Stammdaten

Register
Amtsgericht Walsrode HRB 210655
Vorher
SCUR-Alpha 1316 GmbHRiver German Buyer GmbH
Eingetragen
31.3.2021
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenHerstellung von Verpackungsmitteln aus Kunststoffen
Gegenstand
Erwerb und Verwaltung von Beteiligungen an Unternehmen, insbesondere der chemischen Industrie

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Kristian Dr. Schopka
seit 11.5.2026
Prokura
Carl Brech
seit 13.8.2025
Geschäftsführer
Heather Graham
seit 9.5.2023
Prokura
Michael Dr. Becker
seit 1.11.2022
Geschäftsführer
Rohan Narayan
seit 1.11.2022
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
Flexsys Cayman Holdings, LP
89.90%
Flexsys, LLCUSA
10.10%

Gesellschafter

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Flexsys Cayman Holdings, LP
CYM
22.475 €
89.90%
Flexsys, LLC
United States
2.525 €
10.10%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Flexsys Germany GmbH

Nienburg

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Flexsys Germany GmbH, Nienburg

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Flexsys Germany GmbH, Nienburg (Weser), und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Flexsys Germany GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise.

Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hannover, den 26. Juni 2025

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Thorsten Wesch, Wirtschaftsprüfer

ppa. Lasse Neubert, Wirtschaftsprüfer

Konzerngewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

1.1. - 31.12.2022 1.11. - 31.12.2021
1. Umsatzerlöse 71.197.563,65 10.577.381,92
2. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen -68.889.937,29 -12.097.431,43
3. Bruttoergebnis vom Umsatz 2.307.626,36 -1.520.049,51
4. Vertriebskosten -951.383,77 -83.969,61
5. Allgemeine Verwaltungskosten -125.467,12 -155.641,53
6. sonstige betriebliche Erträge 223.442,98 164.312,41
7. sonstige betriebliche Aufwendungen -4.363.340,79 -1.241.003,04
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -3.997.931,72 -521.627,52
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -6.520,90 84,49
10. Ergebnis nach Steuern -6.913.574,96 -3.357.894,31
11. Konzernjahresfehlbetrag -6.913.574,96 -3.357.894,31
12. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -3.357.894,31 0,00
11. Konzernbilanzverlust -10.271.469,27 -3.357.894,31

Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022

Erläuterungen zum Konzernabschluss

Allgemeine Angaben

Sitz der Flexsys Germany GmbH ist Nienburg. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 210655 im Register des Amtsgerichts Walsrode eingetragen.

Einzige Gesellschafterin der Flexsys Verkauf GmbH, Nienburg und der Industriepark Nienburg GmbH, Nienburg waren bis zum 31. Oktober 2021 die Eastman Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH, Langenfeld (bis 13. Dezember 2021: Flexsys Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH, Nienburg). Die Gesellschaft gehörte bis dahin zum Konzern der Eastman Chemical Company mit Sitz in Kingsport/USA. Die Eastman Chemical Company verkaufte im Jahr 2021 ihre Konzernsparte Reifenadditive an den Finanzinvestor ONE ROCK Capital Partners, New York/USA. Im Zuge des Verkaufs dieser Konzernsparte wurden zum 1. November 2021 alle Anteile an der Flexsys Verkauf GmbH und der Industriepark Nienburg GmbH durch ihre Gesellschafterin an die Flexsys Germany GmbH verkauft.

Die Jahresabschlüsse der Flexsys Verkauf GmbH und Industriepark Nienburg GmbH wurden bis zum 31.10.2021 in den Konzernabschluss der Eastman Chemical Company einbezogen. Diese Gesellschaft stellte den Konzernabschluss für den größten und für den kleinsten Kreis von Unternehmen auf und veröffentlicht diesen entsprechend den Anforderungen der U.S. Securities Exchange Commission, USA. Dieser Konzernabschluss steht im Internet (www.sec.gov) zur Verfügung.

Ab dem 1.11.2021 werden die oben genannten Tochtergesellschaften in den Konzernabschluss der Flexsys Germany GmbH einbezogen. Diese Gesellschaft stellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis der Unternehmen auf. Der Konzernabschluss für den größten Kreis der Unternehmen wird von der Flexsys Holdings Inc., Akron/Ohio/USA veröffentlicht. Diesen entsprechend den Anforderungen der U.S. Securities Exchange Commission, USA. Dieser Konzernabschluss ist im Internet (www.sec.gov) veröffentlicht.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses zum 31.12.2022 der Flexsys Germany GmbH erfolgt gemäß §§ 290 ff. HGB. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren (§ 275 Abs. 3 HGB) aufgestellt.

Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden werden der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung der Unternehmenstätigkeit unterstellt. Alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wenden einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze an. Abweichungen, die einen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gehabt hätten, lagen insoweit nicht vor.

Konsolidierungskreis

Unternehmen, bei denen die Flexsys Germany GmbH, die einheitliche Leitung ausübt, weil sie direkt oder indirekt mehrheitlich beteiligt ist oder weil diese Unternehmen in eine einheitliche Geschäftspolitik integriert waren, wurden in den Konzernabschluss nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung gemäß §§ 300 ff. HGB einbezogen. In den Konzernabschluss zum 31.12.2022 werden die folgenden Tochterunternehmen einbezogen:

Anteil Gezeichnetes Kapital Ergebnis nach Steuern Gesamtes Jahresergebnis Beteiligungsquote
Industriepark Nienburg GmbH 25.000,00 -2.000.697,47 0 100%
Flexsys Verkauf GmbH, 11.759.713,27 5.976.090,92 0 100%

Konsolidierungsgrundsätze

Konzernabschlussstichtag und Kapitalkonsolidierung

Die Flexsys Germany GmbH, Nienburg (Weser), ist gemäß § 291 HGB von der Verpflichtung zur Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit. Zum 31.12.2022 stellt die Flexsys Germany GmbH, Nienburg, freiwillig einen Konzernabschluss, bestehend aus Konzernbilanz, Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung, Konzern-Eigenkapitalspiegel, Konzernanhang und Konzernlagebericht auf.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgte nach der Neubewertungsmethode. Der Ansatz des neubewerteten Eigenkapitals erfolgt gemäß § 301 Abs. 1 HGB mit dem Betrag, der den Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung entspricht.

Schuldenkonsolidierung

In die Schuldenkonsolidierung (§ 303 HGB) wurden sämtliche Forderungen und Verbindlichkeiten, unabhängig von ihrem Rechtsgrund, einbezogen.

Behandlung der Zwischenergebnisse

Eine Eliminierung von Zwischenergebnissen erfolgte nicht, da diese von untergeordneter Bedeutung ist (§ 304 Abs. 2 HGB).

Aufwand- und Ertragskonsolidierung

In die Konsolidierung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurden Umsatzerlöse, die aus dem gegenseitigen Liefer- und Leistungsverkehr, der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen resultieren, mit den darauf entfallenden Aufwendungen verrechnet.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Konzernabschlusses sind im Wesentlichen die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften maßgebend.

Die erworbenen Immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet, vermindert um planmäßige Abschreibungen. Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen werden auf Basis der voraussichtlichen Nutzungsdauern der amtlichen AfA-Tabellen gebildet. Abnutzbare Anlagegegenstände werden stets linear abgeschrieben.

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie der Waren werden zu Anschaffungskosten und unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Die Ermittlung erfolgt anhand des Durchschnittswertverfahrens.

Die Wertansätze für fertige Erzeugnisse beruhen auf den Herstellungskosten bei voller Auslastung der Kapazität, die auf Basis der tatsächlichen Kosten ermittelt werden. Sie umfassen neben den einzeln zurechenbaren Material- und Fertigungskosten auch angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie den Wertverzehr der Produktionsanlagen, soweit dieser auf den Herstellungszeitraum entfällt.

Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert oder mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die Pensionsrückstellungen sind nach der Projected-Unit-Credit-Methode (PUC-Methode) bewertet und nach Maßgabe des HGB mit einem Rechnungszinssatz von 1,79 % (Vorjahr 1,87 %) und einem Gehaltstrend in Höhe von 3,00 % (Vorjahr 3,00%) sowie einer Rentendynamik von 2,30 % (Vorjahr 1,80 %) gebildet worden. Die Berechnung erfolgte unter Verwendung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck, Köln.

Im Geschäftsjahr wurde zur Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen der durchschnittliche Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB angewendet. Der Unterschiedsbetrag, der sich bei Anwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren ergeben hätte, beträgt TEUR 1.589 (Vorjahr TEUR 2.182). Dieser Unterschiedsbetrag ist gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB ausschüttungsgesperrt.

Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet und tragen allen erkennbaren Risiken Rechnung. Sie wurden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gebildet und mit ihrem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr werden nicht abgezinst. Rückstellungen für Gewährleistungen werden in pauschaler Form auf Basis von Erfahrungswerten gebildet.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Für passive latente Steuern besteht nach § 274 HGB (1) S. 1 HGB eine Passivierungspflicht. Dies betrifft nach den handelsrechtlichen Wertansätzen und Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen Differenzen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Von dem Wahlrecht, § 274 (1) S. 2 HGB, aktive latente Steuern in der Bilanz anzusetzen (für latente Steuerentlastungen), wird kein Gebrauch gemacht.

Die Berechnung der latenten Steuern liegt ein effektiver Steuersatz von 30,525 % zugrunde (15,825 % für die Körperschaftssteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und 14,7 % für Gewerbesteuer), die sich voraussichtlich im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen ergeben wird. Der Steuersatz für die Gewerbesteuer ergibt sich aus der Gewerbesteuermesszahl von 3,5 % und dem Gewerbesteuerhebesatz von 420 der Stadt Nienburg.

Erläuterungen zur Konzernbilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens unter Angabe der Abschreibungen des Rumpfgeschäftsjahres ist im Anlagespiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt.

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird über eine Nutzungsdauer von zehn Jahren abgeschrieben. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass der Geschäfts- oder Firmenwert in den nächsten Jahren dem Unternehmen zugutekommen wird. Dabei erfolgt fortlaufend eine Überprüfung der Nutzungsdauer im Hinblick auf die Angemessenheit. Falls eine kürzere Abschreibungsdauer notwendig wird, erfolgt eine Anpassung der Schätzung bzw. Nutzungsdauer sowie der einhergehenden Abschreibungsbeträge bis zum Ende der Laufzeit.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche Forderungen haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 44.975 (Vorjahr: TEUR 5.787) bestehen im Wesentlichen gegenüber der Flexsys Chemical Belgium NV, Antwerpen TEUR 32.188 (Vorjahr: TEUR 2.835),Flexsys Netherlands BV, Rotterdam TEUR 5.916 (Vorjahr: TEUR 2.868), Flexsys Japan GK, Tokyo TEUR 76 (Vorjahr: TEUR 0) und Flexsys America LP, Akron TEUR 819 (Vorjahr: TEUR 0).

Bei den sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von TEUR 1.659 (Vorjahr: TEUR 2.215) handelt es sich im Wesentlichen um Erstattungsansprüche aus Energiesteuern TEUR 701 (Vorjahr: TEUR 712), Mehrwertsteuer von November und Dezember 2022 TEUR 554 (Vorjahr: TEUR 421) sowie sonstige Forderungen TEUR 404 (Vorjahr: TEUR 268).

Eigenkapital

Das Eigenkapital weist einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von TEUR 10.028 auf. Dieser ergibt sich aus einem Verlustvortrag in Höhe von TEUR 3.358 aus dem vorherigen Geschäftsjahr und einem Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 6.696. Der Jahresfehlbetrag setzt sich zusammen aus dem Jahresergebnis der Industriepark Nienburg GmbH TEUR -2.000, der Flexsys Verkauf GmbH TEUR +5.976 und der Flexsys Germany GmbH TEUR -10.672. Das Ergebnis der Flexsys Germany resultiert aus TEUR 3.540 Zinslast gegenüber ONE ROCK Capital Partners, TEUR 2.649 Neubewertung des Darlehens gegen- über der Flexsys Holding Inc., TEUR 3.868 Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwertes und TEUR 615 Sonstige Aufwände. Die Gesellschaft hat von der Flexsys Holding Inc. eine Patronatserklärung bis zum 31. Dezember 2026 erhalten.

Rückstellungen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen betragen im Geschäftsjahr TEUR 26.284 (Vorjahr: TEUR 23.232).

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 8.818 (Vorjahr: TEUR 6.261) betreffen im Wesentlichen ungewisse Schulden aufgrund von am Bilanzstichtag noch ausstehende Eingangsrechnungen in Höhe von TEUR 8.145 (Vorjahr: TEUR 3.968) sowie Personalrückstellungen für Resturlaub und Gleitzeitguthaben sowie Jubiläumsverpflichtungen TEUR 673 (Vorjahr: TEUR 745) und Rückstellungen für Grunderwerbssteuer TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 885).

Verbindlichkeiten

Die Zusammensetzung der Verbindlichkeiten nach Fristigkeiten ergibt sich aus der nachstehenden Übersicht:

davon mit einer Restlaufzeit
Vorjahreswerte in Klammern Gesamt bis zu 1 Jahr von mehr als 1 Jahr bis zu 5 Jahren von mehr als 5 Jahren
TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.481 5.481 0 0
(9.136) (9.136) (0) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 69.915 25.690 0 44.225
(41.583) (182) (0) (41.401)
12.732 587 12.145 0
Sonstige Verbindlichkeiten*) (12.531) (386) (12.145) (0)
Summe 88.128 31.758 12.145 44.225
(63.251) (9.704) (12.145) (41.401)
*) davon im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 0 (Vorjahr TEUR 0)
davon aus Steuern TEUR 108 (Vorjahr TEUR 101)

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus einem Darlehen von der Flexsys Inc., Akron in Höhe von TEUR 44.225 (Vorjahr TEUR 41.401).

Die übrigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen eine Verbindlichkeit gegenüber dem Eastman Konzern in Höhe von TEUR 12.145 (Vorjahr TEUR 12.145) aus nachträglichen Anschaffungskosten im Zuge des Erwerbs der Anteile der Flexsys Verkauf GmbH und der Industriepark Nienburg GmbH.

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

01.01. - 31.12.2022 01.11. -31.12.2021
TEUR TEUR
Energien, Services, Pauschalen ohne Flexsys Verkauf GmbH (Industriepark Nienburg GmbH) 18.553 3.337
Produktverkäufe (Flexsys Verkauf GmbH) 52.644 7.240
Summe 71.198 10.577

Materialaufwand

01.01-31.12.2022 01.11. - 31.12.2021
TEUR TEUR
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 45.973 6.549
und für bezogene Waren Aufwendungen für bezogene Leistungen 2.644 195
Summe 48.617 6.744

Personalaufwand

01.01. - 31.12.2022 01.11. -31.12.2021
TEUR TEUR
Löhne und Gehälter 7.638 1.290
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 4.619 549
- davon für Altersversorgung 3.207 328
Summe 12.257 1.839

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 223 bestehen im Wesentlichen aus periodenfremden Erträgen aus unrealisierten Währungsgewinne. Im Vorjahr bestehen die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 164 bestehen im Wesentlichen aus periodenfremden Erträgen aus Umsatzsteuerforderungen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 4.363 (Vorjahr: TEUR 1.241) bestehen im Wesentlichen aus unrealisierten Währungsverlusten aus dem Darlehen von der Flexsys Inc., Akron in Höhe von TEUR 2.649 (Vorjahr: TEUR 941) sowie aus sonstigen Beratungsleistungen in Höhe von TEUR 1.300.

Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsaufwendungen beinhalten Aufwendungen aus der Verzinsung von Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 442 (Vorjahr: TEUR 84) sowie Zinsaufwendungen aus dem Darlehen von der Flexsys Inc, Akron TEUR 3.540 (Vorjahr: TEUR 438).

Sonstige Angaben

Durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter

Im Berichtsjahr wurden durchschnittlich 47 Angestellte (Vorjahr 36) und 61 gewerbliche Mitarbeiter (Vorjahr 60) beschäftigt.

Geschäftsführung

Dr. Michael Becker, Drakenburg/Deutschland

Tony Lee, New York/USA (vom 31.3.2021 bis 9.5.2023)

Sandip Tyagi, Mechanicville/USA (seit 9.5.2023)

Es wurden im Geschäftsjahr vom 1.01.2022 bis 31.12.2022 keine Geschäftsführergehälter gezahlt.

Honorar des Abschlussprüfers

Das erwartete Gesamthonorar des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2022 besteht in Höhe von TEUR 15 und betrifft in voller Höhe Abschlussprüfungsleistungen.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und außerbilanzielle Geschäfte

Die Verpflichtungen aus Leasing -, Miet- und Pachtverträgen sowie aus sonstigen längerfristigen Verträgen belaufen sich auf ca. TEUR 649. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen haben in Höhe von TEUR 265 eine Laufzeit von bis zu einem Jahr, in Höhe von TEUR 379 eine Laufzeit von mehr als einem bis fünf Jahre und in Höhe von TEUR 5 eine Laufzeit von mehr als fünf Jahren.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gliedern sich wie folgt:

davon mit einer Restlaufzeit
Gesamt bis zu 1 Jahr von mehr als 1 Jahr bis zu 5 Jahren von mehr als 5 Jahren
TEUR TEUR TEUR TEUR
aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen 649 265 379 5
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0 0 0 0

Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung der Flexsys Germany GmbH schlägt vor, den Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 6.696 (Vorjahr: TEUR 3.357) auf neue Rechnung vorzutragen.

Nachtragsbericht

Mit Gesellschafterbeschluss vom 8.2.2022 wurde beschlossen, das Stammkapital der Flexsys Verkauf GmbH von EUR 11.759.713,27 um EUR 11.259.713,27 auf EUR 500.000,00 herabzusetzen. Die Eintragung im Handelsregister erfolgte am 20. Februar 2023, sodass die Herabsetzung im Geschäftsjahr 2023 durchgeführt wird.

Die Lage der gestiegenen Energiepreisen hat sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2023 deutlich entspannt, sodass sich die Kosten IPN ebenfalls reduziert haben. Nichtsdestotrotz hält der Krieg zwischen Russland und der Ukraine an. Hinzugekommen ist ein wiederaufkommender Nahostkonflikt. Beide Krisenherde haben unvorhersehbare Auswirkungen auf die westlichen Volkswirtschaften. Für den kommenden Winter ist mit einem erneuten Anstieg der Energiepreise zu rechen. Gerade die Chemieindustrie werden große Mengen an Energie in den Produktionsprozessen benötigt. Dies führt dazu, dass die Auslastung in der Chemiebranche in naher Zukunft auf niedrigem Niveau stagnieren wird. Nicht zuletzt wird die wirtschaftliche Lage sowohl makro- als auch mikroökonomisch durch die nach wie vor hohen Leitzinsen beeinflusst.

 

Nienburg, den 10. März 2025

Flexsys Germany GmbH

Dr. Michael Becker, Geschäftsführer

Sandip Tyagi, Geschäftsführer

Konzernanlagenspiegel zum 31. Dezember 2022

historische Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2022 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR EUR
Immaterielle I. Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 503.902,78 0,00 0,00 0,00 503.902,78
2. Geschäfts- oder Firmenwert 38.682.129,83 0,00 0,00 0,00 38.682.129,83
39.186.032,61 0,00 0,00 0,00 39.186.032,61
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 15.363.400,76 0,00 0,00 0,00 15.363.400,76
2. Technische Anlagen und Maschinen 75.213.197,10 203.635,49 0,00 0,00 75.416.832,59
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.308.186,66 988.742,18 0,00 0,00 6.296.928,84
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.407.626,83 1.328.359,29 0,00 0,00 5.735.986,12
100.292.411,35 2.520.736,96 0,00 0,00 102.813.148,31
139.478.443,96 2.520.736,96 0,00 0,00 141.999.180,92
kumulierte Abschreibungen
01.01.2022 Abschreibung en des Geschäftsjahr es Abgänge 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 501.437,57 692,37 0,00 502.129,94
2. Geschäfts- oder Firmenwert 426.753,80 4.086.161,16 0,00 4.512.914,96
II. Sachanlagen 928.191,37 4.086.853,53 0,00 5.015.044,90
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 9.711.718,81 484.574,24 0,00 10.196.293,05
2. Technische Anlagen und Maschinen 63.565.604,08 2.116.806,84 32.116,52 65.650.294,40
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.925.904,62 224.221,33 0,00 5.150.125,95
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
78.203.227,51 2.825.602,41 32.116,52 80.996.713,40
79.131.418,88 6.912.455,94 32.116,52 86.011.758,30
Buchwerte
31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.772,84 2.465,21
2. Geschäfts- oder Firmenwert 34.169.214,87 38.255.376,03
II. Sachanlagen 34.170.987,71 38.257.841,24
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 5.167.107,71 5.651.681,95
2. Technische Anlagen und Maschinen 9.766.538,19 11.647.593,02
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.146.802,89 382.282,04
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 5.735.986,12 4.407.627,43
21.816.434,91 22.089.184,44
55.987.422,62 60.347.025,68

Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr 2022

Gezeichnetes Kapital Gewinnvortrag/Verlust vortrag Konzernjahresüberschuss /-fehlbetrag Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag Summe
Stand am 1.11.2021 25.000,00 0,00 0,00 25.000,00
Konzernjahresüberschuss /-fehlbetrag -3.357.894,31 -3.357.894,31
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 3.332.894,31 3.332.894,31
Stand am 31.12.2021 25.000,00 0,00 -3.357.894,31 3.332.894,31 0,00
Stand am 1.1.2022 25.000,00 -3.357.894,31 3.332.894,31 0,00
Konzernjahresüberschuss /-fehlbetrag -6.913.574,96 -6.913.574,96
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 6.913.574,96 6.913.574,96
Stand am 31.12.2022 25.000,00 -3.357.894,31 -6.913.574,96 10.246.469,27 0,00

Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2022

2022 2021
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag -6.913.575 -3.357.894
Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 6.880.339 931.099
Zunahme/Abnahme der Rückstellungen 5.610.078 1.385.357
Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen sowie anderer Aktiva -38.737.801 5.520.843
Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva 24.877.461 60.468.153
Zinsaufwendungen 3.997.932 521.628
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit -4.285.566 65.469.184
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -2.520.737 -981.767
Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis 0 -52.142.368
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -2.520.737 -53.124.135
Gezahlte Zinsen -3.997.932 -521.628
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -3.997.932 -521.628
Veränderung der flüssigen Mittel -10.804.235 11.823.421
Flüssige Mittel am Anfang der Periode 11.823.774 353
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 1.019.539 11.823.774
Flüssige Mittel der fortgeführten Aktivitäten am Ende der Periode 1.019.539 11.823.774

Lagebericht für das Geschäftsjahr 01.01. - 31.12.2022

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1 Gesellschafter und Konzernzugehörigkeit

Die Flexsys Germany GmbH, Nienburg ist Teil des Konzerns Flexsys Holdings Inc., Akron/USA (Flexsys-Gruppe). Die Flexsys-Gruppe ist ein weltweit agierender Chemiekonzern der Kautschukindustrie. Die beiden Hauptprodukte sind unlöslicher Schwefel und Antidegradants, welche beide unabdingbare Adaptive für die Herstellung von Reifen für die Automobilindustrie darstellen. Seit dem 1. November 2021 gehört die Flexsys-Gruppe zur Private-Equity-Gesellschaft ONE ROCK Capital Partners mit Sitz in New York/USA. Das Geschäftsmodell von ONE ROCK ist der Erwerb und die Verwaltung von Beteiligungen an Unternehmen mit einem Schwerpunkt auf die Branche der chemisch-pharmazeutischen Industrie.

Die Flexsys Germany GmbH wurde am 28. Mai 2021 gegründet und ist mit 100% der Gesellschaftsanteile als Holding die alleinige Gesellschafterin der Flexsys Verkauf GmbH, Nienburg und der Industriepark Nienburg GmbH, Nienburg. Bis zum 31. Oktober 2021 waren die Flexsys Verkauf GmbH und die Industriepark Nienburg GmbH in Besitz des internationalen Chemiekonzerns Eastman Chemical Company mit Sitz in Kingsport/ USA und unter dem Dach der Flexsys Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH. Nienburg angesiedelt. Durch den Verkauf der Flexsys-Gruppe inklusive der Flexsys Verkauf GmbH und der Industriepark Nienburg GmbH an ONE ROCK Capital Partners gehören diese seit dem 1. November 2021 nicht mehr zu Eastman Chemical. Die bisherige Muttergesellschaft Flexsys Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH hingegen gehört weiterhin zu Eastman. Die neue Muttergesellschaft der Flexsys Verkauf GmbH und der Industriepark Nienburg GmbH ist seit 1. November 2021 die Flexsys Germany GmbH, welche selbst eine Tochter der Flexsys Holding Inc. ist.

Vor diesem Hintergrund wurde das Geschäftsjahr 2021 in zwei Rumpfgeschäftsjahre 01.01. - 31.10.2021 und 01.10. - 31.12.2021 aufgeteilt. Durch den Gesellschafterbeschluss vom 14.12.2021 wurde beschlossen das Geschäftsjahr wieder mit dem Kalenderjahr enden zu lassen. Entsprechend bezieht sich dieser Bericht auf das Geschäftsjahr vom 01.01. - 31.12.2022 und somit auf das erste volle Geschäftsjahr der Flexsys Germany GmbH innerhalb der selbständigen Flexsys-Gruppe.

1.2 Geschäftsmodell des Unternehmens

Geschäftsmodell der Flexsys Germany GmbH die Verwaltung der Flexsys Verkauf GmbH und der Industriepark Nienburg GmbH.

1.2.1 Flexsys Verkauf GmbH, Nienburg

Die Flexsys Verkauf GmbH ist ein Lieferant für Unternehmen der Kautschukindustrie und stellt in ihrem Werk in Nienburg unlöslichen Schwefel her. Das Produkt wird unter dem Namen CrystexTM weltweit vertrieben. Endkunden für das erzeugte Produkt sind Unternehmen der Reifenindustrie.

Die Vertriebsstruktur der Flexsys-Gruppe ist so gestaltet, dass sämtliche fertigen Produkte aus dem Werk Nienburg an Schwesterunternehmen verkauft werden. Hauptabnehmer ist die Flexsys Netherlands B.V., welche einen zentralen Vertrieb sämtlicher Adaptive innerhalb EMEA übernimmt. Daher sieht das aktuelle Geschäftsmodell vor, die am Standort Nienburg hergestellten Produkte an Schwestergesellschaften zu verkaufen, welche diese an Endkunden weiter vertreiben.

1.2.2 Industriepark Nienburg GmbH, Nienburg

Die Industriepark Nienburg GmbH verwaltet das Industriegelände „Industriepark Nienburg“ in Nienburg, welches als Betriebsstätte von mehreren Unternehmen, vornehmlich aus der chemischpharmazeutischen Industrie, genutzt wird. Teile des Betriebsgeländes sind an die ansässigen Gesellschaften (Site Partner) untervermietet, wodurch Mieteinnahmen generiert werden. Weitere Einnahmen erzielt die Industriepark Nienburg GmbH durch Pauschalen für Infrastrukturservices, wie beispielsweise Pförtner, Zentraleinkauf oder Werksfeuerwehr, welche monatlich an die Site Partner berechnet werden, Außerdem verfügt die Industriepark Nienburg GmbH über jeweils eine mechanische und eine leittechnische Werkstatt. welche Instandhaltungsservices für die Site Partner leistet. Zusätzlich erfolgt eine zentrale Beschaffung von Instandhaltungsmaterialien und Serviceleistungen, welche an die Site Partner weiterberechnet werden. Mit den Site Partnern bestehen langfristige Verträge, wobei die Abrechnung gemäß verhandelter Preisliste erfolgt. Die Preislisten werden im jährlichen Turnus mit den Site Partnern neu verhandelt.

Den größten Anteil der Umsätze erzielt die Industriepark Nienburg GmbH durch den Verkauf von Energieträgern an die Site Partner. Dabei werden die Energieträger Strom, Erdgas und Wasser von externen Lieferanten bezogen und an die Site Partner weiterverkauft. Zusätzlich werden an die Site Partner selbsterzeugter Dampf und Druckluft verkauft. Wesentliche Kunde der Industriepark Nienburg GmbH Flexsys Verkauf GmbH, BASF, Christian Hansen und Dritte.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das reale Bruttoinlandsprodukt in Deutschland stieg im Wirtschaftsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr um knapp 1.4 %.1 Damit setzte eine leichte Erholung der Wirtschaft ein. Die Arbeitslosenquote sank leicht gegenüber dem Vorjahr um 0.4 Prozentpunkte auf 5,3 %.2 Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften mit der erforderlichen Ausbildung und Fachkenntnissen ist weiterhin stark spürbar und stellt für die Unternehmen eine große Herausforderung dar. Die durchschnittliche Inflationsrate lag im Berichtszeitraum bei + 7,9 % gegenüber dem Durchschnitt des Vorjahres.3 Damit setzte sich der negative Trend aus dem zweiten Halbjahr 2021 fort. Ein Treiber in diesem Zusammenhang sind die stark gestiegenen Energiepreise für Strom und Gas, welche in Quartal 3/2022 ein neues Rekordniveau erreichten. Zwar sank das Preisniveau im Quartal 4/2022 wieder, blieb aber auf hohem Niveau. In diesem Zusammenhang hat sich der Erdgaspreis am Spotmarkt in Deutschland im Durchschnittswert von 2021 auf 2022 mehr als verdoppelt.4

1 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2112/umfrage/veraenderung-des-bruttoinlandprodukts-im-vergleich-zum-vorjahr.'

Dieses hohe Preisniveau wirkt sich spürbar auf die energieintensive chemisch-pharmazeutische Industrie aus. Im Vorjahresvergleich stieg der Gesamtumsatz der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland von 227 Mrd. € um 14,9 % auf Höchstniveau von 261 Mrd. € an.5 Dieser Rekordwert lässt sich allerdings nicht auf positive Branchenentwicklung zurückführen, sondern viel mehr auf die gestiegenen Erzeugerpreise um 17,7 %, welche an den Endverbraucher weitergegeben werden.“ Hauptursächlich für diesen Anstieg sind die stark steigenden Energiepreise (vergleiche oben). Zwar stieg die Anzahl der Beschäftigten in der chemisch-pharmazeutischen Industrie mit 0,5 % im Vergleich zum Vorjahr geringfügig an, allerdings lag die Kapazitätsauslastung branchenweit bei nur durchschnittlich 76.5 % im Quartal 4/2022, sodass sich ein Rückgang der Produktion um 14,0 % zum Vorjahr ergab.7

2.2 Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr. 2022 war im Wesentlichen von den Nachwirkungen des Gesellschafterwechsels im Jahr 2021 geprägt. In der eigenständigen Flexsys-Gruppe mussten sich Prozesse erst wieder einspielen, so dass man im Jahr 2022 mit einer erhöhten Kostenstruktur konfrontiert war. Hinzu kam, dass sich der Trend gestiegener Energiekosten aus der zweiten Jahreshälfte 2021 auch über den gesamten Jahresverlauf 2022 fortsetzte und sich insbesondere nach Ausbruch der Russisch- Ukrainischer Krieg im Frühjahr 2022 weiter zuspitzte. Diese gestiegenen Kosten für Energie führten zu steigenden Herstellkosten und reduzierter Absatzmenge bei beiden Tochterunternehmen.

Als Nachwirkung der Corona-Pandemie entwickelte sich ein Trend zum Homeoffice, welcher große Auswirkungen auf die Automobilreifenindustrie hatte, da das Auto aufgrund fehlender Pendelfahrten weniger genutzt wurde. Resultierend ergab sich ein geringerer Reifenverschleiß und somit eine verringerte Nachfrage beim Endkunden. Parallel zum reduzierten Reifenbedarf, sank auch die Nachfrage nach Reifenadaptiven. Durch die hohe Inflationsrate reduzierte sich ebenfalls die Kaufkraft beim Endkunden. Dies führte zum einen dazu, dass der Markt für Neuwagen schwächelte und somit der Bedarf an neuen Reifen als Erstausstattung für Neuwagen ebenfalls sank. Einhergehend mit den veränderten Marktanforderungen sank die Produktionsmenge von CrystexTM bei der Flexsys Verkauf GmbH von 38.500 Tonnen im Jahr 2021 auf 34.000 Tonnen für das Geschäftsjahr 2022. Dieser Effekt beeinflusste ebenfalls den Geschäftsverlauf der Industriepark Nienburg GmbH, das weniger Energien und Instandhaltungsservices abgesetzt werden konnten.

2 https://www.arbeitsagentur.de/presse/2023-02-jahresrueckblick-2022
3 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/01/PD23_022_611.html
4 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1316316/umfrage/erdgas-spotmarkt-preise-in-europa/
5 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36292/umfrage'umsatz-der-deutschen-chemieindustrie-seit-1991/#:~: text=Umsatz%20der%20chemisch%2Dpharmazeutischen%20Industrie%20in%20Deutschland%20bis%202023&text=Im%20Jahr%202023%20lag%20der,%C3%BCber%2035%2C7%20Milliarden%20Euro.
6 https://www.vci.de/ergaenzende-downloads/qb-4-2022.pdf
7 https://www.vci.de/ergaenzende-downloads/qb-4-2022.pdf

2.3 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Umsatzerlöse der Flexsys Verkauf GmbH stiegen von 39.545 TEUR im Jahr 2021 auf 52.644 TEUR im Geschäftsjahr 2022 an. Dieser Anstieg von 33,1 % lässt sich durch die erhöhten Produktionskosten aufgrund von gestiegenen Energiekosten erklären. Die gestiegenen Energiekosten führten separat zu einem Anstieg der Umsätze von 40.137 TEUR bei der Industriepark Nienburg GmbH (Vorjahr 28.120 TEUR). Mit einem Anteil von 21.584 TEUR wurden etwas mehr als die Hälfte der Umsätze der Industriepark Nienburg GmbH durch die Flexsys Verkauf GmbH erzielt. Resultierend ergeben sich für die Flexsys Germany Umsätze in Höhe von 71.198 TEUR für das Geschäftsjahr 2022. In den beiden Monaten des Rumpfgeschäftsjahres 2021 beliefen sich die Umsätze auf 10.577 TEUR. Die anteiligen Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Lieferungen und Leistungen stiegen für das gesamte Geschäftsjahr 2022 auf 68.672 TEUR gegenüber dem Rumpfgeschäftsjahr 2021 mit 12.097 TEUR. Resultierend ergibt sich ein Bruttoergebnis vom Umsatz von 2.526 TEUR für das Jahr 2022. Die sonstigen betrieblichen Kosten und Erträge stiegen proportional an. Somit ergibt sich eine negatives Betriebsergebnis von -2.691 TEUR. Des Weiteren ergibt sich eine Zinslast in Höhe von 3.998 TEUR für ein Darlehen gegenüber der Muttergesellschaft, sodass sich ein negativer Jahresüberschuss in Höhe von -6.696 TEUR ergibt.

Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2022 betrug 123.231 TEUR. Dies stellt einen Anstieg von 33 % gegenüber der Bilanzsumme des Vorjahres von 92.744 TEUR dar. Ursächlich für diese Anstieg sind vor allem der Anstieg an Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen von 5.787 TEUR auf 44.975 TEUR. Simultan sind die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von 41.583 TEUR am 31.12.2021 auf 69.915 TEUR gestiegen. Gemäß Unternehmenspolitik erfolgt momentan kein Ausgleich dieser Forderungen zwischen den Unternehmen der Flexsys-Gruppe. Die Sachanlagen betrugen zum 31. Dezember 2022 21.816 TEUR (Anlagenintensität: 18 %). Dies stellt eine leichte Reduktion gegenüber dem Vorjahr mit 22.089 TEUR mit einer Anlageintensität von 24% dar. Langfristig sind Anlagenerweiterungen zur Kapazitätserhöhung möglich, es wird aber zunächst die weitere Entwicklung des Reifenabsatzmarktes und die Geschäftsentwicklung der Site Partner und deren Kaufverhalten in Bezug auf Energielieferungen und der Abnahme von Serviceleistungen abgewartet. Die Gesellschaft weist zum 31. Dezember 2022 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von -10.029 TEUR aus. Die Gesellschaft hat von der Flexsys Holding Inc. eine Patronatserklärung bis zum 31. Dezember 2026 erhalten.

Bei den von der Flexsys Germany GmbH eingesetzten Finanzinstrumenten handelt es sich im Wesentlichen um die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen und Verbindlichkeiten. Ausfall- und Kreditrisiken bei den Kundenforderungen bestehen nicht, da bei der Flexsys Verkauf GmbH ausschließlich an Schwesterunternehmen innerhalb des Konzernes fakturiert wird. Bei den Kunden der Industrieparks Nienburg GmbH handelt es sich um etablierte Chemiekonzerne, so dass hier ein Ausfall von Forderungen ebenfalls unrealistisch ist. Die Flexsys Germany GmbH wies keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus. Um den Finanzierungsbedarf abzudecken, werden überschüssige Mittel der anderen Konzerngesellschaften genutzt. Die Sicherung der Liquidität ist für die Flexsys Germany GmbH durch eine Patronatserklärung der Flexsys Holding Inc. gesichert. Zusätzlich bestehen Ergebnisabführungsverträge zwischen der Flexsys Germany GmbH und den beiden Tochtergesellschaften Flexsys Verkauf GmbH und Industriepark Nienburg GmbH. Darüber hinaus bestehen keine nicht finanziellen Leistungsfaktoren oder Risiken, die für den Geschäftsverlauf oder die Lage von Bedeutung sind.

3. Prognosebericht

Die Umstrukturierungsmaßnahmen aufgrund des Gesellschafterwechsels, welche die Berichtsperiode 2022 prägten, wurden größtenteils innerhalb des Geschäftsjahres abgeschlossen. In diesem Zusammenhang gehen wir für die folgenden Geschäftsjahre davon aus zu den ursprünglichen Kostenstrukturen zurückzukehren. In diesem Zusammenhang wurde das Hosting von SAP durch die vorherige Muttergesellschaft Eastman eingestellt. Die Führung der Bücher erfolgt seit dem 01.12.2022 im eigenen SAP, sodass keine Abhängigkeit vom ehemaligen Gesellschafter mehr besteht.

Es ist gelungen trotz der Widrigkeiten auf dem umkämpften Reifenmarkt die Produktionsmengen stabil zu halten. Aufgrund der Anwendung der Kostenaufschlagsmethode sind die Umsätze der Flexsys Verkauf GmbH neben den Produktionsmengen stark abhängig von den Herstellkosten und insbesondere dem Niveau der Energiekosten. Die Produktionsmenge der Flexsys Verkauf GmbH im Geschäftsjahr 2023 lag bei 32.100 Tonnen, wobei Umsätze von circa 54 MEUR erzielt wurden. Für das Geschäftsjahr 2024 ergab sich eine erhöhte Produktionsmenge von 35.000 Tonnen mit reduzierten Umsätzen aufgrund niedrigerem Energiepreisniveau von circa 41 MEUR. Auch zukünftig werden die Produktionsmengen bei der Flexsys Verkauf GmbH stabil gehaltenhalten. Resultierend sieht unser Budget für das Geschäftsjahr 2025 stabile Produktionsmengen von 34.000 Tonnen vor.

Das Niveau der gestiegenen Energiepreise hat sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2023 gegenüber dem Rekordniveau in Quartal 3/2022 entspannt. Dieser Effekt spiegelt sich in den erzielten Umsätzen (ca. 28.6 MEUR) und den zugrundliegenden Herstellkosten der Industriepark Nienburg GmbH wider. Die Nachfrage nach Energien sank im Geschäftsjahr 2023 bei den Site Partnern aufgrund geringer Produktionsauslastung, welche auf die schwächelnde chemisch-pharmazeutische Branche zurückzuführen ist. Die gewonnenen Erkenntnisse zur Kostenstruktur des Industrieparks flossen in die Erstellung der Preisliste 2023 ein. Resultierend prognostizieren wir nach aktuellem Stand trotz reduzierter Umsätze ein neutrales Ergebnis für die Industriepark Nienburg GmbH im Geschäftsjahr 2023. Der Geschäftsverlauf des Jahres 2024 zeigt, dass die Nachfrage nach Energien und Instandhaltungsleistungen auf gleichbleiben Niveau zum Jahr 2023 waren. Die Preislisten mit den Site Partnern konnten erneut angepasst werden. Unsere vorläufigen Geschäftszahlen 2024 identifizieren Umsätze in Höhe von 27,3 MEUR und einem positiven Ergebnis im einstelligen Prozentbereich. Unser Budget für das Geschäftsjahr 2025 sieht ähnliche Werte wie im Geschäftsjahr 2024 erzielt vor. Durch unsere Site Partner wurde uns für das Jahr 2025 bereits ein Bedarf an 38.413 MWh Strom, 63.337 MWh Gas und 72.441 MWh Dampf angemeldet. Bei prognostiziert steigenden Energiekosten sieht das Budget 2025. Umsätze in Höhen von 27,2 MEUR und ein Profit im einstelligen Prozentbereich vor. Nach heutigem Stand gehen wir nicht davon aus, dass in naher Zukunft mit einer Versorgungsunsicherheit bei Gas zu rechnen ist. Die Auslastung bei den Site Partner ist in den Geschäftsjahren 2023 und 2024 stabil. Dieser Trend wird sich auch im Jahr 2025 fortschreiben. Aktuell gehen wir davon aus, dass die Lage unseres Unternehmens stabil bleiben wird.

4. Chancen- und Risikobericht

4.1 Risikobericht

Besondere branchenspezifische Risiken sehen wir sowohl für den Bereich Produktion von CrystexTM durch die Flexsys Verkauf GmbH als auch für den Bereich Energie- und Serviceverkäufe bei der Industriepark Nienburg GmbH nicht. Den Marktanteil und Absatz für CrystexTM in Europa bewerten wir als stabil. Reduzierte Absatzmengen bei den großen fünf Reifenherstellern, können durch gestiegenen Absatzmengen bei kleinen und mittleren Reifenproduzenten aufgefangen werden. Sollten sich allerdings an den Finanzmärkten generelle Turbulenzen oder Preissteigerungen im Energiesektor ergeben, kann dies die wirtschaftliche Situation unserer Kunden und die Nachfrage nach unseren Produkten negativ beeinflussen. Sollten die Preise für Energien drastisch steigen, können bei den Site Partnern der Industriepark Nienburg GmbH längerfristige Produktionsstillstände drohen, da die Produktionsprozesse sämtlicher Site Partner als energieintensiv gelten.

Neben möglichen Produktionsstillständen mit sinkenden Absatzmengen durch die Site Partner, sehen wir keine ertragsorientierten Risiken für die Industriepark Nienburg GmbH. Die Produkte der Flexsys Verkauf GmbH sind am Markt gefragt und werden durch Forschung und Entwicklung stetig verbessert. Aufgrund der stabilen Absatzmenge sehen wir hierbei ebenfalls keine ertragsorientierten Risiken. Fortlaufende Kostenkontrollen und die Überwachung und Steuerung unserer Einkaufsaktivitäten sichern uns eine vertretbare Steigerung unserer Herstellkosten. Unsere Kunden sind in ihrem Marktsegment mit der Kostensteigerung unserer Rohstoffe vertraut und zeigen für entsprechend erforderliche Preiserhöhungen Verständnis.

Aufgrund der gesicherten Liquiditätsversorgung unseres Unternehmens durch unsere Muttergesellschaft sind finanzwirtschaftliche Risiken derzeit nicht erkennbar. Hierzu sei auch auf Patronatserklärung mit der Flexsys Holding Inc. verwiesen. Potenziellen Währungsrisiken, die unsere Vermögens-. Finanz- und Ertragslage beeinflussen könnten, begegnen wir im Konzern durch geeignete Sicherungsmaßnahmen. Die Liquidität der Gesellschaft ist über die überschüssigen Mittel der anderen Konzerngesellschaften gewährleistet. Zudem verfügt der neue Eigentümer ONE ROCK über ausreichend Finanzmittel.

4.2 Chancenbericht

Eine Chance sehen wir in der Situation, dass sich immer mehr asiatische Reifenhersteller dazu entscheiden ihre Produktionen in den Wirtschaftsraum EMEA zu verlagern. 8 Hierbei spielt eine Rolle, dass diese Hersteller durch Produktion in EMEA drohende Strafzölle umgehen wollen. Durch unser Schwesterwerk in Malaysia verfügen wir über bestehenden Geschäftsbeziehungen mit den asiatischen Reifenherstellern, so dass wir uns Produktionsvolumina von diesen neuen Werken versprechen. Aktuell sind wir das einzige Werk zur Produktion für unlöslichen Schwefel im Wirtschaftsraum EMEA. Aufgrund unseres Standortvorteils können wir unsere Produkte mit deutlich reduzierten Logistikkosten gegenüber Lieferanten beispielsweise aus dem asiatischen Raum versorgen. Hinzukommt, dass wir innerhalb der Flexsys-Gruppe neben unlöslichem Schwefel auch Antidegradants für die Reifenindustrie produzieren. Aufgrund dieser Versorgung unserer Kunden mit mehreren notwendigen Adaptiven der Reifenindustrie ergeben sich positive Skaleneffekte. Da circa 50% der Umsätze der Industriepark Nienburg GmbH durch die Flexsys Verkauf GmbH erzielt wird, partizipiert die Industriepark Nienburg GmbH durch hohe Produktionsvolumen der Flexsys Verkauf GmbH.

5. Gesamteinschätzung

Risiken der künftigen Entwicklung sehen wir in einem schwierigen Wettbewerbsumfeld, steigenden Rohstoffpreisen, hohen Energiekosten und - steuern sowie einem steigenden Preisniveau auf der Kundenseite. Im Rahmen unserer Jahresplanung für die Geschäftsjahre 2023 und 2024 sind wir von steigenden Preisen für Rohmaterialien und insbesondere hohem Niveau an Energiekosten ausgegangen. Die vorläufige Jahresplanung für das kommende Geschäftsjahr 2025 ist ähnlich vorsichtig ausfallen. Vor dem Hintergrund unserer finanziellen Stabilität sehen wir uns für die Bewältigung der künftigen Risiken sehr gut gerüstet.

Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, sind derzeit nicht erkennbar.

8 https://www.logistik-express.com/linglong-reifenfabrik-in-serbien-ist-die-erste-europaeische-fabrikder-chinesischen-reifenindustrie/

 

Nienburg. den 10. März 2025

Flexsys Germany GmbH

Dr. Michael Becker

Sandip Tyagi

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

31.12.2022 31.12.2021
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.772,84 2.465,21
2. Geschäfts- oder Firmenwert 34.169.214,87 38.255.376,03
34.170.987,71 38.257.841,24
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstückgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 5.167.107,71 5.651.681,95
2. Technische Anlagen und Maschinen 9.766.538,19 11.647.593,02
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.146.802,88 382.282,04
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 5.735.986,12 4.407.627,43
21.816.434,90 22.089.184,44
55.987.422,61 60.347.025,68
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 830.241,65 925.151,22
2. Fertige Erzeugnisse und Waren 3.461.283,18 3.649.218,04
4.291.524,83 4.574.369,26
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.051.654,69 4.663.731,59
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 44.975.190,59 5.786.838,33
3. Sonstige Vermögensgegenstände 1.659.362,57 2.214.992,22
51.686.207,85 12.665.562,14
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 1.019.540,06 11.823.774,44
1.019.540,06 11.823.774,44
56.997.272,74 29.063.705,84
C. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 10.246.469,27 3.332.894,31
123.231.164,62 92.743.625,83

Passiva

31.12.2022 31.12.2021
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Verlustvortrag -3.357.894,31 0,00
III. Konzernjahresfehlbetrag -6.913.574,96 -3.357.894,31
IV. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 10.246.469,27 3.332.894,31
0,00 0,00
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 26.284.440,88 23.232.056,74
2. Sonstige Rückstellungen 8.818.491,24 6.260.797,77
35.102.932,12 29.492.854,51
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.481.209,65 9.136.282,93
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 69.915.127,11 41.583.150,66
3. Sonstige Verbindlichkeiten 12.731.895,74 12.531.337,73
88.128.232,50 63.250.771,32
123.231.164,62 92.743.625,83

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