Model Logistik GmbH
Selbe AdresseErbringung von Logistikdienstleistungen
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Jens Pfaffenbach seit 27.1.2025 | Geschäftsführer |
Elisabeth Model seit 21.3.2017 | Geschäftsführer |
Daniel Dr. Model seit 21.3.2017 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Model AG | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Model Beteiligungen GmbHBad BentheimJahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023KONZERNBILANZ zum 31. Dezember 2023AKTIVA
PASSIVA
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
KONZERN-EIGENKAPITALSPIEGEL für 2023
KONZERNANHANG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023I. Allgemeine Angaben Die Model Beteiligungen GmbH hat ihren Sitz in Bad Bentheim. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Osnabrück unter HRB 211346 eingetragen. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht 2023 werden von der Model Beteiligungen GmbH, Bad Bentheim, als Mutterunternehmen pflichtgemäß nach § 290 HGB aufgestellt. Dieser Konzernabschluss hat befreiende Wirkung gemäß § 264 Abs. 3 HGB für die Model GmbH, Bad Bentheim, die Model Logistik GmbH, Bad Bentheim, und die Model Sachsen Papier GmbH, Eilenburg, da im Geschäftsjahr 2023 für alle Gesellschaften ein Ergebnisabführungsvertrag mit der Model Beteiligungen GmbH besteht. II. Form und Inhalt des Konzernabschlusses Für den Konzernabschluss werden die Vorschriften der §§ 290 bis 315 HGB angewendet. Für die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist das Gesamtkostenverfahren gewählt worden. Geschäftsjahr war das Kalenderjahr. Konsolidierungskreis In den vorliegenden Konzernabschluss sind die Model Sachsen Papier GmbH, die Model GmbH sowie deren 100%-tige Tochtergesellschaft, die Model Logistik GmbH, einbezogen worden, da der Model Beteiligungen GmbH direkt bzw. indirekt die Mehrheit der Stimmrechte gemäß § 290 Abs. 2 HGB zusteht.
Die Model Beteiligungen GmbH wird in den Konzernabschluss der Model Holding AG, Weinfelden/Schweiz, als größtem Konzernkreis einbezogen. Die einbezogenen Unternehmen Model GmbH, Model Logistik GmbH und Model Sachsen Papier GmbH haben für das Geschäftsjahr 2023 den 31. Dezember als Abschlussstichtag. Abweichend dazu hatte die Model Sachsen Papier GmbH im Vorjahr ein abweichendes Geschäftsjahr vom 1. August 2021 bis zum 31. Juli 2022 sowie ein Rumpfwirtschaftsjahr vom 1. August 2022 bis zum 31. Dezember 2022. Zur korrekten Einbeziehung der Gesellschaft in den Konzernabschluss 2022 wurde das Ergebnis der Model Sachsen Papier GmbH für den Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 berücksichtigt. Konsolidierungsgrundsätze Kapitalkonsolidierung Die Kapitalkonsolidierung wurde unter Anwendung der Neubewertungsmethode vorgenommen (§ 301 Abs. 1 Satz 2 HGB). Die Anschaffungskosten für die Anteile an Tochterunternehmen werden mit dem entsprechenden anteiligen Eigenkapital zum Zeitpunkt der erstmaligen Konsolidierung verrechnet. Bei der Neubewertungsmethode erfolgt eine Neubewertung der Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens, bei der alle stillen Reserven vollständig aufgedeckt werden. Verbleibt nach der Verrechnung der Beteiligung mit dem anteiligen neubewerteten Eigenkapital eine aktivische oder passivische Differenz, stellt dieser Unterschiedsbetrag einen Geschäfts- oder Firmenwert oder einen passivischen Unterschiedsbetrag dar. Zwischenergebnis-Eliminierung Soweit bei konzerninternen Verkäufen von Sachanlagegegenständen Buchgewinne oder Buchverluste entstanden sind, wurden diese eliminiert. Die Gesellschaft machte vom Wahlrecht gemäß § 304 Abs. 1 HGB Gebrauch. Sonstige Konsolidierungsmaßnahmen und -verfahren Die Schuldenkonsolidierung wurde gemäß § 303 HGB erfolgsneutral vorgenommen. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind die Aufwendungen und Erträge nach Verrechnung von konzerninternen Vorgängen gemäß § 305 HGB ausgewiesen. Latente Steuern Auf Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen der Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten wurden Steuerabgrenzungen gemäß § 306 HGB insoweit vorgenommen, als sich die Differenzen in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich wieder ausgleichen. Die ausgewiesenen aktiven latenten Steuern resultieren aus temporären Differenzen, Zinsvorträgen und steuerlichen Verlustvorträgen. Wesentliche Bewertungs- und Konsolidierungsgrundlagen und deren Änderung Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden gemäß § 308 Abs. 1 Satz 1 HGB einheitlich die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Model Beteiligungen GmbH (Mutterunternehmen) zugrunde gelegt. Eine von den einbezogenen Jahresabschlüssen abweichende Ausübung von Bewertungswahlrechten im Konzernabschluss (§ 308 Abs. 1 Satz 2 HGB) ist nicht erfolgt. Die Erstkonsolidierung zum 1. Januar 2016 wurde als Vollkonsolidierung nach der Neubewertungsmethode (§ 301 Abs. 1 Satz 2 HGB) durchgeführt. Die wesentlichen Anlageposten werden nach folgenden Nutzungsdauern abgeschrieben:
Bereits im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 wurde - neben der planmäßigen Folgeabschreibung aus der Kaufpreisallokation - der Restbuchwert des Geschäfts- oder Firmenwertes in Höhe von TEUR 20.533 aufgrund einer Abwertung der Beteiligung an der Model GmbH komplett abgeschrieben. Aus demselben Grund wurde auch der Kundenstamm neben der regulären jährlichen Abschreibung um zusätzliche TEUR 9.113 abgeschrieben. Das Gesamtvolumen der Folgeabschreibungen aus der Kaufpreisallokation betrug im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 somit TEUR 0. Im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 wurden - wie schon in 2022 - keine außerplanmäßigen Abschreibungen vorgenommen. Der Kundenstamm wurde bereits im Jahr 2021 vollständig abgeschrieben. Die verbleibenden planmäßigen Folgeabschreibungen aus der Kaufpreisallokation der Model GmbH belaufen sich im Geschäftsjahr 2023 auf:
Die Schuldenkonsolidierung erfolgt gemäß der gesetzlichen Grundlage (§ 303 Abs. 1 HGB) durch Eliminierung der Forderungen mit den entsprechenden Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Die Aufwands- und Ertragskonsolidierung erfolgt gemäß § 305 Abs. 1 HGB durch Verrechnung der Umsatzerlöse und sonstigen betrieblichen Erträge zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen mit den auf sie entfallenden Aufwendungen. Zinserträge und Ergebnisabführungen sind ebenso mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet worden. Aus der Steuerabgrenzung i. S. d. § 306 HGB ergab sich im Berichtsjahr 2023 ein Steuerertrag aus der Bildung von aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 3.932. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden grundsätzlich unverändert angewendet. III. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften Die in den Konzernabschluss übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden der Einzelgesellschaften mussten nicht im Wege des § 308 HGB an eine konzerneinheitliche Bewertung angepasst werden, da die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden grundsätzlich einheitlich sind. Davon abweichende Methoden sind im Anhang separat aufgeführt und erläutert. Folgende Bewertungsmethoden kamen zur Anwendung: Immaterielle Vermögensgegenstände Die hierunter ausgewiesenen Lizenzen und Schutzrechte sind zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen (bei einer voraussichtlichen Nutzungsdauer von bis zu acht Jahren) ausgewiesen. Der im Rahmen des Unternehmenserwerbs der Model GmbH entstandene Geschäfts- oder Firmenwert wurde über eine planmäßige Nutzungsdauer von zehn Jahren und der Kundenstamm über acht Jahre abgeschrieben; in den Geschäftsjahren 2019 bis 2023 erfolgten im Gegensatz zum Geschäftsjahr 2018 keine außerplanmäßigen Abschreibungen. Im Rahmen des Unternehmenserwerbs der Model Sachsen Papier GmbH entstand kein immaterieller Vermögensgegenstand. Sachanlagen Die Sachanlagen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen sind entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern linear berechnet. Die im Rahmen des Unternehmenserwerbs der Model GmbH aufgedeckten stillen Reserven in Gebäuden und Außenanlagen werden über eine planmäßige Nutzungsdauer von 32 Jahren abgeschrieben. Das Fabrikgebäude der im Geschäftsjahr 2021 erworbenen Model Sachsen Papier GmbH wird über eine planmäßige Nutzungsdauer von 25 Jahren abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens im Sinne des § 6 Abs. 2 EStG werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Bei der Model Sachsen Papier GmbH wird abweichend für geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, mehr als EUR 250,00 und bis zu EUR 1.000,00 betragen, ein jährlicher Sammelposten im Sinne des § 6 Abs. 2a EStG gebildet. Der jährliche Sammelposten wird über fünf Jahre gewinnmindernd aufgelöst. Nach endgültiger Auflösung des Sammelpostens entfällt die abweichende Bewertung. Im Berichtsjahr wurden im Model Beteiligungen GmbH Konzern Umbuchungen im Bereich der immateriellen Vermögensgegenstände als auch im Bereich der Sachanlagen vorgenommen. Diese waren bisher als geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau erfasst und werden neu als fertige Anlagen in den jeweiligen Anlagenklassen gezeigt. Finanzanlagen Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert ausgewiesen. Von den in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Erträgen aus Wertpapieren in Höhe von TEUR 7 (Vorjahr: TEUR 7) stammen aus verbundenen Unternehmen TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0). Vorräte Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu Einkaufspreisen angesetzt. Bei der Model Sachsen Papier GmbH erfolgt seit der Einführung des Material Ledgers in SAP im Geschäftsjahr 2023 die Bewertung der Anschaffungskosten abweichend dazu anhand des periodischen Verrechnungspreises. Dieser ergibt sich innerhalb einer Periode aufgrund von Warenbewegungen und Rechnungserfassungen. Das Altpapier wird zum niedrigeren Marktpreis bewertet. Unfertige Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet. Die fertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten enthalten die aktivierungspflichtigen Bestandteile des § 255 Abs. 2 HGB. Gängigkeitsabschläge werden berücksichtigt. Geleistete Anzahlungen sind zum Nennwert angesetzt. Unentgeltlich staatlich zugeteilte Schadstoffemissionsrechte des Produktionsstandortes Eilenburg werden zum Erinnerungswert bewertet und unter den Vorräten ausgewiesen. Sofern zusätzlich Schadstoffemissionsrechte erworben werden, werden sie mit ihren Anschaffungskosten erfasst. Werterhöhungen der aktivierten Emissionsrechte werden nur im Rahmen einer Veräußerung realisiert. Wertminderungen der entgeltlich erworbenen Emissionsrechte werden erfasst, wenn der Marktpreis der Emissionsrechte unter die Anschaffungskosten gefallen ist. Falls zum Jahresende eine Verpflichtung zur Abgabe von Emissionsberechtigungen besteht, wird eine Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten gemäß § 249 Abs. 1 S. 1 HGB gebildet. Der Erfüllungsbetrag der Rückstellung ergibt sich aus dem Erinnerungswert der dem Unternehmen für das Geschäftsjahr unentgeltlich zur Verfügung gestellten Emissionsberechtigungen sowie bei Erwerb dem Buchwert der im Bestand befindlichen zugekauften Emissionsberechtigungen. Werden darüber hinaus zur Erfüllung der Verpflichtung weitere Emissionsberechtigungen benötigt, werden diese bei der Rückstellungsbewertung mit ihrem Zeitwert am Abschlussstichtag angesetzt. Die Passivierung der Rückstellung mindert den Gewinn, soweit entgeltlich erworbene bzw. zu erwerbende Emissionsberechtigungen zur Erfüllung der Abgabeverpflichtung verwendet werden. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen und die sonstigen Vermögensgegenstände sind mit ihrem Nennwert aktiviert. Ausgangsrechnungen werden in Euro fakturiert. Fremdwährungsforderungen bestanden im Berichtsjahr nicht. Für risikobehaftete Forderungen werden nach vorsichtiger kaufmännischer Bewertung Einzelwertberichtigungen gebildet, uneinbringliche Forderungen werden ausgebucht. Dazu wird auf den Forderungsbestand eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von unverändert 2 % auf alle Nettoforderungen gebildet. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten wurden mit dem Nennwert in Höhe von TEUR 27.537 (Vorjahr: TEUR 14.048) ausgewiesen. Rechnungsabgrenzungen Der Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet vorausbezahlte Aufwendungen des Folgejahres. Sonderposten aus Investitionszulagen Unter dem Sonderposten werden im Geschäftsjahr vereinnahmte Investitionszulagen gemäß Investitionszulagengesetz ausgewiesen. Der Sonderposten wird ertragswirksam über die Laufzeit derjenigen Vermögensgegenstände aufgelöst, für die die Investitionszulagen gewährt wurden. Aus der Auflösung wurden im Geschäftsjahr Erträge in Höhe von TEUR 456 (Vorjahr: TEUR 752) realisiert. Rückstellungen Rückstellungen sind in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Sie werden in Höhe des Betrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Verbindlichkeiten Der Ansatz der Verbindlichkeiten erfolgt mit ihrem Erfüllungsbetrag. Latente Steuern Das auf Einzelabschlussebene bestehende Wahlrecht zur Aktivierung latenter Steuern gemäß § 274 HGB für die sich insgesamt ergebende Steuerentlastung wird im Konzernabschluss ausgeübt. In der Konzernbilanz werden die aktiven und passiven latenten Steuern saldiert ausgewiesen. Die in der Konzernbilanz ausgewiesenen aktiven latenten Steuern resultieren aus den gemäß § 274 HGB angesetzten aktiven latenten Steuern insbesondere auf steuerliche Verlustvorträge. Damit saldiert wurden die gemäß § 306 HGB angesetzten passiven latenten Steuern auf temporäre Differenzen, die ganz überwiegend aus den im Rahmen der Erstkonsolidierung angesetzten immateriellen Vermögensgegenständen sowie den aufgedeckten stillen Reserven beim Sachanlagevermögen resultieren. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt im Geschäftsjahr 2023 zu einem Steuersatz in Höhe von 29,57 % (Vorjahr: 29,38 %). IV. Erläuterungen zu einzelnen Posten der Bilanz Hinsichtlich der Zusammensetzung und der Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023 wird auf den als Anlage 1.5A beigefügten Anlagespiegel verwiesen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind sämtlich kurzfristig. In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 233 (Vorjahr: TEUR 1.216) enthalten. Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals während des Geschäftsjahres 2023 ergibt sich aus dem als Anlage 1.4 beigefügten Konzern-Eigenkapitalspiegel. Die schweizerische Konzernmutter Model AG hat erstmalig am 25. März 2019 einen Rangrücktritt in Höhe von Mio. EUR 67,0 ausgesprochen, welcher aktuell mit der Vereinbarung vom 30. September 2024 auf Mio. EUR 125,1 erhöht wurde. Der Fortbestand der Model Beteiligungen GmbH und der zugehörigen Konzerngesellschaften ist jedoch nicht gefährdet; die oberste deutsche Gesellschaft ist von der schweizerischen Konzernmutter finanziell gestützt. Die Rückstellung für Pensionsansprüche beträgt TEUR 1.192 (Vorjahr: TEUR 1.281). Die Model GmbH und die Model Sachsen Papier GmbH haben jeweils zum 31. Dezember 2023 ein versicherungsmathematisches Gutachten unter Berücksichtigung der geltenden Bewertungsvorschriften für Pensionsrückstellungen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit- oder PUC-Methode) erstellen lassen. Bei der Festlegung des laufzeitkongruenten Rechnungszinssatzes wurde von dem Wahlrecht nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht. Dabei dürfen Rückstellungen aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen pauschal mit einem durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst werden, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (Berichtsjahr 1,83 %; Vorjahr 1,78 %). Es werden die Heubeck-Sterbetafeln 2018 G verwendet. Rentenanpassungen werden mit 2,00% und 2,20% sowie Lohn- und Gehaltsanpassungen mit 3,0 % berücksichtigt. Die Model Sachsen Papier GmbH hat zusätzlich mittelbare Pensionsverpflichtungen für die Zusagen aus der rückgedeckten Unterstützungskasse. Die Unterdeckung der Verpflichtung zum 31. Dezember 2023 beträgt TEUR 517 (Vorjahr: TEUR 615). Diese ergibt sich aus der Differenz des versicherungsmathematischen Barwerts der Verpflichtungen und der Höhe des vorhandenen Versorgungsvermögens. Der Zuführungsbetrag in Höhe von EUR 4.050 (Vorjahr: EUR 4.050) im Sinne des Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB wurde unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Zum Bilanzstichtag beträgt der noch nicht erfasste Zuführungsbetrag (Unterdeckung) EUR 4.043 (Vorjahr: EUR 8.093). Aus der Abzinsung der Pensionsrückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre ein Unterschiedsbetrag in Höhe von EUR 3.184 (Vorjahr: EUR 16.793). Dieser Unterschiedsbetrag ist für die Ausschüttung gesperrt. Die sonstigen Rückstellungen setzen sich im Wesentlichen wie folgt zusammen:
Die sonstigen Rückstellungen sind kurzfristig mit Ausnahme der Rückstellung für die Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen, die unter der Annahme einer mittleren Laufzeit von 5,5 Jahren gebildet wurde. Die Rückstellung für Altersteilzeit wurde auf Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) sowie bereits abgeschlossene Altersteilzeitvereinbarungen nach Maßgabe des Blockmodells und unter der Annahme einer mittleren Laufzeit von drei Jahren gebildet und zum Barwert bewertet. Dabei wurde die mittlere Duration bestandsspezifisch ermittelt und als pauschale Restlaufzeit unterstellt. Die Verpflichtungen aus Altersteilzeit werden mit den Vermögensgegenständen, die ausschließlich der Erfüllung der Altersteilzeitverpflichtungen dienen und dem Zugriff fremder Dritter entzogen sind (sog. Deckungsvermögen), verrechnet. Die Bewertung des zweckgebundenen, verpfändeten und insolvenzgesicherten Deckungsvermögens erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Der Wert des Deckungsvermögens (TEUR 1.162) übersteigt zum 31. Dezember 2023 den Wert der Verpflichtung (TEUR 862), der Gesamtbetrag ist somit negativ (TEUR -300). Zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit werden die Angaben im Zusammenhang mit den Verbindlichkeiten in einem Verbindlichkeitenspiegel zusammengefasst dargestellt:
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Grundpfandrechte und Sicherungsübereignungen abgesichert. Sie wurden im Geschäftsjahr 2023 vollständig abgelöst (Vorjahr: MEUR 0,5). In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten aus Darlehen von Mio. EUR 425,3 (Vorjahr: Mio. EUR 178,5) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von Mio. EUR 15,5 (Vorjahr: Mio. EUR 67,6) enthalten. Die Darlehensverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen gegenüber der Gesellschafterin (Model AG) in einer Höhe von Mio. EUR 186,9 (Vorjahr: Mio. EUR 178,5) und gegenüber der Model Holding AG in Höhe von Mio. EUR 238,5 (Vorjahr: Mio. EUR 0,0). Die Verbindlichkeiten aus Steuern betragen TEUR 528 (Vorjahr: TEUR 1.409), die Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 2 (Vorjahr: TEUR 17). Die aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 9.091 (Vorjahr: TEUR 5.159) setzen sich zusammen aus aktiven latenten Steuern gemäß § 274 HGB in Höhe von TEUR 10.091 (Vorjahr: TEUR 5.565), die vor allem auf steuerlichen Verlustvorträgen basieren, soweit eine Verlustverrechnung innerhalb der nächsten fünf Jahre erwartet wird, saldiert mit passiven latenten Steuern gemäß § 306 HGB in Höhe von TEUR 1.000 (Vorjahr: TEUR 406) auf temporäre Differenzen aus im Rahmen der Erstkonsolidierung aufgedeckten stillen Reserven in den immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens und in den Sachanlagen. V. Erläuterungen zu einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung Die geographische Darstellung der Umsätze zeigt folgendes Bild:
Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge aus dem Eingang abgeschriebener Forderungen in Höhe von TEUR 4 (Vorjahr: TEUR 15) sowie aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 1 (Vorjahr: TEUR 87). Im Materialaufwand sind - wie bereits im Vorjahr - die Aufwendungen für Kraftstoffe und Mautgebühren der Model Logistik GmbH in Höhe von TEUR 5.774 (Vorjahr: TEUR 6.751) enthalten. Weiterhin wurden Aufwendungen für Gas-Hedges, die im Rahmen von physischen Termingeschäften für den planmäßigen Gasbedarf der Model Sachsen Papier GmbH abgeschlossen worden sind, in Höhe von TEUR 2.672 (Vorjahr: TEUR 4.056) in den Materialaufwand umgegliedert. Die Aufwendungen für Altersversorgung betragen im Berichtsjahr TEUR 76 (Vorjahr: TEUR 551). Darin enthalten waren im Vorjahr die Aufwendungen der erstmaligen Passivierung der Rückstellung für Zusagen aus der rückgedeckten Unterstützungskasse der Model Sachsen Papier GmbH, die bisher nicht passiviert war. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten periodenfremde Aufwendungen aus Forderungsverlusten in Höhe von TEUR 83 (Vorjahr: TEUR 0). Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen entfallen mit TEUR 12.535 (Vorjahr: TEUR 8.196) auf verbundene Unternehmen. In den Zinsaufwendungen ist der Zinsanteil Pensionsrückstellungen mit TEUR 7 (Vorjahr: TEUR 15) enthalten. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten laufende Ertragsteuern sowie einen latenten Steuerertrag von TEUR 3.932 (Vorjahr Steueraufwand: TEUR -4.208) aus der Reduzierung der aktiven latenten Steuern. VI. Angaben zur Kapitalflussrechnung Der Finanzmittelfonds umfasst den Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten, soweit die Restlaufzeit im Erwerbszeitpunkt maximal drei Monate beträgt. Die jederzeit fälligen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die zur Disposition der liquiden Mittel gehören, werden ebenfalls einbezogen. VII. Angaben zu anderen Sachverhalten Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die aus wirtschaftlichen Gründen abgeschlossenen Miet- und Leasingverträge enden zwischen 2024 und 2029. Risiken liegen in den tatsächlichen oder potenziellen Abflüssen liquider Mittel, Vorteile in der (Weiter-) Nutzung der Vertragsgegenstände. Haftungsverhältnisse liegen nicht vor. Arbeitnehmer Die durchschnittliche Anzahl der beschäftigten Arbeitnehmer betrug im Geschäftsjahr 2023 1.073 (Vorjahr: 1.103), die sich wie folgt aufteilen:
Die durchschnittliche Anzahl der Auszubildenden betrug im Geschäftsjahr 24 (Vorjahr: 24). Ergebnisabführungsvertrag Zwischen der Model Beteiligungen GmbH in Bad Bentheim als herrschendem Unternehmen sowie ihren beiden hundertprozentigen Tochterunternehmen Model GmbH und Model Sachsen Papier GmbH wurden jeweils Ergebnisabführungsverträge geschlossen. Dem mit der Model GmbH am 16. September 2016 geschlossenen Ergebnisabführungsvertrag stimmten die Gesellschafterversammlungen beider Unternehmen am 6. Oktober 2016 zu. Die Eintragung ins Handelsregister beim Amtsgericht Steinfurt erfolgte am 24. November 2016. Dem mit der Model Sachsen Papier GmbH am 30. September 2022 geschlossenen Ergebnisabführungsvertrag stimmten die Gesellschafterversammlungen der beiden Unternehmen am 7. November 2022 zu. Die Eintragung ins Handelsregister beim Amtsgericht Leipzig erfolgte am 24. November 2022. Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses des MutterunternehmensEs wird vorgeschlagen, den Bilanzverlust in Höhe von EUR 145.076.389,88 (bestehend aus Verlustvortrag in Höhe von EUR 99.336.788,16 und Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR -45.739.601,72) auf neue Rechnung vorzutragen. Abschlussprüferhonorar Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 ist die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Die Honorare des Abschlussprüfers für Abschlussprüfungsleistungen betrugen TEUR 137 (Vorjahr: TEUR 110). Des Weiteren wurden Steuerberatungsleistungen in Höhe von TEUR 16 (Vorjahr: TEUR 5) erbracht. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Als Vorgang von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag ist an dieser Stelle auf die Wiederaufnahme der Produktion der umgebauten Papiermaschine in Eilenburg hinzuweisen, welche am 3. September 2024 das erste Papier nach dem Umbau produzierte. Geschäftsführung Zur Geschäftsführung befugt waren während des Geschäftsjahres vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 Frau Elisabeth Model, Kauffrau, Triesen/Liechtenstein, sowie die Herren Dr. oec. Daniel Model, Kaufmann, Triesen/Liechtenstein, und Herr Jürgen Lemke, Dipl.-Ingenieur (FH), Römerberg (bis 27. November 2024). Auf die Angabe der Geschäftsführergehälter wird gemäß § 314 Abs. 3 Satz 2 i. V. m. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet, da nur einer der Geschäftsführer für die Wahrnehmung der Aufgaben im Mutter- und Tochterunternehmen im Geschäftsjahr 2023 Gesamtbezüge gewährt bekommen hat.
Bad Bentheim, den 29. November 2024 Dr. Daniel Model Elisabeth Model ENTWICKLUNG DES KONZERN-ANLAGEVERMÖGENS im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
KONZERNLAGEBERICHTVorbemerkung: Die Model Beteiligungen GmbH stellt pflichtgemäß für das Geschäftsjahr 2023 einen Konzernabschluss auf. Neben ihr umfasst der Konzernkreis die Gesellschaften Model GmbH, Model Logistik GmbH und Model Sachsen Papier GmbH, an denen die Model Beteiligungen GmbH mehrheitlich beteiligt ist. Der Kreis dieser vier selbstständigen Unternehmen wird im Folgenden als "Model Beteiligungen Gruppe" oder "Model Beteiligungen Konzern" bezeichnet. A. Geschäftsmodell des Konzerns A.1. Unternehmensgruppe Model Beteiligungen GmbH Die Model Beteiligungen Gruppe ist in der Branche der Herstellung von Wellpappe und der daraus gefertigten Verpackungen und seit dem 2. August 2021 auch in der Branche der Herstellung von Rollendruckpapieren tätig. Die Wellpappe wird an den beiden Produktionsstandorten Bad Bentheim und Werra-Suhl-Tal hergestellt. Ein Teil der erzeugten Wellpappe wird an Dritte veräußert, der andere Teil in der Modelgroup weiterverarbeitet . Die Weiterverarbeitung zu Verpackungen erfolgt ebenfalls an den beiden Produktionsstandorten Bad Bentheim und Werra-Suhl-Tal, wobei allein in Werra-Suhl-Tal Papier- und Kartonrollenware im sog. pre-print-Verfahren bedruckt und beschichtet wird. Die Herstellung von Rollendruckpapieren erfolgt seit dem Erwerb der Model Sachsen Papier GmbH am Produktionsstandort in Eilenburg. Dabei hat sich das Werk auf die Verarbeitung von Altpapier spezialisiert. Im Rahmen eines für die Dauer von 18 Monaten geschlossenen Vertrages mit dem vorherigen Eigentümer Stora Enso wurden die hergestellten Rollendruckpapiere im Umfang von bis zu 80 % der Produktionskapazität des Werkes an dessen Kunden ausgeliefert. Der Vertrag endete am 31. Januar 2023. Danach wurde damit begonnen, den Standort auf die Produktion von Wellpappenrohpapier umzustellen. Als weitere Standorte unterhält die Model Beteiligungen Gruppe Büroräume für das SAP-Team der IT-Abteilung in Kaiserslautern. Das Lager- und Kommissionier-Zentrum in Ochtendung wurde im Jahr 2022 verkauft. Weitere Standorte bestehen nicht. Gegenstand des Unternehmens der Model Logistik GmbH ist die Erbringung von Logistikdienstleistungen, insbesondere Transport und Lagerung von Produkten aller Art, und damit zusammenhängende Geschäfte. Eine Zertifizierung des Unternehmens nach ISO 9001 liegt vor. A.2. Ziele und Strategien Ziel der Geschäftsführung der Model Beteiligungen Gruppe ist es, die Marktposition auszubauen, weiteres profitables Umsatz- und Mengenwachstum zu generieren und die Produktivität in allen Bereichen zu erhöhen, um das Ergebnis nachhaltig zu verbessern. Außerdem werden weiterhin die innerbetrieblichen Prozesse optimiert und durch Investitionen in die Standortentwicklung, in Hochleistungsmaschinen und in die Logistik weitere Ertragspotentiale ausgeschöpft. A.3. Forschung und Entwicklung Im abgelaufenen Geschäftsjahr fielen in der Model Beteiligungen Gruppe Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Höhe von TEUR 60 an. B. Wirtschaftsbericht B.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Im nach wie vor krisengeprägten Umfeld geriet die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland im Jahr 2023 ins Stocken. Hohe Preise auf allen Wirtschaftsstufen, ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen sowie eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland haben die Konjunktur in Deutschland gedämpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im Jahr 2023 sowohl preisbereinigt um 0,3 % als auch kalenderbereinigt um 0,1 % höher als im Jahr 2022. Im Vergleich zum Jahr 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2023 um 0,7 % höher. Eine Erholung der deutschen Wirtschaft konnte sich nach dem tiefen Einbruch im Jahr der Corona- Pandemie 2020 somit nicht fortsetzen. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung nahm im Jahr 2023 insgesamt um 0,3 % gegenüber dem Jahr 2022 ab. Dabei verlief die Entwicklung in den einzelnen Wirtschaftsbereichen sehr unterschiedlich: Die meisten Dienstleistungsbereiche konnten ihre wirtschaftlichen Aktivitäten im Vorjahresvergleich erneut ausweiten und stützten die Wirtschaft im Jahr 2023. Der Anstieg fiel aber insgesamt schwächer aus als in den beiden vorangegangenen Jahren. Den größten preisbereinigten Zuwachs verzeichnete der Bereich Information und Kommunikation mit +2,6 % und knüpfte damit an seine langjährige, nur im ersten Corona-Jahr 2020 gebremste Wachstumsgeschichte an. Der Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit (+1,0 %) und die Unternehmensdienstleister (+0,3 %) konnten ebenfalls leicht zulegen. Dagegen ging die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im zusammengefassten Wirtschaftsbereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe (-1,0 %) zurück. Das lag vor allem am Groß- und am Einzelhandel, die deutlich nachgaben, während der Kraftfahrzeughandel und der Verkehrsbereich zulegten. Insgesamt ging die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im Jahr 2023 leicht zurück (-0,1 %). Die Wirtschaftsleistung im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) ging insgesamt deutlich um 2,0 % zurück. Entscheidend dafür war eine sehr viel niedrigere Produktion im Bereich Energieversorgung. Das Verarbeitende Gewerbe, das fast 85 % des Produzierenden Gewerbes (ohne Bau) ausmacht, war im Jahr 2023 preisbereinigt ebenfalls im Minus (-0,4 %). Positive Impulse kamen hier vorrangig aus der Automobilindustrie und dem sonstigen Fahrzeugbau. Dagegen sanken Produktion und Wertschöpfung in den energieintensiven Industriezweigen wie der Chemie- und Metallindustrie erneut, nachdem die Wirtschaftsleistung in diesen Branchen bereits 2022 besonders stark auf die steigenden Energiepreise reagiert hatte. Im Baugewerbe machten sich neben den weiterhin hohen Baukosten und dem Fachkräftemangel insbesondere die zunehmend schlechteren Finanzierungsbedingungen bemerkbar. Hiervon war vor allem der Hochbau betroffen. Dagegen konnte die Produktion im Tiefbau und im Ausbaugewerbe gesteigert werden. Insgesamt erreichte das Baugewerbe 2023 preisbereinigt ein kleines Plus von 0,2 %. Der private Konsum nahm im Jahr 2023 preisbereinigt um 0,8 % gegenüber dem Vorjahr ab und entfernte sich damit wieder vom Vorkrisenniveau des Jahres 2019 (-1,5 %). Dies dürfte vor allem auf die hohen Verbraucherpreise zurückzuführen sein. Von Rückgängen waren vor allem die Bereiche betroffen, in denen die Preise im Jahresverlauf entweder auf dem hohen Niveau des Vorjahres verharrten oder sogar noch weiter anstiegen. Besonders stark sanken die preisbereinigten Ausgaben für langlebige Güter wie Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte (-6,2 %). Auch der Staat reduzierte im Jahr 2023 erstmals seit fast 20 Jahren seine preisbereinigten Konsumausgaben (-1,7 %). Das lag vor allem am Wegfall staatlich finanzierter Corona-Maßnahmen wie Impfungen und Ausgleichszahlungen für freie Bettenkapazitäten in Krankenhäusern. Durch solche Maßnahmen hatte der Staatskonsum in den Jahren ab 2020 die Wirtschaftsleistung gestützt. Die Bauinvestitionen sanken im Jahr 2023 preisbereinigt um 2,1 %. Neben den hohen Baupreisen wirkten sich die spürbar gestiegenen Bauzinsen aus, die insbesondere den Wohnungsbau bremsten. Positive Signale kamen lediglich vom Ausbaugewerbe, was unter anderem an den stark nachgefragten energetischen Sanierungen gelegen haben dürfte. In Ausrüstungen - das sind vor allem Investitionen in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge - wurde dagegen preisbereinigt deutlich mehr investiert als im Jahr 2022 (+3,0 %). Dazu trug vor allem der Anstieg der gewerblichen Pkw- Neuzulassungen bei, der durch den bis August 2023 geltenden Umweltbonus für Elektroautos im Firmenwagenbereich verstärkt wurde. Die verhaltene weltwirtschaftliche Dynamik und die schwache inländische Nachfrage im Jahr 2023 machten sich auch beim Handel mit dem Ausland bemerkbar, der trotz sinkender Preise zurückging. Dabei sanken die Importe (preisbereinigt -3,0 %) kräftiger als die Exporte (preisbereinigt -1,8 %). Damit kam es im Saldo zu einem positiven Außenbeitrag, der das BIP stützte. Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahr 2023 von durchschnittlich 45,9 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren 0,7 % oder 333.000 Personen mehr als im Jahr zuvor und so viele wie noch nie in Deutschland. Die Beschäftigung nahm im Jahr 2023 unter anderem durch die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte zu. Hinzu kam eine steigende Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung. Diese positiven Effekte überwogen die dämpfenden Effekte des demografischen Wandels. Der Beschäftigungsaufbau fand 2023 fast ausschließlich in den Dienstleistungsbereichen statt. 1 Der gesunkenen Gesamtwirtschaftsleistung Deutschlands entsprechend ging 2023 somit auch der Absatz von Wellpappe zurück. Der Absatz sank 2023 um 681 Millionen m 2 auf 7.348 Millionen m 2. Mit einem Minus von 8,1 % fiel der Rückgang so hoch aus wie seit mindestens 40 Jahren nicht mehr. 2 Wellpappe ist schon seit vielen Jahren die wichtigste Transportverpackung in Deutschland. Außerdem erfüllen Verpackungen aus Wellpappe zahlreiche Nachhaltigkeitsanforderungen. Wellpappenrohpapier basiert auf pflanzlichen Rohstoffen, ebenso wie der für das Zusammenfügen der Papierbahnen verwendete Leim. Die im Jahr 2023 erstmals von der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung ermittelte Recyclingquote von Wellpappe beträgt stolze 95,3 %. Die Wellpappenindustrie leistet durch innovative Verpackungslösungen einen wichtigen Beitrag zu einem immer effizienteren Rohstoffeinsatz.
1 https://www.
bundesbank.de/de/aufgaben/themen/destatis-deutsches-bruttoinlandsprodukt-sinkt-2023-um-0-3-prozent-921680
Auf politischer Seite sah sich die Wellpappenindustrie 2023 insbesondere mit der Herausforderung der europäischen Verpackungsordnung konfrontiert. Mit dieser Verordnung werden Anforderungen für den gesamten Lebenszyklus von Verpackungen in Bezug auf ihre ökologische Nachhaltigkeit und Kennzeichnung eingeführt. Durch die neue Regulierung sollen Materialkreisläufe geschlossen, der Materialeinsatz reduziert und somit die Kreislaufwirtschaft weiterentwickelt werden. Der ursprüngliche Entwurf der Europäischen Kommission hätte nicht nur ungerechtfertigte Einschnitte für Wellpappenverpackungen bedeutet, sondern wäre darüber hinaus Nachhaltigkeitszielen zuwidergelaufen. Im Zuge eines Trilog-Verfahrens verständigten sich EU-Parlament, EU-Rat und EU-Kommission im März 2024 darauf, dass Wellpappe von den Mehrwegquoten ausgenommen ist und somit auch zukünftig einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten kann. 3 Die Nachfrage nach Wellpappenverpackungen ist auch 2023 gegenüber 2022 stark gefallen. Beim arbeitstäglichen Wellpappenabsatz erzielten die VDW-Mitglieder im ersten Quartal 2023 ein Minus von 12,1 %. Gegenüber dem ersten Quartal 2022 lag dieser damit weit unter dem Absatz des Vorjahres. Im zweiten Quartal 2023 ging die Nachfrage im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum auf ein arbeitstäglich bereinigtes Absatzminus von 11,1 % zurück. Dieser starke Nachfragerückgang hielt auch im dritten Quartal 2023 an, was sich mit einem Minus von 5,7 % gegenüber dem Vorjahresquartal in den Absatzzahlen der Wellpappenindustrie widerspiegelte. Im vierten Quartal 2023 ging der Absatz weiter zurück, lag aber mit einem Minus von 2,7 % nur leicht unter dem des Vorjahres. Insgesamt sank der Absatz im Jahr 2023 auf 7.348 Millionen Quadratmeter, was einem Rückgang von 8,1 % entspricht. 4 Die Logistikbranche sah sich weiterhin mit einem erheblichen Mangel an Lkw-Fahrern konfrontiert, was sich ebenfalls auf die Wellpappenwerke auswirkte.
3 240425_PM_Jahresbilanz_Wellpappenindustrie
Beim Absatz verzeichneten die im VDW organisierten Unternehmen 2023 gegenüber dem Vorjahr insgesamt ein Minus von 8,1 %. Mit 7.348 Millionen Quadratmetern ist der Wellpappenabsatz im Vergleich zu 2022 um 681 Millionen Quadratmeter gesunken. Das schwierige wirtschaftliche Umfeld prägte 2023 auch die Auftragsentwicklung der Wellpappenindustrie. Kennzeichnend war ein niedriger, relativ stagnierender Auftragseingang. Insgesamt zeigte sich die Auftragslage 2023 zwar stabiler als in den beiden vorangehenden Jahren. Sie bewegte sich allerdings auf einem deutlich niedrigeren Level als vor der Pandemie. So lag der arbeitstägliche Auftragseingang 2023 mit einem Jahresdurchschnitt von 29,72 Millionen m 2 6,8 % unterhalb des Vor-Pandemiejahres 2019. 5 Die Verluste beim Umsatz fielen noch härter aus; hier ergab sich für 2023 ein Minus von 13,8 % gegenüber dem Vorjahr. Ein ähnlich starkes Absinken beim Umsatz erlebte die Branche zuletzt 2009 im Zuge der damaligen Finanzkrise. Die Durchschnittserlöse sanken ebenfalls: Hier summierte sich der Rückgang im Jahresverlauf auf insgesamt 13,3 Cent pro Quadratmeter. "Da Wellpappe mit 67,1 % nach wie vor die mit Abstand wichtigste Transportverpackung in Deutschland darstellt und unsere Branche entsprechend eng an die gesamtwirtschaftliche Entwicklung gekoppelt ist, überraschen die herben Verluste nicht. Sie führen aber auch klar vor Augen, dass die Wellpappenindustrie 2023 weiterhin starken Belastungen ausgesetzt war", erklärt Würth. Trotz dieser Situation hätten die VDW-Mitglieder auf den gesunkenen Preisdruck beim Wellpappenrohpapier reagiert und ihre eigenen Preise angepasst. "Unsere Kundinnen und Kunden konnten also inmitten einer gesamtwirtschaftlich herausfordernden Lage davon profitieren, dass die Wellpappenindustrie die Abnehmerseite entlastet hat", betont Würth. Dies gelte umso mehr, als sich der durchschnittliche Wellpappenrohpapierpreis von Sommer bis Herbst 2023 auf einem hohen Niveau eingependelt hatte, das immer noch klar über demjenigen des Vor-Pandemiejahres 2019 lag. Auch seien 2023 die Kosten in vielen Bereichen gestiegen, so etwa beim Personal (+6,2 % pro beschäftigte Person). Hinzu kämen erhöhte Belastungen durch vermehrte regulative Auflagen. 6 Wie der Verband DIE PAPIERINDUSTRIE mitteilt, ging die Produktion 2023 um rund 14 % auf 18,6 Mio. Tonnen zurück. Sie sank damit auf den niedrigsten Wert der vergangenen 20 Jahre. Der Absatz brach um 13 % auf 18,8 Mio. Tonnen ein. Der Branchenumsatz fiel um 27 % auf 15,5 Mrd. Euro. Die überproportionale Reduzierung des Umsatzes ist auch ein Indiz für empfindliche Preisnachlässe zu Lasten der Wirtschaftlichkeit der Unternehmen. Vor allem bei den grafischen Papieren war der Absatzrückgang mit 29 % dramatisch und deutlich stärker als in den europäischen Vergleichsmärkten. Aber auch Verpackungspapiere und -karton hatten mit einem Rückgang zu kämpfen. Hier fiel der Absatz um 7 %. Etwas weniger gravierend fiel die Entwicklung bei den kleineren Hauptsortengruppen Hygienepapiere und Spezialpapiere mit einem schrumpfenden Absatz von jeweils 6 % aus. Die Rückgänge bei den beiden großen Hauptsorten, Verpackung und Druck, zeigen deutlich die gegenwärtige Wirtschaftsschwäche. Wo weniger produziert und konsumiert wird, wird weniger verpackt und weniger geworben. Die aktuellen Zahlen aus dem stationären Handel und dem E-Commerce unterstreichen dies für den privaten Konsum.
5 VDW_Wellpappe_Jahresbericht_2024 (S. 9)
Der Verband DIE PAPIERINDUSTRIE setzt sich für einen stabilen politischen Rahmen sowie für wettbewerbsfähige Energiepreise ein. Eine sichere und bezahlbare Energieversorgung ist für die Branche lebenswichtig. Ausgleichsinstrumente wie die noch bis einschließlich 2025 geltende Absenkung des Stromsteuersatzes auf das europäische Minimum von 0,5 Euro pro Megawattstunde, die Strompreiskompensation oder die Benchmark-Zuteilung von CO 2 -Zertifikaten (ETS 1) sind für das Gelingen der Transformation unerlässlich, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu erhalten. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen treibt die Papierindustrie ihre Transformation zur Klimaneutralität voran. Sie rüstet ihre Gaskraftwerke um und macht diese wasserstofffähig. Sie forciert die Elektrifizierung und steigert den Anteil an Energie aus nachhaltigen biogenen Reststoffen. Im Vergleich zu 1995 konnte die Branche ihre spezifischen Emissionen je Tonne Papier bereits um 45 % reduzieren. Zudem werden die eingesetzten Papiere durch innovative Entwicklungen dünner, wodurch sich auch der Materialeinsatz und letztlich der CO 2 -Fußabdruck noch weiter reduzieren. 7 Die Produktion der deutschen Papierindustrie ist von Januar bis Dezember 2023 im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 13,7 % gesunken, lag damit weit unter dem langjährigen Vorkrisenniveau. Der Gesamtabsatz sank gegenüber dem Vorjahr um 13,1 %, sowohl im Inland (-14,1 %) als auch im Ausland (-12,1 %). Dabei verlief die Entwicklung der Produktgruppen unterschiedlich. Jedoch sank in diesem Jahr der Absatz bei allen Produktgruppen; bei den grafischen Papieren (-29,3 %); bei den Verpackungspapieren (-7,2 %) und bei den Hygienepapieren (-6,4 %). 8 B.2. Geschäftsverlauf 2023 Im Jahr 2023 verzeichnete der Markt in Deutschland einen starken Rückgang. Anders als in den Vorjahren sehen wir keine stärkere Marktbelebung in der zweiten Jahreshälfte. Bei den derzeitigen wirtschaftlichen Aussichten erwarten wir keine starke Erholung des Marktes für Wellpappenverpackungen. Wir rechnen bestenfalls mit einer leichten Erholung im Jahr 2024 oder wahrscheinlich mit einem Markt, der auf dem Niveau von 2023 stagniert. Ein Grund zur Sorge sind die neu geschaffenen Kapazitäten in der Nähe der Model GmbH, Standort Bad Bentheim. Aber auch in der Nähe unseres Standortes in Werra-Suhl-Tal gibt es Investitionen, wodurch sich letztlich auch für diesen Standort ein stärkeres Wettbewerbsumfeld ergeben wird. Viele unserer Wettbewerber haben in großem Umfang in neue Kapazitäten investiert. Wir beobachten bereits jetzt einen starken Preisdruck und einen Kampf um Mengen.
7 Die Papierindustrie_PAPIER2024-digital
Die Rezession hat auch unsere Kunden erreicht und war in der zweiten Jahreshälfte 2023 deutlich zu spüren. So kam es auch im Jahr 2023 zu einem starken Marktrückgang und zu einem erheblichen Rückgang des Marktvolumens. Die allgemein angespannte Marktsituation ist auch weiterhin durch hohen Preisdruck und aggressives Verhalten der Wettbewerber gekennzeichnet. Ein weiterer besorgniserregender Faktor ist der zunehmende Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt. Anders als in der Vergangenheit ist es viel schwieriger und anspruchsvoller geworden, geeignetes Personal zu finden und zu binden. Trotz dieser schwierigen Bedingungen ist es uns gelungen, den Model-Shop, eine Online-Plattform zum Erwerb von Waren der Model Gruppe, im Außenlager Luxemburger Straße in Bad Bentheim innerhalb des geplanten Zeit- und Kostenrahmens erfolgreich umzusetzen. Dafür wurde zum einen eine neue Logistik für die Auslieferung von Kleinteilen, zum anderen wurde ein neues Standardsortiment aufgebaut, kombiniert aus einem modularen Verpackungssystem und ergänzt durch selektive Handelsartikel. Eine wichtige Initiative zur Reduzierung unserer CO 2 -Emissionen ist die Investition in zwei Photovoltaik-Anlagen am Standort Bad Bentheim. Mithilfe des durch Sonnenenergie erzeugten Stroms werden wir zukünftig 9 % unseres jährlichen Strombedarfs der Produktion und 66 % des Bedarfs der Verwaltungsgebäude decken. Die Photovoltaikanlagen wurden im November 2023 planmäßig fertiggestellt. Die Einsparungen beim Stromverbrauch werden sich aber erst im Jahr 2024 bemerkbar machen. Am Standort Eilenburg lagen die erzielten Umsatzerlöse der Gesellschaft deutlich unter denen des Vergleichszeitraumes Januar bis Dezember 2022. Dies ist im Wesentlichen auf die Beendigung des Lohnfertigungsvertrages mit Stora Enso zum 31. Januar 2023 und der damit verbundenen Kostenerstattung zurückzuführen. Bei den gegebenen Marktbedingungen gelang es jedoch, die Papiermaschine zu ca. 25 % mit Rollendruckpapier und zu ca. 25 % mit Verpackungspapier auszulasten, welches hauptsächlich in den Model-eigenen Standorten zur Herstellung von Wellpappe zum Einsatz kam. Die restliche Produktionszeit blieb ungenutzt. Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa sank der Preis für Verpackungspapier im ersten Quartal 2023 um 40 % ab. Im ersten und zweiten Quartal sanken die Preise für Rollendruckpapiere um ca. 30 % ab. Unter diesen Umständen war es nicht bzw. kaum mehr möglich, durch die Herstellung von Papier einen Beitrag zur Deckung der Fixkosten zu erzielen. Um den geplanten Beginn der Demontagearbeiten (1. Juli 2023) nicht zu gefährden und aufgrund der ungenügenden Ertragslage wurde entschieden, die Papiermaschine schon Anfang Juni abzustellen. Die Altpapiersortierung blieb in Betrieb, um die anfallenden Altpapier-Mengen zu sortieren. Die Anlieferungen ergaben sich aus zum Teil langfristigen Verträgen mit Kommunen und konnten für die Monate des Stillstands nicht unterbrochen werden. Somit wurde das Papier sortiert und danach an andere Papierwerke verkauft. Die Einkaufspreise für das unsortierte Paper basieren auf mehrjährigen Verträgen. Die sortierten Mengen wurden zum aktuellen Marktpreis verkauft. Durch die Rezession waren die Altpapierpreise für alle Sorten gering, sodass der Betrieb der Sortieranlage die Kosten nicht decken konnte. Das Umbauprojekt der Produktionsanlage auf Wellpappenrohpapier wurde im dritten Quartal 2024 erfolgreich abgeschlossen. Höhere Material- und Dienstleistungspreise haben zwar teilweise zu Budgetüberschreitungen geführt. Das Projekt insgesamt war aber zu keiner Zeit gefährdet. Insgesamt gesehen erzielte die Model Beteiligungen Gruppe im Geschäftsjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr ein deutlich schlechteres Rohergebnis (-26,2 %). Aufgrund der geringen Auslastung der Papiermaschine in Eilenburg und die durch den Umbau bedingte Abschaltung sowie der allgemein angespannten Marktsituation konnte das Vorjahresergebnis der Gruppe nicht erreicht werden. Der Umsatz wurde wie in den Vorjahren im Wesentlichen im Inland (68,5 %) erzielt. Die Exportumsätze betrafen fast ausschließlich das EU-Ausland (30,4 %) mit dem Schwerpunkt Benelux-Staaten. Der Auftragsbestand ist branchenüblich ohne größeren zeitlichen Vorlauf. Das Investitionsvolumen im Geschäftsjahr 2023 betrug, bedingt durch den begonnenen Umbau des Standortes Eilenburg, insgesamt Mio. EUR 186,9. Der Umbau ist derzeit das größte Projekt in der Model Beteiligungen Gruppe. Die durchschnittliche Anzahl der beschäftigten Arbeitnehmer ist auf 1.073 gesunken (Vorjahr: 1.103). B.3. Wirtschaftliche Lage Ertragslage Der Umsatz ist im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2022 um 37,9 % gesunken, davon sind -11,7 % dem durch den Umbau bedingten abweichenden Produktionszeitraum der Model Sachsen Papier GmbH zuzurechnen. Der Absatz ist aus den unter B.2 genannten Gründen um 12,7 % zurückgegangen. Die Materialaufwandsquote hat sich im vorliegenden Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022 von 72,7 % auf 67,1 % verringert. Das Rohergebnis hat sich bei einer niedrigeren Gesamtleistung und gesunkenen sonstigen betrieblichen Erträgen um 26,2 % verringert. Der Personalaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr mit 0,45 % nur leicht gestiegen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich im Jahr 2023 ebenfalls nur leicht um 2,1 % erhöht. Als Ergebnis beläuft sich der Konzernjahresfehlbetrag vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 auf Mio. EUR 37,3. Finanzlage Die Finanzlage der Model Beteiligungen Gruppe ist als geordnet anzusehen. Die Gruppe war stets in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nach Art, Höhe und Fristigkeit nachzukommen. Aufgrund der Zugehörigkeit der Model Beteiligungen Gruppe zum schweizerischen Model-Konzern ergeben sich erweiterte Finanzierungsmöglichkeiten, die genutzt werden. Die Cashflow-Rechnung zeigt folgendes Bild:
Die Finanzierung der Investitionen ist durch die der Model Beteiligungen Gruppe zur Verfügung stehenden Mittel als gesichert anzusehen. Die Bankverbindlichkeiten verminderten sich im Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 von Mio. EUR 0,5 um einen Betrag von Mio. EUR 0,5 auf Mio. EUR 0,0. Investitionen
Die Höhe der im Jahr 2023 insgesamt getätigten Investitionen (TEUR 186.876) war wesentlich geprägt durch bereits geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen im Rahmen der Umstellung der Produktion der Model Sachsen Papier GmbH von Rollendruckpapieren auf Wellpappenrohpapier. Die Finanzierung aller Investitionen erfolgte mit Darlehen von verbundenen Unternehmen sowie aus dem Abschreibungsvolumen. Vermögenslage Die Bilanz des Model Beteiligungen Konzerns zum 31. Dezember 2023 weist eine Bilanzsumme von Mio. EUR 553,3 (Vorjahr: Mio. EUR 352,6) aus. Das Anlagevermögen enthält auch die im Rahmen der Kaufpreisallokation aufgedeckten stillen Reserven bei den Grundstücken und Gebäuden mit ihrem Buchwert zum 31. Dezember 2023 in Höhe von Mio. EUR 7,5. Die planmäßigen Abschreibungen auf die Gebäude betragen Mio. EUR 0,3. Der aktivierte Kundenstamm wurde bereits im Geschäftsjahr 2021 voll abgeschrieben. Der im Rahmen der Kaufpreisallokation der Model Sachsen Papier GmbH passivierte Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung (Badwill) in Höhe von Mio. EUR 15,9 wurde über den Zeitraum der ursprünglich geplanten Umbauphase der Papiermaschine (24 Monate) abgeschrieben. Der Restbuchwert zum 31. Dezember 2023 beträgt Mio. EUR 0,0, die planmäßigen Abschreibungen auf den Badwill betragen Mio. EUR 4,6. Im Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 wurden insgesamt TEUR 186.876 investiert. Die Anlagenintensität im Berichtsjahr beträgt 65,0 % (Vorjahr: 54,2 %). Das Umlaufvermögen in Höhe von Mio. EUR 79,0 (Vorjahr: Mio. EUR 87,9) besteht im Wesentlichen aus Papiervorräten (Mio. EUR 9,4), aus Emissionszertifikaten (Mio. EUR 5,7), aus Ersatzteilen (Mio. EUR 9,3), fertigen Erzeugnissen und Waren (Mio. EUR 5,6), unfertigen Erzeugnissen (Mio. EUR 2,3) sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Mio. EUR 14,2). Die Model Beteiligungen Gruppe weist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von Mio. EUR 105,3 aus. Aufgrund des Konzernbilanzverlustes in Höhe von Mio. EUR 125,3 wurde das Eigenkapital im Konzern aufgebraucht. Der Konzernbilanzverlust lässt sich im Wesentlichen auf die hohen Sonderabschreibungen auf das Konzern-Anlagevermögen im Geschäftsjahr 2018 zurückführen. Der Konzernbilanzverlust aus 2022 in Höhe von Mio. EUR 87,9 wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Die schweizerische Konzernmutter Model AG hat am 25. März 2019 erstmals einen Rangrücktritt in Höhe von Mio. EUR 67,0 ausgesprochen. Dieser wurde zum 31. Dezember 2023 auf Mio. EUR 125,1 aufgestockt. Der Fortbestand der Model Beteiligungen GmbH und der zugehörigen Konzerngesellschaften ist nicht gefährdet; die oberste deutsche Gesellschaft ist von der schweizerischen Konzernmutter finanziell gestützt. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen, Energie, Prämien und Boni sowie für sonstige Personalkosten und rückständigen Urlaub. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen zum 31. Dezember 2023 nicht. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage des Unternehmens Der Geschäftsverlauf 2023 der Model Beteiligungen Gruppe war geprägt durch den kontinuierlichen Preisverfall des Wellpappenrohpapiers. Darüber hinaus sind die Verkaufspreise nicht in diesem Maß gefallen, was einen positiven Margen-Effekt bedeutete. Ein nach wie vor krisengeprägtes Umfeld, hohe Preise auf allen Wirtschaftsstufen, ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen sowie eine geringere Nachfrage unserer Kunden aus dem In- und Ausland haben einen starken Rückgang des Marktvolumens zur Folge gehabt. Unser Ziel ist es, das Umsatzvolumen mit Direktkunden im Packaging-Bereich trotz des hohen Preisdrucks weiter zu stabilisieren sowie das Händlergeschäft zu reduzieren, um eine bessere Preisqualität zu erzielen. Die allgemein angespannte Marktsituation ist auch weiterhin durch hohen Preisdruck und aggressives Verhalten der Wettbewerber gekennzeichnet. Anders als in den Vorjahren sehen wir keine stärkere Marktbelebung in der zweiten Jahreshälfte. Bei den derzeitigen wirtschaftlichen Aussichten erwarten wir keine starke Erholung des Marktes für Wellpappenverpackungen. Wir rechnen bestenfalls mit einer leichten Erholung im Jahr 2024 oder wahrscheinlich mit einem Markt, der auf dem Niveau von 2023 stagniert. C. Finanzielle Leistungsindikatoren und nicht finanzielle Leistungsindikatoren
Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren, die auch für interne Steuerungszwecke verwendet werden, sind die Umsatzerlöse und das Jahresergebnis. D. Prognose-, Chancen- und Risikobericht D.1. Prognosebericht Konjunkturelle Rahmenbedingungen Die deutsche Wirtschaft arbeitet sich langsam aus der Krise. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt wird in 2024 um 0,4 % und in 2025 um 1,5 % zunehmen. Die Lage wird von den meisten Unternehmen nach wie vor schlecht bewertet. Allerdings konnten in allen Wirtschaftsbereichen die Erwartungen im Hinblick auf die Entwicklung in den kommenden Monaten zulegen. Dazu dürften zum einen die allmähliche Verbesserung des Klimas auf den deutschen Absatzmärkten und die damit verbundene Hoffnung auf steigende Neuaufträge im Verarbeitenden Gewerbe beigetragen haben. Zum anderen haben die Energiekosten für Industrieunternehmen ihren Abwärtstrend fortgesetzt und mittlerweile den Stand des Jahres 2020 erreicht. Dadurch wird die Produktion in Deutschland wieder profitabler, sodass Unternehmen vermehrt ihre nach wie vor hohen Auftragsbestände abarbeiten und energieintensive Industrien ihre Produktion wieder ausweiten können. Im weiteren Verlauf des Jahres wird die gesamtwirtschaftliche Erholung im Zuge der Normalisierung der Konsumkonjunktur an Tempo gewinnen. Die Kaufkraft der privaten Haushalte dürfte weiter an Stärke zulegen, die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen sich allmählich erholen. Die Lohndynamik bleibt vorerst kräftig, und die Inflation sank im Sommer 2024 erstmals seit März 2021 unter die 2%-Marke. Zwar halten die kräftigen Lohnanstiege vor allem bei den Dienstleistern den Preisdruck hoch. Allerdings begrenzt die Unterauslastung derzeit eine Weitergabe durch die Unternehmen, sodass vor allem ihre Gewinne zurückgehen dürften. Auf die Zinssenkung der Europäischen Zentralbank im Juni 2024 dürften in diesem Jahr noch zwei weitere Zinsschritte folgen. Die gesunkenen Zinsen, der stabile Arbeitsmarkt und die kräftigen Einkommenszuwächse werden der Konsumkonjunktur einen Schub verleihen und auch der Bauwirtschaft allmählich wieder auf die Beine helfen. Dabei wird unterstellt, dass die Konsumfreude wieder zunimmt und sich die Sparquote allmählich wieder normalisiert. Der Anstieg des Verbraucherpreisindex (VPI) hat sich in den vergangenen Monaten weiter abgeschwächt. Die Inflationsrate wird von 5,9 % im Jahr 2023 spürbar auf 2,2 % im Jahr 2024 und auf 1,7 % im Jahr 2025 zurückgehen. Die Kerninflationsrate (also der Anstieg der Verbraucherpreise ohne Energie) wird mit 2,7 % und 2,2 % in diesem bzw. im kommenden Jahr darüber liegen, da die Energiepreise für die Verbraucher noch bis Ende 2025 sinken werden. 9 Branchenspezifische Rahmenbedingungen Die deutsche Wellpappenindustrie war 2023 von einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld geprägt. Entsprechend der gesunkenen Gesamtwirtschaftsleistung Deutschlands ging 2023 auch der Absatz von Wellpappe zurück. 2023 war geprägt von hohen Energiekosten, gestiegenen Zinssätzen und schwächerer Nachfrage. Unter dem Einfluss immer weiter steigender Verbraucherpreise fiel der private Konsum um 0,8 %. Die Inflation sank zwar im Verlauf des Jahres von 6,9 % auf 5,9 %, blieb aber dennoch hoch. Die Energiepreise gingen zum Jahresende zurück, verteuerten sich jedoch im Gesamtdurchschnitt 2023 trotzdem um 5,3 %. Die Preise für Papier kannten seit 2020 nur einen Weg: nach oben. Auslöser war insbesondere die Pandemie, die zu Rohstoff- und Vorprodukteknappheit führte. Infolge des Ukrainekriegs und der Inflation zogen die Preise weiter an und erreichten ein für die VDW-Mitglieder bedrohliches Level. Erst im Zuge der schwachen Konjunktur ließ der immense Druck bei den Papierpreisen ab Ende 2022 bis Anfang 2023 endlich spürbar nach. Diese Entlastung gaben die Mitglieder des VDW inmitten einer gesamtwirtschaftlich herausfordernden Lage an ihre Kunden weiter: Der Wellpappenpreis sank im Jahr 2023 kontinuierlich und lag im Jahresdurchschnitt 6,2 % unter dem Durchschnittspreis von 2022. 10 Voraussichtliche wirtschaftliche Entwicklung Die Model Beteiligungen Gruppe wird auch im Jahr 2024 ihre Strategie betreffend direkter Verpackungskunden weiter ausbauen, um unseren Kundenstamm zu vergrößern. Insbesondere in Ostdeutschland beabsichtigen wir, eine bessere Auslastung der Transporte zu erreichen, sobald wir Papier aus Eilenburg beziehen. Der Fokus liegt hierbei auf der Erhöhung der Kundenqualität. Dafür haben wir unser Verkaufsteam verstärkt, um unseren Kundenstamm zu vergrößern und eine bessere Auslastung der Transporte zu erreichen. Durch die Erweiterung unserer Druckkapazitäten in den Standorten Bad Bentheim und Werra-Suhl-Tal können wir ein breiteres Spektrum an regalfertigen Verpackungen anbieten. Außerdem haben wir unsere Innovationskapazitäten gestärkt, da wir nun in der Lage sind, unsere Kunden besser zu beraten und gemeinsam mit ihnen neue und innovative Lösungen zu entwickeln. Unser Hauptkundenfokus sind mittlere und große Abnehmer von Verpackungen. Mit dem Start unseres deutschen Modelshops im November 2023 wollen wir auch kleinere Unternehmen mit einem Standardverpackungsportfolio bedienen. Nach dem bisherigen Jahresverlauf gehen wir davon aus, dass das Umsatzniveau im Jahr 2024 um 5,6 % sinkt, die Volumina gegenüber 2023 aber um 6,0 % steigen werden. Das Ergebnis wird somit im Jahr 2024 leicht schlechter ausfallen. Dieser Umsatzrückgang liegt im Wesentlichen darin begründet, dass die Model Sachsen Papier GmbH im Jahr 2023 nur anteilig mit sechs Monaten im Ergebnis enthalten ist, da die Anlage während des gesamten Umbaus stillgelegt ist. Für das Jahr 2025 erwarten wir einen deutlichen Anstieg des Umsatzniveaus sowie ein leicht verbessertes Ergebnis im Vergleich zu 2024. D.2. Chancenbericht Die Investitionen im Jahr 2024 sind darauf ausgerichtet, schnelle Verbesserungen mit geringen Investitionssummen zu erreichen. Der Fokus liegt hierbei insbesondere auf Automatisierungs- und Digitalisierungsthemen. Da an den beiden Standorten Bad Bentheim und Werra-Suhl-Tal Mitarbeiter für einfache Tätigkeiten nur schwer zu finden sind, ist dies für die nächsten Jahre der vorrangige Schwerpunkt. Des Weiteren sind die Investitionen darauf ausgerichtet, die Standorte energieeffizienter und zukunftssicher aufzustellen. Die im Jahr 2023 abgeschlossenen Infrastrukturmaßnahmen werden in 2024 erstmals zum Tragen kommen.
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Ein weiterer und wesentlicher Investitionsschwerpunkt betrifft im Jahr 2024 die Model Sachsen Papier GmbH am Standort in Eilenburg, da durch den Umbau der bisherigen Papiermaschine die Produktion von Rollendruckpapieren auf Wellpappenrohpapier umgestellt wird. D.3. Risikobericht Gesamtwirtschaftliche Risiken und spezifische Risiken der Model Beteiligungen Gruppe Die globalen Energie- und Rohstoffpreise sind im vergangenen Jahr deutlich gefallen, die Inflation ist in vielen Ländern rückläufig, und die Lieferkettenstörungen im Nachgang der Pandemie haben sich weitgehend entspannt. Die weltwirtschaftliche Nachfrage blieb aber im Zuge der spürbaren geldpolitischen Straffungen und gestiegener geopolitischer Risiken und Unsicherheiten insgesamt schwach. In ihrem Jahreswirtschaftsbericht 2024 geht die Bundesregierung dennoch davon aus, dass die belastenden Einflüsse im Jahresverlauf 2024 tendenziell nachlassen werden und die positiven, binnenwirtschaftlichen Faktoren zunehmend zum Tragen kommen. Für das Gesamtjahr 2024 wird ein leichter Zuwachs des preisbereinigten BIP um 0,2 % erwartet. Alles in allem ist im Jahr 2024 mit rund 3,0 % eine Expansionsrate der Weltwirtschaft wie im Jahr 2023 zu erwarten. Die Einkommen privater Haushalte befinden sich weiter im Aufwind. Insgesamt dürften die nominalen verfügbaren Einkommen der Haushalte, zu denen neben den Nettolöhnen auch staatliche Sozialleistungen und Selbstständigen- und Vermögenseinkommen zählen, in diesem Jahr um 3,8 % deutlich zunehmen. Durch die kräftigen Einkommenssteigerungen bei rückläufigen Inflationsraten wird im laufenden Jahr auch die reale Kaufkraft der Verbraucherinnen und Verbraucher wieder spürbar steigen. Zudem wird erwartet, dass die Sparquote von ihrem aktuell im historischen Vergleich noch erhöhten Niveau etwas sinken wird. Die hohen Inflationsraten haben eine geldpolitische Straffung nach sich gezogen, was zu einer Vervielfachung der Finanzierungskosten im Jahresverlauf 2023 führte. Allerdings dürfte sich hier eine schrittweise Erholung einstellen, gestützt durch weniger dynamische Preis- und Kostenentwicklungen sowie infolge der Maßnahmen der Bundesregierung, etwa durch die Maßnahmen des Wachstumschancengesetzes oder durch Investitionszuschüsse im Rahmen des Klima- und Transformationsfonds. Im weiteren Jahresverlauf 2024 wird dann mit einer Belebung der Ausrüstungsinvestitionen gerechnet. Der gewichtige Bereich Maschinen- und Anlagenbau ist eng mit der Entwicklung des Außenhandels verknüpft. Ein Großteil der Investitionen wird von der kapitalintensiven und exportorientierten Industrie getätigt. Mit einer allmählichen Belebung der globalen Wachstumsdynamik und des Welthandels - insbesondere in den für Deutschland bedeutsamen Absatzmärkten in Europa - dürfte die Kapazitätsauslastung in der Industrie wieder ansteigen und zu einer Belebung der Ausrüstungsinvestitionen führen. Aufgrund des schwachen Jahresauftakts rechnet die Bundesregierung für das Gesamtjahr 2024 aber nur mit einem leichten Wachstum von preisbereinigt 0,5 %, nach einer kräftigen Steigerung von 3,0 % im Vorjahr. Die Bauinvestitionen werden auch weiter von einem grundsätzlichen Bedarf an Wohnraum, vor allem in den Ballungsräumen, gestützt. Nach wie vor hohe Bau- und Finanzierungskosten sorgten aber im vergangenen Jahr für rückläufige Auftragseingänge und steigende Stornierungsraten und führten somit zu einem deutlichen Rückgang des zuvor noch hohen Auftragsbestands. Ein hoher Bauüberhang und eine sich abzeichnende Bodenbildung bei den Baugenehmigungen sprechen jedoch für eine zunehmend bessere Auftragslage im Wohnungsbau. Angebotsseitig allerdings hindert der immer mehr in den Vordergrund tretende Fachkräftemangel die Realisierung von Bauvorhaben. Diese Umstände sorgen dafür, dass die Bauinvestitionen im laufenden Jahr preisbereinigt erneut um 2,2 % sinken dürften, nachdem sie bereits im vergangenen Jahr um 2,1 % zurückgegangen waren. Insgesamt erwartet die Bundesregierung für das Jahr 2024 eine Abnahme der gesamten Bruttoanlageinvestitionen um preisbereinigt 0,7 %. Als Fazit bleibt vor dem Hintergrund der aktuellen Marktlage festzustellen, dass zwar belastende Faktoren wie hohe Verbraucherpreissteigerungen und daraus folgende Kaufkraftverluste nachlassen; geopolitische Krisen und Konflikte sowie geldpolitische Straffungen aber die erwartete Erholung der Wirtschaft belasten. 11 Die Model Beteiligungen Gruppe beliefert eine Vielzahl unterschiedlicher Kunden und Märkte, wodurch sich eine Risikodiversifikation ergibt. Grundsätzlich jedoch ist die Nachfrage nach Wellpappe-Formaten und Wellpappe-Produkten von dem Bedarf an Verpackungen der Endverbraucher und damit von der Konjunktur, insbesondere dem privaten Konsum, abhängig. Nachfolgend sind wesentliche Risiken für die Model Beteiligungen Gruppe nach ihrer Gewichtung absteigend dargestellt. Beschaffungs-, Produktions- und Preisänderungsrisiken Bei der Model Beteiligungen Gruppe bestehen Beschaffungs-, Produktions- sowie Mengen- und Auslastungsrisiken, die zu wirtschaftlichen Belastungen führen können. Preiserhöhungen können in Abhängigkeit von der jeweiligen Marktsituation nur in Teilen bzw. mit Zeitverzug an Kunden weitergegeben werden, weshalb der extreme Anstieg der Rohstoffpreise sowie die Preissteigerungen im Bereich der Energie zu einer Ergebnisverschlechterung oder zu einer temporären Ergebnisbelastung der Model Beteiligungen Gruppe führen können. Die Weitergabe von etwaigen Preissteigerungen auf der Papierseite am Markt kann aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks Umsatzeinbußen nach sich ziehen. Zusätzlich sehen wir im E-Commerce- Sektor das Risiko, dass Wellpappenverpackungen durch Papiertüten ersetzt werden. Starke Beeinträchtigung der Handelsströme und Lieferketten tragen auch weiterhin zur Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung bei. Aufgrund der hohen Kapitalintensität bestehen Ergebnisrisiken, sofern die Auslastung sinkt.
11 Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung
2023_II Jahresprojektion 2023 (ab S. 135)
Wettbewerbsrisiken Die Model Beteiligungen Gruppe hat ein breites Kundenportfolio. Trotz der diversifizierten Kundenstruktur ist die Gruppe in einem Markt tätig, in dem sie einem erheblichen Preis-, Margen- und Ergebnisdruck ausgesetzt ist. Die Märkte sind dementsprechend durch hohe Wettbewerbs- und Preisintensität gekennzeichnet. Insbesondere in der Region und im Umkreis des Werkes Bad Bentheim als auch des Werkes Werra- Suhl-Tal sind zahlreiche Wettbewerbsinvestitionen wie Kapazitätserweiterung oder Werksneubau angekündigt bzw. auch bereits umgesetzt. Somit wird davon ausgegangen, dass die Wettbewerbsintensität in dieser Region weiter steigt. Ausfallrisiken Vor dem Hintergrund der aktuellen schwächeren konjunkturellen Lage ist das Chancen-/Risiko-Profil für Unternehmen in vielen Branchen eher gedämpft zu bewerten. Negative Geschäftsentwicklungen eines oder mehrerer wichtiger Kunden sind nicht auszuschließen. Dies kann, je nach Ausmaß, zu Belastungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen. Zinsrisiken Die Model Beteiligungen Gruppe hat ihre Finanzierung langfristig ausgelegt. Zinsänderungen haben deshalb nur einen geringen Einfluss auf die Ertragslage. Währungsrisiken Wechselkursrisiken bestehen nicht, weil sich die wesentlichen Exportumsätze der Model Beteiligungen Gruppe auf den Euro-Raum beschränken. Exporte in Drittländer außerhalb des Euro- Raumes werden hauptsächlich in Euro fakturiert. Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken Die vormalige Krise auf den Finanzmärkten (Euro-Krise) hat generell zu einer verhaltenen Kreditvergabepolitik der Banken geführt. Diese Entwicklung schränkt die finanzielle Flexibilität der Unternehmen grundsätzlich ein. Durch die Einbindung der Model Beteiligungen Gruppe in die finanzstarke Model Gruppe stehen jedoch ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung. Da die Model Beteiligungen Gruppe hauptsächlich in Euro fakturiert, sehen wir den Eintritt von währungsbedingten Finanzrisiken als eher unwahrscheinlich an. Umweltschutz Besondere Maßnahmen brauchen aufgrund der umweltfreundlichen Fertigung nicht getroffen zu werden. Alle gesetzlichen Umweltauflagen sind erfüllt. Eine zusätzliche wichtige Initiative zur Reduzierung unserer CO 2 -Emissionen ist die Investition in zwei Photovoltaik (PV)-Anlagen am Standort Bad Bentheim. Mithilfe des durch Sonnenenergie erzeugten Stroms werden wir zukünftig 9% unseres jährlichen Strombedarfs der Produktion und 66% des Bedarfs der Verwaltungsgebäude decken. Diese wurden im Jahr 2023 an das Stromnetz angeschlossen. Hinweise auf Risiken der künftigen Entwicklung Wirtschaftliche sowie rechtliche Bestandsgefährdungspotentiale sind im Planungszeitraum - insbesondere vor dem Hintergrund der finanziellen Unterstützung durch die schweizerische Muttergesellschaft - nicht gegeben, die Liquidität ist weiterhin stabil und Vermögensverluste, auch im langfristigen Bereich, sind nicht erkennbar. Unsere differenzierte Abnehmerstruktur gewährleistet eine gewisse Stabilität. F. Personalbereich Aufgrund der hohen technischen Ansprüche an die Produktionsqualität und bedingt durch den hohen Automatisierungsgrad beschäftigen wir überwiegend fachlich qualifizierte Mitarbeiter. Die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter wird, soweit sie nicht im eigenen Betrieb erfolgt, durch externe Firmen wahrgenommen. Die fachliche Qualität unserer Mitarbeiter trägt dazu bei, auch zukünftig die hohen Qualitätsansprüche der Model Beteiligungen Gruppe erfüllen zu können. Es wurden keine Zielgrößen für den Frauenanteil nach § 52 Abs. 2 GmbHG und §36 Satz 2 GmbHG definiert.
Bad Bentheim, den 29. November 2024 Dr. Daniel Model Elisabeth Model Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Model Beteiligungen GmbH, Bad Bentheim Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Model Beteiligungen GmbH, Bad Bentheim, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Model Beteiligungen GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Köln, den 29. November 2024 KPMG
AG
Obergarz, Wirtschaftsprüfer Offermann, Wirtschaftsprüferin Amtsgericht Osnabrück HRB 211346Handelsbilanz zum 31. Dezember 2023AKTIVA
PASSIVA
Bad Bentheim, den 29.11.2024 Dr. Daniel Model, Geschäftsführer Elisabeth Model, Geschäftsführerin Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
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