IU Finance Management GmbH

Ridlerstraße 57, 80339 München, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 270818
Eingetragen
10.11.2021
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenFondsmanagementManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
Aufnahme, Halten und Verwalten von Finanzmitteln und eigenem Vermögen sowie Finanzierung von Gruppengesellschaften der IU Group.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Sven Dr. Schütt
seit 10.11.2021
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
IU Group NVBEL
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

IU Group NV
Belgium
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

IU Group N. V.

Brüssel

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021

1. Wirtschaftsbericht

1.1 Geschäftsmodell

Studierende > 85.000
Studienmodelle Online-, Kombi- und Präsenzstudiengänge sowie zusätzliche Qualifizierungsprogramme für B2C und B2B
Studiengänge > 200 Bachelor-, Master- und MBA-Programme
Campusstandorte 28 in Deutschland
Prüfungszentren > 40
Professoren, Dozenten, Mitarbeiter ~ 2.500

IU Group N.V. mit Sitz in Square Ambiorix 10 in Brüssel, Belgien, eingetragen im belgischen Handelsregister unter der Unternehmensnummer 0770.928.680 (nachfolgend auch: "die Gesellschaft") ist das Mutterunternehmen der IU-Gruppe (nachfolgend: "IU", "der Konzern" oder "die IU-Gruppe"). Die IU-Gruppe betreibt eine der größten privaten Hochschulen in Deutschland. Unter dem Namen IU Internationale Hochschule bieten wir in den Segmenten "Business to Business" (B2B) und "Business to Consumer" (B2C) Studiengänge als Präsenz-, Online- oder Kombi-Unterricht an. Die Haupteinsatzfaktoren sind neben den festangestellten Hochschullehrern (Professoren und Beschäftigte im akademischen Mittelbau) sowie externen Dozenten das Personal in der Akquise und Betreuung für die Studierenden sowie des akademischen und geschäftlichen Teils der Verwaltung.

1.2 Entwicklung der Branche und der Gesamtwirtschaft

Mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von +2,7 % hat sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Jahr 2021 gegenüber 2020 positiv entwickelt. Der Einfluss der Corona-Einschränkungen ist je nach Unterrichtsformat unterschiedlich. Bei Online-B2B- und campusbezogenen Angeboten haben die negativen Auswirkungen abgenommen, während digitale Unterrichtsformate von den Corona-Einschränkungen profitiert haben. Insgesamt wurde die IU-Gruppe von der Pandemie 2021 nicht beeinträchtigt.

In Deutschland blieb die Zahl der Studierenden mit jeweils 2,9 Millionen in den Jahren 2020 und 2021 nahezu stabil. Die Anzahl der Studierenden an privaten Hochschulen hat stark zugenommen: von 269.000 im Jahr 2020 auf 307.000im Jahr 2021. Zudem waren 10,4 % (Vorjahr 8,5 %) der Studierenden in Deutschland an einer privaten Hochschule immatrikuliert.

Die IU-Gruppe konnte 2021 durch die verschiedenen angebotenen Lernformen (On-Campus-Studium, Duales Studium, Berufsbegleitendes Studium, Fernstudium vom Branchenwachstum profitieren und die Anzahl der eingeschriebenen Studierenden um mehr als 50 % im Vergleich zum Vorjahr erhöhen.

1.3 Umsatz- und Studierendenentwicklung

Die IU-Gruppe hat im Geschäftsjahr von Januar bis Dezember 2021 einen Umsatz von 273.571 TEUR (Vorjahr: 165.650 TEUR) erzielen können und damit die für 2021 prognostizierte Entwicklung von Umsatz und Anzahl der B2C-Studierenden übertroffen, während die Anzahl der B2B-Studierenden unter den Prognosen bliebt. Der Vorjahresumsatz wurde damit um 107.921 TEUR bzw. 65 % gesteigert. Die Mehrzahl der Studierenden (> 86 %) kommt aus Deutschland.

Umsatz in TEUR 2021 2021 Budget 2020
B2B 84.708 79.605 51.047
B2C 188.863 169.127 114.603
Gesamt 273.571 248.731 165.650
Zahlende Studierenden 2021 2021 Budget 2020
B2B 15.108 15.615 10.259
B2C 63.037 65.838 42.887
Gesamt 78.145 81.453 53.146

B2B: Die Anzahl der zahlenden Studierenden stieg um 47 % und der Umsatz legte aufgrund höherer Preise gegenüber dem Vorjahr um 66 % zu. Hier haben auch die meisten neuen Studierenden gegen Ende des Jahres angefangen (Hauptanstieg im Wintersemester 2021). Positiv wirkte sich auch die Eröffnung der neuen Standorte in Bielefeld, Braunschweig, Dresden, Duisburg, Freiburg, Karlsruhe, Lübeck und Ulm aus.

B2C: Die Umsätze sind um +65 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der Umsatzanstieg ist im Vergleich zum Anstieg der Anzahl der zahlenden Studierenden (47 % im Vergleich zum Vorjahr) überproportional. Im B2C hat neben der positiven Entwicklung der bestehenden Programme die Einführung neuer Studiengänge, u. a. Innenarchitektur, Game Design und Angewandte Psychologie, zu höheren Studierendenzahlen beigetragen.

1.4 Personalbereich

Im Jahresverlauf 2021 wurden durchschnittlich 2.346 Mitarbeiter (Anzahl ohne Auszubildende und duale Studierende, im Vorjahr: 1.487) beschäftigt. Bei dem Mitarbeiterstamm handelt es sich sowohl um Lehr- und Trainerpersonal als auch um Mitarbeiter im administrativen Bereich mit spezifischem Fachwissen und langjähriger Berufserfahrung.

Der Personalaufwuchs erfolgte in allen akademischen und kommerziellen Bereichen für B2C und B2B sowohl zur Betreuung der eingeschriebenen Studierenden (Professoren, Sekretariat, Medienproduktion etc.) als auch zur Rekrutierung künftiger Studierender (Call Center, Immatrikulation etc.). Ferner kam es zu einem Aufwuchs in den diversen Bereichen der Holding und zum Start möglicher neuer Geschäftsfelder.

1.5 Sonstige wichtige Vorgänge des Geschäftsjahres

Am 8. Juli 2021 wurde der Sitz der Gesellschaft nach Brüssel, Belgien, verlegt und die Gesellschaft in eine Aktiengesellschaft (NV) nach belgischem Recht umgewandelt. Außerdem wurde die Gesellschaft in IU Group NV umfirmiert.

2021 gründete die Gesellschaft mehrere hundertprozentige Tochterunternehmen, um die Standorte künftig separat zu führen. Die Unternehmen waren im betreffenden Geschäftsjahr noch nicht operativ tätig.

Im Dezember 2021 wurde eine Vereinbarung zur Übernahme des London Institute of Banking & Finance (LIBF) unterzeichnet. Der Abschluss der Übernahme ist für Mitte 2022 geplant.

Die Refinanzierung ist in Abschnitt 2.3 Finanzlage beschrieben.

Für weitere Informationen zu den Auswirkungen von Corona wird auf Abschnitt 4.3 COVID-19 verwiesen.

2. Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

2.1 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Zur Steuerung des Konzerns verwendet die Geschäftsführung den Umsatz, das adjusted EBITDA und den operativen Cashflow als finanzielle Leistungsindikatoren. Das intern zur Steuerung verwendete "adjusted EBITDA" wird wie folgt definiert:

 

Konzernergebnis vor Ertragsteuern

 

+ Finanzierungsaufwendungen

 

- Finanzerträge

 

+ Abschreibungen

 

= EBITDA

 

+ Non-recurring Kosten

 

+ Start-up-Verluste neue Standorte

 

+ 12-Monats-ECL von Darlehen an nahestehende Personen

 

= adjusted EBITDA

Weiterhin ist die Entwicklung der Studierendenzahlen wesentlich für die Geschäftsentwicklung. Eine Analyse von Umsatz und Studierendenzahlen erfolgt in Abschnitt 1.3. Die übrigen Themen werden in den folgenden Abschnitten erläutert.

2.2 Vermögenslage

Der Konzern weist eine Bilanzsumme in Höhe von 505.359 TEUR zum 31.12.2021 (Vorjahr: 295.591 TEUR) aus. Die Aktiva bestehen zu 91 % (460.662 TEUR, Vorjahr: 268.834 TEUR) aus langfristigen Vermögenswerten. Diese bestehen wiederum zum Großteil aus aktivierten Firmenwerten (115.276 TEUR, Vorjahr: 115.276 TEUR) sowie aus immateriellen Vermögenswerten (93.047 TEUR, Vorjahr: 84.971 TEUR).

Durch die Anmietung von neuen Standorten stiegen die aktivierten Nutzungsrechte von Leasinggütern 45.686 TEUR auf 48.647 TEUR; die Leasingverbindlichkeiten sind entsprechend gestiegen. Die Expansion unseres Geschäftsbetrieb war zudem ursächlich für die höheren Investitionen in die Betriebs- und Geschäftsausstattung, die auf 22.810 TEUR (Vorjahr: 15.238 TEUR) anstieg.

Im Geschäftsjahres hat die IU-Gruppe der Oakley CP Holdings Ltd ein Darlehen in Höhe von 150.665 TEUR gewährt. Das Darlehen einschließlich Zinsen ist am 08.12.2028 rückzahlbar. Die Verzinsung beträgt EURIBOR +5,5 %. Des Weiteren gewährte die IU-Gruppe der CPG Co-Investment I GmbH & Co. KG (vormals: Oakley CP Management GmbH & Co. KG) ein Darlehen in Höhe von 24.618 TEUR. Das Darlehen einschließlich Zinsen ist am 08.12.2028 rückzahlbar. Die Verzinsung beträgt EURIBOR +5,5 %. Aufgrund des Term and Facilities Agreement führt ein negativer Euribor-Zinssatz in beiden Vereinbarungen nicht zu einer Verringerung der Zinslast. Beide Darlehen wurden an nahestehende Personen gewährt.

Innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte bilden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit 27.733 TEUR (Vorjahr: 13.522 TEUR) sowie Barmittel und Bankguthaben mit 10.504 TEUR (Vorjahr: 9.642 TEUR) und sonstige kurzfristige Forderungen und Vermögenswerte mit 6.376 TEUR (Vorjahr: 6.376 TEUR) die größten Einzelposten. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Geschäftsjahr aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung gestiegen, während der Anstieg der sonstigen kurzfristigen Forderungen und Vermögenswerte im Wesentlichen auf höhere aktive Rechnungsabgrenzungsposten zurückzuführen ist.

2.3 Finanzlage

Die Gesellschaft finanziert sich hauptsächlich durch langfristige Kredite sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. 2021 wurde ein Darlehen eines verbundenen Unternehmens an die IU-Gruppe mit einem Zinssatz von 10 % für das Geschäftsjahr vollständig getilgt (Vorjahr: 4.706 TEUR ). Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr eine 2018 zur Fremdfinanzierung des Konzerns vereinbarte Term and Revolving Facilities Agreement um zwei Tranchen in Höhe von 14.000 TEUR und 126.000 TEUR erweitert. Das Darlehen wurde im Dezember 2021 vollständig getilgt (Vorjahr: 170.000 TEUR).

2021 hat die Gruppe ein neues Darlehen in Höhe von 500.000 TEUR aufgenommen. Das Darlehen einschließlich Zinsen ist am 12.08.2028 rückzahlbar. Die Verzinsung beträgt EURIBOR +5 %. Gemäß dem Term and Revolving Facilities Agreement führt ein negativer EURIBOR-Zinssatz nicht zu einer Reduzierung der Zinslast. Für dieses Darlehen ist die IU-Gruppe zur Einhaltung einer Covenant verpflichtet. Die zentrale Finanzkennzahl des Covenants ist die Net Leverage Ratio; sie errechnet sich, indem man die Finanzverschuldung durch das Pro-Forma-EBITDA der letzten 12 Monate teilt. 2021 wurde dieser Covenant problemlos eingehalten.

Für den Erwerb von Anteilen der Oakley Management GmbH & Co. KG hat der Verkäufer im Geschäftsjahr ebenfalls ein Darlehen in Höhe von 11.088 TEUR zu einem Zinssatz von 10 % gewährt. Das Darlehen einschließlich Zinsen ist am 12.08.2028 rückzahlbar.

Die kurz- und langfristigen Leasingverbindlichkeiten stiegen auf 56.865 TEUR (Vorjahr: 53.466 TEUR) bedingt durch die Anmietung neuer Standorte. Durch den höheren Umsatz erhöhten sich auch die lang- und kurzfristigen Vertragsverbindlichkeiten auf insgesamt 67.973 TEUR (Vorjahr: 46.472 TEUR). Die höheren Rückstellungen in Höhe von 10.847 TEUR (Vorjahr: 6.494 TEUR) betreffen im Wesentlichen sonstige Abgrenzungsposten, z. B. eine Erhöhung der langfristigen Lizenzgebühren in Höhe von 1.055 TEUR sowie Umsatzsteueraufwendungen in Höhe von 1.883 TEUR. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten kam es zu einem Anstieg auf 29.367 TEUR (Vorjahr: 21.719 TEUR). Grund hierfür sind mehr ausstehende Rechnungen und höhere erhaltene Anzahlungen.

Das Eigenkapital beträgt zum 31. Dezember 2021 -179.981 TEUR (Vorjahr: -22.145 TEUR). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem Kauf eigener Anteile in Höhe von -142.109 TEUR.

Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit stieg aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung auf 62.609 TEUR (Vorjahr: 51.454 TEUR). Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit stieg auf -213.672 TEUR (Vorjahr: -22.751 TEUR), bedingt durch einen steigenden Mittelabfluss für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (für 15.601 TEUR) sowie aufgrund von Darlehen an zwei nahestehende Personen (für 175.283 TEUR). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit erhöhte sich im Wesentlichen durch die Refinanzierung auf 151.925 TEUR (Vorjahr: -25.498 TEUR).

2.4 Ertragslage

In TEUR / % 2021 2020
Umsatzerlöse 273.571 165.650
Materialaufwand 14.414 11.647
% vom Umsatz 5 % 7 %
Personalaufwand 122.032 75.772
% vom Umsatz 45 % 46 %
EBITDA 42.549 33.919
% vom Umsatz 16 % 20 %
Abschreibungen -31.190 22.869
Finanzergebnis -27.897 -13.486
Konzernergebnis vor Ertragsteuern -16.538 -2.436

Die Materialaufwendungen - Aufwendungen für bezogene Leistungen - sind vor allem durch den gestiegenen Bedarf an zusätzlichen Dozenten gestiegen, jedoch nur unterproportional im Vergleich zu den Umsatzerlösen, da diese Aufwendungen nur bedingt von der Zahl der eingeschriebenen Studierenden abhängen. Der Personalaufwendungen stiegen hauptsächlich aufgrund der oben beschriebenen Wachstumsinitiativen.

Das intern zur Steuerung verwendete "adjusted EBITDA" in Höhe von 89.745 TEUR (Vorjahr: 41.409 TEUR) liegt über dem budgetierten Level von 71.720 TEUR und weicht von dem hier gezeigten EBITDA wie folgt ab: Non-recurring Kosten von 22.248 TEUR (Vorjahr: 7.233 TEUR), Start-up-Verluste für neue Standorte von 19.492 TEUR (Vorjahr: 8.065 TEUR) und 12-Monats-ECL von Darlehen mit nahestehenden Personen von 5.456 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR). Die für 2021 prognostizierte zweistellige Steigerung des adjusted EBITDA wurde erreicht.

Die Abschreibungen lagen im Geschäftsjahr 2021 deutlich über dem Vorjahr. Dies resultiert im Wesentlichen aus den im Vorjahr getätigten Investitionen sowie aus aktivierten Entwicklungskosten.

Der Nettoverlust erhöhte sich im Wesentlichen durch den neuen Darlehensvertrag auf -27.897 TEUR (Vorjahr: -13.486 TEUR). Infolge der Wachstumsanstrengungen und der damit verbundenen höheren Kosten (im Wesentlichen Personal-, Beratungs- und Zinskosten) hat sich das Konzerngesamtergebnis von -4.654 TEUR im Vorjahr auf -18.117 TEUR verbessert.

2.5 Gesamtaussage

Der Konzern weist zwar ein Konzerngesamtergebnis von -18.117 TEUR (Vorjahr: -4.654 TEUR) auf. Die Gesellschaft erzielt trotz starkem Umsatzwachstum einen positiven operativen Cashflow von 62.609 TEUR (Vorjahr: 51.454 TEUR). Aufgrund der erwarteten nachhaltig positiven operativen Cashflows und sowie der zur Verfügung stehenden Kontokorrentlinie gehen wir von einer ausreichenden Liquidität der Gruppe in den Folgejahren aus. In Bezug auf den vereinbarten Covenant des neuen Darlehensvertrages besteht ein ausreichender Headroom-Aufgrund der äußerst positiven Geschäftsentwicklung besteht keine Gefährdung des Fortbestands auf Konzernebene oder eines Tochterunternehmens.

3 Forschungs- und Entwicklungsbericht

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind nicht mit denen eines produzierenden Unternehmens zu vergleichen. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von neuen Studiengängen und der Weiterentwicklung des bestehenden Portfolios im Rahmen der Reakkreditierung und der Optimierung der User Experience durch innovative Technologien.

Auch wird eine intensive Marktforschung betrieben, um sowohl die bestehenden Märkte als auch potenziell Wachstumsmöglichkeiten zu verstehen und so besser auf die Bedürfnisse der Studierenden eingehen zu können. Im Rahmen der akademischen Forschung beteiligen sich die Professorinnen und Professoren der IU Internationale Hochschule auch an Projekten, welche sich mit der Weiterentwicklung der Lehre beschäftigen, sowie an Trendstudien in den Bereichen Bildung, Veränderung der Arbeitswelt und technologische Transformation. Ferner werden Lehrmaterialien wie Skripte, interaktive Prüfungen, Videos und Prüfungsunterlagen erstellt.

Im Geschäftsjahr betrugen die aktivierten Entwicklungskosten insgesamt 30.064 TEUR (Vorjahr: 13.301 TEUR), d. h. im Geschäftsjahr 2021 wurden allein 17.016 TEUR (Vorjahr: 5.814 TEUR) investiert. Für Forschung und Entwicklung wurden Kosten in Höhe von 306 TEUR (Vorjahr: 243 TEUR) aufgewendet.

4. Risikobericht

Risiken Eintrittswahrscheinlichkeit Risikoausmaß Risikobedeutung
Krieg in der Ukraine Hoch Gering Gering
Auswirkungen der COVID-19-Pandemie Hoch Gering Gering
Markt und Konjunktur mittel mittel mittel
Produkt und Entwicklung mittel Gering Gering
Akkreditierung Gering Hoch Gering
Risiken Eintrittswahrscheinlichkeit Ausmaß des Risikos Bedeutung des Risikos
Hochschulgröße mittel mittel mittel
Liquidität Gering Gering Gering
Prozess Gering Gering Gering
Wettbewerb Gering mittel Gering

Der Prognosezeitraum umfasst 12 Monate nach Freigabe des Konzernabschlusses durch die Geschäftsführung im Juni 2022.

Nachfolgend werden alle wesentlichen Risiken aufgeführt und qualitativ bewertet.

4.1 Risikomanagement

Kontinuierliche Risikoerhebung und strukturierte Weiterleitung der Informationen ist für die IU-Gruppe selbstverständlich und auch in der Abstimmung innerhalb der Geschäftsführung ständige Aufgabe. Alle wesentlichen Risiken werden im Rahmen der Boardmeetings mit dem Investor regelmäßig erfasst, diskutiert und kategorisiert..

4.2 Krieg in der Ukraine

Der aktuelle Krieg in der Ukraine stellt für die IU-Gruppe ein geringes Risiko dar, da nur wenige Studierende aus der Ukraine oder Russland stammen. Als überwiegend digitales Unternehmen sind auch Lieferkettenprobleme im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine beschränkt.

4.3 COVID-19

Durch den Ausbruch des Coronavirus ergeben sich derzeit noch Auswirkungen auf den internationalen Transporte, den Reiseverkehr, industrielle Logistikketten sowie Produktionskapazitäten. Hiervon ist die IU-Gruppe nur bedingt betroffen. Während die Online-Studiengänge (B2C) kaum von der Corona-Pandemie betroffen sind, sind einige Präsenzunterrichtsformate hiervon erheblich betroffen. Die Präsenzstudiengänge (B2B und B2C) wurden aufgrund der verfügbaren Online-Plattform sehr zeitnah auf virtuellen Unterricht umgestellt, sodass die Auswirkungen auch hier nicht materiell sind. Bei der Vermietung von Studentenzimmern kann es zu einem hohen Ausfall kommen. Dies kann zumeist durch die Kündigung von gemieteten Wohnungen kompensiert werden.

Im Bereich der sonstigen Erlöse aus Mensen, Cafeterien und Shops (B2C), die sich auf dem Campus befinden, besteht ein hohes Ausfallrisiko. Die Aufwendungen wurden jedoch kurzfristig ebenfalls angepasst. Insgesamt kann die Gruppe jedoch weitere Auswirkungen auf das eigene Geschäftsvolumen nicht ausschließen. Die im vergangenen Geschäftsjahr eingeleiteten Maßnahmen wirken auch heute noch fort, haben sich aber bislang als angemessen und wirksam erwiesen. In welcher Höhe sich durch den Ausbruch des Coronavirus potenzielle Risiken im Hinblick auf die weitere Umsatz- und Ertragsentwicklung, z. B durch eine Rückkehr zu mehr Präsenz im Bildungsbereich ergeben könnten, ist derzeit nur schwer abzuschätzen. Das Risikoausmaß für die IU-Gruppe ist niedrig einzustufen.

4.4 Markt und Konjunktur

Ein starker Konjunktureinbruch und ein damit verbundener Rückgang der Bewerberzahlen würde sich aufgrund der langfristigen Ausrichtung der meisten Studien- und Lernprogramme erst mittel- bis langfristig auf Umsatz und Erträge auswirken. Dadurch könnten rechtzeitig Gegenmaßnahmen in Form von Kosteneinsparungen eingeleitet werden. Die Studieninteressenten für unser B2B-Produkt entscheiden sich aufgrund der höheren Immatrikulationsgebühr für einen staatlichen Anbieter oder für eine Berufsausbildung.

Im B2C-Geschäft kann das Wachstum aufgrund des großen Marktanteils zurückgehen. Wenn staatliche Hochschulen mittelfristig mehr Online- oder Kombi-Studienangebote einführen, kann dies aufgrund unterschiedlicher Kostenstrukturen für die Studierenden zu einem Bewerberrückgang führen. Insgesamt ist das Risiko eines mittel- bis langfristigen Bewerberrückgangs als mittelgroß zu erachten. Die Gruppe berücksichtigt in ihrer Planung die aktuell stark steigende Inflation; sie stellt derzeit kein nennenswertes Risiko dar.

4.5 Produkt und Entwicklung

Produkt- und Entwicklungsrisiken können durch den mehrgliedrigen Aufbau der Hochschulaktivitäten vermindert werden. So können künftig neue B2C-Studiengänge zuerst online mit vergleichsweise geringen Kosten getestet und im Erfolgsfall auf das B2B-Geschäft und die physische Sparte des B2C-Angebots ausgerollt werden. Die Größe der Hochschule ermöglicht Investitionen in neue Technologie und die User Experience und somit ist deren Wettbewerbsfähigkeit sichergestellt. Um die akademische Qualität der Programme und die Zufriedenheit der Studierenden zu sichern, ist es notwendig, mit steigender Hochschulgröße ausreichend festangestellte Hochschullehrer und andere akademische Mitarbeiter zu finden; selbiges gilt für die Einführung neuer Studiengänge. Das Risiko bei Produkt und Entwicklung ist daher als niedrig zu erachten.

4.6 Akkreditierung

Für den Betrieb einer privaten Hochschule in Deutschland ist eine Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat erforderlich: Die IU Internationale Hochschule ist kürzlich erfolgreich für weitere fünf Jahre reakkreditiert worden. Nach Ausbau der Forschungsaktivitäten kann eine dauerhafte Akkreditierung erlangt werden. Dieses bestandsgefährdende Risiko ist als niedrig zu erachten.

4.7 Hochschulgröße

Aufgrund der gestiegenen Hochschulgröße besteht die Gefahr einer Attacke der Wettbewerber auf das Geschäft sowie einer negativen Medienberichterstattung. Dieses Risiko wird als mittel eingeschätzt.

4.8 Liquidität

Durch eine regelmäßig erstellte Liquiditätsvorschau, eine monatliche Cash-Flow Planung bis Ende des Geschäftsjahres sowie einen monatlichen Plan / Ist Abgleich als auch einer langfristigen Strukturierung der Fremdfinanzierung werden Liquiditätsbedarfe frühzeitig erkannt, daher ist das Risiko als niedrig zu erachten.

4.9 Prozess

Alle Bildungsprogramme unterliegen einer umfassenden Qualitätskontrolle und werden überwiegend durch externe Agenturen akkreditiert. Damit wird gewährleistet, dass Fehler im operativen Kerngeschäft zeitnah erkannt und durch geeignete Maßnahmen behoben oder minimiert werden können. Alle Bildungsprogramme werden durch eine umfassende Qualitätskontrolle gesteuert, deren Wirksamkeit wird vom Deutschen Wissenschaftsrat verifiziert, und überwiegend von externen Agenturen akkreditiert. Damit wird gewährleistet, dass Optimierungsbedarfe im operativen Kerngeschäft zeitnahe entdeckt und durch geeignete Maßnahmen behoben oder minimiert werden. Insgesamt zeichnen sich die Bildungsprogramme durch eine konstant hohe Zufriedenheit der Teilnehmeraus, was zu einem niedrigen Anteil Studierenden führt, die das Studium abbricht. Das Risiko, dass dieser Anteil steigt, ist als mittelgroß zu betrachten und würde zu einem Umsatzrückgang führen.

Aufgrund des starken Wachstums besteht die Gefahr, dass nicht ausreichend internes Personal und externe Dozenten rekrutiert werden können. Sollten die Rekrutierungsbemühungen nicht erfolgreich sein, werden neue Programme später gestartet. Das Risiko ist gering, da aufgrund der unsicheren Konjunkturlage die Lage am Arbeitsmarkt angespannt ist und wir daher ausreichend Bewerbungen erhalten sollten. Dieses Risiko wird als niedrig betrachtet.

4.10 Wettbewerb

Die Gefahr neuer Wettbewerber ist sehr gering, da hohe Markteintrittsbarrieren bestehen (Akkreditierung). Die Überschneidung des Angebots mit traditionellen Universitäten sollte weiterhin gering bleiben, da diese kaum auf unsere B2C-Geschäft und mit Ausnahme von Baden-Württemberg kaum auf und unser B2B-Geschäft ausgerichtet sind. Sollte ein Technologieanbieter eine akkreditierte Einrichtung erwerben und hohe Marketingausgaben tätigen, könnte der Marktanteil der IU Internationale Hochschule unter Druck geraten. Aktuell ist eine solche Entwicklung nicht abzusehen. Das Risiko wird als niedrig betrachtet.

5. Chancenbericht

Chancen Eintrittswahrscheinlichkeit Chancenausmaß Chancenbedeutung
Markt und Konjunktur mittel mittel mittel
Produkt und Entwicklung Hoch Hoch Hoch
Akkreditierung mittel mittel mittel
Geografische Expansion Hoch Hoch Hoch

Der Prognosezeitraum umfasst 12 Monate nach Freigabe des Konzernabschlusses durch die Geschäftsführung im Juni 2022.

5.1. Chancenmanagement

Kontinuierliche Chancenerhebung und strukturierte Weiterleitung der Informationen ist für die IU-Gruppe selbstverständlich und auch in der Abstimmung innerhalb der Geschäftsführung ständige Aufgabe. Alle wesentlichen Chancen werden im Rahmen der Boardmeetings mit dem Investor erfasst und diskutiert.

5.2. Markt und Konjunktur

Bei anhaltenden Auswirkungen der COVID-19-Pandemie werden Online-Studiengänge (B2C) attraktiver und es kommt zu mehr Bewerbern. Auch wird das Fernstudium für Schulabgänger (B2C) interessanter, da ein traditionelles Studium nun schwieriger durchführbar ist. Das Ende der COVID-19-Pandemie würde zu einer höheren Nachfrage nach Präsenzstudiengängen im B2B- und B2C-Geschäft führen. Diese Chance wird als mittel beurteilt. Durch die Expansion in weitere europäische Märkte bietet sich eine mittlere Chance zum Gewinn zusätzlicher Kunden.

5.3 Produkt und Entwicklung

Es ist geplant die Studiengänge auch für andere europäische Ländern zu konzipieren, dies würde sich positiv auf Bewerberzahlen auswirken. Darüber hinaus sieht der Entwicklungsplan der Hochschule vor, dass zukünftig noch stärker internationale Studierende rekrutiert werden sollen. Weiterhin sollen mittels Upskillings einzelne Kurs an Unternehmenskunden und über Bildungsgutscheine an Arbeitssuchende vertrieben werden. Die Chance wird als hoch beurteilt.

5.4 Akkreditierung

Der Erwerb oder Kauf einer Lehrberechtigung in anderen Geographien besteht die Möglichkeit, den Studierenden im B2C-Bereich den Erwerb eines Doppelabschlusses anzubieten und so für eine breitere Zielgruppe attraktiv zu werden. Diese Chance wird als mittel beurteilt.

5.5 Geografische Expansion

Für die IU Internationale Hochschule bieten sich vor allem im B2C-Geschäft neben den bereits partiell adressierten Entwicklungsländern auch nicht deutschsprachigen Industrieländer als interessante Märkte an. Die Chance wird als hoch beurteilt.

6. Prognosebericht

Der Prognosezeitraum beträgt 12 Monate nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2021. Für das Jahr 2022 geht die IU-Gruppe von einem stabilen allgemeinen Geschäftsumfeld aus. Für die Geschäftsbereiche B2C und B2B gehen wir von einem starken Anstieg des Zulaufs und der Zahl der Studierenden aus.

Für das Jahr 2022 wird von einer Steigerung die relevanten KPIs (Umsatz, operativer Cashflow und Zahl der Studierenden) im niedrig bis mittleren zweistelligen Prozentbereich ausgegangen. Infolgedessen kommt es zu einem deutlich stärkeren Anstieg des adjusted EBITDA aufgrund der eintretenden Skaleneffekte.

Das 1. Quartal 2022 zeigt insgesamt eine sehr positive Geschäftsentwicklung. Die Geschäftsleitung geht von einer Erreichung der erwarteten Ergebnisse aus.

 

Brüssel, den 24. Juni 2022

IU Group N.V., Brussel/Belgium

Das Management

gez. Dr. Sven Schütt, Geschäftsführer

gez. Marvin Lange, Geschäftsführer

gez. Mattias Reithmeyer, Geschäftsführer

KONZERNBILANZ zum 31.12.2021

AKTIVA in TEUR

Anhangangabe 31.12.2021 31.12.2020
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Geschäfts- oder Firmenwert 13 115.276 115.276
Immaterielle Vermögenswerte 14 93.047 84.971
Sachanlagen 15 71.458 60.924
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 16 86 205
Vermögenwerte aus Kundenverträgen 17 4.471 2.403
Sonstiges langfristige Vermögenswerte 176.284 5.054
Latente Steueransprüche 17 0 0
12
KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 460.622 268.834
Vorräte 18 124 17
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 19 27.733 13.522
Sonstige kurzfristige Forderungen und Vermögenswerte 20 6.376 3.576
Kurzfristige Steuerforderungen 12 0 0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 21 10.504 9.642
44.737 26.757
SUMME AKTIVA 505.359 295.591
EIGENKAPITAL UND SCHULDEN in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
EIGENKAPITAL
Gezeichnetes Kapital 23 2.100 13.962
Kapitalrücklage 23 5.777 3.538
Sonstige Rücklagen 23 -192 -257
Übrige Rücklagen für den Nennbetrag übersteigende eigene Anteile 23 -139.476 -9.380
Bilanzverlust 23 -48.190 -30.007
-179.981 -22.145
LANGFRISTIGE SCHULDEN
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 24 51.402 48.757
Rückstellungen für Pensionen 25 1.304 1.377
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 26 502.650 171.990
Sonstige langfristige Rückstellungen 28 1.705 649
Langfristige Vertragsverbindlichkeiten 5 27.786 18.124
Langfristige passivische Abgrenzungsposten 0 0
Latente Ertragssteuerschulden 12 15.953 14.307
600.800 255.203
KURZFRISTIGE SCHULDEN
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 28 29.367 21.719
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 24 5.463 4.709
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 26 357 1.887
Steuerschulden 12 24 24
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 27 9.143 5.845
Kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten 5 40.186 28.348
Kurzfristige passivische Abgrenzungsposten 0 0
84.540 62.533
SUMME PASSIVA 505.359 295.591

Konzerngesamtergebnisrechnung der IU Group NV für die Zeit vom 01.01.2021 bis 31.12.2021

In TEUR Anhangangabe 01.01. - 31.12.2021 01.01. - 31.12.2020
Umsatzerlöse 5 273.571 165.650
Sonstige Erträge 6 11.010 6.504
Materialaufwand (Waren und Dienstleistungen) 7 -14.414 -11.647
Personalaufwand 8 -122.032 -75.772
Abschreibungen 9 -31.190 -22.869
Wertminderungsaufwand aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte 19, 29 -9.625 -1.606
Sonstige Aufwendungen 10 -95.959 -49.210
Finanzerträge 11 754 292
Finanzierungsaufwendungen 11 -28.651 -13.778
Konzernergebnis vor Ertragssteuern -16.538 -2.436
Ertragssteuern 12 -1.646 710
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 0 -2.828
Konzernergebnis -18.184 -4.554
davon Gesellschafter der IU Group NV -18.184 -4.554
Neubewertung aus Pensionsverpflichtungen 25 66 -100
Sonstiges Konzernergebnis aus Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden 66 -100
Konzerngesamtergebnis -18.117 -4.654
davon Gesellschafter der IU Group NV -18.117 -4.654

Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung der IU Group NV für die Zeit vom 01.01.2021 bis 31.12.2021

In TEUR Anhangangabe Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Sonstige Rücklagen Übrige Rücklagen für den Nennbetrag übersteigende eigene Anteile Bilanzverlust Gesamtes Eigenkapital
Saldo zum 01.01.2020 14.603 1.812 -157 0 -25.453 -9.195
Erwerb eigener Anteile 23 -641 0 0 -9.380 0 -10.021
Anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 22, 23 0 1.726 0 0 0 1.726
Konzernergebnis 23 0 0 0 0 -4.554 -4.554
Sonstiges Ergebnis 23, 25 0 0 -100 0 0 -100
Gesamtkonzernergebnis 0 1.726 -100 0 -4.554 -4.654
Saldo zum 31.12.2020 13.962 3.538 -257 -9.380 -30.007 -22.145
Saldo zum 01.01.2021 13.962 3.538 -257 -9.380 -30.007 -22.145
Erwerb eigener Anteile 23 -12.013 0 0 -130.096 0 -142.109
Ausgabe von Anteilen 23 152 497 0 0 0 649
Anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 22, 23 0 1.743 0 0 0 1.743
Wechselkursdifferenzen 0 0 -1 0 0 -1
Konzernergebnis 23 0 0 0 0 -18.184 -18.184
Sonstiges Gesamtergebnis 0 0 66 0 0 66
Gesamtkonzernergebnis 23, 25 0 0 66 0 -18.184 -18.117
Saldo zum 31.12.2021 2.100 5.777 -192 -139.476 -48.190 -179.981

Konzernkapitalflussrechnung der IU Group NV für die Zeit vom 01.01.2021 bis 31.12.2021

In TEUR Anhangangabe 2021 2020
Konzernergebnis -18.184 -4.554
Ertragssteuern 12 1.646 -710
Sonstiges Finanzergebnis 11 27.897 13.486
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) 11.359 8.222
Abschreibungen 9 31.190 22.869
Ergebnis aus dem Verkauf eines aufgegebenen Geschäftsbereichs 0 2.519
Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen 1.628 140
Sonstige zahlungsunwirksame Veränderungen 22 1.743 1.726
Veränderung Rückstellungen 25,27 4.346 2.518
Veränderung sonstige langfristige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten 17, 26, 29 9.888 4.771
Ertragssteuerzahlungen 12 1 201
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit vor Änderung des kurzfristigen Nettovermögens 60.154 42.966
Veränderung bei den Vorräten 18 -107 30
Veränderung bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten 19, 20 -17.011 -8.538
Nicht zahlungswirksame Änderungen aus IFRS 16 und IAS 40 24 88 992
Veränderung bei Verbindlichkeiten und sonstigen Posten 28 19.485 16.005
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit 62.609 51.454
Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 14,16 -38.593 -22.992
Veräußerung eines aufgegebenen Geschäftsbereichs, abzügl. liquider Mittel 0 -51
Auszahlungen für die Gewährung von Darlehen an nahestehende Personen -175.283 0
Erhaltene Zinsen 11 203 292
Cashflow aus Investitionstätigkeiten -213.672 -22.751
Aufnahme langfristiger Finanzschulden 26 624.990 68.700
Aufnahme kurzfristiger Finanzschulden 26 7 93 *)
Tilgung langfristiger Finanzschulden 26 -314.706 -68.913
Tilgung kurzfristige Finanzschulden 26 0 0 *)
Tilgung Leasing 24 -7.180 -5.752
Auszahlungen aus dem Erwerb eigener Anteile 23 -131.021 -10.021
Ergebnis aus der Ausgabe von Anteilen oder anderen Eigenkapitalinstrumenten 23 649 0
Zinszahlungen 11, 26, 29 -20.813 -9.604 *)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 151.925 -25.498
Flüssige Mittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Berichtsperiode 21 9.642 6.436
Flüssige Mittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode 10.504 9.642

*) Die Zuordnung der finanziellen Verbindlichkeiten wurde angepasst und die Vorjahresbeträge entsprechend korrigiert

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021

1. Berichtendes Unternehmen

IU Group N.V. (vormals: Career Partner GmbH), mit Sitz in Square Ambiorix 10 in Brüssel, Belgien, eingetragen im belgischen Handelsregister unter der Unternehmensnummer 0770.928.680 (nachfolgend auch: "die Gesellschaft") ist das Mutterunternehmen der IU Group (nachfolgend: "IU", "der Konzern" oder "die IU-Gruppe"). 2021 wurde aufgrund der Internationalisierung und von Wachstumszielen der Sitz der Gesellschaft nach Brüssel, Belgien, verlegt, die Gesellschaft in eine Aktiengesellschaft nach belgischem Recht umgewandelt und in IU Group NV umfirmiert. An der IU Group NV ist die Oakley CP Holdings Ltd. mit Sitz in London unmittelbar mit Mehrheit beteiligt. Das oberste Mutterunternehmen der IU Group NV stellt die Oakley CP Holdings Ltd., London, UK, dar.

Die IU-Gruppe ist einer der führenden deutschen Full-Service-Anbieter in der Personalentwicklung und privaten Hochschulbildung in Deutschland. Wir konzentrieren uns auf die Zusammenstellung und Bereitstellung staatlich anerkannter akademischer Studienprogramme. Unter dem Markennamen "IU Internationale Hochschule" bieten wir duale, berufsbegleitende und Fernstudienangebote sowie ein internationales englischsprachiges Managementstudium an.

Damit ist die IU-Gruppe einer der größten Anbieter von E-Learning im deutschsprachigen Raum. Unsere Produktpalette umfasst eine Vielzahl standardisierter B2C-Kurse wie z. B. Fernstudienprogramme, Kombi-Studiengänge, unternehmensspezifische E-Learning-Lösungen und den dualen Lehrplan als B2B-Ausbildung.

Unser Angebot zeichnet sich durch seine Qualität aus. Das bestätigen zahlreiche Zertifizierungen und Rankings, u. a. Premiumsiegel der Akkreditierungsagentur FIBAA, die uns den Titel "Beste private Hochschule Deutschlands für BWL laut CHE-Ranking" verliehen hat, das Gütesiegel "zertifizierte Kundenzufriedenheit" des Technischen Überwachungsvereins (TÜV) und Platz 1 im Ranking der deutschen Fernuniversitäten von Fernstudium-Check.

2. Erwerb und Veräußerung von Tochterunternehmen

Im Laufe des Geschäftsjahres 2021 wurden keine voll zu konsolidierenden Tochterunternehmen erworben oder veräußert.

3. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

3.1 Grundlagen der Aufstellung des Abschlusses

Der vorliegende Konzernabschluss der IU Group NV zum 31.12.2021 wurde in Übereinstimmung mit International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt.

Der Abschluss wurde am 24.06.2022 von der Geschäftsführung aufgestellt und zur Veröffentlichung freigegeben.

Dieser Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung der Unternehmen der IU-Gruppe dargestellt. Alle Beträge wurden, sofern nicht anders angegeben, unter Beachtung der üblichen Rundungsgrundsätze, auf die nächsten Tausend Euro (TEUR) auf- oder abgerundet. Im Konzernabschluss werden die Beträge grundsätzlich in Euro (TEUR) dargestellt. Hierbei kann es in den Summen aufgrund kaufmännischer Rundungen zu Differenzen kommen.

Die in den Konzernabschluss einbezogenen Abschlüsse der der IU Group NV und deren Tochterunternehmen werden unter Beachtung der Konzern einheitlich geltenden Ansatz- und Bewertungsmethoden in den Konzernabschluss einbezogen Tochterunternehmen werden nach konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften einbezogen. Sie sind zu demselben Stichtag wieder Konzernabschluss des Mutterunternehmens aufgestellt. Das Geschäftsjahr entspricht hierbei jeweils dem Kalenderjahr.

Der von der IU Group NV aufgestellte Konzernabschluss zum 31.12.2021 stellt den Konzernabschluss für den größten (und kleinsten) Konsolidierungskreis dar. Der Konzernabschluss wird bei der Belgischen Nationalbank (NBB) offen gelegt.

Die Gewinn- und Verlust Rechnung des Konzerns wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die Bilanzierung erfolgt unter dem Grundsatz der Unternehmensfortführung.

Der Konzernabschluss wurde grundsätzlich auf der Grundlage der historischen Anschaffung- oder Herstellungskosten aufgestellt. Davon ausgenommen sind grundsätzlich Finanzinstrumente, sofern sie zum beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag angesetzt wurden. Zum Bilanzstichtag sind keine Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Eine entsprechende Erläuterung erfolgt im Rahmen der jeweiligen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Historische Anschaffung- oder Herstellungskosten basieren im Allgemeinen auf dem beizulegenden Zeitwert der im Austausch für den Vermögenswert entrichteten Gegenleistung.

Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden nachfolgend erläutert.

3.2 Konsolidierung

In den Konzernabschluss zum 31.12.2021 sind die Daten der IU Group NV als Muttergesellschaft und aller wesentlichen Unternehmen, die das Mutterunternehmen mittelbar oder unmittelbar beherrscht, einbezogen. Diese weisen alle denselben Abschlussstichtag wie das Mutterunternehmen auf. An strukturierten Unternehmen bestehen keine Beteiligungen. Für alle konsolidierten Tochterunternehmen liegt jeweils die Stimmrechtsmehrheit in Höhe von 100 % vor, d. h. nicht beherrschende Gesellschafter sind nicht vorhanden.

Beherrschung besteht, wenn die IU Group NV:

Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann,

schwankenden Renditen aus ihrer Beteiligung ausgesetzt ist, und

die Renditen aufgrund ihrer Verfügungsgewalt der Höhe nach beeinflussen kann.

Die Gesellschaft nimmt eine Neubeurteilung vor, ob sie ein Beteiligungsunternehmen beherrscht oder nicht, wenn Tatsachen und Umstände darauf hinweisen, dass sich eines oder mehrere der oben genannten drei Kriterien der Beherrschung verändert haben.

Ein Tochterunternehmen wird ab dem Zeitpunkt, zu dem die Gesellschaft die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung durch die Gesellschaft endet, in den Konzernabschluss einbezogen. Dabei werden die Ergebnisse der im Laufe des Jahres erworben oder veräußerten Tochterunternehmen entsprechend vom tatsächlichen Erwerbszeitpunkt bzw. bis zum tatsächlichen Abgangszeitpunkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und dem sonstigen Konzernergebnis erfasst.

Sofern erforderlich, werden die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen angepasst, um die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden an die im Konzern zur Anwendung kommenden Methoden anzugleichen.

Alle konzerninternen Vermögenswerte, Schulden, Eigenkapital, Erträge, Aufwendungen und Cashflows im Zusammenhang mit Geschäftsvorfällen zwischen Konzernunternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung vollständig eliminiert.

Der Erwerb von Geschäftsbetrieben wird nach der Erwerbsmethode bilanziert. Die Kosten eines Unternehmenszusammenschlusses werden als Summe der beizulegenden Zeitwerte der übertragenen Vermögenswerte, der eingegangenen oder übernommenen Schulden und aller vom Konzern ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente im Austausch gegen die Beherrschung des erworbenen Unternehmen bei Anfall gemessen. Sie enthalten auch den beizulegenden Zeitwert der übertragenen Vermögenswerte und der übernommenen Schulden aus Verträgen mit bedingter Gegenleistung. Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten werden bei Anfall erfolgswirksam erfasst.

Die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden werden mit ihren jeweiligen beizulegenden Zeitwerten erfasst. Hierzu gelten folgende Ausnahmen:

Latente Steueransprüche oder latente Steuerschulden und Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten in Verbindung mit Vereinbarungen für Leistungen an Arbeitnehmer werden gemäß IAS 12 Ertragsteuern und IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer erfasst und bewertet, und

Schulden und Eigenkapitalinstrumente, welche sich auf anteilsbasierte Vergütungen oder den ersatzanteilsbasierte Vergütungen durch den Konzern beziehen, werden zum Erwerbszeitpunkt gemäß IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütung bewertet.

Der Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich als Überschuss der Summe aus der übertragenen Gegenleistung, dem Betrag aller nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Unternehmen und der beizulegende Zeitwert des zuvor vom Erwerber gehaltenen Eigenkapitalanteils an dem erworbenen Unternehmen (sofern gegeben) über den Saldo der zum Erwerbszeitpunkt ermittelten beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und der übernommenen Schulden. Für den Fall, dass sich - auch nach nochmaliger Beurteilung - ein negativer Unterschiedsbetrag ergibt, wird dieser unmittelbar als Ertrag erfolgswirksam erfasst.

Ist die erstmalige Bilanzierung eines Unternehmenszusammenschlusses am Ende des Geschäftsjahres noch nicht abgeschlossen, gibt die Gesellschaft für die Posten mit derartiger Bilanzierung vorläufige Beträge an.

Sofern innerhalb des Bewertungszeitraums neue Informationen bekannt werden, die die Verhältnisse zum Erwerbszeitpunkt erhellen, werden die vorläufig angesetzten Beträge korrigiert bzw. es werden zusätzliche Vermögenswerte oder Schulden angesetzt, falls erforderlich.

3.3 Fremdwährung

Bei der Aufstellung der Abschlüsse jedes einzelnen Konzernunternehmens werden Geschäftsvorfälle, die auf andere Währungen als die funktionale Währung des Konzernunternehmens (Euro) lauten, mit dem am Tag der Transaktion gültigen Kurs umgerechnet. An jedem Abschlussstichtag werden monetäre Posten in Fremdwährung mit dem gültigen Stichtagskurs umgerechnet. Zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertete nicht monetäre Posten werden mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt der erstmaligen bilanziellen Erfassung umgerechnet.

Umrechnungsdifferenzen aus monetären Posten werden erfolgswirksam erfasst.

Ein ausländischer Geschäftsbetrieb im Konzern des Konzerns führt seine Bücher nicht in Euro. International College London Ltd. hat ihren Sitz in Großbritannien, ist aber noch nicht aktiv. Nur vereinzelte Transaktionen werden in Fremdwährung getätigt.

Die für die Umrechnung verwendeten Wechselkurse der wesentlichen Währungen im Konzern ergeben sich aus folgender Tabelle:

EUR Stichtagskurs Durchschnittskurse
31.12.2021 31.12.2020 2021 2020
USD 1,13 1,23 1,18 1,14
GBP 0,84 0,90 0,85 0,89
CHF 1,04 1,09 1,08 1,07

3.4 Erlösrealisierung

Mit IFRS 15 wurde eine umfassender Rahmen zur Bestimmung, ob, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt Umsatzerlöse zu erfassen sind, geschaffen.

Nach IFRS 15 erfolgt die Erfassung eines Erlöses, wenn ein Kunde Verfügungsgewalt über Güter oder Dienstleistungen erlangt. Die Bestimmung, ob die Verfügungsgewalt zeitpunkt- oder zeitraumbezogen übergeht, erfordert Ermessensentscheidungen.

Der Umsatz wird auf der Grundlage der in einem Vertrag mit einem Kunden festgelegten Gegenleistung gemessen. Der Konzern erfasst Erlöse, wenn er die Verfügungsgewalt über ein Gut oder eine Dienstleistung an einen Kunden überträgt. Weitere Informationen über Art und Zeitpunkt der Erfüllung von Leistungsverpflichtungen aus Verträgen mit Kunden, einschließlich wesentlicher Zahlungsbedingungen, und die damit verbundenen Grundsätze der Erlösrealisierung, sind in Anhangangabe 5 beschrieben.

Darüber hinaus resultieren Vermögenswerte aus Kundenverträgen aus Vertragsanbahnungskosten, die in Höhe der direkt zurechenbaren Kosten aktiviert wurden. Diese werden linear über die Laufzeit der jeweiligen Verträge abgeschrieben.

Zusätzlich zu den Umsatzerlösen nach IFRS 15 erzielt der Konzern Umsatzerlöse im Sinne von IFRS 16, im Wesentlichen aus der Vermietung von Studentenwohnungen. Es handelt sich in allen Fällen Operating-Lease-Verträge, für welche die Umsatzerlöse linear vereinnahmt werden.

3.5 Ertragssteuern

Tatsächliche Steuern

Tatsächliche Ertragssteuern werden auf Basis der jeweiligen steuerlichen Ergebnisse ermittelt und in dem Umfang angesetzt, in dem ihre steuerliche Anerkennung wahrscheinlich ist. Bestehen Unsicherheiten bezüglich der Anerkennung, so wird eine Steuerverbindlichkeit in Höhe der bestmöglichen Schätzung der erwarteten Steuerzahlung gebildet. Die Bilanzierung von Steuerforderungen aus unsicheren Steuerpositionen erfolgt nur, wenn ihre Realisierung wahrscheinlich ist. Die getroffenen Annahmen und Entscheidungen werden zu jedem Stichtag überprüft und gegebenenfalls aufgrund neuer Erkenntnisse angepasst.

Latente Steuern

Latente Steuern werden auf temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen der jeweiligen nationalen Steuerbilanzen und den in den Konzernabschluss einfließenden IFRS-Bilanzen, aus Konsolidierungsvorgängen sowie auf steuerliche Verlustvorträge gebildet. Die Berechnungen erfolgen gemäß der Liability-Methode des IAS 12.

Bei der Einschätzung der Werthaltigkeit der aktivischen latenten Steuern wird beurteilt, in welchem Ausmaß eine Realisierung hinreichend wahrscheinlich ist bzw. ob ausreichende überzeugende substanzielle Hinweise nachgewiesen werden können.

Ob die aktivischen latenten Steuern tatsächlich realisiert werden können, hängt davon ab, ob zukünftig in ausreichendem Maße steuerliches Einkommen erwirtschaftet werden kann, gegen welches die temporären Differenzen bzw. steuerlichen Verlustvorträge verrechnet werden können. Hierbei werden bestehende zu versteuernde temporäre Differenzen oder die Unternehmensplanung herangezogen. Ist mit einer Nutzung nicht zu rechnen, so werden entsprechende Rückstellungen für Verluste gebildet.

Die dabei getroffenen Annahmen bezüglich des künftigen, für die Nutzung latenter Steueransprüche zur Verfügung stehenden zu versteuernden Einkommens sind jedoch mit Unsicherheiten verbunden.

Die aktiven und passiven latenten Steuern werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht auf Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden besteht und wenn sich die latenten Steuern auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

3.6 Immaterielle Vermögenswerte

Folgende Nutzungsdauern wurden grundsätzlich für die Berechnung der Abschreibungen zugrunde gelegt:

EDV-Software 3 - 13 Jahre

Aktivierte Entwicklungskosten 3 - 10 Jahre

Lizenzen 1 - 10 Jahre

Studieninhalte 4 - 13 Jahre

Studierendenstamm 5 Jahre

Separat erworbene immaterielle Vermögenswerte

Separat, d. h. nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene immaterielle Vermögenswerte mit einer bestimmbaren Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen erfasst. Abschreibungen werden linear über die Nutzungsdauer des Vermögenswerts aufwandswirksam erfasst. Die erwarteten Nutzungsdauer und sowie die Abschreibungsmethode werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und sämtliche Schätzungsänderungen prospektiv berücksichtigt.

Separat erworbene immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer sind im Konzern nicht vorhanden.

Geschäfts- oder Firmenwert

Der aus einem Unternehmenszusammenschluss resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird zu Anschaffungskosten, abzüglich ggf. erforderlicher Wertminderungen bilanziert und ist gesondert in der Konzernbilanz ausgewiesen.

Für Zwecke der Wertminderungsprüfung wird der Geschäfts- oder Firmenwert auf jene zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (oder Gruppen davon) des Konzerns aufgeteilt, von denen erwartet wird, dass sie einen Nutzen aus den Synergien des Zusammenschlusses ziehen können. Im Geschäftsjahr gehören zwei zahlungsmittelgenerierende Einheiten zum Konzern. Details hierzu werden in Anhangangabe 13 erläutert.

Zahlungsmittelgenerierende Einheiten, welchen ein Teil des Geschäfts- oder Firmenwerts zugeteilt wurde, sind mindestens einmal jährlich auf Wertminderung zu prüfen. Liegen Hinweise für eine Wertminderung einer Einheit vor, kann es erforderlich sein, häufiger Wertminderungstests durchzuführen. Wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerieren Einheit kleiner ist als der Buchwert der Einheit, ist der Wertminderungsaufwand zunächst dem Buchwert eines jeglichen der Einheit zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwertes und dann anteilig den anderen Vermögenswerten auf der Basis der Buchwerte eines jeden Vermögenswertes im Verhältnis zum Gesamtbuchwert der Vermögenswerte innerhalb der Einheit zuzuordnen. Dabei ist der erzielbare Betrag der höhere Wert aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.

Jeglicher Wertminderungsaufwand des Geschäfts- oder Firmenwertes wird direkt Gewinn - und Verlustrechnung erfasst. Eine für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in künftigen Perioden nicht aufgeholt werden.

Bei der Veräußerung einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird der darauf entfallende Betrag des Geschäfts- oder Firmenwerts im Rahmen der Ermittlung des Abgangserfolges berücksichtigt.

Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte

Ein selbst erstellter immaterieller Vermögenswert, der sich aus der Entwicklungstätigkeit oder der Entwicklungsphase eines internen Projekts ergibt, wird dann bilanziert, wenn die folgenden Nachweise erbracht wurden:

Die Fertigstellung des immateriellen Vermögenswertes ist technisch realisierbar, so das er zur Nutzung oder zum Verkauf zur Verfügung stehen wird.

Es besteht die Absicht, den immateriellen Vermögenswert fertig zu stellen sowie ihn zu nutzen oder zu verkaufen.

Die Fähigkeit, den immateriellen Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen, ist vorhanden.

Der immaterielle Vermögenswert wird voraussichtlich einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erzielen.

Die Verfügbarkeit adäquater technischer, finanzieller und sonstiger Ressourcen, um die Entwicklung abzuschließen und den immateriellen Vermögenswert nutzen oder verkaufen zu können, ist gegeben.

Die Fähigkeit zur verlässlichen Bestimmung der im Rahmen der Entwicklung des immateriellen Vermögenswertes zurechenbaren Aufwendungen ist vorhanden.

Der Betrag, mit dem ein selbst erstellter immaterieller Vermögenswert erstmals aktiviert wird, ist die Summe der entstandenen Aufwendungen von dem Tag an, an dem der immaterielle Vermögenswert erstmals die oben genannten Bedingungen erfüllt. Wenn ein selbst erstellter Vermögenswert nicht aktiviert werden bzw. noch kein immaterieller Vermögenswert vorliegt, werden die Entwicklungskosten Erfolgs wirksam in der Periode erfasst, in der sie entstehen.

In den Folgeperioden werden selbst erstellte Vermögenswerte genauso wie erworbene immaterielle Vermögenswerte, zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Aktivierte Entwicklungskosten werden im Konzern über eine Nutzungsdauer von 3 bis 10 Jahren linear abgeschrieben.

Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, z. B. Markennamen, Akkreditierung und Studieninhalte und -module, werden gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert erfasst und im Erwerbszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. In den Folgeperioden werden immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben werden, genauso wie einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte mit ihren Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und etwaiger kumulierter Wertminderungen bewertet.

Aufgrund des erwarteten Nutzens der im Konzern vorhandenen Markennamen durch ihre weit reichende Reputation einer qualitativ hochwertigen Bildungseinrichtung hat der immaterielle Vermögenswert Markenname eine unbestimmte Nutzungsdauer. Darüber hinaus hat auch der Vermögenswert Akkreditierung eine unbestimmte Nutzungsdauer.

Markennamen und Akkreditierung haben eine unbestimmte Nutzungsdauer und werden daher nicht linear abgeschrieben, sondern regelmäßig einem Wertminderungstest unterzogen. Der Konzern investiert regelmäßig in Form von Marketing und Qualitätssicherung in diese Vermögenswerte, um ihren Wert zu erhalten bzw. zu steigern; insbesondere die Akkreditierung bildet die Basis für die Hochschulzulassung.

Ausbuchung immaterieller Vermögenswerte

Ein immaterieller Vermögenswert ist bei Abgang oder wenn kein weiterer wirtschaftlicher Nutzen von seiner Nutzung unter seinem Abgang erwartet wird, auszubuchen. Der Gewinn oder Verlust aus der Ausbuchung eines immateriellen Vermögenswertes, bewertet mit der Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts, wird im Zeitpunkt der Ausbuchung des Vermögenswertes in der Gewinn und Verlustrechnung erfasst. Der Ausweis erfolgt in den sonstigen Erträgen bzw. den sonstigen Aufwendungen.

3.7 Sachanlagen

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und erfasster Wertminderungen ausgewiesen. Diese Vermögenswerte werden linear über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Die erwarteten Nutzungsdauern, Restwerte und Abschreibungsmethoden werden an jedem Abschlussstichtag überprüft. Sämtliche notwendigen Schätzungsänderungen werden prospektiv berücksichtigt. Die folgenden wirtschaftliche Nutzungsdauern wurden für die Ermittlung der Abschreibungen der Sachanlagen zugrunde gelegt:

IT-Ausstattung 2-10 Jahre

Sonstige Geschäftsausstattung 2-15 Jahre

Bibliotheksausstattung 4 - 13 Jahre

Pkw und sonstige Transportmittel 5-8 Jahre

Nutzungswert Pkw 2 4,5 Jahre

Nutzungswert sonstige Geschäftsausstattung 3-4 Jahre

Nutzungswertgebäude 2-13 Jahre

Eine Sachanlage wird bei Abgang oder dann, wenn kein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen aus der fortgesetzten Nutzung des Vermögenswertes erwartet wird, ausgebucht. Der sich aus dem Verkauf oder der Stilllegung einer Sachanlage ergebende Gewinn oder Verlust bestimmt sich als Differenz zwischen dem Veräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswertes und erfolgswirksam erfasst.

3.8 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sind Immobilien oder Teile von Immobilien davon, die in erster Linie zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zur Wertsteigerung von Kapital gehalten werden. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden nach dem Anschaffungskostenmodell bilanziert, d. h. zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen bewertet. Nicht vermietete Immobilien werden zusätzlich um eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeiten wegen neuer Beurteilung oder Änderung der Leasingbedingungen angepasst.

Die Konzern besitzt keine eigenen Immobilien. Er hat jedoch an mehreren Standorten Räumlichkeiten zum Betrieb der Hochschule angemietet. Aufgrund der verfolgten Wachstumsstrategie wurden oftmals deutlich größere Flächen angemietet als der aktuelle Bedarf erfordert, um entsprechend Wachstumsfläche zu haben. Zur Minimierung von zwischenzeitlichen Leerständen werden diese Flächen in der Regel vorübergehend untervermietet. Insofern sind diese untervermieteten Flächen als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien auszuweisen.

Jeder Gewinn oder Verlust beim Abgang einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie (berechnet als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Gegenstands) wird im Gewinn oder Verlust in den sonstigen Erträgen bzw. sonstigen Aufwendungen erfasst.

Mieterlöse aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden als sonstige Erträge linearer über die Mietlaufzeit erfasst. Gewährte Mietanreize werden als Bestandteil der Gesamtmieterträge über die Laufzeit des Mietverhältnisses erfasst.

3.9 Wertminderungen von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, Nutzungsrechten, Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten

Zu jedem Abschlussstichtag prüft der Konzern die Buchwerte der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, der Nutzungsrechte, der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte, um festzustellen, ob es Anhaltspunkte für eine eingetretene Wertminderung dieser Vermögenswerte gibt. Liegen solche Anhaltspunkte vor, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes geschätzt, um den Umfang eines eventuellen Wertminderungsaufwands festzustellen. Kann der erzielbare Betrag für den einzelnen Vermögenswert nicht geschätzt werden, erfolgt die Schätzung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, zu welcher der Vermögenswert gehört.

Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer bei solchen, die noch nicht für eine Nutzung zur Verfügung stehen, wird mindestens jährlich und immer dann, wenn ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt, einen Wertminderungstest durchgeführt.

Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Bei der Ermittlung des Nutzungswertes werden die geschätzten zukünftigen Zahlungsströme mit den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten abgezinst. Der Diskontierungssatz stellt eine Vor-Steuer-Größe dar, die auf Grundlage der historischen branchendurchschnittlich gewichteten Kapitalkosten und einem Marktzinssatz von 9,39 % für B2C-ZGE und 9,84 % für B2B-ZGE geschätzt wurde (Vorjahr für beide ZGE: 9,42 %).

Wenn der geschätzte erzielbare Betrag eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert unterschreitet, wird der Buchwert des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf den erzielbaren Betrag vermindert.

Sollte sich der Wertminderungsaufwand in der Folge umkehren, wird der Buchwert des Vermögenswertes oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf die jüngste Schätzung des erzielbaren Betrags erhöht. Die Erhöhung des Buchwertes ist dabei auf den Wert beschränkt, der sich ergeben hätte, wenn für den Vermögenswert oder die zahlungsmittelgenerierende Einheit in den Vorjahren kein Wertminderung Aufwand erfasst worden wären. Geschäfts- oder Firmenwerte hingegen werden nicht neu bewertet.

Die Wertminderungen auf als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, Nutzungsrechte, Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden in der Position Abschreibungen der Konzerngesamtergebnisrechnung erfasst.

3.10 Vorräte

Die Vorräte bestehen im Wesentlichen aus Unterrichtsmaterialien und Vorräten für die Mensa. Sie werden zu Anschaffungskosten bewertet. Aufgrund der untergeordneten Bedeutung für den Konzernabschluss werden zum Abschlussstichtag keine außerplanmäßigen Abwertungen vorgenommen angesetzt.

3.11 Finanzielle Vermögenswerte

IFRS 9 legt die Anforderungen für den Ansatz und die Bewertung von finanziellen Vermögenswerten fest und enthält drei grundsätzliche Kategorien zur Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten: zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet (FVOCI) sowie zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust bewertet (FVTPL).

Die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte nach IFRS 9 erfolgt auf der Grundlage des Geschäftsmodells der Gesellschaft zur Steuerung finanzieller Vermögenswerte und der Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden ab dem Zeitpunkt, zu dem sie entstanden sind, angesetzt.

Die finanziellen Vermögenswerte der IU-Gruppe setzen sich aus Ausleihungen an nahestehende Personen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Vermögenswerten sowie Zahlungsmitteln zusammen. Forderungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen werden unter den sonstigen langfristigen/kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen (siehe Anhangangabe 3.13).

Die Erfassung der finanziellen Vermögenswerte der IU-Gruppe erfolgt erstmals am Handelstag, wenn die Gesellschaft Vertragspartei nach den Vertragsbestimmungen des Finanzinstruments wird. Der Ansatz erfolgt hierbei zum Erfüllungsbetrag.

Ausleihungen an nahestehende Personen werden erstmals zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der IU-Gruppe haben keine wesentliche Finanzierungskomponente und werden daher beim erstmaligem Ansatz zum Transaktionspreis bewertet. Die Zahlungsmitteln werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden nicht verkauft und in der Regel selbst eingezogen. Darüber hinaus enthalten die zugrunde liegenden Verträge ausschließlich den Anspruch auf Zahlung der Forderung und erfüllen die Voraussetzungen für "Standard Zahlungsstrombedingungen". Aus diesen Gründen werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen über die Kategorie "zu fortgeführte Anschaffungskosten" bewertet. Sowohl die Zahlungsmitteln als auch sonstigen Vermögenswerte werden ebenfalls "zu fortgeführten Anschaffungskosten" folgebewertet.

Die Risikovorsorge und damit auch die Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Ausleihungen an nahestehende Personen basieren auf dem Modell Kreditausfälle des IFRS 9.

Für Ausleihungen an nahestehende Personen kommt der allgemeine Kreditrisikoansatz zur Ermittlung von Wertminderungen zur Anwendung ("12-Monats-ECL"). "12-Monats-ECL" ist der Teil des erwarteten Kreditausfalls, der sich aus Ereignissen ergibt, die innerhalb von 12 Monaten nach dem Abschlussstichtag (oder einer kürzeren Frist, wenn die voraussichtliche Laufzeit des Instruments weniger als 12 Monate beträgt) zu einem Zahlungsausfall führen könnten.

Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist der Bewertungsansatz abhängig vom Kreditrisiko der Gegenpartei zum Bewertungsstichtag ab. Dabei kommt ein vereinfachter Ansatz auf Basis einer Ausfallrate und Einzelwertberichtigungen zur Anwendung ("expected credit loss over life"). Der über die Laufzeit erwarteter Kreditausfall ist der ECL, der sich aus allen denkbaren Ereignissen ergibt, die über die erwartete Laufzeit eines Finanzinstruments zum Zahlungsausfall führen könnten.

Der maximale Zeitraum, der bei der Schätzung des erwarteten Kreditverlusts berücksichtigt wird, ist die maximale Laufzeit des Vertrags, während der die Gruppe einem Kreditrisiko ausgesetzt ist.

Der Konzern betrachtet einen finanziellen Vermögenswert als individuell wertgemindert, wenn es unwahrscheinlich ist, dass der Schuldner seinen Kreditverpflichtungen vollständig zahlen kann, ohne dass Maßnahmen wie die Verwertung von Sicherheiten von Sicherheiten (falls welche vorhanden sind).

Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert aus, wenn die vertraglichen Rechte hinsichtlich der Zahlungsströme aus dem finanziellen Vermögenswert auslaufen oder er die Rechte zum Erhalt der Zahlungsströme in einer Transaktion überträgt, in der auch alle wesentlichen mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswertes verbundenen Risiken und Chancen übertragen werden oder mit einer Einbringlichkeit nicht mehr gerechnet wird.

Sondierungen von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten werden nicht durchgeführt, da die erforderlichen Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden nur dann saldiert und in der Bilanz als Nettobetrag ausgewiesen, wenn der Konzern einen gegenwärtigen, durchsetzbaren Rechtsanspruch hat, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen und es beabsichtigt ist, entweder den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswertes die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen. Diese notwendigen Voraussetzungen sind nicht erfüllt. Demnach wurde keine Seilen von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten durchgeführt.

3.12 Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand in Bezug auf Vermögenswerte werden zunächst als passivische Abgrenzungsposten zum beizulegenden Zeitwert erfasst, sobald hinreichende Sicherheit darüber besteht, dass sie gewährt werden und der Konzern die mit der Zuwendung verbundenen Bedingungen erfüllen wird. Sie werden, soweit sie für mehrere Jahre gewährt werden, als passiver Rechnungsabgrenzungsposten bilanziert. Anschließend werden diese sonstigen Zuwendungen der öffentlichen Hand planmäßig als sonstige Erträge in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Zuwendungen, die die den Konzern für angefallene Aufwendungen kompensieren, werden planmäßig in den Zeiträumen, in denen die Aufwendungen erfasst werden, als sonstige Erträge (siehe Anhang Anmerkung 6) oder Personalaufwendungen (siehe Anhangangabe 8) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

3.13 Leasing

Der Barwert der Leasingverbindlichkeiten wurde basierend auf den zukünftig über die verbleibende Laufzeit des Leasingverhältnisses zu zahlenden Leasingraten ermittelt. Als Grenzfremdkapitalzinssatz für die Diskontierung wurde ein laufzeitabhängiger, risikoloser Zinssatz zuzüglich einer Marge verwendet. Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten wurden für solche Leasingverhältnisse nicht angesetzt, deren verbleibende Laufzeit des Leasingverhältnisses maximal zwölf Monate betragen hat oder deren Leasinggegenstand von geringem Wert ist.

Leasingverhältnisse, bei denen der Konzern Leasingnehmer ist

Die IU-Gruppe mietet Gebäude, Pkw und sonstige Vermögenswerte (Drucker, Kopierer usw.). Die Immobilienmietverträge betreffen im Wesentlichen die Räumlichkeiten für den Universitätsbetrieb (Hörsäle, Cafeterien usw.), Verwaltungsgebäude, Parkplätze sowie Studentenwohnheime.

Üblicherweise haben die Immobilienleasingverträge zunächst eine feste Vertragslaufzeit über 3 bis 20 Jahre, die ergänzt werden durch einseitig durch die IU-Gruppe ausübbare Verlängerungsoptionen um weitere 2 bis 10 Jahre. Die IU-Gruppe bilanziert ein Nutzungsrecht und eine Leasingverbindlichkeit zu Beginn der Nutzungsüberlassung. Die einseitig durch die IU-Gruppe ausübbaren Verlängerungsoptionen werden bei der Bilanzierung der Leasingverhältnisse, bei denen der Konzern Leasingnehmer ist, nicht einbezogen, da der Konzern zum jetzigen Zeitpunkt nicht davon ausgeht, dass diese Optionen genutzt werden.

Das Nutzungsrecht wird entweder über die Laufzeit des Leasingverhältnisses oder die Nutzungsdauer des Vermögenswerts, je nachdem, welcher Zeitraum kürzer ist, linear abgeschrieben. Darüber hinaus wird das Nutzungsrecht wertberichtigt, sofern Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen und um bestimmte Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit angepasst.

Die Leasingverbindlichkeit wird zum Barwert der künftigen Leasingzahlungen bilanziert. Die Abzinsung erfolgt mit dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden zugrunde liegenden Zinssatz oder, sofern dieser nicht bestimmbar ist, dem leasingnehmerindividuellen Grenzfremdkapitalzinssatz.

Die Leasingzahlungen, welche in die Berechnung der Leasingverbindlichkeit eingehen, umfassen:

fixe Zahlungen,

variable Leasingzahlungen, die von einem Index oder einem Kurs abhängen und anfänglich mittels des Indizes oder Kurses zu Beginn der Nutzungsüberlassung gemessen werden,

den Betrag, welcher unter einer Residualwertgarantie erwartet wird, und

den Ausübungspreis einer Kaufoption, falls deren Ausübung hinreichend sicher ist, Leasingzahlungen einer Verlängerungsoption, falls deren Ausübung hinreichend sicher ist, und Strafzahlungen für die frühzeitige Beendigung des Leasingverhältnisses, falls deren Ausübung hinreichend sicher ist.

Leasingverbindlichkeiten werden mittels der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sie werden neu bewertet, falls aufgrund einer Änderung des Index oder Kurses eine Änderung der Höhe der Leasingzahlungen eintritt, falls sich die Schätzung des erwarteten Betrags der Inanspruchnahme unter einer Residualwertgarantie ändert oder falls der Konzern seine Einschätzung bezüglich der Ausübung einer Kaufoption, Verlängerungsoption oder einer vorzeitigen Kündigungsoption ändert.

Wird eine Leasingverbindlichkeit entsprechend neubewertet, wird der Buchwert des Nutzungsrechts analog angepasst. Verringert sich die Leasingverbindlichkeit und übersteigt der Betrag der Anpassung den Buchwert des Nutzungsrechts, ist der den Buchwert übersteigende Anpassungsbetrag ergebniswirksam zu erfassen.

Die IU-Gruppe bilanziert keine Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten für kurzfristige Leasingverhältnisse (< 12 Monate) und Leasingverhältnisse, bei denen der Leasinggegenstand von geringem Wert ist. Der Konzern erfasst den Aufwand für diese Leasingverhältnisse linearer über die Laufzeit des Leasingverhältnisses. Der Konzern macht zudem von der Möglichkeit der Portfoliobilanzierung Gebrauch. Teilweise beinhalten die Leasingverträge sowohl Leasing- als auch Nichtleasingkomponenten, insbesondere bei Pkw. Hier macht der Konzern von dem Wahlrecht Gebrauch, diese Verträge insgesamt als Leasing zu behandeln.

Die Entwicklung der Nutzungsrechte ist dem Anlagespiegel in Angabe 15 zu entnehmen.

Im Geschäftsjahr 2021 gab es keine Zunahme der Leasingverbindlichkeiten durch einen Unternehmenszusammenschluss (Vorjahr: 0 TEUR) erfasst.

2021 ergaben sich folgende Auswirkungen von IFRS 16 auf die Gesamtergebnisrechnung.

In TEUR 2021 2020
Abschreibung von Nutzungsrechten 7.623 6.854
Abschreibung auf als Finanzinvestition gehaltenen Nutzungsrechte von Immobilien 26 78
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten 3.351 2.678
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse 515 211
Gesamt 11.515 9.821

Im Geschäftsjahr ist der Konzern neue Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 1.745 TEUR (Vorjahr: 3.148 TEUR) eingegangen, die erst 2022 beginnen.

Leasingverhältnisse, bei denen der Konzern Leasinggeber ist

Der Konzern vermietet im Rahmen von Unterleasingverhältnissen eigens angemietete Gebäude bzw. Teile von Gebäuden (einzelne Etagen oder Büros) an nicht nahestehende Personen. Aus Sicht des Leasinggebers bestehen sowohl Unterleasingverhältnisse, die als Finanzierungsleasing als auch als Operating-Leasing eingestuft werden. Gemäß IFRS 16.3 gilt dieser Standard für Leasingverhältnisse jeder Art, einschließlich solcher, bei denen Nutzungsrechte im Rahmen einen Unterleasingverhältnisses weiter vermietet werden.

Finanzierungsleasing

Im Jahr 2021 hat der Konzern Gebäude oder Gebäudeteile untervermietet, welche als Nutzungsrechte in den Sachanlagen ausgewiesen wurden. Die bestehenden Finanzierungsleasing Verhältnisse umfassen Leasingforderungen in Höhe von 2.773 TEUR zum 31.12.2021. Die Vermietung von gewerblichen Flächen ist keine typische Tätigkeit des Konzerns; dementsprechend wird insbesondere die Einbringlichkeit der Leasingforderungen zur Minimierung des Ausfallrisikos laufend überwacht.

Die hier betroffenen Untermietverhältnisse betreffen im Wesentlichen das von der Steigenberger Akademie und ihren Tochterunternehmen genutzte Gebäude (-teile). Die Steigenberger Akademie Group wurde im Geschäftsjahr 2019 veräußert. Die Mietverträge der Gebäude(teile) bestehen mit der IU Internationale Hochschule GmbH, sodass hier eine Untervermietung erforderlich wurde. Die Steigenberger Akademie-Gruppe kann den Untermietvertrag grundsätzlich vorzeitig kündigen. Allerdings stehen aufgrund des sehr speziellen Geschäftsmodells der Steigenberger Akademie-Gruppe nahezu keine alternativen Mietobjekte zur Verfügung. Insofern geht die Geschäftsführung der IU-Gruppe geht davon aus, dass die Steigenberger Akademie-Gruppe den Untermietvertrag bis zum Ende des Haupt mit Vertrags nutzen wird und hat dieses Untermietverhältnis dementsprechend als Finanzierungsleasing qualifiziert.

2021 hat der Konzern Zinserträge auf Leasingforderungen in Höhe von 203 TEUR (Vorjahr: 223 TEUR) erfasst.

Die nachfolgende Tabelle stellt eine Fälligkeitsanalyse der Leasingforderungen dar und zeigt die nach dem Bilanzstichtag zu erhaltenden nicht diskontierten Leasingzahlungen.

In TEUR 2021 2020
Weniger als ein Jahr 510 510
Ein bis fünf Jahre 2.040 2.040
Mehr als fünf Jahre 935 1.445
Gesamtbetrag der nicht diskontierten Leasingforderungen 3.485 3.995
Zinsanteile 713 916
Forderungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen 2.773 3.080

Operating-Leasingverhältnisse

Der Konzern vermietet seine als Finanzinvestition gehaltenen angemieteten Immobilien. Der Konzern hat diese Leasingverhältnisse als Operating-Leasingverhältnisse eingestuft, da dabei nicht alle mit dem Nutzungsrecht verbundenen Risiken und Chancen übertragen worden. Angabe 16 stellt Informationen über die Operating-Leasingverhältnisse von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien dar. Zudem dienen die seitens des Konzerns angemieteten Studentenwohnheime und teilweise auch Parkplätze der Weitervermietung an Studierende. Die Mieten sind marktüblich.

3.14 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Barbestände und Bankguthaben werden zu Anschaffungskosten bewertet. Sie umfassen Barbestände, auf Abruf zur Verfügung stehende Bankguthaben und andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte, die im Zeitpunkt der Anschaffung eine Laufzeit von maximal drei Monaten aufweisen.

3.15 Anteilsbasierte Vergütung

Im vorliegenden Konzernabschluss sind ausschließlich anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente bilanziert. Der Konzern ist nicht verpflichtet, die anteilsbasierte Vergütung zu leisten. Aus diesem Grund werden die anteilsbasierten Vergütungspläne als Aktienplan gemäß IFRS 2 erfasst. Der beizulegende Zeitwert am Tag der Gewährung anteilsbasierter Vergütungsvereinbarungen an Arbeitnehmer wird als Aufwand mit einer entsprechenden Erhöhung des Eigenkapitals über den Zeitraum erfasst, in dem die Arbeitnehmer einen uneingeschränkten Anspruch auf die Prämie erwerben. Der als Aufwand erfasste Betrag wird angepasst, um die Anzahl der Prämien widerzuspiegeln, für die die entsprechenden Dienstbedingungen und marktunabhängigen Leistungsbedingungen erwartungsgemäß erfüllt werden, sodass der letztlich als Aufwand erfasste Betrag auf der Anzahl der Prämien basiert, die die entsprechenden Dienstbedingungen und marktunabhängigen Leistungsvergütungen am Ende des Erdienungszeitraums erfüllen. Für anteilsbasierte Vergütungsprämien mit Nichtausübungsbedingungen wird der beizulegende Zeitwert am Tag der Gewährung unter Berücksichtigung dieser Bedingungen ermittelt; eine Anpassung der Unterschiede zwischen erwarteten und tatsächlichen Ergebnissen ist nicht vorzunehmen.

3.16 Pensionsrückstellungen

Die Nettoverpflichtung des Konzerns im Hinblick auf den vorhandenen leistungsorientierten Plan wird berechnet, indem die künftigen Leistungen geschätzt werden, die der Arbeitnehmer in früheren Perioden erdient hat. Dieser Betrag wird abgezinst. Die Berechnung der leistungsorientierten Verpflichtungen wird jährlich mittels des international üblichen Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected Unit Credit Method) von einem anerkannten Versicherungsmathematikern durchgeführt.

Neubewertungen der Schuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen werden grundsätzlich unter Berücksichtigung latenter Steuern unmittelbar im sonstigen Ergebnis erfasst. Die Neubewertung umfasst die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus der Defined Benefit Obligation, die z. B. aus aufgrund von Abweichungen zwischen tatsächlichen Trends und Bewertungsannahmen entstehen können. Der Konzern ermittelt die Nettozinsaufwendungen (Erträge) auf die Schuld (Vermögenswert) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen für die Berichtsperiode mittels Anwendung des Abzinsungssatzes, der für die Bewertung der leistungsorientierten Verpflichtung zu Beginn der jährlichen Berichtsperiode verwendet wurde. Dieser Abzinsungssatz wird auf die Nettoschuld (Vermögenswert) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen zu diesem Zeitpunkt angewendet. Dabei werden etwaige Änderungen berücksichtigt, die infolge der Beitrags- und Leistungszahlungen im Verlauf der Berichtsperiode bei der Schuld (Vermögenswert) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen eintreten. Steuereffekte auf das OCI werden aus Wesentlichkeitsgründen nicht gebucht.

3.17 Sonstige Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern Natur eine gegenwärtige Verpflichtung (rechtlicher oder faktischer Art) aus einem früheren vergangenen Ereignis hat und es wahrscheinlich ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung zu einem Abfluss von Ressourcen einhergeht und eine verlässliche Schätzung des Betrages der Rückstellung möglich ist.

Der angesetzte Rückstellungsbetrag ist der beste Schätzwert, der sich am Abschlussstichtag für die hinzugebenden Leistung ergibt, um die gegenwärtige Verpflichtung zu erfüllen. Dabei sind der Verpflichtung inhärente Risiken und Unsicherheiten zu berücksichtigen. Wird eine Rückstellung auf Basis der für die Erfüllung der Verpflichtung geschätzten bewertet, sind diese Zahlungsströme abzuzinsen, sofern der Zinseffekt wesentlich ist.

Kann davon ausgegangen werden, dass Teile oder der gesamte zur Erfüllung der Rückstellung notwendige wirtschaftliche Nutzen durch einen außenstehenden Dritten erstattet wird, wird dieser Anspruch als Vermögenswert aktiviert, wenn die Erstattung so gut wie sicher ist und der entsprechende Betrag zuverlässig geschätzt werden kann.

Eine Schuld für Leistungen aus Anlass der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses wird erfasst, wenn der Konzern das Angebot solcher Leistungen nicht mehr zurückziehen kann oder, falls früher, der Konzern damit zusammenhängende Kosten für eine Restrukturierung erfasst hat.

3.18 Finanzielle Verbindlichkeiten

IFRS 9 legt die Anforderungen für Ansatz und Bewertung von finanziellen Verbindlichkeiten fest und enthält im Wesentlichen folgende Kategorien zur Klassifizierung von finanziellen Verbindlichkeiten: zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust bewertet.

Eine finanzielle Verbindlichkeit wird zum beizulegenden Zeitwert im Gewinn oder Verlust bewertet, wenn sie als zu Handelszwecken gehalten eingestuft wird, ein Derivat ist oder beim Erstansatz als solches designiert wird. Andere finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode bewertet.

Die Erfassung der finanziellen Verbindlichkeiten der IU-Gruppe werden erstmals am Erfüllungstag, wenn das Unternehmen Vertragspartei nach den Vertragsbestimmungen des Finanzinstruments wird.

Die finanziellen Verbindlichkeiten der IU-Gruppe setzen sich ausschließlich aus originären Finanzinstrumenten zusammen.

Diese werden zu dem Zeitpunkt in der Konzernbilanz der IU-Gruppe erfasst, wenn die Pflicht besteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte auf eine andere Partei zu übertragen. Die finanziellen Verbindlichkeiten gehören zu Kategorie "fortgeführte Anschaffungskosten" und werden zum Rückzahlungsbetrag bzw. zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Bei Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von unter besteht die Annahme einem Jahr wird angenommen, dass der beizulegende Zeitwert dem Rückzahlungsbetrag entspricht. Unverzinsliche Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind in der IU-Gruppe nicht vorhanden. Direkt zurechenbare Transaktionskosten werden bei den Verbindlichkeiten ebenfalls angesetzt und unter Anwendung der Effektivzinsmethode über die vertragliche Laufzeit amortisiert.

Zinsaufwendungen der Finanzschulden werden Erfolgs wirksam im Finanzergebnis finanzielle Verbindlichkeiten erfasst.

Finanzverbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind.

Saldierungen von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten werden nicht durchgeführt, da die erforderlichen Voraussetzungen nicht vorliegen. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden nur dann saldiert und in der Bilanz als Nettobetrag ausgewiesen, wenn der Konzern einen gegenwärtigen, durchsetzbaren Rechtsanspruch hat, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, und es beabsichtigt ist, entweder den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswertes die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen. Diese notwendigen Voraussetzungen wurden nicht erfüllt. Demnach wurde keine Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten durchgeführt.

3.19 Sonstige Verbindlichkeiten

Diese Position umfasst im Wesentlichen Steuerverbindlichkeiten, erhaltene Anzahlungen sowie Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern, die keine finanziellen Verbindlichkeiten im Sinne von IAS 32 sind. Die sonstigen Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bewertet.

3.20 Verwendung von Ermessensentscheidungen und Schätzungen

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfordert von den leitenden Verwaltungsratsmitgliedern Ermessensentscheidungen und Schätzungen, die die Anwendung von Rechnungslegungsmethoden und die ausgewiesenen Beträge für Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen betreffen. Tatsächliche Ereignisse können von diesen Schätzungen abweichen.

Ermessensentscheidungen

Informationen über Ermessensentscheidungen bei der Anwendung der Rechnungslegungsmethoden, die die im Abschluss erfassten Beträge am wesentlichsten beeinflussen, sind in den nachstehenden Anhangangaben enthalten:

Anhangangabe 3.4: Erlösrealisierung

Anhangangabe 3.5: Ertragssteuern

Anhangangabe 3.9: Wertminderung von als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, Nutzungsrechten, Sachanlagen sowie immateriellen Vermögenswerte

Anhangangabe 3.11: Finanzielle Vermögenswerte

Anhangangabe 3.13: Leasing

Anhangangabe 3.16: Pensionsrückstellungen

Anhangangabe 3.17: Sonstige Rückstellungen

Anhangangabe 3.18: Finanzielle Verbindlichkeiten

Annahmen und Schätzungsunsicherheiten

Informationen über Annahmen und Schätzungsunsicherheiten zum 31.12.2021, durch die ein beträchtliches Risiko entstehen kann, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden erforderlich wird, sind in den nachstehenden Anmerkungen enthalten:

Anhangangabe 3.13: Bilanzierung von Unterleasingsverhältnissen

Anhangangabe 5: Umsatzerlöse

Anhangangabe 13: Geschäfts- oder Firmenwert

Anhangangabe 19 und Anhangangabe 29: Erwarteter Kreditausfall aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten

Anhangangabe 25: Pensionsrückstellungen

Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts

Eine Reihe von Rechnungslegungsmethoden und Angaben des Konzerns verlangen die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte für finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts eines Vermögenswerts oder einer Schuld verwendet der Konzern so weit wie möglich beobachtbare Daten. Dabei berücksichtigt der Konzern bestimmte Merkmale des Vermögenswerts oder der Schuld (z. B. Zustand und Standort des Vermögenswerts oder Verkaufs- und Nutzungsbeschränkungen), wenn Marktteilnehmer diese Merkmale bei der Preisfestlegung für den Erwerb des jeweiligen Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld zum Bewertungsstichtag ebenfalls berücksichtigen würden. Im vorliegenden Konzernabschluss wird der beizulegende Zeitwert für Bewertung und/oder die Angabepflichten grundsätzlich auf dieser Grundlage ermittelt.

Davon ausgenommen sind:

anteilsbasierte Vergütungen im Anwendungsbereich von IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütung

Leasingverhältnisse im Anwendungsbereich von IFRS 16 Leasingverhältnisse

Bewertungsmaßstäbe, die dem beizulegenden Zeitwert ähnlich, ihm aber nicht entsprechen, wie der Nettoveräußerungswert in IAS 2 Vorräte oder der Nutzungswert in IAS 36 Wertminderung von Vermögenswerten.

Basierend auf den für Bewertungstechniken verwendeten Inputfaktoren werden die beizulegenden Zeitwerte in verschiedene Stufen innerhalb der Bemessungshierarchie (Fair-Value-Hierarchie) eingeordnet:

Stufe 1: notierte Preise (unbereinigt) Preisnotierungen auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Schulden

Stufe 2: Bewertungsparameter, bei denen es sich nicht um die in Stufe 1 berücksichtigten, notierten Preise handelt, die sich aber für den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt (d. h. als Preis) oder indirekt (d. h. als Ableitung von Preisen) beobachten lassen.

Stufe 3: Bewertungsparameter für Vermögenswerte oder Schulden, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

Wenn die zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts eines Vermögenswerts oder einer Schuld verwendeten Inputfaktoren auf unterschiedlichen Stufen in der Fair-Value-Hierarchie eingeordnet werden können, wird die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in ihrer Gesamtheit der Stufe in Fair-Value-Hierarchie zugeordnet, die dem niedrigsten Inputfaktor entspricht, der für die Bewertung insgesamt wesentlich ist.

Der Konzern erfasst Umgruppierungen zwischen verschiedenen Stufen der Fair-Value-Hierarchie zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist.

Weitere Informationen zu den Annahmen bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes sind in den nachstehenden Anhangangaben enthalten:

Anhangangabe 13: Geschäfts- oder Firmenwerte

Anhangangabe 22: Anteilsbasierte Vergütungsvereinbarungen

Anhangangabe 25: Pensionsrückstellungen

3.21 Änderung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - Geänderte Standards und Interpretationen

Folgende Standards wurden zum 01.01.2021 ohne oder ohne wesentliche Auswirkungen auf den Konzern erstmalig angewandt:

Standard/Interpretation Titel des Standards/der Interpretation oder Änderung Erstmalige Anwendung
IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 Reform der Referenzzinssätze - Phase 2 (Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16) 01.01.2021
IFRS 4 Verlängerung der vorübergehenden Befreiung von der Anwendung von IFRS 9 (Änderungen an IFRS 4) 01.01.2021
IFRS 16 Covid-19 bezogene Mieterleichterungen nach dem 30. Juni 2021 (Änderung an IFRS 16) 01.04.2021

3.22 Neue, aber noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards und Interpretationen

Für die folgenden neuen oder geänderten Standards und Interpretationen, die verpflichtend erst in späteren Geschäftsjahr anzuwenden sind, plant die IU-Gruppe keine vorzeitige Anwendung so weit. Sofern nicht anders angegeben, werden die Auswirkungen auf den Konzernabschluss derzeit geprüft. Der Konzern geht jedoch davon aus, dass sich aus den Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben.

Standard/Interpretation Titel des Standards/der Interpretation oder Änderung Erstmalige Anwendung
IAS 37 Belastende Verträge - Erfüllungskosten von Verträgen (Änderungen an IAS 37) 01.01.2022
IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16 und IAS 41 Jährliche Verbesserung an den IFRS Standards 2018-2020 (Änderungen an IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16 und IAS 41) 01.01.2022
IAS 16 Sachanlagen - Einnahmen vor beabsichtigter Nutzung (Änderung an IAS 16) 01.01.2022
IFRS 3 Verweis auf das Rahmenkonzept (Änderungen an IFRS 3) 01.01.2022
IFRS 17 Versicherungsverträge (IFRS 17, einschließlich Änderungen an IFRS 17) 01.01.2023
IAS 1 Angaben zu Rechnungslegungsmethoden (Änderungen an IAS 1 und Practice Statement) 01.01.2023
IAS 8 Definition von Rechnungslegungsmethoden (Änderungen an IAS 8) 01.01.2023

Für die folgenden neuen oder geänderten Standards und Interpretationen liegt noch kein EU Endorsement vor. Soweit nicht anders angegeben, werden die Auswirkungen auf den Konzernabschluss derzeit geprüft.

Standard/Interpretation Titel des Standards/der Interpretation oder Änderung Erstmalige Anwendung
IAS 1 Einstufung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig (Änderung an IAS 1) 01.01.2023
IAS 12 Latente Steuern im Zusammenhang mit Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aus einem einzigen Geschäftsvorfall (Änderungen an IAS 12) 01.01.2023
IFRS 17 Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen (Änderungen an IFRS 17) 01.01.2023

4. Angaben zu Tochterunternehmen

Einzelheiten zu den konsolidierten Tochterunternehmen zum Bilanzstichtag sind nachstehend aufgeführt.

Anteilsbesitzliste

Gesellschaft Sitz Eigenkapital Ergebnis Kapitalanteil
in TEUR in TEUR %
31.12.2021 31.12.2021
In den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen
IU Internationale Hochschule GmbH * Erfurt 9.948 3.987 100
IUBH GmbH in Liquidation Wien, Österreich -731 -4 100
IU Service GmbH (vormals: Career Partner Service GmbH) * Bad Honnef 26 0 100
hr Team Horst Rückle GmbH Holzgerlingen 315 -102 100
IU IT Services GmbH (vormals: Career Partner IT Services GmbH) * München -3 0 100
IU Corporate Services GmbH (vormals: Career Partner Human Ressource & Financial Services GmbH) * München -8 0 100
IU Sales Services GmbH (vormals: Career Partner Sales and Marketing GmbH) * München -30 0 100
Delveo GmbH München -1 1 100
Pro Verwaltung GmbH in Liquidation München 973 2 100
International College London Ltd England und Wales, UK 2.000 0 100
IU Finance Management GmbH * München 25 0 100
IU Augsburg GmbH Augsburg 25 0 100
IU Bad Honnef GmbH Bad Honnef 25 0 100
IU Bielefeld GmbH Bielefeld 25 0 100
IU Bremen GmbH Bremen 25 0 100
IU Commercial 1 GmbH München 25 0 100
IU Commercial 2 GmbH München 25 0 100
IU Corporate Relations GmbH München 25 0 100
IU Dortmund GmbH Dortmund 25 0 100
IU Dresden GmbH Dresden 25 0 100
IU Duisburg GmbH Duisburg 25 0 100
IU Erfurt GmbH Erfurt 25 0 100
IU Essen GmbH Essen 25 0 100
IU Examination Service GmbH München 25 0 100
IU Frankfurt a.M. GmbH Frankfurt 25 0 100
IU Freiburg GmbH Freiburg 25 0 100
IU Hamburg GmbH Hamburg 25 0 100
IU Hannover GmbH Hannover 25 0 100
IU International Services GmbH München 26 0 100
IU Karlsruhe GmbH Karlsruhe 25 0 100
IU Köln GmbH Köln 25 0 100
IU Leipzig GmbH Leipzig 25 0 100
IU Lübeck GmbH Lübeck 25 0 100
IU Mainz GmbH Mainz 25 0 100
IU Mannheim GmbH Mannheim 25 0 100
IU Marketing Service GmbH München 25 0 100
IU München GmbH München 25 0 100
IU Münster GmbH Münster 25 0 100
IU Nürnberg GmbH Nürnberg 25 0 100
IU Student Services Berlin GmbH Berlin 25 0 100
IU Student Services Braunschweig GmbH Braunschweig 25 0 100
IU Student Services Düsseldorf GmbH Düsseldorf 25 0 100
IU Student Services GmbH München 25 0 100
IU Stuttgart GmbH Stuttgart 25 0 100
IU Ulm GmbH Ulm 25 0 100
IU Medical School GmbH Mainz 25 0 100

*) Gesellschaften mit Ergebnisabführungsvertrag

2021 gründete die Gesellschaft mehrere hundertprozentige Tochterunternehmen, um die Standorte künftig separat zu führen. Die Gesellschaften waren im betreffenden Geschäftsjahr noch nicht operativ tätig. Im Dezember 2021 wurde eine Vereinbarung zur Übernahme des London Institute of Banking and Finance (LIBF) unterzeichnet. Der Abschluss der Übernahme ist für Mitte 2022 geplant.

Aus Wesentlichkeitsgründen ist die IUBH Education India Private Limited mit Sitz in Mumbai, Indien, an der Konzernmutter100 % der Anteile, noch nicht in den Konzernabschluss einbezogen. Die IUBH Education India Private Limited, welche in Geschäftsjahresende zum 31.03.2021 hat und deren Jahresabschluss nach indischem Handelsrecht aufgestellt wurde, hat ein Eigenkapital zum 31.03.2021 in Höhe von 0 TEUR und ein Jahresergebnis von 0 TEUR. Die Gesellschaft soll im Geschäftsjahr 2022 aufgelöst werden.

Zusammensetzung des Konzerns

Einzelheiten zur Zusammensetzung des Konzerns zum Bilanzstichtag sind nachstehend aufgeführt.

Hauptgeschäft Sitz Anzahl der 100%-igen Tochterunternehmen
31.12.2021 31.12.2020
Hochschule Deutschland 26 1
Hochschule Ausland 2 1
Sonstige Deutschland 18 7

Im Geschäftsjahr 2020 beschloss die die Geschäftsführung die Veräußerung der PROAKTIV Management Training und Beratung in Management und Verkauf GmbH, um das Leistungsportfolio der IU-Gruppe weniger bereit zu diversifizieren und sich stattdessen verstärkt auf das Hauptgeschäft auszurichten. Zu diesem Zweck wurde der Geschäftsbetrieb im Wege einer Ausgliederung in eine eigens zu diesem Zweck erworbene Vorratsgesellschaft übertragen und die Gesellschaft anschließend umfirmiert in Pro Verwaltung GmbH. Die Erwerbergesellschaft wurde zeitgleich umfirmiert in PROAKTIV Management GmbH und mit notariellem Vertrag vom 16.07.2020 mit Wirkung zum 03.08.2020 veräußert. Das veräußerte Geschäft wird im vorangegangenen Geschäftsjahr als aufgegebene Geschäftsbereich ausgewiesen.

Der Verlust aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich von 2.828 TEUR ist vollständig den Eigentümern der Muttergesellschaft zuzurechnen.

Gewinn/Verlust aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich PROAKTIV

Die Informationen zur Ertragslage beziehen sich auf einen Zeitraum von sieben Monaten für das Jahr 2020.

In TEUR 2021 2020
Umsatzerlöse 0 2.115
Sonstige Gewinne 0 108
Aufwendungen 0 -2.671
Ergebnis vor Ertragssteuern 0 -448
Ertragssteuern 0 139
Ergebnisse aus aufgegebenen Geschäftsbereich nach Ertragsteuern 0 -309
Verlust aus der Veräußerung des Tochterunternehmens nach Ertragsteuern 0 -2.519
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereich 0 -2.828

Der Verlust im vorangegangenen Geschäftsjahr resultiert in Höhe von 2.100 TEUR aus der Ausbuchung der auf diesen Geschäftsbereich entfallenden immateriellen Vermögenswerte, darunter im Wesentlichen die Marke "Proaktiv".

Cashflows aus den aufgegebenen Geschäftsbereichen

Die Informationen zu den Cashflows beziehen sich auf den Zeitraum von sieben Monaten für das Jahr 2020.

In TEUR 2021 2020
Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 0 122
Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit 0 -51
Netto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 0 -20
Netto-Cashflow des Jahres 0 51

5. Umsatzerlöse

Umsatzerlösströme

Der erzielt Umsatzerlöse im Wesentlichen aus Präsenzstudiumsangeboten sowie den dualen, berufsbegleitenden und Fernstudienangeboten und aus Ausbildungsangeboten. Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:

In TEUR 2021 2020
Umsatzerlöse aus Studiengebühren 271.457 163.112
Umsatz aus Vermietung 1.319 1.445
Umsatz aus Verpflegung 266 245
Sonstige Umsatzerlöse 529 848
Gesamt 273.571 165.650

Von diesen Umsatzerlösen werden 272.094 TEUR (Vorjahr: 163.861 TEUR) aus Verträgen mit Kunden erzielt. Die Umsatzerlöse aus Vermietung (IFRS 16) betragen 1.319 TEUR (Vorjahr: 1.445 TEUR). Darüber hinaus sind in den sonstigen Umsatzerlösen Erlöse aus Studiengangwechsel und Neuausstellung von Studierendenausweisen sowie Semestertickets und Vermittlungsgebühren für Auslandssemester in Höhe von 158 TEUR (Vorjahr: 344 TEUR) enthalten.

Geschäftsbereiche

Der Geschäftsbereich B2C umfasst hauptsächlich Fernstudiengänge und Kombi-Studienprogramme, während der Geschäftsbereich B2B die dualen Studiengänge umfasst.

In TEUR 2021 2020
B2C 188.863 114.603
B2B 84.708 51.047
Gesamt 273.571 165.650

Vertragssalden

Die folgende Tabelle gibt Auskunft über Vermögenswerte aus Kundenverträgen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunde.

In TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Vermögenswerte aus Kundenverträgen 4.471 2.403
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 27.733 13.522
Vertragsverbindlichkeiten 67.973 46.472

Bei den Vertragsverbindlichkeiten handelt es sich hauptsächlich um Studiengebühren, die über einen bestimmten Zeitraum als Umsatzerlöse generiert werden. Die Studierenden können im Voraus festlegen, ob die Semestergebühren pro Monat, pro Semester oder jährlich im Voraus entrichtet werden. Die vorausbezahlten Studiengebühren werden über die entsprechende Dauer abgegrenzt. Darüber hinaus sind in den Vertragsverbindlichkeiten eine Umsatzabgrenzung für die Möglichkeit der kostenlosen Vertragsverlängerung der Studenten im Wesentlichen im Fernstudium enthalten. Die Bewertung basiert auf einem Faktor, der sich aus dem Verhältnis der in der Regelstudienzeit erworbenen ECTS-Credits durch den Prozentsatz der gleichzeitig anerkannten Umsatzerlöse errechnet. Der verwendete Faktor basiert auf den Erfahrungen der Vorperioden.

In TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Studiengebühren 67.951 46.104
Sonstige 22 369
Gesamt 67.973 46.472
Langfristig 27.786 18.124
Kurzfristig 40.186 28.348
Gesamt 67.972 46.472

Von den zu Beginn der Periode bestehenden Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 46.472 TEUR wurden im Geschäftsjahr 2021 28.348 TEUR als Umsatzerlöse erfasst.

In den in 2021 erfassten Umsatzerlöse sind keine Umsatzerlöse aus in früheren Perioden erfüllten Leistungsverpflichtungen enthalten.

Die Vermögenswerte aus Kundenverträgen betragen 4.471 TEUR (Vorjahr: 2.403 TEUR). Für die Vermittlung von Studierenden gewährt der Konzern Mitarbeitern und freien Agenten Provisionen. Weitere Informationen sind in Anhang Anmerkung 17 enthalten.

Leistungsverpflichtungen und Methoden der Erlöserfassung

Der Umsatz wird auf der Grundlage der in einem Vertrag mit einem Kunden festgelegten Gegenleistung bewertet. Der Konzern erfasst Erlöse, wenn er die Verfügungsgewalt ein Gut oder eine Dienstleistung auf einen Kunden überträgt. Weitere Informationen über Art und Zeitpunkt der Erfüllung von Leistungsverpflichtungen aus Verträgen mit Kunden, einschließlich der wesentlichen Zahlungsbedingungen und die damit verbundenen Grundsätze der Erlösrealisierung sind in der folgenden Tabelle enthalten:

Art der Dienstleistung Art und Zeitpunkt der Erfüllung der Leistungsverpflichtung, einschließlich wesentlicher Zahlungsbedingungen Erlösrealisierung / Erwartete Zeitspanne für die Vereinnahmung der Vertragsverbindlichkeit
Internationale On Campus Studiengänge Das Campusstudium in Bad Honnef und Berlin umfasst Bachelor-, Master- und MBA-Programme.
Rechnungen werden gemäß den vertraglichen Vereinbarungen erstellt.
Die Rechnungen sind zahlbar bei Erstsemester bis 6 Wochen vor Studien bei Folgesemester bis 12 Wochen vor Semesterbeginn. Rechnungen werden grundsätzlich 7 Wochen vor Fälligkeit gestellt.
Die Erfassung der Umsatzerlöse erfolgt monatlich in Höhe der monatlichen Studiengebühren.

1-3 Jahre
Duales Studium An deutschlandweit 37 Studienorten bietet die IU Internationale Hochschule duale Bachelor-Studiengänge an (Studium mit integrierten Praxisphasen in einem bestimmten Unternehmen) in den Bereichen Wirtschaft & Management, Marketing & Kommunikation, IT & Technik, Gesundheit & Soziales, Tourismus & Hospitality, Architektur & Bau).
Rechnungen werden gemäß den vertraglichen Vereinbarungen gestellt und sind in der Regel innerhalb von 15 Tagen zahlbar.
Die Erfassung der Umsatzerlöse erfolgt linear über die Regelstudienzeit.

3,5 Jahre
Fernstudium Das Studienangebot umfasst deutsch- und englischsprachige Bachelor-, Master- und MBA-Programme mit über 30 Spezialisierungen für verschiedenste Branchen und Aufgabenbereiche.
Die Studierenden können bei dem Online-Fernstudium zwischen Laufzeiten von 36, 44 und 72 Monaten wählen. Bei einem Masterstudium sind Laufzeiten von 12, 24 und 48 Monaten möglich. Die Kosten für das Studium steigen mit zunehmender Laufzeit an. Bei allen Laufzeiten können Studierende eine kostenlose Verlängerung von bis zu 12 Monaten in Anspruch nehmen, um das Studium abzuschließen. Neben den monatlichen Studiengebühren wird eine Graduierungsgebühr erhoben.
Da Vorleistungen von Studierenden auf die Prüfungen angerechnet werden, erfolgt eine entsprechende Berücksichtigung durch Preisreduzierung. Im Wesentlichen erfolgt eine monatliche Zahlung, die am Ende des jeweiligen Monats zu leisten ist.
Die Erlöse werden im Wesentlichen werden über die jeweilige der Regelstudienzeit und auf Basis von vergangenen Erfahrungswerten hinsichtlich erworbener ECTS-Punkte auch auf den kostenlosen Verlängerungszeitraum verteilt

Hierfür wird während der Regelstudienzeit eine Abgrenzung gebildet, die als passiver Abgrenzungsposten in den Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen wird.

Der Faktor zur Berechnung des Abgrenzungsposten wird anhand historischen Werte nach Zeitmodell (Programmlaufzeit) berechnet. Für die Ermittlung des entsprechenden Faktors je Programmlaufzeit (z. B. 12, 24, 36 Monate) werden Studierende berücksichtigt, die ihre Studium entweder bereits abgeschlossen bzw. abgebrochen haben oder die kostenlose Verlängerung in Anspruch nehmen. Diese Faktoren werden dann auf die aktuelle Studierendenzahl angewandt, um die Abgrenzung zu bilden, die als passiver Abgrenzungsposten unter der Position Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen wird.

1-7 Jahre
Online Trainings Das Programm der IU Internationale Hochschule umfasst über 150 Online Trainings und Zertifikatskurse mit insgesamt mehr als 25.000 Lernstunden für alle betriebswirtschaftlichen Funktionen sowie zentrale Methodenkompetenzen. Die Erfassung der Umsatzerlöse erfolgt monatlich in Höhe der monatlichen Gebühren für die Online Trainings.

1 Jahre
Kantine In den Kantinen und Cafeterien der Hochschulen werden Speisen und Getränke verkauft. Die Zahlungen sind sofort fällig. Die Umsatzerlöse werden erfasst, wenn die Güter in den Kantinen verkauft werden.
Vermietung (Erlöserfassung nach IFRS 16 für Leasinggeber) Wir stellen unseren Studierenden Appartements in Studentenwohnheimen an den Standorten unserer Hochschulen zur Verfügung.
Die Mietzahlungen werden monatlich abgerechnet.
Die Erfassung der Umsatzerlöse erfolgt monatlich in Höhe der vertraglichen Monatsmieten.

0,5-1 Jahre

6. Sonstige Erträge

In TEUR 2021 2020
Erträge aus Fördermitteln, insbesondere im Rahmen des Hochschulpakts II 0 766
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sowie der Ausbuchung von Verbindlichkeiten 417 424
Erträge aus Abgang von Sachanlagen 23 15
Erträge aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 28 90
Übrige sonstige Erträge 10.542 5.209
- davon aktivierte Eigenleistungen - Studiengänge 4.362 2.909
- davon aktivierte Eigenleistungen - Trainingsprogramme 35 35
- davon aktivierte Eigenleistungen - Software/Website 5.298 1.436
- davon andere Erträge 847 829
Gesamt 11.010 6.504

Der Anstieg der sonstigen Erträge ist im Wesentlichen auf die Zunahme der aktivierten Eigenleistungen für Studienformate und Software infolge einer deutlich gestiegenen Studierendenzahl zurückzuführen.

7. Materialaufwand

Der Materialaufwand des Geschäftsjahres 2021 enthält im Wesentlichen Studienmaterialien wie Skripte, Bücher und Trainingsmaterial sowie Aufwendungen aus Catering. Darüber hinaus ist in den Aufwendungen für bezogene Leistungen im Wesentlichen die Vergütung für Gastdozenten enthalten.

In TEUR 2021 2020
Aufwendungen für bezogene Waren, Lernmaterialien und Provisionen 3.945 3.305
Aufwendungen für bezogene Leistungen 10.469 8.342
Gesamt 14.414 11.647

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen stiegen um 2.128 TEUR, hauptsächlich aufgrund des Bedarfs an zusätzlichen Lehrkräften durch die steigenden Studierendenzahlen.

8. Personalaufwand

Der Personalaufwand für das Geschäftsjahr 2021 enthält im Wesentlichen Gehälter von Mitarbeitern.

In TEUR 2021 2020
Löhne und Gehälter 103.408 64.366
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersvorsorge 18.624 11.406
Gesamt 122.032 75.772

Der Personalaufwand stieg hauptsächlich aufgrund der Erhöhung der Mitarbeiterzahl um 859 (siehe Anhangangabe 32).

Der Konzern erhielt Zuschüsse in Höhe von 77 TEUR (Vorjahr: 187 TEUR). Diese betrafen Kurzarbeitergeld und Sozialversicherungsbeiträge für Mitarbeiter in Kurzarbeit. Es handelt sich um eine in Deutschland als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie durchgeführte staatliche Unterstützungsmaßnahme. Die Bezahlung und Erstattung von Kurzarbeitergeld in Höhe von 49 TEUR (Vorjahr: 135 TEUR) ist ein durchlaufender Posten, sodass hierfür keine entsprechende Erstattung ausgewiesen wird. Die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge durch die Bundesagentur für Arbeit in Höhe von 28 TEUR (Vorjahr: 52 TEUR) ist im Personalaufwand enthalten. Zum 31. Dezember 2021 gibt es keine Rechnungsabgrenzungsposten im Zusammenhang mit diesen Zuschüssen.

9. Abschreibungen

In TEUR 2021 2020
Auf immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 21.318 14.532
Abschreibungen aus IFRS 16 und IAS 40 7.649 6.932
Abschreibungen aus Vermittlungsprovisionen 2.223 1.405
Summe 31.190 22.869

Der Anstieg der Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen ist im Wesentlichen auf die Abschreibung eines kürzlich integrierten ERP-Systems und die Abschreibung von Tablets zurückzuführen. Weitere Informationen zu Abschreibungen und Wertberichtigungen sind den Anhangangaben 14, 15 und 16 zu entnehmen.

10. Sonstige Aufwendungen

In TEUR 2021 2020
Verluste aus dem Abgang von Gegenständen Anlagevermögens 4 958
Sonstige Steuern 1.966 1.334
Lizenzen und Konzessionen 4.345 2.425
Telekommunikations- und IT-Aufwendungen 6.576 3.910
Raumkosten 6.168 3.466
Prüfungs- und Beratungsaufwand 17.255 4.421
Werbe- und Reisekosten 55.403 29.448
Übrige sonstige Kosten 4.243 3.248
Summe 95.960 49.210

Die Prüfungs- und Beratungskosten stiegen hauptsächlich aufgrund höherer Beratungskosten im Zusammenhang mit verschiedenen strategischen Projekten und dem neuen Darlehen (siehe Anhangangabe 26). Aufgrund des Ziels, die Zahl der Einschreibungen zu steigern, investierte der Konzern auch in eine Reihe von Marketingkampagnen; dies ist der Hauptgrund für den Anstieg der Werbe- und Reisekosten.

Die übrigen sonstigen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen Porto- und Bürobedarf, Versicherung und Beiträge, Fahrzeugkosten und Bankgebühren.

Für Forschung und Entwicklung sind Aufwendungen in Höhe von TEUR 306 (Vorjahr: 243 TEUR) angefallen.

11. Finanzergebnis

In TEUR 2021 2020
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 754 292
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -25.300 -11.100
Zinsaufwand nach IFRS 16 -3.351 -2.678
Summe -27.897 -13.486

Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen sind im Wesentlichen das Ergebnis eines kürzlich bei einem Dritten aufgenommenen Darlehens. Da sich der Darlehensbetrag erhöht hat, sind auch die Zinsen und ähnliche Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Darüber hinaus sind in den Aufwendungen zuvor fällige Transaktionskosten in Höhe von 7.927 TEUR für ein abgelöstes Darlehen in Höhe von 310.000 TEUR enthalten. Weitere Informationen sind Anhangangabe 26 zu entnehmen.

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge resultieren im Wesentlichen aus der Gewährung von Darlehen an nahestehende Personen.

Der Posten Zinsen und ähnliche Aufwendungen beinhaltet Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von 85 TEUR (Vorjahr: 27 TEUR) enthalten.

Der Posten Zinsen und ähnliche Erträge beinhaltet Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von 54 TEUR (Vorjahr: 25 TEUR).

12. Ertragssteuern

Der erwartete Ertragssteuersatz der IU-Gruppe ergibt sich aus der Anwendung des für die Konzernmutter maßgeblichen Steuersatzes von 32,98 %. Dieser setzt sich zusammen aus dem deutschen Körperschaftssteuersatz von 15,0 % zuzüglich Solidaritätszuschlags von 5,5 % auf die Körperschaftssteuer sowie einem deutschen Gewerbesteuersatz von 17,15 %.

In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Steuern erfasst:

In TEUR 2021 2020
Tatsächliche Steuern 0 0
Latente Steuern auf temporäre Differenzen -4.479 -594
Latente Steuern auf Verlustvorträge 2.833 1.304
Gesamt -1.646 710

Die nachfolgende Übersicht leitet vom erwarteten Steuersatz von 32,98 % (Vorjahr: 32,98 %) auf den effektiven Steuersatz von -9,95 % (Vorjahr: -29,16 %) über:

In TEUR 2021 2020
Ergebnis vor Steuern -16.538 -2.436
Erwartete Ertragssteuern (32,98 %) 5.454 803
Anpassung des erwarteten Steueraufwands
Gewerbesteuerfreie Einnahmen 1 8.458 6.493
Werthaltigkeit von aktiven latenten Steuern -12.170 -5.779
Steuern Vorjahre -978 -242
Anteilsbasierte Vergütungen ohne Ertragssteuereffekt -575 -569
Steuerlich nicht anerkannte Wertminderungen -1.799 0
Sonstige Effekte -36 4
Ertragssteueraufwand/ -ertrag laut Gesamtergebnisrechnung -1.646 710
Konzernsteuerquote in % -9,95 % 29,16 %

Die Aktivierung latenter Steueransprüche ergibt sich hauptsächlich aus der Anwendung der Zinsschranke und den steuerlichen Verlustvorträgen zusammen.

Die nicht abzugsfähigen Verluste bestehen hauptsächlich aus nicht abzugsfähigen Zinsaufwendungen und gewerbesteuerlichen Verlusten.

Die mit einem Steuersatz von rund 16 % angesetzten latenten Steuern auf temporäre Unterschiede und steuerliche Verlustvorträge haben sich während des Geschäftsjahres wie folgt entwickelt:

1 Die wesentlichen Umsätze und Erträge im Konzern werden von der IU Internationale Hochschule GmbH generiert. Die IU Internationale Hochschule ist gem. § 3 Nr. 13 GewStG von der Gewerbesteuer befreit, da sie als staatlich anerkannte private Hochschule nahezu ausschließlich Leistungen erbringt. Der hieraus resultierende steuerliche Effekt ist aus der steuerlichen Überleitungsrechnung ableitbar (8.458 TEUR).

In TEUR Latente Steueransprüche 31.12.2020 Latente Steuer-schulden 31.12.2020 Stand Netto 31.12.2020 Erfasst im Gewinn oder Verlust Stand Netto 31.12.2021 Latente Steueransprüche 31.12.2021 Latente Steuer-schulden 31.12.2021
Sachanlagen
0 8.507 -8.507 -337 -8.845 0 8.845
Immaterielle Vermögenswerte 0 13.510 -13.510 -2.602 -16.112 0 16.112
Forderungen 0 0 0 0 0 0 0
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 9.737 0 9.737 413 10.150 10.150 0
Leistungen an Arbeitnehmer 0 1 -1 -5 3 3 0
Vertragsverbindlichkeiten 158 6.604 -6.446 -3.383 -9.828 0 9.828
Andere Posten 224 1.708 -1.484 -1.425 -59 0 59
Steuerliche Verlustvorträge 5.905 0 5.905 2.833 8.738 8.738 0
Steueransprüche (schulden) 16.023 30.330 -14.307 -1.646 -15.953 18.891 34.844
Saldierung aktive/passive latente Steuern -16.023 -16.023 -18.891 -18.891
Summe nach Saldierung 0 14.307 -14.307 -1.646 -15.953 0 15.953

Zum 31. Dezember 2021 und Vorjahr wurden keine Ertragsteuern im sonstigen Ergebnis erfasst.

Zum 31. Dezember 2021 wurden auf die folgenden Positionen keine latenten Steuern angesetzt:

In TEUR 2021 2020
Temporäre Differenzen 760 509
Steuerliche Verlustvorträge 83.829 42.238
Zinsvorträge 51.348 33.577

Die steuerlichen Verlustvorträge sowie der Zinsvortrag können zeitlich unbegrenzt vorgetragen werden.

Für zu versteuernde temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen in Höhe von 10.926 TEUR (Vorjahr: 9.374 TEUR) wurden zum 31. Dezember 2021 keine latenten Steuern gebildet, da die IU Group NV den zeitlichen Verlauf der Umkehrung steuern kann und sich die temporären Differenzen sich in absehbarer Zeit nicht umkehren werden.

13. Geschäfts- oder Firmenwerte

Der Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts zum Abschlussstichtagt kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:

In TEUR 31.12.2021 31.12.2020
B2C 82.192 82.192
B2B 33.084 33.084
Zum 31.12. 115.276 115.276

Die IU-Gruppe besteht aus zwei Geschäftsbereichen, die auch zwei zahlungsmittelgenerierende Einheiten (ZGE) sind, nämlich "B2B" und "B2C" (Vorjahr: eine ZGE, "Hochschulstudium"). Der durch den Unternehmenserwerb der Career Partner GmbH im Geschäftsjahr 2018 resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird auf EBITDA-Basis zu gleichen Teilen auf beide ZGE verteilt. Die langfristig erwartete Steigerung des konzernweiten Unternehmenswertes entfällt aufgrund der erwarteten Zunahme der Studierendenzahl durch die Weiterentwicklung der Produkte und Dienstleistungen sowie die weitere Internationalisierung der Studiengänge auf beide Einheiten.

Der erzielbare Betrag der ZGE basiert auf dem Nutzungswert, der durch diskontierte Cashflows geschätzt wurde. Die wesentlichen Annahmen, die bei der Schätzung des erzielbaren Betrags verwendet wurden, werden nachstehend dargelegt. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte stellen die Beurteilung der Geschäftsführung der zukünftigen Entwicklung in den relevanten Branchen dar und basieren auf Vergangenheitswerten externer und interner Quellen.

in Prozent 2021 2020
B2C
Abzinsungssatz 8,21 7,91
Nachhaltige Wachstumsrate 1,00 1,00
Durchschnittliche geplante EBIT-Wachstumsrate im Detailplanungszeitraum 40 91
B2B
Abzinsungssatz 8,21 7,91
Nachhaltige Wachstumsrate 1,00 1,00
Durchschnittliche geplante EBIT-Wachstumsrate im Detailplanungszeitraum 67 154

Der in der Tabelle dargestellte Abzinsungssatz stellt eine Nach-Steuer-Größe dar, die aufgrund der historischen branchendurchschnittlich gewichteten Kapitalkosten der Gesellschaft bei einer Fremdkapitalquote von 8,4 % (beide ZGE, Vorjahr: 4,5 %) und einer Marktrisikoprämie von 7,5 % (beide ZGE, Vorjahr: 7,5 %) geschätzt wurde. Die Vorsteuerzinssätze betragen 9,39 % (B2C) und 9,84 % (B2B) (Vorjahr für beide ZGE: 9,42 %).

Die Cashflow-Prognosen enthielten spezifische Schätzungen für die ersten drei Jahre und danach eine nachhaltige Wachstumsrate. Die nachhaltige Wachstumsrate wurde basierend auf der Einschätzung der Geschäftsführung der langfristigen durchschnittlichen jährlichen EBIT-Wachstumsrate ermittelt, die mit der Annahme, die ein Marktteilnehmer treffen würde, übereinstimmt.

Das geplante EBIT wurde auf der Basis einer Bottom-up-Planung für jede Einheit (B2C und B2B) unter Berücksichtigung der historischen Wachstumsraten en Studierendenzahlen ermittelt.

Der jeweils geschätzte erzielbare Betrag beider ZGE übersteigt deren Buchwert. Eine Wertminderung ist demnach nicht erforderlich.

14. Immaterielle Vermögenswerte

Die Buchwerte der sonstigen immateriellen Vermögenswerte zum Bilanzstichtag sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

In TEUR Aktivierte Entwicklungskosten Software Lizenzen Markennamen
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Stand zum 01.01.2020 8.649 5.686 800 34.800
Zugänge 5.814 5.728 203 0
Abgänge 132 0 0 0
Abgänge aus Unternehmensverkäufen 1.030 184 13 2.100
Stand zum 31.12.2020 13.301 11.230 990 32.700
Zugänge 17.016 4.444 317 0
Abgänge 254 1.644 0 0
Zum 31.12.2021 30.064 14.030 1.306 32.700
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
Stand zum 01.01.2020 1.735 2.286 343 0
Abschreibungsaufwand 2.041 2.186 196 0
Abgänge aus Unternehmensverkäufen 287 46 4 0
Stand zum 31.12.2020 3.490 4.425 535 0
Abschreibungsaufwand 4.215 3.118 248 0
Abgänge 0 278 0 0
Zum 31.12.2021 7.705 7.265 783 0
Nettobuchwert zum 31.12.2020 9.812 6.805 455 32.700
Nettowert am 31.12.2021 22.358 6.766 523 32.700
In TEUR Akkreditierung Studieninhalte Studierendenstämme Summe
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Stand zum 01.01.2020 26.200 2.900 19.600 98.635
Zugänge 0 0 0 11.746
Abgänge 0 0 0 132
Abgänge aus Unternehmensverkäufen 0 0 0 3.327
Stand zum 31.12.2020 26.200 2.900 19.600 106.921
Zugänge 0 0 0 21.777
Abgänge 0 0 0 1.898
Zum 31.12.2021 26.200 2.900 19.600 126.800
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
Stand zum 01.01.2020 0 1.160 7.840 13.364
Abschreibungsaufwand 0 580 3.920 8.923
Abgänge aus Unternehmensverkäufen 0 0 0 337
Stand zum 31.12.2020 0 1.740 11.760 21.950
Abschreibungsaufwand 0 580 3.920 12.081
Abgänge 0 0 0 278
Zum 31.12.2021 0 2.320 15.680 33.753
Nettobuchwert zum 31.12.2020 26.200 1.160 7.840 84.971
Nettowert am 31.12.2021 26.200 580 3.920 93.047

Die aktivierten Entwicklungskosten betreffen Aufwendungen für die Entwicklung von Studiengängen, Modulen und Kursen sowie die Entwicklung von selbstgenutzter Software und Websites.

Wertminderungen im Geschäftsjahres

In Geschäftsjahr wurden keine Wertminderungen vorgenommen.

Wertminderungstest

Die Marken "IU" (vormals: "IUBH") und "Akkreditierung" der Hochschule entfallen auf die ZGE "B2C" und "B2B". Für die Marken "IU" und "Akkreditierung" der Hochschule wurde die Überprüfung der Werthaltigkeit im Rahmen des Wertminderungstests für den Geschäfts- und Firmenwert durchgeführt, weil es sich dabei um immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer handelt und diese allesamt der gleichen ZGE zugeordnet sind. Der Buchwert beider Marken zum Abschlussstichtag ist folgenden Tabellen zu entnehmen:

Marke "IU"

In TEUR 31.12.2021 31.12.2020
B2C 23.315 23.315
B2B 9.385 9.385
Gesamt 32.700 32.700

"Akkreditierung"

In TEUR 31.12.2021 31.12.2020
B2C 18.681 18.681
B2B 7.519 7.519
Gesamt 26.200 26.200

Der Wertminderungstest ergab keine Notwendigkeit einer Wertminderung für das Geschäftsjahr 2021.

15. Sachanlagen

Die Sachanlagen bestehen aus Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie den Nutzungsrechten an Gebäuden, Pkw und Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Die Buchwerte der sonstigen immateriellen Vermögenswerte zum Abschlussstichtag können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:

In TEUR Nutzungswerte Gebäude Pkw Nutzwert Pkw Bibliotheksausstattung
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Stand zum 01.01.2020 34.136 107 823 554
Zugänge 25.629 0 395 497
Abgänge 2.760 0 155 0
Abgänge aus Unternehmensverkäufen 827 0 346 0
Stand zum 31.12.2020 56.178 107 717 1.051
Zugänge 10.056 1 211 308
Abgänge 27 64 16 0
Zum 31.12.2021 66.208 44 912 1.359
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
Stand zum 01.01.2020 7.702 43 436 251
Abschreibungsaufwand 6.351 23 200 188
Abgänge 1.552 0 155 0
Abgänge aus Unternehmensverkäufen 340 0 173 0
Stand zum 31.12.2020 12.162 67 307 439
Abschreibungsaufwand 7.043 15 220 275
Abgänge 0 62 7 0
Stand zum 31.12.2021 19.205 20 521 714
Nettobuchwert zum 31.12.2020 44.016 41 409 612
Nettobuchwert zum 31.12-2021 47.003 24 391 645
In TEUR IT-Ausstattung Büroausstattung Nutzungswert sonstige Büroausstattung Summe
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Stand zum 01.01.2020 9.985 3.600 1.945 51.150
Zugänge 9.441 1.308 179 37.448
Abgänge 5 4 392 3.315
Abgänge aus Unternehmensverkäufen 4 48 0 1.225
Stand zum 31.12.2020 19.418 4.855 1.732 84.058
Zugänge 15.173 1.335 353 27.437
Abgänge 303 7 0 416
Zum 31.12.2021 34.287 6.184 2.085 111.078
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
Stand zum 01.01.2020 3.259 1.065 560 13.317
Abschreibungsaufwand 4.903 495 303 12.464
Abgänge 1 0 392 2.099
Abgänge aus Unternehmensverkäufen 1 33 0 547
Stand zum 31.12.2020 8.161 1.526 471 23.134
Abschreibungsaufwand 8.264 681 360 16.859
Abgänge 299 4 0 371
Stand zum 31.12.2021 16.127 2.203 831 39.621
Nettobuchwert zum 31.12.2020 11.257 3.329 1.260 60.924
Nettobuchwert zum 31.12-2021 18.160 3.981 1.254 71.458

Wertminderungen im Geschäftsjahres

In Geschäftsjahr wurden keine Wertminderungen verbucht.

16. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die IU-Gruppe mietet im Rahmen der originären Geschäftstätigkeit Immobilien als Leasingnehmer. Der von der IU-Gruppe genutzte Teil der Immobilien wird in der Bilanz unter den Sachanlagen ausgewiesen, während der untervermietete Teil der Immobilien unter den als Finanzinvestition gehaltenen Nutzungsrechten von Immobilien ausgewiesen wird. Diese umfassen bei der IU-Gruppe Nutzungsrechte an Immobilien, die im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen an dritte Parteien weitervermietet werden, da mit diesen nicht im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen übertragen werden. Jedes der Leasingverhältnisse besteht anfänglich aus einem unkündbaren Zeitraum. Spätere Verlängerungen werden mit dem Leasingnehmer verhandelt. Die als Finanzinvestition gehaltene Immobilien können nicht weiterveräußert werden. Die IU-Gruppe hält die Immobilien über die Vertragslaufzeit gemäß den üblichen betrieblichen Maßnahmen instand.

Während des Jahres im Konzern erfasst Mieterträge in Höhe von 28 TEUR (Vorjahr: 90 TEUR) sind unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Direkte betriebliche Aufwendungen aus den Nutzungsrechten der Immobilien in Höhe von 5 TEUR (Vorjahr: 6 TEUR) sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten.

In TEUR 2021 2020
Mieteinnahmen aus als Finanzinvestition gehaltenen Nutzungsrechten von Immobilien 28 90
Direkte betriebliche Aufwendungen aus den Nutzungsrechten von Immobilien 5 6

Die als Finanzinvestition gehaltenen Nutzungsrechte der Immobilien werden linear über die Laufzeit des zugrundeliegenden Nutzungsrechts abgeschrieben.

Nutzungsdauer in Jahren
Nutzungsrechte - Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 1-11 Jahre

Die als Finanzinvestition gehaltenen Nutzungsrechte der Immobilien entwickelten sich wie folgt:

In TEUR 2021 2020
Bruttobuchwert zum 1.1. 205 639
Zugänge 0 166
Abgänge 93 522
Abschreibungen 26 78
Bruttobuchwert zum 31.12. 86 205
Beizulegender Zeitwert zu Beginn der Periode 220 720
Beizulegender Zeitwert zum 31.12. 105 220

17. Sonstige langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte aus Kundenverträgen

Der Konzern gewährt Mitarbeitern und freien Agenten Provisionen für die Vermittlung von Studierenden. Die aktivierten Kosten für Kundenverträge werden in Höhe der direkt zurechenbaren Vertriebsprovisionen angesetzt. Diese Vermögenswerte werden linear über die Laufzeit der jeweiligen Verträge (zwischen 1 und 6 Jahren) abgeschrieben.

Die Vermögenswerte aus Kundenverträgen wurden wie folgt abgeschrieben:

In TEUR 2021 2020
Zum 31. Dezember aktivierte Kosten für Kundenverträge 9.568 3.808
Abschreibung der aktivierten Kosten 5.096 1.405
Gesamt 4.471 2.403

In den sonstigen langfristigen Vermögenswerte sind Mietkautionen, ein Darlehen an eine nahestehende Person und eine nicht verpfändete Rückdeckungsversicherung enthalten.

In TEUR 31.12.2021 31.12.2020
- davon Finanzinstrumente 176.143 4.823
Mietkautionen 3.395 2.050
Forderungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen 2.444 2.773
Darlehen nahestehende Person 170.304 0
- davon keine Finanzinstrumente 141 231
Rückdeckungsversicherung 140 230
Sonstige 1 1
Gesamt 176.284 5.054

Im Geschäftsjahr hat die IU-Gruppe der Oakley CP Holdings Ltd ein Darlehen in Höhe von 150.665 TEUR gewährt. Das Darlehen ist inklusive Zinsen am 8.12.2028 zurückzuzahlen, mit möglicher vorzeitiger Rückzahlung. Die Verzinsung beträgt EURIBOR +5,5 %. Des Weiteren gewährte die IU-Gruppe der CPG Co-Investment I GmbH & Co. KG (vormals: Oakley CP Management GmbH & Co. KG) ein Darlehen in Höhe von 24.618 TEUR. Das Darlehen ist inklusive Zinsen am 8.12.2028 zurückzuzahlen, mit möglicher vorzeitiger Rückzahlung. Die Verzinsung beträgt EURIBOR +5,5 %. Gemäß der Term and Facility Agreement führt ein negativer Euribor-Satz in keiner der Vereinbarungen zu einer Verringerung des Zinsaufwands. Beide Darlehen wurden an nahestehende Personen gewährt.

Wertminderungen im Geschäftsjahr

Auf das betreffende Darlehen an eine nahestehende Person wurde ein erwarteter Kreditverlust in Höhe von 5.456 TEUR gebucht. Weitere Informationen sind in Anhangangabe 29 enthalten. Im Geschäftsjahr waren keine weiteren Wertminderungen erforderlich.

18. Vorräte

In TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Vorräte 124 17
Gesamt 124 17

Die Vorräte bestehen im Wesentlichen aus Lizenzen für Studierende, Unterrichtsmaterialien sowie Vorräten für die Kantine. Der Anstieg im Geschäftsjahr resultiert im Wesentlichen aus dem Kauf von Lizenzen für Studierende.

Wertminderungen im Geschäftsjahr

Im Geschäftsjahr wurden keine Wertminderungen vorgenommen.

19. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

In TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 34.268 16.805
Wertminderungen: -6.535 -3.282
Gesamt 27.733 13.522

Der Anstieg der Wertminderungen ist im Wesentlichen dem Anstieg der Bruttobuchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zuzurechnen.

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zurechenbare Umsätze in Höhe von 2.375 TEUR (Vorjahr: 3.948 TEUR) enthalten, für die bis zum Ende der Periode noch keine Rechnung gestellt wurde.

Die Wertminderungen im Hinblick auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen ausschließlich gegenüber Kunden. Die Wertminderungen beziehen sich daher ausschließlich auf Forderungen aus Verträgen mit Kunden. Angaben zu ihrer Entwicklung sind Anhangangabe 29 zu entnehmen.

Die Wertberichtigung im Hinblick Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2021 wurde wie folgt ermittelt:

In TEUR Nicht fällig Mahnstufe 1 Mahnstufe 2 Mahnstufe 3 Inkasso Gesamt
Erwartete Verlustquote 1 % 5 % 10 % 21 % 66 %
Bruttobuchwert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 16.425 5.860 2.256 1.273 8.454 34.268
Wertberichtigung: 132 297 226 263 5.617 6.535

Die Wertberichtigung im Hinblick auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2020 wurde wie folgt ermittelt:

In TEUR Nicht fällig Mahnstufe 1 Mahnstufe 2 Mahnstufe 3 Inkasso Gesamt
Erwartete Verlustquote 1 % 5 % 10 % 20 % 85 %
Bruttobuchwert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.051 2.260 3.190 1.336 2.967 16.804
Wertberichtigung: 86 113 319 267 2.497 3.282

Die Ermittlung der Wertberichtigung für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen basiert auf der Anzahl der an die Studierenden verschickten Mahnungen. In der Mahnstufe 1 sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten, die maximal 60 Tage überfällig sind. In der nun Mahnstufe 2 sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten, die bis zu 90 Tage überfällig sind. In der Mahnstufe 3 sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten, die maximal 120 Tage überfällig sind. Anschließend werden die Forderungen an ein Inkassounternehmen übergeben.

Der Konzern nimmt an, dass das Ausfallrisiko eines finanziellen Vermögenswertes signifikant angestiegen ist, wenn er mehr als 30 Tage überfällig ist.

Im Vergleich zum Vorjahr wurden die jeweiligen Verlustquoten aktualisiert, um die tatsächliche Einbringung Erfüllung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen korrekt abzubilden.

20. Sonstige kurzfristige Forderungen und Vermögenswerte

In TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Sonstiges Vermögenswerte 2.271 1.503
- davon Finanzinstrumente 1.458 883
- davon keine Finanzinstrumente 813 620
Aktivische Abgrenzung 3.776 1.766
Forderungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen 329 307
Gesamt 6.376 3.576

Die Zuordnung zu den Finanzinstrumenten wurde angepasst und die Vorjahreszahlen entsprechend umgegliedert.

In den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten sind im Wesentlichen Forderungen aus Vorauszahlungen sowie Personalforderungen enthalten. Wertminderungen wurden nicht gebucht.

In der aktiven Rechnungsabgrenzung sind Aufwendungen für Lizenzen und Stellenanzeigen enthalten, die nach dem Abschlussstichtag entsprechend der vertraglichen Laufzeit aufgelöst werden.

Wertminderungen im Geschäftsjahr

Im Geschäftsjahr waren keine Wertminderungen erforderlich.

21. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Für die Zwecke der Konzernkapitalflussrechnung umfassen die Zahlungsmittel sowohl Kassenbestände als auch Guthaben auf Bankkonten. Die Zahlungsmittel am Ende des Geschäftsjahres, wie sie in der Konzernkapitalflussrechnung dargestellt werden, können auf die damit in Zusammenhang stehenden Posten in der Konzernbilanz wie folgt übergeleitet werden:

In TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Bankbestände 10.502 9.619
Barbestände 2 23
Gesamt 10.504 9.642

22. Anteilsbasierte Vergütungsvereinbarungen

Beschreibung des anteilsbasierten Vergütungsplans I (Belegschaftsanteilsprogramm)

Im Rahmen des Erwerbs der IU Group NV (vormals Career Partner GmbH) wurden am 04.04.2018 Mitarbeitern der IU-Gruppe Anteile an einer Managementbeteiligungsgesellschaft gewährt, wodurch sie eine mittelbare Beteiligung an der IU Group NV erhalten. 2021 wurden die verbliebenen Anteile an der Oakley CP Warehouse GmbH an bereits teilnehmende Personen ausgegeben. Die Mitarbeiter entrichten als Gegenleistung für die Anteilsgewährung einen auf Basis der Oakley Fonds Bewertung nach der Multiplikator-Methode festgelegten Kaufpreis. Im Rahmen des Jahresabschlusses wurde nach den Grundsätzen von IFRS 2 auf Basis eines Black-Scholes-Merton-Modells ein über diesem Wert liegender Zeitwert ermittelt. Die Teilnehmer des Programms halten zum 31. Dezember 2021 100 % (Vorjahr: 99,8 %) der Anteile an der Managementbeteiligungsgesellschaft CPG Co-Investment I GmbH & Co. KG. CPG Co-Investment I GmbH & Co. KG hält 66,71 % (Vorjahr: 12,26 %) der Anteile an der IU Group NV (siehe Anhangangabe 23).

Die gewährten Anteile umfassen folgende Anteilsklassen:

Stammanteile: Die Stammanteile werden bei Ausschüttungen oder Liquidationsausschüttungen nachrangig nach der Bezahlung von Aufwendungen, der Tilgung von Darlehen inklusive aufgelaufene Zinsen und der Vergütung der Vorzugsanteile (siehe nachfolgend) bedient. Dafür erhalten die Inhaber von Stammanteilen ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung.

Vorzugsanteile: Vorzugsanteile erhalten eine Vorabvergütung von 10 % (kumulativ) auf das eingesetzte Kapital, dahingegen erhalten Inhaber dieser Anteile kein Stimmrecht.

Die Mitarbeiter haben jeweils unterschiedlich zusammengesetzte Pakete aus Stamm nach den Anforderungen des Plans muss ein Mitarbeiter - und Vorzugsanteilen erhalten.

Nach den Anforderungen des Plans muss ein Mitarbeiter eine Mindestdauer von sieben Jahren im Konzern verbleiben, um vollständig an einer etwaigen Wertsteigerung der gewährten Anteile zu partizipieren. Verlässt er den Konzern vorzeitig, so hat der Mehrheitsanteilseigner das Recht, die gewährten Anteile zum Nennwert oder zum niedrigeren beizulegen den Zeitwert zurück zu erwerben.

Im Falle eines vor Ablauf dieser Mindestdauer erfolgten Verkaufs der Mehrheit der Anteile oder eines Börsengangs der IU Group NV ("Exit") entfällt diese Bedingung. Die Geschäftsführung der IU Group NV schätzt einen Verkauf als wahrscheinlich ein. Im Falle eines vorzeitigen Verkaufs der Gesellschaft oder einer oder mehrerer Konzerngesellschaften gibt es Tag-Along-Right bzw. Drag-Along-Rights, die dem Investor Möglichkeit einräumen, die Manager zu verpflichten, ihre Anteile zu gleichen Bedingungen zu verkaufen, bzw. den Managern die Möglichkeit geben, den Investor zu verpflichten, ihre Anteile zu gleichen Bedingungen zu verkaufen.

Die IU Group NV trifft keine Ausgleichsverpflichtung aus dem Belegschaftsanteilsprogramm, sodass der anteilsbasierte Vergütungsplan einen Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente widerspiegelt.

Im Geschäftsjahr 2021 ist ein Periodenaufwand durch anteilsbasierte Vergütungsvereinbarungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente in Höhe von TEUR 1.715 erfasst (Vorjahr: 1.726 TEUR) erfasst worden.

Ermittlung des beizulegender Zeitwerts des Programms

Der beizulegende Zeitwert der im Geschäftsjahr 2021 neu gewährten Vorteile (als Differenz des Zeitwertes der Anteile abzüglich Kaufpreis) beträgt 4.937 TEUR. Der Zeitwert wurde unter Zugrundelegung eines Black-Scholes-Merton-Modells ermittelt, wobei alle Ansprüche auf das Konzernvermögen (verzinsliche Verbindlichkeiten, Stammanteile und Vorzugsanteile) als Kombinationen von (Call- und Put-) Optionen bzw. Anleihen modelliert werden können.

Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes wurden Dienstbedingungen und marktunabhängige Leistungsbedingungen nicht einbezogen.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes erfolgte unter Zugrundelegung der folgenden wesentlichen Parameter:

Erwartete Volatilität: 40%;

Erwartete Laufzeit: 1,5 Jahre;

Erwartete Dividenden: 0%;

Risikoloser Zinssatz (basierend auf Staatsanleihen): -0,66 %

Die erwartete Volatilität basiert auf einer Analyse der historischen Volatilität von Aktienkursen einer Gruppe vergleichbarer börsennotierter Unternehmen. Die erwartete Laufzeit basiert auf Einschätzungen der Geschäftsführung.

Beschreibung des anteilsbasierten Vergütungsplans II

Bei der Kapitalerhöhung im Dezember 2021 wurde eine neue Anteilsklasse mit folgenden Auszahlungsmerkmalen angeboten. Sowohl bereits teilnehmende als auch neue Anteilseigner kauften diese Anteile zu einem Preis, der auf einer externen Bewertung basierte. Zum 31.12.2021 hält die Managementbeteiligungsgesellschaft CPG Co-Investment ii GmbH & Co. KG hält 7,21 % (Vorjahr: 0 %) der Anteile an der IU Group NV (siehe Anhangangabe 23).

Personen, die das neue anteilsbasierte Vergütungsprogramm zeichnen, nehmen nur im Falle eines Exits und nur dann teil, wenn eine Rendite von 13,5X erzielt wird. X entspricht hier dem ursprünglichen Investitionsbetrag. Scheidet ein Teilnehmer aus dem Konzern aus, erhält er den niedrigeren Betrag zwischen dem ursprünglichen Investitionsbetrag und dem beizulegenden Zeitwert bei seinem Ausscheiden.

Im Geschäftsjahr 2021 ist ein Periodenaufwand durch anteilsbasierten Vergütungsvereinbarungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente in Höhe von 28 TEUR erfasst worden.

Ermittlung des beizulegender Zeitwerts des Programms

Der beizulegende Zeitwert der im Geschäftsjahr 2021 neu gewährten Vorteile (als Differenz des Zeitwertes der Anteile abzüglich Kaufpreis) beträgt 28 TEUR. Der Zeitwert wurde unter Zugrundelegung eines Black-Scholes-Merton-Modells ermittelt, wobei alle Ansprüche auf das Konzernvermögen (verzinsliche Verbindlichkeiten, Stammanteile und Vorzugsanteile) als Kombinationen von (Call- und Put-) Optionen bzw. Anleihen modelliert werden können.

Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes wurden Dienstbedingungen und marktunabhängige Leistungsbedingungen nicht einbezogen.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes erfolgte unter Zugrundelegung der folgenden wesentlichen Parameter:

Erwartete Volatilität: 40%;

Erwartete Laufzeit: 1,5 Jahre;

Erwartete Dividenden: 0%;

Risikoloser Zinssatz (basierend auf Staatsanleihen): -0,66 %

Die erwartete Volatilität basiert auf einer Analyse der historischen Volatilität von Aktienkursen einer Gruppe vergleichbarer börsennotierter Unternehmen. Die erwartete Laufzeit basiert auf Einschätzungen der Geschäftsführung.

23. Eigenkapital

Im Geschäftsjahr wurden eigene Anteile von der Oakley CP Holdings Ltd zu einem Kaufpreis von 114.583 TEUR zurückerworben. Außerdem wurden eigene Anteile von der CPG Co-Investment I GmbH & Co. KG zu einem Kaufpreis von 27.526 TEUR zurückerworben, wovon 11.088 TEUR als Upstream-Darlehen gewährt wurden (siehe Anhangangabe 26). Aufgrund des Rückkaufs eigener Anteile wurde vom gezeichneten Kapital ein Betrag in Höhe von 12.013 TEUR abgezogen und der übersteigende Betrag als negativer Betrag unter "Übrige Rücklagen für den Nennbetrag übersteigende eigene Anteile" ausgewiesen. Der Nennwert des gezeichneten Kapitals pro Anteil beträgt 1 Euro.

Im Rahmen der grenzüberschreitenden Umwandlung von GmbH in NV im Laufe des Jahres blieben die Anzahl der Anteile mit einem Nennwert von 1 EUR und die unterschiedlichen Merkmale der Anteile (Anteile der Klasse A und Anteile der Klasse B) unverändert.

Im Dezember 2021 stimmte die außerordentliche Hauptversammlung einer Kapitalerhöhung durch Ausgabe von 151.530 neuen Anteilen (Anteile der Klasse C) zu, die vollständig von der CPG Co-Investment II GmbH & Co. KG erworben wurden.

Diese 151.530 neuen Anteile haben einen Nennwert von 1 EUR je Aktie und wurden zu einem Preis von insgesamt 649 TEUR einschließlich eines Ausgabeaufschlags von 497 TEUR ausgegeben, so dass der Ausgabepreis für jeden neuen Anteil 4,28 EUR beträgt. Die neuen Anteile wurden im Rahmen des kürzlich eingeführten anteilsbasierten Vergütungsprogramms ausgegeben (siehe Anhangangabe 22).

Zum 31.12.2021 ergab sich eine Erhöhung der Kapitalrücklage in Höhe von 1.743 TEUR (Vorjahr: 1.726 TEUR) im Zusammenhang mit den anteilsbasierten Vergütungsprogrammen.

Der Jahresfehlbetrag aus dem Geschäftsjahres 2020 in Höhe von 4.554 TEUR ist, ebenso wie der Jahresfehlbetrag zum 31.12.2021 in Höhe von 18.184 TEUR, im Bilanzverlust erfasst. Das sonstige Ergebnis aus der Neubewertung von Pensionsverpflichtungen in Höhe von 66 TEUR (Vorjahr: -100 TEUR) wird innerhalb der sonstigen Rücklagen ausgewiesen. Diese Entwicklungen sind in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.

Die voll eingezahlten Geschäftsanteile setzen sich wie folgt zusammen:

Anzahl (entspricht in TEUR) 01.01.2021 Erwerbe eigene Anteile Ausgabe von Anteilen Anzahl (entspricht in TEUR) 1.12.2021
Stammgeschäftsanteile ("Anteile der Klasse A") 980 -281 0 699
Vorzugsgeschäftsanteile ("Anteile der Klasse B") 12.982 -11.732 0 1.250
Vorzugsgeschäftsanteile ("Anteile der Klasse C") 0 0 151 152
Gesamt 13.962 -12.013 151 2.100
Unmittelbar gehaltene Anteile am gezeichneten Kapital
Oakley CP Holdings Ltd 87,74% 26,08%
CPG Co-Investment I GmbH & Co. KG 12,26% 66,71%
CPG Co-Investment II GmbH & Co. KG 0,00% 7,21%

Die Inhaber von Anteilen der Klasse B erhalten eine Vorzugsdividende von 10 % p.a. der von ihnen auf den jeweiligen Geschäftsanteil geleisteten Gesamteinlage. Die Gesamteinlage umfasst neben dem Betrag, der als Stammeinlage eingezahlt wurde (also dem Nennwert des jeweiligen Geschäftsanteils) auch sonstige aufgrund eines Gesellschafterbeschlusses in Bezug auf den Geschäftsanteil getätigte Zuzahlungen in die Kapitalrücklagen der Gesellschaft, nicht jedoch keine Gesellschafterdarlehen. Basis für eine Dividende ist immer ein Gesellschafterbeschluss und es erfolgt nur eine Verteilung, wenn ein Gewinne erwirtschaftet wurde.

Die Inhaber von Anteilen der Klasse C haben ein Stimmrecht in der Jahreshauptversammlung und ein Vertreter der mittelbar Begünstigten (in der Regel der CEO) hat das Recht, Kandidaten für ein Aufsichtsratsmandat vorzuschlagen, während den Inhabern von Anteilen der Klasse C gegenüber den Inhabern von Anteilen der Klassen A und B ein Vorzugsrecht auf eine Dividendenausschüttung und eine Liquidationspräferenz im Falle einer Liquidation zusteht.

Ein nach Zahlung der Vorzugsdividende verbleibender Gewinn ist an die Inhaber der Stammgeschäftsanteile im Verhältnis der Nennbetrag der Stammgeschäftsanteile zueinander auszuzahlen. Die Vorzugsgeschäftsanteile berechtigen über die Zahlung der Vorzugsdividende hinaus nicht zur Teilhabe am Gewinn der Gesellschaft.

24. Leasingverbindlichkeiten

Der Konzern mietet Gebäude, Pkw und sonstige Vermögenswerte (Drucker, Kopierer usw.). Diese werden aufgrund der Anwendung des IFRS 16 im Geschäftsjahr 2021 als Nutzungswerte und die daraus resultierenden Leasingverbindlichkeiten ebenfalls ausgewiesen.

Mindestleasingzahlung Buchwert
In TEUR 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020
Innerhalb eines Jahres 11.555 10.070 5.463 4.709
Ein bis fünf Jahre 37.328 34.451 28.420 25.604
Mehr als fünf Jahre 26.311 26.991 22.982 23.153
Gesamt 75.194 71.512 56.865 53.466
In TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Im Konzernabschluss ausgewiesen als
Kurzfristige Verbindlichkeiten 5.463 4.709
Langfristige Verbindlichkeiten 51.402 48.757
Gesamt 56.865 53.466

Als Reaktion auf die erheblichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie im vergangenen Geschäftsjahr verhandelte der Konzern mit einigen seiner Vermieter Mietkonzessionen für Studienstandorte. Der im Geschäftsjahr ertragswirksam erfasste Betrag, der die Änderung der Leasingzahlungen im Zusammenhang mit Mietzugeständnissen widerspiegelt, für die der Konzern den praktischen Behelf für die Covid-19-bedingten Mietkonzessionen angewandt hat, beträgt 603 TEUR (Vorjahr: 356 TEUR).

Die Leasingverbindlichkeiten haben sich wie folgt entwickelt:

In TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Leasingverbindlichkeiten zum 1.1. 53.466 34.944
Zahlungswirksame Veränderungen
- Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -7.180 -5.752
- Zinszahlungen auf Leasingverbindlichkeiten -3.351 -2.678
Nicht zahlungswirksame Veränderungen 13.930 26.952
Leasingverbindlichkeiten zum 31.12. 56.865 53.466

Die nicht zahlungswirksamen Veränderungen resultieren im Wesentlichen aus den neu geschlossenen Leasingverträgen sowie Aufzinsungseffekten. Zur Überleitungstabelle für die Finanzverbindlichkeiten siehe Anhangangabe 26.

25. Pensionsrückstellungen

Der Konzern unterhält eine Pensionsverpflichtung gegenüber einem ehemaligen Mitarbeiter.

Die jährliche Pensionszahlung beträgt 38 % des 2,2-fachen Jahresgehalts nach Tarifgruppe 6, höchstes Berufsjahr, des Tarifvertrags für das private Bankgewerbe in der jeweiligen Fassung (Bemessungsgrundlage). Das Ruhegehalt erhöht sich für jedes der ersten zehn nach dem 14.10.1996 vollendeten Dienstjahre um 2%. Für jedes weitere vollendete Dienstjahr erhöht sich das Ruhegehalt um 1% auf höchstens 75% der Bemessungsgrundlage. Die Zahlung des Ruhegehalts erfolgt in monatlichen Teilbeträgen.

Das Ruhegehalt erhöht sich in demselben prozentualen Verhältnis, wie sich die Bemessungsgrundlage ändert. Sollte eine Neuordnung der der Bemessungsgrundlage zugrundeliegenden Tarifgruppen erfolgen, tritt an die Stelle der Tarifgruppe 6 die dann entsprechenden Gruppe mit der höchsten Anzahl an Berufsjahren.

Auf das Ruhegehalt werden Leistungen aus anderen Versorgungszusagen angerechnet. Die Anrechnung entfällt, soweit die Versorgungsleistungen aus einer mit dem Mitarbeiter abgeschlossenen Entgeltumwandlungsvereinbarung oder aus eigenen Beiträgen des Mitarbeiters resultieren. Die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden zur Hälfte auf das Ruhegehalt angerechnet. Besteht eine befreiende Lebensversicherung, wird eine fiktive Rente errechnet und zur Hälfte auf das Ruhegehalt angerechnet.

Erhält der Mitarbeiter mit Beginn der gesetzlichen Rentenzahlung vom Unternehmen ein Treuegeld, ruhen die Ansprüche aus der betrieblichen Altersversorgung (Versorgungszusage) für den der Bemessung dieser Leistung entsprechenden Zeitraum.

Beim Ableben des Mitarbeiters gewährt das Unternehmen eine Witwenrente in Höhe von 60 % des Ruhegehalts; gegebenenfalls werden zusätzliche Erziehungsbeihilfen oder eine Waisenrente.

Hat der Mitarbeiter bei seinem Ableben bereits Ruhegehalt bezogen, so wird das Ruhegehallt für den Todesmonat und für die drei darauffolgenden Monate anstelle der Witwenrente und einer Erziehungsbeihilfe an die Hinterbliebenen weiterbezahlt.

Der Mitarbeiter ist am 30.09.2012 aus dem Tochterunternehmen ausgeschieden.

In TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Höhe der Pensionsverpflichtung 1.304 1.377

Die versicherungsmathematische Bewertung der Pensionsverpflichtungen zum 31.12.2021 wurde von einen unabhängigen Versicherungsmathematiker durchgeführt.

Die leistungsorientierte Versorgungsplan setzen sich wie folgt zusammen:

In TEUR 2021 2020
Zum 01.01. 1.377 1.265
Ausgezahlte Leistungen -15 0
Zinsaufwand 8 13
Gewinne und Verlusts aus Neubewertung: -66 100
- davon versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus der Änderung der finanziellen Annahmen -82 98
- davon versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 0 0
Aus der Änderung demografischer Annahmen
- davon versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen 16 2
Leistungsorientierte Verpflichtung zum 31.12. 1.304 1.377

Im Hinblick auf die Pensionsrückstellungen werden folgende Beträge in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

In TEUR 2021 2020
Nettozinsaufwand 8 13
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Komponenten der leistungsorientierten Kosten 8 13
versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus Änderung der finanziellen Annahmen -82 98
versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus Änderung demografischer Annahmen 0 0
versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen 16 2
Im sonstigen Ergebnis erfasste Komponente der leistungsorientierten Kosten -66 100
Gesamt -58 113

Versicherungsmathematische Annahmen

Im Folgenden sind die wichtigsten, zum Abschlussstichtag verwendeten versicherungsmathematischen Annahmen (in Form von gewichteten Durchschnittswerten in Prozent) aufgeführt.

Der Bewertung der Pensionsrückstellungen liegen folgende Annahmen zugrunde:

31.12.2021 31.12.2020
- -
Rechnungszins p.a. 0,95% 0,60%
Rententrend p.a. 1,50% 1,50%
Biometrische Rechnungsgrundlagen gem. Heubeck-Richttafeln 2018 G
Rechnerisches Pensionsalter = Vollendung des 60. Lebensjahres

Ab 31. Dezember 2021 beträgt die Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung 17,4 Jahre (Vorjahr: 18,9 Jahre). Die voraussichtliche Fälligkeit der nicht diskontierten Pensionsleistungen beträgt 46 TEUR (Vorjahr: 16 TEUR) in einem Zeitraum bis zu einem Jahr, 172 TEUR (Vorjahr: 186 TEUR), in einem Zeitraum von einem bis fünf Jahren und 209 TEUR (Vorjahr: 206 TEUR) in einem Zeitraum von sechs bis 10 Jahren. Die verbleibenden Beträge sind erst nach mehr als 10 Jahren fällig.

Sensitivitätsanalyse

Bei Konstanthaltung der anderen Annahmen hätten die bei vernünftiger Betrachtungsweise am Abschlussstichtag möglich gewesenen Veränderungen bei einer der maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen die leistungsorientierte Verpflichtung mit den nachstehenden Beträgen beeinflusst.

Veränderung der Leistungsorientierten Verpflichtung auf:
Veränderung der finanziellen Annahmen: Rechnungszins p.a. -0,50% 1.424 TEUR
Veränderung der finanziellen Annahmen: (Rechnungszins p.a.) 0,50% 1.199 TEUR

Obwohl die Analyse die vollständige Verteilung der nach dem Plan erwarteten Cashflow nicht berücksichtigt, liefert sie einen Näherungswert für die Sensitivität der dargestellten Annahmen.

26. Finanzverbindlichkeiten

Im Rahmen des Kapitalmanagements besteht die unternehmerische Zielsetzung der IU-Gruppe neben der Sicherstellung der Unternehmensfortführung in der langfristigen Steigerung des Unternehmenswertes. Durch neue und verbesserte Produkte und Dienstleistungen sollen die Studierendenzahlen jährlich erhöht werden. Dieses Wachstum soll zu einem stetigen Anstieg von EBITDA (Nettogewinn plus Zinsen, Steuern und Abschreibungen) und Cashflows führen. Die Entwicklung von Intake (neue Studierende), Drop-out (Studienabbrecher), Studentenpopulation, EBITDA, Cashflows und Net Leverage Ratio der IU-Gruppe werden regelmäßig von der Geschäftsführung der IU-Gruppe überwacht.

Als Nebenbedingung des Wachstums muss der Konzern sicherstellen, dass er seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen kann und dass die finanziellen Kennzahlen (Covenants) aus den Kreditverträgen eingehalten werden.

Der Konzern betreibt keinerlei Sicherungsaktivitäten ("Hedging").

Die Finanzverbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

In TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Übersicht - zu fortgeführten Anschaffungskosten
Kredite von: 11.088 4.706
- nahestehenden Unternehmen oder Personen 500.101 170.093
- sonstigen Unternehmen -10.727 -3.727
Finanztransaktionskosten 2.545 2.805
Aufgelaufene Zinszahlungen
Gesamt 503.007 173.877
Kurzfristig 357 1.887
Langfristig 502.650 171.990
Gesamt 503.007 173.877

Die Finanzverbindlichkeiten haben sich wie folgt entwickelt:

In TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Finanzverbindlichkeiten zum 01.01. 173.877 170.635
Zahlungswirksame Veränderungen
- Tilgung langfristiger Finanzschulden -314.706 -68.913
- Zinszahlungen -17.462 -6.984
- Aufnahme langfristiger Finanzschulden 624.990 68.700
- Aufnahme kurzfristiger Finanzschulden 7 94
Nicht zahlungswirksame Veränderungen
- Aufnahme langfristiger Finanzschulden 11.088 0
- Zinszahlungen 17.202 10.051
- Veränderung Transaktionskosten 8.011 294
Finanzverbindlichkeiten zum 31.12. 503.007 173.877

Die Zuordnung zu den Finanzverbindlichkeiten wurde angepasst und die Vorjahreszahlen entsprechend umgegliedert.

Zur Überleitungstabelle für die Leasingverbindlichkeiten siehe Anhangangabe 24.

Im Geschäftsjahr wurde ein Darlehen vom 01.05.2018 eines verbundenen Unternehmens an die IU-Gruppe mit einer Verzinsung von 10 % für das Geschäftsjahr vollständig getilgt (Vorjahr: 4.706 TEUR ).

Des Weiteren wurde am 08.01.2018 eine Vereinbarung über die Fremdfinanzierung des Konzern im Rahmen eines "Term and Revolving Facilities Agreement" geschlossen, die in der Folgezeit durch verschiedene Nachträge erweitert wurde. Im Berichtsjahr wurden zwei weitere Tranchen über 14.000 TEUR bzw. 126.000 TEUR aufgenommen. Das Darlehen wurde im Dezember 2021 vollständig getilgt (Vorjahr: 170.000 TEUR).

Daneben hat der Konzern ein neues Darlehen in Höhe von 500.000 TEUR (Fazilität B) aufgenommen, das inklusive Zinsen am 12.08.2028 rückzahlbar ist. Der Zinssatz beträgt EURIBOR plus 5 %. Gemäß dem Term and Revolving Facilities Agreement führt ein negativer EURIBOR-Zinssatz nicht zu einer Reduzierung der Zinslast. Die IU-Gruppe wendet die Effektivzinsmethode an. Die effektiven Zinskosten im Geschäftsjahr betragen 1.682 TEUR. Für dieses Darlehen ist die IU-Gruppe verpflichtet, eine Finanzkennzahl einzuhalten. Die wichtigste Kennzahl des Covenants ist die "Net leverage ratio". Sie errechnet sich, indem man die Finanzverschuldung durch das geschätzte finanzielle EBITDA-Ergebnis (Run Rate) teilt. Zum 31.12.2021 hat die IU-Gruppe die vereinbarte Finanzkennzahl erfüllt.

Darüber hinaus hat der Verkäufer der Anteile im Geschäftsjahr ein Darlehen in Höhe von 11.088 TEUR mit einem Zinssatz von 10 % zur Finanzierung des Erwerbs eigener Anteile (siehe Erläuterung 23) der CPG Co-Investment I GmbH & Co. KG gewährt.

Insgesamt bestanden zum Ende des Geschäftsjahres folgende Darlehen:

31.12.2021 31.12.2020
Summe Fälligkeit Zinssatz Summe Fälligkeit
TEUR TEUR Zinssatz
Fazilität B 500.000 2028 EURIBOR + 5,0% 0 - -
Darlehen von nahestehenden Personen 11.088 2023 10 % 4.706 2026 10 %
Laufzeit-Fazilitäten 0 - - 165.000 2025 EURIBOR + 5,25% - 5,50%
Super Senior Term Facility 0 - - 5.000 2023 EURIBOR + 2,75% - 3,25%
Sonstige 101 2022 - 94 2021 -
Zinsen 2.545 - - 2.805 - -
Transaktionskosten (saldiert) -10.727 - - -3.727 - -
503.007 173.877

27. Sonstige Rückstellungen

Die Entwicklung der sonstigen Rückstellungen ist der folgenden Übersicht über die Entwicklung der Rückstellungen zu entnehmen:

In TEUR 01.01.2021 Verbrauch Auflösung Zugänge 31.12.2021
Leistungen an Arbeitnehmer 4.749 4.749 146 7.398 7.251
Sonstige Rückstellungen 1.745 386 0 2.237 3.596
Gesamt 6.494 5.135 146 9.635 10.847
In TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Langfristig 1.705 649
Kurzfristig 9.143 5.845
Gesamt 10.847 6.494

Die Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer umfassen rückständige Urlaubsansprüche, Abfindungen und Bonusansprüche. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten vor allem erwartete Umsatzsteuernachzahlungen aufgrund von Steuerprüfungen.

Die kurzfristige Rückstellungen führen im Geschäftsjahr 2022 zu entsprechenden Auszahlungen.

28. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

In TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.553 5.067
Sonstige Verbindlichkeiten 25.814 16.652
- davon Finanzinstrumente 16.939 12.494
- davon keine Finanzinstrumente 8.875 4.158
Gesamt 29.367 21.719

Die in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Finanzinstrumente beinhalten im Wesentlichen ausstehende Rechnungen, kreditorische Debitoren, Kosten für das Semesterticket und Kautionen. Der Anstieg fällt mit dem Anstieg anderer Kosten zusammen und ist hauptsächlich auf einen Anstieg der Beratungskosten und Marketinginitiativen zurückzuführen, um mehr Studierende zu gewinnen.

Der nicht zu den Finanzinstrumenten zählende Betrag enthält vor allem Steuer- und Gehaltsverbindlichkeiten sowie Guthaben der Studierenden auf Wertkarten.

29. Finanzinstrumente und Finanzrisikomanagement

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Klassifizierungskategorien nach IFRS 9 und leitet die Buchwerte auf die Zeitwerte über:

Zeitwerte von Finanzinstrumenten nach Klassen und Bewertungskategorien

In TEUR Stufe Fair-Value-Hierarchie Buchwert 31.12.2021 Zeitwert 31.12.2021 Buchwert 31.12.2020 Zeitwert 31.12.2020
Aktiva
Langfristige finanzielle Vermögenswerte Fortgeführte Anschaffungskosten 3 176.143 176.143 4.823 4.823
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Fortgeführte Anschaffungskosten 3 27.733 27.733 13.522 13.522
Kurzfristige sonstige Vermögenswerte Fortgeführte Anschaffungskosten 3 1.787 1.787 1.190 1.190
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Fortgeführte Anschaffungskosten 1 10.504 10.504 9.642 9.642
Gesamt 216.167 216.167 29.177 29.177
Passiva
Langfristige Finanzschulden Fortgeführte Anschaffungskosten 3 502.650 511.679 171.990 172.722
Langfristige Leasingverbindlichkeiten Fortgeführte Anschaffungskosten 51.402 48.757
Kurzfristige Finanzschulden Fortgeführte Anschaffungskosten 3 357 357 1.887 1.887
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten Fortgeführte Anschaffungskosten 5.463 4.709
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten Fortgeführte Anschaffungskosten 3 20.492 20.492 17.561 17.561
Gesamt 580.364 532.528 244.904 192.170

Die Zuordnung zu den Finanzinstrumenten wurde angepasst und die Vorjahreszahlen entsprechend umgegliedert.

Soweit Umgliederungen in andere Stufen der Bewertungshierarchie erforderlich sind, werden diese zum Ende des Geschäftsjahres, in dem das Ereignis eintritt, das die Umgliederung erforderlich macht, vorgenommen. Im aktuellen Geschäftsjahr lagen keine Umgliederungen vor.

Bei den langfristigen und kurzfristigen Vermögenswerte handelt es sich hauptsächlich um zwei Darlehen an nahestehende Personen (siehe Anhangangabe 17). Die beizulegenden Zeitwerte der langfristigen Finanzschulden beruhen auf den abgezinsten Cashflows unter Anwendung des aktuellen Marktzinssatzes für derartige Finanzschulden. Sie werden aufgrund der Verwendung nicht beobachtbarer Inputfaktoren in Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie eingeordnet.

Bei den langfristigen sonstigen Vermögenswerten handelt es sich um Mietkautionen und Forderungen aus Finanzierungsleasing Verhältnissen, deren Zeitwert näherungsweise dem Buchwert entspricht.

Bei den kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie den liquiden Mitteln entsprechen die Buchwerte aufgrund der kurzen Restlaufzeit näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Die kurzfristigen sonstigen Vermögenswerte sind nicht verzinslich. Demnach entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert (siehe Anhangangabe 17).

Die beizulegende Zeitwerte der langfristigen Finanzschulden beruhen auf den abgezinsten Cashflows, unter Anwendung des aktuellen Marktzinssatzes für derartige Finanzschulden. Sie werden aufgrund der Verwendung nicht beobachtbarer Inputfaktoren, einschließlich des eigenen Ausfallrisikos, in der Zeitwerthierarchie in die beizulegenden Zeitwerte der Stufe 3 eingeordnet.

Langfristige Finanzschulden bestehen im Wesentlichen aus einem Darlehen eines externen Kreditgebers (siehe Anhangangabe 26). Bei diesen langfristigen Finanzschulden weicht der beizulegende Zeitwerte von den Buchwert ab. Die beizulegenden Zeitwerte beruhen auf den abgezinsten Cashflows, unter Anwendung des aktuellen Marktzinssatzes für derartige Finanzschulden. Sie werden aufgrund der Verwendung von nicht beobachtbaren Inputfaktoren, einschließlich des eigenen Ausfallrisikos, in der Zeitwerthierarchie in die beizulegende Zeitwerte der Stufe 3 eingeordnet.

Nettoergebnis

Die im folgenden dargestellten Nettogewinne und Nettoverluste aus Finanzinstrumenten umfasse Bewertungsergebnisse, das Fortschreiben von Agien oder Disagien, das Erfassen und das Stornieren von Aufwendungen aus Wertminderungen sowie Zinsen und alle sonstigen Ergebnisauswirkungen aus Finanzinstrumenten.

Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 2021 2020
In TEUR
- Rückstellung für Verluste -9.625 -1.606
- Zinsen 203 267
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
- Zinsen -28.566 -13.751
- Gebühren -1 -943

Marktrisiken

Die Finanzierung des Konzerns erfolgt überwiegend durch langfristige Darlehen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die sich hieraus ergebenden Risiken umfassen Marktrisiken, insbesondere Kreditrisiken, Zinsänderungsrisiken und Währungsrisiken sowie Liquiditätsrisiken, die laufend überwacht werden.

Im Folgenden werden die Verfahren zur Steuerung der einzelnen Risikoarten dargestellt.

Kreditrisiko

Der Konzern ist im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit mit Dritten grundsätzlich einem weltweiten Ausfallrisiko ausgesetzt, das sich hauptsächlich aus dem operativen Geschäft ergibt. Dieses Risiko resultiert aus der möglichen Nichterfüllung einer Vertragspartei.

Kreditrisiken unterliegen im Wesentlichen die flüssigen Mittel sowie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Leasingforderungen und Mietkautionen.

Der Konzern schließt Geschäfte ausschließlich mit kreditwürdigen Banken ab. Kreditrisikokonzentrationen im Bereich der Forderungen liegen aufgrund des Geschäftsmodells in der Regel nicht vor.

Das maximale Kreditrisiko bei Ausfall eines Kontrahenten entspricht dem Buchwert dieser Instrumente.

Die Buchwerte der nachfolgenden Finanzinstrumente geben das maximale Kreditrisiko wider. Zum Bilanzstichtag betrug das maximale Risiko:

Buchwert von Finanzinstrumenten in TEUR 2021 2020
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 27.733 13.522
Sonstiges Vermögenswerte 177.930 6.013
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 10.504 9.642

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet die IU-Gruppe den sogenannten "Simplified Approach" an und erfasst bereits bei Zugang die über die gesamte Restlaufzeit erwarteten Kreditverluste. Die IU-Gruppe ermittelt die erwarteten Kreditausfälle im Rahmen des "Simplified Approach" gegliedert nach Risikogruppen unter Berücksichtigung von historischen Ausfallraten. Die Zuordnung zu den jeweiligen Risikogruppen erfolgt auf Basis gemeinsamer Kreditrisikomerkmale. Dies sind für die IU-Gruppe Forderungen aus Präsenzkursen, Forderungen aus Online-Kursen sowie sonstige Forderungen. Auf Basis historischer Ausfalldaten des letzten Geschäftsjahres und unter Berücksichtigung von zukunftsorientierten makroökonomischen Indikatoren werden Risikocluster spezifische Ausfallraten ermittelt. Der Konzern hat das Bruttoinlandsprodukt und die Arbeitslosenquote als relevanteste Faktoren identifiziert und passt die historischen Verlustquoten aufgrund der erwarteten Veränderungen bei diesen Faktoren an.

Eine Wertberichtigung auf individueller Basis erfolgt im "Simplified Approach", wenn eines oder mehrere Ereignisse mit nachteiliger Auswirkung auf die Bonität des Schuldners eingetreten sind. Bei diesen Ereignissen handelt es sich u. a. um Zahlungsverzögerungen, eine drohende Insolvenz oder Zugeständnisse des Schuldners aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden direkt abgeschrieben, wenn ihre Realisierbarkeit nicht mehr hinreichend erwartet wird. Dies ist u. a. der Fall, wenn Zahlungsunfähigkeit des Schuldners festgestellt wird.

Die nachfolgende Tabelle enthält Informationen über das Ausfallrisiko und die erwarteten Kreditverluste (Expected Credit Losses) für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31.12.2021:

2021 Brutto Forderung Expected Credit Loss Ausfallrate Buchwert
in TEUR in TEUR in Prozent in TEUR
Forderungen - Präsenzkurse 6.656 2.612 39,24 4.044
Forderungen - Online- Kurse 27.567 3.923 14,23 % 23.644
Sonstige 45 0 0 % 45
Gesamt 34.268 6.535 27.733
2020 Brutto Forderung Expected Credit Loss Ausfallrate Buchwert
in TEUR in TEUR In Prozent in TEUR
Forderungen - Präsenzkurse 6.407 1.810 23,33 % 4.597
Forderungen - Online-Kurse 10.290 1.427 13,87 % 8.863
Sonstige 108 45 41,67 % 63
Gesamt 16.805 3.282 13.523

Das Unternehmen berücksichtigt die Ausfallwahrscheinlichkeit zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes von Vermögenswerten und das Vorliegen einer signifikanten Erhöhung des Ausfallsrisikos während aller Berichtsperioden. Um zu beurteilen, ob sich das Ausfallrisiko signifikant erhöht hat, vergleicht das Unternehmen das Ausfallrisiko im Hinblick auf den Vermögenswert am Abschlussstichtag mit dem Ausfallrisiko im Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes. Dabei werden verfügbare, angemessene und belastbare zukunftsorientierte Informationen berücksichtigt. Insbesondere werden hierzu Indikatoren wie interne und externe Bonitätsbewertungen sowie tatsächliche oder erwartete signifikante Änderungen der Ertragslage des Kreditnehmers.

Die sonstigen Vermögenswerte umfassen im Wesentlichen zwei neue Darlehen an nahestehende Personen (siehe Anhangangabe 17), Mietkautionen und Leasingforderungen. Am 8. Dezember 2021 und 14. Dezember 2021 wurden zwei weitere Darlehen mit einem Gesamtbuchwert von 175.283 TEUR an Gesellschafter gewährt. Dies sind die einzigen Finanzinstrumente im allgemeinen Kreditrisikoansatz für Finanzinstrumente (allgemeiner Ansatz) mit Wertminderung. Der Buchwert spiegelt das maximale Kreditrisiko wider. Für die bestehende Kreditrisikokonzentration stellen die Darlehen ein geringeres Risiko dar, da sie erst kurz vor dem Berichtszeitpunkt ausgehandelt und verlängert wurden.

Änderungen aufgrund zukunftsgerichteter Informationen zur Kreditqualität zum Abschlussstichtag sind daher nicht zu berücksichtigen und das Darlehen wird mit einem 12-Monats-Kreditrisiko bewertet. Zur Bestimmung der Ausfallwahrscheinlichkeit und Verlustquote wurde der Kreditnehmer geratet und das Kreditrisiko zum Abschlussstichtag mittels Credit Default Swaps ermittelt. Der Anstieg des Wertminderungsaufwands entspricht nach diesem Modell derzeit 5.456 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR).

Die Entwicklung der Wertberichtigungen in 2021 basierend auf dem erwarteten Kreditverlust für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Darlehen an nahestehende Personen ist der folgenden Übersicht zu entnehmen:

in TEUR 01-01-2021 Nutzung Zugänge 31.12.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.282 451 3.704 6.535
Darlehen an nahestehende Personen 0 0 5.456 5.456

Die Entwicklung der Wertberichtungen auf Basis der erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nachfolgend dargestellt:

in TEUR 01-01-2021 Nutzung Zugänge 31.12.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.449 785 1.618 3.282

Bei Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten handelt es sich um Bankguthaben. Die Bonität der Banken wird zudem regelmäßig überwacht.

Durch die kurze Anlagedauer und die gute Bonität der Banken weisen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ein geringes Ausfallrisiko auf. Es wurden daher zum 31.12.2021 keine wesentlichen Wertminderungen ermittelt.

Zinsänderungsrisiko

Der Konzern unterliegt Zinsänderungsrisiken aufgrund eines variabel verzinslichen Darlehens. Das Risikocontrolling überwacht fortlaufend das Zinsänderungsrisiko mit geeigneten Instrumenten und Methoden und berichtet regelmäßig der Geschäftsführung über die aktuellen Entwicklungen. Ziel der Risikostrategie ist es, die Risiken aus Zinsänderungen zu begrenzen bzw. zu eliminieren.

Das Darlehen gegenüber fremden Dritten unterliegt einer variablen Verzinsung, welche sich am 3-Monats-Euribor orientiert. Gemäß Kreditvertrag führt ein negativer Euribor-Zinssatz nicht zu einer Reduzierung der Zinslast.

Buchwert der originär verzinslichen Finanzinstrumente 2021 2020
in TEUR Festverzinslich/unverzinslich Variabel verzinslich Festverzinslich/unverzinslich Variabel verzinslich
Finanzverbindlichkeiten 11.088 491.919 4.706 169.171
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 20.492 0 17.561 0

Die Zinssensitivität stellt sich entsprechend wie folgt dar:

In TEUR Gewinn oder Verlust
Anstieg um 100 Basispunkte Rückgang um 100 Basispunkte
31.12.2021
Variabel verzinsliche Finanzinstrumente -5.000 0
31.12.2020
Variabel verzinsliche Finanzinstrumente -1.700 0

Währungsrisiko

Der Konzern ist keinen nennenswerten Währungsrisiken ausgesetzt.

Liquiditätsrisiko

Der Konzern überwacht laufend das Risiko möglicher Liquiditätsengpässe unter Berücksichtigung der voraussichtlichen Fälligkeiten der Finanzverbindlichkeiten sowie der erwarteten Cashflows aus der operativen Geschäftstätigkeit. Etwaigen Liquiditätsrisiken wird durch eine weitestgehend langfristige Finanzierung entgegengewirkt. Es erfolgt eine laufende Überwachung der kurzfristig fälligen Finanzierungsanteile mit den entsprechenden Unternehmensplanungen.

Die vertraglichen Zahlungsströme aus Leasingverbindlichkeiten können der Angabe 25 entnommen werden. Die vertraglichen Zahlungsströme aus weiteren Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:

Fälligkeiten vertraglicher Zahlungsströme aus Finanzverbindlichkeiten in TEUR

2021

Fälligkeiten vertraglicher Zahlungsströme aus Finanzverbindlichkeiten (ausgenommen Leasingverbindlichkeiten) Kredite von nahestehenden Personen Kredit von sonstigen Unternehmen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten Gesamt
<1 Jahre 0 25.020 20.492 45.512
1 bis 5 Jahre 12.751 100.080 0 112.831
>5 Jahre 0 550.020 0 550.020
Gesamt 12.751 675.120 20.492 708.363

2020

Fälligkeiten vertraglicher Zahlungsströme aus Finanzverbindlichkeiten (ausgenommen Leasingverbindlichkeiten) Kredite von nahestehenden Personen Kredite von sonstigen Unternehmen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten Gesamt
<1 Jahre 0 9.350 17.561 26.911
1 bis 5 Jahre 0 201.184 0 201.184
>5 Jahre 6.872 0 0 6.872
Gesamt 6.872 210.534 17.561 234.967

Sofern ein Kündigungsrecht besteht, wird der Zahlungsmittelabfluss bis zum frühestmöglichen Kündigungszeitpunkt berücksichtigt.

Das Darlehen von einer nahestehenden Person wurde nicht ausgezahlt, da es zur teilweisen Finanzierung des Rückkaufs eigener Anteile verwendet wurde (siehe Angabe 23).

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 29.367 TEUR (Vorjahr: 21.719 TEUR) sind nicht zahlungswirksame Verbindlichkeiten aus Guthaben von Studierenden in Höhe von 1.910 TEUR (Vorjahr: 1.028 TEUR) enthalten, die keine Finanzinstrumente darstellen. Entsprechend weicht der Zahlungsmittelabfluss der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen vom Buchwert der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ab.

Hinsichtlich der Fälligkeiten der Leasingverbindlichkeiten wird auf Angabe 24 verwiesen.

Das Mutterunternehmen IU Group NV und IU Finance Management als Darlehensnehmer haben das Bankkonto der IU Finance Management (25 TEUR) sowie Anteile an Tochterunternehmen und konzerninterne Forderungen verpfändet.

Die Bedingungen des Darlehensvertrags gelten als nicht erfüllt, wenn Zinszahlungen nicht geleistet und Covenants verletzt werden.

30. Nahestehende Personen

Vergütung der Mitglieder des Managements in Schlüsselposition

Als Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen bei der IU Group NV gelten die drei derzeitigen Geschäftsführer und die derzeit drei Mitglieder des Aufsichtsrats.

In TEUR 2021 2020
Kurzfristige fällige Leistungen 837 525
- davon in den Rückstellungen erfasst 158 101
Anteilsbasierte Vergütungen 654 463
Gesamt 1.491 989

Für weitere Informationen zur anteilsbasierten Vergütung wird auf Angabe 22 verwiesen.

Sonstige Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Personen

Im Dezember 2021 hat die außerordentliche Hauptversammlung einer Kapitalerhöhung in Höhe von 152 TEUR zugestimmt, mit der die CPG Co-Investment II GmbH & Co. KG als Tochterunternehmen der obersten Muttergesellschaft neue Anteile erwarb. Mehr Informationen dazu sind in Angabe 23 enthalten.

Im Geschäftsjahr wurde ein Darlehen vom 01.05.2018 eines verbundenen Unternehmens an die IU-Gruppe mit einem Zinssatz von 10 % für das Geschäftsjahr vollständig getilgt (Vorjahr: 4.706 TEUR ). Im Geschäftsjahr wurden 73 TEUR als Zinsaufwand erfasst (Vorjahr: 1.211 TEUR). Mehr Informationen dazu sind in Angabe 26 enthalten.

Am 22.02.2021 hat eine nahestehende Person zudem ein Darlehen zur Finanzierung des Erwerbs eigener Anteile in Höhe von 11.088 TEUR zu einem Zinssatz von 10 % gewährt. Im Geschäftsjahr wurden 947 TEUR als Zinsaufwand erfasst. Mehr Informationen dazu sind in Angabe 23 und 26 enthalten.

Darüber hinaus gewährte die IU-Gruppe am 14.12.2021 und am 08.12.2021 zwei Darlehen an verbundene Parteien in Höhe von 150.665 TEUR bzw. 24.618 TEUR. Im Geschäftsjahr wurden 478 TEUR als Zinsertrag erfasst. Mehr Informationen dazu sind in Angabe 17 enthalten.

31. Mitarbeiter

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl betrug 2.346 (Vorjahr: 1.487) und teilt sich wie folgt auf:

2021 2020
Anzahl Mitarbeiter an der Hochschule 898 520
- davon Lehrkräfte 402 274
Anzahl Mitarbeiter in Administration und anderen Bereichen 1.448 967
Gesamt 2.346 1.487

32. Honorar des Konzernabschlussprüfers

Für die im Geschäftsjahr erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers PricewaterhouseCoopers und vom gesetzlichen Abschlussprüfer PwC Bedrijfsrevisoren BV / PwC Reviseurs d'Entreprises SRL sind folgende Honorare angefallen:

in TEUR 2021 2020
Abschlussprüferleistungen 701 375
- davon PwC Belgium 398 0
- Andere Bestätigungsleistungen 61 29
- davon PwC Belgium 0 0
Steuerberatungsleistungen 477 240
- davon PwC Belgium 0 0
Sonstige Leistung 530 60
- davon PwC Belgium 0 0
Gesamt 1.769 704

In den Kosten für die Gebühren von PwC Belgien ist die nicht erstattungsfähige Mehrwertsteuer enthalten. In den Kosten für die Prüfung des Jahresabschlusses 2021 sind Nebenaufwendungen in Höhe von TEUR 156 (Vorjahr: 50 TEUR) für die Prüfung des Vorjahresabschlusses erfasst.

33. Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen

Mitglieder der Geschäftsführung waren in diesem Geschäftsjahr:

 

Dr. Sven Schütt, Chief Executive Officer, München

 

Marvin Lange, Chief Financial Officer, München

 

Mattias Reithmeyer, Director Finance, München (seit dem 8. Juli 2021)

Mitglieder des Aufsichtsrats waren in diesem Geschäftsjahr:

 

Willy Dietzel (seit dem 8. Juli 2021)

 

Ralf Schremper (seit 8. Juli 2021)

 

Peter Thuy (vom 8. Juli 2021 bis zum 13. Dezember 2021)

 

Sascha Günther (seit dem 13. Dezember 2021)

34. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Die COVID-19-Pandemie hatte im Geschäftsjahr 2021 keine wesentlichen Auswirkungen auf die IU-Gruppe. Der Konzern geht im Geschäftsjahr 2022 von keinen wesentlichen Auswirkungen durch COVID-19 aus. Insgesamt kann der Konzern jedoch weitere Auswirkungen auf das eigene Geschäftsvolumen nicht ausschließen. In welcher Höhe sich durch die Ausbreitung des Virus potenzielle Risiken im Hinblick auf die weitere Umsatz- und Ertragsentwicklung, z. B. durch eine Rückkehr zu mehr Präsenzunterricht im Bildungsbereich, ist aufgrund der hohen Unsicherheit derzeit nicht verlässlich bestimmbar.

Der aktuelle Krieg in der Ukraine stellt für die IU-Gruppe ein geringes Risiko dar, da nur wenige Studierende aus der Ukraine oder Russland stammen. Als überwiegend digitales Unternehmen sind auch Lieferkettenprobleme im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine beschränkt.

Der Konzern berücksichtigt in seiner Planung die aktuell stark steigende Inflation; sie stellt jedoch derzeit kein nennenswertes Risiko dar.

Es lagen keine weiteren zu berichtenden Ereignisse nach dem Abschlussstichtag vor.

35. Befreiung nach § 264 Abs. 3 des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB)

Die im Folgenden aufgeführten deutschen Tochterunternehmen in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft nehmen die Möglichkeit zur Befreiung von bestimmten Vorschriften über die Aufstellung, Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses bzw. des Lageberichts gemäß § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch:

Gesellschaft Sitz
IU Service GmbH (vormals: Career Partner Service GmbH) München
IU Internationale Hochschule GmbH Bad Honnef
IU IT Services GmbH (vormals: Career Partner IT Services GmbH) München
IU Corporate Services GmbH (vormals: Career Partner Human Resource & Financial Services GmbH) München
IU Sales Services GmbH (vormals: Career Partner Sales and Marketing GmbH) München
IU Finance Management GmbH München
IU Medical School GmbH Mainz

36. Angaben in der Kapitalflussrechnung:

Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit beträgt 2021 62.609 TEUR (Vorjahr: 51.454 TEUR).

Die Umsatzerlöse aus Leasingverhältnissen (IFRS 16) betragen -213.672 TEUR (Vorjahr: -22.751 TEUR).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit reflektiert die Finanzierung des Konzerns und betrug 151.925 TEUR (Vorjahr: TEUR -25.498). Zur Finanzierung des Konzerns verweisen wir auf Angabe 26 Finanzverbindlichkeiten.

Zusätzliche Finanzierungsaktivitäten liegen im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen vor (vgl. Angabe. 24), für die jedoch zu Beginn keine Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente eingesetzt werden. Zukünftig führen die Leasingraten zu ratierlichen Zahlungsmittelabflüssen.

Aufgrund der erwarteten, nachhaltig positiven Cashflows infolge des starken Wachstums sowie der zur Verfügung stehenden Kontokorrentlinie gehen wir von einer ausreichenden Liquidität der Unternehmensgruppe in den Folgejahren aus. In Bezug auf die vereinbarten Covenants besteht ein ausreichender Headroom. Aufgrund der sehr positiven Geschäftsentwicklung ist der Fortbestand des Konzerns bzw. der einzelnen Tochterunternehmen nicht gefährdet.

 

Brüssel, den 24. Juni 2022

gez. Marvin Lange, Geschäftsführer

gez. Mattias Reithmeyer, Geschäftsführer

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk

Wir haben die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung des Konzernabschlusses durchgeführt, bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2021, sowie dem Konzernhang, einschließlich der bedeutsamen Rechnungslegungsmethoden. Die Konzernbilanz weist eine Bilanzsumme von 505.359 TEUR auf und die Konzerngesamtergebnisrechnung schließt mit einem Fehlbetrag für das Geschäftsjahr von 18.184 TEUR ab.

Nach unserer Überzeugung vermittelt der Konzernabschluss ein getreues Abbild der Vermögens- und Finanz- und Ertragslage der Gruppe zum 31. Dezember 2021 sowie des Konzerngesamtergebnisses und der Konzernkapitalflussrechnung im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie von der Europäischen Union gebilligt wurden, und mit den in Belgien geltenden Gesetzen und Regelungen.

Grundlage des uneingeschränkten Bestätigungsvermerks

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den in Belgien geltenden International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Darüber hinaus haben wir die vom IAASB anerkannten International Standards on Auditing angewendet, die zum aktuellen Abschlussstichtag in Kraft sind und noch nicht auf nationaler Ebene genehmigt wurden. Unsere Verantwortung nach diesen Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Kommissars für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir haben alle berufsrechtlichen Anforderungen erfüllt, die für die Prüfung des Konzernabschlusses in Belgien relevant sind, einschließlich derjenigen, die sich auf die Unabhängigkeit beziehen.

Wir haben vom Verwaltungsrat und von den Mitarbeitern der Gesellschaft die für unsere Prüfung erforderlichen Auskünfte und Anmerkungen erhalten.

Wir sind der Auffassung, dass die Kontrollinformationen, die wir erhalten haben, ausreichend und als Grundlage für unser Prüfungsurteil geeignet sind.

Verantwortung des Verwaltungsrats für die Aufstellung des Konzernabschlusses

Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie von der Europäischen Union gebilligt wurden, und den in Belgien geltenden gesetzlichen und regulatorischen Vorschriften vermittelt, sowie für das interne Kontrollsystem, das der Verwaltungsrat für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von Betrug oder Fehlern ist, für notwendig erachtet.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der Verwaltungsrat dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gruppe zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit gegebenenfalls zu erläutern und von der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit auszugehen, es sei denn, der Verwaltungsrat beabsichtigt, den Konzern zu liquidieren oder den Geschäftsbetrieb einzustellen oder keine realistische Alternative hierzu hat.

Verantwortung des Kommissars für die Prüfung des Konzernabschlusses

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von Betrug oder Fehlern ist, und einen Bestätigungsvermerk mit unserem Prüfungsurteil vorzulegen. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine eventuell vorhandene wesentliche falsche Darstellung im Rahmen einer Prüfung, die gemäß den ISA durchgeführt wird, unter allen Umständen festgestellt wird. Falsche Darstellungen können das Ergebnis von Betrug oder Fehlern sein und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden kann, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Bei der Durchführung unserer Prüfung halten wir den gesetzlichen, regulatorischen und Regelungsrahmen ein, der für die Prüfung von Jahresabschlüssen in Belgien gilt. Eine gesetzlich vorgeschriebene Prüfung bietet jedoch keine Gewähr für die Zukunftsfähigkeit der Gruppe oder für die Effizienz oder Effektivität, mit der der Verwaltungsrat die Geschäfte der Gruppe geführt hat oder führen wird. Unsere Verantwortung in Bezug auf die vom Verwaltungsrat verwendete Annahme der Unternehmensfortführung wird im Folgenden beschrieben.

Als Teil einer Prüfung in Übereinstimmung mit den ISA üben wir während der gesamten Prüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und gehen mit berufsüblicher Sorgfalt vor. Darüber hinaus:

identifizieren und beurteilen wir die Risiken, dass der Konzernabschluss aufgrund von Betrug oder Fehlern wesentliche falsche Darstellungen enthält, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch und erlangen Prüfungsnachweise, die als Grundlage für unser Prüfungsurteil ausreichend und geeignet sind. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht entdecken werden, ist größer, wenn diese falsche Darstellung aus Betrug resultiert, als wenn sie auf einen Fehler zurückzuführen ist, da Betrug Absprachen, Urkundenfälschungen, vorsätzliches Unterlassen, Geschäftsvorfälle aufzuzeichnen und Sachverhalte vorsätzlich falsch darzustellen oder interne Kontrollen zu umgehen, beinhalten kann;

gewinnen wir ein Verständnis vom dem für die Prüfung relevanten internen Kontrollsystems mit dem Ziel, Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Zeil, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gruppe abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der vom Verwaltungsrat angewandten Rechnungslegungsgrundsätze und sowie die Vertretbarkeit der vom Verwaltungsrat geschätzten Werte und der damit verbundenen Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über Angemessenheit der vom Verwaltungsrat verwendete Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der auf den erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Umstände besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufkommen lassen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Darstellungen im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Darstellungen unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses und ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass er den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt;

holen wir ausreichend geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb der Gruppe ein, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unser Prüfungsurteil.

Wir kommunizieren mit dem Verwaltungsrat unter anderem über den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie signifikante Prüfungsfeststellungen, einschließlich aller signifikanten Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Weitere Anforderungen, die sich aus Gesetzen und Vorschriften ergeben

Verantwortung des Verwaltungsrats

Der Verwaltungsrat ist für die Aufstellung und den Inhalt des Konzernlageberichts verantwortlich.

Verantwortung des Kommissars

Im Rahmen unseres Auftrags und in Übereinstimmung mit den in Belgien geltenden internationalen Prüfungsstandards (ISA) sind wir dafür verantwortlich, den Konzernlagebericht in allen wesentlichen Belangen zu prüfen und einen Bericht darüber zu erstellen.

Aspekte im Zusammenhang mit dem Konzernlagebericht

Nach Durchführung bestimmter Prüfungshandlungen am Geschäftsbericht ("Konzernlagebericht") zum Konzernabschluss sind wir der Auffassung, dass dieser Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss für dasselbe Geschäftsjahr in Einklang steht und in Übereinstimmung mit Artikel 3:32 des Gesetzbuches der Gesellschaften und Vereinigungen aufgestellt wurde.

Im Rahmen unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir insbesondere auf der Grundlage der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse zu würdigen, ob der Geschäftsbericht ("Konzernlagebericht") zum Konzernabschluss eine wesentliche falsche Darstellung oder Informationen enthält, die falsch angegeben oder anderweitig irreführend sind. Angesichts der von uns durchgeführten Prüfungshandlungen haben wir Ihnen keine wesentlichen falschen Darstellungen zu melden.

Angaben zur Unabhängigkeit

Unsere Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und unser Netzwerk haben keine Aufgaben wahrgenommen, die mit der gesetzlichen Prüfung des Konzernabschlusses unvereinbar sind, und unsere Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist während unseres gesamten Mandats gegenüber der Gruppe unabhängig geblieben.

Die Honorare für zusätzliche Aufträge gemäß Artikel 3:65 des Gesetzbuches der Gesellschaften und Vereinigungen, die mit der gesetzlichen Prüfung des Konzernabschlusses vereinbar sind, wurden in den Angaben zum Konzernabschluss korrekt ausgewiesen und aufgeschlüsselt.

 

Antwerpen, den 24. Juni 2022

PwC Bedrijfsrevisoren BV

Der Kommissar

vertreten durch

gez. Filip Lozie, Abschlussprüfer

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

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