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Wilh. Werhahn KGNeussKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021KONZERNLAGEBERICHTVorbemerkung Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Geschäftsentwicklung und Ertragslage Unternehmensbereiche Baustoffe Konsumgüter Finanzdienstleistungen Innovative Geschäftsmodelle Vermögens- und Finanzlage Personal Risikobericht Forschung und Entwicklung Nachhaltigkeit Prognose- und Chancenbericht Vorbemerkung Der Einmarsch der russischen Streitkräfte in die souveräne Ukraine am 24. Februar 2022 schafft für die Weltwirtschaft eine Vielzahl von Risiken, deren Ausmaß und Tragweite zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abzusehen sind. Denn die Folgen des Krieges bleiben keineswegs auf die Ukraine und das mit umfangreichen Sanktionen belegte Russland beschränkt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) wies bereits zwei Wochen nach dem russischen Angriff darauf hin, dass dieses Ereignis erhebliche Folgen für die Weltwirtschaft haben wird und kündigte eine korrigierte globale Konjunkturprognose für April - somit nach Drucklegung dieses Geschäftsberichts - an. Zuallererst aber ist dieser Krieg in der Ukraine eine humanitäre und gesellschaftliche Katastrophe, die viele Menschen auf das Äußerste herausfordert. Die Werhahn-Gruppe ist mit ihren Geschäftsbereichen Natursteine und Zwilling Küche in einem begrenzten Umfang in der Ukraine und Russland tätig. Der Betrieb in der Ukraine wurde unmittelbar nach dem Einmarsch der russischen Streitkräfte eingestellt. Mitarbeitende und ihre Angehörigen wurden nach Möglichkeit evakuiert. Über die ökonomischen Folgen der militärischen Auseinandersetzung und der ausgesprochenen sowie möglicherweise noch folgenden Sanktionen lässt sich keine belastbare Prognose abgeben. Risiken bestehen insbesondere in der Verfügbarkeit von Rohstoffen. Entsprechend sind in vielen Bereichen starke Preissteigerungen zu erwarten. Selbst Enteignungen sind nicht auszuschließen. Zwei Wochen nach dem Beginn des Krieges hat die russische Regierung angekündigt, ausländische Unternehmen, die wegen des Krieges in der Ukraine ihr Geschäft in Russland aussetzen, möglicherweise verstaatlichen zu wollen. Der Krieg in der Ukraine trifft die Weltwirtschaft zu einem Zeitpunkt, an dem die Folgen der Corona-Pandemie noch lange nicht überwunden sind. Auch im vergangenen Geschäftsjahr stellte die Verbreitung des Corona-Virus sowohl die Gesellschaft als auch die Konjunktur erneut vor erhebliche Herausforderungen. Zwischenzeitlich aufkommende Hoffnungen auf eine anhaltende Erholung wurden immer wieder durch neu aufflammende Infektionswellen erschüttert. Nach dem Abklingen der insgesamt dritten Welle im Frühsommer 2021 setzte eine deutliche Aufwärtsbewegung der Wirtschaft ein, ehe dann eine rasche Verbreitung der Omikron-Variante ab Herbst 2021 das Stop-and-go fortsetzte. Zahlreiche Regierungen führten daraufhin erneut Mobilitäts- und Kontaktbeschränkungen sowie umfangreiche Testpflichten ein, um eine weitere Verbreitung des Virus einzudämmen. Immer wieder eintretende Rückschläge bei der Bekämpfung der Pandemie sorgten nicht nur für hohe unmittelbare wirtschaftliche Schäden. Auch verursachten die in diesem Zusammenhang auftretenden Begleitumstände zusätzlich erhebliche Produktionsstörungen, etwa infolge fehlender Zulieferungen. Die Schutzmaßnahmen, die viele Länder weltweit zur Eindämmung des Virus ergriffen, blockierten Beschaffungs- und Vertriebskanäle, erhöhten Risiken und sorgten zudem dafür, dass sich die Formen der digitalen Zusammenarbeit weiter etablierten. Der Konzern setzte diese Form des Arbeitens auf Distanz konsequent um und wird sie - wann immer es zu verantworten ist - mit dem Arbeiten vor Ort kombinieren. Denn der persönliche Kontakt ist ein wichtiges Bindeglied in unserem Miteinander und es gilt, die richtige Balance beim hybriden Arbeiten zu finden. Bei allen Erschwernissen gelang es dem Konzern 2021, seine Geschäftsmodelle weiter zu optimieren, Chancen konsequent zu nutzen und seine Position auch durch Akquisitionen zu stärken. Der konsequente Ausbau der E-Commerce-Aktivitäten, eine vorausschauende Rohstoffbeschaffung sowie die hohe Innovationsfähigkeit der Werhahn-Gruppe ermöglichten es vielen Unternehmen, Marktanteile zu gewinnen. Zu Jahresbeginn 2022 lasten erhebliche Risiken auf der Konjunktur. Zum einen ist die Corona-Krise noch nicht überwunden. Steigende Infektionszahlen zum Ende des ersten Quartals geben Anlass zur Sorge vor einer weiteren Zuspitzung und einem Andauern der Situation. Zum Schutz der Mitarbeitenden vor Ansteckung und zur Aufrechterhaltung der Unternehmenstätigkeit hat der Konzern verschiedene präventive Maßnahmen ergriffen. Zudem wurde eine Reihe organisatorischer Konzepte entwickelt, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zu minimieren. Zum anderen ist zu erwarten, dass der Krieg in der Ukraine unter anderem Energie- und Rohstoffimporte erheblich verteuert und so zu einer Belastung für die Weltkonjunktur wird. Welchen Einfluss diese Entwicklungen auf die wirtschaftliche Situation des Werhahn-Konzerns in diesem Jahr haben werden, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht verlässlich einschätzen. Die Nachfrage nach Produkten und Leistungen kann ebenso negativ beeinflusst werden wie die Verfügbarkeit notwendiger Rohstoffe oder fertiger Produkte. Die unverändert gute finanzielle Ausstattung der Werhahn-Gruppe sowie deren breite Aufstellung bilden eine belastbare Basis, um auch unter anhaltend widrigen Umständen zu bestehen. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Die Weltwirtschaft setzte 2021 nach der im Jahr zuvor durch die Corona-Pandemie ausgelösten tiefen Rezession ab dem zweiten Quartal zu einer Erholung an. Der Aufholprozess verlor zum Jahresende an Schwung, als erneut zunehmende Infektionszahlen, Lieferengpässe bei wichtigen Vorleistungsgütern und Rohstoffen sowie Sorgen über die Preisentwicklung viele wirtschaftliche Aktivitäten bremsten. Nach Berechnung des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus dem Januar 2022 zog das global erwirtschaftete Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2021 um 5,9 % an und übertraf damit leicht die eigene Prognose aus dem vergangenen Jahr. Der zuvor erlittene starke Rückgang der Wirtschaftsleistung wurde damit jedoch bei Weitem noch nicht ausgeglichen. Die Erholung verlief weltweit mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Länder, die zum Beispiel aufgrund hoher Impfquoten in der Bevölkerung weniger stark von der Verbreitung des Corona-Virus betroffen waren und wirksame Schutzmaßnahmen entwickelten, fassten häufig besonders stark wieder Tritt. Außenhandel und Staatsausgaben stützten deutsche Wirtschaft Die deutsche Wirtschaft ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr um 2,7 % gewachsen, nachdem das Bruttoinlandsprodukt 2020 um 4,6 % eingebrochen war. Das erwartete Wachstum von 3,5 % konnte nicht vollständig erreicht werden. Dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz zufolge litt die Industrie unter gravierenden Lieferengpässen bei zentralen Vorprodukten und konnte ihre Produktion trotz gut gefüllter Auftragsbücher nicht in vollem Umfang hochfahren. Auch viele Dienstleister mussten, ebenso wie der stationäre Handel, pandemiebedingt zu Beginn und auch wieder gegen Ende des Jahres Einschränkungen ihrer wirtschaftlichen Aktivität verkraften. Fehlende Arbeitskräfte und Engpässe bei Materialien sorgten dafür, dass die Bauinvestitionen lediglich 0,5 % zulegten. Zuvor waren sie fünf Jahre hintereinander stärker gewachsen. Nach einer Umfrage des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. (ifo Institut) klagte im Herbst 2021 etwa jeder dritte Betrieb über einen Mangel an geeigneten Bewerbern. Viele Baumaterialien waren nur zeitverzögert und mit erheblichen Preisaufschlägen zu beschaffen. Angeschoben wurde das Wachstum vor allem vom Außenhandel. Deutschland exportierte preisbereinigt 9,4 % mehr Waren und Dienstleistungen als 2020. Die meisten Exporte gingen, wie bereits seit 2015, in die USA. Dorthin wurden 18 % mehr Waren ausgeführt als im Jahr zuvor. Auch die Ausfuhren nach China (plus 8,1 %) und Frankreich (plus 12,6 %) legten kräftig zu. Wichtigste Exporterzeugnisse waren Kraftfahrzeuge, Kraftfahrzeugteile, Maschinen sowie chemische Erzeugnisse. Auch der Impfstoffhersteller Biontech, dessen Lizenzeinnahmen als Dienstleistungsexporte gelten, steuerte einen nennenswerten Beitrag zum Außenhandel bei. Nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) aus dem Januar 2022 erhöhte der Beitrag des Pharmaunternehmens das Bruttoinlandsprodukt um 0,5 %. Impulse lieferten auch die staatlichen Konsumausgaben, die trotz des bereits hohen Vorjahresniveaus um weitere 3,4 % zulegten. Der Staat gab vor allem mehr Geld aus, um die im Frühjahr 2021 flächendeckend eingeführten kostenlosen Antigen-Schnelltests und die Corona-Impfstoffe zu beschaffen sowie Test- und Impfzentren zu betreiben. Der Kampf gegen die Pandemie hinterließ ein erhebliches Defizit in den staatlichen Haushalten. Das Minus war mit 154 Mrd. € noch einmal knapp 10 Mrd. € höher als im Jahr zuvor und bedeutete das zweithöchste Defizit seit der deutschen Wiedervereinigung. Die privaten Konsumausgaben erreichten 2021 das niedrige Niveau des Vorjahres. Sie waren damit nach wie vor weit von ihrem Vorkrisenniveau entfernt. Belastet wurde der private Konsum neben dem Pandemieverlauf durch eine starke Teuerung. Die Inflation fiel nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr mit 3,1 % so hoch aus wie seit 1993 nicht mehr. Als Treiber wirkten dabei vor allem deutlich gestiegene Preise für Energie sowie anhaltende Lieferengpässe. Nach Schätzung des IfW haben die Verbraucher in Deutschland seit Beginn der Pandemie mangels Konsummöglichkeiten rund 200 Mrd. € zusätzlich gespart. Aufschwung in Europa in unterschiedlichem Tempo Die Wirtschaft in Europa verzeichnete im vergangenen Jahr einen kräftigen Aufschwung. Das Wachstum reichte jedoch nicht aus, um die im Jahr zuvor erlittenen tiefen Einbrüche des Bruttoinlandsprodukts auszugleichen. Nach Angaben der Europäischen Kommission erwirtschafteten sowohl die 19 Länder der Eurozone als auch die 27 Mitgliedsländer der Europäischen Union ein um gut 5,0 % höheres Bruttoinlandsprodukt und übertrafen damit die Erwartung von 4,2 %. In Abhängigkeit vom jeweiligen Infektionsgeschehen sowie von der Bedeutung der besonders stark von der Krise betroffenen Wirtschaftsbereiche für die einzelne Volkswirtschaft erfolgte die Erholung in sehr unterschiedlichem Tempo. Spanien und Italien, die beiden besonders früh und ausgesprochen hart von der Pandemie betroffenen Länder, verzeichneten 2021 wieder ein deutliches Wachstum ihrer Wirtschaft. Dabei fiel das Plus nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Italien (6,2 %) höher aus als in Spanien (4,8 %), das nach wie vor mit den Folgen der Euro-Krise zu kämpfen hatte. Einen überdurchschnittlich hohen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts verzeichnete dagegen Frankreich (6,5 %). Die Entwicklung in Osteuropa zeigte ein sehr unterschiedliches Bild. Während beispielsweise die Wirtschaft in Tschechien (3,0 %) nur sehr langsam wieder Fahrt aufnahm, verzeichnete Ungarn insbesondere aufgrund hoher öffentlicher Ausgaben sogar ein weit überdurchschnittliches Plus von 7,1 %. Die polnische Wirtschaft schwenkte nach einer vergleichsweise milden Rezession 2020 im vergangenen Jahr wieder auf den Wachstumskurs ein. Mit einem Plus von 5,3 % legte das Bruttoinlandsprodukt stärker zu als der EU-Durchschnitt. Als starke Stütze der Konjunktur erwies sich neben einem stabilen privaten Konsum auch ein robuster, breit diversifizierter Außenhandel. Polnische Exportgüter wie Möbel, elektronische Geräte, Batterien sowie elektrische Fahrzeuge waren auch in der Pandemie stark gefragt. Zur Dynamik trugen auch Neuansiedlungen ausländischer Firmen bei. Die staatliche Investitionsagentur meldete eine Rekordzahl neuer Projekte. Impulse lieferte zudem eine verstärkte staatliche Nachfrage, von der insbesondere die Bauwirtschaft profitierte. Viele der 2020 zunächst verschobenen oder ausgesetzten Tief- und Infrastrukturvorhaben wurden fortgesetzt. Die Wirtschaft in Großbritannien erholte sich 2021 von dem tiefen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts im Jahr zuvor und verzeichnete nach Angaben der Europäischen Union ein Wachstum von 6,9 %. Das Land ist seit dem 1. Januar 2021 nicht mehr Mitglied der EU-Zollunion und des Binnenmarktes. Der im letzten Moment vereinbarte Brexit-Handelsvertrag sichert in den meisten Bereichen jedoch weiterhin Zollfreiheit. Als Handelspartner für Deutschland hat Großbritannien zuletzt deutlich an Bedeutung verloren. Nach Angaben von Germany Trade and Invest (GTAI), der Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing, schrumpfte der Handel mit dem Vereinigten Königreich 2021 um 4,6 %. Die Einfuhren gaben im Vergleich zum Vorjahr um 8,5 % nach. Die Ausfuhren sanken um 2,6 %. Kräftiges Wachstum in den USA und in China Die USA erreichten im vergangenen Jahr das höchste Wirtschaftswachstum seit 1984. Nach Angaben des US-Handelsministeriums war das Bruttoinlandsprodukt um 5,7 % höher als 2020 und übertraf das erwartete Plus von 5,1 %. Gründe dafür waren unter anderem mehrere Billionen US-Dollar schwere Konjunktur- und Reformpakete, die der Kongress aufgelegt hatte. Sie sorgten für mehr Beschäftigung und mobilisierten auch den privaten Konsum. Das Wachstum fiel - auch wegen der Einbrüche im Vergleichszeitraum 2020 - gleich zu Jahresbeginn sehr hoch aus, schwächte sich im Sommer deutlich ab, um im Herbst dann wieder kräftig zuzulegen. Der Konjunkturaufschwung hatte auch positive Folgen für den Arbeitsmarkt. Die Anzahl der Beschäftigten stieg 2021 um 6,4 Mio. auf 152,7 Mio., die Erwerbslosenquote sank auf 3,9 %. Der Außenhandel erholte sich zwar deutlich von den Einbrüchen des Vorjahres. Dennoch blieb der Warenaustausch auch 2021 defizitär. Die hohe Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen konnte erneut nicht durch inländische Ressourcen befriedigt werden. Im vierten Quartal sorgten hohe Inzidenzzahlen, ein starker Anstieg der Inflation sowie Lücken in der Warenversorgung für ein Abflachen der Konjunkturerholung. Chinas Wirtschaft verzeichnete 2021 ein starkes Wachstum. Die nationale Statistikbehörde bezifferte das Plus des Bruttoinlandsprodukts mit 8,1 % und entsprach damit den Erwartungen. Der hohe Zuwachs ist unter anderem auf die schwache Basis vor allem in der ersten Jahreshälfte 2020 zurückzuführen. Damals hatte sich die Volksrepublik einen umfassenden sechswöchigen Lock- down verordnet. Mit einer Null-COVID-Strategie, Massentests, Quarantänen und Einreisebeschränkungen bekam China das Virus im vergangenen Jahr zunächst vergleichsweise schnell in den Griff. Die Industrie produzierte ohne große Einschränkungen. Davon profitierte vor allem der Export. Viele Länder bestellten während diverser Lockdowns Produkte, die in China hergestellt wurden, zum Beispiel medizinische Schutzausrüstung oder Elektronik für die Arbeit im Homeoffice. So erwies sich der Außenhandel erneut als starke Stütze der chinesischen Wirtschaft. Die Ausfuhren legten im Vergleich zu 2020 um knapp 30,0 % zu und trugen 20,9 % zum Wachstum bei. Keine nennenswerten Impulse lieferte dagegen der private Konsum. Ein Grund dafür waren die strengen Restriktionen zur Bekämpfung der Pandemie. Russland und Japan erholen sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit Die russische Wirtschaft erholte sich 2021 und knüpfte im späten Jahresverlauf sogar an das vorpandemische Wachstum an. Nach Angaben der russischen Zentralbank fiel das Bruttoinlandsprodukt um 4,5 % höher aus als im Jahr zuvor. Im dritten Quartal 2021 war das Bruttoinlandsprodukt bereits 1,3 % höher als vor der Corona-Krise im dritten Quartal 2019. Wichtiger Treiber der wirtschaftlichen Erholung waren deutlich gestiegene Einnahmen aus dem Export von Öl und Gas, deren Preise erheblich anzogen. Auch die Beschäftigungssituation entwickelte sich günstig. Die Arbeitslosenquote ging dem Statistikamt Rosstat zufolge deutlich zurück, die Zahl der Beschäftigten stieg stark an. Der Ausgabenspielraum der Verbraucher wurde durch die beschleunigte Inflation eingeengt. Nach Schätzungen verschiedener Banken stiegen die Realeinkommen 2021 um 2,5 %, nach einem Rückgang von 2,8 % im Jahr zuvor. Um vor allem deutlich teurer gewordene Lebensmittel zu finanzieren, verschuldeten sich die privaten Haushalte zuletzt stärker. Der russischen Zentralbank zufolge erreichte die Kreditvergabe an Verbraucher zum 1. Oktober 2021 ein Volumen von 284 Mrd. € und war damit 22,1 % höher als ein Jahr zuvor. Die wirtschaftliche Erholung in Japan vollzog sich im vergangenen Jahr sehr viel langsamer als von vielen Experten prognostiziert. Dazu trugen Probleme bei den Lieferketten, der Chipmangel sowie schnell gestiegene Energie- und Materialpreise bei. Der Internationale Währungsfonds beziffert den Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts auf 2,4 %. Angeschoben wurde die Konjunktur insbesondere durch hohe staatliche Investitionen, etwa in das Gesundheitswesen. Im vierten Quartal legte die neu gewählte Regierung in Tokio ein Hilfsprogramm im Rekordvolumen von 430 Mrd. € auf. Zielgruppe waren vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen sowie Familien, deren finanzieller Spielraum durch direkte Zuschüsse vergrößert wurde. Geschäftsentwicklung und Ertragslage Vielfalt ist ein prägendes Merkmal des Unternehmens Werhahn. Die operativen Aktivitäten der Gruppe sind in drei Unternehmensbereiche - Baustoffe, Konsumgüter und Finanzdienstleistungen - mit sechs Geschäftsbereichen zusammengefasst. Wesentliche Steuerungsgrößen der Unternehmensbereiche sind die Kennzahlen Umsatz, operatives Ergebnis (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und nichtoperativen Abschreibungen 1 ) und das Ergebnis vor Steuern. Im Jahr 2021 erwirtschaftete die Werhahn-Gruppe einen konsolidierten Umsatz in Höhe von 3.981 Mio. € (i. Vj. 3.726 Mio. €). Das Umsatzwachstum betrug 7 % und lag somit spürbar über Plan und Vorjahr. Alle Unternehmensbereiche haben zu diesem erkennbaren Umsatzwachstum beigetragen. Die Unternehmensbereiche Konsumgüter und Finanzdienstleistungen erzielten sogar deutliche Zuwächse im Vergleich zum Vorjahr. Während der Umsatz im Inland sich leicht erhöhte, stieg der Auslandsumsatz mit 1.380 Mio. € (i. Vj. 1.194 Mio. €) signifikant an. Der Anteil des Auslandsumsatzes am konsolidierten Umsatz ist mit 35 % gegenüber dem Vorjahr ebenfalls deutlich angestiegen. Die Entwicklung des Umsatzes in Euro ist insgesamt durch Wechselkursänderungen negativ beeinflusst. Treiber dieser Entwicklung waren insbesondere der US-Dollar sowie der Japanische Yen. Umsatzerlöse nach Geschäftsbereichen
Ausgewählte Kennzahlen
Der Materialaufwand der Werhahn-Gruppe enthält Aufwendungen des Baustoffe- und Konsumgüterbereichs. Des Weiteren sind im Materialaufwand aus dem Finanzdienstleistungsbereich die Refinanzierungskosten, Restbuchwerte verkaufter Leasinggegenstände, Einstandskosten für Mietkaufobjekte sowie Vermittlungsprovisionen aus dem Bank- und Leasinggeschäft erfasst. Der Materialaufwand erhöhte sich aufgrund gestiegener Absatzmengen bei fast allen Unternehmensbereichen im Vergleich zum Vorjahr um 13 % und lag bei 2.148 Mio. € (i. Vj. 1.899 Mio. €). Die Materialaufwandsquote erhöhte sich von 51 % auf 54 %. Dabei verzeichnete der Unternehmensbereich Baustoffe auch aufgrund von höheren Beschaffungskosten einen Anstieg der Materialaufwandsquote im Vergleich zum Vorjahr. Der Unternehmensbereich Konsumgüter konnte im Wesentlichen durch das signifikante Umsatzwachstum bei unterproportional gestiegenem Materialaufwand eine verminderte Materialaufwandsquote erzielen. Im Finanzdienstleistungsbereich führten höhere Aufwendungen aus Restbuchwerten verkaufter Leasinggegenstände zu einem geringfügigen Anstieg der Materialaufwandsquote. Der Personalaufwand lag mit 564 Mio. € spürbar über dem Vorjahresniveau (i. Vj. 531 Mio. €) bei einer leicht erhöhten durchschnittlichen Mitarbeiteranzahl. Die Personalaufwandsquote ist mit 14 % auf gleicher Höhe wie im Vorjahr.
2 Die Materialaufwandsquote ergibt sich aus der
Division des Materialaufwandes durch die Umsatzerlöse.
Die Abschreibungen auf Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen betrugen im Geschäftsjahr 147 Mio. € und lagen somit geringfügig unter dem Vorjahreswert von 152 Mio. €. Die Abschreibungen auf Leasinggegenstände sind ebenfalls von 565 Mio. € auf 547 Mio. € leicht gesunken. Im Jahr 2021 lagen die Sonstigen betrieblichen Erträge bei 66 Mio. € und haben sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 19 % erhöht (i. Vj. 55 Mio. €). Der starke Anstieg rührt überwiegend aus Kursgewinnen und höheren Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen. Darüber hinaus wurde ein einmaliger Ertrag aus einer nachträglichen Kaufpreisanpassung im Zusammenhang mit einem früheren Unternehmensverkauf realisiert. Gegenläufig haben sich die Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen entwickelt. Die wesentlichen Einzelpositionen innerhalb der Sonstigen betrieblichen Erträge sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (17 Mio. €, i. Vj. 13 Mio. €), Kursgewinne (12 Mio. €, i. Vj. 6 Mio. €) sowie Erträge aus Abgang des Anlagevermögens (9 Mio. €, i. Vj. 11 Mio. €). Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um 3 % auf 483 Mio. € (i. Vj. 497 Mio. €) gesunken. Zudem sind im Vergleich zum Vorjahr insbesondere die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Finanzdienstleistungen, Instandhaltungsaufwendungen sowie Wertberichtigungen auf Sonstige Vermögensgegenstände zurückgegangen. Angestiegen sind im Gegensatz dazu die Aufwendungen aus Marketing, IT-Kosten sowie Kursverlusten. Darüber hinaus waren im Vorjahr einmalige Aufwendungen im Zusammenhang mit der Bildung von Rückstellungen für Verluste aus schwebenden Geschäften enthalten. Innerhalb der Sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind externe Dienstleistungen (109 Mio. €, i. Vj. 88 Mio. €), Instandhaltungsaufwendungen (85 Mio. €, i. Vj. 90 Mio. €) sowie Aufwendungen aus Marketing (61 Mio. €, i. Vj. 52 Mio. €) die bedeutendsten Einzelpositionen. Im Geschäftsjahr ist das Beteiligungsergebnis um 2 Mio. € auf 30 Mio. € gesunken. Dies resultierte im Wesentlichen aus geringeren Ausschüttungen von Sonstigen Beteiligungen. Im Jahr 2021 lag das operative Ergebnis der Werhahn-Gruppe deutlich über dem Vorjahr und den Erwartungen. Während der Unternehmensbereich Baustoffe den Rekordwert des Vorjahres sowie den Planwert des operativen Ergebnisses aufgrund gestiegener Bitumenpreise nicht erreichen konnte, übertraf der Unternehmensbereich Konsumgüter das Vorjahr und lag erheblich über Plan. Angestiegene Umsatzerlöse und eine positive Entwicklung in der Rohertragsmarge waren hierfür die Gründe. Der Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen erzielte eine deutliche Steigerung des operativen Ergebnisses. Maßgeblich dafür war vor allem ein spürbar erhöhter Zinsüberschuss sowie ein erheblich geringeres Risikoniveau, wodurch die Risikovorsorge reduziert werden konnte. Das Zinsergebnis inklusive der Erträge aus Wertpapieren des Anlage- und Umlaufvermögens lag bei - 9 Mio. € (i. Vj. - 14 Mio. €). Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zinsaufwendungen um 4 Mio. € gesunken. Das Ergebnis vor Steuern lag mit 212 Mio. € signifikant über dem Ergebnis des Vorjahres (138 Mio. €) und auch deutlich über den Erwartungen. Die Steuerquote ist im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr erheblich gesunken, da geringere steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen vorlagen. Insgesamt konnte die Werhahn-Gruppe in 2021 einen Konzernjahresüberschuss von 140 Mio. € erzielen, der damit um 60 Mio. € über dem Ergebnis des Vorjahres lag. Der Vorstand dankt allen Mitarbeitenden in einem Jahr außerordentlicher Herausforderungen für ihren engagierten Einsatz und ihren Beitrag zum Erfolg der Werhahn-Gruppe. Baustoffe Der Unternehmensbereich Baustoffe umfasst die in Deutschland und weiteren europäischen Ländern tätigen Geschäftsbereiche Natursteine und Schiefer. Der Geschäftsbereich Natursteine gewinnt und verarbeitet mineralische Rohstoffe für die Bauindustrie. Der Geschäftsbereich Schiefer produziert und vermarktet hochwertige Gesteine für Dächer, Fassaden, Innenräume und Landschaftsgestaltung. Natursteine Der Geschäftsbereich Natursteine bündelt unter Führung der Basalt-Actien-Gesellschaft (BAG) vier Geschäftsfelder: Mineralische Rohstoffe, Asphaltmischgut, Bauchemie sowie Baustoffrecycling/-deponie. Neben Deutschland, Schweden und den Benelux-Staaten ist der Geschäftsbereich in den mittel- und osteuropäischen Ländern Polen, Russland, Ukraine, Tschechien und Ungarn auch mit eigenen Produktionsstandorten tätig. Zu den Kunden zählen insbesondere Unternehmen des Verkehrswege-, Tief-, Wasser- und Gleisbaus, private und öffentliche Bauträger sowie Hersteller von Steinwolle. Im Geschäftsfeld Mineralische Rohstoffe werden in 90 eigenen Steinbrüchen Hartgesteine gewonnen, aufbereitet und regional vermarktet. Ein wesentlicher Teil der Rohstoffe wird zudem für die Produktion von Asphaltmischgut in 169 eigenen Mischanlagen verwendet. Das Geschäftsfeld Bauchemie produziert und vertreibt überwiegend bituminöse Abdichtungsstoffe für den Straßen- und Hochbau. Im Geschäftsfeld Baustoffrecycling/-deponie werden unbelastete Baurestmassen bearbeitet, vermarktet und eingelagert. Auftragsvergabe im deutschen Straßenbau stockt Die Pandemie erschwerte die konjunkturellen Rahmenbedingungen in allen Ländern, in denen der Geschäftsbereich tätig ist - wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Das Bauhauptgewerbe in Deutschland erwirtschaftete nach Angaben des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie 2021 ein Umsatzplus von nominal 0,8 %. Preisbereinigt bedeutete dies einen realen Umsatzrückgang von 6,2 %. Als Stützen erwiesen sich dabei der Wohnungsbau und der Wirtschaftsbau mit einem nominalen Plus von 1,3 % bzw. 2,1 %. Schwächer verlief dagegen die Entwicklung im öffentlichen Bau, wo der Umsatz das Vorjahresniveau um nominal 1,3 % verfehlte. Auch in dem für den Geschäftsbereich wichtigen Bereich des öffentlichen Straßenbaus stand ein Minus von nominal 0,9 % zu Buche. Unter Berücksichtigung von Preissteigerungen errechnete sich sogar ein Umsatzrückgang von 4,4 %. Auch der Auftragseingang im öffentlichen Straßenbau blieb mit nominal 1,4 % (preisbereinigt 4,3 %) unter dem Wert des Vorjahres. Ein Grund für die schwächere Entwicklung im öffentlichen Straßenbau war der unverändert große Fachkräftemangel in Planungs- und Genehmigungsbehörden, ungeachtet hoher Budgets. Er führte dazu, dass Aufträge nur schleppend vergeben wurden. Darüber hinaus wurden die Ausschreibungstätigkeiten durch coronabedingte Behinderungen der Verwaltungstätigkeiten sowie eine weiterhin unzureichende Digitalisierung der öffentlichen Bauverwaltungen beeinträchtigt. Auch stellten Länder und Kommunen Ausschreibungen infolge der stark gestiegenen Baupreise zurück oder hoben sie sogar ganz auf. Verzögerungen ergaben sich weiterhin im Zusammenhang mit dem Übergang der Auftragsverwaltung der Länder auf die Autobahn GmbH des Bundes. Somit blieb das Marktvolumen im Asphaltstraßenbau hinter den Erwartungen zurück. In den ausländischen Märkten, in denen der Geschäftsbereich Natursteine vertreten ist, entwickelte sich die Bauwirtschaft im vergangenen Jahr überwiegend positiv. In Polen, dem wichtigsten Auslandsmarkt, wurden viele der 2020 zunächst verschobenen oder ausgesetzten Tief- und Infrastrukturvorhaben fortgesetzt. Wesentlicher Grund dafür waren neue Mittel aus dem EU-Finanzrahmen sowie aus dem EU-Fonds zum Wiederaufbau nach der Corona-Krise. In Russland fehlten zwar weiterhin Investoren, um viele geplante Projekte zum Ausbau von Häfen, Schienennetzen und Flughäfen umzusetzen. Dennoch wurden die Ausgaben für den Straßenbau im vergangenen Jahr erhöht. Die Wirtschaft in der Ukraine litt 2021 neben der Pandemie, Lieferkettenproblemen und hohen Gaspreisen unter politischen Spannungen mit Russland. Impulse lieferte dagegen ein bereits 2020 gestartetes Infrastrukturprogramm mit dem Schwerpunkt Straßenbau. In diesem Bereich besteht nach wie vor großer Sanierungsbedarf. Die Regierung in Tschechien stockte trotz schwachen Wirtschaftswachstums den staatlichen Verkehrsinfrastrukturfonds weiter auf. Er erreichte 2021 ein Rekordbudget von knapp 5 Mrd. €, das insbesondere für die Modernisierung von Schienen, Straßen, Trassensicherheit sowie die Instandhaltung von Brücken verwendet werden soll. Die Wirtschaft in Ungarn fand im vergangenen Jahr zu alter Wachstumsstärke zurück und investierte weiter in die Verbesserung der Infrastruktur sowie die Entwicklung des (Schnell-)Straßennetzes. Auch die schwedische Wirtschaft erholte sich, nach einem durch die Pandemie ausgelösten Einbruch, vergleichsweise schnell.
Die Beschaffungsmärkte waren 2021 durch deutlich gestiegene Rohöl- und Energiepreise gekennzeichnet. Die hohen Rohölnotierungen belasteten den Preis für Bitumen, den wichtigsten Einsatzstoff bei der Asphaltproduktion. Er bewegte sich deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Zum Anstieg der Energiepreise trug auch die neu eingeführte CO 2 -Abgabe bei. Mit einer vorausschauenden Absicherungspolitik gelang es, die Belastungen insbesondere beim Einkauf von Strom zu dämpfen. Zudem führten Materialknappheit und Lieferschwierigkeiten dazu, dass sich auch Ersatz- und Verschleißteile verteuerten. Starke Entwicklung im Ausland stützt Ergebnis Der Umsatz des Geschäftsbereichs Natursteine stieg im Vergleich zum Vorjahr moderat um 1,2 % auf 1.333 Mio. €. Damit wurde auch der Plan leicht übertroffen. Der Absatz von Rohmaterial im Inland verfehlte das Vorjahresniveau geringfügig, bewegte sich aber leicht über Plan. Dagegen übertraf der Absatz im Ausland den hohen Wert des Vorjahres noch einmal spürbar. Der geplante Rohmaterialabsatz wurde sogar erheblich überschritten. Dabei erzielten die Betriebe in Russland und der Ukraine erneut einen neuen Absatzrekord. Der Absatz von Mischgut blieb nicht zuletzt aufgrund fehlender Ausschreibungen sowie starken Wettbewerbs moderat sowohl hinter dem Vorjahreswert als auch dem Plan zurück. Das operative Ergebnis des Geschäftsbereichs Natursteine konnte den außergewöhnlich guten Wert des Vorjahres und die Planung nicht erreichen. Gründe waren erhebliche Margenverluste beim bituminösen Mischgut infolge stark gestiegener Bitumenpreise sowie eine insgesamt schwächere Absatzentwicklung im Inland. Die Bauchemieaktivitäten litten bei guter Auslastung unter den Belastungen der gestiegenen Bitumenkosten sowie Verteuerungen anderer Einsatzstoffe und konnten ihr gutes Vorjahresergebnis nicht wiederholen. Unter den Auslandsgesellschaften verzeichneten vor allem Ungarn und Russland deutliche Ergebniszuwächse. Durch die Akquisition von zwei Steinbrüchen in Tschechien wurden weitere Gesteinsvorkommen gesichert, welche die Ergebnisentwicklung dort begünstigten. Mit Ausnahme von Polen und Schweden wurden die Erwartungen in allen Ländern übertroffen. Insgesamt lag das operative Ergebnis erheblich unter dem Vorjahreswert und erkennbar unter den Erwartungen. Analog zum operativen Ergebnis verfehlte das Ergebnis vor Steuern das Vorjahresniveau prägnant und konnte die Planung spürbar nicht erreichen. Öffentlicher Bau liefert wenig Impulse Die Bauwirtschaft wird 2022 eine stabile Stütze der Konjunktur in Deutschland sein. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie prognostiziert für die Branche ein nominales Umsatzplus von 5,5 %. Unter Berücksichtigung von Preiserhöhungen wird eine Steigerung von 1,5 % erwartet. Getragen wird das Wachstum nach Einschätzung des Verbandes vor allem vom Wohnungs- und Wirtschaftsbau, für die ein nominales Umsatzplus von 7,0 % beziehungsweise 6,0 % prognostiziert wird. Für den öffentlichen Bau wird lediglich eine Steigerung von nominal 2,0 % erwartet, was preisbereinigt einem Rückgang von 2,0 % entspricht. Laut Regierungsentwurf vom Juni 2021 werden die Investitionen in die Verkehrswege des Bundes in diesem Jahr mit 19,2 Mrd. € etwa 10 % höher ausfallen als 2021. Allerdings profitieren von der Mittelaufstockung vor allem Bundesschienenwege und Brückensanierungen. Die Investitionen in Bundesfernstraßen sind dagegen nominal 2,9 % rückläufig. Längerfristig bleiben die Erwartungen positiv. Im Koalitionsvertrag wurde festgelegt, die Mittel für Bundesfernstraßen zumindest bis 2025 schrittweise zu erhöhen. Dabei soll ein stärkerer Fokus auf Erhalt und Sanierung gelegt werden. Stärker rückläufig sind 2022 die kommunalen Bauinvestitionen. Die kommunalen Spitzenverbände prognostizieren einen nominalen Rückgang von 9,0 %. Die Entwicklung auf den Auslandsmärkten wird 2022 in hohem Maße vom weiteren Verlauf der Pandemie sowie von geopolitischen Unsicherheiten geprägt. Das gilt insbesondere für die Perspektiven in Russland und der Ukraine. Die Wirtschaft in Polen könnte in diesem Jahr stärker wachsen als der EU-Durchschnitt. Als Motor wirken dabei neue Finanzmittel der EU. Speziell für den umfangreichen Ausbau des Autobahn- und Schnellstraßennetzes stehen rund 6,5 Mrd. € zur Verfügung. Die russische Wirtschaft wird im Zuge der Sanktionen in diesem Jahr einen tiefen Einbruch erleiden. Die Aussichten für den Straßenbau galten bis vor Kurzem als gut, da laut Planung zwischen 2021 und 2025 rund 50 Mrd. € in diesen Bereich fließen sollten. Dagegen sollten andere Infrastrukturprojekte, wie Häfen, Bahnstrecken und Flughäfen, verschoben werden. Die Perspektiven der Wirtschaft in der Ukraine sind angesichts des Krieges zu diesem Zeitpunkt nicht abzuschätzen. Die ungarische Wirtschaft erwartet 2022 ein starkes Wachstum. Impulse liefern Förderprogramme von Regierung und EU, wobei der Konfrontationskurs mit der EU bremsende Wirkung haben könnte. Die Investitionen in die Infrastruktur, und hier insbesondere in das Straßennetz, sollen fortgesetzt werden. In Tschechien profitiert die Bauwirtschaft auch 2022 von einem Rekordbudget des staatlichen Verkehrsinfrastrukturfonds. Im Vordergrund stehen die Modernisierung von Schienen, Straßen, Trassensicherheit und Brückeninstandhaltung. Die Wirtschaft in Schweden wird moderat wachsen. Besondere Infrastrukturmaßnahmen sind nicht vorgesehen. Der Geschäftsbereich Natursteine erwartet gemäß der im Dezember 2021 erstellten Planung im Inland einen verglichen mit dem Vorjahr ähnlich hohen Absatz von Rohmaterial und einen verbesserten Absatz von Mischgut. Im Ausland werden zusammen mit den beiden erstmals ganzjährig konsolidierten tschechischen Betrieben keine maßgeblichen Zuwächse erwartet. Insgesamt wird der Umsatz das Vorjahresniveau voraussichtlich spürbar übertreffen. Trotz verbesserter Absatzmengen und Margen, insbesondere bei Asphaltmischgut, wird das operative Ergebnis nach dem Wegfall positiver Einflüsse aus 2021 und weiteren Transformationskosten hinsichtlich Digitalisierung und Nachhaltigkeit das Vorjahresergebnis nicht ganz erreichen. Das Ergebnis vor Steuern profitiert von einem verbesserten Zinsergebnis sowie geringeren Firmenwertabschreibungen. Die vorstehend beschriebene Einschätzung auf Basis der Planung aus Dezember 2021 über die erwartete Entwicklung des Geschäftsbereichs wurde aufgrund der Corona-Pandemie sowie der aktuell unsicheren politischen Lage aufgrund des Krieges in der Ukraine unter erhöhter Planungsunsicherheit vorgenommen. An dieser Stelle wird auf den Prognosebericht verwiesen. Schiefer Der Geschäftsbereich Schiefer gewinnt und fertigt in Spanien Schiefer in Premiumqualität und entwickelt Produkte zur ästhetischen Gestaltung von Wohn- und Lebensräumen. Das Sortiment umfasst ein breites Angebot von Deckarten für Dächer und Fassaden. Speziell für die moderne Architektur kreierte Systemlösungen, die auch Solarelemente einschließen, ermöglichen innovative Gebäudegestaltungen. Ergänzt wird das Angebot durch Werksteine für den Innenbereich sowie den Garten- und Landschaftsbau. Der Geschäftsbereich steuert sämtliche Aktivitäten inklusive Entwicklung, Einkauf und Vertrieb vom Stammsitz in Mayen, Deutschland. Die Produkte werden in allen wesentlichen Schiefermärkten, insbesondere in West- und Mitteleuropa sowie in Nordamerika vertrieben. Materialmangel dämpft Bautätigkeit Der Wohnungsbau erwies sich auch im vergangenen Jahr als Stütze der Bauwirtschaft in Deutschland. Dieser Bereich verzeichnete nach Angaben des Zentralverbandes der Deutschen Bauindustrie 2021 ein nominales Umsatzplus von 2,6 %. Davon profitierte auch das Bedachungsgeschäft. Im ersten Halbjahr 2021 beeinträchtigten die ungünstige Witterung, mangelnde Materialverfügbarkeit sowie spürbare Preissteigerungen die Bautätigkeit. Aus Sorge vor einer weiteren Verknappung bevorrateten sich Handel und Verarbeiter. Das führte zu einer hohen Auslastung der Zulieferindustrie. Mit Beginn des zweiten Halbjahres wurden viele Bauprojekte mit den zuvor angelegten Lagerbeständen realisiert. Die Auslastung der Dachdeckerbetriebe bewegte sich das ganze Jahr über auf einem hohen Niveau. Im Ausland zog die Nachfrage nach Schiefer 2021 zum Teil kräftig an. Ein partieller Mangel an Baumaterialien, darunter auch Schiefer, sorgte dafür, dass zahlreiche Baustellen Stillständen oder verspätet begonnen wurden. Die eingeschränkte Verfügbarkeit führte zu deutlichen Preissteigerungen. Die Produktion war 2021 sehr viel geringer von der Pandemie betroffen als im Jahr zuvor und verzeichnete ein Plus. Der Geschäftsbereich nutzte die gestiegene Nachfrage einiger wesentlicher Schiefermärkte zu einem Abbau der Vorräte. Zusammen führte dies zu einem spürbaren Exportanstieg. Der Umsatz des Geschäftsbereichs Schiefer übertraf mit 77 Mio. € das Vorjahresniveau spürbar und lag auch deutlich über den Erwartungen. Treiber war vor allem die hohe Nachfrage aus dem Ausland. Dagegen verzeichnete der Umsatz im Inland lediglich einen leichten Anstieg. Grund war die angespannte Transportsituation, die stellenweise zu Engpässen in der Versorgung führte. 2020 hatte der Geschäftsbereich aufgrund von pandemiebedingten Stillständen der Produktion Ergebniseinbußen zu verkraften gehabt, die in 2021 in diesem Ausmaß nicht stattfanden. Insgesamt übertrafen das operative Ergebnis und das Ergebnis vor Steuern die im Jahr zuvor erreichten Werte sowie auch die Erwartungen erheblich. Kosten werden erheblich steigen Der Wohnungsbau bleibt in Deutschland auch 2022 ein Wachstumsmarkt. Impulse liefert dabei insbesondere das Sanierungsgeschäft, in dem der Geschäftsbereich Schiefer seinen Schwerpunkt hat. Viele Hauseigentümer sehen die Notwendigkeit, die Hülle ihrer Immobilie energetisch zu sanieren. Dazu gehört auch der Austausch von Bedachungsmaterialien. Höhere Energiekosten, eingeschränkte Materialverfügbarkeiten und limitierte Logistikkapazitäten werden voraussichtlich zu deutlichen Preissteigerungen führen. Angesichts der starken Auslastung der Handwerksbetriebe könnten bei Immobilienbesitzern bei Sanierungsmaßnahmen zusätzliche Kosten entstehen. Im Ausland versprechen insbesondere die Schiefermärkte in Frankreich und Großbritannien ein leichtes Wachstum. Der Geschäftsbereich Schiefer erwartet 2022 auf Basis der Planung aus Dezember 2021 eine moderate Umsatzsteigerung, die durch Zuwächse im In- und Ausland getragen wird. Sowohl das operative Ergebnis als auch das Ergebnis vor Steuern werden das Vorjahresniveau jedoch voraussichtlich erheblich verfehlen. Grund sind die erwarteten Kostensteigerungen, die aus höheren Rohstoffpreisen sowie gestiegenen Preisen für Handelswaren resultieren. Die vorstehend beschriebene Einschätzung auf Basis der Planung aus Dezember 2021 über die erwartete Entwicklung des Geschäftsbereichs wurde aufgrund der Corona-Pandemie sowie der aktuell unsicheren politischen Lage aufgrund des Krieges in der Ukraine unter erhöhter Planungsunsicherheit vorgenommen. An dieser Stelle wird auf den Prognosebericht verwiesen. Konsumgüter Der Unternehmensbereich Konsumgüter umfasst die beiden Geschäftsbereiche Zwilling Küche und Zwilling Beauty Group. Sie produzieren hochwertige Markenartikel für Küche und Körperpflege und sind mit ihren Sortimenten weltweit auf allen wichtigen Märkten vertreten. Zwilling Küche Der Geschäftsbereich Zwilling Küche bietet Premiumprodukte für die moderne Wohnküche an. Das Sortiment umfasst unter den Marken ZWILLING, STAUB, BALLARINI, MIYABI und DEMEYERE vor allem Messer, Kochgeschirr, Bestecke, Scheren, Küchenhelfer, Vakuumiersysteme sowie elektrische Küchenkleingeräte. 2021 wurde das Angebot durch Akquisitionen um den Bereich Outdoor Kitchen, insbesondere Grills und Produkte aus dem Barbecue-Umfeld mit den Marken SANTOS und FLAMMKRAFT, erweitert. Die wichtigsten Absatzmärkte für Zwilling Küche sind neben Deutschland und anderen Ländern in Europa China, Nordamerika und Japan. Hohe Investitionen zur Aufwertung des Zuhauses Entscheidend für die Geschäftsentwicklung von Zwilling Küche ist die Konsumneigung der Verbraucher, die wiederum von der allgemeinen Konjunkturentwicklung abhängt. Nach einem Einbruch im Jahr zuvor erholte sich die Wirtschaft in den für Zwilling Küche relevanten Märkten in 2021 spürbar. Der erhöhte Stellenwert des Zuhauses sorgte weiterhin für hohe Investitionen in Küche, Haus und Garten. Davon profitierte Zwilling Küche auch im vergangenen Jahr. Das Ausmaß der pandemiebedingten Geschäftsschließungen erreichte 2021 bei Weitem nicht das Niveau des Vorjahres, weshalb auch das B2B-Geschäft von Zwilling Küche eine positive Entwicklung verzeichnete. Die weiter verstärkten Aktivitäten im E-Commerce führten dazu, dass ein hoher Anteil des Geschäfts online abgewickelt wurde. Die sehr hohe Nachfrage in 2021 führte zu einer starken Auslastung der Produktionskapazitäten. Die weltweit spürbare Disruption der Lieferketten konnte bei Zwilling Küche durch den bewussten Aufbau von Reservebeständen vor allem in externer Handelsware weitgehend abgefangen werden. Durch die sichergestellte Lieferfähigkeit konnten sogar Wachstumspotenziale genutzt werden. Kräftiges Plus bei Umsatz und Ergebnis Der Umsatz des Geschäftsbereichs Zwilling Küche übertraf mit 878 Mio. € den Vorjahreswert und auch den Plan erheblich. Zwilling Küche erzielte sowohl im Kerngeschäft als auch im Sondergeschäft, insbesondere mit Kundenbindungsprogrammen, wiederum ein kräftiges Wachstum. Treiber waren dabei insbesondere das erfolgreiche Multichannel-Konzept sowie die Vermarktung der Elektrokleingeräte von ZWILLING ENFINIGY und des Vakuumiersystems FRESH & SAVE. Belastet wurde der Gesamtumsatz jedoch durch die Entwicklung der Wechselkurse. Die Vertriebsgesellschaft in den USA verzeichnete ein über den Erwartungen liegendes, kräftiges Wachstum und festigte ihre Position als umsatzstärkster Markt für Zwilling Küche. Nach rasantem Wachstum im Jahr zuvor verzeichneten die Online-Kanäle 2021 einen leichten Umsatzrückgang. Starkes Wachstum registrierte dagegen der Bereich Self Service Retail, der mit Selbstbedienungskonzepten hauptsächlich Cash & Carry-Märkte sowie Super- und Heimwerkermärkte umfasst. Außerordentlich wuchs auch das Geschäft im hochwertigen stationären Fachhandel. Der Umsatz in Kanada übertraf sowohl das Vorjahresniveau als auch den Planwert erheblich. Dazu trugen alle wesentlichen Vertriebskanäle des stationären Handels und des Online-Handels bei. Auch in China erzielte Zwilling Küche 2021 spürbar höhere Umsätze als im Jahr zuvor. Der Zuwachs resultierte aus einem erneut stark gewachsenen Online-Handel sowie einem beträchtlichen Plus im Geschäft mit Werbe- und Geschenkartikeln. Niedriger waren dagegen die Umsätze im hochwertigen Premiumhandel sowie im TV-Shopping. In Japan sorgten insbesondere der stationäre Handel sowie das Katalog-Geschäft für ein kräftiges, auch weit über den Erwartungen liegendes Wachstum. In Deutschland verzeichnete der Geschäftsbereich ein leichtes Umsatzplus und übertraf die Planung moderat. Dabei konnte starkes Wachstum im Online-Geschäft die rückläufige Entwicklung im stationären Handel einschließlich der eigenen Shops überkompensieren. Die unterjährig getätigten Akquisitionen im Bereich Barbecue (SANTOS und FLAMMKRAFT) haben den Umsatz sichtbar positiv beeinflusst. Durch die Akquisitionen wurde anorganisches Wachstum generiert. Neue Produkte erweitern das Portfolio des Geschäftsbereichs, was sich schon nach kurzer Zeit in den Umsätzen bemerkbar machte.
In den anderen europäischen Ländern gelang es, den Umsatz kräftig zu steigern. Die höchsten Zuwächse wurden in Italien, Skandinavien, Frankreich, Großbritannien und der Türkei realisiert. Das Wachstum resultierte in erster Linie aus Umsatzsteigerungen der Online-Vertriebskanäle. Insbesondere den eigenen Online-Markenshops gelang es, ihr Geschäft durch Content-Optimierung und länderspezifisches Kunden-Marketing zu steigern. Das operative Ergebnis übertraf den Wert des Vorjahres beträchtlich und lag auch deutlich über Plan. Treiber war dabei insbesondere der infolge des höheren Umsatzes gestiegene Rohertrag. Höhere Beschaffungskosten sorgten allerdings dafür, dass die Rohertragsmarge geringfügig niedriger war als im Jahr zuvor. Der fortgesetzte digitale Transformationsprozess sowie Einsparungen im Vorjahr während des Lockdowns führten zu einem Anstieg der betrieblichen Aufwendungen. Das Ergebnis vor Steuern fiel ebenfalls deutlich höher aus als im Vorjahr und in der Planung vorgesehen. Konsumklima zeigt kein klares Bild Zu Beginn des Geschäftsjahres 2022 zeigt die Verbraucherstimmung ein uneinheitliches Bild. Mit der Lockerung der Pandemiebeschränkungen in Deutschland zum Ende des ersten Quartals verbinden viele Konsumforscher die Hoffnung auf eine steigende Kaufbereitschaft. Davon werden möglicherweise insbesondere die Reise- sowie die Entertainment-Branche profitieren. Für Verunsicherung sorgen jedoch stark gestiegene Preise. Erheblich höhere Kosten insbesondere für Energie und Lebensmittel treiben die Inflation und schwächen die Kaufkraft der Verbraucher. Der Geschäftsbereich Zwilling Küche erwartet auf Basis der Planung aus Dezember 2021 für 2022 einen Umsatz in etwa auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Impulse liefert dabei insbesondere das Kerngeschäft, das, angetrieben durch die neuen Geschäftsfelder Barbecue, Electrics und Vakuum, weiterwachsen wird. Hierbei setzt Zwilling Küche insbesondere auf einen steigenden Anteil des Direktgeschäfts mit Endkunden sowie ein lebhaftes E-Commerce, das den Anteil des Online-Geschäfts weiter leicht erhöhen wird. Das Sondergeschäft mit Kundenbindungsprogrammen wird dagegen voraussichtlich leicht rückläufig sein. Mit Blick auf die stark gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Wareneinsatz, Energie und Frachten sieht der Geschäftsbereich erhebliche Unsicherheiten und Herausforderungen. Auch die weltweit nach wie vor angespannte Verfügbarkeit von Waren sowie der Fachkräftemangel belasten die Aussichten für dieses Jahr. Das operative Ergebnis und das Ergebnis vor Steuern werden das sehr hohe Niveau des Vorjahres voraussichtlich nicht erreichen. Die vorstehend beschriebene Einschätzung auf Basis der Planung aus Dezember 2021 über die erwartete Entwicklung des Geschäftsbereichs wurde aufgrund der Corona-Pandemie sowie der aktuell unsicheren politischen Lage aufgrund des Krieges in der Ukraine unter erhöhter Planungsunsicherheit vorgenommen. An dieser Stelle wird auf den Prognosebericht verwiesen. Zwilling Beauty Group Der Geschäftsbereich Zwilling Beauty Group produziert und vertreibt unter den Marken ZWILLING und TWEEZERMAN hochwertige Pinzetten sowie Produkte zur Maniküre und Pediküre. Ergänzt wird das Angebot durch Produkte der QVS-Gruppe, die Beauty-Tools unter den Marken QVS sowie Handels- und Exklusivmarken vertreibt. Die wichtigsten Absatzmärkte für Zwilling Beauty Group sind neben den USA und Deutschland Großbritannien sowie China. Darüber hinaus ist der Geschäftsbereich seit 2020 verstärkt in Australien, Kanada, Mexiko und den Niederlanden tätig. Online-Geschäft beflügelt Umsatz und Ergebnis Ähnlich wie der Geschäftsbereich Zwilling Küche ist auch die Entwicklung der Zwilling Beauty Group wesentlich von der Konsumstimmung in den jeweiligen Märkten abhängig. Die Corona-Pandemie bestimmte auch in 2021 die einzelnen Märkte. So veränderten zeitweise Geschäftsschließungen und Reisebeschränkungen den Stellenwert einzelner Vertriebskanäle. Der Umsatz des Geschäftsbereichs übertraf mit 97 Mio. € sowohl den Vorjahreswert als auch den Plan erheblich. In den USA, dem mit Abstand wichtigsten Markt, profitierte der Geschäftsbereich neben erneut höheren Online-Verkäufen auch davon, dass Premium Retailer 2021 nicht im Lockdown waren. Drogerien sowie andere große Ladenketten verzeichneten weiterhin einen erhöhten Kundenzulauf aufgrund von Impfmöglichkeiten in ihren Verkaufsräumen. Positive Effekte hatten darüber hinaus der Lockdown der Nagelstudios in den USA und der anhaltende Do-it-yourself-Trend. Viele Haushalte verfügten nicht über das Equipment zur Maniküre und Pediküre und investierten entsprechend in eine Erstausstattung. Aufgrund eines frühzeitigen Bestandsaufbaus war der Geschäftsbereich weniger von brüchigen Lieferketten betroffen als manche Wettbewerber und konnte die Kunden jederzeit mit einer zuverlässigen Lieferfähigkeit bedienen. Darüber hinaus führten verstärkte Marketingaufwendungen, insbesondere in digitale Medien, zu Marktanteilssteigerungen. In Deutschland verzeichnete Zwilling Beauty Group nach dem Einbruch im Jahr zuvor eine spürbare Geschäftsbelebung. Treiber war dabei vor allem das Online-Geschäft. Dagegen litt der stationäre Verkauf erneut unter fehlenden Touristen und pandemiebedingten Verkaufseinschränkungen. Höhere Online-Verkäufe beflügelten auch die Umsätze in Großbritannien und China. In beiden Ländern setzte Zwilling Beauty Group 2021 merklich mehr um als im Jahr zuvor. Das operative Ergebnis sowie das Ergebnis vor Steuern übertrafen 2021 sowohl das Vorjahresniveau als auch die Planung erheblich. Hohe Inflation drückt Verbraucherstimmung Auch im Jahr 2022 wird der private Konsum in Deutschland und anderen Ländern stark vom Verlauf der Pandemie geprägt sein. In der Zeit der Einschränkungen haben viele Verbraucher Käufe zurückgestellt, die sie mit Beginn der Lockerungen möglicherweise umsetzen und so zu einem Konsumschub beitragen. Belastet wird die Verbraucherstimmung jedoch durch die hohe Inflationsrate. Die beschriebenen Entwicklungen werden das Geschäft der Zwilling Beauty Group im Jahr 2022 erheblich beeinflussen. Der Geschäftsbereich erwartet auf Basis der Planung aus Dezember 2021 für das Jahr 2022 einen gemessen am Vorjahresniveau leicht niedrigeren Umsatz sowie ein schwächeres operatives Ergebnis sowie Ergebnis vor Steuern. Ein wesentlicher Grund dafür ist das voraussichtlich schwächere Drogeriegeschäft in den USA. Die vorstehend beschriebene Einschätzung auf Basis der Planung aus Dezember 2021 über die erwartete Entwicklung des Geschäftsbereichs wurde aufgrund der Corona-Pandemie sowie der aktuell unsicheren politischen Lage aufgrund des Krieges in der Ukraine unter erhöhter Planungsunsicherheit vorgenommen. An dieser Stelle wird auf den Prognosebericht verwiesen. Finanzdienstleistungen Zum Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen gehört der Geschäftsbereich abcfinance zusammen mit der abcbank als Leasing- und Factoringanbieter sowie der auf Kfz-Finanzierung spezialisierte Geschäftsbereich Bank11. abcfinance abcfinance bietet maßgeschneiderte Finanzdienstleistungen für 80.000 überwiegend mittelständische Unternehmen in Deutschland, den Niederlanden sowie in Österreich an. Im Geschäftsfeld Leasing finanziert abcfinance mobile Wirtschaftsgüter, einschließlich gebrauchter, geringwertiger und immaterieller Objekte wie Software oder Lizenzen. Im Geschäftsfeld Factoring kauft abcfinance Forderungen an und schafft so finanzielle Freiräume für seine Geschäftspartner. Im Geschäftsfeld Absatzfinanzierung unterstützt abcfinance die Vertriebsanstrengungen von Herstellern und Händlern mit passgenauen Finanzierungen und Services. Die abcbank als Teil des Geschäftsbereichs abcfinance refinanziert Forderungen des Leasing- und Factoringgeschäfts. Sie bietet institutionellen, gewerblichen und privaten Anlegern Tages- und Festgelder sowie Sparbriefe an und tätigt Verbriefungstransaktionen. Leasingmarkt entwickelt sich differenziert Die Pandemie sorgte im Jahresverlauf 2021 vermehrt für Störungen in den globalen Lieferketten. Viele Unternehmen konnten ihre hohen Auftragsbestände wegen fehlender Vormaterialien oder mangelnder Transportkapazitäten nicht abarbeiten. Nach einer Erhebung des ifo Instituts waren am Jahresende 82 % der Industrieunternehmen von dieser Problematik betroffen. Dies bremste ihre Investitionsbereitschaft und spiegelte sich auch in der Geschäftsentwicklung der Leasingwirtschaft wider. Der Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) ging gemäß seiner Trendmeldung für das Jahr 2021 davon aus, dass die Leasinginvestitionen branchenuntypisch unter der Wachstumsrate der gesamtwirtschaftlichen Ausrüstungsinvestitionen von 3,2 % lagen. Die Anschaffungswerte im Mobilienleasing verzeichneten nur einen Zuwachs von 2,0 %. Während sich das Leasinggeschäft stabil mit 0,6 % entwickelte, erholte sich das Mietkaufgeschäft im Jahresverlauf mit 10,2 % sogar über dem vor der Krise verzeichneten Niveau. In den einzelnen Objektgruppen zeigte sich ein sehr differenziertes Bild. Das für den Leasingmarkt besonders wichtige Fahrzeugleasing verzeichnete, bedingt durch Preisvorgaben der Pkw-Hersteller, nur einen Zuwachs von 1,8 %. Dagegen wies das Mobilienleasing von Nutzfahrzeugen ein Plus von 8,9 % auf. Auch im Segment Sonstige Ausrüstungen ergab sich ein Zuwachs von 8,2 %, wozu insbesondere die starke Nachfrage nach Leasingangeboten für Fahrräder beitrug. Der Rückgang von 28,2 % im Segment der Luft-, Schienen- und Wasserfahrzeuge stand in engem Zusammenhang mit pandemiebedingten Problemen der Logistikbranche. Auch im zweiten Jahr der Pandemie erwies sich das Factoring als resiliente Finanzierungsform in ökonomischen Krisenzeiten. Viele Unternehmen nutzten die Möglichkeit, sich durch den Verkauf von Forderungen kurzfristig Liquidität zu beschaffen. Im ersten Halbjahr 2021 steigerten die Mitgliedsunternehmen des Deutschen Factoring-Verbandes ihren Umsatz gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 8,6 % auf 147 Mrd. €. Bis zur Jahresmitte wirkte die Stützungsmaßnahme der Bundesregierung für Warenkreditversicherer zur Sicherstellung von Lieferantenkrediten. Auf dieser Basis konnte die Branche Deckungszusagen von mehr als 400 Mrd. € aufrechterhalten. Auch nach Auslaufen der Stützungsmaßnahme kam es zu keinen Einbrüchen. Am Jahresende 2021 sicherten die Warenkreditversicherer Lieferantenkredite in Höhe von 458 Mrd. €. Dies bedeutete ein Plus von 5,0 % im Vergleich zum Vorjahr und etwa 35 Mrd. € mehr als zu Beginn der Pandemie. Die Refinanzierungskosten der auf Leasing und Factoring spezialisierten Finanzdienstleister waren infolge der niedrigen Kapitalmarkt- und Kreditzinsen auch 2021 unverändert günstig. Ergebnis erheblich über Vorjahr und Plan Der Geschäftsbereich abcfinance erreichte 2021 im Geschäftsfeld Leasing ein Plus von 5,0 % im Neugeschäft. Im Geschäftsfeld Factoring wurde ein starkes Wachstum des Ankaufvolumens von 19,4 % verzeichnet. In beiden Geschäftsfeldern zeigte sich erneut ein Margenrückgang, der jedoch durch Volumenwachstum sowie Nebenerträge ausgeglichen werden konnte. Der Umsatz übertraf das im Jahr zuvor erreichte Niveau spürbar und lag auch sichtbar über der Planung. Sowohl das wirtschaftliche Ergebnis EBITA - wie vom Branchenverband BDL definiert - als auch das Ergebnis vor Steuern waren beträchtlich höher als in 2020 und übertrafen auch die Prognosen. Ursächlich dafür war neben dem guten Neugeschäft das im Vergleich zum Vorjahr erheblich geringere Risikoniveau, wodurch sich der Bedarf an Risikovorsorge reduzierte.
Investitionsbereitschaft bleibt hoch Nach Einschätzung des BDL werden die Unternehmen ihre durch Leasing finanzierten Investitionen im Jahr 2022 weiter erhöhen. Gerechnet wird mit einem Anstieg der Ausrüstungsinvestitionen um 5 % bis 7 %. Ein wesentlicher Einflussfaktor bleibt die anhaltende Problematik gestörter Lieferketten. Dadurch wird die Abwicklung bereits kontrahierter Leasingverträge behindert. Mittel- und langfristig schätzen der BDL und die ihm angeschlossenen Unternehmen die Perspektiven der Leasingwirtschaft positiv ein. Der anstehende Transformationsprozess in der Gesamtwirtschaft, die Digitalisierung sowie der hohe Stellenwert von Nachhaltigkeit und Klimaneutralität erfordern in den nächsten Jahren hohe Investitionen. Die Entwicklung der bisher krisenbeständigen Factoringwirtschaft im Jahr 2022 ist stark abhängig von den derzeit schwer abschätzbaren kurz- bis mittelfristigen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Die für das Factoring wichtigen Kreditversicherer erwarten einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen, der mit einer Vielzahl von höheren Insolvenzschäden einhergehen könnte. Der Geschäftsbereich abcfinance hat sich für 2022 zum Ziel gesetzt, im Leasing wieder das Neugeschäftsvolumen des Vor-Pandemie-Jahres 2019 zu erreichen. Im Factoring soll das sehr gute Niveau des Vorjahres fortgeschrieben werden. Dazu sollen neben neuen Kundengruppen auch neue Produkte sowie digitale Lösungen beitragen. Das wirtschaftliche Ergebnis EBITA wird voraussichtlich, auf Basis der Planung aus Dezember 2021, erheblich unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Verantwortlich dafür sind die noch einmal annähernd auf dem Niveau des Corona-Jahres 2020 geplanten Risikokosten. Ab 2023 rechnet der Geschäftsbereich mit einer Fortschreibung beziehungsweise Steigerung des sehr guten Ergebnisses aus dem Jahr 2021. Auch das EBT wird 2022 insbesondere aufgrund der geplanten Risikokosten den Vorjahreswert erheblich verfehlen. Die vorstehend beschriebene Einschätzung auf Basis der Planung aus Dezember 2021 über die erwartete Entwicklung des Geschäftsbereichs wurde aufgrund der Corona-Pandemie sowie der aktuell unsicheren politischen Lage aufgrund des Krieges in der Ukraine unter erhöhter Planungsunsicherheit vorgenommen. An dieser Stelle wird auf den Prognosebericht verwiesen. Bank11 Bank11 für Privatkunden und Handel ist ein Spezialist für Absatz- und Einkaufsfinanzierungen sowie Konsumentenkredite. Sie bietet dem mittelständischen Kfz-Handel einfache und günstig kalkulierte Finanzierungen und Versicherungen für dessen Kunden an. Über die Einkaufsfinanzierung eröffnet Bank11 Handelspartnern zusätzlich die Möglichkeit, ihren Lagerbestand an neuen und gebrauchten Fahrzeugen zu finanzieren. Seit Oktober 2020 bietet Bank11 über Partnerbanken auch Konsumentenkredite an. Zur Refinanzierung des eigenen operativen Geschäfts bietet sie privaten und institutionellen Anlegern Sparbriefe und Tagesgelder sowie Termin- und Kündigungsgelder an und tätigt Verbriefungstransaktionen. Herausforderndes Marktumfeld Der deutsche Kfz-Markt verzeichnete im vergangenen Jahr infolge der Pandemie sowie erheblicher Liefer- und Materialengpässe erneut einen Rückgang. Das Kraftfahrt-Bundesamt registrierte bei den Neuzulassungen gegenüber 2020 ein Minus von 10,1 % auf 2,6 Mio. Pkw. Auch der Handel mit gebrauchten Pkw verlief schwächer. Eine Anzahl von 6,7 Mio. Besitzumschreibungen bedeutete einen Rückgang von 4,5 % gegenüber dem Vorjahr. Das Geschäft der auf Pkw-Finanzierungen spezialisierten Banken profitierte davon, dass auch im vergangenen Jahr ein großer Teil der privat genutzten Neu- und Gebrauchtwagen finanziert wurde. Nach einer Studie des Bankenfachverbandes betrug der Finanzierungsanteil bei Neuwagen 63,0 %, bei Gebrauchtwagen waren es 29,0 %. In den ersten drei Quartalen verzeichneten die im Fachverband organisierten Institute im Kreditneugeschäft mit privaten Kfz-Finanzierungen ein Minus von 14,4 %. Bank11 wachstumsstärker als Branchendurchschnitt Bankl1 wuchs in diesem herausfordernden Umfeld auch 2021 deutlich stärker als der Branchendurchschnitt. Dabei profitierte sie von einem weiter ausgebauten Online-Vertrieb und steigerte das Neugeschäft auf 3,1 Mrd. €. Das Kreditvolumen wuchs um 17,0 %. Die Zahl der Handelspartner erhöhte sich um etwa 1.500 auf 16.200. Dabei wurde unter anderem die seit Langem erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Verbänden des Kfz-Gewerbes und Kfz-Handels weiter ausgebaut. Impulse lieferte weiterhin auch die Kooperation mit dem ADAC im Bereich der Fahrzeugfinanzierung. Zudem profitierte Bank11 von ihrer Innovationskraft sowie der schnellen und kompetenten Betreuung von Kfz-Händlern und deren Kunden. Bank11 verbesserte das operative Ergebnis im vergangenen Jahr kräftig und lag erheblich über der Planung. Maßgeblich dafür war vor allem ein spürbar erhöhter Zinsüberschuss. Dämpfend auf das Ergebnis wirkten die infolge des starken Neugeschäfts erhöhten Provisionsaufwendungen. Der Kreditrisikoaufwand sank bei gestiegenen Kundenforderungsbeständen gegenüber 2020 beträchtlich. Zum einen hat eine regulatorisch geforderte methodische Umstellung des Kreditrisikovorsorgesystems im Vorjahr zu einem vergleichsweise hohen Kreditrisikoaufwand in 2020 geführt, der sich im aktuellen Jahr nicht fortgesetzt hat. Zum anderen hat sich das Kreditrisiko in 2021 positiv entwickelt. Aufgrund dieser Entwicklungen wurden auch der Vorjahreswert und die Prognose für das Ergebnis vor Steuern stark übertroffen. Deutliche Ergebnisverbesserung im Visier Im Jahr 2022 agiert Bank11 - auf Basis der Planungen aus Dezember 2021 - voraussichtlich in einem für sie verbesserten Umfeld, denn die Verfügbarkeit von Fahrzeugen sollte sich gegenüber 2021 erhöhen. Nach einer Prognose des Zentralverbandes des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) wird sich der Engpass spätestens in der zweiten Jahreshälfte auflösen. Erwartet werden insgesamt 2,9 Mio. Neuzulassungen. Bank11 strebt sowohl im Neugeschäft als auch bei ihrem Kreditbestand eine weitere Steigerung an und will Marktanteile gewinnen. Dabei setzt sie vor allem auf eine weitere Digitalisierung sowie eine fortgesetzte kundenorientierte Optimierung von Prozessen. So will sie auch negativen Effekten aus dem anhaltend niedrigen Zinsniveau entgegenwirken. Das operative Ergebnis sowie das Ergebnis vor Steuern sollen spürbar höher ausfallen als 2021. Die vorstehend beschriebene Einschätzung auf Basis der Planung aus Dezember 2021 über die erwartete Entwicklung des Geschäftsbereichs wurde aufgrund der Corona-Pandemie sowie der aktuell unsicheren politischen Lage aufgrund des Krieges in der Ukraine unter erhöhter Planungsunsicherheit vorgenommen. An dieser Stelle wird auf den Prognosebericht verwiesen. Innovative Geschäftsmodelle Die Werhahn-Gruppe investiert in innovative Geschäftsmodelle, die zusätzlich zu den sechs wesentlichen Geschäftsbereichen eine zukunftsorientierte Aufstellung des Unternehmens ausbauen und weitere Chancen eröffnen sollen. Yareto Yareto hat sich seit seinem Start 2016 zum marktführenden Kreditvergleichsportal für den deutschen Autohandel entwickelt. Es ermöglicht dem Kfz-Händler, aus einer Vielzahl von Finanzierungsalternativen schnell das passende Angebot für seine Kunden auszuwählen. In einer klar strukturierten Übersicht zeigt das Portal das tagesaktuell beste Angebot der Partnerbanken. Als innovative Weiterentwicklung wurde 2021 zusammen mit dem Finanzierungspartner ING Bank die qualifizierte elektronische Signatur (QES) eingeführt. Der Kreditantragsprozess wurde dadurch papierlos umsetzbar, wesentlich beschleunigt und zugleich erhöhte sich die Auszahlungsgeschwindigkeit weiter. Der Kreditbetrag wird in der Regel noch am gleichen Tag überwiesen. Auf dem Weg, Händlern mit Yareto eine All-in-one-Lösung zu bieten, gelang im vergangenen Jahr ein weiterer Schritt: Im Portal wurde eine Fahrzeugbörse integriert. Im Jahr 2022 erwartet Yareto ein kräftiges Wachstum. Das vermittelte Kreditvolumen soll erheblich steigen und auch das operative Ergebnis sowie das Ergebnis vor Steuern sollen sich gegenüber dem Vorjahresniveau verbessern. Dabei setzt Yareto sowohl auf eine Weiterentwicklung des Vertriebsteams als auch auf einen technologischen Fortschritt des Portals und dessen Features. Die Anbindung weiterer Banken und Kooperationspartner sollen das Produktportfolio erweitern. Die vorstehend beschriebene Einschätzung auf Basis der Planung aus Dezember 2021 über die erwartete Entwicklung wurde aufgrund der Corona-Pandemie sowie der aktuell unsicheren politischen Lage aufgrund des Krieges in der Ukraine unter erhöhter Planungsunsicherheit vorgenommen. An dieser Stelle wird auf den Prognosebericht verwiesen. abcfinlab abcfinlab, 2018 gegründet, entwickelt digitale Finanzprodukte im Bereich Leasing und Factoring für Geschäftskunden. Zwei in enger Zusammenarbeit mit abcfinance entwickelte Produkte sind seit 2020 am Markt. Zum einen Lease Seven, eine webbasierte Applikation, die es Vertriebspartnern innerhalb weniger Minuten erlaubt, einen Leasingvertrag rechtsgültig und im Rahmen aller notwendigen regulatorischen Anforderungen mit einem Leasingnehmer abzuschließen. Zum anderen Cashfox, eine Factoringlösung, die es Kleinstunternehmen und Selbstständigen ermöglicht, ihre Forderungen digital über die Plattform zu verkaufen. Im vergangenen Jahr gelang es abcfinlab, die beiden erfolgreich am Markt platzierten Produkte weiter auszubauen. Lease Seven wurde um weitere After-Sale-Services ergänzt: Auch die weiteren und notwendigen Schritte im Leasingprozess wurden digitalisiert und größtenteils automatisiert. Somit ist die Applikation nicht nur ein Wachstums-, sondern auch ein Effizienztreiber. Auf Basis der eigenständig vermarkteten Cashfox-Marke entwickelte abcfinlab 2021 eine Programmierschnittstelle Factoring as a Service. Sie ermöglicht es Kooperationspartnern, das Factoringprodukt in ihr Ökosystem zu integrieren und ihren Kunden als Dienstleistung anzubieten. Für das Jahr 2022 plant abcfinlab eine Ausweitung des Neugeschäfts sowohl im Leasing als auch im Factoring. Die vorstehend beschriebene Einschätzung auf Basis der Planung aus Dezember 2021 über die erwartete Entwicklung wurde aufgrund der Corona-Pandemie sowie der aktuell unsicheren politischen Lage aufgrund des Krieges in der Ukraine unter erhöhter Planungsunsicherheit vorgenommen. An dieser Stelle wird auf den Prognosebericht verwiesen. FiberLean Technologies Mit FiberLean Technologies (FLT) übernahm die Werhahn-Gruppe im Berichtsjahr einen der weltweit führenden Hersteller von innovativen Verbundwerkstoffen aus mikrofibrillierter Cellulose (MFC), der 2016 gegründet wurde. Aufgrund seiner hohen Stabilität und starken Barrierewirkung gegenüber Sauerstoff zur Vermeidung von Oxidation ist das auf natürlicher Basis gewonnene Material den konventionellen Zusatzstoffen auf Mineralölbasis in verschiedenen Anwendungsbereichen überlegen. Biobasierte Werkstoffe von FiberLean Technologies sind somit in der Lage, den Einsatz umweltschädlicher Chemikalien oder Kunststoffe zu ersetzen oder zumindest zu verringern. Neben dem ursprünglichen Tätigkeitsfeld von FiberLean Technologies, MFC-Produkte für die Papier- und Verpackungsindustrie zu entwickeln, wurden weitere industrielle Anwendungsfelder erforscht und eine Technologieplattform mit fast 500 Patenten in mehr als 40 Ländern geschaffen. Es bestehen bereits seit vielen Jahren stabile Kundenbeziehungen mit langfristigen Verträgen. Im Berichtsjahr wurden Umsatzerlöse aus einem Standort in den USA erzielt sowie Lizenzerträge in zwei weiteren Ländern generiert. 2022 wird das erste volle Geschäftsjahr für FiberLean Technologies sein. Schon von daher wird der Umsatz höher ausfallen als im Jahr zuvor. Für weitere Impulse sorgt der Zukauf der mikrofibrillierte Cellulose (MFC) produzierenden Fabriken in Nantes, Blendecques (beide FLT Frankreich) und Bhigwan (FLT Indien). Zudem werden die Lizensierung und die Vermarktung neuer MFC-Technologien für einen Umsatzanstieg sorgen. Die Weiterentwicklung der FiberLean Technologies wird zu geplanten weiteren Anlaufverlusten in 2022 führen. Die vorstehend beschriebene Einschätzung auf Basis der Planung aus Dezember 2021 über die erwartete Entwicklung wurde aufgrund der Corona-Pandemie sowie der aktuell unsicheren politischen Lage aufgrund des Krieges in der Ukraine unter erhöhter Planungsunsicherheit vorgenommen. An dieser Stelle wird auf den Prognosebericht verwiesen. Vermögens- und Finanzlage Die konsolidierte Bilanzsumme stieg im Jahr 2021 um 1.302 Mio. € von 10.150 Mio. € auf 11.452 Mio. €. Dabei veränderten sich die einzelnen Bilanzposten wie folgt: Aktiva
Passiva
Das Anlagevermögen der Werhahn-Gruppe stieg von 2.783 Mio. € im Vorjahr auf 2.828 Mio. € zum Bilanzstichtag. Es umfasste 870 Mio. € Sachanlagevermögen (i. Vj. 851 Mio. €), 191 Mio. € Immaterielle Vermögensgegenstände (i. Vj. 106 Mio. €), 107 Mio. € Finanzanlagen (i. Vj. 92 Mio. €) sowie Leasinggegenstände aus Finanzdienstleistungen von 1.660 Mio. € (i. Vj. 1.734 Mio. €). Insgesamt erhöhte sich das Anlagevermögen ohne Leasinggegenstände gegenüber dem Vorjahr um 119 Mio. €. Die Investitionen des Jahres überstiegen dabei die Abschreibungen und Nettoabgänge des laufenden Jahres. Der Anstieg der Immateriellen Vermögensgegenstände um 85 Mio. € war insbesondere auf die Zugänge aus den Akquisitionen von 103 Mio. € und laufenden Investitionen von 20 Mio. € zurückzuführen. Die laufenden Abschreibungen des Geschäftsjahres betrugen 42 Mio. €, wovon 17 Mio. € planmäßige Firmenwertabschreibungen betrafen. Das Sachanlagevermögen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 19 Mio. €. Den Investitionen des Geschäftsjahres von 127 Mio. € standen im Wesentlichen Abschreibungen von 104 Mio. € gegenüber. Das Finanzanlagevermögen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 15 Mio. €. Den Investitionen in Beteiligungsgesellschaften von 19 Mio. € standen Nettoabgänge von 4 Mio. € gegenüber. Im Folgenden sind die Investitionen in das Sachanlagevermögen, in Immaterielle Vermögensgegenstände (ohne Firmenwerte) sowie die Nettoinvestitionen aus Akquisitionen den planmäßigen Abschreibungen des jeweiligen Geschäftsjahres gegenübergestellt:
In 2021 wurden insgesamt Investitionen in das Sachanlagevermögen, in Immaterielle Vermögensgegenstände (ohne Firmenwerte) zuzüglich Nettoinvestitionen aus Akquisitionen von 188 Mio. € (i. Vj. 138 Mio. €) getätigt. Die Investitionen lagen über den Abschreibungen. Der wesentliche Teil der Investitionen entfiel auf den anlageintensiven Geschäftsbereich Natursteine. Während die Investitionen im Geschäftsbereich Natursteine und im Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen in etwa auf dem Vorjahresniveau lagen, sind die Investitionen im Unternehmensbereich Konsumgüter im Wesentlichen aufgrund der Akquisitionen erheblich angestiegen. Zudem wirkten sich die Zugänge im Zusammenhang mit dem Erwerb von FiberLean Technologies positiv aus. Im Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen verminderten sich die Leasinggegenstände aus Finanzdienstleistungen um 74 Mio. €. Im Berichtsjahr wurden bei Abschreibungen von 547 Mio. € und Nettoabgängen von 153 Mio. € zusätzlich 627 Mio. € investiert. Der Anstieg der Forderungen aus Finanzdienstleistungen um 787 Mio. € auf 6.516 Mio. € resultierte aus dem Wachstum des Neugeschäfts im Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen. Die Vorräte betrugen zum 31. Dezember 2021 564 Mio. € (i. Vj. 395 Mio. €). Der erhebliche Anstieg resultierte überwiegend aus dem Unternehmensbereich Konsumgüter. Die Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenstände inklusive Rechnungsabgrenzungsposten betrugen insgesamt 420 Mio. € (i. Vj. 354 Mio. €). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 16 Mio. € auf 253 Mio. €. Insbesondere in den Geschäftsbereichen Natursteine und Zwilling Küche lagen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen spürbar über dem Vorjahreswert. Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, stiegen um 2 Mio. € auf 27 Mio. € an. Der Anstieg betraf insbesondere den Geschäftsbereich Natursteine. Die Sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich vor allem aufgrund der höheren Forderungen gegen Finanzbehörden um 45 Mio. € auf 127 Mio. €, die zum Großteil aus einer konzerninternen Ausschüttung resultieren. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit lag mit 391 Mio. € wesentlich unter dem des Vorjahres (444 Mio. €). Einem höheren Periodenergebnis standen insbesondere stark angestiegene Investitionen für Vorräte im Unternehmensbereich Konsumgüter gegenüber. Zudem führten Veränderungen in den Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und andere Aktiva sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und andere Passiva zu einem Rückgang des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit, der sowohl im Unternehmensbereich Baustoffe als auch im Unternehmensbereich Konsumgüter begründet ist. Diese Effekte wurden teilweise von höheren Zuflüssen im Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen kompensiert. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit (-223 Mio. €, i. Vj. -99 Mio. €) war insbesondere von Investitionen in das Sachanlagevermögen und Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis geprägt. Die Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis betrugen 107 Mio. € und ergaben sich im Wesentlichen aus den Akquisitionen im Unternehmensbereich Konsumgüter und der FiberLean Technologies. Der Free Cashflow betrug 167 Mio. € nach 344 Mio. € im Vorjahr. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit lag mit - 57 Mio. € auf Vorjahresniveau (- 61 Mio. €) und war geprägt von Abflüssen aus Dividendenzahlungen. Der Finanzmittelfonds am Ende der Periode betrug 937 Mio. € (i. Vj. 824 Mio. €) und lag deutlich über dem Wert des Vorjahres. Die Wertpapiere und Flüssigen Mittel stiegen um 234 Mio. € auf 1.123 Mio. € an. Hiervon sind 1.020 Mio. € in Finanzdienstleistungsinstituten gebunden. Der Anstieg ist auf ein signifikant höheres Zentralbankguthaben zurückzuführen, während sich das Guthaben bei Kreditinstituten erheblich reduziert hat. Zum Bilanzstichtag waren keine Wertpapiere des Umlaufvermögens im Bestand. Aufgrund der Regelungen des DRS 21 zur Darstellung der Finanzierung des Geschäftsbereichs Finanzdienstleistungen hat die Kapitalflussrechnung der Werhahn-Gruppe nur eine begrenzte Aussagekraft. Die Nettoliquidität 6 betrug zum 31. Dezember 2021 920 Mio. € und erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 120 Mio. €. Hiervon sind 1.020 Mio. € in Finanzdienstleistungsinstituten gebunden. Zum Stichtag ergab sich ein Aktivüberhang bei den latenten Steuern von 1 Mio. € (i. Vj. weniger als 1 Mio. €). Die Werhahn-Gruppe verzichtet weiterhin auf die Bilanzierung aktiver latenter Steuern aus Einzelgesellschaften im Rahmen des Wahlrechts. Das Eigenkapital der Gruppe betrug 2.035 Mio. € (i. Vj. 1.937 Mio. €). Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 18 % (i. Vj. 19 %). Ohne Konsolidierung der Finanzdienstleistungsgesellschaften belief sich die Eigenkapitalquote auf 61 % (i. Vj. 67 %). Der Anteil der Minderheitsgesellschafter am Eigenkapital betrug am Stichtag 67 Mio. € (i. Vj. 60 Mio. €). Dieser Betrag der Anteile enthält in geringem Umfang positive Währungsumrechnungsdifferenzen. Die Veränderungen im Eigenkapital werden im Eigenkapitalspiegel detailliert dargestellt. Die Rückstellungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 29 Mio. € auf 466 Mio. €. Sie umfassten im Wesentlichen Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen von 124 Mio. € (i. Vj. 119 Mio. €), Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen im Unternehmensbereich Baustoffe von 86 Mio. € (i. Vj. 80 Mio. €), sonstige Personalrückstellungen von 76 Mio. € (i. Vj. 71 Mio. €) sowie Rückstellungen für Rabatte und Boni von 45 Mio. € (i. Vj. 26 Mio. €) und Steuerrückstellungen von 42 Mio. € (i. Vj. 22 Mio. €). Die Rückstellungen für Verluste aus schwebenden Geschäften betrugen 4 Mio. € (i. Vj. 28 Mio. €). In den Verpflichtungen aus Finanzdienstleistungen werden die Refinanzierung des Unternehmensbereichs Finanzdienstleistungen sowie die Verbindlichkeiten der Bankhaus Werhahn GmbH aus dem Bankgeschäft ausgewiesen. Der Anstieg der Verpflichtungen aus Finanzdienstleistungen um 961 Mio. € auf 8.393 Mio. € resultierte vor allem aus der Ausweitung des Neugeschäfts im Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen. Die Verbindlichkeiten inklusive Rechnungsabgrenzungsposten der Werhahn-Gruppe lagen mit 558 Mio. € erheblich über dem Vorjahreswert von 344 Mio. €. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich dabei um 124 Mio. € auf 201 Mio. €. Zudem lagen auch die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit 137 Mio. € um 30 Mio. € über dem Vorjahresniveau. Personal Im Berichtsjahr erhöhte sich die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeitenden in der Werhahn-Gruppe um insgesamt 98 Mitarbeitende auf 10.228. In den operativen Unternehmensbereichen verlief die Entwicklung der durchschnittlichen Anzahl der Mitarbeitenden unterschiedlich. Während im Unternehmensbereich Konsumgüter die durchschnittliche Anzahl rückläufig war, stieg die Anzahl der Mitarbeitenden aus dem Unternehmensbereich Baustoffe. Der Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen verzeichnete ebenfalls eine Steigerung. Im Bereich Sonstige tragen die Mitarbeitenden aus der erworbenen FiberLean Technologies zur Steigerung der Anzahl bei. Mit Ausnahme der Veränderungen durch die unterjährigen Akquisitionen in den Unternehmensbereichen Baustoffe und Konsumgüter sowie Sonstige haben sich die Mitarbeitendenzahlen zum Stichtag in den einzelnen Unternehmensbereichen lediglich geringfügig geändert. Die Anzahl der Mitarbeitenden verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Unternehmensbereiche:
Am Bilanzstichtag waren mit 5.490 Personen rund 53 % (i. Vj. 54 %) der Mitarbeitenden der Werhahn-Gruppe in Deutschland beschäftigt.
Um ihren langfristigen Erfolg zu sichern, baut die Werhahn-Gruppe auf die Kompetenz, das Engagement und die Identifikation ihrer Mitarbeitenden mit dem Unternehmen. Eckpunkte ihrer vorausschauenden Personalplanung sind eine kontinuierliche Aus- und Weiterbildung, die gezielte Identifikation und Förderung von Leistungsträgern sowie die Gewinnung und Bindung von Talenten. An diesen Prinzipien hielt die Werhahn-Gruppe auch 2021 fest. Alle Gruppenunternehmen stellten sich - auch international - mit passgenauen Konzepten auf die pandemische Situation ein. Dazu gehörten unter anderem die Nutzung oder die kurzfristige Einrichtung mobiler Arbeitsplätze, Corona-Testangebote sowie spezielle Hygienemaßnahmen. Aus- und Weiterbildung Die Werhahn-Gruppe beschäftigte zum Jahresende 249 Auszubildende. Das waren 12 Auszubildende mehr als zum gleichen Zeitpunkt 2020, als 237 junge Menschen eine Ausbildung absolvierten. Größter Ausbilder war erneut der Geschäftsbereich Natursteine, auch wenn dort infolge der Corona-Pandemie zuletzt viel weniger Ausbildungsstellen besetzt waren. Der Geschäftsbereich Küche hat die Zahl der Auszubildenden von 49 auf 73 erhöht. In den anderen Geschäftsbereichen bewegte sich die Zahl der Auszubildenden 2021 in etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Ausgebildet wurde in 30 Berufsbildern, einschließlich dualer Studiengänge. Das spiegelt die Vielfalt der in der Werhahn-Gruppe benötigten Qualifikationen wider. Die Berufsbilder, in denen ausgebildet wurde, veränderten sich zuletzt nur geringfügig. Zum Standardangebot gehören inzwischen duale Studiengänge, sowohl mit kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen als auch mit technisch-ingenieurwissenschaftlichen Schwerpunkten. Dabei kann das Studium entweder parallel zu einer beruflichen Erstausbildung erfolgen oder es kann so angelegt sein, dass die Absolventen längere Praxisphasen in den Unternehmen verbringen. Die hohe Qualität der Ausbildung wird immer wieder belegt durch eine eindrucksvolle Anzahl von Jahrgangsbesten über viele Ausbildungsberufe und Geschäftsbereiche hinweg. Ein seit Längerem beobachteter Trend bestätigte sich 2021: Viele junge Menschen streben direkt nach der Ausbildung ein Studium an und werden dabei von den zur Werhahn-Gruppe gehörenden Unternehmen unterstützt. Kompetenz muss aktuell bleiben. Deshalb qualifiziert die Werhahn-Gruppe ihre Mitarbeitenden kontinuierlich weiter und bereitet sie auf neue Anforderungen vor. Im Mittelpunkt stehen dabei produkt-, fach- und technologiebezogene Weiterbildungsmaßnahmen. Diese werden ergänzt durch das seit Jahren bewährte Werhahn-Exzellenz-Programm in Form von Seminaren zu Themen wie Führung, Kommunikation und Arbeitstechniken. Zielgruppe sind alle Führungskräfte und Mitarbeitenden der Gruppe. Die Seminare wurden 2021 gezielt sowohl in Präsenz- als auch in Remote-Formaten geplant. In Abhängigkeit von der pandemischen Situation reagierte die Wilh. Werhahn KG als Veranstalter flexibel. Präsenzveranstaltungen wurden verschoben oder - wo möglich - in Remote-Formate umgewandelt. Vergütung In den tarifgebundenen Unternehmen der Werhahn-Gruppe gelten die jeweiligen branchenspezifischen Tarifverträge. Unabhängig davon werden Fach- und Führungskräfte leistungsorientiert vergütet. Dazu gehören sowohl feste Entgeltanteile als auch an die Erreichung jährlicher Ziele gebundene Entgeltanteile. In den zur Werhahn-Gruppe gehörenden Kreditinstituten bildet die Institutsvergütungsverordnung (InstitutsVergV) die Grundlage für die Vergütung von Mitarbeitenden und Geschäftsleitern. Zusätzliche Nebenleistungen, wie Essensgutscheine, eine betriebliche Krankenversicherung oder die Möglichkeit, E-Bikes zu leasen, werden in verschiedenen Geschäftsbereichen angeboten. Talentmanagement Die Gewinnung, Entwicklung und Bindung von Mitarbeitenden auf allen Ebenen hat in der Werhahn-Gruppe unverändert hohe Priorität. Gerade in Zeiten sich schnell ändernder Rahmenbedingungen erweist sich die Qualität der Führungskräfte als zentraler Erfolgsfaktor. Im vergangenen Jahr leisteten Führungskräfteprogramme in den Geschäftsbereichen sowie ein auf die aktuellen Herausforderungen zugeschnittenes Angebot für Führungskräfte im Wer- hahn-Exzellenz-Programm wichtige Beiträge zur kontinuierlichen Entwicklung der Führungskräfte auf allen Ebenen. Attraktiver Arbeitgeber Persönliche Kontakte waren im vergangenen Jahr wiederum nur sehr eingeschränkt möglich. Deshalb setzte die Werhahn-Gruppe verstärkt digitale Kommunikationskanäle wie zum Beispiel Social Media ein, um Mitarbeitende aller Qualifikationsgrade zu gewinnen. Dabei wurden auch Auszubildende eingebunden, indem diese ihre eigenen Social-Media-Kanäle einsetzten, um mögliche neue junge Kollegen anzusprechen. Weiter an Bedeutung gewann 2021 Active Sourcing, also die direkte Ansprache von vielversprechenden Kandidaten. Die Implementierung und Modernisierung der Karriere-Websites trugen zu einer weiteren Professionalisierung des Recruitings bei. Darüber hinaus entwickelte die Werhahn-Gruppe innovative Konzepte zur Stärkung des Arbeitgeberimages (Employer Branding) sowie zur Bindung von Top-Bewerbern. Dazu gehörte beispielsweise die Durchführung von Escape-Games nach einer digitalen Karrieremesse. Bewährte Konzepte, die auf eine möglichst frühe Bindung von Mitarbeitenden setzen, etwa in Form von Ausbildung, dualem Studium, Praktika oder der Betreuung von Bachelor- und Masterarbeiten, wurden fortgesetzt. Im Umgang mit der Corona-Pandemie hatte die Gesundheit der Mitarbeitenden für die Werhahn-Gruppe im vergangenen Jahr weiterhin oberste Priorität. Ein Angebot, die Belastungen der Pandemie zu meistern, war das bereits seit mehreren Jahren in einigen Geschäftsbereichen implementierte Employee Assistance Programm (EAP). Es bietet allen Mitarbeitenden, Führungskräften und deren Familienangehörigen bei Bedarf eine kostenlose, professionelle Beratung durch externe Experten: telefonisch, in einem persönlichen Gespräch oder auch online. Anlass für eine Beratung können akute berufliche oder persönliche Krisensituationen oder auch andere Fragen etwa zu Pflege- oder Rechtsthemen sein. Lösungen werden entweder unmittelbar entwickelt oder die Berater vermitteln Kontakte zu spezialisierten Hilfesystemen. Die beschleunigte Umsetzung von Konzepten zur Arbeitszeitflexibilisierung und zu mobilem Arbeiten trug im vergangenen Jahr in allen Unternehmensbereichen dazu bei, Familie und Beruf einfacher zu vereinbaren. Risikobericht Die Werhahn-Gruppe ist mit ihrer nach Branchen und nach Regionen diversifizierten Struktur unterschiedlichen Geschäftsrisiken ausgesetzt. Der Umgang mit diesen Risiken ist wesentlicher Bestandteil der unternehmerischen Führung. Der Betrachtungszeitraum entspricht dem Prognosezeitraum. Risikomanagement Das Risikomanagementsystem besteht aus den folgenden drei Elementen: dem unternehmensspezifischen Handbuch des Risikomanagements, einer Risikoinventur sowie dem Risikoberichtswesen auf Ebene der Gruppe und der Einzelgesellschaften. Im Rahmen der Unternehmensplanung wird jährlich in allen Geschäftsbereichen eine Risikoinventur durchgeführt. Die dabei identifizierten Einzelrisiken werden von den Geschäftsbereichen beschrieben und anhand ihrer maximalen Schadenshöhe und prozentualen Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Gleichzeitig werden, soweit möglich, geeignete Maßnahmen zum Umgang mit diesen Risiken definiert. Die Entwicklung der Einzelrisiken wird laufend von den Geschäftsbereichen beobachtet und zu festgelegten Terminen in den verschiedenen Gremien der Geschäftsbereiche sowie im Vorstand der Wilh. Werhahn KG berichtet. Darüber hinaus werden neue wesentliche Risiken im Rahmen des laufenden Berichtswesens bzw. durch Ad-hoc-Berichte auch außerhalb der festgelegten Termine umgehend an die zuständigen Gremien gemeldet. Zusätzlich zum Risikomanagement werden interne und externe Revisionen durchgeführt. Der Geschäftsverlauf sowie die Risiken und Chancen aus dem laufenden Geschäft werden in Vorstands- und in Verwaltungsratssitzungen besprochen. Für die Finanzdienstleistungsunternehmen der Gruppe, die der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unterliegen, werden darüber hinaus die in den Mindestanforderungen für das Risikomanagement (MaRisk) enthaltenen Anforderungen an das Risikomanagement umgesetzt und laufend kontrolliert. Nachfolgend werden die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess beschrieben: Aufgabe des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess ist die Sicherstellung eines regelkonformen Abschlussprozesses durch die Implementierung entsprechender Grundsätze, Verfahren und Kontrollen. Grundlage für den Konzernrechnungslegungsprozess ist die Accounting-Richtlinie der Werhahn-Gruppe. Sie beinhaltet detaillierte Regelungen zur Sicherstellung der einheitlichen Bilanzierung in der Werhahn-Gruppe, zur Befüllung der Reporting Packages sowie zur Konsolidierung. Die Accounting-Richtlinie wird jährlich aktualisiert und vom Vorstand freigegeben und ist für alle Verbundenen konsolidierten Unternehmen der Werhahn-Gruppe verbindlich anzunehmen. Neben den vorgegebenen Regelungen zur Bilanzierung wird die Aufgabentrennung zwischen der Eingabe von Vorgängen sowie deren Prüfung und Freigabe im Rahmen des Konzernabschlusserstellungsprozesses durch organisatorische Maßnahmen, wie zum Beispiel die Begrenzung von Zugriffsberechtigungen, sichergestellt. Der Konzernrechnungslegungsprozess umfasst die folgenden Schritte: Die Rechnungslegung der in den Konzernabschluss einbezogenen Verbundenen konsolidierten Unternehmen erfolgt unter Berücksichtigung der Accounting-Richtlinie lokal durch die Gesellschaften. Die Einzelabschlüsse werden in das zentrale Konsolidierungssystem eingegeben. Auf Geschäftsbereichsebene wird die Ordnungsmäßigkeit der von den Tochterunternehmen eingegebenen Einzelabschlüsse überprüft und der Teilkonzernabschluss auf Geschäftsbereichsebene erstellt. Nach Überprüfung der Teilkonzernabschlüsse und Finalisierung aller Konsolidierungsschritte durch den Zentralbereich Rechnungswesen der Wilh. Werhahn KG wird der Konzernabschluss der Wilh. Werhahn KG erstellt. Der Konzernlagebericht wird auf Basis von Informationen der Geschäftsbereiche sowie der jeweiligen Zentralbereiche der Wilh. Werhahn KG erstellt. Die Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts erfolgt durch den Vorstand. Risiken in der Werhahn-Gruppe Die Werhahn-Gruppe teilt Risiken in folgende Kategorien ein: externe, leistungswirtschaftliche, finanzielle und interne Risiken. Risiken im Zusammenhang mit der Pandemie durch das Corona-Virus sind im vorliegenden Risikobericht in einem separaten Abschnitt beschrieben. Externe Risiken bestehen in Form politischer oder rechtlicher Umstände sowie durch Naturereignisse und konjunkturelle Entwicklungen. Hierzu gehört besonders eine mögliche Einschränkung der Geschäftstätigkeit in einzelnen Ländern, zum Beispiel durch staatliche Einflussnahme oder kriegerische Auseinandersetzungen sowie Sanktionen jeglicher Art. Ein weiteres Risiko ist, dass geplante Investitionen in manchen Ländern aufgrund einer wirtschaftlichen Instabilität oder einer Finanzkrise nicht durchgeführt werden. Im Zusammenhang mit Länderrisiken bestehen zum Stichtag 31. Dezember 2021 Hermes-Garantien. Leistungswirtschaftliche Risiken bestehen in der Werhahn-Gruppe hauptsächlich in den Bereichen Beschaffung, Produktion und Absatz. Im Bereich Beschaffung bestehen in allen Geschäftsbereichen die größten Risiken in Form möglicher Verteuerung und Verfügbarkeit von Einsatzstoffen wie Energie, Treibstoff und Bitumen sowie von Refinanzierungsmitteln. Für den Geschäftsbereich Natursteine und dessen Produktion von Asphaltmischgut für den Verkehrswegebau ist vor allem Bitumen ein äußerst bedeutsamer Einsatzstoff. Dem wird durch risikoreduzierende Maßnahmen wie Festpreiskontingente für Bitumen und, soweit möglich, die Reduzierung der Bitumeneinsatzquote durch eine Erhöhung der Zugabequote von Recyclingasphalt Rechnung getragen. Im Konsumgüterbereich bestehen neben den Risiken der Verteuerung und Verfügbarkeit das Risiko des Ausfalls von Lieferanten, was zu einem Produktionsstillstand führen könnte. Dem wird durch alternative Bezugsquellen entgegengewirkt. Zur Beschaffung gehört auch die Refinanzierung im Finanzdienstleistungsbereich. Hier bestehen grundsätzliche Risiken in Form einer Verschlechterung der Refinanzierungskonditionen oder des Wegfalls von Kreditlinien. Risikobegrenzende Maßnahmen bestehen in einer stetigen Überprüfung der Refinanzierung und Identifikation neuer Refinanzierungsquellen. Produktionsrisiken wird mit vorbeugenden Instandhaltungs- und Qualitätssicherungsmaßnahmen sowie einer vorausschauenden Investitionsplanung begegnet. Dieses Vorgehen gewährleistet, dass Produktionskapazitäten zuverlässig zur Verfügung stehen und Schäden aus Produktionsausfällen vermieden werden können. Dabei haben auch die Belange des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert. Im Bereich Absatz gibt es eine Reihe von Risiken. Diese sind vor allem durch eine schwächere konjunkturelle Entwicklung bedingt. Hierdurch kann die Nachfrage in den einzelnen Branchen oder Märkten unter Umständen schwanken. Eine schwächere Nachfrageentwicklung birgt zusätzlich das Risiko für das Entstehen eines starken Wettbewerbs- und Preisdrucks. So besteht im Baustoffbereich aufgrund einer Investitionszurückhaltung der öffentlichen Haushalte das Risiko einer rückläufigen Nachfrage nach Produkten für den Verkehrswegebau. Auch im Bereich Konsumgüter kann die Nachfrage konjunkturbedingt zurückgehen und Schwankungen unterliegen. Im Finanzdienstleistungsbereich besteht das Risiko, dass die Kunden bei einem konjunkturellen Abschwung ihren finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Entsprechend wird sowohl beim Leasing- und Factoringgeschäft als auch bei der Kfz-Absatzfinanzierung ein besonderer Fokus auf die Risikoentwicklung und -überwachung gelegt. Entsprechend besteht in den Unternehmensbereichen Baustoffe und Konsumgüter das Risiko von Kundeninsolvenzen, dem durch ein konsequentes Forderungsmanagement, Besicherungen und teilweise durch entsprechende Ausfallversicherungen entgegengewirkt wird. Bestandsrisiken können sich zum Beispiel aus einer geänderten Nachfrage des Kunden oder aus der Lagerdauer und einer damit unter Umständen verminderten Verwertbarkeit von Vorräten ergeben. Insofern werden die Bestände kontinuierlich überwacht, gegebenenfalls sind Abwertungen vorzunehmen oder höhere Preisnachlässe zu gewähren. Finanzielle Risiken bestehen im Rahmen der internationalen Geschäfte insbesondere in Form von Währungsrisiken sowie Zins- und Rohstoffpreisrisiken. Rahmenbedingungen und Vorgehensweise im Umgang mit finanziellen Risiken sind in der Richtlinie Finanzielles Risikomanagement geregelt, die jährlich überprüft wird. Ziel ist die Begrenzung der Risiken auf ein Ausmaß, welches auch bei wesentlichen negativen Entwicklungen Bestand, Wert und Bonität der Gruppe nicht gefährdet. Währungsrisiken werden durch die vollständige Sicherung von kontrahierten Verträgen und geplanten Cashflows eines festgelegten Zeitraums reduziert. Gegebenenfalls festgelegte Limits für ungesicherte Währungspositionen werden laufend überwacht und über externe Sicherungsgeschäfte gesteuert, wobei ausschließlich konservative Finanzinstrumente zum Einsatz kommen. Zinsrisiken können in Form von Cashflow- und Barwert-Risiken bestehen. Da diese beiden Risikoarten nicht ausgeschlossen oder vollständig gesichert werden können, wird in Abhängigkeit vom Grundgeschäft entschieden, welches Risiko am ehesten getragen und gegebenenfalls durch die Weitergabe an Dritte kompensiert werden kann. Die im Rahmen der Finanzstrategie festgelegten Limits werden kontinuierlich überwacht und durch externe Sicherungsgeschäfte gesteuert. Zu den internen Risiken zählen Personal- und Organisationsrisiken sowie IT-, Rechts- und Compliance-Risiken. Der Umgang mit Personalrisiken erfolgt durch eine Vielzahl personalpolitischer Instrumente wie erfolgsabhängiger Vergütungen, Programme zur Qualifizierung von Nachwuchskräften, flächendeckender Weiterbildungsmaßnahmen und ganz besonders den allgemeinen Schutz der Mitarbeitenden. Darüber hinaus gibt es in der Werhahn-Gruppe das sogenannte Employee Assistance Programm (EAP). Hierbei handelt es sich um einen unabhängigen Beratungsdienst für berufliche sowie persönliche, familiäre und finanzielle Fragen der Werhahn-Mitarbeitenden. Organisationsrisiken wird durch eine klare Zuordnung von Verantwortlichkeiten sowie durch organisatorische Regelungen Rechnung getragen. Die geschäftsbereichsbezogenen internen Kontrollsysteme werden systematisch überprüft und weiterentwickelt. Um die zur reibungslosen Abwicklung der Geschäftsprozesse notwendigen IT-Systeme vor unberechtigten Zugriffen und Datenverlusten zu schützen, werden gruppenweit zahlreiche technische und organisatorische Maßnahmen ergriffen und durch externe Audits überprüft. Darüber hinaus werden die IT-Strukturen der einzelnen Bereiche laufend dem Stand der Technik angepasst. Besonderes Augenmerk liegt auch auf der Einhaltung der Datenschutzbestimmungen. Zudem werden laufend umfassende Maßnahmen zur Umsetzung der EU-Datenschutz-Grundverordnung ergriffen. Die Compliance-Systeme der Werhahn-Gruppe werden laufend aktualisiert. In den Geschäftsbereichen der Gruppe sind Compliance-Verantwortliche benannt. Diese Beauftragten kommen mit dem zuständigen Vorstand, dem zentralen Compliance-Beauftragten und der Revision zu regelmäßigen Sitzungen zusammen. Darüber hinaus ist eine Helpline eingerichtet, an die sich Mitarbeitende jederzeit, gegebenenfalls auch anonym, wenden können. Im Rahmen der geschäftlichen Aktivitäten ergeben sich unter Umständen Risiken aus Rechtsstreitigkeiten und -verfahren. Hierzu gehören beispielsweise Risiken in Bezug auf das Patentrecht, Gewährleistungen und die Produkthaftung, das Steuerrecht, das Vertragsrecht sowie das Wettbewerbsrecht. Derartige Risiken werden so weit wie möglich im Vorfeld durch umfassende rechtliche Beratung und interne Richtlinien begrenzt. Weiterhin bestehen für verschiedene rechtliche Risiken entsprechende Versicherungen. Bei schwebenden Verfahren wird, sofern eine Versicherungsdeckung nicht oder nicht in vollem Umfang besteht, finanzielle Vorsorge im Rahmen kaufmännischer Vorsicht vorgenommen. Die Steuererklärungen werden mit großer Sorgfalt erstellt. Gleichwohl kann es im Rahmen von Betriebsprüfungen zu Risiken durch Steuernachforderungen kommen. Risiken im Zuge der Corona-Pandemie: Die zum Infektionsschutz der Bevölkerung vorgenommenen Maßnahmen führen zu starken Einschränkungen des öffentlichen Lebens, unerwarteten Schließungen von Standorten, Fabriken oder Bürogebäuden unserer Lieferanten, Kunden oder der eigenen Betriebe, verbunden mit Störungen von Lieferketten. Wenn Maßnahmen zur Eindämmung kurzfristig eingeleitet werden oder unvorhersehbar lange dauern, erhöht sich das Risiko einer unter Umständen erheblichen Beeinträchtigung unserer Fähigkeit zur Produktion oder Lieferung der durch die Geschäftsbereiche angebotenen Produkte und Dienstleistungen. Zu den wesentlichen Unsicherheiten der COVID-19-Krise gehört weiterhin die Unsicherheit ihrer Dauer, beeinflusst durch mögliche zusätzliche Infektionswellen oder Mutationen des Virus, und die wirtschaftlichen Kosten der von staatlichen Stellen veranlassten Maßnahmen. Deren Auswirkungen zeigen sich vor allem in Form verschobener oder stornierter Aufträge bzw. Investitionen unserer Kunden sowie erhöhter Ausfallrisiken. Weitere mögliche negative Folgen sind ein ungebremster Anstieg der öffentlichen und privaten Schuldenlast, der nicht nur eine Erholung nach der Krise behindert, sondern auch die branchenspezifische Nachfrage besonders der öffentlichen Hand negativ beeinflussen könnte. Außerdem können mögliche schwerwiegende Störungen im Finanzsystem und ansteigende Kunden- und Lieferanteninsolvenzen wahrscheinlicher werden. Einen weiteren gewichtigen Aspekt stellt die Frage dar, in welcher Intensität und Geschwindigkeit sich das Corona-Virus und seine Mutanten immer wieder ausbreiten und die Gesundheit und Verfügbarkeit der Mitarbeitenden der Werhahn-Gruppe gefährden können. Werhahn hat an allen Stellen in der Gruppe Krisenstäbe eingerichtet, um die unterschiedlichen Auswirkungen von COVID-19 sorgfältig zu überwachen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen, wobei der Schwerpunkt dieser Maßnahmen auf der Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeitenden und der Kontinuität der geschäftlichen Aktivitäten liegt. Die Maßnahmen werden auf Konzernebene koordiniert, wobei vorrangig das verantwortliche Management in den einzelnen Geschäften und Ländern befähigt wird, den individuellen Umständen entsprechend angemessene Maßnahmen zu ergreifen. Beispiele für wesentliche Maßnahmen zur Abmilderung der beschriebenen Folgen sind die Nutzung des mobilen Arbeitens sowie mitarbeiterorientierte Gesundheitsmaßnahmen. Sonstige Risiken der künftigen Entwicklung bzw. wesentliche Risiken werden nicht gesehen. Risikobeurteilung und -ausblick Das Risikoniveau in der Werhahn-Gruppe ist unverändert niedrig. Die Risiken zum 31. Dezember 2021 betragen, gewichtet mit ihrer prozentualen Eintrittswahrscheinlichkeit insgesamt 3,2 % des Konzerneigenkapitals, wovon die gewichteten drei größten Einzelrisiken 1,5 % ausmachen. Diese größten Einzelrisiken betreffen eine verringerte Nachfrage der öffentlichen Haushalte, einen starken Anstieg des Bitumenpreises sowie einen Anstieg relevanter Einsatzstoffkosten wie Diesel und Heizbrennstoffe. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Risikolage, ausgedrückt in der Summe der gewichteten Eintrittswahrscheinlichkeiten, deutlich zurückgegangen. Dies ist maßgeblich aber auch auf eine methodische Vereinheitlichung der Risikoabbildung im Bereich Finanzdienstleistungen zurückzuführen. Aus heutiger Sicht sind keine Risiken zu erkennen, die den Fortbestand der Werhahn-Gruppe gefährden könnten. Forschung und Entwicklung Forschung und Entwicklung (F&E) sind Treiber des technologischen Fortschritts und besitzen in den Unternehmen der Werhahn-Gruppe einen hohen Stellenwert. Die Mitarbeitenden in der Forschung antizipieren Kundenwünsche, die in den Entwicklungsabteilungen in marktreife Produkte umgesetzt werden. Darüber hinaus arbeiten die Beschäftigten in der Entwicklung daran, Produktionsprozesse weiter zu optimieren und die Digitalisierung voranzutreiben. Für den Geschäftsbereich Natursteine ist die digitale Transformation von großer Bedeutung. Mit hohem Engagement passt er seine Geschäftsprozesse entsprechend an und erreichte im vergangenen Jahr ein wichtiges Etappenziel, indem er das Kundenportal BAG Cockpit sowie die BAG ON SITE App für die Echtzeitkommunikation zwischen Mischwerk und Baustelle am Markt etablierte. In diesem Zusammenhang entstand auch ein bundesweites Netzwerk von Mitarbeitenden, die intensiv an der Einführung, Verbesserung und Weiterentwicklung digitaler Lösungen arbeiten. Unterstützt werden sie dabei von der BAG-Digitaleinheit sowie Experten der IT-Abteilung. Das Ziel für die nächsten Jahre lautet, Geschäftsprozesse und Datenmodelle zu harmonisieren, neue Technologien zu etablieren und weitere Kompetenzen zu entwickeln. Die Produktforschung im Geschäftsfeld Asphaltmischgut stand im Jahr 2021 im Fokus. Im Zusammenspiel der Zweigniederlassungen, dem TechnologieCentrum, den Kunden und Straßenbaubehörden wurden Erprobungsmaßnahmen zur Verminderung der Herstell- und Einbautemperaturen umgesetzt, welche durch das Messinstitut der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft messtechnisch begleitet wurden. Dadurch wurden zugleich die Grundlagen geschaffen, um die ab 2025 geltenden Grenzwerte bei der Heißverarbeitung von Asphalt zuverlässig einhalten zu können. Im vergangenen Jahr baute der Geschäftsbereich zudem gemeinsam mit verschiedenen Partnern eine Prüfsystematik auf, die die Performance-Eigenschaften von Asphalt ermittelt. Dies war ein wichtiger Schritt für die zukünftige Entwicklung und Dimensionierung von Asphaltbelägen. Die F&E-Aktivitäten im Geschäftsfeld Bauchemie konzentrierten sich 2021 auf die Entwicklung einer kalt zu verarbeitenden, reaktiven Bitumenmasse (Fugenmasse). Ein solches Produkt besitzt einen hohen Mehrwert, weil Fugenmassen aktuell in einem zeitlich aufwendigen Prozess auf der Baustelle heiß verarbeitet werden. Der Transport dorthin erfordert den kostenintensiven Einsatz beheizter Kocher. Eine Fugenmasse, die bei Umgebungstemperatur verarbeitet werden kann, benötigt dagegen keine Heizenergie, reduziert den CO 2 -Ausstoß und eröffnet obendrein neue Anwendungsmöglichkeiten, etwa als Abdichtungsmasse und für kleinere Asphaltsanierungen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt im Geschäftsfeld Bauchemie waren elastische Schienenvergussmassen. Straßenbahnschienen werden in vielen Neubau- und Sanierungsprojekten elastisch auf Polyurethan gelagert. Dadurch schwingen sie stärker als auf einem starren Unterbau, was wiederum die Lärmemission reduziert. Ziel ist die Entwicklung einer bituminösen Vergussmasse mit der gleichen Standfestigkeit wie traditionelle Materialien, jedoch mit einer höheren elastischen Komponente. Der Geschäftsbereich Schiefer analysiert und prüft kontinuierlich mögliche neue Gewinnungsstätten, da hochwertige Abbaufelder für qualifizierten Schiefer rar sind. Nachdem die Reform der Flächenverteilung der Bergbaukonzessionen in Spanien dem Geschäftsbereich 2019 zusätzliche Baufelder gebracht hatte, wurden diese in den folgenden Jahren geologisch untersucht. In diesem Zusammenhang wurde die Erkundung des südlichen Bereichs der Konzession Valdemiguel im Jahr 2021 begonnen, die in diesem Jahr abgeschlossen werden soll. Der Geschäftsbereich Schiefer startete im vergangenen Jahr ein umfassendes Projekt zur Optimierung des Supply-Chain-Management. Eine neue Logistikstrategie soll die Flexibilität in der Produktion erhöhen, die Führung des Lagerbestandes sowie die Lieferfähigkeit verbessern und die Lieferzeiten verkürzen. In diesem Zusammenhang werden die Prozesse weitgehend in SAP und in anderen Systemen standardisiert und automatisiert. Das erhöht deren Effizienz und verbessert die Durchlaufzeiten. Darüber hinaus trieb der Geschäftsbereich 2021 das im Jahr zuvor gestartete Projekt zur Digitalisierung weiter voran. Im Mittelpunkt stand dabei der Aufbau eines Ideenpools zu digitalen Tools, die zur Unterstützung von Vertrieb und Marketing dienen. Die Ergebnisse wurden bewertet und durch einen Marktcheck validiert. Nach einer Wirtschaftlichkeitsanalyse sollen die Tools ab 2022 entwickelt und implementiert werden. Der Geschäftsbereich Zwilling Küche trägt mit seinen F&E-Aktivitäten dem Einzug der Digitalisierung und der Individualisierung von Produkten in die moderne Wohnküche Rechnung. Produktentwicklung erfolgt dabei stets kundenorientiert. So wurde im vergangenen Jahr das Sortiment an Vakuum-Produkten (ZWILLING FRESH & SAVE) unter anderem durch den Sous-vide-Stick erweitert. Er ermöglicht schonendes Garen vakuumierter Lebensmittel im Wasserbad. Seit Ende 2021 ist Zwilling Küche mit einer neuen Interpretation der Filtermaschine auch auf dem Wachstumsmarkt der Kaffeezubereitung vertreten. Im Produktsegment Messer entwickelte der Geschäftsbereich eine Serie mit einer nach Kundenwunsch individualisierbaren farbigen Endkappe. Außerdem wurde die Variante einer Messerserie mit weißen Griffschalen sowie ein Kindermesser eingeführt. Mit STAUB Stackable wurde ein edles gusseisernes Kochgeschirr gelauncht, welches auch in kleinen Küchen platzsparend aufbewahrt werden kann. ZWILLING Z-Cut steht für eine neue Serie von Reib- und Schneidewerkzeugen, die mit einer zum Patent angemeldeten Zahngeometrie besondere Reibqualitäten besitzt. Im Bereich Fertigung analysierte Zwilling Küche verschiedene Projekte zum effizienteren Ressourceneinsatz. Ein erfolgreich abgeschlossenes Projekt zur Verringerung der Fertigungskomplexität im Produktsegment Messer reduzierte die Zahl der Einzeltypen um etwa 35 %. Im Rahmen der Planung seiner globalen Geschäftsprozesse (Enterprise-Resource-Planning, ERP) harmonisierte der Geschäftsbereich die Fertigungsplanung und -steuerung mittels MES-Software (Manufacturing Execution System) und führte diese in Solingen erfolgreich ein. Die Software sorgt dafür, dass Maschinendaten digital erfasst und an die Schnittstelle zum ERP-System übermittelt werden. So ist eine Optimierung von Maschinenbelegung und Rüstzeiten möglich. Wie Zwilling Küche entwickelt auch Zwilling Beauty Group sein Sortiment ständig weiter, greift Trends auf und setzt mit eigenen Innovationen Akzente. Im vergangenen Jahr entwickelte der Geschäftsbereich für die Marke ZWILLING ein neues Sortiment und bietet damit erstmalig neben Produkten für die Hand- und Fußpflege auch Produkte zur Gesichtspflege an. Dazu wurden vorhandene Produkte der Marke TWEEZERMAN adaptiert und aufgewertet. Das Programm umfasst fünf Produkttypen: eine Wimpernzange mit hypoallergenen Pads, einen Wimpernkamm, einen Gesichtshaarentferner, einen Gesichtsmassager sowie einen LED-Kosmetikspiegel mit zehnfacher Vergrößerung. Die Markteinführung ist für die erste Jahreshälfte 2022 geplant. abcfinance forcierte im vergangenen Jahr den Ausbau digitaler Prozesse. Viele strategische Partner, das sind sowohl bedeutende Hersteller als auch Handelsplattformen, wünschen sich, dass die Leasingprozesse von abcfinance in ihre Herstellungs- und Kundenprozesse integriert und vollautomatisiert werden. Hierzu hat abcfinance im Rahmen des SOA-Projektes (serviceorientierte Architektur) begonnen, die heute monolithische IT-Architektur zu einer sehr schnell anpassungsfähigen IT-Landschaft mit einem modernen API-Management (Programmierschnittstellen-Management) zu entwickeln. Die SOA wird auch dazu verwendet, ein modernes domänengesteuertes Design optimierter Prozesse abzubilden. Eine erste Anbindung mit einem Partner in Österreich befindet sich in Vorbereitung. Bank11 hat im Jahr des zehnjährigen Bestehens 2021 ihren Markenauftritt überarbeitet und hat zudem begonnen, die erprobten digitalen Prozesse auf andere Geschäftsfelder zu übertragen, um neue Zielgruppen zu erschließen. In einem sechsmonatigen Pilotprojekt entwickelten Softwareexperten der Bank11 gemeinsam mit einer der größten deutschen Volksbanken die digitale Kreditantragstrecke Vitus. Als sogenannte White-Label-Lösung lässt sich Vitus dem Unternehmensdesign jedes Kooperationspartners anpassen. Diese können dann ihren eigenen Kunden Konsumentenkredite über diese Kreditantragstrecke anbieten. Vitus funktioniert nach der gleichen Logik wie das bereits seit mehreren Jahren im Bereich der Kfz-Absatzfinanzierung etablierte Online-Tool Victor. Mit EvoProtect wurde das Angebot der Kaufpreisversicherung der Bank11 grundlegend überarbeitet. Entstanden ist ein Produkt, das alle Fahrzeugtypen im Unglücksfall über die gesamte Kreditlaufzeit absichert - unabhängig vom Fahrzeughalter. Die Versicherungsleistung, also die Erstattung des Differenzbetrags zwischen Wiederbeschaffungswert und ursprünglichem Kaufpreis, wird über eine laufzeitabhängige Staffel geregelt. Nachhaltigkeit Verantwortungsvolles und nachhaltiges Wirtschaften gehört zu den grundlegenden Werten der Werhahn-Gruppe. Um die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens im Ganzen zu erhalten, nehmen alle Geschäftsbereiche ihre ökonomische, ökologische, soziale und gesellschaftliche Verantwortung ernst. So führen sie kontinuierlich Maßnahmen zur Verbesserung der Ökoeffizienz entlang der gesamten Prozesskette durch. Ziel ist es, natürliche Ressourcen möglichst sparsam einzusetzen und die Belastungen für die Umwelt zu reduzieren. Der Geschäftsbereich Natursteine ist als Baustoffproduzent unmittelbar auf die Ressourcen der Natur angewiesen. Denn die Gewinnung wertvoller Natursteine ist immer mit temporären Eingriffen in die Ökologie und das Landschaftsbild verbunden. Um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen, spielt die Verminderung der CO 2 -Emissionen eine wesentliche Rolle. Dazu wird auch der Geschäftsbereich Natursteine einen Beitrag leisten. Deshalb startete dieser Geschäftsbereich im vergangenen Jahr eine strategische Initiative zur Reduzierung des CO 2 -Ausstoßes in seinen Steinbrüchen. Dabei wurden Maßnahmen identifiziert, mit denen sich die im Wesentlichen durch die Nutzung von Strom, Diesel oder Heizöl verursachten Emissionen senken lassen. Die favorisierte Lösung ist die Installation von Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Energie. Weitere Optionen sind zum Beispiel der Piloteinsatz elektrisch angetriebener Lkw, langfristige Abnahmeverträge für grün erzeugten Strom oder im beschränkten Umfang der Erwerb von Klimaschutzzertifikaten. Für erste Werke wurden standortbezogene CO 2 -Bilanzen erstellt. Geeignete Flächen für die Installation von Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Energie wurden gefunden und bewertet. Zudem wurden technische Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben. Auf der Suche nach einer CO 2 -neutral zu betreibenden Asphaltmischanlage hat der Geschäftsbereich erste Tests zur Substitution des bisherigen Primärbrennstoffs Braunkohlestaub durch alternative Brennstoffe durchgeführt. Die Umsetzung von Pilotprojekten an ausgewählten Standorten wurde vorbereitet und die weitere Diversifizierung der Energieversorgung forciert. Mittel- und langfristig ist nicht nur eine reine Substitution von Braunkohlestaub, sondern auch die Erforschung und Entwicklung alternativer Verfahrenstechniken geplant. Mit einer gezielten lokalen Vermarktung von Gesteinsmehlen, die bei der Zerkleinerung des Gesteins anfallen (Füller), will der Geschäftsbereich Natursteine in Zukunft eine höhere Verwertungsquote erreichen und somit nachhaltiger agieren. Füller lassen sich sowohl in etablierten Kundensegmenten wie Asphalt, Beton oder der Landwirtschaft als auch in neuen Industriezweigen höherwertig verwenden. Eigene Untersuchungen zielen zudem darauf ab, bestimmte Gesteinsmehle als partielle Substitute von Flugasche in Beton zu verwenden. Der Geschäftsbereich Schiefer intensivierte im vergangenen Jahr seine Maßnahmen zur Nachhaltigkeit. Ziel ist es, in 2022 ein ganzheitliches Nachhaltigkeitskonzept zu entwickeln. Dabei sollen ökologische, ökonomische und soziale Aspekte entlang der Wertschöpfungskette berücksichtigt werden. Um ein nachhaltiges Umweltmanagement betreiben zu können, startete der Geschäftsbereich im vergangenen Jahr ein Projekt zur Klimabilanzierung. Dazu gehören auch Umweltproduktdeklarationen, die künftig die nachhaltige Qualität der eigenen Produkte belegen werden. Wenn es um Arbeitssicherheit geht, legt der Geschäftsbereich Schiefer hohe Standards an. So werden regelmäßig die Entstaubungsanlagen und -verfahren optimiert, um die Konzentration von Staub in den Fertigungshallen zu reduzieren. Flexible Mehrschichtsysteme mit geringer Belegungsstärke verringern die Staubexposition an den Arbeitsplätzen zusätzlich. Der Geschäftsbereich plant den Bau einer neuen Fertigungshalle in Spanien, die neben einer nochmals verbesserten Luftreinigung auch ergonomisch optimierte Abläufe für die Mitarbeitenden bieten wird. Der Geschäftsbereich Zwilling Küche veröffentlichte im vergangenen Jahr erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht. In allen Handlungsfeldern - Energieeffizienz und Umwelt, nachhaltige Produkte und Verpackung, Lieferketten sowie Mitarbeitende und soziale Verantwortung - wurden Strukturen geschaffen und Projekte gestartet, um einen verbesserten Beitrag vor allem zum Klimaschutz zu leisten. Ziel ist es, bis 2030 an allen Produktionsstandorten klimaneutral zu arbeiten. Um dies zu erreichen, wurden 2021 für jeden Standort mehrjährige Pläne definiert, aus denen sich Investitionen in Produktionsprozesse mit geringerem Energieverbrauch und weniger CO 2 -Emissionen ableiten. Auch bei der Entwicklung neuer Produkte achtet Zwilling Küche verstärkt auf einen verbesserten CO 2 -Fußabdruck. So wird geprüft, inwieweit recycelte Materialien bei einer nachhaltigen Messerserie sowie einer nachhaltigen Pfanne verwendet werden können. Bei der Verpackung von Messern und Bestecken vermeidet der Geschäftsbereich Kunststoffe, wo immer es möglich ist. Die Besteckverpackung wurde bereits komplett auf plastikfrei umgestellt. Neben den im Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz definierten Anforderungen legt Zwilling Küche Wert darauf, dass seine Lieferanten die gleichen sozialen und ethischen Standards erfüllen, an denen sich auch der Geschäftsbereich selbst messen lässt. Um die Einhaltung der Umwelt-, Sozial- und Governance-Regeln zu kontrollieren, etablierte Zwilling Küche im vergangenen Jahr einen Bewertungs- und Monitoringprozess. Der Geschäftsbereich ist bereits seit 2017 Mitglied der amfori Business Social Compliance Initiative (BSCI), nach deren Standards Lieferanten in BSCI-Risikoländern auditiert und monitort werden. Ab 2022 macht Zwilling Küche zudem die Umweltstandards der amfori Business Environmental Performance Initiative (BEPI) für seine Lieferanten zur Pflicht. Der Geschäftsbereich Zwilling Beauty Group startete 2021 ein gruppenweites Nachhaltigkeitsprojekt. Ziel ist es, bis 2030 klimaneutral zu agieren. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung nachhaltiger Produkte und Verpackungen. In einem ersten Schritt wurden im vergangenen Jahr die CO 2 -Fußabdrücke verschiedener Produkte ermittelt. In den USA schloss die Marke TWEEZERMAN den zweiten Teil eines Projekts zur Entfernung von Plastikhüllen aus den Verpackungen ab. Zudem wurden die äußeren Versandverpackungen auf recycelbares Material umgestellt und weitere Kunststoffe aus den Versandkartons entfernt. In China richtete der Geschäftsbereich Sortieranlagen für Produktionsabfälle ein. Eine Umstellung der Drucktechnik für die Anbringung von Logos soll dort zu einem geringeren Verbrauch chemischer Materialien führen. In Deutschland trugen der Austausch des Fuhrparks durch Hybridfahrzeuge sowie die ausschließliche Nutzung von Ökostrom zum Klimaschutz bei. abcfinance entwickelt Finanzierungslösungen für umweltfreundliche Energietechnologien. Im Mittelpunkt steht dabei die Branchenlösung green-energy-solutions. Dabei erstellt ein Kompetenzteam passgenaue Finanzierungen für Objekte, die in erster Linie der Energieversorgung dienen, wie zum Beispiel Photovoltaikanlagen oder Energiespeicher. Auch Bank11 trägt unter anderem mit besonderen Finanzierungskonditionen für E-Fahrzeuge und E-Scooter zur Umstellung auf neue Formen der Mobilität bei. Der von Bank11 gegründete markenunabhängige Auto-Abodienst smive ermöglicht seinen Nutzern eine flexible und verbrauchsgesteuerte Mobilität. Gleichzeitig ist er ein Beitrag zu einer nachhaltigeren Entwicklung des Verkehrs. Die Dienstwagenflotte von Bank11 wird sukzessive auf vollelektrische Fahrzeuge umgestellt. Prognose- und Chancenbericht Gesamtwirtschaftliche Prognose Der IWF geht in seiner Prognose aus dem Januar 2022 für die Weltkonjunktur nach dem geschätzten (Wieder-)Anstieg im Jahr 2021 von 5,9 % für das Jahr 2022 von einem weiteren spürbaren Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 4,4 % aus. Die Entwicklung ist dabei regional leicht unterschiedlich. Im Euroraum wird für 2022 ein Anstieg von 3,9 % erwartet, während für die USA mit einem Wachstum von 4,0 % und für China mit einem Anstieg der Konjunktur von 4,8 % gerechnet wird. Insgesamt wird in den sogenannten "emerging markets and developing economies" eine Erholung des BIP von 5,9 % erwartet. Für den deutschen Markt erwartet der IWF im Jahr 2022 ein Wachstum des BIP von 3,8 % (i. Vj. geschätzt 2,7 %). Trotz der anhaltenden Unsicherheit infolge der Pandemie und der immer größeren Belastungen der öffentlichen Haushalte wird also weiterhin mit positiven Impulsen aus der konjunkturellen Entwicklung gerechnet. Die Größenordnung wird dabei aber gegenüber anderen großen Volkswirtschaften etwas niedriger erwartet. In seiner Prognose hebt der IWF hervor, dass die prognostizierte Erholung der Wirtschaft anhält, sich das Ausmaß aber gegenüber den letzten Prognosen spürbar abgeschwächt hat. Die Ursachen sieht der IWF neben der Gefahr einer Pandemie-Verlängerung durch neue Virusvarianten hauptsächlich in möglichen Störungen der Lieferketten, Energiepreisschwankungen sowie Lohndruck. Hieraus entstehende Inflationsgefahren sowie die in den letzten beiden Jahren stark gestiegene Verschuldung der öffentlichen Hände sind aus IWF-Sicht wesentliche Treiber für die spürbar gestiegenen globalen Risiken der wirtschaftlichen Entwicklung. Der Internationale Währungsfonds (IWF) wies bereits zwei Wochen nach dem russischen Angriff darauf hin, dass dieses Ereignis erhebliche Folgen für die Weltwirtschaft haben wird, und kündigte eine korrigierte globale Konjunkturprognose für April - somit nach Drucklegung dieses Geschäftsberichts - an. Chancen der zukünftigen Entwicklung In der Werhahn-Gruppe besteht in den einzelnen Geschäftsbereichen eine Reihe von Chancen für eine gegenüber der Jahresplanung bessere Entwicklung der geschäftlichen Lage. Im Geschäftsbereich Natursteine bestehen Chancen darin, dass der Zustand des deutschen Straßennetzes sowie das steigende Verkehrsaufkommen zusätzliche Investitionen in die Verkehrswege mehr denn je erforderlich machen. Weitere Perspektiven können sich durch eine Wiederaufnahme der regulären Ausschreibungsaktivität bei schrittweisem Wegfall der Corona-Beschränkungen sowie regionale Sonderkonjunkturen durch die Hochwassersanierungen ergeben. Außerdem entstehen Wachstumschancen durch die vorhandene Marktpräsenz, moderne Werke und Logistik sowie durch die Nutzung von Geschäftschancen infolge des Einzugs der Digitalisierung in die Geschäftsprozesse des Straßenbaus. Im Geschäftsbereich Schiefer bestehen Chancen vor allem in einem Ausbau neuer Anwendungsgebiete (Fassadensysteme) und einem Abbau des Modernisierungsstaus (Sanierung alter Asbestdächer). Weitere Chancen können durch eine Erschließung weiterer Kundensegmente im Inland sowie die intensive Bearbeitung der ausländischen Märkte entstehen. Im Unternehmensbereich Konsumgüter ergeben sich zusätzliche Chancen durch einen Abbau von globalen Handelsstreitigkeiten und wegfallende Zölle. Zusätzliche Chancen könnten durch den forcierten Ausbau eigener Distributionskanäle sowohl im Online-Bereich als auch im Offline-Bereich durch eigene Shops entstehen. Weitere Chancen eröffnen sich durch Produktinnovationen, durch großvolumige Projektgeschäfte und die Gewinnung neuer Key Accounts. Außerdem bestehen Chancen durch eine besser als erwartete Entwicklung der relevanten Währungskurse. Schließlich könnte eine Verstetigung des Trends zum stärkeren Rückzug vieler Menschen in den häuslichen Bereich (sog. "Cocooning") zusätzliche Geschäftschancen eröffnen. Im Finanzdienstleistungsbereich wird der Absatzmarkt für die angebotenen Leistungen weiterhin als attraktiv eingeschätzt. Darüber hinaus bieten sich Chancen für weiteres organisches sowie akquisitorisches Wachstum. Ein Ausbau der Auslandsaktivitäten und strategische Kooperationen bieten zusätzliche Wachstumschancen. Darüber hinaus eröffnen sich zusätzliche Geschäftschancen durch die in diesem Bereich schnell voranschreitende Digitalisierung. Ausblick 2022 Die Geschäftsentwicklung der Werhahn-Gruppe wird traditionell in den ersten Monaten des Jahres besonders von dem Jahreszeit- und witterungsabhängigen Baustoffbereich beeinflusst. Die Entwicklung zum Jahresauftakt lag dort witterungsbedingt über dem Vorjahr. Der Unternehmensbereich Konsumgüter erzielte ein Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres, während der Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen einen guten Jahresauftakt über Vorjahr verzeichnete. Die Aussagekraft der ersten Monate für das Gesamtjahr ist jedoch begrenzt. Für das Gesamtjahr 2022 erwartet der Vorstand gemäß der im Dezember 2021 erstellten Planung bei einem moderaten Anstieg des Umsatzes ein weiterhin deutlich positives EBITA sowie Ergebnis vor Steuern. Beide Ergebnisgrößen werden aber gegenüber dem sehr guten Niveau des Berichtsjahres auf einem etwas abgeschwächten Niveau erwartet. Hauptgrund für diese Einschätzung ist zum einen die Erwartung, dass die ausgesprochen positive Entwicklung im Geschäftsbereich Zwilling Küche im Jahr 2022 durch geringere Sondergeschäfte, negative Währungseffekte sowie steigende Kosten etwas gebremst wird und zusätzlich die weitgehende Vollauslastung der Werke kurzfristig weitere Wachstumschancen verhindert. In dem Bereich Baustoffe werden verbesserte Mischgutmengen und -margen erwartet, die durch den Wegfall positiver Einflüsse aus 2021 und Transformationskosten hinsichtlich Digitalisierung und Nachhaltigkeit im Jahr 2022 gedämpft werden. Weitere negative Einflüsse durch den Krieg in der Ukraine, wie zum Beispiel Preissteigerungen und eingeschränkte Verfügbarkeiten von Einsatzstoffen, sind bereits spürbar. Die konkreten Auswirkungen auf den Bereich Baustoffe sind gegenwärtig noch nicht abzusehen. Im Bereich Finanzdienstleistungen wird in Teilen des Geschäfts ein Ergebnisrückgang aufgrund steigender Risikovorsorge nach Auslaufen der staatlichen Schutzmaßnahmen sowie höherer Kosten erwartet. Im Übrigen wird die im Jahr 2021 erworbene neue Geschäftsaktivität FiberLean Technologies im Jahr 2022 gemäß Plan noch steigende Anlaufverluste generieren. Die vorstehend beschriebene Einschätzung auf Basis der Planung aus Dezember 2021 über die erwartete Entwicklung der Werhahn-Gruppe wurde aufgrund der Corona-Pandemie sowie der aktuell unsicheren politischen Lage aufgrund des Krieges in der Ukraine unter erhöhter Planungsunsicherheit vorgenommen. KonzernbilanzAktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns
Anlagenspiegel des Konzerns (Anlage zum Anhang)
Kapitalflussrechnung des Konzerns
Der Finanzmittelfonds setzt sich aus den folgenden Posten zusammen:
Eigenkapitalspiegel des Konzerns
KonzernanhangAllgemeine Angaben Der Konzernabschluss der Wilh. Werhahn KG, mit Sitz in Neuss, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Neuss unter der Nummer HRA 4096, ist nach den Vorschriften der §§ 13 ff. Publizitätsgesetz (PublG) - unter Verzicht auf die Erleichterungen nach § 13 Abs. 3 Satz 1 und 2 PublG - in Verbindung mit den §§ 294 ff. Handelsgesetzbuch (HGB) aufgestellt und wird im Bundesanzeiger veröffentlicht. Gemäß § 297 Abs. 1 HGB besteht der Konzernabschluss aus der Konzernbilanz, der Konzerngewinn- und -verlustrechnung, dem Konzernanhang, der Kapitalflussrechnung sowie dem Eigenkapitalspiegel. Die Deutschen Rechnungslegungs Standards (DRS) wurden angewendet, sofern gesetzliche Anforderungen an die Rechnungslegung durch einen DRS konkretisiert werden und es sich dabei um Auslegung der allgemeinen gesetzlichen Grundsätze handelt. Der Konzernabschluss wurde in Tausend Euro aufgestellt. Zur besseren Übersicht sind in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung verschiedene Posten zusammengefasst und im Anhang erläutert. Darüber hinaus wurde die Bilanz wie in den Vorjahren um gesonderte Posten des Finanzdienstleistungsgeschäfts erweitert. Konsolidierungskreis Der Anteilsbesitz ist auf den Seiten 134 bis 143 aufgeführt. In den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 werden sämtliche dort unter 1. Verbundene konsolidierte Unternehmen ausgewiesene Gesellschaften einbezogen. Der Konsolidierungskreis umfasst neben der Wilh. Werhahn KG 93 inländische (i. Vj. 91) sowie 50 ausländische (i. Vj. 47) Gesellschaften. Im Berichtsjahr wurden zehn Gesellschaften erstmals einbezogen. Dabei wurden fünf Unternehmen neu gegründet und weitere fünf Unternehmen akquiriert. Von den insgesamt fünf Abgängen wurde ein Unternehmen verkauft und vier Unternehmen wurden wegen untergeordneter Bedeutung entkonsolidiert. Gemäß § 296 Abs. 2 HGB werden 68 Verbundene Unternehmen nicht konsolidiert, da deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns auch insgesamt von untergeordneter Bedeutung ist. Auf eine Equity-Bewertung wird ebenfalls wegen untergeordneter Bedeutung verzichtet. Der Umsatz dieser Gesellschaften beträgt zusammen weniger als 4 % des Konzernumsatzes und die Vermögensgegenstände betragen zusammen weniger als 2 % der Konzernbilanzsumme. In den rechtlichen und geschäftlichen Beziehungen zu diesen Unternehmen ergeben sich keine Besonderheiten. Alle 14 unter 2. Assoziierte at-equity Unternehmen aufgeführten Gesellschaften werden nach der Equity-Methode bewertet. Weitere Assoziierte Unternehmen sind in Bezug auf Umsatz und Bilanzsumme und in Bezug auf deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wegen ihrer insgesamt untergeordneten Bedeutung nicht at-equity in den Abschluss einbezogen. Konsolidierungsgrundsätze Die Verbundenen konsolidierten Unternehmen werden zum Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung, ihrer Gründung oder bei Überschreitung von Größenkriterien, sofern bisher auf eine Einbeziehung wegen untergeordneter Bedeutung verzichtet wurde, in den Konzernabschluss einbezogen. Die Kapitalkonsolidierung der Gesellschaften erfolgt nach der Neubewertungsmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem Konzernanteil an deren neubewertetem Eigenkapital. Ein nach der Aufdeckung stiller Reserven verbleibender aktivischer Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen. Die Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt linear über ihre individuelle betriebliche Nutzungsdauer. Die Abschreibungsdauern der wesentlichen Geschäfts- oder Firmenwerte des Konzerns werden in der folgenden Tabelle in Gruppen zusammengefasst und erläutert: Nutzungsdauer der Geschäfts- oder Firmenwerte
Werden nach Erlangung der Beherrschung weitere Anteile an Verbundenen konsolidierten Unternehmen ohne Statusveränderung erworben oder veräußert, werden diese Transaktionen nach der Erwerbsmethode konsolidiert. Assoziierte Unternehmen werden nach der Buchwertmethode at-equity bewertet. Die Ermittlung des Unterschiedsbetrags aus der Equity-Bilanzierung erfolgt zu dem Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen assoziiertes Unternehmen geworden ist bzw. zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung, sofern bisher wegen untergeordneter Bedeutung auf eine Einbeziehung verzichtet wurde. Ein bei erstmaliger Equity-Bewertung entstehender Geschäfts- oder Firmenwert wird innerhalb der Anteile an Assoziierten at-equity Unternehmen geführt und planmäßig über 15 Jahre abgeschrieben. Die Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Equity-Bewertung betrugen zum Bilanzstichtag 243 T €, bei Abschreibungen von 40 T €. Vor Durchführung der Equity-Bewertung bestand eine Differenz zwischen den Beteiligungsbuchwerten und dem anteiligen Eigenkapital der Assoziierten at-equity Unternehmen von 8.886 T € bzw. - 2.206 T €. Die vollkonsolidierten einbezogenen Abschlüsse der in- und ausländischen Tochtergesellschaften werden nach den in der Werhahn Accounting-Richtlinie vorgegebenen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden einheitlich aufgestellt. Forderungen und Verbindlichkeiten, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse zwischen konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Bei den nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen werden ebenfalls Zwischenergebnisse im Anlage- und Umlaufvermögen eliminiert. Währungsumrechnung Die Berichtswährung der Werhahn-Gruppe ist der Euro. Bei Abschlüssen konsolidierter Tochterunternehmen, die in fremder Währung aufgestellt sind, werden die Bilanzposten zum Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtags in Euro bewertet. Ausnahme ist das Eigenkapital, das zum historischen Kurs angesetzt wird. Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden zum Jahresdurchschnittskurs in Euro umgerechnet. Durch die Währungsumrechnung bedingte Differenzen werden erfolgsneutral innerhalb des Konzerneigenkapitals in der Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung ausgewiesen. Die für die Werhahn-Gruppe wichtigsten Wechselkurse sind:
Befreiung von Offenlegungspflichten Die nachfolgende Personengesellschaft ist gemäß § 264b HGB durch die Einbeziehung in den vorliegenden Konzernabschluss von der Verpflichtung des § 264a Abs. 1 HGB befreit:
Für folgende Tochtergesellschaften wird von der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 264 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht:
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze der Wilh. Werhahn KG gelten auch für den Konzernabschluss. Abschlüsse einbezogener Tochterunternehmen, die nach abweichenden Grundsätzen bilanzieren, werden angepasst. Nur in unwesentlichen Fällen unterbleibt eine Anpassung. Aktivierungswahlrechte werden überwiegend nicht in Anspruch genommen. Immaterielle Vermögensgegenstände einschließlich der Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung werden mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen erfolgen nach der linearen Methode pro rata temporis über Nutzungsdauern von 3 bis 15 Jahren. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden in Ausübung des Wahlrechts gemäß § 248 Absatz 2 HGB seit 2020 aktiviert. Diese umfassen selbst erstellte Software, die aufgrund ihrer besonders gestiegenen Bedeutung auf die tatsächlichen Verhältnisse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bilanziell erfasst werden. In den Herstellungskosten für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden neben dem Werteverzehr des Anlagevermögens und den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht berücksichtigt. Die Entwicklungskosten werden ab dem Zeitpunkt der Erfüllung der Ansatzkriterien in die Herstellungskosten einbezogen. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, bei abnutzbaren Gegenständen abzüglich planmäßiger Abschreibungen auf Basis der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von 2 bis 50 Jahren. Abschreibungen auf Vermögensgegenstände, die vor dem 1. Januar 2010 angeschafft wurden, werden - soweit im Konzernabschluss zulässig - auf der Grundlage der steuerlich zulässigen Höchstbeträge vorgenommen. Danach erworbene Vermögensgegenstände werden linear pro rata temporis abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit einem niedrigeren Wert erforderlich ist. Zinsen für die Aufnahme von Fremdkapital finden keine Berücksichtigung in den Herstellungskosten. Anteile an Verbundenen nicht konsolidierten Unternehmen, Sonstigen assoziierten Unternehmen und Sonstigen Beteiligungen sind zu Anschaffungskosten bzw. fortgeführten niedrigeren Buchwerten bilanziert. Wesentliche Beteiligungen an Assoziierten Unternehmen werden at-equity nach der Buchwertmethode in den Konzernabschluss einbezogen. Ausleihungen sind mit dem Nennbetrag oder dem niedrigeren Barwert angesetzt. Wertpapiere des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit einem niedrigeren Wert erforderlich ist. Leasinggegenstände aus Finanzdienstleistungen werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen angesetzt. Leasinggegenstände werden nach der linearen Methode über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Abschreibung von vor 2015 angeschafften Leasinggegenständen erfolgt über die Vertragslaufzeit. Forderungen aus Finanzdienstleistungen werden mit ihren Nennbeträgen angesetzt. Sowohl Einzelrisiken als auch das allgemeine Kreditrisiko werden durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt. Bei den Vorräten werden die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten. Die Herstellungskosten bestehen aus den Material- und Fertigungseinzelkosten sowie den Sondereinzelkosten der Fertigung. Daneben werden auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie der Werteverzehr von Anlagevermögen, soweit dies durch die Herstellung des Wirtschaftsguts veranlasst ist, einbezogen. Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer sowie geminderter Verwendbarkeit ergeben, finden durch angemessene Wertabschläge Berücksichtigung. Der verlustfreien Bewertung wird Rechnung getragen. Der Ansatz der Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zu den jeweiligen Nennbeträgen. Möglichen Risiken wird durch individuelle Abschreibungen und Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Die Umrechnung der langfristigen Fremdwährungsforderungen erfolgt zum Einbuchungs- bzw. zum ungünstigeren Kurs des Bilanzstichtags. Kurzfristige Fremdwährungsforderungen werden grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtags umgerechnet. Wertpapiere des Umlaufvermögens sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Tageswerten angesetzt. Kassen- und Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks werden mit dem Nominalwert angesetzt. Bestände in Fremdwährung werden zum Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtags umgerechnet. Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten gebildet. Zusätzlich werden latente Steuern auf steuerliche Verlust- und Zinsvorträge, die voraussichtlich innerhalb der nächsten fünf Jahre genutzt werden können, aktiviert. Von dem Wahlrecht zur Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern wird Gebrauch gemacht. Verbleibt anschließend ein Aktivüberhang aus dem Einzelabschluss, so wird dieser im Konzernabschluss nicht gebucht. Soweit sich ein Passivüberhang ergibt und weitere aufrechnungsfähige und unbeschränkt vortragsfähige Verlust- und Zinsvorträge bestehen, werden darauf bis zur Höhe des passiven Überhangs weitere latente Steuern aktiviert. Auf Geschäfts- oder Firmenwerte, die erst durch die Kapitalkonsolidierung entstehen, werden keine latenten Steuern passiviert. Nicht erfasst werden ebenfalls Latenzen auf Differenzen aus dem steuerlichen Wertansatz an einem Verbundenen konsolidierten oder Assoziierten at-equity Unternehmen und dem handelsrechtlichen Wert des im Konzernabschluss angesetzten Nettovermögens. Latente Steuern gemäß § 306 HGB werden mit denen aus Einzelabschlüssen gemäß § 274 HGB zusammengefasst. Es kommen die unternehmensindividuellen Steuersätze zur Anwendung, die zum Zeitpunkt der Auflösung der zeitlichen Differenzen voraussichtlich gelten. Die Steuersätze liegen zwischen 9,0 % und 34,5 %. Rückstellungen werden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlichen Erfüllungsbetrag angesetzt und bei einer Restlaufzeit von über einem Jahr mit dem von der Deutschen Bundesbank für die jeweilige Laufzeit ermittelten Marktzinssatz abgezinst. Der Erfüllungsbetrag von Pensionsrückstellungen wird, soweit vorhanden, mittels zukünftig zu erwartender Gehalts- und Rententrends von 0,0 % bis 3,5 % sowie Annahmen über zukünftige Mitarbeiterfluktuationen errechnet. Soweit zulässig, wird das Teilwertverfahren auf Basis der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck angewendet. Zur Abzinsung der Pensionsrückstellungen wird der von der Deutschen Bundesbank ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz der letzten 10 Jahre angewendet, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen wurde zum 31. Dezember 2021 ein Zinssatz von 1,87 % herangezogen. Effekte aus der Abzinsung der Pensionsrückstellungen sowie aus der Änderung des Zinssatzes für die Abzinsung wurden im Zinsergebnis berücksichtigt. Bei Vorliegen von Vermögensgegenständen, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen (Deckungsvermögen), erfolgte eine Verrechnung mit den Rückstellungen. Der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens wird mittels externer Bewertungsgutachten oder kursnotierter Marktpreise ermittelt. In der Position Pensionsrückstellungen werden außerdem die Verpflichtungen der US-Tochtergesellschaften für die Krankenversicherung der Mitarbeitenden nach Eintritt in den Ruhestand berücksichtigt. In dem gesondert ausgewiesenen Posten Verpflichtungen aus Finanzdienstleistungen werden die Verbindlichkeiten der Finanzdienstleistungsgesellschaften mit den jeweiligen Erfüllungsbeträgen bilanziert. Daneben werden Abgrenzungen aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft erfasst. Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag bilanziert. Langfristige Verbindlichkeiten in fremden Währungen werden zum Kurs des Einbuchungs- bzw. zum ungünstigeren Kurs des Bilanzstichtags umgerechnet. Abweichend davon werden kurzfristige Verbindlichkeiten grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtags bewertet. Stichtag der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen Die in den Konzernabschluss einbezogenen vollkonsolidierten Tochterunternehmen bilanzieren grundsätzlich zum 31. Dezember. Ausnahmen sind die Gesellschaften Tweezerman (India) Pvt. Ltd., Ital Beauty Nippers (India) Pvt. Ltd., ZWILLING Kitchen India Pvt. Ltd. sowie FiberLean Technologies India Pvt. Ltd., deren Abschlussstichtag der 31. März ist. Diese Gesellschaften werden mit einem Zwischenabschluss in den Konzernabschluss der Werhahn-Gruppe einbezogen. Stichtag der Assoziierten at-equity Unternehmen ist der 31. Dezember. Erläuterungen zur Bilanz 1 Anlagevermögen Die Aufgliederung und Entwicklung des Immateriellen und des Sachanlagevermögens, der Finanzanlagen sowie der Leasinggegenstände aus Finanzdienstleistungen sind auf den Seiten 110/111 dargestellt. Aus dem Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten von 16.896 T€ wurden im Geschäftsjahr Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände von 6.164 T€ aktiviert. Die Geschäfts- oder Firmenwerte stammen überwiegend aus der Kapitalkonsolidierung. Aus den Akquisitionen des Geschäftsjahres resultieren Zugänge bei den Geschäfts- oder Firmenwerten in Höhe von 67.729 T €. Das Anlagevermögen beinhaltet Leasinggegenstände aus Finanzdienstleistungen von 1.660.315 T € (i. Vj. 1.733.654T €). Das Anlagevermögen entfällt mit 104.558 T € auf erstkonsolidierte Gesellschaften. Hierbei handelt es sich mit 94.795 T € im Wesentlichen um Immaterielle Vermögensgegenstände. Im Vorjahreswert sind 6.091 T € aus entkonsolidierten Gesellschaften enthalten, wovon 5.908 T € auf das Sachanlagevermögen entfallen. Von den Abschreibungen entfallen 9.457 T€ auf erstkonsolidierte Gesellschaften. Im Vorjahr resultieren 835 T€ der Abschreibungen aus entkonsolidierten Gesellschaften. In den Abschreibungen sind außerplanmäßige Abschreibungen von 69.785 T € (i. Vj. 86.371 T €) enthalten. Davon entfallen 68.426 T € auf Leasinggegenstände aus Finanzdienstleistungen. 2 Forderungen aus Finanzdienstleistungen
3 Vorräte
Von den Vorräten entfallen 14.165 T € auf erstkonsolidierte Gesellschaften. Im Vorjahreswert sind 9.988 T € aus entkonsolidierten Gesellschaften enthalten. 4 Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände
Aus Lieferungs- und Leistungsbeziehungen resultieren 263 T € der Forderungen gegen Verbundene Unternehmen und 2.277 T € der Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht. 5 Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks Von dem Bestand an Kassen- und Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks in Höhe von 1.122.827 T € unterliegen 1.035 T € einer Verfügungsbeschränkung. In dieser Position sind Kassen- und Bundesbankguthaben des Unternehmensbereichs Finanzdienstleistungen und der Bankhaus Werhahn GmbH von 1.019.618 T € enthalten. 6 Aktive latente Steuern Nach Saldierung mit Passiven latenten Steuern ergab sich im Konzernabschluss ein Überhang an Aktiven latenten Steuern von 838 T €. Passivüberhänge aus den Tochtergesellschaften in Höhe von 5.476 T € wurden von den Aktiven latenten Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen überkompensiert. Unsaldiert ergeben sich Passive latente Steuern von 14.559 T € sowie Aktive latente Steuern von 15.397 T €. Dabei haben sich im Geschäftsjahr die Aktiven latenten Steuern um 2.436 T € und die Passiven latenten Steuern um 1.781 T € erhöht. Die Passiven latenten Steuern resultieren überwiegend aus Sachanlagen und Immateriellen Vermögensgegenständen, wohingegen die Aktiven latenten Steuern im Wesentlichen bei Vorräten und Forderungen aus Finanzdienstleistungen entstanden sind. Latente Steuern auf Verlustvorträge sind nur in geringem Umfang enthalten. Aktivüberhänge aus den Einzelgesellschaften werden nicht angesetzt. Die Berücksichtigung der Aktivüberhänge hätte im Konzern zu Aktiven latenten Steuern von 94.680 T € geführt. Aus der Aktivierung Selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände resultieren Passive latente Steuern von 2.238 T€. 7 Eigenkapital Das Eigenkapital im Konzernabschluss beinhaltet neben dem ausgewiesenen Eigenkapital der Wilh. Werhahn KG und dem Gewinnvortrag im Konzern den Konzernjahresüberschuss und die nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Diese betreffen überwiegend außenstehende Gesellschafter in den Unternehmensbereichen Baustoffe und Konsumgüter. Die Anteile von nicht beherrschenden Gesellschaftern am Gewinn und Verlust betrugen 21.643 T € bzw. 1.023 T €. Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals ist im Eigenkapitalspiegel dargestellt. Zum Bilanzstichtag lagen Ausschüttungssperren nach deutschem Recht in Höhe von 16.249 T € und nach lokalem Recht in Höhe von 2.312 T € vor. 8 Rückstellungen
Mit den Pensionsrückstellungen und mit den Rückstellungen für Personalkosten sind Vermögensgegenstände zur Deckung von Altersversorgungs- und ähnlichen Verpflichtungen mit Zeitwerten von insgesamt 1.039 T € bzw. 594 T € verrechnet worden. Die historischen Anschaffungskosten des Deckungsvermögens beziffern sich auf 761 T € bzw. 711 T €. Ohne Verrechnung hätten die Pensionsrückstellungen 125.139 T € und die Rückstellungen für Personalkosten 76.782 T € betragen. Der Unterschiedsbetrag zwischen der Bewertung der Pensionsrückstellungen mit dem 10-Jahres-Durchschnittszinssatz und dem 7-Jahres-Durchschnittszinssatz beträgt zum Bilanzstichtag 7.873 T €. Von den Rückstellungen entfallen 2.801 T € auf erstkonsolidierte Gesellschaften. Im Vorjahreswert sind 7.784 T € aus entkonsolidierten Gesellschaften enthalten. 9 Verpflichtungen aus Finanzdienstleistungen
Die Verpflichtungen aus Finanzdienstleistungen dienen der Refinanzierung der Gesellschaften des Unternehmensbereichs Finanzdienstleistungen. Bei den Abgrenzungen handelt es sich vorwiegend um Rechnungsabgrenzungsposten für noch nicht fällige Einnahmen im Leasinggeschäft. Zum Stichtag lagen Verpflichtungen aus Finanzdienstleistungen mit einer Restlaufzeit von über fünf Jahren in Höhe von 293.139 T€ (i. Vj. 471.233 T €) vor. 10 Verbindlichkeiten
Zum Stichtag lagen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über fünf Jahren in Höhe von 6.790 T € (i. Vj. 4.922 T €) vor. Für Verbindlichkeiten in Höhe von 13.767 T € sind Sicherheiten in Form von Grundpfandrechten, Sicherungsübereignungen und sonstigen Rechten bestellt. Ursächlich für 1.440 T € der Verbindlichkeiten gegenüber Verbundenen Unternehmen und 8.897 T € der Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, waren Lieferungs- und Leistungsbeziehungen. In den Verbindlichkeiten sind 8.489 T € aus erstkonsolidierten Gesellschaften enthalten. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt. 11 Umsatzerlöse Der Umsatz enthält Erlöse aus dem Verkauf von Produkten, vermindert um Skonti und Preisnachlässe, sowie aus der Vermietung oder Verpachtung und der Erbringung von Dienstleistungen. Des Weiteren wird in dieser Position der Umsatz aus dem Bank- und Leasinggeschäft ausgewiesen. Von den Umsatzerlösen entfallen 10.066 T € auf erstkonsolidierte Gesellschaften. In den Umsatzerlösen des Vorjahres sind 21.867 T € aus entkonsolidierten Gesellschaften enthalten. Nach Unternehmensbereichen
Nach Regionen
12 Sonstige betriebliche Erträge In diesem Posten sind im Wesentlichen die aperiodischen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (17.364 T€), Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen (8.596 T€) sowie Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen (1.586 T€) enthalten. Darüber hinaus wurde ein einmaliger Ertrag in Höhe von 3.500 T€ aus einer nachträglichen Kaufpreisanpassung im Zusammenhang mit einem früheren Unternehmensverkauf realisiert. Die Sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten zudem unter anderem Kursgewinne (11.536 T €, i. Vj. 5.965 T €). 13 Materialaufwand Der Materialaufwand betrug 2.148.294 T € (i. Vj. 1.898.512 T €), wovon 911.090 T € (i. Vj. 771.622 T €) für Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe und Waren und 88.027 T € (i. Vj. 85.203 T €) für bezogene Leistungen aufgewandt wurden. Zusätzlich enthält der Materialaufwand insbesondere Refinanzierungskosten aus dem Bank- und Leasinggeschäft, Einstandskosten für Mietkaufobjekte, den Aufwand für Ausgangsfrachten, abgegangene Restbuchwerte von verkauften Leasinggegenständen, Energieaufwand sowie Vermittlungsprovisionen aus dem Bank- und Leasinggeschäft. Materialaufwand in Höhe von 4.930 T€ entfällt auf erstkonsolidierte Gesellschaften. Im Materialaufwand des Vorjahres sind 10.032 T€ aus entkonsolidierten Gesellschaften enthalten. 14 Personalaufwand
Im Personalaufwand sind 7.508 T € aus erstkonsolidierten Gesellschaften enthalten. Im Vorjahr resultierten 11.128 T € aus entkonsolidierten Gesellschaften. Durchschnittlich waren während des Geschäftsjahres an Mitarbeitenden beschäftigt:
Die Organbezüge für den Verwaltungsrat betrugen im Berichtsjahr 0,9 Mio. € (i. Vj. 0,7 Mio. €). Die Rückstellungen für Pensionen ehemaliger Vorstände bzw. deren Hinterbliebener beliefen sich auf 55,0 Mio. € (i. Vj. 48,8 Mio. €). Für Bezüge und Pensionen wurden an ehemalige Vorstandsmitglieder bzw. deren Hinterbliebene 1,9 Mio. € (i. Vj. 1,8 Mio. €) gezahlt. Auf die Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands wird gemäß § 314 Abs. 3 i. V. m. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. 15 Sonstige betriebliche Aufwendungen Der Posten Sonstige betriebliche Aufwendungen umfasst unter anderem externe Dienstleistungen (109.158 T €), Instandhaltungsaufwendungen (84.703 T €), Marketingaufwendungen (61.466 T €) sowie Leasing- und Mietaufwendungen (47.236 T €). Darüber hinaus sind Aufwendungen aus Wertberichtigungen auf Forderungen (32.401 T €), Kursverluste (12.571 T €, i. Vj. 8.104 T €) und Versicherungsaufwendungen (11.841 T €) enthalten. Außerdem werden in den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen sonstige Steuern in Höhe von 6.351 T € (i. Vj. 6.525 T €) ausgewiesen. Die aperiodischen Aufwendungen betrugen insgesamt 33.543 T € (für Wertberichtigungen auf Forderungen sowie für Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen). Von den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen entfallen 8.064 T € auf erstkonsolidierte Gesellschaften. In den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Vorjahres sind 4.221 T € aus entkonsolidierten Gesellschaften enthalten. Das inländische Gesamthonorar an den Konzernabschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft betrug im Berichtsjahr 2.320 T €. Davon betrafen das Honorar für Abschlussprüfungsleistungen 2.164 T €, für andere Bestätigungsleistungen 98 T € und für sonstige Leistungen 58 T €. 16 Beteiligungsergebnis
Das Ergebnis aus Assoziierten at-equity Unternehmen entspricht grundsätzlich dem Konzernanteil am Jahresüberschuss bzw. -fehlbetrag dieser Unternehmen. Hierin ist auch die Eliminierung von Zwischenergebnissen berücksichtigt. 17 Zinsergebnis
Im Zinsergebnis sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von 8.021 T € (i. Vj. 9.624 T €) sowie Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von 265 T € (i. Vj. 392 T €) enthalten. Zinserträge (25 T €) aus Deckungsvermögen wurden mit den Aufwendungen aus der Aufzinsung verrechnet. 18 Steuern vom Einkommen und Ertrag Bei den Steuern vom Einkommen und Ertrag handelt es sich im Wesentlichen um in- und ausländische Körperschaftsteuer sowie inländische Gewerbeertragsteuer. Darüber hinaus ist in der Position ein latenter Steuerertrag in Höhe von 3.305 T € (i. Vj. latenter Steueraufwand 3.270 T €) enthalten. 19 Erträge und Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung Im Geschäftsjahr sind Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung und Bedeutung in Höhe von 4.000 T€ enthalten, die aus einer nachträglichen Kaufpreisanpassung im Zusammenhang mit einem Unternehmensverkauf in der Vergangenheit resultieren. Dieser Vorgang führte zu Sonstigen betrieblichen Erträgen von 3.500 T€ sowie einem Zinsertrag von 500 T€. Anteilsbesitzliste zum 31.12.2021 1. Verbundene konsolidierte Unternehmen
2. Assoziierte at-equity Unternehmen
3. Verbundene nicht konsolidierte Unternehmen
4. Sonstige assoziierte Unternehmen
5. Sonstige Beteiligungen
Für weitere Gesellschaften wurde die Befreiungsvorschrift des § 313 Abs. 3 S. 1 HGB in Anspruch genommen. Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung wird nach DRS 21 erstellt und zeigt, wie sich der Finanzmittelbestand der Werhahn-Gruppe während des Berichtsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert hat. Das Mindestgliederungsschema ist um Positionen des Finanzdienstleistungsgeschäfts erweitert. Zu den Verfügungsbeschränkungen innerhalb des Finanzmittelfonds verweisen wir auf Tz. 6 des Konzernanhangs. Nachfolgend eine Kurzdarstellung der Kapitalflussrechnung:
Sonstige Angaben Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen erfolgen grundsätzlich zu marktüblichen Bedingungen. Für Mitarbeitende und Gesellschafter bestehen in wenigen Geschäftsbereichen standardisierte Rabatte auf spezifische Werhahn-Produkte. Die Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus dem normalen Lieferungs- und Leistungsaustausch. Nachtragsbericht Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Berichts kann nicht mit hinreichender Sicherheit vorhergesagt werden, inwiefern sich die jüngsten Entwicklungen im Russland-Ukraine-Konflikt sowie die damit verbundenen Sanktionen auf die globale Konjunktur und die Geschäftstätigkeit der Werhahn-Gruppe auswirken werden. Durch den Krieg in der Ukraine sind bereits negative Einflüsse, wie zum Beispiel Preissteigerungen und eingeschränkte Verfügbarkeiten von Einsatzstoffen, spürbar. Die konkreten Auswirkungen, insbesondere auf den Geschäftsbereich Baustoffe, sind gegenwärtig noch nicht abzusehen. Die Folgen der Corona-Pandemie können in 2022 ebenfalls den wirtschaftlichen Erfolg der Werhahn-Gruppe beeinträchtigen. Die Corona-Krise ist noch nicht überwunden. Steigende Infektionszahlen, vor allem im Ausland, geben Anlass zur Sorge vor einer weiteren Zuspitzung und einem Andauern der Situation. Die Fähigkeit des Konzerns zur Fortsetzung der Unternehmenstätigkeit ist aufgrund der guten finanziellen Situation der Unternehmensgruppe sowie der regionalen und operativen Diversifikation des Konzerns gegeben. Im Hinblick auf die mit der Corona-Pandemie sowie dem Krieg in der Ukraine verbundene erhöhte Prognoseunsicherheit wird auf die Ausführungen im Lagebericht verwiesen. Nicht in der Konzernbilanz enthaltene Geschäfte
Über die dargestellten Haftungsverhältnisse und Sonstigen finanziellen Verpflichtungen hinausgehende außerbilanzielle Geschäfte, die für die Beurteilung der Finanzlage des Konzerns erforderlich sind, bestehen nicht. Für alle erkennbaren Risiken aus Inanspruchnahme von Bürgschaften sind ausreichend Rückstellungen gebildet worden. Darüber hinaus wird keine Inanspruchnahme erwartet, da mit einem Ausfall des Schuldners nicht gerechnet wird. Derivative Finanzinstrumente Bewertungseinheiten wurden in der Werhahn-Gruppe gemäß § 254 HGB gebildet. Wertänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäften werden unter Anwendung der Einfrierungsmethode nicht bilanziert. Die Beurteilung der Effektivität der Bewertungseinheiten erfolgt über die Critical-Terms-Match-Methode und wird zu jedem Bilanzstichtag prospektiv festgestellt. Derivative Finanzinstrumente werden nach der Mark-to-Market-Methode bewertet. Zur Refinanzierung ausländischer Tochtergesellschaften werden Fremdwährungsdarlehen in lokaler Währung vergeben. Das aus Konzernsicht resultierende Währungsrisiko aus Tilgungs- und Zinszahlungen wird über Devisentermingeschäfte abgesichert. Die routinemäßige Beschaffung von Waren des operativen Geschäfts in Fremdwährung wird für einen bestimmten Zeitraum im Voraus geplant. Die sich aus diesen mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen ergebende Nettofremdwährungsposition wird im Rahmen von Portfolio-Hedges ebenfalls gegen Währungsrisiken abgesichert. Für den Produktionsprozess benötigte Rohstoffe für abgeschlossene Absatzgeschäfte werden über physische Lieferkontrakte auf Termin beschafft. Soweit die Lieferkontrakte variable Preise aufweisen, werden zur Vermeidung von Preisrisiken aus diesen Geschäften Commodity Swaps eingesetzt. Dabei handelt es sich überwiegend um Portfolio-Hedges mit Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr. Im Rahmen einer Verbriefungstransaktion emittierte eine Zweckgesellschaft variabel verzinste Anleihen zur Refinanzierung eines festverzinslichen Kreditportfolios. Zur Begrenzung des Zinsänderungsrisikos wurden amortisierende Zinsswaps mit einer Restlaufzeit von bis zu vier Jahren als Micro-Hedge abgeschlossen. Sowohl bei den Micro- als auch Portfolio-Hedges werden die Grundgeschäfte zu 100 % abgesichert. Die nachfolgend genannten Grundgeschäfte sind in Bewertungseinheiten einbezogen:
Neuss, 8. April 2022 Wilh. Werhahn KG Paolo Dell'Antonio Alexander Boldyreff Stephan Kühne Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Wilh. Werhahn KG, Neuss Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Wilh. Werhahn KG, Neuss, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Wilh. Werhahn KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 14 PublG unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den nach § 13 PublG anzuwendenden deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 14 PublG unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Düsseldorf, den 8. April 2022 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Uwe Rittmann, Wirtschaftsprüfer ppa. Christa Mommsen, Wirtschaftsprüferin |
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