Stammdaten

Register
Amtsgericht Bremen HRB 20042 HB
Vorher
OHB-Marine Technologies GmbHOHB Satellitenbetrieb GmbH
Eingetragen
20.6.2005
Branche
Drahtlose Telekommunikation und SatellitentelekommunikationErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieLuft- und Raumfahrzeugbau für zivile Zwecke
Gegenstand
Alle im Zusammenhang mit der Verbindung von Boden- und/oder Luft-gestützten Systemen und Raumsegmenten stehenden Geschäfte, insbesondere die Entwicklung, Beratung und Durchführung von Projekten und Technologien sowie die Herstellung, Integration und das Betreiben von Software, Hardware, Antennen & Teleskopen sowie Startanlagen und sonstige verwandte Systeme bzw. sonstige Dienstleistungen auf dem Gebiet des Satelliten-, Antennen- und Teleskopbetriebs.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Diana Drebusch
seit 18.7.2022
Prokura
Dieter Dr. Birreck
seit 27.8.2020
Geschäftsführer
Heiko Otto Rinderle
seit 27.8.2020
Prokura
Stephan Bechtold
seit 21.6.2019
Prokura
Dennis Winkelmann
seit 17.1.2018
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

OHB SE
Germany
25.000 €
100.00%

Beteiligungen

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

OHB Digital Connect GmbH

Bremen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023

OHB DIGITAL Connect GmbH, Bremen

Inhaltsverzeichnis

1 GRUNDLAGE DES UNTERNEHMENS

1.1 Geschäftsmodell

1.2 Steuerungssysteme

1.3 Forschung und Entwicklung

2 WIRTSCHAFTSBERICHT

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

2.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen

2.3 Geschäftsverlauf

2.4 Ertragslage

2.5 Finanz- und Vermögenslage

2.6 Mitarbeitende

2.7 Risikomanagement

2.8 Wesentliche Chancen und Risiken

2.9 Zusammenfassung

3 PROGNOSEBERICHT

1 GRUNDLAGE DES UNTERNEHMENS

1.1 Geschäftsmodell

Die OHB DIGITAL Connect GmbH ist in den Geschäftsfeldern Satellitenbodensysteme (SBS), Satellitenbetrieb (OPS), Kommunikations- und Aufklärungssysteme (KAS) und Teleskope, Antennen & Smart Mechatronics (TASM) tätig.

Insbesondere liegt der Tätigkeitsschwerpunkt auf der Entwicklung, Beratung und Durchführung von Projekten und Technologien sowie der Herstellung, Integration und dem Betreiben von Software, Hardware, Antennen & Teleskopen sowie Startanlagen und sonstigen verwandten Systemen bzw. sonstigen Dienstleistungen auf dem Gebiet des Satelliten-, Antennen und Teleskopbetriebs.

Die Leistungen der OHB DIGITAL Connect GmbH werden an den Standorten Bremen, Mainz, Grafschaft Gelsdorf, Salem und Luxemburg erbracht.

Die Gesellschaft verfügt über Tochtergesellschaften in Chile und Italien. Für die Tochtergesellschaft in Italien wurde die Einleitung der Liquidation beschlossen, da kein zukünftiges operatives Geschäft absehbar ist.

1.2 Steuerungssysteme

Die OHB DIGITAL Connect GmbH wird von der Geschäftsführung auf Basis der nachfolgenden finanziellen Leistungsindikatoren gesteuert:

• Arbeitsproduktivität

• Auftragseingang und -bestand

• Umsatz / Gesamtleistung

• EBIT (Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern)

• Liquidität

Die finanziellen bzw. nicht-finanziellen Leistungsindikatoren werden durch monatliches Reporting nachgehalten und auftretende Abweichungen werden entsprechend identifiziert und analysiert. Maßnahmen zur Steuerung bei Abweichungen werden in den regelmäßigen Geschäftsführungsbesprechungen entschieden.

1.3 Forschung und Entwicklung

Für die Gesellschaft notwendige Forschung und Entwicklung erfolgt im Wesentlichen im Rahmen von laufenden Kundenaufträgen.

Zur Stärkung von technologischen Fähigkeiten und Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit hat die OHB Digital Connect zudem in die Entwicklung und die Realisierung eines Multi-Mission Control Centers investiert. Darüber hinaus wurde im Berichtsjahr die Entwicklung eines Preliminary Designs für eine skalierbare TT&C-Antenne vorangetrieben, um kurzfristigen Angebotsanfragen im entsprechenden Bereich mit mehr Flexibilität, schnell, effizient und mit einer fundierten technischen Grundlage gerecht werden zu können.

2 WIRTSCHAFTSBERICHT

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Insbesondere die Wirtschaftsleistung des ESA-Mitgliedslandes Deutschland ist für die Geschäftsaktivitäten des OHB-Konzerns relevant, da sich das Budget der Beitragszahler an den jeweiligen Bruttoinlandsprodukten orientiert. Außerdem bestehen seitens der ESA bestimmte Vorgaben, die einen Rückfluss der gezahlten Beiträge über Auftragsvergaben in die heimischen Industrien garantieren. Im vergangenen Jahr ist die deutsche Wirtschaftsleistung, das Bruttoinlandsprodukt, in einem nach wie vor von Krisen geprägten Umfeld um 0,3 % gegenüber dem Vorjahr gesunken. Damit endete die zwei Jahre andauernde Erholung der deutschen Wirtschaft. Im Jahr 2022 war diese Kennzahl noch um 1,9 % gestiegen. Die Arbeitslosigkeit erhöhte sich leicht im Verlauf des vergangenen Jahres, im Jahresdurchschnitt 2023 waren in Deutschland 2,61 Millionen Personen arbeitslos; dies entspricht einem Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr auf 5,7 %. Die Inflationsrate stieg im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr weniger deutlich an, verblieb aber auf insgesamt hohem Niveau; sie betrug im Jahresdurchschnitt in Deutschland 5,9 %, im Vorjahr waren es 6,9 %. Der Anstieg war wie bereits im Vorjahr im Wesentlichen von steigenden Kosten seit Beginn des Kriegs in der Ukraine getrieben, im Berichtsjahr insbesondere für Nahrungsmittel.

Die veränderte Sicherheitslage seit Februar 2022 führt zudem insbesondere zu erweiterten Budgets im nationalen Verteidigungshalts der Bundesrepublik Deutschland und anderen NATO-Partnerländern.

2.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Angesichts der seit einigen Jahrzehnten zu beobachtenden zyklischen Natur des europäischen institutionellen Marktes, war 2023 ein leichter Rückgang der Einnahmen im Vergleich zu 2022 zu verzeichnen. Trotz der geopolitischen Entwicklungen, insbesondere dem seit dem 24. Februar 2022 geführten russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und der wachsenden Zurückhaltung gegenüber der Volksrepublik China, zeigte die Raumfahrtbranche im Allgemeinen eine recht stabile Weiterentwicklung. Allerdings führten diese Ereignisse zum Teil zu deutlichen programmatischen Verschiebungen und Veränderungen.

Nach mehr als 2.270 bekannten Satelliten, die im Jahr 2022 gestartet wurden, wurden im Jahr 2023 mehr als 2.900 Satelliten gestartet. Davon ist der größte Teil kommerziell: Telekommunikationskonstellationen dominieren die Anzahl, 1.937 Satelliten wurden allein für die Starlink-Konstellation gestartet. Der Bedarf an Kommunikations- und Betriebsleistungen für diese Satelliten steigt entsprechend.

Die Raumfahrtindustrie nimmt einerseits - gemessen an ihrem direkten jährlichen Umsatz - immer noch eine Nischenposition ein, sowohl im Vergleich zu anderen Industriebereichen in Europa als auch weltweit. Andererseits ist die Raumfahrt aber indirekt von unverzichtbarer volkswirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung. Raumfahrt ist eine "enabling" Industrie. Infrastrukturen, Mobilität, Digitalisierung und Quantentechnologien sind untrennbar mit der Raumfahrt verbunden. Fast alle Wirtschaftszweige können ohne weltraumgestützte Daten ihre heutigen Prozesse nicht mehr realisieren. Neue technologische Entwicklungen, die in absehbarer Zeit unser Leben bestimmen werden, basieren auf weltraumgestützten Anwendungen. Diese Entwicklung beschleunigt sich rasant: Aktuellen Prognosen zufolge soll der weltweite Raumfahrtmarkt von USD 337 Mrd. (davon ca. 11 % vorgelagerte und 89 % nachgelagerte Dienste) im Jahr 2021 auf über USD 640 Mrd. im Jahr 2030 und auf über USD 1.000 Mrd. im Jahr 2040 wachsen.

Weltraumgestützte Navigations-, Erdbeobachtungs- und Kommunikationssatelliten haben ihren festen Platz in unserer Infrastruktur, vergleichbar mit Straßen, Hochspannungstrassen, Bahnstrecken, Wasserwegen oder dem Lufttransport. Ein teilweiser oder totaler Ausfall oder das Abschalten würde regional oder weltweit zu einem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kollaps führen.

Die Raumfahrt - insbesondere die Datennutzung von Erdbeobachtungsmissionen - liefert einen wesentlichen Beitrag zum aktiven Umwelt- und Klimaschutz, und zur zivilen und militärischen Sicherheit.

Aufgrund der Langfristigkeit von Raumfahrtprogrammen und -projekten hat die gesamtwirtschaftliche und politische Entwicklung in den einzelnen Wirtschaftsregionen nur begrenzte unmittelbare Auswirkungen auf die laufenden Programme und Projekte. Des Weiteren sind je nach Region kommerzielle, zivile und militärische Raumfahrtprogramme oft sehr unterschiedlich miteinander verknüpft oder voneinander abhängig. Die Raumfahrtindustrie hat sich erneut als äußerst krisenfest erwiesen. Insbesondere in Europa sind erhebliche zusätzliche Mittel aus dem Europäischen Aufbauplan in die Raumfahrt geflossen. Der Stopp der Kooperationen mit Russland aufgrund der Sanktionen wurde im Wesentlichen durch aufgestockte Budgets kompensiert. Dieser Umstand wurde besonders bei den ESA-Budgets deutlich.

Das Budget des nationalen deutschen Raumfahrtprogramms lag im Jahr 2023 bei ca. EUR 371,1 Mio., für das Jahr 2024 ist ein Budget in Höhe von EUR 313,8 Mio. geplant. Die deutsche Raumfahrtagentur strebt eine kurz- bis mittelfristige Erhöhung dieses Budgets auf EUR 500 Mio. jährlich an. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um die Mittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Hinzu kommen noch projektabhängige Mittel anderer Ministerien wie z. B. dem Bundesministerium der Verteidigung, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung oder dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr.

Das eigene Budget der ESA betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr EUR 4,9 Mrd. und zusätzlich EUR 2,2 Mrd. für Programme, die die ESA im Auftrag von institutionellen Partnern wie z. B. der EU oder EUMETSAT implementiert. Für das laufende Jahr 2024 errechnet sich ein Budget von EUR 5,2 Mrd. aus eigenen Mitteln und EUR 2,6 Mrd. aus den anderen Finanzierungsquellen. Der deutsche Anteil am ESA-Raumfahrtprogramm lag im Jahr 2023 bei EUR 1,0 Mrd., für das laufende Jahr 2024 sind bisher Mittel in Höhe von EUR 1,2 Mrd. im Haushalt des Bundes vorgesehen.

Während der ESA-Ministerratskonferenz im November 2022 wurden insgesamt Programme mit einem Rekordvolumen von EUR 16,9 Mrd. für die nächsten Jahre bewilligt, eine Steigerung um 17 % im Vergleich zur letzten ESA-Ministerratskonferenz im Jahr 2019. Der deutsche Anteil und damit auch der Rückfluss nach Deutschland betragen über die Laufzeit der neuen Programme EUR 3,5 Mrd. Es ist nicht nur der höchste deutsche Beitrag in der Geschichte der ESA, sondern damit ist Deutschland wieder der größte Beitragszahler mit einem Anteil von 20,8 %. Da die ESA weitgehend das Prinzip des geographischen Rückflusses umsetzt, ergeben sich hieraus entsprechende Chancen für die deutsche Raumfahrtindustrie und OHB DIGITAL Connect GmbH.

Die Europäische Kommission (EC) hat für den Bereich Raumfahrt des mehrjährigen Finanzrahmens, der sich auf die Jahre 2021 bis 2027 bezieht, eine deutliche Budgeterhöhung auf EUR 13,2 Mrd. vorgenommen. Schwerpunkte des Etats bilden die Programme Galileo, Copernicus, die sichere Satellitenkommunikation sowie die Weltraumüberwachung. Das System der sicheren Satellitenkommunikation, genannt IRIS2, soll aus bis zu 180 Satelliten im niedrigen Erdorbit bestehen und den Mitgliedsländern die Breitbandkommunikation mit höchster Sicherheit auch in den abgelegensten Regionen der EU ermöglichen. Des Weiteren sollen Systemkomponenten im mittleren (MEO) und hohen, geostationären Orbit (GEO) hinzukommen.

Neben diesem etablierten Markt mit weitgehend institutioneller Finanzierung ist weltweit eine wachsende Dynamik durch neue, weitgehend privat finanzierte Unternehmen zu beobachten, die in den Markt eintreten oder bereits eingetreten sind. Dazu kommt eine große Zahl von Start-ups, die sich mit dem Bau von Mikrosatelliten, Startsystemen auf der Basis kleiner Raketen und der Entwicklung innovativer Anwendungen auf Basis der mit ihnen gewonnenen oder übertragenen Daten befassen. Dies führt zu einer Belebung der Raumfahrtbranche und wird von OHB eher als eine Bereicherung denn als eine Bedrohung gesehen, insbesondere weil sich bei Start-ups eine Trendwende abzeichnet. Junge Unternehmen mit dem Ziel, große Telekommunikationskonstellationen aufzubauen, haben eine sehr hohe vertikale Integration angestrebt (z. B. Starlink oder OneWeb). Anders verhält es sich bei der zunehmenden Zahl von Unternehmen, die relativ kleine Konstellationen mit vergleichsweise hochwertigen Satelliten insbesondere zur Erdbeobachtung aufbauen wollen. Hier wird vermehrt auf etablierte, aber agile und kosteneffektive Hersteller zurückgegriffen. Dies stellt eine deutliche Chance auch für OHB DIGITAL Connect GmbH dar, Satellitenkommunikations- und betriebsleistungen in erste Kooperationen einbringen zu können (bspw. sat.io).

Im Bereich der Radioastronomie hat sich die Bundesrepublik Deutschland im Berichtszeitraum entschieden der SKA-O beizutreten, die eines der größten Radioteleskop-Arrays in der südafrikanischen Wüste errichtet. Diese Entscheidung bildet eine Grundlage zur weiteren Partizipation von Deutscher Industrie im Aufbau dieses Teleskop-Arrays. Gleichzeitig wurde im Jahr 2023 das Deutsche Zentrum für Astrophysik (DZA) in Görlitz gegründet, dass neben der Koordination der deutschen Forschung im Bereich Astrophysik insbesondere auch im Bereich Datenwissenschaften aktiv werden wird. Aus der Zusammenarbeit mit dem DZA erhofft sich OHB DIGITAL Connect GmbH - als Partner der Wissenschaft - synergetische Aufträge zur Weiternutzung von Technologien aus der satellitengestützten Erdbeobachtung.

Die insgesamt positive Entwicklung der Nachfrage nach Satellitensystemen bietet weiterhin vielfältige Möglichkeiten für OHB DIGITAL Connect im Bereich Satellitenbodensysteme und dem Betrieb von Satellitensystemen, da Konstellationen mit hoher Anzahl an Satelliten zuverlässige, standardisierte Bodensysteme, sowie weitreichende Kapazitäten im Bereich von Betriebsdienstleistungen benötigen, insbesondere im Umfeld der sicheren Kommunikation für die Bundeswehr.

Gleiches gilt für den Bereich TASM. Hier wird erwartet, dass durch das beschriebene Wachstum im Satelliten-Kommunikationsbereich zusätzlicher Bedarf für Bodenanlagen und Antennen anlaufen wird. Der Bedarf insbesondere für höhere Datenraten, beinhaltet die Notwendigkeit zu komplexeren Antennen-Bodenstationen. Das fortbestehende Interesse an kleinen Weltraumbahnhöfen für kommerzielle Startdienstleister bleibt für den Bereich TASM potenziell zukunftsprägend.

Des Weiteren ist die fortwährende Involvierung des Bereichs KAS in das sog. Future Combat Air System (FCAS)-Programm hervorzuheben. Diese bietet den finanziellen Rahmen für aussichtsreiche Technologie-Entwicklungen für die militärische Anwendung.

2.3 Geschäftsverlauf

Die Satellitenbodensystem-Projekte im Umfeld von institutionellen Erdbeobachtungsystemen (Elektrooptisch oder Radargestützt) haben im Geschäftsjahr 2023 weitere, wesentliche Fortschritte in der Implementierung erfahren. Sowohl im Projekt SARah als auch für das elektro-optische Aufklärungssystem konnten wichtige Meilensteine erfolgreich abgeschlossen werden. Das SARah-System hat mit dem Start der Reflektorsatelliten am 24.12.2023 den wohl wesentlichsten Meilenstein erreicht. Die Bodenanlagen der OHB DIGITAL Connect GmbH standen dabei stets zur Verfügung und konnten jederzeit die erwartete Performance erreichen. Für das elektro-optische Aufklärungssystem lag der Fokus weiterhin auf der Umsetzung des Designs in die Bodensysteme und der Unterstützung der Gesamtsystem-Entwicklung. Die sich bereits seit Anfang 2018 operativ im Einsatz befindlichen ersten SARah-Bodenanlagen haben sich dabei auch im Geschäftsjahr 2023 zuverlässig gezeigt und den Betrieb der SAR-Lupe-Satelliten gewährleistet. Mit der Abnahme der kompletten Bodensysteme für das Projekt SARah wird planmäßig im Jahr 2024 gerechnet.

Das Bodensegment für das Projekt "French SARah Partner Ground Segment" (F-SPGS) liegt im Zeitplan und hat im Jahr 2023 seine Implementierung vor-Ort beim Kunden begonnen.

Die angespannte globale Sicherheitslage im Jahr 2023 legte eine erneute Priorität auf die langjährigen, erprobten Partnerschaften im Bereich Nutzung von Aufklärungsdaten für Sicherheitszwecke. So wurde der Betrieb der Systeme SAR-Lupe und der Partnersegmente mit der Bundeswehr am Standort Gelsdorf vertragsgemäß weitergeführt. Darüber hinaus wurde der Vertrag bis in das Jahr 2024 verlängert, um weiterhin einen nahtlosen Betrieb zu gewährleisten. Der langjährige und kontinuierliche Betrieb des Bodensystems für das französische Projekt CSO wurde für die Bundeswehr ebenfalls erfolgreich fortgeführt.

Für das Ende 2021 im internationalen Wettbewerb erfolgreich akquirierte Projekt LUXEOSys konnten in 2023 die Vorbereitungen für den zukünftigen Betrieb planmäßig vorangebracht werden. Das System wird voraussichtlich im Jahr 2024 durch den Start des Satelliten operationell werden.

Im Jahr 2023 wurden die Bodenanlagen für die Heinrich-Hertz-Mission für den Mitte des Jahres erfolgten Start abgenommen. Die Raumfahrtagentur der DLR beauftragte die OHB Digital Connect GmbH mit der Durchführung von LEOP, IOT und Erstbetrieb bis Mitte 2025. Auch für die Vergabe des Weiterbetriebs des Heinrich-Hertz-Satelliten sieht sich die OHB Digital Connect GmbH sehr gut positioniert.

Im Bereich Teleskope, Antennen und Smart Mechatronics konnte für das laufende Projekt Giant Magellan Telescope das detaillierte Design erfolgreich abgeschlossen werden und die Realisierungsphase beginnen. Für das National Astronomical Research Institute of Thailand (NARIT) und die italienische e-geos wurden im Berichtszeitraum zwei weitere VGOS-Antennen als Projekte begonnen. Nachdem der Prototyp für das "Square Kilometer Array" genannte Radio-Teleskop in Südafrika im Dezember 2022 erfolgreich an den Kunden Max-Planck-Institut (MPI) für Radioastronomie übergeben wurde, hat die Meerkat+ genannte erste industrialisierte Phase auf der Site in Südafrika begonnen. Seit Ende 2021 arbeitet die OHB DIGITAL Connect GmbH an dem Auftrag zur Erweiterung des Antennenfeldes um bis zu 16 zusätzliche Antennen. Durch die Entscheidung zur Etablierung des Deutschen Zentrums für Astrophysik ergeben sich zudem vielfältige Möglichkeiten zu Kooperationen in ähnlichem Kontext in den Folgejahren.

Die laufende Einbindung von verschiedenen Projektteams der OHB DIGITAL Connect GmbH in die Technologie-Entwicklungen im Rahmen des FCAS-Programms der europäischen Luftwaffen verbindet, insbesondere in der Sensordaten-Analyse und der Echtzeit-Punkt-zu-Punkt-Kommunikation, Erfahrungen und Know-How der vergangenen Projekte mit den Anforderungen der zukünftigen Systeme des militärischen Kunden. Die Involvierung erfolgt in verschiedenen Arbeitsanteilen und Industrie-Teams. Nach erfolgreichem Abschluss der Prototyp-Phase erreichte das Projekt SatCOM BW2 ("Regeneration" der mobilen und stationären Bodenanlagen der Deutschen Bundeswehr) im Berichtsjahr wesentliche Fortschritte in der Ausrüstungsphase und konnte die Serienfertigung beginnen.

Die OHB Digital Connect GmbH, als Rechtsnachfolgerin der MT Mechatronics GmbhH, hat im Berichtsjahr in Folge eines Betriebsprüfungsverfahrens in Italien hinsichtlich einer von der italienischen Finanzverwaltung für die Jahre 2014 - 2017 angenommenen Betriebsstätte und der daraus resultierenden ertrag- und umsatzsteuerlichen Behandlung ein Vergleichsangebot der italienischen Finanzverwaltung angenommen. Der Vergleich bestätigt die volle steuerliche Compliance in Italien. Die Zahlung der Vergleichssumme erfolgte vollständig im gleichen Geschäftsjahr.

2.4 Ertragslage

Die OHB DIGITAL Connect GmbH konnte das gestiegene Geschäftsvolumen des Vorjahres weitestgehend halten und erzielte im Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse von 63,0 Millionen Euro gegenüber 68,7 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatzrückgang resultiert i. W. aus der Tatsache, dass aufgrund der Projektverläufe im Geschäftsjahr nur wenige Projekte abgeschlossen und an die entsprechenden Kunden übergeben werden konnten und die damit verbundene Umsatz- und Ergebnisrealisierung der langfristigen Fertigungsaufträge entsprechend geringer als im Vorjahr ausfiel. Dem gesunkenen Umsatz steht eine geringe Steigerung des Bestands an unfertigen und fertigen Erzeugnissen von 0,6 Millionen Euro (Vorjahr: -14,5 Millionen Euro) gegenüber. Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit 0,2 Millionen Euro um 10,5 Millionen Euro unter der Vorjahreswert von 10,7 Millionen Euro. Das Vorjahr war wesentlich durch eine mit dem Betriebsausfall in Folge eines Brandanschlages in Verbindung stehende Versicherungsentschädigung von 10,5 Millionen Euro geprägt. Die Gesamtleistung im Jahr 2023 belief sich auf 64,0 Millionen Euro (Vorjahr: 64,9 Millionen Euro).

Der Aufwand für Material und bezogenen Fremdleistungen aus der Vergabe von Aufträgen an Subunternehmen betrug 33,2 Millionen Euro und lag damit um 4,3 Millionen Euro über dem Niveau des Vorjahres (28,9 Millionen Euro).

Die Personalaufwendungen sind in Folge einer wachstumsbedingten erhöhten Mitarbeiteranzahl in Verbindung mit notwendigen Gehaltsanpassungen und Einmalzahlungen (Inflationsausgleichsprämien) in Folge der hohen Inflation von 20,8 Millionen Euro im Vorjahr auf 24,0 Millionen Euro gestiegen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen - geprägt durch Einmalaufwendungen in Verbindung mit dem Steuervergleich in Italien und Wertberichtigungen auf Forderungen von in Summe 1,4 Millionen Euro - bei 9,5 Millionen Euro (Vorjahr 6,4 Millionen Euro).

Infolge zuvor genannter Effekte erzielte die OHB Digital Connect im Geschäftsjahr ein negatives Jahresergebnis von -3,8 Millionen Euro (Vorjahr +7,0 Million Euro). Die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft im Geschäftsjahr lag damit unter den Erwartungen.

Aufgrund von zeitlichen Verschiebungen bei der Vergabe institutioneller Großprojekten lag der Auftragseingang mit 67,7 Millionen Euro etwas unter den Erwartungen. Trotz des geringeren Auftragseingangs liegt der noch nicht abgerechnete Auftragsbestand mit 227,4 Millionen Euro zum 31.12.2023 leicht über dem Niveau des Vorjahres. Im Jahr 2024 stehen eine hohe Anzahl an Projekten zur Vergabe an, für die sich die OHB Digital Connect GmbH sehr gut positioniert sieht. Durch die positiven Marktaussichten in Verbindung mit einer Stabilisierung in der Auftragsabwicklung wird eine positive Ergebnisentwicklung für 2024 erwartet.

2.5 Finanz- und Vermögenslage

Die Gesellschaft nutzt in wesentlichem Umfang die Infrastruktur der OHB System AG und hat daher nur ein geringes Sachanlagevermögen. Das Umlaufvermögen und die Verbindlichkeiten resultieren aus den noch nicht fertiggestellten Leistungen aus langfristigen Kundenaufträgen. Letztere erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Millionen Euro. Die erhaltenen Anzahlungen verringerten sich um 10,8 Millionen Euro. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen im Berichtszeitraum um 3,0 Millionen Euro. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus gemeinsamen Projekten im Unterauftrag der OHB System AG hingegen gingen um 1,8 Millionen Euro zurück. Die zum vorherigen Stichtag noch nicht vollständig ausgezahlte Versicherungsentschädigung wurde im ersten Quartal vollständig ausgeglichen. Folglich verringerten sich die sonstigen Forderungen um 7,1 Millionen Euro. Die Rückstellungen beziehen sich in wesentlichen Teilen auf Verpflichtungen in der Altersvorsorge und aus Rückstellungen für ausstehende Rechnungen.

Bilanzstruktur
in € Mio.
31.12.2023 31.12.2022
Anlagevermögen 2,1 1,5
Umlaufvermögen 92,1 93,7
Rechnungsabgrenzungsposten 0,6 0,5
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 1,0 0
Aktiva gesamt 95,7 95,7
Eigenkapital -1,0 2,8
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 1,0 0
Rückstellungen 9,4 12,3
Verbindlichkeiten inkl. Erh. Anzahlungen 86,3 80,7
Passiva gesamt 95,7 95,7

Die Beteiligung OHB Chile SpA erzielte im Berichtsjahr ein leicht positives Ergebnis von 0,2 Millionen (Vorjahr 0,2 Millionen Euro). Die MT Meccatronica SrL hatte im Jahr 2023 keinen operativen Geschäftsbetrieb. Der Liquidationsprozess ist eingeleitet. Ausschüttungen an die Gesellschafterin wurden nicht vorgenommen.

Der Kassenbestand und das Guthaben bei Kreditinstituten lag zum 31.12.2023 bei 7,7 Millionen Euro (Vorjahr 3,8 Millionen Euro).

Die Muttergesellschaft OHB SE hat im Mai 2020 einen Konsortialkreditvertrag mit sechs Großbanken über einen Kreditrahmen von 300,0 Millionen Euro vereinbart, bei dem die Gesellschaft gesamtschuldnerischer Bürge ist. Zum Bilanzstichtag hat die Gesellschaft über die Muttergesellschaft OHB SE aus diesem Vertrag ein Darlehen in Höhe von 6,5 Millionen Euro in Anspruch genommen. Die gesamte Inanspruchnahme dieses Vertrages durch Konzerngesellschaften betrug zum Stichtag 212,6 Millionen Euro für Darlehen sowie 0,1 Millionen Euro für Bürgschaften.

Das Eigenkapital ist aufgrund des vorgenannten Jahresfehlbetrages von 3,8 Millionen Euro derzeit negativ. Die OHB Digital Connect GmbH weist demnach zum Bilanzstichtag einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von -1,0 Millionen Euro aus.

2.6 Mitarbeitende

Nach 241 Mitarbeitenden am 31.12. des Vorjahres sind am 31.12.2023 insgesamt 267 Mitarbeitende bei der OHB DIGITAL Connect GmbH beschäftigt. Der Aufbau erfolgte maßgeblich im Bereich Teleskope & Antennen (+11) und Kommunikations- und Aufklärungssystem (+6). Aber auch in zukünftiges Wachstum wurde in Form neuer Mitarbeiter investiert. Zur Stärkung der Vertriebsaktivitäten wurde die im Jahr 2021 implementierte und in 2022 sukzessive ausgebaute Abteilung Zukunftsprogramme um vier zusätzliche Mitarbeiter vergrößert.

Zudem beschäftigt die OHB Digital Connect zum 31.12.2023 vier Auszubildende in den Lehrberufen Fachinformatik für Systemintegration und für Anwendungsentwicklung.

Um den Fachkräftemangel entgegenzuwirken, entschied sich die OHB Digital Connect 2022 erstmals Auszubildende in dem Lehrberuf Fachinformatik für Systemintegration auszubilden. Das Ausbildungsprogramm ist erfolgreich gestartet, daher erfolgte im Berichtsjahr 2023 die Anstellung zwei weiterer Auszubildenden in dem Lehrberuf Fachinformatik mit dem Schwerpunkt Anwendungsentwicklung.

Die Arbeitsproduktivität der Organisation lag im Berichtsjahr bei mehr als 80% und erfüllte damit die Anforderungen.

Chancen- und Risikobericht

2.7 Risikomanagement

Bei der OHB DIGITAL Connect GmbH besteht ein Risikomanagementsystem (RMS), welches sowohl betriebliche Risiken als auch projektspezifische bzw. technische Risiken umfasst. Im Rahmen dieses Risikomanagementsystems werden systematisch und regelmäßig Chancen und Risiken identifiziert und bewertet und, wenn notwendig, geeignete (Gegen-)Maßnahmen festgelegt und implementiert.

Bereits im Angebotsprozess wird an verschiedenen Punkten eine Risikobewertung durchgeführt. Alle laufenden Projekte unterliegen regelmäßigen Reviews durch die Geschäftsführung und die verantwortlichen Führungskräfte und sind hinsichtlich der technischen Performance, der Zeitplankontrolle und der Kostenüberwachung im Vergleich zur Auftragskalkulation in einen ständigen Monitoring-Prozess eingebunden. Über Besprechungen, Projekt-Fortschrittsberichte, Richtlinien, Normen und Checklisten die Anforderungen an eine zeitnahe Risikokommunikation und -überwachung gewährleistet. Es werden regelmäßig Sicherheitsunterweisungen für die Mitarbeitenden, die auf Baustellen im In- und Ausland unterwegs sind durchgeführt sowie Compliance-Themen geschult.

Die OHB DIGITAL Connect GmbH ist in das konzernweite Enterprise Risk Management eingebunden.

2.8 Wesentliche Chancen und Risiken

Die OHB Digital Connect ist im Rahmen ihres Geschäftes unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Das marktseitig größte Risiko besteht insbesondere im institutionellen Bereich darin, dass geplante Projekte sich verzögern oder nicht realisiert werden, falls die öffentlichen Budgets der nächsten Jahre neu allokiert werden.

Zudem ist speziell für den Geschäftsbereich TASM das Geschäft weiterhin stark abhängig vom weltweiten Markt für wissenschaftliche Teleskope, dessen Auftragsvergaben maßgeblich durch die Beiträge der beteiligten Staaten bestimmt werden.

Die OHB Digital Connect wirkt diesen Risiken durch eine Stärkung des Vertriebsteams und einer daraus resultierenden breiteren Kundenakquise in Verbindung mit einem höheren Angebotsvolumen entgegen. Dieses zielt darauf ab, die Gesellschaft weiter in eine Multi-Projekt-Umgebung zu entwickeln und sie damit widerstandsfähiger gegen potenzielle Vergabeverzögerungen zu machen.

Wesentliche Chancen zum mittelfristigen profitablen Wachstum der Gesellschaft werden in den folgenden Bereichen erwartet:

• Satelliten-Kommunikationsbereich (Mega-Constellations, sichere Kommunikation)

• Erhöhte Nachfrage nach Aufklärungsdaten (inkl. entsprechender Bodeninfrastruktur) für Sicherheitszwecke in Folge der veränderten Europäischen Sicherheitslage

• Vermarktung des neu aufgebauten Mult-Mission-Control-Centers ggü. kommerziellen und institutionellen Kunden

• Nutzung von Umweltdaten zum Bekämpfen des Klimawandels

• Ausbau von IT-Security Konzepten und Dienstleistungen

• Satellitendatenauswertung und Informationsprozessierung

• Technologieentwicklung Future Combat Air System (FCAS)-Programm

Die breite Aufstellung der OHB DIGITAL Connect GmbH ermöglicht eine starke Robustheit der Gesellschaft in Bezug auf einzelne Marktschwankungen. Die systematische Beobachtung aller relevanten Ausschreibungen auf europäischer sowie auf nationalen Ebenen eröffnet der Gesellschaft die Chance zur Teilnahme an nahezu allen relevanten institutionellen Ausschreibungen in Europa. Die hohe Spezialisierung und die anerkannte hohe technische Kompetenz der OHB DIGITAL Connect GmbH eröffnen aber auch Möglichkeiten in internationalen Märkten.

Da es sich bei den Kunden der OHB DIGITAL Connect GmbH im Wesentlichen um öffentliche Auftraggeber und staatliche Organisationen handelt, ist für diesen Kundenkreis das Bonitätsrisiko in der Regel als gering einzuschätzen. Dennoch begegnet die Gesellschaft Forderungsausfallrisiken und dem Risiko von Zahlungsstockungen seitens der Kunden durch einen Debitoren-Managementprozess, der eine kontinuierliche Überwachung von fälligen Forderungen durch die Projektleitung und die Projektkaufleute beim Auftraggeber vorsieht. Durch das Einfordern von Anzahlungen zur Projektvorfinanzierung und die Abrechnung von Teilleistungen werden potenzielle Ausfallrisiken weiter reduziert.

Liquiditätsrisiken begegnet die Gesellschaft durch die bereits erwähnte Vereinbarung von Anzahlungen mit den Auftraggebern zur Projektvorfinanzierung sowie die Abrechnung von Teilleistungen während der Projektabarbeitung. Die Gesellschaft hat durch die Einbeziehung als Schuldner und Garant in den Konsortialkreditvertrag des OHB-Konzerns die Möglichkeit zur Darlehensaufnahme zu Konzernkonditionen. Die von der OHB SE erhaltene harte Patronatserklärung, die bis zum 30. März 2025 befristet ist, gewährleistet eine ausreichende Liquiditätsausstattung.

Für Schadensfälle an Produkten oder Anlagen sind Versicherungen vorhanden, die die finanziellen Folgen potenzieller Risiken begrenzen oder ganz ausschließen. Der Versicherungsschutz wird pro Projekt überprüft und bei Bedarf angepasst.

Dem auf der nach wie vor relativ hohen Inflationsniveau beruhenden Risiko von Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite wird durch entsprechende Eskalationsklauseln in den Kundenverträgen entgegengewirkt.

Währungsrisiken werden durch "Natural Hedging" oder bei Bedarf durch den Abschluss von Devisentermingeschäften abgedeckt. Hierbei werden die Zahlungsmeilensteine der Projekte berücksichtigt. In Einzelfällen werden Bankkonten in den entsprechenden Projektländern eröffnet, um in Landeswährung bei Lieferanten zu zahlen. In diesen Fällen ist das Währungsrisiko so gut wie ausgeschlossen. Zum Abschlussstichtag liegen keine abgeschlossenen Devisentermingeschäfte vor.

Es bestehen Risiken in der nicht termingerechten Lieferung von Komponenten und Subsystemen, die zu Projektverzögerungen führen könnten. Die Gesellschaft optimiert die Verfügbarkeiten in der Lieferkette fortlaufend durch die laufende Beobachtung des Beschaffungsmarktes, insbesondere durch die kontinuierliche Überprüfung der Entwicklungs- und Produktionsaktivitäten vor Ort, d. h. beim Lieferanten und über den verstärkten Einsatz der Beschaffungssicherung. Darüber hinaus werden die Aktivitäten hinsichtlich der Erschließung alternativer Beschaffungsquellen verstärkt. Dabei sind kundenspezifische Restriktionen in einzelnen Projekten zu beachten, die eine freie Auswahl der Lieferanten bspw. im Kontext von sicherheitsrelevanten Baugruppen einschränken.

Die IT-Sicherheitsmechanismen und die betroffenen IT-Verfahren und Prozesse zum Schutz vor externen und internen Gefährdungen werden permanent aktualisiert. Es erfolgt eine permanente Modernisierung, die die Sicherheit ihrer Hard- und Softwarelösungen durch den Einsatz von Best-in-Class-Komponenten renommierter IT-Anbieter erhöht. Ebenso werden IT-Sicherheitsprozesse, Organisation und Awareness weiter entwickelt. Die IT arbeitet fortlaufend an umfassenden Sicherheitslösungen zum Beispiel im Bereich Firewalls, Endpoint Security, Netzwerksegmentierung und Monitoring. Damit wird die Datenintegrität gewährleistet und die Vertraulichkeit der Daten und damit das Know-how der Unternehmen geschützt. Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird durch Penetration Tests überprüft.

In Bezug auf Risiken im Bereich Personal stehen vor allem der Komplex Know-how-Verteilung und -Transfer, sowie der anhaltende Fachkräftemangel im Vordergrund. Es gilt des Weiteren die Qualifikation der Mitarbeitenden im Umgang mit neuen, hoch digitalisierten Entwicklungsverfahren so zu stärken, dass die in eine moderne Entwicklungsumgebung investierten Mittel effektiv genutzt werden. Hierbei wird im Sinne der systematischen Risikominimierung primär auf virtuelle, Lernplattformen, wie bspw. das OHB-eigene POLARIS gesetzt. Auch Lernplattformen, von externen Anbietern werden insbesondere für ein gezieltes on-the-job Lernen verwendet.

Analog zu den leistungswirtschaftlichen Risiken im Projektmanagement können sich aus diesen auch Chancen generieren, die aus einem konsequenten Claim Management basierend auf dem Projekt-Review-Prozess entstehen können.

2.9 Zusammenfassung

Nach vorliegender Risikoanalyse schätzt die Geschäftsführung der OHB DIGITAL Connect GmbH die Wahrscheinlichkeit des Eintretens von Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden, für das Geschäftsjahr 2023 als gering ein.

3 PROGNOSEBERICHT

Der Schwerpunkt des Jahres 2024 wird in der Umbildung der Geschäftsfelder der OHB DIGITAL Connect liegen. Nach erfolgreicher Technologieverifikation und der Etablierung eines marktorientierten Produktportfolios im vergangenen Jahr. Die breit gefächerte Erschließung von Marktpotentialen wird weiterverfolgt. In verschiedenen Marktsegmenten werden weitere Wachstumspotentiale erschlossen, wie z.B. Multi-Mission Satellitenbetrieb oder automatisierte Auswertung von Satellitendaten.

Die Gesellschaft erwartet für das Jahr 2024 einen Auftragseingang in Höhe von ca. 100 Millionen Euro, einhergehend mit einer erheblichen Erhöhung des Auftragsbestands zum Jahresende. Die Schwerpunkte in dieser Planung bilden unterschiedliche Großprojekte in allen Geschäftsbereichen. Damit wäre die Auslastung für die nächsten 18-24 Monate gesichert und die Basis für zusätzliches Wachstum in den nächsten Jahren gelegt. Es wird für 2024 mit einem leichten Wachstum des Umsatzes sowie der Gesamtleistung gerechnet, das sich aus dem Auftragsbestand sowie ersten Aktivitäten aus erzielten Auftragseingängen zusammensetzt. Auf Basis des erwarteten Umsatzwachstums und einer weiteren Stabilisierung in der Projektabwicklung wird mit einem leicht positiven EBIT gerechnet. Für das Geschäftsjahr wird ein positiver operativer Cash Flow erwartet. Im Falle von zwischenzeitlichem Vorfinanzierungsbedarf ist die Liquidität aus Darlehensaufnahme im Konzernverbund gesichert.

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 2.053.804,79 1.536.845,46
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 113.962,76 155.702,51
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 113.962,76 155.702,51
II. Sachanlagen 1.400.142,03 841.442,95
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 884.794,54 841.442,95
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 515.347,49
III. Finanzanlagen 539.700,00 539.700,00
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 539.700,00 539.700,00
B. Umlaufvermögen 92.115.047,68 93.663.462,33
I. Vorräte 58.218.440,00 57.570.052,87
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 77.385,56 33.940,12
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 58.141.054,44 57.536.112,75
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 26.215.713,41 32.298.330,28
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 23.463.340,03 20.498.143,39
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2.096.070,45 4.040.674,64
3. sonstige Vermögensgegenstände 656.302,93 7.759.512,25
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 7.680.894,27 3.795.079,18
C. Rechnungsabgrenzungsposten 572.178,76 490.427,03
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 972.075,46
Aktiva 95.713.106,69 95.690.734,82

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 0,00 2.785.455,45
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 376.788,93 376.788,93
III. Gewinnvortrag 2.383.666,52 -4.628.829,75
IV. Jahresfehlbetrag 3.757.530,91 -7.012.496,27
V. nicht gedeckter Fehlbetrag 972.075,46
B. Rückstellungen 9.365.798,30 12.250.724,93
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2.638.261,28 2.795.919,28
2. Steuerrückstellungen 473.745,00 1.159.704,00
3. sonstige Rückstellungen 6.253.792,02 8.295.101,65
C. Verbindlichkeiten 86.347.308,39 80.654.554,44
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 55.671.553,48 66.473.499,24
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.241.632,50 2.966.853,59
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 19.790.351,80 10.634.992,64
4. sonstige Verbindlichkeiten 643.770,61 579.208,97
davon aus Steuern 141.544,37 121.721,75
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 135.888,36 59.672,07
Passiva 95.713.106,69 95.690.734,82

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Umsatzerlöse 62.960.670,68 68.737.910,53
2. Erhöhung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 604.941,69 -14.499.265,07
3. andere aktivierte Eigenleistungen 291.327,92
4. sonstige betriebliche Erträge 179.220,36 10.664.574,35
davon Erträge aus der Währungsumrechnung 12.503,20 10.476,34
5. Materialaufwand 33.157.380,16 28.877.658,07
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 5.921.480,05 11.062.065,32
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 27.235.900,11 17.815.592,75
6. Personalaufwand 24.012.180,95 20.820.785,88
a) Löhne und Gehälter 20.625.074,23 17.544.989,34
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 3.387.106,72 3.275.796,54
davon für Altersversorgung 172.770,10 314.081,61
7. Abschreibungen 519.987,13 567.273,03
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 519.987,13 567.273,03
8. sonstige betriebliche Aufwendungen 9.484.169,81 6.376.154,40
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 33.825,24 21.077,94
9. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 21.095,06 8.059,61
davon aus verbundenen Unternehmen 21.095,06 8.059,61
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 732.864,54 200.511,75
davon an verbundene Unternehmen 242.210,07 48.125,00
davon sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen aus Abzinsung 49.987,00 48.127,00
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -91.795,97 1.056.400,02
12. Ergebnis nach Steuern -3.757.530,91 7.012.496,27
13. Jahresfehlbetrag 3.757.530,91 -7.012.496,27

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023

OHB Digital Connect GmbH, Bremen

l. Allgemeine Angaben

Die OHB Digital Connect GmbH hat ihren Sitz in Bremen und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Bremen (HR B Reg.Nr. 20042).

Der vorliegende Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für große Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) aufgestellt.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das bisher angewandte Gesamtkostenverfahren beibehalten. Die übrigen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden im Berichtsjahr fortgeführt.

Die Gesellschaft weist zum 31. Dezember 2023 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag aus. Die von der OHB SE erhaltene harte Patronatserklärung, die bis zum 30. März 2025 befristet ist, gewährleistet eine ausreichende Liquiditätsausstattung. Zudem hat die Gesellschafterin (OHB SE) für ein gewährtes Gesellschafterdarlehen samt stehengelassener Zinsen Rangrücktritt gegenüber allen anderen Gläubigern erklärt. Der Jahresabschluss der OHB Digital Connect GmbH wurde daher auf Grundlage der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt.

Grundlage der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt.

Der Jahresabschluss der Gesellschaft (im Folgenden kurz "OHB DC GmbH" genannt) ist in den Konzernabschluss der OHB SE, Bremen (größter und kleinster Konsolidierungskreis) einbezogen worden. Bei diesem Konzernabschluss handelt es sich um einen befreienden Konzernabschluss gem. § 291 HGB. Der Konzernabschluss der OHB SE wird gem. § 315a HGB nach IFRS erstellt. Die Veröffentlichung des Konzernabschlusses erfolgt im Bundesanzeiger unter der Registernummer HRB 30268.

ll. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Erstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Von dem Grundsatz der Darstellungsstetigkeit nach § 265 Abs. 2 Satz 2 HGB wurde nicht abgewichen.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen (lineare Methode) vermindert. Die Nutzungsdauern betragen zwischen 3 und 15 Jahren.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten aktiviert und, soweit abnutzbar, planmäßig linear seiner wirtschaftlichen Nutzungsdauer entsprechend abgeschrieben. Die Nutzungsdauern betragen zwischen 3 und 14 Jahren.

In Folge eines Brandanschlags auf die Büroräume der OHB Digital Connect GmbH am 01.01.2022 und dem damit einhergehenden Brandschaden wurde abweichend zu den Vorjahren vom Wahlrecht der sofortigen Abschreibung (zuvor Poolabschreibung) von geringwertigen Wirtschaftsgütern Gebrauch gemacht.

In die Herstellungskosten wurden neben den unmittelbar zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist, einbezogen. Die dargestellten Grundsätze für die Ermittlung der Herstellungskosten gelten gleichermaßen für Sachanlagen und Vorräte.

Bei den Finanzanlagen wurden die bilanzierten Anteilsrechte mit den Anschaffungskosten angesetzt. Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert werden vorgenommen, wenn die Wertminderung dauerhaft ist.

Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips angesetzt. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und/oder niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt.

Bei einzelnen Projekten langfristiger Fertigung wurden auch anteilige Gewinnzuschläge erfasst (Teilgewinnrealisierung). Teilgewinne werden nur realisiert, wenn die im Schrifttum entwickelten Grundsätze insgesamt erfüllt sind. Insbesondere werden Teilgewinnrealisierungen nur bei kalkulatorisch abgrenzbaren Teilleistungen, sicher ermittelbaren Gewinnen und Abnahmen bzw. Reviews durch die Auftraggeber vorgenommen. Für den Fall, dass die Leistung vollständig erbracht ist und ein entsprechender Gewinnanspruch auch bei Abbruch des Projektes besteht, werden die erbrachten Leistungen als Umsätze erfasst und unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen, soweit keine Verrechnung mit erhaltenen Teilzahlungen erfolgt ist.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden zum Nennbetrag unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet. Für zweifelhafte und mit Ausfallrisiken behaftete Forderungen werden Einzelwertberichtigungen vorgenommen.

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten wurden Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellten.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind nach den anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen mittels der "Projected-Unit-Credit-Methode" errechnet. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2018 G" von Klaus Heubeck verwendet. Es wird gemäß der Vereinfachungsregel § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB eine pauschale Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt. Annahmen über die Fluktuation wurden berücksichtigt. Im Berichtsjahr wird ein von der Deutschen Bundesbank vorgegebener durchschnittlicher Marktzinssatz der letzten zehn Jahre von 1,82 % bei der Bewertung zugrunde gelegt. Der Gehaltstrend wurde mit 2,75 %, der Rententrend mit 2,20 % angenommen. Von der Erleichterung nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB bei der Bestimmung des Marktzinssatzes wurde Gebrauch gemacht. Der Differenzbetrag der Rückstellung aus unterschiedlichen Zinssätzen beträgt TEUR 33 (Vorjahr: TEUR 154) für die Pensionsverpflichtungen. Diese Beträge sind nach § 253 Abs. 6 HGB grundsätzlich ausschüttungsgesperrt.

Sofern Vermögensgegenstände, die ausschließlich der Erfüllung von Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristigen Verpflichtungen dienen, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, werden die Vermögensgegenstände mit den entsprechenden Schulden verrechnet. Die Bewertung der Wertguthaben ist mit dem beizulegenden Zeitwert erfolgt. Ein aktivischer Ausweis erfolgt unter der Position "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung".

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken, ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Erhaltene Anzahlungen werden mit dem Nominalbetrag angesetzt.

Die Umrechnung von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten erfolgt grundsätzlich zum Transaktionskurs. Sofern der Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag vom Transaktionskurs abweicht, erfolgte für kurzfristige Forderungen und -verbindlichkeiten eine Bewertung zum Devisenkassamittelkurs. Langfristige Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden unter Berücksichtigung der Verluste aus Kursänderungen zum Bilanzstichtag berücksichtigt.

Im Dezember 2021 veröffentlichte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ("OECD") Modellregelungen zur Reform der internationalen Unternehmensbesteuerung Pillar Two. Die Regeln sollen sicherstellen, dass betroffene große multinationale Unternehmen in jeder Jurisdiktion, in der sie tätig sind, ein Mindestmaß an Steuern, auf das in einem bestimmten Zeitraum erzielte Einkommen zahlen.

Grundsätzlich wird hierbei ein System von Ergänzungssteuern verwendet, das den Mindeststeuersatz in der betroffenen Jurisdiktion auf 15 % anhebt.

Diese Modell-Regeln müssen in nationales Recht umgesetzt werden. Auf Basis der OECD-Empfehlung haben eine Reihe von Ländern die Gesetzgebung bereits in 2023 beschlossen und es ist zu erwarten, dass weitere Länder im Laufe des Jahres 2024 folgen. Die Regeln werden sich auf die laufende Ertragsteuer auswirken, sobald die jeweiligen nationalen Umsetzungsgesetze in Kraft treten.

Der OHB Konzern fällt in den Anwendungsbereich der OECD-Modellregelungen Pillar Two. Der OHB Konzern ist in 17 Ländern mit Tochtergesellschaften oder steuerlichen Betriebsstätten tätig.

Von den Ländern, in denen OHB SE tätig ist, sind Pillar Two Umsetzungsgesetze im Berichtsjahr nur in der Bundesrepublik Deutschland erlassen; das deutsche Mindestbesteuerungsrichtlinie-Umsetzungsgesetz mit dem Mindeststeuergesetz (MindStG) in Artikel 1 wurde am 27.12.2023 verkündet, trat am Tag nach der Verkündung in Kraft und gilt erstmals für Geschäftsjahre, die nach dem 30.12.2023 beginnen.

Da die Pillar Two-Gesetzgebung zum Berichtszeitpunkt 31.12.2023 noch nicht in Kraft war, unterliegt der Konzern wie ggf. die deutschen Tochtergesellschaften aktuell dahingehend keiner Steuerbelastung. Die deutschen Tochtergesellschaften des Konzerns machen von der Ausnahmeregelung von der Bilanzierung latenter Steuern nach § 274 HGB im Zusammenhang mit Pillar Two-Ertragsteuern Gebrauch.

Aufgrund der Komplexität der Anwendung der Gesetzgebung und der Berechnung des GloBE-Einkommens sind die quantitativen Auswirkungen der beschlossenen oder in Kraft getretenen Gesetzgebung noch nicht zuverlässig abschätzbar.

lll. Erläuterungen zur Bilanz

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens sowie die Abschreibungen des laufenden Geschäftsjahres sind im Anlagespiegel gesondert dargestellt.

Die unter den Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen (Anteilsbesitz) setzen sich wie folgt zusammen:

Name der Gesellschaft Beteiligungsquote
in %
Eigenkapital
TEUR
Jahresergbnis
TEUR
Letztes Geschäftsjahr, für das ein Abschluss vorliegt
OHB Chile S.p.A., Santiago de Chile (RCH) 100 415 214 2023
MT Meccatronica S.r.l., Cagliari (I) 100 57 -26 2022

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen in Höhe von TEUR 601 (Vorjahr: TEUR 580) auf eine sonstige Forderung aus der Gewährung eines Darlehens an die OHB Chile SpA, Santiago/Chile. Die übrigen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Der aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung resultiert aus Ansprüchen aus insolvenzgesicherten Rückdeckungsversicherungen in Höhe von TEUR 105 (Vorjahr: TEUR 105) die mit Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 103 (Vorjahr: TEUR 103) saldiert wurden. Der beizulegende Zeitwert der saldierten Rückdeckungsversicherungsansprüche entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten (Deckungskapital zuzüglich Überschussbeteiligung) gemäß versicherungsmathematischen Gutachten bzw. den Mitteilungen der Versicherer. Aufwendungen und Erträge aus dem Deckungsvermögen waren nicht zu verrechnen.

Zum 31.12.2023 ergeben sich Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen von TEUR 2.638 (Vorjahr TEUR 2.796).

Die sonstigen Rückstellungen von TEUR 6.254 (Vorjahr TEUR 8.295) setzen sich wie folgt zusammen:

Stand
in TEUR
31.12.2023 31.12.2022
Ausstehende Rechnungen 3.262 5.358
Gleitzeit und Überstunden 1.316 1.146
Sonstiges 799 985
ausstehendender Urlaub 532 499
variables Gehalt 210 222
Jahresabschluss- und Beratungskosten 83 40
Schwerbehindertenabgabe 37 32
Abfindungen 15 5
Gewährleistungen 0 1
Berufsgenossenschaft 0 7
Summe 6.254 8.295

Zum 31. Dezember 2023 bestanden erhaltene Anzahlungen in Höhe von TEUR 7.334 (Vorjahr: TEUR 6.581) mit einer Laufzeit von über 5 Jahren, TEUR 34.459 (Vorjahr: TEUR 33.522) mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr aber weniger als 5 Jahren und TEUR 13.878 (Vorjahr: TEUR 26.371) mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Von den erhaltenen Anzahlungen entfallen TEUR 9.087 (Vorjahr: TEUR 12.478) auf verbundene Unternehmen. Diese erhaltenen Anzahlungen haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr in Höhe von TEUR 139 (Vorjahr: TEUR 2.745) und von mehr als einem Jahr aber weniger als 5 Jahren in Höhe von TEUR 894 (Vorjahr: TEUR 9.733).

Die anderen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 11.354 (Vorjahr TEUR 4.235) enthalten. Weiterhin sind hierin Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von TEUR 8.437 (Vorjahr TEUR 6.400) enthalten. Diese enthalten ein durch die Gesellschafterin gewährtes IC-Darlehen in Höhe von gesamt TEUR 6.500 sowie angefallene Zinsen in Höhe von TEUR 271, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von TEUR 646 sowie eine Umsatzsteuerschuld von TEUR 1.020 aus der umsatzsteuerlichen Organschaft mit der Gesellschafterin. Für das Gesellschafterdarlehen samt stehengelassener Zinsen hat die Gesellschafterin Rangrücktritt gegenüber allen anderen Gläubigern erklärt.

IV. Erläuterungen zu der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 62.961 (Vorjahr: TEUR 68.738) sind den nachfolgenden Tätigkeitsbereichen zuzuordnen:

in TEUR 2023 2022
Raumfahrtprodukte und -dienstleistungen 34.666 13.367
Antennen, Teleskope & Smart Mechatronics 28.295 55.371
62.961 68.738

Sie gliedern sich zudem nach folgenden geographischen Märkten auf:

in TEUR 2023 2022
Bundesrepublik Deutschland 43.274 20.442
Übrige EU-Länder 6.755 46.824
Sonstiges Ausland 12.931 1.472
62.961 68.738

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 63 (Vorjahr: TEUR 3) sowie personalbezogene Erträge in Form von Sachbezügen und Gehaltsumwandlungen von TEUR 54 (Vorjahr: TEUR 46).

Die MT Mechatronics GmbH, als Rechtsvorgängerin der OHB Digital Connect GmbH, hat in 2010 von dem Wahlrecht des Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB Gebrauch gemacht und verteilt den Umstellungsaufwand aus der BilMoG-Einführung zum 1. Januar 2010 linear über einen Zeitraum von maximal 15 Jahren. Im aktuellen Geschäftsjahr wurden TEUR 46 in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst (Vorjahr TEUR 70).

V. Haftungsverhältnisse

Die Haftungsverhältnisse (aus Gewährleistungsverträgen) betrugen zum Stichtag insgesamt TEUR 212.688 (Vorjahr: TEUR 134.816).

Für Kreditrahmen wurde von den teilnehmenden Gesellschaften eine gesamtschuldnerische Haftung in Höhe der Inanspruchnahme übernommen. Die Inanspruchnahme von OHB Konzerngesellschaften beträgt zum Stichtag TEUR 212.608 (Vorjahr: TEUR 126.401) aus aufgenommenen Darlehen und TEUR 80 (Vorjahr TEUR 8.415) aus Avalkreditinanspruchnahmen.

Für die Tochtergesellschaft OHB Chile SpA wurde im Rahmen des Projektes Operation and Maintenance Service at Paranal Observatory gegenüber der European Organisation for Astronomical Research in the Southern Hemisphere (ESO) eine Parent Company Guarantee abgegeben und somit vollständige Erfüllung des von der Tochtergesellschaft abgeschlossenen Vertrages garantiert.

Das Risiko der Inanspruchnahme aus diesen Haftungsverhältnissen wird aufgrund von positiven Ergebnissen bzw. Ertragsplanungen der Tochterunternehmen als gering eingeschätzt.

VI. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Aus Miet- und Leasingverträgen bestehen die folgenden sonstigen finanziellen Verpflichtungen:

in TEUR < 1 Jahr 1 - 5 Jahre 5 Jahre Summe
1. Mietverpflichtungen 811 1.352 0 2.163
2. Leasingverpflichtungen 18 19 0 37
Summe sonstige finanzielle Verpflichtungen 829 1.371 0 2.200

VII. Sonstige Angaben

A. Organe

Die Geschäftsführer der OHB Digital Connect GmbH im Geschäftsjahr 2023 waren:

• Herr Dr. Dieter Birreck, Oyten; technischer Geschäftsführer

• Herr Dennis Winkelmann, Lilienthal; kaufmännischer Geschäftsführer

• Herr Fabrice Scheid, Riemerling, Geschäftsführer TASM - Standort Mainz

Die Bezüge der Geschäftsführung belaufen sich auf insgesamt EUR 563.034.

B. Mitarbeiterzahl

Die Gesellschaft beschäftigte neben der Geschäftsführung in 2023 durchschnittlich 262 Mitarbeitende. Am Standort Bremen waren 132, am Standort Mainz 100, am Standort Gelsdorf/Bonn 16, am Standort Luxemburg 12 und am Standort Salem 2 Mitarbeiter durchschnittlich angestellt. Die Berechnung erfolgte nach § 267 Abs. 5 HGB. Darüber hinaus beschäftigte die Gesellschaft 2023 4 Auszubildende. Zum Stichtag 31.12.2023 waren 228 männlich und 39 weiblich Mitarbeitende beschäftigt.

C. Angaben zum Abschlussprüferhonorar

Die Angaben zum Abschlussprüferhonorar sind im Konzernabschluss der OHB SE enthalten. Es wird von der Erleichterung nach § 285 Nr. 17 letzter Satzteil HGB Gebrauch genommen.

D. Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 3.757.530,91 auf neue Rechnung vorzutragen und mit dem Gewinnvortrag des letzten Jahres zu verrechnen. Der verbleibende Fehlbetrag von EUR 972.075,46 ist als nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag auszuweisen.

VIII. Nachtragsbericht

Es sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres eingetreten.

 

Bremen, 15. März 2024

OHB Digital Connect GmbH

Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 498.575,53 40.500,00 0,00
498.575,53 40.500,00 0,00
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.708.685,40 481.098,97 0,00
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 515.347,49 0,00
2.708.685,40 996.446,46 0,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 539.700,00 0,00 0,00
539.700,00 0,00 0,00
3.746.960,93 1.036.946,46 0,00
Umbuchungen
EUR
Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 539.075,53
0,00 539.075,53
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 3.189.784,37
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 515.347,49
0,00 3.705.131,86
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 539.700,00
0,00 539.700,00
0,00 4.783.907,39
kumulierte Abschreibung 01.01.2023
EUR
Abschreibung Geschäftsjahr
EUR
Abgänge
EUR
kumulierte Abschreibung 31.12.2023
EUR
Buchwert Geschäftsjahr 31.12.2023
EUR
Buchwert Vorjahr 31.12.2022
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 342.873,02 82.239,75 0,00 425.112,77 113.962,76 155.702,51
342.873,02 82.239,75 0,00 425.112,77 113.962,76 155.702,51
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.867.242,45 437.747,38 0,00 2.304.989,83 884.794,54 841.442,95
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 515.347,49 0,00
1.867.242,45 437.747,38 0,00 2.304.989,83 1.400.142,03 841.442,95
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 539.700,00 539.700,00
0,00 0,00 0,00 0,00 539.700,00 539.700,00
2.210.115,47 519.987,13 0,00 2.730.102,60 2.053.804,79 1.536.845,46

sonstige Berichtsbestandteile

 

gez. Dennis Winkelmann

gez. Dr. Dieter Birreck

gez. Fabrice Scheid

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 14.06.2024 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die OHB Digital Connect GmbH, Bremen

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der OHB Digital Connect GmbH, Bremen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht derOHB Digital Connect GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Bremen, den 15. April 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Martin Schröder, Wirtschaftsprüfer

ppa. Lars Hermanns, Wirtschaftsprüfer

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