Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH

Börsenstraße 4, 70174 Stuttgart, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Stuttgart HRB 766353
Vorher
blocknox GmbH
Eingetragen
5.9.2018
Branche
Geld- und WertdiensteManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenBeteiligungsgesellschaften
Gegenstand
Gegenstand geändert; nun: 1)Das Kryptoverwahrgeschäft als Finanzdienstleistung, also die Verwahrung, die Verwaltung und die Sicherung von Kryptowerten oder privaten kryptografischen Schlüsseln, die dazu dienen, Kryptowerte zu halten, zu speichern oder zu übertragen, für andere. 2) Das Erbringen von Dienstleistungen im Zusammenhang mit Geschäften über digitale Vermögenswerte und sonstige Dienstleistungen und Geschäfte, die damit im Zusammenhang stehen, ohne dass dabei nach dem KWG oder ZAG erlaubnispflichtige Tätigkeiten ausgeübt werden.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Dennis Dirk Winter
seit 24.9.2024
Geschäftsführer
Nicole Ritter
seit 12.8.2021
Prokura
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

Daten zu wirtschaftlich Berechtigten sind nur für registrierte Nutzer zugänglich.

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Boerse Stuttgart Digital Holding GmbH
Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH

Stuttgart

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2024 der

Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH, Stuttgart

Organisatorische und rechtliche Struktur der Gesellschaft

Die Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH (BSDC) ist eine Tochtergesellschaft der Boerse Stuttgart Digital Holding GmbH (BSDH). Die Gesellschaft fungiert als wichtiger Baustein bei der Umsetzung der Digitalstrategie innerhalb des Boerse Stuttgart Digital Holding GmbH-Konzerns (BSDH-Konzern).

Der BSDH-Konzern ist Teil der Boerse Stuttgart Group. Die Boerse Stuttgart Group besteht neben dem BSDH-Konzern und dem BSG-Konzern (Boerse Stuttgart GmbH, EUWAX Aktiengesellschaft, Boerse Stuttgart cats GmbH, Boerse Stuttgart Commodities GmbH, BX Swiss AG und Nordic Growth Market NGM AG) zusätzlich aus der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e. V. sowie der Baden-Württembergische Wertpapierbörse GmbH und der Baden-Württembergische Wertpapierbörse AöR.

Die BSDC übernimmt innerhalb der Boerse Stuttgart Group für die Nutzer der BISON-Anwendungen sowie für die Teilnehmer am Handelsplatz Boerse Stuttgart Digital Exchange (BSDEX) die treuhänderische Verwahrung von Kryptowerten i. S. d. § 1 Abs. 11 Nr. 10 KWG.

Die BISON-Anwendungen werden von der EUWAX Aktiengesellschaft (EUWAX AG) betrieben und ermöglicht Privatkunden den bilateralen Handel mit Kryptowährungen und ausgewählten Aktien und ETF's. Die BSDEX, der multilaterale Handelsplatz der Boerse Stuttgart Digital Exchange GmbH (BSDEX GmbH), bietet ein technisch verlässliches und transparentes Umfeld für den Handel von digitalen Vermögenswerten gem. § 2 Abs. 12 KWG. Seit dem Geschäftsjahr 2024 erbringt die BSDC auch Verwahrdienstleistungen an Kunden außerhalb der Boerse Stuttgart Group.

Als Finanzdienstleistungsinstitut im Sinne des § 1 Abs. 1a Nr. 6 KWG finden entsprechend § 340a Abs. 1 HGB i. V. m. § 340 Abs. 4 Satz 1 HGB die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften Anwendung.

Die organisatorische und rechtliche Einbettung der BSDC in den BSDH-Konzern wird im folgenden Schaubild dargestellt.

Abbildung 1: Konzernstruktur des BSDH-Konzerns zum 31.12.2024

Der BSDH-Konzern ist Teil der Boerse Stuttgart Group. Die Boerse Stuttgart Group ist die sechstgrößte Börsengruppe in Europa mit strategischen Standbeinen im Kapitalmarktgeschäft sowie im Digital- und Kryptogeschäft.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Kapitalmärkte bewegten sich zu Jahresbeginn aufgrund von geopolitischen Unsicherheiten sowie der Unsicherheit bevorstehender Zinsentscheidungen der US-Zentralbank zunächst kaum. Ab März 2024 dominierte jedoch die starke Performance der Tech-Werte aus den USA das Sentiment und beflügelte jegliche Indizes zu neuen Rekordhöhen. Zugleich sorgten die anhaltenden geopolitischen Risiken in der Ukraine und dem Nahen Osten für eine vermehrte Nachfrage nach Gold, was zu mehreren Preisspitzen führte. Auf Basis der starken Wirtschaftsdaten und der sinkenden Inflation in den USA beschloss die US-Zentralbank Mitte September 2024 den Leitzins zu senken. Die EZB leitete diesen Schritt bereits im Juni 2024 auf Grund von schwächelnden Wirtschaftsdaten ein. Dies führte zu einer zweiten Aufwärtsbewegung der Aktienmärkte. Die US-Wahl Anfang November 2024 war ein bedeutendes Ereignis mit großem Einfluss auf die Märkte. Während US-Märkte in die Höhe schossen, mussten einige europäische Märkte, die stark von den USA als Exporthandelspartner abhängen, aufgrund Donald Trumps Wahlsieg Einbußen in Kauf nehmen. Trotz vieler Ereignisse und volatiler Märkte erlebten die meisten Indizes ein starkes Jahr. So haben der Deutsche Leitindex (DAX) ca. 19 %, der Dow Jones ca. 13 % und der MSCI World ca. 17 % im Jahr 2024 zugelegt.

Wie bereits zuvor erwähnt, hatte die EZB im Juni 2024 angesichts der sinkenden Inflation und der schwächelnden Wirtschaft die Leitzinsen gesenkt. Danach folgten im September und Oktober 2024 zwei weitere Zinssenkungen. In der letzten Sitzung des Jahres am 12. Dezember 2024 wurden die Leitzinsen nochmals gesenkt, sodass sich der Hauptrefinanzierungssatz auf 3,15 % und der Einlagenzins auf 3,0 % am Ende des Jahres belaufen. Die US-Notenbank FED hatte den Leitzins seit März 2022 elfmal bis auf die Zinsspanne von 5,25 % bis 5,5 % angehoben. Es folgte eine Zinspause, bis dann im September 2024 der Zinskorridor um 0,5 % gesenkt wurde und im November und Dezember 2024 um weitere 0,25 % auf schlussendlich 4,25 % bis 4,5 %. Für das Jahr 2025 signalisiert die FED eine Fortsetzung des Zyklus und weitere Zinssenkungen bis voraussichtlich 3,4 % im Mittel. Neben der rückläufigen Inflation tragen dazu die verbesserten Arbeitsmarktdaten bei.

Der positive Trend war allerdings nicht nur an den Aktienmärkten, sondern ebenfalls am Kryptomarkt zu beobachten. Ausgehend von einem moderaten Wachstum der Kryptowerte im Jahr 2023, primär getrieben durch den Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH), verbesserte sich das Sentiment am Gesamtmarkt erheblich, nachdem Ende Januar 2024 die ersten BTC-Spot ETFs lizenziert wurden. Dieser Schritte führte zu einem erheblichen Kapitalzufluss sowohl von institutionellen als auch privaten Anlegern. Die größten BTC-ETFs sind derzeit iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock, Grayscale Bitcoin Trust (GBTC), Fidelity Wise Origin Bitcoin Trust (FBTC), ARK 21Shares Bitcoin ETF (ARKB) und Bitwise Bitcoin ETF (BITB).

Insbesondere durch die neu eingeführten ETFs lässt sich im Marktumfeld eine zunehmende Akzeptanz von Kryptowährungen erkennen. Vor allem institutionelle Investoren nehmen diese in ihre Portfolien auf und immer mehr Banken suchen die Kooperation mit Kryptobrokern und Verwahrern, um ihren Kunden Kryptowerte als weitere Anlageklasse anbieten zu können, wie z.B. die DZ Bank, welche Ihre Kooperation mit der Boerse Stuttgart Digital im September 2024 bekanntgegeben hatte. Darüber hinaus kann man ebenfalls anhand des BTC-Zukaufs durch globale Vermögenverwalter, wie z.B. BlackRock, das gestiegene Interesse an Kryptowerten erkennen. Auch DWS und Deutsche Bank haben ihre Investitionen in das Krypto- und Digitalgeschäft ausgebaut.

Als Konsequenz nahm der BTC-Preis im Laufe des Jahres 2024 um ca. 121 % zu, während ETH um knapp 46 % zulegte. Die Gesamtmarktkapitalisierung hat sich um rund 91 % verändert. Neben der Einführung der BTC-ETFs hatte das Bitcoin-Halving im April 2024 ebenfalls einen positiven Einfluss auf die gesamte Marktentwicklung. Im Gegenzug sorgten schwache Arbeitsmarktzahlen für Rezessionsängste, welche Panikverkäufe auslösten. Der Markt kühlte sich zwischen Juli und September 2024 deutlich ab und der BTC-Preis fiel um knapp 25 % vom kurzfristigen, ersten Jahreshoch im März 2024. Zum Jahresende hingegen stieg der Kryptomarkt rasant an, nachdem Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten gewählt wurde. Seine Überzeugung von digitalen Assets entfachte eine Euphorie, die den Kryptomarkt in kurzer Zeit um über 50 % ansteigen ließ. Allein die Marktkapitalisierung des Bitcoins stieg zwischenzeitlich von knapp 1,3 Billionen USD auf über 2,0 Billionen USD und Ethereum von rund 270 Milliarden USD auf über 480 Milliarden USD.

Wettbewerb

Im letzten Jahr hat sich der Krypto-Custody-Markt aufgrund regulatorischer Anforderungen und institutioneller Nachfrage rasant weiterentwickelt. Eine der zentralen Entwicklungen war die verstärkte Einführung regulierter Custody-Lösungen, die von Banken und etablierten Finanzdienstleistern angeboten werden. Regulierungsbehörden weltweit, wie die SEC in den USA und die BaFin in Deutschland, haben klare Richtlinien für die Verwahrung von digitalen Vermögenswerten eingeführt, wie z. B. MICAR in der EU. Dies hat zu mehr Vertrauen bei institutionellen Anlegern geführt, die professionelle Verwahrlösungen benötigen.

Unternehmen wie Fireblocks und BitGo gehörten zu den führenden Akteuren im Krypto-Custody-Markt. Fireblocks, bekannt für seine MPC-Lösungen, konnte durch neue Partnerschaften sein Netzwerk für sichere Wallet- und Transaktionsinfrastruktur ausbauen. BitGo wiederum hat sowohl technologische als auch regulatorische Fortschritte erzielt, unter anderem mit neuen Custody-Angeboten für dezentrale Finanzprodukte (DeFi). Auch große Banken wie BNY Mellon und Societe Generale haben ihr Krypto-Custody-Geschäft verstärkt ausgebaut und bieten integrierte Lösungen für die Verwahrung digitaler Assets an.

Insbesondere in Deutschland und Europa hat sich die BSDC mit einem verwahrten Treuhandvermögen von 5.060,6 Mio. € als ein wichtiger Anbieter etabliert. Das stark regulierte Verwahrlösungssetup für Retail- als auch institutionelle Kunden bietet eine vertrauenswürdige Alternative für die Verwahrung von digitalen Vermögenswerten.

Geschäftsverlauf

Die treuhänderische Verwahrung der Kryptowerte erfolgt für die Nutzer von BISON und die Teilnehmer am Handelsplatz BSDEX gemäß den allgemeinen Geschäftsbedingungen der BSDC kostenlos. Dennoch wird der Geschäftsverlauf der Gesellschaft maßgeblich von der Entwicklung beider Handelsmodelle bestimmt. Des Weiteren erbringt die Gesellschaft seit dem Geschäftsjahr 2024 auch Verwahrdienstleistungen an Kunden außerhalb der Boerse Stuttgart Group.

Für die Erbringung der vertraglich vereinbarten Verwahrdienstleistungen erhält die BSDC ein variables Entgelt, welches sich zum einen als prozentualer Anteil am jährlichen Handelsvolumen und zum anderen als prozentualer Anteil am Volumen der verwahrten Kryptobestände bemisst. Zudem erzielt die Gesellschaft Erträge aus dem Staking, indem sie Kryptowährungen mithilfe von Validatoren dem Netzwerk zur Verfügung stellt.

Das Handelsvolumen mit Kryptowährungen im Digitalbereich der Boerse Stuttgart Group ist im Geschäftsjahr auf 5,5 Mrd. € (Vj. 1,9 Mrd. €) gestiegen. Ebenso hat sich die Anzahl der ausgeführten Orders auf 7,0 Mio. (Vj. 4,2 Mio.) erhöht. Aufgrund der stetigen Weiterentwicklung des Angebotes in ihrem Digitalgeschäft konnte die Boerse Stuttgart Group strukturell weiterwachsen. Die Angebote von BISON und BSDEX für Privatanleger und institutionelle Kunden erreichten im Jahr 2024 insgesamt 1.043 Tsd. registrierte Kunden (Vj. 885 Tsd. registrierte Kunden). Über die Börse Stuttgart bieten auch institutionelle Kunden ihren (End-)Kunden Kryptowährungen an. Die europäische Expansion des digitalen Geschäfts der Boerse Stuttgart Group wird weiterhin stark über Partnerschaften vorangetrieben.

Ertragslage

Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr 2024 ein Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in Höhe von 2,3 Mio. € (Vj. -6,9 Mio. €). Die Ergebnisentwicklung der Gesellschaft lag damit deutlich über dem Vorjahresniveau und entsprach den gesetzten Zielen und führte zum Erreichen des Break-Even-Punktes.

Die im Geschäftsjahr realisierten Gesamterträge in Höhe von 18,5 Mio.€ (Vj. 4,4 Mio. €) wurden hauptsächlich aus der Expansion der Staking-Aktivitäten (11,3 Mio. €; Vj. 0,8 Mio. €) erzielt. Zudem sind Erträge aus erbrachten Dienstleistungen für die Verwahrdienstleistungen im Zusammenhang mit dem Kryptohandelsgeschäft von EUWAX AG und BSDEX GmbH (6,8 Mio. €; Vj. 2,2 Mio. €) enthalten. Der Anstieg der Erträge ist vor allem dem höheren Handelsvolumen zu verdanken, infolgedessen der prognostizierte Ertragszuwachs realisiert werden konnte.

Die Gesamtaufwendungen der Gesellschaft erhöhten sich stärker als erwartet auf 16,2 Mio. € (Vj. 11,3 Mio. €). Die Zunahme betrifft hauptsächlich die anderen Verwaltungsaufwendungen (13,2 Mio. €; Vj. 6,3 Mio. €). Diese sind aufgrund des erhöhten gruppeninternen Fremdleistungsbezugs infolge der durchgeführten Umstrukturierung innerhalb des BSDH-Konzerns angestiegen. Die Personalaufwendungen sind durch die entsprechende Verlagerung des Personals hin zur Muttergesellschaft gesunken (2,8 Mio. €; Vj. 4,7 Mio. €)

Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern 1 erhöhte sich aufgrund der Ergebnisverbesserung auf 46 % (Vj. -145 %). Die Gesamtkapitalrentabilität vor Steuern 2 stieg ebenfalls (33 %; Vj. -112 %) an. Die EBT-Marge 3 betrug 12 % und bewegte sich damit auch über dem Vorjahresniveau (-156 %).

Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Gesellschaft lag zum 31.12.2024 mit 5.069,5 Mio. € deutlich über dem Vorjahresniveau (Vj. 2.189,6 Mio. €).

Sowohl die Aktiv- als auch die Passivseite der Bilanz wird mit einem Anteil von 99,8 % (Vj. 99,8%) vom verwahrten Treuhandvermögen respektive den entsprechenden Treuhandverbindlichkeiten dominiert. Die Anzahl der treuhänderisch verwahrten Coins stieg im Geschäftsjahr wie erwartet signifikant an (824,2 Mrd. Stück; Vj. 494,7 Mrd. Stück). Zudem trug die Kurserholung einzelner Werte maßgeblich zum Anstieg des Stichtagswertes bei. Der bilanzielle Wertansatz des Treuhandvermögens bzw. der Treuhandverbindlichkeiten erhöhte sich somit deutlich von 2.184,4 Mio. € auf 5.060,6 Mio. €. Davon entfallen auf die größten Kryptowährungen BTC und ETH insgesamt 3.949,0 Mio. € (Vj. 1.823,0 Mio. €).

Die Forderungen an Kreditinstitute verzeichneten im Geschäftsjahr einen Zuwachs um 2,6 Mio. € auf 5,8 Mio. €, was vor allem auf das erwirtschafteten Jahresergebnis zurückzuführen ist.

Auf der Passivseite der Bilanz wird neben den bereits beschriebenen Treuhandverbindlichkeiten hauptsächlich das Eigenkapital in Höhe von 6,1 Mio. € (Vj. 3,9 Mio. €) ausgewiesen. Der Anstieg des Postens spiegelt das Jahresergebnis wider.

Finanzlage

Die zahlungswirksame Erhöhung des Finanzmittelfonds 4 um +2,6 Mio. € auf 5,8 Mio. € im Berichtsjahr 2024 resultiert nahezu vollständig aus dem Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit (+2,6 Mio. €; Vj. -7,5 Mio. €), welcher im Wesentlichen das Jahresergebnis in Höhe von +2,2 Mio. € (Vj. -6,9 Mio. €) enthält.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 0,1 Mio. € (Vj. 0,0 Mio. €).

Die Zahlungsfähigkeit der BSDC war im Berichtszeitraum jederzeit gegeben. Im Rahmen des operativen Liquiditätsmanagements erfolgen die Steuerung der täglichen Zahlungen sowie die Planung der zu erwarteten Zahlungsströme. Durch die Zunahme des Finanzmittelfonds stieg die Cashquote 5 der Gesellschaft zum Jahresende auf 65 % (Vj. 61 %). Die Eigenkapitalquote 6 reduzierte sich hauptsächlich aufgrund höherer Rückstellungen auf 68 % (Vj. 75 %).

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Wir sind davon überzeugt, dass der Erfolg des Unternehmens entscheidend von den Mitarbeitern einschließlich der überwiegend gruppeninternen Auslagerungen und Fremdbezüge abhängt. Wir glauben daran, dass Arbeitszufriedenheit, Engagement für das Unternehmensziel und eine starke Identifikation mit dem Unternehmen wesentliche Erfolgsfaktoren sind. Über den sogenannten Employee Net Promoter Score, der auf einer Skala von eins bis zehn in den letzten zwei Jahren konstant bei durchschnittlich 6,6 lag, holen wir uns regelmäßig das Feedback der Mitarbeiter zu diesen Faktoren ein, um Verbesserungen umzusetzen und so ein attraktiver Arbeitgeber zu bleiben. Zudem werden die Fähigkeiten und Qualifikationen der Mitarbeiter durch fortlaufende Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen gestärkt.

Resümee Geschäftslage 2024

Im Geschäftsjahr 2024 konnte der strukturelle Ausbau des Geschäftsmodells der Gesellschaft weiter vorangetrieben werden. Nachdem sich der Kryptomarkt bereits im Jahr 2023 erholt hat, setzte sich die positive Entwicklung im Jahr 2024 weiter fort. Dies spiegelt sich sowohl in deutlichen Kursgewinnen bei den Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum wider als auch in einem Anstieg der Handelsaktivitäten der Anleger. Infolgedessen konnte das angestrebte deutliche Ertragswachstum erreicht werden.

Der Bilanzwert der treuhänderisch verwahrten Kryptowerte ist aufgrund erheblicher Kurssteigerungen, vor allem bei BTC und ETH, deutlich auf ca. 5,1 Mrd. € zum Jahresende 2024 angestiegen.

In dem skizzierten Umfeld beurteilt die Geschäftsleitung die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der BSDC insgesamt als zufriedenstellend.

1 Berechnung der Eigenkapitalrentabilität vor Steuern: Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in % zum durchschnittlichen Eigenkapital.
2 Berechnung der Gesamtkapitalrentabilität vor Steuern: Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in % zum durchschnittlichen wirtschaftlichen Gesamtkapital, Wirtschaftliches Gesamtkapital: Gesamtkapital - Treuhandverbindlichkeiten.
3 Berechnung der EBT-Marge: Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in % zu den Erträgen.
4 Finanzmittelfonds: Zahlungsmittel (täglich fällige Sichteinlagen).
5 Berechnung der Cashquote: Finanzmittelfonds in % zur Bilanzsumme (ohne Treuhandvermögen).
6 Berechnung der Eigenkapitalquote: Eigenkapital in % zum wirtschaftlichen Gesamtkapital, Wirtschaftliches Gesamtkapital: Bilanzsumme - Treuhandverbindlichkeiten.

Risikobericht

Der nachfolgende Risikobericht beschreibt das Risikomanagementsystem der BSDC sowie die aktuellen Risikoschwerpunkte. Das Risikomanagementsystem der BSDC ist eingebettet in das übergreifende Risikomanagementsystem der Boerse Stuttgart Group. Im Hinblick auf mögliche zukünftige Chancen wird auf das Kapitel "Prognosebericht" verwiesen. Aufgrund der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft sind die Chancen, die sich im Wesentlichen aus positiven Markt- und Wettbewerbsentwicklungen ergeben, nicht in das Risikomanagementsystem einbezogen.

Das Risikomanagementsystem

Die Gesamtverantwortung für ein funktionierendes Risikomanagementsystem innerhalb der Boerse Stuttgart Group trägt der Vorstand der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V. (Vereinigung). Mit der operativen Umsetzung der Einrichtung und des Betriebs ist die Abteilung Group Risk Management & Regulatory Reporting beauftragt, welche ebenfalls in der Vereinigung verortet ist. Das Risikomanagementsystem ist als Summe aller betrieblichen Regelungen, Prozesse und Methoden zu verstehen und dient der Unternehmung bei der Steuerung ihrer Risiken. Die übergeordnete Zielsetzung der Risikostrategie ist, die langfristige Sicherstellung der Überlebensfähigkeit der Unternehmung. Das Risikomanagementsystem wird durch die Interne Revision regelmäßig geprüft.

Das Risikomanagement der BSDC entspricht dem Risikomanagementsystem, welches auf Gruppenebene umgesetzt wird.

Risikostrategie

Die Geschäftsleitungen der einzelnen Gesellschaften erarbeiten eine aus der Geschäftsstrategie abgeleitete Risikostrategie für das Geschäftsjahr, die auch die Finanzplanung berücksichtigt. Hierbei legen die Geschäftsleitungen auf Basis der grundsätzlichen Risikoeinstellung der Boerse Stuttgart Group und den Einzelgesellschaften den Risikoappetit und die damit einhergehende Risikolimitierung der Risikotragfähigkeit fest und leiten daraus Zielvorgaben für die Geschäftsbereiche ab. Der Planungsprozess berücksichtigt die gesamte Gruppe. Der Prozess unterliegt naturgemäß den Risiken fehlerhafter Zukunftsannahmen, die allen Planungsprozessen zu eigen sind.

Risikomanagementprozesse

Es existieren standardisierte Methoden und Verfahren für alle wesentlichen Risikoarten, die es den Geschäftsbereichen erlauben, Risiken zu erkennen und nach einheitlichen Standards zu bewerten. Die Risikoowner verantworten die Risikosteuerung der ihnen zugewiesenen Risiken und sollen diese, basierend auf der durch die Geschäftsleitungen vorgegebenen Risikostrategie, managen. Das Risikocontrolling hat neben der Methodenhoheit die Aufgabe, den Risikomanagementprozess zu begleiten und zu beurteilen sowie die Umsetzung beschlossener Maßnahmen nachzuhalten.

Die Risikomanagementprozesse und -methoden der BSDC zur Quantifizierung von Risiken, die dabei eingesetzten Anwendungen und die Prozessabläufe folgen denen der Boerse Stuttgart Group.

Governance

Unabhängig von der Behandlung spezifischer Risiken bestehen Governance-Elemente, die allgemein dazu beitragen, die von den Geschäftsleitungen gewünschte Steuerung und Überwachung sicherzustellen. So existieren klare Verantwortlichkeitsregelungen für jedes einzelne Risiko. Es existiert eine Funktionstrennung zwischen Risikosteuerung und -überwachung. Ein Risikohandbuch legt die im Risikomanagement zur Anwendung kommenden branchenüblichen Prozesse und Methoden unter Berücksichtigung gesetzlicher, aufsichtsrechtlicher Standards verbindlich fest. Die im Unternehmen existierenden Prozesse werden risikoorientiert so ausgestaltet, dass Risiken soweit möglich reduziert oder vermieden werden.

Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess

Die Geschäftsführung trägt die Gesamtverantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem in der Gesellschaft. Über eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation sind alle Bereiche eingebunden. Bei der Gesellschaft sind nachfolgend beschriebene Strukturen und Prozesse implementiert. Durch Funktionstrennungen wird sichergestellt, dass miteinander nicht vereinbare Tätigkeiten personell oder funktionell voneinander getrennt sind. Kontrollhandlungen, wie beispielsweise das Vier-Augenprinzip, kommen zum Einsatz. Interne Sicherungsmaßnahmen (z.B. Vergabe von Zugriffsberechtigungen) dienen dem Schutz vor unberechtigtem Zugriff. Die Grundsätze, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Prozesse des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sind in Arbeitsanweisungen und Prozessbeschreibungen niedergelegt, die in regelmäßigen Abständen an aktuelle externe und interne Entwicklungen angepasst werden. Die Interne Revision überwacht die Einhaltung dieser Regelungen.

Risikoreporting

Das Group Risk Management & Regulatory Reporting berichtet regelmäßig an die Geschäftsleitung und die Risikomanager über die aktuelle Risikosituation. Ergänzt wird das Berichtswesen durch eine anlassbezogene, außerhalb der regulären Berichtszyklen liegende Ad hoc-Berichterstattung an die Geschäftsleitung, sofern dies geboten erscheint.

Die Risikosteuerung erfolgt aus einer ökonomischen Sicht. Die Risikotragfähigkeitsberechnung aus der ökonomischen Sicht erfolgt in Ausblick auf die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit. Hierbei wird die Angemessenheit der Kapitalausstattung gesteuert. Der Betrachtungshorizont beträgt ein Jahr und zur Quantifizierung der Risiken wird ein Konfidenzniveau von 99,9 % angesetzt.

Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Der Geschäftszweck der BSDC bedingt insbesondere die Verwahrung von Kryptowährungen. Aus dieser resultieren mögliche Adressenausfallrisiken des Unternehmens. Weiterhin unterliegt die BSDC operationellen und strategischen Risiken. Marktpreisrisiken stellen aufgrund des Geschäftsmodells keine wesentliche Risikoart dar.

Veränderungen gegenüber dem Vorjahr

Die Methoden der Quantifizierung von Risiken, die dabei eingesetzten Anwendungen und die Prozessabläufe wurden gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Es erfolgt weiterhin eine Betrachtung der ökonomischen Perspektive. Wesentliche Methodenänderungen werden nicht durchgeführt. Die oben beschriebenen Grundsätze des Risikomanagementsystems wurden in diesem Rahmen beibehalten.

Die Risikoarten

Nachfolgend werden die relevanten Risikoarten erläutert. In Abbildung 2 ist eine Übersicht der auf die jeweiligen Risikoarten entfallenden Value-at-Risk dargestellt, die sich aufgrund einer einheitlichen Bewertungsmethodik ergeben. Die Betrachtung der Risikosituation der ökonomischen Perspektive erfolgt dabei immer auf Basis des verbleibenden Risikos nach bestehenden Risikobegrenzungsmaßnahmen (Nettobetrachtung).

Marktpreisrisiken

Aufgrund des Geschäftsmodells der BSDC entstehen keine wesentlichen Marktpreisrisiken. Es findet eine ausschließlich treuhänderische Verwahrung von Kryptowerten statt, die ohne Marktpreisrisiken für die BSDC einhergeht. Durch den Staking-Prozess werden Rewards in Krypto-Assets generiert, welche in einem regelmäßigen Turnus in FIAT getauscht werden. Der Turnus ist derart gewählt, dass hieraus trotz kurzfristiger Kursschwankungen der Krypto-Assets keine wesentlichen Marktpreisrisiken entstehen.

Adressenausfallrisiken

Unter Adressenausfallrisiken sind potenzielle Verluste oder entgangene Gewinne aufgrund des Ausfalls oder einer Bonitätsverschlechterung eines Geschäftspartners zu verstehen. Grundsätzlich unterliegt die Unternehmung aus ihrer Geschäftstätigkeit heraus nur moderaten Adressenausfallrisiken. Diese ergeben sich aus Kontokorrentbeziehungen und Kryptobeständen an Referenzbörsen.

Es erfolgt eine laufende Bewertung der Adressenausfallrisikopositionen in Form eines Value-at-Risk mit einem Konfidenzniveau von 99,9 %, der mit dem Gordy-Verfahren nach Art. 153 CRR (Capital Requirements Regulation) auf der Basis ratingbasierter Ausfallraten (Probability of Default, PD) und ebenfalls ratingbasierter Ausfallquoten (Loss given Default, LGD) berechnet wird.

Für die operative Risikosteuerung wird ein Betrachtungszeitraum von einem Jahr zu Grunde gelegt. Für die Berechnung der Risikotragfähigkeit wird ebenfalls ein Betrachtungszeitraum von einem Jahr zu Grunde gelegt.

Die operative Steuerung der Risiken erfolgt ergänzend über ein Kreditlimit-System und unterliegt dadurch einer laufenden elektronischen Überwachung.

Im Rahmen des Managements von Adressenausfallrisiken werden auch Risikokonzentrationen betrachtet. Dies geschieht durch eine Berechnung der Diversifizierung des Risikoportfolios in Bezug auf bestimmte Merkmale, wie Gegenparteien, Länder, Ratingklassen und Branchen. Hier werden weiterhin die betroffenen Positionen hinsichtlich ihrer Sensitivität auf Stressszenarien bewertet.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken können für die Unternehmung in zweifacher Hinsicht bestehen. Einerseits als operatives Liquiditätsrisiko (Risiken im Zusammenhang mit der operativen Allokation von Liquiditätsbeständen), andererseits als strategisches Liquiditätsrisiko (Allokation der verfügbaren Liquidität innerhalb der Boerse Stuttgart Group).

Die eigenen liquiden Mittel der Gesellschaft sind gering, da die Gesellschaft sich noch im Aufbau befindet. Es bestehen ausreichende Barmittelbestände. Sollte sich im Laufe der Zeit ein Finanzbedarf ergeben, kann dieser innerhalb der Gruppe gewährleistet werden.

Es erfolgt eine fortlaufende Überwachung der Finanzsituation des Unternehmens im Hinblick auf die Ausprägung aufsichtsrechtlicher Kennziffern und wesentlicher Gruppenkennzahlen wie Finanzmittelbestand und Risk Adjusted Net Cash, damit die frühzeitige Feststellung von Liquiditätsengpässen und die rechtzeitige Einleitung von Gegenmaßnahmen gewährleistet bleiben.

Durch die Einführung des Produktes Staking ist es notwendig, ein dispositives Liquiditätsrisiko der durch die BSDC gestakten Krypto Assets zu vermeiden. Um dies zu gewährleisten, wurde eine konservative Limitierung des maximalen passiv Stakes des BSDC eingeführt.

Operationelle und strategische Risiken

Unter operationellen Risiken versteht die BSDC in Anlehnung an Basel II mögliche Verluste, die aufgrund der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder in der Folge externer Ereignisse eintreten. Weiterhin zählen auch Reputationsrisiken und strategische Risiken zu dieser Risikokategorie. Diese Risiken nehmen in der Gesellschaft einen hohen Stellenwert ein, da hier das größte Gefahrenpotenzial besteht. ESG-Risiken werden als Risikotreiber und nicht als gesonderte Risikoart betrachtet.

Als Gesellschaft strahlen Risiken von Mutter- und Schwestergesellschaften oftmals auf das Unternehmen aus. Insofern kann die Betroffenheit durch die im Folgenden genannten Risiken auch mittelbar bestehen.

Zur Quantifizierung der operationellen und strategischen Risiken verwendet die BSDC ein auf eine Monte-Carlo-Simulation gestütztes Value-at-Risk-Konzept mit einem Betrachtungszeitraum von einem Jahr. Das Konfidenzniveau liegt hier ebenfalls bei 99,9 %. Die Grundlage hierfür sind regelmäßige Expertenschätzungen hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeiten und der potenziellen Schadenshöhen und Schadensverläufe.

Die operationellen und strategischen Risiken sind durch akzeptierte Risikotoleranzen durch die Geschäftsleitungen begrenzt und werden durch die vierteljährliche Risikoberichterstattung überwacht.

Weitere potenzielle Risiken ergeben sich aus dem Bereich Informationstechnologie und aus externen Ereignissen wie bspw. Pandemien, Naturkatastrophen etc., die aber über zahlreiche aufbau- und ablauforganisatorische Maßnahmen sowie im Rahmen eines laufenden Business Continuity Management (BCM) kontinuierlich bearbeitet werden.

Beeinträchtigungen der IT-Systeme, z.B. durch Hardware- oder Systemausfälle, können zu unmittelbaren Schäden führen. Weiterhin können sich bei Lieferanten und Betreibern von IT-Systemen Veränderungen ergeben, die umfangreiche Anpassungsmaßnahmen erforderlich machen. Gleichzeitig ist der Produktlebenszyklus aller eingesetzten Systeme laufend zu überwachen, um einen effizienten und sicheren Betrieb sicherzustellen und entsprechende Pflegemaßnahmen einzuleiten. Die wesentlichen IT-Systeme werden von der BSDH betrieben. Ein Zugriff von extern ist jedoch nur durch das Internet möglich, da selbst inhouse physische Sicherheitsmechanismen greifen. Angriffe von außen sind daher naturgemäß auf die Hot Wallets begrenzt, da andere Wallets über keine online Zugänge verfügen. Zusätzlich wurde eine Versicherung der Kryptoverwahrung abgeschlossen.

Sofern Störungen oder Angriffe auftreten, werden die Probleme umgehend analysiert und behoben und sollen dadurch die Sicherheit verbessern. Zahlreiche aufbau- und ablauforganisatorische Maßnahmen stellen den fortwährenden IT-Betrieb sicher.

Prognosegüte (Backtesting)

Bei der Quantifizierung von Risiken anhand eines Value-at-Risk handelt es sich um eine Prognose von in der Zukunft möglicherweise eintretenden Verlusten. Das Group Risk Management & Regulatory Reporting überprüft für alle quantifizierten Risikoarten im Nachgang die Zuverlässigkeit der Prognosen.

Die Überprüfung geschieht jährlich mittels dezidierter Validierungskonzepte. Die Ergebnisse werden und in einem Validierungsbericht festgehalten und Optimierungen umgesetzt.

Für alle Risikoarten gilt, dass bisher noch keine Verluste zu verzeichnen waren, die über dem zuvor ermittelten Value-at-Risk lagen.

Zusammenfassende Risikobeurteilung

Die Risikosituation der BSDC ist in der ökonomischen Perspektive angemessen. Die Risikotragfähigkeit der BSDC war im Berichtszeitraum fortwährend gegeben. Die Risikodeckungsmasse lag zum Stichtag bei 4,0 Mio. €.

Abbildung 2: Risikosituation der BSDC in der ökonomischen Perspektive zum Stichtag

Die Auslastung der Einzelrisikoarten ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:

31.12.2024 31.12.2023
Gesamtauslastung 26,7 % 65,5 %
Operationelle Risiken 23,1 % 31,2 %
Strategische Risiken 2,8 % 17,0 %
Marktpreisrisiken 0,0 % 0,0 %
Adressenausfallrisiken 0,8 % 17,3 %

Prognosebericht

Der Prognosebericht beschreibt die Entwicklung der BSDC aus Sicht der Geschäftsleitung für das Jahr 2025. Diese zukunftsbezogenen Aussagen können mit bekannten oder unbekannten Risiken und Ungewissheiten verbunden sein. Die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen können deshalb wesentlich von den derzeitig erwarteten abweichen.

Erwartete Entwicklung der wirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen

Die weitere Kapitalmarktentwicklung wird von der Geldpolitik der Zentralbanken, aber auch stark von der US-Politik abhängen. Das gilt insbesondere in Bezug auf die geopolitischen Ereignisse, wie den Ukrainekrieg, den Nahostkonflikt aber auch die wirtschaftliche Beziehung zwischen China und den USA. Generell ist festzuhalten, dass die Zentralbanken der Industrieländer die Zinsen in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter senken werden. Dies ist in den USA insbesondere auf die nachlassende Inflation und schwächer werdende Arbeitsmarktlage zurückzuführen. Auch im Euroraum wird die EZB aller Voraussicht nach die Zinsen weiterhin senken, um dem stagnierenden Wirtschaftswachstum entgegenzuwirken. Diese Unsicherheiten haben nicht nur im Jahr 2024 den Goldmarkt beflügelt, sondern werden sich voraussichtlich auch im Jahr 2025 positiv bemerkbar machen. Sofern Donald Trump seine US-Importzölle durchsetzt, dürfte es für europäische Aktien unter der neuen US-Präsidentschaft ein schwierigeres Umfeld werden und könnte zu einer Rezession in Europa führen. Darüber hinaus ist zu bemerken, dass das Verhältnis mit China sowie der damit verbundene Absatzmarkt weiterhin wegweisend bleibt für die Zukunft Europas. Die zukünftigen geopolitischen Ereignisse und die anhaltenden Spannungen tragen weiterhin zu einer größeren Unsicherheit auf den globalen Märkten bei. Das Jahr 2025 könnte daher kurzfristig deutliche Marktreaktionen und weiterhin eine erhöhte Volatilität erleben.

In Bezug auf den Kryptomarkt erlebten wir nach dem Kryptowinter der letzten Jahre ein positives Jahr 2024. Im Ausblick auf das Jahr 2025 sind grundsätzlich diverse Marktszenarien denkbar. Auf der einen Seite könnte eine Abflachung nach den extremen Ausschlägen im Jahr 2024 zum Tragen kommen, andererseits könnten aktuelle Überlegungen, den BTC als Reservevermögen in den USA zu halten, den aktuellen Trend weiter anheizen und den BTC somit endgültig und weit über der 100.000 USD-Marke etablieren. Diese Unklarheit gilt sowohl für das Handelsvolumen als auch für jegliche Kryptopreise. Insbesondere durch den sukzessiven Einstieg institutioneller Anleger erwarten wir jedoch, dass die Marktkapitalisierung im Vergleich zu den Vorjahren auf einem höheren Niveau bleiben wird. Durch das zukünftige Angebot der Banken, ihren Retailkunden den Handel mit Krypto Assets zu ermöglichen, stoßen weitere Interessenten in den Markt, sodass die Liquidität im Verhältnis zu normalen Marktphasen im Jahr 2024 weiter steigen sollte. Zusätzlich bringen die regulatorischen Vorgaben wie MiCAR (Markets in Crypto-Assets Regulation) und ToFR (Transfer of Funds Regulation) zusätzliches Vertrauen in den Markt, das dafür sorgen könnte, dass sich weitere, bislang zurückhaltende, institutionelle Parteien dem Kryptomarkt zuwenden.

Darüber hinaus wäre denkbar, dass unter den institutionellen Anlegern vermehrt Entwicklungsländer mit instabilen Währungen finanzielle Sicherheit in Form von Kryptowährungen suchen werden. Beispiele hierfür sind lateinamerikanische Länder wie Argentinien oder Venezuela mit exorbitanten Inflationsraten oder auch afrikanische Länder, die ebenfalls mit volatilen Währungen zu kämpfen haben. Aber auch in der Corporate Welt gibt es weitere Indikationen für die Kryptoadoption. So treiben beispielsweise Tesla oder Square, die auf Blockchain-Integrationen innerhalb von Zahlungsprozessen setzen und selbst mehrere tausend BTC halten, die Kryptoadoption stark voran. Es ist zu erwarten, dass neben Playern in der Finanzbranche zukünftig auch weitere DAX/DOW/Nasdaq-Unternehmen, insbesondere Umsatzgiganten wie Burger King, Starbucks oder HomeDepot, die bereits BTC-Zahlungen akzeptieren, ihre Zahlungsprozesse durch Blockchain-Integration erweitern.

Zusammenfassend ist trotz des spannungsgeladenen geopolitischen und makroökonomischen Umfelds von einer zuversichtlichen Entwicklung der Kryptomärkte auszugehen.

Erwartete Entwicklung der Ertrags- und Finanzlage

Die Geschäftslage der BSDC wird auch im Geschäftsjahr 2025 von ihrer Funktion als Dienstleister im Zusammenhang mit der Verwahrung von Kryptowerten geprägt.

Für das kommende Geschäftsjahr erwartet die Geschäftsführung sowohl aus Infrastrukturdienstleistungen für das Kryptohandelsgeschäft als auch aus den Staking-Aktivitäten Erträge auf dem Niveau des Jahres 2024.

Die Gesamtaufwendungen werden im Jahr 2025 hingegen leicht sinken. Dies ist im Wesentlichen auf den Wegfall von Kosten für die Etablierung von Staking-Aktivitäten sowie rückläufige Personalaufwendungen infolge geringerer variabler Vergütungen zurückzuführen.

Demzufolge plant die Geschäftsleitung für das Geschäftsjahr 2025 ein Jahresergebnis, das leicht über dem Niveau des Vorjahres liegen wird. Dadurch werden sowohl die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern als auch die Gesamtkapitalrentabilität vor Steuern und die EBT-Marge auf einem leicht höheren Niveau als im Geschäftsjahr 2024 erwartet.

Für das Geschäftsjahr 2025 sind keine Investitionen vorgesehen.

Durch die Einbettung der BSDC in das zentrale Liquiditätsmanagement der Boerse Stuttgart Group verfügt die Gesellschaft über ausreichend Liquidität, um auch weiterhin der Erbringung ihrer Zahlungsverpflichtungen sowie der Erfüllung ihrer Aufgaben als Dienstleister nachzukommen.

Wesentliche Chancen und Gesamtaussage für die voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft

Die kommenden Jahre bieten große Chancen für Krypto-Custody-Anbieter in Deutschland und Europa. Die steigende Nachfrage nach sicheren und regulierten Verwahrlösungen durch institutionelle Investoren, Vermögensverwalter und Unternehmen schafft ein enormes Wachstumspotenzial. Die zunehmende Integration von digitalen Assets in traditionelle Finanzsysteme sowie die Tokenisierung von Real-World-Assets (RWA) wie Immobilien oder Anleihen bieten neue Geschäftsfelder. Europa mit seiner klaren regulatorischen Struktur durch MiCAR positioniert sich als ein attraktiver Markt für innovative Anbieter. Anbieter, die es schaffen, Vertrauen durch technische Exzellenz, regulatorische Compliance und sichere Infrastrukturen aufzubauen, werden von der fortschreitenden Digitalisierung der Finanzwelt profitieren und sich langfristig etablieren können.

Die BSDC ist mit ihrem Angebot für private als auch institutionelle Kunden für die Verwahrung von Kryptowerten bereits gut positioniert. Primäre Wachstumschancen bestehen für die BSDC im Rahmen der bereits offerierten Verwahrlösung für die Produkte BSDEX und BISON sowie das institutionelle Produktangebot. Im Jahr 2025 soll das Custody-Produkt kontinuierlich ausgebaut werden, um den Kundenbedürfnissen weiterhin bestmöglich gerecht zu werden.

Aus Sicht der Geschäftsführung ist die BSDC organisatorisch, technisch und finanziell solide aufgestellt, um ihre Ziele erfolgreich verfolgen zu können.

Sonstige Angaben

Der Jahresabschluss der BSDC zum 31.12.2024 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie der für Finanzdienstleistungsinstitute geltenden Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) aufgestellt.

Die BSDC wird in den Konzernabschluss der Boerse Stuttgart Digital Holding GmbH, Stuttgart, einbezogen. Der Abschluss der BSDC wird im Unternehmensregister veröffentlicht. Die BSDC unterhält seit dem 24.02.2023 eine Zweigniederlassung in Italien. Die beantragte Änderung des Firmennamens der Zweigniederlassung ist mittlerweile im italienischen Handelsregister eingetragen. Die Eintragung im deutschen Handelsregister von Amts wegen durch das italienische Handelsregister ist noch nicht erfolgt. Hier wird als Zweigstelle noch der alte Name blocknox GmbH geführt. Die Zweigniederlassung hat ihren Sitz in Mailand und ist für die Erfüllung der regulatorischen Compliance im Rahmen von Marktaktivitäten im Themenfeld Krypto in Italien zuständig. Zum 31.12.2024 waren keine Mitarbeiter in der Zweigniederlassung beschäftigt.

Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen erfolgen im Anhang der Gesellschaft.

Vorbehalt bei Zukunftsaussagen

Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Diese Aussagen basieren auf den gegenwärtigen Erwartungen, Vermutungen und Prognosen der Geschäftsführung sowie den ihr derzeit verfügbaren Informationen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nichtzutreffend erweisen. Wir übernehmen keine Verpflichtung, die in diesem Bericht gemachten zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren.

 

Stuttgart, 17. März 2025

Die Geschäftsführung der Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH

Dr. Ulli Spankowski

Dr. Oliver Vins

Dennis Winter

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2024

AKTIVA

31.12.2024
31.12.2023
T€
1. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 5.834.486,90 3.201
b) andere Forderungen 1,52 0
5.834.488,42 3.201
2. Treuhandvermögen 5.060.589.763,71 2.184.360
3. Immaterielle Anlagewerte
-) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 6.223,00 122
4. Sachanlagen 62.499,00 111
5. Sonstige Vermögensgegenstände 1.745.384,33 583
6. Rechnungsabgrenzungsposten 1.262.765,60 1.178
Summe Aktiva 5.069.501.124,06 2.189.555

PASSIVA

31.12.2024
31.12.2023
T€
1. Treuhandverbindlichkeiten 5.060.589.763,71 2.184.360
2. Sonstige Verbindlichkeiten 1.065.431,01 664
3. Rückstellungen
a) Steuerrückstellungen 120.890,41 -
b) andere Rückstellungen 1.665.069,22 632
1.785.959,63 632
4. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 25.000,00 25
b) Kapitalrücklage 3.874.212,75 10.736
c) Bilanzgewinn/ Bilanzverlust 2.160.756,96 -6.862
6.059.969,71 3.899
Summe Passiva 5.069.501.124,06 2.189.555

Gewinn- und Verlustrechnung vom 01. Januar bis 31. Dezember 2024

01.01. -31.12.2024
01.01. -31.12.2023
T€
1. Zinserträge aus
-) Kredit- und Geldmarktgeschäften 96.210,78 51
2. Sonstige betriebliche Erträge 18.401.904,62 4.361
3. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 2.562.297,31 4.081
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 217.700,75 651
darunter für Altersversorgung € 0,00 (Vj. T€ 0)
2.779.998,06 4.732
b) andere Verwaltungsaufwendungen 13.207.253,92 6.327
15.987.251,98 11.059
4. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 193.240,82 194
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen 10.599,66 22
6. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 2.307.022,94 -6.862
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 146.265,98 -
8. Jahresüberschuss/ Jahresfehlbetrag 2.160.756,96 -6.862
9. Bilanzgewinn/ Bilanzverlust 2.160.756,96 -6.862

Anhang für das Geschäftsjahr 2024 der

Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH, Stuttgart

A. Allgemeine Erläuterungen zum Jahresabschluss

1. Allgemeine Hinweise

Für die Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH, Stuttgart, (BSDC) als Finanzdienstleistungsinstitut im Sinne des § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 6 des Gesetzes über das Kreditwesen (Kreditwesengesetz; KWG) finden entsprechend § 340a Abs. 1 Handelsgesetzbuch (HGB) i. V. m. § 340 Abs. 4 Satz 1 HGB die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften Anwendung. Die Gesellschaft wird beim Amtsgericht Stuttgart unter der Registernummer HRB 766353 geführt.

Der vorliegende Jahresabschluss wird nach den Vorschriften des HGB unter Beachtung der ergänzenden Regelungen des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) sowie der für Institute geltenden Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) aufgestellt.

Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung, die weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr einen Betrag ausweisen, werden gem. § 265 Abs. 8 HGB grundsätzlich nicht angegeben.

Bei der tabellarischen Aufstellung von Zahlen in T€ (insbesondere Vorjahreswerte) können Rundungsdifferenzen auftreten.

2. Allgemeine Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

Die Forderungen an Kreditinstitute werden mit dem Nennbetrag angesetzt.

Das Treuhandvermögen bzw. die hierzu korrespondierenden Treuhandverbindlichkeiten werden mit dem beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet. Der beizulegende Zeitwert basiert auf Börsenpreisen (Mittelwert der Marktpreise zum Bilanzstichtag der angeschlossenen Referenzmärkte).

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige kumulierte Abschreibungen, bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer und werden nach der linearen Methode vorgenommen. Außerplanmäßige Abschreibungen erfolgen im Falle einer dauerhaften Wertminderung.

Den linearen Abschreibungen werden die folgenden Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

Nutzungsdauer des Anlagevermögens Jahre
Immaterielle Anlagewerte 5
Sachanlagen 3-20

Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens werden gemäß § 6 Abs. 2a Einkommensteuergesetz (EStG) bis zu einem Gegenwert von 250,00 € (geringwertige Wirtschaftsgüter) im Jahr des Zugangs als Aufwand erfasst. Geringwertige Wirtschaftsgüter ab 250,00 € bis 1.000,00 € Anschaffungskosten werden zu einem Sammelposten zusammengefasst und im Rahmen der "Poolbewertung" über fünf Jahre linear abgeschrieben.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten bzw. Anschaffungskosten angesetzt. Beim Proof-of-Stake-Verfahren wird die Forderung nach Erbringung der Leistung angesetzt. Die Vorschriften des § 253 Abs. 4 HGB (strenges Niederstwertprinzip) finden Beachtung. Alle erkennbaren Einzelrisiken werden bei der Bewertung berücksichtigt.

Aktive latente Steuern werden aufgrund der Inanspruchnahme des Bilanzierungswahlrechts gem. § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB in der Bilanz nicht aktiviert.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert. Alle Verbindlichkeiten sind unbesichert und vor Ablauf eines Jahres fällig.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken, ungewisse Verpflichtungen und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

B. Erläuterungen zur Bilanz

3. Treuhandvermögen/ Treuhandverbindlichkeiten

Die BSDC übernimmt die treuhänderische Verwahrung von Kryptowährungen für die Nutzer von BISON, einer Anwendung für den bilateralen Handel mit diesen Währungen, sowie für die Teilnehmer an der Boerse Stuttgart Digital Exchange (BSDEX), dem Handelsplatz für digitale Vermögenswerte der Boerse Stuttgart Group 1. Des Weiteren erbringt die BSDC seit dem Geschäftsjahr reine Verwahrungsdienstleistungen für Drittkunden (Custody as a Service). Zum Bilanzstichtag belief sich das Treuhandvermögen insgesamt auf 5.060.590 T€ (Vj. 2.184.360 T€) und enthält im Wesentlichen die Kryptowährungen Bitcoin (3.201.002 T€; Vj. 1.330.053 T€), Ethereum (747.959 T€; Vj. 492.879 T€), Ripple (517.430 T€; Vj. 129.500 T€) sowie Solana (216.692 T€; Vj. 77.402 T€).

4. Angaben zu den wie Anlagevermögen behandelten Vermögensgegenständen

T€ Anschaffungs-/Herstellkosten Abschreibungen
31.12.2023 Zugänge 31.12.2024 31.12.2023 Zugänge 31.12.2024
1. Immaterielle Anlagewerte
-) Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 633 - 633 510 116 627
II. Sachanlagen
-) Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 244 28 273 133 77 210
Gesamt 877 28 905 644 193 837
T€ Buchwerte
31.12.2023 31.12.2024
1. Immaterielle Anlagewerte
-) Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 122 6
II. Sachanlagen
-) Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 111 62
Gesamt 234 69

Die Sachanlagen betreffen in voller Höhe die Betriebs- und Geschäftsausstattung (62 T€; Vj. 111 T€).

5. Sonstige Vermögensgegenstände

In den sonstigen Vermögensgegenstände (1.745 T€; Vj. 583 T€) sind hauptsächlich Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen (1.395 T€; Vj. 406 T€) sowie Guthaben an Handelsplätzen für die Abwicklung von Blockchain-Transaktionen und das Proof-of-Stake-Verfahren (325 T€; Vj. 158 T€) enthalten.

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen aus erbrachten Infrastrukturdienstleistungen für den Handel mit Kryptowährungen (1.159 T€, Vj. 406 T€) sowie Ansprüche gegenüber der Boerse Stuttgart Digital Holding GmbH, Stuttgart, (BSDH, Mutterunternehmen) in Höhe von 154 T€ (Vj. 0 T€).

Ferner bestehen Forderungen aus Steuerüberzahlungen in Höhe von 14 T€ (Vj. 14 T€).

1 Die Boerse Stuttgart Group besteht neben dem Boerse Stuttgart Digital Holding GmbH-Konzern (Boerse Stuttgart Digital Holding GmbH, Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH, Boerse Stuttgart Digital Broker GmbH und Boerse Stuttgart Digital Exchange GmbH) und dem Boerse Stuttgart GmbH-Konzern (Boerse Stuttgart GmbH, EUWAX Aktiengesellschaft, Boerse Stuttgart cats GmbH, Boerse Stuttgart Commodities GmbH, BX Swiss AG und Nordic Growth Market NGM AG) zusätzlich aus der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e. V. sowie der Baden-Württembergische Wertpapierbörse GmbH und der Baden-Württembergische Wertpapierbörse AöR.

6. Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält Ausgaben, welche als Aufwendungen der Folgeperioden zu werten sind.

7. Sonstige Verbindlichkeiten

Im Posten (1.065 T€; Vj. 664 T€) sind im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten (476 T€; Vj. 7 T€), Verbindlichkeiten gegenüber der BSDH in Höhe von insgesamt 401 T€ (Vj. 475 T€) sowie Verbindlichkeiten gegenüber dem Infrastrukturdienstleister zur Validierung von Transaktionen im Proof-of-Stake-Verfahren (136 T€; Vj. 70 T€) enthalten. Alle Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Gegenüber der BSDH resultieren überwiegend Verpflichtungen aus organschaftlichen Steuersachverhalten (363 T€; Vj. 458 T€).

8. Rückstellungen

Die anderen Rückstellungen in Höhe von 1.665 T€ (Vj. 632 T€) umfassen im Wesentlichen Mitarbeiterbonifikationen (1.418 T€; Vj. 194 T€), Aufwendungen für Abschluss- und Prüfungskosten (113 T€; Vj. 102 T€), für ausstehende Rechnungen (95 T€; Vj. 221 T€) sowie sonstige Verpflichtungen aus dem Personalbereich (29 T€; Vj. 110 T€).

Die Restlaufzeiten der anderen Rückstellungen, mit Ausnahme der Rückstellung für langfristige variable Vergütungskomponenten (1.184 T€; Vj. 61 T€) sowie der Rückstellung für zukünftige Betriebsprüfungen (8 T€; Vj. 5 T€), sind voraussichtlich kürzer als ein Jahr. Gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB besteht eine Abzinsungspflicht für Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die Höhe der Abzinsung beträgt im Berichtszeitraum 25 T€ (Vj. 1 T€).

9. Eigenkapital

Gemäß Gesellschafterbeschluss vom 08.05.2024 wurde aus der Kapitalrücklage ein Betrag in Höhe von 6.862 T€ entnommen und der Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2023 ausgeglichen.

C. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

10. Sonstige betriebliche Erträge

Die Erträge aus dem Staking von Ethereum (11.304 T€; Vj. 798 T€) dominieren die sonstigen betriebliche Erträge in Höhe von 18.402 T€ (Vj. 4.361 T€). Des Weiteren sind erbrachte Infrastrukturdienstleistungen für den Handel und die Verwahrung von Kryptowährungen sowie den dazugehörigen Softwareapplikationsbetrieb (6.853 T€; Vj. 2.307 T€).

Aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren Erträge in Höhe von 92 T€ (Vj. 134 T€).

11. Andere Verwaltungsaufwendungen

Der Posten andere Verwaltungsaufwendungen in Höhe von insgesamt 13.207 T€ (Vj. 6.327 T€) setzt sich hauptsächlich aus Aufwendungen für Beratungs- und Fremdleistungen (5.791 T€; Vj. 2.019 T€), Kosten für den IT-Betrieb (2.575 T€; Vj. 2.537 T€), Gebühren für Blockchain-Transaktionen und Staking-Prozesse (1.852 T€; Vj. 202 T€), Versicherungsbeiträge (1.313 T€; Vj. 757 T€), die nicht abziehbarer Vorsteuer (954 T€; Vj. 395 T€) sowie Markenlizenzgebühren (276 T€; Vj. 66 T€) zusammen.

Für Gebühren- und Dienstleistungsnachberechnungen aus Vorperioden wurden insgesamt 46 T€ (Vj. 79 T€) aufgewendet.

12. Gewinnverwendung

Der ordentlichen Gesellschafterversammlung wird vorgeschlagen den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2024 an die Muttergesellschaft BSDH auszuschütten.

D. Sonstige Angaben

13. Arbeitnehmer und Organe

Arbeitnehmer

2024 2023
Angestellte 16 48
davon IT 8 14
davon Produkt / Entwicklung 4 6
davon Verwaltung 3 26
davon Vertrieb / Marketing 1 2
Praktikanten 1 1
Summe der Beschäftigten 17 49

Angaben gerundet und im Jahresdurchschnitt

Die durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer i.S.d. § 285 Nr. 7 HGB betrug im Berichtszeitaum 16 Angestellte (Vj. 48) und reduzierte sich aufgrund Verlagerungen von Tätigkeiten hin zur Muttergesellschaft.

Mitglieder der Geschäftsführung

Mitglieder der Geschäftsführung Zuständigkeitsbereiche
Dr. Ulli Spankowski CDO & CPO
Dr. Oliver Vins CFO & COO & CRO
Dennis Winter CTO

Die Herren Dr. Ulli Spankowski, Dr. Oliver Vins und Dennis Winter sind zum 31.12.2024 als Geschäftsführer der Muttergesellschaft BSDH und darüber hinaus als Geschäftsführer der BSDC bestellt. Herr Dennis Winter wurde am 28.08.2024 mit Wirkung zum 01.09.2024 als weiterer Geschäftsführer für den Zuständigkeitsbereich CTO bestellt. Die Vergütung wird vom Mutterunternehmen übernommen.

14. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Im Bereich Verwaltung sowie für die aufsichtsrechtlichen Funktionen 2 erbringt die Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V., Stuttgart, (Vereinigung, Konzernmutter) Dienstleistungen an die BSDC. Die Vereinbarungen gelten für unbestimmte Zeit und sind mit einem Kündigungsrecht, unter Einhaltung festgelegter Fristen, ausgestattet. Für diese Dienstleistungen entrichtet die BSDC ein jährliches, dem tatsächlichen Leistungsbezug entsprechend anzupassendes Entgelt. Im Berichtszeitraum betrug die Vergütung insgesamt 1.646 T€ (Vj. 866 T€).

2 Aufsichtsrechtliche Funktionen beinhalten die besonderen Funktionen nach MaRisk sowie Informationssicherheit, BCM, Prävention von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und strafbare Handlungen und das aufsichtsrechtliche Meldewesen

Von der BSDH werden weitere Verwaltungsdienstleistungen bezogen. Die Vereinbarung gilt für unbestimmte Zeit und ist mit einem Kündigungsrecht, unter Einhaltung festgelegter Fristen, ausgestattet. Für diesen Service entrichtet die BSDC ein jährliches, dem tatsächlichen Leistungsbezug entsprechend anzupassendes Entgelt. Im Berichtszeitraum wurden für die bezogenen Leistungen 3.584 T€ (Vj. 0 T€) aufgewendet.

Das Schwesterunternehmen Boerse Stuttgart Digital Broker GmbH, Stuttgart, (BSDB) stellt der Gesellschaft IT-Serviceleistungen zur Verfügung. Die Vereinbarungen gelten auf unbestimmte Zeit und sind mit einem Kündigungsrecht, unter Einhaltung festgelegter Fristen, ausgestattet. Für diese Dienstleistungen entrichtet die BSDC ein jährliches, dem tatsächlichen Leistungsbezug entsprechend anzupassendes Entgelt. Die angefallenen Aufwendungen belaufen sich im Geschäftsjahr 2024 auf 915 T€ (Vj. 705 T€).

Mit der Boerse Stuttgart GmbH, Stuttgart, (BSG, Schwesterunternehmen der BSDH) besteht ein Mietverhältnis, für das ein jährliches Entgelt zu entrichten ist. Für die von der BSG angemieteten Büroräume ist die BSDC bis ins Jahr 2030 jährlich mit 27 T€ verpflichtet.

15. Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Im Berichtszeitraum 2024 bestanden folgende Leistungsbeziehungen zwischen der BSDC und anderen verbundenen Unternehmen:

T€ 2024 2023
Konzernmutter
Bezogene Dienstleistungen 1.646 866
Mutterunternehmen
Erbrachte Dienstleistungen - 22
Bezogene Dienstleistungen 3.860 66
Andere verbundene Unternehmen des BSDH-Konzerns
Erbrachte Dienstleistungen 966 746
Bezogene Dienstleistungen 915 713
Bezogene Dauerschuldverhältnisse - 2
Andere verbundene Unternehmen
Erbrachte Dienstleistungen 5.886 2.651
Bezogene Dienstleistungen - 822
Bezogene Dauerschuldverhältnisse 27 29

Nahe stehende Unternehmen und Personen

Geschäfte mit weiteren nahe stehenden Unternehmen und nahe stehenden Personen fanden im Berichtszeitraum nicht statt (Vj. 0 T€).

16. Honorar für den Abschlussprüfer

Honorar für Abschlussprüfungsleistungen 105 154
T€ 2024 2023
Honorar für sonstige Leistungen 79 -
Gesamtes Honorar des Abschlussprüfers 184 154

17. Konzernverhältnisse/ -abschluss

Der Jahresabschluss der BSDC für das Geschäftsjahr 2024 wird in den Konzernabschluss der BSDH (kleinster und größter Kreis) einbezogen. Dieser wird im Unternehmensregister veröffentlicht.

18. Aktive latente Steuern

Die temporären Differenzen, auf die keine latenten Steuern gebildet wurden, betreffen Bewertungsunterschiede zwischen der Handels- und Steuerbilanz bei der Bildung von Rückstellungen sowie bei in Zukunft nutzbaren vortragsfähigen Verlustvorträgen. Für die Berechnung wurde ein Steuersatz in Höhe von 30,53 % zugrunde gelegt.

 

Stuttgart, 17. März 2025

Die Geschäftsführung der Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH

Dr. Ulli Spankowski

Dr. Oliver Vins

Dennis Winter

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH, Stuttgart

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH, Stuttgart, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH, Stuttgart, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2024 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass eine aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, ist höher als das Risiko, dass eine aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

erlangen wir ein Verständnis von den für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollen und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft bzw. dieser Vorkehrungen und Maßnahmen abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 18. März 2025

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Andreas Koch, Wirtschaftsprüfer

gez. Martina Mietzner, Wirtschaftsprüferin"

Gewinnverwendungsvorschlag und -beschluss

Der ordentlichen Gesellschafterversammlung wurde vorgeschlagen, den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2024 i. H. v. 2.160.756,96 EUR an die Börse Stuttgart Digital Holding GmbH auszuschütten.

Die ordentliche Gesellschafterversammlung hat am 23.04.2025 beschlossen, den Jahresüberschuss in Höhe von 2.160.756,96 EUR an die Börse Stuttgart Digital Holding GmbH auszuschütten.

Feststellung Jahresabschluss

Der Jahresabschluss 2024 der Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH wurde am 23.04.2025 durch die Gesellschafterin festgestellt.

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