Astorius Verwaltung FoF GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Alexander Dr. Molnar seit 12.4.2023 | Geschäftsführer |
Ulf Völkel seit 15.12.2020 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
R******* W****** | 13.77% |
| 13.77% | |
| 3.75% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
6 Gesellschafter
GmbH-Struktur
5 von 6 angezeigt
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Sanecum Gruppe GmbHHamburgKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Inhaltsverzeichnis Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers Konzernrechnungslegung Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt Allgemeine Auftragsbedingungen Hinweis: Den nachfolgenden Bestätigungsvermerk haben wir, unter Beachtung der gesetzlichen und berufsständischen Bestimmungen, nach Maßgabe der in der Anlage "Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt" beschriebenen Bedingungen erteilt. Falls das vorliegende Dokument in elektronischer Fassung für Zwecke der Offenlegung im Bundesanzeiger verwendet wird, sind für diesen Zweck daraus nur die Dateien zur Rechnungslegung und im Falle gesetzlicher Prüfungspflicht der Bestätigungsvermerk resp. die diesbezüglich erteilte Bescheinigung bestimmt. Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Sanecum Gruppe GmbH Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Sanecum Gruppe GmbH, Hamburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzernkapitalflussrechnung und der Konzern -Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Sanecum Gruppe GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Beirats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Beirat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Hamburg, den 25. Mai 2022 Ernst
& Young GmbH
Grummer, Wirtschaftsprüfer Brorhilker, Wirtschaftsprüfer Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021Aktiva
Passiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für 2021
Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2021
Entwicklung des Konzerneigenkapitals für 2021
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021Abkürzungsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 1. Allgemeine Angaben 1.1. Informationen zum berichtenden Unternehmen 1.2. Grundlagen der Abschlusserstellung 1.3. Konsolidierungskreis und -grundsätze 1.4. Allgemeine Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 2. Erläuterungen 2.1. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2.2. Konzern-Bilanz - Aktiva 2.2.1. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 2.2.2. Finanzanlagen 2.2.3. Vorräte 2.2.4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2.2.5. Latente Steueransprüche und -schulden 2.2.6. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.2.7. Rechnungsabgrenzungsposten 2.3. Konzern-Bilanz - Passiva 2.3.1. Eigenkapital 2.3.2. Sonderposten 2.3.3. Rückstellungen 2.3.4. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2.3.5. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.3.6. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen/Erhaltene Anzahlungen 2.3.7. Sonstige Verbindlichkeiten 2.4. Sonstige Angaben 2.4.1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse 2.4.2. Kapitalmanagement 2.4.3. Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung 2.4.4. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen 2.4.5. Gesamtbezüge der Geschäftsführung und des Beirats 2.4.6. Konzernverhältnisse 2.4.7. Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB 2.4.8. Prüfungskosten 2.4.9. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 1. Allgemeine Angaben 1.1. Informationen zum berichtenden Unternehmen Die Sanecum Gruppe GmbH (HRB 155889, Amtsgericht Hamburg), Hamburg, hat als Konzernmuttergesellschaft einen verpflichtenden Konzernabschluss unter Einbeziehung ihrer Tochterunternehmen aufgestellt. Die Sanecum Gruppe GmbH wurde am 2. April 2019 gegründet. Ziel war es, eine interdisziplinäre ambulante Verbundstruktur aufzustellen, in der Ärzte in Ihrer Rolle als Gesellschafter und Geschäftsführer die Sanecum Gruppe mitgestalten. Den ersten Meilenstein setzte die Sanecum Gruppe am 1. Juli 2019 durch den Kauf der renommierten Fachklinik Clinicum St. Georg GmbH und Co. KG in Bad Aibling - eine Klinik für Innere Medizin mit Schwerpunkt Onkologie. Zeitgleich erlangte die Gruppe den Leistungserbringerstatus als Erbringer von Dialysesachkostenleistungen nach § 126 SGB V. Im Geschäftsjahr wurden folgende wesentliche Tochterunternehmen erworben: Zum 1. Januar 2021 folgte die Übernahme der Gemeinschaftspraxis Markgräflerland GbR, Markgräflerland, mit einer mehrheitlichen Beteiligung von 50,02%, womit die Präsenz der ambulanten Einrichtungen im Süden Deutschlands durch drei Standorte des Versorgungszentrums erhöht wurde. Das fachinternistische Gemeinschaftspraxis deckt das gesamte Spektrum der Inneren Medizin ab. Besonderen Fokus legt das medizinische Versorgungszentrum auf die Diagnose und Therapie von Nieren-, Rheuma- und Bluthochdruckerkrankungen. Die 100,00%-ige Übernahme der Nephrologicum Berlin Kreuzberg-Friedrichshain MVZ GmbH, Hamburg folgte zum 1. April 2021. In dieser nephrologischen Gemeinschaftspraxis mit eigenem Dialysezentrum setzen wir unser Augenmerk auf die Behandlung von Patienten mit Nieren- und Hochdruckkrankheiten. Durch die am 1. August 2021 erfolgte Übernahme des medizinischen Versorgungszentrums "Nierenzentrum Hamburg Ost GbR" durch die Nephrologicum Hamburg MVZ GmbH, Hamburg, erweiterte die Sanecum Gruppe ihre Präsenz in ihrer Gründungsstadt Hamburg. Das MVZ ist hier an vier Standorten ansässig und gewährleistet so allen in Hamburg und Umgebung wohnhaften Patienten eine exzellente Behandlung Ihrer Nieren- und Hochdruckerkrankungen. Am 1. Oktober 2021 wurde die "Berufsausübungsgemeinschaft Dr. Bunge & Dr. König GbR" durch die Nephrologicum Berlin Neukölln MVZ GmbH, Hamburg, mit eigenem Dialysezentrum zu einer 51 %-igen Beteiligung an die Sanecum Gruppe übergeben. Der Schwerpunkt dieses Versorgungszentrums liegt auf die spezialisierte Behandlung von Patienten mit Nieren- und Hochdruckkrankheiten. Mit einer 85,00%-tigen Übernahme der RiePharm GmbH, Riesa, und der 100,00%-igen Übernahme der welcome Apotheken Kooperation GmbH und Co. KG, Riesa, zum 1. Oktober 2021 hat die Gruppe ihre Dienstleistung zur ausgezeichneten Patientenversorgung weiter ausgebaut. RiePharm ist ein unabhängiger Arzneimittelgroßhandel mit Ziel der Sicherstellung einer schnellen, kostengünstigen und sicheren Versorgung von chronischen Dialysepatienten, Krebspatienten und Patienten mit Fettstoffwechselerkrankungen durch Partnerapotheken. 1.2. Grundlagen der Abschlusserstellung Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 umfasst den Abschluss der Sanecum Gruppe GmbH und ihrer Tochterunternehmen in Übereinstimmung mit dem Bilanzierungsstandard des Handelsgesetzbuches (HGB), gemäß § 290 ff. HGB. Das Geschäftsjahr für alle in den Konzern einbezogenen Unternehmen entspricht dem Kalenderjahr. Alle Gesellschaften werden jeweils auf Basis des von ihnen aufgestellten Abschlusses zum 31. Dezember 2021 einbezogen. Aufwendungen und Erträge werden erst ab dem Zeitpunkt der Konzernzugehörigkeit einbezogen. Die Vergleichswerte für 2020 beziehen sich auf den Zeitraum vom 1 .Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020. Aufgrund der im Geschäftsjahr und Vorjahr erfolgten Unternehmenszusammenschlüsse sind die Vorjahreswerte mit den Werten des Berichtsjahres nur eingeschränkt vergleichbar. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt auf Basis der historischen Anschaffungs- / Herstellungskosten, wobei Vermögensgegenstände sowie Schulden gegebenenfalls erfolgswirksam oder erfolgsneutral bewertet werden. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Der Konzernabschluss wird in der Berichtswährung Euro aufgestellt, welcher auch die funktionale Währung des Mutterunternehmens ist. Die Zahlenangaben erfolgen - soweit nicht anders vermerkt - in Tausend Euro (T€). Die dargestellten Tabellen und Angaben können rundungsbedingte Differenzen enthalten. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und davon-Vermerke teilweise an dieser Stelle gemacht. 1.3. Konsolidierungskreis und -grundsätze In den Konzernabschluss werden alle Unternehmen einbezogen, auf die die Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausübt. Der Kreis der einbezogenen Unternehmen ergibt sich aus der Aufstellung des Anteilsbesitzes, der Bestandteil dieses Anhangs ist. Alle Tochtergesellschaften wurden im Erwerbs- bzw. Gründungsjahr erstmalig konsolidiert. Bei der erstmaligen Einbeziehung der Gesellschaften werden die in den Konzernabschluss aufgenommenen Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten im Rahmen der Kaufpreisallokation neu bewertet und unter Aufdeckung von stillen Reserven und Lasten angesetzt. Zusätzlich wird ein Geschäfts- und Firmenwert in der Konzernbilanz als Vermögensgegenstand angesetzt. Im Konzernabschluss 2021 sind folgende Tochterunternehmen einbezogen:
* indirekter Beteiligungsbesitz
Der Konzernabschluss umfasst grundsätzlich alle Tochtergesellschaften der Sanecum Gruppe. Ein Unternehmen wird ab dem Zeitpunkt in den Konsolidierungskreis einbezogen, zu dem die Sanecum Gruppe Beherrschung bzw. einen maßgeblichen Einfluss erlangt, in der Regel zum Erwerbszeitpunkt, und entkonsolidiert, wenn die Möglichkeit zur Einflussnahme nicht mehr besteht. Voraussetzung für eine Konsolidierung ist die Möglichkeit einer mittelbaren oder unmittelbaren Beherrschung der Finanz- und Geschäftspolitik der Tochtergesellschaften. Im Falle des Verlustes der mittelbaren oder unmittelbaren Beherrschung der Tochtergesellschaft scheidet das Unternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus (Entkonsolidierung). Die Kapitalkonsolidierung für Unternehmen, die aufgrund eines Erwerbs erstmals konsolidiert werden, wird nach der Erwerbsmethode zum Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist, vorgenommen. Dabei wird der Wertansatz, der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals des Tochterunternehmens verrechnet. Das Eigenkapital wird mit dem Betrag angesetzt, der dem zum Konsolidierungszeitpunkt beizulegenden Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten entspricht. Ein nach der Verrechnung verbleibender Unterschiedsbetrag wird, wenn er auf der Aktivseite entsteht, als Geschäfts- oder Firmenwert und, wenn er auf der Passivseite entsteht, unter dem Posten "Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung" nach dem Eigenkapital ausgewiesen. Konzerninterne Transaktionen werden eliminiert. Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden gegeneinander aufgerechnet. Zwischenergebnisse werden eliminiert und konzerninterne Erträge mit den korrespondierenden Aufwendungen verrechnet. Bei der Veräußerung eines Tochterunternehmens werden die bis dahin einbezogenen Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten sowie ein dem Tochterunternehmen zuzuordnender Geschäfts- oder Firmenwert mit dem Veräußerungserlös verrechnet. Verliert der Konzern die Beherrschung über ein Tochterunternehmen, bucht er die Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten des Tochterunternehmens und alle zugehörigen, nicht beherrschenden Anteile und andere Bestandteile am Eigenkapital aus. Entstehende Gewinne und Verluste werden ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Jeder zurückbehaltene Anteil an dem ehemaligen Tochterunternehmen wird zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt des Verlustes der Beherrschung bewertet. 1.4. Allgemeine Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Vermögensgegenstände und Schulden werden im Konzernabschluss einheitlich bewertet. Abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze in den Jahresabschlüssen der Konzernunternehmen werden angepasst (Handelsbilanz II). Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen linear vermindert. Die geschätzten Nutzungsdauern für Lizenzen, Software und Markenrechte liegt zwischen 3 und 10 Jahren. Geschäfts- oder Firmenwerte einschließlich der Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Erstkonsolidierung von Anteilen werden über einen Zeitraum von 10 Jahren linear abgeschrieben, da die wirtschaftliche Nutzungsdauer bei 10 Jahren liegt. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Alle abnutzbaren Anlagegüter werden linear abgeschrieben. Bei den Gesellschaften sind geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von € 800,00 im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen. Die Abschreibungssätze für Sachanlagevermögen basieren auf folgenden geschätzten wirtschaftlichen Nutzungsdauern:
Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Technische Anlagen:
Die jeweilige Nutzungsdauer wird regelmäßig überprüft und, wenn nötig, dem erwarteten wirtschaftlichen Nutzenverlauf angepasst. Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten und die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen werden mit einem einheitlichen Zinsfuß auf den Barwert abgezinst. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren Tageswerten angesetzt. Vorräte werden in der Bilanz grundsätzlich mit den durchschnittlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten basieren auf der Kalkulation einer Standardbeschäftigung. Im Einzelnen enthalten die Herstellungskosten die direkt zurechenbaren Einzelkosten sowie die mit einer Schlüsselung verrechneten Material- und Fertigungsgemeinkosten. Sollte sich am Abschlussstichtag herausstellen, dass der Wert der Vorräte gesunken (gestiegen) ist, erfolgt eine Abwertung (Wertaufholung) zum niedrigeren (höheren) Nettoveräußerungswert. Die Anschaffungs-/ Herstellungskosten bilden die Obergrenze. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind auf der Basis von Einzelkalkulationen zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen berücksichtigt werden. Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie angemessene Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für die betriebliche Altersversorgung werden nicht aktiviert. In allen Fällen wird verlustfrei bewertet, d. h. es werden von den voraussichtlichen Verkaufspreisen Abschläge für noch anfallende Kosten vorgenommen. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagedauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Für Verluste aus Liefer- und Abnahmeverpflichtungen sind in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet. Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind abgezinst. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach der Anwartschaftsbarwertmethode unter Verwendung der "Heubeck-Richttafeln 2018 G" ermittelt. Für die Abzinsung bei wird pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz bei einer restlichen Laufzeit von 10 Jahren von 1,35 % (Vj. 2,30 %) gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung vom 18. November 2009 verwendet. Die Erwartete Rentendynamik wurde mit 1,75 % (Vj. 1,75 %) berücksichtigt. Wertpapiergebundene Pensionszusagen sind nach § 298 Abs. 1 i. V. m. § 253 Abs. 1 Satz 3 HGB mit dem beizulegenden Zeitwert der Wertpapiere bewertet, soweit dieser den garantierten Mindestbetrag übersteigt. Die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet und mit den korrespondierenden Rückstellungen verrechnet. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst. Die Verbindlichkeiten werden mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt. Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Zudem werden auch Differenzen, die auf Konsolidierungsmaßnahmen gemäß den §§ 300 bis 307 HGB beruhen, berücksichtigt, nicht jedoch Differenzen aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts bzw. eines negativen Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung. Latente Steuern auf Buchwertdifferenzen beim Geschäfts- oder Firmenwert werden nur dann angesetzt, sowie sie auf temporären Differenzen beruhen, die auf einen steuerlich abzugsfähigen Geschäfts- oder Firmenwert bzw. einen steuerlich zu berücksichtigendem passivischem Unterschiedsbetrag zurückzuführen sind. Soweit im Rahmen des Erwerbs von Tochterunternehmen steuerliche Verlustvorträge mit erworben werden, für die innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Verrechenbarkeit zu erwarten ist, wird die Möglichkeit, hierfür im Zuge der Kaufpreisaufteilung bis zum Ablauf der Anpassungsperiode i. S. d. § 301 Abs. 2 Satz 2 HGB aktive latente Steuern erfolgsneutral zu berücksichtigen, in Anspruch genommen. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet. 2. Erläuterungen 2.1. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Für die Sanecum Gruppe bestehen gegenüber dem Vorjahr unverändert Umsätze aus Verträgen mit Kunden zur Erbringung medizinischer Leistungen. In der folgenden Tabelle werden die Erlöse nach den wichtigsten Dienstleistungslinien aufgeschlüsselt. Der Umsatz ist ausschließlich im Inland realisiert.
Die übrigen Umsatzerlöse betreffen im Wesentlichen Erlöse aus wahlärztlichen Leistungen sowie Zuschläge des Pflegeentgelts. Sonstige betriebliche Erträge und Bestandsveränderung Im Geschäftsjahr lag die Bestandsveränderung bei T€ 358 (Vorjahr T€ 338). Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:
Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge entfallen überwiegend auf Kostenerstattungen. Materialaufwand
Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe setzen sich überwiegend aus dem Wareneinsatz von Praxis- und Laborbedarf sowie Arzneimitteln zusammen. Personalaufwand Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
Der Jahresdurchschnitt der Mitarbeiteranzahl der in den Konzernanhang einbezogenen Unternehmen hat sich im Geschäftsjahr von 367 auf 663 erhöht und setzt sich wie folgt zusammen:
Abschreibungen und Wertminderungen Die laufenden Abschreibungen und Wertminderungen für das Berichtsjahr 2021 und das Vorjahr setzen sich wie folgt zusammen:
Für weitere Informationen wird auf den Anlagenspiegel in Kapitel 2.2.1 verwiesen. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gliedern sich wie folgt:
Die übrigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich hauptsächlich aus der Inanspruchnahme von Dienstleistungen, Leasing von Praxisgeräten, Nutzungsentgelten, EDV und Bürobedarf sowie aus Telekommunikationskosten zusammen. Periodenfremde Aufwendungen bestehen in Höhe von T€ 592. Finanzergebnis Das Finanzergebnis gliedert sich wie folgt:
Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
Die sonstigen Finanzaufwendungen beinhalten im Wesentlichen Zinsen auf Steuernachzahlungen. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Die laufenden Steuern beinhalten hauptsächlich Aufwendungen aus Steuervorauszahlungen. 2.2. Konzern-Bilanz - Aktiva 2.2.1. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen Anlagenspiegel für das Berichtsjahr:
Der Geschäfts- oder Firmenwert enthält Beträge in Höhe von T€ 30.419, die in den Jahresabschlüssen der einbezogenen Unternehmen entstanden sind. Die restlichen T€ 9.133 resultieren aus der Erstkonsolidierung von Anteilen. Anlagenspiegel für das Vorjahr:
Der Geschäfts- oder Firmenwert enthält Beträge in Höhe von T€ 2.800, die in den Jahresabschlüssen der einbezogenen Unternehmen entstanden sind. Die restlichen T€ 27.965 resultieren aus der Erstkonsolidierung von Anteilen. Aus der Veränderung des Konsolidierungskreises resultiert ein Zugang des Geschäfts- oder Firmenwertes in Höhe von T€ 27.585. 2.2.2. Finanzanlagen Die Finanzanlagen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Ausleihungen bestehen aus ausgegebenen Darlehen an Minderheitsgesellschafter des Konzerns. 2.2.3. Vorräte Bei den unfertigen Leistungen handelt sich um nicht abgeschlossene Studien.
2.2.4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 9.618 (Vorjahr T€ 4.661) sind innerhalb eines Jahres fällig. Die sonstigen Vermögensgegenstände setzen sich wie folgt zusammen:
2.2.5. Latente Steueransprüche und -schulden Die latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus Differenzen bilanzieller Wertansätze für den Geschäfts- oder Firmenwert/Praxiswert sowie Kundenbeziehungen in Höhe von T€ 5.487 (Vorjahr: T€ 737). Der Berechnung wird ein Steuersatz von 32% zugrunde gelegt. 2.2.6. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zum Bilanzstichtag betragen das Bankguthaben und die Kassenbestände T€ 1.907 (Vorjahr: T€ 2.163). Im Gesamtbestand der Zahlungsmittel und kurzfristigen Einlagen sind eingezahlte Fördermittel enthalten. Die Fördermittel sind zweckgebunden und nur für geförderte Investitionen zu verwenden. Zur Überleitung der Zahlungsmittel für die Kapitalflussrechnung wird auf die Erläuterung zur Kapitalflussrechnung in Kap. 2.4.3 verwiesen. 2.2.7. Rechnungsabgrenzungsposten Bei den Vorauszahlungen handelt es sich um Zahlungen, die vor dem Stichtag geleistet wurden, aber erst nach dem Stichtag aufwandswirksam darzustellen sind. Hierin enthalten sind Disagios in Höhe von T€ 1.272 (Vorjahr T€ 618.) 2.3. Konzern-Bilanz - Passiva 2.3.1. Eigenkapital Zum 31. Dezember 2021 belief sich das Eigenkapital der Sanecum Gruppe auf insgesamt T€ 32.225 (Vorjahr: T€ 14.806) und setzt sich wie folgt zusammen:
Die Kapitalrücklage hat sich aufgrund einer Zuführung des Mutterunternehmens um T€ 23.423 erhöht. Der Anstieg der Minderheitsanteile ist im Wesentlichen auf den Unternehmenserwerb der NBNK und der RiePharm zurückzuführen. 2.3.2. Sonderposten Es bestehen passivierte Fördermittel nach dem KHG in Höhe von T€ 61 (Vorjahr: T€ 61). Diese sind der Clinicum St. Georg, Bad Aibling zugeordnet und werden entsprechend der Nutzungsdauer der Anlagen erfolgswirksam aufgelöst. 2.3.3. Rückstellungen
Die übrigen sonstigen Rückstellungen bestehen u. a. für die Archivierungsverpflichtung, Rechtsstreitigkeiten sowie transaktionsbezogene Verpflichtungen. Die Entwicklung der sonstigen Rückstellungen stellt sich wie folgt dar:
2.3.4. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Im Geschäftsjahr lag die Zuführung bei T€ 107 (davon T€ 17 Zinseffekt). Zum 31.12.2021 wurde das Planvermögen mit der Pensionsverpflichtung saldiert. Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB beträgt T€ 79.
2.3.5. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten setzen sich wie folgt zusammen:
Im Geschäftsjahr 2021 wurden Darlehen bei Kreditinstituten in Höhe von T€ 18.787 aufgenommen.
Die Sicherheiten der Sanecum Gruppe bestehen gegenüber einer Bank und sind durch die Anteile an Tochterunternehmen besichert. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten marktübliche Vereinbarungen zur Einhaltung der Finanzierungsstärke (Financial Covenants), die bei Verletzung zu einer Anpassung der Vertragskonditionen oder auch zu einer Vertragskündigung durch die beteiligten Banken führen können. Die hierfür relevanten Kennzahlen werden laufend überwacht und an den Vorstand berichtet. Bei den Kennzahlen handelt es sich im Wesentlichen um den Verschuldungsgrad. Diese Kennzahlen haben sich im Geschäftsjahr nicht wesentlich verändert. 2.3.6. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen/Erhaltene Anzahlungen Sämtliche Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Sie haben sich wie folgt entwickelt:
2.3.7. Sonstige Verbindlichkeiten Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Die Verbindlichkeiten aus Steuern und Sozialversicherungen betreffen im Wesentlichen Umsatzsteuerverbindlichkeiten sowie Lohnsteuer und Sozialabgaben. 2.4. Sonstige Angaben 2.4.1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen resultieren ausschließlich aus Miet- und Leasingverträgen.
Zum 31. Dezember 2021 bestehen Mietbürgschaften in Höhe von T€ 260 gegenüber einem konzernfremden Dritten. Es wird davon ausgegangen, dass hieraus keine Verpflichtungen entstehen. 2.4.2. Kapitalmanagement Der Schwerpunkt des langfristigen Kapitalmanagements beruht auf der Sicherung des Eigenkapitals der Sanecum Gruppe, das als langfristiges Risikokapital in erster Linie zur Finanzierung von Investitionen herangezogen wird. Ferner zielt das Kapitalmanagement auf einen ausgewogenen Mix zwischen Fremd- und Eigenkapital zur Optimierung der Kapitalstruktur und damit reduzierten Kapitalkosten ab. Der Kapitalbedarf in der Sanecum Gruppe wird ausschließlich durch das operative Geschäft bestimmt und durch Einzahlungen in das Eigenkapital sowie Darlehensmittel aus dem Gesellschafterkreis und Darlehen von Kreditinstituten gedeckt. Die Kapitalstruktur der Sanecum Gruppe wird daher fortlaufend optimiert und an die jeweils gegebenen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst. Die Geschäftsführung überwacht die Kapitalstruktur anhand regelmäßiger - mindestens monatlicher - Berichte über die Eigenkapitalzusammensetzung. Die Sanecum Gruppe unterliegt keinen externen Mindestkapitalanforderungen. 2.4.3. Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit wurde nach der indirekten Methode ermittelt. Dabei wird das Periodenergebnis um nicht zahlungswirksame Aufwendungen (erhöhend) und Erträge (vermindernd) korrigiert und die zahlungswirksamen Veränderungen von Vermögenswerten und Schulden des laufenden Geschäftsbetriebes einbezogen. Der Finanzmittelfonds für Kapitalflussrechnungszwecke setzt sich zusammen aus Barmitteln und täglich fälligen Forderungen an Kreditinstitute. 2.4.4. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen Als nahestehende Personen oder Unternehmen werden konsolidierte Tochterunternehmen der Sanecum Gruppe bezeichnet sowie Personen, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik der Sanecum Gruppe ausüben. Dementsprechend werden insbesondere das Mutterunternehmen, die Schwestergesellschaften, die Tochterunternehmen und die Beteiligungen als nahestehende Unternehmen definiert. Zu nahestehenden Personen zählen alle Mitglieder der Geschäftsführung der Sanecum Gruppe GmbH sowie Minderheitsbeteiligter mit mehr als 20%. Die Transaktionen der Konzernunternehmen mit nahestehenden Personen sind ausnahmslos der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der jeweils beteiligten Parteien zuzurechnen und wurden zu marktüblichen Bedingungen abgeschlossen. Die Transaktionen zwischen der Sanecum Gruppe GmbH und ihren konsolidierten Tochtergesellschaften sowie zwischen den konsolidierten Tochtergesellschaften wurden in der konsolidierten Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung eliminiert. Mit der Sana Kliniken Berlin-Brandenburg GmbH, Berlin, als Darlehensgeber bestehen zum 31. Dezember 2021 Darlehensverträge in Höhe von T€ 16.025 zu marktüblichen Konditionen. Im Geschäftsjahr lagen keine weiteren wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Personen und Unternehmen vor. 2.4.5. Gesamtbezüge der Geschäftsführung und des Beirats Angaben zur Vergütung der Geschäftsführung werden unter Berufung auf § 286 Abs. 4 HGB nicht gemacht. Der Beirat erhielt in der Berichtsperiode und im Vorjahr keine Aufwandsentschädigung. 2.4.6. Konzernverhältnisse Die Sanecum Gruppe GmbH stellt den Konzernabschluss für den größten Kreis der Unternehmen auf. Die Offenlegung erfolgt im Bundesanzeiger. 2.4.7. Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB Alle in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunterunternehmen nehmen die Erleichterungsvorschriften der § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB in Anspruch und lassen sich von der Verpflichtung, einen Jahresabschluss und einen Lagebericht aufzustellen, prüfen zu lassen und offenzulegen, befreien. 2.4.8. Prüfungskosten Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamt-Honorar des Abschlussprüfers des Konzerns setzt sich wie folgt zusammen:
2.4.9. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Es sind wesentliche Ereignisse und Entwicklungen von besonderer Bedeutung für die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Sanecum Gruppe seit dem Abschlussstichtag, dem 31. Dezember 2021, eingetreten. Nach dem Ende der Berichtsperiode und vor Genehmigung zur Veröffentlichung des Abschlusses erfolgten Beteiligungserwerbe, die nachstehend tabellarisch dargestellt sind.
Weitergehende verlässliche Daten sind zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses nicht vorhanden.
Hamburg, den 31. März 2022 Die Geschäftsführung Ulf Völkel Dr. Susanne Hoischen Konzernlagebericht 2021Abkürzungsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 1. Grundlagen der Sanecum Gruppe 1.1. Tochterunternehmen/Beteiligungen 1.2. Geschäftsmodell der Sanecum Gruppe 2. Wirtschaftsbericht 2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 2.2. Branchenbezogene Entwicklung 2.3. Geschäftsentwicklung und Ertragslage 2.4. Vermögens- und Finanzlage 2.5. Finanzierung und Liquidität 3.1. Gesamtaussage der Geschäftsführung zur wirtschaftlichen Lage 3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 3.2. Prognosebericht 3.3. Chancen- und Risikobericht 1. Grundlagen der Sanecum Gruppe 1.1. Tochterunternehmen/Beteiligungen Der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 stellt den Geschäftsverlauf und die Lage des Konzerns Sanecum Gruppe GmbH, Hamburg, dar. Ferner werden mögliche Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung dargestellt. Im weiteren Berichtsverlauf wird die Sanecum Gruppe GmbH, unter anderem mit "Sanecum" oder "Gruppe" bezeichnet. Mit Eintragung des Gesellschafterbeschlusses vom 2. April 2019 in das Handelsregister am 11. April 2019 wurde die Sanecum erworben. Die Sanecum erlangte als herrschendes Unternehmen aufgrund der Stimmmehrheit vom 1. Juli 2019 die Kontrolle über die Clinicum St. Georg GmbH & Co. KG, Bad Aibling (vormals: Medi-Therm Kliniken GmbH & Co. KG, Bad Aibling) und war in der Folge die Konzernmuttergesellschaft des rechtlich ab dem 1. Juli 2019 neu entstandenen Sanecum-Konzerns. Darüber hinaus wurden nachfolgende Tochterunternehmen erworben:
* indirekter Beteiligungsbesitz
Das Geschäftsjahr für alle in den Konzern einbezogenen Unternehmen entspricht dem Kalenderjahr. Alle Gesellschaften werden jeweils auf Basis des von ihnen aufgestellten Abschlusses zum 31. Dezember 2021 einbezogen. Aufwendungen und Erträge werden erst mit dem Zeitpunkt der Konzernzugehörigkeit einbezogen. Im vorliegenden Konzernlagebericht wird über das Geschäftsjahr 2021 und das Vorjahr berichtet. Aufgrund der im Geschäftsjahr und Vorjahr unterjährig erfolgten Unternehmenszusammenschlüsse sind die Vorjahreswerte mit den Werten des Berichtsjahres nur eingeschränkt vergleichbar. In den Geschäftsjahren 2020 und 2021 erfolgten folgende wesentliche Unternehmenstransaktionen: Erwerb der Policum Berlin MVZ GmbH (vormals: POLIKUM MVZ GmbH) Zum 1. Januar 2020 wurden 74,99% der Anteile an der Policum Berlin MVZ GmbH, Berlin, (Policum) von der Sana Berlin Brandenburg GmbH, Berlin als Verkäuferin erworben. Die Policum Berlin MVZ GmbH wiederum hält je 100 % der Anteile an der Policum Berlin Physiotherapie GmbH (vormals: Sana Ambulante Medizin Management GmbH, Berlin) und Policum Berlin Studien GmbH (vormals: POLIKUM Institut GmbH). Im weiteren Berichtsverlauf wird die Policum Berlin MVZ GmbH mit ihren beiden Tochtergesellschaften als "Policum Gruppe" bezeichnet. Die Policum Gruppe umfasst neun Medizinische Versorgungszentren in Berlin. Cardiologicum Hamburg (Überörtliche Berufsausübungsgesellschaft) GbR, Hamburg (Cardiologicum) Zum 1. Juli 2020 wurde ein kontrollvermittelnder mittelbarer Anteil in Höhe von 62,45 % an der Cardiologicum Hamburg (Überörtliche Berufsausübungsgesellschaft) GbR (kurz: Cardiologicum) erworben. Der Erwerb erfolgte im Wege eines Share Deals (Erwerb und Einbringung der Beteiligungen) über die Cardiologicum Hamburg MVZ GmbH (vormals: MVZ Cardiologicum Hamburg GmbH; kurz: MVZ 1) und die Cardiologicum Hamburg MVZ 2 GmbH (vormals: MVZ Cardiologicum Hamburg 2 GmbH; kurz MVZ 2), an der die Clinicum St. Georg jeweils direkt einen kontrollvermittelnden Anteil von 70,02 % bzw. 54,55 % hält. Die MVZ 1 und die MVZ 2 halten wiederum 51,06 % bzw. 48,94 % der Mitunternehmeranteile an der Cardiologicum üBAG. Mit dem Erwerb des Cardiologicum ergänzt die Sanecum Gruppe ihr diagnostisches, therapeutisches und invasives Angebot in der Fachrichtung Kardiologie. Erwerb der Gemeinschaftspraxis Markgräflerland GbR, Markgräflerland (Markgräflerland) Zum 1. Januar 2021 folgte die Übernahme der Gemeinschaftspraxis Markgräflerland GbR, Markgräflerland, mit einer mehrheitlichen Beteiligung von 50,02%, womit die Präsenz der ambulanten Einrichtungen im Süden Deutschlands durch drei Standorte des Versorgungszentrums erhöht wurde. Das fachinternistische Gemeinschaftspraxis deckt das gesamte Spektrum der Inneren Medizin ab. Besonderen Fokus legt das medizinische Versorgungszentrum auf die Diagnose und Therapie von Nieren-, Rheuma- und Bluthochdruckerkrankungen. Erwerb der Gemeinschaftspraxis Kreuzberg-Friedrichshain GbR, Berlin (Kreuzberg-Friedrichshain) Zum 1. April 2021 erfolgte die 100,00%-ige Übernahme der Nephrologicum Berlin Kreuzberg-Friedrichshain MVZ GmbH. In dieser nephrologischen Gemeinschaftspraxis mit eigenem Dialysezentrum setzen wir unser Augenmerk auf die Behandlung von Patienten mit Nieren- und Hochdruckkrankheiten. Erwerb der Nierenzentrum Hamburg Ost GbR, Hamburg (Nephro Hamburg) Durch die am 1. August 2021 erfolgte Übernahme des medizinischen Versorgungszentrum "Nierenzentrum Hamburg Ost GbR" durch die Nephrologicum Hamburg MVZ GmbH erweiterte die Sanecum Gruppe ihre Präsenz in ihrer Gründungsstadt Hamburg. Das MVZ ist hier an vier Standorten ansässig und gewährleistet so allen in Hamburg und Umgebung wohnhaften Patienten eine exzellente Behandlung Ihrer Nieren- und Hochdruckerkrankungen. Erwerb der Berufsausübungsgemeinschaft Dr. Bunge & Dr. König GbR, Berlin (Berlin-Neukölln) Am 1. Oktober 2021 wurde die "Berufsausübungsgemeinschaft Dr. Bunge & Dr. König GbR" durch die Nephrologicum Berlin Neukölln MVZ GmbH, Hamburg, mit eigenem Dialysezentrum zu einer 51%-igen Beteiligung an die Sanecum Gruppe übergeben. Der Schwerpunkt dieses Versorgungszentrums liegt auf die spezialisierte Behandlung von Patienten mit Nieren- und Hochdruckkrankheiten. Erwerb der RiePharm GmbH (RiePharm) Mit einer 85,00%-tigen Übernahme der RiePharm GmbH, Riesa, und der 100,00%-igen Übernahme der welcome Apotheken Kooperation GmbH und Co. KG, Riesa, zum 1. Oktober 2021 hat die Gruppe ihre Dienstleistung zur ausgezeichneten Patientenversorgung weiter ausgebaut. RiePharm ist ein unabhängiger Arzneimittelgroßhandel mit Ziel der Sicherstellung einer schnellen, kostengünstigen und sicheren Versorgung von chronischen Dialysepatienten, Krebspatienten und Patienten mit Fettstoffwechselerkrankungen durch Partnerapotheken. 1.2. Geschäftsmodell der Sanecum Gruppe Die Sanecum Gruppe GmbH erwirbt und hält Beteiligungen an medizinischen Versorgungszentren mit Schwerpunkten in den Fachrichtungen der Inneren Medizin, Nephrologie und Kardiologie. Die medizinischen Versorgungszentren werden durch ärztliche Geschäftsführer dezentral geführt und profitieren von gruppenweit einheitlich bereitgestellten innovativen und digitalen IT-Lösungen zur optimierten Versorgung der Patienten. Die Gruppe erbringt einzelne Dienstleistungen zur Förderung und Entwicklung der medizinischen Versorgungszentren (MVZ) durch Eingehen regionaler Kooperationen sowie Patientenzuweisung in den regionalen Netzen. Die Umsatzerlöse resultieren hauptsächlich aus dem ambulanten Bereich. Die medizinischen Versorgungszentren sowie die Klinik unterliegen der gesetzten mäßigen Norm der Entgeltregelungen. Das Angebot von ambulanten und stationären Behandlungen sowie die Preise gegenüber Krankenkassen und anderweitigen Kostenträgern sind durch Rechtsverordnungen auf Bundes- und Landesebene festgesetzt. Um erbrachte medizinische Leistungen in den MVZ auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherungen abrechnen zu können, gilt die Voraussetzung der Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung. Die Leitung und Steuerung der Sanecum Gruppe erfolgt durch die Geschäftsführung der Muttergesellschaft sowie durch die geschäftsführenden Ärzte in den einzelnen Tochtergesellschaften mit ihren medizinischen Versorgungszentren. Weitere Organe der Gruppe sind der Beirat sowie die Gesellschafterversammlung. Dem Beirat obliegen die Beratung, Kontrolle und Überwachung der Geschäftsführung, sowie die entsprechenden Rechte und Pflichten. Die Gesellschafterversammlung beschließt über die Feststellung des Jahresabschlusses sowie über die Entlastung der Geschäftsführer und über die Gewinnverwendung. Die operative Verantwortung wird den regionalen Gesellschaften für die Erreichung der Ziele übertragen, die auch organisatorisch die Patienten betreuen. Im Hinblick auf die unternehmerischen Ziele der Gruppe werden die Umsatzerlöse und das EBITDA als betriebswirtschaftliche Steuerungs- und Planungskennzahl genutzt, welche Rückschlüsse auf das Wachstum und die Rentabilität geben. Das EBITDA beschreibt die operative Leistungsfähigkeit vor Abschreibungen, Steuern und Zinsen und stellt einen bedeutsamen steuerungsrelevanten finanziellen Leistungsindikator dar. Die Planung der Tochtergesellschaften der Sanecum Gruppe erfolgt lokal nach handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften. Die Überleitung zu einer nach IFRS aufgestellten konzernübergreifenden Planung und Steuerung erfolgt zentral auf Ebene der Sanecum Gruppe. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts beurteilt die Geschäftsführung der Sanecum Gruppe GmbH die Geschäftsentwicklung als positiv. Mit der Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2021 ist die Geschäftsführung insgesamt zufrieden. Im Geschäftsjahr 2021 wurden keine bedeutsamen nichtfinanziellen Leistungsindikatoren von der Sanecum Gruppe als Steuerungsinstrument genutzt. 2. Wirtschaftsbericht 2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz war der Jahresanfang 2021 besonders durch die anhaltende Corona-Pandemie sowie die damit einhergehenden Eindämmungsmaßnahmen charakterisiert. Eine beginnende Erholung der Wirtschaft zur Jahresmitte wurde insbesondere durch Lieferengpässe und Ressourcenknappheit gebremst. Zum Jahresende hat das Infektionsgeschehen wieder an Fahrt aufgenommen, wodurch sich die Erholung weiter verlangsamt hat. Aufgrund dieser Entwicklung ist gemäß Bundesministerium das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt in 2021 um 2,7% gestiegen. Auch zum Jahresbeginn 2022 führt die anhaltende Corona-Pandemie zu Einschränkungen in einigen Bereichen der Wirtschaft (insbesondere im Dienstleistungsbereich). In Folge des erwarteten Rückgangs der Infektionszahlen sowie der allmählichen Auflösung der Lieferengpässe prognostiziert die Bundesregierung für das Jahr 2022 einen Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von 3,6%. 2.2. Branchenbezogene Entwicklung Die Gesundheitswirtschaft hat eine erhebliche ökonomische Bedeutung für den Standort Deutschland. Im Kernbereich der Gesundheitswirtschaft lag die Bruttowertschöpfung 2020 bei knapp € 364,5 Mrd. (Prognose, und entspricht mehr als 12% des Bruttoinlandsprodukts). Der Gesundheitsmarkt ist damit weiterhin eine Wachstumsbranche auf Expansionskurs. Mit einem Wachstum von jährlich 3,3% wuchs der Sektor in den letzten zehn Jahren deutlich stärker als das Bruttoinlandsprodukt. Die jährlichen Gesundheitsausgaben sind in Deutschland seit mehr als 10 Jahren stetig gestiegen. Die Ausgaben werden auch in den kommenden Jahren aufgrund der Corona-Pandemie sowie der alternden Gesellschaft ansteigen. Es werden Umsätze im Gesundheitswesen in Deutschland für das Jahr 2022 in Höhe von € 95,8 Mrd. und in 2023 von € 98,5 Mrd. erwartet. Die Gesundheitsausgaben beliefen sich im Jahr 2020 gemäß Statistischen Bundesamt auf rund € 425 Mrd. (prognostizierter Wert). Sie haben damit bereits seit dem Jahr 2017 die Marke von € 1 Mrd. pro Tag regelmäßig überschritten. Das Bundesministerium für Gesundheit sieht die Gesundheitswirtschaft weiterhin als Beschäftigungsmotor. Die Branche ist sehr personalintensiv und beschäftigt derzeit 5,8 Millionen Menschen. Damit ist aktuell etwa jeder achte Erwerbstätige in Deutschland in dieser Branche tätig. Seit dem Jahr 2000 hat die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen um 1,7 Millionen zugenommen. Mehr als drei Viertel der Beschäftigten sind weiblichen Geschlechts. Nach der Gesundheitsberichterstattung des Bundes ist die Zahl der 5,7 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 97.000 (plus 1,0%) gestiegen. Zurückzuführen ist dieser positive Beschäftigungstrend vor allem auf das Wachstum der Beschäftigten in den Berufen der Altenpflege (plus 22.000 oder 3,3%) und in den anderen Berufen des Gesundheitswesens, wie bspw. Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe (plus 18.000), Arzt- und Praxishilfe (plus 9.000), Human- und Zahnmedizin (plus 10.000) sowie nichtärztliche Therapie und Heilkunde (plus 5.000). Am Jahresende 2018 arbeiteten mehr als drei Viertel der Beschäftigten in ambulanten und (teil-)stationären Einrichtungen des Gesundheitswesens. In der ambulanten Pflege ist das Personal mit einem Zuwachs von 9.000 (plus 2,2%) vergleichbar stark angestiegen wie in der stationären und teilstationären Pflege (plus 10.000 oder plus 1,3%). Ein überdurchschnittliches Beschäftigungswachstum gab es auch in Krankenhäusern (plus 27.000 oder plus 2,3%), und Praxen sonstiger medizinischer Berufe (plus 9.000 oder plus 1,7%), in Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen ist die Zahl in etwa gleichgeblieben. Mittelfristig betrachtet ist zwischen 2012 und 2019 das Personal in Arztpraxen um 7% gestiegen, in den Praxen sonstiger medizinischer Berufe um 19% und in Krankenhäusern um 12%. In der ambulanten Pflege erfolgte ein Anstieg des Personals um 38% und in der (teil-)stationären Pflege um 18%. 2.3. Geschäftsentwicklung und Ertragslage Das Geschäftsjahr 2021 ist aufgrund der Übernahme neuer ambulanten Gesellschaften sowie der RiePharm GmbH und deren erstmaligen Einbezug in den Konzernabschluss der Sanecum Gruppe GmbH nicht mit dem Vorjahr vergleichbar. Nachstehend wird die Ertragslage des Konzerns beschrieben.
Die Sanecum Gruppe erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 Umsatzerlöse in Höhe von T€ 60.727 (Vorjahr: T€ 27.166) und hat damit die Vorjahresprognose übertroffen. Der Anstieg um T€ 33.561 ist überwiegend anorganisch und bedingt durch die mehrheitliche Übernahme der RiePharm (T€ 9.189), der Markgräflerland (T€ 8.103), der Kreuzberg-Friedrichshain (T€ 2.706) sowie der Nephro Hamburg (T€ 2.604). Darüber hinaus wird die Cardiologicum erstmalig über das gesamte Geschäftsjahr einbezogen und nicht wie im Vorjahr über sechs Monate. Daraus ergibt sich ebenfalls ein anorganisches Wachstum (T€ 9.224). Infolgedessen hat sich das EBITDA im Vergleich zum Vorjahr um T€ 2.401 auf T€ 1.955 sehr positiv entwickelt. Das EBITDA 2021 ist aufgrund von hinausgezögerter Transaktion und pandemiebedingt deutlich unterhalb der Vorjahresprognose. Aufgrund der stark angestiegenen Abschreibungen T€ 8.107 (Vorjahr T€ 3.778) lag der Jahresfehlbetrag im Geschäftsjahr bei T€ 10.551 (Vorjahr T€ 4.030). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von T€ 16.837 (Vorjahr T€ 8.997) wurden wesentlich durch die Rechts- und Beratungskosten T€ 3.011 (Vorjahr T€ 998) im Zusammenhang mit den Unternehmenstransaktionen, Raumkosten T€ 4.802 (Vorjahr T€ 3.268), Reparaturen und Instandhaltung T€ 1.973 (Vorjahr T€ 1.255) sowie Versicherungen und Beiträge T€ 1.695 (Vorjahr T€ 784) geprägt. Die Abschreibungen bestehen im Wesentlichen der Geschäfts- oder Firmenwerte T€ 6.242 (Vorjahr T€ 2.862) sowie Abschreibungen auf Sachanlagen T€ 1.281 (Vorjahr T€ 811). Darüber hinaus stieg der Zinsaufwand im Geschäftsjahr um T€ 870 auf T€ 1.494. Die Gruppe behandelt neben Kassen- und Privatpatienten aus Deutschland auch internationale Patienten. Im stationären Bereich sind die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um 28% auf T€ 3.239 zurückgegangen. Dies lag pandemiebedingt nicht im Bereich unserer ursprünglich erwarteten Prognose. Grund hierfür sind im Wesentlichen die ausbleibenden internationalen Patienten und verschärften Reisebeschränkungen und damit resultierenden ausbleibenden Umsätzen für das Geschäftsjahr. Hingegen sind die Umsätze aus ambulanten Behandlungen um 122% auf T€ 44.424 gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Dies ist vor allem auf die Übernahme der neuen ambulanten Gesellschaften sowie der ganzjährige Einbezug der Cardiologicum zurückzuführen. Darüber hinaus werden im Geschäftsjahr erstmalig die Umsatzerlöse aus dem Bereich Pharma durch die Übernahme der RiePharm in Höhe von T€ 9.189 im Konzernabschluss einbezogen. Die Ertragskraft des Unternehmens wird durch die Umsatzerlöse gemessen. Die Umsatzerlöse der Gruppe werden nach den wichtigsten Dienstleistungslinien aufgeschlüsselt und ausschließlich im Inland realisiert.
2.4. Vermögens- und Finanzlage Die Vermögensstruktur der Sanecum Gruppe stellt sich wie folgt dar:
Im Geschäftsjahr 2021 hat die Gruppe im Wesentlichen im ambulanten Bereich durch den Erwerb neuen ambulanten und Pharma Gesellschaften wie unter Punkt 1.1 ausgeführt sowie in eine einheitliche IT-Infrastruktur investiert. Die Gesamtinvestitionen lagen im Geschäftsjahr bei T€ 66.022. Die Kapitalstruktur des Konzerns gliedert sich wie folgt:
Die Finanzierung der Gruppe wird zentral gesteuert und ist grundsätzlich mittel bis langfristig ausgerichtet. Die Zahlungsfähigkeit sowie ausreichende Liquiditätsreserven sind zu jeder Zeit sichergestellt. Neben den liquiden Mitteln in Höhe von T€ 1.907 stehen der Gruppe zum Bilanzstichtag zugesagte Kreditlinien zur Verfügung. Dabei handelt es sich um Kreditlinien zur Finanzierung der Unternehmenserwerbe als auch Betriebsmittelkreditlinien. 2.5. Finanzierung und Liquidität Die Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen
Im Geschäftsjahr wurden Darlehen bei Kreditinstituten in Höhe von T€ 18.787 aufgenommen.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden zu marktüblichen Zinssätzen abgeschlossen und enthalten darüber hinaus Vereinbarungen zur Einhaltung der Finanzierungsstärke (Financial Covenants), die bei Verletzung zu einer Anpassung der Vertragskonditionen oder auch zu einer Vertragskündigung durch die beteiligten Banken führen können. Die hierfür relevanten Kennzahlen werden laufend überwacht und an die Geschäftsführung berichtet. Bei den Kennzahlen handelt es sich im Wesentlichen um den Verschuldungsgrad. Diese Kennzahlen haben sich im Geschäftsjahr 2021 nicht wesentlich verändert. Zum Stichtag bestehen keine Kreditlinien in Fremdwährungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken bestehen im Wesentlichen gegenüber Gesellschaftern der Policum Gruppe und Minderheitsgesellschaftern aus der Put Optionsbewertung und wurden in "arms lenght" abgeschlossen. Im Zusammenhang mit neuen Unternehmenstransaktionen wurden weitere Darlehen im Jahr 2021 aufgenommen. Das angestrebte Investitionsvolumen für diese Transaktionen beläuft sich auf € 60,0 - € 80,0 Mio. Es wird eine Fremdkapitalfinanzierung von mindestens 40% angestrebt. Der Finanzmittelfonds umfasst die in der Bilanz ausgewiesenen Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten.
Im Geschäftsjahr 2021 wurde ein Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit in Höhe von T€ 4.210 realisiert. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2021 T€ 50.698 (Vorjahr T€ 36.155) und ist im Wesentlichen auf Unternehmenstransaktionen zurückzuführen. Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis betrugen T€ 45.149 (Vorjahr T€ 23.941). Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit ist im Wesentlichen aus der Aufnahme neuer Darlehen T€ 26.208 (Vorjahr T€ 34.249) und Kapitalzuführungen der Gesellschafter T€ 23.422 (Vorjahr T€ 15.148) begründet. 3.1. Gesamtaussage der Geschäftsführung zur wirtschaftlichen Lage Zusammenfassend war das Geschäftsjahr 2021 hauptsächlich durch die Übernahme der neuen ambulanten und Pharma Gesellschaften und der Einbezug voller 12 Monate des Cardiologicums sowie durch die anhaltende Covid-19-Pandemie geprägt. Die Umsatzerlöse konnten im Wesentlichen anorganisch um T€ 33.561 erhöht werden. 3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 3.2. Prognosebericht Für das kommende Geschäftsjahr geht die Geschäftsführung von einem starken Wachstum der Umsatzerlöse und des EBITDA aus. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021 rechnet die Geschäftsführung mit einem erheblichen Anstieg der Umsatzerlöse und des EBITDA. Das Wachstum wird maßgeblich anorganisch durch die geplanten Akquisitionen von weiteren Gesellschaften überwiegend aus der Fachrichtung Nephrologie erreicht. Ab 2022 ist die Nephrologie größter Fachbereich und stärkster Wachstumstreiber. Der Anstieg des EBITDA in 2022 ist ebenfalls auf das anorganische Wachstum im Fachbereich Nephrologie sowie die mit dem erwarteten Wachstum einhergehende Verwaltungskostendegression zurückzuführen. Folglich rechnet die Geschäftsführung mit einem verbesserten Konzernjahresergebnis. Die Prognosen bilden auch im Hinblick auf den Ukraine-Krieg die Einschätzungen zum Aufstellungszeitraum wieder. Durch die daraus resultierenden Sanktionen und Flüchtlingsbewegungen können finanzielle und wirtschaftliche Einflussfaktoren maßgeblich beeinflusst werden. Die Auswirkungen sind abhängig von der dynamischen Entwicklung, konkrete Folgen lassen sich derzeit nicht umfänglich abschätzen, jedoch bestehen aktuell keine wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland und der Ukraine. Die Auswirkungen werden fortlaufend evaluiert, um etwaige Maßnahmen treffen zu können. Bei Bedarf wird hier gegengesteuert und es erfolgt ggf. eine Prognose-Anpassung. 3.3. Chancen- und Risikobericht Aufgrund des anorganischen Wachstums ist die Gruppe künftig einer Steigerung der Komplexität in den Geschäftsverflechtungen, einem erhöhten Anspruch nach steigender und konsequenter Effizienz und Effektivität sowie steigenden regulatorischen Anforderungen ausgesetzt. Folglich ist die Gruppe einer Reihe von Herausforderungen und Risiken ausgesetzt. Risiken und Chancen werden gleichermaßen und systematisch erfasst, damit die Gruppe rechtzeitig auf die Risiken reagiert und die Chancen erkennt und zu ihrem Vorteil nutzt. So kann die Gruppe die Ansprüche ihrer Patienten erfüllen, ihren Mitarbeitern sichere Arbeitsplätze bieten und den wirtschaftlichen Erfolg sichern. Die Steuerung der Risiken und Chancen ist eine fortbestehende Herausforderung und wichtiger Bestandteil der Geschäftsführung der Gruppe. Die folgenden Risiken und Chancen wurden für die Sanecum Gruppe identifiziert und nach ihrer Relevanz dargestellt. Die Darstellung erfolgt vor Berücksichtigung von ergriffenen Maßnahmen zur Risikobegrenzung (Bruttobetrachtung): Risiken aus Akquisitionen und Governance-Risiken Die Einbindung von erworbenen Praxen und medizinischen Versorgungszentren kann Risiken mit sich bringen. Die Aufgabe der Gruppe ist es, schnellstmöglich die Prozesse und die Infrastruktur des erworbenen Unternehmens in die Gruppe einzubinden. Dazu werden Prozesse, IT und das Berichtswesen gruppenweit vereinheitlicht. Kritisch könnte sich der Verlust von wichtigen Leistungsträgern im Rahmen der Einbindung sowie nicht sorgfältige und angemessene Due-Diligence-Verfahren auswirken. Darüber hinaus besteht grundsätzlich das Risiko, dass Führungsstrukturen und Etablierung von einem funktionierenden internen Kontrollsystem (bspw. Vier-Augen-Systeme) nicht angemessen greifen bzw. zunächst etabliert werden müssen. Diese Risiken der Akquisition werden dahingehend minimiert, indem erfahrenes Personal der Gruppe diesen Prozess begleitet. Da in den kommenden Geschäftsjahren weitere Akquisitionen geplant sind, erwarten wir ein mittelfristiges Bestehen dieser Risiken. Personalmangel Im Gesundheitsmarkt sind Risiken im Personalbereich durchgehend vorhanden und können zu einer Verschlechterung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen. Zu den wichtigsten Einzelrisiken gehören der Fachkräftemangel und die Abwanderung von Schlüsselpersonal. Zur Vorbeugung des Risikos des Fachkräftemangels nutzt die Gruppe umfangreiche dezentrale Rekrutierungsmaßnahmen und Personalentwicklungs- und Personalbindungsprogramme. Daneben hat die Aus- und Fortbildung der eigenen Fach- und Servicekräfte hohe Priorität. Durch die optimale Qualifizierung der Mitarbeiter werden ein hohes Innovationspotenzial und zukunftweisende Prozesse gewährleistet, nicht nur auf dem Gebiet hochwertiger Medizin, sondern auch bezogen auf unsere wirtschaftlichen Aktivitäten. Zusätzlich werden gezielte Personalbindungsmaßnahmen durchgeführt, um qualifizierte und motivierte Mitarbeiter langfristig für die Sanecum Gruppe zu begeistern. So wird dem Fachkräftemangel gezielt vorgebeugt. Mithilfe dieses Ansatzes wird der ökonomischen und der gesellschaftlichen Verantwortung der Sanecum Gruppe gleichsam Rechnung getragen und die eigene Marke gestärkt. IT- und Cyber-Risiken Im Bereich der unternehmensinternen Risiken stellen die Vorhaltung der benötigten IT-Infrastruktur und deren Sicherung für die Leistungserbringung sowie die notwendigen internen Belange Maßnahmen von dauerhaft wichtiger Bedeutung dar. Die Gruppe begegnet den sich insoweit ergebenden grundsätzlichen Risiken wie etwa einer unzureichenden Datenverfügbarkeit, des Datenverlustes und der Datenintegrität durch die Beschäftigung hochqualifizierten IT-Dienstleister, durch die Vorhaltung des jeweils technisch neuesten Stands der IT-Hardware, geeigneter Back-up-Systeme sowie Investitionen in die Absicherung der Systeme. Störungen in der IT-Integration und -Infrastruktur sowie in den dazugehörigen Verfahren können entsprechende Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. In diesem Zusammenhang wird das Risikomanagement im IT-Bereich kontinuierlich weiterentwickelt. In den vergangenen Jahren hat sich die allgemeine Risikolage im Bereich der IT durch eine weltweite Steigerung von Cyberangriffen erhöht. Um dieser Entwicklung angemessen zu begegnen, hat die Gruppe Maßnahmen ergriffen, um die IT-Sicherheit weiter zu verbessern und mögliche Cyberangriffe auch zukünftig erfolgreich abwehren zu können. Das Rechenzentrum ist zum Nachweis der Datenschutz- und Datensicherheitsstandards zertifiziert und führt darüber hinaus unabhängige interne und externe Audit Penetration Tests durch, welche die Leistungsfähigkeit unserer Sicherheitsmaßnahmen unterstreichen. Finanzierungs- und Liquidität Risiken Die Sanecum Gruppe unterliegt grundsätzlich Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken. Die Steuerung der kurzfristigen Liquiditäts- und längerfristigen Finanzierungsrisiken ist zentrale Zuständigkeit des Bereichs Finanzen, der hierfür ein effizientes Steuerungssystem zur Überwachung der kurzfristigen liquiden Mittel einsetzt. Bedingt durch die Unternehmensakquisitionen und damit verbundenen Investitionslaufzeiten ist die Finanzierungsstrategie grundsätzlich langfristig ausgerichtet und beinhaltet überschaubare kurzfristige Refinanzierungsrisiken. Die breite Streuung der Finanzierungspartner sowie die umfangreichen freien Kreditlinien unterstreichen einen hohen Grad an Unabhängigkeit gegenüber generellen Finanzierungsentwicklungen und sichern volle finanzielle Handlungsfähigkeit unter anderem auch für anorganisches Wachstum. Der überwiegende Bestand der Finanzverbindlichkeiten ist durch Festzinsvereinbarungen abgesichert. Insofern es bei laufender Überwachung zu kurzfristigen Liquiditätsengpässen kommen sollte, können geplante Unternehmensakquisitionen durch das Management abgesagt bzw. verschoben werden. Insgesamt wird das Finanzierungs- und Liquiditätsrisiko als gering eingestuft. Covid-19-Pandemie Die Gruppe ist weiterhin dem Risiko ausgesetzt, dass sich aus dem Infektionsgeschehen des Coronavirus (Covid-19) Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben. Das Ausmaß hängt im Wesentlichen vom weiteren Verlauf der Pandemie, der Impfgeschwindigkeit und den Unterstützungsmaßnahmen des Bundes und der Bundesländer bzw. von eigenen Maßnahmen ab. Die Steuerung der Corona-Maßnahmen und der internen Kommunikation erfolgten dezentral, koordiniert unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten. Es wurden konkrete Maßnahmen erlassen, um die Infektionsgefahren zu minimieren. Neben der Aktivierung der Notfallpläne für medizinisches und nicht medizinisches Personal wurden ergänzende Maßnahmen erlassen, unter anderem Besuchsverbote für Patienten, die Absage von Fortbildungs- und Patientenveranstaltungen bzw. Durchführung mit digitalen Angeboten und weiteren standortbezogenen Regelungen. Bemessen an der aktuellen Sachlage und unter dem Vorbehalt der weiteren Entwicklungen wird die in Covid-19 begründete Risikolage als herausfordernd, aber beherrschbar angesehen. Ukraine-Krieg und Sanktionen Der nach Abschlussstichtag im Februar 2022 begonnene Ukraine-Krieg und die darauffolgenden Sanktionen werden nicht ohne Folgen bleiben. Zum Zeitpunkt der Abschlussaufstellung sind keine direkt mit dem Konzern zusammenhängenden Risiken bzw. deren Auswirkungen für den Sanecum-Konzern erkennbar. Risiken ergeben sich derzeit aus gesamtwirtschaftlichen und politischen Entwicklungen. Neben den bereits deutlich gestiegenen Energiepreisen können sich Risiken für viele finanziellen und wirtschaftlichen Einflussfaktoren ergeben, so u.a. die Preissteigerungen auf den Rohstoffmärkten, Kostensteigerungen bei Baumaterialen, zusätzlicher Aufwand für die medizinische Behandlung der geflüchteten Menschen und Weiteres mehr. Mögliche Auswirkungen werden intensiv beobachtet. Chancen aus Markt und Umfeld In diese Chancenkategorie fallen positive Entwicklungen, die sich aufgrund der politischen oder wirtschaftlichen Entwicklung ergeben. Die Stärke des medizinischen Sektors ist die relative Unabhängigkeit von wirtschaftlichen Entwicklungen, sodass die Gruppe hier die Chance sieht, auch bei einer sich ändernden wirtschaftlichen Lage das avisierte Wachstum aufrechtzuerhalten. Auch Chancen, die sich im Kontext des Wettbewerbs ergeben, zählen in diese Kategorie. Hier sieht die Gruppe Potenzial im Aufbau und Ausbau der medizinischen Dienstleistungen. Neben den Aspekten der medizinischen Versorgung ergeben sich auch im gesamten ambulanten Bereich für die Gruppe Möglichkeiten, sich durch moderne Angebote und Services vom Wettbewerb weiter positiv abzuheben. Die Gruppe orientiert sich am Bedarf und Wohl ihrer Patienten. Strategische Chancen Hierunter werden alle Chancen zusammengefasst, die sich langfristig durch globale Trends und Entwicklungen ergeben. Auch Investitionsprojekte, Akquisitionen, Stärkung der eigenen Marke und der Eintritt in neue Geschäftsfelder zählen in diese Kategorie. Die Gruppe beobachtet kontinuierlich den ambulanten Bereich in Deutschland. Die Erfahrung bei der Akquisition und Einbindung von medizinischen Versorgungszentren in die Sanecum Gruppe ermöglicht es Investitionschancen und strategische potenziale frühzeitig zu identifizieren und zu ergreifen. Durch den Ausbau und die Erweiterung des vorhandenen Leistungsspektrums wird gezielt die Stärkung der Marke Sanecum bei Patienten und Mitarbeitern betrieben. Chancen aus Finanzaktivitäten Der breite Finanzierungsmix und hohe Eigenkapitalanteil ermöglichen der Gruppe langfristige Finanzierungssicherheit zu erreichen und dabei trotzdem flexibel auf günstige Finanzierungsmöglichkeiten zu reagieren. Neben der allgemeinen Unternehmens- und Wachstumsfinanzierung wird hierdurch die notwendige Kapitalstärke erreicht, um in der Lage zu sein, Chancen frühzeitig zu ergreifen. Chancen aus operativer Tätigkeit Chancen aus operativer Tätigkeit beinhalten insbesondere Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der Abrechnungsprozesse und Erlössteigerung. Hierzu zählen auch Chancen zur weiteren Verbesserung der medizinischen Qualität durch den Einsatz neuer Prozesse, Technologien und Weiterbildung der Mitarbeiter. Die Fixkostendegression und Schaffung von gruppenweiten Synergien ermöglicht es die Kostensituation der Gruppe stetig zu verbessern und dabei die medizinische Leistung auf konstant hohem Niveau zu erhalten. Aufgrund der internen IT-Kompetenz und der gruppenweiten Digitalisierungsstrategie ist die Sanecum Gruppe in der Lage, den Änderungsprozess in zusätzliche Wettbewerbsvorteile umzuwandeln. Gesamtaussage der Geschäftsführung: Die Geschäftsführung erwartet grundsätzlich keine Risiken, die die Unternehmensfortführung des Konzerns wesentlich beeinträchtigen könnten. Die Geschäftsführung des Mutterunternehmens geht davon aus, dass die Ertrags- und Liquiditätskraft der Sanecum Gruppe eine solide Grundlage für die künftige Lage des Konzerns bildet und die notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellt und die zuvor genannten Chancen geeignet nutzen kann.
Hamburg, den 31. März 2022 Die Geschäftsführung Ulf Völkel Dr. Susanne Hoischen |
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