Stammdaten

Register
Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 25049
Eingetragen
25.1.1985
Branche
Herstellung von Frucht- und GemüsesäftenGroßhandel mit Obst, Gemüse und KartoffelnHerstellung von Stärke und Stärkeerzeugnissen
Gegenstand
Die Herstellung und der Vertrieb von Tiefkühlprodukten, Säften, Kartoffeln, Gemüse und ähnlichen Produkten in Deutschland, Mittel- und Ost-Europa, der Betrieb von Kühlhäusern und anderen Lagerhäusern und ferner die Beteiligung an und der Erwerb von Geschäften und Unternehmen, welche mit diesem Zweck verbunden sind.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Tim Lengsfeld
seit 23.4.2026
Geschäftsführer
Jillian Leigh Moffatt
seit 1.12.2025
Geschäftsführer
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
McCain Foods Holland B.V.NLD
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
McCain Foods Holland B.V.
Netherlands
5.138.500 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

McCain GmbH

Eschborn

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.07.2023 bis zum 30.06.2024

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023/24

I. Grundlagen der Gesellschaft

McCain ist der weltweit führende Hersteller von tiefgekühlten Kartoffelprodukten und Appetizern mit ca. 22.000 Mitarbeitern in mehr als 160 Ländern. Die deutsche Tochtergesellschaft, die McCain GmbH in Eschborn, ist für den Vertrieb und die Vermarktung der Produkte für den deutschen Markt verantwortlich. Zu unseren Kunden zählen Abnehmer und Händler im Lebensmitteleinzelhandel (LEH bzw. Retail) und Foodservice.

McCain ist auf globaler Ebene sehr bestrebt, durchweg nachhaltig zu arbeiten. Dies äußert sich in Fortschritten bei regenerativer Landwirtschaft, der Reduktion von Emissionen und Ressourcenverbrauch, dem Engagement für Gemeinschaften und soziale Verantwortung, sowie der Verbesserung bei Produktsicherheit und nachhaltigen Zutaten.

II. Wirtschaftsbericht

1. Allgemeine Marktentwicklung

Die Rahmenbedingungen im Markt im Geschäftsjahr 2024, welches sich über den Zeitraum Juli 2023 bis Juni 2024 erstreckt, waren von zunächst anhaltender starker Inflation im Bereich Fast Moving Consumer Goods (FMCG), danach allmählichen Normalisierung dieser, einem schwierigen Kartoffel-Rohstoffkosten-Kontext sowie einem Trading Down Effekt auf der Konsumentenseite gekennzeichnet.

Signifikant und insbesondere für Deutschland kam es aufgrund der starken Inflation sowie der politischen Stimmungslage in Deutschland zu einer deutlichen Verschlechterung des Verbraucher-Stimmungsbarometers. So zeigt der Ifo Geschäftsklimaindex im Juni 2024 einen Wert von nur 88,6 (-0,7 ppt vs Vormonat Mai 2024).

Sehr relevant für den Bereich Retail war, dass die Inflationsrate für FMCG in den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahres noch immer jeweils deutlich über der Gesamtinflation lag (Gesamtinflation: 3,2%-6,2%, FMCG-Teuerung: 6,3 %-8,6 % in den Monaten Juli bis November 2023). Danach normalisierte sich auch die Preisentwicklung im FMCG-Bereich (Postinflations-Phase). Die Preisentwicklung für die zwölf Monate des Geschäftsjahres (MAT Juni 2024) betrug für FMCG 3 % mit einer starken Rückläufigkeit in den letzten Monaten des Geschäftsjahres (2. Quartal: Kalenderjahr 2024: 0,6 %). Spezifisch zu beobachten ist, dass die Preisentwicklung im Bereich FMCG im Geschäftsjahr 2024 als „2. Welle“ der Preisanpassungen wesentlich von den Markenartikeln getrieben war (+4,2 % Preisentwicklung) versus einer nach der ersten starken Welle nun geringen Erhöhung bei Eigenmarken des Handels von +1,4 %. (Quelle. Circana MAT 06_2024).

Die Folge der Verbraucherverunsicherung war generelle Kaufzurückhaltung und ein starker Anstieg der Handelsmarken beim Wert (+12 % im Kalenderjahr 2023 im Vergleich zu lediglich +3,8 % bei Marken innerhalb FMCG), während das Volumen generell rückläufig war, bei Eigenmarken (-1,8 %) etwas geringer als bei Handelsmarken (-2,7 %). Das Wachstum der Marken war preisgetrieben.

Im Bereich der Fast Moving Consumer Goods (FMCG) verzeichnet der Retail Markt im Geschäftsjahr 2024 eine wertmäßige Entwicklung von +3,6 %, eine volumenseitige Entwicklung von +1,8% und eine Preisentwicklung pro kg von 1,8 % bzw. pro Beutel von 3 %.

Während FMCG sich im Kalenderjahr 2023 bei sehr hoher Inflation in der Menge mit -2,2 % deutlich negativ entwickelte (getrieben von Marken), erholte sich die Situation im ersten Halbjahr des Kalenderjahres 2024 etwas auf nunmehr -0,2 % (wobei hier die Eigenmarken bereits eine positive Entwicklung mit +1,1% aufwiesen, Marken -0,9 %).

Umsatzseitig war die Performance der Marken +1,4 %, jene der Eigenmarken +0,6 %. Hier wuchsen die Handelsmarken in erster Linie über das Basisgeschäft (+1,2% in Non-Promo), während Markenartikel zunehmend in Aktion gekauft wurden (+4,5 % in Promo, +0.1 % in Non-Promo). (Circana YTD Juni 2024)

Der Bereich Tiefkühlkost exkl. Eis (TK) entwickelte sich laut MAT June24 mit +2,6 % (Wert) weiterhin positiv, die Volumensentwicklung war mit 0,7 % leicht rückläufig, während der Anteil der Handelsmarken um 1% Punkt weiter zulegte auf 63,2 % (von zuvor 62,2 %). Innerhalb des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) konnten sich alle großen Kunden umsatzseitig positiv entwickeln, während bei der Absatzentwicklung nur die Discounter (Lidl/Norma +6,3 % und Aldi +1,8 %) positiv abschnitten.

Die Kategorie der Tiefkühlkartoffelprodukte (TKKP) im LEH entwickelte sich im Volumen im Geschäftsjahr 2024 mit + 1,1% sowie im Wert um +9,0 % bei einer Preisentwicklung von 7,8 %. Der Handelsmarkenanteil stieg um weitere 1,6 % auf 76 %. Die Kategorie konnte damit volumenseitig nach zwei rückläufigen Jahren wieder ins Wachstum gelangen. Bemerkenswert ist, dass die Kategorie TK Kartoffel von Dezember 2023 bis Januar 2024 mit rund 15 % Anteil die mengenmäßig größte Kategorie innerhalb von Tiefkühlkost inkl. Eis stellte.

McCain verzeichnete beim Kerngeschäft Kartoffel im Geschäftsjahr 2024 auf der Absatzseite eine deutlich überproportional positive Entwicklung von +5,7 % auf 49.809 Tonnen im Hinausverkauf (Quelle Circana MAT 06_2024), erzielte damit ein Rekordjahr und trieb die Kategorie. Der Marktanteil (Volumen) wuchs um 0,8 % Punkte auf 18,9 %.

Die Haupttreiber hinter der positiven Entwicklung waren ein starkes Promotionsgeschäft sowie Distributionsausweitungen.

Die Handelsmarken innerhalb der Kategorie TKKP entwickelten sich mit +3,2%, während es deutliche Verluste bei Marken-Mitbewerbern gab.

Die Umsatzentwicklung bei McCain belief sich ebenfalls deutlich über dem Niveau der Kategorie mit +14,2 %, die Preisentwicklungen waren in etwa auf gleichem Level mit +7,9 %. (alles Quelle Circana MAT 06_2024)

Das noch junge Segment TK-Fingerfood entwickelte sich wertmäßig um +4,1 % und mengenmäßig um +2,8 %. Innerhalb der Fingerfood-Segmente konnte die Kategorie Käse am stärksten zulegen (+4 %), gefolgt von Fleisch (+3,4 %), während sich das pflanzliche Fingerfood negativ entwickelte (-5,2 %), getrieben von einem Mitbewerber.

McCain entwickelte sich mit der Marke Pickers wertmäßig um +25,7 %, bei den Mengen (+26,6 %) ebenfalls deutlich wachsend und zunehmend als einer der Wachstumsmotoren dieses jungen Geschäftsfeldes. Treiber waren vor allen der Distributionsgewinn von elf Punkten auf nunmehr 43% gewichtete Distribution durch die Listung bei Edeka Mitte 2023 und In/Out Aktionen bei Aldi.

Alle Daten: Circana YTD Juni 2024

Außerhausmarkt: Im ersten Halbjahr 2024 verzeichnete die deutsche Gastronomie einen realen Umsatzrückgang, der unter anderem auf den seit Jahresbeginn wieder geltenden höheren Mehrwertsteuersatz zurückgeführt wird. Das Statistische Bundesamt (Destatis) zeigte, dass die Umsätze der Gastronomie gegenüber dem Vorjahreszeitraum real gesunken sind und die Situation im Gastgewerbe insgesamt angespannt war.

Die Besuchsfrequenz im Außer-Haus-Markt lag im vorher genanntem Zeitraum mit -4 % unter dem vergleichbaren Vorjahreswert; im Vergleich zu 2019, dem letzten Jahr vor der Corona-Krise, gingen die Anzahl der Besuche mit -15 % deutlich zurück. Besonders hart getroffen hat es den Bereich Casual Dining und Fast Food. Hier lagen die Rückgänge in den Monaten Januar bis Juli 2024 bei 9 % bzw. 6 %, bezogen auf den Vorjahreszeitraum. Dabei ist zu vermerken, dass die Kettenbetriebe weiter im Markt wachsen (+4 %), hingegen Einzelbetriebe rückläufig sind (-8 %, beides kum. 06/2023 im Vergleich zum Vorjahr). Leicht positiv entwickelte sich dagegen die Frequenz im Bereich QSR (plus 2 % im Vergleich zum Vorjahr).

Die hohe Inflation in Folge der Coronakrise und dem Krieg in der Ukraine beeinflusst die Foodservice-Branche deutlich negativ. Auch die Wiederanhebung des Mehrwertsteuersatzes auf Speisen auf 19% seit Jahresbeginn 2024 trug zur Verteuerung und dem damit verbundenen Umsatzrückgang bei. Die anhaltend schlechte Konsumstimmung und die Verbraucherzurückhaltung führen auch perspektivisch zu weniger Konsum in der Gastronomie. Zum einen werden weniger Besucher gezählt, zum anderen verzichten Gäste auf Menübestandteile, wie Vorspeisen oder Desserts, oder schränken ihren Getränkekonsum ein.

Im Gegensatz zur allgemeinen Entwicklung konnten sich die Servings für Pommes Frites im Berichtszeitraum mit einem Plus von 0,7 % positiv entwickeln. Im Casual Dining Bereich stiegen die Servings um 2 %, im Quick Service Bereich sogar um 6,6 %. Lediglich im Bereich Fast Food wurde ein Rückgang von 1,7 % notiert.

Der Außer-Haus-Absatz (Vertriebswege Foodservice und QSR) konnte sich somit im Geschäftsjahr 2024 weiterhin positiv entwickeln und eine solide Ertragslage erwirtschaften.

Insgesamt und damit in allen Geschäftsbereichen konnte der Absatz im Geschäftsjahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr (Juli 2022-Juni 2023) mit einem Plus von 5.815 Tonnen (+7,8 %) auf 80.097 Tonnen gesteigert werden. Der Nettoumsatz konnte um 16,9 % gesteigert werden auf 136.281 TEuro.

2. Geschäftsverlauf im Geschäftsjahr 2023/24 (Fiscal Year FY 24)

Das Management steuert die Gesellschaft nach den finanziellen Leistungsindikatoren Umsatz, sowie Nettoergebnis (Operating Income, EBIT).

Das an den Handel gelieferte Volumen für McCain-Produkte im LEH beträgt im Geschäftsjahr 2024 52.631 Tonnen und weist damit erneut eine Steigerung der Geschäftsbasis aus (+6,5 % Absatz im Vergleich zum Vorjahr).

Insbesondere eine starke Aktionstätigkeit war ein weiterer wichtiger Baustein zum Erfolg, der Aktionsanteil wuchs um 4,2 Punkte auf 35,5 % (zum Vergleich die Kategorie Kartoffel: 18,7 % /+7,3 Punkte). Innerhalb der Kundensegmente konnte sich McCain vor allem bei den Softdiscountern (größeres Sortiment, z. B. Penny, Netto, Norma) und den Hard Discountern (sehr begrenztes Sortiment, Fokus Eigenmarken, z. B. Aldi, Lidl) positiv entwickeln.

Neue Produkte der Konkurrenz im benachbarten TK-Umfeld (Vegan/Bio, versch. Neukonzepte bei Pizza und TK-Fertiggerichte, etc.) verschärfen den Wettbewerb um Truhenplätze und die Gunst der Verbraucher, was die Produktwahl angeht.

Es ist ein strategisches Ziel des Unternehmens, die Marke flächendeckend über alle Handelspartner für den Konsumenten verfügbar zu machen und so stellt auch die behutsame Entwicklung des für Deutschland überproportional wichtigen Hard Discount Kanals eine relevante Entwicklungsrichtung dar.

Der Hard-Discount-Anteil (Lidl, Aldi) am Kartoffelabsatz im Geschäftsjahr 2024 stieg von 7,7 % auf 10 %. Trotz dieses Wachstums liegt der Anteil weiterhin deutlich unterproportional im Vergleich zum Marktanteil dieser Anbieter in der Kategorie, der bei 39 % liegt.

Im Bereich Foodservice waren die McCain Geschäftsergebnisse von einer stabilen Nachfrage nach Pommes frites und Appetizern geprägt. Der Absatz entwickelte sich mit -0,7 % auf 19.476 Tonnen leicht unter Vorjahr, der Nettoumsatz hingegen stieg um 7,9 %.

Auch die Ergebnisse der Fastfood Sparte (QSR), die von der europäischen McCain-Organisation betreut wird, haben sich im Berichtszeitraum deutlich positiv entwickelt. Bei McCain verzeichnete der QSR-Bereich in Deutschland eine positive Absatzentwicklung; die Verkäufe stiegen um 185,3% auf 4.830 Tonnen. Ebenso positiv entwickelte sich der Nettoumsatz und die Bruttomarge.

3. Wichtige Ereignisse im Geschäftsjahr

Nach dem starken Einfluss der Hochinflationszeit, insbesondere im Kalenderjahr 2023, spielte das hohe Sparbedürfnis des Konsumenten eine bedeutende wirtschaftliche Rolle für den FMCG-Bereich.

Beim wichtigsten Rohstoff Kartoffeln gab es eine weitere massive Inflationswelle bei den Kontrakten von +35 % für die Ernte 2023 (VJ war bereits +20 %), was einen relevanten Preiserhöhungsbedarf auslöste. Eine sehr harte Verhandlungsrunde mit dem Handel war die Folge, bei der die Zusatzkosten nur zu einem kleinen Teil weitergegeben werden konnten, was wiederum eine deutliche Margenerosion bei McCain auslöste.

Im Kartoffelbereich begann das Jahr mit einem Hochpreissommer 2023 mit großen Verfügbarkeitsproblemen am freien Markt und Rekordpreisen von rund 500 Euro pro Tonne, die gegen Ende der Saison in den nächsten Hochpreissommer 2024 in Serie mündeten.

Die weiteren Kostenentwicklungen für Kontrakt-Kartoffeln beliefen sich auf +8 % für die Ernte 2024 und +2 % für die Ernte 2025. Dies deutet auf eine vergleichsweise Normalisierung der zuvor stark gestiegenen Kosten hin, die maßgeblich durch Klimawandel, Ernteausfälle und gestiegene Produktionskosten auf Seiten der Landwirte verursacht wurden.

Eine weitere Herausforderung im Geschäftsjahr 2024 waren die fortwährend eher knappen Produktionskapazitäten, welche äußerst hohen Planungs- und Aussteuerungsaufwand bedeuteten mit verhältnismäßig geringer Flexibilität.

Im Bereich Retail schritt die fortwährende Handelskonzentration weiter voran.

Insbesondere Einkaufskooperationen und internationale Einkaufsverbände (Eurelec mit Sitz in Brüssel mit den Bündnispartnern Rewe und Leclerc aus Frankreich, Everest mit Sitz in Amsterdam mit den Bündnispartnern Edeka und Picnic) sowie weitere Marktbereinigungen erhöhen den Druck auf die Realisierung notwendiger Netto-Preise. Um dem entgegenzuwirken, wurde die Kooperation zwischen McCain und Aldi sowie eine Partnerschaft mit Lidl vereinbart.

Innovationen sind eine der wichtigsten strategischen Maßnahmen bei McCain, um das Geschäft weiterzuentwickeln. McCain verfolgt die globale Strategie, neben der Marktführerschaft im Bereich TKKP ein starkes Standbein im Bereich TK-Fingerfood und Snacks aufzubauen.

Ziel ist es, eine führende Rolle im Bereich Fingerfood zu erzielen und dem Konsumenten passende Produktkonzepte für moderne, informelle Essenssituationen für diesen wachsenden Verzehrsanlass anzubieten.

Im Mai/Juni 2023 konnte dazu ein wichtiger Listungserfolg für diese neue Produktrange beim größten deutschen Lebensmittelhändler, EDEKA, umgesetzt werden, mit dem eine nationale Verfügbarkeit dieser Produkte geschaffen wurde.

Im Bereich Fingerfood gab es zwei weitere Neuprodukte, die im September 2024 eingeführt wurden, um die Range zu erweitern.

Die marketingseitigen Investitionen in Bekanntheit und Abverkauf der Produkte wurde von der neuen nationalen TV-Dachmarkenkampagne „Vater & Sohn“ angeführt. Ebenso wurden deutliche Investitionen im Bereich Category Management zur Strukturierung und zum Aufzeigen von Wachstumspotentialen in den beiden bespielten Kategorien TTKP und TK-Fingerfood vorgenommen, hier ist etwa die Neusegmentierung der Kategorie nach Demand Spaces/Verbauchermomenten zu nennen.

Im Bereich Food Service haben sich die Ergebnisse nach der Corona-Krise weiter stabilisiert. In den strategisch wichtigen Produktsegmenten SureCrisp (Pommes Frites mit Knusper-Ummantelung) und Appetizern konnte McCain die Vorjahres-Absätze weiter ausbauen. Hierzu haben auch die Neuprodukte SureCrisp MAX (Produkt-Linie Pommes frites mit extra knuspriger Ummantelung mit drei Artikeln) und Mini Smoky Cheese Donuts beigetragen.

4. Lage des Unternehmens

Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Gesellschaft ist im Vergleich zum Vorjahr um T€ 46.053 auf T€ 75.627 gestiegen. Die wesentlichen Gründe für die Veränderungen der Bilanzsumme stellen die Positionen Geleistete Anzahlung und Anlagen im Bau, Forderungen gegen verbundene Unternehmen, sowie Eigenkapital dar.

Auf der Aktivseite sind durch die geplante Errichtung einer Produktionsstätte die Anlagen im Bau um T€ 5.668 gestiegen. Eine Dividendenzahlung einer Tochtergesellschaft und die damit verbundene Buchung gegen den Cashpool ließ die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen um T€ 39.708 steigen.

Auf der Passivseite schlägt die o.g. Dividendenzahlung im Jahresüberschuss voll zu buche, welcher von im Vorjahr T€ 2.552 auf T€ 41.252 stieg.

Neben der oben genannten Veränderung trug insbesondere die Erhöhung der Rückstellungen für Pensionen um T€ 2.576 zum Anstieg der Passiva bei. Ursache hierfür waren Neueintritte, Gehaltsanpassungen sowie Änderungen der Zinssätze.

Zusätzlich führte ein Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 1.852 T€ ebenfalls zu einer Erhöhung der Passiva.

Finanzlage

Die McCain GmbH, als Teil der weltweit tätigen McCain Foods, schätzt ihre Finanzlage als stabil ein.

Das Finanzmanagement ist darauf ausgerichtet, die Verbindlichkeiten stets innerhalb der vorgegebenen Zahlungsfrist zu begleichen, sowie die bestehenden Forderungen innerhalb der Zahlungsfrist zu vereinnahmen.

Mit einer Eigenkapitalquote von 70,8 % (Vorjahr 41,4 %) weist das Unternehmen eine solide Vermögenslage auf. Die Struktur unseres kurz- und langfristig gebundenen Vermögens und unserer Verbindlichkeiten wollen wir weiterhin stabil halten. Kurzfristiger Finanzbedarf kann über das implementierte Cashpool-System innerhalb der McCain-Gruppe gedeckt werden, in welchem auch Verbindlichkeiten ausgewiesen werden können. Darüber hinaus besteht eine uneingeschränkte Patronatserklärung der McCain Luxembourg Holdings S.à r.l.

Durch das o.g. Cashpool-System beträgt der Banksaldo zu den jeweiligen Stichtagen 0,00 €. Der Saldo des Cashpools betrug zu Beginn des Geschäftsjahres 15,2 Mio. € und zu Ende des Geschäftsjahres 57,1 Mio. €, was zu einem positiven Cashflow i. H. v. 41,9 Mio. € führt.

Ertragslage

Die Umsatzerlöse stiegen im Berichtsjahr 2023/24 um 15,3 % auf 133,5 Mio. € (im Vorjahr: 115,8 Mio. €) und übertrifft damit den im Vorjahresbericht erwarteten Anstieg. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen leicht um 0,06 Mio. € auf 0,13 Mio. € (Vorjahr: 0,07 Mio. €). Die Gesamterlöse stiegen somit um 15,3 % auf 133,6 Mio. € (Vorjahr: 115,9 Mio. €).

Die Gesamtumsatzrendite steigt entsprechend stark auf 30,9 % (im Vorjahr: 2,2%).

Der Materialaufwand ist um 11,7 Mio. € (12,9 %) zum Vorjahr gestiegen, was auf die gestiegenen Umsatzerlöse, aber auch auf die höheren Rohstoffpreise zurückzuführen ist.

Der Personalaufwand lag im Berichtsjahr mit 7,7 Mio. € deutlich höher als im Vorjahr (5,6 Mio. €).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen im Geschäftsjahr 2023/24 auf 21,1 Mio. € (Vorjahr 15,8 Mio. €), was einen Anstieg um 33,1 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

Der Anstieg der Erträge aus Beteiligungen resultiert aus der Dividendenzausschüttung des polnischen Tochterunternehmens von McCain Poland Sp. z o.o mit 39,9 Mio. €.

Insgesamt stieg der Jahresüberschuss nach Steuern durch die Dividendenzahlung stark von 2,6 Mio. € im Vorjahr auf 41,3 Mio. € (1.516,3 %).

Das EBIT inklusive Beteiligungsergebnis, stieg hierdurch ebenfalls deutlich um 1.086,1 % von im Vorjahr 3,5 Mio. € auf nunmehr 42,1 Mio. € in diesem Jahr und traf damit die im Vorjahresbericht abgegebene Prognose.

III. Wesentliche Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung

1. Chancen der künftigen Entwicklung

Die von der Geschäftsführung identifizierten Chancen werden nachfolgend in absteigender Rangfolge gem. der Eintrittswahrscheinlichkeit und Höhe der Ausprägung genannt.

Als vorrangiges Ziel in den Geschäftsbereichen Retail und Food Service wird der Ausbau der bereits vorhandenen Distribution und Käuferreichweite angestrebt. Durch Produktinnovationen, Teameffektivität sowie starke Verbraucherkommunikation und erfolgreiche Aktions- und Promotion-Aktivitäten soll dieses Ziel erreicht werden. Der Trend zu neuen Verzehrgewohnheiten sowie die Entwicklung unterschiedlicher gastronomischer Konzepte wird weiterhin als Wachstumspotenzial für das Unternehmen gesehen. Ummantelte Pommes Frites (Coated Fries), die bei der Zubereitung besonders knusprig werden und langanhaltend warm und knusprig bleiben bilden einen wesentlichen Geschäftsfokus. Produkte unter der Marke „Sure Crisp“ sollen im Foodservice einen wesentlichen Beitrag leisten zum Erfolg von McCain bei den zunehmenden Delivery- und Take Away-Konzepten der Gastronomie. Gleichsam verfolgt McCain eine wachsende Präsenz und Distribution im Fingerfood/Appetizers-Markt. Geeignete Marketing-, Category Management- und Vertriebsmaßnahmen zur langfristigen Marktanteilssteigerung sollen initiiert und umgesetzt werden. Weiterhin arbeitet McCain kontinuierlich an der Entwicklung und Einführung von innovativen Produkten im Kartoffel- und Appetizers-Bereich.

Durch die Rolle des Handels als Kunde und gleichsam als Wettbewerber (Eigenmarken) von McCain ergeben sich für die Zukunft weitere Herausforderungen an die Vermarktungsstrategie. Das - ebenfalls teuerungsbedingt - deutliche Wachstum der Handels-Eigenmarken wirkt als grundsätzlich große Herausforderung im Wettbewerb um Regalpräsenz, Retailerfocus und Konsumentenzugriffe. Eine deutliche Differenzierung der Marken-Produkte in Qualität und Anmutung zum Wettbewerb sehen wir vor dem Hintergrund der verfolgten Premiumpreisstrategie als wesentlich für den langfristigen Erfolg von McCain im LEH und Food Service. Die Leistungsstärke sowie die beständige Optimierung unserer Vertriebsmannschaft mit dem damit einhergehenden Ausbau unserer Distribution von wichtigen Kernartikeln und Neuprodukten sind hierbei ebenso wichtig wie kontinuierliche Investitionen in die Marke und verbraucherrelevante Innovationen. Durch ein eigenes, geschultes Vertriebsteam mit Außendienst sowie Key Account- und Category-Management wollen wir aktiv die Distribution unserer Produkte ausbauen und die Verkäufe erhöhen.

Als Potentiale bei den Top Kunden Edeka und REWE werden die gemeinsame Vermarktung von Innovationen und die Kategorienentwicklung gesehen. Die Kooperation zwischen McCain und den stark wachsenden Formaten Aldi sowie mit Lidl ist im Gegenzug mit zukünftigen Chancen verbunden, um für den Konsumenten flächendeckend erhältlich zu sein.

Das deutlich angestiegene Preisniveau stellt im Allgemeinen eine große Herausforderung für das FMCG-Geschäft dar. Dennoch besteht die Möglichkeit, dass die Teuerung aufgrund der günstigen Hauptgeschäfts-Kategorie TKKP (im Vergleich zu teureren Kategorien wie TK-Fisch und TK-Fleisch) eine untergeordnete Rolle im Einfluss auf die Konsumbereitschaft spielt. Möglicherweise kann sich durch einen Wechsel der Konsumenten hin zu günstigeren Gerichten (Share of Stomach) sogar eine vorteilhafte Entwicklung ergeben.

Stärkeren negativen Einfluss auf die Verbraucherzugriffe sind im Bereich Fingerfood/Appetizer zu erwarten, da es sich um eine noch jüngere, beim Konsumenten noch wenig verankerten Kategorie mit höheren kg-Preisen handelt.

Eine weitere Chance besteht in der Verbesserung der Nachhaltigkeit der Produktionskette durch ressourcenschonendere Herstellung und Anbau von Kartoffeln (messbare Reduktion der CO2 Emissionen) sowie deren Kommunikation zum Verbraucher.

2. Risiken der zukünftigen Entwicklung und Risikomanagement

Die von der Geschäftsführung identifizierten Risiken werden nachfolgend in absteigender Rangfolge gem. der Eintrittswahrscheinlichkeit und Höhe der Ausprägung genannt.

Durch den Konzentrationsprozess im traditionellen Lebensmittelhandel, und zunehmend auch im Food Service tätigen Großhandel, ergeben sich vermehrt Wachstumshürden und ein stetiger Konditions- und Preisdruck durch die Verhandlungsmacht auf Handelsseite. Deshalb bleiben Qualität, Sortimentsvielfalt und Innovationen weiterhin die Wachstumsmotoren der Zukunft für McCain. Die weitere Differenzierung zum Wettbewerb, insbesondere zu Handelsmarken, stellt einen wesentlichen Inhalt unserer zukünftigen Anstrengungen dar.

Hauptrohstoff Kartoffel & die höheren Kosten dessen nachhaltigem Sourcing

 

Die ausreichende Verfügbarkeit von qualifizierten Kartoffeln zu vermarktbaren Preisen wird zunehmend ein hochrelevanter Risikofaktor. Die treibenden Faktoren sind auf der Landwirtschaftsseite der Klimawandel sowie der Wettbewerb um Ackerland mit anderen Feldfrüchten und auf der Handelsseite der starke Wettbewerbsdruck durch die jüngsten Kapazitätsausweitungen von europäischen Mitbewerbern.

 

Ertragseinbußen durch zunehmende Wetterextreme wirken sich preistreibend auf die Rohwaren aus. Um diese Risiken zu minimieren und den hohen Qualiätsanforderungen Rechnung zu tragen, betreibt das Unternehmen seit Jahrzehnten ein erfolgreiches Rohstoffmanagement-System mit einer sehr engen Bindung an die Erzeuger durch Kontraktlandwirtschaft. Durch diese Rohwarenkontrakte wird ein großer Teil des Bedarfs bereits für das Folgejahr gesichert und preislich festgelegt. Zudem werden die Erzeuger verpflichtet den McCain Anbaukriterien zu folgen und sollen die Transition zu 100% regenerativer Landwirtschaft bis 2030 mit starker Unterstützung und unter Führung von McCain verfolgen um die gesamte Wertschöpfungskette nachhaltiger zu machen und einen Beitrag zu den 17 globalen SDGs der UN zu leisten.

 

In der zunehmenden Wettbewerbsintensität des Marktes gelingt es oftmals nicht, die für dieses System höheren Kosten an die Handelspartner weiterzugeben.

Geopolitische Auswirkungen auf die globale Nachfrage & Kosten

 

Bedingt durch die unsichere geopolitische Lage (angekündigte, aber nicht final definierte US-Zölle, hohes Risiko eines länger andauernden Krieges in Nahost) ergeben sich mehrere Risikofelder:

Verschiebung der Absatzmärkte europ. Produzenten aus Übersee zurück nach Europa und damit verstärke Preiskämpfe

Neuerliche Kostenexplosion aufgrund eines Nahost bedingten Öl-Verfügbarkeits-Risikos.

Kostenentwicklung & Ertragsdruck

 

Die umfangreichen Kostensteigerungen auf Beschaffungs-, Produktions- und Vermarktungsebene führen zu erheblichem Druck auf die Ertragssituation. Insbesondere die letzten Preisanpassungen hatten einen stark unterproportionalen Output erzielt, was zu einem direkten Markenverlust führt.

Verbraucherpreisanstieg & Trend zu Eigenmarken

 

Der starke Anstieg der Verbraucherpreise, gespeist durch die Kostenentwicklungen in Industrie und Handel der letzten Jahre stellen ein weiteres Risiko in der generellen Verbraucherakzeptanz dar. Im Kontext ist eine zukünftige Konsumzurückhaltung möglich und zu einem gewissen Grad wahrscheinlich. Verbraucher könnten sich weiterhin nach günstigeren Alternativen (Eigenmarken, Discountern) umsehen. Dies belegen die Marktdaten der letzten Perioden deutlich.

Steigende Volatilität in der Nachfrage

 

Wie bereits in diesem Geschäftsjahr könnte es bedingt durch die starken Preise-Veränderungen, sowie durch strategische Entscheidungen des Handels zu einer erhöhten Volatilität in der Nachfrage kommen. McCain tritt diesem Phänomen durch intensiven Austausch mit den Geschäftspartnern, durch Ausbau der Verarbeitungskapazitäten in der europäischen Produktionslandschaft sowie durch langfristiges Category Management entgegen.

Weiter zunehmende Konzentration & Internationalisierung der Einkaufsmacht des Handels

 

Diese bereits zuvor angesprochene Entwicklung bringt hohe Komplexität mit sich und stellt hohe Anforderungen an die humanen Ressourcen und erhöht den Margendruck deutlich. In einem stark inflationären Rohstoffumfeld stellt dies eine große Herausforderung und ein Risiko dar.

Finanzierung

 

Die Einbindung in den Cashpool der McCain Finance Europe S.à.r.l ermöglicht uns einem möglichen Liquiditätsrisiko entgegenzuwirken.

Mitarbeiter

 

Human Resources wird mehr und mehr zum direkten Erfolgsfaktor.

 

Der Arbeitsmarkt war auch im FMCG-Umfeld zuletzt einem starken Wandel unterworfen. Der Mangel an verfügbaren qualifizierten und engagierten Arbeitskräften steigt rasant. Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter vor allem im Großraum Frankfurt zu finden, welcher von hohem Wettbewerb am Arbeitsmarkt, starker Wirtschaftskraft im Kontext einer Vollbeschäftigung geprägt ist, wird zunehmend sehr schwierig und langwierig. Unterbesetzung und Ausfälle, die kurzfristig nicht kompensiert werden können, dürften zu einer sichtbar geringeren Leistungsfähigkeit führen, die in einem geringeren Servicelevel gegenüber den Kunden münden und die Wettbewerbsfähigkeit reduzieren könnte. McCain ist in der glücklichen Lage über eine große Anzahl von engagierten und loyalen langjährigen MitarbeiterInnen zu verfügen, dennoch bemerken wir einen deutlichen Anstieg der Rekrutierungszeiten, was insbesondere bei Schlüsselpositionen eine erfolgskritische Dimension annehmen kann.

3. Gesamtbewertung

Risiken der künftigen Entwicklung sehen wir weiterhin in einem zunehmend herausfordernden Wettbewerbsumfeld sowie klimawandelbedingt volatilen Kartoffelernten. Verbunden mit der durch die geopolitischen Ereignisse entstandenen Neuausrichtung der Vermarktungsstrategie manches Kartoffelprodukt-Anbieters nach deren teilweiser deutlichen Kapazitätsausweitungen kommt es zusätzlich zu einer volatilen Entwicklung bei den Kartoffelpreisen. Das Gesamtrisiko ist aufgrund des anhaltenden Ukraine-Krieges und weiteren globalen Konfliktfeldern mit allen ihren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen und einer von Ungewissheit geprägten Entwicklung bis weit in das Jahr 2027 als anhaltend hoch zu bezeichnen. Parallel dazu stellt die zunehmende starke Einkaufsmacht des Handels in einem inflationären Kostenkontext eine große Herausforderung dar. Die Gesamtrisikoposition hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht.

Die Geschäftsführung sieht die größten Chancen im Ausbau der Distribution und Käuferreichweite in den Bereichen Retail und Food Service, unterstützt durch Produktinnovationen, starke Verbraucherkommunikation und gezielte Marketingmaßnahmen. Der Trend zu neuen Verzehrgewohnheiten sowie innovative gastronomische Konzepte bieten weiteres Wachstumspotenzial. Besonders im Fokus stehen ummantelte Pommes Frites („Coated Fries“) und die Marke „Sure Crisp“, die vor allem im Delivery- und Take Away-Segment der Gastronomie eine wichtige Rolle spielen sollen. Die Präsenz im Fingerfood/Appetizers-Markt wird ebenfalls weiter ausgebaut. Herausforderungen ergeben sich durch das Wachstum der Handels-Eigenmarken, weshalb eine klare Differenzierung der Markenprodukte und kontinuierliche Investitionen in Vertrieb und Innovationen als erfolgskritisch angesehen werden. Kooperationen mit Top-Kunden wie Edeka, REWE, Aldi und Lidl bieten zusätzliche Chancen zur flächendeckenden Marktabdeckung. Trotz hoher Inflation könnte die Kategorie TK-Kartoffelprodukte von einer Verschiebung hin zu günstigeren Gerichten profitieren, während im Bereich Fingerfood/Appetizer mit Konsumrückgängen zu rechnen ist. Schließlich sieht McCain in nachhaltiger Produktion und der Kommunikation von CO2-Reduktion weitere Wachstumschancen.

Als Teil eines global erfolgreich operierenden Unternehmens sehen wir uns vor dem Hintergrund finanzieller Stabilität sowie unserer strategischen Geschäftsausrichtung für die Bewältigung der künftigen Risiken und Herausforderungen im Allgemeinen gut gerüstet, dennoch kann es Anpassungen in der Struktur des Unternehmens benötigen, um den Entwicklungen und Markterfordernissen nachhaltig gerecht zu werden.

IV. Ausblick

Geschäftsjahr 2024/2025

Entwicklung Kartoffelernte

Im Geschäftsjahr 2024/25 konnte die Rohstoffpreiserhöhung bei der Kartoffel überwiegend nicht oder zu gering an den Handel weitergegeben werden. Im Frühling 2025 kam es, aufgrund meist kontraktseitigen Rohstoff-Überkapazitäten aus Ernte 2024 sowie den geopolitischen Veränderungen im zu befürchtenden verengten Marktzugang für Pommes Frites in den USA, zu einem drastischen Verfall der freien Marktpreise bei Kartoffel (Quelle: Free Buy Belgapom) auf zuletzt rund 100 €/Tonne.

Marktanalyse für Deutschland

Im FMCG-Markt (Fast Moving Consumer Goods) in Deutschland war das Geschäftsjahr von einer weiterhin hohen Inflation, steigenden Energiepreisen und einer anhaltenden Verlagerung der Konsumpräferenzen geprägt. Die Nachfrage nach FMCG-Produkten blieb insgesamt stabil, wobei insbesondere Grundnahrungsmittel und Convenience-Produkte nach wie vor gefragt waren. Hersteller und Handel begegneten dem Kostendruck durch Preisanpassungen, eine stärkere Fokussierung auf Eigenmarken und Effizienzsteigerungen entlang der Wertschöpfungskette.

Im Bereich des Tiefkühlkartoffelmarktes zeigte sich die Nachfrage nach Produkten wie Pommes frites und anderen TK-Kartoffelspezialitäten weiterhin auf hohem Niveau. Die stabile und qualitativ hochwertige Kartoffelernte 2024/2025 sicherte allgemein die Rohstoffversorgung der Verarbeiter, welches jedoch zum Nachteil für McCain wurde aufgrund der o.g. hohen kontraktierten Preise. Trotz anhaltender Herausforderungen durch gestiegene Produktions- und Logistikkosten konnten Absatz und Umsatz im Segment gehalten werden. Der Trend zu Convenience und nachhaltigen Produkten bleibt ein zentraler Treiber der Marktentwicklung.

Als Unternehmen investieren wir weiterhin in intensive Marketingunterstützungsmaßnahmen, insbesondere nationale Media Aktivitäten, um die Markenposition in den Segmenten Kartoffeln zu stärken und jene bei Fingerfood aufzubauen. Weitere Ziele dieser Maßnahmen sind neue Konsumenten zu gewinnen, die Kategorienentwicklung voranzutreiben und die beiden TK-Segmente in ihrer Bedeutung gemessen am Anteil am gesamten Lebensmittelkonsum der Verbraucher des Konsumenten, wachsen zu lassen.

Finanzielle Leistung von McCain

Auf Basis von vorläufigen und ungeprüften Zahlen sind im Geschäftsjahr 2024/2025 die Umsatzerlöse und die sonstigen betrieblichen Erträge auf etwa 131 Mio. € zurückgegangen, während das EBIT auf etwa 5,1 Mio. € gestiegen ist, was zu einem Jahresüberschuss von rund 3,7 Mio. € führt.

Das Einzelhandelsgeschäft des Unternehmens verzeichnete im Geschäftsjahr 2024/2025 kein Mengenwachstum, was hauptsächlich auf externe Faktoren zurückzuführen war, die zur Stornierung von Kundenaufträgen führten. Teilweise konnte dies durch kommerzielle Erfolge im Discounter-Segment abgefedert werden. Insgesamt profitierte McCain - anders als in den vorangegangenen Geschäftsjahren - nicht von einer positiven Preisdynamik.

Das Food-Service-Geschäft verzeichnete im Geschäftsjahr 2024/2025 einen Mengenrückgang, da mehrere bedeutende Großkunden (MEUs) aufgrund des zunehmenden Preisdrucks verloren gingen. Dieser Rückgang konnte jedoch teilweise durch moderate Preiserhöhungen kompensiert werden.

Während das QSR-Geschäft (Quick Service Restaurants) im Geschäftsjahr 2024/2025 unter einem Mengenrückgang infolge eines verlorenen Ausschreibungsverfahrens litt, wurde die Auswirkung durch die anhaltend starke Entwicklung mit dem wichtigsten Kunden - unterstützt durch die Einführung neuer Produkte - sowie durch die erfolgreiche Einführung mehrerer zeitlich begrenzter Angebote (LTOs) mit einem weiteren großen QSR-Partner abgefedert.

Geschäftsjahr 2025/2026

Entwicklung Kartoffelernte

Die Kartoffelernte in Deutschland wird für das Erntejahr 2025 leicht unter dem Vorjahresniveau erwartet. Trotz regional günstiger Witterungsbedingungen führten punktuelle Trockenphasen zu Ertragseinbußen, insbesondere in Nord- und Ostdeutschland. Laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft bleibt die Versorgungslage jedoch stabil, da Lagerbestände und Importe aus Nachbarländern die Nachfrage decken können.

Freie Marktpreise für Kartoffeln sind mit 140 € pro Tonne gegen Ende des Geschäftsjahres zu erwarten (Quelle: Free Buy Belgapom).

Marktanalyse für Deutschland

Der deutsche FMCG-Markt zeigt sich im Betrachtungszeitraum robust, jedoch mit abgeschwächtem Wachstumstempo. Inflationsdruck, verändertes Konsumverhalten und ein zunehmender Fokus auf Nachhaltigkeit prägen die Branche. Besonders Eigenmarken und pflanzenbasierte Produkte gewinnen weiter an Bedeutung. Laut GfK und Nielsen wird für 2025/2026 ein moderates Umsatzwachstum von etwa 2-3 % erwartet, getrieben durch Preisanpassungen und Innovationen im Sortiment.

Im Segment der Tiefkühlkartoffelprodukte bleibt die Nachfrage stabil, mit leichtem Wachstum im Außer-Haus-Markt. Besonders Pommes frites und Kartoffelspezialitäten profitieren von der anhaltenden Beliebtheit in Gastronomie und Quick-Service-Restaurants. Der Markt wird zunehmend durch Convenience-Trends und Premiumprodukte geprägt. Laut Statista wird für 2026 ein Absatzwachstum von rund 1,4 % im gesamten Kartoffelmarkt prognostiziert, wovon Tiefkühlprodukte überdurchschnittlich profitieren dürften.

Erwartete finanzielle Leistung von McCain

Für das kommende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen eine positive Gesamtgeschäftsentwicklung, wobei ein kräftiges Umsatzwachstum voraussichtlich zu einem positiven Betriebsergebnis und Jahresüberschuss führen wird, was im Vergleich zum Vorjahr ein starker Anstieg ist.

Im Einzelhandelsgeschäft wird das Mengenwachstum im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich moderat ausfallen. Haupttreiber hierfür ist die Erholung von früheren Lieferengpässen. Allerdings wird diese positive Entwicklung durch den erwarteten Preisdruck seitens des Wettbewerbs etwas gedämpft.

Für das Food-Service-Geschäft wird ein stärkeres Mengenwachstum im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert. Dies wird auf die Gewinnung neuer Großkunden und die Ausweitung des Geschäfts mit bestehenden Großhändlern zurückgeführt. Andererseits wird aufgrund des zunehmenden Wettbewerbsdrucks ein leichter Preisrückgang erwartet.

Für das QSR-Geschäft (Quick Service Restaurants) wird ein deutliches Mengenwachstum erwartet. Allerdings wird auch in diesem Segment im Jahresverlauf mit erheblichem Preisdruck gerechnet.

Investitionsplanung

Die McCain GmbH plant, eine eigene Produktionsstätte zu errichten. Die hierfür notwendigen Investitionen in Grundstücke und Produktionsanlagen haben im Geschäftsjahr 2025 begonnen und führten zu einem deutlichen Anstieg der Anlagen im Bau. Die erforderliche Finanzierung dieser Investitionen wird durch die McCain-Gruppe im Rahmen einer langfristigen Finanzierung gewährleistet.

 

Eschborn/Taunus, den 11. November 2025

Die Geschäftsführung

Hubertus Jacobus

Maria Tholhuijsen

und

Jillian Leigh Moffat

Bilanz zum 30. Juni 2024

Aktiva

30.06.2024
30.06.2023
A. Anlagevermögen
I. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 85.271,61 65.730,93
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 5.697.361,84 29.532,12
5.782.633,45 95.263,05
II. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 7.543.989,95 7.543.989,95
13.326.623,40 7.639.253,00
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 57.109.757,67 17.401.939,43
(davon gegen Gesellschafter € 0,00; Vorjahr € 0,00)
2. Sonstige Vermögensgegenstände 2.255.439,13 2.183.317,79
59.365.196,80 19.585.257,22
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 0,00 449,87
59.365.196,80 19.585.707,09
C. Rechnungsabgrenzungsposten 33.772,15 33.890,85
D. Aktive latente Steuern 2.900.989,52 2.314.893,00
75.626.581,87 29.573.743,94

Passiva

30.06.2024
30.06.2023
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 5.138.500,00 5.138.500,00
II. Kapitalrücklage 1.167.062,49 1.167.062,49
III. Gewinnvortrag/Verlustvortag 5.950.770,96 3.398.496,00
IV. Jahresüberschuss 41.252.318,23 2.552.274,96
53.508.651,68 12.256.333,45
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen 16.032.915,00 13.456.892,00
2. Sonstige Rückstellungen 1.823.208,80 1.350.599,20
17.856.123,80 14.807.491,20
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.993.290,56 1.141.334,98
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.193.121,96 1.286.632,33
(davon gegenüber Gesellschafter € 0,00; Vorjahr € 0,00)
3. Sonstige Verbindlichkeiten 75.393,87 81.951,99
(davon aus Steuern € 59.266,35; Vorjahr € 57.099,91)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit € 3.909,76; Vorjahr € 6.569,77)
4.261.806,39 2.509.919,30
75.626.581,87 29.573.743,94

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2023 bis 30. Juni 2024

2023/24 2022/23
1. Umsatzerlöse 133.469.302,07 115.807.572,37
2. Sonstige betriebliche Erträge 126.850,78 70.013,82
133.596.152,85 115.877.586,19
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für bezogene Waren 95.225.740,58 83.921.137,84
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 7.356.633,04 6.926.404,37
102.582.373,62
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 4.370.358,24 3.796.826,68
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 3.344.758,96 1.838.650,53
(davon für Altersversorgung € 2.525.794,41; Vorjahr € 1.022.374,65)
7.715.117,20
5. Abschreibungen auf Sachanlagen 24.585,06 23.641,74
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 21.055.822,25 15.823.565,00
(davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung€ 0,00 Vorjahr € 3.387,79)
7. Erträge aus Beteiligungen 39.858.185,51 0,00
(davon aus verbundenen Unternehmen € 39.858.185,51; Vorjahr € 0,00)
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 724.529,30 224.995,45
(davon aus verbundenen Unternehmen € 722.249,30; Vorjahr € 221.805,84)
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 245.757,00 222.669,32
(davon Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen€ 242.819,00; Vorjahr € 222.565,00)
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.277.667,77 -969.879,51
11. Ergebnis nach Steuern 41.277.544,77 2.579.806,65
12. Sonstige Steuern 25.226,54 27.531,69
13. Jahresüberschuss 41.252.318,23 2.552.274,96

Anhang für das Geschäftsjahr 2023/24

Allgemeine Angaben

Die McCain GmbH hat Ihren Sitz in Eschborn und ist im Handelsregister des Amtsgerichtes Frankfurt am Main unter der Nummer HRB 25049 eingetragen. Die Geschäftsanschrift lautet Düsseldorfer Str. 13, 65760 Eschborn.

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2023 bis zum 30. Juni 2024 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches für große Kapitalgesellschaften unter Berücksichtigung des GmbHG aufgestellt.

Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB angewandt.

Der Jahresabschluss wurde unter Annahme der Unternehmensfortführung (Going-Concern) aufgestellt.

Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen.

I. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden stellen sich wie folgt dar:

Die Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind mit den Anschaffungskosten einschließlich der Anschaffungsnebenkosten abzüglich Abschreibungen für planmäßige Abnutzung angesetzt. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen linear über die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern. Diese liegen zwischen 3 und 10 Jahren. Für den Posten geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau erfolgen keine planmäßigen Abschreibungen.

Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten oder, soweit eine dauerhafte Wertminderung vorliegt, zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Abschreibungen sowie Gewinne und Verluste aus dem Abgang von Finanzanlagen werden im Finanzergebnis ausgewiesen.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Einzelanschaffungskosten von bis zu € 800 werden im Zugangsjahr sofort vollständig abgeschrieben. Die geringwertigen Wirtschaftsgüter sind in Summe von untergeordneter Bedeutung.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben.

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Rückstellungen für Pensionen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck bewertet. Die Rückstellungen für Pensionen wurden pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank im Monat Mai 2024 veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre abgezinst. Im Berichtsjahr beträgt dieser 1,84 % (Vorjahr: 1,80 %). Hierbei wurde gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB pauschal eine Restlaufzeit von 15 Jahren angenommen. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,5 % (Vorjahr 2,0 %) und Rentensteigerungen von jährlich 2,0 % (Vorjahr 2,0 %) zugrunde gelegt. Ein Karrieretrend wird insofern berücksichtigt, als sich dieser in einem Zuschlag auf die angenommene Regelgehaltserhöhung niederschlägt. Als Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden wie im Vorjahr folgende Parameter verwendet: Gleichmäßig fallend von 9,0 % bei einem Alter von 20 Jahren bis 0,0 % bei einem Alter von 50 Jahren. Gemäß § 253 Abs. Aus der Abzinsung der Rückstellung für Altersversorgungsverpflichtungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre - anders als in den Vorjahren - ein negativer Unterschiedsbetrag (75.369 €), wodurch eine Ausschüttungssperre gemäß § 253 Abs. 6 HGB entfällt:

Erfüllungsbetrag (Rechnungszins: 1,86 %) 16.040.252 €
Erfüllungsbetrag (Rechnungszins: 1,84 %) 16.115.621 €
Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB 0 €

Die sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und werden mit den Beträgen der voraussichtlichen Inanspruchnahme gebildet.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag passiviert.

Die Fremdwährungsumrechnung erfolgt nach der folgenden Systematik:

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Bilanzposten werden zum Stichtag wie folgt bewertet:

Kurzfristige Fremdwährungsforderungen (Restlaufzeit von bis zu einem Jahr) sowie liquide Mittel oder andere kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Kurzfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten (Restlaufzeit von bis zu einem Jahr) werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Langfristige Fremdwährungsforderungen oder -verbindlichkeiten existieren derzeit nicht.

Die Gesellschaft übt das Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 HGB aus, aktive latente Steuern auszuweisen. In die Position fließen temporäre Differenzen zwischen handelsrechtlicher und steuerrechtlicher Gewinnermittlung multipliziert mit einem unternehmensspezifischen Steuersatz von derzeit 27,375 % ein.

II. Angaben zur Bilanz

Das Anlagevermögen hat sich wie folgt entwickelt:

01.07.2023
T€
Zugänge
T€
Abgänge
T€
Umbuchungen 30.06.2024
T€
Sachanlagen
Betriebs- u. Geschäftsausstattung Anschaffungskosten 285 6 0 38 329
Abschreibungen -220 -24 0 0 -244
65 -18 0 38 85
Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 30 5.763 -57 -38 5.698
Buchwert 95 5.745 -57 0 5.783
Finanzanlagen
Anschaffungskosten 7.544 0 0 0 7.544
Abschreibungen 0 0 0 0 0
Buchwerte 7.544 0 0 7.544
Anlagevermögen gesamt
Anschaffungskosten 7.859 5.769 -57 0 13.571
Abschreibungen -220 -24 0 0 -244
Buchwerte 7.639 5.745 -57 0 13.327

Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen in diesem Jahr, wie auch im Vorjahr, keine.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betragen T€ 57.110 (Vorjahr T€ 17.402) und gliedern sich in Forderungen aus dem Finanzverkehr T€ 57.080 (Vorjahr T€ 15.201) sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen T€ 29 (Vorjahr T€ 2.201) auf.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betragen T€ 34 (Vorjahr T€ 34) diese resultieren im Wesentlichen aus der Vorauszahlung für diverse Jahresversicherungen und den Jahresbeiträgen zu Verbänden.

Die Pensionen sind im Vergleich zum Vorjahr um T€ 2.576 gestiegen und betragen zum Stichtag T€ 16.033 (Vorjahr T€ 13.457).

Aus der zum 1. Juli 2010 erfolgten Umstellung der Bewertung der Rückstellungen für Pensionen im Rahmen des BilMoG (BilMoG-Eröffnungsbilanz) ergab sich ein Zuführungsbetrag im Vergleich zum alten Ansatz zum 30. Juni 2010 von T€ 1.241. Die Gesellschaft macht von dem Wahlrecht des Artikel 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB Gebrauch und verteilt den Aufwand aus der Umstellung linear über einen Zeitraum von maximal 15 Jahren. Im Geschäftsjahr 2023/24 wurden T€ 83 (Vorjahr T€ 83) als Aufwand erfasst. Zum Abschlussstichtag beläuft sich die Unterdeckung bei den Pensionsrückstellungen somit auf T€ 83 (Vorjahr T€ 165).

Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen die Rückstellungen für sonstige Personalaufwendungen und ausstehende Rechnungen. Im Geschäftsjahr 2023/24 wurde wie im Vorjahr eine Rückstellung für Arbeitnehmeransprüche aus einem Zeitwertkontenmodell in Höhe von T€ 141 (Vorjahr T€ 253) mit dem zugehörigen gleich hohen Deckungsvermögen (Buchwert entspricht dem beizulegenden Zeitwert) gemäß Bescheinigung des Versicherungsunternehmens verrechnet.

Sämtliche Verbindlichkeiten sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind, bestehen nicht.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen T€ 2.993 (Vorjahr T€ 1.141).

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Lieferungen und Leistungen betragen T€ 1.193 (Vorjahr T€ 1.287).

Die sonstigen Verbindlichkeiten betragen T€ 75 (Vorjahr T€ 82).

III. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Sämtliche Umsatzerlöse sind im Inland erzielt worden und resultieren ausschließlich aus dem Verkauf von Kartoffelprodukten. Die Umsatzerlöse betragen im Berichtsjahr 134 Mio € (Vorjahr 116 Mio €).

In den sonstigen betrieblichen Erträgen von T€ 127 (Vorjahr T€ 70) sind im Berichtsjahr T€ 0 (Vorjahr T€ 0) periodenfremde Erträge enthalten.

Die Materialaufwendungen liegen bei 103 Mio € (Vorjahr 91 Mio €). Personalaufwendungen betragen 7,7 Mio € (Vorjahr 5,6 Mio €).

Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen im Geschäftsjahr 2023/24 T€ 21.056 (Vorjahr T€ 15.824) und beinhalten im Wesentlichen Belastungen von verbundenen Unternehmen (Corporate und Local Management Fees, sowie Global IS und R&D Fees i. H. v. T€ 12.374 (Vorjahr T€ 8.342), und Werbeaufwendungen i. H. v. T€ 4.800 (Vorjahr T€ 4.001)). Es sind keine wesentlichen periodenfremde Aufwendungen enthalten.

Die Erträge aus Beteiligungen betragen im Geschäftsjahr 2023/2024 T€ 39.858 (Vorjahr T€ 0). Diese resultieren aus einer im Berichtsjahr erfolgten Dividendenausschüttung des 100 %igen Tochterunternehmens McCain Foods Poland sp. Z.o.o., Strzelin (Polen).

Wie im Vorjahr werden außerordentliche Aufwendungen in Höhe von T€ 83 unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Dieser Betrag betrifft die Zuführung von 1/15 des BilMoG-Anpassungsbetrags zu den Rückstellungen für Pensionen.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belaufen sich auf T€ 1.278 (Vorjahr T€ 970).

Zum 30.06.2024 betragen die aktiven latenten Steuern T€ 2.901 (Vorjahr T€ 2.315). Diese Position bezieht sich vollständig auf temporäre Differenzen bei der Pensionsrückstellung. Der latente Steuerertrag im Berichtsjahr beträgt T€ 586 (Vorjahr T€ 167) und ist in der GuV-Position Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten. Die aktiven latenten Steuern stellen einen zukünftigen steuerlichen Vorteil dar, der voraussichtlich in den kommenden Geschäftsjahren realisiert werden kann. Die Ermittlung und Bewertung dieser latenten Steuern erfolgten unter Berücksichtigung der steuerlichen Rahmenbedingungen und der voraussichtlichen zukünftigen Erträge.

Aus der Aktivierung der latenten Steuern in Höhe von T€ 2.901 (Vorjahr T€ 2.315) ergibt sich für das Berichtsjahr eine gleich hohe Ausschüttungssperre (§ 268 Abs. 8 HGB).

Insgesamt besteht bei der McCain GmbH damit eine Ausschüttungssperre in Höhe von T€ 2.901.

IV. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Nicht aus der Bilanz ersichtliche finanzielle Verpflichtungen bestehen aus Miet- und Leasingverträgen für Kfz, technische Einrichtungen, Geräte und Büroräume. Der Vorteil dieser Miet- und Leasingverträge liegt in der geringeren Kapitalbindung im Vergleich zum Erwerb und im Wegfall des Verwertungsrisikos. Risiken könnten sich aus der Vertragslaufzeit ergeben, sofern die Objekte nicht mehr vollständig genutzt werden können, wofür es derzeit aber keine Anhaltspunkte gibt. Daneben bestehen finanzielle Verpflichtungen aus IT-Dienstleistungsverträgen. Hieraus ergeben sich für die folgenden Geschäftsjahre nachstehende Zahlungsverpflichtungen:

im Folgejahr T€ 215
nach einem Jahr T€ 240
nach 5 Jahren T€ 0
Gesamtbetrag T€ 455

 

Weitere sonstige finanzielle Verpflichtungen sind im Abschnitt Nachtragsbericht im dortigen speziellen Kontext dargestellt. Der Gesamtbetrag der dortigen Positionen beträgt weitere T€ 22.430.

Zum Abschlussstichtag bestanden abgesehen von einem Mietaval in Höhe von T€ 32 (Vorjahr T€ 32) keine Haftungsverhältnisse i.S.d. § 251 HGB.

Mitarbeiter

Die Gesellschaft hatte im Jahresdurchschnitt 51 (Vorjahr 54) Beschäftigte (ausschließlich Angestellte), davon 43 (Vorjahr 46) im Bereich Marketing und Vertrieb sowie 8 (Vorjahr 8) in der internen Verwaltung.

Eigenkapital

Das Stammkapital der Gesellschaft wurde ausschließlich von der McCain UK H2 Ltd., Havers Hill, Scarborough, North Yorkshire, Great Britain, gehalten, ab 22.04.2024 dann von der McCain Foods Holland B.V., Oranjeplaatweg 4a, 4458 NM s-Heer Arendskerke, Niederlande.

Die Kapitalrücklage beträgt zum 30.06.2024 T€ 1.167 (Vorjahr T€ 1.167) und der Gewinnvortrag T€ 5.951 (Vorjahr T€ 3.398).

Honorar für Leistungen des Abschlussprüfers

Das im Geschäftsjahr erfasste Abschlussprüferhonorar beträgt T€ 56 (netto).

Mutterunternehmen

Die oberste Muttergesellschaft ist die McCain Foods Group Inc., ein in Kanada eingetragenes Unternehmen. Die McCain Foods Group Inc. erstellt konsolidierte Abschlüsse für den größten Konzernkreis, zu dem auch die McCain GmbH gehört. Die McCain Luxembourg Holdings S.à r.l. erstellt konsolidierte Abschlüsse für den kleinsten Konzernkreis, der die McCain GmbH sowie deren zwei 100%igen Tochtergesellschaften, McCain Foods Poland Sp. z o.o. und McCain Foods Czech Republic s.r.o., umfasst. Die konsolidierten Abschlüsse der McCain Luxembourg Holdings S.à r.l. werden nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt und sind am Sitz der McCain Luxembourg Holdings S.à r.l. erhältlich. Dementsprechend ist die McCain GmbH gemäß § 291 Handelsgesetzbuch (HGB) von der Pflicht zur Aufstellung eines eigenen Konzernabschlusses befreit.

Angaben zum Anteilsbesitz

Die McCain GmbH verfügt wie im Vorjahr über folgende Beteiligungen. Die Höhe der Beteiligung beträgt in beiden Fällen unverändert 100 %.

McCain Foods Poland sp. Z.o.o., Strzelin (Polen):

Eigenkapital (30.06.2024): TPLN 288.114 (T€ 66.783)

Ergebnis (01.07.2023 - 30.06.2024): TPLN 70.674 (T€ 16.382)

McCain Foods Czech Republic s.r.o., Prag (Tschechien):

Eigenkapital (30.06.2024): TCZK 145.327 (T€ 5.801)

Ergebnis (01.07.2023 - 30.06.2024): TCZK 32.013 (T€ 1.278)

Geschäftsführer

Zu folgenden Zeiträumen waren folgende Geschäftsführer eingesetzt:

Thomas Pooth-Elshoff, Köln - Managing Director (ab 01.04.2022 - Handelsregistereintrag 16.09.2022 - bis 30.09.2024 - Handelsregistereintrag 01.10.2024)

Jean-Xavier Alain Duranleau, Wasquehal/Frankreich - Geschäftsführer CEO (ab 01.04.2023 - Handelsregistereintrag 28.09.2023, bis 29.09.2025 - durch Gesellschafterbeschluss / Handelsregistereintrag noch nicht erfolgt)

Jillian Leigh Moffat, York/Vereinigtes Königreich - Geschäftsführerin CEO (ab 29.09.2025 - durch Gesellschafterbeschluss / Handelsregistereintrag noch nicht erfolgt)

Hubertus Jacobus Maria Tholhuijsen, Kruisland/Niederlande - Geschäftsführer CFO (Handelsregistereintrag 02.06.2015)

Gesamtbezüge der im Berichtsjahr bestellten Geschäftsführung

Da mit Ausnahme von Herrn Thomas Pooth-Elshoff keine Vergütungen an die Mitglieder der Geschäftsführung im Geschäftsjahr von der Gesellschaft gezahlt wurden, wird auf die Angabe der Geschäftsführerbezüge gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Nachtragsbericht

Die Veränderungen in der Geschäftsführung nach dem Abschlussstichtag 30.06.2024 sind im Kapitel “Geschäftsführer” dargestellt.

Die McCain GmbH plant, eine eigene Produktionsstätte zu errichten. Die hierfür notwendigen Investitionen in Grundstücke und Produktionsanlagen haben im Geschäftsjahr 2025 maßgeblich begonnen und führten zu einem deutlichen Anstieg der Anlagen im Bau.

Daneben ergeben sich aus der Errichtung der eigenen Produktionsstätte noch weitere sonstige finanzielle Verpflichtungen in Zusammenhang mit dem geschlossenen Grundstückskaufvertrag, öffentlichen Verpflichtungen und der Beauftragung einer Planungsgesellschaft für die Projektabwicklung. Der Gesamtbetrag beträgt T€ 22.430.

Gewinnverwendungsvorschlag

Es wird vorgeschlagen den Jahresüberschuss in Höhe von T€ 41.252 auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Eschborn, den 11. November 2025

Hubertus Jacobus

Maria Tholhuijsen

und

Jillian Leigh Moffat

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die McCain GmbH, Eschborn/Taunus

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der McCain GmbH, Eschborn/Taunus, - bestehend aus der Bilanz zum 30. Juni 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2023 bis zum 30. Juni 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der McCain GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2023 bis zum 30. Juni 2024 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. Juni 2024 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2023 bis zum 30. Juni 2024 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass eine aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, ist höher als das Risiko, dass eine aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

erlangen wir ein Verständnis von den für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollen und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft bzw. dieser Vorkehrungen und Maßnahmen abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 11. November 2025

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Christina Erkmen, Wirtschaftsprüferin

ppa. Heiner Ketelhut, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 30.06.2024 wurde am 20.11.2025 festgestellt.

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