Voith Digital Solutions Holding GmbHLiquidiert

89522 Heidenheim an der Brenz, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Ulm HRB 733128
Vorher
Voith Digital Solutions GmbH
Eingetragen
2.2.2016
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
Gegenstand geändert; nun: Der Erwerb, das Halten und das Verwalten von Beteiligungen, insbesondere an ausländischen Unternehmen, die die Forschung und Entwicklung, die Erzeugung und der Vertrieb von Erzeugnissen sowie die Erbringung von Dienstleistungen im Bereich industrienaher moderner Technologien (Digital Solutions), insbesondere der Informationstechnik einschließlich der Erstellung und Verwaltung von Computerprogrammen (Software), des Datentransfers, der Datenspeicherung, der Automationstechnik einschließlich der Sensorik und Aktuatorik, zum Gegenstand haben.

Finanzübersicht

Historie

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Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Voith GmbH & Co. KGaA

Heidenheim an der Brenz

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2020 bis zum 30.09.2021

Konzernlagebericht

der Voith GmbH & Co. KGaA

I. GRUNDLAGEN

I.1. Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit

I.2. Steuerungssystem

I.3. Konzernstrategie

I.4. Forschung und Entwicklung

I.5. Nachhaltigkeit

I.6. Beschäftigte

I.7. Corona-Krisenmanagement

II. WIRTSCHAFTSBERICHT

II.1. Gesamtaussage

II.2. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

II.3. Geschäftsverlauf im Konzern

II.4. Geschäftsverlauf in den Konzernbereichen

II.5. Wirtschaftliche Lage

III. BERICHT ÜBER RISIKEN UND CHANCEN

III.1 Risiko- und Chancenmanagement

III.2. Rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem

III.3. Risiken

III.4. Chancen

IV. PROGNOSEBERICHT

IV.1. Rahmenbedingungen

IV.2. Zukünftige Entwicklung des Voith-Konzerns

I. GRUNDLAGEN

I.1. Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit

Weltweit agierender Technologiekonzern in Familienbesitz

Die Voith Group ist ein weltweit agierender Technologiekonzern. Mit seinem breiten Portfolio aus Anlagen, Produkten, Serviceleistungen und digitalen Anwendungen setzt Voith Maßstäbe in den Märkten für Energie, Öl & Gas, Papier, Rohstoffe sowie Transport & Automotive. Weltweit ist Voith mit Standorten in über 60 Ländern vertreten und unterhält ein umfassendes Netzwerk aus Produktions-, Service- und Vertriebseinheiten auf allen Kontinenten der Erde.

Die Voith GmbH & Co. KGaA mit Sitz in Heidenheim an der Brenz/Deutschland ist die operative Führungsgesellschaft und das Mutterunternehmen des Konzerns. In ihr sind auch zentrale Funktionen gebündelt.

Für die strategische Steuerung und die operative Führung des Voith-Konzerns ist die Geschäftsführung der Voith Management GmbH verantwortlich. Die Voith Management GmbH, die sich ebenso wie die Voith GmbH & Co. KGaA zu 100% in Familienbesitz befindet, führt als persönlich haftende Gesellschafterin die Geschäfte der Voith GmbH & Co. KGaA. Die Geschäftsführung der Voith Management GmbH wird vom Gesellschafterausschuss der Voith Management GmbH bestellt. Aufsichtsgremium der Voith GmbH & Co. KGaA ist der Aufsichtsrat.

Das operative Geschäft ist in drei Konzernbereiche gegliedert: Hydro, Paper und Turbo. Diese werden separat gesteuert und ihre jeweiligen wirtschaftlichen Ergebnisse im Rahmen der Segmentberichterstattung transparent dargestellt.

Der Konzernbereich Hydro ist ein führender Komplettanbieter und zuverlässiger Partner für die Ausrüstung von Wasserkraftwerken. Voith Hydro entwickelt maßgeschneiderte, langfristige Lösungen und Dienstleistungen für große und kleine Wasserkraftwerke auf der ganzen Welt. Das Produkt- und Serviceportfolio umfasst den gesamten Lebenszyklus und alle wesentlichen Komponenten für Groß- und Kleinwasserkraftwerke, von Generatoren, Turbinen, Pumpen und Automatisierungssystemen bis hin zu Ersatzteilen, Wartungs- und Schulungsservices sowie digitalen Lösungen für die intelligente Stromerzeugung aus Wasserkraft.

Der Konzernbereich Paper ist ein führender Komplettanbieter sowie Wegbereiter der Papierindustrie. Durch stetige Innovationen optimiert Voith Paper den Papierherstellungsprozess fortlaufend und ermöglicht eine ressourcenschonende und effiziente Produktion.

Der Konzernbereich Turbo ist ein Spezialist für intelligente Antriebstechnik, Systeme sowie maßgeschneiderte Serviceleistungen. Durch innovative und smarte Produkte bietet Voith Turbo höchste Effizienz und Zuverlässigkeit. Kunden aus zahlreichen Branchen wie Öl & Gas, Energie, Bergbau und Maschinenbau, Schiffstechnik, Schienen- und Nutzfahrzeuge setzen auf Spitzentechnologien und digitale Lösungen von Voith.

Der frühere Konzernbereich Digital Ventures wurde im Berichtsjahr als konzernübergreifende Funktion in der Konzernholding angesiedelt und wird nicht mehr als gesonderter Konzernbereich geführt. Die bisherigen Aufgaben von Digital Ventures - die Entwicklung digitaler Angebote und Services für Kunden, einschließlich der Venture-Aktivitäten, die digitale Transformation des Voith-Konzerns selbst sowie die konzernweite IT - werden innerhalb der neu geschaffenen Zentralfunktion "Innovation & Technology" fortgeführt und weiterentwickelt. Die Konzernbereiche Hydro, Paper und Turbo zeichnen nach wie vor für die Vermarktung der digitalen Angebote und Services verantwortlich.

I.2. Steuerungssystem

Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren für den Voith-Konzern sind die Entwicklung des Auftragseingangs und des Umsatzes sowie das EBIT ("earnings before interest and taxes") und der ROCE ("return on capital employed"), also die Rendite auf das betriebsnotwendige Kapital.

Der internen Steuerungsgröße EBIT liegt eine aus dem externen Rechnungswesen abgeleitete operative Ergebnisgröße zugrunde, das betriebliche Ergebnis. Dieses wird aus der laufenden Geschäftstätigkeit ermittelt und ergibt sich als Saldo aus Umsatz und Kosten, vor Finanzergebnis und Ertragssteuern. Zur Errechnung des EBIT werden Abschreibungen auf von im Rahmen von Unternehmenserwerben aufgedeckte stille Reserven sowie Restrukturierungsaufwendungen und sonstige außerordentliche Aufwendungen addiert. Das betriebliche Ergebnis wird zur Überleitung auf das EBIT um diese Beträge bereinigt, um für die interne Steuerung eine bessere Beurteilung der Geschäftstätigkeit zu ermöglichen.

Addiert man zum EBIT zusätzlich den betrieblichen Zinsertrag, so erhält man das Betriebsergebnis ("profit from operations"). Als betrieblichen Zinsertrag erfassen wir kalkulatorische Zinseffekte auf den Teil der erhaltenen Anzahlungen, der nicht für die Finanzierung von Vorräten und Forderungen aus kundenspezifischen Aufträgen gebunden ist. Setzt man dieses Betriebsergebnis mit dem durchschnittlichen betriebsnotwendigen Kapital ("capital employed") in Bezug, so ergibt sich die Rendite auf das betrieblich eingesetzte Kapital (ROCE). Das betriebsnotwendige Kapital beschreibt die Mittel, die zur Erzielung des Umsatzes im Unternehmen gebunden sind. Diese setzen sich im Wesentlichen aus Sachanlagen und Nettoumlaufvermögen zusammen. Diese Relativierung einer Ergebnisgröße aus der Gewinn-und-Verlust-Rechnung (Betriebsergebnis) mit einer Bestandsgröße aus der Bilanz ("capital employed") entspricht den allgemein üblichen Standards einer gesamtheitlichen Unternehmenssteuerung und eines wertorientierten Managements. Marginalspalte: Zur Herleitung des ROCE siehe auch Kapitel Erläuterungen zur Segmentberichterstattung im Anhang.

Die Kennzahlen und das Reporting an die Konzerngeschäftsführung der Voith GmbH & Co. KGaA sowie innerhalb der Konzernbereiche und der operativen Gesellschaften orientieren sich an den beschriebenen Konzernsteuerungsgrößen.

I.3. Konzernstrategie

Die Basis: unsere DNA, unsere Werte *

* Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte, freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.

Unternehmerischer Erfolg wird bei Voith langfristig definiert. Als Familienunternehmen setzte Voith auf nachhaltiges Denken und wertebasiertes Handeln, lange bevor diese Begriffe zum Bestandteil der ökonomischen Debatte wurden. Im Laufe seiner mehr als 150-jährigen Unternehmensgeschichte hat Voith mit diesem Ansatz zahlreiche Hindernisse überwunden, turbulente Zeiten gemeistert und Industriegeschichte geschrieben.

Unsere DNA: Nachhaltige Technologien für zukünftige Generationen.

Wir entwickeln nachhaltige Technologien, um die Lebensgrundlage zukünftiger Generationen zu erhalten. Gleichzeitig sichern wir die Zukunft von Voith langfristig. Wir werden dies erreichen, indem wir profitables Wachstum generieren, um die Stabilität und finanzielle Unabhängigkeit unseres Unternehmens zu sichern, und gleichzeitig unseren Geschäftserfolg mit unserer Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt in Einklang bringen.

Unser Selbstverständnis drückt sich in unseren Unternehmenswerten aus.

Anspruchsvoll:

Wir leben von Herausforderungen und setzen uns ambitionierte Ziele, um als Individuum und gemeinsam als Unternehmen zu wachsen.

Innovativ:

Wir wollen ambitionierte Ideen in innovative Technik umsetzen. Dazu hören wir aufmerksam zu, sehen genau hin und denken neue Wege. So erfahren wir, wohin sich die Welt und unsere Kunden entwickeln, kreieren wertschöpfende Lösungen und setzen neue Maßstäbe in unseren Märkten.

Zuverlässig:

Als Voithianer streben wir immer nach dem Vertrauen unserer Kunden und Partner, indem wir nur versprechen, was wir auch halten können. Dadurch bauen wir tragfähige und langfristige Beziehungen auf.

Fair:

Wir begegnen allen unseren Anspruchsgruppen respektvoll, offen, ehrlich und bescheiden. Dabei geht es uns nicht nur um das Einhalten von Vorschriften und Gesetzen, sondern es ist unsere Grundhaltung.

Nachhaltig:

Wir handeln gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt stets verantwortungsbewusst. Mit unseren technischen Innovationen wollen wir weltweit einen Beitrag zu Wachstum und Wohlstand leisten. Als Familienunternehmen streben wir dauerhafte finanzielle Unabhängigkeit an.

Unsere Strategie für profitables Wachstum

Voith hatte in den Jahren vor Beginn der durch die Corona-Pandemie ausgelösten weltweiten Krise wichtige strategische Weichen gestellt, seine operative Ertragskraft verbessert und auch seine Liquidität durch entsprechende Finanzierungslinien langfristig gesichert. Unsere breite sektorale und geografische Positionierung, die gefestigte Marktposition in allen drei Konzernbereichen, regional aufgestellte Lieferketten und eine solide Bilanz sind wichtige Faktoren, die es uns ermöglicht haben, die Krise vergleichsweise gut zu überstehen. Dabei haben wir bewusst auch in den beiden durch die weltweite Wirtschaftskrise geprägten Geschäftsjahren 2019/20 und 2020/21 weiter investiert: in Forschung und Entwicklung, Firmenkäufe und die Weiterentwicklung unseres Unternehmens. Voith hat damit die Ausgangslage geschaffen, gestärkt aus der Krise hervorzugehen und zukünftig nachhaltig und profitabel zu wachsen.

Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung aller Lebensbereiche weiter beschleunigt. Gleichzeitig setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Bewältigung der Klimakrise eine noch größere Herausforderung als die Pandemiebekämpfung darstellt. Regierungen weltweit haben konkrete Ziele zur Erreichung der Klimaneutralität aufgestellt. Die globale Wirtschaft steht in diesem Zuge vor einer gewaltigen Transformationsaufgabe. Unternehmen weltweit müssen heute durch Investitionen in nachhaltige Technologien die richtigen Weichen stellen - zum einen, um sich mit innovativen Produkten und durch eine hocheffiziente digitalisierte Produktion wichtige Wettbewerbsvorteile auf den Weltmärkten zu sichern, und zum anderen, um regulatorische Vorgaben zu erfüllen.

Die Megatrends Dekarbonisierung und Digitalisierung bieten immense Wachstumschancen für Voith. Voith treibt seinen eigenen Umbau hin zu einem klimaneutralen Unternehmen voran. Wir selbst haben uns verpflichtet, bis 2022 weltweit CO 2-neutral zu arbeiten und damit zu den Vorreitern in unserer Branche zu zählen. Noch wichtiger ist: Mit digitalen Lösungen und nachhaltigen Technologien unterstützen wir unsere Kunden bei ihrer Transformation. Damit wollen wir ein Wegbereiter für die Industrie im Post-Carbon-Zeitalter sein.

Unser Ziel ist es, Pionier und Leistungsführer für unsere Kunden in unseren strategischen Geschäftseinheiten zu sein. Wir wollen erster Ansprechpartner für Unternehmen in den von uns bedienten Marktsegmenten sein und wertschöpfende Standards zum Vorteil unserer Kunden setzen. Zudem ist es unser Anspruch, in den definierten Geschäftseinheiten stärker als der jeweilige Marktdurchschnitt zu wachsen und mittelfristig jeweils einer der nach Umsatz größten drei Anbieter zu sein.

Auf dem Weg zu diesem Ziel konzentrieren wir uns auf die folgenden vier strategischen Säulen:

1.

Weiterentwicklung unserer Unternehmenskultur:

Unsere Unternehmenskultur basiert auf unseren Werten. Um die Umbrüche in unseren Industrien zu meistern und mitzugestalten, müssen wir unsere Kultur jedoch ständig weiterentwickeln. Wir wollen eine stärkere Markt- und Kundenorientierung erreichen und eine ausgeprägte Innovationskultur entwickeln. Dazu müssen wir Hierarchien und Bürokratie abbauen und unsere Zusammenarbeit stärken. Welche Kompetenzen und Fähigkeiten dafür nötig sind, beschreibt unser im Vorjahr entwickeltes neues Kompetenzmodell, das die Auswahl und Weiterentwicklung unserer Beschäftigten maßgeblich beeinflusst und die Basis für alle weiteren Instrumente der Personalarbeit darstellt. Eine Schlüsselrolle beim kulturellen Wandel kommt unseren Führungskräften zu, die eine entsprechende Denk- und Arbeitsweise über ihre Vorbildfunktion und ihr Führungsverhalten in das Unternehmen tragen. Marginalspalte: Informationen zum neuen HR-Kompetenzmodell und dessen Integration in unsere Personalinstrumente finden Sie im Abschnitt I.6. Beschäftigte.

2.

Ausschöpfen des Potenzials unseres Kerngeschäfts:

In unserem Kerngeschäft zählen wir zu den weltweit größten und renommiertesten Marktteilnehmern. Aufbauend auf der Technologieführerschaft, die wir in vielen von uns bedienten Marktsegmenten innehaben, wollen wir das volle Potenzial unseres heutigen Kerngeschäfts ausschöpfen: Dies beinhaltet zum einen den deutlichen Ausbau des Service- und Aftermarket-Geschäfts in allen drei Konzernbereichen. Zum anderen gilt es, das Kerngeschäft technologisch weiterzuentwickeln. Im Vordergrund stehen hierbei umweltfreundliche, nachhaltige Lösungen, die auf Klimaneutralität und Ressourceneffizienz einzahlen, sowie digitale, häufig KI-basierte Produkte und Dienstleistungen, die die Effizienz und Verfügbarkeit von Anlagen steigern. So wollen wir zum Wegbereiter für die nachhaltige und digitale Transformation unserer Kunden und Märkte werden. Marginalspalte: Informationen zu unserer Innovationsstrategie finden Sie im Abschnitt I.4. Forschung und Entwicklung. Bei der Stärkung unseres Kerngeschäfts setzen wir nicht nur auf unsere eigenen Kompetenzen in den Bereichen Technologie, Vertrieb, Marketing, Organisation und Führung, sondern auch auf gezielte Akquisitionen, die unser Kerngeschäft sinnvoll ergänzen.

3.

Erschließung neuer Geschäftsfelder und Märkte:

Unsere Strategie beinhaltet auch ein klares Bekenntnis zur Erschließung neuer Geschäftsfelder und Märkte sowie Investitionen mit Fokus auf nachhaltige Zukunftstechnologien. Zukunftsfelder, mit denen wir uns derzeit befassen, sind elektrische Antriebssysteme, Wasserstofftechnologie, Energiespeicherung und Cargo Rail (Schienengüterverkehr). Hier gibt es viele Anknüpfungspunkte für Voith. Mit unseren Experten arbeiten wir in zum Teil konzernbereichsübergreifenden Projekten an Strategien und Konzepten, mit denen wir innovative Ideen in marktfähige Technologien umsetzen können. Marginalspalte: Informationen zu unserer Innovationsstrategie, insbesondere in Bezug auf neue Geschäftsfelder und Märkte, finden Sie im Abschnitt I.4. Forschung und Entwicklung.

4.

Effizienzsteigerung durch optimierte Strukturen und Prozesse:

Um Voith langfristig als unabhängiges, erfolgreiches Unternehmen aufzustellen und uns den finanziellen Spielraum für notwendige Investitionen in die Zukunft zu sichern, müssen wir unsere Produktivität und Effizienz kontinuierlich steigern. Wir benötigen hierfür eine möglichst schlanke, agile und effiziente Organisation sowie nachfrage- und kundenorientierte Strukturen und Prozesse im gesamten Unternehmen. Mit dieser Zielsetzung wurden im Vorjahr mehrere Initiativen gestartet, die wir im Berichtsjahr weiterverfolgt haben: Erstens haben wir im Zuge der kontinuierlichen Optimierung unseres Produktionsnetzwerkes die Fertigung des Konzernbereichs Turbo in Deutschland in den Geschäftsjahren 2019/20 und 2020/21 neu strukturiert. Dabei wurde die Produktion an einzelnen Standorten beendet und in andere Werke verlegt, um entsprechende Synergien zu erzeugen. Zweitens haben wir im Berichtsjahr ein umfangreiches Projekt zur Verschlankung der administrativen Funktionen durchgeführt. Dieses zielte neben der Reduktion von Sach- und Personalkosten darauf ab, die unternehmerische Freiheit und Verantwortung der Konzernbereiche zu erweitern und damit eine stärkere Marktorientierung zu erzielen. Drittens arbeiten wir an der Standardisierung und Harmonisierung unserer IT-Systemlandschaft. Insbesondere planen wir über die kommenden Jahre die Einführung eines konzernweiten ERP-Systems (Enterprise Resource Planning), das alle Geschäftsprozesse auf einer einheitlichen Plattform integriert. Im Berichtsjahr haben wir erste Bereiche erfolgreich auf das neue System umgestellt, weitere werden sukzessive folgen. Da hierfür wesentliche Kernprozesse neu definiert werden, handelt es sich um ein komplexes, mehrjähriges Projekt. Darüber hinaus haben die Themen Arbeitssicherheit und Qualitätsmanagement weiter höchste Priorität. Hohe Standards in beiden Bereichen sind die Grundvoraussetzung dafür, Exzellenz in unserer Geschäftstätigkeit zu erreichen und hervorragende wirtschaftliche Ergebnisse zu erzielen.

I.4. Forschung und Entwicklung

Innovation als Grundlage zukünftigen Geschäftserfolgs

Forschung und Entwicklung (F&E) hat bei Voith traditionell einen hohen Stellenwert. Unsere Ingenieure schreiben seit den Gründertagen mit ihren Erfindungen Technologiegeschichte. Das zeigt sich unter anderem in einer starken Patentbasis: Voith hält weltweit mehrere tausend aktive Patente, und jedes Jahr werden hunderte Patente neu angemeldet. Technologieexpertise und die Fähigkeit, dieses Know-how immer wieder in marktorientierte Innovationen mit Mehrwert für unsere Kunden umzusetzen, sind die Basis für die starke Positionierung von Voith in seinen Märkten und Regionen.

Die strategische Bedeutung von Forschung und Entwicklung für Voith als Technologiekonzern spiegelt sich auch in dem im Berichtsjahr neu geschaffenen Ressort "Innovation & Technology" wider, das innerhalb der Konzernholding und auf Ebene der Konzerngeschäftsführung angesiedelt ist. Die Funktion des Chief Technology Officer befasst sich in erster Linie mit der technologischen Weiterentwicklung des Konzerns sowie mit Innovationen zur Erschließung neuer Geschäftsfelder und Märkte. Aus diesem Grund wurde der frühere Konzernbereich Digital Ventures mit seinem Aufgabenspektrum ebenfalls in den neuen zentralen Technologiebereich integriert.

Marginalspalte: Informationen zu dieser organisatorischen Änderung finden Sie im Abschnitt I.1. Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit.

Wir sehen die Dekarbonisierung und die Digitalisierung der Wirtschaft als wichtige Herausforderungen der nächsten Dekade. Daher bilden diese beiden Megatrends zentrale Eckpfeiler unserer Konzernstrategie wie auch unserer F&E-Strategie. Sie sind richtungsweisend für die technologische Weiterentwicklung unseres heutigen Kerngeschäfts wie auch für F&E-Investitionen in neue Geschäftsfelder und Märkte. Marginalspalte: Informationen zu diesen zwei Säulen unserer Konzernstrategie finden Sie im Abschnitt I.3. Konzernstrategie.

Ein wichtiges strategisches Ziel für Voith besteht darin, die vorhandene Expertise in den Bereichen der Wasserkraft, der Papierherstellung, der Mobilität und der industriellen Anwendungen auch über das heutige Produktportfolio hinaus zu nutzen und so neue Geschäftsfelder und Märkte zu erschließen. Derzeit haben wir hierzu vier Wachstumsfelder definiert - Elektrische Antriebssysteme, Wasserstofftechnologie, Energiespeicherung und Cargo Rail (Schienengüterverkehr) -, die wir in strategischen Arbeitssträngen konkretisieren. In jedem Arbeitsstrang verfolgen wir das Ziel, parallel ein Geschäftsmodell, eine Technologie sowie einen Kundenzugang zu entwickeln, mit der Vision, die daraus resultierenden Produkte anschließend im operativen Geschäft zu skalieren. Die Arbeitsstränge berichten direkt an die Konzerngeschäftsführung. Da sie sich in einem äußerst dynamischen regulatorischen und technologischen Umfeld bewegen, werden sie agil geführt.

Ein strategischer Arbeitsstrang beinhaltet die Weiterentwicklung unserer elektrischen Antriebe für verschiedenste Transportmittel wie Bus, Lkw und Schiff und auch für industrielle Anwendungen. Mit unseren Innovationen auf diesem Feld wollen wir den Wechsel von fossilen hin zu nachhaltigeren Antriebslösungen mitgestalten und an diesem wachsenden Markt partizipieren.

Um Lkws und weiteren Schwerlastfahrzeugen den Einsatz elektrischer Antriebe wirtschaftlich zu ermöglichen, beschäftigen wir uns in einem weiteren Arbeitsstrang mit dem Einsatz von Wasserstoff in Mobilitätsanwendungen.

Um den mit der fortschreitenden Elektrifizierung unserer Gesellschaft einhergehenden steigenden Energiebedarf mit erneuerbaren Energien zu decken, gilt es, unsere Stromnetzwerke mit flexiblen Zwischenspeichermedien zu stabilisieren. Im Rahmen des Wachstumsfeldes Energiespeicherung konzentrieren wir uns derzeit auf die Entwicklung einer Redox-Flow-Batterie, die es ermöglicht, die Leistungsspitzen von zum Beispiel Solarfarmen oder Windparks zu stabilisieren. Verglichen mit anderen Batterien bietet die Redox-Flow-Technologie den Vorteil einer langsameren Batteriealterung und ermöglicht somit eine längere Lebensdauer. Darüber hinaus ist sie nicht entflammbar und enthält nachhaltige Materialien.

Zur Dekarbonisierung des Mobilitätsbereichs streben viele Länder die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene an. Hierfür ist es erforderlich, den Automatisierungsgrad des Güterverkehrs auf der Schiene wesentlich zu steigern. Daher entwickeln wir zur Erschließung des strategischen Wachstumsfelds Cargo Rail (Schienengüterverkehr) derzeit eine automatische Frachtkupplung inklusive digitaler Lösungen zur Steigerung der Effizienz im Güterbahnverkehr.

Marginalspalte: Informationen zum Entwicklungsstand unserer automatischen Frachtkupplung CargoFlex finden Sie im Abschnitt II.4.3. Voith Turbo.

Alle strategischen Wachstumsfelder sind nicht nur mit dem Megatrend der Dekarbonisierung verbunden, sondern auch eng verzahnt mit den neuen Möglichkeiten der Digitalisierung. Auch in unserem heutigen Kerngeschäft spielt Digitalisierung eine wichtige Rolle. So entwickeln wir digitale Lösungen und Services für das Industrial Internet of Things (IIot), die es den Kunden unserer drei Konzernbereiche ermöglichen, die Effizienz und Verfügbarkeit ihrer Anlagen und Mobilitätsanwendungen nachhaltig zu steigern. Unsere Cloud-Plattform OnCumulus sowie unsere Software-Anwendungen und KI-basierten Lösungen bilden hierfür die Basis.

Neben der digitalen Transformation unserer Kunden forcieren wir auch die Digitalisierung unseres eigenen Unternehmens. Durch die Standardisierung unserer internen digitalen Infrastruktur und unserer digitalen Applikationen optimieren wir unsere Prozesse und ermöglichen kontinuierliche Innovationen, die sich in internen Effizienzsteigerungen und einer zunehmend datenbasierten Entscheidungsfindung niederschlagen.

Als Voith-Konzern investieren wir weiterhin konsequent in die Forschung und Entwicklung neuer Lösungen - in den vergangenen fünf Jahren in Summe über 1 Mrd. €. Auch in den beiden von der Corona-Krise geprägten Geschäftsjahren haben wir unser F&E-Engagement bewusst hochgehalten.

Im Berichtsjahr entwickelte sich der F&E-Aufwand des Voith-Konzerns wie folgt:

Gemessen am Konzernumsatz lag die F&E-Quote des Voith-Konzerns wie im Vorjahr bei 4,5%. Vom gesamten F&E-Aufwand in Höhe von 192 Mio. € wurden 6 Mio. € (Vorjahr: 10 Mio. €) aktiviert. Gleichzeitig wurden Abschreibungen in Höhe von 8 Mio. € (Vorjahr: 7 Mio. €) auf aktivierte Entwicklungskosten vorgenommen.

Unsere aktuellen Innovationen des Berichtsjahres sind im Abschnitt II.4. "Geschäftsverlauf in den Konzernbereichen" beschrieben.

I.5. Nachhaltigkeit *

* Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte, freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.

Mit unserem Verständnis von Nachhaltigkeit führen wir die Tradition des Familienunternehmens Voith weiter: die Verpflichtung zu ökologisch und gesellschaftlich verantwortungsvollem, fairem und langfristig erfolgreichem Wirtschaften. Wir setzen unsere Nachhaltigkeitsstrategie systematisch um und haben dazu fünf Handlungsfelder definiert. Unser Anspruch einer nachhaltigen Unternehmensführung und das Streben nach profitablem Wachstum sind hier ebenso festgehalten wie die Verantwortung für unsere Produkte, für die Umwelt und für unsere Mitarbeiter.

Voith gehört zu den führenden Unternehmen seiner Branche im Bereich nachhaltiges Wirtschaften. Mit dem Ziel, ab 2022 insgesamt weltweit klimaneutral zu arbeiten, nehmen wir einmal mehr eine Vorreiterrolle ein. Unser Führungsanspruch wird auch von unabhängiger Stelle bestätigt: Im Corporate Rating der anerkannten Ratingagentur ISS-ESG rangiert Voith weltweit unter den drei besten Unternehmen innerhalb der Branche Maschinen- und Anlagenbau. Dabei wurden unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten 2021 erstmals mit der Note B- bewertet. Bereits seit dem Jahr 2018 halten wir den Prime-Status, bislang mit der Note C+. Neben dem fachlichen Ansporn profitieren wir von dieser Auszeichnung auch in ökonomischer Hinsicht, denn Bewertungen wie diese spielen eine immer wichtigere Rolle, wenn es um Rahmenbedingungen für Kredite geht. Die Verbesserung im ISS-ESG-Rating ermöglicht uns, unsere Finanzierungskosten weiter zu senken, da nachhaltige Unternehmen an den Finanzmärkten zunehmend gesucht sind. Unsere Leistungen und unsere Reputation im Bereich Nachhaltigkeit werden auch in anderen Erhebungen bestätigt. So belegte Voith im Dezember 2020 in einem branchenübergreifenden Ranking der 200 nachhaltigsten Unternehmen Deutschlands den 19. Platz. Das Ranking basiert auf einer Studie des Magazins stern in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Statista. Für das Ranking haben sich 200 von insgesamt 2.000 analysierten Unternehmen qualifiziert.

Die Konzernrichtlinie Nachhaltigkeit regelt Organisation, Verantwortlichkeiten und die Grundsätze unseres Handelns in diesem Bereich. Seit 2009 erfasst und analysiert Voith systematisch Umweltdaten, Materialkennzahlen sowie relevante Personaldaten. Seit 2011 veröffentlichen wir jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht, der unter anderem über Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange sowie die Einhaltung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption informiert. Umfassende Zahlen, Daten, Fakten und Erläuterungen zu allen oben genannten Handlungsfeldern finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht. Marginalspalte: Der Voith-Nachhaltigkeitsbericht ist in der jeweils aktuellen Fassung im Internet zugänglich unter http://voith.com/corp-de/ueber-voith/nachhaltigkeit.html.

Abschnitt I.6. dieses Lageberichts enthält Grundlageninformationen darüber, wie wir unserer Verantwortung gegenüber unseren Beschäftigten nachkommen.

I.6. Beschäftigte

Anzahl und Verteilung der Beschäftigten

Die Anzahl der Beschäftigten im Voith-Konzern hat sich im Geschäftsjahr 2020/21 wie folgt entwickelt und auf die verschiedenen Konzernbereiche und Regionen verteilt (alle Angaben in Vollzeitäquivalenten, ohne Auszubildende, jeweils zum 30. September):

Die Anzahl der im Voith-Konzern Beschäftigten sank im Berichtsjahr um 716. In allen Konzernbereichen und auch in der Konzernholding wurden Stellen reduziert.

Bei Voith Hydro ging die Anzahl der Stellen zum Geschäftsjahresende 2020/21 um 47 auf 3.628 zurück (Vorjahr: 3.675). Dies ist im Wesentlichen auf weitere Kapazitätsanpassungen in Brasilien zurückzuführen, wo Investitionen in Infrastrukturprojekte aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen und politischen Krise seit Jahren gedämpft sind.

Im personalstärksten Konzernbereich Paper (30. September 2021: 7.432 Beschäftigte) wurden 161 Personen weniger beschäftigt als im Vorjahr (7.593). Der Rückgang resultiert zum einen aus marktbezogenen Kapazitätsanpassungen in Nord- und Südamerika infolge der anhaltenden Investitionszurückhaltung im Geschäft mit Neuanlagen und Umbauten. Zum anderen trug eine Verschlankung von Verwaltungsstrukturen weltweit und insbesondere in Deutschland zu dem reduzierten Personalstand bei.

Bei Voith Turbo sank die Anzahl der Beschäftigten um 355 auf 6.200 zum 30. September 2021 (Vorjahr: 6.555). Hintergrund sind im Wesentlichen die Verschlankung der Verwaltungsstrukturen und die Optimierung des Produktionsnetzwerks.

Im Bereich Corporate Functions & Services, also in der Konzernholding, waren zum 30. September 2021 2.658 (Vorjahr: 2.811) Personen abeschäftigt. Die Zahl enthält auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des früheren Konzernbereichs Digital Ventures, der im Berichtsjahr als konzernübergreifende Funktion in der Konzernholding angesiedelt wurde. Die Vorjahreszahl wurde entsprechend angepasst. Im Zuge der Verschlankung der Verwaltungsstrukturen sind 153 Stellen bei Corporate Functions & Services weggefallen.

In der regionalen Betrachtung beschäftigt Voith nach wie vor die meisten Beschäftigten in Deutschland. Zweitgrößte Region ist Asien. Dahinter folgen die Regionen Übriges Europa und Amerika.

Erstklassige Ausbildung *

* Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte, freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.

Im Berichtsjahr haben wir erneut vielen jungen Menschen eine berufliche Perspektive geboten und die Zahl der Ausbildungsplätze auf einem hohen Niveau gehalten. Zum Geschäftsjahresende 2020/21 waren weltweit 752 Auszubildende und Studierende (Vorjahr: 744, +1%; Basis: Köpfe) bei Voith beschäftigt.

Traditionell engagieren wir uns für eine erstklassige Berufsausbildung. Bestätigt wurden wir dafür im September 2021 durch die Untersuchung "Deutschlands beste Ausbildungsbetriebe" des Kölner Analyseinstituts Service Value in Kooperation mit der Tageszeitung Welt. Voith wurde mit einer "sehr hohen Attraktivität" im Bereich Industrie ausgezeichnet - mit dem 18. Platz unter knapp 1.850 gelisteten Unternehmen ein hervorragendes Ergebnis. Grundlage für unseren Erfolg sind die Fokussierung auf interdisziplinäres Lernen und die ganzheitliche Vermittlung von sozialen und fachlichen Kompetenzen. Auch an unseren internationalen Standorten engagieren wir uns für das Thema Ausbildung. Die größte Ausbildungsstätte von Voith außerhalb Deutschlands ist unser Training Center im chinesischen Kunshan. Dort setzen wir auf eine an das deutsche duale System angelehnte Ausbildung, adaptiert an lokale Voraussetzungen. Seit der Eröffnung im Jahr 2014 haben wir rund 100 junge Menschen in Kunshan ausgebildet. Auch in Brasilien, wo Voith im Jahr 1964 sein erstes eigenes Werk außerhalb Europas eröffnete, bilden wir seit vielen Jahren aus. So bieten wir in São Paulo in Zusammenarbeit mit Bildungsinstitutionen vor Ort eine in der Regel zweijährige duale Ausbildung für Jugendliche ab 15 Jahren an, die regelmäßig hervorragenden qualifizierten technischen Nachwuchs hervorbringt.

Im Zuge des digitalen Wandels verschmelzen moderne Informations- und Kommunikationstechnologien mit industriellen Prozessen. Um junge Menschen adäquat auf die sich verändernde Produktionslandschaft vorzubereiten, arbeiten wir intensiv mit digitalen Arbeitsinhalten in der Berufsausbildung. Investitionsschwerpunkt im abgelaufenen Geschäftsjahr waren vier neue CNC-Maschinen, die in die CIM-Umgebung der Berufsausbildung mit CAD und digitaler Werkzeugvermessung integriert wurden.

Marginalspalte: CNC-Maschinen (computerized numerical control) sind Werkzeugmaschinen, die durch den Einsatz von Steuerungstechnik in der Lage sind, Werkstücke mit hoher Präzision auch für komplexe Formen automatisch herzustellen. CIM (computer integrated manufacturing) steht für rechnergestützte Fertigung, CAD (computer aided design) bedeutet rechnergestützte Konstruktion.

Weiterentwicklung der Voith-Kultur *

* Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte, freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.

Ein wesentliches Ziel der Personalarbeit bei Voith ist es, die angestrebte Weiterentwicklung unserer Unternehmenskultur - eine wichtige Säule unserer Konzernstrategie - wirkungsvoll zu begleiten. Hierfür haben wir im Vorjahr mit der Entwicklung unseres neuen Kompetenzmodells den Grundstein gelegt, auf dem wir im Geschäftsjahr 2020/21 konsequent aufgebaut haben. Ein zentrales Handlungsfeld hierbei ist die ganzheitliche Integration des Kompetenzmodells in alle Instrumente der Personalarbeit und die entsprechende Anpassung dieser Instrumente. Das Kompetenzmodell enthält die Basisdimensionen "Achieve", "Collaborate" und "Explore" ("ACE"), die eng mit den Führungskompetenzen "Enable", "Connect" und "Transform" verbunden sind.

Rekrutierung und Personalmarketing *

* Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte, freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.

Im Berichtsjahr wurde die im Vorjahr entwickelte Employer-Branding-Kampagne, die unsere neuen Kompetenzen aufgreift und Beschäftigte aller Regionen ins Zentrum stellt, in den relevanten digitalen Kanälen ausgerollt.

Bei der Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber sind neben den für eine Stelle erforderlichen fachlichen Qualifikationen die unserer Unternehmenskultur entsprechenden Denk- und Arbeitsweisen ausschlaggebend. Daher setzt auch ein neu entwickelter Interviewleitfaden für Bewerbungsgespräche auf dem Kompetenzmodell auf. Er wurde im Berichtsjahr in Deutschland eingeführt und soll nach regionalen Adaptionen in allen Regionen angewendet werden.

Personalentwicklung und Talent-Management *

* Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte, freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.

Vor dem Hintergrund der hohen Geschwindigkeit von Veränderungen - unter anderem im Zuge der Digitalisierung - ist die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen eine Anforderung, die wir an jeden Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin stellen. Basierend auf dem individuellen Qualifizierungsbedarf bieten wir unseren Beschäftigten interne und externe Fortbildungen und Qualifizierungsmaßnahmen, die fachliche, persönliche oder methodische Kompetenzen auf- und ausbauen. Mit unseren Personalentwicklungskonzepten wollen wir uns als Organisation auf eine dynamische, komplexe und vernetzte Arbeitswelt einstellen und unsere Beschäftigten in die Lage versetzen, aktiv an deren Gestaltung mitzuwirken. Eine Schlüsselrolle kommt dabei den Führungskräften zu. Aus diesem Grund haben wir im Geschäftsjahr auf Basis der neuen Kompetenzen ein ganzheitliches Leitmodell für Führung entwickelt und implementiert. Das auf diesem Leitmodell basierende Instrument MyDialogue wurde wie geplant im Berichtsjahr pilotiert und wird nun zum Geschäftsjahr 2021/22 global implementiert. Führungskräfte wurden im Rahmen einer modularen E-Learning-Lernreise auf die Anwendung der neuen Führungskonzeption vorbereitet. Als Ergänzung zum Selbststudium wurden digitale Austauschrunden, so genannte Recap-Sessions, für Führungskräfte umgesetzt.

Im kommenden Geschäftsjahr sollen die im Berichtsjahr pilotierten Talent-Management-Instrumente für Führungskräfte in der gesamten Organisation Anwendung finden. Zudem planen wir ein Pilotprojekt zu einer Feedbackmethode für Führungskräfte, die es ihnen ermöglicht, aus verschiedenen Perspektiven Rückmeldungen zu ihrem Führungsverhalten zu erhalten. Die Ergebnisse dieses Führungskräfte-Feedbacks sind ein wichtiger Indikator für den Erfolg unserer Anstrengungen zur Weiterentwicklung der Unternehmenskultur.

Auch das Format der Voith Academy wurde auf den Prüfstand gestellt. Als Ergebnis entstand ein regionales Austausch- und Workshopformat für Führungskräfte. Unter Anwendung von Design-Thinking-Methoden wurde im Berichtsjahr ein Prototyp mit dem Arbeitstitel "Leadership Forum" entwickelt, der die Führungskompetenzen "Transform" und "Connect" in das Zentrum rückt. Damit wollen wir unseren Führungskräften im Geschäftsjahr 2021/22 erstmals die Möglichkeit geben, sich in ihrer Region mit anderen Führungskräften zu treffen, um sich zu vernetzen, voneinander und miteinander zu lernen und ganz praktisch an der Kulturentwicklung mitzuwirken.

Fortschreitende Digitalisierung der HR-Prozesse *

* Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte, freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.

Bei der Digitalisierung der Personalprozesse haben wir weitere Fortschritte gemacht. So haben wir im Berichtsjahr mit der Einführung einer konzernweiten HR-Service-Delivery-Plattform begonnen, die HR-Prozesse abbildet und effizient handhabbar macht.

In einem ersten Schritt bieten wir zunächst allen Beschäftigten in Deutschland auf Basis dieser Plattform seit Frühjahr 2021 ein persönliches elektronisches Schließfach an, über das wir arbeitgebergesteuerte Korrespondenz, wie zum Beispiel Entgeltnachweise, digital zustellen können - ein Angebot, das von dem größten Teil unserer Belegschaft in Anspruch genommen wird.

Darüber hinaus bündeln wir auf der neuen Plattform in Zukunft unsere HR-Wissensdatenbank und den gesamten operativen Personalservice an einer Stelle. Voithianerinnen und Voithianer haben hier seit Oktober 2021 einen optimierten Zugang zu Informationen rund um ihr Arbeitsverhältnis und profitieren von einem erhöhten Service-Level: Zusätzlich zu einer intelligenten Suchfunktion sind in allen Regionen bereits erste HR-Dienstleistungen im Employee-Self-Service im Angebot. Hierzu zählen in Deutschland Anträge auf Elternzeit, Sonderurlaub oder eine Nebentätigkeit. Diese können, unterstützt durch ein strukturiertes Abfrageverfahren, online gestellt und digital verarbeitet werden.

Die neue Plattform ist derzeit in allen Ländern verfügbar, die von einem HR Global Business Services-Center betreut werden, und kann damit von dem überwiegenden Teil der Voith-Beschäftigten genutzt werden. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, in den kommenden zwei Jahren Schritt für Schritt alle Personalservices, die sich durch eine Digitalisierung optimieren lassen, auf die neue Plattform zu bringen.

Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben *

* Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte, freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.

Faire Arbeitsbedingungen sowie eine marktgerechte Vergütung sind eine Selbstverständlichkeit für Voith. Voith versteht sich als familienfreundliches Unternehmen. Dieses Selbstverständnis wird in unseren konzernweit gültigen Leitlinien für eine flexible und familienbewusste Arbeitskultur konkretisiert. Es ist unser erklärtes Ziel, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Arbeitsumfeld anzubieten, das sich möglichst flexibel ihrer jeweiligen Lebenssituation anpasst. Dazu gehören auch individuelle Arbeitsmodelle, die Beschäftigte in Absprache mit ihren Vorgesetzten vereinbaren können. Diese reichen von einer Kombination von "mobilem Arbeiten" und Anwesenheit im Betrieb über Teilzeitarbeit und Jobsharing bis hin zu flexiblen Urlaubsregelungen und Sabbaticals.

Vielfalt, Miteinbeziehung und Chancengleichheit *

* Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte, freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.

Als Arbeitgeber sieht sich Voith in der Verantwortung, allen Beschäftigten die gleichen Chancen und ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld zu bieten. Diese Haltung wurde im Berichtsjahr in Form einer von der Konzerngeschäftsführung unterzeichneten Erklärung zu Vielfalt, Miteinbeziehung und Chancengleichheit ("D&I Declaration") untermauert. Marginalspalte: Die D&I-Erklärung ist auf unserer Unternehmens-Website abrufbar unter: https://voith.com/corp-de/ueber-uns/diversity-and-inclusion.html

Seit dem Geschäftsjahr 2012/13 gibt es ein konzernweites Diversity-and-Inclusion-Programm (D&I-Programm) bei Voith. Wir verstehen unter Vielfalt ("Diversity") die Gesamtheit unserer Beschäftigten mit Unterschieden in Alter, Geschlecht, Nationalität, Bildungs- und beruflichem Hintergrund sowie allen anderen individuellen Unterschieden, beispielsweise in Bezug auf Religion, Kultur, Glaubensgrundsätze, sexuelle Orientierung, Behinderung oder den persönlichen und sozialen Hintergrund. Wir glauben, dass diese Dimensionen der Vielfalt, einschließlich unterschiedlicher Erfahrungen, Talente und Stärken, Ideenvielfalt hervorrufen. Miteinbeziehung ("Inclusion") ist für uns die Art und Weise, wie wir bei Voith zusammenarbeiten. Eine miteinbeziehende Unternehmenskultur ist eine Kultur, die von gegenseitigem Respekt, Wertschätzung und Chancengleichheit geprägt ist und die offen gegenüber unterschiedlichen Ideen und Perspektiven ist.

Das D&I-Programm umfasst neben der konsequenten Sensibilisierung der Führungskräfte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über Workshops und Awareness-Kampagnen auch die Optimierung unserer Prozesse, mit dem Ziel, unbewussten Denkmustern entgegenzuwirken. Dieses Jahr wurde in Deutschland ein Coaching-Format zum Thema Chancengleichheit für Führungskräfte und andere Multiplikatoren pilotiert. Zusätzlich steht Managern ein D&I-Toolkit zur Verfügung, das konkrete Ideen für die Arbeit in und Führung von Teams liefert. Als Unterzeichner der Charta der Vielfalt nimmt Voith seit 2019 am Deutschen Diversity-Tag teil. 2021 wurde dieser Tag zu einem globalen D&I-Monat ausgeweitet, in dem in regionalen und globalen, selbstgesteuerten Workshops miteinander und voneinander gelernt wurde.

Da Frauen in technischen Ausbildungsberufen und Studiengängen noch immer unterrepräsentiert sind, beschäftigen Technologieunternehmen in der Regel deutlich weniger Frauen als Männer. Der Anteil von Frauen an der Gesamtbelegschaft des Voith-Konzerns lag bei 18% (Vorjahr: 18%; Basis: Köpfe). Um den Frauenanteil und insbesondere den Anteil weiblicher Führungskräfte im Unternehmen zu steigern, setzen wir verschiedenste Maßnahmen um. Dazu zählen beispielsweise Personalmarketing-Aktivitäten, die darauf abzielen, Mädchen und Frauen für MINT-Berufe zu begeistern und Voith als attraktiven Arbeitgeber gerade auch für weibliche Kandidaten zu positionieren. Zudem haben wir uns auf allen Ebenen und für alle Regionen und Divisionen entsprechende Rekrutierungsziele gesetzt, die durch den Einsatz spezieller Rekrutierungsmethoden und -kanäle unterstützt werden. Des Weiteren arbeiten wir daran, Chancengleichheit in allen Phasen zu fördern, die ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin im Unternehmen durchläuft. Dies unterstützen auch interne regionale Frauennetzwerke mit verschiedenen Initiativen wie Mentoring-Programmen, Netzwerkveranstaltungen und Trainings.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement *

* Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte, freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz haben für uns höchste Priorität. Durch eine verantwortungsvolle Gestaltung der Arbeitsplätze und -prozesse wollen wir Unfälle und arbeitsbedingte Krankheiten bestmöglich vermeiden. Im Arbeitsschutz bauen wir auf unsere leistungsfähige HSE-Organisation (Health, Safety, Environment). Diese ist weitgehend dezentral strukturiert, wobei die HSE-Verantwortlichen der Konzernbereiche ihre Aktivitäten in einem zentralen Quality & HSE / Sustainability Board koordinieren und fachlich an den Global Head of Corporate HSE berichten. Das konzernweite IT-System hse+ unterstützt die Arbeit unserer HSE-Experten. Eine entsprechende Konzernrichtlinie dokumentiert die Rahmenbedingungen und Verantwortlichkeiten für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz; sie schreibt darüber hinaus verbindliche Mindestanforderungen und -standards für den Voith-Konzern fest und enthält grundlegende Prozess- bzw. Verfahrensanweisungen.

Das Arbeitssicherheitsprogramm von Voith bindet alle Beschäftigten ein. Informationen und Zielvorgaben werden kaskadenartig von der Geschäftsführung über die jeweiligen Führungskräfte bis auf Mitarbeiterebene übermittelt. Die personalverantwortlichen Führungskräfte schulen dabei ihre Teams und adressieren Sicherheitsthemen in regelmäßigen Besprechungen. Zentral vorgegebene Schulungsunterlagen unterstützen diesen Prozess.

Seit Implementierung unseres globalen Arbeitssicherheitsprogramms an all unseren Standorten konnten wir uns stark verbessern. Die nach internationalem Standard erhobene Frequency Rate, die Anzahl der Unfälle pro 1 Million Arbeitsstunden, haben wir ausgehend von 13,9 im Geschäftsjahr 2008/09 - das entspricht 921 meldepflichtigen Unfällen pro Jahr - deutlich reduziert. Im Berichtsjahr lag die Anzahl der Unfälle pro 1 Million Arbeitsstunden bei 2,1 (Vorjahr: 1,8), das bedeutet, es gab insgesamt 79 (Vorjahr: 68) Unfälle. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Frequency Rate der Unternehmen in der deutschen Berufsgenossenschaft Holz und Metall liegt bei 20,7. Die so genannte Severity Rate lag im Berichtsjahr bei 537 (Vorjahr: 455) Ausfallstunden je 1 Million Arbeitsstunden.

Trotz unserer enormen Anstrengungen und der messbaren Erfolge im Bereich Arbeitssicherheit wurde das Geschäftsjahr 2020/21 von einem tödlichen Arbeitsunfall überschattet. Das Unglück ereignete sich im Juli 2021 in einem Werk der im Vorjahr mehrheitlich übernommenen ELIN Motoren GmbH in Ungarn. Wir sind tief betroffen vom Tod unseres Kollegen. In Zusammenarbeit mit den Behörden vor Ort arbeiten wir den Vorfall gründlich und mit hoher Transparenz auf. Unser Augenmerk liegt dabei darauf, die genaue Ursache zu ermitteln und unsere Prozesse weiter zu optimieren. Entsprechende spezifische Maßnahmen werden an dem betroffenen Standort vorgenommen.

Auch wenn wir in der Vergangenheit viel erreicht haben, ist es wichtig, dass wir weiterhin einen starken und kompromisslosen Schwerpunkt auf strenge Arbeitssicherheitsmaßnahmen legen und immer wieder die Aufmerksamkeit der Beschäftigten auf dieses Thema lenken. Den jüngsten Anstieg der Frequency Rate und der Severity Rate haben wir beispielsweise zum Anlass genommen, im Berichtsjahr eine globale Awareness-Kampagne durchzuführen, die auf die Vermeidung von Handverletzungen abzielte. Handverletzungen sind laut einer internen Analyse eine der häufigsten Unfallursachen bei Voith.

Beim Gesundheitsschutz setzen wir in besonderem Maße auf Prävention. Dabei verfolgen wir einen regionalen Ansatz, um den heterogenen Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen. Egal, wo unsere Beschäftigten ihren Arbeitsplatz haben: Wir wollen, dass sie ihre Arbeitskraft erhalten und am Ende ihres Arbeitslebens gesund in den Ruhestand gehen können. Eine anhaltende Herausforderung für den betrieblichen Gesundheitsschutz stellt die Corona-Pandemie dar. Wir haben seit Anfang 2020 eine Vielzahl von Präventionsmaßnahmen ergriffen, um zum einen die Gesundheit unserer Beschäftigten bestmöglich zu schützen und zum anderen unseren Beitrag dazu zu leisten, die Pandemie einzudämmen. Eine wichtige Maßnahme im Geschäftsjahr 2020/21 bestand darin, unseren Beschäftigten an vielen Standorten ein Impfangebot zu machen und so die generelle Impfkampagne zu unterstützen und zu beschleunigen. Marginalspalte: Informationen zu unserem Corona-Krisenmanagement finden Sie gebündelt im Abschnitt I.7. dieses Lageberichts.

I.7. Corona-Krisenmanagement

* Die Inhalte dieses Abschnitts sind ungeprüfte, freiwillige Inhalte, die vom Abschlussprüfer kritisch gelesen wurden.

Proaktives Krisenmanagement

Das Geschäftsjahr 2020/21 ist das zweite, das wir unter dem Einfluss der Corona-Pandemie bewerkstelligt haben. Unser im Vorjahr installiertes Corona-Krisenmanagement wurde im Berichtsjahr weiterentwickelt und immer wieder flexibel an neue Gegebenheiten sowie lokale Anforderungen angepasst. Oberste Priorität bei der Krisenbewältigung haben für uns der Gesundheitsschutz unserer Beschäftigten und die Stabilisierung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens. Zudem fühlen wir uns verpflichtet, unsere gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen und unseren Beitrag zur Eindämmung der Pandemie zu leisten.

Das Corona-Krisenmanagement geschieht bei Voith auf mehreren Ebenen: Die Konzerngeschäftsführung steuert das Thema übergeordnet und befindet sich dabei in regelmäßiger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat. Bereits seit Januar 2020 besteht ein globales Corona-Krisenteam, das an die Konzerngeschäftsführung berichtet und konzernweit gültige Vorgaben und Empfehlungen entwickelt. Das globale Team befindet sich im engen Austausch mit den vier regionalen Krisenteams. Diese führen regionale und lokale Maßnahmen durch, teilweise unterstützt durch Standort-Krisenteams, die für alle größeren Standorte gebildet wurden. Die Krisenteams sind aus Vertretern verschiedener Unternehmensbereiche inklusive der zuständigen Betriebsräte zusammengesetzt, um einen möglichst umfassenden Blick auf die vielfältigen Aspekte des Krisenmanagements zu gewährleisten. Durch die dezentrale Krisenorganisation war es uns auch im Berichtsjahr möglich, bei Bedarf kurzfristig auf sich ändernde Lagen zu reagieren und etwa standortbezogene Maßnahmen zur Eindämmung des lokalen Infektionsgeschehens in der gebotenen Geschwindigkeit umzusetzen.

Letztlich sind in einer Krisensituation aber alle Kolleginnen und Kollegen gefordert, nicht nur diszipliniert die beschlossenen Maßnahmen umzusetzen und sich flexibel auf neue Anforderungen einzustellen, sondern auch mit Umsicht und Kreativität an der Lösung der Herausforderungen im täglichen Betrieb mitzuwirken. Daher ist die kontinuierliche transparente Information ein wichtiges Instrument unseres Krisenmanagements. Hierfür nutzen wir interne Kommunikationskanäle wie etwa CEO-Briefe und Intranet-News, Poster, Broschüren und Aushänge in Produktionsräumen sowie spezifisch an Führungskräfte gerichtete E-Mails. Darüber hinaus stehen alle relevanten Informationen und Verfahrensweisen auf Corona-Info-Sharepoints zum Abruf bereit, je nach Zugangsberechtigung für alle Beschäftigten oder bestimmte Personengruppen. Für medizinische Fragen und Fragen der Sicherheit haben wir Hotlines des arbeitsmedizinischen Dienstes und der HSE-Verantwortlichen geschaltet.

Präventiver Gesundheitsschutz

Wir haben eine Vielzahl von Präventionsmaßnahmen ergriffen, um zum einen die Gesundheit unserer Beschäftigten bestmöglich zu schützen und zum anderen unseren Beitrag dazu zu leisten, die Dynamik der verschiedenen Infektionswellen abzuschwächen.

Mit dem Ziel, die Anzahl der in den Betriebsstätten anwesenden Personen zu reduzieren, wurden die Möglichkeiten des mobilen Arbeitens bereits Anfang 2020 deutlich ausgeweitet. Viele Beschäftigte mit Bildschirmarbeitsplätzen verrichten seit Beginn der Pandemie mindestens einen Teil ihrer Arbeit mobil. Persönliche interne Meetings und Treffen mit externen Geschäftspartnern wurden weitestgehend durch Telefonkonferenzen und Online-Meetings ersetzt. Zudem gelten weltweite Reiserestriktionen, die sich nach den regional unterschiedlichen Gegebenheiten richten. Dienstreisen sind nur in wichtigen Fällen und unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften der jeweiligen Ein- und Ausreiseländer möglich.

Im Vorjahr stellte die kurzfristige und gleichzeitige Umstellung einer großen Anzahl von Beschäftigten auf mobiles Arbeiten eine große Herausforderung dar, die von unserem internen IT-Bereich erfolgreich bewältigt wurde. Mehrere tausend Kolleginnen und Kollegen, die bis zu diesem Zeitpunkt ausschließlich aus dem Büro gearbeitet hatten, wurden in kürzester Zeit befähigt, von außen sicher auf ihre Systeme, Dokumente und Daten zuzugreifen, um kommunikations- und arbeitsfähig zu bleiben. Hierzu wurde unsere Internet-Bandbreite signifikant gesteigert, die betroffenen Beschäftigten erhielten angemessenen Zugang zu den Voith-Systemen und entsprechenden IT-Support. Trotz der gebotenen Eile zielte unser akutes Krisenmanagement nicht nur auf eine schnelle und stabile IT-Infrastruktur ab, sondern legte auch größten Wert darauf, die Daten und Systeme von Voith technisch und organisatorisch zu schützen. Im Ergebnis konnte der Geschäftsbetrieb nahezu ohne Einschränkungen fortgeführt werden, und die Kommunikation mit internen und externen Ansprechpartnern lief reibungslos. Die Produktivität blieb hoch; Daten- und Systemsicherheit waren jederzeit gewährleistet. Die entsprechenden Prozesse sind schnell in einen Regelbetrieb übergegangen und längst Normalität geworden.

Für die an den Standorten verbleibenden Beschäftigten, in erster Linie aus Produktion und Logistik sowie zur Sicherung der Infrastruktur, wurden vielfältige Schutzmaßnahmen vor Ort zur weitestmöglichen Vermeidung des Ansteckungsrisikos eingeleitet. Wir achten auf die strikte Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln, sowohl an unseren eigenen Standorten wie auch beim Kunden. Darüber hinaus setzt Voith auf regelmäßige Testangebote und ausreichende Lüftungsintervalle. Dies alles dient dem Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie auch unseren Kunden und Partnern; es ist gleichzeitig die Voraussetzung dafür, dass wir Serviceleistungen und Baustellentätigkeiten ausführen und unsere Kunden so bei der Aufrechterhaltung ihrer Produktionen und Durchführung ihrer Projekte unterstützen können.

Eine wichtige Maßnahme des Gesundheitsschutzes im Geschäftsjahr 2020/21 bestand darin, unseren Beschäftigten an vielen Standorten ein Impfangebot zu machen und so die generelle Impfkampagne zu unterstützen und zu beschleunigen. Die Schutzimpfungen wurden dezentral gesteuert, auch abhängig von der Impfstoffverfügbarkeit im jeweiligen Land. Das Angebot wurde sehr gut angenommen: Allein in Deutschland haben wir rund 3.000 Impfdosen verabreicht. Auch Testungen, die beispielsweise im Falle von Dienstreisen in Risikogebiete von Voith durchgeführt und bezahlt werden, tragen dazu bei, das Infektionsgeschehen einzudämmen.

Abhängig vom lokalen Infektionsgeschehen und Impffortschritt hat sich die Präsenz in den Büros gegen Ende des Berichtsjahres an einigen Standorten wieder erhöht. Für Büro- und Konferenzräume sowie Flure und andere gemeinschaftlich genutzte Flächen wurden entsprechende Raumkonzepte umgesetzt. Darüber hinaus bestehen weiterhin alle organisatorischen und technischen Voraussetzungen, um wieder eine größere Anzahl von Beschäftigten mobil arbeiten zu lassen, sollte es lokal oder regional wieder erforderlich sein, die Anzahl der Kontakte zu beschränken.

Wir beobachten die Entwicklung weiterhin genau und informieren unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeitnah und proaktiv. Dabei halten wir uns an die Vorgaben der WHO und der nationalen Behörden, mit denen wir im direkten Kontakt stehen. Wir behalten uns vor, die Schutzmaßnahmen jederzeit lagebezogen zu verschärfen.

Stabilisierung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Angesichts der durch die Corona-Krise im Vorjahr ausgelösten globalen Rezession ist die Stabilisierung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unseres Unternehmens ein weiteres wichtiges Ziel unseres Krisenmanagements. Zur Stabilisierung der Umsatzseite galt es, unsere Aufträge zu bedienen und unseren Kunden auch unter Pandemiebedingungen mit Vor-Ort-Services zur Seite zu stehen. Eine wichtige Vorausetzung zur Aufrechterhaltung unserer Produktion war neben der Anwendung unserer Hygiene- und Schutzkonzepte auch die Sicherung unserer Beschaffung. Als die weltweiten Lieferketten durch Lockdowns und Kontaktbeschränkungen in der ersten Jahreshälfte 2020 gestört waren, erarbeiteten wir zunächst - im engen Austausch mit unseren Lieferanten - kurzfristig individuelle Lösungen für die Akutphase. Im Ergebnis war unsere Lieferfähigkeit grundsätzlich gewährleistet, wenngleich es teilweise zu zeitlichen Verzögerungen kam. Die Pandemie hat jedoch Lieferketten auch mittelfristig störanfälliger gemacht. Daher haben wir anschließend auf Basis einer systematischen Analyse der kritischen Wertschöpfungsketten ein Konzept zur stärkeren Sicherung derselben umgesetzt. So begegneten wir Lieferengpässen bei Rohstoffen und Komponenten sowie steigenden Logistikkosten infolge der Pandemie im Berichtsjahr mit einer weiteren Diversifizierung und Lokalisierung der Lieferketten.

Um den rezessionsbedingten Umsatzrückgang zumindest teilweise zu kompensieren, wurden kurzfristige Kosteneinsparmaßnahmen durchgeführt, die beispielsweise Beratungs- und Reisekosten betrafen. Darüber hinaus wurden staatliche Unterstützungsprogramme wie zum Beispiel das Kurzarbeitergeld in Deutschland und ähnliche Angebote in anderen Ländern, wo sinnvoll und möglich, genutzt. Längerfristig angelegte Effizienzsteigerungsmaßnahmen, wie etwa die Verschlankung der administrativen Funktionen, wurden wie geplant durchgeführt. Dabei haben wir bewusst auch in der Krise weiter in die Zukunft unseres Unternehmens investiert: in die Erschließung neuer Geschäftsfelder und Märkte, Forschung und Entwicklung, Firmenkäufe und strategische Projekte zur Weiterentwicklung unseres Unternehmens.

Gesellschaftliche Verantwortung

Neben der Sicherung der eigenen Unternehmensinteressen wollen wir auch unsere gesellschaftliche Verantwortung bei der Eindämmung der Pandemie und Bewältigung der weltweiten Krise wahrnehmen. Wir sehen die Corona-Schutzimpfung als wichtige präventive Schutzmaßnahme im Kampf gegen Covid-19. Daher unterstützen wir die generelle Impfkampagne an vielen Standorten mit eigenen Impfangeboten für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Darüber hinaus gab es diverse lokale Initiativen unseres Unternehmens, häufig getragen durch hohes persönliches Engagement von Voithianerinnen und Voithianern. Einige davon sind im Folgenden beispielhaft genannt. Nach Ausbruch des Coronavirus in China galt die Hilfsbereitschaft zunächst den Kolleginnen und Kollegen sowie der Bevölkerung am Voith-Standort in Kunshan. So wurden im Februar 2020 in einer konzertierten Aktion von Voith-Standorten in Deutschland, Indonesien, Malaysia, Japan, der Türkei und den USA Atemschutzmasken und andere medizinische Hilfsgüter wie Schutzanzüge und -brillen beschafft und nach Kunshan versendet. Vor Ort wurden sie zum Teil an die Beschäftigten von Voith verteilt und zum Teil an die lokale Regierung zur Ausstattung der medizinischen Helfer übergeben.

An unserem deutschen Stammsitz Heidenheim unterstützte Voith im Frühjahr 2020, als erhebliche Lieferengpässe bei medizinischem Equipment bestanden und finanzielle Engpässe bei Krankenhäusern drohten, das örtliche Klinikum: So haben wir im März 2020 20.000 im Unternehmen bevorratete OP-Masken an das Krankenhaus gespendet. Zudem hat Voith im April zusammen mit der Hanns-Voith-Stiftung ein dringend benötigtes stationäres Versorgungsaggregat finanziert, das 84 Betten mit Sauerstoff versorgen kann und somit schwer an Covid-19 erkrankten Menschen zugutekommt.

In Brasilien, am Voith-Standort Sao Paulo, wurden im April 2020 ebenfalls über 10.000 OP-Masken an ein Krankenhaus in der Region übergeben. Für seine eigenen Beschäftigten beauftragte Voith örtliche Nähereien und Handwerksbetriebe mit der Herstellung von 1.500 Stoffmasken. Darüber hinaus wurden auf Initiative von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Standort Sao Paulo mehrfach Lebensmittel an bedürftige Anwohner in der Nähe des Voith-Werks verteilt. Zuletzt wurden im Juni 2021 sechs Tonnen Lebensmittel an verschiedene Einrichtungen in der Region übergeben, die damit Menschen in Not halfen. Die Lebensmittel wurden finanziert durch Spenden der Voith-Beschäftigten, denen das Unternehmen eine Spende in gleicher Höhe hinzufügte.

An verschiedenen nordamerikanischen Standorten engagierten sich Voithianer und Voithianerinnen in ihren lokalen Gemeinden. Beispielsweise wurden Beschäftigte unseres US-amerikanischen Standorts West Monroe aktiv, als sie erfuhren, dass die Menschen in einem örtlichen Seniorenheim an Weihnachten 2020 aufgrund der Kontaktbeschränkungsmaßnahmen weder Besuche noch Geschenke erhalten würden. Sie erfüllten die Wunschzettel vieler Bewohner und halfen, die gespendeten Geschenke in einem coronakonformen Verfahren an die Empfänger zu überreichen. Außerdem beteiligten sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den USA im Berichtsjahr an diversen Blutspendeaktionen.

Resilienz von Organisation und Geschäftsmodell unter Beweis gestellt

Bislang haben wir die Corona-Krise gut bewältigt. Als vorläufiges Fazit lässt sich festhalten:

1.

Voith ist bisher besser durch die Krise gekommen, als bei Ausbruch der Pandemie zu erwarten war.

2.

Wir sind der Verantwortung gegenüber unseren Beschäftigten - zum Schutze ihrer Gesundheit und ihrer Arbeitsplätze - gerecht geworden.

3.

Wir haben uns in der Krise als verlässlicher Partner für unsere Kunden präsentiert.

Der Geschäftsbetrieb und die Produktion konnten - mit nur wenigen, durch staatliche Vorgaben bedingten Unterbrechungen an einzelnen Standorten in der ersten Jahreshälfte 2020 - aufrechterhalten werden. So haben wir unsere Aufträge weitestgehend in gewohnter Zuverlässigkeit ausgeführt und auch unser Servicegeschäft aufrechterhalten.

4.

Die Ertragslage profitierte von der breiten sektoralen und geografischen Aufstellung des Unternehmens und der gefestigten Marktposition in allen drei Konzernbereichen: Die Umsatzeinbußen hielten sich in Grenzen, auch korrigiert um M&A-Effekte. Obwohl wir auch in der Krise in die Zukunft unseres Unternehmens investiert haben, hat Voith auch in den Geschäftsjahren 2019/20 und 2020/21 schwarze Zahlen geschrieben, sowohl beim EBIT als auch beim Konzernergebnis nach Steuern. Allerdings liegen wir beim Ergebnis unter Vorkrisenniveau.

5.

Was die Finanz- und Liquiditätslage angeht, hat sich Voith als krisensicher erwiesen. Eine solide Bilanz und gesicherte Finanzierungslinien waren der Garant dafür, dass an keinem Punkt des von der Corona-Pandemie überschatteten Zeitraums ein Liquiditätsengpass eingetreten ist.

6.

Wir haben die Chancen genutzt, die der Ende 2020 begonnene globale Aufschwung mit sich bringt. Bereits im Geschäftsjahr 2020/21 lag der Auftragseingang über Vorkrisenniveau. Der Auftragsbestand ist zum Berichtsjahresende auf einem Allzeithoch, wird sich aber erst sukzessive in Umsatzzuwächsen niederschlagen.

7.

Die Resilienz unseres Geschäftsmodells und unserer Organisation, die wir in den vergangenen zwei Jahren unter Beweis gestellt haben, ist eine wichtige Voraussetzung für eine nachhaltig positive Geschäftsentwicklung.

II. WIRTSCHAFTSBERICHT

II.1. Gesamtaussage

Robuste Entwicklung: Auftragseingang um 24% gewachsen, Umsatz leicht über Vorjahr, EBIT trotz pandemiebedingter Einschränkungen deutlich gesteigert

Die Voith Group blickt auf ein herausforderndes Geschäftsjahr 2020/21 (1. Oktober 2020 bis 30. September 2021) zurück - das zweite unter dem Einfluss der Corona-Pandemie. Zwar setzte nach der globalen Rezession des Vorjahres im Berichtsjahr eine allmähliche Erholung vieler Branchen ein, jedoch war das gesamtwirtschaftliche Umfeld weiterhin von den durch die Pandemie ausgelösten Disruptionen gekennzeichnet. Hierzu zählen insbesondere Lieferkettenstörungen sowie Engpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten, die sich in erhöhten Logistikkosten und steigenden Materialpreisen niederschlugen.

Voith nutzte die Chancen der wirtschaftlichen Erholung und steigerte seinen Auftragseingang um nahezu 1 Mrd. € oder 24% auf 5,0 Mrd. €. Alle drei Konzernbereiche erzielten Auftragseingänge, die über unseren Erwartungen lagen. Am stärksten wuchs der Konzernbereich Paper (+35%), der in einem äußerst investitionsintensiven Jahr der Papierindustrie erfolgreich am Markt agierte. Der Auftragsbestand des Voith-Konzerns stieg auf Rekordniveau und lag zum Geschäftsjahresende am 30. September 2021 bei über 6,2 Mrd. €.

Aufgrund der langen Vorlaufzeiten der Projekte im Anlagenbau wird sich der im Berichtsjahr erreichte hohe Auftragsbestand erst sukzessive in Umsatzzuwächsen niederschlagen. Im Geschäftsjahr 2020/21 führten pandemiebedingte operative Einschränkungen wie Reiserestriktionen und Zugangsbeschränkungen auf Baustellen zu Verzögerungen in der Projektrealisierung und beeinträchtigten auch das Servicegeschäft. Der Konzernumsatz stieg, begünstigt durch Konsolidierungseffekte aus den im Vorjahr getätigten Akquisitionen, um 2% (währungsbereinigt um 4%) auf 4,3 Mrd. € und lag damit im Rahmen unserer Erwartungen.

Das EBIT ist um 18% gegenüber dem Vorjahr gestiegen und lag mit 165 Mio. € über Plan. Die Rentabilitätskennzahlen Umsatzrendite (3,9%) und ROCE (8,8%) erhöhten sich analog. Die operative Ergebnissteigerung resultiert im Wesentlichen aus einem EBIT-Zuwachs im Konzernbereich Paper. Einen positiven Einfluss auf das operative Ergebnis hatte auch die Verschlankung der administrativen Funktionen.

Das Ergebnis vor Steuern aus fortgeführten Aktivitäten stieg um 9% auf 80 Mio. €. Das Konzernergebnis nach Steuern lag bei 1 Mio. € und damit leicht unter Vorjahresniveau (Vorjahr: 6 Mio. €). Wesentlicher Grund ist ein erhöhter Steueraufwand, der aus latenten Steuern resultiert.

Trotz des weiterhin sehr herausfordernden Marktumfelds haben wir im Geschäftsjahr 2020/21 erneut signifikante Zukunftsinvestitionen getätigt. Hohe Priorität haben dabei die Ausrichtung des Voith-Konzerns auf industrielle Nachhaltigkeit und die strategische wie technologische Weiterentwicklung des Voith-Produktportfolios. So haben wir unseren F&E-Aufwand hoch gehalten und dabei nicht nur einzelne Produktinnovationen, sondern auch die Entwicklung von Grundlagentechnologien zur Erschließung strategischer Wachstumsfelder vorangetrieben. Darüber hinaus haben wir in unsere Organisation investiert: in die Digitalisierung unserer Geschäftsprozesse, die Optimierung unserer internen Strukturen und die Weiterentwicklung unserer Unternehmenskultur. Ein wichtiges mehrjähriges Projekt, das wir im Berichtsjahr mit hohem Engagement weiterverfolgt haben, betrifft die Einführung eines konzernweit einheitlichen ERP-Systems.

Die Vermögens- und Finanzlage des Voith-Konzerns ist weiterhin sehr solide. Die Eigenkapitalquote lag am Berichtsjahresende bei 19,8% (Vorjahr: 20,8%). Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit war mit 144 Mio. € deutlich positiv, lag vor dem Hintergrund eines erhöhten Vorratsvermögens und Forderungsbestands jedoch unter dem Vorjahreswert (Vorjahr: 234 Mio. €). Der Gesamt-Cashflow fiel mit -89 Mio. € (Vorjahr: 200 Mio. €) negativ aus. Eine wesentliche Ursache war der Rückgang der Darlehensaufnahmen, deren Niveau im Vorjahr als Folge der Finanzierung von Unternehmenserwerben außerordentlich hoch war. Daneben war die planmäßige Tilgung von Darlehen ursächlich für den Rückgang des Gesamt-Cashflows.

Die Nettoliquidität, definiert als Differenz zwischen liquidierbaren finanziellen Vermögenswerten und zinstragenden Finanzverbindlichkeiten (ohne Berücksichtigung von Leasingverbindlichkeiten), liegt auch nach den letzten Kaufpreiszahlungen aus der Akquisitionstätigkeit des Vorjahres weiterhin auf gutem Niveau und betrug zum 30. September 2021 -5 Mio. € (Vorjahr: 71 Mio. €). Die stabile Liquiditätsposition aus eigenen Bankguthaben und bestehenden Kreditvereinbarungen gibt uns ausreichend Spielraum, weiter in unsere Zukunft zu investieren und wichtige strategische Themen voranzutreiben.

Insgesamt ist Voith bisher besser durch die Krise gekommen, als bei Ausbruch der Corona-Pandemie zu erwarten war. Die Umsatzeinbußen gegenüber dem Vorkrisenjahr 2018/19 hielten sich - dank der breiten sektoralen und geografischen Aufstellung des Unternehmens und der gefestigten Marktposition in allen drei Konzernbereichen - in Grenzen. In beiden von der Pandemie und ihren gesamtwirtschaftlichen Folgen überschatteten Geschäftsjahren haben wir schwarze Zahlen geschrieben. Der Auftragsbestand ist zum Geschäftsjahresende auf einem Allzeithoch. Auch nach intensiven Investitionen ist die Liquiditätslage - dank einer soliden Bilanz und langfristig gesicherter Finanzierungslinien - stabil und krisensicher. Vor dem beschriebenen Hintergrund sehen wir verhalten optimistisch in die Zukunft und prognostizieren für das Geschäftsjahr 2021/22 trotz weiterhin herausfordernder Rahmenbedingungen ein leichtes Umsatzwachstum und eine steigende Profitabilität.

II.2. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Weltwirtschaft auf holprigem Erholungspfad

Nach der durch die Corona-Pandemie verursachten globalen Rezession im Vorjahr befand sich die Weltwirtschaft im Geschäftsjahr 2020/21 auf Erholungskurs. Dabei wurden einige Länder von heftigen zweiten und dritten Infektionswellen getroffen, die erneute Lockdowns erforderten. Mit zunehmendem Impffortschritt vollzog sich sukzessive eine Öffnung der meisten Volkswirtschaften. Nichtsdestotrotz war das gesamtwirtschaftliche Umfeld weiterhin von den durch die Pandemie ausgelösten Disruptionen gekennzeichnet. Hierzu zählten insbesondere Lieferkettenstörungen, Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage sowie Engpässe bei Rohstoffen, Vorprodukten und Komponenten.

Für das Gesamtjahr 2021 prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem World Economic Outlook (WEO) vom Oktober 2021 ein Weltwirtschaftswachstum von 5,9%. Diese Annahme ist optimistischer als die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung unseres Geschäftsberichts 2020 vorliegenden Konjunkturprognosen. Und auch der Einbruch der globalen Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 ist mit -3,1% glimpflicher ausgefallen als im Herbst 2020 erwartet. Zu der über den Erwartungen liegenden Entwicklung haben umfangreiche staatliche Hilfs- und Konjunkturpakete beigetragen, die die ökonomischen Auswirkungen der Corona-Pandemie abmilderten.

In allen Regionen und Ländern wird das Bruttoinlandsprodukt 2021 voraussichtlich steigen, jedoch fallen die Wachstumsraten unterschiedlich hoch aus.

Innerhalb der Industrieländer entwickelt sich die US-amerikanische Wirtschaft besonders gut. Der Rückgang im Jahr 2020 fiel geringer aus als in den meisten anderen westlichen Volkswirtschaften, und dank einer früh einsetzenden Impfkampagne und eines umfangreichen Fiskalpakets wird das Bruttoinlandsprodukt der USA im Jahr 2021 nach IWF-Prognosen um 6,0% wachsen und das Vorkrisenniveau des Jahres 2019 bereits wieder übertreffen. In der Eurozone fiel der Einbruch 2020 stärker aus, und die Erholung verläuft, trotz eines 2020 beschlossenen umfangreichen Investitionspakets, langsamer als in den USA. Deutschland als exportorientierte Volkswirtschaft mit starker Fertigungsindustrie reagiert besonders empfindlich auf Störungen der weltweiten Lieferketten und Handelsströme sowie auf Rohstoff- und Materialengpässe. Hier wird für 2021 mit einem im Vergleich zur globalen Entwicklung unterdurchschnittlichen Wachstum gerechnet.

In den Emerging Markets sticht China hervor: Als einzige große Volkswirtschaft verzeichnete China im Krisenjahr 2020 insgesamt ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, und für 2021 wird eine deutlich über dem globalen Durchschnitt liegende Wachstumsrate erwartet (IWF-Prognose für 2021: +8,0%). Die ASEAN-5-Länder bleiben deutlich hinter dieser Entwicklung zurück. Indiens Wirtschaft erlebte 2020 nach einem extrem strengen und langen Lockdown einen historischen Konjunktureinbruch und wurde im Frühjahr 2021 heftig von einer zweiten Corona-Infektionswelle getroffen. Dank starker Aktivität nach den Lockdowns wird für 2021 eine Steigerungsrate über dem globalen Durchschnitt (+9,5%) erwartet, allerdings auf niedrigem absoluten Niveau. In Brasilien traf die Pandemie auf eine seit längerem angeschlagene und instabile Wirtschaft. Das Land profitiert 2021 von dem globalen Aufschwung in der Fertigungsindustrie und gestiegenen Rohstoffpreisen, wächst aber voraussichtlich mit einer geringeren Rate (+5,2%) als der globale Durchschnitt.

Maschinen- und Anlagenbau im Aufschwung

Nach dem coronabedingten massiven Einbruch im Vorjahr verzeichnete der Maschinen- und Anlagenbau im Berichtsjahr ein spürbares Wachstum. So entwickelten sich die wesentlichen Kennzahlen der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer nach Angaben des zuständigen Verbandes VDMA im Berichtsjahr deutlich positiv. In den ersten sieben Monaten (Januar-Juli) des Kalenderjahres 2021 stieg der Auftragseingang um 32%, getrieben durch eine starke Exportnachfrage. Die reale Produktion wuchs im gleichen Zeitraum um 7,1%, für das Gesamtjahr 2021 prognostizieren die VDMA-Volkswirte ein Plus von rund 10%. Damit würde der Produktionswert im deutschen Maschinenbau leicht unterhalb des Vorkrisenniveaus liegen. Die Kapazitätenauslastung lag im Juli 2021 bei knapp 89% (Vorjahr: 76%). Allerdings hat sich das Geschäftsklima für den Maschinen- und Anlagenbau angesichts der sich verschärfenden Engpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten zuletzt eingetrübt.

Unterschiedliche starke Erholungstendenzen in den fünf Voith-Märkten

Die fünf Zielmärkte, die von Voith bedient werden, zeigten im Geschäftsjahr 2020/21 Anzeichen der Erholung, die unterschiedlich stark ausfielen. Besonders positiv entwickelten sich die Märkte Papier und Rohstoffe sowie das Nutzfahrzeugsegment im Transport- & Automotive-Markt - diese bewegten sich im Berichtsjahr über Vorkrisenniveau. Vor allem in der Öl- und Gasindustrie wirkt der historische Einbruch des Vorjahres, trotz deutlich erhöhter Preise, spürbar nach.

Energie: erneuerbare Energien dominieren Ausbau der Stromerzeugungskapazitäten

Der Energiemarkt umfasst die Umwandlung verschiedenster primärer Energieträger, zum Beispiel Wasserkraft und Wind oder auch Kohle und Gas, in Elektrizität wie auch verschiedene Speicherformen. Dieser Markt wird von den Konzernbereichen Hydro und Turbo (Division Industry) bedient.

Der weltweite Stromverbrauch, der ausgelöst durch den Einbruch der wirtschaftlichen Aktivität in der ersten Jahreshälfte 2020 zurückgegangen war, ist im Geschäftsjahr 2020/21, getrieben durch eine starke Nachfrage aus China, gestiegen. Die International Energy Agency (IEA) geht davon aus, dass der globale Stromverbrauch bereits 2021 spürbar über dem Niveau von 2019 liegen wird, in den Industrieländern bleibt er allerdings voraussichtlich noch unter Vorkrisenniveau. Mittelfristig wird der Strombedarf aufgrund einer zunehmenden Elektrifizierung aller Lebensbereiche weiter steigen.

Gut die Hälfte des für 2021 erwarteten Zuwachses bei der Stromerzeugung stammt aus erneuerbaren Energiequellen. Die konventionelle Stromerzeugung steigt 2021 zwar gegenüber dem Krisenjahr 2020 ebenfalls an, liegt nach IEA-Prognosen aber allenfalls auf dem Niveau von 2019 (Kohle, Gas) oder sogar darunter (Öl, Nuklearenergie). Damit setzt sich der langfristige Trend hin zu erneuerbaren Energien fort; ihr Anteil an der globalen Stromerzeugung wächst 2021 laut IEA-Schätzung auf nahezu 30%.

Erneuerbare Energien dominieren auch die Investitionen in neue Stromerzeugungskapazitäten. Laut IEA-Schätzungen fließen 2021 70% aller Investitionen für den Ausbau der Stromerzeugungskapazitäten in erneuerbare Energien. Im Wasserkraftbereich kann das Marktvolumen aufgrund des hohen Investitionsumfangs einzelner Wasserkraftprojekte von Jahr zu Jahr stark schwanken. Im Geschäftsjahr 2020/21 ist das für den Konzernbereich Hydro relevante Vergabevolumen im Vergleich zu dem niedrigen Vorjahreswert leicht gestiegen, blieb aber deutlich unter Vorkrisenniveau. In dem für den Konzernbereich Turbo relevanten Markt für konventionelle Kraftwerkstechnik sind die Investitionen im Berichtsjahr von einem niedrigen Niveau kommend leicht gestiegen.

Öl & Gas: spürbare Erholung der Preise, Investitionen unter Vorkrisenniveau

Der Öl- & Gas-Markt umfasst drei Bereiche: im Upstream-Bereich die Förderung von Rohöl und Erdgas, im Midstream-Bereich den Rohstofftransport insbesondere über Pipelines oder Tankschiffe und im Downstream-Bereich die Verarbeitung von Rohöl und Erdgas zu verschiedenen Kraftstoffen oder Grundstoffen für die Chemieindustrie. Die Division Industry des Konzernbereiches Turbo beliefert alle Segmente dieses Marktes mit anwenderspezifischen Produkten und Dienstleistungen.

Nach dem Einbruch im Vorjahr haben sich die Preise für Öl und Gas deutlich erholt. Der Rohölpreis, der im April 2020 auf unter 20 USD gefallen war, stieg im Geschäftsjahr 2020/21 rasant an. Ausgehend von Werten um die 40 USD im Oktober 2020 erhöhte sich der Preis für ein Barrel Brent-Öl bis Anfang März 2021 auf knapp 70 USD und lag damit bereits über Vorkrisenniveau. In der zweiten Geschäftsjahreshälfte bewegte sich der Brent-Öl-Preis, mit zeitweisen Rückschlägen, auf die 80-USD-Marke zu und lag zum Geschäftsjahresende bei gut 78 USD. Der Ölpreis reagierte auf die mit der globalen Erholung einhergehende Belebung der Ölnachfrage sowie auf die Produktionsbeschränkung der OPEC und ihrer Partner (OPEC+). Die Ölnachfrage liegt 2021 allerdings noch unter Vorkrisenniveau und wird nach Schätzungen der International Energy Agency (IEA) erst 2023 wieder auf das Niveau von 2019 steigen.

Auch die Erdgaspreise zogen im Berichtsjahr deutlich an. So ist beispielsweise der Henry-Hub-Gaspreis (USA) im Laufe des Geschäftsjahres 2020/21 um über 80% gestiegen und lag Ende September 2021 bei 5,76 USD je eine Million British Thermal Units. Ursachen für den Preisanstieg waren neben der allgemeinen Konjunkturbelebung insbesondere ein kalter Winter sowie Unterbrechungen in den Lieferketten.

Die Preise für Öl und Gas determinieren die Ertragssituation der im Öl- & Gas-Markt tätigen Unternehmen und beeinflussen damit auch das Geschäft von Voith Turbo in diesem Industriezweig. Der historische Markteinbruch der Öl- und Gasindustrie im Jahr 2020 wirkt in den aktuellen Strategien und Finanzplänen der Marktteilnehmer nach. Branchenanalysten gehen davon aus, dass die Upstream-Investitionen - nach einem Rückgang um ein Drittel im Vorjahr - 2021 um rund 10% steigen werden. Damit sind sie noch weit vom Vorkrisenniveau entfernt. In der Raffineriebranche löste das äußerst schwierige Jahr 2020 eine Welle von Schließungsankündigungen in den reifen Volkswirtschaften aus, während in den Entwicklungsländern Asiens und des Nahen Ostens die Pläne zum Ausbau der Raffinerien weiterverfolgt wurden. Insgesamt dürften die Investitionen in Raffinerien 2021 leicht steigen.

Papier: Corona-Krise beschleunigt Strukturwandel

Der Papiermarkt umfasst alle Bereiche der Papierherstellung: von der Stoffaufbereitung über die Papierherstellung - inklusive der Oberflächenveredelung durch Kalandrieren und Streichen - bis hin zur Aufrollung der Papierbahnen. Der Konzernbereich Paper bedient diesen Markt für alle Papiersorten: Karton und Verpackungspapiere, Hygienepapiere (Tissue), Spezialpapiere sowie grafische Papiere. Das Angebotsspektrum umfasst Neuanlagen und Umbauten gesamter Produktionsanlagen, Automatisierungstechnologie und Digitalisierungslösungen, Teilumbauten, Services und Ersatzteile, Optimierungsprodukte, Walzenbezüge und Bespannungen, die Aufbereitung von Primär- (Zellstoff) und Sekundärfasern (Altpapier) sowie Anlagen zur Abwasserbehandlung.

Im Berichtsjahr ist die weltweite Papierproduktion, nach dem rezessionsbedingten Rückgang im Vorjahr, wieder leicht gestiegen. Für das Gesamtjahr 2021 wird von Branchenanalysten eine Produktionsmenge erwartet, die in etwa auf Vorkrisenniveau liegt. Dabei hat die Corona-Krise den Strukturwandel forciert. Den stärksten Produktionszuwachs verzeichneten Karton und Verpackungspapiere infolge des durch die Pandemie nachhaltig veränderten Einkaufsverhaltens, das mit einem beschleunigten Anstieg des Online-Versandhandels einhergeht; grafische Papiere blieben dagegen aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung des Alltags in etwa auf dem niedrigen Niveau des Jahres 2020. Die Produktion von Hygienepapieren und Spezialpapieren nahm leicht zu. Marktanalysten prognostizieren, dass sich diese Trends fortsetzen werden. Für alle Sorten außer grafischen Papieren wird 2022 mit weiteren Zuwächsen gerechnet.

Aufgrund der gestiegenen Produktionszahlen nahm die Nachfrage nach Verbrauchsmaterialien und Serviceangeboten im Berichtsjahr zu. Allerdings war die operative Durchführung des Aftermarket-Business weiterhin beeinträchtigt durch pandemiebedingte Reiserestriktionen, Lockdowns und sonstige Kontaktbeschränkungen. Im Markt für Neumaschinen und Umbauten wurden in steigendem Umfang Investitionen getätigt, insbesondere im Verpackungspapier-Segment. Auch in den Bereichen Spezialpapiermaschinen und Nonwovens (Vliesstoffe) wurde wieder vermehrt investiert. Die wichtigsten regionalen Märkte waren Asien und EMEA. Hierbei gab es in China zum einen eine besonders hohe Nachfrage nach Kartonmaschinen; zum anderen war China eines der wenigen Länder, in denen grafische Papiermaschinen nachgefragt wurden.

Rohstoffe: Nachfrageboom und hohe Preise stimulieren Investitionstätigkeit

Unter Rohstoffen verstehen wir aus der Erde gewonnene Gesteine und Mineralien wie Kupfer, Eisenerz und Kohle sowie andere geologische Stoffe, zum Beispiel als Baustoffe genutzte Sedimente. Die Rohstoffe Öl und Gas dagegen betrachten wir separat im Rahmen des Öl- & Gas-Marktes. Das für Voith relevante Segment des Rohstoffmarktes ist der Bergbausektor, der vom Konzernbereich Turbo (Division Industry) beliefert wird.

Der Rohstoffmarkt, der im Vorjahr hart von einem rezessionsbedingten Nachfrage- und Preisrückgang getroffen war, hat sich im Berichtsjahr deutlich erholt. Aufgrund der mit dem globalen Aufschwung einhergehenden starken Nachfrage und zeitweiser Lieferengpässe erhöhten sich die Preise für Metalle und Kraftwerkskohle signifikant und lagen über Vorkrisenniveau. Expertenschätzungen gehen davon aus, dass die Preise für Kraftwerkskohle 2021 um rund 30% steigen und sich 2022 stabilisieren. Bei Kupfer und Eisenerz sollen die Preise 2021 um 38% bzw. 24% über Vorjahr liegen, für 2022 wird allerdings ein spürbarer Rückgang der Metallpreise erwartet. Getrieben wird die Preisentwicklung insbesondere durch eine starke Rohstoffnachfrage aus China.

Vor dem Hintergrund des Nachfragebooms und im Vorjahr aufgeschobener Investitionen war die Investitionstätigkeit der Bergbauindustrie im Berichtsjahr hoch.

Transport & Automotive: Nutzfahrzeugsegment mit unerwartet positiver Entwicklung

Der Transport- & Automotive-Markt umfasst vielfältige Transportwege und die auf ihnen benutzten Fortbewegungsmittel für Menschen und Güter. Der Konzernbereich Turbo (Division Mobility) bedient diesen vielfältigen Markt als Spezialist für intelligente Antriebstechnik, Systeme sowie maßgeschneiderte Serviceleistungen für die Nutzfahrzeugindustrie, den Schienensektor und den Marinebereich.

Nach dem coronabedingten Rückgang im Jahr 2020 hat sich der Lkw-Markt, stimuliert durch staatliche Konjunkturpakete, früher erholt als erwartet: Die weltweite Produktion von mittleren (6-15 Tonnen) und schweren (> 15 Tonnen) Lkw ist im Berichtsjahr leicht gestiegen. Antizyklisch entwickelte sich der große chinesische Truck-Markt. Er war ab der zweiten Jahreshälfte 2021 rückläufig, nachdem er 2020 und im ersten Halbjahr 2021, bedingt durch vorgezogene Investitionen, ein dynamisches Wachstum gezeigt hatte. Triebfeder der Sonderkonjunktur im Vorjahr war neben der Einführung der China-VI-Abgasnorm ein staatliches Flottenerneuerungsprogramm. Im Busmarkt, der 2020 um rund ein Drittel eingebrochen war, sind die Produktionszahlen 2021 leicht gestiegen, blieben allerdings weit hinter Vorkrisenniveau zurück.

Die coronabedingten Einbußen vor allem im Personenschienenverkehr wirken sich aufgrund der langen Vorlaufzeiten in der Beschaffung mit Zeitverzögerung im Markt für Schienenfahrzeuge aus, waren im Berichtsjahr aber bereits spürbar. Mittelfristig herrscht Unsicherheit über mögliche Kürzungen öffentlicher Investitionen aufgrund der im Zuge der Corona-Hilfsmaßnahmen belasteten öffentlichen Haushalte. Der langfristige, durch den Klimaschutz getriebene Wachstumstrend im Schienenmarkt ist jedoch ungebrochen. Zusätzliche Chancen bieten die Digitalisierung des Bahnverkehrs und die Vereinheitlichung des europäischen Schienenverkehrs. Durch die in den vergangenen Jahren vollzogene Konsolidierung bei Herstellern von Schienenfahrzeugen und Bahntechnologie nimmt die Wettbewerbsintensität unter den Zulieferern weiter zu.

Der Marinemarkt bewegt sich weiterhin auf niedrigem Niveau. Dabei hat die Nachfrage nach Transportschiffen dank des gestiegenen Gütertransports im Berichtsjahr wieder etwas zugenommen. Schwierig blieb die Lage bei Passagierschiffen und Fähren sowie bei Schleppern. Wachstumsimpulse zeigten sich bei Spezialschiffen für den Service von Offshore-Anlagen.

In fast allen Segmenten des Transport- & Automotive-Marktes ist ein Trend zu Elektro- bzw. Hybridantrieben und sonstigen umweltfreundlichen Technologien zur Erfüllung der Klimaziele sowie zu digitalen Lösungen zu beobachten.

II.3. Geschäftsverlauf im Konzern

II.3.1. Wesentliche Ereignisse

Im Berichtsjahr wurde innerhalb der Konzerngeschäftsführung die Funktion des Chief Technology Officer (CTO) neu geschaffen. Als CTO wurde mit Wirkung zum 1. Dezember 2020 Dr. Stefan Kampmann berufen, der zuvor in gleicher Funktion für die Osram Group tätig war. Dr. Stefan Kampmann zeichnet verantwortlich für die technologische Weiterentwicklung des Voith-Konzerns. Dies beinhaltet auch den früheren Konzernbereich Digital Ventures, der als konzernbereichsübergreifende Funktion in Kampmanns Geschäftsführungsressort "Innovation & Technology" eingegliedert wurde.

Darüber hinaus gab es einen Wechsel innerhalb der Konzerngeschäftsführung: Mit Wirkung zum 1. Juni 2021 wurde Cornelius Weitzmann zum Vorsitzenden der Geschäftsleitung von Voith Turbo sowie zum Mitglied der Konzerngeschäftsführung der Voith Group berufen. Er folgt auf Dr. Uwe Knotzer, der das Unternehmen zum 31. Mai 2021 auf eigenen Wunsch verlassen hat. Cornelius Weitzmann ist seit 2007 für die Voith Group tätig, zuletzt als Leiter der Division Mobility im Konzernbereich Turbo.

Dr. Stefan Kampmann und Cornelius Weitzmann berichten direkt an Dr. Toralf Haag, CEO der Voith Group.

Außerdem haben wir im Berichtsjahr eine weitere Akquisition getätigt: Im Dezember 2020 haben wir einen Minderheitsanteil an der Traktionssysteme Austria GmbH (TSA) übernommen. TSA ist ein weltweit führender Hersteller von Elektromotoren, Generatoren und Getrieben für Schienen- und Nutzfahrzeuge. TSA beschäftigt weltweit rund 550 Mitarbeiterinnne und Mitarbeiter. Das Unternehmen wird als assoziiertes Unternehmen mittels der Equity-Methode in den Konzernabschluss von Voith einbezogen und dem Konzernbereich Turbo zugeordnet.

Bei unserer langjährigen Tochtergesellschaft Meri Environmental Solutions GmbH haben wir unsere Anteile im Berichtsjahr von 65% auf 100% aufgestockt. Meri bietet nachhaltige Produkt- und Prozesslösungen vor allem für die Papierindustrie und hat mit seinen Innovationen vielfach technologische Standards in der Papierherstellung gesetzt. Das 1989 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in München beschäftigt rund 80 Mitarbeiter.

II.3.2. Auftragseingang

Auftragseingang wächst um nahezu ein Viertel, Auftragsbestand auf Rekordniveau

Im Geschäftsjahr 2020/21 nutzten wir die Chancen der weltwirtschaftlichen Erholung und sicherten uns im Voith-Konzern neue Aufträge in Höhe von 5.016 Mio. €. Das entspricht einer Steigerung um nahezu 1 Mrd. € oder 24% gegenüber dem Vorjahr (Geschäftsjahr 2019/20: 4.036 Mio. €). Damit lag der Auftragseingang im Berichtsjahr bereits wieder über Vorkrisenniveau (Geschäftsjahr 2018/19: 4.697 Mio. €).

Die negativen Währungseffekte in Höhe von -96 Mio. € fallen angesichts des hohen organischen Zuwachses kaum ins Gewicht. Der sehr gute Auftragseingang ist im Wesentlichen zurückzuführen auf ein hervorragendes Großanlagengeschäft insbesondere im Konzernbereich Paper, aber auch im Konzernbereich Hydro. Hinzu kamen positive Effekte in Höhe von rund 250 Mio. € aus den im Vorjahr getätigten Akquisitionen BTG, ELIN Motoren, Sintaksa und Toscotec, die im Berichtsjahr erstmals für einen 12-Monats-Zeitraum berücksichtigt wurden.

Der Auftragseingang des Berichtsjahres lag über unseren Erwartungen: Im Lagebericht 2020 hatten wir, unter Berücksichtigung des Gesamtjahreseffektes in Zusammenhang mit den Firmenkäufen, eine "leichte Steigerung" prognostiziert.

Der Auftragsbestand des Voith-Konzerns erreichte mit 6.248 Mio. € zum 30. September 2021 (Vorjahr: 5.393 Mio. €) ein Allzeithoch. Der starke Anstieg wird sich aber aufgrund der im Großanlagengeschäft üblichen langen Projektzeiten und weiterhin zu erwartenden Lieferketten-Störungen erst sukzessive in Umsatzzuwächsen niederschlagen.

Alle drei Konzernbereiche erzielten Auftragseingänge, die über unseren Erwartungen lagen. Am stärksten wuchs der Konzernbereich Paper (+35%), der in einem äußerst investitionsintensiven Jahr der Papierindustrie erfolgreich am Markt agierte. Voith Paper trug im Berichtsjahr 45% zum Konzern-Auftragseingang bei. Ebenfalls mit einer hohen prozentualen Rate (+32%), aber auf einem niedrigeren absoluten Niveau stieg der Auftragseingang im Konzernbereich Hydro, der den Zuschlag für zwei Großprojekte erhielt. Der Konzernbereich Turbo profitierte in einigen Marktsegmenten von Nachholinvestitionen und steigerte seinen Auftragseingang um 8%, auch begünstigt durch den Gesamtjahreseffekt bei der im Vorjahr getätigten Akquisition. Marginalspalte: Ausführliche Informationen zur Entwicklung des Auftragseingangs in den einzelnen Konzernbereichen finden Sie im Abschnitt II.4. Geschäftsverlauf in den Konzernbereichen.

Der Auftragseingang verteilte sich im Berichtsjahr wie folgt auf die Konzernbereiche und regionalen Märkte:

II.3.3. Umsatz

Konzernumsatz leicht gestiegen

Der Konzernumsatz stieg um 2% auf 4.260 Mio. € (Vorjahr: 4.173 Mio.) und blieb damit noch leicht unterhalb des Vorkrisenniveaus (Geschäftsjahr 2018/19: 4.283 Mio. €). Dabei profitierte der Umsatz im Berichtsjahr von dem Gesamtjahreseffekt in Zusammenhang mit den im Vorjahr getätigten Firmenkäufen in Höhe von rund 170 Mio. €. Gegenläufig wirkten negative Währungseffekte von -79 Mio. €.

Die im Lagebericht 2020 - unter Berücksichtigung des M&A-Effekts, aber vor Währungseffekten - prognostizierte "leichte Steigerung" wurde erreicht. Währungsbereinigt stieg der Umsatz um 4%.

Aufgrund der langen Vorlaufzeiten der Projekte im Anlagenbau schlug der hohe Auftragseingang des Berichtsjahres noch nicht auf den Umsatz durch. Pandemiebedingte operative Einschränkungen wie Reiserestriktionen und Zugangsbeschränkungen auf Baustellen sowie Störungen in den vorgelagerten Lieferketten führten zudem zu Verzögerungen in der Projekt- und Umsatzrealisierung. Auch das Servicegeschäft war beeinträchtigt. Angesichts des herausfordernden Umfelds werten wir den erzielten Umsatz als gutes Ergebnis.

In den Konzernbereichen Hydro (+/-0%) und Paper (-2%) blieb der Umsatz in etwa stabil. Der Konzernbereich Turbo (+9%) konnte seinen Umsatz, insbesondere dank eines guten Geschäfts in der Division Mobility und der im Vorjahr übernommenen ELIN Motoren, spürbar steigern.

Marginalspalte: Ausführliche Informationen zur Umsatzentwicklung in den einzelnen Konzernbereichen finden Sie im Abschnitt II.4. Geschäftsverlauf in den Konzernbereichen.

Der Konzernumsatz verteilte sich im Berichtsjahr wie folgt auf die Konzernbereiche und regionalen Märkte:

II.3.4. Operatives Ergebnis

Profitabilität verbessert

Das operative Ergebnis des Berichtsjahres zeigt noch Spuren der Corona-Krise und ihrer Nachwehen. Zwar ist das Konzern-EBIT um 18% und damit stärker als erwartet gestiegen (Prognose Lagebericht 2020: "leichte Steigerung"), jedoch lag es mit 165 Mio. € (Vorjahr: 139 Mio. €) noch unter Vorkrisenniveau (Geschäftsjahr 2018/19: 208 Mio. €). Die Umsatzrendite verbesserte sich auf 3,9% (Vorjahr: 3,3%). Der ROCE stieg auf 8,8% (Vorjahr: 7,5%) und lag damit ebenfalls über unseren Erwartungen (Prognose Lagebericht 2020: "leichte Steigerung"). Die operative Ergebnissteigerung resultiert im Wesentlichen aus einem EBIT-Zuwachs im Konzernbereich Paper. Einen positiven Einfluss auf das operative Ergebnis hatte auch die Verschlankung der administrativen Funktionen. Marginalspalte: Zur Definition des EBIT verweisen wir auf Kap. I.2. Steuerungssystem.

Hauptgrund dafür, dass das operative Ergebnis im Mehrjahresvergleich niedrig ausfiel, waren die bei der Umsatzkommentierung beschriebenen pandemiebedingten operativen Beeinträchtigungen, die die Projekt- und Umsatzrealisierung verzögerten und Mehraufwand verursachten. Eine anhaltende Herausforderung stellten zudem die seit Anfang 2020 gestörten globalen Lieferketten dar: Lieferkettenunterbrechungen, Engpässe und Preissteigerungen bei Rohstoffen und Vorprodukten sowie gestiegene Logistikkosten erhöhten die Kosten der Beschaffung.

Die EBIT-Entwicklung spiegelt darüber hinaus signifikante Zukunftsinvestitionen wider. So haben wir unseren F&E-Aufwand im Berichtsjahr trotz der herausfordernden Umfeldbedingungen bewusst hoch gehalten und dabei nicht nur einzelne Produktinnovationen, sondern auch die Entwicklung von Grundlagentechnologien zur Erschließung strategischer Wachstumsfelder vorangetrieben. Investiert haben wir außerdem in unsere Organisation. So haben wir beispielsweise das mehrjährige Projekt zur Einführung eines konzernweit einheitlichen ERP-Systems mit hohem Engagement weiterverfolgt.

Der Gesamtjahreseffekt in Zusammenhang mit den im Vorjahr getätigten Firmenkäufen wirkte dagegen positiv auf das Konzern-EBIT.

Alle drei Konzernbereiche steuerten ein positives EBIT zum Konzern bei. Der größte Beitrag kam vom Konzernbereich Paper, der sein EBIT im Berichtsjahr spürbar steigerte. In den Konzernbereichen Hydro und Turbo lag das operative Ergebnis in etwa auf Vorjahresniveau. Marginalspalte: Ausführliche Informationen zur EBIT-Entwicklung in den einzelnen Konzernbereichen finden Sie im Abschnitt II.4. Geschäftsverlauf in den Konzernbereichen.

II.4. Geschäftsverlauf in den Konzernbereichen

II.4.1. Hydro

Auftragseingang gestiegen

Der Konzernbereich Hydro blickt auf ein herausforderndes Geschäftsjahr zurück. In einem weiterhin von der Corona-Pandemie beeinträchtigten Marktumfeld erzielten wir einen gestiegenen Auftragseingang, der sich aber erst sukzessive in Umsatzzuwächsen niederschlagen wird. Im Berichtsjahr blieb der Umsatz stabil. EBIT und ROCE gingen zurück.

Wesentliche Kennzahlen

Die wesentlichen Kennzahlen des Konzernbereichs Hydro haben sich im Geschäftsjahr 2020/21 wie folgt entwickelt:

Wasserkraftmarkt weiterhin auf niedrigem Niveau

Im Geschäftsjahr 2020/21 stand der Wasserkraftmarkt weiterhin im Zeichen der Corona-Krise. Das globale Vergabevolumen ist im Vergleich zum niedrigen Vorjahreswert leicht gestiegen, blieb angesichts angespannter Staatshaushalte und Schwierigkeiten bei privaten Projektfinanzierungen aber deutlich unter Vorkrisenniveau. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie erschwerten die Abwicklung von Projekten sowie die Durchführung von Service- und anderen Baustellentätigkeiten.

Guter Auftragseingang

Der Auftragseingang von Voith Hydro lag im Berichtsjahr signifikant über dem sehr niedrigen Vorjahresniveau. Mit einem Zuwachs um 32% haben wir die im Lagebericht 2020 veröffentlichte Progose ("leichte Steigerung") übertroffen. Der Auftragsbestand lag zum 30. September 2021 bei 3.194 Mio. € (Vorjahr: 2.908 Mio. €).

Hauptgrund für die gute Auftragseingangsentwicklung waren zwei Großprojekte in Osteuropa und Nordamerika. So wurde Voith im Rahmen der Modernisierung des am Niagara-Fluss im Staat New York gelegenen Wasserkraftwerks Robert Moses mit der Planung, Lieferung und Installation wichtiger elektromechanischer Komponenten beauftragt. Damit wirken wir an einem der derzeit größten Wasserkraftprojekte in den USA mit. Vor dem Hintergrund, dass sich das Vergabevolumen im nordamerikanischen Markt seit Jahren eher auf niedrigem Niveau bewegt und durch wenige große Modernisierungsprojekte geprägt ist, ist der Gewinn des Auftrags der New York Power Authority ein erfreulicher Erfolg für Voith. Auch in Südamerika erhielten wir einen der wenigen derzeit vergebenen substanziellen Aufträge. So wurden wir im Rahmen der Modernisierung des 1979 errichteten brasilianischen Laufwasserkraftwerks Paulo Afonso IV mit der Erneuerung der elektromechanischen Ausrüstung beauftragt

Im Bereich der Pumpspeicherung konnten wir mehrere Auftragserfolge erzielen und damit unsere Technologie- und Marktführerschaft unterstreichen. Beispielsweise erhielten wir einen umfassenden Auftrag im Rahmen des Kraftwerkneubaus Manara im Norden Israels. Der Auftrag umfasst die Lieferung und Installation der elektromechanischen Ausrüstung für den kompletten Maschinensatz - bestehend aus Pumpturbine, Motorgenerator und Steuerung inklusive Nebenanlagen. Darüber hinaus werden wir im Anschluss an die Errichtung der Anlage gemeinsam mit weiteren Partnern auch für Wartung und Betrieb des Kraftwerks innerhalb der ersten drei Jahre zuständig sein. Für das neue Pumpspeicherkraftwerk Kühtai 2 in Österreich wurden wir mit der Lieferung der Pumpturbinen samt erforderlichen Nebenanlagen beauftragt.

Umsatzentwicklung stabil

Unsere Umsatzsituation wurde von den Auswirkungen der Corona-Pandemie weiterhin stark beeinflusst. Die Projektabwicklung wurde einerseits erschwert durch lokale Lockdowns und Zugangsbeschränkungen auf Baustellen und andererseits durch die weiterhin gestörten globalen Lieferketten: Beides führte zu Verspätungen in der Projekt- und Umsatzrealisierung. Des Weiteren hatte der gebremste Auftragseingang im Servicegeschäft, mit typischerweise recht kurzfristiger Umsatzlegung der Aufträge, einen negativen Einfluss. Vor diesem Hintergrund blieb der Umsatz des Konzernbereichs Hydro auf dem Niveau des Vorjahres und damit unter unseren Erwartungen (Prognose Lagebericht 2020: "leichte Steigerung").

Betrachtet man die regionale Umsatzverteilung, lagen Nordamerika, Europa (inklusive Deutschland) und Asien nahezu auf gleichem Niveau.

Operatives Ergebnis weiterhin auf niedrigem Niveau

Das EBIT im Konzernbereich Hydro bewegte sich nach wie vor auf niedrigem Niveau. Die im Geschäftsbericht 2020 für EBIT und ROCE prognostizierte "deutliche Steigerung" wurde nicht erreicht. Das gegenüber dem Vorjahr leicht gesunkene operative Ergebnis ist neben dem unterplanmäßigen Umsatzvolumen auch auf die Abwicklung von Aufträgen zurückzuführen, die in schwachen Marktphasen unter hohem Preisdruck gebucht wurden. Die Umsatzrendite lag bei 0,8% (Vorjahr: 1,1%).

Innovationen

Ein mehrjähriger Entwicklungsschwerpunkt im Konzernbereich Hydro liegt auf der Modularisierung des Produktportfolios. Nachdem wir im Vorjahr die ersten beiden Technikmodule fertiggestellt hatten, haben wir im Geschäftsjahr 2020/21 hauptsächlich daran gearbeitet, die IT auf die angepassten Prozesse zu adaptieren und die fortschreitende Modularisierung des Hydro-Portfolios systemseitig zu unterstützen.

Auf dem Feld der Turbinen arbeitete Voith im Berichtsjahr an mehreren Themen. Im Rahmen des vom deutschen Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojekts "Innovationen für die Energiewende" beteiligt sich Voith am Teilprojekt "Francis+". Ziel ist die Entwicklung eines Turbinentyps für den flexiblen Einsatz auch außerhalb des traditionellen Betriebsbereiches. Im Berichtsjahr konnten umfangreiche Materialtests an der Materialprüfungsanstalt Stuttgart abgeschlossen werden, die uns die nötigen Daten für den Nachweis der Betriebsfestigkeit im erweiterten Anwendungsbereich liefern.

Das im Rahmen des EU-Förderprogramms Horizon2020 durchgeführte Projekt FITHydro wurde im Berichtszeitraum erfolgreich abgeschlossen. Ziel war, die Umweltverträglichkeit von Wasserkraftanlagen objektiv zu bewerten und Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren. Voith hat zusammen mit den Projektpartnern die Berechnungsprogramme für den Durchgang von Fischen durch Wasserturbinen verbessert und einen Prototyp für diese Technologie erfolgreich im Modellversuch getestet.

Im Bereich Generatoren wurden weitere Innovationen vorangetrieben. Besonders hervorzuheben ist die Weiterentwicklung des Hochspannungsisoliersystems. Dieses wird durch die Verwendung einer neuen chemischen Komponente nun noch umweltfreundlicher.

Im Mai 2021 stellte der Konzernbereich Hydro außerdem eine neue Generation der hydraulischen Turbinenreglung vor, den HyCon GoHybrid. Der Regler verbindet die Sicherheit von konventionellen Systemen wie Hoch- oder Niederdruckaggregaten mit den Vorteilen neuartiger Technologien, die insbesondere in enormen Einsparungen bei Öl- und Energieverbrauch liegen. Die breite Markteinführung erfolgte, nachdem der HyCon GoHybrid seit Ende 2020 erfolgreich bei einem ersten Pilotkunden im Einsatz war.

II.4.2. Paper

Starke Investitionstätigkeit in der Papierindustrie, hoher Auftragseingang

Der Konzernbereich Paper nutzte die Chancen des aufgehellten Marktumfelds. Vor dem Hintergrund einer starken Investitionstätigkeit im Papiermaschinenmarkt stieg der Auftragseingang im Berichtsjahr um gut ein Drittel. Der Umsatz entwickelte sich erwartungsgemäß stabil. Hintergrund waren die niedrigen Auftragseingänge der Vorjahre und die operativen Herausforderungen infolge der Corona-Krise; gegenläufig profitierte Voith Paper von positiven Effekten aus den Firmenkäufen des Vorjahres. Das operative Ergebnis stieg, im Wesentlichen bedingt durch den Gesamtjahreseffekt bei den im Vorjahr getätigten Firmenkäufen. Die im Lagebericht 2020 veröffentlichten Prognosen wurden nicht nur beim Auftragseingang, sondern auch bei EBIT und ROCE übertroffen.

Wesentliche Kennzahlen

Die wesentlichen Kennzahlen des Konzernbereichs Paper haben sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:

Auftragseingang auf Rekordniveau

Im Geschäftsjahr 2020/21 steigerte der Konzernbereich Paper seinen Auftragseingang um 35% auf 2.276 Mio. €. Das ist der höchste jemals in der Geschichte von Voith Paper erzielte Wert. Der Auftragsbestand des Konzernbereichs Paper erhöhte sich zum Geschäftsjahresende am 30. September 2021 auf 1.741 Mio. € (30. September 2020:

1.247 Mio. €).

Diese Entwicklung ist insbesondere auf eine sehr hohe Vergabeaktivität im Projektgeschäft (Neuanlagen und Umbauten) zurückzuführen. Der Papiermaschinenmarkt erholte sich früher als erwartet und hatte ein außerordentlich investitionsintensives Jahr. Dabei hat die Corona-Pandemie den Strukturwandel noch beschleunigt: Papierproduzenten investierten im Zuge des boomenden Onlinehandels intensiv in Neuanlagen und Umbauten zur Herstellung von Verpackungspapier, während Kapazitäten zur Herstellung grafischer Papiere weltweit weiter zurückgefahren werden. Auch das Geschäft mit Verbrauchsmaterialien, Ersatzteilen und Services wuchs aufgrund der wieder gestiegenen Papierproduktion.

Zusätzlich begünstigt war der Konzernbereich durch einen positiven Effekt aus den beiden im Vorjahr getätigten Akquisitionen: Der Beitrag von BTG (seit dem 1. Dezember 2019 konsolidiert) und Toscotec (seit dem 1. Mai 2020 konsolidiert) zum Voith-Konzern war im Berichtsjahr erstmals für den 12-Monats-Zeitraum berücksichtigt. Auch rein organisch, also ohne Berücksichtigung dieses Effekts, ist der Auftragseingang von Voith Paper jedoch deutlich gestiegen. Die Auftragseingangsentwicklung von Voith Paper lag über unseren Erwartungen. Im Geschäftsbericht 2020 hatten wir, unter Berücksichtigung des Gesamtjahreseffekts bei BTG und Toscotec, eine "stabile Entwicklung" prognostiziert.

Der Auftragseingang im Projektgeschäft war geprägt von Neuanlagen und Umbauten zur Produktion von Karton und Verpackungspapieren. Beispielsweise erhielten wir als Full-Line-Anbieter vom chinesischen Zellstoff- und Papierhersteller Asia Symbol einen Auftrag zur Lieferung einer kompletten Kartonproduktionslinie. Nine Dragons Paper, der größte Hersteller von Verpackungspapier in China, gab mehrere Papiermaschinen bei Voith in Auftrag, unter anderem drei Maschinen zur Produktion von Testliner und White Top Testliner. Von dem türkischen Papierhersteller Modern Karton erhielten wir einen Auftrag zur Lieferung einer kompletten Highspeed-Produktionsanlage für die Herstellung von Wellpappenrohpapier auf Recyclingbasis.

Stabile Umsatzentwicklung

Die Umsatzentwicklung lag im Rahmen unserer Erwartungen und reflektiert die niedrigen Auftragseingänge der beiden Vorjahre im Projektgeschäft. Darüber hinaus führten Störungen in den vorgelagerten Lieferketten teilweise zu Verzögerungen in unseren Auslieferungen und damit in der Umsatzrealisierung. Der Absatz von Verbrauchsmaterialien blieb aufgrund der weiterhin unter Vorkrisenniveau liegenden Papierproduktion verhalten; das Servicegeschäft war über weite Strecken des Geschäftsjahres durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beeinträchtigt.

Im Umsatz des Konzernbereichs Paper wirkten sich negative Währungseffekte in Höhe von 43 Mio. € aus. Währungsbereinigt und unter Berücksichtigung des Gesamtjahreseffekts in Zusammenhang mit den im Vorjahr getätigten Firmenkäufen (+103 Mio. €) blieb der Umsatz, wie im Lagebericht 2020 prognostiziert, stabil.

Umsatzstärkste Region war im Berichtsjahr Europa (einschließlich Deutschland), gefolgt von Asien und Nordamerika.

Operatives Ergebnis auf hohem Niveau gesteigert

Der Konzernbereich Paper konnte sein EBIT im Berichtsjahr um 10% auf 114 Mio. € steigern. Damit verbesserte sich die Umsatzrendite auf 6,4% (Vorjahr: 5,7%). Der ROCE stieg auf 18,2%. Der EBIT-Anstieg ist zu einem großen Teil auf den beschriebenen Gesamtjahreseffekt in Zusammenhang mit BTG und Toscotec zurückzuführen. Operative Beeinträchtigungen wie gestörte Lieferketten sowie gestiegene Preise bei Rohstoffen und Komponenten verhinderten ein substanzielles organisches Ergebniswachstum. Insgesamt hat sich die Ergebnissituation von Voith Paper besser entwickelt als erwartet. Im Lagebericht 2020 hatten wir, unter Berücksichtigung der positiven M&A-Effekte, bei EBIT und ROCE jeweils einen "leichten Rückgang" prognostiziert.

Wesentliche Ereignisse

Im Geschäftsjahr 2020/21 ist Voith der Nachhaltigkeitsallianz 4evergreen beigetreten. Ziel der branchenübergreifenden europäischen Allianz ist es, die Recyclingrate von faserbasierten Verpackungen in Europa bis 2030 auf über 90% zu steigern. Zu der Allianz zählen über 60 Unternehmen, unter anderem Papier- und Kartonhersteller, Verpackungsmittelproduzenten und -verarbeiter, sowie Forschungseinrichtungen und technische Universitäten. Gemeinsam arbeiten die Mitglieder an innovativen Konzepten, um mithilfe von faserbasierten Verpackungen Lösungen für die globalen gesellschaftlichen Herausforderungen Klimawandel und Ressourcenverknappung zu finden.

Innovationen

Die Innovationsstrategie des Konzernbereichs Paper zielt auf eine nachhaltige, ressourcenschonendere Papierherstellung sowie auf Effizienzsteigerung ab. Digitalisierung und künstliche Intelligenz (KI) spielen hierbei eine herausragende Rolle.

Im September 2021 haben wir im Voith Paper Technology Center an unserem Stammsitz Heidenheim die weltweit modernste Versuchsstreichmaschine eröffnet und damit die Weichen für die Entwicklung nachhaltiger Verpackungspapiere gestellt. Umweltverschmutzungen durch Plastikmüll zählen zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Eine nachhaltige Alternative zu erdölbasierten Verpackungen stellen die vielseitig anwendbaren Barrierepapiere dar, die recycelfähig und idealerweise biologisch abbaubar sind. Der Streichprozess bei diesen Papieren ist anspruchsvoll. Mit der umfassend umgebauten und auf den neuesten Stand der Technik gebrachten Versuchsstreichmaschine ermöglichen wir unseren Kunden äußerst flexible Pilotversuche mit verschiedenen Beschichtungsvarianten für alle Sorten von Spezialpapieren, grafischen Papieren sowie von Karton und Verpackungspapieren.

Ebenfalls auf dem Gebiet nachhaltiger Verpackungslösungen haben wir im Berichtsjahr eine Entwicklungspartnerschaft mit der Optima Unternehmensgruppe vereinbart. Das Ziel der Kooperation ist die Entwicklung von Papierverpackungen für verschiedenste Branchen. Damit arbeiten erstmals zwei Unternehmen aus unterschiedlichen Wertschöpfungsstufen gemeinsam daran,umweltschonende Alternativen zu Kunststoffverpackungen zu entwickeln. Optima ist ein Lösungs- und Systemanbieter, der Unternehmen weltweit mit Abfüll- und Verpackungsmaschinen für die Marktsegmente Pharmazeutika, Konsumgüter, Papierhygiene und Medizinprodukte unterstützt.

Im Berichtsjahr haben wir unsere Vision von der Papierproduktionslinie der Zukunft vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein ganzheitliches Konzept, das alle Aspekte der Papierherstellung berücksichtigt und insbesondere auf Effizienz, Wartungsfreundlichkeit und Nachhaltigkeit abzielt. Die Schwerpunkte liegen auf der Implementierung eines "Clean Design" für mehr Effizienz und einen störungsfreien Produktionsprozess sowie auf modernsten Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen in Verbindung mit künstlicher Intelligenz. Teil der Papierproduktionslinie der Zukunft ist eine neue Bedienoberfläche, die im gesamten Papierherstellungsprozess, von der Stoffaufbereitung bis zur Aufrollung, eingeführt werden soll. Die neue Benutzeroberfläche ist auf maximale Bedieneffizienz und minimale Komplexität ausgerichtet. Dies wird erreicht, indem die Benutzeroberfläche einen umfassenden Überblick über alle relevanten Parameter mit integrierter Dialog- und Optimierungsfunktion bietet. Durch gezielte Eingriffe und schnellere Reaktionszeiten können so Maschinenstillstände vermieden, Ressourcen und Betriebskosten eingespart und die Produktionskapazität erhöht werden.

Ebenfalls im Berichtsjahr haben wir das digitale Asset-Management-Tool OnCare.pmPortal auf den Markt gebracht, um Papierherstellern das Daten- und Bestandsmanagement von Produkten und Verbrauchsmaterialien zu erleichtern - eine Aufgabe, die typischerweise mit hohem administrativem Aufwand verbunden ist. Das OnCare.pmPortal ermöglicht Papierherstellern, die Transparenz von Produktdaten zu steigern und die Effizienz des Beschaffungswesens zu optimieren. Gleichzeitig lässt sich die Anlagenverfügbarkeit durch eine vorausschauende Planung von Wartungs- und Stillstandzeiten erhöhen. Dank einer direkten Anbindung an den Voith Paper Webshop können erfasste Komponenten schnell, einfach und verwechslungssicher nachbestellt werden.

Im Dezember hat der Konzernbereich Paper sein OnPerformance.Lab, ein Remote-Service-Center für die Optimierung der Papierproduktion, gestartet. Wir bieten Papierherstellern damit die Möglichkeit, das volle Potenzial ihrer Daten auszuschöpfen und durch eine tiefgehende Prozessdatenanalyse Verbesserungspotenziale für ihre Produktion zu identifizieren. Im Rahmen eines Servicevertrags unterstützen wir unsere Kunden durch KI-gestützte Analyse- und Auswertungsverfahren in Kombination mit der Expertise unserer Ingenieure dabei, die Leistung und Verfügbarkeit ihrer Produktionsanlagen zu erhöhen und den Ressourcenbedarf im Papierherstellungsprozess zu verringern.

Darüber hinaus hat der Konzernbereich Paper auch im Geschäftsjahr 2020/21 wieder zahlreiche Produktinnovationen auf den Markt gebracht. Zu den im Berichtsjahr eingeführten Produkten zählen beispielsweise IntensePress, ein innovativer Walzenbezug, und CurvedBar, ein neues Siebblech für die Altpapierauflösung mit deutlich verlängerten Standzeiten.

II.4.3. Turbo

Wachstum bei Auftragseingang und Umsatz

Der Konzernbereich Turbo blickt auf ein herausforderndes Geschäftsjahr 2020/21 zurück. Auf der einen Seite profitierten wir - nach dem coronabedingten Markteinbruch im Vorjahr -von Aufholeffekten in beiden Divisionen, Mobility und Industry. Auf der anderen Seite war das Geschäft weiterhin von Störungen der Lieferketten und erhöhten Logistikkosten beeinflusst. Voith Turbo nutzte die Chancen der Markterholung und übertraf mit spürbaren Zuwächsen bei Auftragseingang und Umsatz unsere Erwartungen. Das EBIT blieb in etwa stabil, und der ROCE ging leicht zurück.

Wesentliche Kennzahlen

Die wesentlichen Kennzahlen des Konzernbereichs Turbo haben sich im Geschäftsjahr 2020/21 wie folgt entwickelt:

Auftragseingang über den Erwartungen

Der Konzernbereich Turbo konnte seinen Auftragseingang spürbar steigern. Beide Divisionen profitierten nach der Rezession im Vorjahr von Nachholeffekten und trugen zu dem Wachstum bei. Zusätzlich begünstigt war der Konzernbereich von einem positiven Effekt aus der erstmaligen 12-Monats-Konsolidierung (Vorjahr: 5 Monate) der im Frühjahr 2020 erworbenen Mehrheitsbeteiligung an ELIN Motoren. Auch rein organisch lag der Auftragseingang des Konzernbereichs leicht über Vorjahresniveau. Damit übertraf die Entwicklung des Auftragseingangs unsere Erwartungen. Im Geschäftsbericht 2020 hatten wir, unter Berücksichtigung des Gesamtjahreseffekts bei ELIN Motoren, eine "stabile Entwicklung" prognostiziert. Der Auftragsbestand von Voith Turbo stieg zum 30. September 2021 auf 1.285 Mio. € (Vorjahr: 1.216 Mio. €).

In der Division Mobility ist der Auftragseingang, nach einem rezessionsbedingten Rückgang im Vorjahr, im Berichtsjahr wieder leicht gestiegen. Die Nutzfahrzeugindustrie entwickelte sich besser als erwartet. Vor dem Hintergrund gestiegener Produktionszahlen zog auch unser Geschäft mit Retardern für Lkw und DIWA-Getrieben für Busse an. Dabei verlief das Geschäft insbesondere in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres sehr positiv und schwächte sich zum Geschäftsjahresende hin ab, da die Nutzfahrzeugbranche zunehmend unter Materialknappheit und Lieferschwierigkeiten litt, die teilweise zu Produktionsstillständen bei Kunden führten. Unser Geschäft im Rail-Segment war im Berichtsjahr von Verzögerungen bei Vergaben gekennzeichnet. Mittelfristig profitiert der Schienenmarkt von dem zunehmenden Fokus auf den Bahnverkehr als umweltfreundliches Verkehrsmittel und von der fortschreitenden Urbanisierung. Die Marineindustrie kämpfte wie bereits in den Vorperioden mit einem sehr niedrigen Marktniveau, bedingt durch Überkapazitäten und verschärft durch die Corona-Krise. Der Trend zu CO 2-neutralen, nachhaltigen Antrieben bietet wie in allen Mobilitätssegmenten Wachstumsmöglichkeiten. Der im Vorjahr eingeführte elektrische Voith Schneider Propeller (eVSP) trug bereits im Berichtsjahr erstmals positiv zum Auftragseingang bei.

Die Division Industry konnte ihren Auftragseingang im Geschäftsjahr 2020/21 deutlich steigern. Nachdem die Corona-Krise im Vorjahr alle von der Division Industry bedienten Absatzmärkte - Rohstoffe, Öl & Gas und Energie - hart getroffen hatte, erholte sich die Investitionstätigkeit in nahezu allen relevanten Abnehmerbranchen im Geschäftsjahr 2020/21. Die Bergbauindustrie, die nach dem coronabedingten massiven Markteinbruch im Vorjahr im Berichtsjahr von einer starken Rohstoffnachfrage und deutlich steigenden Preisen profitierte, erhöhte ihre Investitionen spürbar. Ebenfalls positiv entwickelte sich die Öl- und Gasindustrie, die angesichts sich erholender Preise ihre Investitionen gegenüber dem Krisenjahr 2020 steigerte. Auch auf dem Markt für Kraftwerkstechnik und in der Stahlindustrie zeigten sich Erholungstendenzen.

Marginalspalte: Detaillierte Informationen zur Entwicklung der für Voith Turbo relevanten Märkte Energie, Öl & Gas, Rohstoffe, Transport & Automotive finden Sie im Abschnitt II.2. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen.

Die im Vorjahr übernommene ELIN Motoren, die elektrische Motoren und Generatoren für Industrieanwendungen wie beispielsweise Windkraftanlagen herstellt, entwickelte sich im Berichtsjahr sehr positiv und trug zu der guten Entwicklung der Division Industry bei. Aber auch ohne Berücksichtigung des erstmals für einen 12-Monats-Zeitraum konsolidierten Unternehmens wäre der Auftragseingang der Division leicht gewachsen.

Umsatz wächst um 9%

Auch das Umsatzwachstum von 9% lag über unseren Erwartungen (Prognose Geschäftsbericht 2020: "leichte Steigerung"). Beide Divisionen trugen zu dieser erfreulichen Entwicklung bei. Dabei verzeichnete die Division Mobility ein spürbares organisches Wachstum, während die Division Industry von dem Gesamtjahreseffekt in Zusammenhang mit ELIN Motoren profitierte. Das Servicegeschäft mit typischerweise kurzfristiger Umsatzrealisierung war in der Division Industry weiterhin beeinträchtigt durch regionsspezifische Kontaktbeschränkungsmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie.

Ergebnis in etwa auf Vorjahresniveau

Das EBIT im Konzernbereich Turbo entwickelte sich, wie im Lagebericht 2020 prognostiziert, stabil und lag bei 41 Mio. € (Vorjahr: 42 Mio. €). Die Umsatzrendite sank leicht auf 2,8% (Vorjahr: 3,1%). Dass die positive Umsatzentwicklung nicht auf das operative Ergebnis von Voith Turbo durchschlug, ist im Wesentlichen auf Aufwendungen für die Transformation von Struktur und Produktportfolio des Konzernbereichs zurückzuführen. Der ROCE war auch aufgrund eines gestiegenen betriebsnotwendigen Kapitals leicht rückläufig; die prognostizierte stabile Entwicklung konnte nicht erreicht werden.

Wesentliche Ereignisse

Im Dezember 2020 haben wir in einem unserer strategischen Wachstumsbereiche, elektrische Antriebssysteme, eine weitere Akquisition getätigt und einen Minderheitsanteil an der Traktionssysteme Austria GmbH (TSA) übernommen. TSA ist ein weltweit führender Hersteller von Elektromotoren, Generatoren und Getrieben für Schienen- und Nutzfahrzeuge. TSA beschäftigt weltweit rund 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Unternehmen wird als assoziiertes Unternehmen mittels der Equity-Methode in den Konzernabschluss von Voith einbezogen.

Innovationen

Im Berichtsjahr konzentrierte sich die F&E-Arbeit im Konzernbereich Turbo weiter auf die Elektrifizierung von Antriebssträngen und auf die Digitalisierung des Produktportfolios.

Die größten Volkswirtschaften der Welt - die Vereinigten Staaten von Amerika, die Europäische Union und die Volksrepublik China - haben sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 (USA und EU) bzw. bis 2060 (China) klimaneutral zu werden. Im Zuge dessen forcieren sie den Ausbau der E-Mobilität und die Verlagerung des Güterverkehrs und des Personenindividualverkehrs auf die Schiene. Voith will seiner Rolle als Technologieführer gerecht werden und mit Lösungen für eine gleichermaßen nachhaltige wie effiziente Mobilität dazu beitragen, dass die Mobilitätswende gelingt.

Mit diesem Ziel vor Augen entwickeln wir für den Nutzfahrzeugbereich nicht nur batterieelektrische Antriebe, sondern auch Lösungen für Brennstoffzellenantriebe. Eine wichtige Innovation der Division Mobility ist eine neue Motorvariante unseres 2019 eingeführten vollelektrischen Antriebs VEDS (Voith Electrical Drive System). Im Berichtsjahr haben wir eine zweite, für leichtere Nutzfahrzeuge konzipierte Motorvariante, inklusive des passenden Wechselrichters, vorgestellt. Die MD-Version (Medium Duty) des VEDS ist für Solobusse sowie Lkw mit einem Gewicht von bis zu 19 Tonnen ausgelegt und für den rein innerstädtischen Einsatz optimiert. Die bekannte HD-Variante überzeugt dagegen insbesondere in Doppeldecker- und Gelenkbussen oder Lkw über 26 Tonnen und ist zudem für Fahrprofile mit Überlandanteil geeignet. Das VEDS unterstützt nicht nur Batteriesysteme unterschiedlichster Hersteller, sondern ist zukünftig auch auf Brennstoffzellen-EV-Antriebsstränge vorbereitet.

Mittelfristig werden elektrische Antriebskonzepte herkömmliche in eine Nische drängen. Vor allem im Schwerlastsegment bei Lkw, Bussen, Bahnen oder Schiffen werden aber auch in den nächsten Jahren Verbrennungsmotoren benötigt werden - allerdings moderne Varianten, die sehr ambitionierte Abgasnormen erfüllen und mit einem reduzierten, wenn nicht gar neutralen CO 2-Fußabdruck betrieben werden können. Daher setzen wir auch auf die Weiterentwicklung etablierter Technologien. Im Berichtsjahr haben wir - als Brückentechnologie für Stadt-, Überland- und Reisebusse - die nächste Generation unseres bekannten DIWA-Automatikgetriebes vorgestellt: Für das DIWA NXT haben wir nahezu alle Baugruppen der Getriebeeinheit weiter optimiert und erreichen so einen optimierten Wirkungsgrad. Darüber hinaus verfolgen wir mit dem DIWA NXT auch die Strategie der Mild-Hybridisierung. Für die Hybridisierung von Bussen enthält das DIWA NXT als optionale Komponente eine zentrale Rekuperationseinheit (CRU), die durch Energierückgewinnung aus dem Fahrbetrieb Kraftstoff- und CO 2-Verbrauch des Fahrzeugs deutlich reduziert. Das DIWA NXT wird im Geschäftsjahr 2021/22 zunächst im Feld erprobt und voraussichtlich ab Sommer 2022 breit vermarktet.

Auch für die Schiene treibt Voith wichtige Innovationen voran und bietet nachhaltige, effiziente Lösungen sowohl für den Personentransport als auch für den Schienengüterverkehr. Eines unserer Leuchtturmprojekte ist die digitale automatische Frachtkupplung CargoFlex, die wir 2019 eingeführt haben und seitdem kontinuierlich weiterentwickeln. Nach der Erweiterung um eine digitale Komponente im Vorjahr wurde im Berichtsjahr erstmals die Funktion des automatischen Entkuppelns realisiert. Die CargoFlex erhöht die Effizienz im Schienengüterverkehr erheblich, denn durch die automatische Kupplung entfällt das bislang zeitaufwändige, körperlich anspruchsvolle und risikoreiche Entkuppeln und Kuppeln per Hand: Luft- und Stromleitungen verbinden sich automatisch, und eine zusätzliche Datenleitung wird hergestellt. Mit Lösungen wie der CargoFlex wollen wir uns als Wegbereiter für den intelligenten Schienengüterverkehr der Zukunft positionieren. Die Voith CargoFlex wird bereits seit 2019 bei der Schweizerischen Bundesbahn SBB Cargo AG erfolgreich im kommerziellen Schienengüterverkehr eingesetzt. Da eine steigende Leistungsfähigkeit eine wichtige Voraussetzung für die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene darstellt, betreibt die Europäische Union unter anderem eine Initiative zur Einführung einer EU-weit einheitlichen digitalen automatischen Kupplung, das European DAC Delivery Programme (EDDP). Im Rahmen dessen beteiligte sich Voith mit seiner CargoFlex im Berichtsjahr an einer Testreihe des deutschen Bundesverkehrsministeriums. Im September 2021 wurde im EDDP die wichtige Entscheidung über das Kupplungskopfdesign getroffen, das zukünftig als europäischer Standard für die digitale automatische Kupplung eingesetzt werden soll: Durchgesetzt hat sich der Typ Scharfenberg, mit dem auch die Voith CargoFlex ausgestattet ist.

In der Division Industry wurden im Geschäftsjahr 2020/21 diverse Produktinnovationen im Markt eingeführt. Beispielsweise haben wir unser Portfolio an drehmomentbegrenzenden Kupplungen mit der Einführung der SafeSet EZi erweitert. Die Voith SafeSet Sicherheitskupplungen, die sich für diverse industrielle Anwendungen eignen, ermöglichen im Falle einer Drehmomentüberlastung eine sofortige Auslösung bei einem voreingestellten Drehmoment. Das schützt den Antriebsstrang und maximiert die Produktivität. Das neue Modell EZi basiert auf der bewährten Technologie mit der entsprechenden Genauigkeit und Zuverlässigkeit, bietet jedoch zusätzlich eine "Peak Shaving"-Funktion: Ein verbesserter Auslösemechanismus schützt vor kurzzeitig auftretenden Drehmomentspitzen, ohne dass die Kupplung komplett auslöst. Stattdessen kommt es zu einer besonders schnellen, einfachen und sicheren Wiederinbetriebnahme.

Im Bereich der Turbogetriebe haben wir eine speziell auf die Bedürfnisse des großen indischen Marktes zugeschnittene Version unserer Turbo Stirnradgetriebe entwickelt. Mit der lokalisierten Produktversion ist es uns im Berichtsjahr gelungen, einen umfangreichen Rahmenvertrag über Turbo Stirnradgetriebe mit einem der größten Maschinen- und Anlagenbauer Indiens im Energie- und Infrastruktursektor zu schließen. Die Komponenten von Voith werden in Oxidationsgebläsen verbaut, die bei der Rauchgasentschwefelung in Wärmekraftwerken zum Einsatz kommen. Indien verzeichnet eine steigende Nachfrage nach Rauchgasentschwefelungsanlagen, denn die indische Regierung hat jüngst strenge Emissionsnormen für kohlebetriebene Wärmekraftwerke erlassen.

Darüber hinaus haben wir OnCare.Health Vorecon eingeführt. Das digitale Datendiagnosesystem unterstützt das Wartungsmanagement der regelbaren Planetengetriebe vom Typ Voith Vorecon. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Maschinenüberwachung in der Energie-, Öl- und Gasindustrie ist das OnCare.Health Vorecon selbstlernend.

II.5. Wirtschaftliche Lage

II.5.1. Ertragslage

Betriebliches Ergebnis gesteigert

Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung des Voith-Konzerns im Berichtsjahr ist weiterhin geprägt von der Corona-Krise und ihren Nachwehen. Das betriebliche Ergebnis konnte aufgrund von Kosteneinsparungen insbesondere im Personalbereich sowie bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen stark gesteigert werden. Das Konzernergebnis nach Steuern lag, im Wesentlichen bedingt durch ein gesunkenes Zinsergebnis sowie einen erhöhten Steueraufwand aus latenten Steuern, leicht unter Vorjahresniveau.

Die Gesamtleistung im Voith-Konzern betrug 4.340 Mio. € (Vorjahr: 4.189 Mio. €). Die Entwicklung der Gesamtleistung (+4%) lag als Folge eines Bestandsaufbaus bei den unfertigen Erzeugnissen und Leistungen leicht über der Umsatzentwicklung (4.260 Mio. €, +2%).

Der Materialaufwand stieg um 8% auf 1.978 Mio. € (Vorjahr: 1.828 Mio. €). Die Materialquote als Verhältnis zwischen Materialaufwand und Gesamtleistung erhöhte sich auf 45,6% (Vorjahr: 43,6%). Zum Anstieg der Materialquote trug neben erhöhten Materialpreisen auch ein veränderter Umsatzmix bei: Pandemiebedingt verringerte sich der Anteil des typischerweise weniger materialintensiven Servicegeschäfts am Konzernumsatz, während der Anteil des Projektgeschäfts zunahm.

Der Personalaufwand betrug 1.516 Mio. € (Vorjahr: 1.501 Mio. €, +1%). Nach Abzug des Gesamtjahreseffekts in Zusammenhang mit den Firmenkäufen des Vorjahres war der Personalaufwand leicht rückläufig. Hintergrund sind Stellenreduzierungen infolge interner Programme zur Effizienzsteigerung, die beispielsweise eine Verschlankung der administrativen Funktionen beinhalteten. Gegenläufig wirkten laufende Personalkostensteigerungen aufgrund von Tariferhöhungen. Dass diese Maßnahmen greifen, zeigt sich auch in der Personalaufwandsquote (Verhältnis von Personalaufwand und Gesamtleistung), die mit 34,9% unter Vorjahr (Vorjahr: 35,8%) lag.

Die Abschreibungen beliefen sich auf 170 Mio. € (Vorjahr: 168 Mio. €, +1%). Das Verhältnis der Abschreibungen zur Gesamtleistung reduzierte sich leicht auf 3,9% (Vorjahr: 4,0%).

Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen verbesserte sich spürbar auf -587 Mio. € (Vorjahr: -631 Mio. €, -7%). Diese Entwicklung ist maßgeblich bedingt durch einen Rückgang der Sachkosten und der Aufwendungen aus der Zuführung von Rückstellungen um 44 Mio. € auf 200 Mio. € (Vorjahr: 244 Mio. €, -18%). Gegenläufig hat der Rückgang der in diesem Saldo verrechneten sonstigen betrieblichen Erträge um 35 Mio. € gewirkt. Für den Rückgang waren vor allem Währungsgewinne und Versicherungserstattungen ursächlich.

Das betriebliche Ergebnis stieg um 45% auf 89 Mio. € (Vorjahr: 62 Mio. €). Nach Eliminierung von Sondereinflüssen und Durchführung sonstiger Anpassungen ergibt sich das EBIT. Die wichtige Konzernsteuerungskennzahl EBIT konnte im Berichtsjahr um 18% auf 165 Mio. € gesteigert werden (Vorjahr: 139 Mio. €). Marginalspalte: Ausführliche Informationen zur EBIT-Entwicklung finden Sie im Abschnitt II.3.4. Operatives Ergebnis.

Das Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen lag mit -6 Mio. € leicht über dem Vorjahreswert (Vorjahr: -8 Mio. €).

Das Zinsergebnis als Saldo zwischen Zinsaufwand und Zinsertrag lag bei -22 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €). Die Reduzierung ist im Wesentlichen zurückzuführen auf einen um 21 Mio. € auf 4 Mio. € reduzierten Zinsertrag aus der Bewertung von Finanzverbindlichkeiten aufgrund von Kündigungsrechten von Minderheitsgesellschaftern. Das sonstige Finanzergebnis belief sich unverändert auf 19 Mio. € (Vorjahr: 19 Mio. €, +0%).

Das Ergebnis vor Steuern stieg um 9% auf 80 Mio. € (Vorjahr: 73 Mio. €).

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrugen 74 Mio. € (Vorjahr: 60 Mio. €). Die Steuerquote erhöhte sich auf 92% (Vorjahr: 82%). Der Anstieg ist vor allem auf Wertberichtigungen von aktiven latenten Steuern zurückzuführen.

Das Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten reduzierte sich auf 7 Mio. € (Vorjahr: 13 Mio. €).

Das Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten verbesserte sich im Geschäftsjahr 2020/21 auf -5 Mio. € (Vorjahr: -7 Mio. €). Hierbei handelt es sich wie im Vorjahr um den Ergebnisbeitrag der im Berichtsjahr aufgegebenen merQbiz-Aktivitäten.

Insgesamt fiel das Konzernergebnis nach Steuern mit 1 Mio. € (Vorjahr: 6 Mio. €) auch in diesem zweiten Jahr, das von der Corona-Pandemie und ihren gesamtwirtschaftlichen Folgen überschattet war, noch leicht positiv aus.

II.5.2. Vermögenslage

Vermögenslage weiterhin stabil

Die Bilanzsumme reduzierte sich im Vergleich zum 30. September 2020 um 103 Mio. € auf 5.114 Mio. € (Vorjahr:5.217 Mio. €, -2 %). Der Rückgang ist im Wesentlichen bedingt durch eine starke Reduzierung der latenten Steueransprüche sowie durch geringere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Die langfristigen Vermögenswerte haben sich insgesamt um 129 Mio. € auf 2.271 Mio. € (Vorjahr: 2.400 Mio. €, -5%) reduziert. Der Anstieg bei den Beteiligungen an at Equity bilanzierten Unternehmen um 28 Mio. € auf 49 Mio. € (+130%) resultiert hauptsächlich aus dem Erwerb eines Minderheitsanteils an der Traktionssysteme Austria GmbH (TSA). Der Rückgang der latenten Steueransprüche auf 92 Mio. € (Vorjahr: 245 Mio. €, -62%) ist insbesondere auf erfolgsneutral erfasste Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen bei Pensionsrückstellungen zurückzuführen.

Die kurzfristigen Vermögenswerte entwickelten sich annähernd stabil und beliefen sich auf 2.843 Mio. € (Vorjahr: 2.817 Mio. €, +1%). Während der Vorratsbestand um 90 Mio. € auf 681 Mio. € (+15%) sowie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 69 Mio. € auf 744 Mio. € (+10%) anstiegen, zeigte sich bei den Wertpapieren eine Reduzierung um 72 Mio. € auf 51 Mio. € (-58%). Die Erhöhung des Vorratsbestandes ist maßgeblich bedingt durch höhere Bestände an unfertigen Erzeugnissen und Leistungen. Die flüssigen Mittel gingen zudem um 71 Mio. € auf 511 Mio. € (-12%) zurück.

II.5.3. Finanzlage

Solide Finanzlage

Die langfristigen Schulden reduzierten sich um 85 Mio. € auf 1.707 Mio. € (Vorjahr: 1.792 Mio. €, -5 %). Die Reduzierung der langfristigen Schulden ist maßgeblich bedingt durch den Rückgang der Pensionsrückstellungen um 26 Mio. € auf 800 Mio. € (-3%) sowie durch die Reduzierung der übrigen Finanzverbindlichkeiten um 29 Mio. € auf 92 Mio. € (-24%) und der latenten Steuerverbindlichkeiten um 29 Mio. € auf 54 Mio. € (-35%). Der Rückgang der Pensionsrückstellungen ist vor allem auf höhere Diskontierungszinssätze im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Der Rückgang der übrigen Finanzverbindlichkeiten ist überwiegend durch die Zahlung eines Teils des Kaufpreises für eine im Vorjahr getätigte Akquisition verursacht.

Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich leicht um 50 Mio. € auf 2.392 Mio. € (+2%). Die Erhöhung der kurzfristigen Schulden resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der Vertragsverbindlichkeiten um 94 Mio. € auf 939 Mio. € (+11%) sowie aus der Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 32 Mio. € auf 570 Mio. €. Gegenläufig reduzierten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 62 Mio. € auf 79 Mio. € (-44%).

Die aktiven und passiven latenten Steuern reduzierten sich im Saldo um 125 Mio. €. Der Rückgang ist im Wesentlichen bedingt durch Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen.

Das Eigenkapital verringerte sich auf 1.015 Mio. € (Vorjahr: 1.083 Mio. €, -6 %). Hauptursächlich hierfür waren ein negatives sonstiges Ergebnis in Höhe von -43 Mio. € sowie die Ausschüttung von Dividenden. Die Eigenkapitalquote lag bei 19,8% (Vorjahr: 20,8%).

Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit weiterhin deutlich positiv

Die wesentlichen Bestandteile der Kapitalflussrechnung stellten sich im Berichtsjahr wie folgt dar:

Entwicklung des Cashflows
in Mio. €
2020/21 2019/20
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 144 234
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -85 -266
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -148 232
Gesamt-Cashflow -89 200

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit war im Geschäftsjahr 2020/21 mit 144 Mio. € deutlich positiv. Im Vergleich zum Vorjahr reduzierte er sich um 90 Mio. €. Maßgeblich für den Rückgang waren Auszahlungen zur Erhöhung des Vorratsvermögens sowie ein erhöhter Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit betrug im Berichtszeitraum -85 Mio. € (Vorjahr: -266 Mio. €). Während im Vorjahr Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Unternehmen in Höhe von 414 Mio. € getätigt wurden, fielen im Berichtsjahr diesbezüglich lediglich Auszahlungen in Höhe von 17 Mio. € an. Hiermit wurde ein Teil des Kaufpreises für eine im Vorjahr getätigte Akquisition beglichen. Aus dem Kauf und Verkauf von Wertpapieren wurden im Saldo Einzahlungen in Höhe von 75 Mio. € erzielt (Vorjahr: 232 Mio. €). Bei den Wertpapieren handelt es sich im Wesentlichen um Termingeldanlagen mit individuellen Laufzeiten von über 90 Tagen. Die Ein- und Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte betrugen saldiert -106 Mio. € (Vorjahr: -83 Mio. €).

Im Geschäftsjahr 2020/21 investierten wir insgesamt 127 Mio. € (Vorjahr: 131 Mio. €) in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte. Hierbei sind auch die Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen gemäß IFRS 16 in Höhe von 15 Mio. € (Vorjahr: 35 Mio. €) berücksichtigt.

Die am Konzernumsatz gemessene Investitionsquote lag im Berichtsjahr bei 3,0% (Vorjahr: 3,1%).

Die Investitionen verteilten sich wie folgt auf die verschiedenen Konzernbereiche:

Finanzschulden planmäßig reduziert

Im November 2020 wurde eine Tranche aus dem in 2015 begebenen Schuldscheindarlehen in Höhe von 102 Mio. € planmäßig getilgt. Aus diesem Schuldscheindarlehen sind nun noch zwei Tranchen in Höhe von insgesamt 59 Mio. € ausstehend. Das im Februar 2020 begebene Schuldscheindarlehen in Höhe von € 400 Mio. hat seine Fälligkeitstermine in 2025, 2027 und 2030.

Der in 2019 refinanzierte revolvierende syndizierte Kredit in China steht mit 176 Mio. € bis Juni 2024 zur Verfügung. Aktuell ist diese Fazilität nicht in Anspruch genommen. Auch der syndizierte Euro-Kredit aus 2018 über 550 Mio. € mit einer Laufzeit bis April 2025 steht in voller Höhe zu Verfügung.

Im Juli 2020 wurden mit vier Bankenpartnern bilaterale bestätigte Barlinien in Höhe von insgesamt 375 Mio. € mit Laufzeiten von zwei bis drei Jahren abgeschlossen. Auch diese Kreditlinien sind nicht in Anspruch genommen und werden jährlich neu verlängert.

Ergänzend nutzt Voith freie bilaterale Banklinien zur zinsgünstigen Finanzierung von Working-Capital-Schwankungen. Diese langfristigen und diversifizierten Instrumente ermöglichen nachhaltiges Wachstum. Die Verfügbarkeit einer stabilen Liquiditätsposition aus eigenen Bankguthaben sowie bestehenden Kreditvereinbarungen hat für Voith - gerade auch vor dem Hintergrund der Unwägbarkeiten aus dem weiteren Verlauf der Corona-Pandemie - hohe Priorität.

Die Auszahlungen für Dividenden reduzierten sich auf -31 Mio. € (Vorjahr: -61 Mio. €).

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit reduzierte sich insgesamt auf -148 Mio. € (Vorjahr: 232 Mio. €).

Der Gesamt-Cashflow lag bei -89 Mio. € (Vorjahr: 200 Mio. €).

Nettoliquidität weiterhin auf gutem Niveau

Die Nettoliquidität des Voith-Konzerns, definiert als Differenz zwischen liquidierbaren finanziellen Vermögenswerten und zinstragenden Finanzverbindlichkeiten (ohne Berücksichtigung von Leasingverbindlichkeiten), liegt auch nach den letzten Kaufpreiszahlungen aus der Akquisitionstätigkeit des Vorjahres weiterhin auf gutem Niveau. Sie betrug zum Berichtsjahresende -5 Mio. € (Vorjahr: 71 Mio. €). Ohne Akquisitionstätigkeit wäre die Nettoliquidität im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert geblieben. Die Kennzahl Nettoliquidität ist nicht Bestandteil der Rechnungslegungsvorschriften nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) und kann in der Definition und Berechnung bei anderen Unternehmen abweichend sein.

Grundzüge und Ziele des Finanzmanagements

Zentrales Ziel im Liquiditäts- und Finanzmanagement ist es, den Fortbestand der Voith Group jederzeit zu bewahren und die finanzielle Unabhängigkeit des Familienunternehmens zu gewährleisten.

Das Cash-Management ist Aufgabe des Konzern-Treasurys sowie der daran angebundenen regionalen Finance-Center. Der Konzern unterhält Cashpooling-Systeme in Europa, China, Indien und Nordamerika, mit denen flüssige Mittel des Konzerns (soweit rechtlich möglich) weitestgehend konzentriert und dadurch Zinsaufwendungen durch externe Kredite reduziert werden. Fremdmittel werden grundsätzlich von der Voith GmbH & Co. KGaA aufgenommen und den Konzerngesellschaften bei Bedarf zur Verfügung gestellt.

III. BERICHT ÜBER RISIKEN UND CHANCEN

III.1. Risiko- und Chancenmanagement

Auf die Steigerung des Unternehmenswertes ausgerichtet

Unternehmerische Tätigkeit beinhaltet das Treffen von Entscheidungen unter Unsicherheit. Risiko ist daher ein wesensimmanentes Element unternehmerischen Handelns. Zum Schutz des Unternehmens vor Risiken, die die Existenz des Konzerns oder die seiner Gesellschaften gefährden könnten, gibt es ein konzernweit verbindliches Risikomanagement. Als existenzgefährdende Risiken werden jeweils aggregierte Risikopotenziale von mehr als 50% des Eigenkapitals oder mehr als 10% des Umsatzes definiert.

Alle Elemente des Risikomanagements sind in einem Risikomanagementsystem zusammengefasst. Dieses ist nicht nur auf die Erfüllung rechtlicher Erfordernisse ausgerichtet. Es soll auch zur Wertsteigerung des Konzerns und seiner Gesellschaften beitragen, indem es Risikopotenziale und ihre Eintrittswahrscheinlichkeiten reduziert. Gleichzeitig soll das System zu einem ausgewogenen Gleichgewicht von richtig eingeschätzten Risiken und der Nutzung von Chancen führen.

Voith unterscheidet zwei übergeordnete Risikogruppen mit insgesamt sechs Risikokategorien:

1.

Konzernrisiken

- Externe Risiken

- Konzernsteuerungsrisiken

- Liquiditäts- und Finanzrisiken

- Infrastrukturrisiken

2.

Leistungsrisiken

- Vertragsrisiken

- Technische Risiken

Das Risikomanagement von Voith ist dezentral organisiert, wird jedoch zentral überwacht und koordiniert. Die Verantwortlichkeiten sind hinsichtlich der differenzierten Risikoprofile auf allen Unternehmensebenen klar geregelt.

Der Risikomanagementprozess besteht aus den folgenden vier Stufen:

Risikoidentifizierung: Voith überprüft ständig gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Entwicklungen ebenso wie interne Unternehmensprozesse, die auf die Lage des Konzerns Auswirkungen haben können. Ein Risikokatalog dient dazu, Einzelrisiken zu erkennen.

Risikoanalyse und -bewertung: Die identifizierten Risiken werden im Hinblick auf ihr Schadenspotenzial und ihre Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt. Das Ausmaß eines potenziellen Schadens wird, soweit möglich, in Kostengrößen quantifiziert. Für die Abschätzung des möglichen Risikos werden für jedes der identifizierten Leistungsrisiken das Worst-Case-Szenario sowie ein realistisches Szenario bewertet und deren Auswirkung auf die Finanzsituation des Konzerns untersucht. Hierbei werden diejenigen Einzelrisiken, die entweder ein maximales Risikoausmaß von > 5 Mio. € oder ein realistisches Risikoausmaß von > 2 Mio. € aufweisen, inklusive der hierfür vorgenommenen Maßnahmen der Risikobegrenzung wie zum Beispiel bestehender Versicherungen, gebildeter Rückstellungen oder vorgenommener Abschreibungen monatlich an die Konzerngeschäftsführung gemeldet.

Risikosteuerung: Mithilfe der Analyse und Bewertung der identifizierten Risiken werden dem Voith-Management Daten an die Hand gegeben, mit deren Hilfe entschieden werden kann, ob Risiken vermieden, durch geeignete Maßnahmen reduziert, durch Abschluss bestimmter Verträge transferiert oder durch eine Verbesserung der Prozesse und Kontrollen getragen werden sollen.

Risikoüberwachung und -reporting: Voith verfügt über ein mehrstufiges Controlling- und Reporting-Instrumentarium, das der Konzerngeschäftsleitung zur Analyse und Entscheidungsfindung dient.

Neben dem systematischen Management von Risiken gilt es, den Unternehmenserfolg durch ein aktives Management von Chancen zu unterstützen. Die Identifikation von Chancen und deren strategische und finanzielle Bewertung spielen in den Strategiediskussionen, welche die Konzerngeschäftsführung mit den Verantwortlichen der operativen Bereiche regelmäßig durchführt, eine wichtige Rolle. Die Ergebnisse dieser Sitzungen fließen in die Strategiefindung des Voith-Konzerns sowie in die mittelfristige Planung und in den jährlichen operativen Planungsprozess ein.

III.2. Rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem

Ordnungsgemäße und verlässliche Rechnungslegung

Im Folgenden werden die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess beschrieben. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontroll- und Risikomanagementsystem hat das Ziel, die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung zu gewährleisten und sicherzustellen, dass regelungskonforme Konzern- und Einzeljahresabschlüsse erstellt werden.

Folgende Strukturen und Prozesse sind im Konzern implementiert:

Die Konzerngeschäftsführung trägt die Gesamtverantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess. Über eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation sind alle Unternehmensebenen eingebunden.

Die einheitliche Bilanzierung und Bewertung auf Grundlage der für die Voith GmbH & Co. KGaA geltenden Vorschriften für den Konzernabschluss wird durch die Konzernbilanzierungsrichtlinie gewährleistet. Geänderte Bilanzierungsvorschriften werden durch die Voith GmbH & Co. KGaA laufend angepasst und kommuniziert. Die Qualität der Richtlinien wird durch einen kontinuierlichen Austausch zwischen den verantwortlichen Fachbereichen sichergestellt.

Das Rechnungswesen ist grundsätzlich dezentral organisiert, wird jedoch zentral überwacht und koordiniert. Die Erfassung buchhalterischer Vorgänge erfolgt in den Einzelabschlüssen der Tochtergesellschaften der Voith GmbH & Co. KGaA. Für aus Konzernsicht wesentliche und fehleranfällige Abschlusspositionen bestehen zentral erarbeitete Risiko-Kontroll-Matrizen, die von den Tochtergesellschaften im Rahmen der Abschlusserstellung angewendet werden müssen. Die Matrizen stellen, bezogen auf die definierten Abschlussposten, die wesentlichen rechnungslegungsbezogenen Risiken dar und enthalten entsprechende Vorgaben für Kontrolltätigkeiten, Verantwortlichkeiten sowie Dokumentation. Die Kontrollaktivitäten umfassen dabei unter anderem die analytische Prüfung sowie die Bearbeitung und Kontrolle wesentlicher und komplexer Geschäftsvorfälle durch verschiedene Personen. Bei komplexen Teilbereichen der Bilanzierung werden Zentralbereiche des Konzerns (zum Beispiel bei Finanzinstrumenten) oder externe Experten (zum Beispiel in Zusammenhang mit Pensionen) hinzugezogen. Auch die Tätigkeiten und Kontrollen dieser Bereiche sind in den Risiko-Kontroll-Matrizen berücksichtigt.

Zur Aufstellung des Konzernabschlusses werden die Einzelabschlüsse der Tochtergesellschaften durch zusätzliche Informationen zu standardisierten Berichtspaketen erweitert, die in das Konsolidierungssystem übernommen werden. Nach Eingabe der Daten in das Konsolidierungssystem unterliegen diese einer automatisierten Plausibilitätsprüfung. Sollten hier Fehler angezeigt werden, sind diese unverzüglich von den Verantwortlichen der Gesellschaften zu berichtigen. Im gesamten Rechnungslegungsprozess werden die Tochtergesellschaften durch zentrale Ansprechpartner unterstützt. Nach finaler Freigabe der Daten bestätigen die Geschäftsführungen bzw. in Einzelfällen von den Geschäftsführungen benannte Vertreter in einer Erklärung die Vollständigkeit und Richtigkeit des Berichtspakets entsprechend den relevanten Vorgaben sowie die Durchführung und Dokumentation der internen Kontrollen.

Die konzernweite Saldenabstimmung findet weltweit über eine intranetbasierte Plattform statt. Über das Konsolidierungssystem werden die verschiedenen Termine für die unterschiedlichen Teile des Berichtspakets vorgegeben und im Verlauf des Erstellungsprozesses zentral überwacht. Fast alle Konsolidierungsvorgänge erfolgen zentral bei der Voith GmbH & Co. KGaA. Der gesamte Konsolidierungsprozess wird dabei durch systemseitige und manuelle Kontrollen unterstützt.

In regelmäßigen Abständen wird die Funktionsfähigkeit der definierten Kontrollen des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems überprüft. Sollten hierbei Schwächen identifiziert werden, erfolgt eine entsprechende Anpassung durch das zentrale Konzernrechnungswesen.

Die Abstimmung von Planungsrechnung und externer Rechnungslegung auf allen Unternehmensebenen sichert zusätzlich die Qualität der Finanzberichterstattung. Systemzugangskontrollen auf Basis von Berechtigungskonzepten sowie programmierte Plausibilitätsprüfungen in den abschlussrelevanten IT-Systemen sichern die Vollständigkeit und Genauigkeit der Prozesse.

Die Interne Revision überprüft prozessunabhängig in regelmäßigen Zeitabständen die Funktionsfähigkeit, Ordnungsmäßigkeit, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit der gesamten internen Kontroll- und Risikomanagementsysteme im Voith-Konzern. Sollten Lücken und Schwachstellen identifiziert werden, so werden zeitnah geeignete Maßnahmen zu deren Beseitigung ergriffen.

Im Rahmen der Konzern- und Jahresabschlussprüfungen wird die Einhaltung einzelner Regeln des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems von den Wirtschaftsprüfern auf Basis von Stichproben beurteilt. Aufgetretene Mängel sowie Verbesserungsvorschläge werden an das Management kommuniziert.

III.3. Risiken

Nachfolgend beschreiben wir Risiken, die erheblich nachteilige Auswirkungen auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können und zu einer negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Die Reihenfolge der dargestellten Risiken innerhalb der insgesamt sechs Risikokategorien spiegelt unsere Einschätzung der gegenwärtigen Bedeutung dieser Risiken für den Voith-Konzern wider. Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich die nachfolgenden Risiken auf alle Konzernbereiche.

III.3.1. Konzernrisiken

Externe Risiken

Unser Geschäftsumfeld wird durch die weltweite Nachfrage nach Investitionsgütern bestimmt, die wiederum vom globalen makroökonomischen Umfeld beeinflusst wird. Eine spürbar unter den Erwartungen liegende konjunkturelle Entwicklung hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit negative Auswirkungen auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Voith.

Unserer Planung für das Geschäftsjahr 2021/22 haben wir die Annahme zugrunde gelegt, dass sich die Weltwirtschaft weiter erholt und 2022 mit einer etwas geringeren Rate als 2021 wächst. Allerdings ist diese Erwartung mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Unsicherheit ist generell schädlich für das Investitionsklima. Ein wesentliches Risiko für das gesamtwirtschaftliche Umfeld und für die Ertragslage von Voith stellt der weitere Verlauf der Corona-Pandemie dar: Dieser könnte durch einen schleppenden globalen Impffortschritt und die Entstehung neuer gefährlicher Virusvarianten verlängert und erschwert werden. Erneute Lockdowns, Hafenschließungen und ähnliche Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie könnten Lieferketten und Handelsströme noch stärker beeinträchtigen als derzeit angenommen. Dies könnte zu Produktionsverzögerungen und Projektverschiebungen bei Voith führen. Zugangsbeschränkungen auf Baustellen aufgrund von Lockdowns sowie strikte Reisebeschränkungen hätten zudem zur Folge, dass Inbetriebnahmen und Wartungsarbeiten nicht plangemäß durchgeführt werden können, da das entsprechende Personal nicht auf die Baustelle gelangt.

Selbst wenn die Pandemie relativ schnell unter Kontrolle gebracht werden sollte, werden die Störungen in den Lieferketten länger nachwirken. Damit verbunden sind - als weiteres Risiko für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wie auch für die Ertragslage von Voith - Einschränkungen bei der Materialverfügbarkeit sowie weitere Steigerungen der Rohstoff- und Materialpreise sowie der Transportkosten.

Ein weiteres Risiko für die weltwirtschaftliche Entwicklung bergen die durch vielfältige Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage ausgelösten Preissteigerungstendenzen: Sollte die Steigerung der Inflationsrate, anders als derzeit angenommen, nicht nur temporär sein, würde dies aller Wahrscheinlichkeit nach zu einer restriktiveren Geldpolitik führen, die wiederum das Tempo des Aufschwungs bremsen könnte.

Neben den direkt mit der Corona-Pandemie verbundenen Unsicherheiten existieren eine Reihe weiterer Risiken, die die Weltkonjunktur im Falle ihres Eintritts zusätzlich negativ beeinflussen könnten. So stellt der anhaltende Handelsstreit zwischen den USA und China ein zusätzliches Nachfrage- und Investitionsrisiko für die gesamte Weltwirtschaft dar. Da diese beiden größten Volkswirtschaften der Welt für einen Großteil des prognostizierten Weltwirtschaftswachstums verantwortlich sind, würden sich auch durch interne Probleme verursachte ungünstige Entwicklungen in China oder den USA besonders negativ auf die globale Konjunktur auswirken. Weitere mögliche Auslöser für ein unter den Erwartungen liegendes Weltwirtschaftswachstum betreffen eine Überhitzung der Finanzmärkte sowie politische Instabilitäten. Beispielsweise hätte eine weitere Zuspitzung der Konflikte im Nahen und Mittleren Osten, insbesondere im Iran, ebenfalls negative Folgen für die globale Entwicklung.

Verschiedene Marktrisiken können im Falle ihres Eintretens die Ertragslage von Voith negativ beeinflussen.

Durch den Strukturwandel in einigen von den Konzernbereichen Paper und Turbo bedienten Marktsegmenten zeichnet sich mittelfristig ein Nachfragerückgang nach einzelnen Industrieanwendungen ab. Dies betrifft beispielsweise den Bereich fossiler Kraftwerke, den Untertagebau und das Segment grafischer Papiermaschinen. Verringert sich die im Markt installierte Basis dieser Produkte dauerhaft, reduziert dies das Potenzial für unser Servicegeschäft. Sollte sich dieser Wandel schneller vollziehen als in unserer Planung unterstellt, würde dies unsere Zielerreichung erschweren.

Der Energieerzeugungsmarkt ist derzeit weltweit von unsicheren energiepolitischen Rahmenbedingungen gekennzeichnet, auf die sich die Konzernbereiche Turbo und insbesondere Hydro einstellen müssen. Wasserkraft profitiert derzeit nur eingeschränkt vom Trend zu erneuerbaren Energien, weil in Europa Solar- und Windkraft stark subventioniert werden, was die Investitionsanreize in Wasserkraft reduziert.

Sollte sich die weltweite Papierproduktion nicht, wie von Marktanalysten erwartet, weiter erholen, würde dies sowohl die Nachfrage nach Papiermaschinen als auch den Absatz von Verbrauchsmaterialien beeinträchtigen. Negativ auswirken könnten sich insbesondere eine anhaltende gesamtwirtschaftliche Krise oder auch internationale Handelshemmnisse, in deren Zuge weniger Güter verpackt werden würden. Bei einem Absatzrückgang könnte sich der ohnehin vorhandene Wettbewerbs- und Preisdruck weiter verschärfen, was die Ertragslage des Konzernbereichs Paper negativ beeinflussen würde.

In Südamerika, speziell Brasilien, und Afrika sehen wir grundsätzlich großes Potenzial für Wasserkraft. Allerdings ist die Projektvergabe auf beiden Kontinenten derzeit gebremst. Hintergrund sind in erster Linie anhaltende politische und gesamtwirtschaftliche Schwierigkeiten. Die durch die Corona-Pandemie weiter gestiegene Belastung der Staatshaushalte in den Schwellenländern wirkt sich zusätzlich negativ auf die Genehmigung und Durchführung großer Infrastrukturprojekte aus. Daneben können Unsicherheiten bei der Finanzierung dazu führen, dass Projekte privater Betreiber verschoben werden. Sollten die beiden Märkte sich noch schlechter entwickeln als in unserer Planung unterstellt und komplett zum Erliegen kommen, würde dies die Ertragslage unseres Konzernbereichs Hydro negativ beeinträchtigen.

Der Nutzfahrzeugmarkt reagiert äußerst sensibel auf konjunkturelle Entwicklungen, wie der beispiellose Einbruch im Jahr 2020 zeigt. Sollte die Erholung des Nutzfahrzeugmarktes länger andauern als derzeit erwartet, hätte dies unmittelbaren Einfluss auf die Lkw-Produktion und damit auch auf das Geschäft von Voith Turbo.

Sollte sich der Technologiewandel vom Verbrennungsmotor zum elektrischen bzw. Hybridmotor schneller vollziehen als in unserer Planung unterstellt, würde dies die Ertragslage im Konzernbereich Turbo negativ beeinflussen.

Im Zuge der anhaltenden geopolitischen Spannungen sind neue Handelsembargos bzw. eine mögliche Verschärfung von bestehenden Sanktionen denkbar. Dies würde unser Geschäft in den betroffenen Ländern je nach Umfang und Schärfe der Sanktionen mindestens einschränken, wenn nicht vollständig verhindern.

Konzernsteuerungsrisiken

Voith verfolgt das Ziel, Wegbereiter für eine Industrie im Post-Carbon-Zeitalter zu sein, und wird in den nächsten Jahren verstärkt in die Schlüsselkompetenzen für die Megatrends Dekarbonisierung und Digitalisierung investieren, organisch und durch Akquisitionen. Dies beinhaltet nicht nur den Umbau von Voith hin zu einem klimaneutralen Unternehmen, sondern insbesondere auch die Unterstützung unserer Kunden mit digitalen Lösungen und nachhaltigen Technologien bei ihrer Transformation. Wie immer in solchen großen Transformationsprozessen besteht das grundsätzliche Risiko, dass die strategischen Veränderungen nicht im geplanten Zeithorizont umgesetzt werden oder zu den gewünschten Erfolgen führen. Wir sind uns dieses Risikos wie auch der damit verbundenen Chancen bewusst. Die Ausrichtung des Voith-Konzerns auf industrielle Nachhaltigkeit und die strategische wie technologische Weiterentwicklung des Voith-Produktportfolios genießen höchste Aufmerksamkeit in der Konzerngeschäftsführung, was sich unter anderem in dem im Berichtsjahr neu geschaffenen Ressort "Innovation & Technology" widerspiegelt.

Liquiditäts- und Finanzrisiken

Voith verfügt über eine langfristige, diversifizierte und auf Stabilität ausgelegte Finanzierungsstruktur. Aufgrund des vorhandenen Zugangs zu Fremdkapital aus nicht genutzten Kreditlinien unterliegt Voith derzeit keinen konkreten Liquiditätsrisiken und verfügt über ausreichende Liquiditätsreserven, um allen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachzukommen. Im Vorjahr hatte Voith seine bestätigten Kreditlinien vor dem Hintergrund der Unwägbarkeiten aus dem weiteren Verlauf der Corona-Pandemie erhöht und damit ausreichend Liquiditätsvorsorge getroffen. Diese erhöhten Fazilitäten stehen nach wie vor zur Verfügung.

Als weltweit agierendes Unternehmen ist Voith unverändert dem Risiko schwankender Währungskurse ausgesetzt, die die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen können. Zur Begrenzung der Risiken aus Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen (insb. US-Dollar, aber auch Währungen wie chinesischer Yuan Renminbi, brasilianischer Real oder indische Rupie) bestehen konzerneinheitliche Verfahren für das Devisenmanagement. Grundsätzlich werden in allen Gesellschaften des Konzerns Fremdwährungspositionen zum Zeitpunkt ihres Entstehens konsequent abgesichert. Eine Aufwertung des Euros gegenüber unterschiedlichen Währungen könnte durch die Währungsumrechnung der Fremdwährungsabschlüsse negative Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis haben. Weiterhin könnte dies einen Einfluss auf unsere Wettbewerbsposition haben, da für Wettbewerber Kostenvorteile in schwächeren Währungen möglich sind. Darüber hinaus werden Zinsrisiken durch geeignete Sicherungsgeschäfte abgedeckt, um langfristige Zins- und Finanzierungssicherheit zu erhalten.

Zur Absicherung bestehender Grundgeschäfte, wie beispielsweise zukünftiger Zahlungsströme in unterschiedlichen Währungen oder variabel verzinster Finanzierungen, bedient sich Voith verschiedener derivativer Finanzinstrumente, insbesondere Devisentermingeschäfte zur Steuerung von Währungsrisiken und Zinsswaps zur Steuerung von Zinsrisiken. Die verwendeten Instrumente und die Absicherungsstrategien werden zu Beginn einer Sicherungsbeziehung im Rahmen der Risikomanagement-Zielsetzung festgelegt und dokumentiert. Die Risiken werden kontinuierlich überwacht, und falls notwendig werden die Sicherungsinstrumente angepasst.

Zur Absicherung der politischen und wirtschaftlichen Risiken aus dem Liefer- und Leistungsgeschäft der Konzernbereiche werden entsprechende Versicherungen von staatlichen Exportkreditversicherungsagenturen sowie vom privaten Versicherungsmarkt und von Banken gekauft. Für darüber hinausgehende Risiken im operativen Bereich verfügt der Konzern über angemessene Liquiditätsreserven.

Kontrahentenrisiken mit Finanzpartnern werden kontinuierlich überwacht. Zur weiteren Information wird auf die Ausführungen im Konzernanhang verwiesen. Die Berichterstattung diesbezüglich sowie zu den Finanzinstrumenten (§ 315 Abs. 2 Nr. 1 HGB) erfolgt dort innerhalb des Abschnitts "Sonstige Angaben".

Für eventuelle finanzielle Belastungen aus steuerlichen Risiken sind in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet und Eventualverbindlichkeiten im Konzernanhang angegeben. Darüber hinaus ist weder die Voith GmbH & Co. KGaA noch eine ihrer Konzerngesellschaften an laufenden oder absehbaren Steuerverfahren beteiligt, die einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage haben könnten.

Besondere Liquiditäts- und Finanzrisiken sind nicht erkennbar.

Infrastrukturrisiken

Im Bereich der Infrastrukturrisiken erfasst Voith in erster Linie IT-Risiken, Personalrisiken, Compliance-Risiken und Umweltrisiken, denen das Unternehmen mit gezielten Gegenmaßnahmen begegnet. Die Einführung eines konzernweiten ERP-Systems ist ein komplexes mehrjähriges Projekt, das im Rahmen der Implementierungsphase mit Risiken verbunden ist. Darüber hinaus sind aus der Infrastruktur des Unternehmens gegenwärtig keine besonderen Risiken ableitbar.

Eine zeitgemäße und sichere Informationstechnologie bildet den Unterbau für unsere erfolgreiche Geschäftstätigkeit. Daher unterhalten wir einen konzerneigenen zentralen IT-Bereich, der die zuverlässige Informationsverarbeitung laufend sicherstellt. Die Spezialisten dieses Bereichs betreuen die gesamte IT-Infrastruktur für den Konzern sowie die spezifischen Anwendungssysteme für die Konzernbereiche. Dabei setzen wir auf eine hybride IT-Infrastruktur: Ein Teil unserer Systeme, Anwendungen und Daten wird in eigenen Rechenzentren gehostet, ein anderer Teil liegt in einer Cloud.

Unser Informationssicherheitsmanagement ist auf Basis der internationalen Norm ISO/IEC 27001 aufgebaut und erfüllt damit höchste Standards. Unser zentraler Rechenzentrumsbetrieb in Heidenheim ist nach dieser Norm zertifiziert, für alle Rechenzentren gilt diese Norm als interne Basis, auf der auch eine Konzernrichtlinie aufbaut. Unser primäres Ziel beim Management von IT-Risiken besteht darin, die Verfügbarkeit unserer IT-Infrastruktur sowie der eingesetzten IT-Anwendungen zu gewährleisten. Der Ausfall von Basissystemen durch technische Störungen, Angriffe oder höhere Gewalt hätte zur Folge, dass Geschäftsprozesse massiv gestört oder vollständig zum Erliegen gebracht würden. Um derlei Betriebsunterbrechungen zu verhindern, haben wir die Kernsysteme unserer IT-Landschaft in zwei Rechenzentren redundant ausgelegt. Auf Applikationsebene adressieren wir neben dem Ausfallrisiko das Risiko fehlerhafter Software und das Risiko von Angriffen Dritter, zum Beispiel mit Ransomware. Anwendungen werden konsequent mit dem Ansatz des "Security-by-design" und "Privacy-by-design" implementiert, das heißt, dass Sicherheits- und Datenschutzanforderungen an Software schon während der Entwicklungsphase berücksichtigt werden, um spätere Sicherheitslücken und Datenschutzprobleme zu verhindern. Hinzu kommen dezidierte Schwachstellentests und Simulationen von Hackerangriffen.

Um die Vertraulichkeit unserer Daten zu wahren, sind diese gemäß den in einer Konzernrichtlinie vordefinierten Vertraulichkeitsstufen von jedem einzelnen Mitarbeiter und jeder einzelnen Mitarbeiterin zu kategorisieren. Abhängig von der jeweiligen Vertraulichkeitsstufe stehen unterstützende IT-Werkzeuge wie beispielsweise Verschlüsselungstechniken zur Verfügung, mit deren Hilfe die Daten sicher gespeichert und übermittelt werden. Damit stellen wir zugleich sicher, dass unser geistiges Eigentum bestmöglich geschützt wird. Neben diesen technischen Maßnahmen trainieren und informieren wir unsere Beschäftigten über den sicheren Umgang mit vertraulichen Daten über E-Learning-Programme und Awareness-Kampagnen.

Die zur Eindämmung der Corona-Pandemie erforderlichen Maßnahmen stellen seit dem Geschäftsjahr 2020/21 erhöhte Anforderungen an unsere Informationstechnologie. Bereits Mitte März 2020 gelang es uns, die weltweite IT-Infrastruktur auf einen hohen Anteil mobiler Arbeit auszurichten. Eine schnelle, stabile IT-Infrastruktur sowie Daten- und Systemsicherheit gewährleisten den fortlaufenden Geschäftsbetrieb und die reibungslose Kommunikation, auch in Zeiten beschränkter persönlicher Kontakte.

Marginalspalte: Informationen zu unserem Corona-Krisenmanagement finden Sie gebündelt im Abschnitt I.7. dieses Lageberichts.

Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ausreichender Anzahl für Voith zu gewinnen und an das Unternehmen zu binden, ist eine zentrale Herausforderung für unser Unternehmen. Sollte es uns über einen längeren Zeitraum nicht gelingen, unseren quantitativen und qualitativen Personalbedarf zu decken, würde dies das Erreichen unserer Unternehmensziele in Frage stellen. Bei der Sicherstellung einer ausreichenden Anzahl qualifizierten Personals stehen wir im Wettbewerb mit anderen international tätigen Unternehmen und handeln vorausschauend. Mit marktgerechten Vergütungssystemen, einer familienfreundlichen Personalpolitik und flexiblen Arbeitsmodellen sowie internationalen Entwicklungsperspektiven bieten wir ein attraktives Arbeitsumfeld. Über ein breites Spektrum an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie eine Kultur des lebenslangen Lernens motivieren wir die bei Voith beschäftigten Menschen, sich stets weiterzuqualifizieren, um den Anforderungen einer sich ständig ändernden Arbeitswelt gerecht zu werden. Unser im Berichtsjahr eingeführtes Employer-Branding-Konzept vermittelt unsere Arbeitgeberwerte sowie die für unsere Unternehmenskultur zentralen Kompetenzen und nimmt Bezug auf die globalen Megatrends, die Voith mit seinen Produkten adressiert.

Marginalspalte: Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt I.6. Beschäftigte.

Vertrauen und Integrität sind für Voith die Basis allen Handelns. Wir verlangen von jedem unserer Mitarbeiter, geltendes Recht und unsere unternehmensinternen Regeln einzuhalten (Compliance). Dies gilt konzernweit und für alle Hierarchiestufen. Der Voith-Verhaltenskodex definiert Regeln für das Verhalten gegenüber Dritten wie Geschäftspartnern, Wettbewerbern, politischen Parteien und Behörden sowie für das Miteinander im Unternehmen. Nicht richtlinienkonformes Verhalten bis hin zu illegalen Handlungen von Mitarbeitern kann zu Reputationsverlust, Sanktionen, Strafen und in letzter Konsequenz zu sinkenden Erträgen führen. Daher legen wir größten Wert auf ein funktionierendes Compliance-Management. Überwacht wird die Einhaltung der Grundsätze vom Compliance Committee des Konzerns, dessen Vorsitzender direkt an den Vorsitzenden der Konzerngeschäftsführung berichtet, und von den Compliance-Beauftragten in den Konzernbereichen und den einzelnen Konzerngesellschaften. Jeder Mitarbeiter ist gehalten, einen Verstoß gegen den Voith-Verhaltenskodex zu melden. Unser Meldesystem steht auch Externen zur Verfügung. Zusätzlich nehmen wir verdachtsunabhängig interne Compliance-Prüfungen vor, wo potenzielle Korruptionsrisiken im Rahmen des Risikomanagementprozesses identifiziert wurden. Verstöße werden konsequent mit Sanktionen belegt. Im Rahmen eines von einer internationalen Organisation durchgeführten Audits, das von der Gesellschaft weiter aktiv unterstützt wird, hat die Gesellschaft indirekte Vergütungszahlungen an einen Vertreter einer ihrer Tochtergesellschaften identifiziert, die von dieser Tochtergesellschaft ohne die nach den konzernweit geltenden Regelungen erforderlichen konzerninternen Zustimmungen erfolgt sind. Der Vertrag mit dem Vertreter wurde umgehend beendet, personelle Maßnahmen wurden getroffen. Daneben sollen die beiden von dem Audit betroffenen Tochtergesellschaften vorbehaltlich der noch ausstehenden abschließenden Bewertung gegen bestimmte Lauterkeitsregeln im Bieter- und Vergabeverfahren zweier Projekte verstoßen haben. Marginalspalte: Weitere Informationen zum Compliance-Management im Voith-Konzern finden Sie im Voith-Nachhaltigkeitsbericht. Dieser ist in der jeweils aktuellen Fassung im Internet zugänglich unter http://voith.com/corp-de/ueber-voith/nachhaltigkeit.html.

Aus der Geschäftstätigkeit eines Industrieunternehmens entstehen grundsätzlich Risiken für Mensch und Umwelt. Im Eintrittsfall könnten daraus Schadensersatzforderungen und Reputationsverluste entstehen. Arbeitssicherheit und die Einhaltung betrieblicher und gesetzlicher umweltrechtlicher Vorschriften haben oberste Priorität für uns. Sämtliche Produktionsprozesse unterliegen den Konzernrichtlinien zu Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz sowie Qualität und Risiko. Im Rahmen von integrierten Managementsystemen wird die Einhaltung der Richtlinien kontrolliert und ein einheitlich hoher Qualitäts- und Umweltstandard für Produktion und Produkte gewährleistet. Dadurch können Umweltrisiken frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen zur Vermeidung eingeleitet werden. Für verbleibende Risiken wurden Versicherungen abgeschlossen oder ausreichende bilanzielle Vorsorgen getroffen. Insofern halten wir aus der Geschäftstätigkeit von Voith entstehende Umwelt- und Gesundheitsrisiken hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit und insbesondere der potenziellen Schadenshöhe für gut beherrschbar.

III.3.2. Leistungsrisiken

Vertragsrisiken

Langfristige Verträge, insbesondere für Großprojekte, bilden einen wesentlichen Bestandteil unseres Geschäfts im Anlagenbau in den Konzernbereichen Hydro und Paper. Solche Verträge sind mit einer Reihe von bedeutenden Risiken verbunden, auf deren Management wir großes Augenmerk legen. Hierzu zählen zum einen Vertragsstrafen und Schadensersatzpflichten bis hin zu Zahlungsverweigerungen und Vertragskündigungen, die aus unerwarteten technischen Problemen oder unvorhersehbaren Entwicklungen an den Projektstandorten oder Zeitvorgabenüberschreitungen resultieren. Zum anderen können Kostenüberschreitungen oder Produktivitätsrückgänge im Rahmen von Festpreisverträgen zu sinkenden Ergebnismargen führen. Hier wird durch das implementierte Projektmanagement und -controlling fortlaufend geprüft, ob der tatsächliche Projektverlauf der Planung entspricht. Bei Abweichungen wird frühzeitig gegengesteuert und gegebenenfalls notwendige Risikovorsorge betrieben. Für mögliche Schadensfälle und zur Absicherung von Haftungsrisiken bestehen branchenübliche Haftpflicht- und Sachversicherungen. Besondere Risiken aus bestehenden Verträgen, soweit hinreichend quantifizierbar, werden durch die Bildung angemessener Rückstellungen berücksichtigt.

Technische Risiken

Im Bereich der technischen Risiken bestehen Innovationsrisiken und Risiken der Beschaffung.

Für einen Technologiekonzern wie Voith sind Innovationsrisiken ein zentrales Risikofeld. Die zukünftige Gewinnsituation des Unternehmens hängt von der Fähigkeit ab, marktfähige Produkte und Serviceleistungen zu entwickeln und modernste Produktionstechnologien und Serviceprozesse anzuwenden. Unsere Ertragssituation könnte negativ von Investitionen in Technologien beeinflusst werden, die nicht wie geplant funktionieren bzw. die nicht die erwartete Marktakzeptanz finden oder durch neue disruptive Technologien überholt werden. Voith investiert erhebliche Mittel in die kontinuierliche Weiterentwicklung bestehender Technologien und in die Erforschung neuer Produkte, Systeme und Dienstleistungen. Bei der Weiterentwicklung unserer Unternehmenskultur ist ein erklärtes Ziel die Stärkung unserer Marktorientierung und unserer Innovationskraft. Unser Ziel ist es, disruptive Technologien frühzeitig zu erkennen, von Anfang an zu begleiten und die Zukunft unserer Märkte aktiv mitzugestalten.

Marginalspalte: Informationen zu unserer Innovationsstrategie finden Sie im Abschnitt I.4. Forschung und Entwicklung.

Die Zusammenarbeit mit Lieferanten auf den globalen Beschaffungsmärkten birgt Risiken in Hinsicht auf potenzielle Belieferungsausfälle, unvorhergesehene Kostensteigerungen und die Nichteinhaltung von Umwelt- und Sozialstandards. Wirksame Maßnahmen zur Sicherung unserer Belieferung haben wir in den relevanten Einkaufsprozessen - Lieferantenauswahl, Bestellabwicklung und Lieferterminverfolgung - verankert. Außerdem verfolgen wir eine Multi-Lieferanten-Strategie, um weltweit Lieferausfall- und Insolvenzrisiken bei Lieferanten vorzubeugen. Darüber hinaus haben wir auch im Geschäftsjahr 2020/21 Rahmenverträge und langfristige Preisvereinbarungen bei wesentlichen Beschaffungsumfängen eingesetzt, um ungeplante Kostensteigerungen zu minimieren. Die Einhaltung der gültigen landesspezifischen Umwelt- und Sozialstandards haben wir in unseren Allgemeinen Einkaufsbedingungen verankert. Aktuelle Herausforderungen im Berichtsjahr stellten Lieferengpässe und steigende Kosten bei Rohstoffen und Komponenten im Zuge der nach der Rezession anziehenden Konjunktur sowie störanfällige Lieferketten und steigende Logistikkosten infolge der Pandemie dar. Diesen begegneten wir mit einer weiteren Diversifizierung und Lokalisierung der Lieferketten sowie mit intensiviertem Risikomanagement und Terminverfolgung bei unseren Lieferanten. Dadurch sehen wir uns in einer guten Ausgangsposition, eventuelle weitere Störungen in den Lieferketten frühzeitig zu erkennen und diesen mit flexiblen Alternativlösungen entgegenzutreten.

Im Rahmen unseres regelmäßigen internen Berichtswesens über Leistungsrisiken verfolgen wir die theoretisch maximalen Risiken, die mit einzelnen Risikopositionen verbunden sind, sowie die unter vorsichtiger Würdigung zu erwartenden realistischen Risiken. Die Betrachtung der maximalen Risiken erfolgt vor dem Hintergrund der Fragestellung, ob existenzbedrohende Risiken vorliegen. Hierzu kann festgestellt werden, dass zum Berichtszeitpunkt keine existenzbedrohenden Risiken existieren. Die Betrachtung der zu erwartenden realistischen Risiken erfolgt zum Zwecke der Ergebnisplanung und zur Bemessung der in der Bilanz zu treffenden Vorsorge. In Summe wurden zum Bilanzstichtag 323 Mio. € (Vorjahr: 240 Mio. €) Risikovorsorge für wesentliche Leistungsrisiken getroffen und in Form von Rückstellungen und Wertberichtigungen in der Bilanz verarbeitet (maximales Risiko: 452 Mio. €; Vorjahr: 392 Mio. €).

III.3.3. Gesamtrisiko

Nach den heute bekannten Informationen bestehen keine Risiken, die entweder einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des Voith-Konzerns gefährden könnten. Von den für Voith relevanten Risiken können externe Risiken nach wie vor den stärksten negativen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung haben. Verglichen mit dem stark durch die Corona-Pandemie geprägten Vorjahr hat sich die Risikolage leicht verbessert. Wir sind überzeugt, dass die mit unserer Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken angesichts unserer starken Diversifizierung, der gefestigten Marktposition in allen drei Konzernbereichen, unserer finanziellen Stärke und der zur Risikobeherrschung eingesetzten Instrumente für unseren Konzern tragfähig sind.

III.4. Chancen

Nachfolgend beschreiben wir wesentliche Chancen, die positive Auswirkungen auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben und zu einer positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Die Reihenfolge der dargestellten Chancen spiegelt unsere Einschätzung der gegenwärtigen Bedeutung dieser Chancen für den Voith-Konzern wider. Sofern nicht anderslautend angegeben, beziehen sich die nachfolgenden Chancen auf alle Konzernbereiche.

Wachsendes Servicegeschäft

Wir arbeiten generell daran, das Servicegeschäft auszubauen und dessen Anteil am Umsatz zu erhöhen. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise wurden in einigen Branchen Investitionen in neue Anlagen und Maschinen aufgeschoben. Bei verlängerten Laufzeiten des bestehenden Equipments tendieren Kunden verstärkt dazu, unser Serviceangebot, wie zum Beispiel Wartungen, performancesteigernde Komponenten und Ersatzteile, intensiver zu nutzen. Dies bietet in allen Konzernbereichen Chancen für unsere Serviceaktivitäten, die stärker wachsen könnten als derzeit angenommen.

Erweiterung des Angebotsportfolios durch Produktinnovationen

Wir arbeiten kontinuierlich daran, neue Technologien, Produkte und Lösungen zu entwickeln sowie bestehende zu verbessern. Im Berichtsjahr haben wir in allen Konzernbereichen wieder zahlreiche neue Produkte in den Markt eingeführt. Hiermit können wir im günstigsten Fall nicht nur unsere Marktposition festigen, sondern auch Umsätze und Marktanteilsgewinne generieren, die derzeit noch nicht in unsere Geschäftsplanung integriert sind, vor allem wenn Innovationen erheblich schneller als unterstellt von unseren Kunden als wertsteigernd anerkannt werden. Chancen sehen wir insbesondere bei nachhaltigen Produkten, die auf Klimaneutralität und Ressourceneffizienz abzielen, beispielsweise Elektroantriebe, und bei neuen digitalen Lösungen im Bereich Industrial Internet of Things. Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung vieler Branchen beschleunigt. Dies betrifft beispielsweise auch die Papierindustrie und bietet Wachstumspotenzial für Voith.

Chancen aus der weltwirtschaftlichen Entwicklung

Sollten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in wichtigen Absatzregionen kurz- oder mittelfristig besser darstellen als derzeit angenommen, würde dies die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Voith voraussichtlich positiv beeinflussen. Die Geschwindigkeit der erwarteten ökonomischen Erholung hängt in hohem Maße vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie ab. Entscheidend wird weiterhin sein, wie schnell sich die vielfältigen durch die Pandemie ausgelösten Marktungleichgewichte und -verwerfungen sowie die Störungen der Lieferketten auflösen. Upside-Potenzial bieten beispielsweise China, Brasilien und Afrika: China wächst dynamisch und hat das Vorkrisenniveau beim Bruttoinlandsprodukt bereits überschritten; das Land könnte zusätzlich von einer nachhaltigen Lösung des Handelskonflikts mit den USA profitieren. Besonderes Augenmerk liegt auch auf Brasilien, wo unter anderem aufgrund der anhaltenden politischen Krise ein im Vergleich zur globalen Wachstumsrate deutlich unterdurchschnittliches Wirtschaftswachstum und nur eine sehr zögerliche Vergabe großer Infrastrukturprojekte erwartet werden. Für Afrika ist der Ausblick derzeit verhalten, nicht zuletzt aufgrund der geringen Impfquote. Die Wachstumsaussichten des Kontinents würden sich durch einen stärkeren Zugang zu Corona-Impfstoffen verbessern. Von einer über den Erwartungen liegenden weltwirtschaftlichen Entwicklung würden alle Konzernbereiche, mit unterschiedlicher Verzögerung, profitieren, jedoch frühestens ab der zweiten Geschäftsjahreshälfte 2021/22.

Wachstum durch Akquisitionen

Neben organischem Wachstum streben wir auch Wachstum über Firmenkäufe und Unternehmensbeteiligungen an. Mögliche Akquisitionsziele sind profitable Unternehmen mit zukunftsfähiger Technologie und überdurchschnittlich hohem Wachstumspotenzial, die unser Geschäft in den bestehenden Märkten arrondieren oder durch neue Aktivitäten erweitern. Wir screenen potenzielle Zielunternehmen kontinuierlich in strukturierten M&A-Prozessen auf ihre Eignung. Akquisitionen bieten bereits kurzfristig die Chance auf zusätzliche, nicht in der Geschäftsplanung vorgesehene Erträge und können mittelfristig dabei unterstützen, unsere Position in bestehenden Märkten zu verbessern oder neue zukunftsträchtige Branchen für Voith zu erschließen. Hinzu kommen mögliche Synergien aus getätigten Akquisitionen.

Neue Absatzmärkte für bestehende Produkte und Services

Zusätzlich zur Erweiterung unseres Angebotsportfolios werten wir in allen Konzernbereichen Marktchancen für bestehende Produkte und Services in denjenigen Regionen aus, in denen sie bislang unterrepräsentiert oder noch nicht vertreten sind. So hat beispielsweise Afrika großes Potenzial insbesondere für die Konzernbereiche Hydro und Turbo. Da der Kontinent jedoch schwer an den Folgen der Corona-Pandemie trägt und sich die Märkte dort generell volatil und schwer berechenbar zeigen, haben wir diesbezüglich konservative Annahmen in unserer Geschäftsplanung getroffen. Zudem versuchen wir, bereits erfolgreiche Produkte auf neue Anwendungsfelder oder Absatzbranchen zu übertragen. Ein weiterer Ansatz, der insbesondere für den Konzernbereich Turbo neue Wachstumschancen bietet, besteht darin, verstärkt Komplettsysteme zu vermarkten. Dabei werden verschiedene Komponenten, die zum Teil auch von Sublieferanten zugekauft sein können, in einem System zusammengefügt und optimal aufeinander abgestimmt. Das hieraus entstehende zusätzliche Umsatzpotenzial ist noch nicht in unserer Geschäftsplanung verarbeitet.

Steigende Investitionen im Öl- & Gas-Markt durch dauerhaft hohen Ölpreis

Derzeit unterstellt unsere Planung für das Geschäftsjahr 2021/22 leicht steigende, aber weiterhin niedrige Investitionen im Öl- & Gas-Markt. Sollte der Ölpreis ausgehend vom derzeitigen Niveau von unter 80 US-Dollar je Barrel Brent-Öl weiter und dauerhaft ansteigen, könnten Ölkonzerne ihre Investitionen und Ausgaben für Serviceaktivitäten stärker als erwartet erhöhen. Dies würde die Auftragslage des Konzernbereichs Turbo verbessern.

Überschreitung des erwarteten Vergabevolumens im Wasserkraftmarkt

Aufgrund der Größe vieler Wasserkraftprojekte ist das jährliche Vergabevolumen des Marktes volatilen Schwankungen ausgesetzt. Sollten einige der derzeit auf Eis liegenden großen Projekte im Geschäftsjahr 2021/22 zur Vergabe kommen, würde dies zu einem unerwarteten Ausschlag nach oben führen und die Auftragslage des Konzernbereichs Hydro verbessern. Einen günstigen Impuls hierbei könnten noch nicht angekündigte staatliche Konjunkturprogramme zur Bewältigung der Folgen der Corona-Krise geben, die große Infrastrukturprojekte im Bereich Wasserkraft forcieren.

IV. PROGNOSEBERICHT

IV.1. Rahmenbedingungen

Noch keine durchgreifende Erholung

Zu Beginn des Geschäftsjahres 2021/22 befindet sich die Weltwirtschaft weiter auf Erholungskurs. Dabei gibt es zwischen den Ländern große Unterschiede in Geschwindigkeit und Ausmaß der erwarteten Erholung, die in erster Linie aus dem sehr ungleich verteilten Zugang zu Impfstoffen resultieren. Begünstigt sind darüber hinaus Länder, in denen staatliche Konjunkturprogramme auf den Weg gebracht wurden, gegenüber hochverschuldeten Staaten, die hierfür keinen Spielraum haben und allenfalls auf Spill-over-Effekte hoffen können. Die durch die Pandemie ausgelösten vielfältigen Disruptionen, insbesondere Störungen der Lieferketten sowie Engpässe bei Rohstoffen, Vorprodukten und Komponenten, werden auch im Prognosezeitraum signifikant wirken.

Der IWF prognostiziert in seiner jüngsten Veröffentlichung vom Oktober 2021 nach einem Weltwirtschaftswachstum von 5,9% im Jahr 2021 für die Jahre 2022 und 2023 globale Steigerungsraten von 4,9% bzw. 3,6%. Die aktuellen Prognosen des IWF sind mit großen Unsicherheiten behaftet, die eine Abweichung von der prognostizierten Entwicklung nach unten oder nach oben bewirken können. Nach eigenen Aussagen des IWF überwiegen derzeit die Abwärtsrisiken. Die Unsicherheitsfaktoren beziehen sich vor allem auf den weiteren Verlauf der Pandemie, der unter anderem durch den globalen Impffortschritt beeinflusst wird, sowie auf mögliche Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und ihre Auswirkung auf Handelsströme, Lieferketten und Märkte. Ein weiteres wesentliches Risiko stellen anhaltende Preissteigerungstendenzen dar. Diese könnten eine restriktivere Geld- und Fiskalpolitik zur Inflationsbekämpfung nach sich ziehen und im ungünstigsten Fall eine Stagflation hervorrufen.

Marginalspalte: Die wesentlichen Risiken für die weltwirtschaftliche Entwicklung sind in Abschnitt III.3. Risiken ausgeführt.

Hier finden Sie eine Übersicht der vom IWF erwarteten Wachstumsraten der für Voith wichtigsten Regionen und Länder in den Jahren 2022 und 2023:

Deutschland wie auch die Eurozone als Ganzes und die USA profitieren von umfangreichen Konjunkturprogrammen und einer guten Impfstoffversorgung. China als Exportland kommt neben der Verfügbarkeit von Impfstoff der allgemeine globale Aufschwung zugute. Für Indien wird eine prozentual höhere Steigerungsrate angenommen; allerdings ist Indien angesichts des schwachen Gesundheitssystems des Landes anfällig für pandemiebedingte Rückschläge. In Brasilien wird die Erholung voraussichtlich wesentlich langsamer verlaufen als in anderen Volkswirtschaften. Das Land befand sich bereits vor der Pandemie in einer wirtschaftlichen und politischen Krise. Zudem hat die brasilianische Zentralbank mit deutlichen Zinserhöhungen auf die hohe Inflationsrate reagiert. Wachstumsraten unterhalb des globalen Durchschnitts werden auch für Russland und andere osteuropäische Staaten sowie für viele afrikanische Länder erwartet.

Auch wenn sich voraussichtlich alle Regionen im Geschäftsjahr 2021/22 im Aufschwung befinden, wird dies noch nicht zu einer durchgreifenden Erholung führen. Auf ihren vor der Pandemie prognostizierten Wachstumspfad wird die Weltwirtschaft nach Einschätzung des IWF nicht vor 2025 zurückkehren. Dabei wird für die meisten Industrieländer - dank umfangreicher Impfprogramme und fiskalpolitischer Unterstützungsmaßnahmen - eine schnellere Erholung erwartet als für die Emerging Markets.

Heterogene Entwicklung in den Voith-Märkten

Einhergehend mit der weltwirtschaftlichen Erholung dürfte sich das Investitionsklima weiter aufhellen. Die fünf Voith-Märkte befinden sich grundsätzlich auf Erholungskurs. Dennoch könnten in einigen von Voith bedienten Märkten und Segmenten die Investitionen niedriger ausfallen als in dem von Nachholinvestitionen geprägten Berichtsjahr.

Der mittel- und langfristige Entwicklungspfad des Energiemarktes ist von einem wachsenden weltweiten Bedarf gekennzeichnet, der steigende Investitionen für die Schaffung zusätzlicher Stromerzeugungskapazitäten bedingt. Dabei wird der Umbau des Energiesektors hin zu emissionsarmen Energien wie Wasserkraft vorangetrieben. Im Zuge des starken Ausbaus von Wind- und Solarenergie wächst zudem der Bedarf an Pumpspeicherkraftwerken zur Gewährleistung der Netzstabilität und Versorgungssicherheit. Kurzfristig kann das Vergabevolumen im Wasserkraftmarkt von Jahr zu Jahr volatilen Schwankungen ausgesetzt sein, die nur schwer zu prognostizieren sind. Im konventionellen Bereich wird bei nuklearer Stromerzeugung und Gas mit einer stabilen Entwicklung gerechnet, während Kohlekraftwerke zunehmend in den Hintergrund treten werden.

Die Öl- und Gasindustrie bleibt unter Druck, auch wenn sich die Preise erholt haben: Überkapazitäten in den OPEC+-Ländern und die weltweiten Bestrebungen, fossile Energien zu reduzieren, um die CO 2-Emissionen zu begrenzen, dämpfen das Investitionsklima in der Branche. Unserer Geschäftsplanung haben wir die Annahme zugrunde gelegt, dass die Investitionen in den für uns relevanten Segmenten des Öl- & Gas-Marktes im Geschäftsjahr 2021/22 leicht steigen, aber noch unter Vorkrisenniveau bleiben werden.

Für den Papiermarkt erwarten wir nach dem sehr investitionsstarken Berichtsjahr im Geschäftsjahr 2021/22 einen spürbaren Rückgang bei den Investitionen in Neuanlagen und Großumbauten. Insbesondere im Segment Karton und Verpackungspapiere sind nach dem starken Kapazitätenanstieg im Berichtsjahr mittelfristig Überkapazitäten zu erwarten. Auch wenn die Papierproduktion weiter steigt, wird die Nachfrage nach Verbrauchsmaterialien - verglichen mit dem sehr guten Berichtsjahr - voraussichtlich in etwa konstant bleiben. Die Nachfrage nach Services wird sich unserer Einschätzung nach weiter beleben, sofern die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie weiter gelockert werden können.

Für den Rohstoffmarkt gehen wir davon aus, dass Preise und Nachfrage sich wieder etwas beruhigen, aber weiterhin auf gutem Niveau liegen. Vor diesem Hintergrund bleibt die Investitionstätigkeit der Mining-Industrie voraussichtlich hoch. Investitionsschwerpunkt werden unserer Einschätzung nach neue Technologien zur Effizienzsteigerung der Produktion sein.

Für den Transport- & Automotive-Markt ergibt sich ein heterogenes Bild. Im Nutzfahrzeugsegment wird erwartet, dass sich sowohl der Lkw-Markt als auch der Busmarkt im Geschäftsjahr 2021/22 unterhalb des Vorkrisenniveaus bewegen. Dabei soll die Produktion von mittleren und schweren Lkw, nach der unerwartet positiven Entwicklung im Jahr 2021, 2022 sinken, bedingt durch einen deutlichen Rückgang im großen chinesischen Markt. Für den Busmarkt prognostizieren Branchenanalysten für 2022 dagegen einen Zuwachs auf niedrigem Niveau. Der globale Markt für Schienenfahrzeuge dürfte auch in den kommenden Jahren bei hoher Wettbewerbsintensität weiter wachsen. Dabei profitiert die Schiene von den weltweiten Klimaschutzbestrebungen sowie dem Trend zur Urbanisierung. Für den Marinebereich bleibt unser Ausblick verhalten: Wachstumspotenzial bietet die teilweise staatlich geförderte maritime Energiewende, die zu Flottenmodernisierungen und Neubauprogrammen führt. Der Trend zur E-Mobilität sowie zu Automatisierung und Digitalisierung wird den Transport- & Automotive-Markt zunehmend prägen.

IV.2. Zukünftige Entwicklung des Voith-Konzerns

Steigerung der Profitabilität

Voith hat in den vergangenen zwei von der Corona-Pandemie und ihren gesamtwirtschaftlichen Folgen geprägten Jahren die Resilienz seines Geschäftsmodells und seiner Organisation unter Beweis gestellt. Dabei sind wir bisher besser durch die Krise gekommen, als bei Ausbruch der Pandemie zu erwarten war. Auch während der Krise haben wir in die strategische, technologische und organisatorische Weiterentwicklung unseres Unternehmens investiert und damit eine wichtige Voraussetzung für eine nachhaltig positive Geschäftsentwicklung geschaffen.

Der Ausbau unseres Kerngeschäfts bleibt in den kommenden Jahren ein wichtiger Baustein unserer Strategie. Dabei legen wir den Fokus auf den margenstarken Dienstleistungs- und Ersatzteilmarkt sowie auf nachhaltige und digitale Lösungen. Weiter investieren wollen wir darüber hinaus in die Erschließung zukunftsorientierter neuer Geschäftsfelder und Märkte, die die Klimaneutralität befördern, wie Elektrische Antriebssysteme, Wasserstofftechnologie, Energiespeicherung oder Cargo Rail (Schienengüterverkehr). Unsere Strategie beinhaltet ein hohes Forschungs- und Entwicklungsengagement sowie gezielte Firmenkäufe.

Für das Geschäftsjahr 2021/22 erwarten wir vor dem Hintergrund einer fortschreitenden, aber noch nicht durchgreifenden Erholung des wirtschaftlichen Umfelds ein leichtes Umsatzwachstum. Dabei wollen wir unsere Profitabilität deutlich verbessern. Hierzu werden Effizienzgewinne aus der Optimierung unserer internen Strukturen und Prozesse beitragen.

Unsere Konzernprognosen für die vier wesentlichen Kennzahlen im Geschäftsjahr 2021/22 lauten:

Voith-Konzern 2020/21
in Mio. €
2021/22 Prognose
Auftragseingang 5.016 Spürbarer Rückgang
Umsatz 4.260 Leichte Steigerung
EBIT 165 Deutliche Steigerung
ROCE 8,8% Deutliche Steigerung

Wir gehen davon aus, dass der Auftragseingang des Voith-Konzerns im Geschäftsjahr 2021/22 weiter auf hohem Niveau, aber spürbar unter dem hohen Wert des Berichtsjahres liegen wird. Unserer Prognose liegt die Annahme zugrunde, dass im Papiermarkt nach dem außerordentlich investitionsstarken Berichtsjahr eine Normalisierung eintritt und die Konzernbereiche Hydro und Turbo weiterhin mit einem herausfordernden Marktumfeld konfrontiert sein werden. Der hohe Auftragseingang des Geschäftsjahres 2020/21 wird sich aufgrund der langen Projektzeiten im Großanlagengeschäft in den kommenden Jahren sukzessive in steigenden Umsätzen niederschlagen. Im Geschäftsjahr 2021/22 rechnen wir nur mit einer leichten Umsatzsteigerung, denn hier wirkt noch der niedrige Auftragseingang des Krisenjahres 2019/20 nach. Außerdem dürften die pandemiebedingten operativen Beeinträchtigungen und die Störungen in den vorgelagerten Lieferketten mindestens einen Teil des Geschäftsjahres 2021/22 überschatten. Wachstumsimpulse erwarten wir aus dem Servicegeschäft. Was unsere Profitabilität angeht, wollen wir uns klar verbessern. Wir haben in den vergangenen beiden Geschäftsjahren intensiv daran gearbeitet, unsere Strukturen und Prozesse zu optimieren. Die daraus erwachsenden Effizienzgewinne werden nun zunehmend sichtbar. Im Geschäftsjahr 2021/22 wird das EBIT unserer Planung nach deutlich steigen. Zu dieser Ergebnisverbesserung sollen alle drei Konzernbereiche mit steigenden EBITs beitragen. Die Ergebnisprognose ist mit einer gewissen Unsicherheit behaftet, da derzeit nur schwer absehbar ist, inwieweit die signifikanten Materialpreissteigerungen kompensierbar sind. Analog zur operativen Ergebnisentwicklung wird sich nach unserer Planung auch der ROCE verbessern.

Alle Prognosen verstehen sich vor Berücksichtigung von Währungseffekten und Effekten aus etwaigen M&A-Aktivitäten.

Unsere Prognosen für den Konzernbereich Hydro stellen sich wie folgt dar:

Konzernbereich Hydro 2020/21
in Mio. €
2021/22 Prognose
Auftragseingang 1.146 Leichter Rückgang
Umsatz 945 Leichte Steigerung
EBIT 8 Signifikante Steigerung
ROCE 5,0% Signifikante Steigerung

Der Konzernbereich Hydro wird voraussichtlich auch im Geschäftsjahr 2021/22 mit einem herausfordernden Marktumfeld konfrontiert sein, in dem die Nachwirkungen der Corona-Pandemie zu spüren sind. Wir gehen davon aus, dass das globale Vergabevolumen im Wasserkraftmarkt insgesamt spürbar über dem Niveau des Berichtsjahres liegen wird, bei regional unterschiedlichen Entwicklungen. Großen Anteil am Vergabevolumen haben dabei voraussichtlich chinesische Pumpspeicherprojekte, die allerdings aufgrund entsprechender Vorgaben der chinesischen Regierung überwiegend an lokale Wettbewerber vergeben werden. Potenzial sehen wir vor allem bei Modernisierungsprojekten und im Servicegeschäft. Für unseren Konzernbereich Hydro erwarten wir, dass der Auftragseingang gegenüber dem guten Wert des Berichtsjahres leicht zurückgehen wird. Der zuletzt gestiegene Auftragseingang wird sich aufgrund der im Wasserkraftbereich üblichen langen Projektzeiten erst sukzessive in Umsatzzuwächsen niederschlagen. Im Geschäftsjahr 2021/22 rechnen wir mit einem leichten Umsatzanstieg. Das EBIT, das sich im Berichtsjahr auf einem niedrigen Niveau bewegte, wird nach unserer Planung überproportional zum Umsatz steigen. Der ROCE profitiert von dem Ergebnisanstieg und einer Reduzierung des betriebsnotwendigen Kapitals. Unserer Umsatz- und Ergebnisplanung liegt die Annahme zugrunde, dass im Geschäftsjahr 2021/22 keine globale Corona-Infektionswelle mehr, sondern nur noch zeitlich und lokal begrenzte Infektionsherde auftreten; das bedeutet, dass Baustellentätigkeiten ohne größere Verzögerungen und Effizienzverluste durchgeführt werden können.

Für den Konzernbereich Paper prognostizieren wir folgende Entwicklungen.

Konzernbereich Paper 2020/21
in Mio. €
2021/22 Prognose
Auftragseingang 2.276 Spürbarer Rückgang
Umsatz 1.776 Spürbare Steigerung
EBIT 114 Spürbare Steigerung
ROCE 18,2% Spürbare Steigerung

Nachdem Papierhersteller im Berichtsjahr außerordentlich hohe Investitionen in neue Anlagen und Umbauten getätigt haben, insbesondere zur Produktion von Karton und Verpackungspapieren, erwarten wir im Geschäftsjahr 2021/22 eine Normalisierung des Papiermaschinenmarktes. Da die Papierproduktion voraussichtlich weiter steigt, sehen wir bei Verbrauchsmaterialien und Services eine stabile bis leicht steigende Nachfrage. Der Auftragseingang des Konzernbereichs Paper wird daher aller Voraussicht nach unter dem sehr hohen Wert des Berichtsjahres, im Mehrjahresvergleich jedoch weiterhin auf hohem Niveau liegen. Der zuletzt stark gestiegene Auftragsbestand sollte im Geschäftsjahr 2021/22 für ein spürbares Umsatzwachstum sorgen. Auf Basis des höheren Umsatzvolumens erwarten wir auch beim EBIT, das sich bereits im Berichtsjahr auf zufriedenstellendem Niveau bewegte, eine spürbare Steigerung. Analog soll sich der ROCE spürbar verbessern.

Unsere Prognosen für den Konzernbereich Turbo lauten:

Konzernbereich Turbo 2020/21
in Mio. €
2021/22 Prognose
Auftragseingang 1.512 Leichte Steigerung
Umsatz 1.457 Stabile Entwicklung
EBIT 41 Deutliche Steigerung
ROCE 4,9% Deutliche Steigerung

Wir gehen davon aus, dass sich die für den Konzernbereich Turbo relevanten Märkte im Geschäftsjahr 2021/22 wieder stabilisieren. Vor diesem Hintergrund prognostizieren wir einen leicht steigenden Auftragseingang. Beide Divisionen werden voraussichtlich zu dem geplanten Wachstum des Auftragseingangs beitragen. Wachstumsimpulse erwarten wir insbesondere aus dem Servicegeschäft. Weiterhin könnte unser Geschäft allerdings durch Rohstoffengpässe und Störungen der Lieferkette beeinträchtigt werden. Daher rechnen wir mit einer stabilen Umsatzentwicklung. Ergebnisseitig wird sich der Abschluss der Restrukturierungsprojekte positiv niederschlagen: Unsere Geschäftsplanung sieht vor, dass EBIT und ROCE im Geschäftsjahr 2021/22 deutlich steigen.

Prognosen sind immer Aussagen unter Unsicherheit. Dabei ist unsere Prognosegenauigkeit aktuell durch eine gewisse Unsicherheit bezüglich des weiteren Verlaufs der Pandemie beeinträchtigt. Im Hinblick auf die bereits bekannten Chancen und Risiken für die prognostizierte Geschäftsentwicklung verweisen wir auf den Abschnitt III. Bericht über Risiken und Chancen dieses Lageberichts.

Für kommende Herausforderungen sehen wir uns bestens gerüstet. Voith ist dank seiner breiten sektoralen und geografischen Positionierung, der gefestigten Marktposition in allen drei Konzernbereichen sowie einer soliden Bilanz äußerst resilient. Voith verfügt über ein zukunftsfähiges Produktportfolio und eine leistungsfähige Organisation mit hervorragenden, passionierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Unser Unternehmen ist strategisch gut aufgestellt und der langfristig gesicherte Zugang zu Kapital gibt uns den erforderlichen Handlungsspielraum, wichtige Zukunftsinvestitionen zu tätigen und die Entscheidungen umzusetzen, die wir für sinnvoll erachten, um unseren Weg des nachhaltigen profitablen Wachstums weiter fortzusetzen.

 

Heidenheim an der Brenz, den 29. November 2021

Die Geschäftsführung der Voith Management GmbH

Dr. Toralf Haag

Egon Krätschmer

Dr. Stefan Kampmann

Andreas Endters

Uwe Wehnhardt

Cornelius Weitzmann

Konzernbilanz zum 30. September 2021

AKTIVA

Anhang 2021-09-30
Tsd. €
2020-09-30
Tsd. €
A. Langfristige Vermögenswerte
I. Immaterielle Vermögenswerte (9) 975.224 986.805
II. Sachanlagen (10) 1.019.772 1.028.065
III. Beteiligungen an at Equity bilanzierten Unternehmen (11) 48.758 21.222
IV. Wertpapiere 12.779 11.945
V. Übrige Finanzanlagen 55.622 50.966
VI. Sonstige finanzielle Forderungen (15) 47.913 41.657
VII. Übrige Vermögenswerte (15) 18.544 14.453
VIII. Latente Steueransprüche (8) 92.410 244.774
Summe langfristige Vermögenswerte 2.271.022 2.399.887
B. Kurzfristige Vermögenswerte
I. Vorräte (12) 681.444 591.912
II. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (13) 744.140 674.797
III. Vertragsvermögenswerte (14) 573.952 539.446
IV. Wertpapiere (16) 51.337 122.693
V. Laufende Ertragsteueransprüche 33.996 33.524
VI. Sonstige finanzielle Forderungen (15) 95.127 119.913
VII. Übrige Vermögenswerte (15) 138.854 146.819
VIII. Flüssige Mittel (17) 511.165 581.766
2.830.015 2.810.870
IX. Zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte (18) 12.503 6.024
Summe kurzfristige Vermögenswerte 2.842.518 2.816.894
SUMME AKTIVA 5.113.540 5.216.781

PASSIVA

Anhang 2021-09-30
Tsd. €
2020-09-30
Tsd. €
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 120.000 120.000
II. Gewinnrücklagen 925.988 1.040.815
III. Sonstige Rücklagen -181.385 -224.617
IV. Genussrechtskapital 6.600 6.600
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital 871.203 942.798
V. Genussrechtskapital 96.800 96.800
VI. Übrige Anteile 46.774 43.871
Auf nicht beherrschende Gesellschafter entfallendes Eigenkapital 143.574 140.671
Summe Eigenkapital (19) 1.014.777 1.083.469
B. Langfristige Schulden
I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (20) 799.529 825.733
II. Sonstige Rückstellungen (21) 139.651 139.823
III. Ertragsteuerverbindlichkeiten 99 -87
IV. Bankverbindlichkeiten und sonstige zinstragende Verbindlichkeiten (22) 632.548 665.036
V. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (24) 36.194 36.992
VI. Übrige Verbindlichkeiten (24) 45.417 42.097
VII. Latente Steuerverbindlichkeiten (8) 53.517 82.224
Summe langfristige Schulden 1.706.955 1.791.818
C. Kurzfristige Schulden
I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (20) 33.180 32.904
II. Sonstige Rückstellungen (21) 287.411 283.060
III. Ertragsteuerverbindlichkeiten 37.185 38.994
IV. Bankverbindlichkeiten und sonstige zinstragende Verbindlichkeiten (22) 155.061 243.011
V. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (23) 569.575 537.532
VI. Vertragsverbindlichkeiten (14) 938.859 845.256
VII. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (24) 233.490 216.919
VIII. Übrige Verbindlichkeiten (24) 137.047 142.310
2.391.808 2.339.986
IX. Schulden in Verbindung mit zu Veräußerungszwecken (18) 0 1.508
gehaltenen Vermögenswerten
Summe kurzfristige Schulden 2.391.808 2.341.494
SUMME PASSIVA 5.113.540 5.216.781

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2020 bis 30. September 2021

in Tsd. € Anhang 2020/21 2019/20
Umsatzerlöse (1) 4.260.350 4.173.101
Bestandsveränderungen und andere
aktivierte Eigenleistungen (2) 79.516 16.107
GESAMTLEISTUNG 4.339.866 4.189.208
Sonstige betriebliche Erträge (3) 342.839 377.528
Materialaufwand (4) -1.977.789 -1.827.750
Personalaufwand (5) -1.516.003 -1.501.461
Abschreibungen -169.863 -167.886
Sonstige betriebliche Aufwendungen (6) -929.887 -1.008.093
Betriebliches Ergebnis 89.163 61.546
Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen -6.470 -7.799
Zinsertrag 9.675 28.460
Zinsaufwand -31.331 -28.138
Sonstiges Finanzergebnis (7) 19.057 19.100
ERGEBNIS VOR STEUERN
aus fortgeführten Aktivitäten 80.094 73.169
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (8) -73.577 -60.262
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten 6.517 12.907
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten -5.230 -6.563
Ergebnis nach Steuern 1.287 6.344
Auf Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallender Anteil
am Ergebnis nach Steuern -9.059 -3.157
Auf nicht beherrschende Gesellschafter
entfallender Anteil am Ergebnis nach Steuern 10.346 9.501

Konzern-Gesamtergebnisrechnung
für die Zeit vom 1. Oktober 2020 bis 30. September 2021

in Tsd. € 2020/21 2019/20
Ergebnis nach Steuern 1.287 6.344
Bestandteile, die zukünftig nicht in die Gewinn-und -Verlust-Rechnung umgegliedert werden:
Neubewertung von leistungsorientierten Plänen 25.068 21.082
Steuern auf Bestandteile, die zukünftig nicht in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert werden -111.891 -6.152
Bestandteile, die zukünftig in die Gewinn-und -Verlust-Rechnung umgegliedert werden:
Ergebnis aus der Marktbewertung von Beteiligungen und Wertpapieren 423 -4.614
Ergebnis aus Cashflow Hedges -570 888
Ergebnis aus der Währungsumrechnung 39.503 -82.344
Ergebnis aus Nettoinvestitionen in
ausländische Tochtergesellschaften 4.828 -35.908
Steuern auf Bestandteile, die zukünftig in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert werden -453 4.724
Sonstiges Ergebnis -43.092 -102.324
Gesamtergebnis -41.805 -95.980
Auf Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallender Anteil am Gesamtergebnis -52.677 -103.386
Auf nicht beherrschende Gesellschafter entfallender Anteil am Gesamtergebnis 10.872 7.406
-41.805 -95.980

Konzerneigenkapital-Veränderungsrechnung

Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital
in Tsd. € Gezeichnetes Kapital Gewinnrücklagen Marktbewertung von Wertpapieren Cashflow Hedges
Stand am 2020-10-01 120.000 1.040.815 -47.601 103
Ergebnis nach Steuern -9.059
Sonstiges Ergebnis -86.850 8 -393
Gesamtergebnis 0 -95.909 8 -393
Zuweisung Genussrechtskapital -5.590
Ergebnisanteil Genussrecht
Dividenden -20.000
Andienungsrechte der nicht beherrschenden Gesellschafter 6.148
Sonstige Anpassungen 524
Stand am 2021-09-30 120.000 925.988 -47.593 -290
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital
in Tsd. € Währungsumrechnung Nettoinvestitionen in ausländische Tochterunternehmen Genussrechtskapital Summe
Stand am 2020-10-01 -140.510 -36.609 6.600 942.798
Ergebnis nach Steuern -9.059
Sonstiges Ergebnis 39.081 4.536 -43.618
Gesamtergebnis 39.081 4.536 0 -52.677
Zuweisung Genussrechtskapital 363 -5.227
Ergebnisanteil Genussrecht -363 -363
Dividenden -20.000
Andienungsrechte der nicht beherrschenden Gesellschafter 6.148
Sonstige Anpassungen 524
Stand am 2021-09-30 -101.429 -32.073 6.600 871.203
Auf nicht beherrschende Gesellschafter entfallendes Eigenkapital
in Tsd. € Genussrechtskapital Übrige Anteile Summe Summe Eigenkapital
Stand am 2020-10-01 96.800 43.871 140.671 1.083.469
Ergebnis nach Steuern 10.346 10.346 1.287
Sonstiges Ergebnis 526 526 -43.092
Gesamtergebnis 0 10.872 10.872 -41.805
Zuweisung Genussrechtskapital 5.227 5.227 0
Ergebnisanteil Genussrecht -5.227 -5.227 -5.590
Dividenden -4.571 -4.571 -24.571
Andienungsrechte der nicht beherrschenden Gesellschafter -3.501 -3.501 2.647
Sonstige Anpassungen 103 103 627
Stand am 2021-09-30 96.800 46.774 143.574 1.014.777
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital
in Tsd. € Gezeichnetes Kapital Gewinnrücklagen Marktbewertung von Wertpapieren Cashflow Hedges
Stand am 2019-10-01 120.000 1.086.916 -44.174 -764
Ergebnis nach Steuern -3.157
Sonstiges Ergebnis 14.942 -3.427 867
Gesamtergebnis 0 11.785 -3.427 867
Zuweisung Genussrechtskapital -5.590
Ergebnisanteil Genussrecht
Dividenden -47.226
Erwerb von Minderheitenanteile -5.900
Andienungsrechte der nicht beherrschenden Gesellschafter -164
Sonstige Anpassungen 994
Stand am 2020-09-30 120.000 1.040.815 -47.601 103
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital
in Tsd. € Währungsumrechnung Nettoinvestitionen in ausländische Tochterunternehmen Genussrechtskapital Summe
Stand am 2019-10-01 -60.439 -4.069 6.600 1.104.070
Ergebnis nach Steuern -3.157
Sonstiges Ergebnis -80.071 -32.540 -100.229
Gesamtergebnis -80.071 -32.540 0 -103.386
Zuweisung Genussrechtskapital 363 -5.227
Ergebnisanteil Genussrecht -363 -363
Dividenden -47.226
Erwerb von Minderheitenanteile -5.900
Andienungsrechte der nicht beherrschenden Gesellschafter -164
Sonstige Anpassungen 994
Stand am 2020-09-30 -140.510 -36.609 6.600 942.798
Auf nicht beherrschende Gesellschafter entfallendes Eigenkapital
in Tsd. € Genussrechtskapital Übrige Anteile Summe Summe Eigenkapital
Stand am 2019-10-01 96.800 44.190 140.990 1.245.060
Ergebnis nach Steuern 9.501 9.501 6.344
Sonstiges Ergebnis -2.095 -2.095 -102.324
Gesamtergebnis 0 7.406 7.406 -95.980
Zuweisung Genussrechtskapital 5.227 5.227 0
Ergebnisanteil Genussrecht -5.227 -5.227 -5.590
Dividenden -7.036 -7.036 -54.262
Erwerb von Minderheitenanteile 1.051 1.051 -4.849
Andienungsrechte der nicht beherrschenden Gesellschafter -1.453 -1.453 -1.617
Sonstige Anpassungen -287 -287 707
Stand am 2020-09-30 96.800 43.871 140.671 1.083.469

Konzernkapitalflussrechnung

in Tsd. € 2020/21 2019/20
Ergebnis vor Steuern aus fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten 74.864 66.606
Abschreibungen 152.948 168.418
Zinsaufwendungen /-erträge 21.656 -285
Sonstige zahlungsunwirksame Posten 16.876 5.406
Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten -482 -511
Ergebnis aus Beteiligungen -55 -10.881
Veränderungen bei Rückstellungen und abgegrenzten Schulden -7.587 11.375
Veränderung Nettoumlaufvermögen -47.201 45.972
Zinsauszahlungen -17.484 -17.653
Zinseinzahlungen 6.088 6.244
Erhaltene Dividenden 1.387 10.794
Steuerzahlungen -57.416 -51.302
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 143.594 234.183
Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -112.139 -95.803
Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 6.148 13.128
Auszahlungen für Finanzanlagen -42.556 -9.027
Erwerb von konsolidierten Unternehmen abzüglich flüssige Mittel 0 -414.414
Auszahlungen in Zusammenhang mit dem Erwerb von konsolidierten Unternehmen im Vorjahr -17.289 0
Einzahlungen aus dem Verkauf von Finanzanlagen 5.491 9.174
Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren 283.494 476.037
Auszahlungen aus dem Kauf von Wertpapieren -208.049 -244.541
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -84.900 -265.446
Gezahlte Dividenden -30.582 -60.910
Erwerb von Minderheitsanteilen -21.202 -4.849
Aufnahme von Bankdarlehen und Bankkontokorrent 42.313 417.132
Rückzahlung von Bankdarlehen und Bankkontokorrent -108.849 -95.312
Veränderung der sonstigen zinstragenden Finanzforderungen und -verbindlichkeiten -28.954 -24.366
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -147.274 231.695
Gesamt-Cashflow -88.580 200.432
Wechselkurs- und bewertungsbedingte Änderungen 17.979 -36.540
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 581.766 417.874
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 511.165 581.766

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2020/21

Allgemeine Angaben

Die Voith GmbH & Co. KGaA (Voith) mit Sitz in Heidenheim an der Brenz, St. Pöltener Str. 43, ist im Handelsregister des Registergerichts Ulm, Deutschland, eingetragen (HRB 735450) und ist die Führungsgesellschaft des Voith-Konzerns. Für die strategische Steuerung und die operative Führung des Voith-Konzerns ist die Geschäftsführung der Voith Management GmbH (HRB 735126) verantwortlich. Die Voith Management GmbH führt als persönlich haftende Gesellschafterin die Geschäfte der Voith GmbH & Co. KGaA.

Die Voith GmbH & Co. KGaA stellt zum 30. September 2021 einen eigenen Konzernabschluss nach IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und einen Konzernlagebericht auf. Die JMV SE & Co. KG stellt als oberstes Mutterunternehmen zum 30. September 2021 einen Konzernabschluss nach IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und einen Konzernlagebericht für den größten Konsolidierungskreis auf. Beide Konzernabschlüsse werden im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Die Geschäftsführung der Voith Management GmbH hat den Konzernabschluss am 29. November 2021 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2020/21 nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den Auslegungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) erfolgte freiwillig aufgrund der Tatsache, dass Voith nicht kapitalmarktorientiert im Sinne der EU-Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 ist. Alle für kapitalmarktorientierte Unternehmen verpflichtend anzuwendenden Verlautbarungen des International Accounting Standards Board (IASB) sowie die ergänzenden handelsrechtlichen Vorschriften gemäß § 315e HGB wurden von Voith im vorliegenden Konzernabschluss berücksichtigt. Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (Tsd. €) angegeben. Aufgrund von Rundungen kann es zu geringfügigen Differenzen kommen.

Der Voith-Konzern ist in die drei Segmente Hydro, Paper und Turbo gegliedert (im Vorjahr zudem Digital Ventures). Informationen zur Geschäftstätigkeit der Segmente sowie zur Anpassung der Vorjahreszahlen können den Erläuterungen zur Segmentberichterstattung entnommen werden.

Konsolidierungskreis

Der Konzernabschluss umfasst neben den als Holdinggesellschaften fungierenden Unternehmen alle produzierenden, service- und vertriebsorientierten Unternehmen im In- und Ausland zum 30. September eines jeden Geschäftsjahres. Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens.

Tochtergesellschaften werden ab dem Zeitpunkt, an dem der Konzern die Beherrschung erlangt, voll konsolidiert. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht. Bei fünf Unternehmen (Vorjahr: fünf Unternehmen) im Konsolidierungskreis besteht Kontrolle aufgrund von Mehrheiten in den Entscheidungsgremien.

In den Konzernabschluss werden folgende Gesellschaften einbezogen:

2021-09-30 2020-09-30
Voith GmbH & Co. KGaA und vollkonsolidierte Tochtergesellschaften:
- Inland 24 24
- Ausland 116 118
140 142
Assoziierte Gesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen:
- Inland 4 5
- Ausland 6 6
10 11

Folgende wesentliche Gesellschaften werden in den Konzernabschluss vollkonsolidiert einbezogen:

VZ Voith GmbH & Co. KGaA, Heidenheim an der Brenz
VZB J.M. Voith SE & Co. KG, Heidenheim an der Brenz
VZUS-VO Voith US Inc., Appleton (WI)/USA
VHH Voith Hydro GmbH & Co. KG, Heidenheim an der Brenz
VHY Voith Hydro Inc., York (PA)/USA
VHP Voith Hydro Ltda, São Paulo (SP)/Brasilien
VHPO Voith Hydro GmbH & Co. KG, St. Pölten/Österreich
VHM Voith Hydro Inc., Brossard (QC)/Kanada
VHS Voith Hydro Shanghai Ltd., Shanghai/China
VHFK Voith Fuji Hydro K.K., Kawasaki-shi, Kanagawa/Japan
VHN Voith Hydro Private Limited, Neu-Delhi/Indien
VPP Voith Paper Máquinas e Equipamentos Ltda., São Paulo (SP)/Brasilien
VPIT Voith IHI Paper Technology Co., Ltd., Tokyo/Japan
VPC Voith Paper (China) Co., Ltd., Kunshan, Jiangsu/China
VPFI Voith Paper Fabrics Ipoh Sdn. Bhd., Chemor, Perak Darul Ridzuan/Malaysia
VPTA Voith Paper S.A., Ibarra (Guipúzcoa)/Spanien
VPTI Toscotec S.p.A, Marlia (LU)/Italien
VPBE BTG Eclépens S.A., Eclépens/Schweiz
VTKT Shanghai Voith Schaku KTK Coupler Technology Co., Ltd., Shanghai/China
VTCN Voith Turbo Power Transmission (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai/China
VTPA Voith Turbo Ltda., São Paulo (SP)/Brasilien
VTGB Voith Turbo Limited, Croydon/Großbritannien
VTAU Voith Turbo Pty. Ltd., Smithfield, (NSW)/Australien
VTIV Voith Turbo S.r.l., Reggio Emilia/Italien
VTEM ELIN Motoren GmbH, Preding/Weiz/Österreich

Die vollständige Aufstellung der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen ist Bestandteil des Konzernabschlusses. Entsprechend § 264b Nr. 4 HGB und § 264 (3) Nr. 5 HGB wird der Konzernabschluss der Voith GmbH & Co. KGaA beim Bundesanzeiger eingereicht.

Bei folgenden wesentlichen Tochterunternehmen bestehen nicht beherrschende Anteile:

Voith Hydro Holding GmbH & Co. KG, Heidenheim
2021-09-30 2020-09-30
Beteiligungsquote nicht beherrschender Anteile in % 35 35

Bei Voith Hydro Holding GmbH & Co. KG entspricht die Stimmrechtsquote auch der Beteiligungsquote.

Für die wesentlichen Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden Anteilen bestehen folgende Finanzinformationen (Werte des Teilkonzerns der Voith Hydro Holding GmbH & Co. KG):

Voith Hydro Holding GmbH & Co. KG, Heidenheim
in Tsd. € 2021-09-30 2020-09-30
Umsatzerlöse 946.828 951.527
Ergebnis -19.456 -15.739
Ergebnis, das den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen ist -11.290 -6.779
Sonstiges Ergebnis 19.553 -50.066
Gesamtergebnis 97 -65.805
Gesamtergebnis, das den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen ist -3.473 -24.038
Kurzfristige Vermögenswerte 872.490 880.722
Langfristige Vermögenswerte 243.128 235.566
Kurzfristige Schulden 864.637 849.723
Langfristige Schulden 149.661 160.206
Nettovermögen 101.320 106.359
Nettovermögen, das den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen ist 22.232 26.176
Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit -62.650 -30.010
Cashflows aus Investitionstätigkeit -12.449 -13.351
Cashflows aus Finanzierungstätigkeit 60.862 17.957
Gesamt Cashflow -14.237 -25.404
Wechselkursbedingte Änderungen der Zahlungsmittel 1.035 -13.971
Nettoerhöhung/-abnahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -13.202 -39.375

Unternehmenszusammenschlüsse im Geschäftsjahr 2020/21

Es gab keine wesentlichen Unternehmenszusammenschlüsse im Geschäftsjahr 2020/21.

Unternehmenszusammenschlüsse im Geschäftsjahr 2019/20

ELIN Motoren GmbH

Im April 2020 hat Voith 70% der Anteile am österreichischen Elektromotorenhersteller ELIN Motoren GmbH sowie dessen zwei Tochterunternehmen und Anteile an einem assoziierten Unternehmen erworben.

Die ELIN Motoren GmbH ist ein weltweit agierendes Hightechunternehmen für elektrische Motoren und Generatoren und liefert dabei individuelle Lösungen für Industrieanwendungen. Die erworbene Unternehmensgruppe beschäftigt insgesamt rund 960 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von circa 120 Mio. €. Das Portfolio von ELIN Motoren ist eine hervorragende Ergänzung zu den industriellen Antriebslösungen von Voith und unterstützt die Position von Voith als Technologieunabhängiger Lieferant von Antriebssystemen.

Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses verpflichtete sich Voith zum Erwerb der restlichen 30% Anteile zu einem späteren Zeitpunkt, wobei der Minderheitsanteilseigner festgelegte Ausübungszeiträume hat, innerhalb derer er seine Anteile an Voith verkaufen kann (Put-Option). Darüber hinaus besitzt Voith das Recht zum Erwerb der Minderheitsanteile innerhalb festgelegter Ausübungszeiträume (Call-Option). Aus der bilanziellen Berücksichtigung der Put-Option resultiert eine Verpflichtung in Höhe von 16,0 Mio. €, die in den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen wurde. Die Höhe dieser Verpflichtung wurde anhand abdiskontierter Ergebnisgrößen auf Basis der vertraglich vereinbarten Konditionen, einer Annahme zum erwarteten Ausübungszeitpunkt und eines Zinssatzes von 7,5% bestimmt.

Die Gesellschaft sowie deren beide Tochterunternehmen werden seit dem 1. Mai 2020 vollkonsolidiert und sind unserem Konzernbereich Turbo zugeordnet.

Der Unternehmenszusammenschluss wurde nach der Anticipated-Acquisition-Methode in Kombination mit der Full-Goodwill-Methode abgebildet.

Der sich aus der Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses übernommenen, neubewerteten Nettovermögens ergebende Unterschiedsbetrag in Höhe von 35,5 Mio. € wurde als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und spiegelt den künftigen wirtschaftlichen Nutzen erworbener und nicht einzeln identifizierbarer und getrennt erfassbarer Vermögenswerte wider.

Seit dem 1. Mai 2020 trug ELIN Motoren in Höhe von 51,3 Mio. € zusätzlich zu den Umsatzerlösen des Konzerns bei. Der Anteil am Jahresergebnis für die gleiche Periode betrug 0,7 Mio. € (darin enthalten sind Abschreibungen auf im Rahmen der Purchase Price Allocation identifizierte Vermögenswerte in Höhe von 0,2 Mio. €).

Wäre die ELIN Motoren für das gesamte Geschäftsjahr in den Konzern einbezogen worden, hätte es zusätzliche Umsätze in Höhe von 69,4 Mio. € und ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von -3,3 Mio. € gegeben.

in Tsd. € Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt
Immaterielle Vermögenswerte 3.909
Sachanlagevermögen 40.827
Finanzanlagevermögen 449
Vorratsvermögen 20.796
Forderungen & sonstige Vermögenswerte 53.455
Zahlungsmittel 66
Pensionsverpflichtungen -4.583
Sonstige Verbindlichkeiten & passivische Posten -55.037
Verbindlichkeiten mit Finanzinstituten -37.046
Option - Finanzverbindlichkeit -16.000
Passivische latente Steuern -1.411
Nettozeitwert des Eigenkapitals 5.425
Geschäfts- oder Firmenwert 35.495
Kaufpreis der erworbenen Anteile 40.920
Zahlungsmittel -66
Mittelabfluss 40.854

Es bestehen keine signifikanten Differenzen zwischen dem Bruttowert und dem Zeitwert der Forderungen.

BTG

Zum 30. November 2019 hat Voith 100% der Anteile an mehreren BTG Gesellschaften erworben. BTG ist ein weltweit agierender Anbieter von integrierten, hochspezialisierten Prozesslösungen für die globale Zellstoff- und Papierindustrie mit rund 600 Mitarbeitern und stärkt künftig die Position von Voith als Full-Line-Supplier. Mit dieser Akquisition kann Voith seine Wettbewerbsposition stärken, indem das Potenzial beider Unternehmen gebündelt wird.

Die Tochterunternehmen der BTG werden seit dem 1. Dezember 2019 vollkonsolidiert und sind unserem Konzernbereich Paper zugeordnet.

Der sich aus der Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses übernommenen, neubewerteten Nettovermögens ergebende Unterschiedsbetrag in Höhe von 191,8 Mio. € wurde als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und spiegelt den künftigen wirtschaftlichen Nutzen erworbener und nicht einzeln identifizierbarer und getrennt erfassbarer Vermögenswerte wider.

Seit dem 1. Dezember 2019 trugen die BTG Gesellschaften in Höhe von 119,7 Mio. € zusätzlich zu den Umsatzerlösen des Konzerns bei. Der Anteil am Jahresergebnis für die gleiche Periode betrug 6,2 Mio. € (darin sind Abschreibungen in Höhe von 8,5 Mio. € auf Vermögenswerte enthalten, welche im Rahmen der Purchase Price Allocation identifiziert wurden).

Wären die BTG Gesellschaften für das gesamte Geschäftsjahr in den Konzern einbezogen worden, hätte es zusätzliche Umsätze in Höhe von 27,6 Mio. € und ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 4,6 Mio. € gegeben.

in Tsd. € Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt
Immaterielle Vermögenswerte 124.144
Sachanlagevermögen 29.340
Vorratsvermögen 19.147
Forderungen & sonstige Vermögenswerte 27.371
Finanzforderungen 6.088
Zahlungsmittel 3.530
Pensionsverpflichtungen -17.933
Verbindlichkeiten & passivische Posten -26.053
Finanzverbindlichkeiten -3.946
Passivische latente Steuern -28.261
Nettozeitwert des Eigenkapitals 133.427
Geschäfts- oder Firmenwert 191.808
Kaufpreis der erworbenen Anteile 325.235
Zahlungsmittel -3.530
Mittelabfluss 321.705

Es bestehen keine signifikanten Differenzen zwischen dem Bruttowert und dem Zeitwert der Forderungen.

Toscotec S.p.A.

Ende April 2020 hat Voith 90% der Anteile an der Toscotec S.p.A. erworben. Die Toscotec S.p.A. ist ein weltweit agierender Anbieter von Anlagen, Produkten und Dienstleistungen für die Papierindustrie, mit Hauptsitz in Lucca, Italien. Der Schwerpunkt liegt auf Tissuemaschinen zur Erzeugung von Hygienepapieren wie Küchenpapier, Papierservietten oder Toilettenpapier. Die Toscotec S.p.A. beschäftigt rund 200 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von circa 100 Mio. €. Mit der Akquisition kann Voith seine Position als Full-Line-Anbieter in allen Bereichen der Papierindustrie ausbauen.

Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses verpflichtete sich Voith zum Erwerb der restlichen 10% Anteile zu einem späteren Zeitpunkt, wobei der Minderheitsanteilseigner festgelegte Ausübungszeiträume hat, innerhalb derer er seine Anteile an Voith verkaufen kann (Put-Option). Darüber hinaus besitzt Voith das Recht zum Erwerb der Minderheitsanteile innerhalb festgelegter Ausübungszeiträume (Call-Option). Aus der bilanziellen Berücksichtigung der Put-Option resultierte eine Verpflichtung in Höhe von 7,3 Mio. €, die in den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen wurde.

Die Höhe dieser Verpflichtung wurde anhand abdiskontierter Cashflows auf Basis der vertraglich vereinbarten Konditionen, eines geschätzten Ausübungszeitpunkts und eines Zinssatzes von 7,7% bestimmt.

Die Tochterunternehmen der Toscotec werden seit dem 1. Mai 2020 vollkonsolidiert und sind unserem Konzernbereich Paper zugeordnet.

Der Unternehmenszusammenschluss wurde nach der Anticipated-Acquisition-Methode in Kombination mit der Full-Goodwill-Methode abgebildet.

Der sich aus der Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses übernommenen, neubewerteten Nettovermögens ergebende Unterschiedsbetrag in Höhe von 67,2 Mio. € wurde als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und spiegelt den künftigen wirtschaftlichen Nutzen erworbener und nicht einzeln identifizierbarer und getrennt erfassbarer Vermögenswerte wider.

Seit dem 1. Mai 2020 trugen die Toscotec Gesellschaften in Höhe von 55,8 Mio. € zusätzlich zu den Umsatzerlösen des Konzerns bei. Der Anteil am Jahresergebnis für die gleiche Periode betrug 0,3 Mio. € (darin enthalten sind Abschreibungen in Höhe von 0,8 Mio. € auf Vermögenswerte, die im Rahmen der Purchase Price Allocation identifiziert wurden).

Wären die Toscotec Gesellschaften für das gesamte Geschäftsjahr in den Konzern einbezogen worden, hätte es zusätzliche Umsätze in Höhe von 54,2 Mio. € und ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 3,3 Mio. € gegeben.

in Tsd. € Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt
Immaterielle Vermögenswerte 40.477
Sachanlagevermögen 10.533
Finanzanlagevermögen 23
Vorratsvermögen 21.880
Forderungen & sonstige Vermögenswerte 54.743
Zahlungsmittel 32.808
Pensionsverpflichtungen -930
Sonstige Verbindlichkeiten & passivische Posten -80.351
Finanzverbindlichkeiten -33.577
Option - Finanzverbindlichkeit -7.300
Passivische latente Steuern -5.571
Nettozeitwert des Eigenkapitals 32.735
Geschäfts- oder Firmenwert 67.165
Kaufpreis der erworbenen Anteile 99.900
Zahlungsmittel -32.808
Mittelabfluss 67.092

Es bestehen keine signifikanten Differenzen zwischen dem Bruttowert und dem Zeitwert der Forderungen.

Sintaksa d.o.o.

Gegen Ende des Geschäftsjahres 2020 hat Voith 51% der Anteile an Sintaksa erworben. Sintaksa ist ein innovatives Technologieunternehmen mit Sitz in Kroatien, das Produkte und Dienstleistungen im Bereich elektromechanischer Systeme und Automatisierung für die Wasserkraftindustrie anbietet, mit starkem Fokus auf Small Hydro. Der besondere Fokus liegt auf Steuerungs-, Sicherheits- und Messsystemen für Kleinwasserkraftwerke. Sintaksa wurde 2008 gegründet und beschäftigt heute mehr als 50 hochqualifizierte Mitarbeiter. Das Unternehmen ist kontinuierlich gewachsen und erzielt einen Jahresumsatz im Bereich von 10 Mio. €. Mit der Übernahme geht Voith den nächsten Schritt auf dem Weg zum Small Hydro Systemintegrator.

Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses verpflichtete sich Voith zum Erwerb der restlichen 49% Anteile zu einem späteren Zeitpunkt, wobei die Minderheitsanteilseigner unter gewissen Voraussetzungen das Recht besitzen, ihre Anteile an Voith zu verkaufen (Put-Option). Darüber hinaus besitzt Voith das Recht zum Erwerb der Minderheitsanteile innerhalb festgelegter Ausübungszeiträume (Call-Option). Aus der bilanziellen Berücksichtigung der Put-Option resultiert eine Verpflichtung in Höhe von 2,3 Mio. €, die in den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen wurde.

Die Höhe dieser Verpflichtung wurde anhand abdiskontierter Cashflows auf Basis der vertraglich vereinbarten Konditionen, eines erwarteten Ausübungszeitpunkts und eines Zinssatzes von 7,5% bestimmt.

Der Unternehmenszusammenschluss wurde nach der Anticipated-Acquisition-Methode in Kombination mit der Full-Goodwill-Methode abgebildet.

Der sich aus der Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses übernommenen, neubewerteten Nettovermögens ergebende Unterschiedsbetrag in Höhe von 2,7 Mio. € wurde als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und spiegelt den künftigen wirtschaftlichen Nutzen erworbener und nicht einzeln identifizierbarer und getrennt erfassbarer Vermögenswerte wider.

Sintaksa wurde zum 30. September 2020 in der Voith-Gruppe konsolidiert.

Wäre Sintaksa für das gesamte Geschäftsjahr in den Konzern einbezogen worden, hätte es zusätzliche Umsätze in Höhe von 8,1 Mio. € und ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 0,3 Mio. € gegeben.

in Tsd. € Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt
Immaterielle Vermögenswerte 1.142
Sachanlagevermögen 1.182
Finanzanlagevermögen 32
Vorratsvermögen 906
Forderungen 549
Zahlungsmittel 972
Sonstige Verbindlichkeiten & passivische Posten -1.666
Verbindlichkeiten mit Finanzinstituten -322
Option - Finanzverbindlichkeit -2.310
Nettozeitwert des Eigenkapitals 485
Geschäfts- oder Firmenwert 2.664
Kaufpreis der erworbenen Anteile 3.149
Zahlungsmittel -972
Mittelabfluss 2.177

Es bestehen keine signifikanten Differenzen zwischen dem Bruttowert und dem Zeitwert der Forderungen.

Nicht fortgeführte Aktivitäten im Geschäftsjahr 2020/21

Im Geschäftsjahr 2020/21 wurde entschieden, die Geschäftsaktivitäten der merQbiz LLC aufzugeben. Die Stilllegung erfolgte ebenso im Berichtsjahr. Im Vorjahr wurden die Geschäftsaktivitäten der merQbiz LLC als zur Veräußerung gehalten und als nicht fortgeführte Aktivität behandelt.

Die folgenden Posten wurden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten der merQbiz LLC betreffend ausgewiesen:

in Tsd. € 2020/21 2019/20
Erträge 446 795
Aufwendungen -5.676 -7.358
Betriebliches Ergebnis vor Steuern -5.230 -6.563
Ertragsteuern 0 0
Ergebnis nach Steuern -5.230 -6.563

Wertminderungsaufwand infolge der Anwendung der Vorschriften des IFRS 5.15 hat sich wie im Vorjahr nicht ergeben.

Cashflow aus den nicht fortgeführten Aktivitäten:

in Tsd. € 2020/21 2019/20
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -3.865 -5.570
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 791 -28

Konsolidierungsgrundsätze

Bei der Kapitalkonsolidierung wird nach der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3 die an den Veräußerer übertragene Gegenleistung zuzüglich des Betrags der nicht beherrschenden Anteile und des beizulegenden Zeitwerts der zuvor gehaltenen Eigenkapitalanteile am erworbenen Unternehmen mit dem Saldo der beizulegenden Zeitwerte der übernommenen Vermögenswerte und Schulden zum Zeitpunkt des Erwerbs der Beteiligung verrechnet. Verbleibende aktivische Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Verbleibende passivische Unterschiedsbeträge werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfolgswirksam verbucht.

Eine vereinbarte bedingte Gegenleistung wird zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Nachträgliche Änderungen des beizulegenden Zeitwerts einer bedingten Gegenleistung, die einen Vermögenswert oder eine Schuld darstellt, werden in Übereinstimmung mit IFRS 9 entweder in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung oder im sonstigen Ergebnis erfasst. Eine bedingte Gegenleistung, die als Eigenkapital eingestuft ist, wird nicht neu bewertet und ihre spätere Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert.

Bei sukzessiven Unternehmenserwerben, die in eine Beherrschung des Unternehmens münden, bzw. im Fall der Veräußerung von Anteilen mit Verlust der Beherrschung wird eine erfolgswirksame Neubewertung der bereits gehaltenen bzw. der verbleibenden Anteile zum beizulegenden Zeitwert vorgenommen.

Eine Veränderung der Beteiligungshöhe an einem Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung wird als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Daher werden sukzessive Unternehmenserwerbe bei schon vorhandener Kontrolle sowie Anteilsveräußerungen bei weiterhin vorhandener Kontrolle ab dem Geschäftsjahr 2009/10 erfolgsneutral im Eigenkapital behandelt.

Gesellschaften, bei denen die Voith GmbH & Co. KGaA direkt oder indirekt die Möglichkeit hat, die finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen maßgeblich zu beeinflussen (assoziierte Unternehmen), sowie Gemeinschaftsunternehmen, über die mit anderen Unternehmen die gemeinschaftliche Führung ausgeübt wird, werden nach der At-Equity-Methode bewertet. Dabei werden erfolgsneutral erfasste Veränderungen des anteiligen Eigenkapitals des assoziierten Unternehmens bzw. des Gemeinschaftsunternehmens ebenfalls erfolgsneutral im Konzernabschluss berücksichtigt. Bei den at Equity bewerteten Unternehmen werden grundsätzlich dieselben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für die Ermittlung des anteiligen Eigenkapitals zugrunde gelegt.

Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden gegeneinander aufgerechnet. Zwischengewinne bei den Vorräten und im Anlagevermögen sind grundsätzlich ergebniswirksam eliminiert. Konzerninterne Umsatzerlöse und andere konzerninterne Erträge werden mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet. Konsolidierungsvorgänge unterliegen der Abgrenzung latenter Steuern.

Währungsumrechnung

Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung der Voith GmbH & Co. KGaA, aufgestellt. Die Abschlüsse von Tochterunternehmen mit einer abweichenden funktionalen Währung werden wie folgt umgerechnet:

Das Eigenkapital wird bei den im Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Gesellschaften zu historischen Kursen umgerechnet. Alle übrigen Posten der Bilanz werden im Grundsatz mit den jeweiligen Kursen am Bilanzstichtag in die Berichtswährung umgerechnet. Eine Ausnahme hiervon besteht in Geschäfts- oder Firmenwerten, die aus Unternehmenszusammenschlüssen vor erstmaliger IFRS-Anwendung resultieren. Diese werden weiterhin mit historischen Kursen umgerechnet.

In der Gewinn-und-Verlust-Rechnung werden Erträge und Aufwendungen mit den Durchschnittskursen umgerechnet. Für die Umrechnung der Gewinn- und Verlustvorträge wird der jeweilige historische Kurs zugrunde gelegt.

Der sich aus der Umrechnung ergebende Währungsunterschied wird innerhalb der sonstigen Rücklagen verrechnet.

Fremdwährungstransaktionen in den lokalen Abschlüssen werden zum Zeitpunkt der Entstehung zum Transaktionskurs umgerechnet. Zum Jahresende erfolgt eine Bewertung der daraus resultierenden monetären Posten mit dem Stichtagskurs, wobei die eingetretenen Kursgewinne und -verluste ergebniswirksam als Währungsgewinne oder -verluste unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst werden.

Währungsgewinne und -verluste aus langfristigen konzerninternen und -externen Darlehensforderungen und -verbindlichkeiten sowie Bewertungseffekte aus damit verbundenen Sicherungsinstrumenten werden ergebniswirksam im Finanzergebnis ausgewiesen.

Währungsdifferenzen aus Fremdwährungskrediten, soweit sie zur Sicherung einer Nettoinvestition in einem ausländischen Geschäftsbetrieb dienen, werden bis zur Veräußerung der Nettoinvestition im sonstigen Ergebnis erfasst. Aus diesen Währungsdifferenzen entstehende latente Steuern werden ebenfalls im sonstigen Ergebnis erfasst.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellt. Wesentliche angewandte Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind nachfolgend aufgeführt.

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse werden gemäß IFRS 15 mit Übertragung der Verfügungsmacht der Güter bzw. Dienstleistungen an den Kunden realisiert. Die Höhe der Umsatzerlöse bestimmt sich nach dem Transaktionspreis unter Berücksichtigung von variablen Gegenleistungen. Letztere werden nur dann in die Bestimmung der Transaktionspreise mit einbezogen, solange es höchstwahrscheinlich zu keiner nachträglichen Umsatzstornierung kommt. Bei der Schätzung dieser variablen Gegenleistungen wird grundsätzlich die Methode des wahrscheinlichsten Betrags gewählt. Die identifizierten Leistungsverpflichtungen werden sowohl zeitraum- als auch zeitpunktbezogen realisiert.

Insbesondere bei Fertigungsaufträgen kundenspezifischer Anlagen bei Voith Paper und Voith Hydro erfolgt die Umsatzrealisierung über einen Zeitraum, sofern die Kriterien des IFRS 15.35 erfüllt sind. Entsprechende Aufträge werden demnach nach ihrem Leistungsfortschritt (Percentage-of-Completion-Methode bzw. PoC-Methode) bilanziert. Dabei wird der anzusetzende Fertigstellungsgrad je Auftrag durch das Verhältnis der aufgelaufenen Kosten zu den hochgerechneten Gesamtkosten (Cost-to-Cost-Methode) bestimmt. Ist das Ergebnis eines Fertigungsauftrages nicht zuverlässig hochrechenbar, ist die Berücksichtigung der Auftragserlöse und -kosten entsprechend dem Leistungsfortschritt nicht möglich. In solchen Fällen werden die Auftragserlöse in Höhe der angefallenen Auftragskosten und die Auftragskosten in der Periode, in der sie anfallen, sofort und in voller Höhe als Aufwand erfasst. Zu erwartende Auftragsverluste werden unter Berücksichtigung der erkennbaren Risiken ermittelt. Bei Aufträgen, die mittels der PoC-Methode abgebildet werden, liegt im Wesentlichen nur eine Leistungsverpflichtung vor. Daneben werden zudem im Fall von Dienstleistungsverträgen sowie bei kundenspezifischen Produkten der Konzernbereiche Turbo und Paper die Umsatzerlöse zeitraumbezogen realisiert. Da das Kriterium der fehlenden alternativen Nutzungsmöglichkeit im letzten Fall zum Teil erst zu einem späteren Zeitpunkt eintritt, erfolgt die zeitraumbezogene Bilanzierung erst dann, sobald dieses Kriterium erfüllt ist.

Bei allen anderen Produkten erfolgt die Umsatzrealisierung zum Zeitpunkt der Kontrollübertragung an den Kunden. Dies ist in der Regel der Fall, wenn die Waren geliefert bzw. die Leistungen erbracht worden sind und der Gefahrenübergang an den Kunden stattgefunden hat. Sofern bei Konsignationslagervereinbarungen der Kontrollübergang bereits bei Einlagerung der Ware beim Kunden stattgefunden hat, wird der Umsatz zu diesem Zeitpunkt realisiert.

Voith wendet die Erleichterungsvorschrift gemäß IFRS 15.129 an und passt Transaktionspreise nicht um wesentliche Finanzierungskomponenten an, da der Zeitraum zwischen Übertragung des Guts oder der Dienstleistung und der Bezahlung durch den Kunden weniger als ein Jahr beträgt. Daneben werden Kosten der Vertragsanbahnung nicht aktiviert und über die Dauer des Vertrags abgeschrieben, da der Abschreibungszeitraum unter einem Jahr liegen würde. Auf die Offenlegung von Transaktionspreisen für noch nicht erfüllte Leistungsverpflichtungen bei Verträgen mit einer Laufzeit von unter einem Jahr wird zudem unter Ausübung der praktischen Behelfe von IFRS 15 verzichtet.

Sonstige Erträge und Aufwendungen

Zinsaufwendungen und Zinserträge werden erfasst, wenn die Zinsen entstanden sind (unter Verwendung der Effektivzinsmethode, das heißt des Kalkulationszinssatzes, mit dem geschätzte künftige Zahlungsmittelzuflüsse über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswerts abgezinst werden).

Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung sowie sonstige absatzbezogene Aufwendungen zum Zeitpunkt ihres Anfalls als Aufwand erfasst. Ertragsteuern werden gemäß den steuerrechtlichen Bestimmungen der Länder, in denen der Konzern tätig ist, ermittelt.

Nettogewinne und -verluste im Sinne von IFRS 7 sind bei allen IFRS 9 Bewertungskategorien Erträge und Aufwendungen aus der Bewertung und dem Abgang von Finanzinstrumenten. Bei Voith handelt es sich hierbei im Wesentlichen um Währungsgewinne bzw. -verluste, Wertberichtigungen und Erträge bzw. Aufwendungen aus dem Verkauf von Finanzinstrumenten. Laufende Zinserträge und -aufwendungen sowie Dividendenerträge werden nicht einbezogen.

Immaterielle Vermögenswerte

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig linear über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Abschreibungen werden nach der linearen Methode unter Berücksichtigung nachfolgender wirtschaftlicher Nutzungsdauern ermittelt:

Nutzungsdauer
Kundenbeziehungen 5 bis 17 Jahre
Technologie 5 bis 19 Jahre
Entwicklungskosten 1 bis 5 Jahre

Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte sind als Entwicklungskosten mit ihren Herstellungskosten aktiviert, soweit die Herstellung dieser Produkte die Ansatzkriterien nach IAS 38 erfüllt, insbesondere wahrscheinlich einen wirtschaftlichen Nutzen bringen wird. Die Herstellungskosten umfassen dabei alle dem Entwicklungsprozess direkt zurechenbaren Kosten sowie anteilige Gemeinkosten. Die Abschreibung erfolgt linear ab Fertigstellung, somit dem Produktionsbeginn, über eine vordefinierte Laufzeit, die im Allgemeinen zwischen drei und fünf Jahren liegt. Falls die Voraussetzungen für eine Aktivierung nicht gegeben sind, werden die Aufwendungen im Jahr ihrer Entstehung ergebniswirksam verrechnet.

Wertminderungen werden gemäß IAS 36 vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag des betroffenen Vermögenswerts unter den Buchwert gesunken ist. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus dem Nutzungswert, dem Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows aus der Nutzung und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Sollten die Gründe für eine in Vorjahren vorgenommene Wertminderung entfallen, werden entsprechende Wertaufholungen vorgenommen.

Die Wertaufholung, die erfolgswirksam erfasst wird, ist dahingehend begrenzt, dass der Buchwert eines Vermögenswerts weder seinen erzielbaren Betrag noch den Buchwert übersteigen darf, der sich nach Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen ergeben hätte, wenn in früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden wäre.

Wertminderungen werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung grundsätzlich innerhalb der Abschreibungen ausgewiesen. Aufgehobene Wertminderungen werden innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge ausgewiesen. Fremdkapitalkosten, die immateriellen Vermögenswerten zugeordnet werden können, werden als Teil der Anschaffungs- und Herstellungskosten aktiviert.

Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindestens jährlich einem Test auf Werthaltigkeit (Impairment Test) unterzogen. Zur Ermittlung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wurden diese im Wesentlichen drei Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet. Diese werden in Übereinstimmung mit der internen Berichterstattung des Managements nach den Tätigkeitsfeldern des Konzerns identifiziert. Demgemäß hat Voith die Segmente Hydro, Paper und Turbo als relevante Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten definiert. Innerhalb des bis zum Geschäftsjahr 2019/20 bestehenden Segments Digital Ventures entstanden in den Vorjahren Geschäfts- oder Firmenwerte durch den Erwerb der Ray Sono AG, durch die Aufstockung der Anteile an der FlowLink Systems Private Limited, durch den Erwerb von Anteilen an der Pilotfish Networks AB sowie durch den Erwerb von Vermögenswerten und Schulden der TSP OnCare Digital Assets Inc. Diese Geschäfts- oder Firmenwerte werden eigenständig auf Ebene der jeweiligen Einheit auf Werthaltigkeit getestet. Die Änderung der Segmentstruktur hatte somit keine Auswirkungen auf die für den Impairment Test relevanten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten - Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten.

Zur Ermittlung der Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwerten wird im Voith-Konzern grundsätzlich der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten herangezogen. Basis hierfür ist die vom Management erstellte aktuelle Planung in Form diskontierter Cashflow-Prognosen. Die Planungsprämissen werden jeweils an den aktuellen Erkenntnisstand angepasst. Zu den wesentlichen Annahmen, auf denen die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts beruht, gehören Annahmen bezüglich der Entwicklung von Auftragseingängen und Umsatzerlösen, Wachstumsraten, die der Extrapolation der Cashflow-Prognosen außerhalb des Planungszeitraums zugrunde gelegt werden, sowie Diskontierungssätze. Dabei werden angemessene Annahmen zu makroökonomischen Trends sowie historische Entwicklungen berücksichtigt. Unter Beachtung des Nutzungswerts ergab sich kein Abwertungsbedarf für die vorhandenen Geschäfts- oder Firmenwerte.

Folgende Annahmen für die Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurden beim Werthaltigkeitstest zugrunde gelegt:

Voith Hydro:

Nach einem deutlichen Anstieg des Auftragseingangs im Berichtsjahr wird für das Geschäftsjahr 2021/22 eine leichte Reduzierung des Auftragseingangs erwartet. Für das Geschäftsjahr 2021/22 erwarten wir bei Voith Hydro eine leicht steigende Umsatzentwicklung, während mit weiter steigenden Umsatzerlösen in den Folgejahren gerechnet wird.

Voith Paper:

Nach einem starken Anstieg im Berichtsjahr wird für das Geschäftsjahr 2021/22 ein spürbarer Rückgang des Auftragseingangs erwartet. Der Konzernbereich Paper erwartet für das Geschäftsjahr 2021/22 eine spürbare Steigerung der Umsatzerlöse, während für die Folgejahre eine weitere Steigerung der Umsatzerlöse erwartet wird.

Voith Turbo:

Nach einer spürbaren Steigerung des Auftragseingangs im Berichtsjahr wird für das Geschäftsjahr 2021/22 mit einer leichten Steigerung des Auftragseingangs gerechnet. Voith Turbo erwartet stabile Umsatzerlöse für das Geschäftsjahr 2021/22 sowie steigende Umsatzerlöse in den Folgejahren.

Ray Sono AG:

In den Planjahren wird mit einem spürbaren Wachstum bei Auftragseingang und Umsatz analog zur Entwicklung im Digitalmarkt gerechnet.

FlowLink Systems Private Limited:

Es wird in den Planjahren mit moderat steigenden Auftragseingängen und Umsatzerlösen gerechnet.

Pilotfish Networks AB:

Es wird in den Planjahren mit deutlich steigenden Auftragseingängen und Umsatzerlösen gerechnet.

TSP OnCare Digital Assets Inc.:

Es wird in den Planjahren mit moderat steigenden Auftragseingängen und Umsatzerlösen gerechnet.

Die Cashflow-Prognose basiert auf dem detaillierten Finanzbudget für die nächsten zwei Jahre sowie einer qualifizierten Top-down-Planung für die Jahre drei bis fünf. Cashflows über den fünften Jahreszeitraum hinaus werden mit stetigen Wachstumsraten von 1% (Ray Sono AG 2%) hochgerechnet. Die Wachstumsraten übersteigen nicht die langfristigen durchschnittlichen Wachstumsraten des Geschäftsfelds, in dem die jeweilige zahlungsmittelgenerierende Einheit tätig ist.

Die Diskontierungssätze basieren auf einer gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostenberechnung, die aus den Finanzierungskosten der vergleichbaren Wettbewerber der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt wurde. Die angewandten Diskontierungssätze spiegeln das spezifische Eigenkapitalrisiko der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit wider. Zur Ermittlung der Barwerte der künftigen Einzahlungsüberschüsse wurde ein Nachsteuerzinssatz für Voith Hydro von 5,3% (Vorjahr: 5,8%), für Voith Paper von 6,3% (Vorjahr: 6,8%), für Voith Turbo von 6,4% (Vorjahr: 7,0%), für die Ray Sono AG von 6,2% (Vorjahr: 6,6%) sowie für die FlowLink Systems Private Limited, die Pilotfish Networks AB und die TSP OnCare Digital Assets Inc. von 6,2% (Vorjahr: 6,7%) verwendet. Hochgerechnet auf den angabepflichtigen Vorsteuersatz nach IAS 36 ergeben sich Zinssätze für Voith Hydro von 7,1 % (Vorjahr: 7,6%), für Voith Paper von 8,5% (Vorjahr: 8,7%), für Voith Turbo von 9,0% (Vorjahr: 8,7%), für die Ray Sono AG von 8,0% (Vorjahr: 8,8%) und für die FlowLink Systems Private Limited von 8,3% (Vorjahr: 8,9%), für Pilotfish Networks AB von 7,4% (Vorjahr: 8,1%) sowie für TSP OnCare Digital Assets Inc. von 8,0% (Vorjahr: 8,5%).

Für die drei Segmente sowie für die FlowLink Systems Private Limited, für die Pilotfish Networks AB sowie für die TSP OnCare Digital Assets Inc. ergibt sich aus der vom Management für möglich gehaltenen Änderung von +1 Prozentpunkt des Diskontierungssatzes und -5% der erwarteten künftigen Cashflows kein Wertminderungsbedarf. Für die RaySono AG ergibt sich ein Abwertungsbedarf bei einem Anstieg des Diskontierungszinssatzes um mehr als 1,3 Prozentpunkte oder alternativ bei einem Rückgang der künftigen Cashflows um mehr als 23%.

Die im Rahmen der im Vorjahr erfolgten Erwerbe von BTG und Toscotec erworbenen Marken werden als immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer eingestuft. Die Marken werden auf Werthaltigkeit geprüft in einer ähnlichen Vorgehensweise sowie zum gleichen Bewertungsstichtag (31. März) wie bei der Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- und Firmenwerte.

Auf der Grundlage einer Analyse aller relevanten Faktoren zur Bestimmung der Nutzungsdauer der Marken BTG und Capstone (rechtliche, vertragliche und wirtschaftliche Faktoren sowie die Wettbewerbssituation) ist keine Begrenzung des Zeitraumes erkennbar, in dem Zahlungsmittelzuflüsse aus den Marken BTG und Capstone erwartet werden. Der Buchwert zum Bilanzstichtag für die Marke BTG beträgt 39,4 Mio. € (38,8 Mio. € zum Erwerbszeitpunkt) bzw. für die Marke Capstone 2,8 Mio. € (2,9 Mio. € zum Erwerbszeitpunkt). Die Veränderungen seit dem Erwerbszeitpunkt sind ausschließlich auf Wechselkursdifferenzen zurückzuführen.

Die Marken BTG und Capstone wurden zur Überprüfung der Werthaltigkeit den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten "BTG" und "Capstone" zugeordnet. Im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung wurde der erzielbare Betrag durch Ermittlung des Nutzungswerts auf Basis des Barwertes der künftigen Cashflows bestimmt, basierend auf einer 5-Jahres-Finanzplanung. Auf Basis dieser Planung wurden für die Folgejahre Cashflows abgeleitet, wobei unterschiedliche Wachstumsraten angesetzt wurden. Für den Terminal Value wird ein Wachstumsfaktor von 1% angesetzt. Der Abzinsungsfaktor (vor Steuern) der zukünftigen Cashflows liegt bei 8,5% (Vorjahr: 9,2%) für BTG bzw. 8,0% (Vorjahr: 8,7%) für Capstone für das Geschäftsjahr 2020/21.

Auf der Grundlage einer Analyse aller relevanten Faktoren zur Bestimmung der Nutzungsdauer der Marke Toscotec (rechtliche, vertragliche und wirtschaftliche Faktoren sowie die Wettbewerbssituation) ist keine Begrenzung des Zeitraumes erkennbar, in dem Zahlungsmittelzuflüsse aus der Marke Toscotec erwartet werden. Der Buchwert zum Bilanzstichtag beträgt unverändert zum Erwerbszeitpunkt 24,7 Mio. €.

Die Marke Toscotec wird zur Überprüfung der Werthaltigkeit der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "Toscotec" zugeordnet. Im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung wurde der erzielbare Betrag durch Ermittlung des Nutzungswerts auf Basis des Barwertes der künftigen Cashflows, basierend auf einer 5-Jahres-Finanzplanung bestimmt. Auf Basis dieser Planung wurden für die Folgejahre Cashflows abgeleitet, wobei unterschiedliche Wachstumsraten angesetzt wurden. Für den Terminal Value wird ein Wachstumsfaktor von 1% angesetzt. Der Abzinsungsfaktor (vor Steuern) der zukünftigen Cashflows liegt bei 8,1% (Vorjahr: 8,8%) für das Geschäftsjahr 2020/21.

Die durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen führten zu keinem Wertminderungsaufwand bezüglich der Marken.

Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger und, sofern erforderlich, außerplanmäßiger Abschreibungen angesetzt. Die Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen die direkt zurechenbaren Produktionskosten und anteilige Produktionsgemeinkosten. Abschreibungen werden nach der linearen Methode unter Berücksichtigung nachfolgender wirtschaftlicher Nutzungsdauern ermittelt:

Nutzungsdauer
Gebäude 40 bis 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 4 bis 15 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4 bis 12 Jahre

Die Werthaltigkeit des aktivierten Buchwertes von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens wird überprüft, wenn besondere Ereignisse oder Marktentwicklungen einen Wertverfall anzeigen (Impairment Test). Dabei wird der Buchwert des Vermögenswertes bzw. gegebenenfalls der zahlungsmittelgenerierenden Einheit mit dem erzielbaren Betrag verglichen, wobei dieser als der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert bestimmt ist. Eine Wertaufholung findet statt, wenn der beizulegende Zeitwert für einen zuvor außerplanmäßig abgeschriebenen Vermögenswert steigt.

Die Wertaufholung, die erfolgswirksam erfasst wird, ist dahingehend begrenzt, dass der Buchwert eines Vermögenswerts weder seinen erzielbaren Betrag noch den Buchwert übersteigen darf, der sich nach Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen ergeben hätte, wenn in früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden wäre.

Wertminderungen werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung grundsätzlich innerhalb der Abschreibungen ausgewiesen. Aufgehobene Wertminderungen werden innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge ausgewiesen. Bei wesentlichen Wertminderungen, insbesondere in Zusammenhang mit der Beendigung von Geschäftsaktivitäten, erfolgt ein Ausweis im Ergebnis aus Sondereinflüssen.

Reparatur- und Instandhaltungsaufwendungen werden zum Zeitpunkt der Entstehung als Aufwand erfasst. Wesentliche Erneuerungen und Verbesserungen werden aktiviert. Fremdkapitalkosten, die dem Sachanlagevermögen zugeordnet werden können, werden als Teil der Anschaffungs- und Herstellungskosten aktiviert.

Leasing

IFRS 16 definiert ein Leasingverhältnis als einen Vertrag (oder den Teil eines Vertrags), der das Recht auf die Nutzung (="Right-of-Use") eines identifizierbaren Vermögenswerts (des Leasinggegenstands) für einen vereinbarten Zeitraum gegen Zahlung eines Entgelts überträgt. Ein Vertrag ist hierbei eine Vereinbarung zwischen zwei oder mehr Vertragsparteien (Leasinggeber und Leasingnehmer), die rechtlich durchsetzbare Rechte und Verpflichtungen begründet. Gemäß IFRS 16 bilanziert der Voith-Konzern als Leasingnehmer grundsätzlich alle Leasingverhältnisse in Form eines Nutzungsrechts ("Right-of-Use") und einer korrespondierenden Verbindlichkeit. Die Leasingverbindlichkeit wird mit dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen unter Berücksichtigung von Verlängerungs-, Kündigungs- und Kaufoptionen, sofern deren Ausübung hinreichend sicher ist, angesetzt. Das Nutzungsrecht wird mit dem Betrag der Leasingverbindlichkeit zuzüglich aller, bei oder vor der Bereitstellung geleisteter Leasingzahlungen sowie anfänglicher direkter Kosten und geschätzter Kosten für die Demontage, Beseitigung oder Wiederherstellung des Leasinggegenstands, abzüglich aller erhaltenen Anreizzahlungen des Leasinggebers, berechnet. Das Nutzungsrecht wird linear abgeschrieben und die Leasingverbindlichkeit wird nach der Effektivzinsmethode unter Berücksichtigung des Grenzfremdkapitalzinssatzes des Leasingnehmers und der Leasingzahlungen fortgeschrieben. Zur Ermittlung seines Grenzfremdkapitalzinssatzes erlangt der Voith-Konzern Zinssätze von verschiedenen externen Finanzquellen und macht bestimmte Anpassungen, um die Leasingbedingungen und die Art des Vermögenswertes zu berücksichtigen. Leasingraten werden in Tilgungs- und Zinszahlungen aufgeteilt. In der Kapitalflussrechnung wird der Zinsanteil im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ausgewiesen wohingegen die Auszahlungen zur Tilgung der Leasingverbindlichkeiten im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit gezeigt werden.

Für kurzfristige und geringwertige Leasingverhältnisse (bis 5 Tsd. USD) nimmt der Voith-Konzern die Anwendungserleichterungen des IFRS 16 in Anspruch. Diesbezügliche Leasingzahlungen werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst. Die Vorschriften des IFRS 16 zur Leasingbilanzierung werden nicht auf Leasingverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte angewendet. Ebenso werden konzerninterne Leasingverhältnisse nicht gemäß IFRS 16 bilanziert, so dass in der Segmentberichterstattung gemäß IFRS 8 auch zukünftig die Leasingzahlungen dieser Leasingverhältnisse linear über die Laufzeit erfolgswirksam erfasst werden. Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte von Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen dahin gehend überprüft, ob Anhaltspunkte für Wertminderungen vorliegen. Liegen solche Hinweise vor, wird ein Werthaltigkeitstest vorgenommen (Impairment Test).

Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einer Vertragspartei zu einem finanziellen Vermögenswert und bei der anderen Vertragspartei zu einer finanziellen Schuld oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden erstmals am Handelstag erfasst und in der Konzernbilanz angesetzt, wenn Voith Vertragspartei des Finanzinstruments ist.

Der Konzern unterscheidet zur Klassifizierung von Finanzinstrumenten die folgenden Bewertungskategorien: Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten ("measured at amortized cost - AC"), Bewertung erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert ("measured at fair value through other comprehensive income - FVOCI") und Bewertung erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert ("measured at fair value through profit and loss - FVTPL").

Finanzielle Vermögenswerte (Schuldinstrumente) - Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten ("AC")

Der Konzern bilanziert Schuldinstrumente ab dem Zeitpunkt, zu dem sie entstanden sind. Solche Vermögenswerte werden bei ihrem erstmaligen Ansatz entweder zu ihrem beizulegenden Zeitwert zuzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten oder, im Falle von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, zum Transaktionspreis bewertet. Im Rahmen der Folgebewertung werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten ("measured at amortized cost - AC") bewertet, sofern die Zielsetzung des Geschäftsmodells darin besteht, die finanziellen Vermögenswerte zu halten, um die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen. Dabei ist die Zahlungsstrombedingung ("SPPI-Kriterium") erfüllt, wenn die vertraglichen Ausstattungsmerkmale des finanziellen Vermögenswerts zu festgelegten Zeitpunkten zu Cashflows führen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen (= SPPI-Kriterium: "solely payments of principal and interest").

Finanzielle Vermögenswerte (Eigenkapitalinstrumente) - Bewertung erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert ("FVOCI")

Eigenkapitalinstrumente sind generell beim Erstansatz erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Davon abgesehen kann bei erstmaligem Ansatz ein unwiderrufliches Wahlrecht ausgeübt werden, die Eigenkapitalinstrumente als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert einzustufen. Die Einstufung als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert kann jedoch nur dann erfolgen, wenn Eigenkapitalinstrumente weder zu Handelszwecken gehalten werden, noch eine bedingte Gegenleistung im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses darstellen (OCI-Option). Für Eigenkapitalinstrumente, die als strategische Investition gehalten werden um die operative Geschäftstätigkeit des Konzerns zu ergänzen, hat Voith die OCI-Option in Anspruch genommen, und die Bewertung erfolgt erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert ("FVOCI"). Des Weiteren hält der Konzern Wertpapiere zur Deckung von künftigen Pensionsverpflichtungen. Diese Pensionsfonds werden nicht zu Handelszwecken gehalten. Daher hat Voith hier ebenfalls die OCI-Option in Anspruch genommen und die Bewertung erfolgt erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert ("FVOCI"). Es besteht bei diesen Instrumenten keine Absicht kurzfristige Veräußerungserträge in wesentlichem Umfang zu erzielen. Daher sollen Schwankungen in der Bewertung der Beteiligungen und der Wertpapiere zur Pensionssicherung keine Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlust-Rechnung haben. Marktwertänderungen aus Folgebewertungen sowie kumulierte Gewinne/Verluste bei einer späteren Ausbuchung werden erfolgsneutral im Eigenkapital gebucht und zu keinem Zeitpunkt erfolgswirksam reklassifiziert.

Finanzielle Vermögenswerte (Eigenkapitalinstrumente) - Bewertung erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert ("FVTPL")

Bei Finanzinvestitionen, die nicht als strategische Investition gehalten werden, hat Voith entschieden die OCI-Option nicht in Anspruch zu nehmen. Diese Eigenkapitalinstrumente werden gehalten um Erträge aus der Finanzinvestition zu erzielen. Daher sollen Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Anteilen sowie Schwankungen in der Bewertung der Beteiligungen erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden.

Finanzielle Verbindlichkeiten - Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten ("AC")

Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten werden bei erstmaligem Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten bewertet. Im Rahmen der Folgebewertung stuft der Konzern diese als sonstige finanzielle Verbindlichkeiten in der Bewertungskategorie "AC" ("measured at amortized cost") ein.

Derivative Finanzinstrumente - Bewertung erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert ("FVTPL")

Sämtliche derivative Finanzinstrumente werden am Handelstag zu beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Die derivativen Finanzinstrumente werden als zu Handelszwecken gehalten eingestuft und sind somit in die Bewertungskategorie "FVTPL" ("measured at fair value through profit and loss") eingeordnet, es sei denn, sie werden als Sicherungsinstrument designiert und sind als solches effektiv.

Beizulegender Zeitwert

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinvestitionen, für die ein organisierter Markt existiert, wird durch den am Bilanzstichtag notierten Marktpreis bestimmt. Existiert kein aktiver Markt, wird der beizulegende Zeitwert unter Anwendung von Bewertungsmethoden bestimmt. Die von Voith hierzu verwendeten Bewertungsmethoden zielen darauf ab, den Sachverhalt möglichst genau widerzuspiegeln und einen aktiven Markt zu simulieren. Dies erfolgt u. a. durch die Analyse von diskontierten Cashflows, die Verwendung von Geschäftsvorfällen zwischen sachverständigen, vertragswilligen und unabhängigen Geschäftspartnern und den Vergleich mit dem aktuellen beizulegenden Zeitwert eines anderen, im Wesentlichen identischen Finanzinstruments.

Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen

Zur Absicherung bestehender Grundgeschäfte setzt Voith verschiedene derivative Finanzinstrumente ein, i. d. R. Devisentermingeschäfte und Zinsswaps. Im Grundsatz erfolgt die Sicherung operativer Geschäfte im Rahmen des "Fair Value Hedge Accounting of Firm Commitments". Für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen wendet der Konzern weiterhin die Regelungen des IAS 39 an.

Zu Beginn einer Sicherungsbeziehung legt der Konzern sowohl das Grundgeschäft wie auch das Sicherungsinstrument und die Risikomanagementzielsetzungen und -strategien im Hinblick auf die Absicherung formal fest und dokumentiert diese. Diese Dokumentation enthält die Festlegung des Sicherungsinstruments, des Grundgeschäfts oder der abgesicherten Transaktion und die Art des abzusichernden Risikos sowie eine Beschreibung, wie das Unternehmen die Wirksamkeit des Sicherungsinstruments bei der Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des gesicherten Grundgeschäfts ermitteln wird. Derartige Sicherungsbeziehungen werden hinsichtlich der Erreichung einer Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts als in hohem Maße wirksam eingeschätzt. Währungssicherungen werden entlang der Verträge (Laufzeit, Volumen) abgesichert. Sie werden fortlaufend dahingehend beurteilt, ob sie während der gesamten Berichtsperiode, für die die Sicherungsbeziehung designiert wurde, hochwirksam waren.

Sicherungsgeschäfte, die die strengen Kriterien für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen erfüllen, werden wie folgt bilanziert:

Absicherung des beizulegenden Zeitwerts

Durch die Absicherungen gegen die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts sichert sich der Konzern gegen das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts eines bilanzierten Vermögenswerts oder einer bilanzierten Schuld oder einer bilanzunwirksamen festen Verpflichtung ab, das auf ein bestimmtes Risiko zurückzuführen ist und Auswirkungen auf das Periodenergebnis haben könnte. Bei Absicherungen des beizulegenden Zeitwerts wird der Buchwert eines gesicherten Grundgeschäfts um den dem abgesicherten Risiko zuzurechnenden Gewinn oder Verlust aus dem gesicherten Grundgeschäft angepasst und die Differenz im Gewinn oder Verlust erfasst. Das derivative Finanzinstrument wird mit seinem beizulegenden Zeitwert neu bewertet und die sich hieraus ergebenden Gewinne oder Verluste werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Bei Sicherungsgeschäften zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts, die sich auf zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzte Grundgeschäfte beziehen, wird die Anpassung des Buchwertes ergebniswirksam über dessen Laufzeit bis zur Fälligkeit aufgelöst.

Wird eine bilanzunwirksame feste Verpflichtung als Grundgeschäft designiert, so wird die nachfolgende kumulierte Änderung des beizulegenden Zeitwerts der festen Verpflichtung, die auf das gesicherte Risiko zurückzuführen ist, als Vermögenswert oder Schuld mit einem entsprechenden Gewinn oder Verlust im Periodenergebnis erfasst. Die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments werden ebenfalls im Periodenergebnis erfasst.

Die Bilanzierung eines Sicherungsgeschäfts zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts wird eingestellt, wenn das Sicherungsinstrument ausläuft, veräußert, fällig oder ausgeübt wird oder das Sicherungsgeschäft die Voraussetzungen für die Bilanzierung als Sicherungsgeschäft nicht weiter erfüllt. Jede Anpassung des Buchwertes eines gesicherten Finanzinstruments wird mittels der Effektivzinsmethode ergebniswirksam aufgelöst. Sobald es eine Anpassung gibt, kann die Auflösung beginnen, sie darf aber nicht später als zu dem Zeitpunkt beginnen, an dem das Grundgeschäft nicht mehr um die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts, die auf das abzusichernde Risiko zurückzuführen sind, angepasst wird.

Absicherung von Cashflows

Sicherungsgeschäfte werden als Absicherung der Cashflows klassifiziert, wenn es sich um eine Absicherung des Risikos von Schwankungen der Cashflows handelt, das einem mit einem erfassten Vermögenswert, einer erfassten Schuld oder einer vorhergesehenen Transaktion verbundenen Risiko zugeordnet werden kann und Auswirkungen auf das Periodenergebnis haben könnte. Der effektive Teil des Gewinns oder Verlusts aus einem Sicherungsinstrument wird direkt im Eigenkapital erfasst, während der ineffektive Teil erfolgswirksam verbucht wird.

Die im Eigenkapital erfassten Beträge werden in der Periode in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung gezeigt, in der die abgesicherte Transaktion das Periodenergebnis beeinflusst, z. B. in der abgesicherte Finanzerträge oder -aufwendungen erfasst werden oder in der ein vorhergesehener Verkauf oder Kauf durchgeführt wird. Handelt es sich bei dem abgesicherten Grundgeschäft um die Anschaffungskosten eines nichtfinanziellen Vermögenswerts oder einer nichtfinanziellen Schuld, so werden die im Eigenkapital erfassten Beträge dem ursprünglich erfassten Buchwert des nichtfinanziellen Vermögenswerts oder der nichtfinanziellen Schuld hinzugerechnet.

Wird mit dem Eintritt der vorhergesehenen Transaktion nicht länger gerechnet, werden die zuvor im Eigenkapital erfassten Beträge im Periodenergebnis verbucht. Wenn das Sicherungsinstrument ausläuft oder veräußert, beendet oder ohne Ersatz oder ein Überrollen eines Sicherungsinstruments in ein anderes Sicherungsinstrument ausgeübt wird oder wenn der Konzern die Designation eines Sicherungsinstruments zurückzieht, verbleiben die zuvor ausgewiesenen Beträge so lange als gesonderter Posten im Eigenkapital, bis die vorhergesehene Transaktion eingetreten ist. Wird mit dem Eintritt der erwarteten Transaktion nicht mehr gerechnet, so wird der Betrag ergebniswirksam erfasst.

Eingebettete Derivate

Nach IFRS 9 werden Derivate, die in Verträge eingebettet sind, bei denen die Basis ein finanzieller Vermögenswert im Anwendungsbereich des Standards ist, niemals getrennt bilanziert. Stattdessen wird das hybride Finanzinstrument insgesamt im Hinblick auf die Einstufung beurteilt.

Im Falle der Existenz trennungspflichtiger eingebetteter Derivate werden diese als zu Handelszwecken gehalten eingestuft und somit in die Bewertungskategorie "FVTPL" ("measured at fair value through profit and loss") eingeordnet. Positive Zeitwerte von eingebetteten derivativen Finanzinstrumenten werden unter den sonstigen finanziellen Forderungen und negative Zeitwerte unter den Bankverbindlichkeiten und sonstigen zinstragenden Verbindlichkeiten oder den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten bilanziert.

Vorräte

In den Vorräten sind Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Handelswaren sowie unfertige und fertige Erzeugnisse zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Beachtung niedrigerer Nettoveräußerungswerte bewertet ("Lower of Cost and Net Realisable Value"). Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen, die direkt dem Herstellungsprozess zugeordnet werden können. Es wird ein Durchschnittswert oder ein auf Basis des Fifo-Verfahrens ("First-in-first-out") ermittelter Wert angesetzt. Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit usw. ergeben, werden durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Eine Wertaufholung wird vorgenommen, wenn die Gründe, die zu einer Abwertung der Vorräte geführt haben, nicht länger bestehen.

Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten

Vertragsvermögenswerte stellen Ansprüche des Unternehmens auf Gegenleistung für bereits übertragene Güter bzw. erbrachte Leistungen dar. Im Voith-Konzern setzen sich die Vertragsvermögenswerte im Wesentlichen aus den langfristigen Projekten bei Voith Hydro und Voith Paper zusammen, welche in Übereinstimmung mit IFRS 15.35 zeitraumbezogen bilanziert werden. Vertragsvermögenswerte werden in Höhe des anzusetzenden Fertigstellungsgrads abzüglich bereits erhaltener Zahlungen des Kunden ausgewiesen. Die Kundenzahlungen sind vertraglich vereinbart und sind in der Regel vom Projektfortschritt bzw. von festgelegten Meilensteinen abhängig.

Sofern die Anzahlungen des Kunden die bereits erbrachten Leistungen übersteigen, so wird der resultierende Saldo unter den Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen. Daneben beinhalten Vertragsverbindlichkeiten erhaltene Anzahlungen von Kunden für Produkte, deren Umsatz zeitpunktbezogen realisiert wird.

Forderungen und sonstige Vermögenswerte

Forderungen und sonstige Vermögenswerte (ausgenommen Derivate) sind der Bewertungskategorie Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten ("measured at amortized cost - AC") zugeordnet und erstmals entweder zu ihrem beizulegenden Zeitwert zuzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten oder, im Falle von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, zum Transaktionspreis angesetzt. Im Rahmen der Folgebewertung werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sie werden regelmäßig individuell auf Wertminderung überprüft. Liegen objektive Hinweise für einen Ausfall vor (z. B. erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, hohe Wahrscheinlichkeit eines Insolvenzverfahrens gegen den Schuldner, Ausfall oder Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen, bedeutende nachteilige Veränderung des technologischen, wirtschaftlichen oder rechtlichen Umfelds des Vertragspartners, ein wesentlicher und dauerhafter Rückgang des beizulegenden Zeitwertes des Finanzinstruments unter die Anschaffungskosten oder Rechtsstreitigkeiten), werden diese durch individuelle Bewertungsabschläge unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos berücksichtigt. Darüber hinaus werden die geschätzten Kreditausfälle auf aggregierter Basis mittels eines zukunftsorientierten, auf CDS Spreads basierenden, Kreditausfallmodells berechnet. Dabei werden die Forderungen nach gemeinsamen Ausfallrisikoeigenschaften segmentiert. Ein Rückgang des Forderungsvolumens führt zu einer entsprechenden Verminderung solcher Vorsorgen und umgekehrt. Eine Ausbuchung der Forderungen erfolgt, wenn diese als uneinbringlich eingestuft werden. Abgezinst werden unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit Laufzeiten von über einem Jahr.

Flüssige Mittel

Die flüssigen Mittel umfassen Kassen- und Scheckbestände, Einlagen bei Kreditinstituten sowie Zahlungsmitteläquivalente. Zu den Guthaben bei Kreditinstituten zählen sowohl täglich fällige Gelder als auch Festgelder mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten.

Nicht fortgeführte Aktivitäten und langfristige zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Langfristige Vermögenswerte sowie Veräußerungsgruppen werden als zu Veräußerungszwecken gehaltene langfristige Vermögenswerte bzw. korrespondierend als Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten klassifiziert, wenn ihr Buchwert durch den Verkauf realisiert werden soll und nicht durch fortgesetzte Nutzung. Dies ist dann der Fall, wenn die Veräußerung höchst wahrscheinlich ist und der Vermögenswert bzw. die Veräußerungsgruppe in gegenwärtigem Zustand sofort veräußerbar ist. Das Management hat in diesem Fall die Veräußerung beschlossen und es wird erwartet, dass die Veräußerung innerhalb von zwölf Monaten ab dem Zeitpunkt der Klassifizierung erfolgen wird. Langfristige zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte werden mit dem niedrigeren Wert von Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich noch anfallender Kosten bewertet. Als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben.

Nicht fortgeführte Aktivitäten werden ausgewiesen, sobald ein Unternehmensbestandteil mit Geschäftsaktivitäten und Mittelzuflüssen/-abflüssen, die operativ und für die Zwecke der Rechnungslegung vom übrigen Unternehmen klar abgegrenzt werden können, als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wird oder bereits abgegangen ist und der Geschäftsbereich entweder (1) einen gesonderten wesentlichen Geschäftszweig oder geografischen Geschäftsbereich darstellt und (2) Teil eines abgestimmten Gesamtplans zur Veräußerung eines gesonderten wesentlichen Geschäftszweigs oder geografischen Geschäftsbereichs ist oder (3) ein Tochterunternehmen darstellt, das ausschließlich mit Weiterveräußerungsabsicht erworben wurde. Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten wird in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung getrennt von den Aufwendungen und Erträgen aus fortgeführten Aktivitäten berichtet. Vorjahresangaben werden dort auf vergleichbarer Basis dargestellt. In der Konzernkapitalflussrechnung werden die Mittelzuflüsse/-abflüsse aus den fortgeführten und den nicht fortgeführten Aktivitäten nicht getrennt dargestellt, Vorjahresangaben werden hier nicht angepasst. Die Angaben im Anhang zum Konzernabschluss, soweit sie Bezug auf die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung nehmen, beziehen sich auf fortgeführte Aktivitäten. Informationen über nicht fortgeführte Aktivitäten sind im Abschnitt Veräußerungen und nicht fortgeführte Aktivitäten enthalten. Um die finanziellen Auswirkungen von nicht fortgeführten Aktivitäten darzustellen, werden die aus konzerninternen Transaktionen stammenden Umsatzerlöse und Aufwendungen eliminiert. Hiervon ausgenommen sind jene Umsatzerlöse und Aufwendungen, die voraussichtlich auch nach dem Verkauf der nicht fortgeführten Aktivitäten weiterhin anfallen.

Latente und laufende Steuern

Entsprechend IAS 12 werden aktive und passive latente Steuern für temporäre Differenzen gebildet (Temporary-Konzept). Außerdem werden latente Steuern auf Verlustvorträge, Zinsvorträge und Tax Credits angesetzt, sofern damit zu rechnen ist, dass diese in naher Zukunft genutzt werden können. Steuern, die sich auf Posten beziehen, die im sonstigen Ergebnis erfasst werden, werden ebenfalls dort gezeigt. Latente Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. erwartet werden. Für aktive latente Steuern auf Verlustvorträge, Zinsvorträge und Tax Credits, deren Realisierung nicht zu erwarten ist bzw. die nicht durch passive latente Steuern gedeckt sind, werden Wertberichtigungen berücksichtigt bzw. wird ein Ansatz nicht vorgenommen. Wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch auf Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerverbindlichkeiten hat und eine Identität der Steuergläubiger besteht, erfolgt eine Verrechnung aktiver latenter Steuern mit passiven latenten Steuern. Latente Steuern werden nicht angesetzt in Zusammenhang mit dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts oder bei der erstmaligen Erfassung eines Vermögenswerts oder einer Schuld für Transaktionen, die keine Unternehmenszusammenschlüsse sind, und die sich weder auf das bilanzielle noch auf das zu versteuernde Ergebnis auswirken.

Die laufenden Steuern werden je Gesellschaft entsprechend den steuergesetzlichen Regelungen und Vorgaben ermittelt und bilanziert.

Genussrechtskapital

Aus den Bedingungen des insgesamt begebenen Genussrechtskapitals in Höhe von 103.400 Tsd. € ergibt sich gemäß IAS 32 eine Bilanzierung als Eigenkapitalbestandteil des Konzerns. Die Verzinsung wird nicht innerhalb der Zinsaufwendungen ausgewiesen, sondern analog einer Dividendenverpflichtung behandelt.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die versicherungsmathematische Bewertung der Pensionsrückstellungen basiert auf dem in IAS 19 vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren für Leistungszusagen auf Altersversorgung (Projected Unit Credit Method). Bei diesem Verfahren werden neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartende Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die zukünftigen Verpflichtungen (Defined Benefit Obligation) werden auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet. Bei der Bewertung werden Annahmen über die zukünftige Entwicklung bestimmter Parameter, die sich auf die künftige Leistungshöhe auswirken, berücksichtigt. Der Aufwand für diese Versorgungspläne unterteilt sich in Dienstzeitaufwand und Zinsaufwand auf die Nettoschuld aus Verpflichtung und Planvermögen. Beide Aufwandsposten werden erfolgswirksam in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Neubewertungen der angesetzten Nettoschuld werden nach Abzug von latenten Steuern im sonstigen Ergebnis ausgewiesen.

Sonstige Rückstellungen

Rückstellungen werden für alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen in Höhe ihres wahrscheinlichen Eintritts gebildet und nicht mit Rückgriffsansprüchen verrechnet. Die Rückstellungen werden angesetzt, soweit gegenüber Dritten eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis besteht, die künftig wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen führt und deren Höhe zuverlässig geschätzt werden kann. Für Gewährleistungsansprüche werden Rückstellungen unter Zugrundelegung des bisherigen bzw. des geschätzten zukünftigen Schadensverlaufs gebildet. Für bekannte Schäden werden Einzelrückstellungen gebildet. Rückstellungen für ausstehende Kosten, für drohende Verluste aus Aufträgen und für übrige geschäftsbezogene Verpflichtungen sind auf der Basis der noch zu erbringenden Leistungen bewertet, in der Regel in Höhe voraussichtlich noch anfallender Herstellungskosten.

Rückstellungen, die nicht schon im Folgejahr zu einem Ressourcenabfluss führen, werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Abzinsung liegen Marktzinssätze zugrunde. Der Erfüllungsbetrag umfasst auch die erwarteten Kostensteigerungen. Wenn die Erstattung eines zurückgestellten Betrags zu erwarten ist, etwa aufgrund einer Versicherung, wird die Erstattung als separater Vermögenswert nur dann angesetzt, wenn diese so gut wie sicher ist. Die Erträge aus Erstattungen werden nicht mit den Aufwendungen saldiert.

Verbindlichkeiten

Kurzfristige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Finanzielle Verbindlichkeiten werden grundsätzlich zu ihren fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die fortgeführten Anschaffungskosten entsprechen den Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Rückzahlungen, Emissionskosten und der Amortisation eines Agios oder Disagios. Sofern die Verbindlichkeiten Grundgeschäfte im Rahmen von Sicherungsbeziehungen sind, erfolgt die Bewertung unter Berücksichtigung des Marktwerts des abgesicherten Risikos. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen werden zu Beginn der Vertragslaufzeit mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen passiviert und in der Folge in Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten unter den Finanzschulden ausgewiesen. Die Leasingraten werden in einen Zins- und einen Tilgungsanteil aufgeteilt. Der Zinsanteil der Leasingrate wird aufwandswirksam in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Klassifizierung der Minderheitenanteile anderer Gesellschafter am Gesellschafterkapital bei Personenhandelsgesellschaften, aufgrund von Kündigungsrechten von Minderheitsgesellschaftern sowie aufgrund von Put-Optionen

Finanzinstrumente, die für den Halter einen Anspruch auf Rückzahlung des der Gesellschaft zur Verfügung gestellten Kapitals begründen, müssen nach IAS 32 als Fremdkapital klassifiziert werden. Bei Gesellschaften in der Rechtsform einer Personenhandelsgesellschaft kann der Gesellschafter durch Ausübung eines gesetzlichen Kündigungsrechtes, das durch den Gesellschaftsvertrag nicht ausgeschlossen werden kann, die Rückzahlung des zur Verfügung gestellten Kapitals verlangen. Unter diese Regelung fallen auch sonstige vergleichbare Kündigungsrechte mit Abfindungsvereinbarung von Minderheitsgesellschaftern. Bei einer Put-Option begründet das Andienungsrecht des Inhabers der Option eine Verpflichtung gemäß IAS 32.

a) Put-Optionen

Sofern ein Kündigungsrecht für Minderheitenanteile in Form einer Put-Option besteht, wird dieser Anteil nicht ausgebucht, sondern unterjährig als Eigenkapitalbestandteil behandelt. Dem Minderheitenanteil werden demnach weiter Anteile am Jahresüberschuss des Geschäftsjahres zugewiesen. Zu jedem Stichtag wird die Ausübung der Put-Option unterstellt und der entsprechende Minderheitenanteil aus dem Eigenkapital in die Finanzverbindlichkeiten umgegliedert. Die Finanzverbindlichkeit wird dabei in Höhe der voraussichtlichen Abfindungsverpflichtung angesetzt und diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der Unterschied zwischen dieser Verbindlichkeit und dem anteiligen Eigenkapital des Minderheitsgesellschafters wird als Transaktion zwischen Eigenkapitalgebern behandelt und wurde ab dem Geschäftsjahr 2009/10 erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Bis einschließlich des Geschäftsjahres 2008/09 wurden die Transaktionen als sukzessive Unternehmenserwerbe angesehen und die Differenz als Geschäfts- oder Firmenwert behandelt. Infolge der gewählten Übergangsregelung unter IAS 27 (2008) wurden diese Beträge unverändert fortgeführt.

Im laufenden Geschäftsjahr wurden zwei wesentliche Optionen ausgeübt. Dadurch erlangte Voith 100% der Anteile an den Gesellschaften. Insgesamt wurden 20.625 Tsd. € ausbezahlt für die Ausübung der Put-Optionen.

Die Umgliederung aus dem Eigenkapital in die Finanzverbindlichkeiten betrug im Geschäftsjahr 2020/21 insgesamt 38.507 Tsd. € (Vorjahr: 62.146 Tsd. €).

b) Personenhandelsgesellschaften

Die Verbindlichkeiten aus Anteilen an Personenhandelsgesellschaften sowie die Anteile von Minderheitsgesellschaftern mit vergleichbaren Kündigungsrechten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die bewertungsbedingten Änderungen der Verbindlichkeit werden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung im Zinsergebnis erfasst.

Im Falle der Kündigung der Anteile anderer Gesellschafter am Gesellschafterkapital bei Personenhandelsgesellschaften bzw. bei Ausübung vergleichbarer Kündigungsrechte und nach der Ausübung von Put-Optionen werden die vor Kündigung bzw. vor Ausübung der Option gebuchten Finanzverbindlichkeiten in sonstige finanzielle Verbindlichkeiten umgegliedert.

Finanzgarantien

Vom Konzern ausgereichte Finanzgarantien sind Verträge, die zur Leistung von Zahlungen verpflichten, die den Garantienehmer für einen Verlust entschädigen, der entsteht, weil ein bestimmter Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen gemäß den Bedingungen eines Schuldinstruments nicht fristgemäß nachkommt. Diese Finanzgarantien werden als Versicherungsverträge im Sinne von IFRS 4 behandelt, d. h., die Finanzgarantien werden so lange als Eventualverbindlichkeiten ausgewiesen, bis es wahrscheinlich ist, dass eine Inanspruchnahme erfolgt. Ist dies der Fall, wird die entsprechende Verpflichtung bilanziert.

Schätzungen und Ermessensspielräume des Managements

Bei der Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Konzernabschluss sind Ermessensentscheidungen des Managements erforderlich. Das Management übt diesen Ermessensspielraum bei folgenden Punkten aus:

Ertragsteuern: Das Management muss Einschätzungen zur Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern sowie zu Risiken aus unsicheren Steuerpositionen vornehmen.

Beurteilung der Notwendigkeit sowie der Bemessung einer Wertminderung auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Beurteilung der Notwendigkeit von Wertberichtigungen zweifelhafter Forderungen

Umsatzerlöse, die entsprechend ihrem Leistungsfortschritt realisiert werden: Einschätzung des Fertigstellungsgrades

Bewertung von Rückstellungen und Einschätzung der Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme

Bestimmte Bilanzierungsmethoden erfordern kritische Schätzungen, die komplexe und subjektive Beurteilungen und den Gebrauch von Annahmen beinhalten, von denen einige inhärent unsicher und für Änderungen anfällig sind. Solche kritischen Bilanzierungsschätzungen können sich von Periode zu Periode verändern und haben einen wesentlichen Einfluss auf die finanziellen Bedingungen oder das Ergebnis von Unternehmen. Das Management weist darauf hin, dass zukünftige Ereignisse oft von der Planung abweichen und dass Schätzungen gewöhnlich Anpassungen erfordern.

Die folgenden Gebiete der Bilanzierung unterliegen bedeutenden Schätzungen und Annahmen:

Zeitraumbezogene Umsatzrealisierung bei langfristigen Projekten

Insbesondere bei langfristigen Projekten kundenspezifischer Anlagen erfolgt die Umsatzrealisierung zeitraumbezogen nach der PoC-Methode, sofern die Kriterien des IFRS 15.35 erfüllt sind.

Bei dieser Methode ist die genaue Schätzung des Fertigstellungsgrades von Bedeutung. In Abhängigkeit von der Methode zur Bestimmung des Auftragsfortschrittes beinhalten die maßgeblichen Schätzungen die Ermittlung der Gesamtkosten des Auftrages, der verbleibenden Kosten bis zur Fertigstellung, des gesamten Auftragswertes und der Auftragsrisiken.

Das Management der operativen Tochterunternehmen prüft alle Schätzungen fortlaufend, die für die zeitraumbezogene Umsatzrealisierung mittels der PoC Methode erforderlich sind und passt sie, wenn nötig, an.

Diese Prüfungen gehören zu den normalen Bilanzierungsaktivitäten des Managements auf operativer Ebene. Zu Einzelheiten bezüglich der Buchwerte verweisen wir auf Tz. 1 und Tz. 14.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Die Wertberichtigung von zweifelhaften Forderungen bedingt erhebliches Beurteilungsvermögen des Managements sowie die Prüfung der einzelnen Schuldner, basierend auf deren Kreditwürdigkeit, gegenwärtigen und zukünftigen wirtschaftlichen Trends sowie der Analyse historischer Forderungsausfälle. Zu Einzelheiten bezüglich der Buchwerte verweisen wir auf Tz. 13.

Wertminderung auf Geschäfts- oder Firmenwerte

Die Ermittlung des erzielbaren Betrags eines Konzernbereichs, dem ein bestimmter Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, bedingt den Gebrauch von Schätzungen des Managements. Bei der Ermittlung des Nutzungswertes basiert die Planung der ersten fünf Jahre auf den Erwartungen des Managements, die an volkswirtschaftliche Trends und historische Entwicklungen angepasst sind. Wachstumsschätzungen, gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten und Steuersätze basieren ebenfalls auf verlässlichen Informationen, die das Risiko widerspiegeln, das mit der operativen Tätigkeit in der entsprechenden Branche bzw. dem Geschäftsbereich verbunden ist. Zu Einzelheiten bezüglich der Buchwerte verweisen wir auf Tz. 9 bzw. den Segmentbericht.

Entwicklungskosten

Entwicklungskosten werden aktiviert, wenn die Ansatzkriterien in IAS 38 erfüllt werden. Die erstmalige Aktivierung beruht auf der Einschätzung des Managements, dass die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit nachgewiesen ist; wesentlich bei der Entscheidung zu aktivieren sind die Prognosen über die Höhe des erwarteten zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens aus den Vermögenswerten. Zu Einzelheiten bezüglich der Buchwerte verweisen wir auf Tz. 9.

Pensionsverpflichtungen

Die Schätzung von Pensionsverpflichtungen hängt besonders von Schlüsselannahmen ab, die die Schätzung der Abzinsungsfaktoren, der erwarteten Gehaltserhöhungen, der Sterblichkeitsraten und der Trendraten bezüglich des Gesundheitswesens beinhalten. Die Annahmen zur Ermittlung des Abzinsungsfaktors spiegeln die Zinsen wider, die bei festem Einkommen auf hohem Niveau und angemessener Laufzeit erreichbar sind. Zu Einzelheiten bezüglich der Buchwerte verweisen wir auf Tz. 20.

Sonstige Rückstellungen

Signifikante Schätzwerte spielen eine Rolle bei der Bildung von Rückstellungen für Verluste aus Aufträgen, Gewährleistungskosten und Gerichtsprozessen. Voith bildet eine Rückstellung für Verluste, wenn die aktuellen Schätzungen der Gesamtkosten des Auftrages die erwarteten Erlöse aus dem Auftrag übersteigen. Belastende Aufträge werden durch die Schätzung der Gesamtkosten des Auftrages bestimmt, was erhebliches Beurteilungsvermögen verlangt. Schätzwerte sind auch erforderlich für die Beurteilung von Verpflichtungen aus Gewährleistungen und Gerichtsprozessen. Restrukturierungsrückstellungen basieren auf gut fundierten Plänen für erwartete Aktivitäten. Diese Pläne werden von der Geschäftsführung überprüft und freigegeben. Zu Einzelheiten bezüglich der Buchwerte verweisen wir auf Tz. 21.

Steuern

Die Voith-Gruppe ist in zahlreichen Ländern operativ tätig und unterliegt einer Vielzahl von Steuergesetzen. Dabei sind für jedes Besteuerungssubjekt die tatsächlichen Ertragsteuern sowie die latenten Steuern zu berechnen. Dies erfordert unter anderem bei der Bewertung von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge und temporäre Differenzen Annahmen bezüglich der Möglichkeit, ausreichendes künftiges zu versteuerndes Einkommen zu erzielen, sowie die Auslegung von komplexen Steuervorschriften. Zu Einzelheiten bezüglich der Buchwerte verweisen wir auf Tz. 8.

Für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge wahrscheinlich nicht realisiert werden können (unsichere Steuerpositionen), werden Steuerverbindlichkeiten gebildet. Der Betrag ermittelt sich aus der bestmöglichen Schätzung der erwarteten Steuerzahlung (Erwartungswert bzw. wahrscheinlichster Wert der Steuerunsicherheit). Steuerforderungen aus unsicheren Steuerpositionen werden dann bilanziert, wenn es wahrscheinlich ist, dass sie realisiert werden können. Nur bei Bestehen eines steuerlichen Verlustvortrags oder einer ungenutzten Steuergutschrift wird keine Steuerverbindlichkeit oder Steuerforderung für diese unsicheren Steuerpositionen bilanziert, sondern stattdessen die aktiven latenten Steuern für die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften angepasst.

Ermittlung von Zeitwerten

Im Rahmen von Unternehmenserwerben unterliegen die Kaufpreisallokationen nicht unerheblichen Schätzungen. Hier sind insbesondere die Festlegung von Planwerten und Diskontierungszinssätzen zu nennen. Aber auch die Festlegung von Nutzungsdauern unterliegt nicht unerheblichen Annahmen.

Anwendung geänderter und neuer Standards und Interpretationen

Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden durch erstmalige Anwendung von überarbeiteten und neu herausgegebenen IFRS und IFRIC

Im Geschäftsjahr 2020/21 wurden folgende neue und geänderte IAS und IFRS erstmals angewendet:

Standard / Interpretation Änderung / Neuregelung
Überarbeitetes Rahmenkonzept und Änderungen der Verweise auf das Rahmenkonzept in IFRS-Standards Darin enthalten sind überarbeitete Definitionen von Vermögenswerten und Schulden und neue Leitlinien zu Bewertung und Ausbuchung, Ausweis und Angaben.
Änderungen zu IFRS 3 'Definition eines Geschäftsbetriebs'
Unternehmenszusammenschlüsse Die neuen Regelungen bieten ein Rahmenwerk zur Beurteilung, ob ein Geschäftsbetrieb oder eine Gruppe von Vermögenswerten erworben wurde.
Änderungen zu IFRS 16 Leases Infolge der Coronavirus-Pandemie (COVID-19) wurden Leasingnehmern Mietzugeständnisse gewährt. Die Anwendungserleichterung wurde bis zum 30. Juni 2022 verlängert.
Änderungen zu IAS 1 Die Änderung vereinheitlicht die Definition von Wesentlichkeit in den Standards selbst sowie dem Rahmenkonzept zur Rechnungslegung. Des Weiteren wird die Definition von 'wesentlich' geschärft.
Darstellung des Abschlusses und IAS 8 Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler
Änderungen zu IFRS 9, IAS 39 und IFRS 17: Interest Rate Benchmark Reform - Phase 1 Die Änderungen betreffen insbesondere bestimmte Erleichterungen bzgl. der Hedge-Accounting Vorschriften und sind verpflichtend für alle Sicherungsbeziehungen anzuwenden, die direkt von der Reform des Referenzzinssatzes betroffen sind. Zusätzlich sind weitere Angaben darüber vorgesehen, inwieweit die Sicherungsbeziehungen der Unternehmen von den Änderungen betroffen sind.

Alle erstmals angewendeten IAS und IFRS hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Die folgenden überarbeiteten und neu herausgegebenen IFRS und IFRIC waren im Geschäftsjahr 2020/21 noch nicht verpflichtend anzuwenden bzw. sind von der Kommission der Europäischen Gemeinschaften im Rahmen des Endorsement-Verfahrens für die Europäische Union noch nicht übernommen worden.

Standard / Interpretation Änderung / Neuregelung Datum der verpflichtenden Erstanwendung
Änderungen zu IFRS 3 Mit der Änderung wurde ein veralteter Verweis auf das Rahmenkonzept aktualisiert, ohne die Vorschriften im Standard bedeutend zu ändern. Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen
Änderungen zu IFRS 4 Versicherungsverträge Verlängerung des Zeitraums (analog der Änderung zu IFRS 17) für die vorübergehende Befreiung bestimmter Versicherungsunternehmen von der Anwendung des IFRS 9. Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnen
IFRS 17 Versicherungsverträge inkl. Änderungen zu IFRS 17 IFRS 17 regelt die Grundsätze in Bezug auf die Identifikation, den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis sowie die Anhangsangaben für Versicherungsverträge. Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen
Mit der Änderung zu IFRS 17 wurde vor allem der Erstanwendungszeitpunkt verschoben.
Änderungen zu IAS 1 Darstellung des Abschlusses Verbesserung der Konsistenz im Rahmen der Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig. Insbesondere soll die Klassifizierung von Schulden mit ungewissem Erfüllungstag geregelt werden. Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen
Änderungen zu IAS 1 Darstellung des Abschlusses, Practice Statement 2 und Änderungen zu IAS 8 Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler Klarstellung, dass künftig Angaben nur noch zu wesentlichen ("material") und nicht mehr zu maßgeblichen ("significant") Rechnungslegungsmethoden zu machen sind. Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen
Des Weiteren wird der Begriff "rechnungslegungsbezogene Schätzung" in IAS 8 neu definiert.
Änderungen zu IAS 12 Bei den Änderungen handelt es sich um eine Rückausnahme von der initial recognition exemption für eng umrissene Fälle. Diese führen dazu, dass latente Steuern z.B. auf beim Leasingnehmer bilanzierte Leasingverhältnisse und auf Entsorgungs- bzw. Wiederherstellungsverpflichtungen anzusetzen sind. Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen
Ertragsteuern
Änderungen zu IAS 16 Die Änderung regelt den Umgang mit Einnahmen, die aus der Veräußerung von Artikeln entstehen, die produziert werden, während eine Sachanlage an den Ort und in den Zustand gebracht wird, die notwendig sind, um diese in der beabsichtigten Weise zu nutzen. Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen
Sachanlagen
Änderungen zu IAS 37 Die Änderung regelt, welche Kosten ein Unternehmen für die Erfüllung eines Vertrags berücksichtigen muss, wenn es beurteilt, ob ein Vertrag verlustbringend ist. Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen
Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen
Änderungen zu IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 and IFRS 16: Interest Rate Benchmark Reform - Phase 2 In Phase 2 werden insbesondere Details zur Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten und zusätzliche Aspekte des Hedge Accounting thematisiert. Zudem werden weitere Regelungen bzw. Standards mit Bewertungs- und Diskontierungsregelungen angepasst. Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnen
Improvements to IFRS (2018-2020) Änderungen der Standards IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16 und IAS 41. Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen

Für sämtliche überarbeitete und neu herausgegebene IFRS und IFRIC, die ab dem Geschäftsjahr 2021/22 verpflichtend anzuwenden sind, werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Voith-Konzerns erwartet. Für später verpflichtend anzuwendende, überarbeitete bzw. neu herausgegebene Standards und Interpretationen werden die Auswirkungen auf den Voith-Konzern derzeit untersucht.

Derzeit ist nicht geplant, die neuen oder geänderten Standards und Interpretationen vorzeitig anzuwenden.

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

01. Umsatzerlöse

2020/21 2019/20 *)
in Tsd. € Zeitraumbezogen Zeitpunktbezogen Summe Zeitraumbezogen Zeitpunktbezogen Summe
Voith Hydro 944.846 0 944.846 947.043 0 947.043
Voith Paper 1.073.872 701.788 1.775.660 1.121.565 683.151 1.804.716
2.018.718 701.788 2.720.506 2.068.608 683.151 2.751.759

*) Vorjahreszahlen angepasst, da der frühere Konzernbereich Digital Ventures nun in "übrige" enthalten ist.

Die Umsatzerlöse bei Voith Turbo in Höhe von 1.457.274 Tsd. € (Vorjahr: 1.337.453 Tsd. €) sowie die übrigen Umsatzerlöse in Höhe von 82.570 Tsd. € (Vorjahr angepasst: 83.889 Tsd. €) wurden im Wesentlichen zeitpunktbezogen realisiert.

Aus derzeit noch nicht beziehungsweise nur teilweise erfüllten Leistungsverpflichtungen werden in künftigen Perioden Umsatzerlöse in Höhe von 1.834.060 Tsd. € (Vorjahr: 1.348.396 Tsd. €) erwartet.

02. Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen

in Tsd. € 2020/21 2019/20
Veränderungen des Bestands an fertigen, unfertigen Erzeugnissen und Leistungen 71.377 10.529
Andere aktivierte Eigenleistungen 8.139 5.578
79.516 16.107

03. Sonstige betriebliche Erträge

in Tsd. € 2020/21 2019/20
Erträge aus dem Verbrauch von auftragsbezogenen Rückstellungen 128.858 99.723
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und abgegrenzten Schulden 52.703 76.080
Währungsgewinne 64.816 86.458
Erträge aus abgeschriebenen Forderungen 10.731 20.937
Erträge aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 3.102 2.126
Miet- und Pachteinnahmen 2.407 2.559
Erlöse aus Versicherungsschäden 23.574 33.352
Übrige Erträge 56.648 56.293
342.839 377.528

04. Materialaufwand

in Tsd. € 2020/21 2019/20
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie für bezogene Waren 1.600.050 1.502.479
Aufwendungen für bezogene Leistungen 377.739 325.271
1.977.789 1.827.750

05. Personalaufwand

in Tsd. € 2020/21 2019/20
Löhne und Gehälter 1.247.368 1.237.143
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 268.635 264.318
1.516.003 1.501.461

Pandemiebedingt wurden Personalkostenzuschüsse in Höhe von 456 Tsd. € (Vorjahr: 1.397 Tsd. €) vereinnahmt und aufwandsreduzierend verbucht.

Die Kosten der Altersversorgung betragen 36.942 Tsd. € (Vorjahr: 40.203 Tsd. €).

Jahresdurchschnitt Stichtag
Zahl der Mitarbeiter 2020/21 2019/20 2021-09-30 2020-09-30
Direkte Mitarbeiter 10.353 10.177 10.272 10.538
Indirekte Mitarbeiter 9.839 10.052 9.646 10.126
20.192 20.229 19.918 20.664
Auszubildende und Praktikanten 752 744 752 744
20.944 20.973 20.670 21.408
Jahresdurchschnitt Stichtag
Zahl der Mitarbeiter nach Regionen 2020/21 2019/20 2021-09-30 2020-09-30
Deutschland 7.494 7.808 7.360 7.713
Übriges Europa 4.187 3.503 4.139 4.253
Amerika 3.689 3.925 3.622 3.770
Asien 4.661 4.825 4.635 4.764
Sonstige 161 168 162 164
20.192 20.229 19.918 20.664

06. Sonstige betriebliche Aufwendungen

in Tsd. € 2020/21 2019/20
Zuführung zu Rückstellungen und abgegrenzten Schulden 200.189 244.296
Sonstige vertriebsbezogene Aufwendungen 226.979 223.100
Sonstige verwaltungsbezogene Aufwendungen 237.743 245.587
Währungsverluste 70.455 102.114
Miet- und Leasingaufwendungen 24.022 19.952
Wertberichtigungen auf Forderungen 10.567 16.688
Verluste aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 3.585 3.302
Übrige Aufwendungen 156.347 153.054
929.887 1.008.093

07. Sonstiges Finanzergebnis

in Tsd. € 2020/21 2019/20
Ergebnis aus Beteiligungen 55 10.881
Zu-/ Abschreibungen auf sonstige Beteiligungen und Ausleihungen 19.304 1.038
Erträge aus Wertpapieren und Ausleihungen 347 380
Währungsgewinne aus langfristigen Finanzierungspositionen 3.170 5.762
Währungsverluste aus langfristigen Finanzierungspositionen - 4.046 - 7.835
Bewertung derivativer Finanzinstrumente mit finanziellem Grundgeschäft 227 8.874
19.057 19.100

Das Ergebnis aus Beteiligungen sowie die Zu- und Abschreibungen auf sonstige Beteiligungen und Ausleihungen betreffen Finanzinstrumente der Bewertungsklasse "Bewertung erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL)".

Die Währungsgewinne und -verluste aus langfristigen Finanzierungspositionen resultieren aus Währungsgewinnen und -verlusten aus langfristigen konzerninternen und -externen Darlehensforderungen und -verbindlichkeiten. Die Bewertungseffekte derivativer Finanzinstrumente mit finanziellem Grundgeschäft betreffen Sicherungsinstrumente auf diese langfristigen Finanzierungspositionen.

08. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

in Tsd. € 2020/21 2019/20
Laufende Steuern - 59.168 - 83.660
davon: Anpassungen für Vorjahre - 2.720 - 17.539
Latente Steuern - 14.409 23.398
- 73.577 - 60.262

Unter den laufenden Steuern sind sowohl inländische Ertragsteuern als auch vergleichbare ausländische Ertragsteuern ausgewiesen, die nach den für die einzelnen Tochtergesellschaften maßgeblichen nationalen Steuervorschriften ermittelt werden.

Latente Steuern werden auf temporäre Differenzen zwischen dem steuerlichen Buchwert und den Ansätzen in der IFRS-Bilanz der Einzelgesellschaften sowie auf Konsolidierungsmaßnahmen gebildet. Ferner werden latente Steueransprüche für steuerliche Verlustvorträge gebildet, wenn mit ihrer Realisierung in naher Zukunft zu rechnen ist. Für die Inlandsgesellschaften beträgt der durchschnittliche Ertragssteuersatz 29,84% (Vorjahr: 29,84%).

Die latenten Steuern werden zu den jeweils in den einzelnen Ländern gültigen Steuersätzen berechnet. Der latente Steueraufwand aus temporären Differenzen beträgt 22.981 Tsd. € (Vorjahr: Steuerertrag 20.098 Tsd. €).

Im Geschäftsjahr 2020/21 betrug der latente Steuerertrag 8.572 Tsd. € aus Verlustvorträgen. Hierin enthalten sind im Wesentlichen die Erhöhung der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge durch Anpassungen der Verlustvorträge aus dem Vorjahr in Höhe von 226 Tsd. €, Erträge aus der Neubildung von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 3.828 Tsd. €, Aufwendungen aus der Nutzung der im Vorjahr angesetzten Verlustvorträge in Höhe von 2.541 Tsd. € sowie Erträge aus der Neubildung bisher nicht angesetzter Verlustvorträge in Höhe von 6.941 Tsd. €.

Im Geschäftsjahr 2019/20 betrug der latente Steuerertrag 3.300 Tsd. € aus Verlustvorträgen. Hierin enthalten sind im Wesentlichen Wertberichtigungen von im Geschäftsjahr 2018/19 angesetzten aktiven latenten Steuern in Höhe von 26.367 Tsd. €, Erhöhung der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge durch Anpassungen der Verlustvorträge aus dem Vorjahr in Höhe von 278 Tsd. €, Erträge aus der Neubildung von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 28.202 Tsd. €, Aufwendungen aus der Nutzung der im Vorjahr angesetzten Verlustvorträge in Höhe von 1.651 Tsd. € sowie Erträge aus der Neubildung bisher nicht angesetzter Verlustvorträge in Höhe von 2.597 Tsd. €.

Darüber hinaus minderten sich die laufenden Ertragsteuern aus der Nutzung von im Vorjahr nicht angesetzten aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge um 4.812 Tsd. € (Vorjahr: 1.400 Tsd. €).

Zum 30. September 2021 wurden auf steuerliche Verlustvorträge für die deutsche Gewerbesteuer in Höhe von 968.295 Tsd. € (Vorjahr: 828.421 Tsd. €), für die deutsche Körperschaftsteuer in Höhe von 448.896 Tsd. € (Vorjahr: 347.321 Tsd. €) sowie Zinsvorträge nach deutschem Steuerrecht in Höhe von 17.715 Tsd. € (Vorjahr: 58.505 Tsd. €) keine aktiven latenten Steuern abgegrenzt, da diese Verlustvorträge voraussichtlich nicht in naher Zukunft genutzt werden können.

Auf steuerliche Verlustvorträge für ausländische Bundessteuern in Höhe von 176.017 Tsd. € (Vorjahr: 166.322 Tsd. €) sowie für ausländische Landessteuern in Höhe von 78.698 Tsd. € (Vorjahr: 112.358 Tsd. €) wurden aufgrund mangelnder künftiger Nutzbarkeit keine aktiven latenten Steuern abgegrenzt.

Auf temporäre Differenzen in Höhe von 427.642 Tsd. € (Vorjahr: 70.744 Tsd. €) wurden mangels künftiger Nutzbarkeit keine aktiven latenten Steuern abgegrenzt. Der Anstieg ergibt sich aus dem Nichtansatz latenter Steuern als Folge fehlender Nutzbarkeit in naher Zukunft.

Die Verlustvorträge im Inland sind unverfallbar. Im Ausland ist die Möglichkeit der Verlustnutzung im Wesentlichen auf maximal fünf bis zehn Jahre begrenzt.

2021-09-30 2020-09-30 *
in Tsd. € Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Immaterielle Vermögenswerte 7.949 87.457 8.878 89.278
Sachanlagen 3.257 48.446 5.735 35.033
Finanzanlagen und Wertpapiere 266 2.250 796 1.749
Vorräte und Forderungen 36.360 99.456 41.661 76.543
Sonstige Vermögenswerte 7.979 26.575 11.072 20.807
Pensionsrückstellungen 18.894 1.343 138.467 1.372
Finanzverbindlichkeiten 40.895 5.770 6.770 3.845
Sonstige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 160.823 22.909 136.848 6.646
Steuereffekt auf ausschüttbare Gewinne von Konzerngesellschaften 5.491 5.480
Steuerliche Verlustvorträge 62.167 53.076
Saldierung - 246.180 - 246.180 - 158.529 - 158.529
92.410 53.517 244.774 82.224

* Vorjahreswerte wurden an die geänderte Gliederungsstruktur angepasst.

Hinsichtlich der Herkunft der latenten Steuern aus erfolgsneutral erfassten Beträgen verweisen wir auf Tz. 19.

Überleitung der aktiven und passiven latenten Steuern:

in Tsd. € 2020/21 2019/20
Stand 1. Oktober 162.550 173.777
davon: aktive latente Steuern 244.774 218.732
davon: passive latente Steuern - 82.224 - 44.955
In der Berichtsperiode aufwandswirksam erfasster latenter Steuerertrag/(-aufwand) - 14.409 23.398
In der Berichtsperiode im sonstigen Ergebnis erfasster latenter Steuerertrag/(-aufwand) - 112.344 - 1.428
Unternehmenskäufe und -verkäufe 0 - 30.047
Währung 3.096 - 3.150
Stand 30. September 38.893 162.550
davon: aktive latente Steuern 92.410 244.774
davon: passive latente Steuern - 53.517 - 82.224

Überleitungsrechnung vom erwarteten zum tatsächlichen Steueraufwand:

Die Voith GmbH & Co. KGaA und ihre Tochtergesellschaften in Deutschland unterliegen mit ihren Ergebnissen der Körperschaft- und Gewerbesteuer sowie dem Solidaritätszuschlag. Die im Ausland veranlagten Gewinne werden mit den im jeweiligen Land gültigen Sätzen versteuert. Der dem erwarteten Steueraufwand zugrunde liegende Satz von 29,84% (Vorjahr: 29,84%) berücksichtigt die für die Besteuerung relevante Gesellschaftsstruktur des Voith-Konzerns.

in Tsd. € 2020/21 2019/20 *
Ergebnis vor Ertragsteuern 80.094 73.169
Erwarteter Steueraufwand (+) /-ertrag (-) 23.900 21.834
Abweichungen vom erwarteten Steuersatz - 11.271 - 9.176
Effekte aus Steuersatzänderungen - 141 - 548
Steuerfreie Erträge - 11.643 - 10.398
Steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen 20.432 23.470
Periodenfremde Steuern 3.853 - 851
Veränderung der Wertberichtigungen von aktiven latenten Steuern 49.100 35.875
Sonstige Steuereffekte - 653 56
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 73.577 60.262
Effektiver Steuersatz in % 91,9 82,4

* Vorjahr angepasst

Die steuerlich nicht abzugsfähigen Aufwendungen enthalten Quellensteuern in Höhe von 11.886 Tsd. € (Vorjahr: 19.550 Tsd. €).

Auf temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen wurden in Höhe von 34.244 Tsd. € (Vorjahr angepasste Darstellung der Bemessungsgrundlage anstatt des gesamten Unterschiedsbetrags: 39.379 Tsd. €) keine latenten Steuerverbindlichkeiten angesetzt, da die Voraussetzungen des IAS 12.39 erfüllt waren.

Bei Ausschüttungen ausländischer Tochterunternehmen nach Deutschland werden 5% der deutschen Besteuerung unterworfen. Daneben fallen gegebenenfalls Quellensteuern bzw. auf Dividenden bezogene Steuern im Ausland an. Darüber hinaus sind bei Ausschüttungen von Tochtergesellschaften im Ausland an eine andere Auslandsgesellschaft weitere ertragsteuerliche Konsequenzen zu beachten.

Erläuterungen zur Konzernbilanz

09. Immaterielle Vermögenswerte

Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte vom 2020-10-01 bis zum 2021-09-30

Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Geschäfts- oder Firmenwert Entwicklungskosten geleistete Anzahlungen Gesamt
in Tsd. €
Anschaffungs-/ Herstellungskosten Stand am 2020-10-01 386.425 805.630 163.431 33 1.355.519
Unternehmenszusammenschlüsse 0 0 0 0 0
Währungsdifferenz 1.595 2.451 123 0 4.169
Zugänge 10.189 0 6.030 8 16.227
Abgänge - 3.059 0 0 0 - 3.059
Sonstige Anpassungen 0 0 - 2 0 - 2
Umbuchungen 309 0 0 - 41 268
Anschaffungs-/ Herstellungskosten Stand am 2021-09-30 395.459 808.081 169.582 0 1.373.122
Kumulierte Abschreibungen Stand am 2020-10-01 - 190.255 - 54.179 - 124.280 0 - 368.714
Währungsdifferenz - 695 0 - 53 0 - 748
Abschreibungen des laufenden Jahres - 23.257 0 - 8.028 0 - 31.285
Wertminderungen - 138 0 0 0 - 138
Abgänge 2.986 0 0 0 2.986
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Sonstige Anpassungen 1 0 0 0 1
Kumulierte Abschreibungen Stand am 2021-09-30 - 211.358 - 54.179 - 132.361 0 - 397.898
Buchwerte am 2021-09-30 184.101 753.902 37.221 0 975.224

Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte vom 2019-10-01 bis zum 2020-09-30

in Tsd. € Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Geschäfts- oder Firmenwert Entwicklungskosten geleistete Anzahlungen Gesamt
Anschaffungs-/ Herstellungskosten Stand am 2019-10-01 215.786 508.409 153.381 0 877.576
Unternehmenszusammenschlüsse 169.672 297.132 0 0 466.804
Währungsdifferenz - 2.789 89 32 0 - 2.668
Zugänge 5.014 0 10.025 33 15.072
Abgänge - 2.089 0 0 0 - 2.089
Sonstige Anpassungen 19 0 - 7 0 12
Umbuchungen 812 0 0 0 812
Anschaffungs-/ Herstellungskosten Stand am 2020-09-30 386.425 805.630 163.431 33 1.355.519
Kumulierte Abschreibungen Stand am 2019-10-01 - 173.411 - 54.179 - 117.173 0 - 344.763
Währungsdifferenz 2.720 0 - 12 0 2.708
Abschreibungen des laufenden Jahres - 21.543 0 - 6.423 0 - 27.966
Wertminderungen - 77 0 - 672 0 - 749
Abgänge 2.062 0 0 0 2.062
Umbuchungen - 32 0 0 0 - 32
Sonstige Anpassungen 26 0 0 0 26
Kumulierte Abschreibungen Stand am 2020-09-30 - 190.255 - 54.179 - 124.280 0 - 368.714
Buchwerte am 2020-09-30 196.170 751.451 39.151 33 986.805

10. Sachanlagen

Entwicklung der Sachanlagen vom 2020-10-01 bis zum 2021-09-30

in Tsd. € Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
Anschaffungs-/ Herstellungskosten Stand am 2020-10-01 830.210 1.463.158 525.169 43.408
Unternehmenszusammenschlüsse 0 0 0 0
Währungsdifferenz 15.182 28.186 4.488 557
Zugänge 5.053 26.642 22.631 35.595
Aktivierte Zinsen 0 0 0 116
Neubewertungen 0 0 0 0
Abgänge - 2.011 - 28.020 - 23.993 - 2.427
Umbuchungen 14.533 19.123 5.840 - 27.798
Umgliederung in zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte 0 0 0 0
Umgliederung ehemals Finanzierungsleasing 0 0 0 0
Sonstige Anpassungen - 12 - 14 - 27 - 74
Anschaffungs-/ Herstellungskosten Stand am 2021-09-30 862.955 1.509.075 534.108 49.377
kumulierte Abschreibungen Stand am 2020-10-01 - 393.294 -1.135.875 - 422.506 - 240
Währungsdifferenz - 5.094 - 19.971 - 3.495 0
Abschreibungen des laufenden Jahres - 18.708 - 54.561 - 31.986 0
Wertminderungen - 100 - 390 - 294 0
Neubewertungen 0 0 0 0
Abgänge 1.279 26.980 23.538 0
Umbuchungen - 513 - 29 23
Umgliederung in zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte 0 0 0 0
Umgliederung ehemals Finanzierungsleasing 0 0 0 0
Rücknahme Wertminderungen 0 0 0 0
Sonstige Anpassungen 0 0 46 0
kumulierte Abschreibungen Stand am 2021-09-30 - 416.430 -1.183.846 - 434.674 - 240
Buchwerte am 2021-09-30 446.525 325.229 99.434 49.137
in Tsd. € Nutzungsrechte Gesamt
Anschaffungs-/ Herstellungskosten Stand am 2020-10-01 147.566 3.009.511
Unternehmenszusammenschlüsse 0 0
Währungsdifferenz 1.182 49.595
Zugänge 14.826 104.747
Aktivierte Zinsen 0 116
Neubewertungen 7.936 7.936
Abgänge - 5.831 - 62.282
Umbuchungen - 11.966 - 268
Umgliederung in zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte 0 0
Umgliederung ehemals Finanzierungsleasing 0 0
Sonstige Anpassungen 2.250 2.123
Anschaffungs-/ Herstellungskosten Stand am 2021-09-30 155.963 3.111.478
kumulierte Abschreibungen Stand am 2020-10-01 - 29.531 - 1.981.446
Währungsdifferenz - 709 - 29.269
Abschreibungen des laufenden Jahres - 31.928 - 137.183
Wertminderungen - 473 - 1.257
Neubewertungen 0 0
Abgänge 5.606 57.403
Umbuchungen 519 0
Umgliederung in zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte 0 0
Umgliederung ehemals Finanzierungsleasing 0 0
Rücknahme Wertminderungen 0 0
Sonstige Anpassungen 0 46
kumulierte Abschreibungen Stand am 2021-09-30 - 56.516 - 2.091.706
Buchwerte am 2021-09-30 99.447 1.019.772

Zum 31. März 2021 hat der Voith-Konzern die Kaufoption für das Mietobjekt in Mergelstetten ausgeübt. Der Ausweis im Anlagenspiegel ist in den Umbuchungen zwischen Nutzungsrechten und Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken enthalten.

Entwicklung der Sachanlagen vom 2019-10-01 bis zum 2020-09-30

in Tsd. € Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
Anschaffungs-/ Herstellungskosten Stand am 2019-10-01 834.624 1.444.193 512.478 37.455
Erstanwendung IFRS 16 0 0 0 0
Unternehmenszusammenschlüsse 23.148 26.075 3.328 1.403
Währungsdifferenz - 28.051 - 61.551 - 10.249 - 1.902
Zugänge 2.879 24.016 25.681 28.156
Aktivierte Zinsen 0 0 0 129
Neubewertungen 0 0 0 0
Abgänge - 1.534 - 12.869 - 14.065 - 2.004
Umbuchungen 1.468 16.539 708 - 19.528
Umgliederung in zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte 849 29.692 8.950 90
Umgliederung ehemals Finanzierungsleasing - 2.598 0 0 0
Sonstige Anpassungen - 575 - 2.937 - 1.662 - 391
Anschaffungs-/ Herstellungskosten Stand am 2020-09-30 830.210 1.463.158 525.169 43.408
kumulierte Abschreibungen Stand am 2019-10-01 - 387.118 - 1.111.566 - 406.234 0
Währungsdifferenz 11.553 45.587 8.235 0
Abschreibungen des laufenden Jahres - 18.537 - 56.677 - 31.665 - 240
Wertminderungen - 613 - 1.473 - 795 0
Neubewertungen 0 0 0 0
Abgänge 879 9.918 13.346 0
Umbuchungen 0 - 687 719 0
Umgliederung in zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte - 658 - 24.167 - 7.884 0
Umgliederung ehemals Finanzierungsleasing 745 0 0 0
Rücknahme Wertminderungen 0 0 26 0
Sonstige Anpassungen 455 3.190 1.746 0
kumulierte Abschreibungen Stand am 2020-09-30 - 393.294 - 1.135.875 - 422.506 - 240
Buchwerte am 2020-09-30 436.916 327.283 102.663 43.168
in Tsd. € Nutzungsrechte Gesamt
Anschaffungs-/ Herstellungskosten Stand am 2019-10-01 0 2.828.750
Erstanwendung IFRS 16 87.227 87.227
Unternehmenszusammenschlüsse 28.029 81.983
Währungsdifferenz - 2.699 - 104.452
Zugänge 34.983 115.715
Aktivierte Zinsen 0 129
Neubewertungen - 1.079 - 1.079
Abgänge - 94 - 30.566
Umbuchungen 0 - 813
Umgliederung in zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte - 1.399 38.182
Umgliederung ehemals Finanzierungsleasing 2.598 0
Sonstige Anpassungen 0 - 5.565
Anschaffungs-/ Herstellungskosten Stand am 2020-09-30 147.566 3.009.511
kumulierte Abschreibungen Stand am 2019-10-01 0 - 1.904.918
Währungsdifferenz 513 65.888
Abschreibungen des laufenden Jahres - 28.865 - 135.984
Wertminderungen - 306 - 3.187
Neubewertungen 0 0
Abgänge 0 24.143
Umbuchungen 0 32
Umgliederung in zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte 0 - 32.709
Umgliederung ehemals Finanzierungsleasing - 745 0
Rücknahme Wertminderungen 0 26
Sonstige Anpassungen - 128 5.263
kumulierte Abschreibungen Stand am 2020-09-30 - 29.531 - 1.981.446
Buchwerte am 2020-09-30 118.035 1.028.065

Die Wertminderungsaufwendungen sind in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung in der Position "Abschreibungen" enthalten.

Für die aktivierten Zinsen wurde ein Zinssatz von 1,3% (Vorjahr: 1,1%) zugrunde gelegt.

Die geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau betreffen in Höhe von 5.604 Tsd. € (Vorjahr: 3.316 Tsd. €) Gebäude, 41.245 Tsd. € (Vorjahr: 37.216 Tsd. €) technische Anlagen und Maschinen sowie 2.286 Tsd. € (Vorjahr: 2.635 Tsd. €) nicht produktionsbezogene Anlagen.

Die Buchwerte der Leasing-Nutzungsrechte enthalten zum 30. September 2021 Grundstücke und Gebäude in Höhe von 71.209 € Tsd. € (Vorjahr: 89.478 Tsd. €), Technische Anlagen und Maschinen in Höhe von 485 Tsd. € (Vorjahr: 819 Tsd. €), KfZ-Leasing in Höhe von 15.296 Tsd. € (Vorjahr: 13.681 Tsd. €) sowie Sonstiges in Höhe von 12.457 Tsd. € (Vorjahr: 14.057 Tsd. €).

Die Abschreibungen der Leasing-Nutzungsrechte entfallen auf Grundstücke und Gebäude in Höhe von 18.705 Tsd. € (Vorjahr: 16.715 Tsd. €), Technische Anlagen und Maschinen in Höhe von 394 Tsd. € (Vorjahr: 826 Tsd. €), KfZ-Leasing in Höhe von 10.648 Tsd. € (Vorjahr: 9.576 Tsd. €) sowie Sonstiges in Höhe von 2.181 Tsd. € (Vorjahr: 1.748 Tsd. €).

11. Beteiligungen an at Equity bilanzierten Unternehmen

Assoziierte Unternehmen

Die folgende Übersicht zeigt zusammenfassende Finanzinformationen für die assoziierten Unternehmen, wobei sich die Angaben jeweils auf den Konzernanteil an den assoziierten Unternehmen beziehen:

in Tsd. € 2021-09-30 2020-09-30
Buchwert der Anteile an assoziierten Unternehmen 44.180 16.646
Anteil am:
Ergebnis aus fortgeführten Geschäften -5.984 -7.366
Sonstigen Ergebnis 684 0
Gesamtergebnis -5.300 -7.366

Der Anstieg des Buchwertes der Anteile an assoziierten Unternehmen ist maßgeblich bedingt durch den Erwerb von 37% der Anteile an der Traktionssysteme Austria GmbH im Segment Voith Turbo.

Das Ergebnis aus fortgeführten Geschäften beinhaltet Erträge aus assoziierten Unternehmen in Höhe von 1.425 Tsd. € (Vorjahr: 26 Tsd. €) und Aufwendungen in Höhe von 7.409 Tsd. € (Vorjahr: 7.392 Tsd. €).

Gemeinschaftsunternehmen

Der Konzern hält Anteile an für sich genommen nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen. Die folgende Übersicht zeigt zusammenfassende Finanzinformationen für diese Gemeinschaftsunternehmen, wobei sich die Angaben jeweils auf den Konzernanteil an den Gemeinschaftsunternehmen beziehen:

in Tsd. € 2021-09-30 2020-09-30
Buchwert der Anteile an Gemeinschaftsunternehmen 4.578 4.576
Anteil am:
Ergebnis aus fortgeführten Geschäften -843 -433
Sonstigen Ergebnis -8 -181
Gesamtergebnis -851 -614

Zum Teil liegen bei den nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen abweichende Stichtage im Vergleich zum 30. September des Jahres vor, da sich die Bilanzstichtage nach dem Mehrheitsgesellschafter richten. Bei einzelnen Unternehmen werden daher Zwischenabschlüsse zum 30. September erstellt. Bei anderen Unternehmen sind die Auswirkungen der abweichenden Stichtage nicht wesentlich für die Ertrags- und Vermögenslage im Voith-Konzern.

12. Vorräte

in Tsd. € 2021-09-30 2020-09-30
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 264.660 242.727
Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 184.780 136.559
Fertige Erzeugnisse und Waren 136.871 141.041
Geleistete Anzahlungen 95.133 71.585
681.444 591.912

Der Betrag der Wertminderungen von Vorräten, der als Aufwand erfasst worden ist, beläuft sich auf 9.432 Tsd. € (Vorjahr: 14.674 Tsd. €). Zuschreibungen entsprechend dem Wertaufholungsgebot wurden in Höhe von 9.451 Tsd. € (Vorjahr: 5.133 Tsd. €) vorgenommen. Diese Beträge sind im Materialaufwand erfasst.

13. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

in Tsd. € 2021-09-30 2020-09-30
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 777.931 720.374
Wertberichtigungen auf Forderungen - 33.791 - 45.577
744.140 674.797

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind als kurzfristige Vermögenswerte klassifiziert. Zum 30. September 2021 wird erwartet, dass 8.053 Tsd. € (Vorjahr: 10.541 Tsd. €) nicht innerhalb eines Jahres vereinnahmt werden.

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

in Tsd. € 2021-09-30 2020-09-30
Stand Wertberichtigungen zu Beginn des Geschäftsjahres - 45.577 - 52.306
Zuführung - 10.266 - 16.586
Inanspruchnahme 10.295 2.834
Auflösung 10.415 20.666
Änderung Konsolidierungskreis / Kursdifferenzen - 1.334 548
Umgliederung in zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte 0 0
Erwartete Kreditverluste 2.676 - 733
Stand Wertberichtigungen am Ende des Geschäftsjahres - 33.791 - 45.577

Der Gesamtbetrag der Auflösung von 10.415 Tsd. € (Vorjahr: 20.666 Tsd. €) enthält wie im Vorjahr ausschließlich Auflösungen von Einzelwertberichtigungen. In den Zuführungen von 10.266 Tsd. € (Vorjahr: 16.586 Tsd. €) sind Zuführungen aus Einzelwertberichtigungen in Höhe von 10.160 Tsd. € (Vorjahr: 15.223 Tsd. €) und aus erwarteten Kreditverlusten in Höhe von 106 Tsd. € (Vorjahr: 1.363 Tsd. €) enthalten.

14. Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten

Erläuterungen zu wesentlichen Änderungen bei den Vertragsvermögenswerten bzw. Vertragsverbindlichkeiten:

in Tsd. € 2021-09-30 2020-09-30
Vertragsvermögenswerte zu Beginn des Geschäftsjahres 539.446 541.204
Wechselkursdifferenzen 12.944 -47.344
Unternehmenszusammenschlüsse 0 23.200
Änderung aufgrund von Projektfortschritt unter Berücksichtigung von erhaltenen Kundenzahlungen 389.433 216.040
Umgliederung aus Vertragsvermögenswerte in Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -408.058 -266.203
Wertberichtigungen 540 657
Sonstige Änderungen 39.647 71.892
Vertragsvermögenswerte am Ende des Geschäftsjahres 573.952 539.446
Vertragsverbindlichkeiten zu Beginn des Geschäftsjahres 845.256 816.919
Wechselkursdifferenzen 19.674 -28.844
Unternehmenszusammenschlüsse 0 28.147
Umsatzerlöse, welche zu Beginn der Periode in den Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren -198.426 -197.204
Erhöhung durch erhaltene Kundenzahlungen abzüglich Wert, der während der Periode als Umsatz erfasst wurde 346.767 258.250
Sonstige Änderungen -74.412 -32.012
Vertragsverbindlichkeiten am Ende des Geschäftsjahres 938.859 845.256

15. Sonstige finanzielle Forderungen und übrige Vermögenswerte

Sonstige finanzielle Forderungen

in Tsd. € kurzfristig langfristig 2021- 09-30 kurzfristig langfristig 2020- 09-30
Derivative Finanzinstrumente mit operativem Grundgeschäft 21.126 12.357 33.483 10.232 4.014 14.246
Derivative Finanzinstrumente mit finanziellem Grundgeschäft 101 0 101 131 24 155
Finanzforderungen 20.657 1.405 22.062 18.113 332 18.445
Übrige finanzielle Vermögenswerte 1) 53.243 34.151 87.394 91.437 37.287 128.724
95.127 47.913 143.040 119.913 41.657 161.570

1) Beinhaltet Vermögenswerte in Höhe von 19.943 Tsd. € (Vorjahr: 19.093 Tsd. €), die keine Finanzinstrumente darstellen und daher im Abschnitt "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten" nicht enthalten sind.

Übrige Vermögenswerte

in Tsd. € kurzfristig langfristig 2021- 09-30 kurzfristig langfristig 2020- 09-30
Rechnungsabgrenzungsposten 30.529 7.174 37.703 40.145 7.528 47.673
Sonstige Steuern (ohne Ertragsteuern) 108.325 11.370 119.695 106.674 6.925 113.599
138.854 18.544 157.398 146.819 14.453 161.272

16. Wertpapiere

Die kurzfristigen Wertpapiere in Höhe von 51.337 Tsd. € (Vorjahr: 122.693 Tsd. €) enthalten keine (Vorjahr: 50 Mio. €) Termingeldanlagen der Voith GmbH & Co. KGaA bzw. von Tochtergesellschaften.

Weitere Informationen zu Wertpapieren können dem Abschnitt "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten" entnommen werden.

17. Flüssige Mittel

in Tsd. € 2021-09-30 2020-09-30
Kassenbestand 127 134
Zahlungsmitteläquivalente 2.271 2.545
Guthaben bei Kreditinstituten 508.767 579.087
511.165 581.766

Guthaben bei Kreditinstituten werden mit variablen Zinssätzen für täglich kündbare Guthaben verzinst.

Kurzfristige Einlagen erfolgen für unterschiedliche Zeiträume, die in Abhängigkeit vom jeweiligen Zahlungsmittelbedarf des Konzerns zwischen einem Tag und drei Monaten betragen. Sie werden mit den jeweils gültigen Zinssätzen für kurzfristige Einlagen verzinst.

18. Zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte und Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten

Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte in Höhe von 12.503 Tsd. € (Vorjahr: 6.024 Tsd. €) betreffen Beteiligungen in Höhe von 12.500 Tsd. € (Vorjahr: 0 €) sowie immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 3 Tsd. € (Vorjahr: 5.233 Tsd. €). Im Vorjahr waren zudem Vorräte in Höhe von 119 Tsd. €, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 643 Tsd. € sowie übrige Vermögenswerte in Höhe von 29 Tsd. € als zur Veräußerung gehalten ausgewiesen. Damit in Verbindung stehende Schulden waren im Vorjahr in Höhe von 1.508 Tsd. € ausgewiesen.

19. Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital der Voith GmbH & Co. KGaA in Höhe von 120.000 Tsd. € setzt sich zusammen aus 108.000 Tsd. Stückaktien in Form von Stammaktien mit einem rechnerischen Anteil von je 1,00 € und 12.000 Tsd. Stückaktien in Form von Vorzugsaktien mit einem rechnerischen Anteil von je 1,00 €.

Gewinnrücklagen und sonstige Rücklagen

Die Gewinnrücklagen und die sonstigen Rücklagen enthalten sowohl die von der Voith GmbH & Co. KGaA und den einbezogenen Tochtergesellschaften erwirtschafteten Gewinne als auch die Effekte aus der Neubewertung von leistungsorientierten Plänen, der Währungsumrechnung der ausländischen Tochtergesellschaften, der erfolgsneutralen Bewertung von Nettoinvestitionen in ausländische Tochtergesellschaften sowie der erfolgsneutralen Marktbewertung von Beteiligungen, Wertpapieren und Cashflow-Hedges nach IAS 39.

In der Gesamtergebnisrechnung werden die Bewertungseffekte der einzelnen Komponenten des sonstigen Ergebnisses dargestellt. Das sonstige Ergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

in Tsd. € 2020/21 2019/20
Neubewertung von leistungsorientierten Plänen 25.068 21.082
In der laufenden Periode entstandene Gewinne/Verluste 25.068 21.082
Ergebnis aus der Marktbewertung von Beteiligungen und Wertpapieren 423 -4.614
In der laufenden Periode entstandene Gewinne/Verluste 423 -4.614
Ergebniswirksame Umbuchungen in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung 0 0
Ergebnis aus Cashflow-Hedges -570 888
In der laufenden Periode entstandene Gewinne/Verluste -500 124
Ergebniswirksame Umbuchungen in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung -70 764
Ergebnis aus der Währungsumrechnung 39.503 -82.344
In der laufenden Periode entstandene Gewinne/Verluste 39.503 -82.344
Ergebniswirksame Umbuchungen in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung 0 0
Ergebnis aus der Währungsumrechnung der Nettoinvestitionen in ausländische Tochtergesellschaften 4.828 -35.908
In der laufenden Periode entstandene Gewinne/Verluste 4.828 -35.908
Ergebniswirksame Umbuchungen in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung 0 0
Steuern auf Bestandteile des Sonstigen Ergebnisses -112.344 -1.428
Sonstiges Ergebnis -43.092 -102.324

Die latenten Steuern auf die Bestandteile des sonstigen Ergebnisses stellen sich wie folgt dar:

2020/21 2019/20
in Tsd. € Vor Steuern Latente Steuern Nach Steuern Vor Steuern Latente Steuern Nach Steuern
Neubewertung von leistungsorientierten Plänen 25.068 -111.891 * -86.823 21.082 -6.152 14.930
Ergebnis aus der Marktbewertung von Beteiligungen und Wertpapieren 423 -307 116 -4.614 1.377 -3.237
Ergebnis aus Cashflow-Hedges -570 146 -424 888 -21 867
Ergebnis aus der Währungsumrechnung 39.503 0 39.503 -82.344 0 -82.344
Ergebnis aus der Währungsumrechnung der
Nettoinvestitionen in ausländische Tochtergesellschaften 4.828 -292 4.536 -35.908 3.368 -32.540
Sonstiges Ergebnis 69.252 -112.344 -43.092 -100.896 -1.428 -102.324

*) Beinhaltet erfolgsneutral erfasste Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen bei Pensionsrückstellungen

Genussrechtskapital

Das Genussrechtskapital mit einem Nominalvolumen von 103.400 Tsd. € (Vorjahr: 103.400 Tsd. €) stellt nach den Kriterien des IAS 32 Eigenkapital des Konzerns dar. Es handelt sich um nachrangige, auf den Inhaber lautende Genussrechte mit variabler Vergütung, ohne Endfälligkeit und ohne Kündigungsrecht seitens der Genussrechtsgläubiger. In Höhe von 96.800 Tsd. € wurde Genussrechtskapital von einer Tochtergesellschaft der Voith GmbH & Co. KGaA begeben. Von der Voith GmbH & Co. KGaA wurde Genussrechtskapital in Höhe von 6.600 Tsd. € begeben. Auf die Gesamtpositionen sind für das Geschäftsjahr 2020/21 Ausschüttungen in Höhe von insgesamt 5.590 Tsd. € (Vorjahr: 5.590 Tsd. €) vorgesehen, die jedoch der Zustimmung des zuständigen Gremiums unterliegen.

Nicht beherrschende Gesellschafter

Von den Anteilen anderer Gesellschafter entfällt der überwiegende Teil auf die Mitgesellschafter an den Tochtergesellschaften Shanghai CRRC Voith Transmission Technology Co., Ltd, China, Rif Roll Cover Srl, Italien, Voith Fuji Hydro K.K., Japan, Voith IHI Paper Technology Co., Ltd., Japan, Voith Hydro Shanghai Ltd., China und Voith Paper Fabrics India Ltd., Indien. Von dem Genussrechtskapital in Höhe von insgesamt 103.400 Tsd. € entfallen 96.800 Tsd. € auf nicht beherrschende Gesellschafter.

Gewinnverwendung der Voith GmbH & Co. KGaA

Die Geschäftsführung schlägt vor, aus dem Bilanzgewinn der Voith GmbH & Co. KGaA eine Dividende in Höhe von 0,17 € je Aktie, somit 20.000 Tsd. €, auszuschütten und den Rest auf neue Rechnung vorzutragen. Von der Gesamtausschüttung entfallen 2.000 Tsd. € auf Vorzugsaktien. Die ausgeschüttete Dividende im Geschäftsjahr betrug 20.000 Tsd. € (Vorjahr: 20.000 Tsd. €). Die Ausschüttung pro Geschäftsanteil betrug im Geschäftsjahr 0,17 € je Geschäftsanteil (Vorjahr: 0,17 € je Geschäftsanteil). Zudem erfolgt im Vorjahr eine aus einer Betriebsprüfung resultierende Kapitalertragsteuernachzahlung auf Ausschüttung aus Vorjahren in Höhe von 27.226 Tsd. € (0,23 € je Geschäftsanteil).

Zusätzliche Angaben zum Kapitalmanagement

Als Familienunternehmen ist Voith einem starken und nachhaltigen Finanzprofil verpflichtet, das es dem Unternehmen ermöglicht, seine Ertrags- und Wachstumsziele zu erreichen.

Voith steuert das Kapital mit dem Ziel, die Kapitalrendite zu maximieren. Das steuerungsrelevante Kapital des Konzerns besteht aus dem Eigenkapital und den zinstragenden Finanzverbindlichkeiten.

in Tsd. € 2021-09-30 2020-09-30
Eigenkapital 1.014.777 1.083.469
Zinstragende Finanzverbindlichkeiten 787.609 908.047
1.802.386 1.991.516

Das Eigenkapital verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 6,3%. Hierzu trugen im Wesentlichen die negativen Effekte aus der Abwertung der aktiven latenten Steuern auf Pensionsverpflichtungen bei. Die zinstragenden Finanzverbindlichkeiten reduzierten sich um 13,3%. Details zur Zusammensetzung der zinstragenden Finanzverbindlichkeiten können Tz. 22 entnommen werden.

Bei der Voith GmbH & Co. KGaA bestehen keine satzungsmäßigen Kapitalerfordernisse.

20. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden aufgrund von Versorgungsplänen für Zusagen auf Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen gebildet. Die Leistungen des Konzerns variieren je nach rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes und hängen in der Regel von der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt der Mitarbeiter ab.

Die betriebliche Altersversorgung erfolgt im Konzern sowohl auf Basis von Beitrags- als auch von Leistungszusagen. Bei den Beitragszusagen (Defined Contribution Plans) zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen beziehungsweise auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die laufenden Beitragszahlungen sind als Pensionsaufwand des jeweiligen Jahres ausgewiesen; sie beliefen sich im Voith-Konzern auf insgesamt 105.307 Tsd. € (Vorjahr: 98.958 Tsd. €).

Die betrieblichen Altersversorgungssysteme basieren überwiegend auf Leistungszusagen (Defined Benefit Plans), wobei zwischen Rückstellungs- und extern finanzierten Versorgungssystemen unterschieden wird.

Die Pensionsrückstellungen für die Leistungszusagen werden gemäß IAS 19 nach dem international üblichen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Dabei werden die zukünftigen Verpflichtungen auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet. Bei der Bewertung werden Trendannahmen für die relevanten Größen, die sich auf die Leistungshöhe auswirken, berücksichtigt. Bei allen Leistungssystemen sind versicherungsmathematische Berechnungen erforderlich. Diese werden jährlich von qualifizierten Versicherungsmathematikern erstellt.

Die Höhe der individuellen Versorgungsleistungen bemisst sich zumeist nach dem Lohn- beziehungsweise Gehaltsniveau und/oder der Position in der Unternehmenshierarchie sowie der Dauer der Betriebszugehörigkeit. Die Merkmale und die damit einhergehenden Risiken der leistungsorientierten Pläne variieren in Abhängigkeit von den rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des jeweiligen Landes. Die Merkmale der für Voith wesentlichen leistungsorientierten Pläne werden im Folgenden beschrieben.

a) Pensionspläne in Deutschland und Österreich

Die Pensionspläne in Deutschland beinhalten generell Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen. Traditionell sind dies endgehaltsbezogene Rentenzusagen. In den letzten Jahren werden diese Zusagen verstärkt durch Kapitalbausteinzusagen abgelöst. Bei den Kapitalbausteinmodellen ergibt sich die zugesagte Versorgungsleistung aus der Summe der (jährlichen) Bausteine. Die einzelnen Bausteine werden aus dem definierten gehaltsabhängigen Beitrag anhand eines variablen alters- und zinsabhängigen Umrechnungsfaktors auf das definierte Endalter fest zugesagt.

In zahlreichen Konzernfirmen wird der Anspruch auf die "altersvorsorgewirksamen Leistungen" (AVWL) über Kapitalbausteinmodelle umgesetzt.

Laufende Versorgungsleistungen werden entsprechend den Vorgaben des Betriebsrentengesetzes regelmäßig einer Anpassungsprüfung anhand des Anstiegs des Verbraucherpreisindex unterzogen.

Während die älteren endgehaltsabhängigen Rentenzusagen ein vergleichsweise hohes Nachfinanzierungsrisiko aus der Gehaltsentwicklung, aus externen Bemessungsgrundlagen (z. B. der BBG für die gesetzliche Rentenversicherung) und aus der Anpassung der laufenden Renten hatten, ist bei den aktuellen Kapitalbausteinmodellen letztlich das Risiko aus einer Veränderung des zu verwendenden Rechnungszinses maßgeblich.

Für alle Versorgungszusagen werden Pensionsrückstellungen gebildet. Nur in Ausnahmefällen wird dafür ein "Funding" vorgenommen. In Deutschland beruhen diese auf Anlagen bei Versicherungen. Darunter befinden sich keine von Gesellschaften des Voith-Konzerns emittierten Finanzinstrumente.

Für Sterblichkeit und Invalidität wurden die Heubeck-Richttafeln RT 2018G verwendet. Die Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden konzernspezifisch ermittelt.

In Österreich liegt der Schwerpunkt der Verpflichtungen bei den "Abfertigungen". Leistungen werden fällig bei (durch den Dienstnehmer unverschuldeter) Beendigung des Dienstverhältnisses, also auch bei der Pensionierung. Abfertigungsleistungen sind stets Kapitalleistungen. Seit mehreren Jahren hat sich aufgrund gesetzlicher Neuregelung für Neueintritte der Charakter dieser Leistung verändert zu einer Altersversorgungsleistung. Diese wird als "Defined Contribution" über rechtlich eigenständige Mitarbeitervorsorgekassen organisiert. Die dienstgeberseitige Verpflichtung beschränkt sich auf die Beitragszahlung. Daneben bestehen Versorgungsverpflichtungen für Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen aus einzelvertraglichen Zusagen und einem seit langem für Neueintritte geschlossenen Pensionsplan am Standort St. Pölten.

b) Pensionspläne in den USA und Kanada

Die Gesellschaften des Voith-Konzerns in den USA unterhalten vier leistungsorientierte Pensionspläne. Die Pläne nehmen keine neuen Planteilnehmer mehr auf, Neueintritte nehmen stattdessen an beitragsorientierten Pensionsplänen teil. Sämtliche leistungsorientierte Pensionspläne sind eingefroren, es werden keine neuen Planteilnehmer mehr aufgenommen und keine weiteren Rückstellungen für künftige Leistungszahlungen und künftigen Dienstzeitaufwand gebildet (ausgenommen eine kleine Gruppe Teilnehmer an einem Plan, bei der lediglich Erhöhungen von Lebenshaltungskosten für die Ermittlung der finalen durchschnittlichen Leistungszahlung weiterhin berücksichtigt werden). Die Leistungen basieren überwiegend entweder auf dem finalen Durchschnittsentgelt oder der Dienstzeit (Produkt aus festgelegtem Dollarbetrag und Anzahl der Dienstjahre) und sehen lebenslange monatliche Rentenzahlungen vor. Schließlich besteht noch ein Plan für medizinische Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses für eine Gruppe von Planteilnehmern, die zu dem Zeitpunkt, als der Plan für neue Teilnehmer geschlossen wurde, bestimmte Alters- und Dienstzeitanforderungen erfüllte. Dieser Plan ist nicht fondsfinanziert. Aus diesen leistungsorientierten Plänen ergeben sich versicherungsmathematische Risiken für den Voith-Konzern in den USA, wie etwa Investitionsrisiko, Zinsrisiko, Langlebigkeitsrisiko sowie das Risiko aus der Erhöhung von Kosten für medizinische Versorgungsleistungen.

Das Planvermögen der leistungsorientierten Pläne ist auf einem Treuhandkonto (Master Trust) angelegt. Die beitragszahlenden Gesellschaften der Voith US Inc. und Voith Hydro Inc. haben die Aufsicht über die Investitionen im Zusammenhang mit dem Planvermögen an den Investitionsausschuss übertragen. Gemäß der Treuhandvereinbarung und US-Recht haben die Mitglieder des Investitionsausschusses eine treuhänderische Pflicht, ausschließlich im besten Interesse der Begünstigten zu handeln. Der Ausschuss hat eine Investitionsrichtlinie erarbeitet, welche die für die Pläne geltenden Investitionsziele und -vorgaben enthält. Der Treuhänder des Treuhandkontos (Master Trust) handelt ausschließlich nach Anweisung des Investitionsausschusses oder nach Anweisung des vom Investitionsausschuss beauftragten Vertreters. Er ist für die sichere Verwahrung des Fondsvermögens verantwortlich, in Bezug auf das Planvermögen in der Regel jedoch nicht entscheidungsbefugt.

Das rechtliche und regulatorische Rahmenwerk zur Ermittlung der Mindestdotierungsverpflichtungen für die Pensionspläne basiert auf den einschlägigen US-Gesetzen, einschließlich des Employee Retirement Income Security Act (ERISA) in der jeweils gültigen Fassung. Jährlich wird basierend auf diesen gesetzlichen Regelungen eine Beurteilung der Mindestdotierungsverpflichtungen durch den Versicherungsmathematiker des Plans vorgenommen. Übersteigt die Beitragszahlung des Arbeitgebers die Mindestdotierungsverpflichtung oder übersteigt das Planvermögen die Verbindlichkeiten, kann der Überschussbetrag mit künftigen Mindestdotierungsverpflichtungen verrechnet werden.

Der Voith-Konzern unterhält in Kanada zwei aktive leistungsorientierte Pensionspläne. Beide Pläne nehmen keine neuen Planteilnehmer mehr auf, Neueintritte nehmen stattdessen an unterschiedlichen beitragsorientierten Vereinbarungen teil. Die Leistungen im Rahmen beider Pläne sehen lebenslange monatliche Rentenzahlungen vor.

Das Planvermögen der leistungsorientierten Pläne wird von einem externen Investment Management Team angelegt, das das Planvermögen als Treuhänder verwaltet. Die beitragszahlenden Gesellschaften des Konzerns haben die Aufsicht über die Investitionen im Zusammenhang mit dem Planvermögen an ein Investment Committee übertragen. Gemäß den kanadischen Rechtsvorschriften auf Bundes- und Provinzebene haben die Gesellschaft als Planverwalter und ihre Vertreter eine treuhänderische Pflicht, ausschließlich im besten Interesse der Begünstigten zu handeln.

Das rechtliche und regulatorische Rahmenwerk zur Ermittlung der Mindestdotierungsverpflichtungen der Pensionspläne basiert auf den in der kanadischen Provinz Ontario und auf Kanada-Bundesebene einschlägigen gesetzlichen Regelungen, einschließlich des Ontario Pension Benefits Act und des Ontario Income Tax Act, sowie den damit verbundenen Regelungen in der jeweils gültigen Fassung. Basierend auf diesen gesetzlichen Regelungen wird entweder jährlich oder dreijährlich eine Beurteilung der Mindestdotierungsverpflichtungen durch den Versicherungsmathematiker des Plans vorgenommen.

Aus den leistungsorientierten Plänen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses waren folgende Beträge im Konzernabschluss enthalten:

Leistungsorientierte Verpflichtung Beizulegender Zeitwert des Planvermögens Nettobilanzansatz aus leistungsorientierten Plänen
in Tsd. € 2021- 09-30 2020- 09-30 2021- 09-30 2020- 09-30 2021- 09-30 2020- 09-30
Deutschland + Österreich 814.807 836.250 -25.003 -24.693 789.804 811.557
USA + Kanada 171.964 181.506 -158.335 -165.036 13.629 16.470
Sonstige 81.338 80.132 -52.062 -49.522 29.276 30.610
1.068.109 1.097.888 - 235.400 - 239.251 832.709 858.637

Entwicklung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen:

2021-09-30 2020-09-30
in Tsd. € Barwert der definierten Leistungsverpflichtungen Beizulegender Zeitwert der Planvermögen Summe Barwert der definierten Leistungsverpflichtungen
Stand am 1. Oktober 1.097.888 - 239.251 858.637 1.085.464
Laufender Dienstzeitaufwand 16.612 - 16.612 19.747
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand aus Plankürzung (Ertrag) - 900 0 - 900 - 620
Zinsaufwand (+) / Zinsertrag (-) 14.256 - 4.253 10.003 14.044
Neubewertungen:
Verluste (+) / Gewinne (-) aus der - 4.361 - - 4.361 3.348
Änderung demografischer Annahmen
Verluste (+) / Gewinne (-) aus der - 27.265 - -27.265 - 9.340
Änderung finanzieller Annahmen
Verluste (+) / Gewinne (-) aus 5.018 - 5.018 - 1.365
erfahrungsbedingten Anpassungen
Neubewertung Planvermögen - 3.778 3.778 -
(ausschließlich der im Zinsergebnis
enthaltenen Beträge)
Arbeitgeberbeiträge an den Fonds - - 3.788 - 3.788 -
Arbeitnehmerbeiträge an den Fonds - - 1.318 - 1.318 -
Bezahlte Versorgungsleistungen - 44.797 13.603 -31.194 - 46.120
Änderung der Konzernstruktur - 184 131 - 53 53.208
Sonstige 2.742 - 506 2.236 - 5.694
Währungsunterschiede aus Plänen im Ausland 4.520 - 3.796 724 - 15.013
Zuführung Termination Benefits gemäß IAS 19.159 ff. 4.580 - 4.580 229
Stand am 30. September 1.068.109 - 235.400 832.709 1.097.888
2020-09-30
in Tsd. € Beizulegender Zeitwert der Planvermögen Summe
Stand am 1. Oktober - 217.916 867.548
Laufender Dienstzeitaufwand - 19.747
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand aus Plankürzung (Ertrag) 0 - 620
Zinsaufwand (+) / Zinsertrag (-) - 4.848 9.196
Neubewertungen:
Verluste (+) / Gewinne (-) aus der - 3.348
Änderung demografischer Annahmen
Verluste (+) / Gewinne (-) aus der - - 9.340
Änderung finanzieller Annahmen
Verluste (+) / Gewinne (-) aus - - 1.365
erfahrungsbedingten Anpassungen
Neubewertung Planvermögen - 14.142 -14.142
(ausschließlich der im Zinsergebnis
enthaltenen Beträge)
Arbeitgeberbeiträge an den Fonds - 4.012 - 4.012
Arbeitnehmerbeiträge an den Fonds - 1.117 - 1.117
Bezahlte Versorgungsleistungen 14.914 -31.206
Änderung der Konzernstruktur - 29.822 23.386
Sonstige 5.176 - 518
Währungsunterschiede aus Plänen im Ausland 12.516 - 2.497
Zuführung Termination Benefits gemäß IAS 19.159 ff. - 229
Stand am 30. September - 239.251 858.637

Entwicklung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen:

Deutschland + Österreich

2021-09-30 2020-09-30
in Tsd. € Barwert der definierten Leistungsverpflichtungen Beizulegender Zeitwert der Planvermögen Summe Barwert der definierten Leistungsverpflichtungen
Stand am 1. Oktober 836.250 - 24.693 811.557 856.772
Laufender Dienstzeitaufwand 12.943 - 12.943 16.282
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand aus Plankürzung (Ertrag) - 39 0 - 39 - 58
Zinsaufwand (+) / Zinsertrag (-) 9.590 - 288 9.302 8.390
Neubewertungen:
Verluste (+) / Gewinne (-) aus der Änderung demografischer Annahmen 0 - 0 6.449
Verluste (+) / Gewinne (-) aus der Änderung finanzieller Annahmen - 20.773 - -20.773 - 23.323
Verluste (+) / Gewinne (-) aus erfahrungsbedingten Anpassungen 3.945 - 3.945 - 38
Neubewertung Planvermögen (ausschließlich der im Zinsergebnis enthaltenen Beträge) - - 634 - 634 -
Arbeitgeberbeiträge an den Fonds - 0 0 -
Arbeitnehmerbeiträge an den Fonds - 0 0 -
Bezahlte Versorgungsleistungen - 31.748 1.344 -30.404 - 31.883
Änderung der Konzernstruktur - 184 0 - 184 4.592
Sonstige 243 - 732 - 489 - 1.162
Währungsunterschiede aus Plänen im Ausland 0 0 0 0
Zuführung Termination Benefits gemäß IAS 19.159 ff 4.580 0 4.580 229
Stand am 30. September 814.807 - 25.003 789.804 836.250
2020-09-30
in Tsd. € Beizulegender Zeitwert der Planvermögen Summe
Stand am 1. Oktober - 24.398 832.374
Laufender Dienstzeitaufwand - 16.282
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand aus Plankürzung (Ertrag) 0 - 58
Zinsaufwand (+) / Zinsertrag (-) - 241 8.149
Neubewertungen:
Verluste (+) / Gewinne (-) aus der Änderung demografischer Annahmen - 6.449
Verluste (+) / Gewinne (-) aus der Änderung finanzieller Annahmen - -23.323
Verluste (+) / Gewinne (-) aus erfahrungsbedingten Anpassungen - - 38
Neubewertung Planvermögen (ausschließlich der im Zinsergebnis enthaltenen Beträge) - 663 - 663
Arbeitgeberbeiträge an den Fonds - 732 - 732
Arbeitnehmerbeiträge an den Fonds 0 0
Bezahlte Versorgungsleistungen 1.341 -30.542
Änderung der Konzernstruktur 0 4.592
Sonstige 0 - 1.162
Währungsunterschiede aus Plänen im Ausland 0 0
Zuführung Termination Benefits gemäß IAS 19.159 ff 0 229
Stand am 30. September - 24.693 811.557

Entwicklung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen:

USA + Kanada

2021-09-30 2020-09-30
in Tsd. € Barwert der definierten Leistungsverpflichtungen Beizulegender Zeitwert der Planvermögen Summe Barwert der definierten Leistungsverpflichtungen
Stand am 1. Oktober 181.506 - 165.036 16.470 192.787
Laufender Dienstzeitaufwand 492 - 492 639
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand aus Plankürzung 0 0 0 0
Zinsaufwand (+) / Zinsertrag (-) 3.949 - 3.575 374 4.810
Neubewertungen:
Verluste (+) / Gewinne (-) aus der Änderung demografischer Annahmen - 1.592 - -1.592 - 3.069
Verluste (+) / Gewinne (-) aus der Änderung finanzieller Annahmen - 5.106 - -5.106 13.453
Verluste (+) / Gewinne (-) aus erfahrungsbedingten Anpassungen 1.281 - 1.281 - 158
Neubewertung Planvermögen (ausschließlich der im Zinsergebnis enthaltenen Beträge) - 3.443 3.443 -
Arbeitgeberbeiträge an den Fonds - - 1.972 -1.972 -
Arbeitnehmerbeiträge an den Fonds - 29 29 -
Bezahlte Versorgungsleistungen - 11.420 11.420 0 - 12.506
Sonstige - 734 235 - 499 - 420
Währungsunterschiede aus Plänen im Ausland 3.588 - 2.879 709 - 14.030
Stand am 30. September 171.964 - 158.335 13.629 181.506
2020-09-30
in Tsd. € Beizulegender Zeitwert der Planvermögen Summe
Stand am 1. Oktober - 169.577 23.210
Laufender Dienstzeitaufwand - 639
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand aus Plankürzung 0 0
Zinsaufwand (+) / Zinsertrag (-) - 4.149 661
Neubewertungen:
Verluste (+) / Gewinne (-) aus der Änderung demografischer Annahmen - -3.069
Verluste (+) / Gewinne (-) aus der Änderung finanzieller Annahmen - 13.453
Verluste (+) / Gewinne (-) aus erfahrungsbedingten Anpassungen - - 158
Neubewertung Planvermögen (ausschließlich der im Zinsergebnis enthaltenen Beträge) - 14.925 -14.925
Arbeitgeberbeiträge an den Fonds - 1.347 -1.347
Arbeitnehmerbeiträge an den Fonds 14 14
Bezahlte Versorgungsleistungen 12.506 0
Sonstige 424 4
Währungsunterschiede aus Plänen im Ausland 12.018 -2.012
Stand am 30. September - 165.036 16.470

Die Kosten für leistungsorientierte Pläne setzen sich wie folgt zusammen:

in Tsd. € 2021-09-30 2020-09-30
Laufender Dienstzeitaufwand 16.612 19.747
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand - 900 - 620
Zinsaufwand aus der Verpflichtung und des Planvermögens 10.003 9.196

Laufender und nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand, die sich auf die Verpflichtung beziehen, werden in den Personalkosten erfasst. Der Zinsaufwand auf die Verpflichtung und der Zinsertrag auf das Planvermögen werden im Zinsergebnis erfasst. Im nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand sind die Auswirkungen aufgrund der Erhöhung des Rechnungszinssatzes für die Kapitalbausteinpläne enthalten.

Das Planvermögen setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Gesamt
in Tsd. € 2021- 09-30 2020- 09-30 2021- 09-30 2020- 09-30 2021- 09-30 2020- 09-30
Eigenkapitalinstrumente 5.776 9.150 0 0 5.776 9.150
Schuldinstrumente 149.449 148.207 0 923 149.449 149.130
Immobilien 1.025 2.375 0 0 1.025 2.375
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.829 5.304 0 154 2.829 5.458
Sonstiges 1) 5.783 429 70.538 72.709 76.321 73.138
164.862 165.465 70.538 73.786 235.400 239.251

1) im Wesentlichen Rückdeckungsversicherung

Der Berechnung der Pensionsrückstellungen wurden folgende Annahmen zugrunde gelegt:

Deutschland + Österreich USA
in % 2021-09-30 2020-09-30 2021-09-30 2020-09-30
Diskontierungssatz 1,35 1,18 2,44 2,13
Rententrend 1,60 1,60 0 0

Die für die Berechnung der DBO (Defined Benefit Obligation) zugrunde gelegten Annahmen zu Abzinsungssätzen, Gehalts- und Rententrends sowie Sterblichkeitsraten variieren in Abhängigkeit von den wirtschaftlichen und anderen Rahmenbedingungen des Landes, in dem die Pläne bestehen.

Das Verfahren zur Ermittlung des Abzinsungssatzes für die deutschen und österreichischen Pensionsverpflichtungen wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr modifiziert. Es handelt sich hierbei um die Änderung von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen im Sinne des IAS 8.39. Das Verfahren aus dem Vorjahr würde zu dem gleichen gerundeten Diskontierungszinssatz in Höhe von 1,35% führen.

Veränderungen bei den maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen hätten folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert gehabt:

2021-09-30 2020-09-30
in Tsd. € in % in Tsd. € in %
Diskontierungssatz + 0,50 Prozentpunkte -75.177 -7,0 -77.057 -7,0
- 0,50 Prozentpunkte 85.153 8,0 87.189 7,9
Rententrend + 0,25 Prozentpunkte 17.746 1,7 17.897 1,6
- 0,25 Prozentpunkte -16.944 -1,6 -17.095 -1,6
Lebenserwartung + 1 Jahr 35.331 3,3 35.936 3,3

Die dargestellten Sensitivitätsanalysen berücksichtigen jeweils die Änderung einer Annahme, wobei die übrigen Annahmen gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert bleiben, d. h. mögliche Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen werden dabei nicht berücksichtigt.

Erhöhungen und Senkungen des Abzinsungssatzes, des Gehalts- und Rententrends sowie der Sterblichkeitsraten wirken bei der Ermittlung der DBO - vor allem aufgrund des Zinseszinseffektes bei der Berechnung des Barwerts der künftigen Leistungen - nicht mit dem gleichen Absolutbetrag. Wenn mehrere Annahmen gleichzeitig geändert werden, muss die Gesamtwirkung nicht notwendigerweise der Summe der Einzeleffekte aufgrund der Änderungen der Annahmen entsprechen. Daneben gilt, dass die Sensitivitäten eine Veränderung der DBO nur für die jeweilige konkrete Größenordnung der Änderung von Annahmen widerspiegeln. Wenn sich die Annahmen in einer anderen Größenordnung ändern, hat dies nicht notwendigerweise eine lineare Auswirkung auf die DBO.

Asset-Liability-Matching-Strategien

Auch da die Finanzierungsleitlinien in der Voith Group Spekulationsgeschäfte ausschließen, wurde für die vermögensgedeckten Pensionspläne in den USA eine Investitionsstrategie etabliert, die sich an den Verpflichtungen aus den Pensionszusagen orientiert und nicht primär an der Maximierung des Wertpapiervermögens. Ziel des Investitionsansatzes ist das Schließen der Finanzierungslücke zwischen Pensionsverpflichtung und Planvermögen. Bei Zielerreichung gilt es, diesen Finanzierungsstatus zu erhalten.

Die derzeitige Anlagestrategie zielt darauf ab, die Volatilität des Finanzierungsstatus durch eine US festverzinsliche Verbindlichkeit über individuelle Haftungsbenchmarks (Custom Liability Benchmarks - CLB) zu reduzieren. Die CLBs dienen als Grundlage für die Teilnahme an den Kapitalmärkten bei gleichzeitiger Verringerung des Anlagerisikos, um den Finanzierungsstatus zu erhalten. Die CLBs setzen sich aus Kreditindizes und Staatsanleihen zusammen, die für die Cashflows der Planverbindlichkeiten optimiert sind. Die Richtlinien für die Diversifizierung und Zuteilung der CLBs werden mindestens einmal jährlich vom Ausschuss für den Pensionsplan festgelegt.

Die Schnittstellen zwischen Aktuar, Vermögensverwalter, Pensionskomitee sowie Konzern-Treasury sind bei Voith effizient und funktionell ausgerichtet. Neben einem monatlichen Datenabgleich und Berichtswesen tauschen sich die beteiligten Akteure in einem festgelegten Turnus über den Verlauf der Pensionsstrategie aus.

Künftige Zahlungsströme

Die Beiträge, die erwartungsgemäß in der nächsten Berichtsperiode in die Pläne eingezahlt werden, betragen 4.922 Tsd. €.

Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der DBO beträgt 15 Jahre.

21. Sonstige Rückstellungen

Die Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

in Tsd. € Stand 2020-09-30 Inanspruchnahme Zuführungen Auflösungen
Personalbezogene Rückstellungen 80.427 - 7.785 12.565 - 2.345
Sonstige Steuerrückstellungen 4.319 - 890 3.850 - 462
Gewährleistungsrückstellungen 163.267 - 51.040 95.638 - 17.117
Übrige auftragsbezogene Rückstellungen 120.001 - 44.237 43.612 - 12.619
Sonstige Rückstellungen 54.869 - 32.741 17.807 - 1.884
422.883 - 136.693 173.472 - 34.427
in Tsd. € Umbuchungen Zins-Effekte Währungsdifferenzen Stand 2021-09-30
Personalbezogene Rückstellungen - 1.527 331 106 81.772
Sonstige Steuerrückstellungen 2.135 0 53 9.005
Gewährleistungsrückstellungen - 6.270 0 2.849 187.327
Übrige auftragsbezogene Rückstellungen 326 3 3.738 110.824
Sonstige Rückstellungen - 391 53 421 38.134
- 5.727 387 7.167 427.062
2021-09-30 2020-09-30
in Tsd. € < 1 Jahr > 1 Jahr < 1 Jahr > 1 Jahr
Personalbezogene Rückstellungen 20.625 61.147 19.232 61.195
Sonstige Steuerrückstellungen 8.448 557 3.701 618
Gewährleistungsrückstellungen 136.844 50.483 106.505 56.762
Übrige auftragsbezogene Rückstellungen 107.787 3.037 117.067 2.934
Sonstige Rückstellungen 13.707 24.427 36.555 18.314
287.411 139.651 283.060 139.823

In den sonstigen Rückstellungen sind Rückstellungen für Restrukturierung bzw. Personalanpassungen in Höhe von insgesamt 24,2 Mio. € (Vorjahr: 42,5 Mio. €) enthalten.

Für sonstige Rückstellungen wurden Erstattungsansprüche in Höhe von 16,9 Mio. € (Vorjahr: 12,3 Mio. €) aktiviert.

Die personalbezogenen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Altersteilzeitrückstellungen und Jubiläumsgelder. Bei den Altersteilzeitrückstellungen besteht Unsicherheit in Bezug auf die Höhe und Fälligkeit der künftig zu leistenden Zahlungen für potenzielle Anwärter. Gewährleistungsrückstellungen werden auf Basis von Erfahrungswerten der Vergangenheit oder auf Basis von Einzelbeurteilungen gebildet und bestehen für gesetzliche und vertragliche Garantieverpflichtungen sowie für Kulanz gegenüber Kunden und kommen im Wesentlichen innerhalb der kommenden zwei Geschäftsjahre zur Auszahlung. Die übrigen auftragsbezogenen Rückstellungen enthalten Verpflichtungen für noch zu erbringende Leistungen aus abgerechneten Kundenaufträgen und Auftragsteilen, Verpflichtungen aus Wartungs- und Serviceverträgen sowie Provisionsverpflichtungen. Hier hängen die Höhe und der Eintritt der künftigen Aufwendungen entscheidend von der Restabwicklung der betroffenen Aufträge ab.

22. Bankverbindlichkeiten und sonstige zinstragende Verbindlichkeiten

Die Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

in Tsd. € kurzfristig langfristig 2021- 09-30 kurzfristig langfristig 2020- 09-30
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 78.768 467.956 546.724 140.738 471.525 612.263
Finanzverbindlichkeiten aus Leasingverträgen 25.527 72.662 98.189 43.264 72.235 115.499
Wechselverbindlichkeiten 1 0 1 403 0 403
Derivative Finanzinstrumente mit finanziellem Grundgeschäft 291 0 291 73 0 73
Übrige Finanzverbindlichkeiten 50.474 91.930 142.404 58.533 121.276 179.809
155.061 632.548 787.609 243.011 665.036 908.047

Die übrigen Finanzverbindlichkeiten enthalten die Verpflichtungen aus der Klassifizierung der Minderheitenanteile anderer Gesellschafter am Gesellschafterkapital bei Personenhandelsgesellschaften, aufgrund von Kündigungsrechten von Minderheitsgesellschaftern sowie aufgrund von Put-Optionen.

Die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten des Voith-Konzerns bestehen in folgenden Währungen:

in Tsd. € 2021-09-30 2020-09-30
Euro 518.497 593.649
Schwedische Krone 24.233 15.562
Kanadischer Dollar 2.808 9
Indische Rupie 475 148
Norwegische Krone 11 2.115
Übrige Währungen 700 780
546.724 612.263

23. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Von den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind 484 Tsd. € (Vorjahr: 615 Tsd. €) nicht innerhalb eines Jahres fällig.

24. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten/Übrige Verbindlichkeiten

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

in Tsd. € kurzfristig langfristig 2021- 09-30 kurzfristig langfristig 2020- 09-30
Derivative Finanzinstrumente mit operativem Grundgeschäft 21.178 11.845 33.023 20.993 13.777 34.770
Verbindlichkeiten aus dem Personalbereich 100.490 499 100.989 94.902 467 95.369
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 111.822 23.850 135.672 101.024 22.748 123.772
233.490 36.194 269.684 216.919 36.992 253.911

Die Verbindlichkeiten aus dem Personalbereich beinhalten die am Bilanzstichtag ausstehenden Jahressonderzahlungen sowie noch nicht gezahlte Löhne, Gehälter und Sozialabgaben.

Übrige Verbindlichkeiten

in Tsd. € kurzfristig langfristig 2021- 09-30 kurzfristig langfristig 2020- 09-30
Verbindlichkeiten aus Steuern 58.511 9.788 68.299 59.591 8.753 68.344
Rechnungsabgrenzungsposten 3.211 3.806 7.017 13.005 2.741 15.746
Übrige Verbindlichkeiten 75.325 31.823 107.148 69.714 30.603 100.317
137.047 45.417 182.464 142.310 42.097 184.407

Die Verbindlichkeiten aus Steuern beinhalten im Wesentlichen Umsatzsteuerverbindlichkeiten.

Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung

Nicht zahlungswirksame Änderungen
in Tsd. € 2020- 10-01 Zahlungswirksame Änderungen Währungskursbedingte Änderungen Änderungen der beizulegenden Zeitwerte Sonstige Effekte 2021- 09-30
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 612.263 -66.536 775 0 222 546.724
Finanzverbindlichkeiten aus Leasingverträgen 115.499 -28.911 684 0 10.917 98.189
Wechselverbindlichkeiten 403 -387 -15 0 0 1
Derivative Finanzinstrumente mit finanziellem Grundgeschäft 73 0 9 209 0 291
Übrige Finanzverbindlichkeiten 179.809 -3.245 124 -27.649 -6.635 142.404
908.047 -99.079 1.577 -27.440 4.504 787.609
Übrige Finanzforderungen -30.169 3.589 181 55 -53 -26.397
877.878 -95.490 1.758 -27.385 4.451 761.212
in Tsd. € 2019- 10-01 Zahlungswirksame Änderungen
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 228.308 321.820
Finanzverbindlichkeiten aus Leasingverträgen 437 -28.697
Wechselverbindlichkeiten 853 -418
Derivative Finanzinstrumente mit finanziellem Grundgeschäft 9.881 0
Übrige Finanzverbindlichkeiten 159.974 -22.317
399.453 270.388
Übrige Finanzforderungen -51.561 27.066
347.892 297.454
Nicht zahlungswirksame Änderungen
in Tsd. € Änderungen aus dem Erwerb / Veräußerung von Unternehmen Währungskursbedingte Änderungen Erstanwendung IFRS 16 Änderungen der beizulegenden Zeitwerte Sonstige Effekte 2020- 09-30
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 63.735 -499 0 0 -1.101 612.263
Finanzverbindlichkeiten aus Leasingverträgen 28.083 -1.270 87.227 0 29.719 115.499
Wechselverbindlichkeiten 0 -32 0 0 0 403
Derivative Finanzinstrumente mit finanziellem Grundgeschäft 0 -1.663 0 -8.145 0 73
Übrige Finanzverbindlichkeiten 41.703 -1.260 0 2.770 -1.061 179.809
133.521 -4.724 87.227 -5.375 27.557 908.047
Übrige Finanzforderungen -6.105 3.897 0 522 -3.988 -30.169
127.416 -827 87.227 -4.853 23.569 877.878

Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Informationen zu den Segmentdaten

Die Steuerung des Geschäftes erfolgt auf der Grundlage der unterschiedlichen Produkte und Geschäftsfelder und entspricht der internen Berichtsstruktur an die Geschäftsführung der Voith Management GmbH.

Das um Sondereinflüsse (Ergebnisfortschreibungen aus Buchwertaufstockungen bei Erstkonsolidierungen (PPA Abschreibungen) sowie Restrukturierungsaufwendungen und sonstige außergewöhnliche Sachverhalte) bereinigte EBIT bildet die zentrale Kennzahl für das operative Ergebnis. Die Überleitung des bereinigten EBIT zum Ergebnis vor Steuern aus fortgeführten Aktivitäten des Konzerns beinhaltet Effekte, die aufgrund ihres betriebsbedingten Charakters in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung im Regelfall innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen sowie der Abschreibungen dargestellt sind. Im Rahmen der Ermittlung des EBIT werden diese Anpassungen als Sondervorgänge bereinigt, um eine bessere Beurteilung der operativen Geschäftstätigkeit der Segmente zu ermöglichen.

Der frühere Konzernbereich Digital Ventures wurde im Berichtsjahr als konzernübergreifende Funktion in der Konzernholding angesiedelt und wird nicht mehr als gesonderter Konzernbereich geführt. In der Segmentberichterstattung wurden die Zahlen in die Überleitungsspalte integriert und die Vorjahreswerte dementsprechend angepasst. Ansonsten sind die Segmentabgrenzung sowie die Methoden zur Berechnung der Segmentinformationen gegenüber dem 30. September 2020 unverändert.

Den Segmentdaten liegen grundsätzlich dieselben Ausweis- und Bewertungsmethoden wie dem Konzernabschluss zugrunde. Konzerninterne Umsätze erfolgen zu marktüblichen Preisen und Transaktionen und Geschäftsvorfälle zwischen den berichtspflichtigen Segmenten werden grundsätzlich entsprechend den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen des Konzernabschlusses durchgeführt.

Zentrale Größe des Voith-Konzerns für die Beurteilung und die Steuerung eines Segments ist der Return on Capital Employed (ROCE). Zur Ermittlung des ROCE wird das Betriebsergebnis ins Verhältnis zum durchschnittlich eingesetzten Kapital gesetzt. Addiert man zum EBIT noch den betrieblichen Zinsertrag, so erhält man das Betriebsergebnis. Als betrieblicher Zinsertrag werden Zinserträge erfasst, die dem Unternehmen aufgrund langfristiger Finanzierung von Kundenforderungen zufließen oder als kalkulatorischer Zinseffekt dem Teil der erhaltenen Anzahlungen zugeordnet werden, der nicht für die Finanzierung von Vorräten und Forderungen aus kundenspezifischen Aufträgen gebunden ist.

Das eingesetzte Kapital stellt das betriebsnotwendige Nettovermögen dar. Es setzt sich aus der Summe der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte (ohne Geschäfts- oder Firmenwerte), Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen nicht zinstragenden Vermögenswerten, ertragsteuerlichen Vermögenswerten sowie Rechnungsabgrenzungsposten zusammen. Hiervon werden die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die nicht zinstragenden Verbindlichkeiten, die ertragsteuerlichen Verbindlichkeiten, die passiven Rechnungsabgrenzungsposten sowie die erhaltenen Anzahlungen bis zur Höhe der Vorräte und der PoC-Forderungen abgesetzt.

Das zum Stichtag dargestellte eingesetzte Kapital ist eine Durchschnittsgröße aus den jeweiligen Werten zum aktuellen Bilanzstichtag, zum Stichtag des vergangenen Halbjahresabschlusses und zum Stichtag des Vorjahres. Hierbei werden entgegen den Regelungen in IAS 21 die Vermögenswerte und Schulden der ausländischen Tochtergesellschaften mit dem Periodendurchschnittskurs des Berichtsjahres umgerechnet. Infolge der Durchschnittsbildung lässt sich das eingesetzte Kapital nicht zu den entsprechenden Werten der Konzernbilanz zu einem Stichtag überleiten.

Konsolidierungsbuchungen wurden bei der Ermittlung des eingesetzten Kapitals vollständig berücksichtigt.

Bei den Investitionen handelt es sich um immaterielle Vermögenswerte (ohne Berücksichtigung von Geschäfts- oder Firmenwerten) und Sachanlagevermögen. Zugänge aufgrund von Neuakquisitionen sind nicht enthalten. Im Geschäftsjahr 2019/20 werden die aus IFRS 16 resultierenden Nutzungsrechte (Right of Use) erstmals bilanziert und als Investitionen ausgewiesen.

Der Umsatz ist regional nach dem Sitz des Kunden aufgegliedert. Das langfristige Vermögen, bestehend aus Sachanlagen inklusive der Nutzungsrechte, Geschäfts- oder Firmenwerten und sonstigen immateriellen Vermögenswerten, ist dem Standort der Vermögenswerte zugeordnet.

Informationen zu den Aktivitäten der dargestellten Segmente

Als Komplettanbieter für die Ausrüstung von Wasserkraftwerken zählt der Konzernbereich Hydro zu den weltweit führenden Industriepartnern für Wasserkraftwerksbetreiber. Das gilt für den Bereich der Stromerzeugung genauso wie für die Speicherung von Energie mittels Wasserkraft. Mit seinem Produkt- und Leistungsportfolio deckt Voith Hydro den gesamten Lebenszyklus ab und liefert alle wesentlichen Komponenten für Large- und Small-Hydro-Kraftwerke: von Generatoren, Turbinen und Pumpen über Automatisierungssysteme und digitale Lösungen für die intelligente Wasserkraft bis hin zum Aftermarket Business mit Ersatzteilen und Wartungsservices wie auch Trainingsangeboten. Voith Hydro ist ein Gemeinschaftsunternehmen mit Siemens, an dem Voith mit 65% die Mehrheit der Anteile und Stimmrechte hält.

Als führender Partner und Wegbereiter der Papierindustrie liefert der Konzernbereich Paper Technologien, Produkte und Dienstleistungen für den gesamten Papierherstellungsprozess aus einer Hand. Durch stetige Innovationen optimiert das Technologieunternehmen den Herstellungsprozess. Der Schwerpunkt liegt dabei in der Entwicklung von ressourcenschonenden Produkten, um den Einsatz von Energie, Wasser und Faserstoffen zu reduzieren. Außerdem bietet der Geschäftsbereich Paper ein breites Serviceportfolio für alle Sektionen des Papierherstellungsprozesses an. Des Weiteren können Papierhersteller dank Papermaking 4.0 ihr Equipment ideal vernetzen und ihre Wettbewerbsfähigkeit mit einer effektiven und sicheren Nutzung der generierten Daten steigern.

Der Konzernbereich Turbo ist ein Komponenten- und Systemlieferant für intelligente Antriebstechnik sowie ein Anbieter maßgeschneiderter Serviceleistungen. Durch innovative und smarte Produkte bietet Voith Turbo höchste Effizienz und Zuverlässigkeit. Kunden aus zahlreichen Branchen wie Öl & Gas, Energie, Bergbau und Maschinenbau, Schiffstechnik, Schienen- und Nutzfahrzeuge setzen auf Spitzentechnologien und digitale Lösungen von Voith Turbo.

Segmentinformationen nach Geschäftsfeldern

in Mio. € Hydro Paper Turbo
2020/21 2019/20 2020/21 2019/20 2020/21 2019/20
Umsätze mit Fremden 945 947 1.776 1.805 1.457 1.337
Umsätze mit anderen Segmenten 2 3 20 24 8 6
Segmentumsätze gesamt 947 950 1.796 1.829 1.465 1.343
EBIT 8 10 114 104 41 42
Abschreibungen auf Sachanlagen & immaterielle Vermögenswerte 3) 22 24 57 56 51 44
Investitionen 4) 19 13 40 41 45 47
Segment-Goodwill 18 17 483 478 184 180
Durchschnittlich eingesetztes Kapital 482 485 714 735 838 830
ROCE 5,0% 5,8% 18,2% 16,0% 4,9% 5,1%
Beschäftigte 5) 3.628 3.675 7.432 7.593 6.200 6.555
in Mio. € Summe Core Business 1) Überleitung 2) Total
2020/21 2019/20 2020/21 2019/20 2020/21 2019/20
Umsätze mit Fremden 4.178 4.089 82 84 4.260 4.173
Umsätze mit anderen Segmenten 30 33 - 30 - 33 0 0
Segmentumsätze gesamt 4.208 4.122 52 51 4.260 4.173
EBIT 163 156 2 - 17 165 139
Abschreibungen auf Sachanlagen & immaterielle Vermögenswerte 3) 130 124 23 26 153 150
Investitionen 4) 104 101 23 30 127 131
Segment-Goodwill 685 675 69 76 754 751
Durchschnittlich eingesetztes Kapital 2.034 2.050 229 246 2.263 2.296
ROCE 9,6% 9,2% 8,8% 7,5%
Beschäftigte 5) 17.260 17.823 2.658 2.811 19.918 20.634

1) Zwischensumme aus Hydro, Paper und Turbo

2) Ab Geschäftsjahr 2020/2021 stellt Digital Ventures kein eigenständiges Segment mehr dar

3) Abschreibung ohne Berücksichtigung der Abschreibung im Ergebnis aus Sondereinflüssen, da nicht im EBIT enthalten

4) Ohne Zugänge aufgrund von Neuakquisitionen und Finanzanlagen

5) Statistischer Personalstand am Bilanzstichtag

Überleitung des EBIT zum Ergebnis vor Steuern aus fortgeführten Aktivitäten des Konzerns:

in Mio. € 2020/21 2019/20
EBIT 165 139
Ergebnis aus Sondereinflüssen -77 -76
davon PPA-Abschreibung -17 -17
davon Restrukturierungsaufwand -43 -59
davon aperiodische Aufwendungen aus verlorenem Rechtsstreit -17 0
Sonstige Anpassungen 1 -1
Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen -6 -8
Zinsergebnis -22 0
Sonstiges Finanzergebnis 19 19
Ergebnis vor Steuern aus fortgeführten Aktivitäten 80 73

Segmentinformationen nach Regionen

Außenumsätze (Sitz des Kunden)

Hydro Paper Turbo
in Mio. € 2020/21 2019/20 2020/21 2019/20 2020/21 2019/20
Deutschland 33 32 138 326 370 329
Ausland 912 915 1.638 1.479 1.087 1.008
davon Europa 253 238 582 432 506 429
davon Amerika 329 370 486 499 128 148
davon Asien 275 255 551 527 391 380
darin China 124 133 363 270 266 233
davon Sonstige 55 52 19 21 62 51
945 947 1.776 1.805 1.457 1.337
Überleitung Total
in Mio. € 2020/21 2019/20 2020/21 2019/20
Deutschland 42 40 583 727
Ausland 40 44 3.677 3.446
davon Europa 8 10 1.349 1.109
davon Amerika 22 28 965 1.045
davon Asien 10 6 1.227 1.168
darin China 5 3 758 639
davon Sonstige 0 0 136 124
82 84 4.260 4.173

Langfristige Vermögenswerte

in Mio. € 2021-09-30 2020-09-30
Deutschland 711 715
Ausland 1.284 1.300
davon Europa 667 685
darin Schweiz 235 247
davon Amerika 278 279
darin USA 226 228
davon Asien 332 330
darin China 263 263
davon Sonstige 7 6
1.995 2.015

Sonstige Angaben

Eventualverbindlichkeiten, -forderungen und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Für eventuelle finanzielle Belastungen aus Steuer-, Gerichts- oder Schiedsverfahren sind bei den jeweiligen Konzerngesellschaften in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet worden.

Darüber hinaus bestehen Risiken aus steuerlichen Rechtsstreitigkeiten und laufenden Steuerverfahren in Brasilien. Auf die Angabe einer Schätzung der finanziellen Auswirkungen wird verzichtet, da aus Gründen der Praktikabilität keine verlässliche Schätzung möglich ist. Es besteht gegenwärtig die Einschätzung, dass die Verfahren erfolgreich beendet werden können und somit kein Abfluss wirtschaftlicher Ressourcen erfolgen wird.

Aufgrund der laufenden steuerlichen Betriebsprüfung bei den deutschen Gesellschaften können sich weitere Veränderungen bei den Steuerpositionen ergeben.

Gegen ein Tochterunternehmen ist von einem Kunden eine Klage zur Feststellung des Ersatzes für die Nacherfüllung und zum Zwecke der Nichterfüllung erforderlichen entstandenen und noch entstehenden Aufwendungen sowie ein Versäumnisurteil zu erlassen eingereicht worden. Der Streitwert der Klage beläuft sich auf 30 Mio. €. Auf der Grundlage der Beurteilung der Rechtsanwälte erwartet die Geschäftsführung, dass der Klage nicht stattgegeben wird. Auf die Angabe einer Schätzung der finanziellen Auswirkungen der Eventualschuld nach IAS 37.86 wird aufgrund der anhängenden Rechtsstreitigkeit nach IAS 37.92 verzichtet, um die Interessen des Konzerns nicht zu beeinträchtigen.

Darüber hinaus bestehen Risiken aus Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 21,5 Mio. € (Vorjahr 57,6 Mio. €).

Es bestehen weiterhin sonstige finanzielle Verpflichtungen von Bestellobligos aus Investitionen in Höhe von 16.596 Tsd. € (Vorjahr: 8.006 Tsd. €).

Haftungsverhältnisse

Für die nachfolgend zu Nominalwerten angesetzten Eventualverbindlichkeiten wurden keine Rückstellungen gebildet, weil der Eintritt des Risikos als wenig wahrscheinlich eingeschätzt wird:

in Tsd. € 2021-09-30 2020-09-30
Bürgschaftsverpflichtungen 958 3.681
Gewährleistungen 0 0
Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 800 0
1.758 3.681

Die Bürgschaftsverpflichtungen haben im Wesentlichen eine Laufzeit bis in das Jahr 2023.

Leasingverhältnisse

Im Voith-Konzern bestehen Miet- und Leasingverträge im Wesentlichen für Gebäude, PKW und Maschinen. Die Verträge haben im Wesentlichen Laufzeiten von einem bis zu 15 Jahren. Bei einigen Gesellschaften besteht die Option auf Mietvertragsverlängerung.

Im Zusammenhang mit Leasingverträgen wurden Verbindlichkeiten in Höhe von 28.183 Tsd. € (Vorjahr: 28.192 Tsd. €) getilgt. Die Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Leasingverbindlichkeiten sind im Finanzergebnis ausgewiesen.

Der Zinsaufwand aus Leasing betrug im Geschäftsjahr 2020/21 897 Tsd. € (Vorjahr: 730 Tsd. €).

Die Leasingaufwendungen beinhalten Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse in Höhe von 9.573 Tsd. € (Vorjahr: 3.947 Tsd. €) und Aufwendungen für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte in Höhe von 3.229 Tsd. € (Vorjahr: 12.436 Tsd. €), die unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen sind.

Im Geschäftsjahr 2020/21 betrugen die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse 28.911 Tsd. € (Vorjahr: 28.697 Tsd. €).

Zukünftige Mittelabflüsse in unwesentlicher Höhe wurden nicht in die Leasingverbindlichkeiten einbezogen, da es nicht hinreichend sicher ist, dass die Leasingverträge verlängert oder nicht gekündigt werden.

Erträge aus Unterleasing von Nutzungsrechten sowie Gewinne und Verluste aus Sale-and-lease-back Transaktionen sind im Voith-Konzern unwesentlich.

Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien.

Bewertungskategorie Buchwert 2021- Wertansatz Bilanz nach IFRS 9
in Tsd. € IFRS 9 09-30
Fortgeführte Anschaffungskosten Fair Value erfolgsneutral Fair Value erfolgswirksam
Aktiva:
Flüssige Mittel AC 511.165 511.165
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 744.140 744.140
Vertragsvermögenswerte n.a. 573.952 573.952
Übrige Finanzanlagen und Wertpapiere 132.238
Finanzinvestitionen AC 49.494 49.494
Ausleihungen AC 2.781 2.781
Beteiligungen (strategisch) n.a. 5.821
Beteiligungen / Investitionen FVTPL 59.520 59.520
Wertpapiere FVOCI 14.622 14.622
Derivative Finanzinstrumente 33.584
Devisentermingeschäfte FVTPL 8.722 8.722
Devisentermingeschäfte (Fair-Value-Hedges) n.a. 24.862 24.862
Sonstige Forderungen 89.513
Finanzforderungen AC 22.062 22.062
Übrige finanzielle Vermögenswerte AC 67.451 67.451
Passiva:
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 569.575 569.575
Verbindl. ggü. Kreditinstituten / Wechsel AC 546.725 546.725
Finanzverbindlichkeiten aus Leasingverträgen n.a. 98.189
Derivative Finanzinstrumente 33.314
Devisentermingeschäfte FVTPL 8.867 8.867
Devisentermingeschäfte (Fair-Value-Hedges) n.a. 24.000 24.000
Devisentermingeschäfte (Cashflow-Hedges) n.a. 447 447
Übrige Finanzverbindlichkeiten AC 142.404 91.645 32.401 18.358
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten AC 236.661 236.661
in Tsd. € Wertansatz Bilanz nach IFRS 16 Fair Value 2021-09-30
Aktiva:
Flüssige Mittel 511.165
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 744.140
Vertragsvermögenswerte 573.952
Übrige Finanzanlagen und Wertpapiere
Finanzinvestitionen 49.494
Ausleihungen 2.781
Beteiligungen (strategisch) -
Beteiligungen / Investitionen 59.520
Wertpapiere 14.622
Derivative Finanzinstrumente
Devisentermingeschäfte 8.722
Devisentermingeschäfte (Fair-Value-Hedges) 24.862
Sonstige Forderungen
Finanzforderungen 22.062
Übrige finanzielle Vermögenswerte 67.451
Passiva:
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 569.575
Verbindl. ggü. Kreditinstituten / Wechsel 553.486
Finanzverbindlichkeiten aus Leasingverträgen 98.189
Derivative Finanzinstrumente
Devisentermingeschäfte 8.867
Devisentermingeschäfte (Fair-Value-Hedges) 24.000
Devisentermingeschäfte (Cashflow-Hedges) 447
Übrige Finanzverbindlichkeiten 240.172
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 236.661
Bewertungskategorie Buchwert 2020- Wertansatz Bilanz nach IFRS 9
in Tsd. € IFRS 9 09-30
Fortgeführte Anschaffungskosten Fair Value erfolgsneutral Fair Value erfolgswirksam
Aktiva:
Flüssige Mittel AC 581.766 581.766
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 674.797 674.797
Vertragsvermögenswerte n.a. 539.446 539.446
Übrige Finanzanlagen und Wertpapiere 185.604
Finanzinvestitionen AC 120.730 120.730
Ausleihungen AC 9.589 9.589
Beteiligungen (strategisch) n.a. 7.178
Beteiligungen / Investitionen FVTPL 34.199 34.199
Wertpapiere FVOCI 13.908 13.908
Derivative Finanzinstrumente 14.401
Devisentermingeschäfte FVTPL 2.836 2.836
Devisentermingeschäfte (Fair-Value-Hedges) n.a. 11.386 11.386
Devisentermingeschäfte (Cashflow-Hedges) n.a. 179 179
Sonstige Forderungen 128.076
Finanzforderungen AC 18.445 18.445
Übrige finanzielle Vermögenswerte AC 109.631 109.631
Passiva:
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 537.532 537.532
Verbindl. ggü. Kreditinstituten / Wechsel AC 612.666 612.666
Finanzverbindlichkeiten aus Leasingverträgen n.a. 115.499
Derivative Finanzinstrumente 34.843
Devisentermingeschäfte FVTPL 3.060 3.060
Devisentermingeschäfte (Fair-Value-Hedges) n.a. 31.783 31.783
Übrige Finanzverbindlichkeiten AC 179.809 102.940 58.530 18.339
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten AC 219.140 219.140
in Tsd. € Wertansatz Bilanz nach IFRS 16 Fair Value 2020-09-30
Aktiva:
Flüssige Mittel 581.766
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 674.797
Vertragsvermögenswerte 539.446
Übrige Finanzanlagen und Wertpapiere
Finanzinvestitionen 120.730
Ausleihungen 9.589
Beteiligungen (strategisch) 0
Beteiligungen / Investitionen 34.199
Wertpapiere 13.908
Derivative Finanzinstrumente
Devisentermingeschäfte 2.836
Devisentermingeschäfte (Fair-Value-Hedges) 11.386
Devisentermingeschäfte (Cashflow-Hedges) 179
Sonstige Forderungen
Finanzforderungen 18.445
Übrige finanzielle Vermögenswerte 109.631
Passiva:
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 537.532
Verbindl. ggü. Kreditinstituten / Wechsel 618.730
Finanzverbindlichkeiten aus Leasingverträgen 115.499
Derivative Finanzinstrumente
Devisentermingeschäfte 3.060
Devisentermingeschäfte (Fair-Value-Hedges) 31.783
Übrige Finanzverbindlichkeiten 330.632
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 219.140

Fair-Value-Hierarchie für die in der obigen Tabelle aufgeführten finanziellen Vermögenswerte und Schulden, die zum beizulegenden Zeitwert bilanziert sind:

in Tsd. € 2021-09-30 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Aktiva
Wertpapiere 14.622 14.622 0 0
Derivative Finanzinstrumente 33.584 0 33.584 0
Beteiligungen 59.520 0 0 59.520
Passiva
Derivative Finanzinstrumente 33.314 0 33.314 0
Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Unternehmensanteilen 50.759 0 0 50.759
in Tsd. € 2020-09-30 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Aktiva
Wertpapiere 13.908 13.908 0 0
Derivative Finanzinstrumente 14.401 0 14.401 0
Beteiligungen 34.199 0 0 34.199
Passiva
Derivative Finanzinstrumente 34.843 0 34.843 0
Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Unternehmensanteilen 76.869 0 0 76.869

Die dreistufige Fair-Value-Hierarchie teilt die in den Bewertungstechniken zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts verwendeten Inputfaktoren in drei Stufen ein:

Stufe 1:

Inputfaktoren, die in aktiven, für das Unternehmen am Bemessungsstichtag zugänglichen Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notiert sind.

Stufe 2:

Andere Inputfaktoren als in Stufe 1, für die direkt oder indirekt auf den finanziellen Vermögenswert oder die finanzielle Schuld bezogene beobachtbare Marktdaten zur Verfügung stehen.

Stufe 3:

Inputfaktoren, für die keine beobachtbaren Marktdaten verfügbar sind.

Umgruppierungen zwischen Fair-Value-Hierarchie-Stufen werden im Konzern am Ende der Berichtsperiode vorgenommen. In den Geschäftsjahren 2020/21 und 2019/20 fanden keine Umgruppierungen zwischen einzelnen Fair-Value-Hierarchie-Stufen statt.

Die beizulegenden Zeitwerte der in Stufe 2 der Fair-Value-Hierarchie eingeordneten derivativen Finanzinstrumente basieren auf täglich beobachtbaren Devisenkursen, zugehörigen Forwardsätzen und Zinsstrukturkurven. Zusätzlich werden in der Bewertung sowohl das Kontrahenten- als auch das eigene Ausfallrisiko berücksichtigt. Inputfaktoren für die Berücksichtigung des Kontrahentenausfallrisikos sind an den Märkten beobachtbare Credit Default Swaps (CDS) der an der jeweiligen Transaktion beteiligten Kreditinstitute. Für Voith wurden zur Berechnung des eigenen Ausfallrisikos am Markt verfügbare CDS-Sätze verwendet.

Die in Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie eingeordneten Beteiligungen betreffen in Höhe von 60 Mio. € (Vorjahr: 34 Mio. €) solche, die der Konzern als Investments hält, um Erträge zu erzielen. Daher wurden diese Investments in die Bewertungskategorie "Bewertung erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL)" eingeordnet. Zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Beteiligungen wurde im ersten Schritt der Fair Value je Beteiligung berechnet, der sich jeweils aus der Summe der gehaltenen Anteile sowie vorhandener Finanzmittel zum Bewertungsstichtag ergibt. Der Eigenkapitalwert der jeweiligen Beteiligung wird auf Basis eines marktorientierten Bewertungsansatzes, der Multiplikatormethode, ermittelt und errechnet sich jeweils aus dem Gesamtunternehmenswert abzüglich der Nettofinanzposition. Im vorliegenden Fall werden Multiplikatoren verwendet, die aus repräsentativen externen Transaktionen abgeleitet werden unter Berücksichtigung aktueller Entwicklungen bis zum Bewertungsstichtag. Diese Multiplikatoren werden mit dem Durchschnitt aus erzielten operativen Ergebnissen (EBITDA) der Vergangenheit zum Gesamtunternehmenswert multipliziert. Im zweiten Schritt werden gemäß den bestehenden Eigentumsverhältnissen die auf Voith entfallenden Fair Values der Beteiligungen berechnet. Für ein Investment dieser Bewertungskategorie mit einem Marktwert von 12,5 Mio. € besteht eine Verkaufsabsicht im nächsten Geschäftsjahr.

Beteiligungen, die der Konzern langfristig für strategische Zwecke halten möchte und für die er die OCI-Option in Anspruch genommen hat, sind in der Fair Value Hierarchie-Stufe 3 eingeordnet. Sowohl im aktuellen Jahr als auch im Vorjahr wurden für diese Beteiligungen Marktwerte in unwesentlicher Höhe festgestellt. Im Geschäftsjahr 2020/21 wurden keine Dividenden erfolgswirksam aus Eigenkapitalinvestments designiert als FVOCI erfasst. Eine wesentliche Beteiligung aus dem Bereich des Geschäftsfeldes Digital Ventures wurde im Rahmen einer strategischen Umorientierung im Vorjahr anteilig veräußert (Veräußerungserlös: 5 Mio. €). Für die verbleibenden Anteile, mit einem Marktwert von 10 Mio. € zum Zeitpunkt der Teilveräußerung, wurde ein Marktwert von 0 € ermittelt. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes dieser Beteiligung erfolgte auf Basis der Erwartung künftiger Cashflows.

Ein Anstieg (Absinken) der Planzahlen oder sinkende (steigende) Zinssätze führen zu einem Anstieg (Absinken) des beizulegenden Zeitwerts der Beteiligung.

Die beizulegenden Zeitwerte der in Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie eingeordneten Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Unternehmensanteilen betreffen sowohl Verkaufsoptionen von Minderheitsanteilseignern als auch vertraglich vereinbarte Kaufpreisraten aus zukünftigen Erwerben von Anteilen. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte erfolgte auf Basis der vom Management erstellten aktuellen Planung unter Anwendung der Discounted Cashflow Methode. Die Planungsprämissen werden jeweils an den aktuellen Erkenntnisstand angepasst. Die Abzinsung erfolgte mit einem risikoangepassten Diskontierungszinssatz (WACC). Im Falle von gesellschaftsvertraglichen Vereinbarungen enthalten diese in der Regel eine festgelegte Formel zur Berechnung des Kaufpreises bei Ausübung der Put-Optionen. Dabei ergeben sich die Kaufpreise aus den Brutto-Unternehmenswerten der Beteiligungen, die mithilfe der Multiplikatormethode gemäß vertraglicher Definition ermittelt werden, abzüglich der Nettoverschuldung, multipliziert mit der Beteiligungsquote der Minderheitsgesellschafter. Sofern die Andienungen erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich sind, wurden die Kaufpreise unter Verwendung eines laufzeitadäquaten Zinssatzes (WACC) auf den Bilanzstichtag abgezinst.

Ein Anstieg (Absinken) des Unternehmenswerts der zugrunde liegenden Gesellschaften führt zu einem Anstieg (Absinken) der Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Unternehmensanteilen.

Die Entwicklung der beizulegenden Zeitwerte der in Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie eingeordneten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:

in Tsd. € 2021- 09-30 2020- 09-30
Stand 1. Oktober - 42.670 1.716
Beteiligungserwerb 6.559 5.539
Ausübung Put-Optionen 20.625 0
Beteiligungsveräußerung FVTPL 0 - 2.554
Beteiligungsveräußerung FVOCI 0 - 4.906
Put-Optionen aus Unternehmenserwerben 0 - 25.610
Änderung Wertansatz 0 - 10.629
Erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasste Fair Value-Änderungen der Beteiligungen 19.339 1.038
Erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasste Fair Value-Änderungen der Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Unternehmensanteilen - 506 - 1.064
Erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasste Fair Value-Änderungen der Beteiligungen 0 - 5.094
Erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasste Fair Value-Änderungen der Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Unternehmensanteilen 5.414 - 1.106
Stand 30. September 8.761 - 42.670

Die aufgrund der Angabepflicht zu bestimmenden beizulegenden Zeitwerte der zu Anschaffungskosten bzw. fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden wie folgt ermittelt:

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Forderungen sind variabel verzinslich mit Restlaufzeiten kleiner ein Jahr. Daher entsprechen die Buchwerte zum Bilanzstichtag den Marktwerten.

Da Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten regelmäßig kurze Restlaufzeiten haben, entsprechen die Buchwerte den Marktwerten.

Der Marktwert der Schuldscheindarlehen in Höhe von 465 Mio. € (Vorjahr: 566 Mio. €) wird, wie die Marktwerte von nicht börsennotierten Anleihen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten, als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve sowie der währungsdifferenziert bestimmten Credit-Spread-Curve der Voith GmbH & Co. KGaA ermittelt (Fair-Value-Hierarchie-Stufe 2).

Der Marktwert der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 120 Mio. € (Vorjahr: 177 Mio. €) wurde anhand von unternehmensinternen Plandaten berechnet. Diese beinhalten die vom Management erstellte aktuelle Planung in Form von diskontierten Cashflow-Prognosen. Die Planungsprämissen werden jeweils an den aktuellen Erkenntnisstand angepasst (Fair-Value-Hierarchie-Stufe 3).

Erfolgswirksame Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien:

in Tsd. € 2020/21 2019/20
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) 13.292 43.199
Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) 344 597
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) 17.779 12.847
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) -5.255 -42.769

Hinsichtlich der erfolgsneutralen Nettogewinne und -verluste aus finanziellen Vermögenswerten verweisen wir auf Tz. 19.

Die Nettogewinne und -verluste der finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) beziehen sich im Wesentlichen auf die Klasse Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Zinserträge in Höhe von 6.202 Tsd. € (Vorjahr: 4.415 Tsd. €) und Zinsaufwendungen in Höhe von 12.106 Tsd. € (Vorjahr: 10.674 Tsd. €) für finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten betreffen solche, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Es wurden keine Zinsen für finanzielle Vermögenswerte, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sowie für solche, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, erfasst.

Saldierung von Finanzinstrumenten

Die nachfolgende Tabelle enthält Angaben zum potenziellen Saldierungsvolumen aufgrund von Globalnettingvereinbarungen. Die Vereinbarungen erfüllen die Kriterien für die Saldierung in der Bilanz nicht. Dies liegt daran, dass der Konzern zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinerlei Rechtsanspruch auf die Saldierung der erfassten Beträge hat, da das Recht auf eine Saldierung nur beim Eintritt künftiger Ereignisse durchsetzbar ist.

in Tsd. € Bruttoausweis Bilanz 2021-09-30 Potenzielles Saldierungsvolumen aufgrund von Globalnettingvereinbarungen Potenzieller Nettobetrag
Aktiva
Derivative Finanzinstrumente 33.584 17.353 16.231
Passiva
Derivative Finanzinstrumente 33.314 17.353 15.961
in Tsd. € Bruttoausweis Bilanz 2020-09-30 Potenzielles Saldierungsvolumen aufgrund von Globalnettingvereinbarungen Potenzieller Nettobetrag
Aktiva
Derivative Finanzinstrumente 14.401 12.387 2.014
Passiva
Derivative Finanzinstrumente 34.843 12.387 22.456

Sicherheiten

In den finanziellen Vermögenswerten sind zum Bilanzstichtag langfristige Wertpapiere in Höhe von 7.869 Tsd. € (Vorjahr: 8.039 Tsd. €) enthalten, die der Deckung künftiger Pensionsverpflichtungen dienen. Außerdem sind von den übrigen finanziellen Vermögenswerten 210 Tsd. € (Vorjahr: 242 Tsd. €) als Sicherheiten für Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten gestellt. Sie werden in Anspruch genommen, wenn die zugrunde liegenden Verpflichtungen nicht erfüllt werden bzw. die Eventualverbindlichkeiten eintreten.

Für finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 732 Tsd. € (Vorjahr: 470 Tsd. €) sind Vermögenswerte als Sicherheiten gestellt.

Risikomanagement

Grundsätze des finanziellen Risikomanagements

Die weltweit agierende Voith Group ist im Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit Teilen ihrer Verbindlichkeiten, Vermögenswerte und Transaktionen Risiken aus Veränderungen von Zinssätzen sowie Wechselkursschwankungen ausgesetzt, die einen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken zu steuern und zu begrenzen.

Die Grundsätze der Finanzpolitik werden von der Geschäftsführung der Voith GmbH & Co. KGaA festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht. Corporate Finance, ein Zentralbereich der Voith GmbH & Co. KGaA, setzt die Finanzpolitik um und berichtet dem für Finanzen zuständigen Geschäftsführer regelmäßig über die finanzielle Lage und setzt ihn über das aktuelle Risiko-Exposure in Kenntnis. Bestimmte finanzielle Transaktionen bedürfen einer gesonderten Genehmigung durch die Konzerngeschäftsführung. Die langfristige Refinanzierung wird über die Voith GmbH & Co. KGaA kontrahiert.

Die aus dem operativen Geschäft sowie den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen entstehenden Währungs- und Zinsrisiken werden durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten begrenzt. Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt nach klaren, konzernweit einheitlichen Richtlinien, deren Einhaltung laufend kontrolliert wird. Sicherungsgeschäfte und Liquiditätsanlagen werden ausschließlich mit Finanzinstituten abgeschlossen, die über eine einwandfreie Bonität verfügen.

Kreditrisiko

Der Konzern schließt Geschäfte ausschließlich mit anerkannten, kreditwürdigen Dritten ab. Kunden, die mit dem Konzern Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, werden einer Bonitätsprüfung unterzogen.

Liquide Mittel und sonstige finanzielle Vermögenswerte:

Sonstige finanzielle Vermögenswerte im Sinne des internen Risikomanagements umfassen im Wesentlichen Zahlungsmittel und kurzfristige Wertpapiere. Das im Zusammenhang mit Termingeldanlagen entstehende Kontrahentenrisiko wird begrenzt durch die Auswahl solventer Bankpartner und Verteilung dieser Zahlungsmittel auf mehrere Kontrahenten. Für Bankpartner bestehen bonitätsabhängige Limite (abgeleitet aus Credit Default Swaps/Rating), welche kontinuierlich überwacht werden. Wird bei den CDS-Sätzen eine definierte Schwelle überschritten, reduzieren sich die Limite und die Zahlungsmittel müssen allokiert werden. Darüber hinaus ist die Voith Group in Wertpapieren investiert, deren Risikoüberwachung zentral vorgenommen wird. Die Low Credit Risk Exemption kommt zur Anwendung. Voith allokiert Geldanlagen primär bei Geschäftspartnern mit Investmentgrade Rating. Sämtliche Kontrahenten werden zudem über ein Risikomanagementsystem basierend auf CDS Sätzen kontinuierlich überwacht.

Aus den sonstigen finanziellen Vermögenswerten des Konzerns, besteht bei Ausfall des Kontrahenten ein maximales Ausfallrisiko in Höhe des Buchwerts der entsprechenden Instrumente. Hinsichtlich der abgegebenen Finanzgarantien verweisen wir auf die Ausführungen zu Haftungsverhältnissen. Derartig mögliche Vermögensverluste können entstehen, wenn einzelne Handelspartner ihre Vertragsverpflichtungen nicht erfüllen. Hierfür bestehen in der Regel keine Sicherheiten.

Voith verwendet für die Ermittlung der Expected Credit Losses für sonstige Finanzinstrumente ein Bewertungsmodell, bei dem die Ermittlung des ECL auf am Kapitalmarkt beobachtbaren Ausfallwahrscheinlichkeiten basiert, die jeweils für die einzelnen Kontrahenten und zugehörigen Exposures angewendet werden. Die Ableitung marktorientierter Ausfallwahrscheinlichkeiten für die relevanten Kontrahenten erfolgt anhand entsprechender CDS-Sätze (Credit Default Swap), die die zukünftig erwarteten Kreditausfälle abbilden. Im Konzernabschluss ist der ECL für sonstige Finanzinstrumente von untergeordneter Bedeutung, deswegen wird auf weitergehende Angaben zur Quantifizierung verzichtet.

Von einem signifikant gestiegenen Kreditrisiko wird ausgegangen, wenn die finanziellen Vermögenswerte mehr als 30 Tage überfällig sind. Von einem Ausfallereignis wird ausgegangen, sofern die finanziellen Vermögenswerte mehr als 90 Tage überfällig sind. Objektive Hinweise auf eine Wertminderung liegen beispielsweise vor, wenn die Schuldner signifikante finanzielle Schwierigkeiten aufweisen oder es zu einem Vertragsbruch wie Überfälligkeit kommt.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:

Das Kreditrisiko aus Liefer- und Leistungsgeschäften bemisst sich nach Fabrikations- und Forderungsrisiko. In der Voith Group ist der Umgang mit diesen Risiken verbindlich geregelt. Das maximale Ausfallrisiko ist auf den Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 744.140 Tsd. € (Vorjahr: 674.797 Tsd. €) begrenzt. Vertragsvermögenswerte unterliegen einem maximalen Ausfallrisiko in Höhe von 573.952 Tsd. € (Vorjahr: 539.446 Tsd. €). Durch gehaltene Sicherheiten wird das maximale Kredit- und Ausfallrisiko für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 109.051 Tsd. € (Vorjahr: 67.796 Tsd. €) und für Vertragsvermögenswerte um 36.161 Tsd. € (Vorjahr: 6.594 Tsd. €) gemindert.

Ab einem definierten Auftragswert besteht eine generelle Pflicht zur Risikoprüfung. Aufträge von Kunden unterhalb einer definierten Bonitätsgrenze, die keinen adäquaten Garantiegeber vorweisen können, werden ohne separate Genehmigung durch die Entscheidungsgremien ungesichert nicht angenommen.

Die politischen Fabrikations- und Forderungsrisiken sind i. d. R. ab der Euler-Hermes-Länderkategorie 3 abzusichern, sofern im Einzelfall nicht eine Freigabe durch die Entscheidungsgremien erfolgt. Ferner erfolgt ab dem Erreichen eines definierten Auftragswerts eine weitere Risikoprüfung. Die notwendigen Kreditsicherungen erfolgen über ECAs (Export Credit Agencies) oder werden am privaten Versicherungsmarkt beschafft bzw. durch Bankprodukte vorgenommen.

Das Wertminderungs-Modell des IFRS 9 sieht eine Risikovorsorge für erwartete Kreditausfälle (ECL) vor, was eine Abkehr vom bisherigen Ansatz auf Basis eingetretener Verluste bedeutet. Die Bilanzierung rückt somit näher an das zukunftsorientierte Kreditrisikomanagement und macht ein Modell zur Bewertung von Kreditausfallrisiken für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie neuerdings auch für Vertragsvermögenswerte erforderlich, welches zukunftsgerichtete, makroökonomische Faktoren ("Forward Looking Information") berücksichtigt. Der IFRS 9 macht keine Vorschriften zur konkreten Modellgestaltung.

Der IFRS 9 lässt eine reine Fortschreibung von in der Vergangenheit beobachteten Kreditausfällen nicht zu, das heißt, dass auch für Kunden mit historisch guter Bonität immer eine gewisse Ausfallwahrscheinlichkeit besteht.

Voith verwendet ein vereinfachtes Bewertungsmodell, bei dem die Ermittlung des ECL auf am Kapitalmarkt beobachtbaren Ausfallwahrscheinlichkeiten basiert, die jeweils für einzelne Regionen sowie Konzernbereiche auf den Forderungsbestand sowie auf die Vertragsvermögenswerte (Exposure) angewendet werden. Die Zuordnung des Gesamt-Exposures zu den relevanten Regionen wird hierbei abgeleitet aus der regionalen Umsatzaufteilung des vergangenen Geschäftsjahres. Die Ableitung marktorientierter Ausfallwahrscheinlichkeiten für die relevanten Regionen und Konzernbereiche erfolgt anhand entsprechender CDS-Sätze (Credit Default Swap), die die zukünftig erwarteten Kreditausfälle abbilden. Die im Exposure noch enthaltenen einzelwertberichtigten und gesicherten Forderungen werden entsprechend berücksichtigt.

Grundsätzlich hat die Ermittlung erwarteter Kreditverluste auf Einzelinstrumentenebene zu erfolgen, jedoch wird unter Vereinfachungsaspekten auch ein Clustering als zulässig angesehen und ist in der Praxis üblich. In Bezug auf ein Clustering ist zu beachten, dass die Cluster homogene Charakteristika der Finanzinstrumente aufweisen müssen. Hierbei wird unterstellt, dass die ausstehenden Forderungen jeweils gleichartige Risikomerkmale aufweisen und somit gleichartigen Ausfallwahrscheinlichkeiten unterliegen. Voith clustert nach den Geschäftsbereichen Hydro, Paper, Turbo und Others sowie nach den geographischen Regionen.

Abgeleitet aus dem ECL-Modell ergibt sich die nachfolgende Struktur der externen Ausfallrisiko-Ratingklassen:

in Tsd. € External Rating Aufteilung Forderungen Bruttobuchwert 1) Wertminderung Nettobuchwert Verlustrate
2021-09-30
Low Risk AAA bis BBB- 91% 1.290.370 -6.228 1.284.142 0,48%
Medium Risk BB+ bis BB- 7% 100.810 -802 100.008 0,80%
High Risk B+ bis B- 1% 20.162 -5.779 14.383 28,66%
2020-09-30
Low Risk AAA bis BBB- 91% 1.527.428 -7.177 1.520.251 0,47%
Medium Risk BB+ bis BB- 6% 98.544 -8.088 90.456 8,21%
High Risk B+ bis B- 3% 49.272 -398 48.874 0,81%

1) Bruttobuchwert abzüglich Einzelwertberichtigungen und ohne Berücksichtigung aktivischer Absetzung von Rückstellungen

Dem angewendeten Wertminderungsmodell liegt ein Ausfallereignis der Forderung nach einer Überfälligkeit von 365 Tagen zugrunde.

Im Vorfeld der Anwendung des Modells auf Konzernebene betrachten die Voith Gesellschaften den Forderungsbestand bezüglich objektiver Hinweise auf Wertminderung, wie zum Beispiel grundlos verspätete Zahlungen des Schuldners, signifikante Verschuldung oder Vertragsbruch. Der Bruttobuchwert der wertberichtigten Kundenforderungen wird letztendlich ausgebucht, wenn der Schuldner insolvent und das Insolvenzverfahren eröffnet ist.

Im Konzern bestehen keine wesentlichen Risikokonzentrationen. Die Konzernpolitik beschränkt das Kreditrisiko nicht auf eine Finanzinstitution, sondern führt Investitionen mit verschiedenen kreditwürdigen Finanzinstituten durch. Daneben gibt es keine wesentliche Konzentration der Kundenstruktur in einer bestimmten geografischen Region. Die Unternehmensgruppe ermittelt Wertberichtigungen für zweifelhafte Konten unter Berücksichtigung bestimmter Kunden, historischer Trends, Industriezweige und anderer Informationen.

Liquiditätsrisiko

Um finanzielle Verpflichtungen stets erfüllen zu können, hat die Voith Group ausreichend Barlinien und syndizierte Kredite mit ihren Bankpartnern verhandelt.

Im Februar 2020 hat Voith ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 400 Mio. €, mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren, aufgenommen. Die Tranchen werden mit fixen (169 Mio. €) oder variablen Zinsen auf Basis des 6M Euribor (231 Mio. €) vergütet. Dies dient weitestgehend der vorsorglichen Erhöhung von liquiden Mitteln. Des Weiteren wurde ein Teilbetrag in Höhe von 102 Mio. € im November 2020 dazu verwendet eine andere Schuldscheinfälligkeit zurückzuführen.

Nach Ausübung einer zweiten Verlängerungsoption wurde der bestehende syndizierte Euro-Kredit über 550 Mio. € bis April 2025 verlängert. Es wurden keine Financial Covenants vereinbart. Er ist nicht gezogen und steht als strategische Liquiditätsreserve zur Verfügung. Darüber hinaus stehen bestätigte Barkreditlinien in Höhe von 375 Mio. € mit Laufzeiten von 2-3 Jahren zur Verfügung. Am Bilanzstichtag wurden auch aus diesen Fazilitäten keine Mittel aufgenommen. Weitere freie, unbestätigte Banklinien in mittlerer dreistelliger Mio. € Höhe werden fallweise zur kurzfristigen Finanzierung des Umlaufvermögens genutzt. Zur Sicherstellung des internen und externen Wachstums refinanziert sich der Voith-Konzern langfristig auf dem Kapitalmarkt durch die Emission von Anleihen, Private Placements sowie einzelnen Bankdarlehen.

Der syndizierte Kredit in China wurde in 2019 refinanziert und hat eine Laufzeit bis 2024. Er sichert die währungskongruente Finanzierung des operativen Geschäfts auf dem dortigen Markt. Im Berichtszeitraum wurden aus dieser Fazilität noch keine Mittel aufgenommen.

Den Kreditfazilitäten liegen dem Voith-Rating entsprechende marktübliche Konditionen und Vertragsbedingungen zugrunde. Wie in den Jahren zuvor wurden auch im Geschäftsjahr 2020/21 alle Vertragsbedingungen vollständig eingehalten. Die von den Ratingagenturen Moody's, S&P und Scope vergebenen Ratings stehen auf Ba1 stable, BB+ stable und BBB- negative.

Die Liquiditätssicherstellung der Konzerngesellschaften erfolgt durch Cashpools, Inter-Company-Darlehen und durch die Allokation von externen Banklinien auf die einzelnen operativen Einheiten. Corporate Finance erstellt monatlich einen Finanzstatus für die gesamte Unternehmensgruppe. Salden zentraler Bank- und Cashpoolkonten sowie Avale stehen täglich zur Verfügung.

Die folgende Aufstellung zeigt die undiskontierten vertraglich vereinbarten Zahlungsmittelabflüsse aus Finanzinstrumenten:

in Tsd. € Stand 2021-09-30 Cashflows < 1 Jahr Cashflows 1-5 Jahre Cashflows > 5 Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 569.575 569.090 528 0
Verbindl. ggü. Kreditinstituten / Wechsel 546.725 83.384 274.610 213.484
Finanzverbindlichkeiten aus Leasingverträgen 98.189 28.304 61.194 12.868
Übrige Finanzverbindlichkeiten 142.404 50.474 31.397 60.420
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 236.661 212.312 23.630 720
Derivative Finanzinstrumente 33.314
Auszahlungen 475.546 195.097 0
Einzahlungen - 454.303 - 183.025 0
1.626.868 964.807 403.431 287.492
in Tsd. € Stand 2020-09-30 Cashflows < 1 Jahr Cashflows 1-5 Jahre Cashflows > 5 Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 537.532 536.918 709 0
Verbindl. ggü. Kreditinstituten / Wechsel 612.666 147.049 255.680 237.462
Finanzverbindlichkeiten aus Leasingverträgen 115.499 46.347 58.029 17.060
Übrige Finanzverbindlichkeiten 179.809 58.533 39.396 81.803
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 219.140 195.925 22.701 513
Derivative Finanzinstrumente 34.843
Auszahlungen 226.008 129.881 4.619
Einzahlungen - 205.094 - 124.920 - 5.249
1.699.489 1.005.686 381.476 336.208

Daneben bestehen zur Sicherung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit und Steuerung der Liquidität flüssige Mittel und kurzfristige Wertpapiere, die grundsätzlich jederzeit in Zahlungsmittel transferiert werden können.

Die Derivate umfassen zum einen Zahlungsmittelabflüsse derivativer Finanzinstrumente mit negativem Marktwert, bei denen ein Bruttozahlungsausgleich vereinbart worden ist. Bei diesen Derivaten stehen den Zahlungsmittelabflüssen entsprechende Zahlungsmittelzuflüsse gegenüber, die in obiger Tabelle getrennt nach Ein- und Auszahlungen (brutto) enthalten sind. Sofern zum anderen ein Nettozahlungsausgleich vorgenommen wird, werden die Zahlungsmittelab- und -zuflüsse saldiert dargestellt.

Es wird nicht erwartet, dass ein in die Fälligkeitsanalyse einbezogener Zahlungsstrom erheblich früher anfallen könnte oder zu einem wesentlich abweichenden Betrag anfällt.

Finanzmarktrisiko

Wechselkursrisiko:

Die Voith Group ist aufgrund ihrer weltweiten Produktions- und Handelsaktivitäten Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Diese Währungsrisiken bestehen insbesondere dort, wo Forderungen, Verbindlichkeiten, flüssige Mittel, Auftragseingänge/Bestellungen (feste Verpflichtung/geplante Transaktionen) in einer anderen Währung als der funktionalen Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft bestehen bzw. entstehen werden.

Währungssicherungen werden im Wesentlichen über Corporate Finance und deren Regional Finance Center kontrahiert. Die Transaktionsrisiken aus dem internationalen Lieferungs- und Leistungsverkehr werden primär durch den Einsatz von Devisentermingeschäften begrenzt. Grundsätzlich werden alle Fremdwährungstransaktionen in der Voith Group gesichert. Wesentliche Bilanzposten sowie Aufträge werden dabei im Rahmen des Hedge Accounting (Full Fair Value Ansatz) einzeln gesichert. Das Fremdwährungsrisiko entspricht demnach im Wesentlichen dem Nominalwert der Devisentermingeschäfte.

Im Projektgeschäft wird im Vorlauf von externen Sicherungsgeschäften sowohl die Sicherungsbeziehung als auch die Risikomanagementzielsetzung und -strategie im Hinblick auf zu besichernde Grundgeschäfte bzw. Transaktionen dokumentiert.

Um mit der Risikomanagementstrategie der Voith Group übereinzustimmen, müssen die Absicherungen hochwirksam sein. Durch die nachgewiesene Effektivität der Sicherungsbeziehung erhalten diese Geschäfte einen Hedge-Accounting-Status. Der Konzern beurteilt mithilfe der Dollar-Offset und Critical-Term-Match-Methode, ob das in jeder Sicherungsbeziehung designierte Derivat voraussichtlich effektiv sein wird und effektiv war. Wechselkursschwankungen wirken sich somit in der Erfolgsrechnung nicht aus und nehmen keinen Einfluss auf die projektbegleitende Kalkulation.

Bei diesen Sicherungsbeziehungen können sowohl die Auswirkungen des Kreditrisikos der Gegenparteien und des Konzerns auf den beizulegenden Zeitwert der Devisenterminkontrakte, die sich nicht in der Änderung des beizulegenden Zeitwerts der abgesicherten Zahlungsströme widerspiegeln, die auf die Änderung der Wechselkurse zurückzuführen sind, sowie Änderungen des Zeitpunkts der abgesicherten Geschäfte Hauptursachen für Ineffektivität sein.

In der Voith Group werden Finanzderivate extern über Corporate Finance im Auftrag der Konzerngesellschaften gehandelt. Konzerngesellschaften in devisenrechtlich beschränkten Ländern sichern Währungsrisiken lokal ab. Die zentrale Disposition, Überwachung und Dokumentation aller von Corporate Finance bzw. von den Konzerngesellschaften abgeschlossenen Devisensicherungen erfolgt mittels der konzernweit installierten Treasury-Management-Software.

Für den Voith-Konzern sind die Veränderungen des US-Dollar-Wechselkurses von Bedeutung. Das USD-Netto-Exposure betrug zum 30. September 2021 254 Mio. € (Vorjahr: 199 Mio. €). Unter Einbeziehung der o. g. Bilanzpositionen ergeben sich folgende Auswirkungen auf das Ergebnis und auf das Konzerneigenkapital: Fällt der US-Dollar um 5%, erhöht sich der Gewinn vor Steuern um 4.473 Tsd. € (Vorjahr: Erhöhung um 5.619 Tsd. €) und das sonstige Ergebnis verringert sich um 197 Tsd. € (Vorjahr: Erhöhung um 327 Tsd. €). Steigt der US-Dollar dagegen um 5%, verringert sich der Gewinn vor Steuern um 4.473 Tsd. € (Vorjahr: Verringerung um 5.619 Tsd. €) und das sonstige Ergebnis erhöht sich um 197 Tsd. € (Vorjahr: Verringerung um 327 Tsd. €). Die nicht in der Sensitivitätsanalyse berücksichtigten Exposure belaufen sich auf 146 Mio. € für CNY (Vorjahr: 60 Mio. €) sowie auf 55 Mio. € für SEK (Vorjahr: 12 Mio. €).

Zinsänderungsrisiko:

Das Zinsrisiko bestehender externer Refinanzierung des Voith-Konzerns wird zentral analysiert und durch Corporate Finance gesteuert. Zinsrisiken durch eventuelle Wertschwankungen eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktzinssätze bestehen insbesondere bei mittel- und langfristigen festverzinslichen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Das Marktwertrisiko bei festverzinslichen Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. das Zinsänderungsrisiko bei variabel verzinsten Forderungen und Verbindlichkeiten wird fallweise abgesichert durch z.B. Zinsswaps und, sofern sachgerecht, wird Hedge Accounting angewendet.

Die Vermögenspositionen bestehen im Wesentlichen aus Bankguthaben, die am Geldmarkt angelegt sind bzw. dazu genutzt werden, die bestehenden Cashpools zu finanzieren. Die am Cashpool teilnehmenden Konzerngesellschaften sind durch tägliches Zerobalancing keinen externen Zinsrisiken ausgesetzt.

Auf der Aufwandseite resultiert das Zinsänderungsrisiko aus einem Schuldscheindarlehen sowie aus verschiedenen Bankdarlehen.

Die folgende Tabelle gruppiert die Buchwerte der wesentlichen Finanzinstrumente des Konzerns, die einem Zinsänderungsrisiko unterliegen, nach vertraglich festgesetzter Fälligkeit:

in Tsd. € Innerhalb eines Jahres 1-2 Jahre 2-3 Jahre 3-4 Jahre
2021-09-30
Variabel verzinslich
Flüssige Mittel 511.165 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 77.405 1.110 1.109 98.189
Festverzinslich
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.363 38.711 737 102.896
in Tsd. € 4-5 Jahre über fünf Jahre Summe
2021-09-30
Variabel verzinslich
Flüssige Mittel 0 0 511.165
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 711 135.342 313.866
Festverzinslich
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 21.701 67.450 232.858
in Tsd. € Innerhalb eines Jahres 1-2 Jahre 2-3 Jahre 3-4 Jahre
2020-09-30
Variabel verzinslich
Flüssige Mittel 581.766 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 38.750 500 500 500
Festverzinslich
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 101.987 1.987 39.314 737
in Tsd. € 4-5 Jahre über fünf Jahre Summe
2020-09-30
Variabel verzinslich
Flüssige Mittel 0 0 581.766
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 97.971 137.409 275.630
Festverzinslich
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 102.796 89.812 336.633

Würde sich zu den nächsten beiden Zinsterminen der 6M Euribor um 100 Basispunkte gegenüber dem Stand vom 30. September 2021 erhöhen, würden für den variablen Teil des Schuldscheindarlehens zusätzliche Zinskosten von 1,1 Mio. € p.a. (Vorjahr: 1,2 Mio. € p.a.) entstehen. Würde der 6M Euribor dagegen zu den nächsten beiden Zinsterminen um 100 Basispunkte fallen, würden die Zinskosten unverändert bleiben.

Das Zinsergebnis aus den übrigen wesentlichen variablen verzinslichen Finanzinstrumenten wäre um 4,3 Mio. € höher (niedriger) (Vorjahr: 5,4 Mio. € höher (niedriger)) ausgefallen, wenn das Marktzinsniveau zum 30. September 2021 um 100 Basispunkte höher (niedriger) gewesen wäre. Im Wesentlichen resultiert dieser Effekt aus variabel verzinslichen Finanzinstrumenten in der Währung CNY (2,5 Mio. €). Im Vorjahr resultierte der Effekt im Wesentlichen aus variabel verzinslichen Finanzinstrumenten in der Währung Euro (2,7 Mio. €).

Wertpapier- und Aktienkursrisiko:

Die Voith Group hält Wertpapiere in der Bewertungskategorie "Bewertung erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI)" in Höhe von 15 Mio. € (Vorjahr: 14 Mio. €). Würden sich die zugrunde liegenden Aktienkurse um 10% ändern, würde sich das Eigenkapital um 10% des Buchwertes der jeweiligen Aktien ändern.

Grundsätzlich ist anzumerken, dass das offene Kursrisiko kontinuierlich analysiert wird und entsprechende Maßnahmen abgestimmt werden.

Rohstoffpreisrisiko:

Der Voith-Konzern ist Risiken aus der Änderung von Rohstoffpreisen ausgesetzt, da sich diese auch in den zumeist benötigten Halbfertigerzeugnissen niederschlagen. Der Voith-Zentraleinkauf ermittelt regelmäßig seinen Materialbedarf hinsichtlich Art, Volumen und Bedarfsterminen. Auf Anforderung des Zentraleinkaufs in Abstimmung mit den Konzerngesellschaften können entsprechende Rohstoffterminkontrakte über Corporate Finance abgeschlossen werden, um latente Rohstoffpreisrisiken zu begrenzen. Im Geschäftsjahr bestanden Rohstoffterminkontrakte in unwesentlicher Höhe.

Sicherungsbeziehungen:

Zur Absicherung von Währungsrisiken bestanden folgende Positionen:

Nominalwerte 1) positive Marktwerte negative Marktwerte
in Tsd. € < 1 Jahr > 1 Jahr < 1 Jahr > 1 Jahr < 1 Jahr > 1 Jahr
2021-09-30
Devisentermingeschäfte (Fair-Value-Hedges) 595.944 249.947 16.775 8.087 15.326 8.674
Devisentermingeschäfte (Cashflow Hedges) 11.050 991 0 0 447 0
Sonstige Derivate 330.954 156.053 4.452 4.270 5.696 3.171
937.948 406.991 21.227 12.357 21.469 11.845
Nominalwerte 1) positive Marktwerte negative Marktwerte
in Tsd. € < 1 Jahr > 1 Jahr < 1 Jahr > 1 Jahr < 1 Jahr > 1 Jahr
2020-09-30
Devisentermingeschäfte (Fair-Value-Hedges) 431.007 386.165 7.855 3.531 18.234 13.549
Devisentermingeschäfte (Cashflow Hedges) 26.593 0 179 0 0 0
Sonstige Derivate 233.750 20.545 2.329 507 2.832 228
691.350 406.710 10.363 4.038 21.066 13.777

1) Nominalwerte bezeichnen die Volumina der Grundgeschäfte in Landeswährung, umgerechnet mit dem Stichtagskurs.

Positive Marktwerte werden am Bilanzstichtag als sonstige finanzielle Vermögenswerte und negative Marktwerte als Finanzverbindlichkeiten (bei finanziellen Grundgeschäften) bzw. sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (bei operativen Grundgeschäften) ausgewiesen.

Die Marktwerte der Devisentermingeschäfte wurden als Barwerte der Zahlungsströme unter Berücksichtigung der jeweiligen vertraglich vereinbarten Terminkurse und des Terminkurses am Bilanzstichtag ermittelt. Die Durchschnittskurse der abgeschlossenen Devisentermingeschäfte für wesentliche Währungspaare stellen sich zum 30. September 2021 wie folgt dar:

durchschnittliche Sicherungskurse
< 1 Jahr > 1 Jahr
EUR/USD 1,1985 1,2782
EUR/CNY 7,8984 7,1159
USD/BRL 4,3087 5,4593
USD/CNY 6,7138 7,1632
USD/INR 75,5438 80,2852

Absicherung des beizulegenden Zeitwerts:

Der Konzern designiert Fair-Value-Hedges überwiegend zur Absicherung von Währungsrisiken.

Im Geschäftsjahr 2020/21 wurde aus derivativen Finanzinstrumenten, die als Fair-Value-Hedges klassifiziert waren, ein Gewinn von 21.260 Tsd. € (Vorjahr: Verlust von 10.877 Tsd. €) erfasst. Da die Sicherungsinstrumente im Wesentlichen als hocheffektiv eingestuft wurden, resultierte aus der Stichtagsbewertung der gesicherten Grundgeschäfte ein gegenläufiges Ergebnis in entsprechender Höhe.

In der folgenden Tabelle sind die Bewertungseffekte der abgesicherten Grundgeschäfte ("Firm Commitments") sowie die Wertänderung der Grundgeschäfte, die als Grundlage zur Ermittlung der Ineffektivität herangezogen wurden, dargestellt. Die Wertänderung der Sicherungsinstrumente, die als Grundlage zur Ermittlung der Ineffektivität herangezogen wurden, entspricht der Wertänderung der gesicherten Grundgeschäfte.

Bilanzposition
in Tsd. € übrige finanzielle Vermögenswerte Finanzverbindlichkeiten bzw. übrige finanzielle Verbindlichkeiten Wertänderung der gesicherten Grundgeschäfte, die als Grundlage zu Ermittlung der Ineffektivität herangezogen wurden
2021-09-30
Firm Commitments 10.137 16.097 - 863
2020-09-30
Firm Commitments 20.501 8.623 20.397

Im Geschäftsjahr 2020/21 ergaben sich positive Ergebniseffekte in Höhe von 1 Mio. € aufgrund von Ineffektivitäten (Vorjahr: keine), die in den übrigen Aufwendungen enthalten sind.

Wertänderungen aus derivativen Finanzinstrumenten, die die Anforderungen des IAS 39 für Hedge Accounting nicht erfüllen, werden am Bilanzstichtag erfolgswirksam in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Absicherung von Cashflows:

Zum 30. September 2021 bestehen Absicherungen künftiger Cashflows, die Währungsrisiken unterliegen.

Die Sicherungsbeziehungen zur Absicherung von Cashflows aus den erwarteten künftigen Verkäufen wurden als hocheffektiv eingestuft. Daher wurde zum 30. September 2021 ein nicht realisierter Verlust in Höhe von 500 Tsd. € (Vorjahr: Gewinn in Höhe von 124 Tsd. €) in den sonstigen Rücklagen des Konzerneigenkapitals erfasst.

In der folgenden Tabelle sind die Bewertungseffekte der abgesicherten Grundgeschäfte ("Forecast Transactions") sowie die Wertänderung der Grundgeschäfte, die als Grundlage zur Ermittlung der Ineffektivität herangezogen wurden, dargestellt. Die Wertänderung der Sicherungsinstrumente, die als Grundlage zur Ermittlung der Ineffektivität herangezogen wurden, entspricht der Wertänderung der gesicherten Grundgeschäfte.

in Tsd. € Veränderung der beizulegenden Zeitwerte der Grundgeschäfte Sicherungsrücklage Wertänderung der gesicherten Grundgeschäfte, die als Grundlage zur Ermittlung der Ineffektivität herangezogen wurden
2021-09-30
Forecast Transactions - 626 - 500 - 626
2020-09-30
Forecast Transactions - 224 124 - 224

In den Geschäftsjahren 2020/21 und 2019/20 ergaben sich keine Ergebniseffekte aufgrund von Ineffektivitäten.

Im Geschäftsjahr 2020/21 erfolgte eine Umgliederung aus den sonstigen Rücklagen in die sonstigen betrieblichen Aufwendungen der Gewinn-und-Verlust-Rechnung in Höhe von -70 Tsd. € (Vorjahr: 764 Tsd. €) aufgrund der Beendigung von Sicherungsgeschäften. Es wurden wie im Vorjahr keine Gewinne oder Verluste in den Anschaffungskosten der Vorräte berücksichtigt, aktuell bestehende Cashflow Hedge Beziehungen sehen eine Reklassifizierung gegen die Gewinn-und-Verlust-Rechnung vor.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betrugen im Geschäftsjahr 2020/21 insgesamt 192.028 Tsd. € (Vorjahr: 188.592 Tsd. €).

Hiervon wurden 6.030 Tsd. € (Vorjahr: 10.025 Tsd. €) als Entwicklungskosten in der Bilanz aktiviert. Die übrigen Aufwendungen betreffen in Höhe von 139.055 Tsd. € (Vorjahr: 132.611 Tsd. €) Aktivitäten für nicht kundenspezifische Neu- und Weiterentwicklungen sowie in Höhe von 46.943 Tsd. € (Vorjahr: 45.956 Tsd. €) Entwicklungsaktivitäten, die im Rahmen von Kundenaufträgen anfielen.

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

In Ausübung der normalen Geschäftstätigkeit steht die Voith GmbH & Co. KGaA sowohl mit den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen als auch mit weiteren nahestehenden Unternehmen und Personen (Familiengesellschafter, Aufsichtsräte und Mitglieder der Geschäftsführung) in Beziehung.

Im Geschäftsjahr 2007/08 wurde ein Tochterunternehmen der damaligen Voith GmbH im Rahmen einer Transaktion unter gemeinsamer Kontrolle an die Familiengesellschafter verkauft. Dieses Unternehmen, die JMV GmbH & Co. KG, Heidenheim an der Brenz ist im Geschäftsjahr 2019/20 auf die JMV SE & Co. KG, Heidenheim an der Brenz, angewachsen. Diese bildet seither das oberste Mutterunternehmen des Voith-Konzerns.

Alle Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen werden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt.

Mitglieder der Geschäftsführung der Voith Management GmbH, Mitglieder des Aufsichtsrates der Voith GmbH & Co. KGaA und Familiengesellschafter sind Mitglieder in Aufsichts- und Verwaltungsräten von anderen Unternehmen, mit denen Voith im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Beziehungen unterhält. Soweit Geschäfte mit diesen Unternehmen getätigt werden, werden diese zu Bedingungen ausgeführt, wie sie auch mit fremden Dritten üblich sind.

An Mitglieder des Aufsichtsrats sowie ehemalige Mitglieder des Vorstands wurden für Dienst- und Beratungsleistungen zu marktüblichen Konditionen insgesamt 600 Tsd. € (Vorjahr: 600 Tsd. €) bezahlt. Von sonstigen nahestehenden Unternehmen wurden Beratungsleistungen über insgesamt 462 Tsd. € (Vorjahr 0 €) erbracht, von denen zum 30. September 2021 122 Tsd. € noch zu bezahlen waren.

Den größten Teil des Lieferungs- und Leistungsvolumens mit nahestehenden Unternehmen und Personen zeigt folgende Tabelle:

in Tsd. € 2020/21 2019/20
Verbindlichkeiten gegen Familiengesellschafter 8.636 7.186
Von assoziierten Unternehmen bezogene Leistungen 307 257
Für assoziierte Unternehmen erbrachte Leistungen 4.931 3.397
Forderungen gegen assoziierte Unternehmen 58 4.472
Verbindlichkeiten gegen assoziierte Unternehmen 848 753
Von sonstigen Beteiligungen bezogene Leistungen 3.140 3.753
Für sonstige Beteiligungen erbrachte Leistungen 10.323 10.414
Forderungen gegen sonstige Beteiligungen inkl. geleisteter Anzahlungen 10.454 10.231
Wertberichtigungen auf Forderungen gegen sonstige Beteiligungen - 354 - 375
Verbindlichkeiten gegen sonstige Beteiligungen und gegen die Voith Management GmbH 27.912 27.260
Von Gemeinschaftsunternehmen bezogene Leistungen 2 164
Für Gemeinschaftsunternehmen erbrachte Leistungen 8 0
Forderungen gegen Gemeinschaftsunternehmen 255 170
Verbindlichkeiten gegen Gemeinschaftsunternehmen 846 725
Vom obersten Mutterunternehmen bezogene Leistungen 10.925 11.271
Für das oberste Mutterunternehmen erbrachte Leistungen 1.406 1.336
Forderungen gegen das oberste Mutterunternehmen 498 55
Verbindlichkeiten gegen das oberste Mutterunternehmen 10.303 9.568

Die Verbindlichkeiten gegen Familiengesellschafter beinhalten laufende variabel verzinsliche Verrechnungskonten sowie Rentenverpflichtungen.

Zu weiteren Erläuterungen zu den gegenüber Familiengesellschaftern begebenen Genussrechtskapitalien in Höhe von 103.400 Tsd. € (Vorjahr: 103.400 Tsd. €) verweisen wir auf Tz. 19.

Im Geschäftsjahr 2020/21 wurden keine Bürgschaften zugunsten von sonstigen Beteiligungen gegeben (Vorjahr: 1.101 Tsd. €).

Kapitalerhöhungen zugunsten von Gemeinschaftsunternehmen wurden in Höhe von 853 Tsd. € (Vorjahr: 625 Tsd. €) vorgenommen.

Organbezüge

Die Gesamtbezüge einschließlich Pensionsaufwand der Mitglieder der Geschäftsführung der Voith Management GmbH betrugen für das Geschäftsjahr 9.831 Tsd. € (Vorjahr: 10.420 Tsd. €). Aufgrund der Weiterbelastung dieser Aufwendungen von der Voith Management GmbH an die Voith GmbH & Co. KGaA sind diese in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung des Voith-Konzerns im Personalaufwand vollständig enthalten. Hierin sind kurzfristig fällige Leistungen in Höhe von 9.004 Tsd. € (Vorjahr: 6.039 Tsd. €), Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Höhe von 827 Tsd. € (Vorjahr: 877 Tsd. €) sowie Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses gemäß IAS 24 in Höhe von 0 € (Vorjahr: 3.505 Tsd. €) enthalten.

Die handelsrechtlichen Gesamtbezüge der Mitglieder des Geschäftsführungsorgans betragen 8.186 Tsd. € (Vorjahr: 5.490 Tsd. €).

Als Folge der Bündelung der Konzerngeschäftsführung in der Voith Management GmbH sind die für diese Personengruppe vor ihrer Geschäftsführerbestellung im Voith-Konzern bestehenden Pensionsverpflichtungen mit ihrem jeweiligen handelsrechtlichen Erfüllungsbetrag auf die Voith Management GmbH übertragen worden. Auf dieser Grundlage wurde im Geschäftsjahr 2020/21 ein weiterer Erfüllungsbetrag von 280 Tsd. € übertragen.

Für die Konzerngeschäftsführung in der Voith Management GmbH beträgt der Anwartschaftsbarwert zum 30. September 2021 9.990 Tsd. € (inkl. Ansprüche aus Deferred Compensation; Vorjahr: 9.424 Tsd. €).

Gegenüber früheren Geschäftsführern und Vorstandsmitgliedern beträgt der Anwartschaftsbarwert sämtlicher Pensionszusagen 90.690 Tsd. € (Vorjahr: 91.741 Tsd. €). Davon betreffen 2.730 Tsd. € (Vorjahr: 2.878 Tsd. €) Verpflichtungen der ehemaligen Konzernmuttergesellschaft J.M. Voith SE & Co. KG gegenüber den damaligen Konzerngeschäftsführern.

Für frühere Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder besteht Planvermögen in Höhe von 38.602 Tsd. € (Vorjahr: 37.923 Tsd. €).

Die genannten Beträge sind in der Anhangsangabe Tz. 20 enthalten.

Die Bezüge der ehemaligen Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder betrugen 4.967 Tsd. € (Vorjahr: 4.437 Tsd. €). Davon betreffen 399 Tsd. € (Vorjahr: 397 Tsd. €) Bezüge der Konzerngeschäftsführer der ehemaligen Konzernmuttergesellschaft J.M. Voith SE & Co. KG.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates der Voith GmbH & Co. KGaA erhielten Vergütungen (kurzfristig fällig) in Höhe von 376 Tsd. € (Vorjahr: 380 Tsd. €).

Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Im Geschäftsjahr 2020/21 entstand folgender Honoraraufwand für die Leistungen des Abschlussprüfers (inklusive Auslagenersatz):

in Tsd. € 2020/21 2019/20
Abschlussprüfungen 2.784 2.741
Sonstige Bestätigungs- oder Bewertungsleistungen 0 4
Steuerberatungsleistungen 999 684
Sonstige Leistungen 6 6
3.789 3.435

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Am 21. Oktober hat sich Voith mit Siemens Energy auf die Übernahme der verbleibenden Anteile in Höhe von 35 Prozent an der Voith Hydro Holding GmbH & Co. KG verständigt. Nach Abschluss der Transaktion wird die Voith Group alleiniger Anteilseigner des bisher als Joint-Venture mit Siemens Energy geführten Konzernbereichs Voith Hydro sein. Wir erwarten, dass wir die Übernahme, vorbehaltlich der kartellrechtlichen und der weiteren erforderlichen Genehmigungen, gegen Ende des ersten Quartals 2022 abschließen können. Der Erwerb soll durch ein vom obersten Mutterunternehmen JMV SE & Co. KG beherrschtes Unternehmen erfolgen, welches nicht in den vorliegenden Konzernabschluss einbezogen ist. Es ist beabsichtigt, dass zur Finanzierung des Kaufpreises die Gewährung eines Darlehens an die erwerbende Gesellschaft durch ein in den vorliegenden Konzernabschluss einbezogenes Unternehmen erfolgt.

Konzerngeschäftsführung

Als Geschäftsführer der Voith Management GmbH waren im Geschäftsjahr 2020/21 bestellt:

Dr. Toralf Haag

Egon Krätschmer

Dr. Stefan Kampmann (ab

1. Dezember 2020)

Andreas Endters

Uwe Wehnhardt

Cornelius Weitzmann (ab

1. Juni 2021)

Dr. Uwe Knotzer (bis 31. Mai 2021)

 

Heidenheim an der Brenz, den 29. November 2021

Die Geschäftsführung der Voith Management GmbH

Dr. Toralf Haag

Egon Krätschmer

Dr. Stefan Kampmann

Andreas Endters

Uwe Wehnhardt

Cornelius Weitzmann

Der zur Veröffentlichung vorgesehene Konzernabschluss der Voith GmbH & Co. KGaA zum 30. September 2021 wird inklusive des von der KPMG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, erteilten uneingeschränkten Bestätigungsvermerks beim Bundesanzeiger in deutscher Sprache eingereicht (abzurufen unter www.bundesanzeiger.de).

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

Heidenheim an der Brenz, den 29. November 2021

Die Geschäftsführung der Voith Management GmbH

Dr. Toralf Haag

Egon Krätschmer

Dr. Stefan Kampmann

Andreas Endters

Uwe Wehnhardt

Cornelius Weitzmann

Anteilsbesitz zum 30.09.2021

1 Beteiligungen Konzernquote siehe Fussnote
VTAU Voith Turbo Pty. Ltd. Smithfield, NSW Australien 100,00
VTBV Voith Turbo N.V. Heverlee Belgien 100,00
VHTU Voith Hydro Bosnia d.o.o. Živinice Živinice Bosnien und Herzegovina 65,00
VTEB ELIN Motors Bosnia d.o.o. Živinice Bosnien und Herzegovina 70,00
VHP Voith Hydro Ltda. São Paulo (SP) Brasilien 65,00
VPBM Meri Sistemas e Tecnologia Ltda. São Paulo (SP) Brasilien 100,00
VPP Voith Paper Máquinas e Equipamentos Ltda. São Paulo (SP) Brasilien 100,00
VTPA Voith Turbo Ltda. São Paulo (SP) Brasilien 100,00
VTCI Voith Turbo S. A. Santiago Chile 100,00
VTCL Voith Lutong Urban Rail Gearbox Technology (Changchun) Co., Ltd. Changchun China 50,00
VPCG Voith Paper Rolls Guangzhou Co., Ltd. Guangzhou City China 100,00
VTEA Voith Turbo Limited Hong Kong China 100,00
VPMC Meri Environmental Technology (Kunshan) Co., Ltd. Kunshan China 100,00
VPC Voith Paper (China) Co., Ltd. Kunshan, Jiangsu China 100,00
DSC Voith Digital Solutions (Shanghai) Co.,Ltd. Schanghai China 100,00
VHS Voith Hydro Shanghai Ltd. Schanghai China 52,00
VOCS Voith Corporate Management (Shanghai) Co., Ltd. Schanghai China 100,00
VPCW Voith Paper International Trading Co., Ltd. Schanghai China 100,00
VPTP Toscotec Paper Machine (Shanghai) Co., Ltd. Schanghai China 90,00
VTCC Shanghai CRRC Voith Transmission Technology Co., Ltd Schanghai China 50,00
VTCN Voith Turbo Power Transmission (Shanghai) Co., Ltd. Schanghai China 100,00
VTCQ Voith Turbo China Co., Ltd. Schanghai China 100,00
VTKT Shanghai Voith Schaku KTK Coupler Technology Co., Ltd. Schanghai China 50,00
VOC Voith Composites SE & Co. KG Garching Deutschland 100,00 1)
VRG Voith Robotics GmbH Garching Deutschland 100,00
DSZ Voith Digital Solutions Holding GmbH Heidenheim Deutschland 100,00 2)
VHH Voith Hydro GmbH & Co. KG Heidenheim Deutschland 65,00 1)
VHHB VH Auslandsbeteiligungen GmbH Heidenheim Deutschland 65,00
VHHD VH Beteiligungen GmbH Heidenheim Deutschland 65,00
VHZ Voith Hydro Holding GmbH & Co. KG Heidenheim Deutschland 65,00 1)
VODG Voith Dienstleistungen und Grundstücks GmbH Heidenheim Deutschland 100,00
VOFS Voith Financial Services GmbH Heidenheim Deutschland 100,00
VOHA Voith Assekuranz Vermittlung GmbH Heidenheim Deutschland 100,00
VPPA VP Auslandsbeteiligungen GmbH Heidenheim Deutschland 100,00 2)
VTVA Voith Turbo Vertriebsgesellschaft mbH Heidenheim Deutschland 100,00 2)
VZBA Voith Auslandsbeteiligungen GmbH Heidenheim Deutschland 100,00 2)
VZGT Voith Global Trading SE Heidenheim Deutschland 100,00
VZHB Voith Hydro Beteiligungen GmbH Heidenheim Deutschland 100,00 2)
VZIV Voith Industrieverwaltung GmbH Heidenheim Deutschland 100,00 2)
VZST Voith VZST GmbH Heidenheim Deutschland 100,00
VZUH VZUS Auslandsbeteiligungen GmbH Heidenheim Deutschland 100,00 2)
VZB J.M. Voith SE & Co. KG Heidenheim Deutschland 100,00 1)
VPMG Voith Paper Krieger GmbH & Co. KG Mönchengladbach Deutschland 85,00 1)
DSGM Ray Sono AG München Deutschland 60,00
VPMR MERI Environmental Solutions GmbH München Deutschland 100,00
VPBW BTG Instruments GmbH Weßling Deutschland 100,00
VPHE Voith Paper Oy Tampere Finnland 100,00
VPBF BTG Southern Europe Sarl Dury Frankreich 100,00
VTFV Voith Turbo SAS Noisy-le-Grand Cedex Frankreich 100,00
VTGB Voith Turbo Limited Croydon Grossbritannien 100,00
VPMA Voith Paper Ltd. Manchester Grossbritannien 100,00
DSIF Flow Link Systems Private Ltd. Coimbatore Indien 80,00
DSI Voith Digital Solutions India Private Limited Delhi Indien 100,00
VHN Voith Hydro Private Limited Delhi Indien 65,00
VPFV Voith Paper Fabrics India Ltd. Faridabad (Haryana) Indien 74,04
VTIP Voith Turbo Private Limited Hyderabad (A.P.) Indien 100,00
VPMP Voith Paper Technology (India) Private Limited Kalkutta Indien 100,00
VPJA PT. Voith Paper Karawang - West Java Indonesien 100,00
VPRK PT. Voith Paper Rolls Indonesia Karawang - West Java Indonesien 76,00
VPRU RIF ROLL COVER S.r.l. Basaldella (Udine) Italien 51,00
VHMI Voith Hydro S.r.l. Cinisello Balsamo Italien 65,00
VPTI Toscotec S.p.A Marlia (LU) Italien 90,00
VPTS S.TO.R.I. S.r.l. Marlia (LU) Italien 90,00
VTIV Voith Turbo S.r.l. Reggio Emilia Italien 100,00
VPSO Voith Paper S.r.L. Schio (Vicenza) Italien 100,00
VHFK Voith Fuji Hydro K. K. Kawasaki-shi, Kanagawa Japan 32,50
VTFC Voith Turbo Co., Ltd. Kawasaki-shi, Kanagawa Japan 100,00
VPIT Voith IHI Paper Technology Co., Ltd. Tokio Japan 49,00
VHM Voith Hydro Inc. Brossard (QC) Kanada 65,00
VOCA Voith Canada Inc. Hawkesbury (ON) Kanada 100,00
VTKB Voith Turbo Colombia S.A.S. Bogotá D.C. Kolumbien 100,00
VTKV Voith Turbo Co., Ltd. Seoul Korea (the Republic of Korea) 100,00
VHHR SINTAKSA d.o.o Split Kroatien 33,15
VPFI Voith Paper Fabrics Ipoh Sdn. Bhd. Chemor, Perak Darul Ridzuan Malaysia 100,00
VTX Voith Turbo S.A. de C.V. Ciudad de México Mexiko 100,00
VPHN Voith Paper Fabrics B.V. Haaksbergen Niederlande 100,00
VTNT Voith Turbo B.V. Twello Niederlande 100,00
VPVA Voith Paper B.V. Vaassen Niederlande 100,00
VHO Voith Hydro AS Oslo Norwegen 65,00
VTNO Voith Turbo AS Oslo Norwegen 100,00
VTEM ELIN Motoren GmbH Preding/Weiz Österreich 70,00
VHPO Voith Hydro GmbH & Co KG St. Pölten Österreich 65,00
VZAT Voith Austria GmbH St. Pölten Österreich 100,00
VTPL Voith Turbo Sp. z o.o. Wola Krzysztoporska Polen 100,00
VHBU Voith Hydro S.R.L. Bukarest Rumänien 65,00
VHBA Voith Hydro OOO Balakovo Russische Föderation 65,00
VTKM Voith Turbo OOO Kazan Russische Föderation 100,00
VPPT Voith Paper Technology Russia GmbH Sankt Petersburg Russische Föderation 100,00
DSSW Pilotfish Networks AB Göteborg Schweden 81,97
VPFK Voith Paper Fabrics Holding AB Högsjö Schweden 100,00
VPHS Voith Paper Fabrics Högsjö AB Högsjö Schweden 100,00
VTS Voith Turbo Safeset AB Hudiksvall Schweden 100,00
VPBS BTG Instruments AB Säffle Schweden 100,00
VHV Voith Hydro AB Västerås Schweden 65,00
VPBE BTG Eclépens S.A. Eclepens Schweiz 100,00
VPWZ Voith Paper Walztechnik AG Zürich Schweiz 100,00
VTSG Voith Pte. Ltd. Singapore Singapur 100,00
VTEV Voith Turbo S.A.U. Coslada Spanien 100,00
VPFG Voith Paper Fabrics, S.A. Guissona (Lérida) Spanien 100,00
VHTO Voith Hydro S.L. Ibarra (Gipuzkoa) Spanien 65,00
VPTA Voith Paper S.A. Ibarra (Gipuzkoa) Spanien 100,00
VTPB Voith Property Company (Pty) Ltd. Witfield (Boksburg) Südafrika 100,00
VTZA Voith Turbo (Pty) Ltd Witfield (Boksburg) Südafrika 100,00
VTTI Voith Turbo Co., Ltd. Kaohsiung City Taiwan (Province of China) 100,00
VTCZ VOITH TURBO s.r.o. Cerekvice nad Loučnou Tschechien 100,00
VPTU Voith Paper Kağit Sanayi Limited Şirketi Istanbul Türkei 100,00
VHAN Voith Hydro Limited Sirketi Söğütözü - Ankara Türkei 65,00
VTTR Voith Turbo Güç Aktarma Tekniği Ltd. Şti. Söğütözü - Ankara Türkei 100,00
VTEH ELIN Metal Kft. Bátonyterenye Ungarn 70,00
VTHU Voith Turbo Kft. Biatorbágy Ungarn 100,00
VPUM Voith Meri Environmental Solutions, Inc. Appleton (WI) USA 100,00
VZUS-VO Voith US Inc. Appleton (WI) USA 100,00
VPTN Toscotec North America Inc. De Pere (WI) USA 90,00
VPBG BTG IPI LLC Green Bay, De Pere (WI) USA 100,00
VPBN BTG Americas Inc. Norcross (GA) USA 100,00
VPBV Capstone Technology Corporation Vancouver USA 100,00
VPFX Voith Paper Fabrics Waycross, LLC Waycross (GA) USA 100,00
VPBH BTG Holding Inc. Wilmington (DE) USA 100,00
DSUO OnCare Digital Assets Inc. York (PA) USA 100,00
VHY Voith Hydro Inc. York (PA) USA 65,00
VTAE Voith Middle East FZE Dubai Vereinigte Arabische Emirate 100,00
VHBS Voith Hydro Ltda - Sucursal Argentina Buenos Aires Argentinien 65,00
VPBU Voith Paper Argentina S.A. Carapachay - Buenos Aires Argentinien 100,00
VHMA Voith Hydro da Amazonia Ltda. Manaus Brasilien 64,93
VHPS Voith Hydro Services Ltda. São Paulo (SP) Brasilien 65,00
VPBA Voith Mont Montagens e Serviços Ltda. São Paulo (SP) Brasilien 100,00
VPCL Voith Paper Chile SpA Coronel Chile 100,00
VHSC Voith Hydro S.A. Santiago de Chile (Las Condes) Chile 65,00
VTRG H + L Hydraulic Ltd. Croydon Grossbritannien 100,00
VTRS Voith Turbo Rail Systems Ltd. Croydon Grossbritannien 100,00
VPFE Voith Paper Fabrics Stubbins, Ltd. Manchester Grossbritannien 100,00
VHBO Voith Hydro Ltda.-Sucursal Colombia Medellín-Antioquia Kolumbien 65,00
VPFI-SU Voith Paper Fabrics Asia Pacific Sdn. Bhd. Ipoh Malaysia 100,00
VPMX VOITH PAPER MEXICO S DE RL DE CV Ciudad de México Mexiko 100,00
VHMX Voith Hydro Mexico, S. de R.L. de C.V. Ciudad de México Mexiko 64,98
VHPY Voith Hydro Ltda. - Sucursal Paraguay Asuncion Paraguay 65,00
VHLI Voith Hydro Lima S.A.C. Lima Peru 64,35
VPTH VOITH Paper (Thailand) Co., Ltd. Bangkok Thailand 100,00
VHYA Voith Hydro Inc., Sucursal Argentina Buenos Aires USA 65,00
VHAA Voith Hydro East Africa Consultancy PLC Addis Ababa Afrika 65,00 3)5)
VTRM Voith Turbo Trade Unitary Enterprise Minsk Belarus 100,00 3)5)
VHPF Fundação Voith São Paulo (SP) Brasilien 82,85 3)5)
VTDK Voith Turbo A/S Køge Dänemark 100,00 3)
EVHH Erste VHH GmbH Heidenheim Deutschland 65,00 3)
EVOC Erste VOC GmbH Heidenheim Deutschland 100,00 3)
EVPFZ Erste VPFZ GmbH Heidenheim Deutschland 100,00 3)
VHHE VHH Europa Auslandsbeteiligungen GmbH Heidenheim Deutschland 65,00 3)
VHZV Voith Hydro Holding Verwaltungs GmbH Heidenheim Deutschland 65,00 3)
VOPA Voith Patent GmbH Heidenheim Deutschland 100,00 3)
VPKU Voith Paper Unterstützungskasse GmbH Heidenheim Deutschland 100,00 3)
VTHZ Voith Turbo Zollzweckgemeinschaft GbR Heidenheim Deutschland 100,00 3)
VZBV J.M. Voith Management SE Heidenheim Deutschland 100,00 3)
VTGW Devisoris Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG Mainz Deutschland 94,00 3)5)6)
VPKV Voith Paper Krieger Verwaltungs GmbH Mönchengladbach Deutschland 85,00 3)
VOFB Voith Trustee UK Limited Croydon Grossbritannien 100,00 3)
VTID PT Voith Turbo Jakarta Indonesien 100,00 3)
VHJA PT Voith Hydro Indonesia Jakarta Selatan Indonesien 43,55 3)
VTIR Voith Turbo Iran Co., Ltd. Teheran Iran 99,97 3)
VTIL Voith Turbo Israel Ltd. Petach Tickva Israel 100,00 3)5)
VHJK Voith Fuji Energy Service G.K. Kawasaki-shi, Kanagawa Japan 32,50 3)
VTNR Nippon Retarder System Co., Ltd. Osaka Japan 50,00 3)5)6)
VTHR Voith Turbo d.o.o. Zagreb Kroatien 100,00 3)5)
VTKL Voith Turbo Sdn. Bhd. Batu Caves, Selangor Malaysia 100,00 3)
VTCA Voith Turbo S.A. Casablanca Marokko 99,99 3)
VHPV Voith Hydro GmbH St. Pölten Österreich 65,00 3)
VPSU Voith Unterstützungskasse GmbH St. Pölten Österreich 100,00 3)
VTPE Voith Turbo S.A.C. Lima Peru 100,00 3)5)
VPPO Voith Paper FRS, Unipessoal Lda. Coimbra Portugal 100,00 3)5)
VTRO Voith Turbo S.R.L. Bukarest Rumänien 100,00 3)5)
VTKS Voith Saudi Arabia Services LLC Dhahran Saudi Arabien 100,00 3)
Appello Appello Technologies AB Göteborg Schweden 81,97 3)
VHCR Voith Hydro AG i.L. Landquart Schweiz 65,00 3)
VTHB Hartmann + Lämmle AG Neuheim Schweiz 100,00 3)
VTSM Voith Turbo d.o.o. Belgrad Serbien 100,00 3)5)
CONQ Conquest Timber-Tec PTE Limited Singapore Singapur 100,00 3)
VHSR Voith Hydro d.o.o. Kranj Slowenien 65,00 3)5)
VHPI Voith Hydro s.r.o. Pilsen Tschechien 65,00 3)
VTUA VOITH TURBO LLC Kiew Ukraine 100,00 3)5)
VPGB Voith Papertec Green Bay Corporation. Green Bay (WI) USA 100,00 3)
VHHN Voith Hydro Vietnam Company Limited Ha Noi Vietnam 65,00 3)
Assoziierte und Gemeinschafts-Unternehmen
VTNK CRRC Voith Transmission Technology (Beijing) Co., Ltd. Beijing China 49,00 4)5)
LZH LZH Logistic Zollservice Heidenheim GmbH Heidenheim Deutschland 32,55 4)5)
PerfectPat PerfectPattern GmbH München Deutschland 25,10 4)5)
VTHMS HMS - Hybrid Motion Solutions GmbH Rutesheim Deutschland 50,00 4)
VTMS Micromat Spannhydraulik GmbH Rutesheim Deutschland 50,00 4)
VTFI Fluid Logic Systems Private Limited Ahmadabad (Gujarat) Indien 50,00 4)5)
VTEI Suzlon Generators Limited Dist. Pune Indien 17,50 4)5)
VTTA Traktionssysteme Austria GmbH Wiener Neudorf Österreich 37,00 4)5)
VHBE ELECTRO - SERVICE R.B. S.R.L. Bukarest Rumänien 30,88 4)5)
VTBI Imfuyo Projects (Pty) Ltd. Benoni Südafrika 47,00 4)7)
Beteiligungen
VTSO Graduate School Ostwürttemberg GmbH Aalen Deutschland 20,00 5)
Findos I Findos Investor Fund I GmbH & Co. KG München Deutschland 16,66 5)
Findos II Findos Investor Fund II GmbH & Co. KG München Deutschland 16,66 5)
Findos III Findos Investor Fund III GmbH & Co. KG München Deutschland 16,66 5)

1) Personengesellschaft, die entsprechend § 264b HGB von der Pflicht zur Aufstellung, Prüfung und Offenlegung ihres Jahresabschlusses befreit ist

2) Kapitalgesellschaft, die gemäß § 264 (3) HGB von der Pflicht zur Aufstellung und Offenlegung des Jahresabschlusses befreit ist

3) Nicht konsolidiertes Unternehmen im Voith Konzern. Berücksichtigung der At-Equity-Bewertung unterbleibt, da von untergeordneter Bedeutung (HBI-Werte)

4) At-Equity-bewertet

5) abweichendes Geschäftsjahr

6) verbundenes Unternehmen (>50 %) - ohne beherrschenden Einfluss

7) Werte Jahresabschluss 2018-09-30. Werte für 2021-09-30 nicht verfügbar

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Voith GmbH & Co. KGaA, Heidenheim an der Brenz

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Voith GmbH & Co. KGaA, Heidenheim an der Brenz, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. September 2021, der Konzern-Gewinn- und-Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapital-Veränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Voith GmbH & Co. KGaA für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021 geprüft.

Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die im Konzernlagebericht enthaltenen lageberichtsfremden und als ungeprüft gekennzeichneten Angaben.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 29. November 2021

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Huber, Wirtschaftsprüfer

Hachmann, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats zum Geschäftsjahr 2020/21

Sehr geehrte Damen und Herren,

auch im Voith-Geschäftsjahr 2020/21, dem zweiten Jahr unter Einfluss der Corona-Pandemie, befand sich die Welt im Ausnahmezustand. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie - weltweite Reiserestriktionen, vielerorts erneute Lockdowns und Kontaktbeschränkungen - lasteten auf den globalen Lieferketten und erschwerten insgesamt die Erholung der Weltwirtschaft. Insofern war das Geschäftsjahr 2020/21 wieder ein Jahr intensiven Krisenmanagements für Voith. Oberste Priorität hatten dabei der bestmögliche Schutz der Menschen, die bei und mit Voith arbeiten, sowie die gewohnt zuverlässige Versorgung unserer Kunden unter Pandemiebedingungen. Lieferengpässen bei Rohstoffen und Komponenten sowie steigenden Logistikkosten infolge der Pandemie begegnete das Unternehmen mit einer weiteren Diversifizierung und Lokalisierung der Lieferketten.

Dank eines erfolgreichen Krisenmanagements, seiner breiten sektoralen und geografischen Positionierung, regional aufgestellter Lieferketten und einer soliden Bilanz ist Voith im abgelaufenen Geschäftsjahr besser durch die Krise gekommen, als zu Beginn der Pandemie zu erwarten war: Die Umsatzeinbußen hielten sich im ersten Krisenjahr 2019/20 in Grenzen und konnten bereits im Berichtsjahr nahezu wieder aufgeholt werden. Dank eines hervorragenden, über Vorkrisenniveau liegenden Auftragseingangs im abgelaufenen Geschäftsjahr ist der Auftragsbestand auf einem Allzeithoch. Lediglich beim Ergebnis liegt das Unternehmen noch unter Vorkrisenniveau. Zu keinem Zeitpunkt in dem von der Corona-Pandemie überschatteten Zeitraum stand ein Liquiditätsengpass zu befürchten. Der Cashflow hat sich im Berichtsjahr weiter verbessert und die Bilanz ist nach wie vor solide.

Die gute Finanz- und Liquiditätslage geben Voith ausreichend Spielraum, in seine Zukunft zu investieren und wichtige strategische Themen voranzutreiben: Voith baut sein Kerngeschäft, auch unterstützt durch gezielte Firmenkäufe, kontinuierlich weiter aus und legt dabei den Fokus auf den margenstarken Dienstleistungs- und Ersatzteilmarkt sowie auf digitale und nachhaltige Lösungen. Ein weiterer wichtiger Baustein der Strategie von Voith ist die Erschließung zukunftsorientierter Geschäftsfelder und Märkte, die die Klimaneutralität befördern, wie: elektrische Antriebssysteme, Wasserstofftechnologie, Energiespeicherung oder Cargo Rail. Die Gesellschaft hat weltweit erkannt, dass die Bewältigung der Klimakrise eine noch größere Herausforderung als die Pandemiebekämpfung darstellt. Gleichzeitig bietet die damit verbundene Transformation der Industrie enorme Wachstumschancen für Unternehmen wie Voith, die nachhaltige Lösungen und Technologien für eine Industrie im Post-Carbon-Zeitalter entwickeln.

Überwachungstätigkeit des Aufsichtsrats

Die Geschäftsführung der persönlich haftenden Gesellschafterin Voith Management GmbH hat dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend unter anderem über die aktuelle Geschäfts- und Finanzlage des Konzerns und seiner Konzernbereiche sowie zur Unternehmensplanung einschließlich Finanz- und Personalplanung, zur Konzernstrategie sowie über wesentliche Geschäftsvorfälle berichtet. In diesem Rahmen wurden auch Investitionen und allfällige Risiken des Unternehmens dargestellt sowie Compliance-Fragen und die Umsatz- und Ergebnissituation des Konzerns und seiner Bereiche behandelt.

Im Berichtsjahr kam der Aufsichtsrat zu vier turnusmäßigen Sitzungen zusammen. Aufgrund der coronabedingten Beschränkungen erfolgte die Teilnahme an den Sitzungen zum Teil per Video und Telefon. Zwischen den Sitzungen stand der Vorsitzende des Aufsichtsrates in einem regelmäßigen Informationsaustausch mit der Geschäftsführung der persönlich haftenden Gesellschafterin Voith Management GmbH. Über die wesentlichen Punkte dieses Austausches wurden die weiteren Mitglieder des Aufsichtsrates regelmäßig in der folgenden Sitzung informiert.

Die Sitzungen des Aufsichtsrates fanden am 9. Oktober 2020, am 8. Dezember 2020, am 26. März 2021 und am 11. Juni 2021 statt. Es haben alle Aufsichtsratsmitglieder mindestens an der Hälfte der Aufsichtsratssitzungen teilgenommen.

Der Schwerpunkt der ersten Sitzung im Berichtsjahr am 9. Oktober 2020 lag auf der Beratung über die vorläufigen Unternehmenszahlen des gerade abgelaufenen Geschäftsjahres 2019/20, auf der Planung für die Geschäftsjahre 2020/21 und 2021/22 sowie auf der Finanz-, Investitions- und Personalplanung des Konzerns. Daneben befasste sich der Aufsichtsrat mit Fragen der künstlichen Intelligenz.

In der zweiten Sitzung des Aufsichtsrates am 8. Dezember 2020 billigte der Aufsichtsrat nach entsprechender Beratung in Übereinstimmung mit der Beschlussempfehlung des Prüfungsausschusses den Jahresabschluss und den Lagebericht der Voith GmbH & Co. KGaA für das Geschäftsjahr 2019/20 sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht; der Hauptversammlung schlug der Aufsichtsrat darüber hinaus in dieser Sitzung die Feststellung des Jahresabschlusses vor und beschloss Vorschläge an die Hauptversammlung unter anderem zur Verwendung des Bilanzgewinns und zur Wahl des Abschlussprüfers. In der am selben Tage durchgeführten Hauptversammlung stellte diese den Jahresabschluss wie vorgeschlagen fest und beschloss im Übrigen entsprechend den vorgenannten Beschlussvorschlägen.

In seiner Sitzung vom 26. März 2021 befasste sich der Aufsichtsrat mit der Geschäftsentwicklung im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 und der Vorschau für das gesamte Geschäftsjahr 2020/21. Darüber hinaus ließ sich der Aufsichtsrat über die bevorstehenden Änderungen in Bezug auf das Gesetz über die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst sowie über Diversity & lnclusion bei Voith informieren und beschäftigte sich zudem mit dem Voith Technologieportfolio.

In seiner letzten Sitzung im Berichtsjahr am 11. Juni 2021 berichtete die Geschäftsführung der persönlich haftenden Gesellschafterin dem Aufsichtsrat über das erste Halbjahr des Geschäftsjahres sowie über die Erwartungen für das gesamte Geschäftsjahr 2020/21. Darüber hinaus wurde der Aufsichtsrat über die Themen Unternehmenskultur und Leadership bei Voith unterrichtet.

Es lagen keine Anhaltspunkte für Interessenkonflikte im Aufsichtsrat vor.

Bericht über die Ausschusstätigkeit

Der Aufsichtsrat der Gesellschaft hat einen Prüfungsausschuss sowie einen Nominierungsausschuss gebildet. Weitere Ausschüsse existierten im Berichtsjahr nicht. Die Teilnahme an den Sitzungen des Prüfungsausschusses, die am 8. Oktober 2020, am 7. Dezember 2020 sowie am 10. Juni 2021 stattfanden, erfolgte aufgrund der coronabedingten Beschränkungen zum Teil per Video und Telefon. Der Nominierungsausschuss tagte im Berichtsjahr nicht.

Der Prüfungsausschuss tagte jeweils in Anwesenheit des verantwortlichen Prüfungspartners des Wirtschaftsprüfers, der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München. In seinen Sitzungen am 8. Oktober 2020 und 7. Dezember 2020 befasste sich der Prüfungsausschuss insbesondere mit dem Jahresabschluss 2019/20 für den Konzern und die Voith GmbH & Co. KGaA einschließlich des Berichtes des Abschlussprüfers; darüber hinaus beriet der Prüfungsausschuss über die finanziellen Aspekte der Planung 2020/21 sowie Fragen der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems (IKS) und erhielt den Jahresbericht der Konzernrevision sowie einen Compliance-Bericht. In seiner Sitzung am 10. Juni 2021 behandelte der Prüfungsausschuss im Besonderen den Halbjahresabschluss des Konzerns zum 31. März 2021 und befasste sich ausführlich mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie und den ergriffenen diesbezüglichen Maßnahmen sowie mit Fragen des Risikomanagements und der Compliance.

Veränderung in der Geschäftsführung der persönlich haftenden Gesellschafterin und im Aufsichtsrat

Herr Dr. Stefan Kampmann wurde mit Wirkung zum 1. Dezember 2020 zum Mitglied der Geschäftsführung der persönlich haftenden Gesellschafterin Voith Management GmbH in der neu geschaffenen Funktion eines CTO ernannt.

Herr Dr. Uwe Knotzer hat im Einvernehmen mit den Gesellschaftern zum 31. Mai 2021 sein Amt als Geschäftsführer niedergelegt und ist als Geschäftsführer der persönlich haftenden Gesellschafterin Voith Management GmbH aus der Voith Management GmbH ausgeschieden.

Der Aufsichtsrat dankt Herrn Dr. Knotzer für dessen langjähriges erfolgreiches Wirken und sein großes Engagement bei der Weiterentwicklung des Konzernbereichs Voith Turbo sowie zuvor des Konzernbereichs Voith Paper. Der Aufsichtsrat wünscht Herrn Dr. Knotzer für die Zukunft alles Gute.

Zu seinem Nachfolger in der Geschäftsführung der persönlich haftenden Gesellschafterin Voith Management GmbH, verantwortlich für den Konzernbereich Voith Turbo, wurde Herr Cornelius Weitzmann mit Wirkung zum 1. Juni 2021 bestimmt. Herr Weitzmann leitete bislang im Konzernbereich Voith Turbo die Division Mobility.

In seiner Sitzung am 9. Oktober 2020 wählte der Aufsichtsrat Herrn Ralf Willeck zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates als Nachfolger von Herrn Gerd Schaible, der, wie im letztjährigen Bericht des Aufsichtsrates bereits erwähnt, dieses Amt zum 30. September 2020 niedergelegt hatte. Wie ebenfalls schon im letztjährigen Bericht des Aufsichtsrates vermerkt, ist Herr Alexander Schletz mit Wirkung zum 1. Oktober 2020 gemäß§ 14 Abs. 2 MitbestG als gewähltes Ersatzmitglied für die zum 30. September 2020 durch Niederlegung aus dem Aufsichtsrat ausgeschiedene Frau Ute Schurr in den Aufsichtsrat für die verbleibende Amtszeit von Frau Schurr nachgerückt.

In der Hauptversammlung am 8. Dezember 2020 wurde die KPMG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2020/21 bestellt. Der Aufsichtsrat hat den Abschlussprüfer entsprechend beauftragt.

Die Hauptversammlung der Voith GmbH & Co. KGaA hat am 8. Dezember 2020 der persönlich haftenden Gesellschafterin und dem Aufsichtsrat für ihre Amtsführung im Geschäftsjahr 2019/20 Entlastung erteilt.

Jahresabschluss 2020/21

Der Abschlussprüfer, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat die Buchhaltung, den Jahresabschluss und den Lagebericht der Voith GmbH & Co. KGaA sowie den Jahresabschluss und den Lagebericht des Konzerns zum 30. September 2021 geprüft und jeweils mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Konzernabschluss wurde nach Maßgabe der International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt.

Der Prüfungsausschuss hat sich in seiner Sitzung am 6. Dezember 2021 eingehend mit den Jahresabschlüssen der Voith GmbH & Co. KGaA und des Konzerns sowie den jeweiligen Lageberichten befasst. An der Sitzung des Prüfungsausschusses am 6. Dezember 2021 hat der verantwortliche Prüfungspartner der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, teilgenommen; er hat dort über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung berichtet und ergänzende Auskünfte erteilt. Nach ausführlicher eigener Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses sowie der Lageberichte, die keine Einwände ergab, hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 7. Dezember 2021, an der auch der verantwortliche Prüfungspartner der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, teilgenommen hat, gemäß der Empfehlung des Prüfungsausschusses dem Ergebnis der Prüfung seitens des Abschlussprüfers zugestimmt und den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss der Voith GmbH & Co. KGaA wurde sodann am 7. Dezember 2021 durch Beschluss der Hauptversammlung mit Zustimmung der persönlich haftenden Gesellschafterin festgestellt. Des Weiteren hat sich der Aufsichtsrat im Rahmen seiner Sitzung am 7. Dezember 2021 dem Vorschlag der persönlich haftenden Gesellschafterin an die Hauptversammlung zur Verwendung des Bilanzgewinns angeschlossen.

Der Aufsichtsrat dankt abschließend den Mitgliedern der Geschäftsführung der Voith Management GmbH als der persönlich haftenden Gesellschafterin der Voith GmbH & Co. KGaA und den Geschäftsführungen der Tochtergesellschaften sowie den Belegschaftsvertretern für ihr umsichtiges Krisenmanagement und ihre erfolgreiche Arbeit in diesem herausfordernden Geschäftsjahr. Unser Dank gilt vor allem aber allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: Sie haben mit ihrem Engagement und ihrer Flexibilität in erheblichem Maße dazu beigetragen, dass Voith die Krise im abgelaufenen Geschäftsjahr gut gemeistert hat.

 

Heidenheim, im Dezember 2021

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats

Prof. D Ing. Siegfried Russwurm

Beschluss über die Verwendung des Bilanzgewinns

Die persönlich haftende Gesellschafterin und der Aufsichtsrat schlagen folgende Verwendung des Bilanzgewinns in Höhe von EUR 151.640.224,00 für das am 01.10.2020 begonnene und am 30.09.2021 geendete Geschäftsjahr 2020/21 vor:

Vom Bilanzgewinn wird ein Gesamtbetrag in Höhe von EUR 20.000.000,-- als Dividende an die Kommanditaktionäre gemäß § 17 Abs. 3 bis 6 der Satzung verteilt.

Sofern sich für einen Aktionär ein auf die Summe seiner Stammaktien und Vorzugsaktien entfallender Ausschüttungsbetrag ergibt, der nicht auf volle Eurocent endet, so wird dieser Betrag kaufmännisch auf volle Eurocent gerundet.

Der danach verbleibende Betrag des Bilanzgewinns wird auf neue Rechnung vorgetragen (Gewinnvortrag).

Auf Vorschlag der persönlich haftenden Gesellschafterin und des Aufsichtsrats beschließt die Hauptversammlung einstimmig mit 108.000.000 Stimmen, den Bilanzgewinn in Höhe von EUR 151.640.224,00 für das am 01.10.2020 begonnene und am 30.09.2021geendete Geschäftsjahr 2020/21 wie folgt zu verwenden:

Vom Bilanzgewinn wird ein Gesamtbetrag in Höhe von EUR 20.000.000,-- als Dividende an die Kommanditaktionäre gemäß § 17 Abs. 3 bis 6 der Satzung verteilt.

Sofern sich für einen Aktionär ein auf die Summe seiner Stammaktien und Vorzugsaktien entfallender Ausschüttungsbetrag ergibt, der nicht auf volle Eurocent endet, so wird dieser Betrag kaufmännisch auf volle Eurocent gerundet.

Der danach verbleibende Betrag des Bilanzgewinns wird auf neue Rechnung vorgetragen (Gewinnvortrag).

Der Vorsitzende stellt fest und verkündet, dass die Hauptversammlung zu Tagesordnungspunkt 2. "Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns" den Beschlussvorschlag einstimmig und mit der erforderlichen Mehrheit angenommen hat.

Billigung des Konzernabschlusses

Der Konzernabschluss der Voith GmbH & Co. KGaA zum 30. September 2021 wurde am 7. Dezember 2021 gebilligt.

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