Interzero Circular Solutions Germany GmbH

Stollwerckstraße 9A, 51149 Köln, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Köln HRB 23522
Vorher
ISD INTERSEROH Entsorgungsdienstleistungs GmbHISD INTERSEROH Dienstleistungs GmbHINTERSEROH Dienstleistungs GmbH
Eingetragen
17.2.1993
Branche
Beseitigung von anderen Umweltverschmutzungen und sonstige Tätigkeiten in der AbfallbewirtschaftungManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenBeteiligungsgesellschaften
Gegenstand
a) die Wahrnehmung von Entsorgungsdienstleistungen sowie die Verwaltungs- und Managementaufgaben für Unternehmen der INTERSEROH-Gruppe sowie sämtlicher damit zusammenhängender und den Gesellschaftszweck fördernder Geschäfte; b) die Erbringung von sämtlichen Dienstleistungen, Beratungen und individuell zugeschnittenen Services, die zur Problemlösung oder Optimierung von Prozessen oder der Beratung im Bereich Umwelt, Recycling und Nachhaltigkeit dienen; c) das Betreiben von Plattformlösungen sowie die Entwicklung und der Vertrieb von Softwarelösungen rund um die angebotenen Dienstleistungen; d) das komplette Abfallmanagement inklusive Vorbereitung und Durchführung von Dienstleistungen; e) der Abschluss von Makler- oder Vermittlungsgeschäften für Dienstleistungen und Beratungen; f) die Erbringung von allgemeinen technischen, kaufmännischen und vertrieblichen Beratungsdienstleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Ann-Kathrin Denker
seit 15.7.2025
Prokura
Prokura
Thomas Glatz
seit 15.7.2025
Prokura
Roman-Alexander Krass
seit 17.1.2025
Geschäftsführer
Martin Ulke
seit 24.6.2024
Geschäftsführer
Anna Grom
seit 24.6.2024
Geschäftsführer
Maarten van den Berg
seit 22.5.2024
Prokura
Falk Dr. Osterloh
seit 3.3.2022
Prokura
Prokura
Prokura
Michael B Bürstner
seit 12.3.2004
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
ALBA SE
Germany
1.000.000 €
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Interzero Circular Solutions GmbH (vormals: ALBA Services Holding GmbH)

Berlin

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

31.12.2020
EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 70.528.327,64 77.049.606,31
2. Geschäfts- oder Firmenwert 157.953.749,41 166.427.950,20
3. Geleistete Anzahlungen 8.706,25 58.259,39
228.490.783,30 243.535.815,90
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 13.306.515,05 14.153.567,43
2. Technische Anlagen und Maschinen 52.379.822,44 62.672.046,86
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.097.153,31 6.653.158,06
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.667.224,91 628.764,92
74.450.715,71 84.107.537,27
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 102.000,00 102.000,00
2. Sonstige Beteiligungen 167.642,59 17.642,59
3. Sonstige Ausleihungen 4.100,00 2.860,00
273.742,59 122.502,59
303.215.241,60 327.765.855,76
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 3.571.784,02 3.445.283,21
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 381.396,15 1.863.590,16
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 3.402.553,14 4.551.398,97
4. Geleistete Anzahlungen 10.759,35 0,00
7.366.492,66 9.860.272,34
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 148.998.763,62 134.895.161,84
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 119.084,78 119.805,89
3. Forderungen gegen Gesellschafter 0,00 61.245,31
4. Sonstige Vermögensgegenstände 15.049.324,46 8.620.754,71
164.167.172,86 143.696.967,75
III. Kassenbestand, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten 75.786.823,14 24.904.041,46
247.320.488,66 178.461.281,55
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.710.829,99 1.382.702,94
552.246.560,25 507.609.840,25

Passiva

31.12.2020
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 280.029.446,41 307.400.000,00
III. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung -306.442,64 -271.091,54
IV. Verlustvortrag -96.000.753,58 -51.480.450,86
V. Konzernjahresüberschuss (i. Vj. Konzernjahresfehlbetrag) 10.774.312,80 -44.520.302,72
VI. Nicht beherrschende Anteile 1.683.832,26 1.039.032,31
196.205.395,25 212.192.187,19
B. Sonderposten für Investitionszulagen bzw. Zuschüsse zum Anlagevermögen 812.476,80 955.954,36
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 3.100.241,03 2.834.525,46
2. Steuerrückstellungen 6.915.653,91 4.396.016,23
3. Sonstige Rückstellungen 146.605.304,27 124.827.805,79
156.621.199,21 132.058.347,48
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 28.179.898,87 30.601.072,42
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 6.085,63 17.334,90
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 103.496.782,97 78.011.461,48
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 7.269,10 8.179,88
5. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter 0,00 229.075,80
6. Sonstige Verbindlichkeiten 42.682.521,04 27.157.758,15
davon aus Steuern EUR 4.418.319,45 (i. Vj. EUR 4.064.446,31)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 185.059,74 (i. Vj. EUR 96.362,29)
174.372.557,61 136.024.882,63
E. Rechnungsabgrenzungsposten 3.887.321,39 3.202.716,61
F. Passive latente Steuern 20.347.609,99 23.175.751,98
552.246.560,25 507.609.840,25

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für 2021

2020
EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 817.694.017,22 704.603.732,41
2. Verminderung (Vj. Erhöhung) des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -2.908.315,03 914.544,71
3. Sonstige betriebliche Erträge 36.879.321,80 22.414.753,94
davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 70.920,16 (Vj. EUR 135.580,40)
851.665.023,99 727.933.031,06
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 105.343.727,21 70.758.158,38
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 486.019.143,49 440.802.363,34
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 76.667.072,53 80.193.059,04
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 14.222.369,81 14.244.853,35
davon aus Altersversorgung EUR 92.825,24 (Vj. Erträge EUR 165.880,50)
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 32.903.178,53 57.752.778,48
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 117.501.641,26 107.493.963,10
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 99.318,23 (Vj. EUR 135.232,17)
832.657.132,83 771.245.175,69
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 38.490,11 87.259,83
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 3.541,71 (Vj. EUR 3.550,04)
davon Erträge aus der Abzinsung EUR 18,13 (Vj. EUR 40.909,89)
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 3.394.824,88 2.267.782,18
davon Aufwendungen aus der Aufzinsung EUR 235.712,19 (Vj. EUR 230.181,82)
-3.356.334,77 -2.180.522,35
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4.391.846,34 -1.507.782,25
davon Ertrag aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern EUR 2.828.141,99 (Vj. EUR 2.785.567,62)
11. Ergebnis nach Steuern 11.259.710,05 -43.984.884,73
12. Sonstige Steuern 311.929,25 365.846,52
13. Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Gewinne -173.468,00 -169.571,47
14. Konzernjahresüberschuss (Vj. Konzernjahresfehlbetrag) 10.774.312,80 -44.520.302,72

Konzern-Kapitalflussrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021

EUR
Periodenergebnis (Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag einschließlich Ergebnisanteile anderer Gesellschafter) 10.947.780,80
+/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 32.903.178,56
+/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen * -3.411.546,97
+/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 2.414.729,70
-/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -7.394.330,64
+/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 27.119.504,13
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -6.844.652,88
+/- Zinsaufwendungen/Zinserträge 3.356.334,77
+/- Ertragsteueraufwand/-ertrag 4.391.846,34
-/+ Ertragsteuerzahlungen -4.190.523,85
= Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 59.292.319,96
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens 14.706,29
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -757.355,22
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 491.580,42
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -6.110.847,55
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 2.860,00
- Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -154.100,00
+ Einzahlungen aus Abgängen aus dem Konsolidierungskreis 1.156.528,41
- Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis -3.110.000,00
+ Erhaltene Zinsen 34.930,27
= Cashflow aus der Investitionstätigkeit -8.431.697,38
+ Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen von anderen Gesellschaftern 150.000,00
+/- Veränderung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -2.421.173,55
+/- Veränderung der Verbindlichkeiten aus Factoring -9.449.976,12
+/- Veränderung der Verbindlichkeiten aus Mietkaufverträgen -184.159,89
- Gezahlte Zinsen -2.966.297,11
- Gezahlte Dividenden an andere Gesellschafter -95.402,42
+ Einzahlungen aus sonstigen Darlehen 15.000.000,00
= Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 32.990,91
+/- Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 50.893.613,49
+/- Konsolidierungskreisbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds -10.831,81
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 24.904.041,46
= Finanzmittelfonds am Ende der Periode 75.786.823,14

* Modifiziert im Wesentlichen um Effekte aus der Veränderung des Eigenkapitals und des Konsolidierungskreises

Entwicklung des Konzerneigenkapitals für 2021

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gezeichnetes Kapital Stammkapital Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung
Stand am 31. Dezember 2019 25.000,00 307.400.000,00 -8.270,50
Umbuchung Konzernjahresfehlbetrag 2019 0,00 0,00 0,00
Ausschüttung 0,00 0,00 0,00
Währungsumrechnung 0,00 0,00 -262.821,04
Konzernergebnis 0,00 0,00 0,00
Stand am 31. Dezember 2020 25.000,00 307.400.000,00 -271.091,54
Umbuchung Konzernjahresfehlbetrag 2020 0,00 0,00 0,00
Einziehung von Anteilen 0,00 -27.370.553,59 0,00
Kapitalerhöhung 0,00 0,00 0,00
Ausschüttung 0,00 0,00 0,00
Änderungen des Konsolidierungskreises 0,00 0,00 0,00
Währungsumrechnung 0,00 0,00 -35.351,10
Konzernergebnis 0,00 0,00 0,00
Stand am 31. Dezember 2021 25.000,00 280.029.446,41 -306.442,64
Eigenkapital des Mutterunternehmens
Verlustvortrag/ Gewinnvortrag Konzernjahresüberschuss /Konzernjahresfehlbetrag, der dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist Summe
Stand am 31. Dezember 2019 -35.987.632,88 -15.492.817,98 255.936.278,64
Umbuchung Konzernjahresfehlbetrag 2019 -15.492.817,98 15.492.817,98 0,00
Ausschüttung 0,00 0,00 0,00
Währungsumrechnung 0,00 0,00 -262.821,04
Konzernergebnis 0,00 -44.520.302,72 -44.520.302,72
Stand am 31. Dezember 2020 -51.480.450,86 -44.520.302,72 211.153.154,88
Umbuchung Konzernjahresfehlbetrag 2020 -44.520.302,72 44.520.302,72 0,00
Einziehung von Anteilen 0,00 0,00 -27.370.553,59
Kapitalerhöhung 0,00 0,00 0,00
Ausschüttung 0,00 0,00 0,00
Änderungen des Konsolidierungskreises 0,00 0,00 0,00
Währungsumrechnung 0,00 0,00 -35.351,10
Konzernergebnis 0,00 10.774.312,80 10.774.312,80
Stand am 31. Dezember 2021 -96.000.753,58 10.774.312,80 194.521.562,99
Nicht beherrschende Anteile
Nicht beherrschende Anteile vor Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung und Jahresergebnis Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Gewinne Summe
Stand am 31. Dezember 2019 905.640,15 -261,57 86.162,35 991.540,93
Umbuchung Konzernjahresfehlbetrag 2019 86.162,35 0,00 -86.162,35 0,00
Ausschüttung -121.353,56 0,00 0,00 -121.353,56
Währungsumrechnung 0,00 -726,53 0,00 -726,53
Konzernergebnis 0,00 0,00 169.571,47 169.571,47
Stand am 31. Dezember 2020 870.448,94 -988,10 169.571,47 1.039.032,31
Umbuchung Konzernjahresfehlbetrag 2020 169.571,47 0,00 -169.571,47 0,00
Einziehung von Anteilen 0,00 0,00 0,00 0,00
Kapitalerhöhung 150.000,00 0,00 0,00 150.000,00
Ausschüttung -95.402,42 0,00 0,00 -95.402,42
Änderungen des Konsolidierungskreises 416.738,27 0,00 0,00 416.738,27
Währungsumrechnung 0,00 -3,90 0,00 -3,90
Konzernergebnis 0,00 0,00 173.468,00 173.468,00
Stand am 31. Dezember 2021 1.511.356,26 -992,00 173.468,00 1.683.832,26
Konzerneigenkapital
Summe
Stand am 31. Dezember 2019 256.927.819,57
Umbuchung Konzernjahresfehlbetrag 2019 0,00
Ausschüttung -121.353,56
Währungsumrechnung -263.547,57
Konzernergebnis -44.350.731,25
Stand am 31. Dezember 2020 212.192.187,19
Umbuchung Konzernjahresfehlbetrag 2020 0,00
Einziehung von Anteilen -27.370.553,59
Kapitalerhöhung 150.000,00
Ausschüttung -95.402,42
Änderungen des Konsolidierungskreises 416.738,27
Währungsumrechnung -35.355,00
Konzernergebnis 10.947.780,80
Stand am 31. Dezember 2021 196.205.395,25

Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021

Allgemeine Hinweise

Die ALBA Services Holding GmbH hat ihren Sitz in Berlin und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Charlottenburg unter HRB 180086.

Aufgabenfelder der ALBA Services Gruppe sind die Konzeption und die Realisation von Erfassungs-, Rückhol- und Kreislaufsystemen für gebrauchte Verpackungen und Produkte, die Betreibung von Anlagen zur Sortierung von Leichtverpackungen und zur Aufbereitung von Kunststoffen sowie die Erbringung infrastruktureller, technischer und kaufmännischer Facility Management Dienstleistungen.

Der Konzernabschluss wurde gemäß §§ 290 ff. Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

In den Tabellen dieses Konzernanhangs können bei Zahlenadditionen in Einzelfällen leichte Differenzen auftreten. Diese sind rundungsbedingt.

Aus Gründen der Übersichtlichkeit werden davon-Angaben und Mitzugehörigkeitsvermerke zu Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung teilweise in den Anhang aufgenommen.

Konsolidierungskreis und Stichtag

In den Konzernabschluss sind neben dem Mutterunternehmen alle direkt und indirekt gehaltenen in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen, sofern nicht wegen untergeordneter Bedeutung von einer Einbeziehung abgesehen wird. Bilanzstichtag sämtlicher in den Konzernabschluss einbezogener Unternehmen ist der 31. Dezember 2021.

Tochterunternehmen, bei denen die ALBA Services Holding GmbH, Berlin, einen beherrschenden Einfluss im Sinne von § 290 Abs. 2 HGB ausübt, werden nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung einbezogen.

Übt ein in den Konzernabschluss einbezogenes Unternehmen einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik eines nicht einbezogenen Unternehmens aus, an dem das Konzernunternehmen zu mindestens 20 % am Stammkapital beteiligt ist, wird zur Ermittlung des Beteiligungsbuchwerts des assoziierten Unternehmens die Equity-Methode angewendet. Zum Bilanzstichtag wurden keine Unternehmen nach der Equity-Methode einbezogen.

Gesellschaften unter Berücksichtigung von unwesentlichen quantitativen und qualitativen Kriterien aus Sicht der ALBA Services Holding GmbH, Berlin, wurden gemäß § 296 Abs. 2 und § 311 Abs. 2 HGB nicht in den Konzernabschluss einbezogen, da sie auch in der Gesamtheit für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung sind.

Der Kreis der in den Konzernabschluss der ALBA Services Holding GmbH, Berlin, einbezogenen Unternehmen ist der Konzernanteilsbesitzliste (Anlage 1 zum Anhang) zu entnehmen, welche einen integralen Bestandteil dieses Konzernanhangs darstellt. In dieser Aufstellung sind auch die aufgrund untergeordneter Bedeutung nicht einbezogenen Tochtergesellschaften angegeben. Zudem sind diejenigen Gesellschaften gekennzeichnet, die die Inanspruchnahme der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB nutzen.

Im Geschäftsjahr 2021 wurden die ITL logistics GmbH, Schwaig, zum 30. April 2021 entkonsolidiert. Zudem wurden im Berichtsjahr die Interseroh+ GmbH, Köln, zum 31. Mai 2021 sowie die Interseroh Organizacja Odzysku Sprzętu Elektrycznego i Elektronicznego S.A., Warschau, zum 30. September 2021 erstkonsolidiert.

Die Geschäftsbereiche Abfallmanagement und Entsorgung wurden von der ALBA Facility Management GmbH im Wege der Abspaltung zur Aufnahme mit wirtschaftlicher Rückwirkung zum 01. Januar 2021 auf die ALBA Berlin Dienstleistungs GmbH, Berlin, übertragen. Zum Bilanzstichtag wurden sämtliche Kapitalanteile der ALBA Berlin Dienstleistungs GmbH veräußert.

Ferner wurden zum Ablauf des Geschäftsjahres 70% der Kapitalanteile an der Abfallverwertung Leipzig GmbH, Leipzig, erworben. Die Gesellschaft wurden zum 31. Dezember 2021 in den Konsolidierungskreis aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt konnten die Wertansätze der einzubeziehenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten noch nicht endgültig ermittelt werden. Im Rahmen der vorläufigen Kapitalkonsolidierung ist ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 2.138 entstanden. Für das nächste Berichtsjahr werden aus der vorläufigen Kapitalkonsolidierung keine wesentlichen Änderungen erwartet.

Durch die Veränderungen des Konsolidierungskreises ergeben sich keine wesentlichen Änderungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Konsolidierungsgrundsätze

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß § 301 Abs. Satz 2 HGB nach der Neubewertungsmethode. Hierbei wird der Wertansatz der dem Mutterunternehmen zugehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals der Tochtergesellschaften verrechnet. Das Eigenkapital ist dabei entsprechend der Neubewertungsmethode mit dem Betrag anzusetzen, der dem Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten entspricht, der diesem zum Erstkonsolidierungszeitpunkt beizulegen ist. Rückstellungen sind nach § 298 Abs. 1 HGB i.V.m. § 253 Abs. 1 Satz 2 und 3, Abs. 2 HGB und latente Steuern nach § 298 Abs. 1 HGB i.V.m. § 274 Abs. 2 HGB zu bewerten. Die Verrechnung erfolgt gemäß § 301 Abs. 2 HGB zu dem Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist.

Für die Ermittlung des neubewerteten Eigenkapitals im Rahmen von Erstkonsolidierungen wurden insbesondere die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verwendet. Es wurden dabei alle Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten angesetzt, unabhängig davon, ob diese zuvor im Jahresabschluss eines der Tochterunternehmen bilanziert wurden.

Grundstücke und Gebäude wurden dabei im Wesentlichen anhand von externen Gutachten auf Basis eines Ertragswertes bewertet.

Die technischen Anlagen und Maschinen wurden hauptsächlich kostenorientiert auf Basis deren Wiederbeschaffungskosten nach Abschreibungen unter Berücksichtigung ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer bewertet.

Das Markenrecht wurde kapitalwertorientiert anhand der Methode der Lizenzpreisanalogie mit einer Lizenzrate von 1,0 % bewertet. Das Markenrecht besitzt eine unbestimmte Nutzungsdauer.

Der Auftragsbestand wurde kapitalwertorientiert auf Basis der Residualwertmethode anhand der kontrahierten Umsatzerlöse und der geplanten EBITDA-Marge bewertet.

Ein verbleibender Unterschiedsbetrag wurde gemäß § 301 Abs. 3 HGB, wenn er auf der Aktivseite entsteht, als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen.

Forderungen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden gegeneinander aufgerechnet.

Beteiligungserträge aus einbezogenen Unternehmen wurden eliminiert. Gewinne und Verluste aus konzerninternen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen wurden herausgerechnet, sofern diese nach § 304 Abs. 2 HGB nicht von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns waren.

Konzerninterne Umsatzerlöse und Erträge wurden mit den auf sie entfallenden Aufwendungen verrechnet, soweit sie nicht in andere aktivierte Eigenleistungen oder Bestandsveränderungen umzugliedern waren.

Auf Grund der Aufdeckung von stillen Reserven aus Erstkonsolidierungen kommt es zu dem Ansatz von latenten Steuern.

Währungsumrechnung

Die Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Einzelabschlüsse erfolgt nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Dabei wurden alle Bilanzposten der einbezogenen ausländischen Konzernunternehmen mit Ausnahme des Eigenkapitals (gezeichnetes Kapital, Rücklagen, Ergebnisvortrag), das zu historischen Kursen umgerechnet wurde, mit dem jeweiligen Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtags nach dem Prinzip der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Die aus der Veränderung der Devisenkurse entstehenden Differenzen aus der Umrechnung wurden erfolgsneutral in die Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung im Eigenkapital eingestellt.

Die Umrechnung der Aufwendungen und Erträge erfolgte mit dem Jahresdurchschnittskurs. Das Jahresergebnis der umgerechneten Gewinn- und Verlustrechnung wurde in die Bilanz übernommen und die Differenz erfolgsneutral in den Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung eingestellt.

Für die Währungsumrechnung im Rahmen der Konzernabschlusserstellung wurden folgende Wechselkurse für einen Euro zugrunde gelegt:

ISO-Code Durchschnittskurs 2021 Stichtagskurs 31.12.2021 Durchschnittskurs 2020 Stichtagskurs 31.12.2020
Polnischer Zloty PLN 4,565 4,597 4,443 4,560
Kroatische Kuna HRK 7,528 7,516 7,538 7,552

Nicht wesentliche Währungseffekte aus der Schuldenkonsolidierung werden vereinfachend in der GuV erfasst.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt nach dem Bilanzierungsstandard des HGB. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten angesetzt und sofern sie der Abnutzung unterliegen entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Sofern die Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögensgegenstands nicht bestimmbar ist, wird eine unbestimmte Nutzungsdauer unterstellt und dieser immaterielle Vermögensgegenstand nicht planmäßig abgeschrieben. Gemäß § 298 Abs. 1 HGB i.V.m. § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen, wenn eine voraussichtlich dauernde Wertminderung vorliegt. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.

Infolge der Kapitalkonsolidierung werden Geschäfts- oder Firmenwerte ausgewiesen, die zwischen 10 und 19 Jahren linear abgeschrieben werden. Hinsichtlich der Entwicklung der Geschäfts- oder Firmenwerte wird auf die Anlage 2 zum Anhang (Anlagespiegel) verwiesen.

Eine Abschreibungsperiode von mehr als zehn Jahren für die Geschäfts- oder Firmenwerte wurde ausschließlich dann gewählt, wenn diese aufgrund der Geschäftstätigkeit bzw. der betriebsindividuellen Umstände der einbezogenen Einheit angemessen ist.

Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung ist der Wertansatz des Geschäfts- oder Firmenwerts um außerplanmäßige Abschreibungen zu mindern. Dies ist der Fall, wenn der Buchwert über dem beizulegenden Wert des Geschäfts- oder Firmenwerts liegt (§ 309 Absatz 1 HGB i. V. m. § 253 Absatz 3 Satz 5 HGB). Die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts wird nach den Regelungen des DRS 23.129 geprüft.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert (§ 298 Abs. 1 HGB i.V.m. § 253 Abs. 3 HGB). Diese erfolgen nach der linearen Methode. Voraussichtlich dauernden Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Die planmäßigen Abschreibungen auf Zugänge erfolgen zeitanteilig. Zinsen für Fremdkapital werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

Bei den deutschen Gesellschaften sind geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 800,00 im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt.

Erhaltene Investitionszuschüsse und -zulagen werden auf der Passivseite als Sonderposten ausgewiesen und über die entsprechende Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände ertragswirksam vereinnahmt.

Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und sonstige Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung mit den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt.

Wurden in Vorjahren Wertberichtigungen auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens vorgenommen und sind die Gründe für diese Wertminderung in der Zwischenzeit ganz oder teilweise entfallen, erfolgt eine Wertaufholung bis höchstens zu den Anschaffungskosten bzw. zu den um zwischenzeitlich vorzunehmende planmäßige Abschreibungen verminderten fortgeführten Anschaffungskosten.

Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren Tageswerten unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt.

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sowie unfertigen Leistungen sind auf der Basis von Einzelkalkulationen zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen entsprechend dem handelsrechtlichen Mindestumfang berücksichtigt werden. Fremdkapitalkosten werden nicht angesetzt. Kosten der allgemeinen Verwaltung werden nicht aktiviert. In allen Fällen wird gemäß § 298 Abs. 1 HGB i.V.m. § 253 Abs. 4 HGB verlustfrei bewertet.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; Forderungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr sind - soweit sie un- oder niedrigverzinslich sind - mit dem abgezinsten Wert angesetzt.

Flüssige Mittel werden zum Nennwert ausgewiesen.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag auszuweisen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Für die Ermittlung latenter Steuern gem. § 298 Abs. 1 HGB i.V.m. § 274 HGB und § 306 HGB aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen, oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst.

Eine insgesamt nach Verrechnung der aktiven und passiven latenten Steuern verbleibende Steuerbelastung (passiver Überhang) auf Ebene des Organträgers beziehungsweise einer nicht zum Organkreis gehörenden Gesellschaft wird als passive latente Steuer angesetzt. Insofern sich für die nach § 274 HGB ermittelten latenten Steuern insgesamt eine Steuerentlastung (aktiver Überhang) ergibt, wird vom Wahlrecht gemäß § 274 HGB Gebrauch gemacht und auf die Aktivierung verzichtet.

Aufwand oder Ertrag aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung gesondert unter dem Posten "Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" ausgewiesen.

Das Stammkapital wird zum Nennwert angesetzt und ist in voller Höhe eingezahlt. Die Kapitalrücklage wird zum Nennwert bilanziert.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden unverändert zum Vorjahr versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck 2018 G) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Für die Abzinsung wird pauschal gemäß § 298 Abs. 1 HGB i.V.m. § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB der durchschnittliche Marktzinssatz bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 1,87 % (im Vorjahr: 2,30 %) verwendet. Erwartete Gehaltssteigerungen werden mit 2,50 % (im Vorjahr: 2,25 %) und erwartete Rentensteigerungen mit 1,80 % (im Vorjahr: 1,60 %) berücksichtigt.

Das Deckungsvermögen i.S.d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wird mit dem beizulegenden Zeitwert der Versicherungen mit den Rückstellungen verrechnet.

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen, die Effekte aus der Änderung des Diskontierungszinssatzes sowie die Erträge und Aufwendungen aus der Bewertung der verrechneten Vermögensgegenstände, werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Alle übrigen Komponenten der Pensionsaufwendungen werden im Personalaufwand erfasst.

Die sonstigen Rückstellungen sowie die Steuerrückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrags, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden gemäß § 298 Abs. 1 HGB i.V.m. § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung bzw. Erträge aus der Abzinsung bei der Folgebewertung von langfristigen Rückstellungen werden im Finanzergebnis ausgewiesen.

Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert.

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten nach § 298 Abs. 1 HGB i.V.m. § 250 Abs. 2 HGB umfassen Einnahmen vor dem Abschlussstichtag soweit sie einen Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Auf Fremdwährung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden gemäß § 256a HGB am Bilanzstichtag zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Soweit die Restlaufzeit mehr als ein Jahr beträgt, erfolgt die Währungsumrechnung unter Berücksichtigung des Realisations- und Imparitätsprinzips sowie des Anschaffungskostenprinzips. Kassenbestände und Bankguthaben in Fremdwährung werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Erläuterungen zur Konzernbilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel (Anlage 2 zum Anhang) dargestellt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 119 (im Vorjahr TEUR 120) umfassen wie im Vorjahr im Wesentlichen Forderungen aus dem Cash-Pooling.

Im Berichtsjahr bestanden keine Forderungen gegen Gesellschafter (im Vorjahr TEUR 61).

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten u. a. Kaufpreisforderungen (TEUR 5.671, im Vorjahr TEUR 0), Steuererstattungsansprüche (TEUR 2.654, im Vorjahr TEUR 2.514) sowie Pfandgeldforderungen (TEUR 709, im Vorjahr TEUR 511). Im Vorjahr waren unter dieser Position noch Sicherheitseinbehalte in Zusammenhang mit dem Factoring-Programm in Höhe von TEUR 1.303 enthalten.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Beträge in Höhe von TEUR 810 (im Vorjahr TEUR 1.077) mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr.

Kassenbestand, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten

Die Entwicklung der liquiden Mittel ist in der Konzern-Kapitalflussrechnung dargestellt.

Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 1.711 (im Vorjahr TEUR 1.383) enthält u.a. Mietvorauszahlungen und Lizenzgebühren.

Konzerneigenkapital

Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals einschließlich der nicht beherrschenden Anteile ist im Konzerneigenkapitalspiegel dargestellt.

Sonderposten

Der Sonderposten beinhaltet Investitionszulagen und Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Pensionsrückstellungen decken die Versorgungsverpflichtungen gegenüber ehemaligen und noch tätigen Mitarbeitern ab.

Die Verpflichtungen betragen zum Bilanzstichtag TEUR 3.196 (im Vorjahr TEUR 2.936). Diese wurden in voller Höhe mit den Anschaffungskosten der Rückdeckungsversicherungen verrechnet. Diese entsprechen den beizulegenden Zeitwerten in Höhe von TEUR 96 (im Vorjahr TEUR 101).

Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB beträgt TEUR 198.

Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen in Höhe von TEUR 6.916 (im Vorjahr TEUR 4.396) betreffen insbesondere Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag sowie Gewerbesteuer.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden insbesondere für ausstehende Rechnungen (TEUR 74.073, im Vorjahr TEUR 83.966), Abfindungsverpflichtungen (TEUR 27.371), Rückzahlungsverpflichtungen (TEUR 12.942, im Vorjahr TEUR 6.987), sonstige Verpflichtungen im Personalbereich (TEUR 8.814, im Vorjahr TEUR 10.562), Rückstellungen für Erfüllungsrückstände (TEUR 2.722, im Vorjahr TEUR 1.715), Prozess- und Schadenersatzrisiken (TEUR 2.164, im Vorjahr TEUR 8.246) sowie Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften (TEUR 1.757, im Vorjahr TEUR 2.929) gebildet.

Verbindlichkeiten

Die Fristigkeiten der Verbindlichkeiten ergeben sich wie folgt:

31.12.2021 (TEUR) insgesamt < 1 Jahr >1 Jahr bis 5 Jahre >5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 28.180 5.396 15.280 7.504
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 6 6 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 103.497 103.497 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 7 7 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 42.683 17.907 24.776 0
Summe 174.373 126.813 40.056 7.504
31.12.2020 (TEUR) insgesamt < 1 Jahr >1 Jahr bis 5 Jahre >5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 30.601 3.997 15.280 11.324
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 17 17 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 78.011 78.011 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 8 8 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter 229 229 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 27.159 27.113 46 0
Summe 136.025 109.375 15.326 11.324

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (TEUR 28.180) sind in voller Höhe (im Vorjahr TEUR 30.424) besichert durch Sicherungsübereignungen von Anlagevermögen, Forderungsabtretungen sowie Verpfändungen von Gesellschaftsanteilen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten u.a Darlehensverpflichtungen (TEUR 26.120, im Vorjahr TEUR 9.612), Verbindlichkeiten aus Steuern (TEUR 4.418, im Vorjahr TEUR 4.064), eine Kaufpreisverbindlichkeit (TEUR 3.110, im Vorjahr TEUR 0) sowie Pfandgeldverbindlichkeiten (TEUR 1.710, im Vorjahr TEUR 1.367). Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Factoring-Programm bestehen zum Bilanzstichtag keine mehr (im Vorjahr TEUR 4.468).

Latente Steuern

Insgesamt ergibt sich im Konzernabschluss der ALBA Services Holding GmbH, Berlin, ein Passivüberhang an latenten Steuern, der aus passiven latenten Steuern aus Konsolidierungsvorgängen nach § 306 HGB resultiert. Gegenüber dem Vorjahr haben sich die passiven latenten Steuern aus § 306 HGB um TEUR 2.828 gemindert. Die passiven latenten Steuern resultieren vor allem aus Unterschieden in der Bewertung von immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen.

Der Passivüberhang an latenten Steuern wurde teilweise durch aktive latente Steuern gemindert. Ein Teil der aktiven latenten Steuern wird jedoch aufgrund eines sich ergebenden Aktivüberhangs und der Nutzung des Wahlrechts nach § 274 HGB in den Einzelabschlüssen in Einklang mit den konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nicht bilanziert. Die aktiven latenten Steuern resultieren aus Unterschieden in der Bewertung von Pensions- und sonstigen Rückstellungen.

Für die Steuerberechnung wurden die in den jeweiligen Ländern relevanten Ertragsteuersätze verwendet. Für die Ermittlung der latenten Steuern auf Konsolidierungsmaßnahmen wurde in Bezug auf die in einen ertragsteuerlichen Organkreis eingebundenen Unternehmen ein Steuersatz von 30,0 % in Bezug auf die nicht in einen ertragsteuerlichen Organkreis eingebundenen Unternehmen ein kombinierter Ertragsteuersatz von 25,0 % bis 28,5 % zu Grunde gelegt.

Haftungsverhältnisse

Wesentliche Haftungsverhältnisse bestehen, wie im Vorjahr, zum Bilanzstichtag nicht.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen/Außerbilanzielle Geschäfte

Zum Bilanzstichtag betragen die sonstigen finanziellen Verpflichtungen und außerbilanziellen Geschäfte TEUR 101.064 (im Vorjahr TEUR 100.265). Diese wurden zur Verbesserung des Working Capitals abgeschlossen. Im Einzelnen betreffen diese Verpflichtungen unter Berücksichtigung von Fristigkeiten u. a. folgende Sachverhalte:

31.12.2021 (TEUR) insgesamt < 1 Jahr >1 Jahr bis 5 Jahre >5 Jahre
Zahlungsverpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen 87.394 12.202 23.822 51.370
Zinsverpflichtungen aus langfristigen Darlehen 4.793 2.973 1.676 144
Bestellobligo aus erteilten Investitionsaufträgen 2.251 2.251 0 0
Sonstige 6.626 4.842 1.784 0
Summe 101.064 22.268 27.282 51.514
31.12.2020 (TEUR) insgesamt < 1 Jahr >1 Jahr bis 5 Jahre >5 Jahre
Zahlungsverpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen 91.998 11.229 24.348 56.421
Zinsverpflichtungen aus langfristigen Darlehen 2.319 651 1.353 315
Bestellobligo aus erteilten Investitionsaufträgen 163 163 0 0
Sonstige 5.785 5.668 117 0
Summe 100.265 17.711 25.818 56.736

Factoring

Zur Betriebsmittelfinanzierung und Übertragung von Ausfallrisiken nutzen ausgewählte Gesellschaften der ALBA Services Gruppe im Berichtsjahr ein revolvierendes Factoring-Programm. Im Rahmen dieses Programms veräußern die Gesellschaften (Forderungsverkäufer) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis eines einheitlichen Forderungskaufvertrages an eine Factoring-Gesellschaft (Factor).

Der Kaufpreis der Forderungen entspricht deren Nennbetrag abzüglich Zinsen bis zum tatsächlichen Zahlungseingang der Forderung beim Factor bzw. Delkrederefall. Vom Kaufpreis wird für die veräußerten Forderungen ein Sicherheitseinbehalt von regelmäßig 18 % des Forderungsnennbetrags einbehalten, der das Veritätsrisiko abdecken soll und bei Zahlungseingang durch den Kunden bzw. im Delkrederefall an den Forderungsverkäufer erstattet wird. Die Vorteile des Factorings liegen insbesondere in einer Verbesserung der Liquidität sowie in der Übertragung des Forderungsausfallrisikos auf den Factor.

Im Zeitpunkt des Verkaufs und der Übertragung der Forderungen an den Factor werden die Forderungen ausgebucht und der Sicherheitseinbehalt unter den sonstigen Vermögensgeständen aktiviert. Zum Bilanzstichtag wurde die bestehende Factoring-Linie nicht Inanspruch genommen. Im Vorjahr waren von den veräußerten Forderungen TEUR 6.285 seitens der Kunden noch nicht beglichen.

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Außenumsatzerlöse entfallen wie folgt auf das In- und Ausland:

Geschäftsjahr 2021 (TEUR) Inland Ausland Insgesamt
Erlöse aus Dienstleistungen 372.558 299.858 672.416
Erlöse aus Produkten 93.360 25.144 118.504
Erlöse aus dem Verkauf von fertigen Erzeugnissen 26.339 3.168 29.507
Sonstige Erlöse 3.275 2.542 5.817
Erlösschmälerungen -8.009 -541 -8.550
Summe 487.523 330.171 817.694
Geschäftsjahr 2020 (TEUR) Inland Ausland Insgesamt
Erlöse aus Dienstleistungen 430.370 180.323 610.693
Erlöse aus Produkten 61.026 13.301 74.327
Erlöse aus dem Verkauf von fertigen Erzeugnissen 16.755 1.780 18.535
Sonstige Erlöse 3.358 198 3.556
Erlösschmälerungen -2.262 -245 -2.507
Summe 509.247 195.357 704.604

Sonstige betriebliche Erträge

Dieser Posten beinhaltet hauptsächlich periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 26.659 (im Vorjahr TEUR 16.071), Entkonsolidierungsgewinne sowie Erträge aus der Neubewertung von Forderungen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Dieser Posten enthält im Wesentlichen Aufwendungen für Verkaufsprovisionen (TEUR 28.306, im Vorjahr TEUR 23.418), Aufwendungen für Ausgangsfrachten (TEUR 14.919, im Vorjahr TEUR 14.188), Raumkosten (TEUR 13.493, im Vorjahr TEUR 12.913), Rechts- und Beratungskosten (TEUR 10.629, im Vorjahr TEUR 6.181), Instandhaltungsaufwendungen (TEUR 9.191, im Vorjahr TEUR 7.852), Kosten der Datenverarbeitung (TEUR 8.240, im Vorjahr TEUR 10.125), Fuhrparkkosten (TEUR 6.193, im Vorjahr TEUR 6.456), Aufwendungen aus der Wertberichtigung und Abschreibung von Forderungen (TEUR 4.406, im Vorjahr TEUR 5.527) sowie weitere Betriebs-, Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen. Es sind wie im Vorjahr keine wesentlichen periodenfremden Aufwendungen enthalten.

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

In diesem Posten sind keine nennenswerten Erträge aus der Abzinsung von langfristigen Rückstellungen enthalten (im Vorjahr TEUR 41).

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

In diesem Posten sind u.a. Zinsaufwendungen für Darlehen (TEUR 2.887, im Vorjahr TEUR 1.525), Aufwendungen aus der Aufzinsung von langfristigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 236 (im Vorjahr TEUR 230), Avalgebühren und Provisionen (TEUR 220, im Vorjahr TEUR 173) sowie Zinsaufwendungen aus Factoring (TEUR 41, im Vorjahr TEUR 308) enthalten.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten Erträge aus latenten Steuern in Höhe von TEUR 2.828 (im Vorjahr TEUR 2.786).

Sonstige Angaben

Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung wurde gemäß DRS 21 "Kapitalflussrechnung" aufgestellt. Der Finanzmittelbestand umfasst grundsätzlich die Posten Kassenbestand, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten und die Wertpapiere des Umlaufvermögens. Im Berichtsjahr enthält der Finanzmittelbestand ausschließlich den Kassenbestand, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten. In dem Guthaben bei Kreditinstituten sind verfügungsbeschränkte liquide Mittel in Höhe von TEUR 15.003 enthalten.

Konzerneigenkapitalspiegel

Über das Vermögen der Mehrheitsgesellschafterin Platin 1361. GmbH, Frankfurt am Main, ist am 12. Januar 2021 ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet worden. Am 11. März 2021 hat die Gesellschafterversammlung der ALBA Services Holding GmbH, Berlin, die Einziehung der von der Platin 1361. GmbH, Frankfurt am Main, gehaltenen Anteile an der ALBA Services Holding GmbH, Berlin, beschlossen. Am 7./8. April 2021 wurde zwischen dem vorläufigen Insolvenzverwalter der Platin 1361. GmbH, Frankfurt am Main, und der vorherigen Minderheitsgesellschafterin ALBA Group plc & Co. KG, Berlin, eine Vergleichsvereinbarung abgeschlossen, kraft derer der Insolvenzverwalter die Wirksamkeit der Einziehung anerkennt. Die vormaligen Anteile der Platin 1361. GmbH, Frankfurt am Main, an der ALBA Services Holding GmbH, Berlin, sind mit der Einziehung untergegangen. In diesem Zusammenhang ist die ALBA Services Holding GmbH, Berlin, zur Zahlung einer Abfindung in Höhe von voraussichtlich TEUR 27.371 verpflichtet, welche die Kapitalrücklage im Berichtsjahr minderte.

Geschäftsführung und Aufsichtsrat

Gem. § 286 Abs. 4 HGB unterbleibt die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung.

Die Geschäftsführer führen ihre Tätigkeit hauptberuflich aus.

Der Aufsichtsrat erhält für seine Tätigkeit keine Vergütung.

Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter ergibt sich wie folgt:

Gewerbliche Arbeitnehmer 1.122
Angestellte 1.061
2.183

Honorar des Konzernabschlussprüfers

Das berechnete Gesamthonorar für die Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2021 im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB beträgt TEUR 285 (im Vorjahr TEUR 263). Davon entfallen auf Abschlussprüfungsleistungen TEUR 209 (im Vorjahr TEUR 209), andere Bestätigungsleistungen TEUR 76 (im Vorjahr TEUR 53), Steuerberatungsleistungen TEUR 0, (im Vorjahr TEUR 0) und sonstige Leistungen TEUR 0 (im Vorjahr TEUR 0).

Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB

Die Gesellschaften, die die Befreiungsvorschriften nach § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch nehmen, sind aus der Konzernanteilsbesitzliste (Anlage 1 zum Anhang) ersichtlich.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung des Mutterunternehmens schlägt vor, den Bilanzverlust des Mutterunternehmens in Höhe von TEUR 76.965 auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Berlin, 28. April 2022

Melanie Freytag, Geschäftsführerin

Sebastiaan Krol, Geschäftsführer

Anteilsbesitzliste zum 31.12.2021

Konzern-Nr. Muttergesellschaft Name und Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil % Fußnote
1. Vollkonsolidierte Unternehmen
1110 ALBA Services Holding GmbH, Berlin/Deutschland
1120 1110 ALBA Services Subholding GmbH, Berlin/Deutschland 100 1.)
2000 1120 INTERSEROH Dienstleistungs GmbH, Köln/Deutschland 100 1.)
2020 2000 CARElean GmbH, Köln/Deutschland 100 1.)
2030 2000 Relenda GmbH, Magdeburg/Deutschland 100 1.)
2040 2000 Interseroh+ GmbH, Köln/Deutschland 100
2085 2000 INTERSEROH Pfand-System GmbH, Köln/Deutschland 100 1.)
2090 2100 INTERSEROH zbiranje in predelava odpadnih surovin d.o.o., Ljubjana/Slowenien 100
2095 2000 INTERSEROH Pool-System GmbH, Köln/Deutschland 100 1.)
2096 2000 INTERSEROH Product Cycle GmbH, Melle/Deutschland 100 1.)
2100 2000 INTERSEROH Austria GmbH, Wien/Österreich 100
2110 2100 Interseroh d.o.o. za posredovanje u zbrinjavanju otpada, Zagreb/Kroatien 100
2130 2255 Interseroh Organizacja Odzysku Sprzetu Elektronicznego i Elektrycznego, Warschau/Polen 100
2150 2000 Interseroh Organizacja Odzysku S.A., Warschau/Polen 1
2100 99
2170 2100 profitara austria GmbH, Wien/Österreich 100
2210 2100 INTERSEROH TSR Italia S.r.l., Mailand/Italien (vormals: Remedia TSR S.r.l., Mailand/Italien) 80
2230 2110 Profesio agencija za privremeno zaposljavanje d.o.o., Zagreb/Kroatien 60
2255 2100 INTERSEROH Polska Spolka Z Organiczona Odpowiedzialnoscia, Warschau/Polen 96
2170 4
2280 2150 Interseroh Advisory sp. z o. o. Warschau/Polen 100
3605 1120 INTERSEROH ProServ GmbH, Köln/Deutschland 100 1.)
4978 2000 Repasack Gesellschaft zur Verwertung gebrauchter Papiersäcke mbH, Wiesbaden/Deutschland 100 1.)
8016 A-0015 Abfallverwertung Leipzig GmbH, Leipzig/Deutschland 70
8280 1120 Brandenburgische Boden Gesellschaft für Grundstücksverwaltung GmbH, Zossen/Deutschland 100 1.)
8295 8280 Projektgesellschaft Nauen GmbH, Zossen/Deutschland 100
A-0015 1120 ALBA Recycling GmbH, Berlin/Deutschland 100 1.)
A-0027 1120 ALBA Property Management GmbH, Berlin/Deutschland 100 1.)
A-0183 1120 ALBA Facility Solutions GmbH, Berlin/Deutschland 100 1.)
A-2046 A-0015 INTERSEROH Plastics Research & Development, raziskave in razvoj d.o.o., Maribor/Slowenien 100
2. Nicht in den Konzernabschluss einbezogene verbundene Unternehmen
2140 2100 Interseroh s.r.o., Bratislava/Slowakei 88,7
2170 11,3
2190 2090 PROFITARA svetovanje na podrocju ekologije d.o.o., Ljubjana/Slowenien 100
2265 2170 INTERSEROH Czech a.s., Prag/Tschechien (i. L.) 92,5
2270 2100 INTERSEROH Solutions s.r.o., Prag/Tschechien 10
2255 90
2700 2000 SIMPLi RETURN GmbH i.L., Köln/Deutschland 51
3. Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
2010 2000 Gemeinsame Stelle dualer Systeme Deutschland GmbH, Köln/Deutschland 9,09
5101 2000 ECOBULPACK AD, Sofia/Bulgarien 1,82
9910 2085 Clearing Solution GmbH, Filderstadt/Deutschland 25
2220 2210 ERION Packaging, Mailand/Italien 20

1.) Inanspruchnahme der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB in Bezug auf die Aufstellung von Anhang, Lagebericht, die Abschlussprüfung sowie in Bezug auf die Veröffentlichungsvorschriften.

Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2021

Anschaffungs- und Herstellungskosten
EUR 01.01.2021 Zugang Abgang Währungsdifferenz
Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 148.832.499,27 757.355,22 -136.176,68 -950,65
2. Geschäfts- oder Firmenwert 241.686.653,99 0,00 0,00 -188,97
3. Geleistete Anzahlungen 58.259,39 0,00 0,00 0,00
Summe 390.577.412,65 757.355,22 -136.176,68 -1.139,62
Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 28.870.269,89 104.109,65 -41.525,91 -210,16
2. Technische Anlagen und Maschinen 134.043.572,81 225.842,33 -3.038.562,84 -3.282,34
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 24.975.900,25 1.037.114,30 -1.284.918,84 -577,19
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 628.764,92 4.743.781,27 -9.184,23 0,00
Summe 188.518.507,87 6.110.847,55 -4.374.191,82 -4.069,69
Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 204.444,27 0,00 0,00 0,00
2. Sonstige Beteiligungen 331.435,70 150.000,00 0,00 0,00
3. Sonstige Ausleihungen 2.860,00 4.100,00 -2.860,00 0,00
Summe 538.739,97 154.100,00 -2.860,00 0,00
Gesamt 579.634.660,49 7.022.302,77 -4.513.228,50 -5.209,31
Anschaffungs- und Herstellungskosten
EUR Umbuchung im Spiegel Konskreis Zugang Konskreis Abgang 31.12.2021
Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten -460.615,86 0,00 -34.661,81 148.957.449,49
2. Geschäfts- oder Firmenwert 510.169,00 2.137.610,69 -114.499,93 244.219.744,78
3. Geleistete Anzahlungen -49.553,14 0,00 0,00 8.706,25
Summe 0,00 2.137.610,69 -149.161,74 393.185.900,52
Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 61.610,88 0,00 0,00 28.994.254,35
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.852.040,10 73.714,00 -74.995,50 133.078.328,56
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 782.486,07 111.915,00 -1.194.404,66 24.427.514,93
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -2.696.137,05 0,00 0,00 2.667.224,91
Summe 0,00 185.629,00 -1.269.400,16 189.167.322,75
Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 204.444,27
2. Sonstige Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 481.435,70
3. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 4.100,00
Summe 0,00 0,00 0,00 689.979,97
Gesamt 0,00 2.323.239,69 -1.418.561,90 583.043.203,24
Abschreibungen
EUR 01.01.2021 Zugang Abgang Währungsdifferenz Konskreis Abgang 31.12.2020
Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 71.782.892,96 6.795.177,37 -127.475,68 -1.252,99 -20.219,81 78.429.121,85
2. Geschäfts- oder Firmenwert 75.258.703,79 11.032.087,99 0,00 -188,97 -24.607,44 86.265.995,37
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe 147.041.596,75 17.827.265,36 -127.475,68 -1.441,96 -44.827,25 164.695.117,22
Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 14.716.702,46 1.003.103,91 -31.856,91 -210,16 0,00 15.687.739,30
2. Technische Anlagen und Maschinen 71.371.525,95 12.245.493,98 -2.869.165,24 -1.615,07 -47.733,50 80.698.506,12
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 18.322.742,19 1.827.315,30 -992.708,42 -427,79 -826.559,66 18.330.361,62
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe 104.410.970,60 15.075.913,19 -3.893.730,57 -2.253,02 -874.293,16 114.716.607,04
Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 102.444,27 0,00 0,00 0,00 0,00 102.444,27
2. Sonstige Beteiligungen 313.793,11 0,00 0,00 0,00 0,00 313.793,11
3. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe 416.237,38 0,00 0,00 0,00 0,00 416.237,38
Gesamt 251.868.804,73 32.903.178,55 -4.021.206,25 -3.694,98 -919.120,41 279.827.961,64
Buchwert Buchwert
EUR 31.12.2021 31.12.2020
Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 70.528.327,64 77.049.606,31
2. Geschäfts- oder Firmenwert 157.953.749,41 166.427.950,20
3. Geleistete Anzahlungen 8.706,25 58.259,39
Summe 228.490.783,30 243.535.815,90
Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 13.306.515,05 14.153.567,43
2. Technische Anlagen und Maschinen 52.379.822,44 62.672.046,86
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.097.153,31 6.653.158,06
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.667.224,91 628.764,92
Summe 74.450.715,71 84.107.537,27
Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 102.000,00 102.000,00
2. Sonstige Beteiligungen 167.642,59 17.642,59
3. Sonstige Ausleihungen 4.100,00 2.860,00
Summe 273.742,59 122.502,59
Gesamt 303.215.241,60 327.765.855,76

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021

Inhalt

A. Grundlagen des Konzerns

A.1. Produkte und Dienstleistungen

A.2. Steuerungssystem

B. Wirtschaftsbericht

B.1. Branchenbezogene Rahmenbedingungen

B.2. Änderungen rechtlicher Rahmenbedingungen

B.3. Geschäftsverlauf

B.4. Lage

B.4.1. Ertragslage

B.4.2. Vermögenslage

B.4.3. Finanzlage

B.5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage der ALBA Services Gruppe

C. Chancen- und Risikobericht

C.1. Chancenbericht

C.2. Risikobericht

C.2.1. Grundsätze

C.2.2. Das interne Kontrollsystem in Bezug auf die Konzernrechnungslegung

C.2.3. Risikobewertung

C.2.4. Risiken

C.3. Gesamtchancen- und -risikoprofil

D. Weitere Angaben

E. Prognosebericht

A. Grundlagen des Konzerns

Die ALBA Services Holding GmbH, Berlin, und die mit ihr verbundenen Tochterunternehmen (ALBA Services Gruppe) sind mit insgesamt 36 Tochter- und Beteiligungsunternehmen in neun europäischen Ländern vertreten. Sie gehört zu den führenden Anbietern von Dienstleistungen rund um die Schließung von Produkt-, Material- und Logistikkreisläufen. Aufgabenfelder der ALBA Services Gruppe sind die Konzeption und die Realisation von Erfassungs-, Rückhol- und Kreislaufsystemen für gebrauchte Verpackungen und Produkte. Darüber hinaus betreibt sie Anlagen zur Sortierung von Leichtverpackungen (LVP) und zur Aufbereitung von Kunststoffen. Zusätzlich erbringt sie infrastrukturelle, technische und kaufmännische Facility-Management-Dienstleistungen.

A.1. Produkte und Dienstleistungen

Das Dienstleistungsangebot ist in fünf Geschäftsfelder - Recycling Solutions, Waste Management Solutions, Circular Solutions, Facility Solutions und International Solutions - unterteilt.

Zum Geschäftsfeld Recycling Solutions gehören die Rücknahme von Transportverpackungen, die Rücknahme von Verkaufsverpackungen, die Rücknahme von Papiersäcken, andere Rücknahme- und Lizenzierungssysteme, das Kunststoff-Recyclingverfahren Recycled-Resource sowie die Sorting-Aktivitäten.

Die INTERSEROH Dienstleistungs GmbH, Köln, (ISD) organisiert gemäß Verpackungsgesetz (VerpackG) die Rücknahme von Transportverpackungen in Handel und Gewerbe. Hierzu führt sie über Dritte die Sammlung, den Transport, die Sortierung und die Aufbereitung der Verpackungen durch. Insgesamt betreibt die ISD in mehreren Branchen Rücknahmelösungen für Transportverpackungen.

Das VerpackG verlangt von Inverkehrbringern, dass sie ihre Verkaufsverpackungen, die bei privaten Endverbrauchern anfallen, über ein duales System zurücknehmen und verwerten lassen. Mit der Dienstleistung "Duales System Interseroh" bietet die ISD Sammlung, Transport, Sortierung und Aufbereitung jener Verkaufsverpackungen an.

Darüber hinaus organisiert die ISD für externe Hersteller die Rücknahme und Verwertung von Elektro- und Elektronik-Altgeräten gemäß Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG). Der Dienstleister erstellt die gesetzlich geforderten Nachweise und unterstützt seine Kunden darüber hinaus bei den Themen Registrierung, Meldung, Garantie sowie Treuhänderschaft. Zudem betreibt die ISD ein Sammelsystem für Leuchtmittel in Industrie, Handel und Gewerbe. Alle an den Sammelstellen anfallenden LED-Module, Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen werden der Verwertung zugeführt.

Die REPASACK Gesellschaft zur Verwertung gebrauchter Papiersäcke mbH, Wiesbaden, garantiert die ordnungsgemäße Rücknahme und Verwertung gebrauchter Kraftpapiersäcke aus Gewerbe und Industrie im Sinne des VerpackG. Dies beinhaltet die Reinigung und Aufbereitung des Materials in einer eigenen Anlage in Oberhausen.

Der Bereich Sorting betreibt Anlagen zur Sortierung von LVP sowie zur Aufbereitung von Kunststoffen.

Mit Recycled-Resource hat die ALBA Services Gruppe ein innovatives Verfahren entwickelt, mit dem aus Altkunststoffen nach individuellen Kundenvorgaben die Recyclat-Compounds Recythen und Procyclen hergestellt werden. Aus diesen können anschließend neue Verpackungen und Produkte entstehen. Die so gewonnenen Compounds besitzen dank hochmoderner Sortiertechnik, kombiniert mit neuester Verfahrenstechnologie, eine konstante Qualität, weshalb es möglich ist, diese als 100 %iges Neuwarensubstitut einzusetzen.

Das Geschäftsfeld Waste Management Solutions (WMS) umfasst die gesamte Bandbreite des Managements der Filial-, Lager- und Produktionsstättenentsorgung sowie die Verwertung beziehungsweise Vermarktung der gewonnenen Rohstoffe. In diesem Geschäftsfeld wird ein nach Kundenwünschen individualisiertes Konzept erarbeitet. Mit EcoService24 wird ferner ein webbasiertes Entsorgungsportal im Privat- und Kleingewerbekunden-Bereich betrieben.

Zudem sind diesem Geschäftsfeld die Aktivitäten rund um Einwegpfand-Lösungen zugeordnet. Im Rahmen der Rücknahme bepfandeter Einwegverpackungen erbringt die INTERSEROH Pfand-System GmbH, Köln, für ihre Kunden die notwendigen Zählleistungen von Flaschen und Dosen, realisiert die notwendige Abholung der gesammelten Einwegverpackungen von den jeweiligen Anfallstellen sowie das zur Rückforderung der verauslagten Pfandgelder relevante Pfand-Clearing. Unter Pfand-Clearing wird hierbei die Verrechnung zwischen der Pfand einnehmenden Stelle und der Rücknahme- und damit der Pfand auszahlenden Stelle verstanden. Darüber hinaus vermarktet die Gesellschaft die dabei gewonnenen Rohstoffe (PET, Glas, Aluminium und Weißblech).

Dem Geschäftsfeld Circular Solutions sind die INTERSEROH Pool-System GmbH, Köln, (IS Pool) sowie die INTERSEROH Product Cycle GmbH, Melle, (IPC) zugeordnet.

Beim Mehrweg-Pooling-System steht die Vermeidung von Abfällen im Vordergrund. In einem innovativen Kreislaufsystem werden Mehrweg-Transportverpackungen entlang der Lieferkette vom Erzeuger bis zur Filiale durch die IS Pool gemanagt. Die in einem Logistikkreislauf geführten Boxen werden beispielsweise zum Verkauf von Obst und Gemüse eines großen Lebensmitteldiscounters eingesetzt. Nach dem Verkauf der Waren werden zur Erhaltung der Hygienestandards alle Boxen in firmeneigenen Waschdepots gereinigt und instandgesetzt, wenn sie dem Lieferkettenstandard nicht entsprechen. Nicht reparable Mehrweg-Transportverpackungen werden in einem geschlossenen Recyclingkreislauf für die Herstellung neuer Kisten eingesetzt. Die IS Pool optimiert die Pool-Bestände durch die Synchronisation nationaler Abholungen im Handel, internationale Zustellungen in das Netzwerk des Obst-/Gemüse-Handels und der zentralen Waschkapazitäten. Sie erhielt als erster Pooling-Dienstleister die Zertifizierung gemäß DIN EN ISO 22000:2005 (Lebensmittelsicherheit).

Die IPC sammelt und sortiert leere Tintenpatronen und Tonerkartuschen aus Druckern, Kopierern und Faxgeräten und vermarktet diese zur Wiederbefüllung an sogenannte Refiller. Zudem betreibt die IPC IT-Refurbishment. Hierunter wird die Wiederaufbereitung von Hardware zur Wiederverwendung und -vermarktung verstanden. Der Geschäftsbereich bietet alle Schritte aus einer Hand: von der Abholung über die Datenlöschung und Aufbereitung bis hin zur Vermarktung. Alle Daten werden gemäß einer Empfehlung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik mit einer zertifizierten Software gelöscht. Zudem werden die Geräte geprüft, aufgerüstet und anschließend über Vertriebspartner weiter vermarktet.

Als Full-Service-Provider mit Fokus auf die Wohnungswirtschaft erbringt das Geschäftsfeld Facility Solutions infrastrukturelle und technische Dienstleistungen. Dazu gehören auch Winterdienst und Straßenreinigung. Ferner übernimmt dieser Bereich die kaufmännische Immobilienverwaltung fremder Liegenschaften.

Das zudem bestehende Geschäftsfeld International Solutions ist ein wichtiger Treiber bei der Internationalisierung der Dienstleistungen aus den einzelnen Geschäftsfeldern, aber auch für länderspezifische Innovationen und Produktentwicklungen. Die ALBA Services Gruppe ist mit eigenen Gesellschaften in mittel-, süd- und osteuropäischen Recyclingmärkten tätig. Hierzu gehören unter anderem Österreich, Slowenien, Polen, Italien und Kroatien. In diesen Ländern bietet die Unternehmensgruppe Filial- und Zentrallagerentsorgung sowie diverse Sammelsysteme an, beispielsweise für Transportverpackungen, Verkaufsverpackungen oder E-Schrott.

Bezogen auf das Geschäftsvolumen sind die Bereiche Transportverpackungen, Verkaufsverpackungen, WMS, Sorting und Facility Management von wesentlicher Bedeutung. Darüber hinaus gewinnt das Geschäftsfeld International Solutions zunehmend an Relevanz.

A.2. Steuerungssystem

In der ALBA Services Gruppe werden zur Steuerung der gesamten Gruppe, der Geschäftsfelder sowie deren Geschäftsaktivitäten verschiedene Kennzahlen genutzt. Diese Kennzahlen werden der Geschäftsführung der ALBA Services Gruppe grundsätzlich monatlich vorgelegt.

Steuerungsgrößen

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse der Unternehmensgruppe setzen sich aus Erlösen aus der Erbringung von Dienstleistungen und aus Erlösen aus dem Verkauf von Waren und fertigen Erzeugnissen abzüglich Erlösschmälerungen zusammen.

EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization)

Anhand dieser Kennzahl ermittelt die Unternehmensgruppe Effizienz und Ertragskraft des operativen Geschäfts. Die Kennzahl wird wie folgt berechnet: Umsatzerlöse plus bzw. minus Bestandsveränderungen, plus aktivierte Eigenleistungen und sonstige betriebliche Erträge, abzüglich sonstiger betrieblicher Aufwendungen und sonstiger Steuern sowie Material- und Personalaufwand.

EBIT (Earnings Before Interest and Taxes)

Das EBIT gibt Auskunft über die gesamte Ertragskraft der Unternehmensgruppe. Die Berechnung erfolgt dabei über den Abzug der Abschreibungen vom EBITDA.

Investitionen

Die absolute Größe der Investitionen zeigt die langfristige Bindung finanzieller Mittel im Anlagevermögen ohne Finanzierungsleasing. Bei Investitionsentscheidungen steht die zielgerichtete Verwendung der Finanzmittel im Mittelpunkt.

Marktanteil Duales System Interseroh

Der Marktanteil des Betreibers eines dualen Systems bemisst sich anhand der durch die dualen Systeme an die Zentrale Stelle gemeldeten Mengen dividiert durch die Gesamtmenge. Hierdurch wird der zu tragende, individuelle Anteil des Aufwands, der im Gesamtmarkt dualer Systeme entsteht, bestimmt. Die für die Unternehmensgruppe maßgebliche Fraktion sind dabei die LVP.

B. Wirtschaftsbericht

B.1. Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Ein bedeutender volkswirtschaftlicher Indikator für das Geschäftspotential der ALBA Services Gruppe ist die Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts in Deutschland. Das ifo-Institut prognostiziert einen Anstieg des Bruttoinlandproduktes im Jahr 2021 von 2,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Die anhaltenden Lieferengpässe und die Corona-Pandemie bremsten nach Einschätzung des ifo-Instituts die deutsche Wirtschaft im Berichtsjahr spürbar aus.

Für die ALBA Services Gruppe hatte die Corona-Pandemie unmittelbare positive Folgen auf die anfallenden Mengen und mittelbare ebenso positive Wirkungen auf die Marktpreise in den regulatorischen Entsorgungsdienstleistungen. In den nicht regulatorischen Entsorgungsdienstleistungen prägten die Auswirkungen der Corona-Pandemie die Marktbedingungen einzelner Kundengruppen.

Für das Kalenderjahr 2020, als sich Corona in der Welt auszubreiten begann, meldete das Statistische Bundesamt einen Zuwachs der Müllmengen von insgesamt vier Prozent. 2021 hat sich dieser Trend fortgesetzt. Zwar gibt es noch keine aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts, doch laut einer Mitgliederbefragung des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V. haben sich die Menge erneut erhöht. Die Verschiebung der Abfallströme in den privaten Bereich verstetigten sich, da sich das durch die Kontaktbeschränkungen ausgelöste intensivere häusliche Leben und veränderte Einkaufsverhalten im Berichtsjahr weiter fortsetzte. Es ist auch davon auszugehen, dass die Corona-Pandemie zu einem höheren Verpackungsverbrauch und damit zu einem Anstieg der lizensierten Verpackungsmengen geführt hat, aufsetzend allerdings auf einem erhöhten Vorjahresniveau.

Neben den unmittelbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflusste die Rohstoffverknappung die Marktbedingungen. Laut einer Publikation des Deutschen Industrie und Handelskammertag (DIHK) zieht sich beispielsweise der Mangel an Kunststoffen durch sämtliche Branchen - von der Lebensmittelverpackung bis hin zu Produkten in der Automobilbranche. Die Preise sind bei einigen Kunststoffen massiv angestiegen. Darüber hinaus verschärft sich die Lage durch eine zuletzt stark gestiegene Kunststoff-Nachfrage. Aufgrund der knappen Verfügbarkeit von Neuwaren war ein deutlicher Anstieg der Nachfrage von Kunststoff-Rezyklaten zu verzeichnen.

Die Filial-, Lager- und Produktionsstättenentsorgung war hingegen durch die Abfallmengenentwicklung sowie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen geprägt. Die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung und der Abfallbilanz wurden insbesondere infolge der Corona-Pandemie sowie des in dem Zusammenhang erfolgten Abschwungs der Industriekonjunktur deutlich. Die Nachfrageschwäche nach Investitionsgütern, Handelskonflikte sowie vorübergehende Schließungen der Gastronomie und die Einschränkungen der wirtschaftlichen Tätigkeit im Produktions- und Gewerbebereich sorgten für eine Minderung der Produktions- und Gewerbeabfallmenge in den ersten Monaten des Berichtsjahres.

Die dynamische Wettbewerbssituation in den wesentlichen Geschäftsfeldern der ALBA Services Gruppe setzte sich im Berichtsjahr fort.

Im Geschäftsfeld Verkaufsverpackungen ist das duale System des Handelskonzerns Schwarz (Prezero) seit Anfang des abgelaufenen Geschäftsjahres in allen Bundesländern zugelassen und besitzt einen bedeutenden Marktanteil. Das duale System von Smurfit Kappa, Europas Nr. 1 bei Verpackungen aus Wellpappe, Wellpappenrohpapier und Vollpappe, die Recycling Dual GmbH, wurde im Berichtsjahr in allen Bundesländern festgestellt. Die Recycling Dual GmbH möchte Medienberichten zur Folge als industriegestütztes duales System Kreisläufe vollumfänglich schließen. Es zeichnet sich ab, dass sich vor allem vertikal eng an einen großen Entsorger, an einen Händler oder an ein Industrieunternehmen angeschlossene duale Systeme sich im Markt etablieren.

Im Bereich Sorting wurde Anfang 2021 in Bremen eine neue Sortieranlage für LVP in Betrieb genommen. Betreiberin der Anlage ist die Sortierkontor Nord GmbH & Co. KG, ein Joint Venture von Nehlsen und dem zur Schwarz-Gruppe gehörenden Entsorger Prezero. Weitere Sortieranlagen von Wettbewerbern waren im Berichtsjahr im Bau bzw. in Planung.

Der Markt des Transportverpackungsrecyclings war ebenfalls durch eine begrenzte Gesamtmenge, jedoch eine steigende Anzahl an Wettbewerbern geprägt.

Infolge der voranschreitenden Digitalisierung entwickelt sich im Bereich WMS das Wettbewerbsumfeld weiter und neue Unternehmen, insbesondere Start-ups, treten in den Markt ein. Diese Entwicklung sorgt zum einen für stärkere Wettbewerbsintensität und stellt zum anderen den Bereich vor einen erheblichen Innovationsdruck.

B.2. Änderungen rechtlicher Rahmenbedingungen

Unter der Überschrift "Mehr Fortschritt wagen" haben die Parteien der Ampelkoalition ihren Koalitionsvertrag 2021 geschlossen und im Bereich der Kreislaufwirtschaft die dynamische Entwicklung der vergangenen Jahre hin zu einer modernen und nachhaltigen Kreislaufwirtschaft aufgegriffen. Die Koalition bekennt sich insbesondere zur Förderung der Kreislaufwirtschaft als effektiven Klima- und Ressourcenschutz, Chance für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und eine Möglichkeit zur Schaffung von Arbeitsplätzen. Angestrebt wird die Senkung des primären Rohstoffverbrauchs sowie die Schließung von Stoffkreisläufen, die Bündelung bestehender rohstoffpolitischer Strategien in einer "Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie" sowie die Stärkung und der Ausbau der Abfallvermeidung und der erweiterten Herstellerverantwortung auch auf europäischer Ebene. Die Entwicklung von Qualitätsstandards für Rezyklate zur Etablierung neuer hochwertiger Stoffkreisläufe soll beschleunigt, höhere Recyclingquoten und eine produktspezifische Mindestquote für den Einsatz von Rezyklaten und Sekundärrohstoffen auf europäischer Ebene festgeschrieben werden. Es soll ein "level-Playing-Field" für Plastik-Rezyklate geschaffen werden.

Die Koalition hat damit erfreulich klare Ziele für den Bereich der Abfallwirtschaft postuliert. Als zentraler Bestandteil eines effektiven Klima- und Ressourcenschutz steht die Kreislaufwirtschaft damit potenziell vor einem Wandel, welcher die gesamte Kreislauf- und Recyclingwirtschaft betreffen und stärken könnte. Die nachfolgend dargestellten rechtlichen Neuerungen im Berichtsjahr dürften auf nationaler Ebene zukünftig auch weiterhin Novellierungen und Ergänzungen erfahren, hin zu einer widerstandsfähigen Kreislaufwirtschaft.

Der Gesetzgeber hat im Berichtsjahr zunächst das VerpackG angepasst. Neben dem Verbot des Inverkehrbringens von leichten Kunststofftragetaschen, welches ab dem 1. Januar 2022 gilt, hat der Gesetzgeber mit dem "Gesetz zur Umsetzung von Vorgaben der Einwegkunststoffrichtlinie und der Abfallrahmenrichtlinie im Verpackungsgesetz und in anderen Gesetzen" weitergehende Änderungen beschlossen. Einerseits wurden die Regelungen zur erweiterten Herstellerverantwortung konkretisiert, gestärkt und vereinheitlicht. Beispielsweise hat der Gesetzgeber Regelungen zur Sicherstellung der finanziellen und ggf. organisatorischen Verantwortung der Hersteller für das Abfallmanagement einschließlich der getrennten Sammlung sowie der Sortier- und Behandlungsverfahren geschaffen. Andererseits soll der Verbrauch von Einwegkunststoffverpackungen reduziert, das "Littering" begrenzt und die Ressource "Kunststoff" besser bewirtschaftet werden. Hierzu wurden neue Regelungen zum Angebot von Mehrwegalternativen beim Inverkehrbringen von Einwegkunststofflebensmittelverpackungen und von Einweggetränkebechern getroffen. Hervorzuheben ist zudem, dass der Gesetzgeber einen Mindestrezyklatanteil für bestimmte Einwegkunststoffgetränkeflaschen vorgeschrieben und die Pfandpflichten für Einweggetränkeverpackungen ausgeweitet hat.

Ebenfalls zum 1. Januar 2022 tritt das "Erste Gesetz zur Änderung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes" (ElektroG) in Kraft. Ziele der Novelle sind die Verbesserung der Quantität und Qualität der Sammlung von Elektroaltgeräten (EAG), eine Vorbereitung zur Wiederverwendung, ein verbesserter Vollzug im Hinblick auf Drittland-Trittbrettfahrer sowie die Fortentwicklung der Behandlung von Elektroaltgeräten durch weitergehende Anforderungen an die Zertifizierung. Damit im Zusammenhang steht auch der Erlass der "Verordnung über Anforderungen an die Behandlung von Elektro- und Elektronik-Altgeräten (EAG-BehandV)", welche ebenfalls zum 1. Januar 2022 in Kraft tritt. Neben der Festlegung von Behandlungsanforderungen für PV-Module dient sie der Ergänzung und Konkretisierung der bestehenden Anforderungen an die Schadstoffentfrachtung, der Anpassung an den Stand der Anlagentechnik, zur Festlegung von weitergehenden Anforderungen zur Stärkung des Recyclings von EAG sowie zur Verbesserung von Kreislaufführung und Ressourceneffizienz.

Daneben hat der Gesetzgeber im Berichtsjahr zahlreiche weitere umwelt- und kreislaufwirtschaftsrechtliche Neuerungen beschlossen oder angestoßen. Hierzu gehören bspw. die sog. Mantelverordnung, die Evaluierung der GewerbeabfallVO, die Arbeiten zur Novellierung der AltholzVO und der BioabfallVO. Zudem ist die Kreislaufwirtschaft weiterhin Bestandteil des Deutsches Ressourceneffizienzprogramm III (ProgRess III), durch welches insbesondere die Themen nachhaltige Ressourcennutzung und -lieferung sowie Aspekte der Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung bspw. im Rahmen der Innovationsförderung Berücksichtigung finden.

Auf europäischer Ebene sind vor allem die politischen Zielvorgaben und Programme sowie deren Fortentwicklung von Bedeutung.

Im März 2021 wurde der neue "Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft" (CEAP - Circular Economy action plan) als Element des "Grünen Deals" (Green Deal) vorgestellt. Wesentliche Kernpunkte sind die Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Ressourcennutzung, eine langfristige Wettbewerbsfähigkeit der EU und der Beitrag zur Klimaneutralität bis 2050. Abfallpolitisch soll die Abfallvermeidung auf europäischer Ebene gestärkt und die Menge der (nicht recycelten) Restsiedlungsabfälle bis 2030 halbiert werden. Ferner sollen Anforderungen an den Rezyklatanteil in bestimmten Produkten eingeführt und ein Verbot der Vernichtung unverkaufter, nicht verderblicher Waren umgesetzt werden. Verbunden damit sind kurz- bis mittelfristige Überarbeitungen diverser europäischer Rechtssetzungsakte, wie z.B. die Richtlinien zu Batterien, Verpackungen, Altfahrzeugen und gefährlichen Stoffen in Elektronikgeräten.

Auch die Umsetzung und Weiterentwicklung der sog. EU-Taxonomie-Verordnung hat Fortgang gefunden. Im Rahmen der Taxonomie-Verordnung hat die Kommission die Grundlage für eine EU-weit einheitliche Bewertung nachhaltiger Finanzprodukte geschaffen. Die Verordnung benennt sechs Umweltziele. Unter anderem den sog. "Übergang zur Kreislaufwirtschaft" als ein Wirtschaftssystem, bei dem der Wert von Produkten, Materialien und anderen Ressourcen in der Wirtschaft so lange wie möglich erhalten bleiben und ihre effiziente Nutzung in Produktion und Verbrauch verbessert werden soll. Am 9. Dezember 2021 wurde nun die (erste) Delegierte Verordnung (EU) 2021/2139 der EU-Kommission erlassen. Hiermit liegen nun die technischen Bewertungskriterien für die ersten beiden Umweltziele ("Klimaschutz" und "Anpassung an den Klimawandel") vor.

B.3. Geschäftsverlauf

Im Vorjahr ging die Geschäftsführung der ALBA Services Gruppe von moderat sinkenden Umsatzerlösen im Jahr 2021 aus. Aufgrund des im abgelaufenen Geschäftsjahr anhaltend hohen Preisniveaus auf den Rohstoffmärkten und den damit korrespondierenden hohen Vermarktungserlösen, welche einen außerordentlich positiven Beitrag zur Umsatzentwicklung geleistet haben, sind, anders als erwartet, die Umsatzerlöse im Berichtsjahr bedeutsam angestiegen.

In der Berichtsperiode wurde insgesamt ein EBITDA in Höhe von 51,6 Mio. Euro und ein EBIT in Höhe von 18,7 Mio. Euro erzielt. Somit sind diese Finanzkennzahlen im Geschäftsjahr 2021 deutlich stärker angestiegen als im Vorjahr prognostiziert. Zu dieser erfreulichen Entwicklung haben nahezu alle Geschäftsfelder beigetragen. Darüber hinaus wirkten Einmaleffekte positiv auf die Ergebniskennzahlen.

Im Bereich Verkaufsverpackungen sank der Marktanteil des Dualen Systems Interseroh, wie auch im Vorjahr antizipiert, auf ein signifikant niedrigeres Niveau. Der Marktanteil lag in der für die Unternehmensgruppe wichtigsten Fraktion LVP bei 2 % (i. Vj. 13 %). Der Bereich konnte jedoch im Berichtsjahr die Profitabilität steigern. Zudem wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr ein neues, innovatives Marktaufstellungskonzept für diesen Bereich erarbeitet. Kern der Neuausrichtung ist es, die jeweiligen Kunden umfassend auf dem Weg einer nachhaltigen Verpackungsstrategie zu begleiten. In diesem Zusammenhang wurden für die Interseroh+ GmbH, Köln, (IS+) die Voraussetzungen für den Betrieb sowie die Genehmigungen zum Betrieb eines dualen Systems geschaffen und eingeholt. Gegen Ende des Jahres lagen alle Genehmigungsbescheide der zuständigen Landesbehörden vor. Zukünftig wird daher unser duales System durch die IS+ als Genehmigungsinhaberin betrieben.

Im Geschäftsfeld Sorting führten insbesondere angepasste Sortierkonditionen sowie der pandemiebedingte Zuwachs von Verpackungsabfällen aus Privathaushalten zu deutlich verbesserten Ergebnissen. Zudem wirkten gestiegene Vermarktungspreise für unterschiedlichste Fraktionen positiv auf das Ergebnis. Ferner verbesserte sich die Vermarktungssituation für Rezyklate im Berichtsjahr spürbar, sodass sowohl Absatzmengen gesteigert als auch Preiserhöhungen durchgesetzt werden konnten. Des Weiteren wurden zum Ende des Berichtsjahres 70 % der Kapitalanteile der Abfallverwertung Leipzig GmbH, Leipzig, welche bereits in Vorjahren mittelbarer Betreiber der Sortieranlage in Leipzig war, erworben.

Der Bereich Transportverpackungen partizipierte im Geschäftsjahr 2021 insbesondere an den Vermarktungspreisen für PPK, einem wichtigen Faktor für die Ergebniserzielung. Zudem konnte die Kundenvertragsbasis im Berichtsjahr weiter gesteigert werden.

Im Geschäftsfeld WMS hatte die Corona-Pandemie weiterhin negative Einflüsse auf einzelne Kundengruppen, wodurch das Auftragsvolumen in einigen branchennahestehenden Entsorgungsdienstleistungen über mehrere Monate weitestgehend zum Erliegen kam. Nach Beendigung des Shutdowns im Frühsommer kam es sukzessive zu einer Erholung, sodass sich die Ergebnissituation in diesem Geschäftsfeld im Laufe des Jahres stabilisierte.

Im Geschäftsfeld Facility Management wurde das bestehende Dienstleistungsangebot im Rahmen eines strukturierten Prozesses arrondiert und optimiert, sodass sich insgesamt die Ergebnissituation in diesem Geschäftsfeld deutlich verbesserte. Im Bereich Property Management setzte sich der positive Trend im moderaten Umsatzwachstum und in der Ergebnissteigerung weiter fort. Darüber hinaus konnte im Berichtsjahr ein wesentlicher Kundenvertrag für die folgenden Jahre verlängert werden. Ferner wurden die Geschäftsbereiche Abfallmanagement und Entsorgung von der ALBA Facility Management GmbH, Berlin, im Wege der Abspaltung zur Aufnahme mit wirtschaftlicher Rückwirkung zum 01. Januar 2021 auf die ALBA Berlin Dienstleistungs GmbH, Berlin, übertragen. Zum Bilanzstichtag wurden sämtliche Kapitalanteile der ALBA Berlin Dienstleistungs GmbH, Berlin, veräußert.

Die Geschäftsaktivitäten rund um die Schließung von Logistik- und Produktkreisläufen haben sich im Berichtsjahr weiterhin stabil entwickelt. Im zweiten Quartal des Berichtsjahres wurden sämtliche Kapitalanteile der ITL logistics GmbH, Schwaig, ein Speziallogistiker, welcher sich auf die Bereiche Vorwärts- und insbesondere auch Rückwärtslogistik von IT-Equipment spezialisiert hat, veräußert.

Das Geschäftsfeld International Solutions konnte seine erfreuliche Entwicklung des vergangenen Jahres fortsetzen. Zur Ausweitung des Recyclings von Elektroaltgeräten wurde im Geschäftsjahr 2021 die Interseroh Organizacja Odzysku Sprzetu Elektronicznego i Elektrycznego, Warschau, gegründet.

Das Investitionsvolumen hat sich, anders als prognostiziert, im Berichtsjahr verringert. Geplante Investitionen ins Sachanlagevermögen wurden teilweise ins Folgejahr verschoben.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist über das Vermögen der Mehrheitsgesellschafterin Platin 1361. GmbH am 12. Januar 2021 ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet worden. Am 11. März 2021 hat die Gesellschafterversammlung der ALBA Services Holding GmbH die Einziehung der von der Platin 1361. GmbH gehaltenen Anteile an der ALBA Services Holding GmbH beschlossen. Am 7./8. April 2021 wurde zwischen dem vorläufigen Insolvenzverwalter der Platin 1361. GmbH und der vorherigen Minderheitsgesellschafterin eine Vergleichsvereinbarung abgeschlossen, kraft derer der Insolvenzverwalter die Wirksamkeit der Einziehung anerkennt. Die vormaligen Anteile der Platin 1361. GmbH an der ALBA Services Holding GmbH sind mit der Einziehung untergegangen. In diesem Zusammenhang ist die ALBA Services Holding GmbH verpflichtet, einen Abfindungsbetrag zu entrichten. Dieser Vorgang hatte keinen Einfluss auf die operative Geschäftstätigkeit der ALBA Services Holding GmbH und ihrer Tochtergesellschaften.

B.4. Lage

B.4.1. Ertragslage

Die Umsatzerlöse der ALBA Services Gruppe haben sich gegenüber dem Vorjahr um 113,1 Mio. Euro (16,1 %) auf 817,7 Mio. Euro (i. Vj.: 704,6 Mio. Euro) deutlich erhöht. Der Materialaufwand in Höhe von 591,4 Mio. Euro stieg mit 79,8 Mio. Euro (15,6 %) gegenüber dem Vorjahr (511,6 Mio. Euro) unterproportional zu den Umsatzerlösen. Ursächlich für diese verbesserte Materialaufwandsquote waren einerseits Entgeltoptimierungen und andererseits die Partizipation an den günstigen Vermarktungsbedingungen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 14,5 Mio. Euro auf 36,9 Mio. Euro (i. Vj.: 22,4 Mio. Euro) stark angestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr waren höhere periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen zu verzeichnen. Zudem wurden im Berichtsjahr Erträge aus der Veräußerung von Gesellschaften vereinnahmt.

Der Personalaufwand ist gegenüber dem Vorjahr leicht um 3,5 Mio. Euro gesunken. Aufgrund der deutlich gestiegenen Umsatzerlöse hat sich die Personalaufwandsquote um gute zwei Prozentpunkte verbessert.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um 10,0 Mio. Euro (9,3 %) auf 117,5 Mio. Euro angestiegen, gleichwohl von der Intensitätsquote um einen Prozentpunkt zurückgegangen. Dieser Posten beinhaltet im Berichtsjahr u. a. Rechts- und Beratungskosten, die im unmittelbarem bzw. mittelbarem Zusammenhang mit der Einziehung der Geschäftsanteile der ehemaligen Mehrheitsgesellschafterin angefallen sind.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ein EBITDA in Höhe von 51,6 Mio. (i. Vj.: 14,1 Mio. Euro) erzielt.

Die Abschreibungen belaufen sich auf 32,9 Mio. Euro (i. Vj. 57,8 Mio. Euro). Im Vorjahr war eine außerplanmäßige Abschreibung auf den Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 21,3 Mio. Euro enthalten. Dieser Geschäftsvorfall führte im Berichtsjahr dazu, dass der Abschreibungsplan auf den Geschäfts- oder Firmenwert angepasst werden musste. Daneben sind, wie im Vorjahr, wesentliche planmäßige Abschreibungen auf aktivierte stille Reserven enthalten. Aufgrund der teilweisen kurzlaufenden Nutzungsdauern sind die Abschreibungen hierauf im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Das EBIT beläuft sich im Berichtsjahr auf 18,7 Mio. Euro (i. Vj.: minus 43,7 Mio. Euro).

Die ALBA Services Gruppe weist insgesamt ein negatives Finanzergebnis von 3,4 Mio. Euro (i. Vj.: 2,2 Mio. Euro) aus. Insbesondere der entstandene Zinsaufwand auf Darlehen belastete das Finanzergebnis.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von 4,4 Mio. Euro (i. Vj.: Ertrag 1,5 Mio. Euro) beinhalten, wie im Vorjahr, Erträge aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern in Höhe von 2,8 Mio. Euro.

Insgesamt wird ein Konzernjahresüberschuss von 10,8 Mio. Euro (i. Vj.: Konzernjahresfehlbetrag von 44,5 Mio. Euro) ausgewiesen.

B.4.2. Vermögenslage

Im Vergleich zum 31. Dezember 2020 ist die Bilanzsumme von 507,6 Mio. Euro um 44,6 Mio. Euro (8,8 %) auf 552,2 Mio. Euro gestiegen.

Das Anlagevermögen hat sich per Saldo um 24,6 Mio. Euro (7,5 %) reduziert. Die immateriellen Vermögensgegenstände haben sich im Berichtsjahr hauptsächlich durch planmäßige Abschreibungen verringert. Das Sachanlagevermögen reduzierte sich per Saldo um 9,7 Mio. Euro (11,5 %). Planmäßige Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen in Höhe von 15,1 Mio. Euro standen im abgelaufenen Geschäftsjahr Investitionen in das Sachanlagevermögen in Höhe von 6,1 Mio. Euro gegenüber.

Das Umlaufvermögen ist im Berichtsjahr per Saldo deutlich um 68,9 Mio. Euro (38,6 %) angestiegen. Sowohl die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände als auch insbesondere das Guthaben bei Kreditinstituten haben sich erhöht. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Berichtsjahr um 14,1 Mio. Euro (10,5 %) angestiegen. Dieser Anstieg korreliert u.a. mit den ebenfalls deutlich angestiegenen Umsatzerlösen. Die Zunahme der sonstigen Vermögensgegenstände resultierte u.a. aus noch nicht vereinnahmten Kaufpreisforderungen im Zusammenhang mit zum Geschäftsjahresabschluss erfolgten Konsolidierungskreisveränderungen. Das Guthaben bei Kreditinstituten hat sich aufgrund der positiven Ertragslage von 24,9 Mio. Euro um 50,9 Mio. Euro (204,3 %) auf 75,8 Mio. Euro signifikant erhöht.

Auf der Passivseite ging das Eigenkapital, obwohl ein positives Jahresergebnis erzielt wurde, um 16,0 Mio. Euro (7,5 %) gegenüber dem Vorjahr zurück. Ursächlich hierfür ist die Bilanzierung eines Abfindungsbetrags für die im Berichtsjahr eingezogenen Anteile der ehemaligen Mehrheitsgesellschafterin. Die Eigenkapitalquote hat sich hieraus und aufgrund der gestiegenen Bilanzsumme von 41,8 % auf 35,5 % verringert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich im Wesentlichen durch planmäßige Tilgungen verringert. Im Vergleich zum Vorjahr bestehen nunmehr positive Nettobankverbindlichkeiten.

Das übrige Fremdkapital besteht, wie im Vorjahr, überwiegend aus kurzfristigen Bestandteilen und umfasst in einem maßgeblichen Umfang sonstige Rückstellungen. Diese sind im Wesentlichen auf Grund des bilanzierten Abfindungsbetrages um insgesamt 21,8 Mio. EUR gestiegen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind insgesamt um 25,5 Mio. Euro (32,7 %) angestiegen. Dieser Anstieg korrespondiert mit dem operativen Geschäftsverlauf.

Der Anstieg der sonstigen Verbindlichkeiten ist unter anderem auf Zahlungsverpflichtungen i. Z. m. Konsolidierungskreisveränderungen, die zum Ablauf des Berichtsjahres erfolgten, zurückzuführen.

Die passivischen latenten Steuern resultieren weiterhin hauptsächlich aus der Neubewertung bzw. Aufdeckung von Vermögensgegenständen im Rahmen von Erstkonsolidierungen. Diese wurden im Berichtsjahr im Rahmen der Fortschreibungen ergebniswirksam aufgelöst.

B.4.3. Finanzlage

Finanzmanagement

Wichtigstes Ziel des Finanzmanagements ist es, die Liquidität der ALBA Services Gruppe sicherzustellen, um jederzeit die Zahlungsfähigkeit zu gewährleisten. Hierzu nehmen die ALBA Services Holding GmbH, Berlin, und die mit ihr verbundenen Tochtergesellschaften an einem Cash-Pooling-Verfahren teil. Die liquiden Mittel werden gruppenweit zusammengefasst, überwacht und nach einheitlichen Grundsätzen investiert.

Aufgrund der überwiegenden Tätigkeit im EURO-Raum bestehen derzeit nur unwesentliche Währungsrisiken.

Cashflows

Nachfolgend werden die in der Konzern-Kapitalflussrechnung dargestellten Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit, aus Investitionstätigkeit sowie aus Finanzierungstätigkeit analysiert.

Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit hat mit 59,3 Mio. Euro zur Verbesserung des Finanzmittelbestandes beigetragen.

Im Konzernjahresüberschuss einschließlich Ergebnisanteile anderer Gesellschafter sind in einem erheblichen Umfang zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge enthalten. Die zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträge beinhalten insbesondere planmäßige Abschreibungen in Höhe von 32,9 Mio. Euro. Zudem sind weitere, wesentliche zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge aus der Neubewertung von Forderungen, aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern sowie Entkonsolidierungsgewinne im Konzernergebnis enthalten.

Die Veränderungen des Nettoumlaufvermögens führten insgesamt zu einem Mittelabfluss von 19,7 Mio. Euro.

Cashflow aus der Investitionstätigkeit

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit hat mit einem Wert von minus 8,4 Mio. Euro den Finanzmittelbestand verringert. Die in der Berichtsperiode erfolgten Auszahlungen im Rahmen der Investitionstätigkeit im Wesentlichen in das Sachanlagevermögen in Höhe von 6,1 Mio. Euro sind zum überwiegenden Teil im Geschäftsbereich Sorting getätigt worden.

Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit hat den Finanzmittelbestand nicht beeinflusst. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von 2,4 Mio. Euro und die Verbindlichkeiten aus Factoring in Höhe von 9,4 Mio. Euro abgebaut worden. Die bestehende Factoring-Linie wurde zum Ende des Geschäftsjahres auf null reduziert. Ferner führten Zinszahlungen zu Mittelabflüssen. Gegenläufig wirkte die Aufnahme eines nachrangigen, unbesicherten Darlehens in Höhe von 15,0 Mio. Euro. Die Darlehensaufnahme verfolgte den Zweck der teilweisen Finanzierung des Abfindungsbetrags, der infolge der Einziehung der Geschäftsanteile an die ehemalige Mehrheitsgesellschafterin zu entrichten ist.

Finanzmittelbestand

Der Finanzmittelbestand hat sich demzufolge in der Berichtsperiode gegenüber der Vergleichsperiode um 50,9 Mio. Euro von 24,9 Mio. Euro auf 75,8 Mio. Euro erhöht. Im ausgewiesenen Finanzmittelbestand sind verfügungsbeschränke liquide Mittel in Höhe von 15,0 Mio. Euro enthalten.

Über den Finanzmittelbestand hinaus bestehen zum Bilanzstichtag zugesagte, jedoch nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von 36,0 Mio. EUR.

B.5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage der ALBA Services Gruppe

Die ALBA Services Gruppe partizipierte im Berichtsjahr von dem anhaltend hohem Preisniveau auf den Rohstoffmärkten und den damit korrespondierenden hohen Vermarktungserlösen. Zusätzlich verbesserten Sondereffekte das Ergebnis.

Insgesamt war die wirtschaftliche Entwicklung der ALBA Services Gruppe im Berichtsjahr sehr zufriedenstellend. Hervorzuheben ist insbesondere eine deutlich verbesserte Ertrags- und Finanzlage. Die Vermögenslage wurde hingegen im Berichtsjahr durch die Bilanzierung eines Abfindungsbetrags, welcher im Zusammenhang mit der erfolgten Einziehung der Geschäftsanteile der ehemaligen Mehrheitsgesellschafterin steht, belastet.

Hervorzuheben ist weiterhin, dass die Kreislaufwirtschaft und ihre Bedeutung für einen effektiven Klima- und Ressourcenschutz auf allen Ebenen politisch wie aber auch gesellschaftlich stärker in den Fokus rückten. Wir sehen hier die Rolle der privaten Kreislauf- und Recyclingwirtschaft für die Zukunft immens gestärkt.

C. Chancen- und Risikobericht

C.1. Chancenbericht

Die ALBA Services Gruppe agiert in einem dynamischen Marktumfeld, in dem sich ständig neue Chancen eröffnen. Diese systematisch zu erkennen und zu nutzen - und dabei unnötige Risiken zu vermeiden - ist ein wesentlicher Faktor für das nachhaltige Wachstum der ALBA Services Gruppe.

Im Rahmen des Chancenmanagements werden Markt- und Wettbewerbsanalysen sowie Umfeldszenarien ausgewertet. Des Weiteren befasst sich die Unternehmensgruppe mit der Ausrichtung des Produktportfolios, den Strukturkosten sowie den potenziellen Erfolgsfaktoren der Branche.

Die ALBA Services Gruppe verfügt über solide Steuerungsstrukturen. Diese stellen sicher, dass Chancen auf der Basis ihrer Potenziale, der notwendigen Investitionen und ihres Risikoprofils bewertet und verfolgt werden. Sofern es wahrscheinlich ist, dass Chancen eintreten, hat die ALBA Services Gruppe dies bereits in ihre Geschäftspläne mit aufgenommen.

Der nachfolgende Abschnitt konzentriert sich daher hauptsächlich auf zukünftige Trends oder Ereignisse, die zu einer für die Unternehmensgruppe positiven Abweichung zum Ausblick für das Jahr 2022 führen können.

Wachstumschancen sieht das Management in der Entwicklung von Systemdienstleistungen rund um die Schließung von Produkt-, Material- und Logistikkreisläufen. Dabei wird das aktuelle Vertriebsangebot im Rahmen des Innovationsmanagements durch neue Ideen und ganzheitliche, zum Teil kundenindividuelle Dienstleistungen, erweitert. Ferner sieht das Management Wachstumschancen sowohl durch die Internationalisierung der bestehenden Dienstleistungen als auch durch länderspezifische Innovationen und Produktentwicklungen.

Das Neugeschäft bietet aus Sicht der ALBA Services Gruppe Chancen in Bezug auf ein nachhaltiges, profitables Wachstum. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine effiziente Ausgestaltung der einschlägigen Prozesse und der Steuerung. Die Geschäftsführung der ALBA Services Gruppe ist demzufolge ständig bestrebt, interne Synergiepotentiale zu heben sowie Kostenstrukturen und IT-Systeme im Sinne eines einheitlichen und vernetzten Prozessmanagements zu optimieren.

Im Handel mit Sekundärrohstoffen bestehen nach wie vor Risiken, aber auch Chancen durch volatile Preise. Aufgrund dessen sind Preiserhöhungen für PPK sowie für Kunststoffe als Chance zu betrachten.

C.2. Risikobericht

C.2.1. Grundsätze

Allgemeines

Die Unternehmensgruppe ist neben diversen Chancen auch einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Unter dem Begriff "Risiko" werden alle Ereignisse und Entwicklungen innerhalb und außerhalb des Unternehmens verstanden, welche im Rahmen eines vorgegebenen Betrachtungszeitraums nachteilige Auswirkungen auf die prognostizierte Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten.

Hierbei wird jedoch nicht zwangsläufig die Vermeidung aller Risiken angestrebt, sondern vielmehr die Schaffung von Handlungsspielräumen, welche ein bewusstes Eingehen auf Risiken aufgrund umfassender Kenntnisse der Risiken und Risikozusammenhänge ermöglichen. Die Steuerung dieser Risiken stellt, unter Beachtung von Grenzen für die Risikobereitschaft, eine Grundvoraussetzung für den Unternehmenserfolg dar. Unternehmerische Risiken werden nur dann eingegangen, wenn diese kalkulierbar sind und die ihnen gegenüberstehenden Chancen eine angemessene Wertsteigerung erwarten lassen.

Das Chancen- und Risikomanagement ist in der ALBA Services Gruppe darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern und eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes zu gewährleisten. Zur frühzeitigen Erkennung, Bewertung und Steuerung relevanter Chancen und Risiken hat die Unternehmensgruppe ein Steuerungs- und Kontrollsystem festgelegt.

Die Kernbereiche des Risikomanagements sind die strategische und operative Unternehmensplanung, das interne Berichtswesen, das interne Kontrollsystem, das Treasury-Management sowie das Risikofrüherkennungssystem. Die strategische Unternehmensplanung soll unter anderem gewährleisten, langfristige Chancen und Risiken frühzeitig zu identifizieren, um geeignete strukturelle Maßnahmen ergreifen zu können. Das interne Berichtswesen ist auf allen Unternehmensebenen darauf ausgelegt, aktuelle und relevante Informationen über die Entwicklung der wesentlichen Risiken und die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Risikobegrenzung zu liefern. Die gezielte Überwachung und Steuerung der Risiken stehen im Fokus des internen Kontrollsystems.

Risikofrüherkennung

Das Risikofrüherkennungssystem der ALBA Services Gruppe stellt ein nachvollziehbares, alle Unternehmensaktivitäten umfassendes System dar, welches ein systematisches und permanentes Vorgehen mit folgenden Prozesselementen umfasst: Identifikation, Bewertung, Dokumentation und Kommunikation von Risiken sowie die Überwachung dieser Prozesselemente. Es erstreckt sich integrativ auf alle Geschäftsbereiche der vollkonsolidierten Unternehmen sowie über alle zentralen Verwaltungs- und Konzernsteuerungsfunktionen.

Die direkte Verantwortung für die Früherkennung, Steuerung und Kommunikation der Risiken liegt bei den jeweiligen Geschäftsführern der Tochtergesellschaften. Das Management der ALBA Services Gruppe trägt die Gesamtverantwortung für den konzernweiten Risikofrüherkennungsprozess und legt die Grundsätze für die Risikopolitik fest. Die Risikoverantwortlichen in den zentralen und dezentralen Unternehmenseinheiten sichern die standardisierte Berichterstattung entsprechend der festgelegten Meldewege unter Berücksichtigung der an die Unternehmensgröße angepassten Berichtsgrenzen zu. Durch die konzernweit standardisierte Vorgehensweise sind die Effizienz und Effektivität des Früherkennungssystems sichergestellt. Die Koordination des Risikofrüherkennungssystems ist im Functional Center Controlling der ALBA Services Holding GmbH verankert. Von dort werden sowohl die Rahmenbedingungen, Richtlinien und Prozesse vorgegeben als auch die gemeldeten Einzelrisiken aggregiert, kommuniziert und überwacht.

Die identifizierten Risiken in den einzelnen Gesellschaften und den jeweiligen Zentralbereichen werden hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Ergebnis, Liquidität und Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt. Im Rahmen des Risikofrüherkennungssystems werden diejenigen Risiken betrachtet, bei denen die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Schadenhöhe festgelegte Berichtsgrenzen übersteigen. Die Risikobetrachtung erfolgt nach der Nettomethode, was bedeutet, dass ergriffene Maßnahmen bereits berücksichtigt werden.

Unter Berücksichtigung der angewandten Rechnungslegungsvorschriften werden entsprechende Rückstellungen und Wertminderungen im Jahresabschluss erfasst. Die Risikoanalyse erstreckt sich auf einen Zeitraum von einem Jahr.

Das Risikoreporting erfolgt halbjährlich, wodurch eine regelmäßige Überwachung sichergestellt ist. Für plötzlich auftretende, schwerwiegende und insbesondere existenzgefährdende Risiken besteht eine interne Ad-hoc-Meldepflicht.

Ein angemessenes und funktionsfähiges Risikofrüherkennungssystem sowie Risikomanagement kann jedoch auch keine absolute Sicherheit bezüglich der Vollständigkeit der identifizierten Risiken und der Wirksamkeit der eingesetzten Steuerungsinstrumente garantieren.

C.2.2. Das interne Kontrollsystem in Bezug auf die Konzernrechnungslegung

Die Geschäftsführung versteht unter dem internen Kontrollsystem, bezogen auf den Konzernrechnungslegungsprozess, alle Strukturen, Maßnahmen und Kontrollprozesse, die darauf ausgerichtet sind, eine zuverlässige Finanzberichterstattung in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und den anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften zu gewährleisten.

Die wesentlichen Merkmale des internen Kontrollsystems der Gesellschaft im Hinblick auf die Rechnungslegung sind einheitliche Bilanzierungsvorgaben und -prozesse, IT-Sicherheitsrichtlinien und -vorschriften, Organisationsprinzipien und -abläufe. Durch zentrale wie auch dezentrale Schulungen wird sichergestellt, dass die am Rechnungslegungsprozess Beteiligten über die für sie relevanten Kenntnisse verfügen.

Die Kontrollmechanismen unterliegen einem ständigen Optimierungsprozess. Darüber hinaus sind hinsichtlich bestimmter Risiken im Rechnungslegungsprozess verschiedene Kontrollprinzipien, beispielsweise die Funktionstrennung oder die konsequente Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips, verankert. Unabhängig von Umfang und Ausrichtung der eingerichteten Kontrollstrukturen und -prozesse sind dem internen Kontrollsystem Grenzen gesetzt, da es fortlaufend an geänderte Anforderungen und Rahmenbedingungen angepasst werden muss. Hierzu findet zum Beispiel regelmäßig eine Überarbeitung der Organisationsrichtlinien statt.

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt über eine standardisierte Konsolidierungssoftware. Der Großteil der Sachkonteninformationen der einbezogenen Gesellschaften wird nach dem Stichtag aus den jeweiligen Buchhaltungssystemen über eine Schnittstelle in die Konsolidierungssoftware importiert. Die Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten sowie die Abstimmung konzerninterner Salden obliegen der jeweiligen Geschäftsführung. Die Einzelabschlussdaten durchlaufen automatisierte und manuelle Plausibilisierungsprozesse.

Im Rahmen der Konsolidierungstätigkeiten zeigt die Konsolidierungssoftware über ein Ampelsystem den aktuellen Status für jede Art von Konsolidierung (Kapital, Aufwand und Ertrag, Schulden etc.) überwiegend separat für jede Gesellschaft an. Grundsätzlich ist eine Fortführung des Konsolidierungsprozesses nur dann möglich, wenn das System im vorherigen Schritt keine Fehler festgestellt hat. Nach Beendigung der Konsolidierungstätigkeiten werden verschiedene Plausibilitätsverprobungen mit den generierten Konzernabschlusszahlen vorgenommen. Abschließend erfolgt eine Analyse des Zahlenwerks. Zur Erstellung des Konzernlageberichts werden die dafür benötigten Informationen von den Tochtergesellschaften und Zentralbereichen eingeholt und zusammengefasst. Anschließend wird der Konzernlagebericht der Geschäftsführung vorgelegt. Zusätzliche Informationen zur Erstellung des Konzernanhangs liefern die Gesellschaften und Zentralbereiche in elektronischer Form zu. Diese werden zentral ausgewertet, aggregiert und vor Übernahme in den Konzernanhang mehreren Plausibilitätsprüfungen unterzogen. Der gesamte Konzernabschluss wird der Geschäftsführung vorgestellt und von dieser nach Prüfung freigegeben.

C.2.3. Risikobewertung

Um zu ermitteln, welche Risiken am ehesten bestandsgefährdenden Charakter für die ALBA Services Gruppe aufweisen, werden die Risiken gemäß ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihren Auswirkungen bezogen auf die zentralen Geschäftsziele klassifiziert.

C.2.4. Risiken

Im Folgenden werden die Risikofaktoren der ALBA Services Gruppe aufgeführt. Sie werden in den nachfolgenden Beschreibungen stärker aggregiert als sie zur internen Steuerung verwendet werden.

Risiken der betrieblichen Tätigkeit

Es besteht das Risiko, dass der preisintensive Wettbewerb in allen wesentlichen Bereichen der Unternehmensgruppe sowie die volatilen Preise im Handel mit Sekundärrohstoffen zu einer Einschränkung der geplanten Ergebnisse führen.

Darüber hinaus bestehen derzeit Ungewissheiten hinsichtlich der wirtschaftlichen Folgen, die aus den Sanktionen gegenüber der Russischen Föderation resultieren könnten. Die Auswirkungen dieser zusätzlichen Marktrisiken auf die zukünftige Geschäftsentwicklung der ALBA Services-Gruppe sind derzeit nicht abschätzbar. Allerdings ist festzuhalten, dass der Krieg in der Ukraine zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage der ALBA Services Gruppe hat.

Bewertungsrisiko

Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen könnten dazu führen, dass Vermögenswerte wie Geschäfts- oder Firmenwerte oder andere langfristige Vermögenswerte neu bewertet werden müssen. Entsprechend der Veränderung der Faktoren kann ein jährlich durchgeführter Werthaltigkeits-Test zu Abschreibungen führen und das Konzernergebnis belasten.

Finanzwirtschaftliches Risiko

Die Gewährung des Konsortialkreditvertrags erfolgte gegen Vereinbarung üblicher Sicherheiten sowie von Finanzkennzahlen (Financial Covenants), über welche regelmäßig zu berichten ist. Die Nichteinhaltung einer oder mehrerer Covenants kann unter bestimmten Voraussetzungen zu einem Kündigungsgrund führen. Für den Fall, dass ein Kündigungsgrund eintritt, erhöht sich der Zinssatz per annum, und zwar für die Zeit ab dem Eintritt des Kündigungsgrundes bis zu seiner endgültigen Beseitigung. Die Berechtigung der Banken zur Geltendmachung von außerordentlichen Kündigungsrechten bleibt von einer Zinserhöhung unberührt. Zum 31. Dezember 2021 wurden die Financial Covenants eingehalten.

Liquiditätsrisiko

Ein Liquiditätsrisiko ergibt sich durch Schwankungen der Zahlungsströme. Im Rahmen der täglichen Finanzdisposition werden die liquiden Mittel bedarfsgerecht gesteuert.

Steuerrisiken

Steuerliche Risiken ergeben sich insbesondere aus laufenden und noch ausstehenden Betriebsprüfungen. Kommt es zu Prüfungsfeststellungen, könnten Steuernachzahlungen, Sanktionen und Zinsen entstehen. In einem systematischen Prozess werden diese Risiken deshalb durch eine defensive Bewertung von Steuererstattungsansprüchen sowie durch die Bildung von Rückstellungen frühzeitig evaluiert und angemessen berücksichtigt.

Personalrisiken

Es besteht das Risiko, qualifizierte Fach- und Führungskräfte zu verlieren. Hierfür gibt es unterschiedliche Gründe wie altersbedingtes Ausscheiden, persönliche Neuorientierung oder Fluktuation. Die ALBA Services Gruppe wirkt diesem Risiko mit einer Reihe von Maßnahmen entgegen.

Trotz eingerichteter Kontrollsysteme sind dolose Handlungen, die der Unternehmensgruppe schaden können, nicht vollständig ausgeschlossen.

Informationstechnische Risiken

Sowohl die komplexe Abwicklung der Geschäftsprozesse als auch der Verwaltungsprozesse werden durch moderne Informationstechnologie gestützt. Dabei spielt die Verfügbarkeit von Daten und Informationen eine zentrale Rolle.

Zum Schutz der Informationen müssen entsprechend gesicherte IT-Systeme und eine zuverlässige IT-Infrastruktur betrieben werden. Risiken, die im Schadensfall eine Unterbrechung der Geschäftsprozesse aufgrund von IT-System-Ausfällen zur Folge haben oder den Verlust und die Verfälschung von Daten verursachen können, werden deshalb über den gesamten Lebenszyklus der Applikationen und IT-Systeme hinweg identifiziert und bewertet. Den wachsenden Anforderungen an Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten wird mit vielfältigen präventiven und korrektiven Maßnahmen begegnet. Dementsprechend wurden geeignete Maßnahmen definiert, um Risiken zu vermeiden oder mögliche Schäden zu begrenzen. Diese Maßnahmen werden fortlaufend an die sich verändernden Umstände angepasst. Dazu gehört unter anderem, dass die bestehenden IT-Sicherheitssysteme und das vorhandene Business-Continuity-Management sowie Richtlinien und Organisationsstrukturen regelmäßig optimiert und überprüft werden, um mögliche informationstechnologische Risiken wie den Ausfall des Rechenzentrums oder sonstiger IT-Systeme bereits im Vorfeld zu erkennen und bestmöglich zu minimieren.

Dem stetig wachsenden Gefährdungspotenzial durch Cyberkriminalität und Hackerangriffe wird durch einen konsequenten Ausbau der IT-Sicherheit begegnet. Trotz aller Vorkehrungen können Störungen in der Informationstechnologie und dadurch negative Auswirkungen auf die einzelnen Geschäftsprozesse nicht vollständig ausgeschlossen werden.

C.3. Gesamtchancen- und -risikoprofil

Die ALBA Services Gruppe aggregiert sämtliche gemeldeten Chancen und Risiken. Unsicherheiten bestehen im Hinblick auf die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie.

Einerseits sind die zuvor beschriebenen Risiken weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit für die Unternehmensgruppe bestandsgefährdend. Andererseits können die zuvor dargelegten Chancen zu einer Steigerung des operativen Ergebnisses beitragen.

D. Weitere Angaben

In der ALBA Services Gruppe haben Innovationen und die Weiterentwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle angesichts der Tätigkeitsfelder einen sehr hohen Stellenwert. Forschung und Entwicklung im üblichen Sinne betreibt die Gruppe jedoch regelmäßig nicht.

Gemeinsam mit Unternehmen der Kunststoffindustrie wurde jedoch eine neue Generation von Kunststoffprodukten entwickelt, die zu 100 % aus Post-Consumer-Material aus dem Dualen System bestehen. Mit Recythen und Procyclen bietet die ALBA Services Gruppe Kunden aus der Industrie hochwertige Recyclingkunststoffe zur Herstellung neuer Produkte und Verpackungen an. Auch in der Berichtsperiode wurden nach individuellen Kundenvorgaben maßgeschneiderte Recyclat-Compounds entwickelt. Im slowenischen Maribor betreibt die ALBA Services Gruppe ein Kompetenzzentrum für Kunststoffrecycling. Dieser Standort ermöglicht der Gruppe als Komplettanbieter, alle Anforderungen der Kunden an die Herstellung moderner Recycling-Kunststoffe aus einer Hand zu bedienen. Neben deutlich reduzierten Entwicklungszeiten bietet die geografische Lage den Vorteil, sowohl den deutschen als auch den gesamten osteuropäischen Markt logistisch optimal abzudecken.

E. Prognosebericht

Die Einschätzung der Entwicklung basiert auf derzeitigen Erwartungen und Annahmen bezüglich der Auswirkungen zukünftiger Ereignisse und wirtschaftlicher Bedingungen auf die operativ tätigen Gesellschaften. Um den Unwägbarkeiten im Hinblick auf den weiteren Verlauf des russisch-ukrainischen Krieges Rechnung zu tragen, werden durch das ifo-Institut derzeit zwei Szenarien in Betracht gezogen. Das Basisszenario geht nur von einer vorübergehenden Zunahme der Rohstoffpreise, Lieferengpässe und Unsicherheit aus. Im Alternativszenario verschärft sich die Situation zunächst noch, bevor ab der Jahresmitte eine allmähliche Entspannung einsetzt. Unter diesen Annahmen dürfte das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr nur noch um 3,1% (Basisszenario) bzw. 2,2% (Alternativszenario) zulegen. Die in diesem Zusammenhang stehende Unsicherheit als auch die Unsicherheit hinsichtlich der Volatilität der Marktpreise von Sekundärrohstoffen erschweren derzeit eine genaue Prognose der Geschäftsentwicklung. Die Geschäftsführung geht aktuell für 2022 von unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Geschäftsfeldern aus.

Im Bereich Verkaufsverpackungen werden vorrangig Einjahresverträge geschlossen, die regelmäßig zu den dann vorherrschenden Marktbedingungen verlängert werden. Das neue duale System IS+ ist im Berichtsjahr eine Partnerschaft mit einem großen Handelsunternehmen eingegangen. Die IS+ wird künftig dieses Unternehmen dabei unterstützen, ihre klar formulierte Verpackungsmission zu realisieren. Im kommenden Geschäftsjahr wird daher der Marktanteil unseres dualen Systems signifikant ansteigen.

Im Geschäftszweig Verkaufsverpackungen beobachten wir weiterhin eine dynamische Wettbewerbsentwicklung. Wie bereits unter B.1. dargestellt, ist das duale System des Handelskonzerns Schwarz (Prezero) seit Anfang des Berichtsjahres in allen Bundesländern zugelassen und besitzt einen bedeutenden Marktanteil. Ebenfalls ist ein großes Unternehmen aus der Papierindustrie in den Markt der dualen Systeme eingestiegen und wird damit die Wettbewerbsentwicklung beeinflussen. Ferner hat die DSD - Duales System Holding GmbH & Co. KG, Köln, ein neues duales System, die Altera System GmbH mit Sitz in Monheim, gegründet. Wir gehen derzeit davon aus, dass es im Jahr 2022 dreizehn duale Systembetreiber geben wird. Inwieweit alle Systeme aktiv am Markt teilnehmen, ist schwer einzuschätzen.

Im Bereich Sorting werden in der Regel Sortierverträge mit einer Laufzeit von einem Jahr abgeschlossen. Für das Jahr 2022 sind unsere Sortieranlagen bereits vertraglich ausgelastet. Ab dem kommenden Jahr erwarten wir bei der LVP-Fraktion eine Mengenreduzierung, welche u.a. auf die Ausweitung des Einwegpfandes zum Beginn des Jahres 2022 zurückzuführen ist. Zudem ist mit einer Kostensteigerung aufgrund höherer werkstofflicher Verwertung von Mischkunststoffen zur Quotenerfüllung zu rechnen. Mit Blick auf den zunehmenden Umweltschutz und die damit verbundenen regulatorischen Vorgaben nimmt die Bedeutung des Kunststoffrecyclings zu. Die Nachfrage nach Rezyklaten ist in der jüngeren Vergangenheit bereits deutlich angestiegen. Infolge der weiteren regulatorischen Trends und einer Entkopplung des Produktpreises vom Rohölpreis wird auch für die Zukunft eine weiterhin steigende Nachfrage bzw. ein steigender Preis erwartet.

Limitiert wird das Geschäftspotential des Bereichs Sorting hingegen durch eine zunehmende Wettbewerbsintensität. In diesem Zusammenhang führen insbesondere steigende Sortierkapazitäten auf Grundlage von hohen Investitionen von bestehenden und neuen Marktteilnehmern und der unter anderem dadurch verursachte Preisdruck zu Margenrisiken. Im Januar 2022 wurde beispielsweise im Großraum München eine weitere, hoch moderne Sortieranlage für LVP der Prezero-Gruppe in Betrieb genommen. Zudem will Medienberichten zur Folge Prezero Anfang 2022 am Standort Porta Westfalica in eine weitere Recyclinganlagen für Verpackungsabfälle der dualen Systeme investieren. Geplant sind nach aktuellen Erkenntnissen eine neue Sortieranlage für LVP sowie eine Kunststoffrecyclinganlage. Die neue Sortieranlage für LVP soll eine jährliche Sortierkapazität von 150.000 Tonnen pro Jahr haben und Mitte 2023 in Betrieb gehen. Die Kunststoffrecyclinganlage soll jährlich etwa 60.000 Tonnen Regranulate erzeugen und voraussichtlich zu Anfang 2025 die Produktion aufnehmen.

Im Geschäftsfeld Transportverpackungen werden üblicherweise Einjahresverträge geschlossen. Diese werden regelmäßig zu den dann vorherrschenden Marktbedingungen verlängert. Insgesamt ist die Kundenvertragsbasis in diesem Geschäftszweig für das Jahr 2022 stabil. Die Preisentwicklung an den Sekundärrohstoffmärkten könnte das Ergebnis jedoch positiv oder negativ beeinflussen.

Im Bereich WMS werden regelmäßig ein- oder Mehrjahresverträge geschlossen. Der Bereich WMS ist im Großen und Ganzen in einem Marktumfeld aktiv, das durch Wachstumschancen geprägt sowie gesellschaftlich und politisch von Bedeutung ist. Die Herausforderungen des Geschäftsmodells bestehen vor allem in volatilen Rohstoffpreisen und der Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Situation der Kunden und dem damit verbundenen Bedarf an den von WMS angebotenen Dienstleistungen.

Im Bereich Facility Management bestehen für Sonder- und Spezialimmobilien langlaufende Kundenverträge, für technische und infrastrukturelle Dienstleistungen Ein- bis Zweijahresverträge und für das technische Projektgeschäft Rahmenverträge mit Einzelabrufen. Die im Berichtsjahr begonnen Arrondierungen und Optimierungen in diesem Geschäftsfeld werden im Folgejahr fortgesetzt.

Die Einschätzung der Entwicklung der Unternehmensgruppe basiert auf derzeitigen Erwartungen und Annahmen bezüglich der Auswirkungen zukünftiger Ereignisse sowie wirtschaftlicher Bedingungen auf die einzelnen operativ tätigen Gesellschaften. Die unter B.2. dargestellten (geplanten) Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen stützen dabei unsere Unternehmensstrategie als führender Full-Service-Umweltdienstleister und Anbieter von Dienstleistungen rund um die Schließung von Produkt-, Material- und Logistikkreisläufen. Gleichwohl erwarten wir eine schwierigere Wettbewerbsentwicklung.

Insgesamt geht die Geschäftsführung der ALBA Services Gruppe von einer bedeutsamen Umsatzsteigerung im Jahr 2022 aus. Aufgrund von Einmaleffekten im Berichtsjahr sowie der zunehmenden Wettbewerbsintensität und der nicht zu erwartenden anhaltenden positiven Vermarktungsbedingungen gehen wir im Geschäftsjahr 2022 jedoch von einem stark sinkenden EBITDA und EBIT, bei deutlich steigendem Investitionsvolumen aus.

 

Berlin, 28. April 2022

Melanie Freytag, Geschäftsführerin

Sebastiaan Krol, Geschäftsführer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die ALBA Services Holding GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der ALBA Services Holding GmbH, Berlin, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der ALBA Services Holding GmbH, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 28. April 2022

Grant Thornton AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Hermann Schulze Osthoff, Wirtschaftsprüfer

Robert Schreiner, Wirtschaftsprüfer

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