VITES GmbH
Einsteinstraße 20, 85521 Ottobrunn, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Martin Gaßner seit 4.2.2015 | Geschäftsführer |
Wolfgang Mohr seit 11.12.2014 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich BerechtigteBeta
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Identifizierte Personen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 87.38% |
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
IABG Mitarbeiterbeteiligungs AG | 12.62% |
GesellschafterBeta
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Schwarz Holding GmbHOttobrunnKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernlagebericht 2022Kapitel 1 Grundlagen des Konzerns 1.1 Konsolidierungskreis 1.2 Geschäftsmodell 1.3 Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten 2. Wirtschaftsbericht 2.1 Wirtschaftliche Entwicklung und branchenbezogene Rahmenbedingungen 2.2 Geschäftsverlauf 2.3 Ertragslage 2.4 Vermögens- und Finanzlage 2.5 Leistungsindikatoren 3. Darstellung der wesentlichen Chancen und Risiken 4. Prognosebericht 5. Bericht über die Niederlassungen 1. Grundlagen des Konzerns 1.1 Konsolidierungskreis Die Schwarz Holding GmbH (Schwarz Holding), Ottobrunn, erstellt für das Geschäftsjahr 2022 einen Konzernabschluss, in den, neben der Schwarz Holding, die Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH (IABG), Ottobrunn, die IABG Mitarbeiterbeteiligungs AG (IABG MBAG), Ottobrunn, die EXTEDO GmbH (EXTEDO), Ottobrunn, die EXTEDO Inc., Wayne (USA), die (ruhende) EXTEDO Software Technology (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai (China), die (ruhende) EXTEDO Ltd., Bicester (Großbritannien), die IABG Innovationen GmbH, Ottobrunn, die IABG Teleport GmbH (IABG Teleport), Ottobrunn, die INTIS Integrated Infrastructure Solutions GmbH (INTIS), Hamburg, die VITES GmbH (VITES), Ottobrunn, die MFSA GmbH (MFSA), Ottobrunn, die ACENTISS GmbH (ACENTISS), Ottobrunn, die eRC-System GmbH (eRC), Ottobrunn, die IABG Test Equipment & Consulting GmbH (ITEC), Dresden, die RTZ Grundbesitz Verwaltungs GmbH, Ottobrunn, die RTZ Grundbesitz GmbH & Co. KG, Ottobrunn, sowie die IABG Grundbesitz GmbH, Ottobrunn, einbezogen sind. Die Schwarz Holding hält 87,4 % der Geschäftsanteile an der IABG, die wiederum 74,8 % der Geschäftsanteile der IABG MBAG besitzt. Die Schwarz Holding hält 94 % der Geschäftsanteile an der IABG Grundbesitz GmbH und 100 % der Geschäftsanteile an der MFSA. Die IABG hält 100 % der Geschäftsanteile an der EXTEDO, 100 % der Geschäftsanteile an der IABG Teleport, 100 % der Geschäftsanteile an der VITES, 100 % der Geschäftsanteile an der INTIS, 100 % der Geschäftsanteile an der eRC, 74 % der Geschäftsanteile an der ITEC, 100 % der Geschäftsanteile an der RTZ Grundbesitz GmbH & Co. KG sowie 100 % der Geschäftsanteile an der RTZ Grundbesitz Verwaltungs GmbH. Die EXTEDO GmbH wiederum hält jeweils 100 % der Geschäftsanteile an ihren oben genannten Beteiligungen. Weiterhin hält die IABG 100 % der Geschäftsanteile an der IABG Innovationen GmbH, die wiederum mit 100 % an der ACENTISS beteiligt ist. 1.2 Geschäftsmodell Volumen und Ergebnis des Konzerngeschäfts werden zu großen Teilen von der IABG getragen. Die IABG ist ein führendes europäisches Technologieunternehmen mit den Kernkompetenzen Analyse, Simulation & Test und Anlagenbetrieb. Der Begriff "Sicherheit" bildet dabei das thematische Dach des Dienstleistungsportfolios: Funktionssicherheit neu entwickelter High-Tech Produkte und Verkehrsmittel (Safety) sowie Sicherheit von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft (Security). In diesem Kontext erbringt die IABG technisch-wissenschaftliche Dienstleistungen für industrielle und öffentliche Kunden in den Geschäftsfeldern Automotive, Information & Kommunikation / zivile Sicherheit, Mobilität, Energie & Umwelt, Luftfahrt, Raumfahrt sowie Verteidigung. Die Beteiligungsunternehmen im Konzern teilen sich auf in operative Produkt- und Lösungsanbieter, Beteiligungen an Forschungs- und Innovations-Clustern sowie Unternehmen, welche die nötige Immobilien- und Anlageninfrastruktur (Grundstücke, Büro- und Hallenflächen, Prüfmaschinen) zur Verfügung stellen. Die operativen Produkt- und Lösungsanbieter (ACENTISS, EXTEDO, INTIS, IABG Teleport, VITES, eRC) erweitern und ergänzen das Portfolio der IABG insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung und die Vermarktung physischer HighTech-Produkte sowie von Software-Lösungen. Über den Firmenverbund hinweg und ggfs. zusammen mit Partnerfirmen können komplette Wertschöpfungsketten (z.B. in den Bereichen Secure Society, Future Mobility und New Space) aufgebaut und anspruchsvolle Nischen besetzt werden. Im Folgenden sind die Geschäftsmodelle der operativen Beteiligungsunternehmen kurz dargestellt: ACENTISS unterstützt Kunden aus den Bereichen Luftfahrt, Automotive und Medizintechnik insbesondere bei Entwicklungs- und Zulassungsvorhaben. Über die 50 %-Beteiligung an der Advanced Aerospace Developments GmbH (AAD) ist ACENTISS ein EASA Part 21J.527-Entwicklungsbetrieb (STC[1] for Normal Category Aeroplanes CS-23/-25 Minor Changes, Minor Repairs and Major Changes). Die strategische Geschäftsentwicklung sieht eine Verstärkung von Beratungsleistungen zur Zulassung des Betriebs von unbemannten fliegenden Systemen (Drohnen) im regulierten Luftraum vor, der größten Herausforderung für den Einsatz autonomer Flugsysteme in Mitteleuropa. Die EXTEDO-Gruppe unterstützt Life-Science-Unternehmen, einen regelkonformen, digitalen Workflow und einen damit effizienten Produktzulassungs- und Produktwartungsprozess zu betreiben. Hierfür erbringt EXTEDO Leistungen für die Konzeption, die Realisierung und den Vertrieb von Software für regulatorische Dokumentations- und Informationssysteme. Darüber hinaus stellt die Gesellschaft ihr Wissen bei der Einführung von IT-Lösungen zur Verfügung, leistet Beratung zur Zulassung von Medikamenten und agrochemischen Produkten und unterstützt bei der IT-Validierung. Aufgrund des wachsenden SaaS-/Cloud-Geschäfts und damit einhergehender Kundenanforderungen wird sich EXTEDO für das Themengebiet der Informationssicherheit (ISO 27001) zertifizieren lassen. Gegenstand der INTIS ist die Entwicklung, Produktion und der Vertrieb innovativer Verkehrs- und Energiesysteme und deren Infrastrukturen sowie die Erbringung zugehöriger Ingenieursdienstleistungen. Die Schwerpunkte liegen bei der Beratung und Realisierung von technischen Lösungen für elektromobile Anwendungen, wie das berührungslose (induktive) Laden einer Vielzahl von Elektrofahrzeugen vom eScooter über Taxis bis zu Shuttle-Bussen - sowie auf der Konzeption einer optimierten Ladeinfrastruktur durch Bereitstellung elektrischer Energie über Batterie-Massenspeicher. IABG Teleport bietet hochverfügbare, sichere und auf Kundenanforderungen zugeschnittene Satellitenkommunikation. Vom Standort in Ottobrunn werden Satelliten mit Orbit-Positionen von 55° West bis 75° Ost erreicht und damit ein Gebiet von Peru bis zu den Philippinen abgedeckt. Die Kunden benötigen eine stabile und breitbandige drahtlose Datenanbindung, ohne über eine Mobilfunkverbindung zu verfügen (z.B. Schiffe aller Art auf See oder Baufirmen in Afrika), oder sie haben besondere Sicherheits- und Backup-Anforderungen, wie z.B. die deutschen Botschaften im abgedeckten Gebiet. VITES ist auf die Entwicklung und Vermarktung von Produkten der Funktechnik für professionelle Einsatzgebiete spezialisiert. Im Fokus liegen Spezifikation, Entwicklung und Herstellung von phased array SatCom-Terminals mit elektronischer Steuerung des Funkstrahls für den Einbau in Verkehrsmittel zur sicheren, breitbandigen Datenkommunikation mit LEO[2]-Satellitenkonstellationen während der Fahrt. Damit kann an jedem Ort und zu jeder Zeit eine Internetverbindung zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus bietet die VITES breitbandige, mobile Netzwerklösungen für die Sicherheitsbehörden an. Das von eRC in Kooperation mit der TU München[3] konzipierte eVTOL[4] Fluggerät kombiniert die Vorteile des herkömmlichen Helikopter-Transportes mit denen einer kostenoptimierten, emissionsarmen, elektrischen Anwendung: ein System, welches die technologischen und operativen Anforderungen für zukünftige medizinische Transportanwendungen als Grundlage des Flugzeugdesigns hat. Das Unternehmen wurde im Jahr 2020 mit einem erfahrenen Team von Luft- und Raumfahrtingenieuren etabliert. Im Bereich der Verwaltung von selbstgenutzten Liegenschaften und Anlagen sind die Konzernunternehmen IABG Grundbesitz GmbH, MFSA, RTZ Grundbesitz GmbH & Co. KG, die als Komplementär GmbH agierende RTZ Grundbesitz Verwaltungs GmbH sowie die ITEC tätig. Der Unternehmensgegenstand der ITEC ist die Entwicklung, Herstellung und Beschaffung von innovativen Test- und Prüfanlagen für Eisenbahnsysteme sowie die anschließende (konzerninterne) Vermietung dieser Anlagen. 1.3 Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten Für die Konzernunternehmen als Anbieter von Hightech-Dienstleistungen und -produkten stellen Forschungs- und Entwicklungsaufgaben per se einen wichtigen Teil des Wertschöpfungsprozesses dar. Parallel wird das Leistungsportfolio entsprechend den sich abzeichnenden Markttrends weiterentwickelt. Im Kontext von Digitalisierung, künstlicher Intelligenz (KI) Virtualisierung, autonomen Systemen, Dekarbonisierung und Nachhaltigkeit (ESG[7] Criteria) führen wir zusätzlich auch öffentlich geförderte F&E-Projekte immer dann durch, wenn diese eine Co-Finanzierung von strategischen Portfolio- bzw. Geschäftsentwicklungsmaßnahmen darstellen. Im Berichtszeitraum startete der Konzern mit der strategischen Geschäftsentwicklung im Kontext "Wasserstoff" für Anwendungen in den Bereichen Energie, Transport und Industrie. Langfristiges Ziel ist es, den Markt entlang der gesamten Wasserstoffkette, von der Erzeugung über Speicherung und Verteilung bis zur Endanwendung, zu durchdringen. Wasserstoffanwendungen erfordern einen hohen Absicherungsbedarf insbesondere bei den Speichersystemen. Aufsatzpunkt ist demnach die Qualifikation von Wasserstoff-Behältern. Ein neuer Ansatz für Elektro-Lastkraftwagen mit H2-Brennstoffzelle sieht vor, die H2-Speicherung besonders vorteilhaft und bei hoher Dichte als Kryodruckgas bei tiefen Temperaturen und hohen Drücken darzustellen. Im Rahmen eines Forschungsfördervorhabens errichten wir am Standort Lichtenau entsprechende H2-Tanks, -Pumpen, -Armaturen und Versuchsanlagen für die Qualifikation dieser Kryodruckgas-Speicher. Ebenso zum Thema Wasserstoff beteiligten wir uns an einem Forschungsprojekt am Bauhaus Luftfahrt (mit Airbus, MTU und Liebherr), in dessen Rahmen ein quantitatives Verständnis, sowohl der Kosten- als auch der Nachhaltigkeitsaspekte geschaffen wird, indem technisch-ökonomische Analysen und Lebenszyklusbewertungen der jeweiligen Kraftstoffproduktions- und Versorgungspfade durchgeführt werden. Des Weiteren wurde im Berichtszeitraum das Forschungsprojekt RESISTANT vorbereitet, als Nachfolgeprojekt von IMMUNE. Nachdem bei IMMUNE eine neue, KI-basierte Abwehr eines Cyber-Angriffs auf das IT-Netzwerk einer hoch automatisierten Fabrikanlage (durch automatische Anomalie-Detektion und Rekonfiguration der Server) erfolgreich nachgewiesen werden konnte, wird nun bei RESISTANT das IT-Netzwerk eines fliegenden Airliners "angegriffen". Ein weiteres "Secure Society"-Forschungsprojekt, Alfarabi, hat zum Ziel, Fake News auf Twitter (heute "X") für zwei spezifisch ausgewählte Länder, Afghanistan und Libanon, in den jeweiligen Landessprachen zu erkennen. Zusammen mit der Universität der Bundeswehr, dem Brandenburgischen Institut für Gesellschaft und Sicherheit sowie einem Fremdsprachenbüro sollen die Twitter-Ströme bei konfliktgeladenen Situationen (Explosionskatastrophe in Beirut im August 2020 sowie Eroberung Kabuls durch die Taliban im August 2021) auf deren Integrität überprüft werden. In unseren Forschungsprojekten legen wir generell großen Wert darauf, Anwendungen für künstliche Intelligenz zu entwickeln. KI-Anwendungen finden Einzug in diverse bislang "analoge" Kundenprojekte, sei es bei neuen, verbundenen Verteidigungssystemen (FCAS[8]), bei der automatisierten Feststellung des Wahrheitsgehalts von Meldungen oder kriminellen Absichten in den sozialen Medien oder bei der Vorhersage von Ereignissen und Entscheidungsunterstützung (Krisenfrühwarnsysteme, vorausschauende Wartung, Verkehrsoptimierung, Ausbreitung von Computerviren etc.). Getreu dem Markenkern "Sicherheit" setzen wir besonderes Augenmerk auf die Absicherung der KI-Algorithmen. Die Entwicklungstätigkeit der EXTEDO-Gruppe erstreckt sich auf die Weiterentwicklung bestehender Produkte sowie auf die Neuentwicklung von Produkten, um regulatorischen Veränderungen Rechnung zu tragen, den Produktnutzen für die Kunden zu erhöhen sowie deren Geschäftsprozesse besser zu integrieren. Die ursprünglichen on-premise Produkte zur Unterstützung der Zulassungsverfahren werden durch moderne, web-basierte Applikationen abgelöst. Im Jahr 2022 wurden weitere elementare Funktionsbausteine für das RIM-System (Regulatory Information Management) entwickelt und die fachliche sowie technische Integration der Einzelprodukte zu der EXTEDOpulse-Lösung vorangetrieben. Emissionsfreies Fliegen ist ein neuer Entwicklungsschwerpunkt der ACENTISS. Im Mittelpunkt stand die Konzeptionierung einer Test- und Validierungsstrategie für die Komponenten eines Hybrid-elektrischen Antriebsstranges am Beispiel eines modifizierten Flugmusters Do 328 (vom LH2-Tank über die H2-Brennstoffzelle bis zum Elektromotor). Daneben wurde der Ausbau des Leistungsportfolios in Richtung "Integration von Drohnen in den regulierten Luftraum" vorangetrieben. INTIS konzentrierte sich auf die Weiterentwicklung der induktiven Ladetechnologie und deren Standardisierung, im Jahr 2022 insbesondere für ÖPNV-Fahrzeuge. Aufbauend auf dem erfolgreichen Abschluss des Forschungsförderprojekts TALAKO (erste induktive Ladestationen im öffentlichen Raum am Taxistand vor dem Kölner Hauptbahnhof) wurden im Berichtszeitraum weitere F&E-Projekte mit verschiedenen Fahrzeugtypen durchgeführt, z.B. im Rahmen des INTERREG-Projekts "Kontaktlo(o)s" mit einem autonomen Shuttlebus von Navya in Groningen (NL) bzw. vorbereitet, z.B. "Milas": Vollautomatisch laden und fahren in Bad Staffelstein. Bei VITES stand weiterhin die Entwicklung der KARSYS[9]-Technologie im Fokus der F&E-Aktivitäten. Dabei handelt es sich um Satellitenempfangsantennen für Fahrzeuge, Schiffe und Flugzeuge, die den Funkstrahl zwischen Sender und Empfänger voll elektronisch steuern ohne jegliche mechanische Komponenten. Diese Art von User-Terminals für SatCom on the Move-Anwendungen werden für verschiedene Frequenzbereiche entwickelt. Im Berichtszeitraum stand die Ku-Band-Version im Mittelpunkt des Geschehens. Dabei ist es gelungen, die Spezifikation für die Satelliten des Konstellationsbetreibers OneWeb zu erhalten. Die Terminals für die niedrig fliegenden LEO-Satelliten von OneWeb sollen ab 2024 zur Verfügung stehen. Parallel dazu werden kleinere Antennen für das höher frequente Ka-Band entwickelt, passend zu geplanten Konstellationen wie IRIS2 der EU oder Rivada und UNIO im privatwirtschaftlichen Bereich. Die Miniaturisierung verlangt die Entwicklung eines ASIC[10], die in 2022 ebenfalls vorbereitet wurde. Bei eRC standen die Entwicklung der Antriebskomponenten (acht elektrisch betriebene Einzelrotoren für Start und Landung sowie zwei Rotoren für den Streckenflug) sowie des Flugzeugrumpfes und Tragflügels im Vordergrund der Aktivitäten. Hierzu wurde u.a. ein Motorteststand konzipiert und in Betrieb genommen. Die weiteren Planungen sehen definierte Meilensteine auf dem Weg zur Zulassung eines bemannten, kommerziellen elektrischen Senkrechtstart- und Landefluggeräts vor. Die im Konzern angefallenen gesamten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betreffen sowohl Kundenprojekte als auch konzerninterne Projekte. Im Geschäftsjahr 2022 beziffern sich die konzernweiten Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf über Mio. € 15,6 (Vorjahr: Mio. € 12,6). 2. Wirtschaftsbericht 2.1 Wirtschaftliche Entwicklung und branchenbezogene Rahmenbedingungen Das Weltgeschehen im Jahr 2022 war gekennzeichnet durch das Abflauen der COVID-19-Pandemie und überschattet von der "Zeitenwende", ausgelöst durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Die ökonomischen Folgen waren gravierend: Aufgrund der hohen Abhängigkeit von russischen Gas- und Öl-Importen ließ allein die Sorge vor möglichen Versorgungsengpässen die Preise für fossile Energieträger in die Höhe schnellen. Höhere Energiekosten ließen die Transport- und Erzeugerkosten rasant ansteigen, was zu einer in Deutschland lange nicht mehr existenten Inflationsrate von 7,9 % führte. Die Verteuerung belastet die ganze Gesellschaft - Unternehmen und deren Beschäftigte. Für die Konzernunternehmen, die den überwiegenden Teil des Umsatzes in Deutschland erwirtschaften, sind insbesondere die wirtschaftliche Entwicklung und die Verfassung der öffentlichen Haushalte im Inland relevant. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2022 nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 1,8 % höher als im Vorjahr. Belastend auf das Wirtschaftswachstum wirkten sich weiterhin der Fachkräftemangel sowie die andauernde, wenn auch im Jahresverlauf nachlassende Corona-Pandemie aus. Im Haushaltsjahr 2022 stiegen die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden um insgesamt 7,1 Prozent auf Mrd. € 814,9. Vor diesem Hintergrund haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Hauptgeschäftsfeldern unterschiedlich entwickelt. Auf tragische Weise Nutznießer des Ukrainekriegs ist der Verteidigungsbereich. Eine neue Wertschätzung der Bundeswehr ließ im Berichtsjahr die Leistungsindikatoren und den Anteil des Verteidigungsgeschäfts am gesamten Konzern-Umsatz weiter ansteigen. Da Kriege zunehmend von Attacken auf kritische Infrastrukturen (digitale Kommunikation, Energieversorgung, Verkehr etc.) begleitet werden, steigt im Geschäftsfeld InfoKom die Nachfrage nach Cyber Security und Secure Cloud-Anwendungen. Gleiches gilt auch für die Absicherung von KI-Algorithmen in autonomen Systemen (Fahrzeuge, Roboter), wo ebenfalls eine große Nachfrage entsteht, welche wir durch den Aufbau entsprechender Leistungsangebote befriedigen werden. Im Bereich Raumfahrt unterstützen New Space-Anwendungen, satellitengestützte Erdbeobachtung und Internet-Verbindungen die Ukraine bei ihrem Abwehrkampf. Klassische Industriebereiche, insbesondere die Automobilbranche, sind belastet von den laufenden Umwälzungen hin zur Klimaneutralität und Prozessdigitalisierung. Die deutschen Automobilhersteller müssen sich zeitnah und disruptiv umorientieren - hin zum Bau von Elektrofahrzeugen und zur Fertigung von Batteriezellen. Diesen Druck geben die Autobauer an ihre Zulieferer und Engineering-Partner, wie IABG oder ACENTISS weiter, indem sie selbst für anspruchsvolle Leistungen nur moderate Stundensätze akzeptieren. Konventionelle Flugzeuge werden zwar in großen Stückzahlen gefertigt, es gibt aktuell aber keine neuen Muster, die zur Qualifikation anstehen. Mittelfristig läuft die Vorentwicklung neuer, ressourcenschonender Nachfolgemodelle. So arbeitet Airbus an einem Wasserstoff-Flugzeug, das etwa 2035 in Betrieb genommen werden soll. 2.2 Geschäftsverlauf Die Konzernunternehmen haben sich mit ihren Schwerpunkten im Bereich anspruchsvoller technisch-wissenschaftlicher Dienstleistungen (Beratung, Analyse, Qualifikation) und Produkte im Geschäftsjahr 2022 in einem herausfordernden Marktumfeld insgesamt gut behauptet. Während der Plan für die Gesamtleistung (IST Mio. € 230,1 / Plan Mio. € 235,4) leicht unterschritten wurde, konnten die Zielwerte für den EBIT (IST Mio. € 18,1 / Plan Mio. € 17,4) und die EBIT-Umsatz-Rendite (IST 7,4 % / Plan 7,0 %) übertroffen werden. Der deutliche Anstieg der Umsatzerlöse sowie der zugehörige Rückgang des Vorratsbestands sind maßgeblich beeinflusst von der Abrechnung eines multiaxialen Prüfsystems für Fahrzeuge bis 42 Tonnen, das nach einer mehrjährigen Konzeptions-, Bau- und Integrationsphase im Jahr 2022 in Betrieb genommen und an den Kunden übergeben werden konnte. Die Planabweichung in der Gesamtleistung um (moderate) 2,2 % ist insb. auf die Geschäftsfelder Automotive und Luftfahrt zurückzuführen, deren Märkte aktuell einen Transformationsprozess durchlaufen (vgl. dazu auch nachstehende Ausführungen). Das breite Angebotsspektrum des Konzerns hat sich erneut als stabilisierend für den Geschäftsverlauf im Jahr 2022 erwiesen. Insgesamt erfolgreiche Vertriebsaktivitäten haben im Jahresverlauf eine solide Auftragslage für ein erfolgreiches Jahr 2023 geschaffen. Die Entwicklung in den einzelnen Geschäftsfeldern des Konzerns gestaltete sich im Jahr 2022 wie folgt: Die Aktivitäten im Geschäftsfeld Automotive waren auch im Jahr 2022 mit der Transformation hin zum klimaneutralen Verkehr (Elektromobilität, Wasserstoff) und zum automatisierten Fahren und Parken (KI, Sensorik, Software) verbunden - neuerdings zusätzlich unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Generell verschiebt sich das Geschäft vom Testen hin zum Prüfstandbau und zur Planung von Testzentren. Prüfstände verlangen hohe Präzision, Wiederholgenauigkeit, Geschwindigkeit und Laufleistung. Aus industriellen Anwendungen bekannte, wartungsfreie elektrische Linearantriebe erfüllen diese hohen Anforderungen besonders gut. Deshalb integrieren wir Linearantriebe nun in unsere Prüfsysteme, z.B. in die aktuelle Entwicklung von Lenkungsprüfständen für Premiumfahrzeughersteller. Im Bereich militärischer Fahrzeuge entwickelt sich der öffentliche Auftraggeber (öAG) als vielversprechender Kunde für anspruchsvolle Prüfsysteme. So konnte der multiaxiale Prüfstand für radgetriebene Landfahrzeuge (MAXI) im Frühsommer 2022 erfolgreich an die Bundeswehr übergeben werden. Die IABG hat als Generalunternehmer dieses mehrjährige, anspruchsvolle Projekt verantwortet - von der Konzeption über das Systems Engineering bis zur Realisierung des hochkomplexen Prüfstands. VITES und INTIS befanden sich ebenfalls in einem engen Austausch mit Automobilherstellern zur Vorbereitung der Integration ihrer zukünftigen Produkte (SatCom während der Fahrt bzw. induktives Laden von E-Autos). Auch in der Luftfahrt ist "zero emission" das Ziel. Für kleinere Luftfahrzeuge (Drohnen, Flugtaxis, Flugzeuge bis ca. 10 Passagiere) ist das Batterie-elektrische Fliegen möglich. Diesen Weg beschreitet auch eRC mit dem eVTOL Fluggerät. Größere Elektro-Flugzeuge stoßen bei den derzeitig absehbaren Leistungsgewichten der Batterien jedoch schnell an Grenzen was Reichweite und Nutzlast anbelangt. Hier hat Wasserstoff das Potenzial, die Luftfahrt zu revolutionieren - entweder per Brennstoffzelle in Strom für die Elektromotoren umgewandelt oder auch direkt in modifizierten, herkömmlichen Fluggasturbinen verbrannt - stoßen jeweils kein Kohlendioxid mehr aus. Für die IABG entsteht die Möglichkeit, am neuen Markt "Wasserstoff" (über Behältertests hinaus) zu partizipieren. Auch die klassischen Fluggasturbinen werden optimiert: Das neue Augsburger DLR-Institut für Test und Simulation für Gasturbinen widmet sich der Entwicklung von Triebwerken für die Flugzeuggeneration von morgen. Hierfür entsteht ein einzigartiges MTC-Prüfzentrum, mit dem es weltweit erstmalig möglich sein wird, das Verhalten von Turbinenkomponenten unter gleichzeitiger mechanischer, thermischer und chemischer (Abgas-) Belastung zu testen. Im Geschäftsfeld Raumfahrt, getragen durch den Betrieb des IABG-Raumfahrttestzentrums (RTZ) und durch den gemeinschaftlichen Betrieb der ESA/ESTEC Testanlagen in Noordwijk, war im Jahr 2022 eine hohe Auslastung zu verzeichnen. Die Testkampagnen an den Raumfahrtsystemen SARah[11] Phased Array, Sentinel 6 SAT B, EnMAP und Europa Clipper[12] Solar Panels wurden fortgesetzt, neue Testvorhaben wie z.B. H2Sat[13], Lunar Lander[14] oder Eutelsat 36D Solar Arrays kamen hinzu. Zur Absicherung des RTZ-Betriebs über das Jahr 2024 hinaus konnte die 7. Änderungsvereinbarung des RTZ-Bereitstellungsvertrags bis 2032 erfolgreich abgeschlossen werden. Aufgrund von Verspätungen bei der Fertigstellung von Satelliten und der damit verbundenen Verschiebung von Systemtestaktivitäten werden zurzeit lange geplante Anlagenmodernisierungen durchgeführt, welche aufgrund der Vollauslastung in den letzten Jahren zurückgestellt werden mussten. Der Rohbau des "Competence Center Optics" (CCO) wurde im Dezember 2021 fertiggestellt. Im Berichtszeitraum liefen umfangreiche Ausbauarbeiten im Innenbereich. Das CCO wird eine in Europa einzigartige Testanlage zur Qualifikation sensitiver elektrooptischer Erdbeobachtungssysteme sein und damit gute Voraussetzungen für die weitere nachhaltige Geschäftsentwicklung im Bereich Raumfahrt schaffen. Im Geschäftsfeld Mobilität, Energie und Umwelt werden drei Leistungsgebiete zusammengefasst. Im Sektor Mobilität konnte im Schienenkompetenzzentrum Dresden im Berichtszeitraum eine Reihe von Testaufträgen an Drehgestellen und Fahrwerkskomponenten durchgeführt werden. Für den Plan, die TVE[15] zu einem Kompetenzzentrum zur Qualifizierung spurgebundener, insbesondere aufgeständerte Hochgeschwindigkeitssysteme (z.B. Magnetbahnen, Hyperloop) weiterzuentwickeln, konnte auch im Jahr 2022 auf europäischer und nationaler Ebene keine hinreichende Unterstützung erreicht werden, womit der vollumfängliche Rückbau der TVE unvermeidbar wird. Für die Absicherung des Straßenverkehrs errichtet die IABG auf ihrem Gelände für eine Kooperation mit der TU München ein "Testfeld für intelligente Mobilitätskonzepte". Im Fokus stehen dort die Untersuchung der Interaktion von autonomen Fahrzeugen mit sensortechnisch "schwachen" Verkehrsteilnehmern, wie Radfahrer und Fußgänger, das autonome Einparken und Laden in Parkhäusern sowie die Erprobung induktiver Ladekonzepte, z.B. in Taxi-Wartezonen. Im Berichtsjahr konnten die erforderlichen Genehmigungen erlangt und die Planungen finalisiert werden. Im Sektor Umwelt bildet die Geodaten-Factory nach wie vor die tragende Säule des Geschäfts. Bei steigendem Bedarf nach höher aggregierten Leistungen (Erdbeobachtung, Sensordaten, Geodatenauswertung, -verknüpfung und Beratung) war auch das Jahr 2022 wieder von einem stabilen Geschäftsverlauf gekennzeichnet. Ein großvolumiger Rahmenvertrag für die weiteren Jahre (2023-2029) wurde in 2022 final verhandelt, der Vertragsschluss erfolgte Mitte des Jahres 2023. Im Sektor Energie konnten wir im Zuge der aktuellen Energiekrise (Gasembargo) am Revival der Windenergieanlagen teilhaben. Für die Qualifikation der inzwischen über 100 m langen Rotorblätter wurde ein patentierter Prüfstand für Ersatzbalken-Biegeversuche entwickelt. Im Geschäftsfeld Information und Kommunikation bildete nach wie vor die technische Beratung bei der sicheren Digitalisierung von ITK-Systemen von Kunden aus der öffentlichen Verwaltung sowie von Betreibern kritischer Infrastrukturen den Hauptumsatzanteil. Das Geschäft war geprägt von Leistungen, wie Planung, Vergabemanagement und Betriebsunterstützung bei der Architektur und Absicherung von Behörden-Netzen für die Kernkunden AS BY[16], und BDBOS[17]. Die Öffentliche Verwaltung hat im Rahmen der digitalen Transformation und neuer Regularien (z.B. IT-Sicherheitsgesetz 2.0) einen hohen Bedarf an technischer Beratung bei der Beschaffung und Erneuerung ihrer ITK-Infrastrukturen. Die IABG ist prädestiniert für hoch sensitive Leistungsangebote: Sie befindet sich in Geheimschutzbetreuung, nahezu sämtliche IT-Experten sind sicherheitsüberprüft und sehr erfahren in der Erstellung von Informationssicherheitskonzepten für Behörden und militärische Systeme. Dieses einzigartige Know-how wollen wir als GU gemeinsam mit komplementären Partnern nutzen bei der Konzeption, Realisierung und beim Betrieb einer deutschen, hochsicheren Cloud für Behörden und Industriefirmen mit besonderen Sicherheitsanforderungen. Im Jahr 2022 wurden hierfür die Konzeption und IT-Architektur erstellt sowie Gespräche mit den avisierten Kooperationspartnern und Bedarfsträgern geführt. Das Geschäftsfeld Verteidigung & Sicherheit liefert einen wichtigen Beitrag zum Geschäftserfolg des Konzerns. Nach einem erwartungsgemäß schleppenden Auftragseingang im ersten Halbjahr 2022 - der Bundeshaushalt 2022 nebst Wirtschaftsplan 2023 des Sondervermögens Bundeswehr und der Finanzplan 2022 bis 2026 wurden im Nachwahljahr erst am 01.07.2022 beschlossen - konnten wir in der zweiten Hälfte des Berichtszeitraums einen dynamischen Verlauf beim Auftragseingang verzeichnen. Hierzu trugen die mehrjährige Beauftragung zur Analyse von Wehrmaterial und die Projekte zur Technisch-logistischen Betreuung einer Reihe von Waffensystemen besonders bei. In der Folge konnten im ersten Halbjahr erbrachte vorvertragliche Leistungen als werthaltige Aufträge verbucht werden. Der am 24.02.2022 begonnene Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine führte zu einem Stimmungswechsel bei Politik und Bevölkerung in der Einstellung zur Bundeswehr. Nach drei Jahrzehnten des Rückbaus der Bundeswehr herrscht nun wieder die Einsicht vor, die eigene Wehrhaftigkeit signifikant und zeitnah zu stärken. Deshalb wurde der Rechtsrahmen zur Einrichtung eines Sondervermögens Bundeswehr in Höhe von Mrd. € 100 beschlossen. Die Konzernunternehmen werden bei der Verwendung dieses Zusatzbudgets für Ankauf und Entwicklung neuen Wehrmaterials sowie für bessere Ausrüstung beratend und begleitend für die Beschaffungsbehörde tätig sein. Hierzu haben wir dem BMVg eine Reihe von Projektvorschlägen, z.B. für die Vergabe- und Entwicklungsbegleitung neuer Waffensysteme, unterbreitet. Dynamische technologische Entwicklungen bei Military Space und Cyber War sorgen dafür, dass diese neuen "Räume" zukünftiger militärischer Auseinandersetzungen technologisch anspruchsvoller und gleichzeitig einsatzentscheidend werden. Der Konzern unterstützt mit relevanter Expertise sowohl in der Raumfahrt (New Space Satellitenanwendungen) als auch auf dem Gebiet Cyber Security die Bundeswehr in diesen neuartigen und schwer zu bekämpfenden Bedrohungslagen. In der Ukraine zeigte sich, wie entscheidend die Nutzung von Satelliten und die von ihnen generierten Daten und Dienste für militärische Aufklärung und Operationen sind. In derartigen Konstellationen sollen auch SatCom-User-Terminals von VITES Anwendung finden. Im Geschäftsfeld Life Sciences / Zulassungsverfahren zielen wir weiterhin auf ein diversifiziertes Angebot, von Zulassungsverfahren im Bereich fliegender Systeme bis hin zu regulatorischer Software im Bereich pharmazeutischer Zulassungsverfahren. Neben der klassischen on-premise-Lösung werden die Lösungen zunehmend auch als SaaS[18]/Cloud-Lösung angeboten. Der Release der neuartigen pulse-Plattform dokumentiert die Transformation des Konzerns in diesem Bereich zu einem Plattform-Anbieter. EXTEDOpulse deckt die wichtigsten Schritte des pharmazeutischen Produktentwicklungsprozesses ab. 2.3 ErtragslageDie Gesamtleistung des Konzerns (bestehend aus Umsatzerlösen, Bestandsveränderungen und aktivierten Eigenleistungen) betrug im Geschäftsjahr 2022 Mio. € 230,1 (Vorjahr: Mio. € 224,1). Die Umsatzerlöse beliefen sich auf Mio. € 243,7 (Vorjahr: Mio. € 213,1). Der Bestand an fertigen Erzeugnissen und unfertigen Leistungen verminderte sich im Jahr 2022 um Mio. € 19,6 (Vorjahr: Bestandserhöhung um Mio. € 6,8). Die Verschiebungen innerhalb der Gesamtleistung stehen maßgeblich in Zusammenhang mit der Endabnahme samt zugehöriger Schlussrechnung für den mehrjährigen Bau eines multiaxialen Prüfsystems. Die Zunahme der aktivierten Eigenleistungen auf Mio. € 6,1 (Vorjahr: Mio. € 4,1) ist wesentlich auf Eigenleistungen im Zusammenhang mit dem Bau des Kompetenzzentrums für optische Systeme (CCO) und der Entwicklung eines für medizinische Transporte ausgelegten eVTOL-Fluggerätes zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Erträge resultieren im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen, der Zuschreibung von Anlagevermögen sowie Versicherungsentschädigungen. Der Materialaufwand erhöhte sich um Mio. € 5,3 auf Mio. € 56,5. Dies ist insbesondere durch deutlich höhere Aufwendungen für Fremdleistungen und Unterauftragnehmer begründet. Die Einbindung, Steuerung und Koordination externer Dienstleister ist auch Teil des Geschäftsmodells der Konzerngesellschaften, insb. im Bereich des Aufbaus und Betriebs einer sicheren und hochverfügbaren Netzinfrastruktur für Bundes- und Landesbehörden. Beratungsaufträge der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) haben in 2022 entsprechende Wirkung entfaltet. Der diesem Anstieg entgegenstehende geringere Materialeinsatz ist wesentlich auf die Fertigstellung des oben erwähnten multiaxialen Prüfsystems zurückzuführen. Der Personalaufwand verminderte sich um 4,9 % auf Mio. € 124,2 (Vorjahr: Mio. € 130,6) bei einer gleichzeitig um 1,0 % niedrigeren (durchschnittlichen) Mitarbeiterzahl von 1.290 (Vorjahr: 1.302). Gründe für den überproportionalen Rückgang waren Sondereffekte von außergewöhnlicher Bedeutung im Vorjahr, insb. aus der Bildung von Rückstellungen für Personalkosten. Der deutliche Rückgang der Abschreibungen um Mio. € 4,1 ist darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr außerplanmäßige Abschreibungen auf Anlagevermögen infolge einer Neubewertung des Anlagenbestands enthalten waren. Der sonstige betriebliche Aufwand liegt mit Mio. € 26,1 um 19,2 % über dem Vorjahresniveau. Bedingt durch die Corona-Lockerungen war eine deutliche Belebung im Bereich der Dienstreisen und Fortbildungen festzustellen. Weiterhin sind Effekte von außergewöhnlicher Bedeutung aus einem Forderungsverzicht in Höhe von Mio. € 3,1 enthalten. Das Betriebsergebnis (= EBIT) lag für das Geschäftsjahr 2022 mit Mio. € 18,1 um Mio. € 3,0 unter dem Vorjahreswert von Mio. € 21,2. Das Finanzergebnis belief sich auf Mio. € -1,2 (Vorjahr: Mio. € -0,8), was insb. auf höhere Zinsaufwendungen zurückzuführen ist. Der Steueraufwand einschl. der erfolgswirksamen Buchung der latenten Steuern hat sich von Mio. € 5,8 auf Mio. € 6,0 erhöht. Der Jahresüberschuss des Konzerns (nach Ergebniszuweisung an die Minderheitsgesellschafter) betrug Mio. € 10,4, was einem Rückgang um Mio. € 3,7 gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Ergebnisentwicklung im Jahr 2022 ist auch vor dem Hintergrund des weiterhin schwierigen Marktumfelds in einigen Hauptgeschäftsfeldern als zufriedenstellend anzusehen. 2.4 Vermögens- und FinanzlageDas Vermögen des Konzerns hat sich zum Vorjahr um Mio. € 32,1 auf Mio. € 289,5 erhöht. Die Vermögensstruktur umfasst dabei Mio. € 157,4 lang- und mittelfristiges Vermögen und Mio. € 132,1 kurzfristiges Vermögen. Zugänge im Sachanlagevermögen entfielen mit Mio. € 34,7 auf geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau (wesentlich auf den Bau des CCO), mit Mio. € 2,4 auf Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie mit Mio. € 2,0 auf technische Anlagen und Maschinen. Der Bestand an liquiden Mitteln im Konzern beträgt 28,2 % (im Vorjahr: 30,0 %) der Bilanzsumme. Die Finanzierung des Konzerns erfolgt durch Mio. € 191,9 lang- und mittelfristiges Kapital und Mio. € 97,6 kurzfristiges Kapital. Die Eigenkapitalquote beträgt 41,6 % (Vorjahr: 42,6 %) der Bilanzsumme, der leichte Rückgang des Eigenkapitals resultiert im Wesentlichen aus der höheren Bilanzsumme. Der deutliche Rückgang der sonstigen Rückstellungen gegenüber dem Vorjahr ist maßgeblich bedingt durch die Finalisierung eines multiaxialen Prüfsystems und die Inanspruchnahme der zugehörigen Rückstellungen durch Schlussrechnungen von Unterauftragnehmern. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug im Geschäftsjahr Mio. € 11,9 und liegt damit unter dem Niveau des Vorjahres (Mio. € 15,9). Zentrale Gründe für den Rückgang waren das geringere Periodenergebnis sowie die geringeren Abschreibungen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug Mio. € -49,0 (Vorjahr: Mio. € -35,2), was die nochmals gesteigerte Investitionstätigkeit des Konzerns (insb. Für das Kompetenzzentrum CCO) gegenüber dem Vorjahr zeigt. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit zeigte einen Wert von Mio. € 41,6 (Vorjahr: Mio. € 1,0). Die Einzahlungen aus der Aufnahme von Bankkrediten betrafen das Darlehen zur Errichtung des CCO. Die gegenüber dem Vorjahr um Mio. € 4,4 auf Mio. € 81,6 gestiegenen liquiden Mittel stellen - unter Berücksichtigung der bestehenden Finanzierungsvereinbarung zum Bau des CCO - eine ausreichende Grundlage dar, um den Zahlungsverpflichtungen des Konzerns nachzukommen. 2.5 LeistungsindikatorenFür die konzerninterne Steuerung werden hauptsächlich die Kennzahlen Gesamtleistung, EBIT und EBIT-Umsatz-Rendite herangezogen. Die Kennzahl EBIT wird dabei als Gewinn vor Steuern und vor dem Finanzergebnis ermittelt. Im Jahr 2022 wurde eine Gesamtleistung (bestehend aus Umsatzerlösen, Bestandsveränderungen und aktivierten Eigenleistungen) von Mio. € 230,1 (Vorjahr: Mio. € 224,1) erzielt. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) beträgt Mio. € 18,1 (Vorjahr: Mio. € 21,2). Die Kennzahl EBIT-Umsatz-Rendite ergibt sich aus dem Verhältnis von EBIT zu den Umsatzerlösen. Die EBIT-Umsatz-Rendite beträgt 7,4 % (Vorjahr: 9,9 %). 3. Darstellung der wesentlichen Chancen und Risiken Risiken Der Konzern betreibt ein systematisches Risiko-Management zur frühzeitigen Erkennung, Analyse, Bewertung, Steuerung und Überwachung von Risiken sowie zur Wahrnehmung von Chancen. Der Austausch zwischen den Konzernunternehmen erfolgt durch regelmäßige Statusgespräche auf Geschäftsführungsebene sowie - wo gegeben - durch das gemeinsame Bearbeiten von Kundenprojekten. Das Risiko-Managementsystem ist ein integraler Bestandteil der Planungs- und Controlling-Prozesse. Die Risikoberichterstattung erfolgt monatlich im Rahmen des Controlling von Kosten und Leistungen. Kundenprojekte werden - eingeteilt in Risikoklassen - einem systematischen Risikomanagement unterzogen, das regelmäßige Reviews der Projektleiter mit den kaufmännischen Einheiten umfasst. Bedeutende Sachverhalte werden ad-hoc oder im Rahmen der regelmäßigen Geschäftsleitungssitzungen berichtet. Die wesentlichen Risiken, die den Konzern und dessen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage beeinflussen können, lassen sich in strategische Risiken, die Märkte, Produkte, Preise und Wettbewerb betreffen, operative Risiken sowie Risiken in Zusammenhang mit der Unternehmensfinanzierung klassifizieren. Zur Risikoabwehr werden geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen. Auswirkungen der Covid-19-Pandemie: Zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Konzernlageberichts befinden wir uns in einer Phase geringer Inzidenzen und die vorgeschriebenen Hygiene-Maßnahmen wurden aufgehoben. In Kenntnis der beherrschbaren Auswirkungen der Pandemie auf den Geschäftsverlauf im Jahr 2022 wurden die Planzahlen für das Jahr 2023 erstellt. Aufgrund des inzwischen hohen Immunisierungsgrads der Gesellschaft wird aktuell nicht erwartet, dass die Pandemie im Jahr 2023 zu massenhaft schweren Erkrankungen führen wird. Sollte diese Erwartung nicht eintreffen und erneut ein Gesundheitsnotstand eintreten, könnte dies eine Verfehlung der im vorherigen Abschnitt genannten wirtschaftlichen Ziele Auftragseingang, Gesamtleistung und EBIT zur Folge haben. Auswirkungen des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine: Zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses läuft der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Aktuell gibt es eine Reihe von negativen Auswirkungen auf die Finanzmärkte, Inflationsrate und Zinsniveau. Besonders stark gestiegen sind die Preise auf dem Energiesektor. Das Kriegsgeschehen führte zu einem Stimmungswechsel bei Politik und Bevölkerung in der Einstellung zur Bundeswehr und der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands. Wie in den Kapiteln 2.1 und 2.2 beschrieben, erwarten wir aktuell keine größeren Auswirkungen auf unseren Geschäftsverlauf. Der Umsatzanteil Russlands und der Ukraine am Gesamtumsatz des Konzerns war schon vor dem Angriffskrieg marginal, so dass die unmittelbaren geschäftlichen Auswirkungen gering sind. Die nachfolgend bezeichneten Risiken beleuchten die aktuelle Risikosituation unabhängig von der vorgenannten Covid-19-Problematik und unter der Annahme, dass sich der Krieg Russlands gegen die Ukraine nicht ausweitet. Branchenspezifische Risiken: Sollte die neue sicherheitspolitische Lage oder andere wirtschaftliche Rahmenbedingungen (z.B. andauernde Störung der Lieferketten) die Konjunktur verändern, kann dies die Geschäftspolitik der Kunden und damit die Nachfrage nach Dienstleistungen der Konzernunternehmen beeinflussen. Daraus können Umsatz- und Ergebnisrisiken resultieren. Die Konzernunternehmen setzen zunehmend auf die Entwicklung ihrer Geschäftsfelder mit neuen Produkten und Dienstleistungen. Die Konzernunternehmen begegnen den Marktrisiken basierend auf technologischen Veränderungen und sich wandelnden Kundenanforderungen (beispielsweise hin zu Cloud- und Mietmodellen) durch Programme für einen noch intensiveren Austausch mit den Bestandskunden, durch organisatorische Maßnahmen sowie durch die Weiterentwicklung bestehender Produkte und den Aufbau neuer Produkte. Auch zeichnet sich weiterhin eine Intensivierung des Wettbewerbs ab, da neben den klassischen Wettbewerbern zunehmend Kleinfirmen und Startups mit einer aggressiven Preispolitik in den Markt drängen. Risiken für die Konzernunternehmen entstehen auch aus der Schwierigkeit, geeignetes Fachpersonal am Arbeitsmarkt zu finden. Insbesondere in Zukunftsbranchen wie IT, Digitalisierung, KI, Data Sciences, Softwareentwicklung oder der Cyber-Sicherheit tobt ein Kampf um die besten Fachkräfte, und das Angebot an hinreichend qualifiziertem Personal ist entsprechend gering. Ertragsorientierte Risiken: Der Margendruck in einzelnen Geschäftsfeldern nimmt weiter zu. Die Konzernunternehmen begegnen dieser Entwicklung mit gezielten Maßnahmen zur weiteren Reduktion der Kosten bei gleichzeitiger Steigerung der Effizienz, z.B. durch die Optimierung der Geschäftsprozesse. Insbesondere wurden die in Vorjahren eingeleiteten Maßnahmen zur verstärkten Nutzung eigener Ressourcen anstelle der Beauftragung externer Fremdleistungen fortgeführt. Auf der Erlösseite setzen die Konzernunternehmen auf eine Fortentwicklung der bestehenden Geschäftsfelder im Hinblick auf neue Produkte und Dienstleistungen. Die Ergebnisrisiken der bestehenden Produktentwicklungen liegen insbesondere in einem erfolgreichen und zeitgerechten Markteintritt. Dies gilt insbesondere für die kognitiven Antennenradiosysteme und das in der Entwicklung befindliche elektrische Senkrecht-/Start- und Landefluggerät. Beide Gebiete bedienen wichtige und attraktive neue Märkte, mit der Folge, dass sich weltweit jeweils einige Unternehmen ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Finanzwirtschaftliche Risiken: Der Konzern finanziert sich über Eigenkapital, erhaltene Anzahlungen und über bei Kreditinstituten aufgenommene Finanzierungsdarlehen. Die operativen Konzernunternehmen verfügen über einen solventen und bonitätsstarken Kundenstamm. Forderungsausfälle sind die Ausnahme. Bedingt durch die Beendigung langlaufender Großprojekte und den Abschluss von Verträgen mit kürzerer Laufzeit und geringerem Anzahlungsvolumen besteht die Notwendigkeit, Projekte mehr als in der Vergangenheit vorzufinanzieren. Das Liquiditätsmanagement steht daher unverändert im Fokus der Unternehmenssteuerung. Für einen etwaigen kurzfristigen Finanzmittelbedarf stehen zusätzliche, vertraglich vereinbarte Kreditlinien zur Verfügung. Zur Absicherung gegen das Liquiditätsrisiko wird bei den Konzernunternehmen regelmäßig eine Liquiditätsvorschau erstellt, die einen Überblick über die geplanten Ausgaben sowie Einnahmen gibt. Zusätzlich stellen regelmäßige Mahnläufe sowie verbesserte Zahlungsüberwachungssysteme eine enge Nachverfolgung der offenen Zahlungsposten sicher. Dem Liquiditätsrisiko wird zudem durch langlaufende Darlehensverträge mit festen Zinssätzen begegnet. Der Bau des Kompetenzzentrums für optische Systeme (CCO) wurde durch den Abschluss einer langfristigen Finanzierungsvereinbarung im April 2022 gesichert. Hier wurde eine Zinsbindung bis zur vollständigen Rückführung der Darlehen vereinbart, so dass ein Zinsänderungsrisiko ausgeschlossen wurde. Nicht vermeidbare Haftungs- und Gewährleistungsrisiken werden, soweit möglich, durch den Abschluss von Versicherungspolicen mitigiert. Bestandsgefährdende Risiken: Bestandsgefährdende Risiken, über die hier gesondert zu berichten wäre, sind nicht bekannt. Chancen Die Chancen werden weitgehend in den Erläuterungen zum Geschäftsverlauf dargestellt. Chancen für ein Übertreffen der Ergebnisprognose liegen in der guten Verfassung des Marktes für die Beratung des Hauptkunden Bundeswehr und auch darin, dass der Wissensaufbau im Bereich neuer Geschäftsfelder und Technologien schneller als geplant in Kundenaufträge umgesetzt werden kann. Innovationsprozesse und der Aufbau neuer Dienstleistungen werden unterstützt durch eine professionelle und strukturierte Führung und Begleitung durch das zentrale Innovationszentrum. Besondere Chancen, uns im Wettbewerb durchzusetzen, sehen wir bei Projekten, bei denen Sicherheit und Vertraulichkeit bzw. die Absicherung komplexer Systeme eine große Rolle spielen. Das betrifft in erster Linie Projekte, die der deutschen Landesverteidigung dienen, aber in Zeiten einer Internet-basierten Bedrohung freier Demokratien durch Cyber-Angriffe, Propaganda in sozialen Netzwerken etc. steigt auch dort der Bedarf an Unterstützung bei der Abwehr dieser Gefahren rasant an. Hierzu haben wir unsere Geschäftsentwicklung auf drei emerging domains ausgerichtet: Secure Society Wir entwickeln neueste Methoden, IT-Technologien und KI-Algorithmen für Anwendungen, welche das Zusammenleben in unserer Gesellschaft absichern. Übergeordnetes Ziel ist es, unsere Demokratie und ihre Akteure zu schützen und zu stärken. Zielgruppen sind Städte und Kommunen (Safe City), die Sicherheitskräfte/BOS (Predictive Analytics), der Gesundheitssektor (eHealth, alternde Gesellschaft, Geriatronik), der Energiesektor (Wasserstoff) sowie Industrie, Behörden und Bürger generell bei der Nutzung des Internets (Cyber Security, Open Source Intelligence, National Secure Cloud). Future Mobility Der früher eindimensionale Verkehr (ein Verkehrsmittel vom Start zum Ziel) wird zunehmend interoperabel. Autonomes Fahren, Konnektivität, Elektrifizierung und Shared Mobility eröffnen neue Chancen. Der Trend zur Automatisierung des Verkehrs gilt auch auf der Schiene, in der Luft (Flugtaxi) und auf dem Wasser. Unsere Forschungs- und Entwicklungsprojekte widmen sich deshalb im Kontext der Interoperabilität der Absicherung des autonomen Fahrens (safeAI) auch beim Schienenverkehr (SmarTram), neuen Antriebs- und Ladekonzepten (induktives Laden auf Taxiwartespuren), der Vernetzung (Satellitenkommunikation während der Fahrt) sowie einer KI-basierten Optimierung des Verkehrsflusses. So entsteht z.B. gerade in enger Zusammenarbeit mit der TU München auf dem IABG-Gelände ein "Testfeld für intelligente Mobilitätskonzepte", bei dem u.a. eine Sensorvernetzung von Radfahrern und Fußgängern mit autonomen Fahrzeugen ermöglicht werden soll. Weitere Beispiele und Details hierzu finden sich auch im Kapitel 2.2. Geschäftsverlauf auf dem Gebiet "Mobilität, Umwelt und Energie". New Space Die Zukunft der Raumfahrt liegt immer mehr in der Hand von privaten Unternehmen. Sie revolutionieren einen Markt, der lange Zeit von Staaten und Weltraumagenturen geprägt war. "New Space" beschreibt die Kommerzialisierung der Raumfahrt und ihre zunehmende Verzahnung mit der klassischen Wirtschaft. Am Ende geht es immer um von Satelliten generierte Daten für unterschiedliche Anwendungsbereiche wie Smart Farming, Logistik, Industrie 4.0, Infrastruktur-Monitoring oder autonomes Fahren (sog. Downstream). Zusammen mit Firmen aus der IABG-Gruppe und weiteren Partnern entwickeln wir die New Space-Wertschöpfungskette - vom LEO-Satellitenbau und -test über den Start bis hin zum Betrieb. Die eigentlichen Ziele sind Generierung und Übertragung von Daten, sensorgestützte Erdbeobachtung und störungsfreier Internet-Zugang, auch bei Krisen oder in vom Mobilfunk nicht versorgten Gebieten. 4. Prognosebericht Im Geschäftsjahr 2023 sind wesentliche Änderungen der Geschäftspolitik nicht geplant. Die Konzernunternehmen profitieren von der langjährigen Zusammenarbeit mit der Vielzahl ihrer Kunden und streben sowohl in den öffentlichen als auch in den privatwirtschaftlichen Märkten eine stetige Erweiterung der Kundenbasis durch die Nutzung bestehender und den Aufbau neuer Kompetenzen in allen Geschäftsfeldern an. Bestehende Lösungen werden den Anforderungen entsprechend gezielt weiterentwickelt - orientiert an den zentralen Markttrends Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Virtualisierung, Dekarbonisierung, autonome Systeme und Nachhaltigkeit. Zudem setzt der Konzern auf eine stärkere Internationalisierung und auf eine zunehmende Bereitschaft in Unternehmen und Behörden, in "Sicherheit" (Informationssicherheit, funktionale Sicherheit, Landesverteidigung und Prävention) zu investieren. Im Hinblick auf die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an Führungspositionen strebt der Konzern insgesamt einen Frauenanteil von 30 % in der Geschäftsführung und von 20 % auf den nachgelagerten Führungsebenen an. Diese Ziele sollen bis Ende 2025 erreicht werden. Bei den Planungen für 2023 wird von einer Gesamtleistung von Mio. € 244,4, einem EBIT von Mio. € 15,8 und einer EBIT-Umsatz-Rendite von 7,1 % ausgegangen. Da im Jahr 2023 auf einem zu Jahresbeginn soliden Auftragseingang aufgebaut werden kann, kann aus heutiger Sicht vom Erreichen der Planziele für 2023 ausgegangen werden. 5. Bericht über die Niederlassungen Am Hauptsitz des Konzerns in Ottobrunn arbeitet der Großteil der Belegschaft des Konzerns. Weitere Niederlassungen in Deutschland befinden sich in Berlin, Bonn, Dresden, Hamburg, Stuttgart, Bruchsal, Koblenz, Lathen, Lichtenau, Erding und Oberpfaffenhofen. Internationale Standorte betreibt der Konzern in Wayne (USA) und Noordwijk (Niederlande).
Ottobrunn, 20.09.2023 [1] Supplemental Type Certification [2] Low Earth Orbit [3] Unfallchirurgie im Klinikum rechts der Isar sowie Lehrstuhl für Flugsystemdynamik [4] Electric vertical take-off and landing [7] Environmental, Social and Governance [8] Future Combat Air System [9] Kognitve Antennen-Radiosysteme [10] Application-specific integrated circuit (Anwendungsspezifische integrierte Schaltung) [11] Satelliten-gestützte Radaraufklärung [12] NASA-Satellit zur Erforschung des Jupitermonds Europa [13] Heinrich Hertz-Satellit zur Untersuchung neuartiger Kommunikationstechnologien [14] Privat finanzierter Mondlande-Rover eines japanischen Startups [15] Transrapid-Versuchsanlage Emsland [16] Bayerisches Landeskriminalamt Autorisierte Stelle Bayern Digitalfunk [17] Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben [18] Software as a Service Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022I. Grundlagen und Methoden Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss und Konzernabschlussstichtag Der Konzernabschluss der Schwarz Holding GmbH wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches und nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung in Euro aufgestellt. Die Schwarz Holding GmbH hat ihren Sitz in Ottobrunn und ist im Handelsregister des Amtsgerichts München in der Abteilung B unter der Handelsregisternummer HRB 171585 geführt. Die Gliederung der Konzernbilanz entspricht dem in § 266 Abs. 2 und 3 HGB vorgesehenen Gliederungsschema. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist in Übereinstimmung mit dem in § 275 Abs. 2 HGB enthaltenen Gesamtkostenverfahren gegliedert. Die Vorschriften des GmbH-Gesetzes wurden berücksichtigt. Das Geschäftsjahr für den Konzern und die konsolidierten Unternehmen entspricht dem Kalenderjahr. Der Konzernabschluss ist auf den Stichtag des Mutterunternehmens, den 31. Dezember 2022, aufgestellt worden. Angaben zum Konsolidierungskreis und assoziierten Unternehmen Folgende Tochtergesellschaften werden in den Konzernabschluss der Schwarz Holding GmbH einbezogen: Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mit beschränkter Haftung (IABG), Ottobrunn IABG Mitarbeiterbeteiligungs Aktiengesellschaft (IABG MBAG), Ottobrunn EXTEDO GmbH, Ottobrunn EXTEDO Inc., Wayne (USA) Extedo Ltd., Bicester (Großbritannien) EXTEDO Software Technology (Shanghai) Co., Ltd. INTIS Integrated Infrastructure Solutions GmbH (INTIS), Hamburg IABG Innovationen GmbH, Ottobrunn ACENTISS GmbH (ACENTISS), Ottobrunn IABG Grundbesitz GmbH, Ottobrunn VITES GmbH, Ottobrunn MFSA GmbH, Ottobrunn RTZ Grundbesitz GmbH & Co. KG, Ottobrunn RTZ Grundbesitz Verwaltungs GmbH, Ottobrunn IABG Teleport GmbH, Ottobrunn eRC-System GmbH, Ottobrunn IABG Test Equipment & Consulting GmbH, Dresden Die HyImpulse Technologies GmbH, Hardthausen am Kocher, sowie die Blackwave GmbH, Taufkirchen, werden als assoziierte Unternehmen ebenfalls in dem Konzernabschluss berücksichtigt. Die Schwarz Holding GmbH hält 87,4% der Geschäftsanteile der IABG, die zum 31. Dezember 2022 wiederum 74,8% der Geschäftsanteile der IABG MBAG besitzt. Die IABG MBAG ist über eine Rückbeteiligung mit 12,6% an der IABG beteiligt. Die Schwarz Holding GmbH hält 94,0% Geschäftsanteile an der IABG Grundbesitz GmbH und 100% der Geschäftsanteile an der MFSA GmbH. Die EXTEDO GmbH hält jeweils 100% der Geschäftsanteile der EXTEDO Inc., der Extedo Ltd. und der EXTEDO Software Technology (Shanghai) Co., Ltd. Weiterhin hält die IABG 100% der Geschäftsanteile an der INTIS, 100% der Geschäftsanteile an der VITES GmbH, 100 % der Geschäftsanteile an der IABG Teleport GmbH, 100% der Geschäftsanteile an der eRC-System GmbH sowie 100% der Geschäftsanteile an der IABG Innovationen GmbH, die wiederum mit 100% an der ACENTISS beteiligt ist. An der IABG Test Equipment & Consulting GmbH ist die IABG mit 74,0% beteiligt. Die IABG ist alleinige Kommanditistin der RTZ Grundbesitz GmbH & Co. KG mit einer Kommanditeinlage von € 1.000 und hält auch 100% der Geschäftsanteile an der RTZ Grundbesitz Verwaltungs GmbH, die die alleinige Komplementärin der RTZ Grundbesitz GmbH & Co. KG ist. Die HyImpulse Technologies GmbH und die Blackwave GmbH werden aufgrund des maßgeblichen Einflusses der Schwarz Holding GmbH als assoziiertes Unternehmen im Konzernabschluss erfasst. Die Schwarz Holding GmbH ist an der HyImpulse Technologies GmbH zum 01. Januar 2022 mit 17,07% und seit dem 07. Oktober 2022 mit 24,99% beteiligt. Die Schwarz Holding GmbH ist an der Blackwave GmbH zum 01. Januar 2022 mit 13,24% und seit dem 09. Dezember 2022 mit 19,35% beteiligt. Auf die Einbeziehung der Schwarz Wald GmbH, Ottobrunn, und der effisolution GmbH, München, wurde gemäß § 296 Abs. 2 HGB verzichtet, da diese Tochterunternehmen und Beteiligungen für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Geschäftsjahr 2022 von untergeordneter Bedeutung sind. Die Schwarz Holding GmbH ist an der Schwarz Wald GmbH zu 100% und an der effisolution GmbH zu 40,0% beteiligt. Die European Test Services B.V. (ETS), Rotterdam (Niederlande), die Advanced Aerospace Developments GmbH (AAD), Taufkirchen, und die NKMG Neue Köhler Management GmbH, Berlin, wurden als assoziierte Unternehmen entsprechend § 311 Abs. 2 HGB nicht einbezogen, da alle diese Beteiligungen für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung sind. Konsolidierungsgrundsätze Die Kapitalkonsolidierung erfolgt entsprechend § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB nach der Neubewertungsmethode. Der Ausweis der verbleibenden aktiven Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung erfolgt unter "Geschäfts- oder Firmenwert". Die Firmenwerte aus dem Erwerb der Geschäftsanteile der HyImpulse Technologies GmbH und der Blackwave GmbH werden über einen Zeitraum von 10 Jahren linear abgeschrieben. Die Firmenwerte der früheren Erstkonsolidierungen sind bereits vollständig abgeschrieben. Der "Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung" beträgt insgesamt T€ 1.125. Die Auflösung der passiven Unterschiedsbeträge erfolgt erst bei Eintritt zukünftig zu erwartender Aufwendungen/Verluste. Die Schuldenkonsolidierung erfolgt nach § 303 Abs. 1 HGB durch Eliminierung der Forderungen mit den entsprechenden Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Die Aufwands- und Ertragskonsolidierung erfolgt gemäß § 305 Abs. 1 HGB durch Verrechnung der Erträge mit den entsprechenden Aufwendungen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Latente Steuern wurden entsprechend § 306 HGB auf die im Rahmen der Kapitalkonsolidierung aufgedeckten stillen Reserven und Lasten nach § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB angesetzt. Für Anteile fremder Dritter wurde entsprechend § 307 HGB ein Ausgleichsposten in Höhe ihres Anteils am Eigenkapital innerhalb des Konzerneigenkapitals gebildet. II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Jahresabschlüsse der einbezogenen Gesellschaften wurden entsprechend § 308 HGB nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellt. Ab 2021 wird für selbstgeschaffene bzw. in Entwicklung befindliche immaterielle Vermögensgegenstände ein Aktivposten ausgewiesen. Der Ansatz erfolgt mit den Herstellungskosten. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Die Nutzungsdauer beträgt zwischen drei und sechs Jahren. Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige bzw. außerplanmäßige Abschreibungen, angesetzt. In die Herstellungskosten der selbsterstellten Sachanlagen werden auch anteilige Gemeinkosten der Beschaffung und der Fertigung einschließlich angemessener Abschreibungen einbezogen. Kosten der allgemeinen Verwaltung werden nicht berücksichtigt. Werden für das Sachanlagevermögen Zuschüsse gewährt, werden diese als Anschaffungskostenminderungen berücksichtigt. Die Abschreibung erfolgt dabei grundsätzlich nach der linearen Methode. Von dem Wahlrecht nach Art. 67 Absatz 4 EGHGB wurde Gebrauch gemacht. Niedrigere Wertansätze, die sich aus der Anwendung der degressiven Abschreibung mit späterem Übergang auf die lineare Methode ergeben, wurden beibehalten. Die Anteile an verbundenen Unternehmen und die Beteiligungen des Finanzanlagevermögens sowie die übrigen Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich außerplanmäßiger Abschreibungen bilanziert. Erhaltene Zuschüsse für Finanzanlagen wurden von den Anschaffungskosten abgesetzt. Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen werden zum Aktivwert bilanziert, sofern die Voraussetzungen für das Vorliegen von Deckungsvermögen nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB erfüllt sind, werden diese mit den Altersvorsorgeverpflichtungen sowie vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen saldiert. Ein verbleibender aktivischer Überhang wird in einem gesonderten Bilanzposten "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" ausgewiesen. Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu den aktivierungspflichtigen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder mit dem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag. Bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen werden fortgeschriebene durchschnittliche Anschaffungskosten zugrunde gelegt. Die unfertigen Erzeugnisse und unfertigen Leistungen werden zu Herstellungskosten bewertet, die neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich angemessener Abschreibungen enthalten. Bei langfristiger Fertigung erfolgt unter bestimmten Voraussetzungen eine Teilgewinnrealisierung. Die unfertigen Erzeugnisse und Leistungen werden in diesem Fall zu Selbstkosten bewertet, welche Verwaltungsgemeinkosten, Zuschläge für kalkulatorische Zinsen und kalkulatorische Gewinne beinhalten. Die Teilgewinnrealisierung führt nicht zu einer Umsatzrealisierung, sondern zur Gewinnrealisierung innerhalb der Vorratsbewertung. Das Prinzip der verlustfreien Bewertung wird angewandt. Soweit volle Erlösfähigkeit nicht als gesichert anzusehen ist, werden Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Für weitere mögliche Wertminderungen wird eine pauschale Wertberichtigung gemäß den Vorjahren abgesetzt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt. Erkennbare Risiken sind durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Forderungen, Verbindlichkeiten und Guthaben bei Kreditinstituten in Fremdwährung werden nach § 256a HGB grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet. Bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger erfolgt keine Anwendung des Höchstwertprinzips bzw. Vorsichtsprinzips nach § 253 Abs. 1 bzw. § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB. Der Sonderposten für Investitionszulage wird in Höhe der gewährten Beträge angesetzt und jährlich um den anteiligen Abschreibungsbetrag der geförderten Anlagegüter aufgelöst. Rückstellungen sind mit dem nach kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Künftige Preis-, Lohn- und Kostensteigerungen wurden berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzins abgezinst. Die Aufwendungen und Erträge aus der Auf- und Abzinsung sind im Finanzergebnis als sonstige Zinsen und ähnliche Erträge bzw. als Zinsen und ähnliche Aufwendungen ausgewiesen. Der Abzinsungssatz entspricht dem von der Deutschen Bundesbank nach § 253 Abs. 2 HGB veröffentlichten Abzinsungssatz. Die Rückstellungen für Pensionen wurden mit dem durchschnittlichen Marktzins der vergangenen 10 Jahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren in Höhe von 1,78% abgezinst. Bei einer angenommenen Restlaufzeit von 7 Jahren wäre ein Zinssatz von 1,44% zur Anwendung gekommen. Daraus ergibt sich ein Unterschiedsbetrag von T€ 452. Die Bewertung erfolgte, unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck, nach dem Projected Unit Credit-Verfahren (PUC-Verfahren). Der Rechnungslegungshinweis IDW RH FAB 1.021 zur Bewertung von Rückstellungen für rückgedeckte Altersversorgungsverpflichtungen wurde beachtet. Für die Verpflichtung aus "deferred compensation" wurde das Aktivprimat, für die übrigen Verpflichtungen das Passivprimat zur Anwendung gebracht. Für die Rentenanpassung für 2022 wurden 0,00% bzw. 1,70% und als Rententrend für die Folgejahre ein Kostenfaktor von 0,00% bzw. 1,70% (zzgl. eines einmaligen Inflationsaufschlags von 5,0% für 2023) berücksichtigt. Soweit es sich nach § 253 Abs. 2 S. 3 HGB um wertpapiergebundene Pensionszusagen handelt, wurde die Pensionszusage in Höhe des Aktivwertes der Rückdeckungsversicherung angesetzt, soweit dieser den Erfüllungsbetrag der Pensionszusage überstiegen hat. Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Auf fremde Währung lautende Abschlüsse von Tochterunternehmen wurden entsprechend § 308a HGB umgerechnet. Die Umrechnung von Bilanzposten erfolgte, mit Ausnahme des Eigenkapitals, zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag, die Umrechnung der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung zum Durchschnittskurs. Das Eigenkapital wurde mit dem historischen Kurs umgerechnet. III. Erläuterungen zur Bilanz 1. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagevermögen Die Entwicklung der Posten des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel gesondert dargestellt. Die Unterschiedsbeträge zwischen den Buchwerten und dem anteiligen Eigenkapital der assoziierten Unternehmen stellen ausschließlich einen Geschäfts- oder Firmenwert dar. Diese betragen zum Abschlussstichtag T€ 3.169 (Vorjahr: T€ 2.937). 2. Finanzanlagen Unter den Finanzanlagen werden Anteile an folgenden Unternehmen ausgewiesen:
Auf die Alawe Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG (Alawe), Mainz, sowie die Advanced Aerospace Development GmbH, Taufkirchen, wird kein maßgeblicher Einfluss ausgeübt, so dass auch eine Einbeziehung als assoziiertes Unternehmen unterbleibt. 3. Vorräte Bei den unfertigen Erzeugnissen und unfertigen Leistungen (Halbfabrikate) handelt es sich überwiegend um noch nicht abrechenbare Werkverträge. Die Vorräte sind teilweise durch erhaltene Anzahlungen gedeckt. Die geleisteten Anzahlungen sind grundsätzlich durch Bankbürgschaften oder werthaltige Teilleistungen gesichert. 4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind im Wesentlichen Darlehensforderungen. Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 175 (Vorjahr: T€ 462). Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von T€ 751 (Vorjahr: T€ 733). 5. Rechnungsabgrenzungsposten Der Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet ein Disagio in Höhe von T€ 10,8 (Vorjahr: T€ 12,5), das entsprechend der Beanspruchung des zugehörigen Darlehens aufgelöst wird. 6. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung In diesem Bilanzposten wird der nach Saldierung der zugehörigen Altersversorgungsverpflichtung mit Rückdeckungsversicherungen übersteigende Betrag für die Rückdeckungsversicherung ausgewiesen. Hierfür besteht keine Entnahmesperre gemäß § 268 Abs. 8 S. 3 HGB i.V.m. § 301 AktG. 7. Gezeichnetes Kapital Das voll eingezahlte Stammkapital der Schwarz Holding GmbH beträgt zum Abschlussstichtag T€ 100. 8. Sonderposten für Investitionszulage Der Sonderposten für Investitionszulage wurde für begünstigte Investitionen nach dem Investitionszulagengesetz gebildet. 9. Passiver Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung Der passive Unterschiedsbetrag hat Fremdkapitalcharakter. 10. Rückstellungen Im Rahmen der Verrechnung von Rückdeckungsversicherungen mit zugehörigen Altersversorgungsverpflichtungen nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB haben sich die Pensionsrückstellungen wie folgt entwickelt:
Hierfür wurden Aufwendungen und Erträge in Höhe von T€ 175 verrechnet. Die sonstigen Rückstellungen betreffen überwiegend Personalrückstellungen, Rückstellungen für ausstehende Rechnungen sowie Preisprüfungsrückstellungen. 11. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von T€ 18.063 (Vorjahr: T€ 20.993) durch erstrangig vollstreckbare Buchgrundschulden sowie in Höhe von T€ 77 (Vorjahr: T€ 381) durch Sicherungsübereignung von Vermögensgegenständen abgesichert. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben folgende Laufzeiten:
Zur Absicherung zukünftiger Zinsschwankungen aus einem variabel verzinsten Darlehen wurde ein derivatives Finanzinstrument in Form eines Zinsswap abgeschlossen. Es liegt ein Micro-Hedge vor. Der Zinsswap besitzt eine Laufzeit bis zum 30. April 2024 und reduziert sich gleichlautend zur Tilgung des Darlehens. Zum 31. Dezember 2022 wurde die Bewertungseinheit für einen Betrag von T€ 10.818 gebildet. Der beizulegende Zeitwert entspricht grundsätzlich dem Marktwert der derivativen Finanzinstrumente und ist mithilfe einer anerkannten, bankenüblichen Bewertungsmethode (mark-to-market-Methode) bestimmt worden. Die beizulegenden Zeitwerte der Zinsswaps sind primär durch die Höhe des 3-Monats- und des EURIBOR-Zinssatzes beeinflusst. Zum 31. Dezember 2022 beläuft sich der beizulegende Zeitwert inklusive Stückzinsen auf € 193.164,04 zu Gunsten des Konzerns. 12. Übrige Verbindlichkeiten
13. Passive latente Steuern Die passiven latenten Steuern resultieren aus der sich insgesamt ergebenden Steuerbelastung aus passiven latenten Steuern im Rahmen der Neubewertung nach § 301 Abs. 1 Satz 1 HGB sowie aktiven latenten Steuern aufgrund von Verlustvorträgen. Passive latente Steuern wurden auf stille Reserven gebildet, welche aus entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenständen resultierten, sowie durch den Ansatz von selbstgeschaffenen in Entwicklung befindlichen immateriellen Vermögensgegenständen. Weitere passive latente Steuern wurden infolge des Verkaufs von Betriebsvorrichtungen zwischen Konzernunternehmen gebildet. Zusätzliche passive latente Steuern ergeben sich auch aus den unterschiedlichen Ansätzen des Anlagevermögens und der Pensionsrückstellungen in der Handels- und Steuerbilanz. Aktive latente Steuern wurden auf Verlustvorträge auf Ebene der Einzelgesellschaften gebildet, soweit innerhalb der kommenden fünf Jahre eine Verlustverrechnung erwartet wird. Die Bildung erfolgte bis zur Höhe der jeweiligen passiven latenten Steuern in den Einzelgesellschaften. Der Steuersatz für die Berechnung der aktiven und passiven latenten Steuern betrug 30,0%.
14. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die Verbindlichkeiten aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen ergeben sich wie folgt:
Der Abschluss der Miet- und Leasingverträge dient insbesondere der Verbesserung der Liquiditätslage. Vorteil der Geschäfte ist die geringe Mittelbindung während der Laufzeit der Miet- und Leasingverträge. Aus den Geschäften entsteht das Risiko, dass, unabhängig von der wirtschaftlichen Lage der Gesellschaft, feste Leasingraten gezahlt werden müssen. Mit notariellem Vertrag vom 18. Dezember 2001 wurde die schuldrechtliche Verpflichtung zur Übernahme eines Erbbaurechts für das Grundstück übernommen. Das Erbbaurecht beginnt mit Eintragung im Grundbuch und endet nach 99 Jahren. Der Erbpachtzins beträgt zurzeit jährlich ca. T€ 76. Es ist eine Anpassung des Erbpachtzinses nach einer Änderung des Preisindexes vereinbart. Daneben besteht zum 31. Dezember 2022 ein offenes Bestellobligo von T€ 61.627 (im Vj: T€ 88.655). Der Rückgang ist im Baufortschritt des Competence Center Optics (CCO) begründet. 15. Haftungsverhältnisse Zum Abschlussstichtag bestanden keine Haftungsverhältnisse im Sinne der §§ 251 sowie 298 Abs. 1 i.V.m. 268 Abs. 7 HGB. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 1. Umsatzerlöse
Die Zunahme der Umsatzerlöse ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass im II. Quartal 2022 die Endabnahme samt zugehöriger Schlussrechnung für den mehrjährigen Bau eines multiaxialen Kundenprüfstand erfolgte. Die Umsatzerlöse des Vorjahres beinhalteten periodenfremde Erträge aus der Abrechnung von Leistungen der Jahre 2012 bis 2020 für den Rückbau TVE in Höhe von Mio. € 7,1. Insofern war im Vorjahr eine Umsatzlegung in außergewöhnlicher Höhe gegeben. 2. Sonstige betriebliche Erträge Von den sonstigen betrieblichen Erträgen betreffen T€ 1.346 Vorjahre. Davon entfallen T€ 270 auf Erträge aus der Zuschreibung von Anlagevermögen. Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von T€ 845 (Vorjahr: T€ 619). 3. Personalaufwand
Von den sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung betreffen T€ 3.109 (Vorjahr: T€ 3.407) Aufwendungen für Altersvorsorge. Das Ergebnis des Vorjahres beinhaltete Aufwendungen in außergewöhnlicher Größenordnung für die Bildung einer Rückstellung für Outplacement in Höhe von T€ 6.001 sowie Aufwendungen aus der Neubewertung der Rückstellung für variable Vergütung für das Jahr 2020 in Höhe von T€ 774. 4. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von T€ 302 (Vorjahr: T€ 158). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Geschäftsjahres beinhalten Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung in Höhe von T€ 3.100 aus einem Forderungsverzicht. 5. Finanzergebnis
Sonstige Angaben Geschäftsführung der MuttergesellschaftProf. Dr.-Ing. Rudolf F. Schwarz Geschäftsführerbezüge Von der Schutzklausel nach § 286 Abs. 4 HGB analog i.V.m. § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB wurde Gebrauch gemacht, auf die Angabe von Geschäftsführerbezügen wurde verzichtet. Kredite an Organmitglieder Die Schwarz Holding GmbH hat ihrem Geschäftsführer, Herrn Prof. Dr. Rudolf Schwarz, ein kurzfristiges Darlehen in Höhe von maximal T€ 1.300 gewährt. Das Darlehen valutiert zum Abschlussstichtag auf T€ 550 (Vorjahr: T€ 550). Die Verzinsung erfolgt taggenau mit einem Zinssatz von 2,75%. Abschlussprüferhonorar Für das Geschäftsjahr 2022 beträgt das berechnete Gesamthonorar für Abschlussprüfungsleistungen (§ 314 Abs. 1 Nr. 9 Buchstabea HGB) T€ 173 (Vorjahr: T€ 171) sowie für sonstige Bestätigungsleistungen (§ 314 Abs. 1 Nr. 9 Buchstabeb HGB) T€ 5 (Vorjahr: T€ 26). Nachtragsbericht Im Geschäftsjahr 2023 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Abschluss des Geschäftsjahres eingetreten, die weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind. Befreiung von konsolidierten Unternehmen von der Offenlegung Die IABG, die ACENTISS, die VITES sowie die RTZ Grundbesitz GmbH & Co. KG nehmen die Befreiungen des § 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB in Anspruch und sehen von der Offenlegung ihres Jahresabschlusses und ihres Lageberichts ab.
Ottobrunn, 10. September 2023 Schwarz Holding GmbH Prof. Dr. Ing. Rudolf F. Schwarz, Geschäftsführer B. Entwicklung des Anlagevermögens
* Saldierung Deckungsvermögen
* Saldierung Deckungsvermögen
* Saldierung Deckungsvermögen
* Saldierung Deckungsvermögen
* Saldierung Deckungsvermögen Konzern-Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals zum 31. Dezember 2022
Bestätigungsvermerk des unabängigen AbschlussprüfersAn die Schwarz Holding GmbH, Ottobrunn Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Schwarz Holding GmbH, Ottobrunn, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzern-Eigenkapitalspiegel und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 sowie dem Konzern-Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzern-Lagebericht der Schwarz Holding GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse - entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 und - vermittelt der beigefügte Konzern-Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzern-Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzern-Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzern-Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzern-Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss und zum Konzern-Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzern-Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzern-Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzern-Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzern-Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzern-Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzern-Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzern-Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzern-Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus - identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und Konzern-Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. - gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzern-Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. - beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. - ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit und, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzern-Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. - beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben und ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. - holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzern-Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. - beurteilen wir den Einklang des Konzern-Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. - führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzern-Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Hamburg, den 28. September 2023 ALPERS
WESSEL DORNBACH GmbH
C. Wessel, Wirtschaftsprüfer M. Meyer, Wirtschaftsprüfer BilligungDer Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde am 13.12.2023 gebilligt. |
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