Vertic Ventures GmbH
Selbe AdresseErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Denny Axt seit 18.8.2025 | Prokura |
Heiko Schacht seit 18.8.2025 | Prokura |
Sidharth Chugh seit 18.3.2025 | Geschäftsführer |
Steven Dr. Lemm seit 5.2.2025 | Geschäftsführer |
Carlos Sanchez seit 28.6.2024 | Prokura |
Sabrina Flunkert-Glinzer seit 20.10.2021 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Nets Holdco 1 ApS | 100.00% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Ratepay GmbHBerlinJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023
Eschborn 26.04.2024 Dr. Götz Möller, Geschäftsführer der / Managing Director of Nexi Germany Holding GmbH Jahresbilanz zum 31.12.2023der Ratepay GmbHAktivseite
Passivseite
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01.2023 bis 31.12.2023
Anhang für das Geschäftsjahr 20231. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Ratepay GmbH erhielt am 20.10.2016 von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht die Erlaubnis als Zahlungsinstitut das Finanztransfergeschäft (§ 1 Abs. 2 Nr. 6 ZAG) zu erbringen. Seit dem 18.06.2018 gilt die Erlaubnis zum Erbringen von Zahlungsdiensten nunmehr für das Akquisitionsgeschäft (gemäß § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5, 2. Alternative ZAG) und für das Finanztransfergeschäft (gemäß § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 ZAG). Für die Bilanzierung sind daher die §§ 340a ff HGB, die rechtsformspezifischen Vorschriften für Gesellschaften mit beschränkter Haftung (z.B. § 42 GmbHG) sowie die Verordnung über die Rechnungslegung der Zahlungsinstitute und E-Geld-Institute (RechZahlV) anzuwenden. Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine große Kapitalgesellschaft. Die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften gelten aufgrund von § 340a Abs. 1 HGB i. V. m. § 340 Abs. 5 HGB. Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung wurden nach den Formblättern 1 und 2 der RechZahlV aufgestellt. Für den Anhang gelten neben §§ 284 ff HGB auch die §§ 28 ff RechZahlV sowie die ergänzenden Vorschriften zu den einzelnen Positionen. Wie im Vorjahr wurde vom Wahlrecht nach § 286 Abs. 4 HGB in Verbindung mit § 285 Nr. 9 Buchstabe a und b HGB Gebrauch gemacht und auf die Angabe der Geschäftsführerbezüge verzichtet. Forderungen an Kreditinstitute Die Guthaben werden zum Nennwert ausgewiesen. Davon sind 23,3 Mio. EUR auf Treuhandkonten eingezahlt. Forderungen an Kunden Die Forderungen an Kunden sind zu Nennwerten abzüglich Wertberichtigungen angesetzt. Für die Forderungen, welche Ratepay ankauft, werden monatlich pauschalierte Einzelwertberichtigungen (pEWB) ermittelt. Nach der Bewertungsmethode wird neben den bestehenden Kriterien Mahnstufe und Händler auch das Alter einer Forderung einbezogen, um den Wertverfall mit zunehmendem Alter widerzuspiegeln. Im abgelaufenen Geschäftsjahr gab es Erträge aus der Auflösung pauschalierter Einzelwertberichtigungen i. H. v. TEUR 276 (Vorjahr: Aufwand i. H. v. TEUR 2.195). Im Rahmen des Ratenzahlungsgeschäfts bezieht sich der Nennwert auf den brutto Warenkorbwert plus etwaigem Zins, welche Ratepay dem Händler vollumfänglich im Rahmen des Forderungsankaufs abgekauft hat. Seit dem 09.02.2021 werden Forderungen der Zahlungsarten Ratenzahlung und 0%-Finanzierung sowie alle damit im Zusammenhang stehende Risiken an die VVRB abgetreten. Ratepay verkaufte bis September 2023 im Rahmen einer Forderungsfinanzierungsvereinbarung regelmäßig Forderungen an ein SPV. Damit verschiedene KPIs eingehalten werden konnten, um die fortlaufende Refinanzierung sicherzustellen, kaufte Ratepay überfällig gewordene Forderungen auf freiwilliger Basis zurück. Das damit verbundene Ausfallrisiko wurde durch die Bildung pauschaler Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Für einen Abgang der veräußerten Forderungen im handelsrechtlichen Jahresabschluss ist neben der Übertragung des rechtlichen Eigentums auch die Übertragung des wirtschaftlichen Eigentums erforderlich. Da Ratepay durch den freiwilligen Rückkauf das Bonitätsrisiko trug sowie Risikovorsorge bildete, war die Voraussetzung für den Abgang der veräußerten Forderungen nicht gegeben. Bilanzierung und Bewertung von Anlagewerten Die erworbenen immateriellen Anlagewerte und das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen bewertet. Immaterielle Anlagewerte werden linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer von 3 bis 8 Jahren abgeschrieben. Die Abschreibungen der Sachanlagen erfolgen pro rata temporis unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von 3 bis 13 Jahren. Zugänge geringwertiger Anlagegegenstände mit Einzelanschaffungskosten von EUR 250 bis EUR 800, werden im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben. Abweichend zum Vorjahr wurden immaterielle Anlagewerte i.H.v. TEUR 753 in selbsterstellte immaterielle Anlagewerte umgegliedert und damit erstmals das Aktivierungswahlrecht gemäß § 248 Abs. 2 HGB in Anspruch genommen. Die selbsterstellten immateriellen Anlagewerte sind in Höhe der Entwicklungskosten als Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2a HGB vermindert um planmäßige Abschreibungen bewertet. Bilanzierung und Bewertung von sonstigen Vermögensgegenständen Die sonstigen Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten abzüglich angemessener Wertberichtigung angesetzt. Rechnungsabgrenzungsposten Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden die anteiligen bezahlten Beträge eingestellt, die erst nach dem Bilanzstichtag Aufwand darstellen. Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, werden als passive Rechnungsabgrenzung ausgewiesen. Bewertung von Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Kunden und die sonstigen Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bewertet. In den sonstigen Verbindlichkeiten wird ein Betrag i. H. v. TEUR 780 ausgewiesen, der daraus resultiert, dass die mietfreie Zeit für die ersten sechs Monate des Mietverhältnisses über die 10 Jahren der Gesamtmietdauer verteilt wird (gemäß §252 Abs. 1 Nr. 5 HGB). Bewertung von Rückstellungen Die Steuerrückstellungen sowie die anderen Rückstellungen werden nach kaufmännischer Beurteilung in Höhe des Betrags, der zur Erfüllung notwendig ist, gebildet. Für die Retourenrückstellung wurde die Retouren Quote der letzten 10 bzw. 12 Monate (jeweils der höhere Wert) mit 3 Monatsversatz zum Berechnungsdatum (d.h. per September für die Berechnung Ende Dezember) als Durchschnittswert angesetzt. Ermittlung latenter Steuern Auf Grund abweichender Ansatz- und Bewertungsvorschriften zwischen Handels- und Steuerbilanz bestehen zum 31.12.2023 bei der Bewertung der anderen Rückstellungen aktive Steuerlatenzen. Die passiven latenten Steuern ergeben sich aus den erstmalig aktivierten selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten. Die aktiven und passiven Steuerlatenzen werden entsprechend § 274 Abs. 1 Satz 1 HGB verrechnet. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt auf Basis eines Steuersatzes von 30,18%. Fremdwährungsbewertung Geschäftsvorfälle in CHF werden zum jeweiligen Tageskurs eingebucht. Guthaben bei Kreditinstituten, Forderungen und Verbindlichkeiten in CHF werden zu den am 31.12.2023 geltenden Referenzkursen der Europäischen Zentralbank (EZB) bewertet. 2. Erläuterungen zur Bilanz Forderungen an Kreditinstitute Die Forderungen an Kreditinstitute betragen TEUR 96.389 (Vorjahr: TEUR 84.491). Guthaben in fremder Währung bestehen ausschließlich in Schweizer Franken und betragen TEUR 3.012 (Vorjahr: TEUR 2.720). Die Währungsumrechnung von auf fremde Währung lautenden Bankguthaben, Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten wird zum Euro-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank zum Tag der Wertstellung vorgenommen. Forderungen an Kunden Die Forderungen an Kunden haben folgende Restlaufzeiten:
Die Forderungen an Kunden enthalten Fremdwährungsbeträge in Schweizer Franken mit einem Gesamtbetrag von TEUR 3.085 (Vorjahr TEUR 8.049). Immaterielle Anlagewerte Die immateriellen Anlagewerte betrugen im Geschäftsjahr TEUR 7.257 (Vorjahr: TEUR 7.168). Der Anstieg resultiert aus Investition in interne Plattformen und IT-Entwicklungen. Der Gesamtwert der Forschungs- und Entwicklungskosten beträgt TEUR 1.262. Sachanlagen Die Sachanlagen bestehen im Wesentlichen aus EDV-Anlagen in Höhe von TEUR 1.065 (Vorjahr: TEUR 1.166), aus Anzahlung auf Büro- und Geschäftsausstattung in Höhe von TEUR 47 (Vorjahr: TEUR 494) sowie aus Büro- und Geschäftsausstattung (incl. geringwertiger Anlagewerte) in Höhe von TEUR 706 (Vorjahr: TEUR 230). Sonstige Vermögensgegenstände Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten die Mietkautionen mit TEUR 170 (Vorjahr: TEUR 170). Davon entfallen auf die Mietkaution für die Geschäftsräume der Ratepay GmbH (mit einer Restlaufzeit von bis zu 1 Jahren) TEUR 169. Ebenfalls beinhaltet sind Umgliederungen für debitorische Kreditoren in Höhe von 471 TEUR (Vorjahr: 568) sowie Steueransprüche in Höhe von TEUR 283 (Vorjahr: TEUR 299). Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betragen TEUR 110.161 (Vorjahr: TEUR 24.779). Verbindlichkeiten gegenüber Kunden Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden bestehen aus Forderungskäufen gegenüber den Händlern in Höhe von TEUR 46.061 (Vorjahr: TEUR 44.356) und in Höhe von TEUR 3.173 (Vorjahr: TEUR 0) gegenüber Endkunden aus Überzahlungen.
Die enthaltenen Beträge in Fremdwährung bestehen ausschließlich in Schweizer Franken und betragen TEUR 1.114 (Vorjahr: TEUR 5.452) Sonstige Verbindlichkeiten Die sonstigen Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen aus noch nicht zugeordneten Kundenzahlungen mit TEUR 810 (Vorjahr: TEUR616), sowie aus der Umgliederung von kreditorischen Debitoren der Kunden in Höhe von TEUR 856 (Vorjahr: EUR 1.561). Steuerrückstellungen Die Steuerrückstellungen bestehen für Ertragsteuern mit TEUR 1.407 (Vorjahr: TEUR 1.379). Andere Rückstellungen Die anderen Rückstellungen wurden überwiegend für ausstehende Kostenrechnungen in Höhe von TEUR 1.288 (Vorjahr: TEUR 2.844), für Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern in Höhe von TEUR 2.728 (Vorjahr: TEUR 3.058), für Schadenersatz TEUR 582 (Vorjahr: TEUR 0) sowie für das Retourenrisiko mit TEUR 488 (Vorjahr: TEUR 199) gebildet. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen die erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen und sind nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bewertet worden. Eigenkapital Die Kapitalrücklage hat sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 20.000 TEUR erhöht und beträgt somit TEUR 85.690 (Vorjahr: TEUR 65.690). 3. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Die Gesellschaft weist für das Geschäftsjahr 2023 einen Jahresfehlbetrag von EUR 24.825.548,65 (Vorjahr: Jahresüberschuss EUR 4.628.699,93) aus. Im Dezember 2021 veröffentlichte die OECD Regelungen zur Reform der internationalen Unternehmensbesteuerung. Nach Umsetzung innerhalb der EU wurde das deutsche Gesetzgebungsverfahren durch Verkündung des Mindeststeuergesetzes (MinStG) im Bundesgesetzblatt am 27. Dezember 2023 abgeschlossen. Damit ist das Mindeststeuergesetz zum 1. Januar 2024 anzuwenden. Auf Grundlage der vorliegenden Daten geht die Ratepay davon aus, dass keine wesentlichen Auswirkungen durch die Mindeststeuer entstehen. Zinserträge Die Zinserträge setzten sich im Wesentlichen aus Verzugszinsen von TEUR 502 (Vorjahr: TEUR 0) und Zinserträgen auf Bankguthaben von TEUR 674 (Vorjahr: TEUR: - 289) zusammen. Provisionserträge Die Provisionserträge bestehen im Wesentlichen aus Händlergebühren mit TEUR 22.254 (Vorjahr: TEUR 42.505), sowie aus Mahngebühren mit TEUR 7.551 (Vorjahr: TEUR 13.039), Transaktionsgebühren mit TEUR 2.148 (Vorjahr TEUR 6.659) und Ratenzahlungsgebühr TEUR 3.506 (Vorjahr TEUR 16.246). Die Ratenzahlungsgebühr ist eine Gebühr, welche der Händler Ratepay zusätzlich zu herkömmlichen Provisionserträgen zahlt, um das zusätzliche Risiko und anfallende Liquiditätskosten aus dem Ankauf von Ratenzahlungen zu vergüten. Ratenzahlungspläne können Laufzeiten von bis zu 48 Monaten haben. Die Gliederung der Provisionserträge nach § 28 Abs. 2 RechZahlV nach geographischen Märkten stellt sich wie folgt dar:
Provisionsaufwendungen Die Provisionsaufwendungen bestehen im Wesentlichen aus Aufwendungen für Auskünfte mit TEUR 2.162 (Vorjahr: TEUR 2.364), Callcenter Aufwendungen mit TEUR 2.191 (Vorjahr: TEUR 1.767), Bankgebühren mit TEUR 881 (Vorjahr: TEUR 1.535) sowie Kosten für Kundenkorrespondenzen mit TEUR 477 (Vorjahr: TEUR 1.188). Sonstige betriebliche Erträge Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen werden im Berichtsjahr hauptsächlich eine Vergütung für Inkassodienstleistungen im Geschäftsjahr 2023 in Höhe von TEUR 1.516 (Vorjahr: TEUR 2.331), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 743 (Vorjahr: TEUR 1.024), sowie Erträge aus Währungskursgewinnen in Höhe von TEUR 847 (Vorjahr: TEUR 724) ausgewiesen. Darüber hinaus enthalten die sonstigen betrieblichen Erträge Verzugszinsen aus den Vorjahren von TEUR 1.544 (Vorjahr: TEUR 0) sowie Erstattungsansprüche aus Umsatzsteuer für Vorjahre i. H. v. TEUR 642 (Vorjahr: TEUR 0).
Allgemeine Verwaltungsaufwendungen und Abschreibungen auf immaterielle Anlagenwerte und Sachanlagen Unter die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen fallen insbesondere die Personalaufwendungen mit TEUR 23.660 (Vorjahr: TEUR 25.068), Beratungskosten von TEUR 720 (Vorjahr TEUR 722), Kosten für Miete, Leasing und Mietnebenkosten in Höhe von TEUR 2.103 (Vorjahr: TEUR 712) sowie Werbekosten in Höhe von TEUR 539 (Vorjahr: TEUR 481). Die Abschreibungen in Höhe von TEUR 2.424 (Vorjahr: TEUR 2.271) entfallen auf Abschreibungen im Bereich Sachanlagen mit TEUR 712 (Vorjahr: TEUR 444) und immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 1.712 (Vorjahr: TEUR 1.827). Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich hauptsächlich aus den Kosten der Geschäftsabwicklung zusammen. Sie enthalten insbesondere Kosten für externe Mitarbeiter und Zeitarbeitskräfte mit TEUR 1.278 (Vorjahr: TEUR 1.748) sowie EDV-Service-Kosten mit TEUR 5.374 (Vorjahr: TEUR 4.086). Darüber hinaus enthalten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen Nachzahlungen der Umsatzsteuer für Vorjahre i. H. v. TEUR 837. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen bestehen hauptsächlich aus Ausbuchungen in Höhe von TEUR 13.340 (Vorjahr: TEUR 17.500). Ebenso werden hier die Aufwendungen für die Übernahme des Ausfallrisikos nach Verkauf von Forderungen in Höhe von TEUR 6.224 (Vorjahr: TEUR 13.524) dargestellt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ergab sich ein Ertrag aus der Auflösung pauschalierter Einzelwertberichtigungen i. H. v. TEUR 276 (Vorjahr: Aufwand TEUR 2.195). 4. Nachtragsbericht Vorgänge von besonderen Bedeutung nach Ende des Geschäftsjahres sind nicht eingetreten. 5. Sonstige Angaben Arbeitnehmer Die durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer betrug 258 (Vorjahr 305) Mitarbeiter. Darin enthalten sind 35 Teilzeitkräfte (Vorjahr 44). Zum Stichtag 31.12.2023 sind 266 Mitarbeiter (Vorjahr: 258) angestellt. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Anzahl und Volumen der Zahlungsvorgänge Im Geschäftsjahr wurde ein Zahlungsvolumen von TEUR 1.646.681 (Vorjahr: TEUR 2.432.291) und Transaktionen von TStück 14.862 (Vorjahr: TStück 30.889) abgewickelt. Ausschüttungssperre Es besteht eine Ausschüttungssperre gemäß § 268 Abs. 8 HGB. Der zur Ausschüttung gesperrte Gesamtbetrag beträgt TEUR 753 und ist auf die Aktivierung von selbst geschaffenen immaterielle Vermögensgegenständen zurückzuführen. Geschäftsführer Nina Pütz, Berlin Geschäftsführerin Ratepay GmbH, Bereich IT, Strategy, Product, Commercial, Human Resources, Customer Service Management Sabrina Flunkert-Glinzer, Berlin Geschäftsführerin Ratepay GmbH, Risk, Finance, Legal, Compliance, Information Security, Debtor Management Handelsregister Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg in Abteilung B unter der Nummer 124156 eingetragen mit Sitz in Berlin. Konzernklausel Die Ratepay GmbH wird in den Konzernabschluss der Nets Topco 3 S.a.r.l., Luxemburg einbezogen. Der Konzernabschluss wird beim luxemburgischen Firmenregister (RCS) hinterlegt. Der Abschluss der Nets Topco 3 S.á.r.l., Luxemburg, wird in den Konzernabschluss der Nexi S.p.A., Mailand einbezogen. Dieser Konzernabschluss wird beim Italian Chamber of Commerce hinterlegt Gesamthonorar des Abschlussprüfers Das im Geschäftsjahr 2023 erfasste Gesamthonorar des Abschlussprüfers beträgt für die Abschlussprüfungsleistungen des Einzelabschlusses der Ratepay GmbH TEUR 168 (Vorjahr: TEUR 144) und für sonstige Leistungen TEUR 44 (Vorjahr: TEUR 0). Ergebnisverwendung Die Geschäftsführung schlägt vor, das Ergebnis des Geschäftsjahres auf neue Rechnung vorzutragen.
Berlin, den 04.03.2024 Nina Pütz Sabrina Flunkert-Glinzer Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023 (erweiterte Bruttodarstellung)Ratepay GmbH, Berlin
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023A: Geschäfts- und RahmenbedingungenRatepay wurde im Dezember 2009 gegründet und beschäftigt zum Stichtag 31.12.2023 256 Mitarbeiter (FTE). Ratepay ist ein Zahlungsinstitut für E-Commerce-Händler und bietet die Online-Bezahlarten Rechnungskauf, Ratenzahlung, gesicherte Lastschrift sowie Vorkasse in Deutschland, Österreich, Schweiz und den Niederlanden an. Dabei übernimmt die Gesellschaft alle zugrundeliegenden Prozesse wie das Risiko- und das Debitorenmanagement als auch das Mahnwesen. Das Zahlungsausfallrisiko trägt die Gesellschaft bei allen Zahlungsarten; bis auf Transaktionen, bei denen Ratepay für Dritte als Servicedienstleister agiert. Die Zahlart Rate wird ausschließlich über eine Partnerschaft mit der Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank eG ("VVRB") abgewickelt. Mit dem Gesamtkonzept des Kaufs auf Rechnung, Lastschrift, Ratenzahlung und Vorkasse bewegt sich Ratepay als einer von mehreren Akteuren im deutschsprachigen Online-Payment Markt. Wettbewerber mit ähnlichen Geschäftsmodellen und Produkten sind unter anderem Klarna, Riverty und Unzer. In diesem Marktumfeld positioniert Ratepay sich als führender White-Label Anbieter mit einem vollständigen Produktportfolio, einer leistungsfähigen Abwicklung von Back-End-Prozessen, einer hohen Systemverfügbarkeit und, bei Bedarf, einem hohen Grad von auf den Händler individuell angepassten Lösungen. Ratepay hält die Erlaubnis Finanztransfergeschäfte nach § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 ZAG, sowie Zahlungsdienste für das Akquisitionsgeschäft (§ 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 ZAG) zu erbringen. Ratepay ist Teil der Nexi S.p.A. Gruppe ("Nexi"), einem führenden pan-Europäischen PayTech Anbieter. Nexi ist an der Borsa Italiana, SpA, Mailand gelistet. Innerhalb der Nexi Gruppe ist Ratepay der Experte für nachgelagerte Zahlungsarten und wird als eigenständiges Unternehmen und Marke innerhalb der Gruppe geführt. Die Rahmenbedingungen für "Buy Now Pay Later" ("BNPL") Unternehmen haben sich im Jahr 2023 verschlechtert. Das erhöhte Zinsumfeld und das nachhaltig inflationäre Preisumfeld, haben zu einer Trägheit der Wirtschaft, gepaart mit einer schwachen Konsumstimmung, geführt, welches einen direkten Effekt auf die Entwicklung von E-Commerce Volumen hatte. Der E-Commerce verzeichnete erstmalig seit 22 Jahren einen Rückgang von 13,7% gegenüber dem Vorjahr 2022 1 in den ersten drei Quartalen in 2023. Allerdings wird davon ausgegangen, dass der B2C E-Commerce Handel in den kommenden Jahren wieder einen Wachstumskurs einschlägt und insgesamt zwischen 2024 und 2028 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 8,26% wächst 2. Mittlerweile haben 40% der deutschen Online-Shopper bereits BNPL Produkte genutzt, wohingegen in anderen Europäischen Ländern wie Spanien dieser Wert nur bei lediglich ca. 22% liegt. Weiterhin besagt die Studie, dass Mode und Elektronik mit jeweils 51% und 36% die Bereiche sind in denen BNPL am häufigsten genutzt 3 wird. Experten gehen davon aus, dass die von Ratepay angebotenen Zahlungsarten (Rechnung, Lastschrift, Ratenkauf und Vorkasse) auch in der Zukunft wachsende Marktanteile verzeichnen können, mit durchschnittlichen jährlichen Wachstumsraten von 2024 bis 2026 zwischen 1% und 3% 4. Insgesamt wird der BNPL Markt (Umsatzpotenzial) in Deutschland auf > 1 Mrd. EUR geschätzt, wovon 55-60% an externe Anbieter ausgelagert sind 5. Das Jahr 2023 ist durch signifikante Veränderungen der makroökonomischen Lage geprägt gewesen. geopolitische Spannungen wie der anhaltende Krieg in der Ukraine und weitere Konflikte in Israel und dem Gazastreifen führten zu einer angespannten wirtschaftlichen und politischen Lage. Darüber hinaus sind weltweit die Inflationsraten auf einem hohen Niveau geblieben. In Deutschland lag jene für das Jahr 2023 bei +5,9%, jedoch mit einer fallenden Tendenz (vgl. Inflationsrate Gesamtjahr 2022: +6,9%) 6. Explizite Entlastungsmaßnahmen für Energie milderten die Effekte teilweise ab. Insgesamtheitlich bleibt festzuhalten, dass die allgemein stagnierende Kaufkraft 7 auch einen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung Ratepay's in 2023 hatte, da die Volumen- und Umsatzentwicklung stark an die Bewegungen im E-Commerce Markt geknüpft sind.
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https://www.e-commerce-magazin.de/onlinehandel-umsaetze-sinken-auch-im-dritten-quartal-2023/
Die Rahmenbedingungen am Refinanzierungsmarkt waren ebenfalls weiterhin durch eine anhaltend restriktive Geldpolitik der europäischen Zentralbank geprägt. Die europäische Zentralbank reagierte auf die anhaltenden geopolitischen Spannungen und hohen Inflationsraten mit einer konsequenten Umsetzung ihrer restriktiven Geldpolitik. Im Euroraum bedeutete das einen weiteren Anstieg des Basiszinssatzes von vormals 250 Basispunkte zu Beginn des Jahres 2023 auf 400 Basispunkte zu Ende des Jahres 2023. Der Anstieg des Basiszinssatzes erfolgte in mehreren Schritten im Verlauf des gesamten Jahres 2023 8. Für Ratepay ergaben sich daraus erhöhte Refinanzierungskosten für das Geschäftsjahr, sowie veränderte Prognosen für die folgenden Jahre. B: WirtschaftsberichtI. ErtragslageDie Gesellschaft wird nach folgenden finanziellen Leistungsindikatoren gesteuert: Transaktionsvolumen, Provisionserträge, Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibung und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen (EBITDA) sowie dem Jahresergebnis. Dabei sind die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren zur Steuerung des Unternehmens die Provisionserträge, sowie das Jahresergebnis. Die Erwartungen hinsichtlich der Provisionserträge wurden nicht erfüllt, wohingegen die Erwartungen im Hinblick auf das Jahresergebnis übererfüllt werden konnten. Zusätzlich zu den finanziellen Leistungsindikatoren bestehen weitere nicht finanzielle Kennzahlen zur Steuerung der Geschäftstätigkeit. Dazu gehören die Verfügbarkeit des Application Programming Interface ("API") gegenüber Händlern und Partnern als zentrale Kennzahl mit Blick auf Systemstabilität sowie die Anzahl der angefragten und durchgeführten Transaktionen. Die Anzahl der Mitarbeiter nach Full Time Equivalent ("FTE"), sowie die Mitarbeiterzufriedenheit, gemessen in Net Promoter Score ("NPS") sind ebenfalls Bestandteil der regulären internen Berichterstattung. Dabei identifiziert Ratepay die Verfügbarkeit der API, sowie Mitarbeiterzufriedenheit als bedeutsamste nicht-finanzielle Leistungsindikatoren zur Messung und Steuerung der Attraktivität des Angebots gegenüber Händlern und Mitarbeitern. Ratepay blickt im Hinblick auf die verfehlten Umsatz- und Transaktionsvolumensziele in Kombination mit gegenüber der Planung verbesserten Margenprofilen auf ein wechselhaftes Geschäftsjahr zurück. Die von der Gesellschaft abgewickelten Bruttotransaktionsvolumen sanken im Geschäftsjahr (-41,1%), im Wesentlichen getrieben durch die bereits in Q4 2022 erfolgte Migration des Otto Marktplatzes auf die Otto eigene Payment Plattform. Ebenfalls Einfluss nahm die makroökonomische Unsicherheit und die damit verbundene Kaufkraftstagnation. Nichtsdestotrotz konnte Ratepay die Gewinnung von signifikantem Neukundengeschäft verzeichnen, welches (bereinigt um den Verlust von Volumen aus der Otto Gruppe) zu einem bereinigten Provisionserlöswachstum von +34% und Neukundenvolumina im dreistelligen Millionenbereich führte, während die unbereinigten Provisionseträge um -54% gesunken sind. Analog zu den gesunkenen Transaktionsvolumen sanken die Provisionserträge der Gesellschaft um - 54.0%. Das Bewertungsergebnis liegt mit TEUR -18.041 auf Basis gesunkener Transaktionsvolumen 42,8% über dem des Vorjahres (Vorjahr: TEUR -31.538). Die Gesellschaft realisierte einen Jahresfehlbetrag von TEUR -24.826 (Vorjahr: Überschuss von TEUR 4.629). Das EBITDA verringerte sich um TEUR 27.911 auf TEUR -19.757 (Vorjahr TEUR 8.154); darin enthalten sind einmalige Aufwendungen in Höhe von ca. EUR 2.0 Mio. für Sondersachverhalte im Zusammenhang mit organisatorischen Umstrukturierungen (TEUR 993), im Zusammenhang mit der Migration auf Cloud Infrastruktur (TEUR 726), sowie Kosten im Zusammenhang mit der Verbesserung der Compliance Tätigkeit i.H.v. TEUR 101. Darüber hinaus enthalten die Sondersachverhalte im Wesentlichen Aufwendungen für das Aufsetzen eines neuen Refinanzierungsvehikels (TEUR 83), sowie der Integration eines Procurement Tools (TEUR 59). Die Kostenbasis wurde aktiv den reduzierten Volumina angepasst, allerdings konnten die gezielten Kosteneinsparungen die deutlich gesunkenen Erträge nicht kompensieren. Aufgrund der getroffenen Kosteneinsparungen in anderen Bereichen war Ratepay weiter in der Lage in das Produkt und die Technologieplattform zu investieren, um die Firma zukunftsfähig aufzustellen. Die Belastung aus dem Zinsergebnis stieg auf TEUR 2.450 (Vorjahr TEUR 916) an. Getrieben ist dieser Anstieg durch erhöhte Finanzierungskosten im Markt. Die Provisionserträge sanken im Geschäftsjahr deutlich auf TEUR 37.106 (Vorjahr TEUR 80.592), was einer Reduktion von -54,0% entspricht. Grund für die reduzierten Erträge sind im Wesentlichen die rückläufigen Transaktionsvolumina. Da die Verluste, sowie die Investitionen für das Geschäftsjahr 2023 bereits von langer Hand geplant waren, erhielt Ratepay bereits im Dezember 2022 eine Einlage in die Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 25.000. Eine weitere Einlage in die Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 20.000 folgte im Dezember 2023. Im Rahmen der nicht-finanziellen Leistungsindikatoren blickt Ratepay auf ein im Wesentlichen zufriedenstellendes Geschäftsjahr zurück. Die Gesellschaft war in der Lage eine Verfügbarkeit ihrer API von 100% über das Geschäftsjahr sicherzustellen. Die Mitarbeiterzufriedenheit, gemessen in NPS, lag letztmalig bei einem Score von 74, was einer Verbesserung von über 10% gegenüber der Mitarbeiterzufriedenheit zu Beginn des Geschäftsjahres entspricht, wodurch die Gesellschaft ein positives Resümee im Hinblick auf die Zufriedenheit von Mitarbeitern und die Systemstabilität zieht. II. FinanzlageIm Rahmen der Erbringung von Zahlungsdiensten und den Voraussetzungen gemäß §17 ZAG, sichert Ratepay Gelder sowohl in Form von Treuhandkonten (§17 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1. lit. B) ZAG) als auch durch den Abschluss von Garantien (§17 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 ZAG). Im November 2019 hat die Gesellschaft einen Vertrag mit zwei namhaften Versicherern abgeschlossen zum Zwecke einer Garantiesicherung gemäß §17 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 ZAG. Der in Anspruch genommene Avalrahmen liegt zum Bilanzstichtag bei EUR 5 Mio. Die Garantie erlaubt es Ratepay, aktiver im Marktplatzgeschäft tätig und dabei nicht an die Lizenzierung der Partner gebunden zu sein. Zur Sicherung des mit den Treuhandkonten als auch vorfälligen Händlerauszahlungen einhergehenden Finanzierungsbedarfs bedient sich die Gesellschaft revolvierenden Kreditlinien, gestellt von der UniCredit Bank AG und Nordea Bank Abp, in Höhe von insgesamt EUR 175 Mio. Die Auslastung beider Linien zum Bilanzstichtag betrug EUR 96,4 Mio. Das seit 2018 genutzte Forderungsfinanzierungsprogramm mit der Firmenkundenbank NIBC Bank Deutschland AG ("NIBC") in Höhe von insgesamt EUR 130 Mio. wurde auf Basis strategischer Entscheidungen der NIBC zum 30. September 2023 beendet. Des Weiteren setzte die Gesellschaft erfolgreich ihre Kooperation mit der VVRB zur Finanzierung des Ratenproduktes fort. Im Laufe des Geschäftsjahres wurde der Umfang der Finanzierung des Ratenproduktes von ursprünglich EUR 200 Mio. auf EUR 100 Mio. reduziert. Hintergrund der Reduktion ist das sinkende Ratenvolumen in Folge der Migration des Otto Marktplatzes in 2022. Die Gesellschaft weist eine branchentypische Vermögens- und Kapitalstruktur auf. Die Forderungen aus Ankauf und die Verbindlichkeiten gegenüber den Händlern stellen die größten Positionen dar. Die Forderungen an Kunden betrugen TEUR 116.718, dies entspricht einer Reduktion um TEUR 6.911 gegenüber dem Vorjahr. Der Bestand an Verbindlichkeiten gegenüber Kunden betrug TEUR 49.234 (Vorjahr: TEUR 44.356). Zur Umsetzung ihrer Strategie hat die Gesellschaft die Entwicklung von, und Investition in immaterielle Vermögensgegenstände, insbesondere in Form von Software zur Unterstützung der Kernprozesse, sowie neuer Produkte, fokussiert. Dieses führte in 2023 zu einer Erhöhung des immateriellen Anlagevermögens um TEUR 1.881 (Vorjahr TEUR 1.190); davon ein Großteil im Zusammenhang mit der "cloud native" Migration von "on-premise hosting" in die AWS Cloud, sowie der Weiterentwicklung von Fraud- und Risikosystemen und dem Aufsetzen eines neuen forderungsbesicherten Refinanzierungsvehikels. Für die Migration in Cloud Infrastruktur wurden Leistungen Dritter für Entwicklungszwecke in Anspruch genommen. Mittelfristig erwartet die Gesellschaft durch die Migration in Cloud Infrastruktur wesentliche ökonomische Vorteile in Form von Kostenreduktionen, erhöhter Systemstabilität, sowie erweiterte Umsatzpotenziale. Bereits im Berichtsjahr konnte Ratepay erste Systeme erfolgreich in die AWS Cloud migrieren. Die Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Vorjahr um 2.3% auf TEUR 224.579 erhöht. Das Eigenkapital der Gesellschaft beträgt TEUR 54.423. Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 24,2% (27,0% im Vorjahr). Das Eigenkapital wurde durch eine Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von EUR 20 Mio. durch die Nexi Germany Holding GmbH im Dezember 2023 gestärkt. Der Gesellschaft verfügt über ausreichende Eigenmittel zur Finanzierung des laufenden Geschäfts. Der regulatorische Eigenkapitalbedarf beträgt zum 31. Dezember 2023 TEUR 1.445. Das anrechenbare Eigenkapital nach § 15 ZAG beläuft sich gemäß Meldung zum Stichtag 31.12.2023 auf TEUR 45.497. Die Differenz zum bilanziellen Eigenkapital von TEUR 8.927 erklärt sich mit den nach ZAG erforderlichen Abzugsposten für immaterielle Vermögenswerte. Im Ergebnis ergibt sich hieraus für das nach § 15 ZAG erforderliche Eigenkapital eine Überdeckung von TEUR 44.052. Die Gesellschaft kam im Geschäftsjahr allen Zahlungsverpflichtungen nach. Die Liquidität war im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit sichergestellt. Die Gesellschaft verfügt über ausreichend Liquidität, um die Geschäftstätigkeit fortzuführen. Um auch zukünftig geplante Geschäftsvolumen refinanzieren zu können arbeitet Ratepay an der Strukturierung eines neuen forderungsbesicherten Refinanzierungsvehikels. Um durch die Strukturierung und Implementierung des neuen Refinanzierungsvehikels potenziell entstehende Finanzierungsrisiken zu mittigeren stellte die Konzernmutter Nexi S.p.A. mittels der Nexi Germany Holding GmbH, sowie allen dazwischenliegenden Gesellschaften, ausreichende Finanzierungszusagen, im Rahmen einer Patronatserklärung, zur Verfügung. III. VermögenslageDie immateriellen Anlagewerte und Sachanlagen sind vollständig durch das Eigenkapital gedeckt. Das Vermögen der Gesellschaft besteht im Wesentlichen aus Forderungen an Kunden in Höhe von TEUR 116.718 (Vorjahr TEUR 123.629). Die Forderungen an Kreditinstitute betragen TEUR 96.389 (Vorjahr TEUR 84.491). IV. GesamtaussageVor dem Hintergrund der deutlich gesunkenen Provisionserträge und der negativen Veränderung des Jahresergebnisses, ist die Geschäftsführung, trotz Übererfüllung des geplanten Ergebnisses, mit der Ertrags- und Vermögenslage nicht zufrieden. Die Finanzlage ist auf Basis der Erhöhung der Kapitalrücklage, sowie durch Nexi vertraglich zugesagte Liquiditätssicherheit, gesichert. C: ChancenberichtRatepay fungiert als Payment-Anbieter im E-Commerce-Geschäft und unterstützt dabei mit den Produkten Rechnungskauf, Kauf per Lastschrift, Rate und Kauf per Vorkasse den Zahlungsprozess im Check-out von Onlineshops. Gemäß Geschäftsstrategie möchte Ratepay seine Position in Europa und im DACH Markt im speziellen als ein Anbieter von nachgelagerten Zahlungsarten für Online-Händler sowie Risikomanagement-Dienstleistungen festigen und sukzessive ausbauen. Neben der regionalen Ausweitung des Geschäftes ist die Diversifizierung und Ausweitung des Produktangebotes ein weiterer Fokusbereich. Hierbei möchte Ratepay modulare und individuell konfigurierbare White-Label Produkte implementieren, welche mittels Plug-and-Play API schnell eingesetzt werden können. Gemäß einer Studie des EHI Retail Institutes aus 2023 wurde der Kauf auf Rechnung innerhalb der Top 1.000 Onlineshops in Deutschland bei knapp 75,2% angeboten, wohingegen der Vorjahreswert nur bei 72,7% lag 9. Dabei gewinnt somit die Verbreitung des Rechnungskaufs, Ratepays Kernprodukt, etwas an Bedeutung. Im Studienjahr 2023 lag der Anteil von White-Label-Rechnungskauf bei 34,8%, gemessen am totalen Rechnungskaufvolumen und stieg somit um 0,4 Prozentpunkte gegenüber dem vorherigen Studienjahr. Des Weiteren, der bei Händlern mit dem Produkt Lastschrift verbreiteten Zahlungsart lag bei nur 33,9% (Vorjahr 38,3%) und die Präsenz von Ratenkauf unter den Top 1.000 Onlinehändler belief sich auf 36,3% (Vorjahr 37,9%). In Summe bietet Ratepay vier der beliebtesten Zahlungsarten im Online-Handel an, welche am Umsatzanteil weiter rund die Hälfte 49,8% (Studie 2022: 51,4%) des Umsatzes bei den Top 1.000 Onlineshops in Deutschlands abdeckt 10. Die Chancen für das Produktangebot von Ratepay werden weiter durch das zunehmende fraudulente Verhalten von potenziellen Endkunden im Markt unterstrichen. Laut einer vom Merchant Risk Council (MRC) durchgeführten Studie haben Händler einen Verlust von rund 3.1% des Umsatzes in der EU aufgrund von diversen Betrugsformen zu verzeichnen, was wiederum mit einer Zunahme von 0,1 Prozentpunkten einhergeht 11. Im Bereich E-Commerce nahmen die Betrugsfälle mit sogenannten Bot- Attacken sogar um 155% zu, weshalb es umso wichtiger für Händler ist hier zielgerichtete Systeme und Lösungen dem entgegenzustellen 12.
9 EHI Studie Online-Payment 2023
94% der im Rahmen von CRIF befragten Online-Händler in der DACH-Region wurden bereits Opfer von Betrug bzw. von Betrugsversuchen. Dabei konnten 35% ein gleichbleibend hohes Level an kriminellen Aktivitäten feststellen. Dazu zählt u.a. auch, dass 81% bereits Erfahrung damit machen mussten, dass Betrüger sich unter falschen Namens-, oder Adressdaten ausgaben 13. Für Online-Händler stellt damit die Absicherung von nachgelagerten Zahlungsarten wie dem Rechnungskauf durch externe Anbieter eine attraktive Option dar, das Zahlungsartenangebot risikoärmer zu erweitern. Daneben eröffnet dies den Online-Händlern die Möglichkeit, sich auf die eigenen Kernkompetenzen wie Warenangebot und Einkaufserlebnis fokussieren zu können. Ratepay hat auch in 2023 weiter in das eigene Risikomanagementsystem mit Blick auf Adressenausfallrisiko investiert, insbesondere in interne und externe Maßnahmen im Rahmen von Machine Learning und dem Aufbau von Mitarbeitern in diesem Bereich, um diesen Entwicklungen zu entgegnen. Zusammenfassend sieht Ratepay aufgrund seiner bisherigen Markposition als führender White-Label BNPL Anbieter in der DACH Region und der Akzeptanz seiner angebotenen Zahlarten das Potenzial, in Zukunft signifikant zu wachsen (gemessen in Transaktionsvolumen und Umsatz). Das Bild wird durch den stetigen Ausbau der Risikomanagement-Systeme zur Reduzierung von Ausfallrisiken abgerundet. D: RisikoberichtDie Payment Branche bietet durch ihr rasantes Wachstum viele Chancen, erfolgreiche Unternehmen zu gründen und nachhaltig am Markt zu etablieren. Andererseits stellen der schnelle Technologiewandel, Änderungen des Nutzerverhaltens sowie der Konkurrenzkampf und eine Marktkonsolidierung auch Risiken dar. Des Weiteren stellt das schwierige makroökonomische Umfeld, sowie die schwächelnde Konjunktur ebenfalls ein Risiko für die Industrie dar. Auch wenn die sich aus dem Rundschreiben 05/2023 der BaFin vom 29. Juli 2023, zuletzt geändert am 18. Oktober 2023, ergebenden Mindestanforderungen an das Risikomanagement der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (MaRisk) für Zahlungsinstitute grundsätzlich nicht explizit bzw. direkt anwendbar sind, verfolgt Ratepay das Ziel, diese Anforderungen, soweit in Bezug auf das Geschäftsmodell und unter Berücksichtigung von Art, Umfang und Risikogehalt der betriebenen Geschäfte sinnvoll und umfänglich zu erfüllen. Für das Jahr 2024 erwartet Ratepay die für Zahlungsinstitute verbindliche Veröffentlichung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement von ZAG-Instituten (ZAG-MaRisk), welche im September 2023 erstmalig durch die BaFin zur Konsultation veröffentlicht wurde. Weiterhin finden die sich aus dem Rundschreiben 11/2021 der BaFin vom 16. August 2021 ergebenden Zahlungsdiensteaufsichtlichen Anforderungen an die IT von Zahlungs- und E-Geld-Instituten (ZAIT) direkte Anwendung auf die Gesellschaft und sind durch diese umzusetzen. Ratepay verfügt über ein internes Kontrollsystem, welches Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit sowie zur Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung und Risikosteuerung umfasst. Zudem sind aufbau- und ablauforganisatorische Regelungen mit deutlich abgegrenzten Verantwortungsbereichen implementiert. Ratepay hat ein Risikoappetitstatement definiert. Das Risikoappetitsstatement ist als umfassender, zukunftsorientierter Rahmen zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen zu sehen. Das Kernziel ist die Förderung bzw. Umsetzung einer starken Risikokultur und eines angemessenen Risikomanagements. Das Statement steht immer im Einklang mit der aktuellen Geschäfts- und Risikostrategie und wird mindestens jährlich oder anlassbezogen durch das Enterprise Risk Management (ERM) überprüft. Daneben hat Ratepay ein Risikotragfähigkeitskonzept etabliert, das sicherstellt, dass die monetären Risiken durch das Risikodeckungspotenzial abgedeckt sind. Die Limitierung der Risikotragfähigkeit erfolgt durch die Geschäftsführung, die über ein monatliches Risikoreporting eine regelmäßige Darstellung der Risikotragfähigkeitssituation erhält. Ratepay weist über das gesamte Jahr 2023 ein positives Risikodeckungspotenzial auf. Das bestehende Eigenkapital gemäß Bilanzierung bildet das Risikodeckungspotenzial. Durch die vollständige Berücksichtigung des erwarteten Verlustes für das Geschäftsjahr 2023 fiel das - weiterhin positive - Risikodeckungspotential rechentechnisch Anfang des Jahres 2023 stark. Nach Berücksichtigung des tatsächlichen Verlustes für das Geschäftsjahr sowie der Einlage in die Kapitalrücklage durch die Nexi Germany Holding GmbH in Höhe von EUR 20 Mio. betrug das Risikodeckungspotential am Jahresende EUR 54,4 Mio. Das Gesamtrisiko ist über das Jahr von EUR 12,9 Mio. auf EUR 8,8 Mio. gesunken. Dies resultiert im Wesentlichen aus der Reduktion operationeller Risiken um EUR 1 Mio. durch die erfolgreiche Implementierung von Mitigationsmaßnahmen sowie die Reduktion des Konsumentenrisikos um EUR 4,7 Mio. Basierend auf der operativen Geschäftsausrichtung sind Adressenausfallrisiken, operationelle (die die IT-Risiken umfassen), sowie Liquiditäts- und Compliance-Risiken grundsätzlich die wesentlichen Risikoarten. Diese Risiken werden im Rahmen der Risikoinventur identifiziert, regelmäßig neu bewertet bzw. gegebenenfalls um neue Risiken ergänzt und infolgedessen in der Risikotragfähigkeitsberechnung berücksichtigt. Hierbei werden nicht quantifizierbare Risiken durch die entsprechenden Fachkräfte bewertet. Für die Adressenausfallrisiken finden separate Berechnungen mit Hilfe statistischer Verfahren statt. Quantifizierte Risiken sind grundsätzlich dauerhaft durch Eigenkapital gedeckt und stellen sowohl den Fortbestand des Unternehmens als auch den Gläubigerschutz im Falle der Insolvenz sicher. Beim Liquiditätsrisiko unterscheidet man grundsätzlich zwischen dem Liquiditätsrisiko im engeren Sinne, dem Refinanzierungsrisiko und dem Marktliquiditätsrisiko. Das Marktliquiditätsrisiko, also das Risiko Vermögensgegenstände, insb. Finanzinstrumente, nur zu einem unerwartet geringen Marktpreis bzw. gar nicht verkaufen zu können, stellt sich auf Grund seines Geschäftsmodelles für Ratepay so nicht dar. Das Risiko des Ausfalles der Kundenforderungen wird durch das Adressenausfallrisiko abgebildet. Das Liquiditätsrisiko im engeren Sinne, auch kurzfristiges Liquiditätsrisiko genannt, stellt derzeit kein wesentliches Risiko für die Gesellschaft dar. Die operativen Finanzflüsse sind durch die bestehenden Eigenmittel gedeckt. Es besteht grundsätzlich ein Refinanzierungsrisiko zur Sicherung des mit den Treuhandkonten als auch vorfälligen Händlerauszahlungen einhergehenden Finanzierungsbedarfs. Auch hier sieht Ratepay auf Grund der bestehenden Finanzierungsstruktur derzeit kein wesentliches Risiko. Wir verweisen hierzu auf die Ausführungen unter II. Finanzlage in diesem Lagebericht. Darüber hinaus besteht eine Patronatserklärung zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit abgegeben von der Nexi Germany Holding GmbH, sowie allen Unternehmen zwischen der Nexi Germany Holding GmbH und der Konzernmutter Nexi S.p.A. Ratepay ist auf Basis seiner mehr als 10-jährigen Erfahrung und seinem fortschrittlichen Stand der Technik in der Lage, das Adressenausfallrisiko sowohl im Endkundengeschäft als auch im Rahmen des Kontrahentenrisikos gegenüber den Händlern durch aktives Monitoring, der Einbeziehung von externen und internen Informationen, beispielsweise Bonitätsdaten, und internen Analysen fortlaufend zu überwachen und frühzeitig Steuerungsimpulse bei potentiell negativen Abweichungen von Erwartungswerten zu ergreifen. Hierdurch konnte das Adressenausfallrisiko sowohl auf Einzelebene als auch im Rahmen von Portfoliobetrachtungen auf ein überschaubares Niveau ausgesteuert werden. Zur Ermittlung der Risikovorsorge werden alle angekauften Forderungen in Cluster nach Händler, Alter und Mahnprogression unterteilt. Für jedes dieser Cluster existieren historische Ausfallkurven, welche im Zeitverlauf analysiert werden, um Trends zu prognostizieren. Jede Forderung des Portfolios wird monatlich anhand neuester Erkenntnisse durch pauschalisierte Einzelwertberichtigungen neu bewertet. Für die Berechnung des Adressenausfallrisikos im Rahmen der Risikotragfähigkeit wird auf der zuvor beschriebenen Methodik zur Bildung der Risikovorsorge aufgesetzt. Mittels einer Monte Carlo Simulation wird eine Veränderung der wesentlichen Einflussgrößen der Risikovorsorgeermittlung simuliert. Das Adressenausfallrisiko ergibt sich in den jeweils relevanten Szenarien als zusätzlich zu bildende Risikovorsorge. Das Geschäftsmodell von Ratepay basiert unter anderem auf seiner IT Landschaft. Daher stellen IT Risiken die wesentlichen operationellen Risiken dar. Dies reicht von der Informationssicherheit und - Verfügbarkeit, der sicheren Projektentwicklung und einem wirksamen Auslagerungsmanagement bis zur IT Sicherheit hinsichtlich allgegenwärtiger Cyber-Attacken einschließlich der angemessenen Reaktion auf etwaige Risikovorfälle. Zur Begrenzung dieser IT-Risiken werden vielseitige Sicherungsmaßnahmen ergriffen. Beispielsweise sind alle wesentlichen IT-Systeme durch Fallbackoptionen bei potenziellen Störungen abgesichert, sodass der operative Geschäftsbetrieb abgesichert ist und stets aufrechterhalten werden kann. Darüber hinaus findet fortlaufend ein umfassendes Monitoring aller prozesskritischen IT-Systeme statt. Zusätzliche Testings und Qualitätskontrollen vor Veröffentlichung neuer Produkte finden regelmäßig und im Rahmen der Qualitätssicherung statt. Um dem Risiko von Abhängigkeiten gegenüber Dienstleistern und Partnern vorzubeugen, werden diese ebenfalls redundant aufgestellt. Zur Absicherung gegen Cyberrisiken arbeitet Ratepay an der kontinuierlichen Erhöhung der Sicherheitsstandards; u.a. wird das Risiko von Systemausfällen durch die Verlagerung von Datenbanken und Systeme in sichere Cloud-Umgebungen bereits seit 2023 reduziert. Ratepay nutzt diverse technische Dienstleister, die die Prozesse zur Durchführung der Bewertung von Ausfallrisiken oder die Sicherung von Daten unterstützen. Neben der technischen Absicherung und Bildung redundanter Systeme, hat Ratepay weitere personelle und prozessuale Kapazitäten aufgebaut, um die Steuerung und Überwachung dieser Dienstleister zu optimieren. Auf Grund des schwierigen makroökonomischen Umfeldes hatte Ratepay eine Verschlechterung des Konsumentenzahlverhaltens erwartet. Dies hat sich aber tatsächlich nicht materialisiert, sodass im Laufe des Geschäftsjahres die Höhe des Adressenausfallrisikos reduziert werden konnte. Jedoch wurde im Laufe des Geschäftsjahres ein erhöhtes Ausfallrisiko auf Händlerseite identifiziert. Die Grundlage für die Berechnung des Händlerausfallrisikos bilden Daten externer Ratingagenturen sowie historische Ausfallraten. Um mögliche erhöhte Risiken abzubilden, hat das Merchant Compliance Risk Team individuelle Risikoanalysen basierend auf verfügbaren Wirtschaftsdaten der Händler durchgeführt und mit Ausfallwahrscheinlichkeiten zwischen 25% und 75% bewertet. Die Ergebnisse dieses Stresstests haben ebenfalls Eingang in das monatliche Risikoreporting gefunden. Der Stresstest für Dezember 2023 ergab ein mögliches zusätzliches Risiko in Höhe von EUR 3,85 Mio., welches durch das bestehende Risikodeckungspotential gedeckt ist. Durch die erfolgte Kapitaleinlage in Höhe von EUR 20 Mio. durch die alleinige Eigentümerin, die Nexi Germany Holding GmbH, beträgt das Eigenkapital zum Stichtag EUR 54,4 Mio. und weist somit ausreichend Risikodeckungspotential auf. Wir weisen darauf hin, dass die Nexi Germany Holding GmbH am 15. Februar 2023 eine Patronatserklärung zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit und Abwendung einer möglichen Überschuldung gegenüber der Ratepay abgegeben hat. Es liegen uns zum jetzigen Zeitpunkt keine Hinweise auf eine beabsichtigte Kündigung vor. E: PrognoseberichtDer Anteil von BNPL Transaktionen wird nach Schätzungen von "Research and Markets Report" weiterwachsen. Für Deutschland wird ein jährliches Wachstum ("CAGR" - Compound Annual Growth Rate) von 10,6% bis 2028 vorausgesagt 14. Auch für Österreich ist dieser Trend ungebrochen und es wird ein CAGR von 11,0% bis 2029 prognostiziert. 15 Gemäß einem Fact Sheet der GTAI 16 wird für den Bereich Digital Payments für die Jahre 2024 bis 2026 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsquote von 10,2% angegeben. Deutschland wird zu dem in Europa zweitgrößten Markt für digitale Zahlungen gezählt mit einem E-Commerce Transaktionsvolumen von voraussichtlich EUR 169 Mrd. in 2025. Auch Marktplätze werden zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen und somit das geplante Wachstum von Ratepay unterstützen. Mehr als 57% der erfolgreichsten Online-Shops verkaufen ihre Produkte nicht nur über den eigenen Internetauftritt, sondern parallel auch über Online-Marktplätze wie Amazon, Ebay oder Real 17.
14 Research and Markets Report: Germany Buy Now
Pay Later Business Report 2023
(https://finance.yahoo.com/news/germany-buy-now-pay-later-
180000953.html#:~:
text=BNPL%20payments%20in%20the%20Germany,10.6%25%20during%202023%2D2028.)
13.02.2024
Ratepay baut das Marktplatz-Segment kontinuierlich weiter aus und fokussiert sich auch darauf, weitere Partnerschaften mit großen Playern einzugehen. Zusätzlich spielt "Embedded Finance" eine immer größer werdende Rolle, da sich dadurch das Kauferlebnis und die Umsätze der Händler weiter steigern lassen, da für den Käufer die Bezahlung / Finanzierung nahtlos ineinander übergeht. Hier werden Prognosen getroffen, die davon ausgehen, dass die Erträge, die durch BNPL Services, welche als Embedded Finance integriert werden, im Jahr 2026 bereits über 50% des BNPL Anteils ausmachen werden. 18 Die Gesellschaft ist mit dem eingeschlagenen Kurs und den bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr generierten Neukundenvolumina auf gutem Wege, in Zukunft weiter Wachstum zu generieren. Potentiale zur Erweiterung des Markt- und Produktangebots für die nächsten Jahre eröffnen zudem eine weitere Unabhängigkeit von Markt- und Wettbewerbsentwicklungen. Die Investition in Kernsysteme und die stetige Weiterentwicklung der IT Plattform sowie die Neu- und Weiterentwicklung neuer Produkte haben zudem die Grundvoraussetzung für zukünftige Skalierbarkeit und Wachstum geschaffen. Der Fokus bleibt, die bestehende Marktführung weiter auszubauen. Durch die erfolgreiche Diversifikation des Kundenportfolios und anhaltender Investitionen in den Ausbau des Produktportfolios, sowie der Risikosysteme, plant die Gesellschaft ab 2024 wieder Wachstum auf unbereinigter Basis verzeichnen zu können und rechnet mit Provisionserträgen im mittleren zweistelligen Millionenbereich, was einer Wachstumsrate im zweistelligen Prozentbereich entspricht. 2024 wird eine Steigerung des Bruttotransaktionsvolumens im unteren zweistelligen Prozentbereich erwartet. Allerdings geht die Gesellschaft weiterhin von einem defizitären Geschäftsjahr 2024 aus, bei einem EBITDA und Jahresfehlbetrag im niedrigen zweistelligen Millionenbereich, die auf dem Niveau des abgelaufenen Geschäftsjahres liegen. Weiterhin plant die Gesellschaft auch in 2024 eine Verfügbarkeit ihrer API von >99% sicherzustellen. Darüber hinaus plant Ratepay die Mitarbeiterzufriedenheit weiterhin gegenüber dem Berichtsjahr stabil zu halten und leicht auszubauen. Unterstützt durch die Konzernmutter, wurde das Eigenkapital gestärkt und ist ausreichend, um die geplanten Verluste im folgenden Geschäftsjahr zu kompensieren. Die Gesellschaft kann alle operativen Investitionen aus Eigenkapital finanzieren.
Berlin, den 03.03.2024 Nina Pütz, GF Sabrina Flunkert-Glinzer, GF BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Ratepay GmbH, Berlin Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Ratepay GmbH, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Ratepay GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Berlin, den 12. März 2024 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Michael Quade, Wirtschaftsprüfer ppa. Marcus Schreiber, Wirtschaftsprüfer |
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