Vertic Ventures GmbH
Selbe AdresseErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Dirk Wilhelm Schmidt seit 27.3.2026 | Geschäftsführer |
Gerd Michael Fuchs seit 4.3.2026 | Prokura |
Tom Petzold seit 4.3.2026 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
orderbird GmbH (vormals: orderbird AG)BerlinJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Bilanz zum 31. Dezember 2023AKTIVA
PASSIVA
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2023
Brutto-Anlagenspiegel zum 31. Dezember 2023
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die orderbird GmbH (bis 2.1.2023 firmierend als orderbird AG), Berlin Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der orderbird GmbH (bis 2.1.2023 firmierend als orderbird AG), Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der orderbird GmbH (bis 2.1.2023 firmierend als orderbird AG) für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Berlin, den 28. März 2024 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Michael Quade, Wirtschaftsprüfer ppa. Marcus Schreiber, Wirtschaftsprüfer Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.20231. Grundlagen 1.1 Vorbemerkung Die orderbird AG firmiert seit dem 2. Januar 2023 als orderbird GmbH. Dieser Formwechsel wurde in einer Hauptversammlung am 5. Dezember 2022 beschlossen. Die bisherigen Aktionäre sind nun Gesellschafter der Gesellschaft. Sitz und Gegenstand der Gesellschaft bleiben unverändert. Zum 30.09.2023 erfolgte ein Wechsel der Geschäftsführung im Innenverhältnis. Aus der Geschäftsführung ausgeschieden sind Jakob Schreyer und Mark Schoen mit der Eintragung im Handelsregister am 08.12.2023. Die neue Geschäftsführung bilden David Feichter und Peter Helf bereits seit der Handelsregistereintragung am 11.09.2023. Beide Geschäftsführer waren bereits zuvor Mitarbeiter der Gesellschaft. In diesem Dokument wird im weiteren Verlauf orderbird stellvertretend für orderbird GmbH, firmierend als orderbird AG bis 2. Januar 2023 verkürzt geschrieben, um den Lesefluss zu gewähren. 1.2 Geschäftsmodell orderbird unterstützt mit innovativen digitalen Produkten rund um cloudbasierte Kassensysteme die Wettbewerbsfähigkeit unabhängiger Gastronomien in Europa. Hierzu zählen standardisierte Schnittstellen, cloudbasierte Services, die Integration von bargeldlosen Zahlungsmöglichkeiten für Gastronomiekunden und die Interpretation von Daten anhand von Algorithmen. Dabei richtet sich das iPad-basierte orderbird PRO Kassensystem an unabhängige, mittelgroße Gastronomien. Seit dem Jahr 2020 wird das Angebot um das mobile Produkt orderbird MINI ergänzt, das auf dem Betriebssystem Android basiert und sich auch an Kunden anderer Geschäftsbereiche (Einzelhandel, Friseure, Handwerker, etc.) richtet, die eine finanzamtkonforme Kasse benötigen und bargeldlose Zahlungen akzeptieren möchten. Das integrierte orderbird PAY Produkt ist für alle orderbird Kunden verfügbar, die damit ihren Kunden eine bargeldlose Zahlung ermöglichen können. Durch die Verknüpfung der bargeldlosen Zahlung mit der Rechnung ist die Abstimmung für die Buchhaltung des orderbird Kunden besonders einfach. 1.3 Forschung und Entwicklung orderbird entwickelt auf den Plattformen iOS und Android Kassensysteme, die cloudbasiert auf standardisierter Hardware wie Tablets, Smartphones und intelligenten Bezahlterminals laufen. Neben der Entwicklung von effizienzsteigernden Kassenfunktionen werden Innovationen angestrebt, die es dem Gastronomen ermöglichen, seinen Kunden jede mögliche Form von Zahlungsmöglichkeiten anzubieten, finanzamtkonform zu arbeiten, Kosten zu senken und Umsätze zu steigern. 2 Wirtschaftsbericht 2.1 Allgemein Im Zuge der Fiskalisierung unterschiedlicher Märkte in Europa, der Fortschreitung der Digitalisierung und Verstärkung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs besteht hohes Potential für Anbieter von Kassensystemen, wie orderbird, die diesen Anforderungen gerecht werden. Allein in Deutschland gibt es 170.625 gastronomische Unternehmen mit 195.650 örtlichen Einheiten, die der deutschen Kassensicherungsverordnung gerecht werden müssen 1. Darüber hinaus werden durch die erweiterte Produktpalette auch gastronomie-ferne Unternehmen, die ebenso an die Kassensicherungsverordnung gebunden sind, angesprochen. Im Berichtsjahr erwarb die orderbird GmbH die in Frankfurt/Main ansässige Gesellschaft Split Tech-Solutions GmbH, der Übergang des wirtschaftlichen Eigentums erfolgte zum 01.01.2023. Die Split Tech-Solutions GmbH wurde erworben, da man große Potentiale in der Integration von bereits bestehenden, innovativen Softwarelösungen sieht. Des Weiteren schätzt man die Möglichkeiten, die in Kooperation des neu eingegliederten Entwicklungsteams entstehen können, als vielfältig und ertragreich ein. Die Gesellschaft wurde mit Beschluss vom 20.07.2023 und Eintragung beim Handelsregister vom 02.08.2023 rückwirkend zum 01.01.2023 auf die orderbird GmbH verschmolzen (Upstream-merger). Ebenfalls wurde die Tochtergesellschaft GfliB wireless GmbH mit Eintragung beim Handelsregister am 27.07.2023 auf die orderbird GmbH verschmolzen. Die Gesellschaften wurden vor allem mit dem Ziel der Komplexitätsreduktion in Betrieb und Verwaltung auf die orderbird GmbH verschmolzen. Um die wirtschaftliche Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wird im Laufe dieses Berichts auf das Kalenderjahr 2022 verwiesen anstatt auf die Zahlen des Berichts zum 31.12.2022, welcher nur ein Rumpfgeschäftsjahr von drei Monaten abdeckte. 2.2 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Die Mission von orderbird ist die Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit von unabhängigen Gastronomien. Es wird Wertschöpfung für alle beteiligten Stakeholder angestrebt, vor allem für Mitarbeiter, Kunden, Partner und Investoren. Seit dem 1. Januar 2020 besteht die Belegausgabepflicht in Deutschland, die Transparenz erhöhen und vor Steuerbetrug schützen soll. Zusätzlich wurde vom Gesetzgeber die Nutzung einer technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) vorgeschrieben, die der digitalen, lückenlosen und unveränderbaren Aufzeichnung aller Kassenvorgänge dient. Die Produkte von orderbird entsprechen dieser Legislation und bieten den Kunden hohen Komfort bei Einrichtung und Nutzung durch die Implementierung als cloudbasierte Lösung. 2.3 Geschäftsverlauf Im Berichtszeitraum konnte orderbird einen Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 2.366 erzielen. Dabei konnten sowohl Umsätze gesteigert, auch Kosten gesenkt werden. 2.4 Wirtschaftliche Lage a) Ertragslage Die wiederkehrenden Umsätze (Annual Recurring Revenue "ARR" bestehend aus Software-as-a-Service "SaaS", Provision für bargeldlose Zahlungen "PAY" und "Data Subscriptions") von orderbird stiegen von TEUR 16.625 im Kalenderjahr 2022 um 27,3% auf TEUR 21.171 im Kalenderjahr 2023. Im Rumpfgeschäftsjahr betrug der ARR TEUR 4.506. Materialaufwendungen, bestehend aus Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Aufwendungen für bezogene Leistungen, stiegen von TEUR 5.445 im Kalenderjahr 2022 um 17,8% auf TEUR 6.417 im Kalenderjahr 2023. Ursächlich für den Anstieg sind vor allem gestiegene Aufwendungen für Fremdleistungen. Die Entwicklung der Ertragslage der Gesellschaft stellt sich wie folgt dar:
orderbird verzeichnete im Kalenderjahr 2023 ein Rohergebnis von TEUR 20.619 im Vergleich zu TEUR 15.707 im Vorjahr. Der Anstieg von 31,3% ist vor allem auf den weiteren Ausbau der Kundenbasis, der Erschließung gastronomischer Branchen mit dem selbst entwickelten Produkt orderbird MINI sowie einer stärkeren Akzeptanz von bargeldlosen Zahlungen zurückzuführen. Personalaufwendungen sanken von TEUR -23.279 auf TEUR -9.953. Maßgeblich begründet wird diese Abnahme durch den Wegfall von außergewöhnlichen Personalaufwendungen, die in Verbindung mit der Übernahme der orderbird AG durch die Nexi Group im Kalenderjahr 2022 begründet sind. Diese außergewöhnlichen, transaktionsbezogenen Personalkosten betrugen TEUR 15.776. Die durchschnittliche Arbeitnehmerzahl, gemessen in Vollzeit-Äquivalenten (FTE), hat sich auf 119,5 (Vorjahr 109,7) erhöht. Der Anstieg ist vor allem in der Übernahme der Split-Tech Solutions GmbH begründet, deren Mitarbeiter vollständig eingegliedert werden konnten. Wesentliche Bestandteile der sonstigen betrieblichen Aufwendungen (TEUR 6.802; Vorjahr TEUR 6.726) sind die Aufwendungen für Werbe- und Repräsentationskosten (TEUR 1.257; Vorjahr TEUR 1.073), Aufwendungen für zeitlich befristete Überlassung von Rechten (TEUR 890; Vorjahr TEUR 911), für Mieten (TEUR 613; Vorjahr TEUR 614), für Fremdleistungen und Fremdarbeiten (TEUR 498; Vorjahr TEUR 615), für Ausgangsfrachten und Versandkosten (TEUR 392, Vorjahr TEUR 344), für Forderungsverluste (TEUR 280, Vorjahr TEUR 266), für Kosten der Leadbeschaffung und Verkaufsprovisionen (TEUR 231; Vorjahr TEUR 178), für Bewirtungs- und Reisekosten (TEUR 228, Vorjahr 153), für Personalbeschaffungskosten (TEUR 95, Vorjahr TEUR 227), für Fortbildung (TEUR 91; Vorjahr TEUR 104) und für Rechts- und Beratungskosten (TEUR 41; Vorjahr TEUR 190). Ebenfalls Teil der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist der Verschmelzungsverlust, der durch die Upstream-Merger der Split Tech-Solutions GmbH und GfliB wireless GmbH entstanden ist. Dieser beträgt TEUR 1.425 und stammt zum einen aus den in den Geschäftsjahren zuvor angesammelten Verlusten sowie der Anschaffungskosten der Split Tech-Solutions GmbH. Im Berichtszeitraum wurden durch die Weiterentwicklung des Produktportfolios TEUR 2.187 selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände im Anlagevermögen aktiviert, sodass orderbird zum 31.12.2023 selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens mit einem Buchwert von TEUR 6.999 aufweist. Die Abschreibungen auf aktivierte Eigenleistungen betrugen im Berichtszeitraum TEUR 1.339. Im Berichtszeitraum hat orderbird durchschnittlich 33,7 Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung angestellt. Das Betriebsergebnis hat sich auf TEUR 2.403 verbessert, das Jahresergebnis auf TEUR 2.366. b) Finanzlage Die liquiden Mittel von orderbird haben sich zum 31. Dezember 2023 um TEUR 579 gegenüber dem 31. Dezember 2022 erhöht. Die nachfolgende Kapitalflussrechnung stellt dar, wie das Unternehmen finanzielle Mittel aus der laufenden Geschäftstätigkeit erwirtschaftet hat und welche zahlungswirksamen Investitions- und Finanzierungsmaßnahmen vorgenommen wurden:
Der positive Cashflow aus laufender Tätigkeit ist auf das profitable Kerngeschäft zurückzuführen. Der negative Cashflow aus Investitionstätigkeit resultiert aus den im Berichtsjahr getätigten Investitionen in das materielle und immaterielle Anlagevermögen, sowie der Akquisition der Split-Tech Solutions GmbH. Der positive Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit resultiert vor allem aus einer Einzahlung in die Kapitalrücklage durch die Muttergesellschaft. Die Finanzierung der Gesellschaft ist aufgrund der Liquiditätsausstattung und der aktuell positiven operativen Zahlungsströme sowie eines stabilen und profitablen Kerngeschäfts gesichert. Aus Sicht der Geschäftsführung liegt eine positive Fortführungsprognose vor. Die Gesellschaft war jederzeit in der Lage, alle laufenden Verbindlichkeiten, welche im Kalenderjahr 2023 fällig wurden, zu bedienen. c) Vermögenslage Die Vermögenslage der Gesellschaft stellt sich wie folgt dar:
Im Vergleich zum 31.12.2022 ist die Bilanzsumme um 24,0% auf TEUR 14.933 gestiegen. Die wesentlichen Gründe dafür ergeben sich aus den nachfolgenden Erläuterungen: Das Anlagevermögen hat sich im Geschäftsjahr per 31.12.2023 im Vergleich zum 31.12.2022 von TEUR 6.066 auf TEUR 7.155 erhöht. Den größten Anteil am Anlagevermögen bilden selbst geschaffene, immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 6.999 (31.12.2022: TEUR 5.855). Die Entwicklung dieser Vermögensgegenstände resultiert zum einen aus den Zugängen in Höhe von TEUR 2.483 und zum anderen aus den planmäßigen Abschreibungen in Höhe von TEUR 1.339. Die Zugänge betreffen aktivierungsfähige Aufwendungen in der Produktentwicklung. Das Umlaufvermögen (exklusive liquide Mittel) hat sich zum 31.12.2023 im Vergleich zum 31.12.2022 um TEUR 1.711 erhöht, was insbesondere auf den Anstieg von zum Stichtag nicht fälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der Muttergesellschaft zurückzuführen ist. Die Rückstellungen enthalten TEUR 1.041 transaktionsbezogene Aufwendungen, die aus der Mehrheitsbeteiligung der Nexi Germany GmbH entstanden sind. Die Zahlungen werden für das Jahr 2024 erwartet, sind jedoch u.a. mit weiteren Anforderungen an die Empfänger verbunden, sodass die zurückgestellten Werte eine maximale Verpflichtung darstellen. Darüber hinaus sind in den Rückstellungen im Wesentlichen Rückstellungen für Personalkosten und Rückstellungen für zum Stichtag ausstehende Rechnungen enthalten. Des Weiteren sind in den sonstigen Rückstellungen TEUR 600 Kaufpreisraten (abgezinst, sog. Earn-Out-Komponenten) enthalten, die für die in 2023 erworbene Split Tech-Solutions GmbH bei Bedingungseintritt voraussichtlich in 2024 und 2025 fällig werden. Die Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 455 (31.12.2022: TEUR 946), wovon TEUR 91 langfristig mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr und TEUR 364 kurzfristig sind. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten i.H.v. TEUR 455 wurden außerplanmäßig im Januar 2024 vollständig getilgt. Des Weiteren sind kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 788 (31.12.2022: TEUR 797) sowie sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 886 (31.12.2022: TEUR 576), deren Restlaufzeit ebenfalls unter einem Jahr liegt, inkludiert. 2.5 Leistungsindikatoren Nach dem Selbstverständnis von orderbird dient das tägliche Handeln nicht ausschließlich der Verfolgung von wirtschaftlichen Zielen, sondern bezieht darüber hinaus die Verantwortung des Unternehmens gegenüber Mitarbeitern und Kunden mit ein. Unter den folgenden Punkten werden die wesentlichen Faktoren zusammengefasst. Annual Recurring Revenue Die wichtigste umsatzbezogene Unternehmenskennzahl ist der Annual Recurring Revenue (ARR), welcher die wiederkehrenden Umsatzanteile eines Jahres abbildet. Dazu zählt orderbird vor allem Umsätze aus Software-, Service- und Payment-Produkten sowie Umsätze aus der anonymisierten Datenverarbeitung (Data Subscriptions). Der wiederkehrende Umsatz konnte im Kalenderjahr 2023 um 27,3% gegenüber dem Kalenderjahr 2022 gesteigert werden. Der Prognosebericht zum 31.12.2022 erwartete lediglich ein Wachstum von 17%. EBITDA orderbird erzielte im Kalenderjahr 2023 ein EBITDA von TEUR 5.263. Der Prognosebericht zum 31.12.2022 erwartete für den Berichtszeitraum lediglich ein EBITDA i.H.v. TEUR 2.408. Maßgeblich für die Planübererfüllung ist vor allem die erhöhte Akzeptanz von bargeldlosen Zahlungsoptionen mit der integrierten Lösung orderbird PAY und den verbundenen Provisionsumsätzen sowie geringere Personalkosten durch die Nicht-Besetzung von offenen Stellen. SaaS Kundenbasis Für ein Software-as-a-Service Unternehmen ist die Anzahl der zahlenden Kunden eine wichtige Kennzahl, da an bestehende Kunden fortwährend bestehende und neue Produkte in Form von Lizenzen verkauft werden. Zum 31.12.2023 hat orderbird insgesamt 16.388 SaaS-Kunden. 2.6. Gesamtaussage Das im Vorjahr negative Eigenkapital konnte im Geschäftsjahr 2023 zum Einen durch das profitable Kerngeschäft und zum Anderen durch eine Einzahlung in die Kapitalrücklage auf TEUR 3.066 erhöht werden. Dies ist als Erfolg zu werten. Durch den positiven operativen Cashflow und die liquiden Mittel in Höhe von TEUR 3.229 ist die langfristige Liquidität sichergestellt. Durch die als immaterielle Vermögensgegenstände aktivierten Kernprodukte von orderbird sind zukünftige Erträge und Finanzströme weiterhin sichergestellt. Die bedeutendsten Leistungsindikatoren sind EBITDA, die Entwicklung der Kundenbasis sowie der ARR, siehe dazu den Absatz 2.5. 3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht 3.1 Prognosebericht In den Folgejahren wird sich orderbird weiterhin auf den Ausbau der Marktposition in DACH fokussieren. Unterstützend wird an der Erweiterung des Produktangebots gearbeitet, um systemische Begrenzungen weitestgehend zu eliminieren und so weitere Kundensegmente ansprechen zu können. Weiterhin wird sich die Gesellschaft weiterhin verstärkt auf den Bereich bargeldlose Zahlungssysteme konzentrieren, um die Vorteile der integrierten Lösung orderbird PAY weiteren Kunden zugänglich zu machen. Für den Zeitraum vom 1. Januar 2024 bis 31. Dezember 2024 ist ein Wachstum des wiederkehrenden Umsatzes (ARR) von 9% geplant, da die Kundenbasis weiter ausgebaut wird. Das geplante Wachstum der Umsatzerlöse beträgt 10%. orderbird plant für das Kalenderjahr 2024 ein EBITDA in Höhe von TEUR 4.868. Aufgrund der Fälligkeit der Zahlungen, die in Rückstellungen abgebildet wurden, und den zwischenzeitlich geplanten Mittelzuflüssen besteht für die orderbird GmbH aus heutiger Sicht kein Risiko, dass sie ihren zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. orderbird strebt den Ausbau seines Marktanteils an und plant, bis zum 31. Dezember 2024 eine Gesamtkundenzahl von rund 17.500 zu erreichen. 3.2 Risikobericht Die aktuellen makroökonomischen Krisen beeinträchtigen die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2024. Durch ein erwartbar stagnierendes BIP 2 und damit verbundenen negativen Auswirkungen auf den Gastronomiesektor, kann eine Insolvenzwelle nicht ausgeschlossen werden. 3 Auch wenn sich der Kundenstamm derzeit als beständig und robust erweist, würde sich eine Insolvenzwelle im Gaststättengewerbe auf die Geschäftsentwicklung negativ auswirken. Wie alle Anbieter von online-Lösungen ist orderbird auf die Funktionsfähigkeit des Internets als kritische Infrastruktur angewiesen. Dazu räumt die Gesellschaft der ständigen Erreichbarkeit der Server sowie der Datensicherheit und Abwehr möglicher Cyberangriffe höchste Priorität ein. Durch hohe Sicherheitsstandards werden die Risiken eines Systemausfalls oder Datenflusses durch nicht Zugriffsberechtigte als gering eingestuft. Im Kalenderjahr 2023 war eine Serververfügbarkeit von >99,9% gegeben. Da die Software orderbird PRO auf iOS basiert, besteht eine Abhängigkeit in Verbindung mit der Verfügbarkeit von Produkten des Apple-Portfolios (vor allem iPads). Die Software für orderbird MINI arbeitet auf dem Betriebssystem Android und ist momentan auf bestimmte Endgeräte zugeschnitten, wodurch ebenfalls eine Abhängigkeit gegenüber dem Lieferanten besteht. Ein Risikofaktor besteht in der Besetzung offener Stellen im Unternehmen und der Nachbesetzung von ausscheidenden Mitarbeitern. Durch die gestiegenen Anforderungen an Bewerber und einen generell angespannten Beschäftigungsmarkt in Berlin (vor allem im Bereich Softwareentwicklung) steigt das Risiko von Verzögerungen bei der Personalbeschaffung.
2 Vgl. IDW, 2023,
https://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/bip-schrumpft-2024-um-halbes-prozent.html
Zum Zeitpunkt des Bilanzstichtages sowie zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses sind keine potenziell bestandsgefährdenden Risiken erkennbar. 3.3 Chancenbericht Kontinuierlich werden neue Produkte und Produktsparten getestet und mit Industriepartnern gemeinsam entwickelt. Es wird erwartet, dass positive Ergebnisbeiträge aus diesen Produktentwicklungen das Betriebsergebnis in den nächsten Geschäftsjahren positiv beeinflussen werden. Die allgemeine Entwicklung zu bargeldlosen Zahlungen ist ebenfalls ein Trend, der mit dem Produktportfolio von orderbird optimal bedient werden kann. Sowohl orderbird PRO als auch orderbird MINI bieten integrierte Module für die Akzeptanz von bargeldlosen Zahlungen (orderbird PAY). Durch die engere Zusammenarbeit mit der Nexi Gruppe, die hohe Kompetenz im Bereich der bargeldlosen Zahlungen hat, werden in den nächsten Jahren gemeinsam weitere Produkte entwickelt. Im Kalenderjahr 2024 wird ein Umsatzwachstum von 10% und ein leicht rückläufiges EBITDA in Höhe von TEUR 4.868 durch allgemeine Kostensteigerungen erwartet.
Berlin, den 28. März 2024 gez. David Feichter, Berlin, Geschäftsführer orderbird GmbH gez. Peter Helf, Berlin, Geschäftsführer orderbird GmbH Anhang für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.20231. Allgemeine Angaben
Die orderbird AG firmiert seit dem 2. Januar 2023 als orderbird GmbH. Dieser Formwechsel wurde in einer Hauptversammlung am 5. Dezember 2022 beschlossen. Die bisherigen Aktionäre sind nun Gesellschafter der Gesellschaft. Sitz und Gegenstand der Gesellschaft bleiben unverändert. Zum 30.09.2023 erfolgte ein Wechsel der Geschäftsführung im Innenverhältnis. Aus der Geschäftsführung ausgeschieden sind Jakob Schreyer und Mark Schoen mit der Eintragung im Handelsregister am 08.12.2023. Die neue Geschäftsführung bilden David Feichter und Peter Helf bereits seit der Handelsregistereintragung am 11.09.2023. Beide Geschäftsführer waren bereits zuvor Mitarbeiter der Gesellschaft. Im Berichtsjahr erwarb die orderbird GmbH die in Frankfurt/Main ansässige Gesellschaft Split Tech-Solutions GmbH, der Übergang des wirtschaftlichen Eigentums erfolgte zum 01.01.2023. Die Gesellschaft wurde mit Beschluss vom 20.07.2023 und Eintragung beim Handelsregister vom 02.08.2023 rückwirkend zum 01.01.2023 auf die orderbird GmbH verschmolzen (Upstream-merger). Ebenfalls wurde die Tochtergesellschaft GfliB wireless GmbH zum gleichen Stichtag (Eintragung beim Handelsregister am 27.07.2023) auf die orderbird GmbH verschmolzen. In diesem Dokument wird im weiteren Verlauf orderbird stellvertretend für orderbird GmbH, firmierend als orderbird AG bis 2. Januar 2023 verkürzt geschrieben, um den Lesefluss zu gewähren. Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023 ist nach den Vorschriften des GmbH-Gesetzes (GmbHG), des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Gemäß § 265 Abs. 2 HGB wird auf die eingeschränkte Vergleichbarkeit der Vorjahreswerte mit den Quartalszahlen des vergangenen Rumpfwirtschaftsjahrs verwiesen. Die Vergleichbarkeit ist ebenfalls durch die Verschmelzungen der Tochtergesellschaften eingeschränkt. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 Abs. 2 HGB. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt. Die Finanzierung der Gesellschaft ist aufgrund der Liquiditätsausstattung und durch ein stabiles und profitables Kerngeschäft gesichert. Aus Sicht der Geschäftsführung liegt eine positive Fortführungsprognose vor. Der Jahresabschluss ist daher unter Zugrundelegung der Going-Concern-Prämisse aufgestellt worden. Die größenabhängigen Erleichterungen des § 276 Satz 1 HGB und des § 288 HGB wurden bei der Aufstellung des Abschlusses teilweise in Anspruch genommen. 2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. orderbird setzt in Übereinstimmung mit dem Ansatzwahlrecht des § 248 Abs. 2 HGB selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände an. Die Bewertung erfolgt zu Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2 Satz 2 i. V. m. § 255 Abs. 2a HGB abzüglich planmäßiger linearer und - soweit erforderlich - außerplanmäßiger Abschreibungen. Die planmäßige Abschreibung erfolgt über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich der planmäßigen Abschreibungen bewertet. Planmäßige Abschreibungen erfolgen nach der linearen Methode über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis zu EUR 800 werden im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben und im Anlagenspiegel als Abgang gezeigt. Die Abschreibung auf Zugänge zum Anlagevermögen erfolgt im Übrigen pro rata temporis. Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Soweit erforderlich, werden auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund einer voraussichtlich dauernden Wertminderung nach § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB vorgenommen. Soweit der Grund für die Wertberichtigung entfallen ist, erfolgt eine Zuschreibung bis maximal zum beizulegenden Wert bzw. den fortgeführten Anschaffungskosten. Die Bewertung des Umlaufvermögens erfolgt hingegen unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Somit werden die Waren zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert bzw. unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Dabei werden alle erkennbaren Risiken einzelwertberichtigt bzw. anhand historischer Ausfallwahrscheinlichkeiten pauschal wertberichtigt. Flüssige Mittel sind zum Nominalwert angesetzt. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem darstellen. Das Eigenkapital besteht aus Stammkapital, Kapitalrücklage und Bilanzverlust. Die Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, und berücksichtigen alle bis zur Jahresabschlusserstellung erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten sowie drohende Verluste. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, soweit ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Soweit die Rückstellungen eine Restlaufzeit von über einem Jahr aufweisen, werden sie entsprechend § 253 Abs. 2 HGB abgezinst. Die Verbindlichkeiten sind mit ihren jeweiligen Erfüllungsbeträgen passiviert. Als passive Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem darstellen. Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit dem unternehmensindividuellen Steuersatz im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet ausgewiesen. Die Aktivierung eines Überhangs latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts. Forderungen in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsforderungen werden mit ihrem Umrechnungskurs bei Erstbuchung oder dem niedrigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit ihrem Umrechnungskurs bei Erstbuchung oder dem höheren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Bei den Verschmelzungen der Tochtergesellschaften Split Tech-Solutions GmbH und GfilB wireless GmbH wurden die übernommenen Bilanzposten zu Buchwerten gemäß § 24 UmwG bewertet. 3. Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist dem beigefügten Anlagenspiegel zu entnehmen. Die Gesellschaft weist zum 31. Dezember 2023 selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 6.999.410,81 aus. Im Geschäftsjahr wurden Entwicklungskosten in Höhe von EUR 2.187.228,97 aktiviert. Die Gesamtkosten der Produktentwicklung betrugen EUR 6.656.409,35. Die Abschreibung der selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände erfolgte grundsätzlich unter der Annahme einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von acht Jahren bzw. vier Jahren nach der linearen Methode. In Höhe der selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände von EUR 6.999.410,81 abzüglich der hierfür gebildeten passiven latenten Steuern in Höhe von EUR 2.112.422,18 und zuzüglich der im Geschäftsjahr aktivierten latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge im Umfang bestehender passiver Steuerlatenzen besteht eine Ausschüttungssperre im Sinne des § 268 Abs. 8 HGB in Höhe von EUR 6.999.410,81. Anteile an verbundenen Unternehmen Die orderbird GmbH, Berlin, firmierend bis zum 2. Januar 2023 als orderbird AG, hält sämtliche Geschäftsanteile an der orderbird AT GmbH (bis 12.04.2023 firmierend als orderbird GmbH), Wien, Österreich. Bis zur Verschmelzung am 27.07.2023 hielt die orderbird GmbH, Berlin, außerdem Geschäftsanteile an der GfliB wireless GmbH, Berlin (Erläuterungen zur Verschmelzung s.u.). Das Eigenkapital der orderbird AT GmbH, Wien, Österreich, betrug zur Jahresabschlusserstellung per 30. September 2023 EUR 102.205,33. Unabhängig von der Geschäftsjahr-Umstellung der orderbird GmbH, Berlin, im vergangenen Jahr, behält die Gesellschaft die Dauer ihres Geschäftsjahres vom 01.10. bis 30.09. bei. Das Geschäftsjahr zum 30. September 2023 wurde mit einem Jahresüberschuss in Höhe von EUR 18.451,87 abgeschlossen. Das Eigenkapital per 31.12.2023 hat sich nicht geändert. Der per 31.12.2023 erwirtschaftete Jahresfehlbetrag der orderbird AT GmbH, Wien, Österreich beträgt EUR 13.320,13. Im Berichtsjahr erwarb die orderbird GmbH die in Frankfurt/Main ansässige Gesellschaft Split Tech-Solutions GmbH, der Übergang des wirtschaftlichen Eigentums erfolgte zum 01.01.2023. Die Gesellschaft wurde mit Beschluss vom 20.07.2023 und Eintragung beim Handelsregister am 02.08.2023 rückwirkend zum 01.01.2023 auf die orderbird GmbH verschmolzen (Upstream-merger). Ebenfalls wurde die Tochtergesellschaft GfliB wireless GmbH mit Eintragung beim Handelsregister am 27.07.2023 auf die orderbird GmbH verschmolzen. Die Gesellschaften wurden vor allem mit dem Ziel der Komplexitätsreduktion in Betrieb und Verwaltung auf die orderbird GmbH verschmolzen. Die Verschmelzung der beiden Gesellschaften (Upstream-Merger) ergab einen Verschmelzungsverlust in Höhe von TEUR 1.425. Dieser stammt zum einen aus den in den Geschäftsjahren zuvor angesammelten Verlusten sowie der Anschaffungskosten der Split Tech-Solutions GmbH. Umlaufvermögen Waren und geleistete Anzahlungen Die Waren und geleistete Anzahlungen werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert gemäß § 253 Abs. 1 bzw. Abs. 4 HGB bewertet. Forderungen gegen verbundene Unternehmen Zum Bilanzstichtag bestanden keine Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Gesellschafter in Höhe von EUR 1.451.977,07 (i. Vj. EUR 205.470,51) betreffen ausschließlich die Nexi Germany GmbH (ehem. firmierend als ConCardis GmbH), Eschborn. Sonstige Vermögensgegenstände Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Umsatzsteuerforderungen, Kautionen, das Guthaben aus der Nebenkostenabrechnung, sowie Forderungen gegen Personal aus Lohn- und Gehaltsabrechnung. Die Restlaufzeiten der Forderungen und der sonstigen Vermögensgegenstände betragen, mit Ausnahme der Kautionen in Höhe von EUR 156.971,23 (i. Vj. EUR 156.971,23), bis zu einem Jahr. Sonstige Sicherheiten in EUR
Das Vertragsverhältnis zur S2 Health GmbH wurde per 31.12.2023 beendet. Die vollständige Freigabe erfolgt erst nach Erhalt der Nebenkostenabrechnung für 2023 vom Hauptmieter, ggf. erwartet gegen Ende 2024. Der Einbehalt beträgt 1/3 der vollen Summe, der Rest wird nach Mietraumübergabe freigegeben. Eigenkapital Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt EUR 196.963,00. Das Stammkapital ist eingeteilt in 196.963,00 Stückaktien ohne Nennbetrag. Die Gesellschaft weist für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis 31.12.2023 einen Jahresüberschuss von EUR 2.366.103,46 aus. Zusammen mit dem gezeichneten Kapital, der Kapital- und Gewinnrücklage und dem Bilanzgewinn beträgt das nach Verschmelzung der beiden verbundenen Unternehmen (vgl. Pkt. Anteile an verbundenen Unternehmen) sich ergebende Eigenkapital der orderbird GmbH zum 31. Dezember 2023 EUR 3.065.882,28 (i. Vj. nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag i.H.v. EUR 500.221,18). Gemäß § 268 Abs. 8 HGB besteht eine Ausschüttungssperre. Hierzu verweisen wir auf unsere Ausführungen zum Anlagevermögen. Sonstige Rückstellungen in EUR
Zum 1. Juni 2022 wurden Rückstellungen für transaktionsbezogene (Personal-) Kosten i.H.v. 5.234.996,36 EUR i.Z.m. der Mehrheitsbeteiligung der Nexi Germany GmbH (ehem. ConCardis GmbH) gebildet. Hintergrund dafür war, dass durch das Eintreten des Exit-Events in 2022 folgende Verpflichtungen gegenüber den Teilnehmern der Programme entstanden sind (in EUR):
Der Rest dieser Rückstellung wird voraussichtlich 2024 in Anspruch genommen. Die Intercompany Rückstellungen sind hauptsächlich für mPOS Transaktionsgebühren angefallen, welche uns von der Nexi Germany GmbH noch nicht in Rechnung gestellt wurden. Die Erhöhung der sonstigen Rückstellungen im Berichtszeitraum ist im Wesentlichen auf Passivierung der vereinbarten Earn-Out-Zahlungen (2x je TEUR 300) für die in 2023 erworbene Gesellschaft Split Tech-Solutions GmbH zurückzuführen, da der Bedingungseintritt überwiegend wahrscheinlich ist und der Erhöhungsbetrag verlässlich geschätzt werden kann. Verbindlichkeiten in EUR
Passiver Rechnungsabgrenzungsposten Der Posten umfasst überwiegend Lizenzentgelte i. H. v. EUR 6.439.189,45 (i. Vj EUR 6.658.916,71). Latente Steuern in EUR
Die passiven latenten Steuern in Höhe von EUR 2.112.422,18 resultieren aus dem nur handelsrechtlich zulässigen Ansatz von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen. Der Berechnung liegt ein einheitlicher Ertragssteuersatz von 30,18 % zugrunde. Im Geschäftsjahr wurden latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge im Umfang bestehender passiver Steuerlatenzen aktiviert. 4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus der Erbringung von Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Entwicklung von Software für mobile Datenübertragungsgeräte, der Entwicklung von Kassensystemen und Integration von bargeldlosen Zahlungsmöglichkeiten, der Analyse von Transaktionsdaten, sowie der Anbindung von Endkunden in den Prozess. Sonstige betriebliche Aufwendungen Um die wirtschaftliche Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wird im Laufe dieses Berichts auf das Kalenderjahr 2022 verwiesen anstatt auf die Zahlen des Berichts zum 31.12.2022, welcher nur ein Rumpfgeschäftsjahr von drei Monaten abdeckte. Wesentliche Bestandteile der sonstigen betrieblichen Aufwendungen (TEUR 6.802; Vorjahr TEUR 6.726) sind die Aufwendungen für Werbe- und Repräsentationskosten (TEUR 1.257; Vorjahr TEUR 1.073), Aufwendungen für zeitlich befristete Überlassung von Rechten (TEUR 890; Vorjahr TEUR 911), für Mieten (TEUR 613; Vorjahr TEUR 614), für Fremdleistungen und Fremdarbeiten (TEUR 498; Vorjahr TEUR 615), für Ausgangsfrachten und Versandkosten (TEUR 392, Vorjahr TEUR 344), für Forderungsverluste (TEUR 280, Vorjahr TEUR 266), für Kosten der Leadbeschaffung und Verkaufsprovisionen (TEUR 231; Vorjahr TEUR 178), für Bewirtungs- und Reisekosten (TEUR 228, Vorjahr 153), für Personalbeschaffungskosten (TEUR 95, Vorjahr TEUR 227), für Fortbildung (TEUR 91; Vorjahr TEUR 104) und für Rechts- und Beratungskosten (TEUR 41; Vorjahr TEUR 190). Ebenfalls Teil der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist der Verschmelzungsverlust, der durch die Upstream-Merger der Split Tech-Solutions GmbH und GfliB wireless GmbH entstanden ist. Dieser beträgt TEUR 1.425 und stammt zum einen aus den in den Geschäftsjahren zuvor angesammelten Verlusten der beiden Gesellschaften sowie der Anschaffungskosten der Split Tech-Solutions GmbH. Der Abschluss der orderbird wird in den IFRS-Konzernabschluss der Nexi S.p.A., Mailand, Italien, mit einbezogen. Dieser ist am Sitz in Italien einsehbar. Nexi S.p.A. ist an der Mailänder Börse gelistet. 5. Sonstige Angaben Mitglieder des Aufsichtsrats der orderbird AG bis 02.01.2023:
Vorstand der orderbird AG bis 02.01.2023 / Geschäftsführer der orderbird GmbH bis 08.12.2023:
Geschäftsführer der orderbird GmbH seit 11.09.2023:
Vorstands-/Aufsichtsratsvergütungen Die Gesellschaft hat das Wahlrecht nach § 286 Abs. 4 HGB ausgeübt. Haftungsverhältnisse Zum 31. Dezember 2023 bestanden keine Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Zum Bilanzstichtag bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von EUR 2.083.773,66 aus Mietverträgen mit einer Laufzeit bis Dezember 2028. Für 2024 beträgt die Miethöhe EUR 312.170,94 und für 2025 EUR 426.633,60. Danach wächst die Mietzahlung jährlich um 2,5%. Arbeitnehmer orderbird beschäftigte im Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023 durchschnittlich 119,5 Arbeitnehmer. Auf den Bereich Vertrieb und Marketing entfielen im Durchschnitt 36,3 Arbeitnehmer, auf den Kundendienst 23,4 Arbeitnehmer, auf Softwareentwicklung 33,7 und auf Verwaltung 26,1 Mitarbeiter.
Berlin, den 28. März 2024 orderbird GmbH gez. David Feichter, Berlin, Geschäftsführer gez. Peter Helf, Berlin, Geschäftsführer |
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