Deal 4 you GmbH
Selbe AdresseErbringung von Logistikdienstleistungen
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Sabrina Still seit 22.12.2025 | Geschäftsführer |
Aron Andrei Spohr seit 13.1.2022 | Prokura |
Julian Pachta seit 15.6.2020 | Prokura |
Christopher Herbert Joseph Huesmann seit 25.6.2019 | Geschäftsführer |
Niklas Plath seit 25.6.2019 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Dr. August Oetker KGBielefeldKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernabschluss und Konzernlagebericht zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Vorwort zum KonzernlageberichtSehr geehrte Damen und Herren, vor einem Jahr merkte ich an dieser Stelle an, dass es uns schwerfällt, mit Zuversicht in die Zukunft zu schauen. Aufgrund der Nachwirkungen der Corona-Pandemie, insbesondere aber wegen des im Februar 2022 ausgebrochenen Krieges in der Ukraine, musste die Weltwirtschaft schwere Rückschläge befürchten. Leider haben sich viele Befürchtungen bewahrheitet: Die Rohwaren- und Energiepreise auf den Weltmärkten stiegen in bislang nicht bekannte Höhen - und zwar in kürzester Zeit. Eine alle Bereiche des Lebens beeinflussende Inflation, die alle Verbraucherinnen und Verbraucher bis heute tagtäglich vor allem an den Supermarktkassen spüren, war folgerichtig. Diese Entwicklungen trafen die Weltkonjunktur im Geschäftsjahr 2022 deutlich. Neben dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine als maßgeblichem Treiber belasteten aber zudem noch Post-Covid-Effekte sowie der wiederholte Lockdown in China die globalen Lieferketten - auch wenn sich China inzwischen zur 180 Grad-Wende bei Covid entschloss. Auch wenn Weltproduktion und Welthandel im Vergleich zum Vorjahr um jeweils 3,2 % stiegen, so fiel das Wachstum weitaus geringer aus als üblich. Umgekehrt erreichten die Inflationsraten global ein historisch hohes Niveau von 9,4 %. Der weltweite Lebensmittelmarkt verzeichnete nach überdurchschnittlichem Wachstum im ersten Pandemiejahr 2020 in den Jahren 2021 und 2022 noch einen leichten Zuwachs. Im Berichtsjahr wuchs er um 3 %. Die Beschaffungsmärkte waren, wie erwähnt, geprägt von deutlichen Preissteigerungen, die Unternehmen zu einem gewissen Teil an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben mussten. Diese reagierten entweder mit Konsumverzicht und/oder griffen auf günstige Produkte zurück. Gerade im Lebensmittelsektor wächst darüber hinaus der E-Commerce-Markt. Hier entwickelt sich aktuell ein Wettbewerb um den relevantesten Konsumentenzugang, den wir nicht nur beobachten, sondern maßgeblich mitgestalten. Nachdem im Jahr 2021 der Bierabsatz in Deutschland unter dem Corona-bedingten Lockdown stark litt, erholte sich der Markt 2022 mit dem Abflauen der Corona-Pandemie erwartungsgemäß wieder etwas und wuchs um 2,7 %. Dennoch bleibt die Situation angespannt, das Absatzniveau des Vor-Krisenjahres 2019 wurde noch nicht erreicht. Letztlich kommt der Biermarkt inklusive seines Getränkefachgroßhandels in eine nächste Konsolidierungsphase. Gerade kleinere Unternehmen werden dem gesteigerten Umsatz- und Kostendruck nicht standhalten können. Zwar sorgte das gute Wetter im Frühling und Sommer für eine höhere Nachfrage, die gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise stellten allerdings - wie in allen Lebensmittelmärkten auch - eine hohe Belastung dar. Aufgrund fehlender Rohstoffe mussten sogar einige Brauereien kurzfristig den Betrieb einstellen. Und die umstrittene Fußball-WM im Winter hat den Bierabsatz auch nicht merklich positiv beeinflusst. Gute Nachrichten kommen allerdings aus der Tourismusbranche: Die Hotellerie erholte sich 2022 von den dramatischen negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie und verzeichnete deutlich steigende Umsätze. Viele Reisen, die während der Pandemie ausgefallen waren, fanden nun wieder statt. Dementsprechend profitierte die Branche von so genannten Nachholeffekten. Zugleich offenbarte die herbeigesehnte Erholung ein anderes strukturelles Defizit, nämlich die fehlenden Arbeitskräfte - eine Herausforderung, die bleiben wird. In diesen Zeiten einen Verbund wie die Oetker-Gruppe auf Kurs zu halten, ist nur mit einem klaren Blick durch den Krisennebel möglich. Deswegen freue ich mich, dass es uns mit der Antizipation dessen, was nach der Krise bleibt, vor allem aber dank des großen Engagements aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelungen ist, auf Gruppenebene ein Umsatzwachstum von 11,6 % zu erwirtschaften. Die Oetker-Gruppe hat damit ihre Konzern-Umsatzprognose übertroffen und Umsätze in Höhe von 6,5 Milliarden Euro erzielt. Dies ist einerseits erfreulich, darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir andererseits nach wie vor mit signifikanten Kostensteigerungen in nahezu allen betrieblichen Bereichen, vor allem aber auf der Beschaffungsseite, zu kämpfen haben. Dies zwingt uns zu massiven Maßnahmen zur Kosteneinsparung, die uns noch in den kommenden beiden Jahren begleiten werden. Gleichzeitig werden wir weiter in Nachhaltigkeit, in Digitalisierung und in Innovationen investieren, um uns zukunftssicher und resilient aufzustellen. Für das laufende Geschäftsjahr bin ich deswegen zuversichtlich, dass wir die Herausforderungen gemeinsam im Gruppenverbund nicht nur lösen, sondern die damit einher gehenden Opportunitäten auch beherzt ergreifen werden. Dazu gehören die Nutzung der sich ergebenden Marktchancen wie auch das Vorantreiben der digitalen Transformation unserer Unternehmen. Am Ende werden wir gestärkt aus diesen Krisenzeiten hervorgehen. Dies alles ist nur durch das große Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglich. Ihnen gilt mein besonderer Dank. Aber auch unseren Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartnern danke ich für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit in diesen auch für sie mühsamen Zeiten. Abschließend und besonders geht mein Dank an unsere Gesellschafter, an die Gesellschaftergremien und an den Beirat der Dr. August Oetker KG, ohne die ein erfolgreiches Arbeiten nicht möglich wäre. In diesem Sinne und mit den besten Grüßen
Ihr Dr. Albert Christmann Die Oetker-Gruppe mit Sitz der Unternehmenszentrale in Bielefeld gehört zu den großen deutschen Familienunternehmen. Mit ihren unterschiedlichen Geschäftsfeldern ist die international agierende Unternehmensgruppe weltweit mit Produktions-, Vertriebs- und Serviceeinheiten vertreten. Insgesamt hat die Gruppe im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz von 6,5 Mrd. Euro erwirtschaftet. Nach der Teilung in zwei unabhängig voneinander agierende Unternehmensgruppen besteht die Oetker-Gruppe seit dem 2. November 2021 aus den nachfolgenden konsolidierten Geschäftsbereichen:
Hinweis zur Vergleichbarkeit in der Berichterstattung:In dem Konzernabschluss für das Vorjahr sind die infolge der Teilung nicht mehr zur Oetker-Gruppe gehörenden Unternehmen bis zum 31. Oktober 2021, dem Zeitpunkt der Entkonsolidierung, berücksichtigt. Daher beziehen sich im Konzernlagebericht die Ausführungen zum Vergleich des Geschäftsverlaufs und der Vermögens- und Finanzlage ausschließlich auf die fortgeführten Geschäftsaktivitäten. GeschäftsbereicheNahrungsmittel Der Geschäftsbereich Nahrungsmittel setzt sich aus den Unternehmensgruppen Dr. Oetker und Conditorei Coppenrath & Wiese zusammen. Beide Unternehmensgruppen haben ihren Hauptsitz in Deutschland und produzieren Nahrungsmittel für End- und Großverbraucher weltweit. Unter dem Dach von Dr. Oetker, mit Hauptsitz in Bielefeld, werden Gesellschaften aus 41 Ländern aller Kontinente geführt und Produkte in mehr als 60 Ländern verkauft. Die verschiedenen Produkte, die das Unternehmen herstellt und vermarktet, werden weltweit in allen wichtigen Distributionskanälen vertrieben. Die Dr. Oetker Vertriebsaktivitäten sind dezentral aufgestellt und landesspezifisch organisiert. Somit ist der Vertrieb immer an den lokalen Bedürfnissen der Kunden ausgerichtet. Er ist nach den übergeordneten Handelszielgruppen in Endverbraucher und Professional-Kunden getrennt. Im Endverbrauchergeschäft konzentriert sich Dr. Oetker auf die Kategorien Kuchen / Dessert und Pizza. Daneben verfügt Dr. Oetker über ein besonderes Angebot für Großverbraucher, das unter der Marke Dr. Oetker Professional entsprechende Gebindegrößen für Großküchen und Kantinen, Krankenhäuser und andere Institutionen umfasst. Die weltweit vertriebenen Produkte von Dr. Oetker werden in den Kernmärkten Europas, in Nord- und Südamerika sowie in Afrika, Asien und Australien produziert und verkauft. Neben der Marke Dr. Oetker führt das Unternehmen in mehreren Ländern weitere starke Marken, die im Markt fest etabliert sind. Innerhalb Europas zählen dazu zum Beispiel in Italien cameo und Paneangeli, in den Niederlanden Koopmans und in Großbritannien Chicago Town. In Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Portugal und Marokko wird das Markenportfolio um Alsa ergänzt. Zudem verfügt die Gruppe mit Mavalério in Brasilien über einen bedeutenden Markenhersteller von Dekorartikeln auf dem südamerikanischen Kontinent. In Mexiko ist Dr. Oetker seit mehreren Jahren mit den starken Marken D'Gari und Rexal vertreten. Den nordamerikanischen Markt bearbeitet Dr. Oetker zudem mit Wilton, der in den USA führenden Marke für Dekor, Backformen und Backzubehör. Die Landesgesellschaften führen sowohl international vertriebene Dr. Oetker Produkte als auch dem jeweiligen landestypischen Geschmack angepasste nationale Artikel. Um die hohen Qualitätsanforderungen der Dr. Oetker Produkte zu erfüllen, erfolgt die Beschaffung sämtlicher Fertigungsmaterialien nur über sorgfältig ausgewählte und in einem regelmäßigen Qualitätssicherungsprozess freigegebene Lieferanten. Die Einhaltung der strengen Qualitätsnormen hat hierbei oberste Priorität. Die Verbraucherakzeptanz und das Vertrauen in die Qualität der Produkte sind der Maßstab für neue Produkte und die kontinuierliche Verbesserung des bestehenden Sortiments. Internationale Teams begleiten die Erzeugnisse während des gesamten Lebenszyklus. Die Conditorei Coppenrath & Wiese ist Marktführer für tiefgekühlte Torten und Kuchen in Deutschland. Die in Mettingen hergestellten Backwaren werden national und international an Supermärkte und Discounter unter der Unternehmensmarke Conditorei Coppenrath & Wiese sowie unter Handelsmarken vertrieben. Das Sortiment des Unternehmens umfasst neben Sahnetorten, gebackenen Kuchen, Blechkuchen, Sahnerollen und -schnitten, Strudeln und Minigebäck unter anderem auch tiefgekühlte Brötchen und Baguettes. Das Geschäftsmodell verfolgt dabei das Credo "Wir bieten die beste Alternative zum Selberbacken" und verbindet klassische Backtraditionen und das Know-how des Konditorhandwerks mit modernen Herstellungsmethoden. Bei Coppenrath & Wiese sind die hohen Qualitätsanforderungen an die Backwaren sowie die Anforderungen der Kunden Maßstab für die Rohwaren- und Leistungsqualität der Lieferanten. Die Beschaffung agiert nah am Markt und ist durch langjährige enge Lieferantenbeziehungen geprägt. Bier und alkoholfreie Getränke Die Radeberger Gruppe mit ihrem Hauptsitz in Frankfurt am Main ist nicht nur Deutschlands größte private Brauereigruppe, sondern der Anbieter von Lösungen rund um Getränke, sei es für die Gastronomie, für den Endverbraucher, aber auch für alle logistischen Lösungen rund um Mehrweg-Gebinde. Die Radeberger Gruppe bildet den Geschäftsbereich Bier und alkoholfreie Getränke der Oetker-Gruppe. Als Getränkehersteller bietet sie ein breites Markenportfolio starker internationaler, nationaler und regionaler Marken an: Neben dem namensgebenden Radeberger Pilsner gehören bekannte und beliebte Biermarken wie Jever, Clausthaler Alkoholfrei, Schöfferhofer Weizen, Allgäuer Büble Bier, Ur-Krostitzer, Stuttgarter Hofbräu, Berliner Pilsner und Freiberger dazu. Hinzu kommt die Mineralwassermarke Original Selters. Der Kernabsatzmarkt der Radeberger Gruppe ist Deutschland. Zudem werden Produkte in mehr als 60 Ländern vermarktet. Darüber hinaus ist das Unternehmen in Deutschland der exklusive Vertriebspartner für die Marken Guinness, Hop House 13 und Kilkenny aus dem Hause Diageo und die tschechische Marke Krušovice aus dem Heineken-Konzern. Im Rahmen einer langfristig angelegten Partnerschaft mit der Firma PepsiCo produziert und vertreibt die Radeberger Gruppe in Deutschland exklusiv die Marken Pepsi, Mirinda, 7Up und Schwip Schwap für den Außer-Haus-Markt sowie in Getränkefachmärkten. Mit ihrem Markenportfolio, das regelmäßig um Neuprodukte und Sortimentsergänzungen erweitert und aktualisiert wird, pflegt die Radeberger Gruppe deutsche Bier- und Getränkevielfalt. So können stets die jeweiligen Verbraucherwünsche bedient werden. Bereits seit vielen Jahren treibt die Radeberger Gruppe die Vertikalisierung ihres Geschäftes voran und ist inzwischen mit starken Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette vertreten. Dazu gehören zum Beispiel Getränke Hoffmann, mit knapp 500 Filialen Deutschlands führender Getränkefacheinzelhändler, und der DrinkPort-Verbund, in dem die Radeberger Gruppe ihre Aktivitäten im Getränkefachgroßhandel (GFGH) bündelt. Zusätzlich entwickelt die Gruppe sowohl allein als auch zusammen mit Partnern neue Plattformmodelle in den Bereichen der Supply Chain und des Außer-Haus-Marktes. Hierzu zählen zum Beispiel das Joint Venture Food & Beverage Services (FBS) sowie im Streckengeschäft das Joint Venture Deutsche Getränke Logistik (DGL) und im Leergutmanagement die H. Leiter GmbH. Weitere Interessen Die flaschenpost SE mit Hauptsitz in Münster ist einer der führenden Getränke- und Lebensmittelsofortlieferdienste in Deutschland und revolutioniert seit der Gründung im Jahr 2016 die Letzte-Meile-Logistik. Das Unternehmen ist seit Ende 2020 Teil der Oetker-Gruppe. In nahezu allen Metropolregionen Deutschlands vertreten, bietet die flaschenpost SE mit der Lieferung von Getränken und Lebensmitteln innerhalb von 120 Minuten ein komfortables und effizientes Einkaufserlebnis. Das Angebot wird kontinuierlich weiterentwickelt und ergänzt. So wurde der Rollout des Lebensmittelsortiments, das auch Obst und Gemüse sowie Tiefkühlprodukte umfasst, im Jahr 2022 weiter deutlich vorangetrieben. Um der wachsenden Expansion Rechnung zu tragen, hat das Unternehmen entsprechende Prozesse in der Beschaffungslogistik und Lagerhaltung implementiert, die eine nationale Versorgung mit Fast Moving Consumer Goods (FMCG) ermöglichen. OEDIV Oetker Daten- und Informationsverarbeitung hat sich in den vergangenen Jahren von einem reinen Inhouse-Dienstleister der Oetker-Gruppe zu einem vor allem am Drittkundenmarkt aktiven Dienstleister gewandelt. Inzwischen beträgt der Drittkundenanteil fast 90 %. Der Schwerpunkt liegt im Management zentraler IT-Infrastrukturen und in der Ergänzung der IT-Services, wie dem Basisbetrieb und dem Datenbankmanagement von SAP-Systemen, sowie dem Betrieb von Microsoft-Lösungen. Ergänzend zu den Kernapplikationen betreibt OEDIV ein weitreichendes Spektrum angrenzender Dienste. Hierzu zählen unter anderem hybride Cloud-Szenarien, Human Resource Services sowie Web- und Security-Services. Aufgrund der wachsenden Anforderungen und des digitalen Wandels erweitert OEDIV kontinuierlich das Leistungsspektrum, auch über Unternehmenszukäufe und strategische Beteiligungen. Infolge der hohen Prozesskritikalität der durch OEDIV betriebenen Systeme müssen die eingesetzten Konzepte und Architekturen höchsten Verfügbarkeitsanforderungen der Kunden gerecht werden. Zur Absicherung ihrer Leistungen betreibt OEDIV eigene, georedundante Rechenzentren mit entsprechenden Zertifizierungen, sodass im Katastrophenfall die kritischen Systeme weiter erreichbar sind bzw. schnellstmöglich wieder in Betrieb genommen werden können. Darüber hinaus gewährleisten aktuelle Sicherheitssysteme und -infrastrukturen den notwendigen Datenschutz. Das Hotelportfolio der Oetker-Gruppe umfasst das Brenner's Park Hotel in Baden-Baden sowie das Hôtel du Cap-Eden-Roc in Antibes. Die beiden Hotels sehen sich als einzigartige Grandhotels und Ikonen zeitloser Eleganz, die das Wohlbefinden ihrer Gäste in den Mittelpunkt stellen. Sie werden nach wie vor im Verbund mit anderen Luxushotels unter dem Markendach Oetker Collection vermarktet. Seit der Gründung im Jahr 2016 unterstützt Oetker Digital die Unternehmen der Oetker-Gruppe aktiv auf ihrem Weg in die digitale Zukunft. Als Partner stärkt Oetker Digital die etablierten Marken der Gruppe und identifiziert und entwickelt neue, zukunftsfähige Geschäftsmodelle, die das Portfolio der Gruppenunternehmen erweitern und das digitale Profil der Oetker-Gruppe nachhaltig schärfen. Die Handelsgesellschaft Sparrenberg (HGS) als spezialisierter Informations- und Beschaffungsdienstleister bündelt das konzeptionelle Beschaffungs-Know-how in der Oetker-Gruppe und unterstützt diese sowie externe Kunden bei der Erschließung neuer strategischer Perspektiven im Einkauf. Die HGS verfügt über langjährige Erfahrung in der Analyse und Nutzung europäischer Beschaffungsmärkte, in der Recherche, Aufbereitung und Interpretation von Markt- und Preisdaten sowie in der Ableitung möglicher künftiger Entwicklungen. Als unabhängiger und serviceorientierter Fourth-Party-Logistics-Partner (4PL) bietet das Unternehmen Roland Transport umfassende Logistikdienstleistungen für den Mittelstand an. Das Unternehmen agiert als 4PL-Dienstleister stets neutral ohne eigenen Fuhrpark und optimiert dabei die verschiedenen Dienstleistungsangebote in einem Gesamtpaket. FührungsstrukturDie Vorgabe strategischer Leitlinien durch die Holding bzw. Gruppenleitung ermöglicht eine zentrale Steuerung der Gruppe. Gleichzeitig arbeiten die Unternehmen der Gruppe mit hoher Selbstständigkeit im Markt. Diese Führungsstruktur stellt sicher, dass marktnahe, an den Notwendigkeiten der jeweiligen Branchen orientierte Entscheidungen dezentral und operativ getroffen sowie Ressourcen gleichzeitig zentral gebündelt werden. Gruppenleitungsmitglieder sind Herr Dr. Albert Christmann und Frau Ute Gerbaulet. Der Beirat der Dr. August Oetker KG, der aus Gesellschaftern und nicht zu den Gesellschafterfamilien gehörenden Personen besteht, wird von Herrn Rudolf Louis Schweizer geführt. Die in über 130 Jahren Unternehmensgeschichte geprägten Werte, die den Menschen in den Mittelpunkt allen Handelns stellen, werden von den Mitgliedern des obersten operativen Führungsgremiums, der Gruppenleitung, unverändert verkörpert, in den Gruppenunternehmen gelebt und aktiv in die zunehmend digitalisierte Zukunft transferiert. GesellschafterBeirat
Gruppenleitung
Geschäftsführungen der Gruppenunternehmen Wirtschaftliche RahmenbedingungenGesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Die Weltkonjunktur hat sich im Verlauf des Jahres deutlich abgeschwächt. Dabei war die Entwicklung maßgeblich geprägt von dem Krieg in der Ukraine, dessen Beginn im Februar 2022 eine Zeitenwende markierte: Durch den Zusammenbruch des ukrainischen Marktes reduzierte sich das Angebot einzelner Güter wie zum Beispiel Weizen oder Rapsöl auf dem Weltmarkt. Wenn diese Güter beschafft werden konnten, dann aufgrund der Verknappung des Angebots nur zu deutlich erhöhten Preisen. Zudem erhöhten sich durch den Stopp russischer Erdgaslieferungen die Energiepreise in Europa, insbesondere in Deutschland, zum Teil dramatisch. Insgesamt hatten Produzenten deutliche Kostensteigerungen hinzunehmen, die nach Möglichkeit an die Verbraucher weitergegeben wurden. Infolgedessen sind global die Inflationsraten angezogen und Lebensmittelpreise gestiegen. Die Notenbanken reagierten mit deutlichen Zinserhöhungen innerhalb kürzester Zeit, was sich negativ auf Unternehmensbewertungen und Finanzierungskosten auswirkt. Das Wirtschaftswachstum hat zum Jahresende merklich an Fahrt verloren. Die großen fortgeschrittenen Volkswirtschaften befinden sich derzeit trotz erheblicher fiskalpolitischer Stützungsmaßnahmen in einer schwachen Konjunkturphase. Gleichzeitig belasten Probleme in der chinesischen Wirtschaft die globale Konjunktur. Neben der Null-Covid-Politik Chinas, die dort zu wiederholten Lockdowns im Jahr 2022 und infolgedessen zu Verwerfungen in der globalen Lieferkette führte, hat die Krise des Wohnungsbausektors das Wirtschaftswachstum in China verringert. Insgesamt ist die Weltproduktion im Jahr 2022 um 3,2 % (Vorjahr: 6,2 %) gestiegen; der Welthandel konnte ebenfalls um 3,2 % (Vorjahr: 10,3 %) zulegen. In den USA betrug der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts 2,1 % (Vorjahr: 5,9 %); für den Euroraum fiel der Anstieg 2022 mit 3,5 % (Vorjahr: 5,3 %) vergleichsweise höher aus. Die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts für Deutschland lag bei 1,9 % nach 2,6 % im Jahr zuvor. Auch hier verschlechterten sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen im Wesentlichen aufgrund des Kriegs in der Ukraine, der eine Energiekrise ausgelöst und letztlich zu einem massiven Anstieg der Erzeuger- und Verbraucherpreise geführt hat. Hiervon betroffen sind Unternehmen wie private Haushalte gleichermaßen. Die Inflationsrate erreichte global betrachtet ein historisch hohes Niveau von 9,4 % (Vorjahr: 7,1 %). Besonders deutlich fiel der Anstieg in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften aus. So betrug die Teuerungsrate im Euroraum 8,3 % (Vorjahr: 2,6 %), darunter Deutschland mit 8,6 % (Vorjahr: 3,2 %). Angesichts des auf breiter Front hohen Inflationsdrucks wurde die Geldpolitik in vielen Ländern rasch gestrafft. Im Euroraum reagierte die Europäische Zentralbank mit vier Schritten zur Anhebung des Leitzinssatzes von 0 % im Juli 2022 auf 2,5 % im Dezember 2022. Restriktivere monetäre Rahmenbedingungen sollen den dynamischen Inflationsprozess dämpfen, wobei das von den Währungshütern gesetzte Inflationsziel von 2,0 % noch weit entfernt liegt. Gleichzeitig haben sich durch die Leitzinsschritte die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und private Haushalte verschlechtert, was wiederum bremsend auf die Konjunktur wirkt. Geschäftsbereichsbezogene Rahmenbedingungen Nahrungsmittel Der weltweite Markt für Lebensmittel verzeichnete nach dem überdurchschnittlichen Wachstum im ersten Pandemiejahr 2020 noch einen leichten Zuwachs in den Jahren 2021 und 2022. Im Berichtsjahr wuchs der globale Lebensmittelmarkt um 3,0 %. Der stationäre Lebensmittelhandel ist weiterhin wichtigster Vertriebskanal und Verbraucherzugang für den Geschäftsbereich Nahrungsmittel. Auf den Beschaffungsmärkten führten noch immer pandemiebedingte Verwerfungen zu Störungen in den Lieferketten. Daneben resultierten aus dem Krieg in der Ukraine bzw. den damit verbundenen Sanktionen eine Verknappung sowie Verteuerung von Energie und Rohstoffen. Der Erzeugerpreisindex zeigte deutlich zweistellige Preissteigerungen in allen Warengruppen der Rohstoffe und Verpackungen. Daraus folgten zwangsläufig auch Steigerungen der Verbraucherpreise, wobei die Lebensmittelbranche bei weitem nicht alle ihre Kostensteigerungen an den Handel weitergegeben hat. Die Konsumenten reagierten teilweise mit Konsumverzicht zugunsten von Grundnahrungsmitteln. Gleichzeitig zeigte sich ein preissensitives Konsumverhalten, das die Nachfrage nach günstigeren Alternativprodukten erhöhte. Das geänderte Konsumentenverhalten verstärkte sowohl auf globaler als auch auf europäischer Ebene das Wachstum der Discounter und führte somit zu einer Verschiebung innerhalb der Absatzkanäle. Ungeachtet der aktuellen Rahmenbedingungen in Krisenzeiten sind die globalen Trends der Digitalisierung und Nachhaltigkeit, einschließlich der Themen rund um einen bewussteren und gesünderen Konsum, ungebrochen. Allerdings rückte mit fortschreitender Inflation die Bedeutung von Natürlichkeit, Gesundheit und Regionalität der Lebensmittel temporär etwas in den Hintergrund. Bier und alkoholfreie Getränke Nachdem im Jahr 2021 der Bierabsatz in Deutschland unter dem Corona-bedingten Lockdown stark gelitten hatte, konnte sich der deutsche Biermarkt 2022 mit dem Abflauen der Corona-Pandemie erwartungsgemäß wieder etwas erholen und um 2,7 % wachsen. Das Absatzniveau des Vorkrisenjahres 2019 wurde jedoch nicht erreicht. Die seit Jahren angespannte Situation auf dem Biermarkt wurde durch die Corona-Pandemie verschärft. Noch immer sind Lieferketten negativ beeinflusst. Auch die Gastronomie ist durch die langen Schließungen der Lockdown-Phasen nach wie vor geschwächt. Viele Akteure des Außer-Haus-Marktes sehen sich mit erheblichem Personalmangel konfrontiert, was in der Folge zu verringerten Öffnungszeiten, weniger Verzehrmöglichkeiten und damit zu Umsatzausfällen führte. Einige Gastronomietypen, wie zum Beispiel die Speisegastronomie, konnten sich jedoch mit Inkrafttreten des neuen Corona-Infektionsschutzgesetzes Mitte März 2022 und der damit verbundenen Aufhebung von Corona-Auflagen schnell erholen. Begünstigt wurde die positive Entwicklung durch viele Sonnentage im Frühling und Sommer. Dagegen befanden sich insbesondere das Messe- und Veranstaltungsgeschäft sowie die auf Geschäftsreisende ausgerichtete Hotellerie weiterhin unter dem Vorkrisenniveau. Infolge des Kriegs in der Ukraine hat der wirtschaftliche Druck auf die Branche weiter zugenommen. Stark gestiegene Beschaffungspreise in allen für den Bier- und Getränkemarkt relevanten Warengruppen, insbesondere Malz und Verpackungsmaterial, sowie der Preisauftrieb für Energie stellten eine hohe Belastung dar. Aufgrund des teilweisen Mangels an Rohstoffen mussten einige Produktionsbetriebe der Brauwirtschaft temporär eingestellt werden. Dies ging vor allem auf die eingeschränkte Verfügbarkeit von Kohlensäure zurück. Bedingt durch die energiepreisgetriebene Reduzierung der Düngemittelproduktion bei Chemiekonzernen als wichtigen Lieferanten von technischer Kohlensäure kam es zeitweise zu einer entsprechenden Verknappung von CO 2. Die Sorge vor hohen Preisen sowie die Reduzierung der verfügbaren Einkommen beim Endverbraucher führten auch im Bereich Bier und alkoholfreie Getränke zu einer Veränderung des Kaufverhaltens seitens der Verbraucher. Von der Fußball-Weltmeisterschaft gingen keine Impulse für den Bierkonsum aus, da das Turnier im Winter stattfand und die deutsche Mannschaft bereits in der Vorrunde ausschied. Der Markt für alkoholfreie Getränke (AfG) entwickelte sich im Jahr 2022 weiter rückläufig. Das größte AfG-Segment Wasser ist erneut geschrumpft, insbesondere aufgrund der wachsenden Beliebtheit von Leitungswasser und Sprudelgeräten. Trotz der rückläufigen Gesamtentwicklung ist die Nachfrage nach Wasser in Glas-Mehrweggebinden ungebrochen. Die Getränkefachmärkte profitierten während der Corona-Pandemie von der Schließung der Gaststätten und vom Homeoffice. Im Jahr 2022 konnte die Branche nicht an die positive Entwicklung der vergangenen Jahre anknüpfen. Auch hier spiegelten sich sinkende Realeinkommen der Verbraucher im wachsenden Trend zu Discount- und Eigenmarken wider. Auf der anderen Seite ist es dem Getränkefachhandel gelungen, die Trends wie Regionalität und Nachhaltigkeit in Form von Mehrweg-Glasgebinden besser als andere Vertriebsformate des Handels zu bedienen. E-Commerce Im E-Commerce für Fast Moving Consumer Goods (FMCG) ist das Wachstumstempo auch nach dem Schub durch Corona hoch. Die Kaufbereitschaft der Konsumenten in Bezug auf Lebensmittel ist im Vergleich zu anderen Online-Warengruppen positiv zu bewerten. Bereits während der Corona-Krise haben viele Kunden die Angebote der Lebensmittellieferdienste getestet, seitdem hat sich die Nachfrage stetig erhöht. Im Lebensmittelbereich bildet sich zunehmend ein Wettbewerb um den relevantesten Konsumentenzugang. Während einerseits traditionelle Lebensmittelhändler eigene Online-Plattformen aufbauen, beginnen die ursprünglichen E-Commerce-Anbieter ihrerseits mit dem Aufbau oder der Übernahme von physischen Standorten. Die klassischen Online-Lebensmittelhändler verfügen über eine große Sortimentsauswahl, jedoch mangelt es an einer schnellen Lieferoption. Bei den sogenannten Quick-Commerce-Anbietern verhält sich die Situation umgekehrt. IT-Markt Der Markt für IT-Outsourcing setzte sein ungebrochenes Wachstum der vergangenen Jahre fort. Besonders ausgeprägt war die Nachfrage nach IT-Dienstleistungen in den Bereichen Cloud-Transformation, Data Analytics und Cyber Security sowie in der Entwicklung und Implementierung von Software. Die Änderungsgeschwindigkeit bei der digitalen Transformation ist nach wie vor hoch. Viele Unternehmen, vor allem aus dem deutschen Mittelstand, investieren weiterhin in die Optimierung und Automatisierung ihrer internen IT-Prozesse. Auf der anderen Seite behinderte jedoch der Fachkräftemangel im IT-Sektor die schnelle Implementierung neuer Services. Hotels Die Hotelbranche konnte sich im Jahr 2022 von den dramatischen negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie erholen und deutlich steigende Umsätze verzeichnen. Pandemiebedingte Einschränkungen, die das Reisen in den Vorjahren schwierig oder unmöglich gemacht hatten, wurden spätestens zum Ende des ersten Quartals in weiten Teilen der Welt wieder zurückgenommen. In der Folge profitierten viele Reiseziele von Nachholeffekten, wobei Geschwindigkeit und Ausmaß der Erholung regional unterschiedlich ausfielen. Nachholeffekte zeigten sich insbesondere in europäischen Urlaubs- und Metropolregionen, die wie schon traditionell eine starke Nachfrage amerikanischer Gäste verzeichneten und so zusätzlich vom starken US-Dollar profitierten. GeschäftsverlaufOetker-Gruppe Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage Was wir prognostiziert und was wir erreicht haben:
Beurteilung durch die Gruppenleitung:
Konzernumsatz um 11,6 % auf 6,5 Mrd. Euro gestiegen Die Oetker-Gruppe erzielte 2022 insgesamt Umsatzerlöse in Höhe von 6.508 Mio. Euro; dies entspricht einer Steigerung um 11,6 % gegenüber dem Vorjahr. Nach Bereinigung um Währungs- und Konsolidierungskreiseffekte beläuft sich das organische Wachstum auf 10,3 %. Alle Geschäftsbereiche konnten ihre Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr steigern, wobei der Geschäftsbereich Weitere Interessen mit 30,3 % das stärkste relative Wachstum verzeichnete und somit seinen Anteil am Gesamtumsatz von 9,0 % auf 10,6 % im Jahr 2022 ausbauen konnte. Getrieben wurde dieses Umsatzwachstum in erster Linie durch die digitalen Geschäftsmodelle, allen voran flaschenpost. Die Unternehmensgruppe transformiert sich erfolgreich vom Getränkesofortlieferanten zum Online-Supermarkt und konnte infolgedessen im Umsatz erheblich zulegen. Daneben profitierten die beiden Hotels davon, dass internationale Tourismusreisen wieder nahezu uneingeschränkt möglich waren. Dies spiegelte sich entsprechend in signifikanten Wachstumsraten der Hotels wider. Die Umsätze der konsumgüterorientierten Geschäftsbereiche Nahrungsmittel sowie Bier und alkoholfreie Getränke lagen ebenfalls jeweils deutlich über dem Niveau des Vorjahres, wobei Preiserhöhungen teilweise ursächlich für den Umsatzanstieg waren. Während Dr. Oetker die Erwartungen an die Umsatzentwicklung übertroffen hat, konnte die Radeberger Gruppe mit einer Umsatzsteigerung von 14,6 % auf 1.858 Mio. Euro ihr Geschäftsjahr leicht über Planniveau abschließen. Nach den Corona-bedingten Einschränkungen in den Vorjahren wirkte der im Jahr 2022 wieder anziehende Außer-Haus-Konsum insgesamt belebend auf die Ab- und Umsätze im Geschäftsbereich Bier und alkoholfreie Getränke. Dabei hat sich wie erwartet in Teilen eine Verschiebung der Umsätze von dem Getränkefacheinzelhandel zurück in den Out-of-Home-Kanal eingestellt. Dr. Oetker steigerte zusammen mit der Conditorei Coppenrath & Wiese die Umsatzerlöse um 7,5 % auf 3.963 Mio. Euro. Besonders erfreulich verliefen das Pizza- und Professional-Geschäft. Dagegen litt das Geschäft mit Dekorationsartikeln unter der inflationsbedingten Kaufzurückhaltung.
Umsatzerlöse nach Regionen - Anteil in Deutschland beträgt 56,0 % (Vorjahr: 54,4 %) Der in Deutschland erwirtschaftete Umsatz der Gruppe erhöhte sich um 14,8 % auf 3.645 Mio. Euro, im Wesentlichen bedingt durch flaschenpost und deutlich gestiegene Umsätze im Geschäftsbereich Bier und alkoholfreie Getränke. Der Anteil des außerhalb Deutschlands erzielten Umsatzes ist mit 44,0 % des Gesamtumsatzes leicht gesunken (Vorjahr: 45,6 %). In der zweitstärksten Region Restliche EU, mit einem Umsatzanteil von 20,5 % (Vorjahr: 21,4 %), konnte die Gruppe um 7,1 % wachsen. Der Umsatzanstieg resultierte vor allem aus dem erfreulichen Geschäftsverlauf der Hotels in Frankreich sowie aus höheren Nahrungsmittelumsätzen bei Dr. Oetker. Auch die Regionen Restliches Europa und Restliche Welt profitierten von Umsatzsteigerungen im Geschäftsbereich Nahrungsmittel.
Trotz Wirtschaftskrise: Investitionen mit 231 Mio. Euro auf weiterhin hohem Niveau Das Investitionsvolumen (ohne Erstkonsolidierungen) in Höhe von 231 Mio. Euro in der Oetker-Gruppe lag 45 Mio. Euro unter dem Niveau des Vorjahres (276 Mio. Euro). Der Rückgang um 16,3 % resultierte aus geringeren Ausgaben in der Biersparte (- 34 Mio. Euro) und im Geschäftsbereich Nahrungsmittel (- 10 Mio. Euro), auch infolge der krisenbedingten Vorsichtsmaßnahmen zur teilweisen Kompensation der Kostensteigerungen. Die Investitionen des Geschäftsbereichs Weitere Interessen waren mit 41 Mio. Euro annähernd so hoch wie im Vorjahr (42 Mio. Euro). Die Investitionsmittel wurden hauptsächlich bei flaschenpost anlässlich der Transformation zum Online-Supermarkt verwendet; wesentliche weitere Investitionen wurden auch bei den Hotels vorgenommen. Der Großteil der Investitionen von insgesamt 231 Mio. Euro entfiel mit rund 54 % (Vorjahr: 49 %) auf den Geschäftsbereich Nahrungsmittel, die Ausgaben sind dort wiederum schwerpunktmäßig im Produktions- und Logistikbereich angefallen. Entsprechend spiegelte sich die Mittelverwendung in einem Anstieg bei den Anlagekategorien Technische Anlagen und Maschinen sowie Anlagen im Bau und Anzahlungen wider.
Anzahl der Beschäftigten erneut gestiegen - auf 29.399 Für die Oetker-Gruppe waren im Jahr 2022 insgesamt 19.210 Mitarbeiter in Deutschland und 10.189 Mitarbeiter im Ausland tätig. Die in Vollzeitäquivalenten angegebene Anzahl der Beschäftigten stieg somit im Berichtsjahr um 5,2 % auf weltweit 29.399; davon waren wie im Vorjahr mehr als die Hälfte im Geschäftsbereich Nahrungsmittel tätig. Der Zuwachs von insgesamt 1.451 Mitarbeitern entfiel im Wesentlichen auf flaschenpost. Ohne die Veränderungen im Konsolidierungskreis sind die Personalzahlen um 5,3 % angewachsen. Die konsolidierungskreisbedingte Bereinigung betrifft in erster Linie den Geschäftsbereich Nahrungsmittel mit einerseits dem Verkauf von Dr. Oetker in Russland und andererseits dem im Oktober 2021 vollzogenen Erwerb der Create Better Group, die im Geschäftsjahr 2022 ganzjährig berücksichtigt wurde. NahrungsmittelGeschäftsverlauf
Im Jahr 2022 waren sämtliche Landesgesellschaften der beiden Nahrungsmittelunternehmen Dr. Oetker und Conditorei Coppenrath & Wiese von einem massiven Kostenauftrieb betroffen. Daraufhin erfolgten Preiserhöhungen sowie signifikante Einschnitte auf der Kostenseite. Allerdings war spätestens mit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine Ende Februar absehbar, dass die Preiserhöhungen sowie alle Kostenmaßnahmen nicht ausreichen würden, um die zunehmende Ergebnisauswirkung der inflationären Kostensteigerungen zu kompensieren. Daraufhin hat sich die Gruppe zur Initiierung eines Effizienzprogramms entschieden, mit dem strukturell und deswegen nachhaltig Kosten eingespart werden. Das Programm konzentriert sich in erster Linie auf die Verschlankung von Strukturen und Prozessen. Insgesamt sollen jährliche Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe weltweit realisiert werden. Sie werden es dem Unternehmen ermöglichen, seine Widerstandsfähigkeit zu erhöhen und seine Produkte weiterhin zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten. Auf diesem Wege soll zumindest ein Teil des erheblichen, vor allem von Energie und Rohwaren getriebenen Kostenanstiegs kompensiert und in nachhaltiges Wachstum investiert werden. Die Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen hat 2022 begonnen und wird 2023 Schritt für Schritt fortgesetzt. In diesem operativ herausfordernden Umfeld konnten im Geschäftsbereich Nahrungsmittel insgesamt Umsatzerlöse von 3.963 Mio. Euro erreicht werden, was einem Anstieg um 7,5 % entspricht und damit deutlich über den Erwartungen für das Geschäftsjahr 2022 liegt. Das Wachstum resultierte in wesentlichen Teilen aus den beschriebenen Preiserhöhungen. Gegenläufig wirkte sich die Aufgabe des Geschäfts von Dr. Oetker in Russland aus: Direkt nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine hatte Dr. Oetker alle Exporte nach Russland, alle Investitionen in die russische Schwestergesellschaft sowie sämtliche Marketingaktivitäten gestoppt. In der Folge gab Dr. Oetker alle Anteile an der russischen Dr. Oetker Organisation an seine bisherigen russischen Geschäftsführer ab und beendete damit sämtliche Aktivitäten in Russland. Neben dem Ausfall an Umsatz und Ergebnis war zudem ein nennenswerter und deswegen merklich spürbarer Einmalaufwand zu verzeichnen. Zusätzlich zu den Änderungen im Konsolidierungskreis haben sich Wechselkurseffekte auf die Umsatzentwicklung ausgewirkt. Die insgesamt positiven Kurseinflüsse resultierten vor allem aus der Schwächung des Euro gegenüber den nord- und südamerikanischen Währungen. Nach Bereinigung um Währungseinflüsse und konsolidierungskreisbedingte Effekte verzeichneten die beiden Nahrungsmittelunternehmen zusammen ein organisches Wachstum von 5,7 %. Dr. Oetker steigerte seine Umsatzerlöse um 7,0 % im Vergleich zum Vorjahr und konnte organisch um 4,9 % wachsen. Auch im Geschäftsjahr 2022 waren innovative, nachhaltige und gesündere Produkte ein Erfolgsfaktor für Dr. Oetker. Gleichwohl mussten absatzseitig zum Teil Mengenverluste hingenommen werden, vor allem bei Dekorationsartikeln in der Kategorie Kuchen und Dessert, bei denen die Verbraucher als Reaktion auf die hohen Inflationsraten mit Kaufzurückhaltung reagierten. Dies hat insbesondere bei Wilton in den USA, dem Marktführer für Tortendekoration, sowie im Geschäft mit Backspezialartikeln der sogenannten Specialty-Retail-Unternehmen zu Umsatzeinbußen geführt. Insgesamt konnten die Umsatzerlöse der Kategorie Kuchen und Dessert gegenüber dem Vorjahr aber leicht zulegen. Grund hierfür ist vor allem ein preisbedingtes Wachstum bei den Backprodukten und Pulverdesserts. In der Kategorie Pizza sind trotz der notwendigen Preiserhöhungen Mengeneinbußen im Wesentlichen ausgefallen. Dies lag einerseits an erfolgreichen Promotions-Aktivitäten; andererseits wirkten sich die rezeptorische Überarbeitung der wichtigen Pizza-Submarken sowie die Produktinnovationen La Mia Grande und La Mia Pinsa verkaufsfördernd aus. Die Umsatzerlöse haben in der Kategorie Pizza das Vorjahresniveau deutlich übertroffen. Hierzu beigetragen haben vor allem die etablierten Subbrands von Ristorante, Die Ofenfrische, Chicago Town und Bistro Baguette. Das Professional-Geschäft entwickelte sich nach den starken pandemiebedingten Einbußen in den Vorjahren ordentlich, ohne jedoch das vor der Pandemie erzielte Umsatzniveau wieder zu erreichen. Allerdings sinkt die Nachfrage im Außer-Haus-Markt nach würzigen Nährmittelprodukten seit Jahren kontinuierlich. Dadurch war die Produktion des Werks Ettlingen defizitär, was im Geschäftsjahr zur Einstellung der Produktion an diesem Standort geführt hat. Demgegenüber verzeichneten die Märkte für Pizza, Kuchen und Dessert - die strategischen Sortimente von Dr. Oetker - auch im Außer-Haus-Geschäft positive Entwicklungen. Entsprechend wird sich der Bereich Professional in Zukunft auf den Vertrieb dieser Sortimente fokussieren. Die insgesamt deutliche Erholung im Jahr 2022 zeigte sich über alle Länder hinweg, wobei insbesondere in Indien das Geschäft mit Schnellrestaurantketten die Erwartungen bei weitem übertroffen hat. Das Umsatzwachstum fand in allen Regionen statt: So konnten die europäischen Märkte, vor allem in Deutschland und Osteuropa, sowie die Region 3A (Afrika/Asien/Australien) deutlich zulegen, während das Wachstum in der Region Amerika in erster Linie währungsbedingt war. Die Umsatzentwicklung der Region Deutschland lag ebenfalls deutlich über den Erwartungen, sodass die Umsätze 2022 das durch die Pandemie gestützte hohe Vorjahresniveau deutlich überschritten. Während die Kategorie Kuchen und Dessert aufgrund der beschriebenen Absatzeinbußen bei Dekorationsartikeln im Umsatz nur leicht zulegte, konnte die Kategorie Pizza die Marktanteile ausbauen und somit maßgeblich zum Wachstum in Deutschland beitragen. Nach einem bereits guten Vorjahr verzeichnete die Region Westeuropa erneut Umsatzzuwächse, die höher als erwartet ausfielen. Gleichwohl war die Mengenentwicklung in einigen Ländern herausfordernd: Vor allem in Italien war Dr. Oetker mit einem rückläufigen Markt für Nährmittel konfrontiert. In Spanien und Portugal zeigten sich negative Mengeneffekte aufgrund einer preiselastischen Nachfrage der Verbraucher ebenso wie in Österreich. In Osteuropa erzielte Dr. Oetker trotz negativer Währungseffekte und der Aufgabe des Geschäftes in Russland einen deutlichen Umsatzzuwachs gegenüber dem Vorjahr. Hierzu beigetragen haben insbesondere zusätzliche Listungen bei verschiedenen Kunden in Polen. Einige negative Effekte resultierten auch hier aus dem inflationsbedingten Schwinden der Kaufkraft der osteuropäischen Konsumenten, das teilweise eine entsprechende Konsumzurückhaltung zur Folge hatte. Die Umsätze der Region Amerika waren durch das schwierige Geschäft von Wilton mit Backdekoren belastet: Seit Beginn des Jahres 2022 befinden sich die Märkte für Dekor- und Backwaren in einem inflationsinduzierten Abwärtstrend. Der Nachfragerückgang bei den Konsumenten erstreckte sich über alle Absatzkanäle. Unterstützt durch positive Währungseffekte konnte die Region dennoch insgesamt moderat wachsen, insbesondere in den Märkten Kanada und Brasilien. Auch die Geschäftsentwicklung in der Region 3A lag umsatzseitig über Vorjahr. Zuwächse konnten vor allem in Indien, bedingt durch die erfreuliche Entwicklung im Professional-Geschäft, und in Südafrika erzielt werden. Dagegen war Ägypten besonders von den Folgen des Kriegs in der Ukraine betroffen: Signifikante Preissteigerungen für Basis-Backzutaten wie Mehl, Zucker und Eier haben zu einem Rückgang der Backintensität und somit zu einer geringeren Nachfrage nach Backpulver und Vanillin geführt. Das Geschäft mit Backspezialartikeln der sogenannten Specialty-Retail-Unternehmen war ebenfalls gekennzeichnet von der Konsumzurückhaltung der Hobbybäcker bei Dekorartikeln. Insgesamt verzeichnete der Bereich dieser neuen Geschäftsmodelle ein deutliches Wachstum, das allerdings auf die erstmals ganzjährige Berücksichtigung der im Vorjahr akquirierten Create Better Group zurückzuführen ist. Auf der anderen Seite hat die Gruppe im Zuge der Fokussierung auf das Kerngeschäft entschieden, den gerade erst gestarteten Test mit Gugelhupf & Du Restaurants in Frankfurt am Main und die Puddingstores in Los Angeles zu beenden. Die Conditorei Coppenrath & Wiese erzielte im Jahr 2022 einen deutlichen Umsatzanstieg um 11,3 %. Dieses Wachstum resultierte auch aus Preiserhöhungen, die als Reaktion auf Kostensteigerungen trotz signifikanter interner Effizienzsteigerungen nicht völlig zu vermeiden waren. Während das Handelsmarkengeschäft in Deutschland weiter zurückging, konnte sich das Markengeschäft infolge der Markenstärke besonders in den strategischen Segmenten Blechkuchen und Brötchen sowie Torten behaupten. Die kleinen Produkte, wie zum Beispiel kleine Back- und Blechkuchen, sind vergleichsweise preiselastischer und waren daher stärker von Konsumzurückhaltung betroffen. In Großbritannien sind die Bedingungen aufgrund der Post-Brexit-Situation, des noch immer ungünstigen Wechselkurses des britischen Pfunds zum Euro sowie hoher Inflationsraten weiterhin herausfordernd. Dennoch konnte die Conditorei Coppenrath & Wiese ihr dortiges Geschäft weiter ausbauen. Das Geschäft in Nordamerika entwickelte sich anhaltend positiv. Die Investitionen im Geschäftsbereich Nahrungsmittel lagen im Jahr 2022 mit 125 Mio. Euro um 7,6 % unter dem Niveau des Vorjahres (136 Mio. Euro). Mit dem weiterhin hohen Investitionsniveau schaffen die Unternehmen nicht nur die Grundlagen für künftiges Wachstum in den kommenden Jahren und gewährleisten den aktuellen Stand der Technik, sondern investieren auch massiv in Nachhaltigkeitsprojekte gemäß ihrer Sustainability Agenda sowie in die zukunftsfähige, datengetriebene Digitalisierung aller Unternehmensprozesse. Wesentliche Projekte, die im letzten Jahr fertiggestellt wurden, betreffen beispielsweise das Sozialgebäude am Standort Wittenburg, den Aufbau einer neuen Linie für innovative Produkte sowie erste Investitionen in Solaranlagen am Standort Wittlich, die Inbetriebnahme eines neuen Lagers am Standort Leyland in Großbritannien sowie Werks- und Lagererweiterungen in Mexiko. Die Conditorei Coppenrath & Wiese hat im abgelaufenen Geschäftsjahr Investitionen in Aus- und Weiterbildungseinrichtungen sowie in den Neubau eines Gebäudes für Forschung und Entwicklung getätigt, nachdem in den Vorjahren maßgeblich in den Ausbau der Fertigungs- und Lagerkapazitäten investiert wurde. Die in Vollzeitäquivalenten angegebene Anzahl der Beschäftigten im Geschäftsbereich Nahrungsmittel ist mit 16.924 stabil geblieben (0,1 % gegenüber dem Vorjahr). Bereinigt um Veränderungen im Konsolidierungskreis, die sich im Wesentlichen auf den Verkauf der russischen Landesgesellschaft beziehen, verzeichnete der Geschäftsbereich einen leichten Anstieg um 0,1 %. Prognose Die Gruppe geht im laufenden Geschäftsjahr von einem moderaten und vor allem preisgetriebenen Wachstum des Lebensmittelmarktes in einem nach wie vor intensiven Wettbewerbsumfeld aus. Aufgrund einer weiterhin als hoch erwarteten Inflation werden die Verbraucher ihre Konsumausgaben zurückhaltend tätigen und zum Teil auf preisgünstigere Alternativen umstellen (Downtrading). Bei anhaltend herausfordernden Rahmenbedingungen erwarten die beiden Unternehmen Dr. Oetker und Conditorei Coppenrath & Wiese für 2023 dennoch einen Gesamtumsatz deutlich über dem des abgelaufenen Geschäftsjahres. Die prognostizierte Umsatzsteigerung resultiert zum einen aus Preiseffekten, zum anderen werden Mengensteigerungen durch operative Maßnahmeninitiativen, insbesondere Produktinnovationen und Marktinvestitionen, sowie durch den weiteren Distributionsausbau im Kontext des Internationalisierungskonzepts erwartet. Die Situation auf den Beschaffungsmärkten wird durch die nach wie vor hohen Preise und angespannten Lieferketten herausfordernd bleiben. Für viele Warengruppen ist von einer weiterhin eingeschränkten Verfügbarkeit auszugehen, die mit nochmals höheren Preisen einhergehen wird. Weiterhin hohe Kostenniveaus erwartet die Gruppe für Milch- und Käseprodukte, die insbesondere für Pizzabeläge sowie im Bereich der Sahnetorten der Conditorei Coppenrath & Wiese benötigt werden. Daneben wird mit einer Kostensteigerung für Zucker gerechnet. Hier belasten einerseits die klimabedingt schlechten Zuckerernten im Jahr 2022 und andererseits die bei der Zuckerproduktion anfallenden Energiekosten, die voraussichtlich auf einem hohen Niveau bleiben. Auch die Weizenpreise werden weiterhin auf einem hohen Niveau bleiben, wobei hier eine leichte Entspannung der Weltmarktpreise durch den Export relevanter Mengen aus der Ukraine sowie eine Rekordernte in Russland im Jahr 2022 unterstellt wird. Zudem ist mit allgemein höheren Energie- und Logistikkosten zu rechnen. Bei den Investitionen plant die Gruppe einen deutlichen Anstieg der Ausgaben, nachdem krisenbedingte Vorsichtsmaßnahmen im Jahr 2022 zur Begrenzung des Investitionsvolumens geführt haben. Für die nächsten drei Jahre planen die Unternehmen Investitionen im mittleren dreistelligen Millionenbereich für die Zukunftsbereiche Innovationen, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Daneben werden im Jahr 2023 Ersatzinvestitionen für die Conditorei Coppenrath & Wiese zur Sicherstellung der Produktionskapazitäten sowie für das Pizzageschäft von Dr. Oetker getätigt. Außerdem investiert die Gruppe in innovative Produktionslinien und den weiteren Ausbau von Lager- und Versandkapazitäten. Bier und alkoholfreie GetränkeGeschäftsverlauf
Die Umsatzerlöse der Radeberger Gruppe beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf 1.858 Mio. Euro und konnten im Rahmen der Erwartungen deutlich gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden (+14,6 %). Nach der Eliminierung von Währungs- und Konsolidierungskreiseffekten betrug das operative Umsatzwachstum 14,4 %. Angesichts der herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist diese Entwicklung umso erfreulicher, wobei der Geschäftsverlauf innerhalb der einzelnen Unternehmensbereiche im Jahr 2022 unterschiedlich ausgeprägt war. Im Brauereigeschäft haben sich die Exportabsätze rückläufig entwickelt, unter anderem wegen der Einstellung des Geschäftes mit Russland, aber auch aufgrund der Geschäftsentwicklung in den USA, dem größten Exportland, das unter gestörten Lieferketten gelitten hat. Neben den Mengenverlusten im Exportgeschäft belasteten signifikant gestiegene Beschaffungs- und Transportkosten das Ergebnis. Zur Gegensteuerung wurden Preisanpassungen und darüber hinaus interne Kosteneinsparungsmaßnahmen eingeleitet. Bei den Getränkefachmärkten musste Getränke Hoffmann nach zwei Rekordjahren infolge der Corona-Pandemie einen Teil der Absätze erwartungsgemäß wieder an den Out-of-Home-Absatzkanal abgeben. Zudem führten höhere Energiekosten, gestiegene Mietaufwendungen sowie die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns zu einer signifikanten Ergebnisbelastung. Eine teilweise Kompensation hat die Gruppe über verbesserte Einkaufskonditionen sowie höhere Verkaufspreise erzielt. Hingegen profitierten die DrinkPort-Betriebe von dem anziehenden Außer-Haus-Konsum. Darüber hinaus wirkte sich die im Vorjahr durchgeführte Optimierung der Beteiligungs- und Gesellschaftsstrukturen positiv auf die Ergebnisentwicklung dieses Unternehmensbereichs aus. Die Streckenlogistik, die gemeinsam mit Veltins über das Joint Venture Deutsche Getränke Logistik (DGL) betrieben wird, war ebenfalls mit zunehmenden und kostenintensiven Störungen der Lieferkette konfrontiert, konnte sie aber erfolgreich bewältigen. Der Leergutspezialist H. Leiter GmbH blieb eine entscheidende Stütze bei der Absicherung der Lieferfähigkeit der Radeberger Gruppe. Allerdings belasteten auch hier erhöhte Aufwendungen für Personal, Personaldienstleister und Energie das Ergebnis. Der allgemeinen Marktentwicklung folgend erzielte das Portfolio der Radeberger Gruppe im abgelaufenen Berichtsjahr in der Summe ein erfreuliches Absatzwachstum. Hierzu beigetragen haben auch die erfolgreiche Umsetzung diverser Marketingmaßnahmen sowie die Einführung von weiteren Neuprodukten. Die nationalen Marken verzeichneten insgesamt ein leichtes Absatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr. So konnte der Absatz der fassbierstarken Marke Radeberger Pilsner zum Beispiel um 5,6 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Bei den nationalen Spezialitäten konnte sich die Marke Allgäuer Büble Bier sehr erfolgreich entwickeln, auch die Marke Oberdorfer überzeugte mit einem erfreulichen Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Dagegen entwickelte sich die alkoholfreie Marke Clausthaler rückläufig. Im Segment der regionalen Premiummarken verzeichnete die stärkste Marke des Segments, Ur-Krostitzer, einen Absatzrückgang im Jahr 2022, da aufgrund von Kapazitätsengpässen in der Produktion der Krostitzer Brauerei die vorhandene Nachfrage nicht bedient werden konnte. Ein großer Teil der Nachfrage konnte auf die ostregionale Marke Freiberger umgeleitet werden, die sich entsprechend positiv entwickelte. Aber auch die meisten anderen regionalen Premiummarken konnten ihre Absätze steigern, dies gilt insbesondere für die Hauptstadt-Marken Berliner Kindl und Berliner Pilsner. In der Gesamtbetrachtung war die Entwicklung der Absatzzahlen für dieses Segment recht erfreulich. Das Segment der alkoholfreien Getränke mit seinem starken Fokus auf dem Außer-Haus-Markt bzw. der Gastronomie hat sich von den Einflüssen der Corona-Pandemie erholt und im Jahr 2022 beim Absatz wieder deutlich zulegen können. Die Investitionen der Radeberger Gruppe summierten sich auf 65 Mio. Euro und lagen damit unter dem hohen Niveau des Vorjahres (99 Mio. Euro). Ein Großteil der Investitionen betraf den Standort Radeberg. Hier wurden neben technischen Anlageinvestitionen für die Entalkoholisierung auch entsprechende Gebäudeinvestitionen getätigt. Darüber hinaus gab es weitere standortspezifische Veränderungen zur Optimierung von Produktions- und Logistikprozessen, wie zum Beispiel am Brauereistandort Dortmund, wo eine neue Dosenabfüllanlage installiert wurde. In Krostitz wurde eine neue Hefebierrückgewinnungsanlage in Betrieb genommen. Im Herbst 2022 hat die Radeberger Gruppe die Schließung des Brauereistandorts in Frankfurt am Main und die Verlagerung der dortigen Produktions- und Abfüllmengen auf andere Brauereistandorte der Gruppe beschlossen. Damit stellt sich die Radeberger Gruppe vorausschauend auf einen durch strukturelle Veränderungen langfristig weiter rückläufigen Biermarkt ein, der vor allem durch die weiteren Folgen der Krisen zusätzlich empfindlich unter Druck stehen wird: Wirtschaftlich stark belastende Überkapazitäten werden aus dem Markt genommen und die übrigen Braustandorte in allen Regionen Deutschlands optimal ausgelastet und gestärkt. Bereits im Jahr 2021 wurde die Verlagerung der Produktion und Abfüllung von dem Köln-Mülheimer Brauereistandort zur Cölner Hofbräu Früh, mit der seit 2019 eine strategische Partnerschaft besteht, abgeschlossen. Infolgedessen kam es im abgelaufenen Geschäftsjahr zum Rückbau des Kölner Standorts. Im Jahr 2022 lag die in Vollzeitäquivalenten angegebene Anzahl der Beschäftigten mit 6.122 0,8 % unter dem Niveau des Vorjahres (6.169). Bereinigt um die Abgänge im Konsolidierungskreis ergab sich 2022 ein Rückgang bei den Personalzahlen um 0,7 %. Prognose Der Bierabsatz in Deutschland wird im Jahr 2023 bestenfalls stagnieren. Die Radeberger Gruppe erwartet keinen durch Corona-Maßnahmen verursachten Lockdown und geht vielmehr davon aus, dass 2023 alle temporär an den Handel verlorenen Absätze wieder in die Gastronomie zurückgeflossen sein werden. Diese Annahme wird zusammen mit der bereits kommunizierten Preiserhöhung zu einem wesentlichen Umsatzwachstum im kommenden Berichtsjahr führen. Daneben stützt sich die Umsatzprognose auf zusätzliche Mengeneffekte in den Wachstumssegmenten Hellbiere und alkoholfreie Getränke sowie durch Neuprodukte. Das geplante Investitionsbudget für 2023 liegt deutlich über den Investitionsausgaben des Jahres 2022. Die Mittel entfallen größtenteils auf die Brauereien und werden dort für die Aufrechterhaltung und Modernisierung der technischen und logistischen Infrastruktur verwendet. Daneben werden weiterhin Ausgaben für die Absicherung und den Ausbau der Marktposition sowie zur weiteren Digitalisierung von Prozessen anfallen. Weitere InteressenGeschäftsverlauf
Der Geschäftsbereich Weitere Interessen umfasst neben neuen Geschäftsmodellen wie flaschenpost weitere Unternehmen für Beschaffungs- und Logistikdienstleistungen, den IT-Dienstleister OEDIV, die Hotels Brenner's Park Hotel in Baden-Baden und Hôtel du Cap-Eden-Roc in Antibes sowie Oetker Digital. Im Hinblick auf die verschiedenen Märkte haben sich die Firmen unterschiedlich entwickelt. Insgesamt verzeichnete der Geschäftsbereich Weitere Interessen gegenüber dem Geschäftsjahr 2021 einen Umsatzanstieg um 30,3 % auf 687 Mio. Euro. Ursächlich hierfür war in erster Linie die positive Entwicklung bei flaschenpost, die dem Digitalbereich eine erfreuliche Fortsetzung seines Wachstumskurses ermöglichte. Die Investitionen im Geschäftsbereich Weitere Interessen betrugen insgesamt 41 Mio. Euro im Berichtsjahr gegenüber 42 Mio. Euro im Jahr zuvor. Die Zahl der Beschäftigten auf Basis von Vollzeitäquivalenten erhöhte sich von 4.846 auf 6.353 im Jahr 2022, insbesondere aufgrund unterjähriger Personalaufstockungen bei flaschenpost. Seit der erfolgreichen Integration von Durstexpress in der ersten Jahreshälfte 2021 vollzieht flaschenpost die konsequente Transformation vom Getränkesofortlieferdienst zum vollständigen Online-Supermarkt. Auch das Geschäftsjahr 2022 war geprägt von zahlreichen Supermarkt-Rollouts: Inzwischen bietet die Unternehmensgruppe an allen Standorten ein vollwertiges Supermarkt-Sortiment inklusive Frischwaren und Tiefkühlprodukten. Die dazugehörigen Prozesse in der Beschaffung, Lagerung und Logistik wurden über Anfangsinvestitionen erfolgreich angepasst. Ebenso ist die Warenauswahl weiter optimiert worden. Durch diese Transformation nutzt flaschenpost die Chancen des dynamischen Marktumfelds und partizipiert am Wachstum des Online-Lebensmittelhandels. So konnten die Umsätze 2022 erwartungsgemäß deutlich überproportional zur Marktentwicklung gesteigert werden. Die Umsätze von OEDIV lagen im Geschäftsjahr 2022 erheblich über dem Niveau des Vorjahres; damit konnten die Erwartungen erneut deutlich übertroffen werden. Dies ist insbesondere auf die erfreuliche Entwicklung im Geschäft mit Drittkunden zurückzuführen. Außer von einem Wachstum bei Neukunden profitierte OEDIV auch von einer gesteigerten Nachfrage bestehender Kunden nach zusätzlichen, bisher nicht genutzten Dienstleistungen aus dem Leistungsportfolio. Aus Kundensicht besonders gefragte Services waren Microsoft 365, Security-Lösungen, SAP S/4HANA und hybride bzw. Cloud-Leistungen. Die beiden Hotels konnten zusammen ihre Umsätze erheblich gegenüber dem von der Corona-Pandemie beeinträchtigten Vorjahr steigern. Damit hat sich der Geschäftsverlauf deutlich besser entwickelt als ursprünglich prognostiziert. Besonders stark ausgeprägt war das Wachstum im Hôtel du Cap-Eden-Roc. Das Hotel erfreute sich von der Saisoneröffnung im April bis zum Saisonende einer hohen Nachfrage, vor allem bei nordamerikanischen Gästen. Hinzu kam eine erfreuliche Entwicklung der Durchschnittsrate pro Nacht. Im Brenner's Park Hotel entwickelten sich die Umsätze plangemäß deutlich über dem Vorjahresniveau. Nachdem das erste Quartal aufgrund der Corona-Maßnahmen zunächst von einer geringeren Nachfrage geprägt war, profitierten seit April vor allem die Logiserlöse von der wiederkehrenden internationalen Nachfrage. Beide Hotels konnten das Vorkrisenniveau aus dem Jahr 2019 übertreffen. Die Ausgaben für Investitionen waren im Jahr 2022 höher als im Jahr zuvor, bedingt durch Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen in der Hotelgruppe. Prognose Für den Geschäftsbereich Weitere Interessen wird sich die sprunghafte Wachstumsentwicklung auch 2023 fortsetzen. Treiber für die deutliche Umsatzsteigerung ist in erster Linie flaschenpost. Das Unternehmen rechnet für das kommende Geschäftsjahr aufgrund des anhaltenden, positiven Online-Trends mit einer weiterhin großen Nachfrage und sieht sich in dem dynamischen Marktumfeld erfolgreich positioniert. Entsprechend erwartet flaschenpost für 2023 ein unverändert starkes Umsatzwachstum, das sich auch auf das Potenzial aus dem vollständigen Rollout des Supermarkt-Angebots stützt. Die Investitionsausgaben werden im Jahr 2023 ansteigen. Ein wesentlicher Betrag ist für weitere Automatisierungen in der Logistik geplant - das betrifft unter anderem die Lagerhaltung sowie die Be- und Entladung der Fahrzeuge. Daneben werden in höherem Ausmaß Investitionen zur Elektrifizierung der Fahrzeugflotte anfallen. Bei einem weiterhin wachsenden Marktvolumen im Bereich IT-Outsourcing in Deutschland erwartet OEDIV für das Jahr 2023 einen moderaten Umsatzanstieg. Wachstumstreiber wird vor allem der Bereich Security sein. Daneben plant das Unternehmen mit einem Mengenwachstum durch zusätzlich an Bestandskunden verkaufte Services sowie durch die Gewinnung von Neukunden. Die Investitionsvorhaben im Jahr 2023 betreffen betriebsnotwendige Ersatzinvestitionen zur Gewährleistung eines stabilen und sicheren Servicebetriebs. Außerdem sind Ausgaben für Kundenwachstum sowie neue Services und Produkte geplant. Insgesamt übersteigt das Investitionsbudget leicht die Investitionsausgaben für 2022. Nach der erfreulichen Entwicklung im Berichtsjahr gehen die beiden Hotels in der Summe von einem leichten Umsatzrückgang im Jahr 2023 aus. Das Investitionsvolumen wird sich im kommenden Berichtsjahr wesentlich erhöhen. Grund hierfür sind vor allem die geplanten Modernisierungsarbeiten in beiden Häusern der Hotelgruppe. Vermögens- und FinanzlageVermögenslage
Die Konzernbilanzsumme zum 31. Dezember 2022 reduzierte sich gegenüber dem Vorjahresstichtag um 401 Mio. Euro auf 5.695 Mio. Euro. Der Rückgang auf der Aktivseite resultierte in erster Linie aus der Abnahme liquider Mittel, unter anderem infolge von Investitionen und Darlehenstilgungen, sowie aus Veränderungen im Anlagevermögen. Das immaterielle Anlagevermögen ist gegenüber dem Vorjahr um 297 Mio. Euro auf 818 Mio. Euro gesunken. Ursächlich hierfür sind vor allem die Abschreibungen in Höhe von 322 Mio. Euro; davon entfiel der überwiegende Teil planmäßig auf Geschäfts-/ Firmenwerte und Markenrechte aus früheren Akquisitionen. Der Buchwert des Sachanlagevermögens betrug zum Bilanzstichtag 1.540 Mio. Euro und lag damit geringfügig unter dem Wert des Vorjahres (1.554 Mio. Euro). Den Zugängen von 212 Mio. Euro standen Abschreibungen von 208 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2022 gegenüber. Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen sind um 13 Mio. Euro auf 373 Mio. Euro zum Bilanzstichtag gestiegen. Der Anstieg des Buchwerts resultierte in erster Linie aus der Equity-Bewertung der S. A. Damm, Barcelona (Spanien). Weitere nach der At-Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen sind im Wesentlichen die Moers Frischeprodukte GmbH & Co. KG und die Deutsche Getränke Logistik GmbH & Co. KG (DGL). Die Entwicklung des Working Capital ergab folgendes Bild:
Der Buchwert der Vorräte betrug 761 Mio. Euro und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 24,4 % bzw. nach Bereinigung um Konsolidierungskreiseffekte um 25,1 % erhöht. Die Veränderung bei den Vorräten ist insbesondere der erhöhten Vorratshaltung aufgrund der kontinuierlichen Preissteigerungen geschuldet. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind um 83 Mio. Euro auf 825 Mio. Euro am Bilanzstichtag gestiegen. Auf bereinigter Basis ergab sich hier ein Anstieg um 89 Mio. Euro. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind um 73 Mio. Euro auf 476 Mio. Euro angestiegen. Per saldo verzeichnete das Working Capital einen Anstieg um 17,0 % auf 1.100 Mio. Euro. Der Anteil an der Bilanzsumme erhöhte sich von 15,4 % auf 19,3 %. Die sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Bilanzstichtag auf 303 Mio. Euro (Vorjahr: 269 Mio. Euro) gestiegen, maßgeblich bedingt durch höhere Steuererstattungsansprüche. Daneben enthält die Bilanzposition unter anderem nicht mit Passivposten verrechnete Ansprüche aus der Rückdeckung von Pensionsverpflichtungen bei der Condor-Versicherungsgruppe, Forderungen aus Leergut und Ähnliches. Während das Festkapital der Dr. August Oetker KG mit einem Buchwert von 1.125 Mio. Euro unverändert geblieben ist, reduzierten sich die Rücklagen des Konzerns um 145 Mio. Euro auf 1.354 Mio. Euro zum Bilanzstichtag. Die Eigenkapitalquote liegt wie im Vorjahr bei 40,0 %. Der Anstieg der Rückstellungen resultierte in erster Linie aus Veränderungen bei den sonstigen Rückstellungen und höheren Verpflichtungen für Pensionen. Die Pensionsrückstellungen betrugen zum Bilanzstichtag 401 Mio. Euro und haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 24 Mio. Euro erhöht. Der Anstieg ist insbesondere durch höhere Rententrendannahmen bedingt. Ein Teil der Altersversorgung der Belegschaftsangehörigen ist, wie bisher, durch Direktversicherungsverträge vor allem bei der Condor Lebensversicherungs-AG gedeckt. Die sonstigen Rückstellungen umfassten am Bilanzstichtag vor allem Beträge für ausstehende Rechnungen, für Pfandguthaben aus dem Brauereibereich, für Erlösschmälerungen insbesondere im Nahrungsmittelbereich sowie Rückstellungen für den Personalbereich, unter anderem bedingt durch die Schließung des Dr. Oetker Standorts Ettlingen. Insgesamt erhöhten sich die sonstigen Rückstellungen um 43 Mio. Euro auf 903 Mio. Euro. Finanzlage Die Finanzen der Oetker-Gruppe werden zentral durch die Holding gesteuert. Auf diese Weise können Finanzierungen sowie Geldanlagen von Tochtergesellschaften innerhalb der Oetker-Gruppe gebündelt werden, um Optimierungspotenziale und Synergien zu nutzen. Vor allem Währungssicherungen werden durch die Dr. August Oetker KG mittels derivativer Finanzinstrumente vorgenommen. Die Finanzlage der Oetker-Gruppe ist durch Innenfinanzierung, eine weitgehende Thesaurierung der Ergebnisse und langfristige, festverzinsliche Bankkredite geprägt. Liquidität Am Bilanzstichtag betrugen die Finanzmittel 807 Mio. Euro (Vorjahr: 1.183 Mio. Euro). Der Rückgang in Höhe von 376 Mio. Euro resultierte im Wesentlichen aus Investitionen und Akquisitionen (235 Mio. Euro), der Rückführung kurz- und mittelfristiger Kreditlinien (96 Mio. Euro), die im Rahmen der Teilung der Oetker-Gruppe temporär genutzt wurden, sowie einer weiteren Tilgung von Verbindlichkeiten im Rahmen der Trennung (38 Mio. Euro). Zur Finanzierung der genannten Transaktionen wurde der Columbia-Fonds teilweise aufgelöst. Per saldo veränderte sich die Netto-Finanzposition von - 189 Mio. Euro zum 31. Dezember 2021 auf - 470 Mio. Euro zum Ende des Jahres 2022.
Gegenüber der Planung ergibt sich somit eine um 77 Mio. Euro verschlechterte Netto-Finanzposition, was die Kostensteigerungen im operativen Geschäft und die zum Teil nur verzögerten Kostenweitergaben an die Kunden widerspiegelt. Finanzschulden Die Bankverbindlichkeiten beruhen überwiegend auf Krediten mit mittel- und langfristigen Laufzeiten, die plankonform bedient wurden. Im Berichtsjahr wurden langfristige Kredite in Höhe von 149 Mio. Euro getilgt. Neue langfristige Darlehen wurden in Höhe von 150 Mio. Euro aufgenommen. Daneben gab es eine Rückführung kurzfristiger Darlehen von 96 Mio. Euro. Leasingvereinbarungen und andere außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente haben für die Oetker-Gruppe nur eine untergeordnete Bedeutung.
Das langfristige Vermögen der Oetker-Gruppe war zu 128,3 % (Vorjahr: 129,2 %) durch langfristige Finanzierungsmittel, bestehend aus Eigenkapital und langfristigen Schulden, gedeckt. Die Eigenkapitalausstattung ist gemessen an der Eigenkapitalquote von 40,0 % (Vorjahr: 40,0 %) weiterhin komfortabel. Insgesamt verfügt die Oetker-Gruppe unverändert über eine sehr solide Vermögens- und Kapitalstruktur. Sachinvestitionen Die gesamten Zugänge bei den Sachanlagen und immateriellen Anlagewerten beliefen sich auf 235 Mio. Euro (Vorjahr: 301 Mio. Euro). Hiervon entfielen 4 Mio. Euro auf Akquisitionen (Vorjahr: 24 Mio. Euro). Die laufenden Investitionen betrugen 231 Mio. Euro; dies entspricht 3,6 % (Vorjahr: 4,7 %) des Konzernumsatzes. Der Großteil betraf Grundstücke und Gebäude sowie technische Anlagen, Anlagen im Bau und geleistete Anzahlungen für den Geschäftsbereich Nahrungsmittel. Im Vergleich zum Vorjahr (276 Mio. Euro) waren die Ausgaben für Investitionen um 45 Mio. Euro niedriger, im Wesentlichen aufgrund geringerer Investitionsausgaben in der Biersparte (- 34 Mio. Euro). Regional betrachtet lag der Fokus erneut auf Investitionen in Inlandsgesellschaften, wobei der Anteil der Auslandsgesellschaften an den laufenden Investitionen mit 33,2 % (Vorjahr: 24,7 %) gestiegen ist. PrognoseberichtWirtschaftliche Rahmenbedingungen Nach einem dynamischen Start schwächte sich die Weltkonjunktur im Jahr 2022 stark ab. Gründe dafür waren hauptsächlich der Krieg in der Ukraine, der schnelle Anstieg bei den Energiepreisen sowie hohe Inflationsraten und Lieferengpässe. Das makroökonomische Umfeld wird 2023 herausfordernd bleiben. Die konjunkturellen Aussichten sind mit einem hohen Maß an Unsicherheit behaftet. Das Kieler IfW-Institut rechnet in seiner Frühjahrsprognose für das Kalenderjahr 2023 mit einem Anstieg der Weltproduktion um 2,5 %, nach einem Zuwachs von 3,2 % im Jahr 2022. Das prognostizierte Wachstum im Welthandel beziffert sich auf 1,2 % im Jahr 2023 (Vorjahr: 3,2 %) und fällt im Vergleich zur Wirtschaftsleistung geringer aus. Die Entwicklung des internationalen Handels wird weiterhin getrieben durch bestehende protektionistische Tendenzen, erhöhte Transportkosten und nach wie vor vorhandene Corona-Risiken sowie geopolitische Spannungen. Die Wirtschaftsleistung im Euroraum wird 2023 voraussichtlich um 1,1 % (Vorjahr: 3,5 %) zulegen können. Für die deutsche Wirtschaft haben sich zuletzt die Aussichten etwas aufgehellt, sodass nun ein leichter Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,7 % (Vorjahr: 1,9 %) erwartet wird. Gleichwohl belastet die Energiekrise die deutsche Wirtschaft weiterhin, auch wenn die Subventionierung des Gas- und Stromverbrauchs dem sonst zu erwartenden weitaus stärkeren Einbruch der real verfügbaren Einkommen teilweise entgegenwirkt. Die Übertragung der gestiegenen Rohstoffpreise in die Verbraucherpreise wird noch nicht abgeschlossen sein und in vielen Ländern den Lohnanstieg verstärken, sodass der Preisauftrieb noch längere Zeit deutlich höher bleiben dürfte als in den Jahren vor der Corona-Krise und als von den Notenbanken angestrebt. Während die Inflation 2022 vermutlich ihren Höchststand hatte, dürfte sie sich im Jahr 2023 etwas abschwächen. Auf Basis von Schätzungen des Kieler IfW-Instituts wird sich die Verbraucherpreisinflation im Euroraum auf 5,5 % (Vorjahr: 8,3 %) belaufen; die für 2023 prognostizierte Teuerungsrate für Deutschland wird 5,4 % (Vorjahr: 8,6 %) betragen. Infolge der hohen Inflationsraten werden die Reallöhne in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften und in den Schwellenländern sinken; die schwindende Kaufkraft wirkt dämpfend auf den privaten Konsum. Die monetären Rahmenbedingungen haben sich verschlechtert, nachdem die Notenbanken ihre Geldpolitik im Jahr 2022 gestrafft hatten. Angesichts des dynamischen Inflationsprozesses werden weitere Zinsanhebungen im laufenden Jahr in den USA und in Europa erwartet. Der Rat der Europäischen Zentralbank hat am 2. Februar 2023 die Erhöhung des Leitzinssatzes auf 3,0 % beschlossen und eine Zinsanhebung um weitere 50 Basispunkte in der Sitzung im März fixiert. Darüber hinaus rechnen die Finanzmärkte mit weiteren Zinserhöhungen in diesem Jahr. Ausblick zum Geschäftsverlauf Der Prognose für den Geschäftsverlauf der Oetker-Gruppe werden die oben genannten Erwartungen und Annahmen zu den allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die in den jeweiligen Abschnitten beschriebenen spezifischen Branchenentwicklungen, die für die einzelnen Geschäftsbereiche erwartet werden, zugrunde gelegt. Die Gruppenleitung geht in ihrer Prognose für das Geschäftsjahr 2023 davon aus, dass geopolitische Spannungen nicht eskalieren und die Engpässe in den Liefer- bzw. Versorgungsketten zurückgehen werden. Auf einem stabilen Fundament aufbauend wird die Oetker-Gruppe den eingeschlagenen Wachstumspfad auch künftig erfolgreich beschreiten. Für 2023 beruht die Umsatzplanung in erster Linie auf organischem Wachstum, das um vereinzelte kleinere Akquisitionen ergänzt wird. Nach einem starken Zuwachs im abgelaufenen Geschäftsjahr werden die Umsatzerlöse erneut deutlich steigen. Signifikante Wachstumsimpulse erwartet die Gruppenleitung vor allem bei den neuen digitalen Geschäftsmodellen, insbesondere flaschenpost. Auch die zwei Konsumgütersparten Nahrungsmittel sowie Bier und alkoholfreie Getränke rechnen mit wesentlichen Umsatzsteigerungen, die überwiegend durch Preiseffekte getrieben sein werden. Die Preisanpassungen bei den Produkten und Dienstleistungen der Oetker-Gruppe werden die erheblichen Kostensteigerungen auf der Beschaffungsseite nur teilweise abfedern können, was auch im kommenden Geschäftsjahr weitere Kostensenkungsinitiativen und Effizienzverbesserungen innerhalb der Gruppenfirmen erfordern wird. Das Investitionsbudget (ohne Erstkonsolidierungen) für 2023 liegt mit rund 425 Mio. Euro deutlich über den Ausgaben des vergangenen Jahres und bildet den Grundstein für künftiges Wachstum. Das Investitionsbudget ist Teil eines groß angelegten Investitionsprogramms über mehrere Jahre, mit dessen Hilfe Innovationen sowie der Ausbau von Digitalkompetenzen und Nachhaltigkeitsaktivitäten weiter vorangetrieben werden. Der Großteil der Investitionen entfällt wiederum auf den Geschäftsbereich Nahrungsmittel. Daneben sind höhere Investitionsausgaben vor allem bei flaschenpost und auch den Hotels geplant. Weitere Aspekte der erwarteten Entwicklung in den einzelnen Geschäftsbereichen sind in den jeweiligen Abschnitten beschrieben. Die tatsächliche Entwicklung der Oetker-Gruppe und ihrer Geschäftsbereiche kann aufgrund der nachfolgend erläuterten Chancen und Risiken oder in dem Fall, dass die Erwartungen und Annahmen sich nicht erfüllen, sowohl positiv als auch negativ von den Prognosen abweichen. Chancen- und RisikoberichtDer Umgang mit Geschäftsrisiken ist wesentlicher Bestandteil der unternehmerischen Führung der Oetker-Gruppe. Übergeordnetes Ziel ist es, für ein ausgewogenes Chancen-Risiken-Verhältnis zu sorgen. In den zwei Konsumgütersparten der Oetker-Gruppe ist insbesondere die Konsumneigung der Verbraucher relevant. Ein diversifiziertes Produktportfolio und stetige Anstrengungen in der Entwicklung neuer Produkte helfen dabei, Markt- und Konsumentenbedürfnisse zu berücksichtigen. Hierbei wird auch der Trend hin zu mehr Qualitätsbewusstsein und zur verstärkten Nachfrage nach Produkten aus nachhaltiger Herstellung einbezogen. Insgesamt ist die Gruppe mit ihren drei Geschäftsbereichen Nahrungsmittel, Bier und alkoholfreie Getränke sowie Weitere Interessen diversifiziert aufgestellt. Die für die Gruppe relevanten Trends in den unterschiedlichen Branchen werden regelmäßig beobachtet. Dabei ist es zunehmend schwieriger geworden, zukünftige Veränderungen zu antizipieren: Nach der Pandemie und daraus folgenden Herausforderungen im Hinblick auf Lieferketten, Absatzrestriktionen etc. hat spätestens mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 die Dynamik in dem sich ohnehin stetig wandelnden Wettbewerbsumfeld deutlich zugenommen. Um möglichst zeitnah auf externe Entwicklungen reagieren zu können, muss stets flexibel unter Berücksichtigung verschiedener Handlungsoptionen geplant werden. Operative Chancen und Risiken Beschaffungsmarktchancen und -risiken Infolge volatiler gewordener externer Einflussfaktoren erweisen sich Prognosen zu künftigen Rohwarenpreisentwicklungen zunehmend schwieriger. Die Oetker-Gruppe erwartet in ihrer Planung für das Jahr 2023, dass die Preise für Energie und Rohstoffe auf einem erhöhten Niveau verbleiben und in einigen Bereichen noch einmal spürbar anziehen. Durch die Streuung über verschiedene Lieferanten und weitere Maßnahmen zur Volumenabsicherung werden sonstige Risiken in der Beschaffung gemindert. Eine enge Verzahnung der Schnittstellen sowie prozessuale Verknüpfungen innerhalb der gesamten Supply Chain ermöglichen ein schnelles Reaktionsvermögen in Bezug auf interne und externe Marktveränderungen. Aufgrund von Verwerfungen auf den Beschaffungsmärkten kann es zu Beeinträchtigungen in den Lieferketten und damit zu Rohstoff- und Produktionsengpässen oder -ausfällen kommen, die sich wiederum negativ auf die Lieferfähigkeit, die Qualität und die Kosten der Produkte und Dienstleistungen der Oetker-Gruppe auswirken können. Umfeld- und branchenbezogene Chancen und Risiken Für die Konsumgütergeschäftsbereiche ist das Konsumklima von entscheidender Bedeutung. Der inflationsbedingte Kaufkraftverlust bei Unternehmen und privaten Haushalten wirkt dämpfend auf das Konsumklima. Eines der Kernrisiken für den Ausblick der Oetker-Gruppe ist, dass sich die Maßnahmen der Zentralbanken zur Eindämmung der Inflation in einer Konsumzurückhaltung niederschlagen. Im Vergleich zu den ersten Jahren der Corona-Pandemie ist eine Erholung in vielen Geschäftsbereichen zu beobachten. Gleichwohl ist die weitere Entwicklung weiterhin mit großen Unsicherheiten behaftet, unter anderem mit Blick auf neu auftretende Virusvarianten und die Wirksamkeit von Impfstoffen. Die Auswirkungen können erheblich zwischen Regionen und Kundenbranchen variieren. Das Ausmaß und die Dauer individueller Folgen auf das Geschäft der Oetker-Gruppe sind daher schwer abschätzbar. Darüber hinaus können Eingriffe der nationalen Behörden, handelspolitische Konflikte oder unsichere geopolitische Situationen, wie bereits durch die russische Invasion in die Ukraine aufgetreten, großen Einfluss haben. Auch aus der anhaltenden Schulden- und Finanzkrise in einigen Ländern ergeben sich für die Geschäftsbereiche der Gruppe Risiken. Daneben bergen der zunehmend intensive Wettbewerb sowie die fortschreitende Handelskonzentration Risiken. Mit der kontinuierlichen Stärkung der Marken und stetigen Produktneuentwicklungen sowie strategischen Partnerschaften begegnen die Gruppenunternehmen diesen Risiken und generieren hierdurch auch neue Chancen. Funktionale Chancen und RisikenFinanzwirtschaftliche Chancen und Risiken Die Oetker-Gruppe unterliegt finanzwirtschaftlichen Chancen und Risiken in Bezug auf Liquidität, Währungen und Zinsen. Angesichts nicht gezogener Geldhandelslinien und einer guten Bonität aufgrund der soliden Bilanzstruktur der Oetker-Gruppe wird das Liquiditätsrisiko als gering erachtet. Währungsrisiken werden zum Großteil mit Hilfe von Devisentermingeschäften abgesichert, wodurch potenzielle Verluste limitiert werden. Das Zinsrisiko ist aufgrund der in großen Teilen langfristigen Fremdfinanzierung zu niedrigen Festzinssätzen derzeit überschaubar. Gestiegenen Zinsen in der kurzfristigen Geldaufnahme stehen außerdem erhöhte Chancen bei der Geldanlage gegenüber, wobei die Finanzmärkte aufgrund der geopolitischen Lage noch sehr volatil sind. Rechtliche und regulatorische Risiken Als weltweit tätiges Unternehmen hat die Oetker-Gruppe eine Vielzahl rechtlicher und regulatorischer Vorgaben zu beachten. Zu ihrer Umsetzung dienen interne Standards, Leitlinien und Verhaltensanweisungen, die regelmäßig überprüft werden. Mit einer gruppenweit eingerichteten Compliance- und Datenschutzorganisation werden zudem alle relevanten rechtlichen und regulatorischen Anforderungen sowie die Einhaltung des Verhaltenskodex der Oetker-Gruppe beobachtet. Daneben wurden branchenübliche Versicherungen zur Abdeckung bestimmter rechtlicher Risiken abgeschlossen. Chancen und Risiken im Bereich IT/Digitalisierung Der Einsatz digitaler Technik ermöglicht eine weitere Vereinheitlichung von Datensystemen und darüber hinaus die Harmonisierung sowie Optimierung von Prozessen. Informationstechnischen Risiken wird durch umfangreiche Investitionen in die Sicherheitsarchitektur der IT-Systeme begegnet. Die Gefahr von Cyber-Angriffen bzw. Cyber-Terrorismus nimmt durch den Ukraine-Krieg zu. Insbesondere die Tochterfirma OEDIV als IT-Unternehmen und Betreiber eigener Rechenzentren ist diesem Risiko ausgesetzt. Das OEDIV-Security-Team ist sensibilisiert und beobachtet die Entwicklungen engmaschig, um im Falle von Auffälligkeiten sofort reagieren zu können. Die digitale Transformation ist ein unaufhaltsamer Trend, der das Konsumentenverhalten und die Marktteilnehmer beeinflusst. Neben Risiken, unter anderem durch den Eintritt neuer Marktteilnehmer, erwachsen hieraus auch neue Angebotsformen und Geschäftsmodelle, die der Oetker-Gruppe neue Wachstumschancen bieten. Letztlich ermöglicht die digitalisierte Unternehmensorganisation eine schnellere und effizientere Fähigkeit zur Anpassung an neue Marktentwicklungen oder geänderte Arbeitssituationen. Personalchancen und -risiken Der wirtschaftliche Erfolg der Oetker-Gruppe wird wesentlich durch die Leistungsbereitschaft und die Fähigkeiten der Mitarbeiter bestimmt. Die Gewinnung hochqualifizierter Fach- und Führungskräfte und ihre langfristige Bindung an die Oetker-Gruppe sind daher von enormer Bedeutung. Hierfür setzt man auf gezielte Maßnahmen zur Mitarbeiterförderung sowie auf leistungsabhängige Anreizsysteme. Ein weiterer Schwerpunkt der Personalarbeit liegt auf dem Gesundheitsmanagement und der Mitarbeiterberatung in verschiedenen Lebensphasen. Umwelt- und Sicherheitsaspekte Die Oetker-Gruppe achtet weltweit auf die Einhaltung hoher Standards in den Bereichen Umwelt, Sicherheit, Gesundheit und Soziales. Die im Absatz zu den rechtlichen und regulatorischen Risiken beschriebenen Maßnahmen sowie Zertifizierungen, Beratungen und Schulungen der Mitarbeiter sorgen dafür, das Risiko für die Beeinträchtigung von Menschen sowie für Umwelt- und Sachschäden zu minimieren. Mit der gruppenweiten Umsetzung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes zum 1. Januar 2023 stärkt die Oetker-Gruppe weiter die Menschenrechte in ihren gesamten Lieferketten. Daneben sorgen hohe produktionstechnische Standards für eine effektive Absicherung möglicher Umwelt- und Sicherheitsrisiken. Zunehmende Zeichen des Klimawandels, wie Hitzeperioden, Wassermangel oder Starkregenereignisse, können sich negativ auf die Ernteerträge und damit auf die Beschaffung der Rohwaren sowie auf die Standorte der Gruppenunternehmen und das Konsumentenverhalten auswirken. Die Oetker-Gruppe hat sich daher dem verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen verschrieben. So hat sie am Bielefelder Standort im Jahr 2022 bereits die zweite Photovoltaikanlage in Betrieb genommen, um neben dem Ziel, den CO 2 -Fußabdruck weiter zu verringern, auch dem Ziel näher zu kommen, unabhängiger von externen Energieversorgern zu werden. Weitere Anlagen befinden sich an den Standorten in Wittenburg (Mecklenburg-Vorpommern), Johannesburg (Südafrika), Desenzano del Garda und Rivergaro (Italien) sowie in Leeuwarden (Niederlande). Logistikchancen und -risiken Die starke Konzentration der Logistikbranche, besonders im Bereich der Tiefkühlkost, hat im Zeitverlauf zu einer Wettbewerbsverschärfung geführt. Zudem ist der Markt für Transportkapazitäten angespannt. Der ohnehin seit längerem bekannte Fachkräftemangel in der Logistik- und LKW-Branche trifft auf Störungen der Liefer- und Transportketten, die ein Risiko für den termingerechten Warentransport darstellen. Durch den Krieg in der Ukraine kann sich die Situation weiter verschärfen. Um zusätzliche Potenziale in der Logistik auszuschöpfen, sind die Gruppenunternehmen kontinuierlich auf Effizienz und Effektivität in der Supply Chain bedacht. Zusammenfassende Darstellung der Chancen- und RisikolageRisikokonzentrationen in bestandsgefährdendem Umfang liegen weder aufseiten der Kunden noch aufseiten der Lieferanten vor. Auch im Hinblick auf die Länder, in denen die Oetker-Gruppe tätig ist, sind solche Risiken nicht erkennbar. Die Gruppe ist mit ihren unterschiedlichen Geschäftsfeldern Nahrungsmittel, Bier und alkoholfreie Getränke sowie Weitere Interessen gut diversifiziert. Risiken, die zu einer Beeinträchtigung der langfristigen Existenz der Oetker-Gruppe führen könnten, sind auch in anderer Hinsicht nicht erkennbar. Zudem ist in den vergangenen Jahren über die solide Eigenkapitalausstattung ein erhöhtes Risikodeckungsvolumen geschaffen worden. KonzernabschlussKonzernbilanzAKTIVA
Bielefeld, 5. April 2023 Dr. August Oetker KG Die persönlich haftenden Gesellschafter Dr. Albert Christmann Ute Gerbaulet Konzernanlagenspiegel
Anlage zur Konzernbilanz Anlage zur Bilanz gemäß § 13 Abs. 3 Satz 2 PublG in Verbindung mit § 5 Abs. 5 Satz 3 PublG
KonzernanhangAnwendung der handelsrechtlichen VorschriftenDie Dr. August Oetker KG mit Sitz in Bielefeld, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Bielefeld unter HRA 8242, ist als Personenhandelsgesellschaft nach den Vorschriften des zweiten Abschnitts des PublG verpflichtet, einen Konzernabschluss und Konzernlagebericht aufzustellen und offenzulegen. Dieser Konzernabschluss und Konzernlagebericht, erstellt nach § 13 PublG i. V. m. §§ 294 bis 315 HGB, haben für die in der Anteilsbesitzliste gemäß § 313 HGB gekennzeichneten Unternehmen (veröffentlicht im Bundesanzeiger) befreiende Wirkung im Sinne von § 264 Abs. 4 HGB, § 264 b HGB bzw. § 5 Abs. 6 PublG. Mit Ausnahme der Angaben gemäß § 313 Abs. 2 HGB entspricht dieser Geschäftsbericht den Regelungen des § 13 PublG in Verbindung mit §§ 294 bis 315 HGB. KonsolidierungskreisIn den Konzernabschluss wurden alle wesentlichen in- und ausländischen Unternehmen einbezogen, auf die die Dr. August Oetker KG unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann. Der Konsolidierungskreis umfasste zum Bilanzstichtag insgesamt 241 Unternehmen (Vorjahr: 314), davon 156 (Vorjahr: 219) deutsche und 85 (Vorjahr: 95) ausländische Unternehmen. Wegen insgesamt untergeordneter Bedeutung wurden 71 Unternehmen nicht vollkonsolidiert (Vorjahr: drei). Daneben wurden wie im Vorjahr acht Unternehmen at equity bewertet. Im Konsolidierungskreis sind die folgenden nennenswerten Veränderungen eingetreten: Für 67 Gesellschaften wurde von dem Einbeziehungsverzicht gemäß § 296 Abs. 2 HGB Gebrauch gemacht, sodass sich die Anzahl der verbundenen Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr deutlich reduziert hat. Nicht mehr im Konsolidierungskreis enthalten sind zudem mehrere kleine und aus Konzernsicht unbedeutende Unternehmen, die fusioniert bzw. liquidiert wurden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind keine Erstkonsolidierungen vorgenommen worden. Eine Aufstellung über den Anteilsbesitz wird als Bestandteil des Konzernanhangs im Bundesanzeiger veröffentlicht. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenIn den für Konsolidierungszwecke erstellten Einzelabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wird nach einheitlichen Kriterien nach den Bestimmungen des Publizitätsgesetzes (PublG) und des Handelsgesetzbuchs (HGB) auf Grundlage der Ausweis-, Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinie der Oetker-Gruppe bilanziert und bewertet (Handelsbilanz II). Die Abschlüsse der at equity einbezogenen Unternehmen sind teilweise an die konzerneinheitlichen Richtlinien angepasst. Das Sachanlagevermögen und die immateriellen Anlagewerte sind nach Maßgabe des § 253 HGB bewertet. Von dem in § 248 Abs. 2 Satz 1 HGB geregelten Wahlrecht zur Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wird innerhalb der Oetker-Gruppe kein Gebrauch gemacht. Geschäfts- oder Firmenwerte werden gemäß der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Bewertungsobergrenze bei den Herstellungskosten bilden die Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2 Satz 1 und 2 HGB. Investitionszuschüsse werden anschaffungskostenmindernd berücksichtigt. Planmäßig abgeschrieben wird sowohl nach der linearen als auch nach der degressiven Methode (mit Übergang auf die lineare Methode, wenn der hiernach ermittelte Betrag höher ist als der bei degressiver Abschreibung). Im Inland erfolgt die Abschreibung unter weitgehender Verwendung der von der deutschen Finanzverwaltung anerkannten Nutzungsdauern. Dabei werden geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis 800 Euro im Jahr des Zugangs vollständig abgeschrieben. Im Ausland wird bei vergleichbaren Sachverhalten ähnlich vorgegangen. Finanzanlagen werden höchstens zu Anschaffungskosten bewertet, soweit nicht niedrigere Wertansätze geboten sind. Dauernde Wertminderungen im Anlagevermögen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt. Der Bewertung des Umlaufvermögens liegen die Vorschriften des § 253 HGB und des § 256 HGB zugrunde. Die Herstellungskosten der Vorräte enthalten angemessene Fertigungsgemeinkosten unter Beachtung der Herstellungskostengrenze der Finanzverwaltung; Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Erkennbaren Risiken der Vorratshaltung wird durch verlustfreie Bewertung Rechnung getragen. Ausreichende Einzel- und Pauschalwertberichtigungen decken die Risiken im Forderungsbestand. Fremdwährungsvorgänge werden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls umgerechnet, aus Vereinfachungsgründen teilweise auch mit Monatsdurchschnittskursen. Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Die Pensionsrückstellungen werden nach den Regeln des Teilwertverfahrens unter Verwendung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck bewertet. Hierbei wird die Vereinfachungsregel des § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB angewendet und mit dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten Zinssatz für 15-jährige Restlaufzeiten mit dem Stand vom 30. September 2022 und prognostiziert auf den 31. Dezember 2022 gerechnet (1,79 %, Vorjahr: 1,87 %); daneben wurden eine erwartete Lohn- und Gehaltssteigerung von 2,7 % (Vorjahr: 2,7 %) und eine erwartete Rentensteigerung von 2,0 % (Vorjahr: 1,4 %) zugrunde gelegt. Die Pensionsverpflichtungen der ausländischen Unternehmen werden nach den jeweiligen nationalen Vorschriften bewertet und sind von untergeordneter Bedeutung. Die Differenz gemäß § 253 Abs. 6 HGB betrug 10 Mio. Euro. Bei den Jubiläumsrückstellungen wird dieselbe Lohn- und Gehaltssteigerung wie bei den Pensionsrückstellungen unterstellt. Der Zinssatz wurde analog wie dort ermittelt, allerdings auf der Basis des Durchschnitts aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren; dieser betrug 1,44 % (Vorjahr: 1,34 %). Vermögensgegenstände im Sinne von § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wurden in Höhe von 27 Mio. Euro mit entsprechenden Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen verrechnet. Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag passiviert. Aufgrund eines Aktivüberhangs bei den latenten Steuern aus Einzelabschlüssen werden die latenten Steuern ausschließlich nach Maßgabe des § 306 HGB gebildet. Aktive und passive latente Steuern aus Konsolidierungsvorgängen werden miteinander verrechnet, wobei ein Passivüberhang verbleibt. Dieser ist gegenüber dem Vorjahr um 8 Mio. Euro auf 20 Mio. Euro gesunken. Dabei werden die folgenden unternehmensindividuellen Steuersätze je Land zugrunde gelegt:
Bewertungseinheiten im Sinne von § 254 HGB wurden in geringfügigem Umfang gebildet. Hierbei kam die Einfrierungsmethode zur Anwendung. In den Konzernabschluss wird ein Tochterunternehmen mit Sitz in der Türkei, einem Hochinflationsland, einbezogen. Die Inflationsbereinigung erfolgt durch Indexierung der nichtmonetären Bilanzposten mit dem türkischen Verbraucherpreisindex. Hieraus resultierende Bewertungseffekte sind im Zinsergebnis erfasst worden. WährungsumrechnungDie Währungsumrechnung von Fremdwährungsposten in den Bilanzen der einbezogenen Unternehmen richtet sich nach § 256a HGB. Die Bilanzen der ausländischen Tochterunternehmen, sofern nicht bereits in Euro aufgestellt, werden nach der modifizierten Stichtagskursmethode des § 308a HGB umgerechnet. Die Bewegungen im Konzernanlagenspiegel sind zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. KonsolidierungsmethodenDie Jahresabschlüsse aller einbezogenen Unternehmen sind auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt. Bei der Kapitalkonsolidierung werden zum Erstkonsolidierungszeitpunkt die Anschaffungskosten bzw. Beteiligungsbuchwerte nach den Grundsätzen der Neubewertungsmethode gegen das anteilige Eigenkapital verrechnet. Die Erstkonsolidierung wird zu dem Zeitpunkt durchgeführt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen wurde. Dabei wird der Zeitwert der erworbenen Vermögensgegenstände, übernommenen Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten möglichst aus Marktpreisen im Rahmen vergleichbarer Transaktionen abgeleitet. Die verbleibenden aktivischen Unterschiedsbeträge sind als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und werden in den Folgejahren gemäß § 309 Abs. 1 HGB ergebniswirksam abgeschrieben. Die Abschreibung erfolgt linear, die Nutzungsdauer beträgt maximal fünf Jahre. Analoges gilt für die at equity einbezogenen Unternehmen. Alle Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Unternehmen sind aufgerechnet, aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen stammende Zwischenergebnisse sind eliminiert, ebenso Aufwendungen und Erträge zwischen einbezogenen Unternehmen. Bei ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen sind für Differenzen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, latente Steuern berücksichtigt. Konzerninterne Ergebnisse aus Lieferungen und Leistungen mit at equity einbezogenen Unternehmen werden nicht eliminiert. Sonstige AngabenDas in der Konzernbilanz ausgewiesene Festkapital von 1.125 Mio. Euro entspricht dem Festkapital der Dr. August Oetker KG. Die Anteile am Festkapital, die auch den Stimmrechten entsprechen, werden von den Kommanditisten der Dr. August Oetker KG gehalten. Die Verbindlichkeiten betrugen 2.059 Mio. Euro (Vorjahr: 2.337 Mio. Euro). Nach Restlaufzeiten sind die einzelnen Posten wie in Tabelle 2 zu gliedern.
Es wurden keine angabepflichtigen Sicherheiten für diese Verbindlichkeiten eingeräumt. Am Bilanzstichtag bestanden folgende Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB:
Risiken aus der Inanspruchnahme bei den Haftungsverhältnissen werden aufgrund der Bonität der jeweiligen Schuldner nicht erwartet. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 2a HGB betrugen insgesamt 788 Mio. Euro, davon für das nächste Jahr 158 Mio. Euro. Außerbilanzielle Geschäfte gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 2 HGB wurden nur in einem für die Finanzlage der Oetker-Gruppe vernachlässigbaren Umfang vorgenommen. Die Dr. August Oetker KG und ihre Tochtergesellschaften unterliegen als international operierende Unternehmen Zins-, Preis- und Währungsrisiken. Um diese Risiken zu begrenzen, hat vor allem die Dr. August Oetker KG derivative Finanzinstrumente (Termingeschäfte, Swaps und Optionen) abgeschlossen. Am Bilanzstichtag bestanden Devisenterminkäufe/-verkäufe mit einem Transaktionsvolumen von 65 Mio. Euro und einem beizulegenden Zeitwert von 2 Mio. Euro. Für die nicht in Bewertungseinheiten eingehenden Termingeschäfte, Swaps und Optionen sind keine nennenswerten Rückstellungen gebildet worden. Die Bewertung der derivativen Finanzinstrumente beruht auf bestimmten Annahmen und Bewertungsmodellen, wie zum Beispiel der Barwertmethode. Der Personalbestand der zum Konsolidierungskreis der Oetker-Gruppe zählenden Unternehmen stieg im Berichtsjahr um 0,6 % auf durchschnittlich 46.662 Beschäftigte (Vorjahr: 46.384). Im Geschäftsbereich Nahrungsmittel ist die durchschnittliche Mitarbeiterzahl von 19.926 auf 17.877 zurückgegangen, im Wesentlichen bedingt durch den Abgang der Martin Braun-Gruppe, die im Vorjahr anteilig bis zum Zeitpunkt der Entkonsolidierung berücksichtigt war. Im Geschäftsbereich Bier und alkoholfreie Getränke blieb die Zahl der Beschäftigten mit durchschnittlich 6.892 Mitarbeitern auf Vorjahresniveau. Der Personalbestand im Geschäftsbereich Weitere Interessen wuchs vor allem durch die weitere Expansion von flaschenpost von 16.732 auf durchschnittlich 21.894 Mitarbeiter an. Gegenläufige Effekte resultierten auch hier aus Abgängen infolge der Teilung der Oetker-Gruppe. Die Differenz zwischen den entsprechenden Buchwerten und dem anteiligen Eigenkapital aller einbezogenen assoziierten Unternehmen betrug 1 Mio. Euro. Das Gesamthonorar gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB belief sich auf 1.684 Tsd. Euro. Davon entfielen 1.158 Tsd. Euro auf Abschlussprüfungsleistungen, 176 Tsd. Euro auf andere Bestätigungsleistungen, 65 Tsd. Euro auf Steuerberatungsleistungen sowie 285 Tsd. Euro auf sonstige Leistungen. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 13 HGB wurden nur in unwesentlichem Umfang abgeschlossen. Gewinn- und VerlustrechnungEine Gewinn- und Verlustrechnung wird gemäß § 13 Abs. 3 Satz 2 PublG nicht veröffentlicht. In analoger Anwendung des PublG für den Lagebericht werden dort ebenfalls keine Aussagen zur Ertragslage und zu finanziellen Leistungsindikatoren, mit Ausnahme der Umsatzerlöse, getroffen. Die Umsatzerlöse gliedern sich nach geografisch bestimmten Märkten und Tätigkeitsbereichen wie in der Tabelle gezeigt.
Die Umsatzerlöse haben sich bereinigt um die Veränderungen im Konsolidierungskreis gegenüber dem Vorjahr um 676 Mio. Euro erhöht. Unter Ausschluss von Wechselkurseffekten ergab sich ein operativer Anstieg der Umsatzerlöse von 605 Mio. Euro.
Bielefeld, 5. April 2023 Dr. August Oetker KG Die persönlich haftenden Gesellschafter Dr. Albert Christmann Ute Gerbaulet Anteilsbesitzliste gem. § 313 Abs. 2 HGB
Wiedergabe des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers für den vollständigen KonzernabschlussAn die Dr. August Oetker KG, Bielefeld PrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der Dr. August Oetker KG, Bielefeld, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Dr. August Oetker KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 14 PublG unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den nach § 13 PublG anzuwendenden deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 14 PublG unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Bielefeld, den 6. April 2023 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Peter Krupp, Wirtschaftsprüfer Thomas Angele, Wirtschaftsprüfer |
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Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Vermietung von Schienenfahrzeugen
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Kraftwagen
Herstellung von Bestrahlungs- und Elektrotherapiegeräten und elektromedizinischen Geräten
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Entwicklung und Programmierung von Internetpräsentationen
Erbringung von landwirtschaftlichen Dienstleistungen für den Pflanzenbau
Unternehmensberatung
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Vermittlung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Erbringung sonstiger juristischer Dienstleistungen
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Patentanwaltskanzleien
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Ingenieurbüros für Fachplanung von technischer Gebäudeausrüstung
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Geräten der Unterhaltungselektronik
Sonstige Überlassung von Arbeitskräften
Herstellung von Fertiggerichten
Großhandel mit Getränken
Vermittlung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Büros für Innenarchitektur
Bauträger für Wohngebäude
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Verlegen von Zeitungen
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Verwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Ingenieurbüros für bautechnische Gesamtplanung von Ingenieurbauwerken und Verkehrsanlagen
Erbringung sonstiger Vermittlungs- und Vermarktungsdienstleistungen für Patente
Beteiligungsgesellschaften
Vermittlung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Praxen von Steuerberaterinnen und -beratern, Steuerbevollmächtigten sowie steuerberatende Berufsausübungsgesellschaften
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Großhandel mit Photovoltaikmodulen
Praxen von Steuerberaterinnen und -beratern, Steuerbevollmächtigten sowie steuerberatende Berufsausübungsgesellschaften
Verwertungsgesellschaften zur Wahrnehmung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten
Großhandel mit elektrischen Haushaltsgeräten
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Beteiligungsgesellschaften
Verwaltung von Wohngrundstücken, Wohngebäuden und Wohnungen für Dritte
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Wagniskapital-Beteiligungsgesellschaften
Ingenieurbüros für bautechnische Gesamtplanung von Ingenieurbauwerken und Verkehrsanlagen
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Patentanwaltskanzleien
Beteiligungsgesellschaften
Public-Relations-Beratung
Beteiligungsgesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Musikverlage
Großhandel mit medizinischen und orthopädischen Artikeln, Dental- und Laborbedarf
Beteiligungsgesellschaften
Investmentfonds
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Institute für Factoring-Geschäfte
Fondsmanagement
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Wagniskapital-Beteiligungsgesellschaften
Wagniskapital-Beteiligungsgesellschaften
Institute für Factoring-Geschäfte
Wagniskapital-Beteiligungsgesellschaften
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Verlegen von Zeitungen
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Beteiligungsgesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen