Mühlbauer AktiengesellschaftLiquidiert
93426 Roding, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Karl Brandl seit 14.4.2014 | Prokura |
Anton Brunner seit 14.4.2014 | Prokura |
Stephan Weber seit 3.2.2014 | Prokura |
Martin Dimpfl seit 3.2.2014 | Prokura |
Maximilian Schuster seit 3.2.2014 | Prokura |
Gerhard Gregori seit 16.1.2012 | Prokura |
Werner Plötz seit 16.1.2012 | Prokura |
Franz Brandl seit 16.1.2012 | Prokura |
Christian Wachtmeister seit 16.1.2012 | Prokura |
Erwin Hilbert seit 16.6.2011 | Prokura |
Gerhard Maurer seit 30.10.2009 | Prokura |
Ludwig Huber seit 18.12.2007 | Prokura |
Thomas Betz seit 28.12.2005 | Vorstandsmitglied |
Hubert Forster seit 8.1.2004 | Vorstandsmitglied |
Beteiligungen
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Mühlbauer AktiengesellschaftRodingJahresabschluss zum 31.12.2012Bilanz zum 31. Dezember 2012AKTIVA
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012
Anhang für das Geschäftsjahr 2012A. Grundlagen und Methoden Der Jahresabschluss der Mühlbauer AG wird nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften und den aktienrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefassten Posten sind im Anhang gesondert aufgeführt und erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem bisher angewendeten Gesamtkostenverfahren erstellt. Negative Werte werden in Klammern dargestellt. Auf die zu den einzelnen Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung im Anhang gemachten Angaben wird im Gliederungsschema durch arabische Zahlen verwiesen. Bei der Mühlbauer Aktiengesellschaft handelt es sich um eine große Kapitalgesellschaft gemäß § 267 (3) HGB. B. Bilanzierung und Bewertung Auf die Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden die folgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt: Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten angesetzt und entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen angesetzt. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Das unbewegliche Anlagevermögen wird linear abgeschrieben, beim beweglichen Anlagevermögen wird sowohl die lineare als auch die degressive Abschreibungsmethode verwendet. Bei Anwendung der degressiven Methode erfolgt der Übergang zur linearen Methode, sobald die lineare Abschreibung die degressive Abschreibung übersteigt. Wurden Sonderabschreibungen nach steuerlichen Regelungen vorgenommen, erfolgte die Abschreibung grundsätzlich nach der linearen Methode. Im Jahr der Anschaffung oder Herstellung der Vermögensgegenstände vermindert sich für dieses Jahr der Absetzungsbetrag um jeweils ein Zwölftel für jeden vollen Monat, der dem Monat der Anschaffung oder Herstellung vorangeht (pro rata temporis). Zugänge mit Anschaffungskosten von über 150 EUR bis 1.000 EUR werden in einen Sammelposten eingestellt. Dieser wird im Wirtschaftsjahr der Bildung und in den folgenden vier Wirtschaftsjahren zu jeweils einem Fünftel gewinnmindernd aufgelöst. Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu Anschaffungskosten bilanziert. Außerplanmäßige Abschreibungen des Anlagevermögens auf den beizulegenden Wert werden von der Gesellschaft vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind zu Anschaffungskosten am Bilanzstichtag angesetzt. Die Anschaffungskosten werden grundsätzlich nach der gleitenden Durchschnittsmethode ermittelt. Nicht gängige und im Wert verminderte Bestände werden entsprechend dem Niederstwertprinzip abgewertet. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden mit den Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten, Sondereinzelkosten der Fertigung sowie den Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Fremdkapitalzinsen sowie Verwaltungskosten werden in den Herstellungskosten nicht berücksichtigt. Bei der Ermittlung des niedrigeren beizulegenden Wertes wird der Auftragswert unter Bezugnahme auf den Fertigstellungsgrad als Basis der Berechnung verwendet. Abwertungen für Bestandsrisiken, die sich aus erhöhter Lagerdauer und geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden in angemessenem und ausreichendem Umfang vorgenommen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von nicht mehr als einem Jahr sind, sofern sie auf Euro lauten, grundsätzlich zu Nennwerten, unverzinsliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr mit dem Barwert angesetzt. Erkennbare Einzelrisiken sind durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde dem allgemeinen Kreditrisiko durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Forderungen in fremder Währung mit einer Laufzeit unter einem Jahr sind mit dem Kurs am Bilanzstichtag aktiviert. Fremdwährungsforderungen mit einer Laufzeit über einem Jahr sind mit dem Kurs des Einbuchungstages bzw. dem niedrigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag aktiviert. Liquide Mittel sind zu Nennwerten angesetzt. Soweit sie auf fremde Währung lauten, sind sie mit dem Kurs am Bilanzstichtag bewertet. Die Rechnungsabgrenzungsposten auf der Aktivseite entsprechen den zeitanteilig vorgeleisteten Beträgen. Zur Erfüllung von Verpflichtungen aus der Altersversorgung wurden Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen, die ausschließlich der Erfüllung der eingegangenen Pensionsverpflichtungen dienen und dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen sind. Der Anspruch aus den Rückdeckungsversicherungen wurde mit dem geschäftsplanmäßigen Deckungskapital der Versicherungsgesellschaft aktiviert und mit der zugrunde liegenden Pensionsverpflichtung verrechnet. Wenn der beizulegende Zeitwert der Rückdeckungsversicherungen den Wert der Pensionsverpflichtung zum Bilanzstichtag übersteigt, erfolgt der Ausweis des Überhangs unter der Position "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung". Zuwendungen der öffentlichen Hand für Investitionen werden im Zeitpunkt der Aktivierung des korrespondierenden Wirtschaftsguts als Sonderposten für Zuwendungen zum Anlagevermögen erfasst und ratierlich entsprechend der Nutzungsdauer des betroffenen Wirtschaftsguts aufgelöst. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck 2005 G) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Gehalts- und Rentenanpassungen sind jeweils unverändert mit 3,5 % und 2,0 % eingerechnet. Der zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen beläuft sich zum 31.Dezember 2012 auf 5,04 %; es handelt sich um den von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren. Im Vorjahr wurde ein Rechnungszins von 5,14 % zugrunde gelegt. Die Pensionsverpflichtung wurde mit dem Anspruch aus der Rückdeckungsversicherung verrechnet, der saldierte Wert unter der Position "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" ausgewiesen. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Derivative Finanzgeschäfte in Form von Devisentermingeschäften werden als Bewertungseinheit mit einem Grundgeschäft zusammengefasst, soweit ein unmittelbarer Sicherungszusammenhang zwischen Finanzgeschäft und Grundgeschäft besteht. Das Ergebnis aus den zur Währungssicherung abgeschlossenen Devisenkontrakten wird bei schwebenden Geschäften erst bei Fälligkeit ausgewiesen, bei anderen Grundgeschäften sofort. Finanzgeschäfte, für die keine Bewertungseinheit gebildet wurde, werden imparitätisch bewertet, d.h. für negative Marktwerte werden Rückstellungen gebildet, positive Marktwerte werden nicht angesetzt. Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten mit einer Laufzeit unter einem Jahr sind mit dem Kurs am Bilanzstichtag passiviert. Fremdwährungsverbindlichkeiten mit einer Laufzeit über einem Jahr sind mit dem Kurs des Einbuchungstages bzw. dem höheren Kurs am Bilanzstichtag passiviert. Die Rechnungsabgrenzungsposten auf der Passivseite enthalten Einnahmen, welche Erträge für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen. Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden gebildet. Die Berechnung der latenten Steuern basiert auf einen kombinierten Ertragsteuersatz, der Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag berücksichtigt. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung wird als passive latente Steuer angesetzt, im Falle einer sich ergebenden Steuerentlastung wird vom Aktivierungswahlrecht Gebrauch gemacht werden. C. Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus nachfolgender Übersicht:
1. Immaterielle Vermögensgegenstände Die immateriellen Vermögensgegenstände haben sich im Berichtsjahr von 473 TEUR um 21 TEUR auf 452 TEUR verringert. Den Zugängen in Höhe von 203 TEUR (Vorjahr 202 TEUR) standen Abschreibungen in Höhe von 224 TEUR (Vorjahr 171 TEUR) gegenüber. 2. Sachanlagevermögen Das Sachanlagevermögen hat sich im Berichtsjahr von 5.795 TEUR um 1.912 TEUR auf 7.707 TEUR erhöht. Die Zugänge im Bereich Maschinen und Anlagen betragen 3.604 TEUR (Vorjahr 691 TEUR), bei der Betriebs- und Geschäftsausstattung 145 TEUR (Vorjahr 354 TEUR), im Bereich Fuhrpark 101 TEUR (Vorjahr 159 TEUR), bei den geringwertigen Wirtschaftsgütern 70 TEUR (Vorjahr 348 TEUR) und im Bereich Hardware 22 TEUR (Vorjahr 228 TEUR). Den Zugängen des Sachanlagevermögens in Höhe von 3.953 TEUR (Vorjahr 2.101 TEUR) stehen Abschreibungen in Höhe von 1.995 TEUR (Vorjahr 1.367 TEUR) und Abgänge zu Restbuchwerten in Höhe von 46 TEUR (Vorjahr 8.897 TEUR) gegenüber. 3. Finanzanlagen Der Zugang bei den Finanzanlagen resultiert aus der im Berichtsjahr ausgegebenen Ausleihung an die Mühlbauer ID Services GmbH in Höhe von 2.100 TEUR. Gegenläufig wirkt die Abwertung des Beteiligungswertes an der Rommel GmbH in Höhe von 171 TEUR. 4. Vorräte Die Vorräte setzen sich zum 31. Dezember 2012 und 2011 wie folgt zusammen:
5. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände setzen sich zum 31. Dezember 2012 und 2011 wie folgt zusammen:
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen gliedern sich zum 31. Dezember 2012 und 2011 wie folgt auf:
Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen Ertragsteuerforderungen in Höhe von 2.097 TEUR (Vorjahr 306 TEUR), Investitionszuschüsse und -zulagen in Höhe von 821 TEUR (Vorjahr 369 TEUR), Versicherungsentschädigungen von 123 TEUR (Vorjahr 268 TEUR) und den nach Ablauf des Körperschaftsteuermoratoriums bilanzierten Körperschaftsteuer-Auszahlungsanspruch in Höhe von 1.407 TEUR (Vorjahr 1.664 TEUR). In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind Forderungen in Höhe von 8.585 TEUR (Vorjahr 485 TEUR) und 1.125 TEUR (Vorjahr 1.383 TEUR) mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr enthalten. 6. Liquide Mittel Die liquiden Mittel beinhalten Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestände. 7. Aktive latente Steuern
Der kombinierte Ertragsteuersatz zur Berechnung der latenten Steuern setzt sich zusammen aus der Körperschaftsteuer mit 15% (Vorjahr 15%), dem Solidaritätszuschlag mit 0,83% (Vorjahr 0,83%) sowie einem durchschnittlichen Gewerbesteuersatz in Höhe von 11,33% (Vorjahr 11,34%). 8. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung
Die Summe der im Berichtszeitraum geleisteten Zahlungen in die Rückdeckungsversicherungen belaufen sich auf 527 TEUR (Vorjahr 542 TEUR). 9. Eigenkapital Das Eigenkapital gliedert sich zum 31. Dezember 2012 und 2011 wie folgt auf:
a) Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital der Mühlbauer Aktiengesellschaft beträgt zum 31. Dezember 2012 unverändert 5.200.000,00 EUR und ist eingeteilt in 5.200.000 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von 1,00 EUR. Das Grundkapital wurde von der Alleinaktionärin vollständig eingezahlt. Die bis zum 31. Dezember 2012 ausgegebenen Aktien sind für das Geschäftsjahr voll gewinnberechtigt. b) Kapitalrücklage Im Berichtsjahr wurden 14.036 TEUR aus der Kapitalrücklage entnommen und dem Bilanzgewinn zugeführt. c) Gewinnrücklagen Die Gewinnrücklagen gliedern sich zum 31. Dezember 2012 und 2011 wie folgt auf:
Im Berichtsjahr wurden 1.493 TEUR aus den anderen Gewinnrücklagen entnommen und dem Bilanzgewinn zugeführt. d) Bilanzgewinn Das Geschäftsjahr 2012 der Mühlbauer Aktiengesellschaft schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 1.825 TEUR ab. Die Entwicklung des Bilanzgewinns ergibt sich wie folgt:
10. Sonderposten für Zuwendungen zum Anlagevermögen Der Sonderposten für Zuwendungen zum Anlagevermögen über 712 TEUR (Vorjahr 456 TEUR) erfasst als Wertberichtigung zum Anlagevermögen Zuschüsse sowie steuerfreie Investitionszulagen der öffentlichen Hand für bestimmte Investitionsmaßnahmen. Der Sonderposten löst sich ratierlich entsprechend der Nutzungsdauer der betroffenen Vermögensgegenstände ertragswirksam auf. Die Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens über 201 TEUR (Vorjahr 117 TEUR) enthält der Posten "Sonstige betriebliche Erträge" der Gewinn- und Verlustrechnung. 11. Steuerrückstellungen Die Steuerrückstellungen betreffen Rückstellungen für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag. 12. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen vor allem weltweit bestehende Garantierisiken (5.067 TEUR; Vorjahr 4.051 TEUR), noch zu erbringende Lieferungen und Leistungen (2.262 TEUR; Vorjahr 1.283 TEUR), Verpflichtungen im Personal- und Sozialbereich (2.244 TEUR; Vorjahr 2300 TEUR), Verkaufsprovisionen (747 TEUR; Vorjahr 163 TEUR), zum Stichtag ausstehende Rechnungen (196 TEUR; Vorjahr 902 TEUR) und Haftungs- und Prozessrisiken (175 TEUR; Vorjahr 49 TEUR). 13. Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen gliedern sich zum 31. Dezember 2012 und 2011 wie folgt auf:
Die Sonstigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen die Verpflichtungen aus Lohn- und Gehaltszahlungen in Höhe von 1.714 TEUR (Vorjahr 1.658 TEUR), Lohn- und Kirchensteuerabgaben in Höhe von 522 TEUR (Vorjahr 501 TEUR), Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in Höhe von 235 TEUR (Vorjahr 363 TEUR) und Sozialversicherungsverbindlichkeiten in Höhe von 86 TEUR (Vorjahr 116 TEUR). 14. Derivative Finanzinstrumente Zur Absicherung von Risikopositionen aus Währungsschwankungen setzt die Gesellschaft auch derivative Finanzinstrumente wie Devisentermingeschäfte und Währungsswaps ein. Die Sicherungsgeschäfte decken Risiken aus gebuchten Grundgeschäften sowie darüber hinaus aus schwebenden Lieferungs- und Leistungsgeschäften ab. Devisentermingeschäfte werden zum Zeitpunkt der Auftragserteilung oder, soweit dies die Markterwartung zulässt, zu einem späteren Zeitpunkt abgeschlossen, um Währungsveränderungen bis zum Zeitpunkt der Bezahlung abzusichern. Zur Abdeckung von Währungsrisiken aus schwebenden Geschäften bestanden am Bilanzstichtag Devisentermingeschäfte mit einem Nominalvolumen von 821 TEUR (beizulegender Zeitwert +1 TEUR). Der Wert dieser Termingeschäfte verändert sich gegenläufig zum Grundgeschäft, entsprechend der Veränderung des Währungskurses, da sich Währung und Nominalbetrag entsprechen. Die Absicherungen weisen Laufzeiten bis Februar, April und Mai 2013 auf. Die Marktwerte leiten sich aus den Beträgen ab, zu denen die betreffenden derivativen Finanzgeschäfte am Bilanzstichtag gehandelt bzw. notiert werden, ohne Berücksichtigung gegenläufiger Wertentwicklungen aus den Grundgeschäften. Die Marktwerte von Devisentermingeschäften werden auf der Basis von Stichtagskursen bestimmt. Terminauf- bzw. -abschläge werden nicht berücksichtigt. Bei Sicherungsgeschäften ist die Gesellschaft einem Kreditrisiko ausgesetzt, das durch die Nichterfüllung der vertraglichen Vereinbarungen seitens der Vertragspartner entsteht. Dieses Kreditrisiko wird dadurch minimiert, dass Grundgeschäfte nur mit Vertragspartnern erstklassiger Bonität abgeschlossen werden. Die konzernweite Steuerung und Begrenzung der Währungsrisiken erfolgt durch den Bereich Finance. 15. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen a) Haftungsverhältnisse Die Gesellschaft hat als Projektpartner der Mühlbauer Holding AG & Co. KGaA, der MPS Stollberg GmbH, der MB Shared Services GmbH, der MBO GmbH und der MPS Roding GmbH, sollten diese mit Zuwendungen verbundene Verpflichtungen nicht erfüllen, die Mithaftung übernommen, für die dann drohende Rückzahlung gegenüber den Gesellschaften einzustehen. Der zum Stichtag 31. Dezember 2012 von den Gesellschaften maximal rückforderbare Betrag beläuft sich auf 3.535 TEUR (Vorjahr 2.938 TEUR). Aufgrund vergangenheitsbezogener Erfahrungen wird die Eintrittswahrscheinlichkeit der jeweiligen Haftungsverhältnisse als sehr gering eingeschätzt. Da zum Bilanzstichtag keine gegenläufigen Erkenntnisse vorliegen und eine positive Entwicklung der von den Gesellschaften im Zuge der Abspaltungen jeweils übernommenen Vermögensteile erwartet wird, erfolgt kein Ausweis als Passivposten. b) Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:
Von den sonstigen finanziellen Verpflichtungen entfallen 16.007 TEUR (Vorjahr 10.456 TEUR) auf verbundene Unternehmen. Die Gesellschaft hat Zuwendungen der öffentlichen Hand für die Errichtung und die Finanzierung von bestimmten Fertigungsstätten unter der Voraussetzung erhalten, dass bestimmte projektbezogene Kriterien innerhalb einer bestimmten Periode nach Erhalt der Zuwendungen erfüllt werden. Die Gesellschaft ist verpflichtet, diese Bedingungen zu erfüllen. Sollten jedoch diese Bedingungen nicht erfüllt werden, können zum Stichtag 31. Dezember 2012 höchstens 195 TEUR der Zuwendungen zurückgefordert werden (Vorjahr 190 TEUR). Zwischen Dezember 2010 und Januar 2011 wurde vor dem Landgericht Regensburg eine Klage gegen die Mühlbauer Aktiengesellschaft eingereicht. Mit der Klage werden Schadens- und Aufwandsersatz für vom Kläger behauptete Qualitätsmängel in der Ausführung von Aufträgen, welche die Behandlung von Oberflächen an bestimmten mechanischen Teilen zum Gegenstand haben, in bislang unspezifizierter Höhe geltend gemacht. Die Gesellschaft glaubt, dass der Anspruch auf Schadenersatz unbegründet ist und hat beantragt, die Klage abzuweisen. Bezüglich der im November 2011 wurde vor dem United States District Court for the Southern District of Florida in Miami eingereichten Klage gegen die Mühlbauer Aktiengesellschaft, die Mühlbauer ID Services GmbH und die Muehlbauer Inc. fanden außergerichtliche Vergleichsverhandlungen statt, die Ende Oktober 2012 erfolgreich zu Ende geführt worden sind. Alle Beteiligten haben zwischenzeitlich einem umfassenden schriftlichen Vergleich zugestimmt, nach dessen Inhalt sich sowohl das Verfahren vor dem United States District Court for the Southern District of Florida als auch vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth, wo die Gesellschaft im Februar 2012 in derselben Sache eine Gegenklage eingereicht hatte, erledigt hat. Der Gesellschaft wurde im September 2012 eine Vorladung zu einem Gerichtsverfahren vor dem Landgericht Jakarta Selatan, Indonesien, zugestellt. Hintergrund der Vorladung ist die eingereichte Klage eines ehemaligen indonesischen Geschäftspartners der Gesellschaft. Dieser konfrontiert die Gesellschaft mit angeblichen Mängelansprüchen und dem vermeintlichen Bruch von Verschwiegenheitspflichten. Der ehemalige Geschäftspartner macht mit seiner Klage Schäden von 21 Mio. EUR sowie 575 Mrd. IDR (Indonesische Rupiah) geltend und somit derzeit insgesamt 66,3 Mio. EUR. Aus Sicht der Gesellschaft sind die erhobenen Vorwürfe unbegründet. Die Gesellschaft hat daher in dem gerichtlichen Verfahren vor dem Landgericht Jakarta Selatan beantragt, die Klage abzuweisen. Weitere sonstige finanzielle Verpflichtungen, die für die Finanzlage von wesentlicher Bedeutung sind, sind nicht vorhanden. D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 16. Umsatzerlöse
17. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von 634 TEUR (Vorjahr 750 TEUR) enthalten. Von den sonstigen betrieblichen Erträgen sind 1.277 TEUR (Vorjahr 3.145 TEUR) anderen Perioden zuzuordnen. 18. Personalaufwand Die Aufwendungen für Altersversorgung beliefen sich für das Geschäftsjahr 2012 auf 134 TEUR (Vorjahr 355 TEUR). Gesamtbezüge der Organe: Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands in deren aktiven Zeit betragen insgesamt 338 TEUR. Die Vergütungen des Aufsichtsrats betragen 16 TEUR (Vorjahr 16 TEUR). Vorschüsse an Organmitglieder wurden nicht gewährt. Ebenso wurden keine Haftungsverhältnisse zu Gunsten dieses Personenkreises eingegangen. Gebildete Pensionsrückstellungen: Für die aktiven Vorstandsmitglieder und deren Hinterbliebenen sind Pensionsrückstellungen in Höhe von 2.578 TEUR (Vorjahr 2.381 TEUR) gebildet. Zusätzlich wurde für ausgeschiedene Vorstandsmitglieder und deren Hinterbliebenen eine Pensionsrückstellung in Höhe von 3.994 TEUR (Vorjahr 3.742 TEUR) gebildet. Für ein Aufsichtsratsmitglied wurde für seine Zeit als Vorstand eine Pensionsrückstellung gebildet. 19. Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenständen In den Abschreibungen sind keine außerplanmäßigen Abschreibungen enthalten. 20. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
Die nicht regelmäßigen und periodenfremden Aufwendungen bestehen im Wesentlichen aus Aufwendungen für Gewährleistung (1.059 TEUR, Vorjahr 1.457 TEUR), Aufwendungen aus Kursdifferenzen (1.035 TEUR, Vorjahr 782 TEUR) und Abschreibungen auf Forderungen (968 TEUR, Vorjahr 275 TEUR). In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von 732 TEUR (Vorjahr 762 TEUR) enthalten. 21. Erträge aus Beteiligungen Die Erträge aus Beteiligungen bestehen ausschließlich aus der Gewinnausschüttung der takeID GmbH. Im Vorjahr setzte sich dieser Posten aus den Gewinnausschüttungen der Mühlbauer ID Services GmbH in Höhe von 5.500 TEUR und der ASEM Präzisions-Automaten-GmbH in Höhe von 3.100 TEUR zusammen. Die Beteiligungserträge entfallen ausschließlich auf verbundene Unternehmen. 22. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Die Sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge setzen sich zusammen aus Kontokorrentzinsen und sonstigen Zinserträgen in Höhe von 5 TEUR (Vorjahr 72 TEUR). Im Posten "Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge" sind darüber hinaus Zinserträge aus der Abzinsung von Rückstellungen gemäß § 277 (5) HGB in Höhe von 25 TEUR (Vorjahr 78 TEUR) sowie aus der Verzinsung von Verrechnungs- und Darlehenskonten verbundener Unternehmen in Höhe von 376 TEUR (Vorjahr 231 TEUR) enthalten. 23. Abschreibungen auf Finanzanlagen Der Posten enthält ausschließlich die Abwertung der Beteiligung an der Rommel GmbH. 24. Zinsen und ähnliche Aufwendungen Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen setzen sich zusammen aus Aufwendungen aus der Aufzinsung von langfristigen Rückstellungen in Höhe von 33 TEUR (Vorjahr 7 TEUR), der Abzinsung von langfristigen Forderungen (6 TEUR, Vorjahr 17 TEUR) sowie mit 26 TEUR (Vorjahr 8 TEUR) aus Zinsen für Kontokorrentverbindlichkeiten. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen stellen einen Nettoaufwand nach Verrechnung mit den Erträgen aus der Aktivierung der Rückdeckungsversicherungen dar:
Von verbundenen Unternehmen wurden Zinsen in Höhe von 29 TEUR (Vorjahr 26 TEUR) verbucht. 25. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Der Posten enthält Ertragsteuern in Höhe von 135 TEUR (Vorjahr 3.528 TEUR) und latenten Steueraufwand in Höhe von 105 TEUR (Vorjahr 139 TEUR). Gegenläufig wirkte die Anpassung des Körperschaftsteuer-Auszahlungsanspruchs in Höhe von 24 TEUR (Vorjahr 87 TEUR). 26. Jahresüberschuss und Bilanzgewinn
Der Posten Gewinnausschüttung enthält Gewinnausschüttungen auf den Bilanzgewinn 2011. Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, vom Bilanzgewinn 2012 eine Dividende von insgesamt 30.000.000 EUR - entsprechend einer Dividende von rd. 5,77 EUR je dividendenberechtigter Stückaktie - auszuschütten und den verbleibenden Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen. 27. Ausschüttungssperre Zum 31. Dezember 2012 unterliegt nach § 268 Abs. 8 HGB ein Gesamtbetrag von 306 TEUR (Vorjahr 411 TEUR) der Ausschüttungssperre. Dieser Betrag resultiert ausschließlich aus dem unter der Anhangsangabe 7 erläuterten Überhang der aktiven latenten Steuern über die passiven latenten Steuern. E. Sonstige Angaben Beschäftigte (Jahresdurchschnitt) Der durchschnittliche Personalbestand stellt sich wie folgt dar:
Das Honorar der Abschlussprüfer wird im Konzernanhang der Mühlbauer Holding AG & Co. KGaA genannt. F. Organe der Gesellschaft Mitglieder des Vorstands: Herr Hubert Forster, Kaufmann Herr Thomas Betz, Dipl. Maschinenbauingenieur Aufsichtsrat: Als Aufsichtsrat der Gesellschaft waren folgende Herren bestellt: Aktive Mitglieder
G. Verbundene Unternehmen und Beteiligungsunternehmen Der Anteilsbesitz zum 31. Dezember 2012 umfasst:
Mutterunternehmen der Mühlbauer AG ist die Mühlbauer Holding AG & Co. KGaA mit dem Sitz in Roding. Die Mühlbauer Holding AG & Co. KGaA ist als Unternehmen im Sinne des § 290 HGB zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet. Die Mühlbauer Holding AG & Co. KGaA stellt einen befreienden Konzernabschluss nach IFRS auf. Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss werden im Bundesanzeiger elektronisch bekannt gemacht. Da die Mühlbauer Holding AG & Co. KGaA als Mutterunternehmen der Berichtsgesellschaft einen Konzernabschluss und einen Konzernlagebericht aufstellt und offen legt, braucht die Mühlbauer AG als Mutterunternehmen der mit ihr verbundenen Tochterunternehmen gemäß § 291 Abs. 1 HGB keinen Konzernabschluss und Konzernlagebericht aufzustellen.
Roding, 08.03.2013 Mühlbauer Aktiengesellschaft Der Vorstand Hubert Forster Thomas Betz Lagebericht für das Geschäftsjahr 2012ZUSAMMENFASSUNG DES GESCHÄFTSJAHRES Die Mühlbauer Aktiengesellschaft blickt auf ein intensives und anspruchsvolles Jahr zurück, welches von selbstkritischer Hinterfragung der konzerninternen Prozesse und der systematischen Ausrichtung der Abläufe und Verfahren auf die Zukunft geprägt war. Ziel dieser begonnenen zahlreichen Maßnahmen ist es, eingefahrene Bahnen aufzubrechen, neue Wege zu beschreiten und die Effizienz zu steigern, um den Konzern, der auf allen Kontinenten der Erde tätig ist, über mehr als 30 verschiedene Standorte und Joint Ventures weltweit verfügt, Mitarbeiter aus fast allen Nationen der Erde beschäftigt und in vielen seiner zahlreichen Märkte Weltmarktführer ist, für eine erfolgreiche Zukunft fit zu machen. Auch wenn das im Berichtsjahr erwirtschaftete Ergebnis nicht den Erwartungen entsprochen haben mag, konnte trotz der begonnenen zahlreichen Maßnahmen der Umsatz weiter gesteigert und der Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft gelegt werden. Die wesentlichen Entwicklungen im Geschäftsjahr 2012 waren: Der durch im Projektgeschäft naturgemäß auftretende Volatilitäten bedingte Auftragsrückgang im Kerngeschäfts Cards & TECURITY® konnte v.a. durch das in der ersten Hälfte des Berichtsjahres sehr starke Halbleitergeschäft vollständig kompensiert werden, so dass der Auftragseingang im vergangenen Jahr mit 184,4 Mio. EUR um 0,8 Mio. EUR bzw. 0,4% über dem Wert aus 2011 lag (183,6 Mio. EUR). Zulegen konnte auch der Auftragsbestand: Während 2011 noch ein Bestand von 173,5 Mio. EUR notiert wurde, nahm dieser im Jahresvergleich um 11,9 Mio. EUR bzw. 6,9% auf 185,4 Mio. EUR in 2012 zu. Die kontinuierliche Abarbeitung des Auftragsbestandes führte im Berichtsjahr dazu, dass der Umsatz(1) bei im Vergleich zum Vorjahr annähernd gleichem Auftragseingang um 29,7 Mio. EUR bzw. 20,8% auf 172,5 Mio. EUR anstieg (Vorjahr: 142,8 Mio. EUR). Trotz der im Geschäftsjahr erzielten Umsatzsteigerung um 30.0 Mio. EUR bzw. 21,1% reduzierte sich die Gesamtleistung um 6,3 Mio. EUR, was im Wesentlichen sowohl auf den Abbau von Vorratsbeständen als auch einer relativ höheren Wertberichtigung zurückzuführen ist. Die positive Ergebnisentwicklung der Vorjahre setzte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht weiter fort. Das operative Ergebnis der Mühlbauer AG belief sich auf 0,5 Mio. EUR (Vorjahr 12,0 Mio. EUR). Der Ergebnisrückgang ist maßgeblich von den vorgenommenen Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen aufgrund der Wettbewerbsverschärfung durch preisaggressive Anbieter, vor allem aus Asien, geprägt. Das Ergebnis vor Steuern reduzierte sich vor diesem Hintergrund um 18,8 Mio. EUR auf 2,1 Mio. EUR (-90,0%). Gemessen an der Gesamtleistung entspricht dies einer Rentabilität von 1,4% gegenüber 13,2% im Vorjahr. Der Mittelzufluss aus der laufenden betrieblichen Geschäftstätigkeit lag im Geschäftsjahr 2012 mit 25,2 Mio. EUR um 11,5 Mio. EUR bzw. 83,9 % über dem Vorjahreswert von 13,7 Mio. EUR. Dem im Vorjahresvergleich um 15,4 Mio. EUR gesunkenen Jahresüberschuss von 1,8 Mio. EUR steht per Saldo ein Zufluss aus dem Abbau des Working Capital von 23,3 Mio. EUR im Gegensatz zu einer Kapitalbindung von 3,5 Mio. EUR im Vorjahr gegenüber. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit, der im Vergleich zum Vorjahr 3,9 Mio. EUR höhere Nettoinvestitionen in das Sachanlagevermögen enthält, verminderte sich im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 1,6 Mio. EUR auf -11,1, resultierend aus 5,5 Mio. EUR niedrigeren Mittelzuflüsse aus Finanzanlagen. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit von -11,3 Mio. EUR beinhaltete im Berichtsjahr 12,2 Mio. EUR (Vorjahr 12,9 Mio. EUR) Gewinnausschüttungen sowie Mittelzuflüsse von verbundenen Unternehmen in Höhe von 0,9 Mio. EUR (Vorjahr 0,3 Mio. EUR). Zum Ende des Berichtszeitraums verfügt die Gesellschaft über einen Bestand an liquiden Mitteln in Höhe von 5,8 Mio. EUR und damit um 2,8 Mio. EUR mehr als zum Ende des Vorjahres (3,0 Mio. EUR). Die Gesellschaft hat im Berichtsjahr weitere Investitionen getätigt, um sich optimal für die Zukunft aufzustellen und das langfristige Unternehmenswachstum sicherzustellen. Das Brutto-Investitionsvolumen in Sachanlagen und immaterielle Wirtschaftsgüter lag im Berichtsjahr bei 4,2 Mio. EUR, was einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von 1,9 Mio. EUR bzw. 82,6% entspricht (Vorjahr 2,3 Mio. EUR). Der Zugang im Finanzanlagevermögen ist auf eine im Berichtsjahr begebene Ausleihung an die Mühlbauer ID Services GmbH in Höhe von 2,1 Mio. EUR zurückzuführen. Als technologie- und innovationsgetriebenes Unternehmen investierte die Gesellschaft im Berichtsjahr 18,8 Mio. EUR Euro (Vorjahr 20,2 Mio. EUR) in Forschung und Entwicklung. (1) Die Umsatzzahlen verstehen sich als Bruttowert vor Abzug von Erlösschmälerungen i. H. v. 0,3 Mio. EUR (Vorjahr 0,3 Mio. EUR). Der Schwerpunkt der Tätigkeiten lag v.a. in der Erhaltung bzw. der Steigerung seiner Wettbewerbsfähigkeit in den für Mühlbauer relevanten Märkten. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung vorschlagen, für das abgelaufene Geschäftsjahr aus dem Bilanzgewinn eine Dividende in Höhe von 30,0 Mio. EUR auszuschütten. Insgesamt schätzt Mühlbauer die Marktentwicklung für das kommende Geschäftsjahr positiv ein. Die Nachfrage nach Technologie- und Softwarelösungen wird - genauso wie das Thema "eGovernment" - weiter wachsen. Weiterhin positiv sind auch die Erwartungen für den halbleiternahen Geschäftsbereich Semiconductor Related Products. Risiken liegen besonders in den traditionell vorherrschenden Unwägbarkeiten und der Projektlastigkeit im Regierungsgeschäft sowie der Eintrübung von Branchen- und/oder Konjunkturaussichten. Auf der Basis der prognostizierten Marktentwicklung geht die Gesellschaft für die kommenden beiden Jahre von einem weiter steigenden Umsatz aus. Die bereits im Vorjahr in Angriff genommenen Maßnahmen, eingefahrene Bahnen aufzubrechen, neue Wege zu beschreiten und die Effizienz zu steigern, um dadurch das Unternehmen für eine erfolgreiche Zukunft fit zu machen, werden konsequent weiter weiterverfolgt. Für das laufende Jahr erwarten wir ein besseres Ergebnis als im Vorjahr und im Folgejahr weiteres Wachstum. Die Investitionsausgaben für das kommende Jahr werden bei ca. 3 Mio. EUR liegen. GESCHÄFT UND RAHMENBEDINGUNGEN Das Unternehmen. Die Mühlbauer Aktiengesellschaft entstand im Mai 1998 aus einem ursprünglich einzelkaufmännischen Unternehmen, das 1981 von Josef Mühlbauer gegründet wurde. Die Unternehmensgruppe Mühlbauer blickt damit auf eine Historie von über 30 Jahren zurück, die von Pionierleistungen im Maschinen- und Anlagenbau geprägt ist. Ende 2012 steht das global agierende Unternehmen für über knapp 850 Mitarbeiter und für ein weltweites Vertriebs- und Servicenetzwerk. Die Beschäftigung von über 200 Mitarbeitern in der Forschung und Entwicklung sowie das mit 140 Lehrlingen im bundesweiten Vergleich deutlich höhere Ausbildungsniveau unterstreichen dabei sowohl die Innovationskraft als auch die Zukunftsorientierung des Unternehmens. Strategie. Die Strategie der Mühlbauer Aktiengesellschaft folgt dem Ziel, nachhaltig rentabel zu wirtschaften und den Wert des Unternehmens langfristig zu steigern. Um dies zu erreichen, baut das Unternehmen seine weltweit führende Marktposition stetig aus und setzt sich gegenüber dem weltweiten Wettbewerb weiter ab. Hierzu verfolgt Mühlbauer eine Strategie des wertorientierten Wachstums. Sie basiert auf Technologie- und Marktkompetenz und ist getrieben von fortlaufenden Innovationen in der Produktwelt. Dabei konzentriert sich die Gesellschaft auf nachhaltige und mit hohem Potential ausgestattete Marktsegmente. Um sich einen nachhaltigen Zugang zu seinen globalen Absatzmärkten zu sichern, baut das Unternehmen seine Präsenz weltweit aus, ohne hierbei die angestammten Märkte zu vernachlässigen. Als weltweit führender Lösungsanbieter bietet Mühlbauer mit einer Vielzahl unterschiedlicher standard- und kundenspezifischer Produkte ein umfassendes Angebot aus einer Hand. Intelligente Software-Lösungen unterstützen dabei den Produktionsprozess und sorgen für höchste Qualität und Fertigungseffizienz. Damit stellt das Unternehmen sicher, dass es seine Geschäftspositionen in den globalisierten Märkten stetig ausbauen kann. Das Vertrauen und die Zufriedenheit seiner Kunden sind die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung. Die Mühlbauer Aktiengesellschaft richtet ihr Hauptaugenmerk deshalb gleichermaßen darauf, sowohl Regierungen und Behörden bei ihren Bestrebungen nach mehr Sicherheit und Flexibilität ihrer Bürger und der Rationalisierung ihrer Verwaltungssysteme zu unterstützen als auch die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Industriekunden mit Hilfe innovativer Produkte und Dienstleistungen stetig zu steigern. Basis dieser Geschäftspolitik ist ihre Technologiekompetenz und ihr Markt-Know-how, die zu den wertvollsten Vermögenswerten zählen. Mit Innovationen als Ergebnis seiner steten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sichert sich das Unternehmen seinen Fortbestand, da es damit neue Anwendungen erschließt, seinen Kunden verbesserte Lösungen bietet und Geschäftskontakte erweitert. Um weltweit nah bei seinen Kunden sein zu können, verfügt Mühlbauer über den Konzernverbund über ein weltweites Netzwerk aus Technologie-, Vertriebs- und Servicestandorten, über die Hochtechnologie entwickelt und produziert wird sowie Vertriebsingenieure und technische Experten, um seine Kunden schnell und zuverlässig rund um die Uhr zu betreuen. Dieses globale Netzwerk wird stetig ausgebaut. Produktportfolio und Absatzmärkte. In seinem Kerngeschäft Cards & TECURITY® bietet Mühlbauer seinen Kunden als weltweit einziges Unternehmen die komplette Technologieplattform zur Herstellung innovativer Kartenapplikationen und Sicherheitsdokumenten aus einer Hand - angefangen von industriebasierten Kartenanwendungen für sensible Bereiche wie Banking oder mobile Telefonie, über sicherheitsorientierte Ausweissysteme wie ID-Karten, Gesundheitskarten, Führerscheine oder elektronische Reisepässe im öffentlichen Sektor, bis hin zu vollautomatischen und biometrischen Zugangs- und Grenzübertrittskontrollen. Neben den Hardwaresystemen stehen zusätzlich umfangreiche softwarebasierte Lösungen für die Erfassung und Verifikation von Daten sowie zur gesamten Produktionssteuerung zur Verfügung. Kunden aus der Kartenindustrie und regierungsnahe Organisationen und Behörden profitieren hierbei gleichermaßen von mehr als 30 Jahren Technologie- und Markt-Know-how sowie einer nachgewiesenen Erfahrung aus mehr als 300 ID-Projekten weltweit. Für die kontaktlose Identifikation von Waren und Güterströmen stellt Mühlbauer in seinem halbleiternahen Geschäftsbereich Semiconductor Related Product" die komplette Smart Label-Factory zur Herstellung und Personalisierung von RFID-Inlays sowie für die anschließende Weiterverarbeitung (Converting) zum Smart Label für die Sicherheits-, Versorgungs- und Textilindustrie sowie für den Einzelhandel bereit. Basis innerhalb dieser eigenen Technologie-Plattform ist Mühlbauers Spezialisierung auf anspruchsvolle Automatisierungsprozesse sowie die Verarbeitung besonders kleiner, extrem dünner Bauteile und Halbleiter. Vor diesem Hintergrund entwickelt und fertigt das Unternehmen innovative Systeme für spezifische Nischenapplikationen im Halbleiter-Backend-Bereich. Das Produkt-Portfolio umfasst Carrier Tape-Systeme zum Stanzen, Schneiden und Aufwickeln von Carrier Tapes, Die-Sorting-Systeme für die Sortierung von Halbleitern in verschiedene Verpackungsformen sowie Systeme für das Flip-Chip-Bonding, um Chips mit dem Trägermaterial zu verbinden. Zudem nutzt Mühlbauer seine Kompetenz seit Kurzem für moderne Produktionskonzepte in der flexiblen Dünnfilm-Solartechnologie. Wesentliche rechtliche und wirtschaftliche Einflussfaktoren. Die Mühlbauer Aktiengesellschaft bedientmit einem breit gefächerten Produktspektrum Kunden in voneinander weitgehend unabhängigen Industrien und Absatzmärkten.Folglich unterliegt das Geschäftsmodell des Unternehmens auch unterschiedlichsten Einflussfaktoren, die sich auf die Geschäftsentwicklung des Unternehmens auswirken. Während im Industriegeschäft insbesondere konjunkturelle Entwicklungen von wesentlicher Bedeutung sind, zählen politische Rahmenbedingungen wie aktuelle politische Entscheidungen oder eine Änderung von internationalen Regelungen beispielsweise zu Einreisebestimmungen oder den Sicherheitsmerkmalen von ID-Dokumenten zu den wichtigsten Einflussfaktoren für das Regierungsgeschäft. WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN Weltwirtschaft und Euroraum. Große Verunsicherung prägte die globale Konjunktur im vergangenen Jahr und sorgte für einen deutlichen Wachstumsrückgang in der Weltwirtschaft. Die Staatsschuldenkrise, die Bankenkrise und die makroökonomische Krise im Euro-Raum beeinträchtigten über den Handelskanal auch die Konjunktur in der übrigen Welt. Die lange Zeit drohende Fiskalklippe in den USA trug ebenfalls dazu bei, dass die globale Wirtschaft im vergangenen Jahr doch deutlich unter den Prognosen lag. So verzeichnete die Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone 2012 einen Rückgang von 0,4 Prozent. Durch zahlreiche Rettungsversuche wie beispielsweise einen Schuldenschnitt oder Anleihenkäufe wurde versucht, die wirtschaftliche Lage in Europa und damit in der Konsequenz auch der ganzen Welt zu stabilisieren. Doch wirklich gelöst wurden die Probleme dadurch bislang nicht. Während die westliche Wirtschaft nur langsam wieder auf die Beine kommt, gewinnt die chinesische Konjunktur wieder an Tempo. Zwar wuchs die Wirtschaft im Land des Drachen im vergangenen Jahr nur um 7,8 Prozent, jedoch erhöhte sich das Wachstum im vierten Quartal 2012 nach monatelanger Talfahrt überraschen auf 7,9 Prozent. Auch bei der Industrieproduktion und dem Einzelhandel ging es im Dezember leicht bergauf. Ein schwieriges Jahr liegt auch hinter der US-Wirtschaft. Wirbelsturm "Sandy" sorgte an der bevölkerungsreichen Ost-Küste für Milliardenschäden und Produktionsausfälle. Der monatelang schwelende Haushaltsstreit und die dadurch lange Zeit drohende Fiskalklippe, welche enorme Steuererhöhungen zur Folge gehabt hätte, ließen viele Firmen ihre Investitionen erst einmal zurückstellten. Auch die europäische Finanzkrise belastete die größte Volkswirtschaft der Erde. So wuchs die Wirtschaft in den USA im vergangenen Jahr lediglich um 2,2 Prozent und schrumpfte im letzten Quartal des Jahres sogar um auf das Jahr hochgerechnete 0,1 Prozent. Zwar hatten Experten mit einer Abkühlung des Wachstums zum Jahresende hin gerechnet; dass das Jahr jedoch mit dem ersten Minus seit dem Höhepunkt der Finanzkrise im Frühjahr 2009 endete, überraschte dann doch. Auch in Deutschland kühlte das Wirtschaftswachstum merklich ab. Expandierte die Konjunktur 2011 noch um 3,0 Prozent, so verzeichnete sie im vergangenen Jahr lediglich ein Wachstum von 0,7 Prozent. Angesichts der Krise in den meisten Euro-Staaten habe sich die deutsche Wirtschaft damit jedoch als sehr widerstandsfähig erwiesen, so das Statistische Bundesamt. Die größten Stützen waren der private Konsum sowie vor allem der Export. Der Staat konnte - erstmals seit Beginn der Krise - wieder ein leichtes Plus beim Haushalt erwirtschaften. Branchenentwicklung Cards & TECURITY®. Der regierungsnahe TECURITY®-Markt zeigte sich trotz der globalen konjunkturellen Probleme relativ stabil. Immer mehr Regierungen und Behörden weltweit zeigen Interesse an biometrisch gestützten ID-Dokumenten sowie vollautomatischen Grenzsystemen - sei es nun zur erstmaligen Einführung wie beispielsweise in Schwellen- und Entwicklungsländern oder die Weiterentwicklung der bereits nächsten Generationen. Hauptgrund für diese seit längerem andauernde Entwicklung ist vor allem der Aspekt der Sicherheit, welcher in Zeiten der Globalisierung und beinahe uneingeschränkter Mobilität einen immer höher werdenden Stellenwert einnimmt. Der zweite wichtige Faktor für die Einführung moderner ID-Dokumente und automatisierter Border Crossing Systeme ist die Erhöhung der Effizienz an den Grenzen und somit der Mobilität der Menschen: Ein Grenzübergang via ePassport und vollautomatisierten E-Gate kann in nur wenigen Sekunden vollzogen werden - bei einem Höchstmaß an Sicherheit. Dies führt zum dritten wichtigen Treiber: der Komfort für die Bürger. Durch eID-Dokumente, E-Gates und eGovernment gelingt eine deutliche Endbürokratisierung und Rationalisierung der Verwaltungsprozesse von Regierungen und Behörden. Dies führt zu einer Beschleunigung ebendieser und somit letztendlich auch zu mehr Komfort bei erhöhter Sicherheit für die Bürger. Im industriellen Sektor des Geschäftsfelds Cards & TECURITY® zeichnete sich steigendes Interesse an der Verbreitung des kontaktlosen Bezahlens via NFC-Technologie ab. Beim Zahlen per NFC muss die mit NFC-Technik ausgestattete Geldkarte oder das Handy nur noch in die Nähe eines Lesegeräts gehalten werden und schon ist der Einkauf bezahlt. Während immer mehr Telefonanbieter das Bezahlen per Handy ermöglichen, ist auch bei Karten die NFC-Technologie auf dem Vormarsch. So gaben Banken und Sparkassen in Niedersachen im vergangenen April 1,2 Millionen Bankkarten mit Funkchips heraus, Mastercard führte ebenfalls Kreditkarten ein, mit denen kleinere Beträge kontaktlos und ohne Pin beglichen werden können. Zudem statten immer mehr Geschäfte ihre Kassen mit NFC-Lesegeräten aus. Die Parfümeriekette Douglas und die Tankstellenkette Aral rüsteten bundesweit ihre Kassen um, andere dürften folgen. Unverändert ist die fortschreitende Transformation herkömmlicher Magnetstreifenkarten hin zu Dual-Interface-Karten, bei denen sowohl auf eine kontaktbehaftete als auch eine kontaktlose Schnittstelle zugegriffen werden kann, ein weiterer wichtiger Treiber des Geschäfts. Im Bereich Telekommunikation bestimmte nach wie vor die konstant hohe Nachfrage nach SIM/UMTS-Karten, insbesondere aus den Entwicklungs- und Schwellenländern, den Markt. Semiconductor Related Products. Obwohl die lange Zeit drohende Fiskalklippe in den USA, die anhaltende Schuldenkrise in Europa sowie ein langsameres Wachstum in den Schwellenländern die globale Halbleiterbranche 2012 spürbar belasteten, erreichte die Branche laut dem Branchenverband Semiconductor Industry Association (SIA) mit einem Umsatz von 291,6 Milliarden Dollar den dritthöchsten Wert in der Geschichte der Industrie und liegt damit den oben genannten wirtschaftlichen Schwierigkeiten zum Trotz nur 2,7 Prozent unter dem Rekordwert aus 2011. Der deutsche Halbleitermarkt fiel laut dem Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie (ZVEI) 2012 um vier Prozent auf zehn Milliarden Euro zurück. Während sich im ersten Halbjahr in der Halbleiterindustrie ein regelrechter Boom abzeichnete, so kühlte das Geschäft in der zweiten Hälfte des Jahres deutlich ab. Der wichtigste Treiber im Markt blieb im vergangenen Jahr die hohe Nachfrage nach Smartphones und Tablet-PCs. Dass der RFID-Markt trotz seiner schon jetzt zahlreichen Anwendungsvorteile immer noch ein Zukunftsmarkt ist, zeigen die aktuellen Zahlen, die das Marktforschungsinstitut IDTechEx veröffentlichte. So wuchs der globale Markt für die kontaktlose Identifikation von 6,51 Mrd. US-Dollar in 2011 auf geschätzte 7,67 Mrd. US-Dollar im vergangenen Jahr. Insbesondere die Textilbranche verzeichnete ein rasantes Wachstum: Alleine für die Warenauszeichnung wurden rund eine bis eineinhalb Milliarden RFID-Labels eingesetzt. Im Ticketbereich kamen im vergangenen Jahr zwischen 500 Millionen und einer Milliarde RFID-Tags zur Anwendung, in der Kennzeichnung und Identifikation von Tieren waren es knapp 300 Millionen Tags. Insgesamt wurden 2012 weltweit rund dreieinhalb bis vier Milliarden RFID-Tags verkauft, ca. eine Milliarde mehr als in 2011. Auf ein schwieriges Jahr blickt die globale Solarbranche zurück. Die Krise - eingeleitet insbesondere durch die Dumpingpreise staatlich subventionierter chinesischer Hersteller - setzte sich auch 2012 fort. Weitere Insolvenzen sowie fortschreitende Konsolidierungsprozesse waren die Folge. So sank die Anzahl der Unternehmen aus der vorgelagerten Wertschöpfungskette laut dem Marktforschungsinstitut IHS iSuppli im vergangenen Jahr auf unter 150 Unternehmen - 2010 gab es in diesem Bereich noch mehr als 750. Auch die Einnahmen der weltweiten Photovoltaik-Industrie sanken von 71 Milliarden Euro in 2011 auf rund 58,5 Milliarden in 2012. Die Stromversorgung durch Solartechnik in Deutschland hingegen nahm im vergangenen Jahr deutlich zu: Die rund 1,3 Millionen Solarstromanlagen in Deutschland deckten laut dem Bundesverband Solarwirtschaft (BWS-Solar) im vergangenen Jahr rechnerisch den Jahresstromverbrauch von acht Millionen Haushalten - ein Plus von ca. 45% gegenüber dem Vorjahr. Große Erwartungen werden weiterhin in den Markt für flexible Dünnfilm-Solarmodule gesteckt. Durch ihre flexible und leichte Struktur bieten diese nicht nur in der Anwendung zahlreiche Vorteile: Da bei den flexiblen Modulen kein Glas mehr verwendet wird, lassen sie sich mit einem deutlich geringeren Energieaufwand produzieren, was zu einer Reduzierung der Produktionskosten führt. Mittel- bis langfristig dürfte sich diese Art der Solarstromgewinnung damit durchsetzen. GESCHÄFTSENTWICKLUNG Auftragseingänge /-bestand. Der durch im Projektgeschäft naturgemäß auftretende Volatilitäten bedingte Auftragsrückgang im Kerngeschäfts Cards & TECURITY® konnte v.a. durch das in der ersten Hälfte des Berichtsjahres sehr starke Halbleitergeschäft vollständig kompensiert werden, so dass der Auftragseingang im vergangenen Jahr mit 184,4 Mio. EUR um 0,8 Mio. EUR bzw. 0,4% über dem Wert aus 2011 lag (183,6 Mio. EUR). Zulegen konnte auch der Auftragsbestand: Während 2011 noch ein Bestand von 173,5 Mio. EUR notiert wurde, nahm dieser im Jahresvergleich um 11,9 Mio. EUR bzw. 6,9% auf 185,4 Mio. EUR in 2012 zu.
Cards & TECURITY®. In seinem Kerngeschäftsbereich Cards & TECURITY® ist die Mühlbauer AG sehr stark im Projektgeschäft tätig. Dieses Projektgeschäft ist geprägt von naturgemäß auftretenden Schwankungen, die sich in erster Linie im Auftragseingang niederschlagen. Vor diesem Hintergrund verzeichnete die Mühlbauer AG bei den im Berichtsjahr akquirierten Aufträge einen Rückgang um 13,7 Mio. EUR bzw. 9,9% auf 124,8 Mio. EUR (Vorjahr 138,5 Mio. EUR). Ungeachtet des geringeren Ordervolumens gelang es Mühlbauer auch im Berichtsjahr, weitere Regierungsorganisationen von der Vorteilhaftigkeit in der Zusammenarbeit mit ihm als vollverantwortlichem und verlässlichem Systempartner für innovative ID-Applikationen zu überzeugen. Dem projektbedingt geringeren Regierungsgeschäft standen im Berichtsjahr verstärkt Impulse aus dem industriellen Sektor des Geschäftsfelds gegenüber, insbesondere aus dem Bereich der industriellen Card-Applikationen. Hier bestimmte vor allem der Bedarf nach GSM-Karten sowie EMV-basierten Bankkarten die Nachfrage. Gegenläufig entwickelte sich der Auftragsbestand, der sich zum Ende des Berichtsjahres im Vergleich zu 2011 von 160,4 Mio. EUR um 5,8 Mio. EUR bzw. 3,6% auf 166,2 Mio. EUR erhöhte. Semiconductor Related Products. Eine deutliche Zunahme im Auftragseingang verzeichnete das Geschäftsfeld Semiconductor Related Products. Von 45,1 Mio. EUR in 2011 konnten die Ordereingänge im Berichtsjahr um 14,5 Mio. EUR bzw. 32,2% auf 59,6 Mio. EUR gesteigert werden. Maßgeblich für diesen Anstieg war in erster Linie das Backend-Geschäft, welches aufgrund der konstant hohen Nachfrage nach Smartphones und Tablet-PCS vor allem in der ersten Jahreshälfte einen regelrechten Auftragsboom erlebte und seine Auftragseingänge dadurch im Vergleich zum Vorjahr annähernd verdoppeln konnte. Entsprechend dazu erfuhr auch der Auftragsbestand eine deutliche Steigerung und notierte zum Jahresende mit 19,2 Mio. EUR um 6,1 Mio. EUR bzw. 46,6% über dem Wert aus 2011 (13,1 Mio. EUR). Umsatz[1]. Die kontinuierliche Abarbeitung des Auftragsbestandes führte im Berichtsjahr dazu, dass der Umsatz bei im Vergleich zum Vorjahr annähernd gleichem Auftragseingang um 29,7 Mio. EUR bzw. 20,8% auf 172,5 Mio. EUR anstieg (Vorjahr: 142,8 Mio. EUR). [1] Die Umsatzzahlen verstehen sich als Bruttowert vor Abzug von Erlösschmälerungen i. H. v. 0,3 Mio. EUR (Vorjahr 0,3 Mio. EUR).
Cards & TECURITY®. Im Kerngeschäft Cards & TECURITY® konnten die im Berichtsjahr erzielten Umsatzerlöse von 99,4 Mio. EUR aus 2011 um 19,6 Mio. EUR bzw. 19,7% auf 119,0 Mio. EUR gesteigert werden. Grund für diese Zunahme war neben der kontinuierlichen Abarbeitung der Ordereingänge auch das Industriegeschäft, welches im vergangenen Jahr von einer hohen Nachfrage nach GSM-Karten sowie EMV-basierten Bankkarten geprägt war. Semiconductor Related Products. Auch im halbleiternahen Geschäftsbereich Semiconductor Related Products konnte der Umsatz gesteigert werden und lag mit 53,5 Mio. EUR um 10,1 Mio. EUR bzw. 23,3% über dem Wert aus 2011 (43,4 Mio. EUR). Diese gestiegenen Umsatzerlöse resultieren in erster Linie aus dem Semiconductor-Backend-Geschäft, welches seinen Umsatz im Jahresvergleich annähernd verdoppeln konnte. Mit anteiligen Umsatzerlösen von 66,1 Mio. EUR (Vorjahr 43,0 Mio. EUR) bleibt Asien der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt für die Mühlbauer AG. Der zweithöchste Umsatz wurde im Berichtsjahr mit 33,4 Mio. EUR in Deutschland (Vorjahr 40,7 Mio. EUR) erzielt, gefolgt von Amerika mit 30,5 Mio. EUR (Vorjahr 19,2 Mio. EUR) sowie dem Rest Europas mit 26,7 Mio. EUR (Vorjahr 31,1 Mio. EUR). Auf den afrikanischen Kontinent entfielen 15,4 Mio. EUR (Vorjahr 8,0 Mio. EUR) und auf sonstige Regionen 0,4 Mio. EUR (Vorjahr 0,8 Mio. EUR).
ERTRAGSLAGE Ergebnisentwicklung. In einem ebenso intensiven wie anspruchsvollen Geschäftsjahr erzielte das Technologieunternehmen Mühlbauer AG ein Rohergebnis von 62,7 Mio. EUR nach 73,1 Mio. EUR im Vorjahr. Trotz der im Geschäftsjahr erzielten Umsatzsteigerung um 30,0 Mio. EUR bzw. 21,1% reduzierte sich die Gesamtleistung um 6,3 Mio. EUR, was im Wesentlichen sowohl auf den Abbau von Vorratsbeständen als auch einer relativ höheren Wertberichtigung zurückzuführen ist Die Rohergebnismarge lag mit 41,2% unter dem Niveau des Vorjahres (46,1%). Das operative Ergebnis der Mühlbauer AG belief sich auf 0,5 Mio. EUR (Vorjahr 12,0 Mio. EUR). Das Ergebnis vor Steuern reduzierte sich um 18,8 Mio. EUR auf 2,1 Mio. EUR (-90,0%). Gemessen an der Gesamtleistung entspricht dies einer Rentabilität von 1,4% gegenüber 13,2% im Vorjahr. Der Jahresüberschuss der Mühlbauer AG lag mit 1,8 Mio. EUR um 15,4 Mio. EUR unter dem Vorjahr (-89,5%). Die Steuerquote reduzierte sich von 17,7% im Vorjahr auf 14,3%.
Analyse der Ergebnisentwicklung. Die positive Ergebnisentwicklung der Vorjahre setzte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht weiter fort. Der Ergebnisrückgang ist maßgeblich von den vorgenommenen Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen aufgrund der Wettbewerbsverschärfung durch preisaggressive Anbieter, vor allem aus Asien, geprägt. Unter Berücksichtigung der im Jahresvergleich um 3,0 Mio. EUR niedrigeren sonstigen betrieblichen Erträge und einer - auch abschreibungsbedingt - von 59,6% im Vorjahr auf 62,7 % weiter angestiegenen Materialaufwandsquote, beläuft sich das Rohergebnis auf 62,7 Mio. EUR und liegt damit um 10,4 Mio. EUR niedriger als im vergleichbaren Vorjahr (73,1 Mio. EUR). Der Personalaufwand konnte mit 31,3 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr (31,8 Mio. EUR) annähernd gleich gehalten werden, da die Umsatzerlössteigerungen vom Abbau der Halbfertig- und Fertigerzeugnisse getragen wurden. Die Erhöhung der Abschreibungen, die mit 2,2 Mio. EUR um 0,7 Mio. EUR über dem Wert des Vorjahres von 1,5 Mio. EUR lagen, resultiert im Wesentlichen aus den umfangreichen Investitionen in das Anlagevermögen der Vorjahre. Die nahezu konstanten sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 28,7 Mio. EUR spiegeln die gegenüber dem Vorjahr auf gleichem Niveau gehaltene Produktion wider. Das Finanzergebnis des Berichtsjahres mit 1,6 Mio. EUR ist wie im Vorjahr (8,9 Mio. EUR) durch Ausschüttungen von Tochterunternehmen geprägt. Das Zinsergebnis, im Wesentlichen bestehend aus gruppeninternen Zinserträgen und Zinsaufwendungen, ist annähernd ausgeglichen. Die Verminderung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag von 3,7 Mio. EUR im Vorjahr um 3,4 Mio. EUR auf 0,3 Mio. EUR ist durch den Rückgang des erwirtschafteten Ergebnisses im Berichtsjahr zu erklären. Der Jahresüberschuss von 1,8 Mio. EUR liegt im Berichtsjahr um 15,4 Mio. EUR unter dem Vorjahr (17,2 Mio. EUR) und spiegelt damit deutlich das ebenso intensive wie anspruchsvolle Geschäftsjahr wider. Dividende. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung vorschlagen, für das abgelaufene Geschäftsjahr aus dem Bilanzgewinn eine Dividende in Höhe von 30,0 Mio. EUR auszuschütten. FINANZLAGE Cashflow. Der Mittelzufluss aus der laufenden betrieblichen Geschäftstätigkeit lag im Geschäftsjahr 2012 mit 25,2 Mio. EUR um 11,5 Mio. EUR bzw. 83,9 % über dem Vorjahreswert von 13,7 Mio. EUR. Dem im Vorjahresvergleich um 15,4 Mio. EUR gesunkenen Jahresüberschuss von 1,8 Mio. EUR steht per Saldo ein Zufluss aus dem Abbau des Working Capital von 23,3 Mio. EUR im Gegensatz zu einer Kapitalbindung von 3,5 Mio. EUR im Vorjahr gegenüber.
Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit, der im Vergleich zum Vorjahr 3,9 Mio. EUR höhere Nettoinvestitionen in das Sachanlagevermögen enthält, verminderte sich im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 1,6 Mio. EUR, resultierend aus 5,5 Mio. EUR niedrigeren Mittelzuflüsse aus Finanzanlagen.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beinhaltete im Berichtsjahr 12,2 Mio. EUR (Vorjahr 12,9 Mio. EUR) Gewinnausschüttungen sowie Mittelzuflüsse von verbundenen Unternehmen in Höhe von 0,9 Mio. EUR (Vorjahr 0,3 Mio. EUR). Zum Ende des Berichtszeitraums verfügt die Gesellschaft über einen Bestand an liquiden Mitteln in Höhe von 5,8 Mio. EUR und damit um 2,8 Mio. EUR mehr als zum Ende des Vorjahres (3,0 Mio. EUR). Kapitalbedarf und Refinanzierung. Im Geschäftsjahr 2013 benötigt die Gesellschaft Kapital zur Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit, Zahlung der sonstigen finanziellen Verpflichtungen, sofern sie eintreten, planmäßigen Durchführung von Investitionen und Gewinnausschüttung an die Alleinaktionärin. Die Gesellschaft erfüllt diese Anforderungen durch Cashflow aus dem laufenden Geschäft, Beteiligungserträgen und verfügbaren Zahlungsmittel sowie zum Jahresende 2012 verfügbare und ungenutzte kurzfristige Barkreditlinien von insgesamt 13,0 Mio. EUR. Bilanzsumme. Das bilanzielle Gesamtvermögen des Technologieunternehmens erhöhte sich zum Ende des Geschäftsjahres um 0,6 Mio. EUR auf 123,0 Mio. EUR (Vorjahr 122,4 Mio. EUR). Das Anlagevermögen erhöhte sich hierbei um 3,8 Mio. EUR auf 12,4 Mio. EUR, sodass sich das Verhältnis von Anlagevermögen zu Bilanzsumme von 7,0 % in 2011 auf 10,1 % in 2012 erhöhte. Das Umlaufvermögen hingegen sank um 3,5 Mio. EUR auf 108,4 Mio. EUR (Vorjahr 111,9 Mio. EUR). In Relation zur Bilanzsumme verminderte es sich von 91,5 % auf 88,1 %. Aufgrund der in 2010 erstmalig angewendeten BilMoG-Regelungen wurden aktive latente Steuern und ein aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung angesetzt. Die Eigenkapitalquote sank von 59,2 % im Vorjahr auf 50,5 % im Berichtsjahr. Der Anteil der Rückstellungen stieg von 9,1 % auf 10,6 % im Berichtsjahr, während sich der Anteil der Verbindlichkeiten von 31,4 % im Vorjahr auf 38,4 % zum Ende des Berichtsjahres erhöhte.
Aktiva. Die immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, bestehend aus Software und Lizenzen, verminderten sich nur unwesentlich. Zugängen von 0,2 Mio. EUR standen Abschreibungen von 0,2 Mio. EUR gegenüber. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen, im Wesentlichen Zugänge im Maschinen- und Fuhrparkbereich, betrugen im Berichtsjahr 3,9 Mio. EUR (Vorjahr 2,1 Mio. EUR). Den Zugängen standen Abschreibungen in Höhe von 2,0 Mio. EUR gegenüber. Das Finanzanlagevermögen erhöhte sich durch eine Ausleihung an ein verbundenes Unternehmen um 2,1 Mio. EUR. Der Rückgang des Umlaufvermögens ist insbesondere durch den Rückgang der Vorräte, resultierend aus laufender Geschäftstätigkeit und der umfangreich vorgenommenen Wertberichtigungen, um 23,9 Mio. EUR bzw. 42,0 % auf 33,0 Mio. EUR geprägt. Im Gegenzug erhöhten sich die in diesem Bilanzposten enthaltenen liquiden Mittel, die im Wesentlichen aus Guthaben bei Kreditinstituten bestehen, um 2,8 Mio. EUR bzw. 91,0 % auf 5,8 Mio. EUR. Dem Anstieg der Forderungen gegenüber Fremden um 27,9 Mio. EUR auf 43,5 Mio. EUR als Folgewirkung der nicht zuletzt durch die Herstellung neuer Systeme gestiegenen Umsatzerlöse steht ein Rückgang der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen um 11,6 Mio. EUR auf 21,5 Mio. EUR gegenüber, der im Wesentlichen aus einem Abbau der jeweiligen Verrechnungskonten resultiert. Die sonstigen Vermögensgegenstände, die sich im Wesentlichen aus Steuerforderungen zusammensetzen, erhöhten sich um 1,8 Mio. EUR. Im aktiven Unterschiedsbetrag, der sich im Berichtsjahr um 0,4 Mio. EUR auf 1,8 Mio. EUR erhöht hat, ist gem. BilMoG der verbleibende Saldo aus der Vermögensverrechnung der Pensionsrückstellung (6,5 Mio. EUR) mit den Aktivwerten der zur Sicherung der Zahlungsverpflichtungen abgeschlossenen Rückdeckungsversicherungen (8,3 Mio. EUR) enthalten.
Passiva. Auf der Passivseite verminderte sich das Eigenkapital um 10,4 Mio. EUR bzw. 14,3 % auf 62,1 Mio. EUR was im Wesentlichen aus dem geringeren Jahresüberschuss des Berichtsjahres (1,8 Mio. EUR) und der im Berichtsjahr geleisteten Dividendenzahlung in Höhe von 12,2 Mio. EUR resultiert. Der Bilanzansatz der Rückstellungen erhöhte sich ausschließlich durch die Veränderung der sonstigen Rückstellungen um 1,9 Mio. EUR auf 13,0 Mio. EUR. Die Verbindlichkeiten erhöhten sich im Berichtsjahr um 8,8 Mio. EUR auf 47,2 Mio. EUR. Innerhalb der Verbindlichkeiten stellen die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen mit 28,8 Mio. EUR den bedeutendsten Posten dar, der im Vorjahresvergleich um 8,8 Mio. EUR oder 43,8 % gestiegen ist. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen blieben mit 9,3 Mio. EUR nahezu unverändert während sich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 0,8 Mio. EUR auf 6,3 Mio. EUR gegenüber 5,5 Mio. EUR im Vorjahr erhöhten. WERTORIENTIERTE STEUERUNGSGRÖSSEN
1 Anlagenquote = Anlagevermögen / Gesamtvermögen 2 Umlaufquote = Umlaufvermögen / Gesamtvermögen 3 Vorratsintensität = Vorräte / Gesamtvermögen 4 Umschlagshäufigkeit Vorräte = Umsatzerlöse / durchschnittl. Bestand Vorräte 5 Umschlagsdauer Vorräte in Tagen = (durchschnittl. Bestand Vorräte * 360 Tage) / Umsatzerlöse 6 Forderungslaufzeit in Tagen = (durchschnittl. Bestand an Forderungen aus LuL * 360 Tage) / Umsatzerlöse 7 Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Gesamtkapital 8 Eigenkapitalrendite = Jahresüberschuss bzw. -fehlbetrag / durchschnittl. Eigenkapital 9 Gesamtkapitalrendite = (Jahresüberschuss bzw. -fehlbetrag + Zinsaufwand) / durchschnittl. Gesamtkapital 10 Anlagendeckung = Eigenkapital / Sachanlagen 11 Personalaufwandsquote = Personalaufwand / Umsatzerlöse 12 Materialaufwandsquote = Materialaufwand / Umsatzerlöse 13 F&E-Quote = Forschungs- und Entwicklungskosten / Umsatzerlöse 14 EBIT-Quote = Ergebnis vor Zinsen und Steuern / Umsatzerlöse Der Durchschnitt einer Bilanzwertangabe wird ermittelt als Durchschnitt des Werts zum Bilanzstichtag des aktuellen Jahres und des Vorjahres. Das Berichtswesen der Mühlbauer Aktiengesellschaft liefert zeit- und verantwortungsnah ausgewählte wertorientierte Steuerungsgrößen und stellt somit ein unternehmerisches Führungsinstrument zur Verfügung, das vorausschauend ist und frühzeitige Signale für Veränderungsmaßnahmen setzt. Die Unternehmensführung mit wertorientierten Steuerungsgrößen erstreckt sich dabei über den gesamten Herstellungsprozess des Produktportfolios: Von der Beschaffung über die Produktion, den Bereich Forschung und Entwicklung, bis hin zum Vertrieb, basiert die Umsetzung des Leitbildes der wertorientierten Unternehmensführung auf eindeutig definierten Kennzahlen. Dieses Controllingkonzept ermöglicht es dem Management, Ergebnisse unternehmensintern und -extern zu kommunizieren sowie eine zielgerichtete Steuerung und Koordination der betrieblichen Geschäftsprozesse durchzuführen. Das Management steuert das Unternehmen durch strategische und operative Ziele sowie auf der Grundlage monetärer und nicht-monetärer Kenngrößen. Zentrale finanzielle Steuerungsgrößen für die Gesellschaft bilden das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), die Umsatzrendite vor Steuern (Ergebnis vor Steuern gemessen an den Umsatzerlösen) sowie der Netto-Cashflow. Innerhalb der einzelnen Geschäftsprozesse unterscheidet sich die praktizierte Ausprägung der wertorientierten Unternehmensführung. Im Bereich Beschaffung liegt neben dem Monitoring von Einkaufsvolumina und Lieferterminverzügen ein Schwerpunkt ebenso in der Überwachung des Bestellobligos sowie der rechtzeitigen Bedarfsanmeldung von Kaufteilen. Zudem erfolgen eine Nachverfolgung der Wirksamkeit von Kostenreduktionsprogrammen und die Beobachtung von Investitionsquoten. Durch Berechnung des Return on Investment für Investitionsvorhaben wird die aus dem jeweils erforderlichen Kapitaleinsatz zu erwartende Rendite dargestellt. Die Aktivitäten im Produktionsbereich werden anhand von Kostensätzen und -quoten, Preisen, Produktivitätskennzahlen sowie absoluten und relativen Werten zur Bestandsentwicklung gesteuert. Ergänzend hierzu ist ein ERP-gestütztes Auftragsinformationssystem als Werkzeug für die Produktionssteuerung im Einsatz. Mit Hilfe eines weiteren ERP-gestützten Auswertungstools werden zudem periodisch Absolut- und Relativzahlen für die dem eigentlichen Kundengeschäft nachgelagerten Aktivitäten ermittelt, um Geschäftsbeziehungen über den gesamten Lifecycle bewerten und beurteilen zu können. Mittels F&E-Quote (F&E-Investitionsausgaben gemessen am Umsatz) bilden wir unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ab. Insbesondere in der Produktion und im Bereich F&E erfolgt eine periodische Darstellung der Personalstärke (headcounts), um dort vorhandene personelle Kapazitäten bei unterschiedlichen Beschäftigungssituationen flexibel zwischen einzelnen Produktbereichen manövrieren zu können. Auftragseingang, Umsatz und ein aus der Offenen-Posten-Buchführung abgeleitetes, direkt an die verantwortlichen Manager gerichtetes Reporting inkl. Forderungslaufzeiten bilden innerhalb der Vertriebsorganisation wesentliche Steuerungsinformationen. Für die Identifikation von Key Accounts wird auf Seiten des Vertriebs zudem der nach quantitativen und qualitativen Kriterien ermittelte Kundenwert als Steuerungsgröße genutzt. Die termingenaue Bereitstellung sämtlicher Kennzahlen ist gekoppelt mit einem Abgleich der Ist- mit den Zielwerten. Aufgrund der stets zeitnahen Verarbeitung dieser Informationen durch das Management ist im Falle identifizierter Abweichungen gewährleistet, dass unmittelbar Eskalationsprozesse eingeleitet und erforderliche Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Dabei handelt es sich um Maßnahmen zur Gegensteuerung ungünstiger Entwicklungen, Entscheidungen über Investitionsmaßnahmen, die Auswahl und den Ausbau von Produktbereichen, mit denen das angestrebte Wachstum erreicht werden soll bzw. den Rückzug aus Aktivitäten, die keine ausreichenden Ergebnisbeiträge erzielen. Dieses in der Mühlbauer Aktiengesellschaft gelebte Controllingkonzept unterstützt das Ziel langfristiger, nachhaltiger Wertsteigerung statt kurzfristiger Renditeoptimierung. Die Unternehmensphilosophie der Mühlbauer Aktiengesellschaft richtet sich darauf aus, hinsichtlich ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte ein stabiles Fundament zu bilden. Auch in schwierigen Zeiten sollen Kunden, Lieferanten, die Alleinaktionärin und Mitarbeiter gleichermaßen auf das Unternehmen vertrauen können. Aus diesem Grund ist es Anspruch der Gesellschaft, für alle Interessengruppen einen Mehrwert zu schaffen, indem wirtschaftliche Notwendigkeit, ökologische Vernunft und gesellschaftliche Verantwortung gleichermaßen berücksichtigt werden. NachhaltigkeitsberichtNachhaltige Unternehmensführung bedeutet für die Mühlbauer Gruppe, hinsichtlich ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte ein stabiles Fundament zu schaffen, auf das Kunden, Lieferanten, Aktionäre und Mitarbeiter gleichermaßen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten vertrauen können. Aus diesem Grund fühlt sich der Mühlbauer Konzern seit jeher verpflichtet, eine Unternehmensstrategie umzusetzen, die wirtschaftliche Notwendigkeit, ökologische Vernunft und gesellschaftliche Verantwortung verbindet und damit für alle Anspruchsgruppen einen Mehrwert bietet. Das Verständnis von Nachhaltigkeit spiegelt sich auch im Verhaltenskodex wider, der rechtliche und ethische Grundsätze zum Inhalt hat, die bei der täglichen Arbeit zu berücksichtigen und dessen Einhaltung für den gesamten Mühlbauer Konzern und für seine Mitarbeiter verpflichtend sind. Effizienz und Qualität. Als Hersteller hochtechnologischer Systemlösungen schöpft der Mühlbauer Konzern sämtliche technischen und betrieblichen Möglichkeiten aus, um ein Höchstmaß an Arbeitseffizienz und Produktqualität zu erzielen. Kontinuierlich werden deshalb sämtliche Geschäfts- und Produktionsprozesse im Rahmen des Qualitätsmanagements sukzessive geprüft und verbessert. Neben der jährlichen Zertifizierung nach der Norm DIN EN ISO 9001 durch einen unabhängigen externen Gutachter überwachen auch unternehmensinterne Auditoren das Managementsystem im laufenden Prozess. Werden bei Funktionen und Prozessen Abweichungen erkannt, kann das Unternehmen frühzeitig mit entsprechenden Maßnahmen reagieren. Produktion und Umwelt. Die Mühlbauer Aktiengesellschaft besitzt einen umfangreichen Montagebereich. Bereiche mit besonderer Umweltrelevanz stellen dar: - Anlagen für die Abfallwirtschaft - Gefahrstofflager - zentrales Öllager - Tankstelle für Betriebsfahrzeuge - Heizöltanks für den Betrieb der Blockheizkraftwerke Um möglichen Umweltschäden vorzubeugen oder diese frühzeitig abzuwehren, achten technisch sensibilisierte Mitarbeiter beim Umgang mit Gefahrstoffen auf die Einhaltung aller gesetzlichen Umweltstandards. Konsequent werden darüber hinaus Abfallstoffe durch Müllvermeidung reduziert bzw. durch Recycling der Wiederverwertung zugeführt. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Vorbildliche und sichere Arbeitsbedingungen zu schaffen ist eine Selbstverständlichkeit für die Mühlbauer Aktiengesellschaft. Zu den Maßnahmen zur Vorbeugung von Arbeitsunfällen und Berufserkrankungen gehören abteilungsübergreifende Mitarbeiterschulungen, um regelmäßig gegenüber möglichen Gefahren zu sensibilisieren. Weiterhin werden technische Hilfsmittel wie Überwachungs- und Brandmeldesysteme für die Meldung von Störungen oder Notfällen bereitgestellt und ein besonderes Augenmerk auf Tätigkeiten mit erhöhter Gefährdungsrelevanz gerichtet. Aufgrund dieser präventiven Maßnahmen liegen der Krankenstand aufgrund von Arbeitsunfällen sowie die Zahl der meldepflichtigen Unfälle pro 1.000 Mitarbeiter im Berichtsjahr bei 0,12% sowie 15 Mitarbeitern. Als weiterer wichtiger Beitrag zu effizientem Arbeiten wird bei Mühlbauer der betriebliche Gesundheitsschutz groß geschrieben. Dieser umfasst nicht nur einen betriebsärztlichen Dienst, der für alle Mitarbeiter die gesetzlich geregelten arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen durchführt und bei akut auftretenden Erkrankungen zur Verfügung steht, sondern auch außergewöhnliche Leistungen zur präventiven Gesundheitsvorsorge. So steht den Mitarbeitern auf 1.500 m² ein modernes Fitness Center zur Verfügung, um mit sportlicher Betätigung dem Bewegungsmangel im Berufsalltag entgegenzuwirken. Unter fachkundiger Anleitung von ausgebildeten Fitnesstrainern und Physiotherapeuten können durch gesundheitsorientiertes Training zum Beispiel körperschädigende Belastungen am Arbeitsplatz ausgeglichen oder präventiv verhindert werden. Die von Mühlbauer im Zusammenhang mit dem Gesundheitsschutz angebotenen Maßnahmen und Leistungen fördern nicht nur die Motivation der Mitarbeiter, sondern schlagen sich langfristig gesehen auch in niedrigen Krankheitskosten nieder. Somit liegt der durchschnittliche Krankenstand mit 10,9 Tagen unter dem bundesweiten Durchschnitt von etwa 13 Tagen. Mitarbeiterförderung. DieGesellschaft legt großen Wert darauf, als attraktiver und verantwortungsvoller Arbeitgeber mit seinen 848[1] Beschäftigten eine faire und konstruktive Partnerschaft zu pflegen. Dem Unternehmen ist es deshalb besonders wichtig, das Qualifikationsniveau seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontinuierlich auszubauen. Neben rein fachlichen Qualifizierungsmaßnahmen gehören hierzu auch interkulturelle Fortbildungsangebote und Sprachkurse. Zusätzlich bietet Mühlbauer 1402 Menschen eine hervorragende Ausbildung in zahlreichen gewerblichen und kaufmännischen Berufen und damit den ersten Schritt in die Arbeitswelt. Die Ausbildungsquote liegt zum Ende des Berichtsjahres bei 16,5% deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Mühlbauer begrüßt zudem ausdrücklich, dass sich unter der Anzahl der Auszubildenden vermehrt junge Frauen befinden, die eine gewerblich-technische Ausbildung bei Mühlbauer absolvieren. Zum Ende des Berichtsjahres lag der Frauenanteil an der Belegschaft bei 24,7%. Die Mühlbauer Aktiengesellschaft unterstützt seine Beschäftigten darüber hinaus beim Aufbau einer zusätzlichen betrieblichen Altersversorgung als Ergänzung zu den bestehenden gesetzlichen sozialen Sicherungssystemen. Alle Beschäftigten können im Zuge einer Entgeltumwandlung eine zusätzliche Aufstockung der späteren Rentenbezüge realisieren. Soziales Engagement. Gesellschaftliches und soziales Engagement nimmt bei Mühlbauer einen hohen Stellenwert ein. Das Unternehmen begrüßt nicht nur ein ehrenamtliches Engagement seiner Mitarbeiter, sondern legt Wert darauf, auch selbst soziale Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen. Unter dem Dach der vom Unternehmensgründer ins Leben gerufenen Josef Mühlbauer Stiftung unterstützt das Unternehmen im In- und Ausland ausgewählte soziale Initiativen und Projekte mit größeren finanziellen Zuwendungen. Auch der traditionelle Mühlbauer Spendenlauf, der sich im Berichtsjahr zum achten Mal jährte und mit rund 2.000 Teilnehmern zu einer der größten Laufveranstaltungen in der Region zählte, steht ganz im Zeichen des sozialen Engagements. Mit der Hilfe von Sponsoren, Mitarbeitern und externen Teilnehmern konnte mit dem Mühlbauer-Lauf eine Spendensumme von rund 75.500 EUR erzielt werden, die der Firmengründer zusätzlich um über 52.500 EUR aufstockte. Mit den Spenden aus dem letztjährigen Lauf unterstützt die Josef Mühlbauer Stiftung neben der Realschule Roding und der Grundschule Mitterdorf auch wieder internationale Projekte, die Hilfe dringend benötigen. So kamen 80.000 EUR dem Yambio Referral Hospital im Südsudan zu Gute, welchem bei einem Einzugsgebiet von ca. zwei Millionen Menschen elementarste Geräte - insbesondere zur Vorsorgeuntersuchung von schwangeren Frauen sowie zur Bekämpfung der hohen Kindersterblichkeit - fehlen. Mit weiteren 40.000 EUR unterstützt die Josef Mühlbauer Stiftung das Frauendorf Umoja, welches als das erste Frauendorf Kenias Frauen und Kindern eine Heimat fernab von familiärer Gewalt und Unterdrückung bietet. [1] Stand 31.12.2012 FaktoreinsatzInvestitionen. Die Mühlbauer Aktiengesellschaft hat im Jahr 2012 weitere Investitionen getätigt, um das Unternehmen optimal für die Zukunft aufzustellen und das langfristige Unternehmenswachstum sicherzustellen. Das Brutto-Investitionsvolumen in Sachanlagen und immaterielle Wirtschaftsgüter lag im Berichtsjahr bei 4,2 Mio. EUR, was einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von 1,9 Mio. EUR bzw. 82,6% entspricht (Vorjahr 2,3 Mio. EUR). Während die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 0,2 Mio. EUR im Vergleich zu 2011 gleich blieben, erhöhten sich die Investitionen in Sachanlagen auf 4,0 Mio. EUR, was auf die Anschaffung und Herstellung neuer Produktionsanlagen zurückzuführen ist. Der Zugang im Finanzanlagevermögen ist auf eine im Berichtsjahr begebene Ausleihung an die Mühlbauer ID Services GmbH in Höhe von 2,1 Mio. EUR zurückzuführen. Die Investitionsquote, als Verhältnis der Investitionen zum Umsatz, stieg von 1,6% in 2011 auf 2,4% in 2012. Die Finanzierung der Investitionen erfolgte vollständig durch den operativen Cashflow. Die Anlagenabgänge des Geschäftsjahres 2012 betrugen insgesamt 0,4 Mio. EUR und resultierten größtenteils aus bereits vollständig abgeschriebener Hardware. Forschung und Entwicklung. Grundlage des über dreißigjährigen Wachstums der Mühlbauer Aktiengesellschaft ist der stetige Drang nach Innovation. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung bestehender sowie die Neuentwicklung neuer, innovativer Verfahren und Systeme soll die technologische Basis weiter gestärkt sowie die starke Marktposition, die sich die Gesellschaft durch ihre Erfahrung und Kompetenz über Jahrzehnte erarbeitet hat, gesichert bzw. ausgebaut werden. Diese sich über lange Zeit bewährte Philosophie gewinnt gerade in Zeiten, in denen die Märkte des Unternehmens insbesondere durch asiatische Wettbewerber immer rauer werden, immer mehr an Bedeutung. So beschäftigte die Mühlbauer Aktiengesellschaft im Berichtsjahr durchschnittlich 214 Mitarbeiter im Bereich Forschung- und Entwicklung. Zwar lagen die Investitionsausgaben in Forschung und Entwicklung mit 18,8 Mio. EUR erwartungsgemäß um rund 1,4 Mio. EUR bzw. 6,9 Prozent unter dem Wert aus 2011 (20,2 Mio. EUR). Gemessen am Umsatz entspricht dies jedoch nach wie vor einer ansehnlichen F&E-Quote von 10,9 Prozent und unterstreicht den Stellenwert der Innovation im Unternehmen. Zudem arbeitet die Gesellschaft im Bereich der Grundlagenforschung und Produkten eng mit verschiedenen Hochschulen, Forschungsinstituten sowie Unternehmen zusammen. Den Forschungs- und Entwicklungsvorsprung stellt Mühlbauer durch ein international aufgestelltes Intellectual Property Management sicher: im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Mühlbauer sieben patentwürdige Entwicklungsergebnisse (Vorjahr acht), welche weltweit zu insgesamt 55 Schutzrechtsanmeldungen führten (Vorjahr 35).
Cards & TECURITY®. Der Fokus der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten im Bereich Cards & TECURITY®lag im vergangenen Jahr im Wesentlichen auf der Erhaltung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit im Markt. Im Bereich der Kartenproduktion wurde eine neue Anlage zur Herstellung von Dual Interface Karten entwickelt, die einen Durchsatz von bis zu 2.500 Karten in der Stunde erlaubt. In der Kartenpersonalisierung wurden einerseits die Prozessmodule in den Personalisierungsanlagen erweitert sowie eine neue Desktop Passport Personalisierungsanlage entwickelt, die über einen modularen Aufbau verfügt und somit durch ein höheres Maß an Flexibilität eine Erweiterung der Maschine durch neue Prozessmodule unkompliziert ermöglicht sowie eine Konfiguration der Anlage exakt nach Kundenwunsch erlaubt. Zudem wurde die Desktop Personalisierungsanlage um eine neue Software-Schnittstelle erweitert, mit der die Anlage wie ein herkömmlicher Drucker betrieben werden kann. Insgesamt wurde für alle Personalisierungsanlagen ein neues Software-Modul entwickelt, mit der sich Produktionsstatistiken bequem auswerten lassen. Dieses neue Modul bietet vordefinierte Auswertungen sowie eine Druckfunktion und lässt zusätzlich die Erstellung eigener Filter und Diagramme zu. Durch die Entwicklung einer neuen Passport Booklet Line sowie einer Überarbeitung und Erweiterung ebendieser wurde eine Kostenoptimierung erzielt, durch welche die Wettbewerbsfähigkeit im Markt erhöht werden konnte. Mit demselben Ziel wurde im vergangenen Jahr sowohl eine Kostenoptimierung des Mühlbauer eGates für Grenz- und Zugangskontrollen mit Multibiometrie und Ausweisdokumenten durchgeführt sowie die Modularität des eGates erhöht und das Design modernisiert. Bei der Weiterentwicklung der Produktionsplanungs- und -steuerungssoftware Mühlbauer INCAPE wurde besonderer Fokus auf die speziellen Bedürfnisse kleinerer Personalisierungslösungen gelegt. Der Umstieg auf eine neue Softwaretechnologieplattform ermöglicht es jetzt, die unterschiedlichen Anforderungsbereiche von klein- bis hochvolumigen Personalisierungen noch effektiver und flexibler abzudecken. Die neue Mühlbauer INCAPE Software kam bereits Mitte 2012 im Rahmen eines internationalen ID-Projektes erfolgreich zum Einsatz. Des Weiteren wurde mit Hilfe neuer Lösungsansätze und Technologien die bestehende Enrolment-Lösung umgestaltet und weiterentwickelt. Die neue Enrolment-Lösung getID NG (Next Generation) umfasst eine Reihe von Komponenten zur Datenerfassung, die die Entwicklung von GUI-Komponenten (Bildschirmgraphiken) vereinfachen und allen darauf basierten Anwendungen das gleiche Design und die gleiche Bedienbarkeit bieten. Durch dieses mit zahlreichen technischen Innovationen ausgestattete ANGIE-Framework wird gewährleistet, dass getID NG auch in Zukunft problemlos erweitert, verändert und gehandhabt werden kann. Semiconductor Related Products. Im Geschäftsfeld Semiconductor Related Products lag der Schwerpunkt der Entwicklungsaktivitäten im vergangenen Jahr in der Erweiterung des bestehenden Produktportfolios um neue Maschinen, der Weiterentwicklung bestehender Maschinen für eine optimale Cost-/Performance-Ratio sowie Basisentwicklungen zur Erschließung künftiger Märkte. So wurde die Produktpalette im RFID-Bereich um den Sektor "Personalisierung" ergänzt. Realisiert wurde eine hochvolumige, modulare Personalisierungsanlage für RFID-Labels und Tickets. Neben den Prozessen wie Chip-Encoding und dem Drucken von variablen Daten zeichnet sich die Anlage durch ein stabiles Datenhandling aus. Im Bereich der Dünnfilm-Solartechnik fokussierten sich die Entwicklungstätigkeiten auf die Herstellung einer Rolle-zu-Rolle Dünnfilm-Solaranlage, welche sich vor allem dadurch auszeichnet, dass mit ihr keine Einzelzellen sondern monolithisch verschaltete Zellen produziert werden können. Als neuer Prozess wurde neben dem "mechanischen Scriben" ein "Laserscriben" inline realisiert. Diese Maschine stellte einen wichtigen Schritt dar, um zu demonstrieren, dass eine Dünnfilm-Solaranlage mit sehr hohem Automatisierungsrad hergestellt werden kann und eine überaus kostengünstige Alternative zur herkömmlichen Photovoltaik-Technologie darstellt. Durch eine Kombination aus Basisentwicklung im Prozessbereich und Anpassungsentwicklungen von Flip-Chip-Anlagen wurde im vergangenen Jahr der konzeptionelle Nachweis erbracht, dass auf den von Mühlbauer entwickelten Anlagen eine überaus effiziente LED-Backend-Produktion möglich ist. Die Realisierung einer LED-Prototypenlinie ist geplant. Im Bereich Die-Sorting wurde mit der Entwicklung der Variation ECO, einer Maschine mit völlig neuem Bondkopf-Prinzip, begonnen. Ziel ist eine im Vergleich zur Vorgängermaschine deutlich verbesserte Cost-Of-Ownership. Einkauf und Beschaffung. Ein grundlegendes Ziel der Beschaffung der Mühlbauer AG ist die langfristige Kooperation mit leistungsfähigen und zuverlässigen Lieferanten. Die Auswahl der Lieferanten erfolgt neben der Gesamtwirtschaftlichkeit nach weiteren wesentlichen Faktoren wie Qualität, Innovationsfähigkeit und insbesondere Zuverlässigkeit. Auch der Aspekt "Nachhaltigkeit" ist ein fester Bestandteil der Beschaffungsgrundsätze und des Lieferantenmanagements der Gesellschaft. Mühlbauer erwartet von seinen Lieferanten, dass sie sowohl bei sich selbst als auch innerhalb ihrer Lieferkette die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards gewährleisten und den hohen Standards des Unternehmens bezüglich unternehmerischer Verantwortung gerecht werden. Der Schwerpunkt der Tätigkeit des Einkaufs- und Beschaffungsbereichs der Mühlbauer AG lag im abgelaufenen Geschäftsjahr darin, ihre Organisation sowie die historisch gewachsenen Einkaufs- und Beschaffungsprozesse im Rahmen der Neueinführung eines ERP-Systems zu hinterfragen und neu auszurichten. So wurden innerhalb der Einkaufsorganisation beispielsweise über die materialgruppenbezogenen Einkaufsteams hinaus geschäftsbereichsbezogene Schnittstellen zur Technik geschaffen, über welche das Einkaufsvolumen vorausschauend geplant und vorratsschonend eingekauft werden kann. Darüber hinaus werden durch die forcierte Zusammenarbeit zwischen Einkauf und Entwicklung fortlaufend Kostentreiber und Abhängigkeiten in unseren Produkten identifiziert und unter Berücksichtigung der Qualität behoben. Insbesondere hierbei profitiert Mühlbauer von seiner globalen Präsenz. Sowohl durch regionales, als auch durch globales Sourcing werden die Dependenzen von einzelnen Lieferanten gemindert und langen Lieferzeiten entgegen gewirkt. Zu Beginn des Berichtsjahres aufgetretenen Lieferengpässen wurde dahingehend begegnet, dass diese an die Produktverantwortlichen eskaliert wurden und auf Managementebene in partnerschaftlicher und lösungsorientierter Zusammenarbeit nach Wegen gesucht wurde, diese Störung möglichst umgehend zu beseitigen. Um die Anzahl der Bestellabläufe zu verringern und damit die Effizienz in der Verwaltung zu verbessern, wurden verschiedenste Maßnahmen in Angriff genommen. So wurden Bestellvolumen gebündelt und Synergieeffekte zwischen den verschiedenen im Mühlbauer Konzern verbundenen Unternehmen genutzt. Daraus resultieren eine Konsolidierung der Lieferantenbasis, eine Reduktion der Produktkomplexität und damit eine Standardisierung von Artikeln sowie ein Verringerung des Bestellaufkommens. In Summe führten die oben genannten Maßnahmen dazu, dass das Bestellvolumen im vergangenen Jahr um 12,6% auf 68,1 Mio. EUR (Vorjahr: 77,9 Mio. EUR) gesenkt werden konnte. Grundsätzlich verhandelt der Einkauf kontinuierlich neue, wettbewerbsfähige und möglichst günstige Vertragskonditionen bei konstantem oder gesteigertem Qualitätsniveau. Eine gleichbleibende intensive Kooperation und Partnerschaft mit unseren wichtigsten Lieferanten wird auch künftige eine hohe Priorität in der Einkaufsstrategie des Unternehmens einnehmen. BeschäftigungUnternehmenskultur. Seit über 30 Jahren gilt Mühlbauer als verlässlicher und verantwortungsvoller Arbeitgeber. Das Unternehmen fördert intensiv die Etablierung und Weiterentwicklung seiner Unternehmenskultur, als deren Basis der Verhaltenskodex der Mühlbauer Group dient. Dem Kodex, der die Grundsätze für ethisches, faires und rechtkonformes Handeln formuliert, verpflichten sich alle Mitarbeiter weltweit. Die Grundzüge des Kodex bilden zwischenmenschliche Werte wie Offenheit, Geradlinigkeit, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit, die damit zugleich die Ausgangsposition für eine erfolgreiche Zusammenarbeit der Mitarbeiter untereinander, aber auch zwischen den Mitarbeitern und dem Management, bilden. Auftretenden Problemen und/oder Beschwerden, die sich bei knapp 850 Mitarbeiter kaum vermeiden lassen, tritt das Unternehmen offen und ehrlich gegenüber und leitet gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen ein. Personalpolitik. Die Grundlage der Personalpolitik der Mühlbauer AG ist die eigene Ausbildung. Aufgrund des Fachkräftemangels und des demographischen Wandels legt Mühlbauer größten Wert darauf, durch die eigene Ausbildung das Fundament eines qualifizierten und kompetenten Mitarbeiterstamms zu legen und diesen langfristig an das Unternehmen zu binden. Überdurchschnittlich qualifizierte Auszubildende werden durch entsprechende Maßnahmen besonders gefördert, um diese langfristig zu Führungskräften zu entwickeln. Ein weiterer Grundstein der Personalpolitik Mühlbauers ist die internationale Ausrichtung. Neben der Suche nach ausländischen Fachkräften liegt dem Unternehmen aufgrund seiner internationalen Geschäftstätigkeiten auch die Internationalisierung der inländischen Mitarbeiter sehr am Herzen. Ergänzend zu dem kontinuierlich stattfindenden standort- und länderübergreifenden Austausch zwischen den Mitarbeitern möchte Mühlbauer durch verschiedene Maßnahmen wie z.B. das Anbieten diverser Sprachkurse die internationale und interkulturelle Zusammenarbeit seiner Mitarbeiter fördern und verbessern. Die interkulturelle Orientierung, eine transparente Organisation mit klaren Verantwortlichkeiten sowie offene Kommunikationsstrukturen sind ebenfalls Teil der langfristigen Personalpolitik des Technologieunternehmens, deren oberstes Ziel es ist, qualifizierte Mitarbeiter für eine langfristige Zusammenarbeit zu gewinnen. Deshalb bietet Mühlbauer seinen Mitarbeitern zahlreiche Benefits an. Darunter fällt beispielsweise das hauseigene Fitnessstudio, welches den Mitarbeitern die Nutzung zu äußerst kostengünstigen Konditionen ermöglicht. Das Unternehmen schafft damit eine Ausgleichsmöglichkeit zum Arbeitsalltag und fördert dadurch das Sportbewusstsein und somit auch die Gesundheit der Mitarbeiter, welche für das Management höchste und uneingeschränkte Priorität hat. Zudem bietet das Unternehmen all seinen Mitarbeitern seit vielen Jahren ein flexibles Arbeitszeitmodell an, welches den Mitarbeitern mehr zeitlichen Spielraum verschafft.
Schwerpunkte. Im Berichtsjahr lag der Fokus im Recruiting - neben der oben erwähnten Ausbildung, die das Fundament der Personalpolitik des Unternehmens bildet, - vor allem auf der Suche nach qualifizierten Fach- und Führungskräften, um die Abteilungen in ihren Strukturen zu stärken und den ohnehin hochwertigen Mitarbeiterstamm qualitativ weiter auszubauen. In Zeiten eines zunehmenden Fachkräftemangels in Deutschland wurde der Schwerpunkt der Mitarbeitersuche auf internationale Fachkräfte gelegt. Durch das forcierte internationale Recruiting gelang es dem Unternehmen, teils hochqualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen. Jedoch erfordern der demographische Wandel und die sich damit wandelnde Personalpolitik ein hohes Maß an Vielseitigkeit und Flexibilität in Sachen Mitarbeitergewinnung. Die Ausbildung und Förderung akademischer Berufseinsteiger, z.B. in Form von Praktika oder wissenschaftlichen Arbeiten, ist somit weiterhin ein Manifest in der Gesellschaft. Ziel ist es, auf diesem Weg potenzielle Nachwuchskräfte für das Unternehmen zu interessieren und gleichzeitig zu binden, was wiederum auch für die Region einen Mehrwert darstellt, da in einem wirtschaftsarmen Raum sichere und anspruchsvolle Arbeitsplätze geschaffen werden. Auf Unterstützung externer Personalbeschaffungsagenturen musste im Berichtsjahr nicht zurückgegriffen werden. Mitarbeiterstruktur. Zum Jahresende 2012 beschäftigte die Mühlbauer AG 848 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (Vorjahr 796), davon 2,2% außerhalb Deutschlands (Vorjahr 2,9%). Bei einer gestiegenen durchschnittlichen Mitarbeiterzahl hat sich der Personalaufwand leicht um 2,6% von 31,8 Mio. EUR auf 31,3 Mio. EUR reduziert. Davon entfielen auf Löhne und Gehälter 26,2 Mio. EUR (Vorjahr 26,6 Mio.) und auf Sozialabgaben 5,1 Mio. EUR (Vorjahr 5,1 Mio.) Nachwuchsgewinnung. Fachkräftesicherung ist eine wachsende Herausforderung. Mühlbauer versteht die Berufsausbildung junger, qualifizierter Menschen als Investition in die Zukunft. Sowohl der demographische Wandel als auch die Globalisierung führen zu stetigen Veränderungen der Qualitätsanforderungen an Fachkräften. Mühlbauer reagiert mit seinem Ausbildungsengagement pro-aktiv, um engagierte und qualifizierte Nachwuchskräfte aus dem eigenen Unternehmen zu sichern. Im Berichtsjahr wurden AG-weit 41 (Vorjahr 39) neue Auszubildende eingestellt, so dass sich zum Ende des Berichtszeitraums 140 (Vorjahr 129) junge Menschen in 16 gewerblichen und kaufmännischen Ausbildungsberufen befanden. Dies entspricht einer Ausbildungsquote von 16,5% (Vorjahr 16,2%), die mit diesem Wert weiterhin deutlich über dem Bundesdurchschnitt von etwa 6% liegt. Neben der allgemeinen Berufsausbildung ermöglicht die Mühlbauer AG darüber hinaus durch die Teilnahme am DBFH-Modell eine duale Berufsausbildung mit Fachhochschulreife, bei der Auszubildende nicht nur den Facharbeiterbrief, sondern auch die Fachhochschulreife für ein anschließendes Studium erwerben können. Dieser Bildungsgang im dualen System der Berufsbildung berücksichtigt sowohl die geänderten Qualifikationsanforderungen an Nachwuchskräften, als auch die Forderung der Wirtschaft nach kürzeren Ausbildungszeiten. Zudem bietet Mühlbauer Schulabgängern mit Fachhochschulreife in Zusammenarbeit mit den regionalen Hochschulen Regensburg, Amberg-Weiden und Deggendorf ein duales Studium in den Bereichen Mechatronik, Maschinenbau, Elektro- und Informationstechnik sowie Wirtschaftsingenieurwesen an. Ziel ist es, neben der praktischen Ausbildung im Unternehmen den akademischen Grad eines Bachelorabschlusses zu erwerben. Im Jahr 2012 nutzten 13 junge Menschen diese Chance, entweder im Rahmen eines Verbundstudiums oder eines Studiums mit vertiefter Praxis bei der Mühlbauer AG. Hinsichtlich der akademischen Nachwuchsgewinnung setzte Mühlbauer im Berichtsjahr die Intensivierung der Kontakte zu Hochschulen an nationalen und internationalen Standorten fort und präsentierte sich auf zahlreichen Karrieremessen. Ein Schwerpunkt im Personalmarketing wurde im Berichtsjahr auf die Rekrutierung von potenziellen Auszubildenden an Schulen und auf Bildungsmessen gelegt, an denen Mühlbauer präsent war. Neben Messen und Vorträgen ging Mühlbauer verstärkt neue Wege im Personalmarketing und bot Interessierten die Möglichkeit, die Firma und ihre Technologien im Rahmen von Firmenführungen kennenzulernen. Darüber hinaus ist Mühlbauer ständig bestrebt, interessierten Schülern und Studenten frühzeitig einen gezielten Einblick in die Praxis zu ermöglichen. Insgesamt 50 ambitionierte junge Leute ergriffen im Jahr 2012 die Gelegenheit, das Unternehmen als Praktikant, Werkstudent, oder im Rahmen einer Abschlussarbeit kennenzulernen. Personalentwicklung. Das Potenzial des Unternehmens sind die eigenen Mitarbeiter. Deshalb wurden auch im Berichtsjahr die Bestrebungen im Bereich Personalentwicklung kontinuierlich fortgeführt, mit dem Ziel, sowohl den einzelnen Mitarbeitern als auch die Teams zu befähigen, Aufgaben und neue Herausforderungen innerhalb der Organisation erfolgreich und effizient zu bewältigen. Um den aktuellen Qualifizierungsstand abzufragen und Entwicklungspotentiale aufzuzeigen, wurden im Berichtsjahr strukturierte Mitarbeiterfördergespräche durchgeführt, aus denen der Weiterbildungsbedarf abgeleitet werden konnte. Mithilfe der unternehmenseigenen "Mühlbauer Academy" wurde der interne Wissenstransfer durch Schulungen von Mitarbeitern für Mitarbeiter auf allen Ebenen gezielt strukturiert und gefördert. Zudem wurden Weiterbildungsmöglichen durch externe Partner wie Sprachkurse oder maßgeschneiderte Qualifikationsmaßnahmen zur Stärkung der persönlichen und fachlichen Kompetenz angeboten. Neben zahlreichen fachlichen Weiterbildungen wurden viele junge Mitarbeiter durch Aufstiegsfortbildungen gefördert. Die Mühlbauer AG blieb seiner eingeschlagenen Linie treu, den zukünftigen Bedarf an qualifizierten Nachwuchskräften in erster Linie mit eigenen Mitarbeitern zu erfüllen. EREIGNISSE NACH ABLAUF DES GESCHÄFTSJAHRES 2012Die Hauptversammlung der Mühlbauer Aktiengesellschaft hat am 11. Februar 2013 beschlossen, den von der Hauptversammlung am 15. März 2011 gefassten Beschluss zur Abspaltung der bei der Mühlbauer Aktiengesellschaft angesiedelten geschäftsbereichsübergreifenden administrativen Dienstleistungsfunktionen auf die MB Shared Services GmbH mit Sitz in Roding rückgängig zu machen und die MB Shared Services GmbH mit Wirkung zum 01. Januar 2013 auf die Mühlbauer Aktiengesellschaft zu verschmelzen. RISIKOBERICHTUnser Bestreben, die Marktpositionierung des Technologieunternehmens Mühlbauer weltweit weiter auszubauen, ohne hierbei die nachhaltige wertorientierte Unternehmensentwicklung aus dem Auge zu verlieren, ist mit Chancen und Risiken verbunden. Daher besteht die Risikopolitik nicht nur darin, vorhandene Chancen wahrzunehmen, sondern auch Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und unter Einsatz von angemessenen Gegenmaßnahmen zu begrenzen und zu steuern. Hierzu bedient sich das Unternehmen eines seit mehreren Jahren etablierten Chancen- und Risikomanagementsystems, das permanent weiterentwickelt und auf Effizienz geprüft wird. Die Sensibilisierung der gesamten Belegschaft, erkannte Risiken frühzeitig zu melden und zu überwachen, wird unternehmensweit kommuniziert und gelebt. In einem Risikomanagement-Handbuch wird das gesetzlich vorgeschriebene Risikomanagement ausführlich dokumentiert und kann von der gesamten Belegschaft weltweit eingesehen werden. Durch kurze Interaktionswege können neu identifizierte Risiken schnell und unbürokratisch an das Risikokomitee oder an ein Vorstandsmitglied gemeldet werden. Der Risikobericht, welcher sich aus halbjährlich durchgeführten Risikoinventuren und ergänzt durch Quartalsabfragen der risk owner über alle Unternehmen ergibt, wird zentral erstellt und dient dem Management neben weiteren Berichtselementen zur wertorientierten Steuerung des Unternehmens. Er gibt Auskunft über alle Einzelrisiken des Unternehmens, stellt die Risikoentwicklung im zeitlichen Ablauf dar und gliedert diese in einzelne Bereichsportfolios. Die Bewertung anhand der Größen Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß in Abhängigkeit zum Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wird von den jeweiligen Risikoverantwortlichen vorgenommen. Eine plausible Berechnung des möglichen Erwartungswertes mit ausführlicher Begründung, Nennung von Gegenmaßnahmen und deren zeitliche Umsetzung sind zwingend vorgeschrieben und werden in Risikokomiteesitzungen ausführlich besprochen. Die Umsetzung und Effektivität des Chancen- und Risikomanagements zu überwachen ist Aufgabe jeder Führungskraft. Gleichzeitig wird die Effizienz des Systems durch einen prozessunabhängigen Dritten anhand regelmäßiger interner Audits überprüft und weiter optimiert. Die Abschlussprüfer haben - wie bereits in den vorangegangenen Geschäftsjahren - das im Berichtsjahr praktizierte Früherkennungssystem bewertet. Sie haben festgestellt, dass es die gesetzlichen Anforderungen erfüllt. In der Mühlbauer Aktiengesellschaft sind Entwicklungen, die bestandsgefährdend sein könnten, gegenwärtig nicht zu erkennen. Insgesamt lassen sich Risiken jedoch niemals vollständig ausschließen. So könnten beispielsweise Naturkatastrophen, eine Eskalation terroristischer Aktivitäten, mögliche Pandemien oder Gesetzesänderungen bei Steuern und Zöllen in einzelnen Exportmärkten den Absatz von Technologielösungen beeinträchtigen. Ungeachtet dessen ergeben sich für das Unternehmen derzeit folgende Risiken, die geeignet sind, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft wesentlich zu beeinträchtigen. Umfeld und Branchenrisiken. Die durch die aktuelle Schulden- und Vertrauenskrise sowie die strukturellen Probleme des Euroraums ausgelöste, allgemeine Unsicherheit führt nicht nur zu Volatilitäten an den Kapitalmärkten, sondern fördert auch tendenziell die Nachfragezurückhaltung bezogen auf Investitionsgüter bei Entscheidungsträgern. Für den industriellen Geschäftsbereich ist zudem eine Wettbewerbsverschärfung durch das Agieren preisaggressiver Anbieter, vor allem aus dem asiatischen Raum, festzustellen. Diese wirtschaftliche Umfeldsituation birgt somit weiterhin das Risiko rückläufiger Nachfrage unserer Kunden aus dem industriellen Sektor, wohingegen sich die Geschäfte mit Regierungen und regierungsnahen Institutionen ungeachtet der bei solchen Projekten naturgemäß auftretenden Schwankungen stabiler erweisen sollten. Mühlbauer begegnet dieser Risikosituation mit dem fortgesetzten Ausbau seiner guten Marktpositionierung im Regierungsgeschäft durch die erfolgreiche Realisierung bedeutender Referenzprojekte und der Erweiterung von technischen Lösungen für sein Produktportfolio als Gesamtlösungsanbieter. Im Industriegeschäft wird die Marktposition durch Führerschaft beim Preis-Leistungs-Verhältnis, dem Markteinstieg in neue Technologien und Zukunftsmärkte (bspw. regenerative Energien) sowie durch die weitere Stärkung der asiatischen Standorte für Produktaktivitäten im Halbleiterbereich vorangetrieben. Sowohl im Government- als auch im Industriesektor besteht das Risiko, dass es aufgrund mangelhafter oder verspäteter Analyse des Marktgeschehens zu einer fehlenden Übereinstimmung zwischen angebotenen Produkten und Lösungen auf der einen und den Kundenbedürfnissen auf der anderen Seite kommt. Kundenunzufriedenheit ist die Folge. Durch einen aktiven Dialog mit unseren Kunden sowie intensiven internen Analysen und Recherchen zum Marktumfeld, zu den Kundenwünschen und zur Konkurrenz kann auf Entwicklungen und Bedürfnisse der Branche frühzeitig reagiert werden. Hierzu nutzen wir ein ständig aktuelles und umfassendes Informations- und Kommunikationstool sowie Analysen zu vorhandenen Marktinformationen. Um die Technologie- und Marktführerschaft in den für uns relevanten Märkten weiter ausbauen zu können, positioniert sich Mühlbauer mit seinen innovativen Maschinen- und Lösungskonzepten für gewöhnlich bereits in einem sehr frühen Stadium am Markt. Die Gefahr, dass unsere Technologien durch andere Unternehmen kopiert werden, ist daher latent gegeben. Dem möglichen Abfluss von Know-how durch Industriespionage oder durch Abwerben von Know-how Trägern wird mit verschiedensten Maßnahmen begegnet: Die kontinuierliche Beobachtung des Marktes, die Absicherung von Kerntechnologien und -verfahren durch Patente, die gezielte Weiterentwicklung unseres technologischen Vorsprungs und der weitere Ausbau unserer internationalen Organisation zählen hierbei zu den zentralen Steuerungselementen. Die Abwicklung unserer weltweiten Geschäftsaktivitäten unterliegt einer intern organisierten Exportkontrolle hinsichtlich der Lieferung von Gütern in andere Länder. Dennoch besteht aufgrund des Umfangs, der Komplexität und der permanenten Veränderungen bestehender Ausfuhrbestimmungen ein Risiko der Nichteinhaltung entsprechend geltender Vorschriften mit unterschiedlichsten Sanktionierungen als Folge. Die Implementierung von IT-Sicherheitsfeatures in unseren IT-Systemen, intensive Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Ausfuhrkontrolle sowie Mitarbeiterausbildungen zum Risikosachverhalt sind auf Seiten Mühlbauer hierfür wirkungsvolle, das Risiko minimierende Maßnahmen. Insbesondere Geschäfte mit Regierungen oder regierungsnahen Institutionen, bei denen Mühlbauer die Gesamtverantwortung übernimmt, können mit fehlenden Mindestabnahmemengen von Produkten und Dienstleistungen sowie komplexen Vertragskonstrukten verbunden sein, oftmals unter Bezugnahme auf lokal geltendes Recht. Hieraus können Vertragsrisiken resultieren, denen Mühlbauer mit vertrags- und projektspezifischen Risikoanalysen begegnet und nach Möglichkeit gegebenenfalls projektbezogene Schutzmaßnahmen zur Risikominimierung einleitet. Diese Maßnahmen erstrecken sich beginnend von der Geschäftsanbahnung, über die Vertragsunterzeichnung hinweg bis zur mehrjährigen Projektumsetzung. Aufgrund mitunter stark ambitionierter Lieferzeiten zur Bedienung von Kundenaufträgen muss Mühlbauer als Anbieter von Komplettsystemen in solchen Fällen in zunehmendem Maße Ressourcen bereits zu einem Zeitpunkt einplanen und bereitstellen, in welchem auf Kundenseite die Projektfinanzierung noch nicht vollständig gesichert ist. Besonders bei Großprojekten müssen so erhebliche liquide Mittel vorfinanziert werden, was bei einer von Mühlbauer stetig fortgesetzten Investitionsaktivität die vorhandenen Liquiditätsspielräume einengen könnte. Durch die verstärkte Einbindung der Kundenseite in Projektfinanzierungen, die Nutzung vorhandener Liquiditätsreserven und freier Barkreditlinien verfügt das Unternehmen über verschiedene Möglichkeiten, um derartigen Tendenzen entgegen wirken zu können. Zusätzlich ist das weltweite Engagement von Mühlbauer bei derartigen Projekten mit länderspezifischen Risiken verbunden. Aus gesellschaftlichen und politischen Entwicklungsprozessen heraus können in bestimmten Ländern Situationen entstehen (soziale Unruhen, Krieg, Zahlungsunfähigkeit eines Staates, Bruch rechtsbeständiger Zusagen, etc.), in denen für Mühlbauer eine Auftragsanbahnung bzw. die Auftragsabwicklung negativ beeinflusst wird. Mit einer länderspezifischen Risikobeurteilung, der Abwägung möglicher Vertragsstörungen mittels einem individuellen Chancen-/Risikoprofil und einem begleitenden Projektcontrolling mit lokaler Präsenz von Projektleitern erfolgt eine Minimierung dieses Risikos. Technologierisiken. Mangelschäden oder Mangelfolgeschäden können entstehen, wenn unsere Maschinen qualitative Mängel aufweisen, die bei der internen Produktqualifikation nicht rechtzeitig erkannt werden. Die dadurch fehlerhaft hergestellten und möglicherweise in Umlauf gebrachten Endprodukte können beim Kunden zu Produktionsausfallzeiten oder Neuproduktion führen und erhebliche Kosten verursachen, für die Mühlbauer eventuell haftbar gemacht werden kann. Als weitere Folge hieraus sind Effekte denkbar, welche den Ruf der Gesellschaft beschädigen können. Vorbeugende Maßnahmen wie die interne Produktqualifikation bei Neuentwicklungen, die Auditierung von Prozessvorentwicklungen, Unterstützung bei der Installation von Qualitätsmanagement-Systemen für die Produktion beim Kunden sowie entsprechende Vertragsgestaltungen im Hinblick auf Vermögensschäden helfen, das Risiko auf einem kontrollierbaren Niveau zu halten. Durch unzureichende oder falsche Beurteilung des aktuellen und zukünftigen Marktes kann es zu falschen Auftragsauslösungen bei Entwicklungsprojekten und/oder Maschinen kommen. Die Folgen daraus sind hohe Entwicklungskosten und kontinuierlich steigende Vorräte, welche aufgrund gegebenenfalls erforderlicher Wertberichtigungen eine Ergebnis- und Liquiditätsbelastung darstellen können. Um derartige Fehlentwicklungen zu vermeiden, stellen wir bei sämtlichen Forschungs- und Entwicklungsprojekten den Kundennutzen zwingend in den Vordergrund. Wir arbeiten in allen Phasen der Produktentwicklung eng mit Konzeptkunden zusammen. Ein Expertengremium aus den Bereichen Forschung und Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Service gibt die Richtung für Weiterentwicklungen vor und trifft Entscheidungen unter anderem auf Basis von Marktanalysen und Wirtschaftlichkeitsüberlegungen. Bei einem Unternehmen mit hohem Forschungs- und Entwicklungsanteil und einer ständigen Erweiterung des Produktportfolios steigt das Risiko, dass bei der Entwicklung neuartiger Technologielösungen fremde Schutzrechte verletzt und damit die Entwicklung, Produktion und Markteinführung neuartiger Produkte gestört werden kann. Mühlbauer schützt sich vor möglichen Schutzrechtsverletzungen, indem systematische und IT-gestützte Recherchen durchgeführt werden, um Schutzrechte Dritter zu ermitteln und zu bewerten. Expansionsrisiken. Die Internationalisierung Mühlbauers birgt das Risiko, dass für die Ingangsetzung neu gegründeter Gesellschaften bzw. Standorte neben hohen personellen Kapazitäten auch ein hoher Bedarf an liquiden Mitteln erforderlich ist, die während der Anlaufphase nicht vollständig aus organischen Einkünften der Niederlassung gedeckt werden können. Durch eine transparente Organisation verbunden mit klarer Zuordnung der Verantwortungen, einem ständigen Dialog mit der lokalen Organisation, Trainings zu den Arbeitsabläufen und Transfer der Unternehmenskultur sowie der forcierten Vermittlung des technologischen Know-hows wird diesem Risiko offensiv begegnet. IT-Risiken. IT-Risiken bestehen darin, dass aufgrund von Beeinträchtigungen der System- und Datenlandschaft ganz oder teilweise Prozesse im Unternehmen gestört werden können und dass Daten durch falsche oder unerlaubte Datenzugriffe verfälscht, zerstört oder kopiert werden. Diesen informationstechnischen Risiken begegnen wir durch regelmäßige Investitionen im Bereich Hard- und Software, den Einsatz von modernsten Virenscannern, Firewallsystemen sowie Penetrationstests durch externe Dienstleister zur Überprüfung der IT-Sicherheit. Zusätzlich orientiert sich Mühlbauer an den Anforderungen der Norm ISO/IEC 27001 (Informationssicherheitsmanagement). Die Sensibilisierung der Belegschaft in Hinblick auf Datensicherheit und Datenmissbrauch sowie ein umfassendes Berechtigungsmanagement und Verschlüsselungskonzept helfen zudem, das Risiko auf einem überschaubaren Niveau zu halten. Personalrisiken. Der Wettbewerb um hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte ist in der Branche und in den Regionen, in welchen sich Mühlbauer bewegt, nach wie vor hoch und wird speziell in Deutschland durch die beginnenden Auswirkungen des demografischen Wandels verschärft. Um seine Unternehmensstrategie umsetzen zu können, ist das Unternehmen gefordert, hochqualifiziertes Personal in einem intensiven Wettbewerbsumfeld zu finden und langfristig für das Unternehmen zu begeistern. Mühlbauer begegnet diesem Risiko mit intensiven Aus- und Weiterbildungsprogrammen von Nachwuchskräften aus den eigenen Reihen, durch individuelle und maßgeschneiderte Traineeprogramme, enge Kontakte zu ausgewählten Hochschulen, der Weiterentwicklung von loyalen Mitarbeitern zu künftigen Führungskräften sowie durch internationales Recruiting. Eingebettet in sämtliche Personalentwicklungskonzepte ist hierbei die Vermittlung der firmeneigenen Unternehmenskultur. Nachfrageschwankungen können in einigen Bereichen zu Personalüberkapazitäten führen. Um diesem Risiko möglichst ohne Entlassungen entgegenwirken zu können, setzen wir unter anderem auf einheitliche Qualifikationsstandards der Mitarbeiter, um die Belegschaft bereichsübergreifend und flexibel einsetzen zu können. Zeitlich begrenzte Verpflichtungen helfen zusätzlich, diesem Risiko entgegen zu wirken. Beschaffungsrisiken. Ziel des Einkaufs ist es, qualitativ hochwertige Rohstoffe und Leistungen termingerecht und kostenoptimal zu beschaffen. Dieser Beschaffungsprozess kann mit Preis- und Bezugsrisiken sowie Qualitätsrisiken von Lieferantenseite verbunden sein. Durch Budgetvereinbarungen für Rohmaterialen und eine praktizierte globale Beschaffungsstrategie werden Preise für definierte Zeiträume fixiert und Single-Source-Situationen relativiert. Umfassende Verfahrens- und Prüfanweisungen für den Wareneingang regeln, dass nur qualitativ einwandfreie Güter in den Fertigungs- und Montageprozess gelangen. Finanzwirtschaftliche Risiken. Mühlbauer nutzt neben einer regelmäßigen, intensiven Marktbeobachtung vertragliche Vereinbarungen und Derivate, um durch Wechselkurs- beziehungsweise Zinsschwankungen bedingte Währungsrisiken zu minimieren. Über die jeweils erwarteten Netto Cash-Flows einer Währungseinheit hinausgehenden Finanzgeschäfte in Fremdwährung werden nach Abschluss des Grundgeschäftes oder, soweit es die Markterwartung zulässt, auch zu einem späteren Zeitpunkt kursgesichert. Die fortgesetzt steigende Anzahl internationaler, großvolumiger Projekte kann zu Liquiditätsrisiken führen, die sich aus Zahlungausfällen oder -verzögerungen ergeben können. Derartige Ausfallrisiken werden durch ein mit Eskalationsprozessen ausgestattetes konsequentes Forderungsmanagement gepaart mit einer regelmäßigen Berichterstattung sowie einer umfassenden Bonitätsprüfung von Neukunden minimiert. Die Eingrenzung des Liquiditätsrisikos erfolgt mittels Abschluss von Kreditlinien bei Banken sowie dem Vorhalten von Liquiditätsreserven. In Bezug auf die in § 289 Abs. 2 HGB kodifizierten Angabepflichten zum Chancen- und Risikomanagement im Hinblick auf die Verwendung von Finanzinstrumenten verweisen wir auch auf die entsprechenden Ausführungen im Anhang des Jahresabschlusses unter 14 "Derivate Finanzinstrumente". Sonstige Risiken. Gegen externe Einflüsse wie Sturm, Wasser oder Brand schützt sich Mühlbauer durch ein umfangreiches Versicherungspaket, das regelmäßig geprüft und bedarfsorientiert angepasst wird. PROGNOSEBERICHTWeltwirtschaft. Solange keine endgültige Lösung für die europäische Wirtschaftskrise sowie den Haushaltsstreit der USA in Sicht ist, sind die Prognosen für den weiteren Verlauf der globalen Konjunktur geprägt von einem hohen Maß und Unsicherheit und Unzuverlässigkeit. Auch wenn die Weltbank die Gefahr einer schweren Wirtschaftskrise als weitestgehend gebannt sieht, muss sich die Weltwirtschaft ihrer Meinung nach trotzdem auf ein weiteres enttäuschendes Jahr einstellen. Vor allem die anhaltende Schwäche in den Industrienationen trübe die Aussichten für eine schnelle Verbesserung und eine Rückkehr zu einem stabileren Wachstum. Daher senkte die Weltbank ihre globale Konjunkturprognose für dieses Jahr auf ein Plus von 2,4 Prozent. Erst 2014 sehe es mit 3,1 Prozent wieder deutlich besser aus. Schwierig werden die kommenden Jahre vor allem für die Länder der Eurozone. Neben der Schuldenkrise müssen auch die hohe Arbeitslosigkeit, die Exportprobleme und die Wettbewerbsnachteile gelöst werden, um das Wachstum erhöhen zu können. Daher erwarte die Weltbank für 2013 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,1 Prozent. Erst 2014 sieht die Organisation die Eurozone mit einer Zunahme des BIP um 0,9 Prozent wieder deutlich im Aufwärtstrend. Wachstumsmotor für die globale und europäische Wirtschaft bleiben die Schwellen- und Entwicklungsländer wie China. Zwar wuchs die Konjunktur der Volkswirtschaft im vergangenen Jahr so langsam wie seit 13 Jahren nicht mehr, jedoch sieht die Weltbank in diesem Jahr mit einem Wachstum von 8,4 Prozent eine zwischenzeitliche Erholung der chinesischen Wirtschaft. Doch nicht alle Prognosen sind gleichermaßen optimistisch. So rechnen beispielsweise die Volkswirte der Citigroup 2013 lediglich mit einem Wachstum des BIP von 7,8 Prozent. 2014 geht dann auch die Weltbank wieder von einer Verlangsamung des Wachstumstempos in China aus. Auch das Wachstum in den USA wird sich laut Weltbank verlangsamen. Volkswirte rechnen aufgrund der verbleibenden Belastungen aufgrund des Haushaltsstreits mit einer Abschwächung der Expansion der weltgrößten Volkswirtschaft und prognostiziert ein Wachstum von nur 1,9 Prozent in diesem Jahr. Nach dem verhaltenen Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr in Deutschland fallen auch die Prognosen für 2013 vorsichtig aus. So geht die Bundesbank - genauso wie die Bundesregierung - von einem Plus von nur 0,4 Prozent aus. Nach wie vor stellt die noch nicht ausgestandene Schuldenkrise der Eurozone, in der sich die deutsche Wirtschaft im Vergleich zu anderen Ländern bisher als durchaus robust präsentierte, das größte Risiko für die Bundesrepublik dar. Einen echten Aufschwung prognostizieren die Forscher dann für 2014. So sieht beispielsweise die Commerzbank das Wachstum bei 2,5 Prozent, die Bundesregierung zumindest bei 1,6 Prozent. Jedoch gelten derart lange Prognosen unter Ökonomen grundsätzlich als relativ unzuverlässig, was durch die unsichere Lage im Euroraum noch verstärkt wird. BRANCHENENTWICKLUNGCards & TECURITY®. Im Geschäftsfeld Cards & TECURITY® wird auch künftig eine hohe Nachfrage nach Smart Cards prognostiziert. So rechnen Analysten von Eurosmart für 2013 mit einem Anstieg der ausgelieferten Smart Secure Devices auf ca. 7,7 Milliarden Einheiten. Das sind rund 0,7 Milliarden mehr als noch im vergangenen Jahr. Das beherrschende Thema und damit auch der größte und wichtigste Treiber im Kerngeschäft des Mühlbauer Konzerns ist nach wie vorher der Aspekt der Sicherheit. Im TECURITY®-nahen Regierungsmarkt stehen Regierungen und Behörden in der Verantwortung, den Bürgern Identitäts- und Reisedokumente zur Verfügung zu stellen, die höchsten Sicherheitsansprüchen genügen. In Zeiten, in denen das Bedürfnis und der Anspruch von Bürgern nach beinahe uneingeschränkter Mobilität kontinuierlich zunimmt, steigen auch die Anforderungen nach modernen und hochkomplexen Technologien zur Herstellung innovativer und fälschungssicheren eID-Dokumenten. Gleichzeitig sind die Behörden danach bestrebt, den Bürgern ein Höchstmaß an Komfort zu gewährleisten, was jedoch nicht in Konflikt mit dem Anspruch nach höchstmöglicher Sicherheit geraten darf. Dies verlangt auch in Zukunft nach modernsten Lösungen, welche sowohl dem Anspruch nach Sicherheit, als auch Forderungen nach Effizient, Komfort und Mobilität genügen. Wichtig in diesem Zusammen sind die fortschreitende Einführung bzw. Weiterentwicklung des sogenannten eGovernments. Während in Ländern wie Österreich oder Schweden bereits rund 70 Prozent der Bürger Services des eGovernments nutzen, liegt die Zahl der Nutzer in Deutschland laut einer regierungsgeförderten Studie bei nur 45 Prozent. Der Zuwachs von fünf Prozent im letzten Jahr verdeutlicht jedoch, dass das Angebot zur effizienteren und komfortableren Gestaltung von Regierungsprozessen durch eGovernment von den Bürgern immer besser angenommen und so auch künftig der Bedarf nach Anbieter, welche in der Lage sind, den gesamten Prozess zu begleiten, steigen wird. Auch der Markt für vollautomatische Grenz- und Zugangskontrollen birgt großes Potential. Die Anzahl der Reisenden steigt weltweit von Jahr zu Jahr. Mussten 2009 noch 2,5 Milliarden Flugreisende an den Flughäfen abgefertigt werden, so wird sich diese Zahl laut dem internationalen Luftfahrtverband IATA bis 2014 um 800 Millionen Menschen auf 3,3 Milliarden Passagiere erhöhen. Dies stellt die Grenzkontrollen vor große Herausforderungen und verlangt nach Systemen, die bei höchstmöglicher Sicherheit innerhalb kürzester Zeit eine möglichst große Zahl an Reisenden abfertigen können. Diese Ansprüche bedient Mühlbauer mit seiner FastGate Serie, deren Produkte höchste Standards bezüglich der Sicherheit mit einem Höchstmaß an Komfort und Effizienz verbinden und so optimale Lösungen im Bereich der Grenz- und Zugangskontrollen bieten. Im Industriegeschäft wird der Bedarf nach modernen Dual-Interface-Karten in den kommenden Jahren deutlich zunehmen. Das Marktforschungsinstitut IMS schätzt den Anteil an Dual-Interface-Karten am weltweiten Markt für Bezahlkarten auf 672 Millionen Stück bzw. 19 Prozent in 2012. Der Anteil soll sich bis 2017 auf 6,1 Milliarden Stück bzw. 71 Prozent Marktanteil erhöhen. Auch nimmt der Faktor Near-Field-Communication (NFC) einen immer bedeutenderen Stellenwert ein. Haben im vergangenen Jahr bereits einige Banken auf NFC-Technologie basierende Bankkarten an ihre Kunden zu Testzwecken ausgegeben, dürfte in einem nächsten Schritt bei einigen Bankinstituten die flächendeckende Einführung dieser folgen. Wie schon in den vergangenen Jahren wird auch der Nachfrage nach Mobilfunkkarten aus den Entwicklungs- und Schwellenländern ein kontinuierliches Wachstumspotential prognostiziert. Laut einer Marktstudie werden die Umsätze mit mobilen Kommunikationsdiensten bis 2014 auf 340 Milliarden US-Dollar ansteigen, wovon 36 Prozent auf die 15 größten Schwellenländer entfallen werden. Semiconductor Related Products. Während sich die Halbleiterbranche im vergangenen Jahr aufgrund des konjunkturellen Umfelds noch rückläufig zeigte, rechnen die Experten von Gartner für 2013 wieder mit einem Wachstum. So gehen die Analysten des Marktforschungsinstituts davon aus, dass der Markt für Halbleiterprodukte 2013 auf 311 Milliarden Dollar ansteigen wird. 2014 halten die Marktforscher dann sogar ein Wachstum von 9,9 Prozent auf ein Verkaufsvolumen von 342 Milliarden Dollar für möglich. Die größten Impulse für die Branche versprechen sich die Spezialisten vom Markt für mobile Kommunikation. So sollen die Verkaufszahlen für Tablet-PCs und Smartphones 2013 um 38,5 bzw. 33 Prozent ansteigen. Ein beachtliches Wachstum wird dem Markt für RFID-Anwendungen prognostiziert. Verzeichnete die RFID-Industrie schon 2012 ein Plus von knapp 900 Millionen Dollar im Vergleich zu 2011, so wird der Markt laut dem Marktforschungsinstitut ABI Research bis 2017 jährlich um 20 Prozent wachsen. An Stellenwert gewinnen wird die RFID-Technologie im Einzelhandel, so dass dieses Marktsegment bis 2015 wohl zum wichtigsten Treiber in der Branche wird. Auch im Government-Sektor wird RFID immer wichtiger: Die Zahl moderner, auf RFID-Technik basierender Dokumente nimmt kontinuierlich zu und wird somit dem RFID-Markt auch in diesem Bereich ein Wachstum bescheren. Ebenfalls im Aufwind befindet sich der Bereich RFID-Ticketing. Egal ob Eintrittskarten, Skipässe oder Zutrittskarten für den Personenverkehr - aufgrund der hohen Effizienz und der damit einhergehenden Kostenvorteile wird die Transformation herkömmlicher Tickets hin zu RFID-Tickets in den kommenden Jahren weiter voranschreiten. Die Solarbranche befindet sich laut dem Marktforschungsinstitut IHS iSuppli momentan in einem umfassenden Wandlungsprozess, der einerseits von sinkenden Preisen, andererseits von internationalen Handelsstreitigkeiten gekennzeichnet ist. Vor allem die mit Dumpingpreisen aufwartenden, staatlich subventionierten chinesischen Hersteller belasten den westlichen Markt und führten zu einer Pleite- und Konsolidierungswelle. So werden sich die Konsolidierungen unter den Herstellern von Solarmodulen auch im Jahr 2013 fortsetzen. Laut IHS wird der weltweite Photovoltaikmarkt in diesem Jahr zwar zweistellige Zubauzahlen erreichen, jedoch werden die Einnahmen auf rund 57 Milliarden Euro sinken. In Zeiten eines gewachsenen Umwelt- und Ressourcenbewusstseins sowie stetig steigender Strompreise wird die Energiegewinnung aus erneuerbaren Ressourcen - allen voran der Solarkraft - langfristig immer mehr an Bedeutung gewinnen. Jedoch verlangen die Verbraucher nach neuen, fortschrittlichen Lösungen, die den Bedürfnissen der modernen Welt nach erhöhter Flexibilität und Mobilität Rechnung tragen. Flexible Dünnfilm-Solarzellen werden diesem Bedarf gerecht und bieten neben zahlreichen Vorzügen in der Anwendung auch große Vorteile in der Produktion, beispielsweise eine enorme Kosteneinsparung gegenüber der Fertigung konventioneller Solaranlagen. Aus diesen Gründen wird dem Markt für flexible Solarmodule mittel- bis langfristig ein großes Potential prognostiziert. PROGNOSE DER GESCHÄFTSBEREICHECards & TECURITY®. Schnelligkeit, Effizienz und Sicherheit - diese Aspekte miteinander in Einklang zu bringen, ohne einen von ihnen zu vernachlässigen, stellt eine der größten Herausforderungen für das Geschäftsfeld Cards & TECURITY® dar. Unbestritten unter Experten ist, dass in den nächsten Jahren das Bedürfnis der Menschen nach Mobilität und damit auch das Reiseaufkommen weltweit weiter zunehmen werden. Infolge dessen steigt auch kontinuierlich der Bedarf an modernen ID-Dokumenten sowie an Systemen, die effiziente und sichere Grenz- bzw. Zutrittskontrollen garantieren. Mit seiner FastGate-Serie bietet Mühlbauer hier innovative und effiziente Lösungen, die es ermöglichen, große Passagierzahlen innerhalb kürzester Zeit abzufertigen - ohne dabei den Faktor Sicherheit zu vernachlässigen. Zudem stellt Mühlbauer in seinem breiten Produktportfolio neueste Technologien zur Produktion von ID-Dokumenten zur Verfügung, die höchsten Ansprüchen bezüglich Sicherheit und Fälschungsschutz garantieren. Die umfassende Auswahl verschiedenster Sicherheitsmerkmale macht es möglich, dass - je nach Bedarf - sowohl die internationalen als auch die länderspezifischen Anforderungen gewährleistet werden und die Dokumente somit gemäß den individuellen Sicherheitsbestimmungen bedarfsgerecht gestaltet werden können. Vor allem in Kombination dieser beiden Mühlbauer-Produkte gelingt es, die Verwaltungsprozesse merklich zu entschlacken, damit wesentlich effizienter zu gestalten und somit Kosten und Bürokratie einzusparen. Diese Trends zur Entbürokratisierung spiegeln sich auch in der anhaltenden Einführung des sogenannten eGovernments wider, wo sich Mühlbauer durch seine Erfahrung im Regierungsgeschäft eine optimale Ausgangsposition geschaffen hat, so dass das Unternehmen auch von dieser Entwicklung zunehmend profitieren wird. Aufgrund seiner im Markt einzigartigen Lösungsphilosophie, welche den Kunden der Mühlbauer Group den Transfer von modernster Technologie und fundiertem Know-How aus einer Hand garantiert, sowie seiner über die Jahre gewonnenen Expertise und Kompetenz befindet sich die Mühlbauer Group in einer hervorragenden Ausgangsposition, um sich auch künftig in einem zunehmend rauer werdenden Marktumfeld gegenüber seinen Wettbewerbern behaupten und seine Marktanteile kontinuierlich ausbauen zu können. Im Industriegeschäft profitiert Mühlbauer - analog zur Branchenentwicklung - von der fortschreitenden Transformation herkömmlicher Bankkarten hin zu Dual-Interface-Karten sowie der hohen Nachfrage nach Sim/UMTS-Karten aus den Entwicklungs- und Schwellenländern. Durch seine langjährige Erfahrung und Kompetenz im Bereich der Produktionslösungen für Smart Cards sowie seiner Marktposition, die sich der Konzern über die Jahre erarbeitet hat, hat sich das Unternehmen auch im Industriegeschäft seines Geschäftsfelds Cards & TECURITY® eine optimale Ausgangsbasis geschaffen, um aus der aktuellen Marktsituation überdurchschnittlich Profit schlagen zu können. Semiconductor Related Products. Wie schnelllebig die Entwicklungen des extrem volatilen Halbleitermarkts sind, zeigte sich insbesondere wieder im vergangenen Jahr. Während der Markt im ersten Halbjahr 2012 - speziell getrieben durch die Smartphone- und Tablet-Technologie - einen regelrechten Boom erlebte, von welchem Mühlbauer überdurchschnittlich profitieren konnte, so kühlte das Geschäft in der zweiten Jahreshälfte deutlich ab. Zum Ende des Jahres zeigte sich wieder eine leichte Aufwärtstendenz, welche in das Jahr 2013 hineinreichen wird. Durch seine langjährige Erfahrung und der dadurch erworbenen Kompetenz sieht sich Mühlbauer als Nischenanbieter im Backend-Geschäft gut positioniert, um den natürlichen Marktschwankungen erfolgreich begegnen und seine Marktposition im Backend-Bereich langfristig und nachhaltig ausbauen zu können. Der extreme Preisdruck, der in der konventionellen Solarindustrie vorherrscht, hat auch Auswirkungen auf die Markteinführung für flexible Dünnfilm-Solarmodule. Da die Preise herkömmlicher Solaranlagen momentan - insbesondere durch den Wettbewerbsdruck durch staatlich subventionierte chinesische Hersteller - im Keller sind, verzögert sich die Einführung innovativer Produkte mit neuer und dadurch auch aktuell noch teurerer Technologie, so dass auch im kommenden Jahr mit einer zurückhaltenden und vorsichtigen Entwicklung gerechnet werden muss. Langfristig wird der Technologie für flexible Solarzellen jedoch weiterhin enormes Potential eingeräumt. Mühlbauer besitzt im Bereich von Automatisationslösungen zur Konfektionierung und Weiterverarbeitung dieser Dünnfilm-Solarmodule eine führende Position und wird daher zu gegebener Zeit vom erwarteten Durchbruch dieser Technologie überdurchschnittlich profitieren können. Während sich das vergangene Jahr im RFID-Bereich eher verhalten präsentierte, zeigte sich schon zu Beginn des Jahres 2013, dass im aktuellen Jahr wieder mit einer deutlich erhöhten Nachfrage nach RFID-basierten Lösungen gerechnet werden kann. Wie schon in der Vergangenheit wird der Retail-Sektor, insbesondere der Apparel-Bereich, der wichtigste Treiber im Markt bleiben. Mühlbauer wird aufgrund seiner Technologieführerschaft, welche durch stetige Innovationen kontinuierlich ausgebaut wird, in der Lage sein, aus dem prognostizierten Wachstum des RFID-Marktes überdurchschnittlich Profit zu schlagen. Zusammenfassung des Ausblicks. Insgesamt schätzt Mühlbauer die Marktentwicklung für das kommende Geschäftsjahr positiv ein. Die Nachfrage nach Technologie- und Softwarelösungen wird, bedingt durch das starke Interesse, Menschen sowohl mehr Sicherheit als auch Mobilität zu bieten, weiter wachsen. Auch das Thema eGovernment erfasst immer mehr das Regierungsgeschäft, was dazu führen wird, dass die Halbwertszeit von ID-Dokumenten weiter verkürzt wird. Weiterhin positiv sind auch die Erwartungen für den halbleiternahen Geschäftsbereich Semiconductor Related Products. Nach der deutlichen Abkühlung des Backend-Geschäftes in der zweiten Jahreshälfte 2012 zeigt sich seit Ende letzten Jahres wieder eine leichte Aufwärtstendenz, welche aller Voraussicht nach in das Jahr 2013 hineinreichen wird. In Verbindung mit der seit Jahresbeginn 2013 zu verzeichnenden Nachfrageerhöhung nach RFID-basierten Lösungen, insbesondere getrieben für den Retail-Bereich, und unserer sehr guten Positionierung in Nischenmärkten der Halbleiterindustrie gehen wir derzeit davon aus, dass sich der Geschäftsbereich Semiconductor Related Products auf hohem Niveau weiter entwickeln wird. Risiken, welche unsere Erwartungshaltung negativ beeinflussen können, sehen wir besonders in den traditionell vorherrschenden Unwägbarkeiten und der Projektlastigkeit im Regierungsgeschäft sowie der Eintrübung von Branchen- und/oder Konjunkturaussichten. Auf der Basis der prognostizierten Marktentwicklung geht der Technologiekonzern Mühlbauer für die kommenden beiden Jahre von einem weiter steigenden Umsatz aus. Die bereits im Vorjahr in Angriff genommenen Maßnahmen, eingefahrene Bahnen aufzubrechen, neue Wege zu beschreiten und die Effizienz zu steigern, um dadurch das Unternehmen für eine erfolgreiche Zukunft fit zu machen, werden konsequent weiter weiterverfolgt. Für das laufende Jahr erwarten wir ein besseres Ergebnis als im Vorjahr und im Folgejahr weiteres Wachstum. Die Investitionsausgaben für das kommende Jahr werden bei ca. 3 Mio. EUR liegen. BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMENDer vom Vorstand erstellte Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG enthält folgende abschließende Erklärung: SCHLUSSERKLÄRUNGDie Gesellschaft hat bei allen im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften im Geschäftsjahr nach den Umständen, die ihr in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, jeweils eine angemessene Gegenleistung erhalten. Andere Maßnahmen wurden im Geschäftsjahr nicht getroffen oder unterlassen. WICHTIGER HINWEISDieser Lagebericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen; Aussagen, die nicht auf historischen Tatsachen, sondern auf aktuellen Planungen, Annahmen und Schätzungen beruhen. Zukunftsaussagen sind immer nur für den Zeitpunkt gültig, zu dem sie gemacht werden. Mühlbauer übernimmt keine Verpflichtung, diese beim Auftreten neuer Informationen zu überarbeiten. Zukunftsaussagen unterliegen immer Risiken und Unsicherheiten. Wir möchten Sie diesbezüglich deutlich darauf hinweisen, dass eine Reihe von Faktoren die tatsächlichen Ergebnisse dahingehend beeinflussen können, dass diese von den prognostizierten wesentlich abweichen. Einige dieser Faktoren sind im Abschnitt "Risikobericht" und in weiteren Teilen dieses Berichts beschrieben. Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den Jahresabschluss --bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang-- unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Mühlbauer Aktiengesellschaft, Roding, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
München, den 14. März 2013 KPMG
AG
Waubke, Wirtschaftsprüfer Mühlhuber, Wirtschaftsprüfer Beschlussfassung über die Verwendung des BilanzgewinnsVorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, folgendes zu beschließen: "Der im Jahresabschluss ausgewiesene Bilanzgewinn von Euro 41.402.432,74 wird in Höhe von Euro 30.000.000,00 (davon ist ein Teilbetrag in Höhe von Euro 14.036.204,87 aus der Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB enthalten) als Dividende an den Alleinaktionär ausgeschüttet und in Höhe von Euro 11.402.432,74 auf neue Rechnung vorgetragen. Die Dividende ist in zwei Teilbeträgen wie folgt zahlbar: Euro 15.000.000,00 am 15. März 2013 sowie Euro 15.000.000,00 am 16. Mai 2013." Die Hauptversammlung stimmte dem Vorschlag einstimmig zu. Der Vorsitzende stellte fest, dass der Vorschlag einstimmig angenommen wurde. Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Damen und Herren, verehrte Aktionärin, die Mühlbauer Aktiengesellschaft blickt auf ein intensives und anspruchsvolles Jahr zurück, welches von selbstkritischer Hinterfragung der Prozesse und der systematischen Ausrichtung der Abläufe und Verfahren auf die Zukunft geprägt war. Parallel hierzu wurden die Umsatzerlöse bei im Vergleich zum Vorjahr annähernd gleichem Auftragseingang von EUR 142,8 Mio. deutlich auf EUR 172,5 Mio. gesteigert. Die Gesamtleistung sank trotz der im Geschäftsjahr erzielten Umsatzsteigerung aufgrund vorgenommener Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen um EUR 6,3 Mio. auf EUR 152,2 Mio. (Vorjahr EUR 158,5 Mio.). Diese Wertberichtigungen, welche vor allem aus der zu verzeichnenden Wettbewerbsverschärfung durch preisaggressive Anbieter aus Asien resultieren, sowie höhere Abschreibungen auf Investitionszuwächse führten im Wesentlichen dazu, dass das operative Ergebnis 2012 mit EUR 0,5 Mio. deutlich unter Vorjahr (EUR 12,0 Mio.) notiert, während der operative Cashflow mit EUR +25,2 Mio. um EUR +11,5 Mio. über dem Vorjahreswert von EUR +13,7 Mio. notiert. Begleitung des Vorstands und des Unternehmens Der Aufsichtsrat nahm in 2012 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Prüfungs- und Kontrollaufgaben mit der gebotenen Sorgfalt wahr. Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens beraten und dabei die Geschäftsentwicklung des Unternehmens begleitet und überwacht. Bei wesentlichen Fragestellungen das Unternehmen betreffend war der Aufsichtsrat eingebunden. Zusätzlich zu persönlichen Kontakten mit einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern hat der Vorstand mit schriftlichen Berichten das gesamte Gremium regelmäßig über die Entwicklung von Umsatz, Ertrag und Liquidität sowie die Erfüllung der Planungen der Gesellschaften informiert. In den Sitzungen des Aufsichtsrats im Jahresverlauf haben wir jeweils die aktuelle Quartalsentwicklung, die kurz- und mittelfristigen geschäftlichen Perspektiven besprochen und die langfristige Wachstums- und Ertragsstrategie diskutiert. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat über alle für das Unternehmen relevanten Risiken und das Risikomanagement. Besprochen und diskutiert wurde wiederkehrend auch die SAP-Einführung im Konzern sowie die Weiterentwicklung des Unternehmens in Bezug auf Compliance. Auf Basis der Berichte des Vorstands hat der Aufsichtsrat die Arbeit des Vorstands begleitet. Es wurden keine Ausschüsse gebildet. Aufsichtsrat und Vorstand waren - mit Ausnahme eines Aufsichtsrats- und eines Vorstandsmitglieds bei jeweils einer Sitzung - bei allen Aufsichtsratssitzungen vollständig anwesend. Sitzungen des Aufsichtsrats und Zusammensetzung Der Aufsichtsrat hat sich in vier ordentlichen Sitzungen - 16. April (Bilanzsitzung für den Abschluss 2011), 17. Juli, 25. September und 11. Dezember 2012 - eingehend über die Lage und Entwicklung des Unternehmens, die strategische Unternehmensplanung und die wesentlichen Geschäftsvorfälle unterrichtet. In der Bilanzsitzung hat das Gremium, unter Teilnahme des bestellten Wirtschaftsprüfers, den Jahresabschluss der Mühlbauer Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2012 mit dem Vorstand und dem Wirtschaftsprüfer diskutiert sowie dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands zugestimmt. Als weitere wesentliche Bereiche der Überprüfungs- und Beratungstätigkeit haben sich im Zeitraum dieses Berichts ergeben: -Übernahme großvolumiger Projektverträge durch die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften; -Darlehensgewährung der Gesellschaft an die MBO GmbH und die Mühlbauer ID Services GmbH; -Überarbeitung des Compliance Systems; -SAP-Einführung; -Recruiting von Führungskräften; -Struktur- und Organisationsentwicklung; -Kontroll- und Risikomanagementsystem; -Verschmelzung der MB Shared Services GmbH. Im Geschäftsjahr 2012 gab es keine personellen Veränderungen im Aufsichtsrat. RechnungslegungAls Abschlussprüfer wurde von der Hauptversammlung die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München gewählt und vom Aufsichtsrat beauftragt. Der Abschlussprüfer hat den Jahresabschluss der Mühlbauer Aktiengesellschaft zum 31. Dezember 2012 sowie den Lagebericht unter Einbeziehung der Buchführung geprüft und mit uneingeschränkten Prüfungsvermerken versehen. Darüber hinaus hat der Abschlussprüfer das bei der Gesellschaft bestehende Risikofrüherkennungssystem nach § 317 Abs. 4 HGB geprüft und als Ergebnis seiner Prüfung festgestellt, dass den gesetzlich festgelegten Verpflichtungen der Geschäftsführung Rechnung getragen wird. Am 14. März 2013 fand die Bilanzsitzung des Aufsichtsrats statt. In dieser Sitzung wurden insbesondere der Jahresabschluss und der Lagebericht erörtert. Die entsprechenden Vorlagen wurden den Aufsichtsratsmitgliedern im Vorfeld der Sitzung ausgehändigt. Der Abschlussprüfer war bei der Beratung des Jahresabschlusses und des Lageberichts im Aufsichtsrat anwesend, berichtete ausführlich über den Verlauf und die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und stand für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Nach eigener Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts stimmte der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfungen durch den Abschlussprüfer zu. Einwendungen hat der Aufsichtsrat nicht erhoben. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Lagebericht 2012 auf der Bilanzsitzung am 14. März 2013 ausdrücklich gebilligt. Der Jahresabschluss der Mühlbauer Aktiengesellschaft zum 31. Dezember 2012 ist damit festgestellt (§ 172 Abs. 1 AktG). Der Aufsichtsrat schließt sich dem Vorschlag des Vorstands an, den Bilanzgewinn in Höhe von EUR 41.402.432,74 zur Zahlung einer Dividende in Höhe von insgesamt EUR 30.000.000,00 (davon ist ein Teilbetrag in Höhe von Euro 14.036.204,87 aus der Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB enthalten) zu verwenden. Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von EUR 11.402.432,74 wird auf neue Rechnung vorgetragen. Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen Der Abschlussprüfer hat gleichfalls den vom Vorstand gemäß § 312 AktG aufgestellten Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2012 geprüft und über das Ergebnis der Prüfung berichtet. Hierzu wurde folgender Bestätigungsvermerk erteilt: "Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war." Der Aufsichtsrat hat den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2012 geprüft und in seiner Sitzung vom 14. März 2013 erörtert. Er hat gegen die Erklärung des Vorstands und das Ergebnis der Prüfung des Abschlussprüfers keine Einwendungen erhoben. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren engagierten Einsatz im Geschäftsjahr 2012.
München, den 14. März 2013 Für den Aufsichtsrat Josef Mühlbauer, Vorsitzender |
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