer vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist auf einen geringeren Energieabsatz an die Kund:innen der diversen Liefergesellschaften im Konzern zurückzuführen. Der geringere Absatz wiederum resultierte aus einem moderaten Rückgang der belieferten Abnahmestellen sowie aus einem sparsameren Verbrauchsverhalten der Kund:innen, angetrieben womöglich durch die Energiepreiskrise 2022/23. Zudem sorgen die im Konzern betriebenen regenerativen Erzeugungsanlagen mit ihrer Ökostromproduktion dafür, dass im Vergleich mit den Durchschnittsemissionen pro Kilowattstunde rund 151.000 (Vorjahr 81.000) Tonnen CO2 weniger emittiert wurden. Dabei wurden nur die Anlagen betrachtet, die zum Konzernkreis der naturstrom AG und NaturEnergy zählen. Die Ökostromerzeugung aus Gemeinschaftsprojekten mit Bürgerenergiegesellschaften, an denen naturstrom oder die NaturEnergy nur beteiligt sind, ist dabei nicht berücksichtigt und würde die Einsparungen noch einmal signifikant erhöhen. Zudem liegt die reale Einsparung sogar noch höher, da im Regelfall durch die saubere Stromerzeugung der naturstrom-Anlagen fossile Kraftwerke mit besonders hohen CO2-Kosten und damit ‑Emissionen verdrängt werden. 3. Chancen- und Risikobericht 3.1 Beschreibung des Risikomanagements Das Risikomanagement von naturstrom und der NaturEnergy zielt auf die Erkennung, Analyse und Bewertung der unternehmerischen Risiken sowie die Steuerung geeigneter Maßnahmen, um den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens zu sichern. Im Rahmen der Erstellung der Quartalsberichte an den Aufsichtsrat berichten die Fachabteilungen hierzu regelmäßig an den Vorstand. Darüber hinaus werden die Risiken aus dem Energiehandel, der Beschaffung und der Belieferung in regelmäßigen übergreifenden Meetings behandelt. Entwicklungen werden anschließend im Kreis des Vorstands von naturstrom und der NaturEnergy diskutiert und die Entscheidungen abgestimmt. Die Aufteilung des Gesamtgeschäfts auf fünf Geschäftsfelder hat sich dabei bewährt, um Risiken spezifischer in den Blick zu nehmen und geeignete Maßnahmen zielgenauer zu entwickeln. Besonders hervorzuheben ist die methodische Aufbereitung des Risikomanagements im mengen- und prozessgetriebenen Geschäftsfeld Energiebelieferung inklusive des flankierenden Energiehandels, für das es ein ausführliche Risikohandbuch gibt. Besonders wichtig waren im Geschäftsjahr 2023 darüber hinaus die abteilungsübergreifenden Meetings, die sowohl regelmäßig als auch anlassbezogen stattfanden und in denen die besonderen Herausforderungen des Geschäftsjahres, u. a. durch die sinkenden Strom- und Gas-Einkaufspreise, intensiv mit dem Vorstand besprochen und beraten wurden. Neue Beschlüsse wurden ins Risikohandbuch aufgenommen, das inklusive Vorgehensweisen und Zuständigkeiten systematisch fortgeschrieben wurde. Dies hat es dem Unternehmen u. a. ermöglicht, im Frühjahr die Folgen der steigenden Sicherheitsanforderungen der Handelspartner im Zuge der sinkenden Preise an den Terminmärkten sicher zu bewältigen. Ebenfalls zu nennen sind die Maßnahmen zur Steuerung der IT-Security-Risiken. Hier können drei Handlungsfelder unterschieden werden: die Umsetzung der Anforderungen aus der KRITIS-Verordnung, unter die der Betrieb der Windkraftanlagen fällt; die Maßnahmen für die Verbesserung der IT-Security der eigenen IT-Systeme und IT-Infrastruktur und die Absicherung, dass die IT-Dienstleister angemessene eigene Maßnahmen umsetzen. Die Steuerung aller Maßnahmen wird mit einem externen IT-Security-Berater abgestimmt, der neu unter Vertrag genommen wurde. Um Ertrags- und Finanzrisiken frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten, helfen der Geschäftsleitung eine detaillierte Planung, entsprechende Plan-Abweichungsanalysen sowie ein wöchentliches Liquiditätscontrolling und ein detailliertes Berichtswesen im Rahmen von quartalsweisen Betriebswirtschaftlichen Auswertungen (BWA). Diese Instrumente des Controllings werden vom Vorstand der natAG auch genutzt, um den Aufsichtsrat über die jeweils aktuelle Geschäfts- und Risikosituation zu informieren. Seit einigen Jahren werden außerdem die Risiken aus der Mitarbeiter:innen-Fluktuation verstärkt in den Fokus genommen, unterstützt von einem regelmäßigen Berichtswesen über die Fluktuation und die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Mitarbeiter:innen-Entwicklung und -Bindung sowie zur Stärkung der Arbeitgeber-Marke und zur Optimierung des Recruitings. 3.2 Chancen und Risiken im naturstrom-Konzern 3.2.1 Übergeordnete Chancen und Risiken im Wettbewerbsumfeld Im Jahr 2023 zeichnete sich schnell ab, dass es zu keinem relevanten Gas-Engpass kommen würde. Mit der Erlösabschöpfung für Strom-Produzenten und der Energiepreisbremse waren darüber hinaus Instrumente eingeführt, die die Gefahr eines Preisschocks für die Verbraucher signifikant eingegrenzt haben. Auf Seiten der Energieerzeugung sorgten das EEG 2023 und andere energiepolitische Weichenstellungen auf Bundesebene für positive Impulse. In Summe war das Geschäftsjahr 2023 nichtsdestotrotz für alle Energieunternehmen äußerst herausfordernd. Die Umsetzung der Energiepreisbremsen für Verbraucher beschäftigt alle Energieversorger noch bis in das Jahr 2024 hinein, wobei sich hier für alle diejenigen besonders große technische und finanzielle Herausforderungen ergaben, die ihre Systeme nicht schnell genug auf die Energiepreisbremse einstellen konnten. Mit ihrer Software-Lösung für Energievertrieb und -beschaffung hat naturstrom die Herausforderungen hier im Vergleich ausgesprochen gut bewältigt, was jedoch bei den langjährigen Kund:innen mangels Vergleichsmöglichkeiten nicht wahrgenommen werden konnte. Im Gegenteil haben die vielen Klärungsbedarfe zur Energiepreisbremse die Kund:innenzufriedenheit gedämpft. Dass diese Klärungsbedarfe bei anderen Anbietern nur umso gravierender gewesen wären, konnte Bestandskund:innen kaum besänftigen. Hinzu kam, dass das Geschäftsjahr 2023 durchgehend von sinkenden Preisen geprägt war, was dazu führte, dass der Wettbewerb sich umgehend wieder intensivierte und aggressive Anbieter im Markt mit niedrigen Einstiegspreisen Kund:innen abwerben konnten. Durch die relativ erfolgreiche Beschaffungsstrategie und mehrere Preissenkungen im Geschäftsjahr konnte sich naturstrom insbesondere in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres erfolgreich gegen den Trend stemmen, so dass im Saldo des Geschäftsjahres nur ein leichter Kund:innenverlust zu verzeichnen ist. Die Erlösabschöpfung, die auch die wirtschaftlich vorteilhafte Nutzung des eigenen Anlagenpools zur Belieferung der Kund:innen unterband, ist zu Ende Juli 2023 ausgelaufen. Dies hat nur unwesentlich zu niedrigen Einkaufspreisen im Geschäftsjahr beitragen können, weil die Beendigung der Abschöpfung zu ebenjenem Zeitpunkt im Voraus nicht sicher absehbar war und daher in der Einkaufsstrategie von naturstrom nicht wesentlich berücksichtigt werden konnte. Was sonst ein erheblicher Wettbewerbsvorteil durch die Kombination von Erzeugung und Vertrieb in einem Konzern gewesen wäre, konnte daher für das Geschäftsjahr 2023 kaum genutzt werden. Für 2024 hat die Option auf die Nutzung der eigenen Anlagen allerdings sehr positive Effekte, denn die Option, eigene Anlagen einsetzen zu können, stellt eine kostengünstige Sicherung vor dem Risiko eines deutlichen Preisanstiegs in der Beschaffung dar. Dies gilt umso mehr, wenn das aktuelle Marktpreisniveau nicht deutlich unter der von den Erzeugungsanlagen benötigten Vergütungshöhe liegt. Die positiven Weichenstellungen der Bundesregierung für den Bau und Betrieb von Erneuerbaren haben im Jahr 2023 zwar bessere Bedingungen für die Projektentwicklung von Ökostromanlagen mit sich gebracht, aber auch einen spürbar verstärkten Run auf das Geschäftsfeld und damit einen wettbewerbsverstärkenden Effekt mit sinkenden Margen. Vor allem ist eine Konzentration von Marktteilnehmern bzw. eine Dominanz finanzstarker Akteure und Konzerne zu beobachten. Zuletzt wurde dies besonders sichtbar in den EEG-Ausschreibungsergebnissen für PV-Anlagen, die in der zweiten Jahreshälfte regelmäßig mehrfach überzeichnet waren. Aber auch unter den Handelsgesellschaften finden sich immer weniger Adressen, die nicht zu einem der bekannten Energiekonzerne Europas gehören. Immer weiter drängen Energiekonzerne in den Zukunftsmarkt mit erneuerbaren Energien und versuchen, mit ihrer Finanzmacht mittelständische Unternehmen aus ihren strategischen Positionen zu verdrängen. Zum Vorteil für naturstrom wirkt das breite Spektrum an Produkten im Konzern, die zur allgemeinen Energiewende beitragen und damit eine hohe Kund:innenbindung ermöglichen. Viele Kund:innen legen sehr bewusst Wert auf einen unabhängigen und zugleich kund:innennahen Energieanbieter. Nach wie vor trägt auch das Konzept der Betonung auf regionale Versorgung und die Einbindung von Stakeholdern aus dem räumlichen Umfeld, sowie die Beachtung eines umfassenden Nachhaltigkeits-Konzepts in allen Aspekten der Energieerzeugung und -versorgung wesentlich zur Profilierung von naturstrom im Wettbewerb bei. Dies bietet dem Konzern aus naturstrom und NaturEnergy auch einen Wettbewerbsvorteil für die Akquisition von Grundstücken für neue Erzeugungsprojekte, der sich besonders in diesem intensiven Wettbewerbsumfeld als nützlich erweist. Erfreulich für naturstrom ist dabei aktuell die positive Resonanz des Bankenumfelds, das aus übergeordneten strategischen Erwägungen Engagements im mittelständischen Erneuerbaren-Sektor sucht, allerdings auch von der gesamten Branche mit steigenden Finanzierungsansprüchen konfrontiert wird. Die guten Ergebnisse der Jahre 2022 und 2023, kombiniert mit der Einschätzung, ein risikobewusster Kreditnehmer zu sein, setzen naturstrom in eine gute Verhandlungsposition um die begrenzten Finanzierungslinien und geben damit Rückhalt für alle weiteren Entwicklungen und Investitionen. Es wird dennoch erheblicher Anstrengungen bedürfen, eine Weiterentwicklung des Unternehmens und der bürgernahen, dezentralen Energiewende zu erreichen, und es ist nicht auszuschließen, dass zukünftig daraus auch eine unbefriedigende wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens resultieren kann. Hier wird es ganz entscheidend darauf ankommen, wie weit sich ein gesellschaftlicher Wille zu einer bürgernahen und nachhaltig ausgerichteten Energieversorgung durchsetzt und ob die Politik der sich abzeichnenden Vorherrschaft internationaler Konzerne im Erneuerbaren-Segment etwas entgegenzusetzen gewillt ist. 3.2.2. Geschäftsfeld Energiebelieferung 3.2.2.1 Strategische Chancen und Risiken Im Geschäftsfeld Energiebelieferung hat sich die zuvor im Geschäftsjahr 2022 angespannte Risiko-Situation im Geschäftsjahr 2023 wieder beruhigt. Bedauerlich war allerdings eine erhöhte, für naturstrom sehr ungewohnte Unzufriedenheit der Kund:innen, die durch die vielen staatlichen Maßnahmen entstand, die 2023 IT-technisch umgesetzt und erklärt werden mussten. Allen vorweg sind hier die Preisbremsen und die Erlösabschöpfung zu nennen, die in den Monaten Januar bis Juni noch dazu führte, dass naturstrom die eigenen Anlagen nicht zur Preisdämpfung einsetzen konnte. Obwohl naturstrom die Maßnahmen im Marktvergleich sehr erfolgreich und zügig umgesetzt hat, war für die langjährigen Kund:innen dieser relative Vorteil weniger wahrnehmbar als der Erklärungsbedarf für viele Maßnahmen und Preisänderungsschreiben, für Änderungen der Abschläge und für häufige Abweichungen der zwischen Belieferung und Netzgesellschaften abzustimmenden Datenlage. Wie im Vorjahr konnten Absatzpreise für Privatkund:innen nicht mehr durch eine vorausschauende Beschaffungsstrategie gesichert über den Jahresverlauf stabil gehalten werden. Da Preisänderungsschreiben an die Bestandskund:innen erfahrungsgemäß die Bereitschaft der Kund:innen erhöhen, einen Anbieterwechsel zu prüfen, verstärkte die Kombination von beiden Effekten selbst dann das Risiko, Kund:innen zu verlieren, wenn es um Preissenkungen ging. Somit war auch die Weitergabe sinkender Beschaffungskosten durch zwei Preissenkungen im ersten Halbjahr 2023 nicht ausschließlich positiv. Seither allerdings ist die Ausgangsposition von naturstrom durch günstiges Manövrieren in der sinkenden Preistendenz so, dass die Preise im Vergleich zu den Bestandskund:innentarifen anderer Anbieter ausgesprochen wettbewerbsfähig sind. 2023 schwankten die Großhandelspreise nicht mehr so extrem wie im Jahr 2022. Das Preisniveau sowohl für Strom als auch für Gas war 2023 zwar noch deutlich höher als vor der Krise 2021, aber es ging im Jahr 2023 stetig weiter zurück. Zum Anfang des Geschäftsjahres führten die Erfahrungen mit den gestiegenen Sicherheiten-Anforderungen der Handelspartner noch zu einer Kaufzurückhaltung an den Großhandelsmärkten. Diese Situation wurde im Laufe das Jahres schnell überwunden, als langsamer sinkende Großhandelspreise die Lage allgemein beruhigten. Das BMWK hatte die Abschöpfung der Überschusserlöse nicht über den Sommer hinaus verlängert. Seither können die eigenen Anlagen wieder preisdämpfend zur Belieferung der Endkund:innen eingesetzt werden. Dies ermöglichte es naturstrom, zum Jahresende auf Beschaffungen von außen teilweise zu verzichten und die Entwicklungen auf den Märkten abzuwarten. Der eigene Anlagenpark wirkt somit wie ein Cap auf den Einkaufspreis, der es ermöglicht, sinkende Marktpreise mitzunehmen. Im Geschäft mit Großkund:innen führten die hohen potenziell zu stellenden Sicherheiten gegenüber den Vorlieferanten für die großen Energiemengen in Kombination mit geringen Margen pro kWh dazu, dass dieses Segment weniger attraktiv wurde. Daher wird keine weitere Expansion in diesem Bereich angestrebt. Die Weiterentwicklung von PPA-basierten Stromprodukten für Großkunden wurde durch die Strompreisbremse und das sinkende Preisniveau ebenfalls ausgebremst. PPA werden aktuell weitgehend nur von Großkonzernen abgeschlossen, in deren großen Gesamt-Portfolien sie lediglich als Beimischung dienen, so dass die Risiken abgefedert werden können. Hierin zeigt sich wieder einmal eine Benachteiligung des Wettbewerbs zu Lasten kleinerer, zumeist regional oder besonders innovativ ausgerichteter Marktteilnehmer. Mittel- und langfristig könnten aus dieser Entwicklung auch Nachteile für die Entwicklung von naturstrom erwachsen sowie für die Zielsetzung von naturstrom, die bürgernahe Energiewende zu gestalten. Im Jahr 2023 konnte eine weitere Konzentration bei den Marktteilnehmern beobachtet werden. naturstrom steht mit Ausnahme von SüdWestStrom, einem Zusammenschluss von Stadtwerken, aktuell kein Großhändler für Strom und Gas mehr zur Verfügung, der nicht in einen großen international agierenden Energiekonzern eingebunden ist. Dass naturstrom 2023 vor dem Hintergrund der vielen gesetzlichen Änderungen eine deutlich höhere und agilere Umsetzungs-Performance als viele Stadtwerke gezeigt hat, konnte ebenfalls kaum als Wettbewerbsvorteil genutzt werden, da den Haushaltskund:innen in aller Regel der Vergleichsmaßstab gefehlt hat, um die Servicequalität von Energieanbietern zu beurteilen - insbesondere zu den Ausnahmebedingungen der Energiepreiskrise. Insgesamt unterscheidet sich naturstrom somit von vielen Wettbewerbern. Da Großkonzerne und die meisten Stadtwerke auf Unterstützung ihrer Gesellschafter setzen können, hat naturstrom als mittelständischer und nicht-kommunaler Marktakteur beim Stellen von Sicherheiten und Finanzmitteln eine schlechtere Ausgangslage. Chancen bieten sich hingegen bei der im Vergleich zum Wettbewerb besseren Kund:innenbetreuung und -bindung. 3.2.2.2 Operative Chancen und Risiken Belieferungsseite Die NSH und CEY beliefern fast ausschließlich Privatkund:innen. Es musste daher damit gerechnet werden, dass die Auswirkungen der erhöhten Inflation zunächst ganz allgemein das Wachstum bremsen und das Risiko von Zahlungsausfällen erhöhen würden. Die Kund:innen leisten allerdings monatliche Abschläge, wodurch die Einzelausfallrisiken in Summe begrenzt sind. Die hohe Qualität der NSH-Kund:innenen zeigt zudem bislang immer noch keine Anzeichen von steigenden Zahlungsausfällen. Da neue Kund:innen für die NSH immer schon am ehesten durch bestehende Kund:innen geworben werden, setzt das Unternehmen einen klaren Schwerpunkt darauf, die Kund:innenzufriedenheit durch hohe Servicequalität zu sichern und die Abwicklungsprozesse effizient zu gestalten. Diesem Bemühen standen im Geschäftsjahr 2023 die teilweise sehr kurzfristigen Maßnahmen der Bundesregierung, insbesondere die Preisbremsen, entgegen. Diese sollten die Folgen der Energiepreiskrise für die Verbraucher abfedern, waren aber im Detail sehr schwer zu vermitteln. Hinzu kam eine hohe Anzahl von Klärfällen, u. a. durch die teilweise veraltete Datenqualität der Netzbetreiber. Grundsätzlich hat das Geschäftsfeld Energiebelieferung aber mit über 300.000 Abnahmestellen in NSH, NSX und CEY zum Jahresanfang 2024 eine sehr stabile wirtschaftliche Basis. Einen plötzlichen nennenswerten Wegfall von Strom- bzw. Gasabsatzmengen haben NSH, CEY und NSX angesichts der zunehmenden Klimaschutz-Sensibilität in Deutschland und der Treue bisheriger Kund:innen nicht zu erwarten. Dass naturstrom im Gegensatz zu vielen anderen Energieversorgern im Frühjahr die infolge der kurzfristigen Streichung staatlicher Zuschüsse gestiegenen Netznutzungsentgelte im Strombereich nicht an die Kund:innen weitergeben musste, weil die sinkenden Großhandelspreise diesen Effekt aufgefangen haben, stärkt die stabile Position im Markt. Mit der seit 2019 existierenden CEY kann für 2024 ergänzend ein Marktsegment abseits der bisherigen naturstrom-Angebote bedient werden. Die Tochtergesellschaft wird zudem zum Testen neuer Vertriebsmethoden genutzt. Die Geschäftsfeldleitung sieht für die CEY nach einer aktuell andauernden Konsolidierung 2024 wieder maßvolle Wachstumschancen, gerade im Bereich der Gewerbekund:innen. In diesem Segment konnten bereits im zweiten Halbjahr 2023 neue Kund:innen gewonnen werden, allerdings mit unterdurchschnittlicher Zahlungsmoral, so dass das Unternehmen 2024 einen anderen Vertriebskanal nutzen wird als 2023. Die NSX tritt neben dem klassischen Endkund:innengeschäft im Gewerbekund:innensegment auch als Vorlieferant auf Großhandelsebene auf. 2024 beliefert sie einen großen Einzelkunden, die Zusammenarbeit mit einem anderen Großkunden wurde zu Ende 2023 beendet. Sowohl aus Margengesichtspunkten, aber auch weil Großkund:innen immer die Avallinien für Sicherheitsanforderungen im Handel besonders stark belasten können, wird nicht angestrebt, dieses Segment zu erweitern, es sei denn in opportunen Einzelfällen. Gewerbekund:innen mit großem Anteil am Umsatz bergen immer ein gewisses Risiko, sie werden deshalb durch Bonitätsauskünfte überprüft. Im neuen Marktsegment der langfristigen Lieferverträge - sogenannter PPAs - insbesondere mit Großkund:innen ergeben sich für die NSX aktuell aufgrund der relativ geringen Preise an den Terminmärkten kaum Chancen, da die Verträge keine kurzfristigen Kostenvorteile für die Kund:innen bieten. Sollte die Nachfrage aber wieder steigen, kann die NSX zusammen mit dem Schwesterunternehmen NST interessante Komplettangebote zur Belieferung inklusive PPA-Teilmengen anbieten. Das in der NST organisierte Großhandelsgeschäft spielt darüber hinaus eine wichtige Rolle in der Beschaffung der Energiemengen für die Handelsgesellschaften, so in der Direktvermarktung ausgeförderter EEG-Anlagen bzw. förderfreier Neuanlagen. Beschaffungsseite Die Erfahrungen mit den extremen Preissteigerungen aus 2021/22 haben die Wahrnehmung für die sich daraus ergebenden Risiken deutlich gestärkt. Nach dem Auslaufen der Erlösabschöpfung im Juli 2023 stellt der Zugriff auf den erzeugten Strom der eigenen Erzeugungsanlagen der naturstrom-Gruppe für die Belieferungsgesellschaften wieder einen strategischen Vorteil gegenüber anderen reinen Handelsunternehmen dar. Sie kann sich so etwas unabhängiger von den Börsenpreisen und extremen Schwankungen machen. Soweit sich das Preisniveau am Großhandelsmarkt aber auf dem Niveau weit unterhalb der EEG-Zuschlagwerte der eigenen Anlagen bewegt, so wie es Anfang 2024 der Fall ist, wirkt der Absicherungseffekt durch die eigenen Anlagen nur vermindert. Auch langjährige Abnahmeverträge mit neu errichteten Solarparks und ausgeförderten Windenergieanlagen externer Anlagenbetreiber können diesen stabilisierenden Effekt als Teil der Beschaffung kaum mehr erzielen. Sie dienen zwar als Sicherung gegen das Risiko von erneut sehr stark steigenden Großhandelspreisen, können bei weiter fallenden Marktpreisen aber auch zu Mehrkosten führen. Das niedrige Preisniveau senkt auf der anderen Seite das Risiko, hohe Sicherheiten für den Terminmarkt stellen zu müssen. Es besteht daher die Möglichkeit, die 2023 vorgenommene Anpassung der zuvor sehr konservativ vorausschauenden Beschaffungsstrategie zugunsten einer kurzfristigeren Beschaffung zu lockern und damit auch wieder Energiemengen für mehrere Jahre im Voraus zu beschaffen. Das Ziel bleibt dabei, für Privatkund:innen Preisanpassungen zu minimieren, indem auf Basis einer mehrjährigen diversifizierten Beschaffungsstrategie, die kurz- und langfristige Einkäufe sowie unterschiedliche Lieferanten kombiniert, Preisrisiken minimiert werden. Die Volatilität der Energiemärkte setzt hierfür zwar Grenzen, wie die Erfahrungen gezeigt haben, aber erhöht damit das langfristige allgemeine Geschäftsrisiko. Beschafft werden können weiterhin nur Mengen, für die naturstrom bei sinkenden Preisen ihren Handlungsspielraum für die Stellung von Sicherheiten nicht überschreitet. Die Aval-Spielräume hierfür hat naturstrom 2023 aber erheblich erweitern können. Sehr hilfreich für die Erweiterung der Aval-Spielräume waren das gute Ergebnis 2022 sowie die Aussicht auf das gute Ergebnis 2023 und eingeschränkt 2024. Somit hat naturstrom die Avallinien verdoppeln können. Für große Gewerbekund:innen, die einen entsprechenden Einfluss auf das naturstrom-Gesamtportfolio haben, werden Energiepreise und Vertragskonditionen zur Vermeidung von Folgerisiken direkt zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses festgeschrieben und die notwendigen Mengen unmittelbar parallel beschafft. Damit ist die Marge zwar gesichert, aber auch hier besteht das Risiko steigender market to market Garantieforderungen bei fallenden Preisen. Weiteres Wachstum bei Großkund:innen ist daher nur möglich, wenn die Kund:innen bereit sind, einen Teil der Garantien bei fallenden Preisen selbst zu stellen. Als größtes, aber auch extrem unwahrscheinliches und daher eher theoretisches Risiko, ist der Fall zu sehen, dass die größten Vorlieferanten der Belieferungsgesellschaften in der naturstrom Gruppe aufgrund einer Insolvenz nicht mehr liefer- und zahlungsfähig wären. Dies könnte dann auf Kund:innenseite bei gestiegenen Großhandelspreisen zu erheblichen Preissteigerungen führen, da sich die Kosten der Neubeschaffung schon gekaufter Energiemengen in diesem Fall massiv erhöhen würden. IT-System-Abhängigkeit Die hohe Abhängigkeit des Geschäftsbereichs Energiebelieferungen von reibungslos laufenden IT-Systemen birgt Risiken im operativen Geschäft, denen durch Maßnahmen zur Sicherung der Systeme vor unbefugten Zugriffen, zur Sicherstellung einer hohen Verfügbarkeit und zur kurzfristigen Reproduzierbarkeit wichtiger Daten und Systeme Rechnung getragen wird. Dass die IT-Systeme von naturstrom eine hohe Performance aufweisen, hat sich mit den Strom- und Gaspreisbremsen als Stärke erwiesen. Vielen Anbietern ist es nicht nur nicht gelungen, die Informationsbriefe über die Preisbremsen rechtzeitig vor ihrem Beginn an die Kund:innen zu liefern, sondern sie haben teilweise auch Probleme gehabt, Abschläge überhaupt einzuziehen. Einige hatten selbst Ende des Geschäftsjahres 2023 noch Probleme, alle notwendigen Abrechnungen zu erstellen. 3.2.3 Geschäftsfeld Urbanes Wohnen 3.2.3.1 Strategische Chancen und Risiken Politisch wurden 2023 mit der Novelle des Gebäudeenergiegesetzes und der Einführung des Wärmeplanungsgesetzes wichtige Weichen für die Zukunft der Wärmewende gestellt. Mit den beschlossenen Gesetzen wurde ein zeitlicher Rahmen für eine umfangreiche Wärmewende festgelegt. Seit 01.01.2024 müssen Heizungen im Neubau zu mindestens 65 Prozent mit Erneuerbaren Energien betrieben werden. Damit das 65-Prozent-Kriterium auch im Bestand gesetzlich greift, muss erst auf kommunaler Ebene die Wärmeplanung feststehen. Sobald die Wärmeplanung vorliegt, gelten die Regeln des Gebäudeenergiegesetzes innerhalb der jeweiligen Kommune - möglicherweise also schon vor den gesetzlichen Stichtagen 2026/2028. Trotz einiger Verwässerungen in beiden Gesetzen hat die Bundesregierung damit eine brauchbare Grundlage für die klimafreundliche Transformation der Wärmeversorgung geschaffen. Eine nachhaltige und fossilfreie Wärmeversorgung rückt damit für viele Akteure der Immobilienwirtschaft erstmals in den Mittelpunkt. Die neuen gesetzlichen Zielmarken setzen die Branche unter Druck. Denn der Aufholbedarf ist groß. 2023 war aus Sicht der Immobilienwirtschaft ein besonders schlechtes Jahr. Seit 2020 sind sowohl die eigentlichen Baukosten als auch die Kreditzinsen erheblich angestiegen. Hinzu kommt Unsicherheit wegen der Förderprogramme des Bundes und den Haushaltskürzungen. Auch ausufernde Bürokratie und eine stete Verschärfung der Bauvorschriften werden von Branchenverbänden wie dem GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen immer wieder bemängelt. Zudem erschweren hohe Investitionskosten die Umsetzung von dezentralen Energiekonzepten auf Basis von Erneuerbaren Energien. Die Nachfrage nach Energiekonzepten für den Neubau ist trotz der gestiegenen Herausforderungen erfreulich hoch. Im Bereich Mieterstrom eröffnete das Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende Potentiale vor allem im Bestand, aber auch darüber hinaus - vor allem durch die Ermöglichung von virtuellen Summenzählern sowie durch Preisobergrenzen für die durch die Netzbetreiber zu verbauenden intelligenten Messsysteme. naturstrom setzt in der Entwicklung neuer Projekte weiterhin auf das Interesse der Immobilienwirtschaft an der höheren langfristigen Attraktivität von Immobilien mit intelligenten Konzepten kombinierter Wärme- und Stromlösungen. Über die Kopplung von Strom und Wärme mit weiteren Energiemedien wie Kälte oder Ladeinfrastruktur kann naturstrom sich zusätzliche Märkte und Geschäftsfelder erschließen. naturstrom investiert gezielt in Produkt- und Prozessinnovationen im genannten Umfeld, denn in der Sektorenkopplung wird nicht nur nach eigener Einschätzung, sondern auch nach allgemeiner Expertenmeinung, der Schlüssel für das Gelingen der Energiewende liegen. Als besondere Chance für das Geschäftsfeld wird gesehen, dass die nun gesetzlich vorgeschriebene Wärmeplanung bis 2026/2028 den Weg frei macht für eine flächendeckende Wärmewende mithilfe fossilfreier Lösungen, wie naturstrom sie anbietet. 3.2.3.2 Operative Chancen und Risiken Auch 2024 ist die Pipeline gefüllt mit mehreren Projekten der kombinierten Strom- und Wärmeversorgung für Immobilienentwicklungen. Nach Inbetriebnahme wird naturstrom die Betriebsgesellschaften halten oder ggf. mit Partnern teilen. Die Risiken in der Phase der Projektentwicklung und des Baus entsprechen größtenteils denen für das Geschäftsfeld Energieerzeugung - wobei die Projektentwicklung im Geschäftsfeld Urbanes Wohnen in der Regel kleinere Investitionsvolumina umfasst und nicht von EEG-Ausschreibungen betroffen ist. Im Jahr 2023 wurden die Investitionsplanung sowie der Leistungsfokus noch einmal geschärft. So konnten auch im Jahr 2023 die Risiken neuer Projekte deutlich reduziert werden. Im Betrieb der Anlagen sind die Mengenrisiken aus der Belieferung wesentlich, da Wärmeabsätze nicht wie EEG-Einspeisevergütungen langfristig gesichert sind. Die mögliche Erschließung weiterer Wärmekund:innen stellt zusätzliche Chancen dar. 3.2.4 Geschäftsfeld Klassische Wärme 3.2.4.1 Strategische Risiken Das Geschäftsfeld Klassische Nahwärme und technische Betriebsführung konzentriert sich auf Projekte zur Wärmeversorgung auf Basis von Holz und Solarthermie im ländlichen Raum. Das Kalkulationsrisiko bei Projektierung und Bau ähnelt den Risiken im Bereich der Erzeugung. Hauptrisiko ist dabei, dass Kosten falsch eingeschätzt werden und dass bei erheblichen Preisanstiegen, wie sie 2022/23 sichtbar waren, bei offenen Positionen unerwartete Mehrkosten entstehen können. Diesem Risiko begegnet das Unternehmen unter anderem mit einem zunehmend detaillierten und zeitnahen Controlling und Verträgen, die das Risiko von Kostenänderungen gegenüber der Planung minimieren sollen. Im Betrieb der Wärmenetze und Heizzentralen sind Kostenentwicklungen von Holzhackschnitzeln und Pellets, Reparatur- und Wartungskosten und die gestiegenen Personalkosten (Lohnkosten) die wesentlichen Kostentreiber. Insbesondere auf dem Markt für Pellets sind die Preise im Jahr 2022 fast ähnlich überraschend stark gestiegen wie auf den Märkten für Strom und Gas, was durch den in den Wärme-Preisgleitklauseln üblichen zeitlichen Versatz von einem Jahr auch steigende Endkund:innen-Preise im Jahr 2023 zur Folge hatte. 2023 haben sich die Einkaufspreise wieder stabilisiert. In Kombination mit den Verteilnetzen sind diese ländlichen Projekte aber auf sehr langfristige Lebens- und Nutzungsdauern ausgelegt, so dass hier finanzielle Risiken z.B. durch unerwarteten Reparaturbedarf bestehen können. Ein schwer aufzufangendes Risiko ist zudem, dass einzelne Abnehmer:innen im Laufe der langen Betriebszeit durch Insolvenz oder andere Gründe ausfallen oder sich soweit rechtlich möglich aus der Gemeinschaft des Wärmenetzes verabschieden und auf eigene Lösungen wie Wärmepumpen setzen. Diese Gefahr besteht vor allem nach Auslaufen der Erstlaufzeit der Kund:innen-Wärmeverträge nach 10 Jahren, falls es zu einem deutlichen technischen Fortschritt bei Alternativlösungen zum Nahwärmenetz kommen sollte. Während es bei Nahversorgungsnetzen in Gebieten mit Bestandsgebäuden Nachverdichtungsmöglichkeiten über die Zeit gibt, um zusätzliche neue Abnehmer:innen zu gewinnen, ist dies bei Projekten in Neubauvierteln in der Regel kaum möglich. Veränderungen in den normalen laufenden Kosten werden durch Preisgleitklauseln abgefedert. Die extremen Preisschwankungen auf dem Brennstoffmarkt, insbesondere für Gas und in Folge auch z. B. für Holzpellets, stellen für die Betreibergesellschaften im Wärmebereich auch mit Preisgleitklauseln noch ein Risiko dar. Chancen und Risiken aus Strukturunterschieden zwischen veröffentlichten und damit rechtlich zugelassenen Indizes und realen Einkaufskosten im Projekt verbleiben in den Betreibergesellschaften. Verhandlungen mit den Abnehmer:innen über Anpassungen der Arbeits- und Grundpreise in gegenseitigem Einvernehmen sind ein Instrument, um diese Risiken zu managen. Diese sind jedoch freiwillig. Es besteht das Risiko, dass in solchen Fällen keine Einigung gefunden wird. Dies kann im schlechtesten Falls zu Wertkorrekturen in den jeweiligen Gesellschaften führen. Erste Verhandlungen zu außerordentlichen Preiserhöhungen fanden im April 2024 statt (siehe Prognosebericht - klassische Nahwärme). Bei der Fertigstellung einiger begonnener Maßnahmen und bei Umbaumaßnahmen zur Umrüstung von Pellets auf Waldhackschnitzel beim Projekt Marktschorgast ergeben sich zusätzliche investive Mehrkosten. Diese tragen jedoch zur langfristigen Kostenminderung im Betrieb bei und zu einem vorausschauenden Risikomanagement, da Holzhackschnitzel deutlich weniger anfällig für Preisschwankungen scheinen als der oligopolistisch geprägte Markt für Holzpellets. Risiken aus den Bauvorhaben und dem laufenden Geschäft in der klassischen Nahwärme wird durch ein enges Netz von Regelmeetings, Berichten und Analysen der Wirtschaftlichkeit entgegengesteuert. Ebenfalls wurde ein neues Controlling-Instrument im Geschäftsfeld eingeführt, um frühzeitig Kostensteigerungen über den gesamten Lebenszyklus besser erkennen zu können. Insgesamt sind die Risiken Anlass für den Vorstand, weitere Projekte der ländlichen und leitungsgebundenen Wärmeversorgung zunächst zurückzustellen, bis alle geplanten Optimierungs-Maßnahmen umgesetzt sind. Durch das neue Wärmeplanungsgesetz bieten sich im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung neue Marktchancen für weitere Projekte im Geschäftsfeld. 3.2.4.2 Operative Risiken Operative Risiken bestehen darüber hinaus bei nicht voraussehbaren technischen Störungen der Brennkessel und der zeitnahen Instandsetzung bei Störfällen. Im Betrieb ist stets eine personelle Überwachung vor Ort notwendig, besonders bei maximaler Auslastung der Heiztechnik bei tiefen Temperaturen während der Heizperioden bedarf es einer optimalen Steuerung und Überwachung. Diesen Erfordernissen wird insbesondere durch erfahrene Führungs- und Fachkräfte Rechnung getragen. Weitere Risiken bestehen in der potenziellen Verpflichtung zum Rückbau der Leitungsnetze nach Auslauf der Nutzungsdauer nach 30 bis 50 Jahren. Dem wird durch enge Abstimmung mit den beteiligten Kommunen entgegengewirkt. 3.2.5 Geschäftsfeld Mobilität 3.2.5.1 Strategische Risiken Der gesamte Verkehrssektor in Deutschland ist durch vielfältige Förderinstrumente stark verzerrt; Beispiele sind das Dienstwagenprivileg und vielfältige Förderungen für den ÖPNV, den Kauf von Pkw ("Umweltprämien" etc.), Wallboxen, Lastenrädern oder die Errichtung öffentlicher Ladeinfrastruktur. Das macht es schwierig, Mobilitätsprodukte ohne jegliche Förderung zu auskömmlichen Preisen zu vermarkten. In der Vergangenheit konnten verschiedene Förderinstrumente genutzt werden, ob das in Zukunft in größerem Ausmaß gelingt, stellt Chance als auch Risiko dar. Die wesentliche strategische Chance im Geschäftsfeld Mobilität besteht darin, dass Green Moves Produkte anbietet, welche zentrale Probleme von Kommunen lösen können: Lärm- und Schadstoffemissionen sowie den Flächenverbrauch für den Personennahverkehr. Es braucht dennoch politische Entscheidungen, um die Angebote in größerem Umfang zu etablieren und das Geschäft unterliegt einem erheblichen Wettbewerb. Neben kapitalmarktfinanzierten Startups sind teils große Fahrzeughersteller - unter anderem auch unsere Lieferanten Riese & Müller und PON - im Verleihgeschäft tätig. Diese Wettbewerber können die Kapital- und Lagerkosten sowie eine eingeschränkte Liefer-Verfügbarkeit der Räder, wie sie 2023 der Fall war, in der Regel besser verkraften. Sie drängen auch teilweise mit Niedrigpreisen in den Markt, die unterhalb der Kosten von Green Moves-Angeboten liegen. Ein positiver strategischer Aspekt der aktuellen Green Moves-Angebote ist, dass sie aufgrund ihrer innovativen, nachhaltigen und förderbedürftigen Art den Kriterien des GSL genügen und daher seit dem Betrachtungsjahr 2022 zum Teil auf die Investitionsverpflichtung der NSH aus dem Verkauf GSL-zertifizierter Ökostrommengen angerechnet werden können. Insgesamt bietet naturstrom im Geschäftsfeld Mobilität auch jenseits der Green Moves-Angebote verhältnismäßig viele Produkte an, von denen alle außer naturstrom emobil, einem speziellen Tarif für Besitzer von e-Fahrzeugen, und naturstrom thgprämie noch verhältnismäßig wenig Kunden haben. Folglich sind die Personalaufwände für Produktmanagement und -betrieb derzeit höher als die Roherträge. Es wird damit gerechnet, dass es mehrere Aufbau-Jahre dauern wird, bis das Geschäftsfeld die Wirtschaftlichkeit erreichen kann. Ein generelles Risiko ist, dass es in den kommenden Jahren nicht gelingt, die Kund:innenanzahl derart zu steigern, dass die Entwicklungs- und Betriebskosten der Produkte getragen werden können. Gründe hierfür können begrenztes Marktpotenzial, preisaggressiver Wettbewerb, eine ungünstige Förderkulisse und schwache Sichtbarkeit (Vertrieb) sein. 3.2.5.2 Operative Chancen und Risiken Zu den operativen Risiken gehören Fahrzeug-Unterschlagungen und Zahlungsausfälle. Fahrzeug-Diebstähle haben 2023 weiterhin erhebliche Mehraufwände durch die Wiederbeschaffung und Instandsetzung der Fahrzeuge verursacht, auch wenn die Fahrzeuge versichert sind. Außerdem besteht das Risiko, dass die Versicherung kündigt. GM hat verschiedene Gegenmaßnahmen gegen Diebstähle getroffen, die sich nun weiter bewähren müssen. Unausgereifte Prozesse und optimierungsfähige IT-Systeme sind weitere operative Risiken. Für das GM public sharing und die GM Mobilitätsstation wird ein fertig zugekauftes IT-System genutzt. Hier besteht das Risiko, dass der IT-Lieferant entweder die Geschäftstätigkeit einstellt oder die Produktentwicklung in eine Richtung lenkt, die nicht mit den Zielen der GM übereinstimmt oder von einem Unternehmen gekauft wird, mit dem GM aus moralischen Gründen nicht zusammenarbeiten möchte. Das Risiko wegfallender Geschäftspartner hat GM in der Vergangenheit schon mehrfach getroffen und ist in einem jungen, wachsenden Markt mit vielen Start-ups nicht ungewöhnlich. Die naturstrom thgprämie ist ein Angebot zur Vermarktung der Treibhausgasquoten von E-Fahrzeugen und -Ladestationen an die Inverkehrbringer von Otto- und Dieselkraftstoffen über einen Vermarktungspartner, der unter anderem als Aggregator wirkt. Das Angebot beinhaltet die Chance, bestehende Energiekund:innen zu binden sowie neue zu gewinnen. Letzteres gelingt bereits in erheblichem Maß durch naturstrom emobil. Das Angebot naturstrom thgquote beinhaltet außerdem eine Förderkomponente, welche die Realisierung unwirtschaftlicher, aber aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten sinnvoller Mobilitätsprojekte unterstützen kann. Die THG-Quotenvermarktung ist stark gesetzlich geregelt (u. a. durch das BImSchG). So besteht die Möglichkeit, dass das Instrument vom Gesetzgeber wieder abgeschafft oder wirtschaftlich uninteressant gestaltet wird (beispielsweise durch Änderung der Mehrfachanrechenbarkeit). Die Ladeinfrastruktur-Hardware befindet sich noch in einer recht dynamischen technischen Entwicklung. Bei der naturstrom wallbox arbeitet naturstrom daher mit einem etablierten deutschen Markenhersteller als Lieferant zusammen, von dem jeweils nur kleine Tranchen pro Jahr erworben werden. Dennoch besteht das Risiko, dass dieser die Geschäftstätigkeit einstellt oder seine Produkte mangelhaft oder nicht marktgängig sind. In dem Fall kann auf vielfältige andere Hersteller ausgewichen werden. Kurzfristig besteht aber das Risiko von Gewährleistungskosten. Beim Ladevertrag naturstrom smartcharge werden zugekaufte IT-Systeme genutzt - sowohl für das Ladevorgangs-Roaming als auch für die Abrechnung. Auch hier besteht das Risiko, dass ein IT-Lieferant entweder die Geschäftstätigkeit einstellt oder die Produktentwicklung in eine Richtung lenkt, die nicht mit den Zielen der naturstrom übereinstimmt oder von einem nicht zu naturstrom passenden Unternehmen gekauft wird. 3.2.6 Geschäftsfeld Energieerzeugung 3.2.6.1 Strategische Risiken Die Entwicklung und der Betrieb von Erneuerbare-Energien-Anlagen sind in hohem Maße abhängig von den Genehmigungsverfahren und den gesetzlichen Rahmenbedingungen, insbesondere dem EEG. Die Hindernisse für einen schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien waren in früheren Jahren deutlich zu spüren, doch das EEG 2023 sieht verbesserte Rahmenbedingungen und eine deutliche Erhöhung der Ausbaugeschwindigkeit vor, was nach Beseitigung von regulatorischen Hürden auch grundsätzlich für 2024 und die Folgejahre eine Verbesserung des Geschäfts erwarten lässt. Auch von der Novelle des Raumordnungsgesetzes, die Planungs- und Genehmigungsverfahren besonders im Bereich der Windenergie beschleunigt, erwartet sich naturstrom Erleichterungen. Relativ zur Solarenergie holt die Windenergie damit auf, so dass beide Erzeugungsarten attraktiv sind. naturstrom treibt daher auch wieder vermehrt die Entwicklung von neuen Windprojekten zusätzlich zu Solarprojekten voran. Insgesamt erwachsen also neue Chancen, auch wenn staatlich vorgegebene Rahmenbedingungen immer ein gewisses Risiko beinhalten. Die neuen Chancen werden allerdings auch von vielen anderen Marktteilnehmern wahrgenommen und haben 2023 bereits eine Verschärfung des Wettbewerbs sichtbar werden lassen. Insbesondere durch den verstärkten Eintritt von Energiekonzernen und Gesellschaften mit hoher finanzieller Unterstützung durch Kapital-Anlagegesellschaften in das Geschäft mit Erneuerbaren hat sich der Wettbewerb spürbar intensiviert. Zudem ist kein Nachlassen dieser Entwicklung zu erkennen. So wurde die 2023 vollzogene Erhöhung der Höchstgebotswerte bei Ausschreibungen für Wind- und Solaranlagen durch umfangreiche sehr niedrige Gebote in mehrfach überzeichneten EEG-Ausschreibungen für Solaranlagen konterkariert. Deutliche Risiken sind auch im neuen höheren Zinsniveau für die Fremdfinanzierung von Anlagen sowie einem immer schwieriger werdenden Arbeitsmarkt zu sehen. In einem schwieriger werdenden Marktumfeld gilt es, die NaturEnergy mit klarer Fokussierung auf einen Geschäftsauftrag und adäquater Zurverfügungstellung von Ressourcen weiterzuentwickeln. Die Neuausrichtung des Geschäftsfelds seit Ende 2020 mit der NaturEnergy als neuer Führungsgesellschaft für die Erzeugungsaktivitäten und zur Bündelung von Investitionen hat sich 2023 vielversprechend weiterentwickelt. Es gelingt dadurch, Personal zu finden und zu binden. Allerdings ist die Notwendigkeit, die Eigenmittel zu erhöhen, eine Herausforderung. Zwar hat die naturstrom-Gruppe langjährige Erfahrung mit Kleinanleger:innen, aber zu den verschärften Anforderungen an Anlageprodukte für Kleinanleger:innen, die weniger als TEUR 100 anlegen wollen, gehört die Bedingung einer Überprüfung der Angebotsdokumente durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. In der ersten Jahreshälfte 2023 ist die vorgesehene Kapitalerhöhung daher an eine Anlegergruppe gerichtet gewesen, die die Grenze von TEUR 100 Anlagesumme überschreiten kann. Somit war die aufwendige Überprüfung der Unterlagen durch die Bafin zunächst nicht erforderlich. In dieser Anlegergruppe ist die NaturEnergy aber mangels Track Record noch auf wenig Resonanz gestoßen. Es besteht daher ein Risiko, die erforderlichen Eigenmittel für die Investitionen in der Pipeline nicht so schnell akquirieren zu können, wie es die Projektfortschritte erlauben würden. Dies kann eine Bremse der Wachstumschancen darstellen. naturstrom sieht die absehbare Entwicklung für das Unternehmen als insgesamt herausfordernd, aber beherrschbar an. 3.2.6.2 Operative Risiken Im Geschäftsfeld Energieerzeugung bestehen zwei zu unterscheidende größere Risikofelder: zum einen die Risiken des Projektentwicklungsgeschäftes in Verbindung mit der Finanzierung und zum anderen die des Betriebs von Energieerzeugungsanlagen. Dies betrifft insbesondere die Quantität und Qualität der zur Verfügung stehenden personellen und finanziellen Ressourcen, das reelle Primärenergieangebot der Natur und die technische Qualität der eingesetzten Anlagen. Aber auch Risiken aus Verträgen mit Lieferanten, aus kurzfristigen Gesetzesänderungen und aus dem zunehmenden Wettbewerb mit deutlichen Konzentrationstendenzen sind zu berücksichtigen. Der Wettbewerbs- und Kostendruck bei der Projektierung neuer Erneuerbare-Energien-Anlagen ist enorm und bereits kleine Verwerfungen in einem Projekt können die Kalkulation gefährden. Insofern wird intensiv daran gearbeitet, diese Risiken zu reduzieren. Wegen der hohen Einflussnahme durch Faktoren, die extern beeinflusst werden, sind Projektentwicklungen und -realisierungen aber immer als eher risikoreichere Geschäfte einzustufen. Je mehr jedoch eigene Erzeugungsanlagen betrieben werden, umso mehr entsteht ein Sockel für einen relativ gut planbaren Cash Flow und eine Reserve bei unerwarteten Entwicklungen im Projektgeschäft. Durch die knappen Realisierungszeiträume bei Ausschreibungsverfahren zur Errichtung von Energieerzeugungsanlagen besteht ein Risiko in unerwarteten Verzögerungen in der Lieferung, der Fertigstellung und dem Netzanschluss. Hieraus können sich negative Folgen für die Finanzierung und Lieferverpflichtungen aus PPA-Verträgen ergeben. Das Unternehmen begegnet diesen Risiken mit sorgfältiger Planung und möglichst weitgehender vertraglicher Absicherung sowie durch einen Mix aus Projekten mit unterschiedlichen Risikostrukturen. Über konzerninterne Stromlieferverträge können die Strommengen an die Schwestergesellschaften im naturstrom-Konzern nach Auslaufen der Erlösabschöpfung wieder verkauft werden, was zu planbaren Mehrerlösen im Erzeugungsbereich führt. Die Handelsgesellschaften vermarkten diese Energiemengen entweder im Großhandel oder nutzen sie direkt für die Belieferung privater und gewerblicher Endkund:innen. So kann die Stromabnahme bereits in der Phase des Projektankaufs oder der Projektrealisierung künftig wieder besser abgesichert werden. Das wachsende Geschäftsvolumen der naturstrom-Gruppe in der Energieerzeugung führt zu einem hohen Finanzierungsbedarf in der Zukunft, der frühzeitig angegangen werden muss und der auch Phasen der Zwischenfinanzierung in der Bauphase vor Auszahlung langfristiger Projektfinanzierungen berücksichtigen muss. Dies erfordert eine hohe Aufmerksamkeit im Liquiditätsmanagement. Das Liquiditätsmanagement wird sowohl innerhalb der Geschäftsfelder und einzelnen Gesellschaften durchgeführt als auch in der Gruppe, wodurch Ausgleichseffekte im Konzern genutzt werden können. 3.2.6.3 Besondere rechtliche Risiken In zwei Bestandswindparks ist naturstrom seit mehreren Jahren bereits mit Klagen gegen die Genehmigungen bzw. den konkreten Anlagenbetrieb konfrontiert. Zum einen geht es in solchen Klagen um rein rechtliche Formalitäten, z.B. nach welchen gesetzlichen Regelungen eine Tektur auf einen anderen Anlagentyp erfolgen muss und wie sich das auf die Auslegung der Abstandregelungen in Bayern auswirkt, was durch die Entschärfung der "10h-Regelung" jedoch zwischenzeitlich heilbar ist. Zum anderen geht es um die Rechtmäßigkeit von Genehmigungen und die Einhaltung der darin festgesetzten Nebenbestimmungen, bspw. zu den Schallemissionen. Im letzteren Fall sind die Entscheidungen der Gerichte im Vorfeld mit einer gewissen Unsicherheit versehen, im schlechtesten Fall können aus Urteilen erhebliche Einschränkungen in Form von Betriebsbeschränkungen oder auch vorübergehende Stilllegungsverfügungen entstehen. Aktuell besteht in einem Windpark immer noch eine Drosselungsverfügung für den Nachtbetrieb, gegen die sich die Betriebsgesellschaft weiter juristisch zur Wehr setzt. Langfristig lässt sich der Erfolg solcher Klagen nur schwer abschätzen, würde aber im Fall des Eintreffens zu erheblichen wirtschaftlichen Belastungen für die Betriebsgesellschaften und damit für naturstrom führen. Ein Komplex potentieller juristischer Auseinandersetzungen betrifft die Lieferung von Anlagen bzw. Komponenten, insbesondere bei der Windenergie. Schon mehrfach wurden beim Einkauf versprochene Parameter nicht eingehalten. Zumeist gelingt es mit Geduld, für Nachbesserungen zu sorgen oder zumindest in zähen Verhandlungen und auch mit Hinweis auf zukünftige Geschäfte Kompromisse zu erreichen, die den Schaden für die Betriebsgesellschaft oder die NSA als im Projekt eingebundenem Generalunternehmer in einem vertretbaren Rahmen halten. In den beiden vorbenannten Bestandswindparks halten die Auseinandersetzungen mit dem Hersteller der Windenergieanlagen jedoch weiterhin an. Sie betreffen zum einen die Abnahmefähigkeit der Leistung bzw. die Mängelbehebung, zum anderen die Rahmenbedingungen der vom Hersteller zu erbringenden Leistungen aus dem parallel geschlossenen Vollwartungsvertrag. Die Auseinandersetzung hat sich im Jahr 2023 so zugespitzt, dass im Folgejahr mit gerichtlichen Schritten zu rechnen ist. Diese werden erhebliche Kosten verursachen, und im ungünstigsten Falle eines vollständigen Nichterfolgs wirtschaftliche Schäden in erheblichem Ausmaß bei den betroffenen Projektgesellschaften hinterlassen. 3.3 Finanzwirtschaftliche Risiken Die wesentlichen finanzwirtschaftlichen Risiken für den naturstrom-Konzern liegen in Avalrisiken aus bereits beschafften Mengen im Energiehandel und Kapitalausstattungs-Risiken aus dem zunehmenden Projektgeschäft. 3.3.1 Absicherung der Energie-Einkaufsmengen Für das Handelsgeschäft des naturstrom-Konzerns werden Avallinien benötigt. Diese Stellung von Bürgschaften ist keine spezifische Herausforderung der naturstrom Belieferungsgesellschaften, sondern betrifft alle Energiehändler, auch unabhängig von der Größe der Unternehmen. Die Handelsgesellschaften müssen gegenüber ihren Lieferanten die Differenz des Einkaufswertes der bereits vertraglich fixierten Energie-Einkaufsmengen gegenüber der Bewertung zu den jeweiligen aktuellen Marktpreisen absichern (market to market Bewertung). Um diesem Risiko zu begegnen, hat naturstrom 2023 zusätzliche Avallinien mit seinen Hausbanken vereinbart und sieht sich aktuell ausreichend gegen das bestehende Risko gesichert. Dadurch dass die Großhandelspreise seit dem Peak im August 2022 fast kontinuierlich sinken, müssen auch kontinuierlich Sicherheiten aus Avallinien an die Handelspartner ausgelegt werden. Mit sinkenden Preisen sinkt aber auch das Risiko, dass die Sicherheitsbedarfe über das verfügbare Maß hinaus steigen könnten, da sich die weiter vorstellbare Fallhöhe des Preisniveaus deutlich reduziert. Dennoch muss naturstrom regelmäßig abwägen, welche Mengen im Voraus beschafft werden können, ohne die verfügbaren Rahmen für Sicherheiten zu überschreiten. Dies schränkt die Menge der bereits mehrjährig vor dem Belieferungsjahr kaufbaren Energie ein. Das Management hat diesen Aspekt daher genau im Blick. Die Beschaffungsstrategie wird regelmäßig an die jeweilige Risiko- und Marktlage angepasst, so dass auch das Risiko einer außergewöhnlichen Marktverzerrung wie in 2022/23 beherrschbar bleibt. 3.3.2 Hohe Kapitalbindung im Aufbau eigener Kraftwerke Entlang des Lebenszyklus von Kraftwerksprojekten steigen die finanzwirtschaftlichen Risiken mit jedem weiteren Schritt. Für Sicherheiten, die im Zuge von Ausschreibungsverfahren nach dem EEG bei Wind- und Photovoltaikprojekten zur Verfügung gestellt werden müssen, stehen ausreichend Avalrahmen aus dem Gesamtrahmen für Avale zur Verfügung. Während der Projektentwicklung und des Baus kann es jedoch dazu kommen, dass die das Fremdkapital zur Verfügung stellenden Banken die Auszahlung des Geldes nicht zum einkalkulierten Zeitpunkt anweisen, wenn schwer zu steuernde Voraussetzungen nicht gegeben sind. Dadurch entstehen Liquiditätsrisiken, denen das Unternehmen mit einer regelmäßigen Liquiditätsplanung zur Schaffung und Überwachung von Liquiditätspuffern begegnet. Auch ein konzernweites Cash Management sorgt für Unterstützung, wenn es in einzelnen Projekten oder Geschäftsfeldern zu temporären Abweichungen von der Liquiditätsplanung kommt. Um auf diese Liquiditätshilfe aber möglichst gar nicht erst angewiesen zu sein, werden die Projektrisiken in der Entwicklungsgesellschaft NSP intensiv betreut und die zugehörigen Prozesse einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess unterworfen. Die naturstrom AG ist im weiteren Verlauf des Lebenszyklus eines Projektes direkt und indirekt an Betriebsgesellschaften mit Kommanditkapital beteiligt. Teilweise stellt sie solchen Gesellschaften auch zusätzlich nachrangige Darlehen zur Verfügung. Mit zunehmendem Aufbau eigener Kraftwerke wird auch mehr eigenes Kapital in den jeweiligen Betriebsgesellschaften gebunden sein. Insbesondere in den ersten Betriebsjahren entstehen dabei üblicherweise noch keine Cash-Back-Situationen aus den getätigten Investitionen, so dass sich die Betriebsgesellschaften über mehrere Jahre nicht aus der Innenfinanzierung weiterentwickeln können, sondern auf neue Finanzmittel angewiesen sind. Allerdings haben die Geschäftsjahre 2022 und 2023 bereits weit überdurchschnittliche Erträge mit sich gebracht und diese Ausgangssituation aktuell verbessert und stabilisiert. 3.4 Gesamtaussage Zusammenfassend sieht der Vorstand keine Einflussfaktoren, die aktuell und im Prognosezeitraum bis zum 31. Dezember 2024 den Bestand der naturstrom AG in Frage stellen würden. Der Vorstand hält die vorhandenen Risiken für herausfordernd, aber auch aufgrund des bestehenden Risikomanagements in Summe für beherrschbar. 4. Prognosebericht 4.1. Künftige Branchenentwicklung Die Energiebranche manövriert durch ein Jahr 2024, dass die akute Krisenbewältigung mehr und mehr hinter sich lässt. Temporäre gesetzliche Sonderregelungen wie die Energiepreisbremsen oder die reduzierte Umsatzsteuer auf Gas und Fernwärme sind zum Jahreswechsel bzw. im Frühjahr ausgelaufen, in Form äußerst komplexer Jahresabrechnungen den Kund:innen gegenüber werden sie die Energieversorger gleichwohl noch eine Weile begleiten und für zusätzliche Aufwände sorgen. Im Energievertrieb hat sich der Endkund:innenmarkt für Strom und Gas wieder weitgehend normalisiert. Die Neukund:innenpreise bewegen sich in der ersten Jahreshälfte 2024 wieder auf Vorkrisenniveau. Da im Krisenjahr 2022 am Terminmarkt teuer gekaufte Energiemengen nach und nach aus den Beschaffungsportfolios der Versorger herausfallen, ist zudem im Jahresverlauf ein sukzessiver Rückgang der bislang durchschnittlich noch über Vorkrisenniveau liegenden Bestandskund:innentarife möglich. Für den weiteren Ausbau Erneuerbarer Energien herrschen aufgrund diverser politischer Weichenstellungen der Jahre 2022 und 2023 grundsätzlich gute Bedingungen. Für die Windenergie an Land rechnet die Branche aufgrund neuer Genehmigungen im Berichtsjahr im Umfang von rund 7.500 MW mit einem weiteren moderaten Anstieg des Zubaus. Sofern nicht noch weitere kurzfristig wirksame Maßnahmen ergriffen werden, die die Realisierung der Projekte beschleunigen, prognostizieren die Branchenverbände BWE und VDMA für das Jahr 2024 einen Zubau in Höhe von mehr als 4.000 MW. Im Solarbereich geht der Branchenverband BSW Solar davon aus, dass sich der Solarzubau nach dem Rekordjahr 2023 auf hohem Niveau hält. Positiv werden sich die Erleichterungen auswirken, die das Solarpaket für den weiteren Zubau von Freiflächenanlagen sowie von Dachanlagen im gewerblichen Bereich und im Geschosswohnungsbau mit sich bringt. Im Wärmemarkt wird sich das Umfeld zur Realisierung fossilfreier Wärmekonzepte weiter verbessern, wenn auch nicht sprunghaft. Den Grundstein hierfür legen die zum Jahresbeginn in Kraft getretene Novelle des Gebäudeenergiegesetz sowie das Gesetz zur kommunalen Wärmeplanung. Da das Gebäudeenergiegesetz erst bei Vorliegen einer kommunalen Wärmeplanung seine volle Wirkung entfaltet und die Kommunen je nach Einwohner:innenzahl für eine solche Planung bis Mitte 2026 bzw. Mitte 2028 Zeit haben, ist mit einem eher schrittweisen Anstieg der Nachfrage nach erneuerbaren Wärmelösungen zu rechnen. Größtes energiepolitisches Vorhaben auf Bundesebene im Jahresverlauf wird voraussichtlich die weitere Ausformulierung der Kraftwerksstrategie sein, deren Grundzüge die Bundesregierung im Februar vorgestellt hatte. Das Tempo des Erneuerbaren-Ausbaus wird von diesem Vorhaben kurzfristig nicht beeinflusst, langfristig können sich je nach Ausgestaltung jedoch negative Auswirkungen in Form fossiler Lock-in-Effekte ergeben. Weitere Impulse können von der EU-Strommarktreform ausgehen, die u. a. eine Stärkung von PPAs, Präzisierungen zum Energy Sharing und die perspektivische Einführung von Differenzverträgen (CfDs) vorsieht. Im Dezember 2023 erzielten Rat und Parlament eine grundsätzliche Einigung. Da die finalen Beschlüsse erst noch in nationale Gesetze überführt werden müssen, sind konkrete Auswirkungen für das laufende Jahr schwer abzusehen und - zumindest was gravierende Änderungen anbelangt - eher unwahrscheinlich. 4.2. Voraussichtliche Unternehmensentwicklung Konzern Mit ihren fünf Geschäftsfeldern ist die naturstrom AG in ganz unterschiedlichen energiewirtschaftlichen Teilmärkten mit jeweils individuellen Marktdynamiken und regulatorischen Rahmenbedingungen unterwegs. Das operative Geschäft der naturstrom AG selbst, welches im Wesentlichen die Dienstleisterfunktion zur Zertifizierung von Ökostromprodukten mit dem Label "Grüner Strom" umfasst, bewegt sich stabil auf Vorjahresniveau. Die mit Abstand wichtigsten Vertragspartner sind die beiden Töchter NSH und NSX, was ein hohes Maß an Kontinuität gewährleistet. Geschäftsfeld Energiebelieferung Auch im Jahr 2024 werden Nachwirkungen der Energiepreiskrise noch einen gewissen Effekt auf den Geschäftsverlauf haben, aber sehr viel gedämpfter als noch im Vorjahr. Für die weitere Marktentwicklung wird von insgesamt stabilen Energiekosten ausgegangen. Nachdem das Preisniveau im Energiegroßhandel beinahe schon wieder Vorkrisenniveau erreicht hat, liegen die Herausforderungen stärker im neu entflammten Wettbewerb sowie bei der Fortentwicklung der Energiewende insbesondere im Strommarkt. Zum Jahreswechsel war u. a. für das Hauptprodukt naturstrom zwar eine leichte Preiserhöhung nötig. Im Gegensatz zu vielen anderen Versorgern mussten jedoch steigende Netzentgelte aufgrund eines kurzfristig weggefallenen Bundeszuschusses nicht bereits wenige Monate später an die Kund:innen weitergegeben werden. Im ersten Quartal 2024 liegt naturstrom mit den eigenen Tarifen damit unter dem Durchschnitt der deutschen Haushalts-Stromkosten, trotz der hohen ökologischen Einkaufsqualität und der Erneuerbaren-Förderung. Die eigene Situation im Wettbewerb, gerade im hochwertigen Ökostrom-Markt für Privatkund:innen, wird daher durchaus als gut eingeschätzt. Für Neuverträge sind im Gesamtmarkt allerdings deutlich günstigere Preise zu finden, die naturstrom aufgrund der eigenen Leitlinie, keine großen Differenzen zwischen Bestands- und Neupreisen aufkommen zu lassen, so nicht mitgehen kann und will. Durch das im November 2023 gestartete Produkt naturstrom flex, bei welchem der Tarif monatlich entsprechend der Entwicklung im Energiemarkt neu festgesetzt wird, wird Interessenten aber ein Angebot gemacht, mit dem sie deutlich direkter von den zu Jahresanfang 2024 weiter sinkenden Preisen im Großhandel profitieren können. Noch unmittelbarer wird dies mit dem Angebot eines dynamischen Tarifs funktionieren, den naturstrom im Frühsommer 2024 startet: Statt eines sich monatlich verändernden Preises wird die Tarifhöhe hier stündlich entsprechend der Situation am Energiemarkt festgelegt. Haushalte mit Smart Metern können so auch über Verbrauchsverschiebungen vom Energiemarkt profitieren und damit zur Integration der Erneuerbaren Energien beitragen. Dies wird insbesondere für Besitzer steuerbarer Verbrauchseinrichtungen, wie e-Autos oder Wärmepumpen eine wirtschaftlich attraktive neue Möglichkeit darstellen. Neben dem Angebot eines dynamischen Tarifs bringt auch die Implementierung schnellerer Lieferantenwechsel sowie die Weitergabe von verringerten Netzentgelten für steuerbare Verbraucher (§14a EnWG) prozessuale Herausforderungen. Aufgrund schlagkräftiger und agiler interner Strukturen sieht naturstrom sich jedoch gewappnet, diese sowie weitere kommende energiewirtschaftliche Weiterentwicklungen erfolgreich umzusetzen. Eine gute Reaktionsfähigkeit ist auch hinsichtlich möglicher rascher Marktveränderungen gegeben, die nicht für wahrscheinlich gehalten werden, aber auch nicht auszuschließen sind. Da es in den Endkund:innen-Verträgen kaum Preisgarantien gibt, ist das Unternehmen jederzeit schnell handlungsfähig - die Entwicklungen seit der Energiepreiskrise haben mehrfach gezeigt, dass auch kurzfristige und mehrfache Tarifanpassungen gut bewältigt werden können. Während das Strom-Privatkundengeschäft damit gut aufgestellt ist, wird im margenschwachen Absatz an Groß- und Sonderkunden eher von einem weiteren leichten Rückgang ausgegangen. Für den Ökogasabsatz ist zunächst eine Seitwärtsentwicklung zu erwarten. Durch neue regulatorische Anforderungen im Wärmemarkt könnte perspektivisch das Interesse an Biomethan-Produkten wachsen, allerdings sind aktuell kaum bzw. nur sehr teure Biomethan-Mengen im Markt vorhanden. Die Beschaffung entsprechender Energiekontingente wird damit nach dem noch gut gesicherten Jahr in 2024 zu einer Herausforderung. Bei der CEY werden angesichts der wieder stabilen Strom- und Gasmärkte die Vertriebsaktivitäten im Jahresverlauf intensiviert. Neue Vertriebschancen sind auch für die in der NvO gebündelten Regional- und Mieterstromangebote absehbar, da neben der grünen Eigenschaft von Energie auch die regionale Versorgung zu einem immer wichtigeren Faktor wird. Neben verstärkten Marketingaktivitäten sowie der Weiterentwicklung ökonomisch attraktiver und regional verankerter Energieangebote wird auch die Modernisierung der internen Prozesse und Datenbanken ein zentrales Thema im Jahr 2024. Für den in der NST organisierte Großhandel erwartet das Unternehmen in den kommenden Monaten ein weiterhin leichtes Wachstum. Die Beschaffung von Ökostrom aus ausgeförderten Windenergieanlagen soll weiter gepflegt werden. Auch ist damit zu rechnen, dass bei erfolgreicher Errichtung neuer Ökostromanlagen durch die Gesellschaften im Geschäftsfeld Energieerzeugung Strommengen aus diesen Anlagen von der NST aufgenommen werden. Die Geschäftsleitung beobachtet weiterhin, inwieweit sich zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten durch die Belieferung von Großkunden mit PPA aus eigenen Anlagen erschließen lassen - entweder für den Direktverbrauch im Unternehmen oder für den Betrieb von Elektrolyseuren zur Produktion von grünem Wasserstoff. Geschäftsfeld Energieerzeugung Die NaturEnergy plant Ende des laufenden Jahres eine prospektpflichtige Kapitalerhöhung, in deren Zuge sich auch Kleinanleger:innen am Unternehmen beteiligen können. Ziel der Kapitalerhöhung ist die Finanzierung des Eigenkapitalbeitrags für weitere und größere Investitionen in Erzeugungskapazitäten. Für 2024 ist die Errichtung zweier Photovoltaik-Freiflächenanlagen in den brandenburgischen Orten Petershagen und Groß Lubolz mit einer Gesamtleistung von 78 MWp geplant. Die Bauarbeiten in Groß Lubolz starteten im Frühjahr. Auch im Windbereich befinden sich nach mehrjähriger Pause wieder Projekte in Umsetzung. Im Zuge eines Repowering-Projektes im Kreis Lippe errichtet die NaturEnergy in einer Betriebsgesellschaft drei Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 13,5 MW und verfünffacht so die Leistung der neun rückgebauten Windräder. Der Rückbau der Altanlagen wurde im Frühling 2024 abgeschlossen, die Errichtung und Inbetriebnahme der neuen Anlagen wird voraussichtlich bis über den Jahreswechsel 2024/2025 andauern. Geschäftsfeld Urbanes Wohnen Die Herausforderungen in der Immobilienwirtschaft werden auch 2024 bestehen bleiben. Das wirkt sich auf die Akquise neuer Projekte und die Umsetzung vertraglich gesicherter Projekte aus, die sich teilweise verzögern oder nicht gebaut werden. Zur Erholung des Markts braucht es der Immobilienbranche zufolge bessere Förderungs- und Abschreibungsbedingungen sowie eine geänderte Zinspolitik. Insbesondere für die Implementierung dezentraler Energiekonzepte auf Basis Erneuerbarer Energien bleiben Förderprogramme für die Wirtschaftlichkeit bis auf Weiteres unverzichtbar. Im laufenden Jahr 2024 wird in mehreren Quartiersprojekten bestehend aus Mieterstrom und Wärmeversorgung mit der Umsetzung begonnen, während einige Projekte in Betrieb gehen. In diesem Zuge wird naturstrom in einem im Bau befindlichen Quartiersprojekt in Köln erstmalig auf Abwasser als Wärmequelle zurückgreifen. Darüber hinaus können im Geschäftsfeld im Jahresverlauf mehrere Machbarkeitsstudien im Rahmen des Förderprogramms Wärmenetzsystem 4.0 abgeschlossen und weitere begonnen werden. Mit dem Inkrafttreten des novellierten Gebäudeenergiegesetzes und des neuen Wärmeplanungsgesetzes zum 01.01.2024 eröffnen sich für naturstrom neue Geschäftschancen. Die Geschäftsleitung rechnet damit, dass die Nachfrage nach energieeffizienten, fossilfreien und damit zukunftsfähigen Gebäuden und Quartieren stetig zunehmen wird. Aus der Perspektive von naturstrom liegen die Chancen für die Immobilienwirtschaft besonders dort, wo Projekte langfristige Trends stützen, beispielsweise hinsichtlich des demografischen Wandels, Digitalisierung und Dekarbonisierung. Zu begrüßen ist auch, dass die Transformation des Gebäudebestands zunehmend in den Fokus rückt. Auch die Einführung der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung als Ergänzung zu Mieterstrom im Zuge des Solarpakets und die damit einhergehenden Vereinfachungen für Gebäudeeigentümer:innen ist als positiver Impuls für den zunehmenden Ausbau von Vor-Ort-Stromkonzepten zu bewerten. Geschäftsfeld Klassische Nahwärme Bei den Wärmeaktivitäten im ländlichen Raum sind für das Jahr 2024 in mehreren Projekten Umbaumaßnahmen und Fertigstellungen geplant. Im Frühjahr 2024 konnte das bisher größte Projekt von naturstrom in der Wärmeversorgung in Markt Erlbach bei Nürnberg fertig gestellt werden. Zu dem Projekt gehören eine Heizzentrale mit zwei Holzhackschnitzel-Kesseln mit je 1,2 MW und eine Freiflächen-Solarthermieanlage mit über 1.300 m² Kollektorenfläche sowie ein entsprechendes 6,4 km langes Wärmenetz in der Gemeinde. Insgesamt sollen am Ende, an bis zu 141 Übergabepunkten, Kund:innen mit lokaler Wärme versorgt werden. Auch die Bauarbeiten am ähnlich aufgebauten Wärmprojekt in der benachbarten Gemeinde Eschenbach konnten im ersten Quartal 2024 erfolgreich beendet werden. 53 Anschlussnehmer:innen konnten bereits an das neue Wärmenetz angeschlossen werden, insgesamt ist der Anschluss von 74 Wohngebäuden geplant. Im Nahwärmenetz Marktschorgast, nördlich von Bayreuth, wurde im Frühjahr 2024 im Zuge einer Umrüstung von Holzpellets auf Waldhackschnitzel ein neuer Hackschnitzelkessel mit 720 kWh in Betrieb genommen. In der bayrischen Gemeinde Lupburg in der Nähe von Regensburg soll im Zuge einer weiteren Umrüstung eine neue Lagerhalle für Waldhackschnitzel errichtet werden. Durch deutlich gestiegene Kosten ist naturstrom bei vielen Wärmeprojekten gezwungen, über die normalen Änderungen auf Basis der vertraglichen Preisanpassungsformeln hinaus außerordentliche Preiserhöhungen durchzuführen. Im April fanden erste Gespräche mit den Abnehmern darüber statt. Geschäftsfeld Mobilität Auch im kommenden Geschäftsjahr plant das Geschäftsfeld Mobilität seine Aktivitäten zu allen drei Sharingprodukten zu erweitern: Im Frühjahr 2024 startet mit dem "Brühler Lastenesel" das dritte öffentliche Sharing für einen kommunalen Partner. Für das Produkt Abo-Rad plant Green Moves eine Verdopplung der Vermietungen auf durchschnittlich ca. 200 Fahrzeuge (2022: 105), wobei der Schwerpunkt auf E-Lastenrädern und Premium-Pedelecs liegen soll. Neu ins Angebot aufgenommen werden Fahrradanhänger. Darüber hinaus ist das Unternehmen mit Immobilienpartnern im Gespräch zu weiteren Mobilitätsstationen. Um die Aktivitäten hier künftig noch strategischer auszurichten, soll innerhalb der Unternehmensgruppe eine stärkere Zusammenarbeit mit dem Geschäftsfeld Urbanes Wohnen erreicht werden, um den deutschlandweiten Vertrieb der Quartiersversorgung mit Wärme, Strom und Ladeinfrastruktur um das Angebot einer Mobilitätsstation zu erweitern. 4.3. Voraussichtliche Ergebnisentwicklung Konzern Es wird seitens des Vorstandes für den naturstrom -Konzern für 2024 ein Konzernjahresüberschuss im Bereich von knapp unter 10 Mio. Euro nach Steuern erwartet. Im Einzelabschluss der naturstrom AG geht der Vorstand für das Geschäftsjahr 2024 von einem Jahresüberschuss von ca. 10,7 Mio. Euro nach Steuern aus. Den größten Anteil zum Ergebnis wird, wie in den Vorjahren, das Geschäftsfeld Energiebelieferung beitragen. Der Vorstand rechnet mit einem Ergebnis von rund 12,6 Mio. Euro für die NSH und annähernd 1,3 Mio. Euro für die NSX im Jahr 2024 jeweils nach Ertragssteuerumlage. Die CEY wird voraussichtlich ein Ergebnis 1,2 Mio. Euro nach Steuern beisteuern. Die NST und NvO werden in Summe vermutlich ein Ergebnis von 0,4 Mio. Euro nach Steuern erzielen. In Summe wird für das Geschäftsfeld Energiebelieferung ein Ergebnis von etwa 15,5 Mio. Euro nach Ertragssteuerumlage erwartet. Für das Geschäftsfeld Energieerzeugung wird für 2024 in Summe mit einem ausgeglichenen Ergebnis gerechnet. Für die in die NSP und NSA ausgegründeten Aktivitäten "Projektentwicklung und Realisierung" wird ein leicht positives Ergebnis im unteren sechsstelligen Bereich erwartet. Die NaturEnergy erwartet für das Geschäftsjahr 2024 ein negatives Ergebnis im mittleren sechsstelligen Bereich. Bei einigen Beteiligungen, insbesondere an Windparks, sind aufgrund des guten Winddargebots in 2023 gute Ergebnisse erzielt worden, selbstverständlich aber deutlich unter dem Ausnahmejahr 2022. In welchem Umfang die Bilanzgewinne für Ausschüttungen oder Thesaurierung genutzt werden, bleibt den jeweiligen Gesellschafterversammlungen vorbehalten, bei den meisten ist die NaturEnergy nicht Alleingesellschafterin und kann insofern nur gemeinsam mit den Partnern Beschlüsse fassen. Insofern ist aktuell nicht ausreichend sicher zu prognostizieren, in welcher Höhe die Ausschüttungen erfolgen werden. Für die Beteiligungsgesellschaften wird in 2024 von einer planmäßigen Entwicklung ausgegangen. Weder sind außerordentliche Erlöse zu erwarten, noch sind bisher Erkenntnisse vorliegend, die eine besondere Kostenbelastung erwarten lassen. Für die NATEN Betriebsführung GmbH wird ein fast ausgeglichenes Ergebnis erwartet. Die beiden Geschäftsfelder klassische Nahwärme und urbanes Wohnen befinden sich weiterhin im Aufbau und erzielen einen negativen Ergebnisbeitrag. Ziel ist es, die operativen Verluste zu verringern und mittelfristig in den beiden Geschäftsfeldern im operativen Geschäft ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen. Investitionen erfolgen in Personal- und Sachmittel für den Aufbau neuer Leistungen und die Ausweitung der Geschäftsaktivitäten, was in Summe jedoch in einen negativen Ergebnisbeitrag für beide Geschäftsfelder zusammen von rd. - 4 Mio. Euro münden wird. Die benötigte Liquidität kann in diesem Umfang durch die Gruppe zur Verfügung gestellt werden. Die Sanierungsmaßnahmen in den Wärmeprojekten der klassischen Nahwärme sind einen guten Schritt vorangekommen. Dies lässt deutlich geringere einmalige Wertkorrekturen für 2024 erwarten als in den letzten Jahren. Die Konzernleitung verfolgt das Ziel, 2024 die Sanierung bei den Wärmeprojekten im Wesentlichen abzuschließen. Das Geschäftsfeld Mobilität befindet sich ebenfalls im Aufbau. In diesem Geschäftsfeld finden Investitionen in Personal- und Sachmittel statt, um die Geschäftsaktivitäten auszuweiten. Insgesamt wird ein negatives Ergebnis von rd. - 1 Mio. Euro erwartet. In den Geschäfts- und Kostenpositionen, die nicht einem der Geschäftsfelder zugeordnet sind, erwartet der Vorstand Entwicklungen in etwa auf Vorjahresniveau. 5. Angaben zur Erfüllung der Berichtspflichten gem. Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) Angaben zu Genussrechten und Nachrangdarlehen: Die natAG hat Genussrechte in Höhe von Euro 7.181.000,00 begeben. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Zinsen für Genussrechte in Höhe von Euro 289.040,00 an 1.279 Berechtigte gezahlt. Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2023 ein begebenes Nachrangdarlehen an 1.292 Berechtigte zurückgezahlt. Es verblieb zum Bilanzstichtag ein Betrag von Euro 8.000 (drei Berechtige) aus Zahlungsrückläufern. Diese konnte Anfang 2024 auch an die verbliebenen Berechtigten zurückgezahlt werden. Insgesamt wurden Zinsen für Nachrangdarlehen in Höhe von Euro 33.528,78 gezahlt. Über die Zinsen hinausgehende Vergütungen wurden im Geschäftsjahr 2023 nicht geleistet. Angabe zu im Geschäftsjahr gezahlten Vergütungen an Führungskräfte und Mitarbeiter:innen, deren berufliche Tätigkeit sich wesentlich auf das Risikoprofil des Emittenten von Vermögensanlagen auswirkt: Die Vorstandsbezüge betrugen Euro 875.561,37. Weitere Mitarbeiter:innen, deren Tätigkeit sich wesentlich auf das Risikoprofil der natAG auswirkt, existieren nicht.
Düsseldorf, den 15. Mai 2024 Oliver
Hummel
Sophia
Eltrop
Dr.
Kirsten Nölke
Bilanz zum 31.12.2023
Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.01. bis 31.12.2023
Kapitalflussrechnung vom 01.01. - 31.12.
Anhang für das Geschäftsjahr 20231. Allgemeine Angaben Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB auf. Der vorliegende Jahresabschluss ist unter Beibehaltung der für den Vorjahresabschluss angewendeten Gliederungs- und Bewertungsvorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt (§§ 265 Abs. 1, S. 1, 266 ff. HGB). Ergänzend waren die Regelungen des Aktiengesetzes und etwaige Bestimmungen der Satzung zu beachten. Die Gesellschaft ist verpflichtet, wie im Vorjahr, einen Konzernabschluss aufzustellen. Die Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01. bis 31.12.2023 wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Buchführung und Jahresabschluss der Gesellschaft lauten auf Euro. Die Erfassung und Verarbeitung der Geschäftsvorfälle erfolgte im Rahmen eines Dienstleistungsvertrages mittels des Softwaresystems DATEV Kanzlei Rechnungswesen pro. Im Jahr 2020 gründete die naturstrom AG die NaturEnergy GmbH & Co. KGaA (NE). Gegenstand der Gesellschaft ist die Gestaltung einer auf Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit ausgerichteten Energieversorgung durch - den Betrieb von Anlagen zur Erzeugung, Umwandlung, Speicherung, Transport und Verteilung erneuerbarer Energien und den Verkauf der so bereitgestellten Energie durch die Gesellschaft selbst oder durch Beteiligungsgesellschaften - die Projektentwicklung und die Realisierung von Anlagen der regenerativen oder dezentralen Energiebereitstellung - das Erbringen technischer, kaufmännischer oder sonstiger Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Erwerb, der Errichtung oder dem Betrieb von regenerativen Energieanlagen. Im Geschäftsjahr wurden weitere ausgewählte Beteiligungen aus dem Geschäftsbereich Energieerzeugung ganz oder teilweise an die NE übertragen. 2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Immaterielle Vermögensgegenstände werden mit Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Berücksichtigung nutzungsbedingter Abschreibungen angesetzt. Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Berücksichtigung nutzungsbedingter planmäßiger Abschreibungen. Grundlage der planmäßigen Abschreibung ist die voraussichtliche Nutzungsdauer des jeweiligen Vermögensgegenstandes (§ 253 Abs. 1, S. 1, Abs. 3 HGB). Diese entspricht der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer und wird unter Orientierung an den amtlichen AfA-Tabellen der Finanzverwaltung zugrunde gelegt. Die Abschreibungen erfolgen grundsätzlich nach der linearen Methode. Soweit jedoch in den Vorjahren das Beibehaltungswahlrecht des Art. 67 Abs. 4 EGHGB ausgeübt wurde, wird dieses fortgeführt. Zugänge während des Geschäftsjahres werden grundsätzlich pro rata temporis abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis Euro 250,00 wurden aus Vereinfachungsgründen entsprechend § 6 Abs. 2a EstG im Erwerbsjahr voll, solche mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Euro 250,00 bis Euro 1.000,00 in einen Sammelposten eingestellt und linear über einen Zeitraum von 5 Jahren abgeschrieben. Die Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen, Wertpapiere des Anlagevermögens und Genossenschaftsanteile werden zu Anschaffungskosten bzw. zu niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert (§ 253 Abs. 1, S. 1 HGB). Ausleihungen werden grundsätzlich mit dem Nennwert oder mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgte zu den Anschaffungskosten, soweit nicht ein niedrigerer Wert beizulegen war (§ 253 Abs. 4 HGB). Fertige und unfertige Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet. Diese umfassen die produktionsbezogenen Vollkosten (§ 255 Abs. 2 HGB). Verwaltungs- und Vertriebskosten sowie Zinsen werden nicht berücksichtigt. Geleistete Anzahlungen werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nominalwert angesetzt. Den in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Risiken wird durch Bildung angemessen dotierter Einzel- und Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Flüssige Mittel werden zu Nominalwerten angesetzt (§ 253 Abs. 1 HGB). Rechnungsabgrenzungsposten sind in Höhe der geleisteten oder erhaltenen Zahlungen angesetzt. Das Eigenkapital ist zum Nennwert bilanziert. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) bewertet. Das Anwartschaftsbarwertverfahren erfasst die Verpflichtung zum Bilanzstichtag nach der wahrscheinlichen Inanspruchnahme unter Berücksichtigung zukünftiger Gehaltssteigerungen. Die Steuerrückstellungen sind nach den amtlich vorgeschriebenen Berechnungsmethoden der Finanzverwaltung bewertet. Die sonstigen Rückstellungen erfassen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten und sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist (§ 253 Abs. 1, S. 2 HGB). Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst (§ 253 Abs. 2, S. 1 HGB). Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert (§ 253 Abs. 1, S. 2 HGB). Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Rechnungsabgrenzungsposten und Schulden ermittelt. Dabei werden nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzpositionen einbezogen, sondern auch solche, die bei Organgesellschaften bzw. bei Personenhandelsgesellschaften, an denen die naturstrom AG als Gesellschafter beteiligt ist, bestehen. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises von derzeit aktuell 31,21 % (Vj. 31,09 %) (Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag). Abweichend hiervon werden latente Steuern aus zeitlichen Bilanzierungsunterschieden bei Beteiligungen in der Rechtsform einer Personengesellschaft auf Basis eines kombinierten Ertragsteuersatzes ermittelt, der lediglich Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag beinhaltet; dieser beträgt derzeit 15,83 %. Gemäß dem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 3 HGB werden die latenten Steuern saldiert ausgewiesen. Vom Wahlrecht zum Ansatz eines aktiven latenten Steuerüberhangs wird kein Gebrauch gemacht. 3. Erläuterungen zu den Bilanzposten 3.1. Bilanz - A k t i v a A. Anlagevermögen Die Entwicklung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten sowie der vorgenommenen Abschreibungen aller Positionen des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023 ist aus dem nachfolgenden Anlagenspiegel ersichtlich: naturstrom AG Düsseldorf Entwicklung des Anlagevermögens vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Bei der EDV-Software ist im Wesentlichen eine IT-Sicherheitssoftware sowie eine Mieterstrom-Applikation zu verzeichnen. Die Abschreibung erfolgt planmäßig linear über drei Jahre. II. Sachanlagen
Ausgewiesen sind in der Position Technische Anlagen und Maschinen diverse Photovoltaik-Kleinanlagen (TEUR 310), Photovoltaik-Kleinanlagenspeicher (TEUR 96) sowie Ladesäulen (TEUR 51). Die Abschreibung der Photovoltaikanlagen erfolgte grundsätzlich linear über 20 Jahre, bei Gebrauchtanlagen über deren Restnutzungsdauer. Bei den Photovoltaikanlagen im Bestand wurde das Beibehaltungswahlrecht des Art. 67 Abs. 4 EGHGB ausgeübt. Unter Betriebs- und Geschäftsausstattung sind als wesentliche Zugänge Computer und Servertechnik erfasst. Außerdem wurden weitere zwei Personenkraftwagen angeschafft, die über 6 Jahre abgeschrieben werden. III. Finanzanlagen
Die Reduzierung der Anteile an verbundenen Unternehmen ist zum einen auf Verkäufe innerhalb des Konzerns und Zustiftungen zurückzuführen. Zum anderen wirkten sich Wertkorrekturen auf Beteiligungen und Kapitalrückzahlungen von Betreibergesellschaften wertmindernd aus. Die Anteile an den verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sind im Einzelnen der nachstehenden Tabelle zu entnehmen (inkl. Kurzbezeichnung):
Die Abgänge im Bereich Anteile an verbunden Unternehmen betreffen im Wesentlichen den Abgang der NaturStromAnlagen GmbH sowie die beschlossene Zustiftung von Anteilen der NaturEnergy GmbH & Co. KGaA an die Naturstrom-Stiftung. Zudem wurde der Anteil an der NaturStromProjekte GmbH abgeschrieben.
Im Wesentlichen ist der Rückgang der Beteiligungen auf Verkäufe innerhalb des Konzerns (WSNK) sowie auf Umgliederungen in verbundene Unternehmen (ECONAT) zurückzuführen.
Die Bürgerwind Freudenberger Oberland GmbH & Co. KG reduzierte sich auf Grund von Kapitalrückzahlungen.
Die Erhöhung der Genossenschaftsanteile ist auf die Erhöhung der Beteiligung an der Ladegrün! eG sowie der GLS Bank zurückzuführen. B. Umlaufvermögen I. Vorräte
Die unfertigen Leistungen betreffen Planungs- und Entwicklungsarbeiten für Projektentwicklungsmaßnahmen in den Geschäftsfeldern urbanes Wohnen und klassische Nahwärme. II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren im Wesentlichen aus dem laufenden Geschäftsverkehr des 4. Quartals 2023. Wertberichtigungen waren nicht vorzunehmen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus laufenden Verrechnungen im Kontokorrentbereich, aus der umsatzsteuerlichen Organschaft und aus Zwischenfinanzierungen für neue Erzeugungsprojekte für den weiteren Ausbau des naturstrom-Kraftwerkparks. Für ihre Finanzierungsleistung erhält die Gesellschaft sowohl adäquate Zinsen als auch im Realisierungsfall ein Vorkaufsrecht für die produzierten Strommengen. Zudem sind Forderungen aus dem Gewinnabführungsvertrag mit der NaturStromHandel GmbH sowie der NaturStrom XL GmbH enthalten. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben gemäß § 265 Abs. 3 HGB eine Mitzugehörigkeit zu anderen Posten der Bilanz wie folgt:
und setzen sich wie folgt zusammen:
Die Forderungen aus Gewinnabführung enthalten Forderungen durch den Gewinnabführungsvertrag mit der NaturStromHandel GmbH sowie der NaturStrom XL GmbH, welche das Geschäftsjahr 2023 mit einem sehr guten Ergebnis abgeschlossen haben. Im gleichen Zusammenhang steht die Steigerung der Forderung aus ertragssteuerlicher Organschaft. Die Forderungen bestehen gegen folgende Gesellschaften:
Der Anstieg der Forderungen gegenüber der NaturStromHandel GmbH (TEUR + 26.644) lässt sich hauptsächlich auf Forderungen aus ertragsteuerlicher Organschaft und Gewinnabführung zurückführen. Bei dem Anstieg der Forderungen gegenüber der NaturStromAnlagen GmbH (TEUR + 3.294) und NaturStromProjekte GmbH (TEUR + 3.412) handelt sich um Forderungen im Bereich Projektvorfinanzierung. Die NaturEnergy GmbH & Co. KGaA konnte ihr Darlehen vollständig zurückzahlen (TEUR - 3.220). Die sonstigen Vermögensgegenstände sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
Die Restlaufzeiten der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände liegen insgesamt jeweils im Bereich eines Jahres. Kautionen können eine erwartete Restlaufzeit von über einem Jahr haben. III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
C. Rechnungsabgrenzungsposten
3.2. Bilanz - P a s s i v a A. Eigenkapital Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt Euro 30.500.000,00 und ist eingeteilt in 2.440.000 Stückaktien. Die Aktien lauten auf den Namen. Die Aktien der naturstrom AG mit der WKN 685 840 werden nicht an einer Börse gehandelt. Die Gesellschaft führt ein Aktienbuch. Im Verhältnis zur Gesellschaft gilt als Aktionär, wer als solcher im Aktienbuch eingetragen ist. Der Bilanzgewinn 2022 in Höhe von Euro 25.684.368,68 wurde gemäß Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 12.08.2023 wie in der nachfolgend dargestellten Entwicklung der Eigenkapitalposition verwendet:
Der ausgewiesene Gewinnvortrag ist auch im Zusammenhang mit den getätigten Investitionen in neue regenerative Energieanlagen zu sehen, durch diese Investitionen ist die Liquidität teilweise langfristig gebunden. Dies steht auch in Einklang mit dem Versprechen des Unternehmens gegenüber Kunden zur Verwendung von Preisanteilen für den Ausbau der Erneuerbaren Energien im Sinne des Grüner Strom Label e.V., die zu einem nicht unerheblichen Teil in Investitionen und somit ins Anlagevermögen geflossen sind. Die Eigenkapitalanteile der Investitionsprojekte sind jeweils langfristig gebunden. B. Rückstellungen Die Rückstellungen entwickelten sich im Berichtsjahr wie folgt:
Die Pensionsrückstellungen sind für Verpflichtungen aus Anwartschaft eines aktuellen sowie eines ehemaligen Vorstandsmitglieds gemäß den handelsrechtlichen Vorschriften gebildet. Die Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgt nach der Projected-Unit-Credit-Methode (PUC) unter Anwendung der Richttafeln 2018 G von Dr. Klaus Heubeck. Der technische Zinsfuß beträgt 1,82 % (Vj. 1,78 %), die Rentendynamik beträgt 1,5 %. Der Wertermittlung liegt ein versicherungsmathematisches Gutachten der WIMA Gesellschaft für Wirtschaftsmathematik mbH, München, zugrunde. Gemäß HGB § 253 Abs. 2 in der Fassung des BilRUG wurde die Pensionsverpflichtung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre abgezinst. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Bilanzansatz und dem Ansatz der Rückstellung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahren beträgt Euro 15.250,00. In Höhe dieses Betrages besteht eine Ausschüttungssperre gem. § 253 Abs. 6 HGB. Die Rückstellungen für Gewerbe- und Körperschaftsteuer wurden unter Berücksichtigung des zuzurechnenden Gewerbeertrags und Einkommens der Organgesellschaften NSH und NSX ermittelt. Die Rückstellungen für Ökostromzertifizierung betreffen die voraussichtlichen Zertifizierungskosten 2023 durch den Grüne Strom Label e.V. Die Berechnung erfolgte anhand der gemeldeten energiewirtschaftlichen Verbrauchsdaten. Die Rückstellungen für ausstehende Rechnungen betreffen im Wesentlichen noch zu erwartende Leistungsabrechnungen aus der GSL-Projektunterstützung sowie der allgemeinen Administration. Die Berechnung erfolgte auf der Grundlage der erteilten Aufträge. Darüber hinaus wurden Rückstellungen für Archivierung (Aufbewahrungspflicht) gebildet und der langfristige Teil dieser Rückstellung abgezinst. Der Bemessung der Rückstellungen für Abschluss- und Prüfungskosten lagen die eingeholten Angebote zugrunde. Die Rückstellungen für Drohverluste wurden für zwei Projekte im Wärmebereich gebildet, bei welchen voraussichtlich die Aufwendungen auf Grund von Kostensteigerungen die Erträge übersteigen werden. Die übrigen sonstigen Rückstellungen beinhalten voraussichtliche Verpflichtungen gegenüber Vorstand und Belegschaft. Die hier enthaltenen offenen Urlaubsansprüche wurden nach der Durchschnittsmethode ermittelt. Mit Ausnahme der Pensionsrückstellungen und der Rückstellung für Archivierung waren keine Abzinsungen vorzunehmen. C. Verbindlichkeiten
Die Anleihe ist ein festverzinsliches Wertpapier mit einem festen Zinssatz in Höhe von 3,25 % p.a. bezogen auf den Nennwert der gezeichneten Inhaber-Teilschuldverschreibung. Sie hat eine feste Laufzeit bis 31.08.2028. Am Rückzahlungstermin erfolgt eine Zahlung in Höhe von 100 % des Nennwerts. Die Zinsläufe beginnen am 01.09. eines Kalenderjahres (einschließlich) und enden jeweils am 01.09. des Folgejahres (ausschließlich). Die naturstrom Anleihe 2019 kann während der Laufzeit weder durch die Emittentin noch durch den Anleger ordentlich gekündigt werden. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen haben gemäß § 265 Abs. 3 HGB eine Mitzugehörigkeit zu anderen Posten der Bilanz wie folgt:
und bestehen gegenüber folgenden Gesellschaften:
Die Verbindlichkeiten gegenüber der NaturStromHandel GmbH bestehen im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten im Kontokorrentbereich (TEUR 32.102) sowie aus Verrechnungen im Umsatzsteuerbereich (TEUR 2.203). Es handelt sich bei den Verbindlichkeiten gegenüber der NaturStromTrading GmbH fast vollständig um Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuerverrechnung (TEUR 7.312). Ebenfalls bestehen die Verbindlichkeiten gegenüber der NaturStrom XL GmbH aus Verbindlichkeiten im Kontokorrentbereich (TEUR 2.051) sowie in der Verrechnung der Umsatzsteuer (TEUR 1.054). Bei den Verbindlichkeiten gegenüber der NatCon GmbH & Co. KG handelt es sich um eine ausstehende Kapitalerhöhung. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen:
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind vorwiegend Verbindlichkeiten aus Umlagen enthalten. Nachfolgend wird die Entwicklung der Genussrechtskapitalposition bis zum Bilanzstichtag 31.12.2023 dargestellt.
Der Anspruch auf die Genussrechtsdividende 2023 wurde, wie im Vorjahr, in den sonstigen Verbindlichkeiten verbucht. Die Genussrechte haben eine Laufzeit bis zum 30.06.2025. Die Grunddividende beträgt 4,0 % p.a. Es handelt sich um ursprünglich als Genussrechte ausgestaltete Verbindlichkeiten überwiegend gegenüber Privatpersonen. Die Gesellschaft hatte die ursprünglichen Genussrechte 2017 gekündigt und den Genussrechtsinhabern gleichzeitig das Angebot zur Verlängerung zu veränderten Konditionen gemacht. Von den verbleibenden Verbindlichkeiten in Höhe von Euro 7.181.000,00 haben Euro 7.113.000 eine Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen noch abzuführende Umsatzsteuerverpflichtungen, sowie Zinsen aus Nachrangdarlehen und Genussrechten für das Geschäftsjahr 2023. Das Nachrangdarlehen wurde im laufenden Geschäftsjahr zurückgeführt; mit Ausnahme einiger weniger Klärungsfällen auf Grund von geänderten Kontodaten der Anleger.
Das im Vorjahr ausgewiesene Nachrangdarlehen wurde in Höhe von TEUR 4.073 wurde nahezu vollständig zurückgezahlt. Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
D. Rechnungsabgrenzungsposten
E. Passive latente Steuern
Im Vorjahr beruhten die passiven latenten Steuern auf temporären Abweichungen zwischen den handels- und steuerbilanziellen Wertansätzen in Bilanzpositionen des Finanzanlagevermögens und betrafen Beteiligungen an Personengesellschaften. Aktive Steuerlatenzen innerhalb dieser Bilanzposition wurden im Vorjahr zu einem Betrag von Euro 308.200 saldiert. Die im Vorjahr aktiven latenten Steuern auf Differenzen der Bilanzposition Rückstellungen für Pensionen und Rückbauverpflichtungen (Euro -226.400,00) wurden mit dem v.g. Betrag zum Gesamtsaldo passive latente Steuern verrechnet. Über den Saldierungsbereich hinausgehende aktive Steuerlatenzen waren im Vorjahr nicht entstanden. Im Geschäftsjahr 2023 resultieren aus den temporären Abweichungen zwischen den handels- und steuerbilanziellen Wertansätzen in den Bilanzpositionen des Finanzanlagevermögens aktive latente Steuern. Darüber hinaus bestehen aktive latente Steuern aus Differenzen der Bilanzpositionen Rückstellung für Pensionen und Drohverlustrückstellungen. Vom Wahlrecht nach § 274 HGB wurde Gebrauch gemacht, sodass kein gesonderter Ausweis der aktiven latenten Steuern in der Bilanz erfolgt. Die passiven latenten Steuern wurden erfolgswirksam im Geschäftsjahr ausgebucht. 4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Die Hauptleistung der naturstrom AG bestand auch im Berichtsjahr in Grünstrom-Zertifizierungen, diese wurden ganz überwiegend gemäß den Kriterien des GSL (Grüner Strom Label e.V.) und ergänzend für einige Stromprodukte gemäß selbst entwickelten Kriterien der naturstrom AG durchgeführt. Die entsprechenden Erlöse werden hier differenziert dargestellt als Erlöse gegenüber den Tochtergesellschaften NSH und NSX (Erlöse Grünstrom-Zertifizierung im Konzern) einerseits und Erlöse aus Geschäften mit fremden Energieversorgern (Erlöse Grünstrom-Zertifizierung Dritte). Die Zertifizierungserlöse führen aufgrund der geschlossenen Verträge mit Energieversorgern und der Bedingungen des GSL zwingend zu einer Verwendung zum Ausbau der Erneuerbaren Energien und zur Förderung der Energiewende, sei es investiv durch eigene Investitionen, Eigenkapitalgestellung oder Förderdarlehen oder sei es durch Zuschüsse und andere Unterstützungsleistungen. Sowohl die Erlöse als vor allem auch die Verwendung der Mittel werden im Rahmen der Zertifizierung durch das GSL geprüft. Darüber hinaus sind Erlöse im Zusammenhang mit dem Grüner Gas Label (GGL) enthalten. Die Steigerung im Bereich "Erlöse Projektentwicklung Wärme" ist unter anderem auf die Fertigstellung der Projekte "Nahwärmeversorgung Eschenbach" und "Am Karpfenkreisel - Höchstadt" zurückzuführen. Die Erlöse aus Dienstleistungen, Weiterbelastungen und Materialhandel beinhalten unter anderem Weiterverrechnungen von verauslagten Kosten, Erlöse im Zusammenhang mit dem Materialhandel im Wärmebereich sowie Erlöse aus Dienstleistungen im Bereich Mieterstrom.
Die Bestandsveränderungen betreffen den Saldo aus der Aktivierung und dem Abgang bei Umsatzrealisierung von Planungs- und Entwicklungsarbeiten für Projektentwicklungsmaßnahmen in den Geschäftsfeldern Urbanes Wohnen sowie klassische Nahwärme, insbesondere für Quartierskonzepte und Nahwärmeprojekte.
Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen betreffen vorwiegend ausstehende Rechnungen, die nicht vollumfänglich in der ursprünglich geschätzten Höhe eingetroffen sind, sowie nicht ausgezahlte Gewinnbeteiligung. Die Erträge aus Anlageabgängen betreffen hauptsächlich den ertragswirksam vereinnahmten Buchgewinn im Rahmen der Zustiftung von NaturEnergy-Aktien an die Naturstrom Stiftung (TEUR 450). Dieser Betrag stellt den Wertzuwachs der Anteile bis zum Zeitpunkt der Zustiftung dar. Außerdem sind Erträge aus der Zuschreibung von Finanzanlagevermögen (TEUR 286) enthalten. Die sonstigen Erträge beinhalten im Wesentlichen vereinnahmte Erlöse im Rahmen von Forschungsprojekten aus dem Geschäftsfeld urbanes Wohnen.
Die Projektkosten für realisierte Projekte im Bereich der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe stehen überwiegend im Zusammenhang mit der Umsetzung von Nahwärme- und Quartiersprojekten. Im sonstigen Materialaufwand sind im Wesentlichen Aufwendungen für selbst betriebene Erzeugungsanlagen ausgewiesen. Die in den bezogenen Leistungen ausgewiesenen Projektkosten in den Feldern Wärme/Wind/PV betreffen im Wesentlichen die Planungs- und Entwicklungskosten für projektierte Erneuerbare Energieanlagen. Die GSL-Zertifizierungskosten betreffen im Wesentlichen die Labelnutzungsgebühr des Grüner Strom Label e.V. für das abgelaufene Geschäftsjahr.
Im Vergleich zum Vorjahr beinhaltet der Personalaufwand höhere Zahlungen für eine Inflationsausgleichsprämie gegenüber Mitarbeitenden, eine etwas höhere Rückstellung für Gewinnbeteiligungen an Mitarbeitende sowie einen einmaligen Betrag für Personalthemen aus Vorjahren. Darüber hinaus resultiert der Anstieg auch aus einer gestiegenen Mitarbeiteranzahl.
Die Abschreibungen beinhalten überwiegend Wertberichtigungen auf Darlehen des Umlaufvermögens. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind geprägt durch die nachfolgend aufgeführten Kostenpositionen.
Die Betriebskosten enthalten insbesondere Büromieten inkl. deren Nebenkosten. Die Vertriebskosten beinhalten überwiegend Werbekosten, Reise- und Übernachtungskosten, Veranstaltungen sowie Kosten für die Erstellung des Kundenmagazins. Zudem ist die beschlossene Zustiftung von 1.000.000 Aktien der NaturEnergy an die naturstrom-Stiftung (TEUR 1.800) in den Vertriebskosten ausgewiesen. Das 25-jährige Jubiläum der naturstrom AG führte ebenfalls zu höheren Aufwendungen. In den Verwaltungskosten sind Kosten im Bereich der Administration, Buchführung, Abschlusserstellung und Prüfung enthalten. Des Weiteren sind Aufwendungen für IT und Telefon sowie Fort- und Weiterbildung berücksichtigt. Das Finanzergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde maßgeblich geprägt durch Gewinnabführungsverträge mit den Tochtergesellschaften (TEUR 50.671) sowie Abschreibungen auf Finanzanlagen (TEUR 7.655). Die nachfolgenden Darstellungen bilden die Einzelfaktoren der Entwicklungen im Finanzergebnis ab:
Die Erträge aus Beteiligungen beinhalten im Geschäftsjahr hauptsächlich Gewinnausschüttungen von Betreibergesellschaften.
Gemäß den geschlossenen Gewinnabführungsverträgen ist jeweils durch die NaturStromHandel GmbH und die NaturStrom XL GmbH der Jahresüberschuss an die naturstrom AG abzuführen bzw. durch diese ein etwaiger Jahresfehlbetrag auszugleichen. Die Ergebnisse der Töchter gehen somit unmittelbar in das Ergebnis der Muttergesellschaft ein und sind von dieser zu versteuern. Die anteiligen Ertragsteuern werden von der naturstrom AG im Rahmen von konzerninternen Umlagen in Rechnung gestellt und werden hier zusammen mit der eigentlichen Gewinnabführung im Sinne einer Abführung des Bruttoergebnisses vor Steuern dargestellt.
Die Abschreibungen auf Finanzanlagen betreffen vorwiegend Wertberichtigungen auf die Beteiligungen an der NatCon GmbH & Co. KG (TEUR 3.500), der NaturStromProjekte GmbH (TEUR 2.000), der Green Moves GmbH & Co. KG (TEUR 863) und die Solarpark Bickendorf GmbH & Co. KG (TEUR 250). Darüber hinaus wurden Ausleihungen ggü der NatCon Eifel GmbH & Co. KG (TEUR 700) sowie der NaturStrom Wärme GmbH (TEUR 311) wertberichtigt.
Der in der Position Zinsen auf langfristige Verbindlichkeiten enthaltene Zinsanteil der Genussrechte beträgt TEUR 289. Des Weiteren sind hier Zinsen auf die naturstrom-Anleihe in Höhe von TEUR 255 gebucht. Die Zinsen an verbundene Unternehmen betreffen die NaturStromHandel GmbH (TEUR 1.082), die NaturStrom XL GmbH (TEUR 51) sowie die SunContract 1 GmbH & Co. KG (TEUR 16).
Der voraussichtliche Aufwand für Gewerbe- und Körperschaftsteuer wurde unter Berücksichtigung des zuzurechnenden Gewerbeertrags und Einkommens der Organgesellschaften NSH und NSX ermittelt. Die latenten Steuern betrafen im Vorjahr temporäre Unterschiede zwischen Handelsbilanz- und Steuerbilanzansatz bei Beteiligungen an Personengesellschaften. Im Vorjahr wurden insb. aktive Steuerlatenzen aus den Pensionsrückstellungen saldiert. Im Geschäftsjahr 2023 ergeben sich aktive latente Steuern aus temporären Unterschieden zwischen Handelsbilanz- und Steuerbilanzansatz aus dem Finanzanlagevermögen sowie aus Pensionsrückstellungen und Drohverlustrückstellungen. Vom Wahlrecht nach § 274 HGB wurde Gebrauch gemacht, sodass kein gesonderter Ausweis der aktiven latenten Steuern in der Bilanz erfolgt. Die passiven latenten Steuern wurden erfolgswirksam im Geschäftsjahr ausgebucht.
Gemäß § 150 AktG sind maximal 5 % des Jahresüberschusses der gesetzlichen Rücklage zuzuführen, bis der 10. Teil des Grundkapitals, mithin Euro 3.050.000,00 als Summe aus Kapitalrücklage und gesetzlicher Rücklage erreicht sind. Diese gesetzliche Vorgabe wurde bereits in den Vorjahren erfüllt, so dass im Geschäftsjahr keine weitere Einstellung in die gesetzliche Rücklage erfolgte. 5. Sonstige Angaben Durchschnittliche Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer Während des Geschäftsjahres waren - unter Berücksichtigung von Teilzeitkräften und beurlaubten Mitarbeiter/innen, aber ohne Berücksichtigung von Praktikanten - im Unternehmen beschäftigt:
Im durchschnittlichen Bestand der Angestellten sind 102,3 (Vj. 82,0) Teilzeitbeschäftigte enthalten. Haftungsverhältnisse gem. § 251 HGB Zum Bilanzstichtag 31.12.2023 bestanden folgende
Die Gesellschaft haftet gesamtschuldnerisch mit der NSH, NSX und NST gegenüber der Commerzbank Düsseldorf für gemeinschaftliche kombinierte Kredit- und Avallinien in Höhe von Euro 3.000.000,00 sowie Avallinien in Höhe von Euro 23.500.000,00. Die NSA und CEY haben eine Mithaft übernommen. Die Avallinien sind zum Stichtag insgesamt in Höhe von Euro 5.868.149,21 durch die NSH, NSX und NST in Anspruch genommen. Die Kreditlinien sind zum Stichtag nicht in Anspruch genommen. Weiter haftet die Gesellschaft gesamtschuldnerisch mit der NSH, NSX, NST und CEY gegenüber der Landesbank Baden-Württemberg LBBW Düsseldorf für gemeinschaftliche kombinierte Kredit- und Avallinien in Höhe von Euro 16.000.000,00 sowie Avallinien in Höhe von Euro 33.000.000,00. Die Avallinien sind zum Stichtag insgesamt in Höhe von Euro 31.258.550,00 durch die natAG, NSH, NSX und CEY in Anspruch genommen. Die kombinierten Kreditlinien sind zum Stichtag nicht in Anspruch genommen. Zudem haftet die Gesellschaft zusammen mit der NSH, NSX, CEY und NST gegenüber der GLS-Bank Bochum für gemeinschaftliche, kombinierte Kredit- und Avallinien in Höhe von Euro 6.000.000,00, sowie reine Avallinien von Euro 15.000.000,00. Diese können auch durch die aufgeführten Gesellschaften in Anspruch genommen werden. Die reinen Avallinien wurden insgesamt in Höhe von Euro 3.009.900,00 durch Avale von NSX und NST in Anspruch genommen. Die kombinierten Kreditlinien sind zum Stichtag nicht in Anspruch genommen. Des Weiteren haftet die Gesellschaft zusammen mit der NSH, NSX, NST und CEY gegenüber der DZ Bank AG Frankfurt am Main für gemeinschaftliche, kombinierte Kredit- und Avallinien in Höhe von Euro 3.000.000,00, sowie reine Avallinien von Euro 7.000.000,00. Die beiden Linien können ebenfalls durch die aufgeführten Gesellschaften in Anspruch genommen werden. Die reine Avallinien wurden vollständig durch Avale der NSH in Anspruch genommen. Die kombinierten Kreditlinien sind zum Stichtag nicht in Anspruch genommen. Darüber hinaus besteht für die Gesellschaft eine Mithaft für eine Kreditlinie der NSA in Höhe von Euro 5.000.000,00 gegenüber der DZ Bank. Die Kreditlinie ist zum Stichtag nicht in Anspruch genommen worden. Weiter haftet die Gesellschaft gegenüber der Sparkasse Forchheim für eine Avallinie in Höhe von Euro 1.000.000,00. Die Linie ist zum Stichtag in Höhe von Euro 801.473,29 durch Avale in Anspruch genommen. Des Weiteren haftet die Gesellschaft gesamtschuldnerisch mit der NSH, NSX, NST und CEY gegenüber der R+V Versicherung Wiesbaden für eine gemeinschaftliche Avallinie in Höhe von Euro 8.000.000,00. Die Linie ist zum Stichtag insgesamt in Höhe von Euro 500.000,00 durch Avale der NST in Anspruch genommen. Inanspruchnahmen aus den Bürgschaften, Patronatserklärungen und Sicherheiten sind wie in den Vorjahren weder vor noch nach dem Bilanzstichtag erfolgt. Wegen der guten Bonität der Gesellschaften wird das Risiko der Inanspruchnahme als sehr gering eingeschätzt. Angaben nach § 285 Nr. 3 HGB Risiken und Vorteile von nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften, soweit dies für die Beurteilung der Finanzlage notwendig ist, sind wie folgt gegeben: die Gesellschaft ist gemäß den vorstehend genannten Unternehmensverträgen mit der NSH und der NSX zur Übernahme eines eventuell entstehenden Verlustes verpflichtet. Im Rahmen der Grünstrom-Zertifizierung gemäß GSL bestehen für das Unternehmen Verpflichtungen zur Verwendung der Mittel. Soweit solche Mittel am Bilanzstichtag noch nicht verwendet sind, wird dieses im Folgejahr nachgeholt, das GSL räumt dafür eine Frist von 2 Jahren ein. Das Unternehmen hat seine entsprechenden Verpflichtungen in der Vergangenheit immer erfüllt und wird diese ausweislich der Investitionsplanung auch in Zukunft erfüllen. Angaben nach § 285 Nr. 3a HGB Die Gesellschaft ist Mieterin von Geschäftsräumen an verschiedenen Standorten in Deutschland. Zusätzlich bestehen Mitgliedschaften bei diversen Verbänden und Organisationen, die sich für Erneuerbare Energien einsetzen, sowie ein Kfz-Leasingvertrag. Die finanziellen Gesamtverpflichtungen hieraus belaufen sich zum Bilanzstichtag 31.12.2023 auf Euro 1.493.472,2 (Vj. Euro 1.467.056,67) jährlich. Handelsregister und Sitz Die Gesellschaft ist unter der Firma naturstrom Aktiengesellschaft beim Registergericht Düsseldorf mit der Handelsregisternummer HRB 36544 registriert. Der Sitz der Gesellschaft ist Düsseldorf, die Geschäftsanschrift lautet 40468 Düsseldorf, Parsevalstraße 11. 6. Organe der Gesellschaft Der Vorstand der naturstrom AG setzte sich wie folgt zusammen: Herr Oliver Hummel, Diplom-Kaufmann, Düsseldorf, Vorsitzender Frau Dr. Kirsten Nölke, Juristin, Münster Frau Sophia Eltrop, Volkswirtin, Düsseldorf Dem Aufsichtsrat der naturstrom AG gehörten im Berichtsjahr 2023 an: Herr Dr. Martin Riedel, Berlin, selbständiger Rechtsanwalt, Vorsitzender Herr Dr. Michael Ritzau, Aachen, Generalbevollmächtigter BET GmbH Frau Diplom-Ingenieurin Christine Banning, Ebermannstadt, selbständige Innenarchitektin Herr Ass. jur. Michael Podsada, Meerbusch, Geschäftsführer REMI5 GmbH Frau Dr. Simone Peter, Düsseldorf, Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energien Frau Sandra Wehrmann, Berlin, Vorständin degewo AG Der Gesamtbetrag der Bezüge des Vorstands für 2023 beläuft sich auf Euro 875.561,37 (Vj. Euro 838.421,26). Der Gesamtbetrag der Aufsichtsratsvergütungen für 2023 beläuft sich auf Euro 104.000 (Vj. Euro 112.500,00). 7. Konzernverhältnisse Die naturstrom AG, Düsseldorf ist Obergesellschaft eines Konzerns, der unter ihrer einheitlichen Leitung zusammengefasst ist. Zum 31. Dezember 2023 wurde ein Konzernabschluss und ein Konzernlagebericht aufgestellt. Nach § 316 Abs. 2 HGB ist der Konzernabschluss prüfungspflichtig. Die Offenlegung des Jahres- und Konzernabschlusses erfolgt im Bundesanzeiger. 8. Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns Der Vorstand hat gemäß seiner Verpflichtung aus § 150 Abs. 2 AktG bei Aufstellung des Jahresabschlusses aus dem Jahresüberschuss keine weiteren Einstellungen in die gesetzliche Rücklage vorgenommen, da die gesetzlich vorgesehene Höhe der Rücklage bereits in den Vorjahren erreicht wurde. Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrags in Höhe von Euro 25.684.368,68 beträgt der Bilanzgewinn Euro 44.863.043,09. Gemäß § 253 Abs. 6 HGB besteht eine Ausschüttungssperre in Höhe von Euro 15.250,00. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden: a) Ausschüttung eines Betrages von Euro 1,50 je Aktie, in Summe also von Euro 3.660.000,00 b) Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen in Höhe von Euro 21.000.000,00 c) Vortrag des verbleibenden Betrages von Euro 20.203.043,09 auf neue Rechnung. 9. Aufstellung des Anteilsbesitzes gem. § 285 Nr. 11 HGB
Düsseldorf, den 31. März 2024
Oliver
Hummel
Dr.
Kirsten Nölke
Sophia
Eltrop
Erklärung des Vorstands gem. § 24 Abs. 1 Satz 1 VermAnlGnaturstromAG Düsseldorf Erklärung des Vorstands gem. § 24 Abs. 1 Satz 1 VermAnlG Es wird versichert, dass der Jahresabschluss zum 31.12.2023 nach bestem Wissen unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der naturstromAGvermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird und dass die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Düsseldorf, den 15. Mai 2024 Oliver
Hummel
Dr.
Kirsten Nölke
Sophia
Eltrop
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die NATURSTROM AG Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der naturstrom AG - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023, der Kapitalflussrechnung vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der naturstrom AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse - entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften unter Berücksichtigung des Vermögensanlagengesetzes (VermAnlG) und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und - vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften unter Berücksichtigung des VermAnlG und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 25 VermAnlG i.V.m. § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 25 VermAnlG i. V. m. § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut für Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften unter Berücksichtigung des VermAnlG in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungs-mäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Darüber hinaus sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 25 VermAnlG i. V. m. § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus - identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. - gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungs-handlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. - beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. - ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. - beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. - beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens. - führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Krefeld, den 7. Juni 2024 dhpg
GmbH
Paul
Berger
Adrian
Jungmichel
Bericht des Aufsichtsrats der naturstrom AG für das Geschäftsjahr 2023Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr alle Aufgaben wahrgenommen und verantwortungsvoll erfüllt, die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegen. Über das gesamte Geschäftsjahr 2023 hinweg gehörten dem Aufsichtsrat Frau Dr. Simone Peter, Frau Christine Banning, Frau Sandra Wehrmann, Herr Michael Podsada, Herr Dr. Michael Ritzau (stellvertretender Vorsitzender) sowie Herr Dr. Martin Riedel (Vorsitzender) und dem Vorstand Frau Dr. Kirsten Nölke, Frau Sophia Eltrop und Herr Oliver Hummel (Vorstandsvorsitzender) an. Der Aufsichtsrat hat die Tätigkeit des Vorstandes überwacht und ihn im sinnvollen und zielführenden Umfang beraten. In alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für die naturstrom AG war der Aufsichtsrat eingebunden. Der Aufsichtsrat ließ sich im Geschäftsjahr 2023 vom Vorstand schriftlich und mündlich über alle wesentlichen Themen im Zusammenhang mit der Unternehmensführung zeitnah und im erforderlichen Umfang informieren. Der Vorstand erläuterte seine Planung und Strategie und berichtete über die Geschäftsentwicklung, die jeweils aktuelle Lage der naturstrom AG sowie alle wesentlichen Geschäftsereignisse. Den Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat nach eigener Prüfung und Bewertung zugestimmt. In einer ersten außerordentlichen Aufsichtsratsabstimmung am 02.02.2023 hat sich der Aufsichtsrat vom Vorstand über die Notfallmaßnahmen aufgrund der unerwarteten Energiepreisentwicklungen unterrichten lassen und sich mit diesen in einem Umlaufbeschluss am 03.02.2023 einstimmig einverstanden erklärt. Es wurden Strom- und Gasmengen, die preislich noch nicht auf der Kundenseite fixiert waren, erfolgreich veräußert und umgeschichtet. Die erste ordentliche Aufsichtsratssitzung fand am 17.03.2023 in Berlin statt. Auch hier bildeten die Entwicklungen der Energiemärkte sowie die Beschaffungsstrategien den Schwerpunkt. Weiteres Thema bildeten die Wärmeprojekte. Auf der Aufsichtsratssitzung am 15.05.2023 in Düsseldorf bildeten der Jahresabschluss des Jahres 2022 sowie die Ziele und Strategien der dezentralen Energieversorgung den Schwerpunkt. Am 23.06.2023, wiederum in Düsseldorf, bereiteten Aufsichtsrat und Vorstand die Hauptversammlung am 12.08.2023 in Berlin vor, beschäftigten sich erneut mit dem Jahresabschluss des Jahres 2022 sowie der Dividendenausschüttung. Dem Vorschlag einer Zustiftung der naturstrom AG von 1 Million Aktien an der NaturEnergy KGaA an die Naturstrom-Stiftung sowie eines Anteils von ca. 10% an der NaturEnergy Verwaltung GmbH wurde vom Aufsichtsrat einstimmig zugestimmt. Der Einzelabschluss der naturstrom AG für das Geschäftsjahr 2022 wurde einstimmig festgestellt; der Konzernabschluss der Naturstrom-Gruppe für das Jahr 2022 wurde gebilligt. Anlässlich der Hauptversammlung am 12.08.2023 in Berlin fand eine weitere Aufsichtsratssitzung statt, bei der einstimmig beschlossen wurde, den zum 31.08.2023 auslaufenden Vorstandsvertrag mit Herrn Oliver Hummel ab dem 01.09.2023 für drei Jahre bis zum 31.08.2026 zu verlängern. Zugleich wurden für ein weiteres Jahr Herr Dr. Michael Ritzau bei eigener Enthaltung zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden und Herr Dr. Martin Riedel bei eigener Enthaltung zum Aufsichtsratsvorsitzenden berufen. Im Nachgang zu einer gemeinsamen Sitzung am 30.11.2023 mit dem Aufsichtsrat der NaturEnergy fand die abschließende Aufsichtsratssitzung im Rahmen der Strategiesitzung des Jahres 2023 am 01.12.2023 statt. Themen waren unter anderem Planungen der Geschäftsfelder, der künftigen Konzern- und Stabsfunktionen und der Liquidität (Bankengespräche, Planung von Überbrückungskrediten an die NE-Gruppe, mittelfristige Planung, Kennzahlen für Banken) sowie Strategieüberlegungen für die Bereiche Energiebelieferung, Wärme und Mobilität. Auf Vorschlag des Aufsichtsrates hat die Hauptversammlung am 12.08.2023 die RSM GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft für das Geschäftsjahr 2023 als Abschlussprüfer gewählt. Der Abschlussprüfer hat unter Einbeziehung der Buchführung und des zusammengefassten Lageberichts 2023 den Jahresabschluss zum 31.12.2023 geprüft. Die Regelungen des § 267 HGB für große und mittelgroße Kapitalgesellschaften und des Vermögensanlagegesetzes bildeten den Prüfungsmaßstab. Zugleich erfolgte die Aufstellung eines Konzernanlageberichtes im Rahmen einer Konzernabschlussprüfung für die naturstrom AG als Muttergesellschaft mit Tochter- und Konzerngesellschaften. Durch die Abschlussprüfer erfolgte die Erteilung eines uneingeschränkten Bestätigungsvermerks ohne Einwände. Anlässlich der Aufsichtsratssitzung am 21.06.2024 in Düsseldorf wurden die vorgelegten Jahresabschlüsse vom Vorstand und den Jahresabschlussprüfern erläutert und mit dem Aufsichtsrat diskutiert. Der Jahresabschluss der naturstrom AG wurde festgestellt und der Konzernabschluss gebilligt. Im Hinblick auf das erneut sehr erfreuliche Jahresergebnis hat der Aufsichtsrat einstimmig beschlossen, der Hauptversammlung zu empfehlen, eine Dividende von 1,50 Euro je ausschüttungsberechtigter Stückaktie bei derzeit 2.440.000 Stückaktien vorzuschlagen. Dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der naturstrom AG und aller dazugehörigen Gesellschaften gilt für die beeindruckenden Leistungen und Erfolge des Geschäftsjahres 2023 der ausdrückliche Dank des Aufsichtsrates.
Düsseldorf, den 21.06.2024 Dr. Martin Riedel
Feststellung des Jahresabschlusses 2023Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde am 21.06.2024 festgestellt. Konzernbilanz zum 31.12.2023
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.01. bis 31.12.2023
Kapitalflussrechnung
KonzerneigenkapitalspiegelEigenkapital des Mutterunternehmens
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 20231. Allgemeine Angaben Der vorliegende Konzernabschluss wurde gemäß §§ 290 f. HGB i.V.m. §§ 238 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG und der Satzung verpflichtend aufgestellt. Die Konzern-Gewinn-und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Dem Konzernabschluss liegen die nach den deutschen Rechnungslegungsvorschriften des HGB erstellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen zugrunde. Bei sämtlichen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen entspricht der Stichtag des Einzelabschlusses dem Stichtag des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2023. Die Aufstellung des Anteilsbesitzes ist integraler Bestandteil des Konzernanhangs. Die Abschlüsse der in den Konzern einbezogenen Gesellschaften sind nach einheitlichen Bewertungsmethoden aufgestellt. Buchführung und Jahresabschluss des Konzerns lauten auf Euro. Die Erfassung und Verarbeitung der Geschäftsvorfälle sowie die Erstellung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften erfolgten überwiegend mittels des Softwaresystems DATEV Kanzlei Rechnungswesen pro. Der Konzernabschluss wurde aus den Einzelabschlüssen mittels des integrierten DATEV Konsolidierungstools entwickelt. Neben der naturstrom AG als Mutterunternehmen sind im Rahmen der Vollkonsolidierung gem. § 300 ff. HGB über mittelbare und unmittelbare Beteiligungen 70 (Vj. 54) inländische Tochterunternehmen einbezogen worden, davon werden 16 Gesellschaften erstmalig vollkonsolidiert. Acht Gesellschaften wurden als assoziiertes Unternehmen at equity einbezogen (Vj. drei Gesellschaften). Die Wahlmöglichkeit nach § 296 HGB zum Verzicht auf die Einbeziehung wurde in Anspruch genommen. 30 (Vj. 22) kleinere Tochtergesellschaften wurden aufgrund untergeordneter Bedeutung gem. § 296 Abs. 2 HGB nicht einbezogen. Die nicht einbezogenen Tochterunternehmen entfalteten im Geschäftsjahr 2023 keine bzw. keine wesentlichen wirtschaftlichen Aktivitäten und verfügen über keine wesentlichen Vermögenswerte. Im Jahr 2023 wurden keine (Vj. 10) Tochtergesellschaften aufgrund der Weiterveräußerungsabsicht gem. § 296 Abs. 1 Nr. 3 HGB nicht in den Konzernabschluss einbezogen. 20 Gesellschaften wurden nach § 311 Abs. 2 HGB nicht einbezogen, da sie für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung sind. Erstkonsolidierungen: - NatCon Deutschland GmbH & Co. KG, Eggolsheim, bei NC Die NatCon Deutschland GmbH & Co. KG (NCD) wurde mit Wirkung zum 01.01.2023 in den Konzernabschluss einbezogen. Gegenstand der Gesellschaft ist die Projektentwicklung und -realisierung sowie der Betrieb von Anlagen zur dezentralen und umweltverträglichen Energieerzeugung, -verteilung und -speicherung und der Verkauf der erzeugten Energie sowie die Erbringung von damit zusammenhängenden Dienstleistungen. - Green Estate One GmbH & Co. KG, Düsseldorf, bei natAG Die Green Estate One GmbH & Co. KG (GE1) wurde mit Wirkung zum 01.01.2023 in den Konzernabschluss einbezogen. Gegenstand der Gesellschaft ist der Bau und Betrieb von Anlagen zur Bereitstellung und Verteilung von Energie, insbesondere Wärme und Strom, in Projekten und Liegenschaften der WvM Immobilien + Projektentwicklung GmbH. - ECONAT Beteiligungen GmbH, Bamberg, bei natAG & NE Der ECONAT Beteiligungen GmbH (ECONAT) wurde mit Wirkung zum 01.08.2023 in den Konzernabschluss einbezogen. Die NE hatte die verbleibenden 50 % der Anteile an der ECONAT im Sommer 2023 erworben und einen Zwischenabschluss zum Erstkonsolidierungszeitpunkt erstellt. Gegenstand der Gesellschaft ist die Gründung sowie der Erwerb von Beteiligungen und die Verwaltung von Unternehmen, insbesondere im Bereich der Erneuerbaren Energien und dabei auch die Übernahme der Komplementärstellung bei Kommanditgesellschaften. - NaturStromNetze West GmbH & Co. KG, Osnabrück, bei NSN Die NaturStromNetze West GmbH & Co. KG (NSN_W) wurde mit Wirkung zum 01.01.2023 in den Konzernabschluss einbezogen. Gegenstand der Gesellschaft ist die Errichtung und Betrieb von Versorgungsnetzen, insbesondere solche zur Übertragung und Verteilung von regenerativen und dezentralen Energien (Strom, Gas, Wärme) sowie Kommunikationsnetze. Der Betrieb von Netzen im Eigentum kann auf Dritte übertragen werden, der Betrieb von Netzen Dritter kann übernommen werden. - NaturStromNetze Nord-Ost GmbH & Co. KG, Osnabrück, bei NSN Die NaturStromNetze Nord-Ost GmbH & Co. KG (NSN_NO) wurde mit Wirkung zum 01.01.2023 in den Konzernabschluss einbezogen. Gegenstand der Gesellschaft ist die Errichtung und der Betrieb von Anschluss- und Versorgungsnetzen, insbesondere solche zur Übertragung und Verteilung von regenerativen und dezentralen Energien (Strom, Gas, Wärme), sowie Kommunikationsnetze. Der Betrieb von Netzen im Eigentum kann auf Dritte übertragen werden, der Betrieb von Netzen Dritter kann übernommen werden. - NaturEnergy Invest GmbH & Co. KG, Eggolsheim, bei NE Die NaturEnergy Invest GmbH & Co. KG (NE Invest) wurde mit Wirkung zum 01.01.2023 in den Konzernabschluss einbezogen. Gegenstand der Gesellschaft ist der Bau und Betrieb von Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung und der Verkauf der erzeugten Energie sowie die Beteiligungen an Unternehmen, die derartige Unternehmen betreiben oder die in sonstiger Form zu einer regenerativen Energieerzeugung beitragen. - WindStrom Rugendorf GmbH & Co. KG, Eggolsheim, bei NE Invest Die WindStrom Rugendorf GmbH & Co. KG (WSRU) wurde mit Wirkung zum 01.01.2023 in den Konzernabschluss einbezogen. Gegenstand der Gesellschaft ist die Errichtung bzw. der Erwerb und der Betrieb von Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung, insbesondere von Windenergieanlagen, in der Region um Rugendorf und der Verkauf der erzeugten Energie sowie die Mitwirkung an einer zukunftsfähigen Energieversorgung. - Solarpark Rottenbach GmbH & Co. KG, Eggolsheim, bei NE Invest Die Solarpark Rottenbach GmbH & Co. KG (SPR) wurde mit Wirkung zum 01.01.2023 in den Konzernabschluss einbezogen. Gegenstand der Gesellschaft ist die Errichtung bzw. der Erwerb und der Betrieb von Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung, insbesondere von Photovoltaikanlagen, in Rottenbach und in der Umgebung sowie der Verkauf der erzeugten Energie. - NE-Solarpark Henschleben GmbH & Co. KG, Eggolsheim, bei NE Invest Die NE-Solarpark Henschleben GmbH & Co. KG (NE SPH) wurde mit Wirkung zum 01.01.2023 in den Konzernabschluss einbezogen. Gegenstand der Gesellschaft ist der Betrieb von Anlagen zur regenerativen und dezentralen Energieerzeugung und -versorgung in der Gemeinde Henschleben und der umliegenden Region. - NaturEnergy Hessen GmbH & Co. KG, Eggolsheim, bei NE Die NaturEnergy Hessen GmbH & Co. KG (NE He) wurde mit Wirkung zum 01.01.2023 in den Konzernabschluss einbezogen. Gegenstand der Gesellschaft ist der Betrieb von Anlagen zur regenerativen und dezentralen Energieerzeugung in Hessen in direkter und vorrangig indirekter Form über Beteiligungen an Unternehmen, welche selbst derartige Erzeugungsanlagen betreiben oder die in sonstiger Form zu einer regenerativen und dezentralen Energieversorgung in der Region beitragen. - NE-Energiepark Lüttow-Valluhn GmbH & Co. KG, Zarrentin, bei natAG & NE NO Die NE-Energiepark Lüttow-Valluhn GmbH & Co. KG (NE ELV) wurde mit Wirkung zum 01.01.2023 in den Konzernabschluss einbezogen. Gegenstand der Gesellschaft ist der Betrieb von Anlagen zur regenerativen und dezentralen Energieerzeugung und -versorgung in der Gemeinde Lüttow-Valluhn und der umliegenden Region. - NE Solarpark Lubolz GmbH & Co. KG, Eggolsheim, bei NE NO Die NE Solarpark Lubolz GmbH & Co. KG (NE SPL) wurde mit Wirkung zum 01.01.2023 in den Konzernabschluss einbezogen. Gegenstand der Gesellschaft ist der Betrieb von Anlagen zur regenerativen und dezentralen Energieerzeugung in der Region Spreewald. - NaturEnergy Rheinland-Pfalz GmbH & Co. KG, Eggolsheim, bei NE Die NaturEnergy Rheinland-Pfalz GmbH & Co. KG (NE RP) wurde mit Wirkung zum 01.01.2023 in den Konzernabschluss einbezogen. Gegenstand der Gesellschaft ist der Betrieb von Anlagen zur regenerativen und dezentralen Energieerzeugung in Rheinland-Pfalz in direkter sowie in indirekter Form über Beteiligungen an Unternehmen, die selbst derartige Anlagen betreiben oder in sonstiger Form zur regenerativen und dezentralen Energieversorgung in der Region beitragen. - NaturEnergy Westfalen GmbH & Co. KG, Eggolsheim, bei NE Die NaturEnergy Westfalen GmbH & Co. KG (NEWF) wurde mit Wirkung zum 01.07.2023 in den Konzernabschluss einbezogen. Die NE hatte die Anteile an der NEWF im Sommer 2023 erworben und einen Zwischenabschluss zum Erstkonsolidierungszeitpunkt erstellt. Gegenstand der Gesellschaft ist der Betrieb von Anlagen zur regenerativen und dezentralen Energieerzeugung in Westfalen in direkter und indirekter Form über Beteiligungen an Unternehmen, welche selbst derartige Anlagen betreiben oder in sonstiger Form zur regenerativen und dezentralen Energieversorgung in der Region beitragen. - NaturEnergy Osnabrücker Land GmbH & Co. KG, Osnabrück, bei NE Die NaturEnergy Osnabrücker Land GmbH & Co. KG (NEOL) wurde im Gründungszeitpunkt und damit mit Wirkung zum 28.09.2023 in den Konzernabschluss einbezogen. Gegenstand der Gesellschaft ist der Betrieb von Anlagen zur regenerativen und dezentralen Energieerzeugung im Osnabrücker Land in direkter und indirekter Form über Beteiligungen an Unternehmen, welche selbst derartige Anlagen betreiben oder in sonstiger Form zur regenerativen und dezentralen Energieversorgung in der Region beitragen. - NE Energiepark Lausitz GmbH & Co. KG, Eggolsheim, bei natAG & NE Die NE Energiepark Lausitz GmbH & Co. KG (NE EPL) wurde mit Wirkung zum 01.01.2023 in den Konzernabschluss einbezogen. Gegenstand der Gesellschaft ist der Betrieb von Anlagen zur regenerativen und dezentralen Energieerzeugung in der Region Südost Brandenburg und Ost-Sachsen, Schwerpunkt Lausitz und der Verkauf der erzeugten Energie. Die in den Konzernabschluss einbezogenen und nicht einbezogenen Unternehmen sind dem Punkt 9. Aufstellung des Anteilsbesitzes gem. § 313 Abs. 2 HGB zu entnehmen. 2. Kapitalkonsolidierung, Schuldenkonsolidierung, Zwischengewinneliminierung, Aufwands-/ Ertragskonsolidierung Die Kapitalkonsolidierung der einbezogenen Tochtergesellschaften erfolgte gem. § 301 HGB nach der Erwerbsmethode, die zwischen Erst- und Folgekonsolidierung differenziert. Die Konsolidierung erfolgte nach der Neubewertungsmethode gem. § 301 Abs.1 S.2 HGB. Die Schuldenkonsolidierung erfolgt nach § 303 Abs. 1 HGB durch Eliminierung aller Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Die Zwischenergebniseliminierung erfolgt grundsätzlich gemäß § 304 Abs. 1 HGB auf Gewinne bzw. Verluste aus dem konzerninternen Lieferungs- und Leistungsverkehr. Die Aufwands- und Ertragskonsolidierung erfolgt gemäß § 305 Abs. 1 HGB durch Verrechnung der Umsatzerlöse und sonstigen betrieblichen Erträge zwischen den Konzernunternehmen mit den auf sie entfallenden Aufwendungen. Die Finanzerträge sind ebenso mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet worden. Rechnungslegungsgrundsätze Die jeweiligen Einzelabschlüsse wurden grundsätzlich nach den deutschen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften für Kapitalgesellschaften aufgestellt. Anpassungen an die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden waren - abgesehen von geringfügigen Ausweisänderungen - nicht vorzunehmen. Erforderliche Anpassungen werden grundsätzlich in der Handelsbilanz II vorgenommen. Für Zwecke der Neubewertung im Rahmen der Erstkonsolidierung wird bei Bedarf eine Handelsbilanz III aufgestellt und im Rahmen der Folgekonsolidierung fortgeschrieben. Die Gliederungsschemata von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung wurden bei Bedarf um konzernspezifische Sonderposten ergänzt. Für die Aufstellung des Konzernabschlusses waren die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Muttergesellschaft naturstrom AG maßgebend. Bei der Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen. Für die nicht dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile an 13 (Vj. 10) Tochterunternehmen wurde ein gesonderter Posten für Anteile anderer Gesellschafter gebildet und innerhalb des Konzerneigenkapitals gesondert ausgewiesen. Das Konzernergebnis umfasst das Gesamtergebnis des laufenden Geschäftsjahres des Konzerns einschließlich der Ergebnisanteile anderer Gesellschafter. Die Ergebnisanteile anderer Gesellschafter werden in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung als separater Posten mit der Bezeichnung "Ergebnisanteil anderer Gesellschafter (Gewinn (+)/Verlust (-) )" ausgewiesen. Das Konzernergebnis wird nach Verrechnung mit dem Gewinn- und Verlustvortrag und den Ergebnisanteilen anderer Gesellschafter in den Konzernbilanzgewinn übergeleitet. 3. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Bei der Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, soweit sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer bzw. auf die Laufzeit der zugrundeliegenden Verträge um lineare Abschreibungen vermindert. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird zu Anschaffungskosten bilanziert und über seine Restnutzungsdauer abgeschrieben. Der Vorstand geht bei den bestehenden Geschäfts- oder Firmenwerten grundsätzlich davon aus, dass sich der ökonomische Nutzen jeweils über 5 Jahre realisieren wird. In begründeten Ausnahmefällen wird eine tatsächliche längere Nutzungsdauer unterstellt. Die Zugänge zum Sachanlagevermögen werden generell zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Im Zuge der Konsolidierung nach der Neubewertungsmethode des § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB wurden stille Reserven aufgedeckt und den einzelnen Vermögensgegenständen zugeordnet. Die beweglichen Anlagen werden entsprechend den amtlichen Afa-Tabellen der Finanzverwaltung bzw. soweit Abweichungen davon begründet sind, entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Grundlage der planmäßigen Abschreibung ist die voraussichtliche Nutzungsdauer des jeweiligen Vermögensgegenstandes (§ 253 Abs. 1, S. 1, Abs. 3 HGB). Die Abschreibungen erfolgen grundsätzlich nach der linearen Methode. Zugänge während des Geschäftsjahres werden grundsätzlich pro rata temporis abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis Euro 250,00 wurden aus Vereinfachungsgründen entsprechend § 6 Abs. 2a EStG im Erwerbsjahr voll, solche mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Euro 250,00 bis Euro 1.000,00 in einen Sammelposten eingestellt und linear über einen Zeitraum von 5 Jahren abgeschrieben. Die Anteile an den nicht in die Konsolidierung einbezogenen verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bzw. zu niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert (§ 253 Abs. 1, S. 1 HGB). Ausleihungen werden grundsätzlich mit dem Nennwert oder mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Genossenschaftsanteile sind zu Anschaffungskosten bilanziert. Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt zu den Konzern-Anschaffungskosten, soweit nicht ein niedrigerer Wert beizulegen ist (§ 253 Abs. 4 HGB). Fertige und unfertige Erzeugnisse werden zu Konzern-Herstellungskosten bewertet. Diese umfassen die produktionsbezogenen Vollkosten abzüglich etwaiger enthaltener Zwischengewinne. Verwaltungs- und Vertriebskosten bleiben ebenso wie Fremdkapitalzinsen außer Ansatz. Der Warenbestand ist zu Anschaffungskosten, in Arbeit befindliche Aufträge zu Herstellungskosten bewertet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt. Den in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Risiken wird durch Bildung angemessen dotierter Einzel- und Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen, uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben. Flüssige Mittel werden zu Nominalwerten angesetzt (§ 253 Abs. 1 HGB). Rechnungsabgrenzungsposten sind in Höhe der geleisteten bzw. erhaltenen Zahlungen angesetzt. Das Eigenkapital ist zum Nennwert bilanziert. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) bewertet. Das Anwartschaftsbarwertverfahren erfasst die Verpflichtung zum Bilanzstichtag nach der wahrscheinlichen Inanspruchnahme unter Berücksichtigung zukünftiger Gehaltssteigerungen. Die Steuerrückstellungen sind gemäß den amtlich vorgeschriebenen Berechnungsmethoden der Finanzverwaltung bewertet. Die sonstigen Rückstellungen erfassen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten und sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist (§ 253 Abs. 1, S. 2 HGB). Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst (§ 253 Abs. 2, S. 1 HGB). Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert (§ 253 Abs. 1, S. 2 HGB), desgleichen das Genussrechtskapital. Aktive latente Steuern werden unsaldiert mit passiven latenten Steuern angesetzt. Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasitemporären Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und ‑entlastung auf der Ebene der HB II mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Der naturstrom Konzern setzt derivative Finanzinstrumente ein, um die aus Marktpreisschwankungen resultierenden Preisänderungsrisiken aus dem Bezug und Absatz von Strom und Gas zu reduzieren. Im Wesentlichen handelt es sich um Termineinkäufe von Energiemengen. Diese Derivate werden so weit wie möglich bilanziell als Bewertungseinheit gemäß § 254 HGB mit dem jeweiligen Grundgeschäft abgebildet. Die Absatzplanung und die dieser zugrundeliegenden Absatzverträge stellen dabei das Grundgeschäft dar. Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehungen wird durch eine Gegenüberstellung von Marktwerten oder Nominalbeträgen der Grundgeschäfte und der Sicherungsinstrumente nachgewiesen. Die bilanzielle Abbildung der Bewertungseinheiten erfolgt grundsätzlich nach der sogenannten "Einfrierungsmethode". Auftretende Ineffektivitäten in den Bewertungseinheiten sind grundsätzlich als Rückstellung für Bewertungseinheiten auszuweisen. Ist der Saldo aller beizulegenden Zeitwerte der Grund- und Sicherungsgeschäfte in der jeweiligen Bewertungseinheit positiv, so bleibt dieser unberücksichtigt. Für derivative Finanzinstrumente entspricht der beizulegende Zeitwert dem Marktwert zum Stichtag. Zur Ermittlung des Marktwertes wird soweit möglich auf den auf einem aktiven Markt notierten Preis (z. B. Börsenpreis) zurückgegriffen. Soweit die Marktwerte nicht über einen aktiven Markt verlässlich feststellbar sind, wird der Zeitwert anhand allgemein anerkannter Bewertungsmodelle und -methoden (Discounted Cashflow Methode) ermittelt. 4. Erläuterungen zum Konzernabschluss KONZERNBILANZ A k t i v a Entwicklung des Anlagevermögens Nachfolgend wird der Konzern-Anlagenspiegel 2023 dargestellt (K = Veränderung des Konsolidierungskreises): naturstrom AG - KONZERN Düsseldorf Entwicklung des Konzern - Anlagevermögens vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023
In den entgeltlich erworbenen Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten ist ein branchenspezifisches ERP-Softwarepaket zur Administration von Strom- und Gashandelsgeschäften sowie zur Führung der Kontokorrentbuchhaltung für Strom- und Gaskunden enthalten. Darüber hinaus sind auch die in 2019 übernommenen Strom- und Gaskundenverträge der e:veen GmbH sowie der Econsum GmbH zu nennen. Die Bewertung erfolgte anhand des gezahlten Kaufpreises. Die Abschreibung erfolgt planmäßig linear über 6 Jahre. Im Geschäftsjahr 2021 ging im Wesentlichen eine Software (Wilken) für die Erstellung von Betreiberabrechnungen sowie Abrechnung von Stromkundenverträgen zu. Im Geschäftsjahr 2022 wurde ein neues Kundenportal fertiggestellt und im Geschäftsfeld Energiebelieferung aktiviert. Geschäfts- oder Firmenwert Im Geschäftsjahr 2023 wurde ein Zugang beim Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von Euro 750.000,00 gebucht, dieser basiert auf dem Erwerb des Geschäfts zur Durchführung der kaufmännischen Betriebsführung bei Wind und PV-Anlagen. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird über 15 Jahre abgeschrieben, weil erwartet wird, dass sich die erworbenen Ertragschancen in diesem Zeitraum realisieren werden. Eine Zuordnung zu einzelnen Gegenständen des Anlagevermögens war nicht vorzunehmen.
Die Grundstücke und Bauten beinhalten im Wesentlichen, wie im Vorjahr, Grundbesitz bei der Biogasanlage in Hiltpoltstein, ein Heizhaus in Moosach, eine Energiezentrale in Markt Erlbach, Gebäude und Grundstücke in Neuerburg, ein Grundstück in Eschenbach sowie Gebäude für die Heizhäuser Lupburg, Bechstedt und Marktschorgast. Als wesentlicher Zugang im Berichtsjahr ist die Heizzentrale Eschenbach zu nennen. Die Position Technische Anlagen und Maschinen beinhaltet im Wesentlichen Windkraftanlagen, Photovoltaikanlagen, Umspannwerke, Trafo- und Schaltstationen sowie Wärmeerzeugungs- und -verteilungsanlagen der Betreiber-Tochter-Gesellschaften. Bei den technischen Anlagen und Maschinen sind im Geschäftsjahr überwiegend Windkraftanlagen, Photovoltaikanlagen sowie Wärmeerzeugungs- und verteilungsanlagen im Sachanlagevermögen zugegangen. Bei den Windkraftanlagen handelt es sich im Wesentlichen um einen Zugang im Rahmen der Erstkonsolidierung des Windparks Rugendorf (WSRU). Bei den Zugängen in den Photovoltaikanlagen handelt es sich im Wesentlichen um die Erstkonsolidierung der NE EPL, SPR, NE SPH sowie NE ELV. Darüber hinaus wurde im Laufe des Geschäftsjahres in der NE SPH eine neue PV-Anlage in Betrieb genommen. Im Bereich Wärmeerzeugungs- und verteilungsanlagen sind größere Zugänge durch den Neubau der Heizzentrale in Eschenbach erfolgt. Darüber hinaus wurden auch Energiezentralen in Ingolstadt und Höchstadt errichtet. Die Zugänge im Bereich der Trafo- und Schaltstationen, Messeinrichtungen und sonstigen technischen Anlagen betreffen im Wesentlichen die Erstkonsolidierung der NSN West, NSN Nordost, NE EPL sowie NE SPH. Die Zugänge des Geschäftsjahres 2023 bei Betriebs- und Geschäftsausstattung betreffen überwiegend die Anschaffung von EDV-Hardware, Fuhrpark sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. In den geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau sind insbesondere weitere Investitionen in das Nahwärmenetz Markt Erlbach, den Solarpark Groß Lubolz, den Netzanschluss Petershagen/Umspannwerk Briesen, den Windpark Wöbbelin sowie das Quartierskonzept KOKONI ONE enthalten. Konsolidierungskreisbedingte Änderungen betreffen im Wesentlichen die Erstkonsolidierungen von WindStrom Rugendorf GmbH & Co. KG, NE Energiepark Lausitz GmbH & Co. KG, NE Energiepark Lüttow-Valluhn GmbH & Co. KG, Solarpark Rottenbach GmbH & Co. KG sowie NE Solarpark Henschleben GmbH & Co. KG.
Ausgewiesen sind die Anteile an folgenden nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen:
Anteile an assoziierten Unternehmen Die Anteile an assoziierten Unternehmen im Konzernabschluss setzen sich wie folgt zusammen:
Ab dem Geschäftsjahr 2023 werden folgende Unternehmen aufgrund ihrer Wesentlichkeit als assoziierte Unternehmen im Konzernabschluss erstmals einbezogen: Die Bürgerwindpark Hünfeldener Wald GmbH & Co. KG (BWPHü) hatte zum Erstkonsolidierungszeitpunkt ein anteiliges Eigenkapital in Höhe von TEUR 1.697. Der Konzernbuchwert der Anteile betrug zum Zeitpunkt des erstmaligen Einbezugs TEUR 1.050. Somit bestand ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 647. Da der Unterschiedsbetrag aus dem Konzern zugehörigen Gewinnen resultiert, wurde dieser im Konzernergebnisvortrag erfasst. Darüber hinaus gab es im Laufe des Geschäftsjahres eine Gewinnausschüttung von TEUR -525, die bei der Bewertung erfolgswirksam zu berücksichtigen ist. Im Vorjahr wurde eine Kapitalrückzahlung (TEUR -137) an die NE He getätigt; diese wird erfolgsneutral fortgeschrieben. Der anteilige Jahresüberschuss der BWPHü 2023, der dem Konzern zuzuordnen ist, beträgt TEUR 301. Somit ergibt sich ein Bilanzansatz gemäß § 312 HGB zum 31.12.2023 in Höhe von TEUR 1.336. Die Bürger Windpark Trendelburg GmbH & Co. KG (BWPTr) hatte zum Erstkonsolidierungszeitpunkt ein anteiliges Eigenkapital in Höhe von TEUR 1.609. Der Konzernbuchwert der Anteile betrug zum Zeitpunkt des erstmaligen Einbezugs TEUR 890. Somit bestand ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 719. Da der Unterschiedsbetrag aus dem Konzern zugehörigen Gewinnen resultiert, wurde dieser im Konzernergebnisvortrag erfasst. Darüber hinaus gab es im Laufe des Geschäftsjahres eine Gewinnausschüttung von TEUR -445, die bei der Bewertung erfolgswirksam zu berücksichtigen ist. Es wurde ein Zwischenergebnis für die BWPTr ermittelt und gemäß der Beteiligungsquote (42,38 %) vom At Equity Ansatz abgezogen. Das Zwischenergebnis wird in einer Nebenrechnung auf die Restnutzungsdauer der Windkraftanlage verteilt. Der anteilige Jahresüberschuss 2023 der BWPTr, der dem Konzern zuzuordnen ist, beträgt TEUR 145. Somit ergibt sich ein Bilanzansatz gemäß § 312 HGB zum 31.12.2023 in Höhe von TEUR 1.233. Die Solarpark Worms GmbH & Co. KG (SPW) hatte zum Erstkonsolidierungszeitpunkt ein anteiliges Eigenkapital in Höhe von TEUR 477. Der Konzernbuchwert der Anteile betrug zum Zeitpunkt des erstmaligen Einbezugs TEUR 650. Die NE RP hatte im Zeitpunkt des Kaufs der Beteiligung (SPW) ein Aufgeld gezahlt. Dieser Unterschiedsbetrag wird in Form eines Geschäfts- und Firmenwerts in Höhe von TEUR -173, der über die Restlaufzeit der Photovoltaikanlage (8,5 Jahre) der SPW verteilt abgeschrieben wird. Darüber hinaus gab es im Vorjahr sowie im Geschäftsjahr Kapitalrückzahlungen an NE RP (TEUR -200); diese werden erfolgsneutral fortgeschrieben. Der anteilige Jahresüberschuss 2023 der SPW, der dem Konzern zuzuordnen ist, beträgt TEUR 49. Somit ergibt sich ein Bilanzansatz gemäß § 312 HGB zum 31.12.2023 in Höhe von TEUR 478. Die WindStrom Niese-Köterberg GmbH & Co. KG (WSNK) hatte zum Erstkonsolidierungszeitpunkt ein anteiliges Eigenkapital in Höhe von TEUR 98. Der Konzernbuchwert der Anteile betrug zum Zeitpunkt des erstmaligen Einbezugs TEUR 120. Somit bestand ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR -22. Da der Unterschiedsbetrag aus dem Konzern zugehörigen Verlusten resultiert, wurde dieser im Konzernergebnisvortrag erfasst. Darüber hinaus gab es im Laufe des Geschäftsjahres eine Kapitalerhöhung in Höhe von TEUR 880. Es wurde ein Zwischenergebnis für die WSNK aus der Projektentwicklung ermittelt und gemäß der Beteiligungsquote (33,33 %) vom At Equity Ansatz abgezogen. Die Anlage befindet sich derzeit noch im Bau. Eine Fortentwicklung des Zwischenergebnisses ist in den Folgejahren vorzunehmen. Der anteilige Jahresfehlbetrag 2023 der WSNK, der dem Konzern zuzuordnen ist, beträgt TEUR -503. Somit ergibt sich ein Bilanzansatz gemäß § 312 HGB zum 31.12.2023 in Höhe von TEUR 196. Die Ladegrün! eG (LG) hatte zum Erstkonsolidierungszeitpunkt ein anteiliges Eigenkapital in Höhe von TEUR 163. Der Konzernbuchwert der Anteile betrug zum Zeitpunkt des erstmaligen Einbezugs TEUR 1.000. Somit besteht ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR -837. Da der Unterschiedsbetrag aus dem Konzern zugehörigen Verlusten resultiert, wurde dieser im Konzernergebnisvortrag erfasst. Der anteilige Jahresfehlbetrag 2023 der LG, der dem Konzern zuzuordnen ist, beträgt TEUR -274. Dieser wurde bis zum Konzernbuchwert von EUR 1,00 abgezogen. Somit ergibt sich ein Bilanzansatz gemäß § 312 HGB zum 31.12.2023 in Höhe von EUR 1,00. Beteiligungen Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Minderheits-Beteiligungen, größer 20 Prozent, an regional agierenden Betreibergesellschaften von Windkraft- und Photovoltaikanlagen sowie die Versorgung mit Wärme, Kälte und Strom vorzugsweise aus Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung.
Im Wesentlichen ist der Rückgang der Beteiligungen durch die Erstkonsolidierung der ECONAT Beteiligungen GmbH sowie dem At-Equity Einbezug der WindStrom Niese- Köterberg GmbH & Co. KGzurückzuführen. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht Unter den Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, werden folgende Ausleihungen ausgewiesen:
Wertpapiere des Anlagevermögens Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Minderheitsbeteiligungen von unter 20 Prozent, an regional agierenden Betreibergesellschaften von Windkraft- und Photovoltaikanlagen sowie die Versorgung mit Wärme, Kälte und Strom vorzugsweise aus Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung.
Der Rückgang der Wertpapiere des Anlagevermögens ist im Wesentlichen durch die Umbuchung der Kapitalrückzahlung aus den Verbindlichkeiten gegen den Beteiligungsbuchwert der Bürgerwind Freundenberger Oberland GmbH & Co. KG begründet. Sonstige Ausleihungen Die sonstigen Ausleihungen betreffen vorrangig seitens der naturstrom AG den Bau neuer regenerativer Energieerzeugungsanlagen, in den meisten Fällen gemäß den Bedingungen des Grüner Strom Label e.V., ausgereichte investitionsfördernde nachrangige Darlehen.
Genossenschaftsanteile Der Rückgang der Genossenschaftsanteile ist auf den At-Equity Einbezug der Ladegrün! eG zurückzuführen.
Die Bestände wurden durch körperliche Inventur bzw. mengenmäßige Bestandsfortschreibung aufgenommen. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe betreffen insbesondere Photovoltaikmodule für den Bau von Photovoltaikanlagen sowie RHB-Stoffe für Photovoltaikanlagen und in geringerem Umfang Heizmaterialien. Der Anstieg ist auf den Kauf von Photovoltaikmodulen zurückzuführen. Die unfertigen Erzeugnisse und unfertigen Leistungen betreffen überwiegend angearbeitete Projektentwicklungs- und Bauleistungen. Diese enthalten bei den Photovoltaikanlagen die Projekte in Petershagen und Holthusen. Die Windprojekte enthalten im Wesentlichen Projektentwicklungsleistungen für die Projekte in Neuenkirchen-Bühnerbach, Werningshausen und Trendelburg. Die Wärmeprojekte enthalten im Wesentlichen Projektentwicklungs- sowie Bauleistungen für das Projekt in der Subbelrather Str. in Köln sowie Machbarkeitsstudien. In den gezahlten Anzahlungen sind im Wesentlichen eingelagerte Trafostationen sowie Zahlungen für Stromlieferungen ggü. den Betreibern von Mieterstromprojekten ausgewiesen. Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen werden offen von den Vorräten auf der Aktivseite abgesetzt. Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen betreffen zum großen Teil Photovoltaikprojekte.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren im Wesentlichen aus dem laufenden Geschäftsverkehr des 4. Quartals 2023. Bei NSH, NSX und CEY enthalten die Forderungen zudem den im System der sogenannten rollierenden Verbrauchsablesung und ‑abrechnung erforderlichen Abgrenzungsbetrag der am Bilanzstichtag noch nicht abgelesenen und nicht abgerechneten Strom- und Gaslieferungen. Die von Kunden geleisteten Abschlagszahlungen wurden branchenüblich von den Forderungen abgesetzt. Darüber hinaus sind z.B. auch wesentliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus der Geschäftstätigkeit der Tochter NST enthalten. Die Forderungen betreffen die Direktvermarktung sowie die Abrechnungen der Power Purchase Agreements (PPA) im Bereich Wind und Photovoltaik. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen überwiegend Lieferungen und Leistungen im 4. Quartal 2023 sowie Darlehen gegenüber nicht vollkonsolidierten Unternehmen. Der Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass die Unternehmen, die im Vorjahr mit Weiterveräußerungsabsicht eingestuft wurden, ab 2023 in den Konzernabschluss als vollkonsolidierte Unternehmen einbezogen werden. In den Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, waren im Berichtsjahr im Wesentlichen eine Forderung für einen Kooperationsvertrag über die gemeinschaftliche Entwicklung, Planung, Realisierung und Betrieb der WindStrom Niese-Köterberg GmbH & Co. KG(TEUR 1.628) enthalten. In den eingeforderten, noch ausstehenden Einlagen ist eine ausstehende Einlage der Trigenius Beteiligungs GmbH für die NE-Energiepark Lüttow-Valluhn GmbH & Co. KG bilanziert. Die Sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen im Folgejahr erstattete Vorsteueransprüche aus der laufenden organschaftlichen Abrechnung bei der natAG sowie aus den Betreibergesellschaften. Außerdem sind Erstattungsansprüche aus Direktvermarktung und PPA-Verträgen enthalten. Darüber hinaus sind debitorische Kreditoren aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen. Diese beinhalten unter anderem debitorische Kreditoren aus der Verbrauchsabgrenzung für den Strom- und Gashandel. Die geleisteten Anzahlungen Strom und Gas beziehen sich auf angeforderte Abschlagszahlungen der Netzbetreiber. Vertragskontenscharf wurde eine Verrechnung von Aufwendungen aus Netznutzung und geleisteten Anzahlungen durchgeführt. Des Weiteren sind Erstattungsansprüche aus Verbrauchssteuern (Strom- und Energiesteuer) sowie im Folgejahr abzugsfähige Vorsteuer enthalten. Diese Erstattungen aus Steuerforderungen stellen antizipative Forderungen zum Abschlussstichtag dar, die rechtlich noch nicht entstanden sind.
Bei den mit Veräußerungsabsicht gehaltenen Unternehmen im Vorjahr handelte es sich um die NaturEnergy Invest GmbH & Co. KG (Euro 5.982.000,00), NaturEnergy Hessen GmbH & Co. KG (Euro 2.000.000,00), NaturEnergy Energiepark Lausitz GmbH & Co. KG (Euro 2.000.000,00), NaturEnergy Energiepark Lüttow-Valluhn GmbH & Co. KG (Euro 1.700.000,00), NaturStromNetze Nordost GmbH & Co. KG (Euro 800.000,00), NaturStromNetze West GmbH & Co. KG (Euro 785.600,00) sowie NaturEnergy Rheinland-Pfalz GmbH & Co. KG (Euro 500.000,00). Ab dem Geschäftsjahr 2023 werden diese Unternehmen aufgrund des Wegfalls des Befreiungstatbestands als vollkonsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen.
Die liquiden Mittel beinhalten im Wesentlichen kurzfristige Bankguthaben auf Girokonten sowie kurzfristige Geldanlagen. Daneben werden Rücklagenkonten für Rückbauverpflichtungen für Energieanlagen gehalten, bei diesen Konten besteht eine Verfügungsbeschränkung in Höhe von TEUR 16.415. Zinsen und Gebühren sind auf alte Rechnung gebucht.
Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus einem vorausbezahlten Netzanschlusskostenbeitrag für die Windstrom Rugendorf GmbH & Co. KG zur Herstellung und Bereitstellung des Netzanschlusses. Darüber hinaus sind vorausbezahlte Versicherungsprämien sowie Wartungspauschalen für die Energieanlagen bei Betreibergesellschaften enthalten.
Die temporären Unterschiede resultieren zum einen aus handelsrechtlich geringeren Wertansätzen im Sachanlagevermögen gegenüber der Steuerbilanz bei der Aktivierung von Energieerzeugungsanlagen sowie einem Umspannwerk. Hintergrund ist insbesondere die Berücksichtigung von Zwischengewinnen im Konzernabschluss. Darüber hinaus sind im Wesentlichen aktive latente Steuern aus Pensionsrückstellungen, Rückstellungen für drohende Verluste und Rückbauverpflichtungen berücksichtigt. Des Weiteren sind aktive latente Steuern auch aufgrund von steuerlich abweichenden Kapitalkonten bei Beteiligungsgesellschaften (Personengesellschaften) enthalten. Die aktiven latenten Steuern haben sich im Vergleich zum Vorjahr um Euro 275.493,51 erhöht. P a s s i v a
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt Euro 30.500.000,00 und ist eingeteilt in 2.440.000 Stückaktien. Die Aktien lauten auf den Namen. Die Aktien der naturstrom AG mit der WKN 685 840 werden nicht an einer Börse gehandelt. Die Gesellschaft führt ein Aktienbuch. Im Verhältnis zur Gesellschaft gilt als Aktionär, wer als solcher im Aktienbuch eingetragen ist. Die Entwicklung der Konzern-Eigenkapital-Position ist im Detail dem gesondert beigefügten Konzerneigenkapitalspiegel zu entnehmen, als eigenständigem Bestandteil des Konzernabschlusses. Der darin ausgewiesene Vortrag des erwirtschafteten Eigenkapitals, soweit er auf die naturstrom AG entfällt, ist auch im Zusammenhang mit den getätigten Investitionen in neue regenerative Energieanlagen zu sehen, durch diese Investitionen ist die Liquidität teilweise langfristig gebunden. Dies steht auch in Einklang mit dem Versprechen des Unternehmens gegenüber Kunden zur Verwendung von Preisanteilen für den Ausbau der Erneuerbaren Energien im Sinne des Grüner Strom Label e.V., die zu einem nicht unerheblichen Teil in Investitionen und somit ins Anlagevermögen geflossen sind. Die Eigenkapitalanteile der Investitionsprojekte sind jeweils langfristig gebunden. Anteile anderer Gesellschafter (Minderheitenkapital) Für nicht konzernzugehörige Beteiligte der NSQ 1, NSQ 2, WSNL, WSPK, BWPLS, WPKF, GM, NE SPB, NE und NCNB wurden die entsprechenden Anteile aus der Kapital- und Ergebniskonsolidierung in die Position Anteile anderer Gesellschafter umgegliedert. Im Berichtsjahr 2023 kommen die Minderheitenanteile für die SPR, NE ELV und NE SPL hinzu.
Die Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
Die Pensionsrückstellungen sind für Verpflichtungen aus Anwartschaft eines aktuellen sowie eines ehemaligen Vorstandsmitglieds und dessen Hinterbliebene gemäß den handelsrechtlichen Vorschriften gebildet. Die Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgt nach der Projected-Unit-Credit-Methode unter Anwendung der Richttafeln 2018 G von Dr. Klaus Heubeck. Der technische Zinsfuß beträgt 1,82 % (Vj. 1,78 %), die Rentendynamik beträgt 1,5 %. Der Wertermittlung liegt ein versicherungsmathematisches Gutachten zugrunde. Gemäß § 253 Abs. 2 HGB in der Fassung des BilRUG wurde die Pensionsverpflichtung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre abgezinst. Die Steuerrückstellungen betreffen insbesondere Gewerbesteuer- und Körperschaftsteuerrückstellungen sowie Stromsteuerrückstellungen. Die Rückstellungen für ausstehende Rechnungen betreffen im Wesentlichen noch zu erwartende Leistungsabrechnungen bei NSH, NSX, NST, NvO, NSA, NSP und natAG. Die Berechnung erfolgte auf der Grundlage der erteilten Aufträge. Die Rückstellungen für Prämien und Gewinnbeteiligungen sowie Personalkosten beinhalten voraussichtliche Verpflichtungen gegenüber Vorstand und Belegschaft. Der Berechnung liegen detaillierte Aufzeichnungen der Personalverwaltung vor. Die hier enthaltenen offenen Urlaubsansprüche wurden nach der Durchschnittsmethode ermittelt. Mit Ausnahme der Pensionsrückstellungen, Aufbewahrungsrückstellung und Rückbauverpflichtungen waren keine Abzinsungen vorzunehmen, da die Fälligkeit innerhalb eines Jahres liegt.
Die Anleihe ist ein festverzinsliches Wertpapier mit einem festen Zinssatz in Höhe von 3,25 % p.a. bezogen auf den Nennwert der gezeichneten Inhaber-Teilschuldverschreibung. Sie hat eine feste Laufzeit bis 31.08.2028. Am Rückzahlungstermin erfolgt eine Zahlung in Höhe von 100 % des Nennwerts. Die Zinsläufe beginnen am 01.09. eines Kalenderjahres (einschließlich) und enden jeweils am 01.09. des Folgejahres (ausschließlich). Die naturstrom Anleihe kann während der Laufzeit weder durch die Emittentin noch durch den Anleger ordentlich gekündigt werden. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen überwiegend langfristige Finanzierungskredite für die Anschaffung und den Betrieb von Energieanlagen sowie laufende Kontokorrentkredite überwiegend bei der UmweltBank Nürnberg, der DZ Bank Frankfurt, der GLS Bank Bochum, der Landesbank Baden-Württemberg Stuttgart sowie regionalen Volksbanken und Sparkassen. Zinsen und Gebühren sind auf alte Rechnung gebucht. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betreffen im Wesentlichen die Verpflichtungen aus dem Geschäftsverkehr mit Stromlieferanten, Netzbetreibern und Dienstleistern im letzten Quartal 2023 bei der NSH, NSX, CEY und NST sowie aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr des letzten Quartals 2023 bei den übrigen Konzerngesellschaften. Die an die Netzbetreiber geleisteten Abschlagszahlungen bei der NSH, NSX und CEY wurden branchenüblich mit den Verbindlichkeiten verrechnet. Der am Bilanzstichtag noch nicht abgerechnete Strom- und Gasverbrauch für Kunden mit rollierender Abrechnung ist nach branchenüblichen statistischen Verfahren kundenindividuell abgegrenzt. Die damit verbundenen Auswirkungen hinsichtlich Strom- und Gasbeschaffung und Netznutzung sind ergebniswirksam berücksichtigt. Darüber hinaus beinhalten die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auch Verbindlichkeiten aus dem Bau von Energieerzeugungsanlagen. Der Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ist teilweise darauf zurückzuführen, dass die Unternehmen, die im Vorjahr mit Weiterveräußerungsabsicht eingestuft wurden, ab 2023 in den Konzernabschluss als vollkonsolidierte Unternehmen einbezogen werden. Die Gesamtsumme dieser Verbindlichkeiten belief sich im Vorjahr auf TEUR 6.566. In den Verbindlichkeiten gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind im Wesentlichen Verbindlichkeiten der NST gegenüber WindStrom Titting GmbH & Co. KG (TEUR 336), Bürgerwindpark Trendelburg GmbH & Co. KG (TEUR 114) und Bürgerwindpark Brobergen GmbH & Co. KG (TEUR 79) ausgewiesen.
Die Genussrechte wurden von folgenden Konzerngesellschaften emittiert: natAG und NSQ 3 und haben eine Laufzeit bis zum 30.06.2025 bei der natAG und 31.12.2025 bei der NSQ 3. Die Grunddividende bei der natAG beträgt 4,0 % p.a. Es handelt sich um ursprünglich als Genussrechte ausgestaltete Verbindlichkeiten überwiegend gegenüber Privatpersonen. Die Gesellschaft hatte die ursprünglichen Genussrechte 2017 gekündigt und den Genussrechtsinhabern gleichzeitig das Angebot zur Verlängerung zu veränderten Konditionen gemacht. Diese Verbindlichkeiten haben in Höhe von Euro 7.157.000,00 eine Restlaufzeit von größer 1 Jahr. Die Sonstigen Verbindlichkeiten betreffen insbesondere zum einen noch abzuführende Umsatz-, Lohn- und Kirchensteuer sowie Stromsteuer 2023. Darüber hinaus sind Verpflichtungen aus Nachrangdarlehen sowie Zinsen aus Nachrangdarlehen und Genussrechtszinsen für das Geschäftsjahr 2023 ausgewiesen. Die Nachrangdarlehen wurden an folgende Konzerngesellschaften ausgegeben: NE (TEUR 6.000), WSWS (TEUR 1.510), NE OF (TEUR 950), NCB (TEUR 500), NE EPL (TEUR 452), WSR (TEUR 402), WSL (TEUR 400), SPSS (TEUR 320), NSQ_BV (TEUR 160), BWPLS (TEUR 126), WPKF (TEUR 100) und natAG (TEUR 8). Zum anderen sind kreditorische Debitoren überwiegend aus dem Bereich Strom- und Gaslieferungen enthalten. Diese beinhalten kreditorische Debitoren aus der Verbrauchsabgrenzung für den Strom- und Gashandel. Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
Besicherungen pfandrechtlicher Art bestanden für die Verbindlichkeiten nicht.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind wie im Vorjahr im Wesentlichen durch Sicherungsübereignungen der Anlagen sowie Zessionen der damit generierten Forderungen aus Einspeisevergütungen besichert. Bei den Liefer- und Leistungsverbindlichkeiten bestehen übliche Eigentumsvorbehalte.
Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultiert überwiegend aus der CEY, die im Berichtsjahr Strom- und Gaskunden von der Q1 Energie AG übernommen hat. Die Auflösung der vorausbezahlten Netzanschlüsse erfolgt jeweils über die Laufzeit der zugrundeliegenden Verträge. Darüber hinaus sind vereinnahmte Zahlungen für Baukostenzuschüsse bei Wärmenetzen, die zeitanteilig aufgelöst werden, enthalten. Abschließend sind für die Durchführung von im Geschäftsjahr 2024 zu erbringenden Wartungsleistungen vereinnahmte Zahlungen im Rechnungsabgrenzungsposten enthalten.
Diese wurden gebildet auf temporäre Unterschiede in den Wertansätzen der Handelsbilanz zur Steuerbilanz und resultieren aus der Inanspruchnahme von Sonderabschreibungen bzw. abweichenden Abschreibungsdauern in der Steuerbilanz bei der NSQ 2, WSL, NSQ 3, NSQ_S, NSD, SPB, NSQ5, NSVW, SC1, NE SPB, SPSS, NSQ6, NE EPL, SPR, NE SPH, NE ELV und NE OF. Der durchschnittliche Konzernsteuersatz wurde mit 31,21 % ermittelt. Die passiven latenten Steuern haben sich im Vergleich zum Vorjahr um Euro 367.595,58 erhöht. KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Nach Eliminierung der Innenumsätze betreffen die ausgewiesenen Umsätze im Wesentlichen die NSH, NST, NSX, CEY, NvO und SUN. Die Umsatzerlöse wurden ausschließlich im Inland erzielt. Der Rückgang der Umsatzerlöse aus Stromverkauf Direktvermarktung ist auf die Geschäftstätigkeit der Tochter NST zurückzuführen, deren Umsatzerlöse in 2022 preisbedingt erhöht waren. Darüber hinaus sind in dieser Zeile Erlöse aus dem neuen Geschäftsfeld Power Purchase Agreements enthalten.
Die Bestandsveränderungen betrafen den Saldo aus der Aktivierung und dem Abgang bei Umsatzrealisierung von Projektentwicklung- und Bauleistungen im Bereich der erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen.
Die im Konzern erbrachten Projektierungs- und Erstellungsleistungen von erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen, die nicht an Dritte (Konzernfremde) verkauft wurden, stellen aus Konzernsicht Eigenleistungen dar, die zu aktivieren waren. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Photovoltaikanlagen, Nahwärmenetze, Quartierskonzepte und Netzanschlüsse angearbeitet. Darüber hinaus sind Nachtkennzeichnungen für mehrere Windparks enthalten. Die PV-Anlage Henschleben, das Umspannwerk Petershagen/Briesen sowie das Nahwärmenetz Eschenbach wurden im Berichtsjahr fertiggestellt.
Die Erträge aus Anlageabgängen beinhalten im Geschäftsjahr den ertragswirksam vereinnahmten Buchgewinn im Rahmen der Zustiftung von NaturEnergy-Aktien an die Naturstrom Stiftung (TEUR 450). Dieser Betrag stellt den Wertzuwachs der Anteile bis zum Zeitpunkt der Zustiftung dar. Im Vorjahr betreffen die Erträge aus Anlagenabgängen den ertragswirksam vereinnahmten Buchgewinn im Rahmen der Sachdividende von NaturEnergy-Aktien an die natAG Aktionäre (TEUR 610). In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im Geschäftsjahr in der Position Sonstige Erträge insbesondere Versicherungsentschädigungen (TEUR 461) sowie Förderungszuwendungen (TEUR 187) enthalten. Im Vorjahr waren deutlich höhere Erträge für Versicherungsentschädigungen (TEUR 949) sowie höhere Erträge für Herkunftsnachweise (TEUR 312) enthalten.
Im Vergleich zum Vorjahr beinhaltet der Personalaufwand höhere Zahlungen für eine Inflationsausgleichsprämie gegenüber Mitarbeitenden, eine etwas höhere Rückstellung für Gewinnbeteiligungen an Mitarbeitendesowie einen einmaligen Betrag für Personalthemen aus Vorjahren. Darüber hinaus resultiert der Anstieg auch aus einer gestiegenen Mitarbeiteranzahl.
Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen betreffen im Vorjahr eine Wertberichtigung auf das Anlagevermögen für die Heizungszentrale sowie das Anschlussnetz am Schulzentrum Forchheim. Diese Anlage wird in der NaturStromWärme GmbH betrieben.
Die Abschreibungen beinhalten zum einen Wertberichtigungen auf Darlehen des Umlaufvermögens. Im Berichtsjahr wurde darüber hinaus eine Wertberichtigung auf einen Container mit Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen für den Holzmarkt (TEUR 37) vorgenommen. Im Vorjahr ist eine Wertberichtigung auf ein Darlehen gegenüber der Bürgerwindpark Bühnerbach GmbH & Co. KG (TEUR 138) und gegenüber der Bürgerwindpark Wöbbelin GmbH & Co. KG (TEUR 140) enthalten.
Im Vorjahr wurde im Wesentlichen eine Wertberichtigung auf die Beteiligung an der NatCon Fränkische Schweiz GmbH & Co. KG (TEUR 400) vorgenommen.
Die Betriebskosten beinhalten Büromieten inkl. Nebenkosten, Wartungskosten für Hard- und Software, Fahrzeugkosten und sonstige Instandhaltungskosten. Die Vertriebskosten beinhalten überwiegend Zuwendungen, Werbekosten, Verkaufsprovisionen, Kosten für die Erstellung des Kundenmagazins sowie Reise- und Übernachtungskosten. Im Vergleich zum Vorjahr sind insbesondere die Zuwendungen, Werbekosten und Verkaufsprovisionen angestiegen. Der Anstieg der Werbekosten resultiert insbesondre aus dem naturstrom Jubiläumsjahr. Die Zuwendungen enthalten die Zustiftung von NaturEnergy-Aktien an die Naturstrom Stiftung (TEUR 1.800). In den Verwaltungskosten sind Kosten im Bereich der IT und Telefon, Administration, Buchführung, Abschlusserstellung und Prüfung, Rechts- und Beratungskosten sowie Fremdleistungen enthalten. Der Anstieg der Verwaltungskosten ist insbesondere auf die Rechts- und Beratungskosten zurückführen. Gegenläufig entwickelten sich die Fremdleistungen. In den übrigen sonstigen Aufwendungen sind als Einzelpositionen im Wesentlichen die Rückstellungszuführungen für künftige Rückbaukosten sowie Wertberichtigungen auf Forderungen und Forderungsverluste zu nennen. Diese sind im Vergleich zum Vorjahr höher. Im Vorjahr war eine Abschöpfung von Überschusserlösen in Höhe von TEUR 365 enthalten.
Im Ergebnis aus assoziierten Unternehmen ist die Bürgerenergie Merkendorf GmbH & Co. KG, die wind 7 AG und die WindStrom Titting GmbH & Co. KG enthalten. Erstmalig im Geschäftsjahr kommen die Bürgerwindpark Hünfeldener Wald GmbH & Co. KG, die Bürger Windpark Trendelburg GmbH & Co. KG, die WindStrom Niese-Köterberg GmbH & Co. KG, die Solarpark Worms GmbH & Co. KG und die Ladegrün! eG hinzu.
Die Erträge aus Beteiligungen beinhalten im Wesentlichen Gewinnausschüttungen von Wind- und Photovoltaikbeteiligungen.
Die Zinsen für die Anleihe, Genussrechte und Nachrangdarlehen sind in den Zinsen aus langfristigen Verbindlichkeiten enthalten. Mit Feststellung der Jahresabschlüsse 2023 der jeweiligen Emittenten sind die Dividenden auf die Genussrechte zur Zahlung fällig.
Der wesentliche Aufwand für Gewerbe- und Körperschaftsteuer wurde bei der natAG unter Berücksichtigung des zuzurechnenden Gewerbeertrags und Einkommens der Organgesellschaften NSH und NSX ermittelt. Die latenten Steuern betreffen temporäre Unterschiede zwischen den Wertansätzen in der Handels- bzw. Steuerbilanz. Siehe hierzu die Erläuterungen in den aktiven und passiven latenten Steuern.
5. Sonstige Angaben
Während des Geschäftsjahres waren - unter Berücksichtigung des Vorstandes, der Geschäftsführer, von Teilzeitkräften und beurlaubten Mitarbeiter/Innen - im Konzern rechnerisch durchschnittlich 516,33 (Vj. 481,75) Mitarbeitende beschäftigt. Zum Jahresende waren 548 Mitarbeitende (Vj. 495 Mitarbeitende) tätig. Haftungsverhältnisse gem. § 251 HGB Zum Bilanzstichtag 31.12.2023 bestanden folgende
Für die BEDABIK wurde gegenüber der DZ Bank eine Patronatserklärung abgeben. Inanspruchnahmen aus den Patronatserklärungen sind weder vor noch nach dem Bilanzstichtag erfolgt. Aus der bisherigen Entwicklung im Geschäftsjahr 2024 und aus der Planungsrechnung des Unternehmens ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass diese zukünftig nicht in der Lage sein könnte, ihre Verbindlichkeiten fristgerecht zu bedienen. Eine Inanspruchnahme aus der Patronatserklärung droht daher nicht und ist sehr unwahrscheinlich. Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte, deren Risiken und Vorteile für die Beurteilung der Finanzlage relevant wären, existieren nicht. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Angaben nach § 314 Abs. 1 Nr. 2 HGB Im Rahmen der Grünstrom-Zertifizierung gemäß GSL bestehen für die natAG Verpflichtungen zur Verwendung der Mittel. Soweit solche Mittel am Bilanzstichtag noch nicht verwendet sind, wird dieses im Folgejahr nachgeholt, das GSL räumt dafür eine Frist von 2 Jahren ein. Das Unternehmen hat seine entsprechenden Verpflichtungen in der Vergangenheit immer erfüllt und wird dies ausweislich der Investitionsplanung auch in Zukunft erfüllen. Angaben nach § 314 Abs. 1 Nr. 2a HGB - im Konzern gesamt: Die jährlichen finanziellen Verpflichtungen aus langfristigen Verträgen ergeben sich zum Bilanzstichtag 31.12.2023 aus der nachstehenden Tabelle wie folgt:
Aufgrund der Erstkonsolidierung von 16 Gesellschaften erhöhen sich u.a. die sonstigen finanziellen Verpflichtungen im Vergleich zum Vorjahr. Bei der NaturStromHandel GmbH: Es bestehen Abnahmeverpflichtungen aus Beschaffungsverträgen für Strom und Gas in folgender Höhe: Auf den Bereich Strom entfallen finanzielle Verpflichtungen in Höhe von insgesamt 50,07 Mio. Euro (Vj. 96,95 Mio. Euro) für die Jahre 2024-2029: 43,19 / 4,83 / 1,45 / 0,20 / 0,20 / 0,20 Mio. Euro (Vj. für die Jahre 2023-2029: 62,36 / 23,70 / 8,84 / 1,45 / 0,20 / 0,20 / 0,20 Mio. Euro). Für den Bereich Gas bestehen Abnahmeverpflichtungen in Höhe von 42,31 Mio. Euro (Vj. 62,20 Mio. Euro), die sich auf die Jahre 2024-2034 wie folgt verteilen: 36,60 / 4,32 / 0,27 / 0,33 / 0,79 (2028-2034) Mio. Euro (Vj. für die Jahre 2023-2025: 44,37 / 14,33 / 3,50 Mio. Euro). Bei der NaturStrom XL GmbH: Auf den Bereich Strom entfallen finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 47,50 Mio. Euro (Vj. 95,00 Mio. Euro) für die Jahre 2024-2026: 37,12 / 9,90 / 0,40 Mio. Euro (Vj. für die Jahre 2023-2025: 76,21 / 13,55 / 5,24 Mio. Euro). Bei der Change! Energy GmbH: Es bestehen Abnahmeverpflichtungen aus Beschaffungsverträgen für Strom und Gas in folgender Höhe: Auf den Bereich Strom entfallen finanzielle Verpflichtungen in Höhe von insgesamt 8,63 Mio. Euro (Vj. 8,60 Mio. Euro), die sich auf die Jahre 2024-2025 wie folgt verteilen: 6,20 / 2,43 Mio. Euro (Vj. für die Jahre 2023-2025: 5,32 / 1,92 / 1,36 Mio. Euro). Für den Bereich Gas bestehen Abnahmeverpflichtungen in Höhe von 2,75 Mio. Euro (Vj. 2,95 Mio. Euro), die sich auf die Jahre 2024-2025 wie folgt verteilen: 2,66 / 0,09 Mio. Euro (Vj. für die Jahre 2023-2025: 2,15 / 0,76 / 0,04 Mio. Euro). Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB Um die aus Marktpreisschwankungen resultierenden Preisänderungsrisiken aus dem Bezug und Absatz von Strom und Gas zu reduzieren, werden bei der NSH derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Im Wesentlichen handelt es sich um Termineinkäufe von Energiemengen. Diese Derivate werden so weit wie möglich bilanziell als Bewertungseinheit gemäß § 254 HGB mit dem jeweiligen Grundgeschäft abgebildet. Die Absatzplanung und die dieser zugrundeliegenden Absatzverträge stellen dabei das Grundgeschäft dar. Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehungen wird durch eine Gegenüberstellung von Marktwerten oder Nominalbeträgen der Grundgeschäfte und der Sicherungsinstrumente nachgewiesen. Die bilanzielle Abbildung der Bewertungseinheiten erfolgt grundsätzlich nach der sogenannten "Einfrierungsmethode". Auftretende Ineffektivitäten in den Bewertungseinheiten sind grundsätzlich als Drohverlustrückstellungen auszuweisen. Für das Stromportfolio zur Endkundenbelieferung wurden Portfolio-Hedges aufgebaut. Regelmäßig werden Teilmengen des erwarteten Absatzportfolios am Terminmarkt beschafft. Die NSH folgt dabei einer dem Aufsichtsrat der naturstrom AG vorgelegten langfristigen Beschaffungsstrategie, um Risiken deutlicher Preisänderungen zu verringern und sich gleichzeitig Chancen aus der teilweise kurzfristigeren Beschaffung an Spotmärkten zu bewahren. Auf Grund der Erfahrungen mit den Absatzprognosen der letzten Jahre ist von einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit der zugrundeliegenden Planzahlen auszugehen. Den Termineinkäufen standen auf der Verkaufsseite keine Verträge mit festen Laufzeiten und Verkaufspreisen gegenüber, da die normalen Tarife der NSH für Privatkunden jederzeit kündbar sind und auch keine Preisgarantien beinhalten. Die NSH kann nach Ablauf der Preisgarantie jederzeit Preisänderungen gegenüber ihren Endkunden vornehmen, so dass sie auf Änderungen bei den Beschaffungskosten reagieren kann. Drohverluste müssen zum 31.12.2023 nicht gebildet werden. Im Gasbereich gelten die gleichen Aussagen wie im Strombereich der NSH. Auch hier gibt es keine relevanten Verträge mit festen Laufzeiten. Die Risikobewertung ist identisch mit der Bewertung im Strombereich. Die NSX geht je nach Kundengruppe unterschiedlich vor. Bei leistungsgemessenen Kunden (RLM Kunden) und Bündelkunden, die Laufzeitverträge mit festen Preisen mit der NSX geschlossen haben, werden die Strommengen zeitnah beschafft, um Preisrisiken zu verhindern. Damit sind Grund- und Sicherungsgeschäft fixiert. Drohverluste müssen zum 31.12.2023 nicht gebildet werden. Am 31.12.2023 waren 35,78 (Vj. 71,12) Mio. Euro Terminbeschaffungen für diese Kundengruppen für die Folgejahre kontrahiert. Bei den normalen Gewerbekunden ohne Laufzeitverträge wird hingegen ein Teil der Mengen kurzfristig am Spotmarkt beschafft, um sich Chancen niedrigerer Preise zu erhalten. Auf Grund der Genauigkeit der Absatzprognosen der letzten Jahre ist von einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit der angenommenen Planzahlen auszugehen. Am 31.12.2023 waren 10,73 (Vj. 19,98) Mio. Euro Termingeschäfte für den Stromeinkauf der Folgejahre für diese Kundengruppe abgeschlossen. Bei diesen Kunden kann die NSX die Preise jederzeit anpassen. Drohverluste müssen zum 31.12.2023 nicht gebildet werden. Die Vorgehensweise bei Grund- und Sicherungsgeschäften sowie die bilanzielle Abbildung der Bewertungseinheiten in der CEY ist analog zur NSH aufgebaut. Für das Strom- sowie Gasportfolio zur Endkundenbelieferung wurden jeweils Portfolio-Hedges aufgebaut. Auf Grund der Erfahrungen mit den Absatzprognosen der Schwestergesellschaften NSH und NSX ist von einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit der zugrundeliegenden Planzahlen auszugehen. Die Kunden haben in der Regel einjährige Verträge, die sich rollierend um jeweils ein Jahr verlängern. Die CEY kann jederzeit für den Teil der monatlich auslaufenden Kundenverträge Preisänderungen gegenüber ihren Endkunden vornehmen, so dass sie auf Änderungen bei den Beschaffungskosten zeitnah reagieren kann. Drohverluste müssen zum 31.12.2023 nicht gebildet werden. Rein theoretisch wäre es im Worst Case für die NSH, NSX und CEY denkbar, dass sämtliche Kunden ohne Vertragsbindung kurzfristig kündigen und der Strom einen Marktwert von 0 hat, so dass die gesamten für diese Kunden am Terminmarkt eingekauften Strommengen nichts mehr wert wären, was aber u.a. den Zusammenbruch des gesamten Strommarktes als Voraussetzung beinhalten würde und deshalb als überwiegend nicht wahrscheinlich angenommen wird. Zusätzlich wurden offene Lieferverträge zu Spotmarktpreisen geschlossen, die ebenfalls keine Drohverlustrückstellung nach sich ziehen. Im Gasbereich gelten die gleichen Aussagen wie im Strombereich. Handelsregister und Sitz Die Gesellschaft ist unter der Firma naturstrom Aktiengesellschaft beim Registergericht Düsseldorf mit der Handelsregisternummer HRB 36544 registriert. Der Sitz der Gesellschaft ist Düsseldorf, die Geschäftsanschrift lautet 40468 Düsseldorf, Parsevalstr. 11. 6. Organe der Gesellschaft Der Vorstand der naturstrom AG setzte sich im Berichtsjahr 2023 wie folgt zusammen: Herr Dipl.-Kfm. Oliver Hummel, Kaufmann, Düsseldorf, Vorsitzender Frau Dr. Kirsten Nölke, Juristin, Münster Frau Sophia Eltrop, Volkswirtin, Düsseldorf Dem Aufsichtsrat der naturstrom AG gehörten im Berichtsjahr 2023 an: Herr Dr. Martin Riedel, Berlin, selbständiger Rechtsanwalt, Vorsitzender Herr Dr. Michael Ritzau, Aachen, Generalbevollmächtigter BET GmbH Frau Diplom-Ingenieurin Christine Banning, Ebermannstadt, selbständige Innenarchitektin Herr Ass. jur. Michael Podsada, Meerbusch, Geschäftsführer REMI5 GmbH Frau Dr. Simone Peter, Düsseldorf, Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energien Frau Sandra Wehrmann, Berlin, Vorständin degewo AG 7. Bezüge der Vorstände und des Aufsichtsrats Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes für das Geschäftsjahr 2023 betrugen Euro 875.561,37 (Vj. Euro 838.421,26). Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2023 betrugen Euro 104.000,00 (Vj. Euro 112.500,00). 8. Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns Der Vorstand hat gemäß seiner Verpflichtung aus § 150 Abs. 2 AktG bei Aufstellung des Jahresabschlusses aus dem Jahresüberschuss keine weiteren Einstellungen in die gesetzliche Rücklage vorgenommen, da die gesetzlich vorgesehene Höhe der Rücklage bereits in den Vorjahren erreicht wurde. Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrags in Höhe von Euro 25.684.368,68 beträgt der Bilanzgewinn der natAG Euro 44.863.043,09. Gemäß § 253 Abs. 6 HGB besteht eine Ausschüttungssperre in Höhe von Euro 15.250,00. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden: a) Ausschüttung eines Betrages von Euro 1,50 je Aktie, in Summe also von Euro 3.660.000,00 b) Einstellung in die Gewinnrücklage in Höhe von Euro 21.000.000,00 c) Vortrag des verbleibenden Betrages von Euro 20.203.043,09 auf neue Rechnung. 9. Aufstellung des Anteilsbesitzes gem. § 313 Abs. 2 HGB Die naturstrom AG, Düsseldorf hält wie folgt mittelbar bzw. unmittelbar Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen:
10. Gesamthonorar des Konzernabschlussprüfers Das im Konzernabschluss enthaltene vom Konzernabschlussprüfer berechnete Gesamthonorar teilt sich wie folgt auf:
11. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Es wurden keine wesentlichen, nicht zu marktüblichen Bedingungen zustande gekommenen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen getätigt, die nach § 314 Abs. 1 Nr. 13 HGB angabepflichtig wären. 12. Anwendung von Offenlegungserleichterungen Bezüglich der gemäß vorstehenden Erläuterungen in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften ist vorgesehen, wie im Vorjahr die Erleichterungen des § 264 Abs. 3 HGB hinsichtlich der Offenlegung in Anspruch zu nehmen, soweit die erforderlichen Voraussetzungen gegeben sind.
Düsseldorf, den 15. Mai 2024 Dipl.-Kfm. Oliver Hummel -Vorstand (Vorsitzender)- Dr. Kirsten Nölke -Vorständin- Sophia Eltrop -Vorständin-
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die naturstrom AG: Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der naturstrom AG und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der naturstrom AG für das Geschäftsjahr 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse - entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2023 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und - vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut für Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus - identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. - gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. - beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. - ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. - beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. - holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. - beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. - führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Krefeld, den 7. Juni 2024 dhpg
GmbH
Paul
Berger
Adrian
Jungmichel
Billigung des Konzernabschlusses 2023Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 21.06.2024 den Konzernabschluss zum 31.12.2023 gebilligt. |
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