KHD Humboldt Wedag International AG
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Markus Damm seit 28.10.2025 | Prokura |
Rainer Krüper seit 19.1.2023 | Geschäftsführer |
Daniela Mertes seit 6.9.2021 | Prokura |
Johannes Matthias Dr. Jochem seit 22.10.2019 | Geschäftsführer |
André Sybon seit 9.5.2019 | Geschäftsführer |
Jürgen Eduard Luckas seit 11.5.2015 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Humboldt Wedag GmbHKölnJahresabschluss 31.12.2023Jahresabschluss und Lagebericht 31. Dezember 2023Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Humboldt Wedag GmbH PrüfungsurteileWir haben den Jahresabschluss der Humboldt Wedag GmbH, Köln, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Humboldt Wedag GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit §317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den LageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit §317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Köln, 15. Mai 2024 EY
GmbH & Co. KG
Galden, Wirtschaftsprüfer Ormanns, Wirtschaftsprüfer
Lagebericht und Jahresabschluss 2023In diesem Bericht verwendet die Humboldt Wedag GmbH, Köln, im Interesse der besseren Lesbarkeit die grammatikalisch männliche Form wie beispielsweise "Mitarbeiter". Diese bezieht sich immer zugleich auf alle Geschlechter der Menschen, um die es geht: männlich, weiblich, divers. Wir weisen darauf hin, dass bei der Verwendung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben aufgrund kaufmännischer Rundung Differenzen auftreten können. Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023der Humboldt Wedag GmbH, Köln1. Grundlagen des UnternehmensDie Humboldt Wedag GmbH ("HWG"), Köln, im Folgenden auch als Gesellschaft bezeichnet, ist eine 100 %-Beteiligung der KHD Humboldt Wedag GmbH ("KHD GmbH"), Köln, die wiederum eine 100 %-Tochtergesellschaft der KHD Humboldt Wedag International AG ("KHD AG") mit Sitz in Köln ist. Die Geschäftstätigkeit der HWG konzentriert sich auf den Zementanlagenbau und zugehörige Dienstleistungen. 1.1 Organisationsstruktur / Einbindung in den KHD KonzernMit ihren Tochtergesellschaften in Europa, Amerika und Asien zählt die KHD Humboldt Wedag International AG mit Sitz in Köln (im Folgenden auch "KHD" oder "Konzern") zu den weltweit führenden Anbietern von Ausrüstung und Dienstleistungen für Zementproduzenten. Das Leistungsspektrum umfasst die Prozesstechnik, die Konstruktion, das Engineering, das Projektmanagement, die Lieferung der technischen Ausrüstung sowie die Überwachung der Montage und Inbetriebnahme von Zementanlagen und den dazugehörigen Maschinen. Hinzu kommen Kundendienstleistungen wie die Lieferung von Ersatzteilen, die Optimierung, Wartung und Instandsetzung von Anlagen und die Ausbildung von Anlagenmitarbeitern. KHD fokussiert sich dabei im Wesentlichen auf die wissensintensiven Bereiche. Die Produktion der Anlagenkomponenten wird überwiegend an qualitätsgeprüfte externe Hersteller vergeben, die nach den Vorgaben von KHD fertigen. Ausgewählte Produkte werden auch durch eigene Fertigungskapazitäten in Faridabad, Indien, erstellt. Seit Januar 2014 ist die KHD AG eine Konzerngesellschaft der in Peking ansässigen AVIC International Beijing Co. Limited ("AVIC Beijing"). Die AVIC Beijing wiederum ist Teil des im Besitz der Volksrepublik China stehenden Konzerns der Aviation Industry Corporation of China. Die Anteile an der KHD AG werden direkt von der AVIC International Engineering Holdings Pte. Ltd. ("AVIC Engineering"), in Höhe von 69,02 % und von der Max Glory Industries Limited ("Max Glory"), in Höhe von 20,00 % gehalten. Die Struktur des KHD Konzerns zum 31. Dezember 2023 stellt sich wie folgt dar:
Innerhalb des KHD Konzerns übernimmt die HWG neben der technologischen Führung durch das Center of Excellence ("CoE") auch wichtige Zentralfunktionen und dient als Ansprechpartner für spezifische fachliche und organisatorische Fragen. Die Märkte in Europa, dem Nahen und Mittleren Osten, Nordafrika sowie Asia Pacific (mit Ausnahme von China) werden direkt von der HWG aus Köln betreut. Die übrigen Regionen - Indien und Nachbarstaaten, Amerikas, Russland/GUS sowie China - werden jeweils durch Tochtergesellschaften vor Ort betreut. Die HWG unterhält Repräsentanzen in Istanbul/Türkei und in Teheran/Iran. Zudem besteht eine Betriebsstätte in Buenos Aires/Argentinien. 1.2 LeistungsspektrumDas Leistungsspektrum der HWG ist grundsätzlich deckungsgleich mit dem des KHD Konzerns. Es umfasst die Prozesstechnik, die Konstruktion, das Engineering, das Projektmanagement und die Lieferung der technischen Ausrüstungen (Zerkleinerung, Ofenlinie, Systemautomatisierung). Auch die mit dem Projektgeschäft direkt verbundene Überwachung der Montage und Inbetriebnahme von Zementanlagen und von dazugehörigen Maschinen (sog. Field Services) gehören dazu. Darüber hinaus organisiert die HWG Schulungen für das in den Zementwerken eingesetzte Personal der Kunden. Dabei greift die HWG vor allem auf das eigens entwickelte E-Learning-Programm SIMULEX® zurück, mit dem alle Prozesse in einem Zementwerk simuliert und von den Kursteilnehmern gesteuert werden können. Spezielle E-Learning Programme zum Pyroprozess erweitern die Schulungsangebote. Das Angebot umfasst alle Lieferungen und Leistungen, die direkt mit einem EP (Engineering and Procurement) Projekt verbunden sind. Zum Kernsortiment der von der HWG gelieferten Ausrüstungen gehören Anlagen für die Zerkleinerung sowie für die Brenntechnologie, was von grundsätzlicher Bedeutung in jeder Zementanlage ist. Die Mahltechnologie findet Anwendung bei der Zerkleinerung von Rohmaterialien, Klinker und Klinkerersatzstoffen und beinhaltet Mahl- und Zerkleinerungsanlagen sowie Sichter und Ventilatoren. Die Ausrüstungen für die Brenntechnologie umfassen alle wesentlichen Komponenten der Ofenlinie wie Wärmetauscher, Kalzinator, Brenner, Prozessventilator, Drehrohrofen und Klinkerkühler. Als Weiterentwicklung der traditionellen Kalzinator-Technologie bietet KHD mit dem Pyrorotor® auch technologische Lösungen an, mit denen sehr grobe und schlecht aufbereitete Sekundärbrennstoffe für die Zementherstellung genutzt werden können. Mit dem Pyroredox® verfügt die HWG über einen Vergasungsreaktor zur Emissionsminderung. Ohne aufwendige Katalysatortechnik und ohne den Einsatz von Ammoniak können Stickoxidemissionen (NOx) deutlich gesenkt werden. Die HWG hat außerdem eine Reihe von Systemautomatisierungsprodukten entwickelt, die zur Verfahrenskontrolle sowie Anlagenoptimierung eingesetzt werden. Unsere Produkte zeichnen sich durch einen geringen Energieverbrauch, einen niedrigen Instandhaltungsaufwand, wenig Vibrationen und Lärmemissionen sowie geringen Verschleiß aus. Das Spektrum der angebotenen Leistungen umfasst auch die Lieferung von Ersatz- und Verschleißteilen sowie diverse Anlagenservices. Hierzu zählen Wartungsleistungen wie die Aufbereitung von Rollenpressen, technische Inspektionen und Audits sowie Beratungs- und Assistenzleistungen. Ein wichtiges Thema ist dabei die Beratung im Hinblick auf Energieeffizienz, Emissionsreduzierung und Betriebskostensenkung (beispielsweise Brennstoffsubstitution durch alternative Brennstoffe) bei Anlagenmodernisierungen. Unverändert zum Vorjahr wurden im Geschäftsjahr 2023 die folgenden konzerninternen Leistungen durch die Gesellschaft bezogen bzw. von dieser bereitgestellt: Service and Cost Allocation Agreement mit der KHD AGMit der KHD AG besteht ein Service and Cost Allocation Agreement, das insbesondere zentrale Dienstleistungen des Konzernmanagements und die Umlage externer Rechts- und Beratungskosten regelt. Service and Cost Allocation Agreement mit übrigen KHD GesellschaftenMit anderen Gesellschaften des KHD Konzerns besteht ein Service and Cost Allocation Agreement, das verschiedene Dienstleistungen regelt, die die HWG für zentrale Funktionen, wie z. B. IT und Rechnungswesen, für die übrigen operativ tätigen Gesellschaften des Konzerns erbringt. Zudem werden die Kosten der bei der HWG zentral durchgeführten Forschung und Entwicklung innerhalb des KHD Konzerns verrechnet. 1.3 StrategieZiele und StrategieDie HWG ist ein Komplettanbieter für Zementanlagen und kann die wesentlichen Schlüsselkomponenten eines kompletten Zementwerks oder einer separaten Mahlanlage mit eigenen Produkten darstellen. Hierbei differenziert sich die HWG durch in Deutschland entwickelte Maschinen und Anlagen. Besondere Schwerpunkte bei der Produktentwicklung legt HWG neben dem Thema CO 2 -Reduzierung auf Energieeffizienz, saubere Anlagen mit minimalem Schadstoffausstoß, lange Lebensdauer und große Wartungsfreundlichkeit. Der KHD Konzern arbeitet konsequent an den sechs Handlungsfeldern zur Strategieumsetzung, die auch die HWG einschließen: 1. Profitieren von der "Green Transition"; 2. Go China/India und Verbesserung der Präsenz auf ausgewählten Märkten; 3. EPC (Engineering, Procurement, Construction) mit strategischen Partnern; 4. Erweiterung des Service Portfolios und Digitalisierung; 5. Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit auf der Kostenseite und Exzellenz in der Abwicklung; 6. Modernisierung / Umbau von Zementanlagen. Die sechs Handlungsfelder sind eng miteinander verzahnt und sichern bei erfolgreicher Umsetzung die Zukunftsfähigkeit des KHD Konzerns und der HWG. Insbesondere bei der Go China Initiative sowie der Umsetzung des EPC Konzepts erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit der AVIC Beijing. Als schlanke Organisation können wir flexibel auf individuelle Kundenanforderungen eingehen und effiziente Lösungen schaffen. 1.4 Forschung und EntwicklungAuch im Geschäftsjahr 2023 bestimmten die folgenden Trends - insbesondere getrieben durch Umweltaspekte - weiterhin die Zementindustrie:
Bei KHD fokussieren sich die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf die Entwicklung überzeugender Antworten zu den oben genannten Trends. Im Geschäftsjahr 2023 beliefen sich die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung auf €4,1 Mio. (Vorjahr: € 2,9 Mio.). Dies entspricht 1,8 % (Vorjahr: 1,4 %) des Umsatzes. Im Berichtsjahr wurden insgesamt 10 Schutzrechte (Vorjahr: 16 Schutzrechte) angemeldet. Zum Jahresende verfügte KHD über insgesamt 951 Schutzrechte, die auf 368 (Vorjahr: 326) Patente, 574 (Vorjahr: 577) Marken und 9 (Vorjahr: 9) Gebrauchsmuster entfielen. Von überragender Bedeutung für die Zukunft der Zementindustrie bleibt die Entwicklung von überzeugenden Konzepten zur drastischen Reduzierung des CO 2 -Ausstoßes von Zementwerken. Zur Minimierung des CO 2 -Footprints investiert KHD weiterhin in die Entwicklung neuer Technologien. Hierzu zählen neben den traditionellen Themen Energieeffizienz und Klinkersubstitution durch Schlacke und Flugasche im Wesentlichen die folgenden neuen Technologien:
Als Lieferant von Maschinen und Anlagen für eine der klimarelevantesten Industrien zielen unsere Forschung- und Entwicklungstätigkeiten nicht nur auf die Schaffung möglichst effizienter und preiswerter Lösungen für die Zementproduktion, sondern auch verstärkt auf die Entwicklung umweltfreundlicher Technologien. Bei digitalen Lösungen und Anwendungen stehen der Real-Time-Optimizer ("RTO") unter Einbindung von Technologien der künstlichen Intelligenz zur Verbesserung der Betriebsleistung von Zementanlagen, IIOT/Cloud-Lösungen zur Datennutzung sowie die Digitalisierung des Engineering Lifecycle Managements im Fokus. Mit dem KHD PROMAX® können wir den Kunden eine Digital-Twin-Suite mit weitreichenden Funktionen zur Optimierung der Produktion sowie der Wartung der gesamten Zementproduktionslinie sowie des Ersatzteilmanagements anbieten. Zur Substitution des CO 2 -intensiven Kalksteins fragen unsere Kunden vermehrt nach Lösungen zur Verwendung von alternativen Rohmaterialien und Reststoffen. Auf der Basis der seit Jahrzehnten beständig weiterentwickelten Technologien der Strömungsrohrkalzinatoren und der Drehofentechnik bietet der KHD Konzern Lösungen zur Kalzinierung von Alternativstoffen, wie zum Beispiel Ton an. Neben den energetischen Vorteilen wird durch die Beimischung von kalziniertem Ton der CO 2 -Fußabdruck von Zement drastisch verringert, wodurch sich ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz ergibt. Im Rahmen unseres Forschungs- und Entwicklungsprogrammes entwickeln bzw. verbessern wir zudem weitere Lösungen zur thermischen Behandlung von Reststoffen wie Schlacken und Aschen. Mit einer Vielzahl effizienzsteigernder Maßnahmen, Modernisierungskonzepten und Verbesserungen sowie Dienstleistungen für Anlagen richtet sich der KHD Konzern weiter gemäß den Kundenanforderungen aus, hin zu umweltfreundlichen Lösungen bei gleichzeitiger Senkung der operativen Betriebskosten für die Kunden. Zur Befriedigung der speziellen Bedürfnisse des chinesischen Marktes sowie anderen Märkten, bei denen die Senkung der Investitionskosten gegenüber der Funktionalität von Produkten im Vordergrund steht, wird die Anpassung unserer Produktpalette konsequent fortgeführt. Die Anforderungen des Marktes in Bezug auf die Reduktion von Stickoxid-Emissionen erfüllen wir insbesondere mit unseren PYROREDOX® Vergasungsreaktoren. Ohne aufwendige Katalysatortechnik und ohne den Einsatz von Ammoniak bietet KHD mit dieser Innovation eine wesentlich preiswertere Alternative zu den sonst üblichen Katalysatorlösungen an. Die permanente Weiterentwicklung dieser Technologie auf der Basis fortschreitender Erkenntnisse ist ebenso Teil unserer Entwicklungstätigkeiten wie auch die Verbesserung und die Entwicklung neuer Baugrößen unseres PYROROTOR® Verbrennungsreaktors. Mit dem PYROROTOR® erfüllt KHD bereits jetzt die wachsenden Marktanforderungen, auch sehr grobe und schlecht aufbereitete Sekundärbrennstoffe in hohem Umfang in Zementanlagen nutzen zu können. 2. Wirtschaftsbericht2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen:Konjunkturelles UmfeldGemäß des Internationalen Währungsfonds (IWF) wuchs die Weltwirtschaft im Jahr 2023 geschätzt um 3,1 % (IWF: World Economic Outlook Update January 2024) nach einem Wachstum der Wirtschaftsleistung um 3,5 % im Jahr 2022. 1 Die (indirekten) Auswirkungen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine sowie des Konflikts im Nahen Osten, anhaltend hohe Inflationsraten, rückläufige Wachstumsraten der Volkswirtschaft in China sowie Spannungen in den Handelsbeziehungen großer Volkswirtschaften stellen derzeit die bedeutendsten Herausforderungen der Weltwirtschaft dar. Branchenspezifisches UmfeldLaut CW Research ("Global Cement Volume Forecasts Report 2H2023 extended update" erschienen im November 2023) wird für die weltweite Zementnachfrage im Jahr 2023 ein Rückgang um 0,1 % prognostiziert und damit in diesem Zeitraum ein Volumen von 4,0 Milliarden Tonnen erwartet. Der KHD Konzern ist indirekt abhängig von der Entwicklung der weltweiten Zementproduktion sowie vom Zementverbrauch. Die Schlüsselmärkte des KHD Konzerns zeigten im Geschäftsjahr 2023 in Bezug auf den Zementverbrauch die folgenden Tendenzen:
2.2. Finanzielle und nicht-finanzielle LeistungsindikatorenDie zentralen finanziellen Leistungsindikatoren für die Bestimmung der Zielerreichung der Gesellschaft werden monatlich auf Basis von Kennzahlen ermittelt. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass aufgrund der deutlich höheren Aussagekraft für die Steuerung die nach internationalen Rechnungslegungskriterien (IFRS) und nicht die nach HGB ermittelten Kennzahlen verwendet werden. Hierzu zählen:
Zu den nicht-finanziellen Leistungsindikatoren zählen Mitarbeiterentwicklung, Kundenzufriedenheit, Auswirkung unserer Produkte auf die Umwelt, Produktqualität sowie individuelle mitarbeiterbezogene Kennzahlen. Die Gesellschaft verfügt über ein standardisiertes Verfahren zur Mitarbeiterbeurteilung und -entwicklung über das wichtige Kompetenzen wie u.a. Leistungs- und Ergebnisorientierung, Durchsetzungsfähigkeit und Kommunikation beurteilt werden. Die Ergebnisse stellen dabei eine Grundlage für die Besprechung individueller Entwicklungsmaßnahmen sowie die langfristige Personal- und Nachfolgeplanung dar. Mit Hilfe unterschiedlicher Instrumente, z.B. durch die jährliche Mitarbeiterbeurteilung, die Erfassung der Kundenzufriedenheit oder durch die systematische Erfassung von Emissionswerten und Energieverbrauch einzelner Produkte wird die Zielerreichung bezogen auf nicht-finanzielle Leistungsindikatoren erfasst. Wertorientierte Steuerung bedeutet, dass beispielsweise die Kundenzufriedenheit oder die Minimierung der Auswirkungen unserer Produkte auf die Umwelt gegenüber einer kurzfristigen Gewinnmaximierung im Vordergrund stehen. 2.3. GeschäftsverlaufGesamtbeurteilung des Geschäftsverlaufs und der wirtschaftlichen LageDas Geschäftsjahr 2023 war durch geopolitische Spannungen (Eskalation des Konflikts im Nahen Osten, Auswirkungen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine) und die anhaltende Inflation belastet. In den meisten für KHD relevanten Absatzmärkten ist die Zurückhaltung der Kunden in Bezug auf Investitionsentscheidungen unverändert deutlich spürbar. Die HWG erwirtschaftete im Berichtsjahr 2023 handelsrechtliche Umsatzerlöse in Höhe von € 57,4 Mio. nach € 38,0 Mio. im Geschäftsjahr 2022. Damit hat die Gesellschaft, die für das Jahr 2023 abgegebene Prognose eines deutlich über dem Niveau des Geschäftsjahres 2022 liegenden Umsatzes erreichen können. Die mit dem realisierten Umsatz erzielten Margen waren ausreichend, die operativen Aufwendungen der Gesellschaft zu decken. In der Folge ist im Geschäftsjahr 2023 erwartungsgemäß ein positives (€1,3 Mio.; Vorjahr: €-2,5 Mio.), und gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessertes Ergebnis vor Steuern und Finanzergebnis (EBIT) zu verzeichnen. Einschließlich des Finanzergebnisses in Höhe von T€-257 (Vorjahr: T€-259) schließt das Geschäftsjahr mit einem Jahresüberschuss in Höhe von T€ 553 (Vorjahr: T€ -2.778) ab. Zum 31. Dezember 2023 weist die HWG einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von € 15,5 Mio. (Vorjahr: € 16,1 Mio.) aus. Durch das positive Periodenergebnis und trotz des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags ist der Fortbestand der HWG nicht gefährdet, da eine Patronatserklärung eines verbundenen Unternehmens besteht. Die Finanzlage der HWG ist aufgrund der vorhandenen Liquidität sowie der kurzfristig verfügbaren Darlehensforderungen gegen verbundene Unternehmen, aus Sicht der Geschäftsführung, nach wie vor stabil. Die Gesellschaft kann ihren Zahlungsverpflichtungen in vollem Umfang nachkommen. Auftragseingang / AuftragsbestandDer Auftragseingang lag im abgelaufenen Geschäftsjahr mit insgesamt € 58,4 Mio. erwartungsgemäß unter dem Vorjahreswert (€ 64,1 Mio.). Das After Sales Geschäft trug in Höhe von€ 16,1 Mio. (Vorjahr: € 19,2 Mio.) zum Auftragseingang bei, was einem Anteil von 27,5 % des Gesamtauftragseingangs entspricht. Der für interne Steuerungszwecke maßgebliche Auftragsbestand in Höhe von € 69,0 Mio. (Vorjahr: € 70,0 Mio.) ermittelt sich auf Basis der Erlösrealisierung nach IFRS und unterscheidet sich vom Auftragsbestand nach HGB. Der handelsrechtliche Auftragsbestand zum 31. Dezember 2023 beträgt € 120,0 Mio. (Vorjahr: € 115,0 Mio.) und wird in der Folge weiter erläutert. Der Auftragsbestand liegt entgegen unserer Erwartungen über dem Wert des Vorjahres. InvestitionenIm abgelaufenen Geschäftsjahr wurden €0,4 Mio. (Vorjahr: €1,0 Mio.) in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen investiert. Diese betrafen im Wesentlichen Investitionen in die IT-Infrastruktur. FinanzierungsstrategieGemäß der Finanzstrategie der KHD sind die Konzerngesellschaften über das Ansammeln von Liquiditätsüberschüssen für die Deckung ihres Finanzierungsbedarfs primär selbst verantwortlich (Grundsatz der internen Finanzierung). Allerdings stellt die KHD AG ihren Tochtergesellschaften bei Bedarf die zusätzlich benötigte Liquidität zur Verfügung. Mit dem Projektgeschäft bewegt sich die HWG in einem sehr zyklischen Marktumfeld, das von Einzelaufträgen mit hohen Volumina und unterschiedlicher Finanzierungsstruktur gekennzeichnet ist. Um jederzeit ausreichend liquide Mittel zur Erfüllung des operativen Finanzbedarfs zur Verfügung zu haben, ist eine vergleichsweise hohe Liquiditätsposition notwendig. Die finanzielle Sicherheit wird über den operativen Cashflow gesteuert und im Wesentlichen über frei verfügbare Liquidität in Form von Sichtguthaben bei Kreditinstituten und kurzfristig fälligen Darlehen gegen verbundene Unternehmen gemessen. Eine Avallinie des KHD Konzerns besteht mit der Deutsche Bank AG in Höhe von insgesamt € 70,0 Mio. und steht für verschiedene Sicherungsinstrumente wie Garantien oder Bürgschaften zur Verfügung. Von dieser Linie ist ein Teilbetrag in Höhe von INR 3,0 Mrd. (€ 32,6 Mio.) der HW India zugewiesen. Der verbleibende Betrag steht den anderen operativen Gesellschaften des KHD Konzerns zur Verfügung. Darüber hinaus verfügt KHD über eine Avallinie mit der Bank of China Limited, Zweigniederlassung Frankfurt, die ein Volumen von € 6,0 Mio. aufweist. Die Gesellschaft betreibt eine systematische Minimierung aller mit der komplexen Finanzierungsstruktur im Anlagenbau verbundenen Risiken. Die Geschäfte werden auf Basis verschiedener Merkmale auf ihre spezifischen Risiken (u.a. Länder- und Kundenrisiko) hin evaluiert. In Abhängigkeit von der Höhe des jeweiligen Geschäftes werden Maßnahmen zur Risikominderung vorgenommen. Hierzu zählt insbesondere die Absicherung durch Ausfuhrgewährleistungen des Bundes. Können Sicherheiten des Bundes für das jeweilige Geschäft nicht in Anspruch genommen werden, werden Risiken durch anderweitige Sicherheiten, wie z.B. bestätigte Akkreditive, gesenkt. Das Ausfallrisiko wird dadurch minimiert. Ziel der Projektfinanzierung ist es, Aufträge möglichst zu Konditionen abzuschließen, die die Finanzierung durch den Kunden sicherstellen, d. h. der Netto-Projekt-Cashflow sollte während der gesamten Projektphase positiv sein. Dieses Ziel konnte im Geschäftsjahr 2023 nicht bei allen Aufträgen erreicht werden. Die Verträge der HWG werden grundsätzlich in Euro abgeschlossen. Eventuelle Abschlüsse in Fremdwährung werden einzelfallbezogen kursgesichert. Mitarbeiter/BeschäftigungDie Gesamtzahl der Beschäftigten lag am 31. Dezember 2023 bei 187 (Vorjahr: 182). 2.4. Lage der GesellschaftVermögenslageDas Gesamtvermögen der Gesellschaft war mit einer Bilanzsumme in Höhe von € 56,3 Mio. deutlich höher als im Vorjahr (€41,9 Mio.), was im Wesentlichen auf eine Erhöhung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen (€14,6 Mio.; Vorjahr: €6,6 Mio.) und des Vorratsbestandes (€ 9,7 Mio.; Vorjahr: € 3,1 Mio.) zurückzuführen ist. Das Anlagevermögen reduzierte sich abschreibungsbedingt gegenüber dem Vorjahr. Bei dem Sachanlagevermögen (€1,5 Mio.; Vorjahr: €1,8 Mio.), lagen die Abschreibungen über den Neuinvestitionen. Das Finanzanlagevermögen, welches ausschließlich Anteile an verbundenen Unternehmen umfasst, betrug unverändert zum Vorjahr € 5,0 Mio. und beinhaltet die Anteile an der Blake International Ltd., Road Town, Tortola, British Virgin Islands, sowie an der KHD Humboldt Wedag Vermögensverwaltungs-AG, Köln. Innerhalb des Umlaufvermögens erhöhte sich der Vorratsbestand von € 3,1 Mio. auf € 9,7 Mio. In den Vorräten waren Unfertige Leistungen (€ 48,4 Mio.; Vorjahr: € 39,9 Mio.) sowie geleistete Anzahlungen (€ 5,0 Mio.; Vorjahr: € 3,8 Mio.) enthalten. Im Berichtsjahr wurden erhaltene Anzahlungen in Höhe von € 44,2 Mio. (Vorjahr: € 40,9 Mio.) offen von den Vorräten abgesetzt. Zum 31. Dezember 2023 lag der Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von € 3,4 Mio. stichtagsbedingt unter dem Betrag zum 31. Dezember 2022 (€ 5,2 Mio.). Der Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen von € 8,0 Mio. auf € 14,6 Mio. resultierte im Wesentlichen aus der Zunahme an Aufträgen von im Ausland ansässigen verbundenen Unternehmen. Die Sonstigen Vermögensgegenstände gingen leicht von € 2,0 Mio. zum 31. Dezember 2022 auf €1,5 Mio. zum Bilanzstichtag 2023 zurück. Die Abnahme ist im Wesentlichen auf erhöhte Wertberichtigungen auf sonstige Forderungen zurückzuführen. Unter den Wertpapieren des Umlaufvermögens weist die HWG wie im Vorjahr börsennotierte Aktien aus, bei denen im Berichtsjahr Zuschreibungen auf den höheren Börsenkurs in Höhe von T€ 61 berücksichtigt wurden. Im Vorjahr waren Abschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens in Höhe von T€ 325 zu verzeichnen. Trotz des Jahresüberschusses in Höhe von € 0,5 Mio. weist die HWG zum 31. Dezember 2023 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von € 15,5 Mio. (Vorjahr: € 16,1 Mio.) aus. Es existiert gegenüber der Gesellschaft eine Patronatserklärung, die HWG finanziell so auszustatten, dass sie ihren finanziellen Verpflichtungen jederzeit nachkommen kann. Bei niedrigeren Rückstellungen für Pensionen (€ 14,9 Mio.; Vorjahr: € 16,2 Mio.) erhöhten sich die sonstigen Rückstellungen gegenüber dem Vorjahr von € 14,2 Mio. auf € 15,7 Mio. Von den sonstigen Rückstellungen entfielen €13,3 Mio. (Vorjahr: €12,3 Mio.) auf auftragsbezogene Sachverhalte wie ausstehende Eingangsrechnungen, Gewährleistungen und geschätzte Aufwendungen für Restarbeiten. Von den erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen wurden € 44,2 Mio. (Vorjahr: € 40,9 Mio.) offen von den unfertigen Erzeugnissen und unfertigen Leistungen abgesetzt. Auf der Passivseite verblieb ein Saldo von € 0,2 Mio. (Vorjahr: € 0,1 Mio.). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich stichtagsbedingt leicht von € 3,0 Mio. auf € 2,7 Mio. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erhöhten sich dagegen insbesondere aufgrund erhaltener Anzahlungen von € 7,6 Mio. auf € 21,9 Mio. ErtragslageDer für interne Steuerungszwecke maßgebliche Umsatz ermittelt sich auf Basis der Erlösrealisierungsmethodik nach IFRS und unterscheidet sich wesentlich vom handelsrechtlichen Umsatz. Während die Umsatzerlöse nach IFRS zeitraumbezogen entsprechend dem Leistungsfortschritt ("Cost to Cost-Methode" als input-basierte Methode) ermittelt werden, wird für handelsrechtliche Zwecke der Umsatz erst mit dem Projektabschluss realisiert. Der handelsrechtliche Umsatz beläuft sich für das Geschäftsjahr 2023 auf € 57,4 Mio. und wird in den weiteren Ausführungen erläutert. Im Berichtsjahr 2023 konnten Umsatzerlöse von € 57,4 Mio. nach € 38,0 Mio. im Vorjahr erzielt werden. Wesentlicher Grund für diesen Umsatzanstieg ist ein im Vergleich zum Vorjahr höheres Abrechnungsvolumen. Der Bestand an unfertigen Erzeugnissen und unfertigen Leistungen erhöhte sich um € 8,5 Mio. (Vorjahr: € 15,8 Mio.). In der Folge belief sich die Gesamtleistung des Geschäftsjahres auf € 65,8 Mio. nach € 53,8 Mio. im Vorjahr. Die sonstigen betrieblichen Erträge verringerten sich im Berichtsjahr von € 4,2 Mio. im Jahr 2022 auf € 2,3 Mio. Ursächlich hierfür waren vor allem im Vorjahresvergleich geringere Auflösungen von Rückstellungen in Höhe von € 1,8 Mio. nach € 2,4 Mio. im Geschäftsjahr 2022. Das Rohergebnis in Anlehnung an § 276 HGB als Summe der Posten im Sinne des § 275 Abs. 2 Nr. 1 - 5 HGB ist der Betrag, der zur Deckung der weiteren Kosten zur Verfügung steht. Dieser Wert stieg im Berichtsjahr deutlich auf € 32,1 Mio. nach € 26,0 Mio. im Vorjahr und ist im Wesentlichen auf die Erhöhung der Umsatzerlöse verbunden mit der niedrigeren Materialeinsatzquote zurückzuführen (54,7 %; Vorjahr: 59,4 %). Das Rohergebnis war im Berichtsjahr 2023 ausreichend, um alle weiteren Kosten der HWG voll zu decken. Im Berichtsjahr 2023 waren Personalkosten in Höhe von € 20,2 Mio. nach Aufwendungen in Höhe von € 19,5 Mio. im Jahr 2022 zu verzeichnen. Dieser Anstieg ist sowohl durch eine Erhöhung des Personalbestands als auch durch Gehaltssteigerungen bedingt. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (u.a. Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, Frachten, Versicherungen, Raumkosten, Provisionen, Beratung) stiegen im Vorjahresvergleich von € 8,3 Mio. auf € 9,9 Mio. Die interne Beurteilung der Ertragslage erfolgt auf Basis des EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) sowie der EBIT-Marge jeweils nach IFRS. Das EBIT nach IFRS betrug € -0,9 Mio., die EBIT-Marge nach IFRS belief sich auf -1,5 %. Diese Werte unterscheiden sich aufgrund von methodischen Differenzen (im Wesentlichen zeitraumbezogene Umsatzrealisierung gemäß "Cost to Cost"-Methode) in den Rechnungslegungssystemen vom handelsrechtlichen EBIT in Höhe von € 1,3 Mio. (Vorjahr: €-2,5 Mio.) sowie der handelsrechtlichen EBIT-Marge (im Verhältnis zur Gesamtleistung) in Höhe von 2,0 %. Die weiteren Ausführungen zum EBIT und der EBIT-Marge beziehen sich auf die handelsrechtlichen Werte. Das Finanzergebnis war mit T€ -257 wie im Vorjahr negativ (T€ -259). Das Geschäftsjahr 2023 schloss mit einem Jahresüberschuss in Höhe von € 0,5 Mio. nach einem Jahresfehlbetrag in Höhe von € -2,8 Mio. im Vorjahr ab. Der Jahresüberschuss ist dabei wesentlich auf das höhere Rohergebnis zurückzuführen, der die übrigen Kosten der Gesellschaft vollständig decken konnte. FinanzlageDer Finanzmittelfond erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt von € 0,6 Mio. auf €3,3 Mio. Der Cashflow aus operativer Tätigkeit betrug € 1,6 Mio. (Vorjahr: € -15,5 Mio.) und spiegelt eine wesentliche Verbesserung beim Cashflow der Aufträge wider. Der positive Cashflow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von € 1,0 Mio. (Vorjahr: € 13,4 Mio.) resultiert aus Teilrückzahlungen aus dem der KHD AG gewährten Darlehen in Höhe von € 1,4 Mio. (Vorjahr: Teilrückzahlungen in Höhe von € 14,1 Mio.). Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt wie im Vorjahr €0,0 Mio. Mit Bankguthaben in Höhe von € 3,3 Mio. sowie kurzfristig fälligen Darlehensforderungen gegen verbundene Unternehmen stehen der Gesellschaft weiterhin ausreichend liquide Mittel zur Verfügung, so dass sie jederzeit ihre finanziellen Verpflichtungen erfüllen kann. Im Geschäftsjahr 2014 hat die Gesellschaft mit der KHD AG als Darlehensnehmerin einen Vertrag über gewährte Kreditlinien abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2023 valutierte die Darlehensforderung gegen die KHD AG mit € 1,6 Mio. Dieses Darlehen kann durch die HWG kurzfristig fällig gestellt werden. Vor diesem Hintergrund und der bestehenden Patronatserklärung eines verbundenen Unternehmens ist die Liquidität der Gesellschaft aus Sicht der Geschäftsführung auch im Geschäftsjahr 2024 gesichert. Mit einer Liquidität von € 3,3 Mio. und einem positiven Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern von € 1,3 Mio. stellt sich die Finanz- und Ertragslage der HWG aus Sicht der Geschäftsführung zufriedenstellend dar. Das Nettovermögen (nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe von € 15,5 Mio.) ist aus Sicht der Geschäftsführung nicht zufriedenstellend. 3. Risiko- und ChancenberichtDie HWG ist wie der gesamte KHD Konzern als weltweit operierendes Anlagenbau- und Serviceunternehmen im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit einer Vielzahl unterschiedlichster Risiken ausgesetzt. Durch die Bereitschaft, kalkulierbare unternehmerische Wagnisse bewusst einzugehen, kann die Gesellschaft Chancen zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts nutzen. Die HWG hat als Teil des KHD Konzerns ein umfassendes, systematisches und wirksames Risikomanagementsystem implementiert, dessen Grundsätze in einer Risk Policy festgeschrieben sind. Im KHD Konzern beruht das Risikomanagement auf dem COSO-ERM Rahmenkonzept. Neben dem systematischen Ansatz zur frühzeitigen Identifizierung, Erfassung und Bewertung von Risiken sind die Aktivitäten zur Risikobewältigung, d.h. die Definition und die Umsetzung von Maßnahmen als Antwort auf festgestellte Risiken, entscheidende Komponenten unseres Risikomanagementsystems. Risikomanagement ist eine unternehmensweite und kontinuierliche Aufgabe, die integraler Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse bei der HWG ist. Eine Erfassung und Bewertung von Chancen erfolgt nicht als separate Kategorie des Risikomanagementsystems. Das Risikomanagement berücksichtigt allerdings neben der Reduzierung der Auswirkungen und der Eintrittswahrscheinlichkeit von negativen Ereignissen auch die bestmögliche Ausnutzung von Chancen als positive Zielabweichung aufgrund erfolgreicher Umsetzung der jeweiligen Maßnahmenpläne. Durch ein wirksames und effizientes Risikomanagement können wir somit Geschäftschancen zum Vorteil unserer Anteilseigner, Kunden und Mitarbeiter identifizieren und ergreifen. Das Management von Risiken und Chancen ist ein wesentlicher Baustein für die Steuerung; die Unternehmensstrategie und das Risikomanagement sind insbesondere im Hinblick auf eine systematische Risikofrüherkennung eng miteinander verzahnt. Da im Rahmen des Planungsprozesses die Unternehmensziele und die zugehörigen Erfolgsfaktoren festgelegt werden, bestehen unmittelbare Wechselbeziehungen zwischen Risikomanagement einerseits und der strategischen Planung und Mittelfristplanung andererseits. Das Eingehen potenziell bestandsgefährdender Risiken wird grundsätzlich vermieden. Für die HWG bedeutet das insbesondere, dass bei Aufträgen die Haftung für Folgeschäden vertraglich ausgeschlossen wird. Das Risikomanagementsystem ist in das interne Kontrollsystem eingebettet. Das Risikomanagement beschränkt sich nicht auf das Risikofrüherkennungssystem nach § 91 Abs. 2 AktG (bestandsgefährdende Risiken), sondern umfasst sämtliche wesentliche Risiken (operative, strategische, finanzielle und Compliance-Risiken). Die kontinuierliche Verbesserung des Risikomanagements beinhaltet eine regelmäßige Überprüfung und Weiterentwicklung der relevanten internen Kontrollen, um einen funktionsfähigen und effizienten Prozess sicherzustellen. Prozessverbesserungen bzw. -Korrekturen werden fortlaufend identifiziert und umgesetzt. 3.1. Risikomanagement bezogen auf FinanzinstrumenteAls international agierendes Unternehmen ist die HWG verschiedenen finanziellen Risiken (Währungs-, Zins-, Ausfall-, Kredit- und Liquiditätsrisiken) ausgesetzt, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben können. Ziel des finanzwirtschaftlichen Risikomanagements ist es, finanzielle Risiken durch den geeigneten Einsatz von Sicherungsinstrumenten einschließlich derivativer Finanzinstrumente abzudecken bzw. zu reduzieren. Die Wechselkursrisiken betreffen vor allem Währungsrisiken im Zusammenhang mit der Abwicklung von Aufträgen in verschiedenen Währungsgebieten. Im Rahmen der Auftragsabwicklung werden Wechselkursrisiken grundsätzlich auf Basis geplanter Zahlungsströme bestimmt und durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten minimiert. Bei den eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich derzeit ausschließlich um Devisentermingeschäfte. Zum 31. Dezember 2023 hatte die HWG keine Derivate im Bestand. Das Zinsrisiko tritt durch marktbedingte Schwankungen der Zinssätze auf. Zum Bilanzstichtag weist die Gesellschaft keine wesentlichen zinstragenden Verbindlichkeiten aus. Das an die KHD gewährte kurzfristige Darlehen wird mit einem festen Zinssatz von 5 % p.a. verzinst und ist damit keinen marktbedingten Schwankungen der Zinssätze ausgesetzt. Mit wesentlichen Kunden bestehen langjährige Geschäftsbeziehungen. In der Vergangenheit kam es bei diesen Kunden nicht zu bonitätsbedingten Forderungsausfällen. Zudem liegen derzeit keine Indikatoren über erhöhte Bonitätsrisiken vor. Das Risiko in Bezug auf Forderungen wird dadurch verringert, dass die Gesellschaft mit den Kunden Zahlungsmodalitäten, im Besonderen Anzahlungen und Zahlungen auf Teilabrechnungen, vereinbart, um einen hohen Bestand an offenen Forderungen zu vermeiden. Interne Richtlinien stellen sicher, dass grundsätzlich Aufträge nur an Kunden mit angemessener Kredithistorie vergeben werden. Basis für die Steuerung des Kreditausfallrisikos ist eine laufende regelmäßige Analyse des Forderungsbestands und der Forderungsstruktur. Forderungen im Exportgeschäft sind in hohem Umfang durch bestätigte und unbestätigte Akkreditive sowie durch Bürgschaften, Garantien und Deckungszusagen auch von Exportkreditagenturen (z.B. Hermes) gegen Ausfallrisiken abgesichert. Der KHD Konzern verfolgt seit Jahren eine konservative und vorausschauende Politik der Liquiditätssicherung und verfügt über einen soliden Bestand an liquiden Mitteln. Auf Basis einer Finanz- und Liquiditätsplanung werden liquide Mittel so disponiert, dass die Gesellschaft bzw. der KHD Konzern seinen Zahlungsverpflichtungen jederzeit in vollem Umfang nachkommen kann. Mit Banken wurden Avalkreditlinien abgeschlossen, die es den einzelnen Gesellschaften des KHD Konzerns erlauben, Vertragsgarantien für ihre Kunden weltweit herauszulegen. 3.2. Gesamtaussage zur RisikosituationHinsichtlich der in diesem Bericht erläuterten bedeutenden Risiken wurde im Geschäftsjahr 2023, soweit erforderlich, bilanzielle Vorsorge über die Bildung von Wertberichtigungen und Rückstellungen getroffen. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die identifizierten Risiken weder einzeln noch in Kombination den Fortbestand der Gesellschaft gefährden. Organisatorisch sind alle Voraussetzungen geschaffen, um frühzeitig über sich abzeichnende Veränderungen der Risikosituationen Kenntnis zu erlangen. Im Vergleich zum Vorjahr ergaben sich keine wesentlichen Änderungen der Risikosituation. 3.3. RisikofelderRisiken aus wirtschaftlichen RahmenbedingungenAls international agierende Gesellschaft ist die HWG von der konjunkturellen Entwicklung verschiedener Volkswirtschaften abhängig. Als Lieferant der technischen Ausrüstung für Zementanlagen besteht insbesondere die Abhängigkeit von der zyklischen Entwicklung der Nachfrage nach Zement. Zudem besteht aufgrund des harten Wettbewerbs das Risiko des Verlusts von Marktanteilen sowie des Rückgangs der erzielbaren Margen. Durch den gezielten Ausbau unseres Servicegeschäfts (inkl. Ersatzteilgeschäft) sowie den systematischen Ausbau der Position in Wachstumsmärkten und Märkten mit bisher schwacher Präsenz sollen diese Risiken gemindert werden. Wir begegnen dem Wettbewerbsrisiko durch eine kontinuierliche Analyse unseres Marktumfelds und unserer Konkurrenzsituation. Stetiger Kundenkontakt zusammen mit dem Ausbau unseres Vertriebs und die daraus resultierende Marktnähe liefern uns wichtige Informationen über die Anforderungen unserer Kunden. Die gewonnenen Informationen ermöglichen es uns, bedarfsgerechte Produkte zu entwickeln und anzubieten sowie unsere Wettbewerbsposition zu verbessern. LänderrisikenDie HWG ist als international operierende Gesellschaft Länderrisiken ausgesetzt. Diese umfassen rechtliche Risiken, Kapitaltransferverbote, sonstige regulatorische Beschränkungen, Ausfall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Krieg sowie sonstige Unruhen. Bei den Länderrisiken ergeben sich für die Gesellschaft Auswirkungen hauptsächlich aufgrund politischer Risiken. Um diese Risiken zu managen, werden einzelne Projekte bereits in der Angebotsphase unter Berücksichtigung von Länderrisiken bewertet. Ausfallrisiken für Exportgeschäfte werden bewertet und gegebenenfalls durch Deckungszusagen von Exportkreditagenturen (bspw. Hermes-Bürgschaften) begrenzt. BeschaffungsrisikenDie zuverlässige Verfügbarkeit der beschafften Produkte und Dienstleistungen in geeigneter Qualität, Menge und zu marktgerechten Preisen ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Störungen im Beschaffungsprozess stellen daher für die Gesellschaft ein wesentliches Risiko dar. Zur Risikominderung verfolgt der Einkauf eine globale Strategie basierend auf der systematischen Analyse der Qualität, Lieferperformance und Preisstruktur bestehender und potenzieller neuer Lieferanten. Um die vorhandenen Kenntnisse über die lokalen Beschaffungsmärkte bei der Entwicklung der Einkaufsstrategie zu nutzen, ist die Einkaufsorganisation der HWG in das Global Supply Chain Management des KHD Konzerns eingebunden. InnovationsrisikenInnovationsstärke ist für ein Technologieunternehmen wie die HWG ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Dabei ist es wichtig, neben den Anforderungen der Kunden auch die zunehmenden Anforderungen des Umweltschutzes bei der Entwicklung unserer Produkte zu berücksichtigen. Zusätzlich richten sich unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten insbesondere auf Verbesserungen und Kostenreduzierung bestehender Produkte, die für kundenspezifische Lösungen verwendet werden. Der permanente Austausch mit der Vertriebsabteilung sowie bereichsübergreifende Teams stellen eine möglichst hohe Marktnähe der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sicher. Durch einen Entwicklungsprozess mit definierten Meilensteinen und vorgegebenem Budget für einzelne Forschungs- und Entwicklungsprojekte werden Zielabweichungen früh identifiziert und entsprechende Korrekturmaßnahmen veranlasst. ProjektrisikenKomplexe Großprojekte im Anlagenbau stellen besondere Anforderungen an das Risikomanagement. Unsere Aufträge haben regelmäßig eine Vertragslaufzeit von deutlich mehr als 12 Monaten. Das Vertragsvolumen einzelner Aufträge ist für die HWG wesentlich. Typischerweise handelt es sich bei Großaufträgen um die Planung, das Engineering und die Lieferung aller wesentlichen Teile der Ausrüstung eines Zementwerks. Potenzielle Projektrisiken entstehen dabei in der mit Unsicherheiten behafteten Kalkulation, unerwarteten technischen Problemen, Lieferengpässen oder Qualitätsproblemen bei Lieferanten wichtiger Komponenten, Verzögerungen bei der Projektdurchführung, Ausbleiben geplanter Cashflows und unvorhersehbaren Entwicklungen bei der Montage und Inbetriebnahme vor Ort. Nach der Inbetriebnahme bestehen zudem Gewährleistungsrisiken. Grundsätzlich ist in den letzten Jahren eine zunehmende Komplexität der vertraglichen Verpflichtungen verbunden mit der Ausweitung von Leistungsverpflichtungen und wachsenden Anforderungen der Kunden festzustellen. Für das Risikomanagement ist es besonders wichtig, mögliche Kostenabweichungen frühzeitig zu identifizieren, den Einfluss auf die noch anfallenden Kosten bis zur Fertigstellung abzuschätzen und frühzeitig gegenzusteuern. Zum Management der Risiken im Anlagenbau wenden wir bereits in der Angebotsphase bewährte Methoden an, um das Eingehen unkalkulierter oder nicht beherrschbarer Risiken zu verhindern. In der Phase der Auftragsabwicklung werden die vor Vertragsunterschrift identifizierten und bewerteten Risikofaktoren systematisch weiterbearbeitet und minimiert. Die eingesetzten Methoden des Projektmanagements und des Projektcontrollings zur Risikoidentifizierung, Risikobewertung und Risikominimierung unterliegen zusammen mit den organisatorischen und prozessualen Vorkehrungen einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Für die während der Gewährleistungsphase möglicherweise auftretenden Mängel wird über die Bildung von Rückstellungen bilanzielle Vorsorge getroffen. PersonalrisikenEigenverantwortliches, unternehmerisch orientiertes Denken und Handeln unserer Mitarbeiter stehen im Vordergrund. Der Erfolg der Gesellschaft ist unmittelbar vom Engagement, von der Motivation und von den Fähigkeiten seiner Mitarbeiter sowie von effizienter und wirksamer Führung abhängig. Risiken bestehen auch dann, wenn Führungspositionen nicht zeitnah und qualifiziert besetzt werden können. Personalrisiken begegnen wir durch Identifikation und Förderung insbesondere von Leistungsträgern. HWG strebt eine langfristige Bindung der Führungskräfte und Mitarbeiter an die Gesellschaft an. Auf Basis einer systematischen Einschätzung der Kompetenzen leiten wir individuelle Maßnahmen zur Personalentwicklung ab. Rechtliche RisikenAls international tätiges Unternehmen ist die HWG einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu können insbesondere Risiken aus den Bereichen Gewährleistung, Verletzung von Vertragsklauseln, Wettbewerbs- und Patentrecht sowie Steuerrecht gehören. Die Ergebnisse von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren können oft nicht mit Sicherheit vorausgesehen werden. Bestehende und drohende Rechtsstreitigkeiten werden kontinuierlich identifiziert und analysiert sowie bezüglich ihrer potenziellen juristischen und finanziellen Auswirkungen qualitativ und/oder quantitativ bewertet. Auf Basis dieser Bewertung leitet das Management angemessene Maßnahmen zeitnah ein und trifft gegebenenfalls über die Bildung von Rückstellungen bilanzielle Vorsorge. IT-RisikenAlle wesentlichen Geschäftsprozesse (Rechnungswesen, Projektmanagement, Einkauf, Engineering, Vertrieb etc.) der HWG sind auf die Funktionsfähigkeit und Verfügbarkeit der eingesetzten IT-Systeme angewiesen. Störungen beim Betrieb der Systeme ziehen daher Störungen in Geschäftsprozessen und Arbeitsabläufen nach sich. Zudem nimmt weltweit die Zahl der Angriffe auf die IT-Infrastruktur ("Cyber Threats") weiter zu. Um einen unterbrechungs- und störungsfreien Betrieb zu gewährleisten, wird der Verfügbarkeit der IT-Ressourcen und IT-Systeme große Aufmerksamkeit gewidmet. Zur Abwehr von Angriffen auf unsere IT-Infrastruktur werden die eingesetzten Sicherheitstechnologien konsequent weiterentwickelt. Zudem achten wir stets darauf, dass die Integrität und Vertraulichkeit wichtiger Informationen gewährleistet wird (Datenschutz). Bei den eingesetzten Software-Lösungen achten wir permanent auf ihre Wirksamkeit und Effizienz im Hinblick auf unsere Geschäftsprozesse. Im Rahmen der IT-Strategie werden Maßnahmen zur Aktualisierung bzw. zum Ersetzen von Software-Lösungen und Hardware festgelegt. Ausfallrisiken aufgrund gewährter DarlehenIn den Geschäftsjahren 2014 sowie 2016 hat die Gesellschaft mit der KHD AG als Darlehensnehmerin jeweils einen Vertrag über Kreditlinien abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2023 valutiert die Darlehensforderung gegen die KHD AG mit € 1,6 Mio. Dieses Darlehen kann durch die HWG kurzfristig fällig gestellt werden. Mögliche Ausfallrisiken sind durch die fortlaufende Überwachung der Kreditwürdigkeit des Darlehensnehmers wirksam minimiert. FortführungsrisikoDie seit mehreren Jahren anhaltende Ertragskrise sowie die daraus resultierende Verringerung des Eigenkapitals und der Liquidität stellen ein Risiko für den Fortbestand der HWG dar. Neben der erfolgten Umsetzung eines Sanierungskonzepts im Geschäftsjahr 2019 gibt es eine Patronatserklärung eines verbundenen Unternehmens. Wir verweisen dazu auf unsere Ausführungen zum Eigenkapital. 3.4. ChancenberichtGrundsätzlich stellen die dargestellten Risiken bei erfolgreicher Umsetzung der jeweiligen Maßnahmenpläne dem Grunde nach Chancen für die künftige Entwicklung der Gesellschaft dar. Diese Chancen resultieren beispielsweise aus der Verbesserung der Markt- und Wettbewerbsposition aufgrund der Entwicklung von kostengünstigen Produkten, der weiteren Optimierung unserer Beschaffungsaktivitäten oder aus einer optimierten Auftragsabwicklung. Auch der Ausbau unserer Serviceleistungen (inkl. Ersatzteilgeschäft) sowie der systematische Ausbau unserer Position in Wachstumsmärkten sowie Märkten mit bisher schwacher Präsenz sind wesentliche Chancen. Nachfolgend gehen wir auf wesentliche Chancen und Potenziale für die künftige Entwicklung gesondert ein. Um Chancen nutzen zu können, arbeitet der KHD Konzern, zu dem die Berichtsgesellschaft gehört und wesentlich an der Strategieumsetzung beteiligt ist, konsequent an den sechs Handlungsfeldern zur Strategieumsetzung: 1. Profitieren von der "Green Transition"; 2. Go China/India und Verbesserung der Präsenz auf ausgewählten Märkten; 3. EPC (Engineering, Procurement, Construction) mit strategischen Partnern; 4. Erweiterung des Service Portfolios und Digitalisierung; 5. Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit auf der Kostenseite und Exzellenz in der Abwicklung; 6. Modernisierung / Umbau von Zementanlagen. Nachfolgend gehen wir auf einzelne Aspekte wesentlicher Chancen und Potenziale für die künftige Entwicklung gesondert ein. Neben den traditionellen Themen Energieeffizienz, alternative Brennstoffe und Klinkersubstitution durch Schlacke und Flugasche sieht KHD im Wesentlichen für die folgenden neuen Technologien in Zukunft erhebliche Marktpotenziale:
Von überragender Bedeutung bleibt die Entwicklung von überzeugenden Konzepten zur drastischen Reduzierung des CO 2 -Ausstoßes von Zementwerken. Darin sieht KHD als eines der technologisch führenden Unternehmen im Zementanlagenbau eine besondere Chance. Zur Minimierung des CO 2 -Footprints investiert KHD weiterhin in die Entwicklung neuer Technologien. Zunehmende Auflagen der Behörden zur Reduzierung der Auswirkungen von Zementanlagen auf die Umwelt, wie beispielsweise die Betonung von Umweltaspekten im aktuellen chinesischen Fünfjahresplan, begreifen wir als Chance. Der KHD Konzern bietet seinen Kunden umweltfreundliche Lösungen, indem er die Umweltauswirkungen des Produktionsprozesses für Zement bereits in der Angebotsphase berücksichtigt. Unsere Produkte werden zudem auch im Hinblick auf Umweltaspekte fortlaufend weiterentwickelt; dabei konzentrieren wir uns auf die Reduzierung von Emissionen sowie auf den effizienten Einsatz von Ressourcen, Materialien und Energie. Der KHD Konzern investiert fortlaufend in die Entwicklung neuer und die Verbesserung bestehender Technologien, Produkte und Dienstleistungen, die nach unserer Erwartung den aktuellen und künftigen Anforderungen der Kunden in vollem Umfang gerecht werden. Durch die Berücksichtigung der Faktoren Effizienz, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der Anlagen, Umwelt- und Klimaschutz, Standardisierung sowie Bedienerfreundlichkeit bereits in der Entwicklungsphase bieten sich dem KHD Konzern hier erhebliche Chancen. Bereits im Dezember 2010 hat KHD eine strategische Partnerschaft mit der AVIC abgeschlossen. Infolge der erfolgreichen Übernahme durch die AVIC ergibt sich eine stabile Aktionärsstruktur mit einem sehr deutlichen Mehrheitsbesitz. Aus der Partnerschaft mit AVIC ergeben sich große Vorteile bei der Umsetzung unserer "Go China" Strategie und erhebliche Chancen beim Ausbau unserer Marktaktivitäten in China. Durch Aktivitäten des Supply Chain Management streben wir Verbesserungen in Bezug auf einen einfacheren und umfassenderen Zugriff auf den chinesischen Beschaffungsmarkt an. Dabei wird uns über die AVIC der Zugang zu kostengünstigen, qualitativ hochwertigen Fertigungskapazitäten in China erleichtert. Des Weiteren ergeben sich verbesserte Möglichkeiten für Kooperationen mit Fertigungsbetrieben in China. Über den Kostenvorteil der Fertigung bestehender Produkte hinaus ergeben sich weitere Chancen durch die Anpassung der KHD Produkte an die lokalen Fertigungsmaterialien und Fertigungsstandards. Ein Wachstum der Weltwirtschaft wirkt sich mit der typischen zeitlichen Verzögerung auf den Märkten für langfristige Investitionsgüter aus. Aus der fortschreitenden Urbanisierung und dem forcierten Ausbau der Infrastruktur resultiert insbesondere in den Schwellenländern eine steigende Nachfrage nach Zement. Produktionskapazitäten werden ausgebaut und bestehende Zementanlagen modernisiert und/oder erweitert. Durch eine starke Marktposition sieht der KHD Konzern insbesondere in Indien sowie den benachbarten Ländern Wachstumschancen. Durch gezielte Akquisitionen und Kooperationen ist der KHD Konzern ständig bestrebt, seine Position als technologisch führendes Unternehmen zu verstärken, zusätzliche Marktpotenziale zu erschließen und sein Produkt- und Leistungsportfolio weiterzuentwickeln. Wir beobachten kontinuierlich unsere gegenwärtigen und künftigen Märkte hinsichtlich Chancen für strategische Akquisitionen oder Kooperationen, die unser organisches Wachstum ergänzen können. 4. Prognosebericht4.1. Erwartetes wirtschaftliches UmfeldDer IWF rechnet in seinem World Economic Outlook für das Jahr 2024 mit einer gegenüber dem Vorjahr gleichbleibenden Entwicklung des Wachstums der weltweiten Wirtschaftsleistung von geschätzten 3,1 %. Für das Jahr 2024 wird gemäß CW Research mit einem weltweiten Wachstum des Zementverbrauchs von 1,0 % gerechnet. Das weltweite Wachstum ohne China wird allerdings mit 3,4 % prognostiziert. In den von uns betrachteten Regionen oder Ländern ist im Jahr 2024 mit Ausnahme von China grundsätzlich mit einer steigenden Nachfrage nach Zement zu rechnen, allerdings in unterschiedlichen Ausprägungen. Werden für Westeuropa (0,8 %), Russland (1,0 %) und die Türkei (1,8 %) moderate Steigerungen erwartet, sehen asiatische Länder wie Indien mit 7,9 % oder die Philippinen mir 6,3 % höheren Wachstumsraten bei der Zementnachfrage entgegen. 4.2. Erwartete wirtschaftliche EntwicklungAufgrund der weiterhin bestehenden allgemeinen Unsicherheiten, der Sensibilität der Zementmärkte und der Zurückhaltung der Zementproduzenten bei größeren Investitionen bestehen unverändert wesentliche Risiken. Dies kann zu Verzögerungen bei der Auftragsvergabe, bei der Freigabe zur Auftragsbearbeitung bei bereits wirksam abgeschlossenen Verträgen und sogar zur Sistierung von Aufträgen führen. Zusätzlich zu dem anhaltenden Druck auf die erzielbaren Margen aufgrund des harten Wettbewerbs bedürfen technische und wirtschaftliche Risiken im Rahmen der Auftragsabwicklung weiterhin unserer Aufmerksamkeit. Die HWG wird auch im Jahr 2024 die Vertriebsaktivitäten zielgerichtet bei den sich bietenden Geschäftschancen in Bezug auf Aufträge, bei denen die technologisch führende Position der KHD adäquat zur Geltung kommt, einsetzen. Insgesamt werden die Vertriebsaktivitäten, wie schon im Geschäftsjahr 2023, weiter intensiviert. Die Gesellschaft besitzt aufgrund der internationalen Marktpräsenz und des Festhaltens an ihrer technologieorientierten Strategie in einem schwierigen Marktumfeld unverändert über Potenziale. Mit Realisierung der potenziellen Wachstumstreiber erwartet die HWG, dass mittelfristig wieder dauerhaft positive Jahresergebnisse erzielt werden können. Dabei bleiben wesentliche Wachstumstreiber der Ausbau des Ersatzteil- und Servicegeschäfts sowie die aufgrund regulatorischer Anforderungen steigende Nachfrage nach innovativen Clean-Technology Lösungen. Für das Geschäftsjahr 2024 erwartet die HWG einen Auftragseingang, der um 10-20 % oberhalb des abgelaufenen Jahres 2023 (€ 58,4 Mio.) liegen soll. Durch die für das Geschäftsjahr 2024 geplante handelsrechtliche Abrechnung einiger Aufträge im Auftragsbestand erwarten wir für das Geschäftsjahr 2024 einen handelsrechtlichen Umsatz, der 10-20 % über dem Niveau des Geschäftsjahres 2023 liegen wird. Der für interne Steuerungszwecke maßgebliche Umsatz nach IFRS wird für das Geschäftsjahr 2024 ebenfalls über dem Niveau des abgelaufenen Geschäftsjahres 2023 erwartet. Aufgrund methodischer Unterschiede in der Umsatzrealisierung wirken sich die Auftragseingänge der Vorperioden deutlich früher auf den Umsatz nach IFRS aus als dies nach HGB der Fall ist. Unter Berücksichtigung der geplanten Auftragseingänge sowie der erwarteten Umsatzerlöse wird der handelsrechtliche Auftragsbestand zum 31. Dezember 2024 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Der für interne Steuerungszwecke maßgebliche Auftragsbestand nach IFRS wird leicht oberhalb des Niveaus zum Ende des Geschäftsjahres 2023 erwartet. Insgesamt erwartet HWG im Geschäftsjahr 2024 aufgrund anhaltend schwieriger Marktbedingungen einen nicht zufriedenstellenden Geschäftsverlauf. Nach dem positiven EBIT im Geschäftsjahr 2023 wird nach HGB im Geschäftsjahr 2024 ein EBIT zwischen € -2 Mio. und € -4 Mio. erwartet. Gemäß unserer Prognose bleibt die Finanzlage der HWG stabil. 4.3. Chancen und Risiken im Hinblick auf die Prognose für das Geschäftsjahr 2024Während das Risikomanagementsystem dem Grunde nach mittel- und langfristig ausgerichtet ist, werden die Chancen und Risiken, die sich innerhalb des Prognosezeitraums auswirken können, in besonderem Maße im Budgeterstellungsprozess berücksichtigt. Aufgrund der Besonderheiten des langfristigen Anlagenbaus können Risiken und Chancen auch bei kurzfristigen Prognosen zu wesentlichen Abweichungen von den Plangrößen führen. Bei dem prognostizierten Auftragseingang ergeben sich insbesondere im Projektgeschäft gegenüber den prognostizierten Werten hohe Risiken und Chancen. Die Vergabe einzelner Großaufträge kann den Auftragseingang im Geschäftsjahr 2024 wesentlich beeinflussen. Trotz enger Zusammenarbeit mit den Kunden im Rahmen des Prozesses der Angebotserstellung ist die Realisierung durch die Kunden und die Vergabe einzelner Projekte an die HWG nur mit erheblichen Unsicherheiten zu prognostizieren, so dass sich sowohl ein wesentlich höherer als auch ein wesentlich niedrigerer Auftragseingang ergeben kann. Bei einem Ausbleiben der geplanten Auftragseingänge besteht das Risiko, dass die vorhandenen Kapazitäten im Geschäftsjahr 2024 nicht vollumfänglich genutzt werden können. Die Umsatzprognose nach IFRS beruht insbesondere auf dem Fertigstellungsgrad der Aufträge im Bestand sowie auf der Planung des relativ stabilen Geschäfts für Ersatzteile und Services. Dennoch sind die Risiken und Chancen in Bezug auf die geplante Umsatzgröße erheblich, da sich hier insbesondere Verzögerungen bei der Abnahme oder Kürzungen der Auftragswerte auswirken können. Neben den Auswirkungen durch das Umsatzvolumen wird die prognostizierte Ergebnisgröße wesentlich durch auftragsbezogene Risiken beeinflusst. Diese resultieren aus unerwarteten technischen Problemen, Lieferengpässen oder Qualitätsproblemen bei Lieferanten wichtiger Komponenten, Verzögerungen bei der Projektdurchführung, Rechtsstreitigkeiten sowie aus unvorhersehbaren Entwicklungen bei der Montage und Inbetriebnahme vor Ort. Nach der Inbetriebnahme bestehen zudem Gewährleistungsrisiken. Andererseits resultieren aus einer verbesserten Auftragsbearbeitung Chancen zu einer gegenüber der Planung wesentlichen Verbesserung des EBIT.
Köln, den 8. Mai 2024 Humboldt Wedag GmbH Die Geschäftsführung Jürgen Luckas Dr. Matthias Jochem André Sybon Rainer Krüper Jahresabschluss der Humboldt Wedag GmbH, Köln1. Bilanz zum 31. Dezember 2023der Humboldt Wedag GmbH, KölnAktiva
2. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023der Humboldt Wedag GmbH, Köln
3. Anhang für das Geschäftsjahr 2023der Humboldt Wedag GmbH, Köln3.1. Allgemeine ErläuterungenDer Jahresabschluss der Humboldt Wedag GmbH ("HWG"), Köln, für das Geschäftsjahr 2023 ist nach den Vorschriften des HGB für große Kapitalgesellschaften sowie den ergänzenden Vorschriften des GmbHG aufgestellt worden. Die HWG wird beim Amtsgericht Köln unter der Registernummer HRB 61524 geführt. Sitz der Gesellschaft ist die Von-der-Wettern-Straße 4a in Köln. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB angewandt. Zur Verbesserung der Transparenz wurde das Gliederungsschema des § 275 HGB um Zwischensummen ergänzt. Alle Beträge einschließlich der Vergleichszahlen werden grundsätzlich in Tausend Euro (T€) angegeben, sofern nichts anderes angegeben wird. Alle Beträge sind kaufmännisch gerundet. Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, weitestgehend im Anhang aufgeführt. Der Jahresabschluss der HWG ist unter dem Grundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Alle Vermögensgegenstände und Schulden sind auf der Grundlage bilanziert, dass die Gesellschaft in der Lage sein wird, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf die Vermögensgegenstände zu realisieren sowie die Schulden zu begleichen. 3.2. Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeFür die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. AnlagevermögenEntgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände (Lizenzen) werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet und nach Maßgabe der jeweiligen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer (3 bis 5 Jahre) linear abgeschrieben. Von dem Wahlrecht zum Ansatz selbst erstellter immaterieller Vermögensgegenstände wurde kein Gebrauch gemacht. Das Sachanlagevermögen ist mit Anschaffungskosten, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die beweglichen Sachanlagen werden nach Maßgabe der jeweiligen tatsächlichen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer (3 bis 10 Jahre) linear abgeschrieben. Eine Abschreibung der Anschaffungskosten auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert erfolgt bei voraussichtlich dauernder Wertminderung. Bewegliche Vermögensgegenstände des Anlagevermögens mit Netto-Anschaffungskosten von bis zu € 250,00 werden im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben; der bestandsmäßige Abgang erfolgt fiktiv im Jahr des Zugangs. Bewegliche Vermögensgegenstände des Anlagevermögens mit Netto-Anschaffungskosten von €250,00 bis zu € 1.000,00 werden im Jahr der Anschaffung in einen Sammelposten in analoger Anwendung von § 6 Abs. 2a EStG eingestellt und über einen Zeitraum von fünf Jahren planmäßig abgeschrieben. Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. UmlaufvermögenDie Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt zu Anschaffungskosten bzw. zu niedrigeren Tagespreisen. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse und unfertigen Leistungen werden gemäß § 255 Abs. 2 HGB mit den Material- und Fertigungseinzelkosten, den darauf anfallenden Gemeinkosten, dem Wertverzehr des Anlagevermögens sowie den Sondereinzelkosten der Fertigung bewertet. Fremdkapitalzinsen und Kosten der allgemeinen Verwaltung werden nicht aktiviert. Die Bestandsrisiken, die sich aus Lagerdauer, geminderter Verwendbarkeit und Auftragsverlusten ergeben, werden durch entsprechende Abwertungen berücksichtigt. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen werden von den Vorräten offen abgesetzt. Sowohl geleistete als auch erhaltene Anzahlungen sind mit dem Nennwert bilanziert. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Barwert, Nennwert oder dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert; allen erkennbaren wirtschaftlichen und politischen Risiken wird durch angemessene Wertberichtigungen Rechnung getragen. Wertpapiere des Umlaufvermögens sind zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Werten unter Beachtung des § 253 Abs. 5 HGB bilanziert. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nominalwert bilanziert. Aktive RechnungsabgrenzungspostenAls aktiver Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Latente SteuernIn der Bilanz werden aktive und passive latente Steuern für sich ergebende Steuerbe- und -entlastungen aus Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, angesetzt. Das Wahlrecht, eine sich aus solchen Differenzen insgesamt ergebende Steuerentlastung als aktive latente Steuern in der Bilanz anzusetzen, wird nicht ausgeübt. Dies gilt auch für das Wahlrecht, aktive latente Steuern auf Verlustvorträge zu aktivieren. Die Bewertung der sich ergebenden Steuerbelastungen erfolgt mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen. EigenkapitalDas gezeichnete Kapital entspricht dem Gesellschaftsvertrag und dem Handelsregistereintrag. Ist das Eigenkapital durch Verluste aufgebraucht und ergibt sich ein Überschuss des Passivpostens über die Aktivposten, so wird dieser Betrag am Schluss der Bilanz auf der Aktivseite gesondert unter der Bezeichnung "Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag" ausgewiesen. Rückstellungen für PensionenDie Versorgungszusagen werden durch Pensionsrückstellungen abgedeckt. Zum Stichtag 31. Dezember 2023 erfolgte die Bewertung der Pensionsrückstellungen zum Erfüllungsbetrag nach versicherungsmathematischen Grundsätzen auf Basis des Anwartschaftsbarwertverfahrens. Im Geschäftsjahr stellen wie im Vorjahr die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck die biometrische Rechnungsgrundlage für die Pensionsrückstellungen dar mit einem Rechnungszinssatz von 1,83% (Vorjahr: 1,78%) unter Annahme einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 10 Jahren und einem Rententrend von 2,2 % p.a. (Vorjahr: 2,2 %). Der Aufzinsungsanteil der Pensionsrückstellungen wird unter den Zinsaufwendungen ausgewiesen. Sonstige RückstellungenAlle bis zur Bilanzaufstellung erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen sind nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung durch angemessene Rückstellungen mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag berücksichtigt. Die Ermittlung der Rückstellungen für auftragsbezogene Risiken erfolgt projektbezogen unter Berücksichtigung der jeweiligen Auftragssituation. VerbindlichkeitenDie Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Bei Verbindlichkeiten in fremder Währung werden zum Ausgleich von Währungsrisiken grundsätzlich durch die Gesellschaft einzelfallbezogene Devisentermingeschäfte abgeschlossen. WährungsumrechnungFür die Umrechnung von Fremdwährungsposten in Euro werden bei Einbuchung die Devisenkurse des letzten Tages des Vormonats verwendet. Der Ausgleich erfolgt zu aktuellen Tageskursen. Nicht kursgesicherte, kurzfristige Währungsforderungen und -Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten gegen(über) verbundene(n) Unternehmen werden am Bilanzstichtag mit dem Devisenkassamittelkurs bewertet. UmsatzerlöseDie Umsätze werden bei Projekten mit langfristiger Auftragsfertigung erst bei Abschluss des Projektes realisiert (Completed Contract Method). 3.3. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung3.3.1. AnlagevermögenZur Entwicklung des Anlagevermögens vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023 verweisen wir auf die Anlage zu diesem Anhang. Zugänge bei den immateriellen Vermögensgegenständen betreffen im Wesentlichen die Anschaffung neuer Software oder Lizenzen. Der Rückgang im Sachanlagevermögen ist im Wesentlichen auf planmäßige Abschreibungen, welche die Zugänge übersteigen, zurückzuführen. Die Anteile an verbundenen Unternehmen betreffen unverändert die Beteiligungen an der Blake International Ltd. ("Blake"), Road Town, Tortola, British Virgin Islands, in Höhe von T€4.180 (Vorjahr: T€ 4.180) sowie an der KHD Humboldt Wedag Vermögensverwaltungs-AG ("KHD W"), Köln, in Höhe von T€ 834 (Vorjahr: T€ 834). 3.3.2. Vorräte
Die geleisteten und die erhaltenen Anzahlungen stehen im Zusammenhang mit den als unfertige Erzeugnisse ausgewiesenen angearbeiteten Aufträgen. Die erhaltenen Anzahlungen wurden von den unfertigen Erzeugnissen und den geleisteten Anzahlungen offen abgesetzt. 3.3.3. Forderungen und sonstige VermögensgegenständeDie Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen mit T€ 13.000 (Vorjahr: T€ 3.600) auf Lieferungs- und Leistungsverkehr und mit T€ 1.641 (Vorjahr: T€ 3.004) auf kurzfristige Darlehen an die KHD Humboldt Wedag International AG. Die sonstigen Vermögensgenstände gingen im Vorjahresvergleich um T€542 auf T€ 1.523 zurück, was im Wesentlichen auf höhere Wertberichtigungen auf sonstige Forderungen zurückzuführen ist. Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. 3.3.4. WertpapiereBei den sonstigen Wertpapieren handelt es sich unverändert zum Vorjahr um börsennotierte Aktien, die zum Bilanzstichtag in Höhe von T€ 346 valutierten (Vorjahr: T€ 285). 3.3.5. Kassenbestand und Guthaben bei KreditinstitutenBei den flüssigen Mitteln handelt es sich um Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestände. 3.3.6. Latente SteuernGemäß § 274 Abs. 1 HGB besteht ein Wahlrecht, aktive latente Steuern anzusetzen. Die Gesellschaft macht - auch unter Beachtung des Vorsichtsprinzips - von dem Wahlrecht Gebrauch, auf die Aktivierung eines Überhangs aktiver latenter Steuern über passive latente Steuern zu verzichten. Ein Aktivposten wäre auf den Unterschiedsbetrag zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Bewertungen sowie auf Verlustvorträge bei einem Steuersatz von 32,45 % zu bilden, der sich aus Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag zusammensetzt. Unterschiedsbeträge zwischen der handels- und steuerrechtlichen Bewertung bestehen im Wesentlichen bei den Pensionsrückstellungen. 3.3.7. EigenkapitalDas gezeichnete Kapital der HWG ist voll eingezahlt und beträgt T€ 7.000. Zum 31. Dezember 2023 ist das Eigenkapital der Gesellschaft vollständig durch Verluste aufgebraucht. Die Gesellschaft weist zum 31. Dezember 2023 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von T€ 15.514 (Vorjahr: T€ 16.067) aus. Eine Konzerngesellschaft hat gegenüber der Gesellschaft eine Patronatserklärung abgegeben, diese finanziell so auszustatten, dass sie ihren finanziellen Verpflichtungen jederzeit nachkommen kann. 3.3.8. Rückstellungen für PensionenIm Geschäftsjahr 2016 hat der Gesetzgeber die gesetzlichen Grundlagen zur Bewertung von Pensionsverpflichtungen (§ 253 HGB) geändert. Während bis dahin bei der Ermittlung des Rechnungszinssatzes eine Durchschnittsbewertung über 7 Jahre vorgenommen wurde, erfolgt die Ermittlung des Rechnungszinssatzes seitdem über einen 10-Jahres-Durchschnitt. Wäre zum 31. Dezember 2023 der Rechnungszins weiterhin mit einem 7-Jahres-Durchschnitt ermittelt worden, würde der Rechnungszins 1,75 % betragen und zu Pensionsrückstellungen in Höhe von T€ 15.020 (Vorjahr: T€ 16.656) führen. Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt damit T€ 102 (Vorjahr: T€496) und unterliegt der Ausschüttungssperre. 3.3.9. Sonstige RückstellungenDie sonstigen Rückstellungen decken alle erkennbaren Risiken und sonstigen ungewissen Verpflichtungen ab. Hier sind neben Vorsorgen für Gewährleistungen und Wagnisse auch Rückstellungen für drohende Verluste, Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen sowie Rückstellungen für Personal- und Sozialaufwendungen enthalten. Von den sonstigen Rückstellungen entfallen T€ 13.342 (Vorjahr: T€ 12.300) auf auftragsbezogene Sachverhalte wie ausstehende Eingangsrechnungen, Gewährleistungen, geschätzte Aufwendungen und für Restarbeiten. Die Zunahme der projektbezogenen Rückstellungen ist der wesentliche Grund für die um T€ 1.458 auf T€ 15.661 (Vorjahr: T€ 14.202) gestiegenen sonstigen Rückstellungen. 3.3.10. Verbindlichkeiten
Bei den Lieferantenverbindlichkeiten bestehen die branchenüblichen Eigentumsvorbehalte als Sicherheiten. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen erhaltene Anzahlungen für laufende Aufträge in Höhe von T€ 21.638 (Vorjahr: T€ 6.950) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen T€ 268 (Vorjahr: T€ 690). 3.3.11. Sonstige finanzielle VerpflichtungenBei den sonstigen finanziellen Verpflichtungen in Höhe von T€ 8.958 (Vorjahr: T€ 9.700) handelt es sich im Wesentlichen um Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen sowie langfristigen Dauerschuldverhältnissen bei einer Restlaufzeit der Verträge von bis zu zehn Jahren. 3.3.12. UmsatzerlöseAuf das Projektgeschäft entfallen von den Umsätzen T€ 33.020 (Vorjahr: T€ 22.630) und auf das Ersatzteil- und Servicegeschäft T€ 19.707 (Vorjahr: T€ 15.400). Aus konzerninternen Dienstleistungen wurden T€ 4.624 (Vorjahr T€ 3.500) unter den Umsatzerlösen ausgewiesen.
3.3.13. Sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge reduzierten sich im Geschäftsjahr von T€ 4.181 im Vorjahr auf T€2.313 im Berichtsjahr. Ursächlich hierfür sind vor allem geringere Auflösungen von Rückstellungen (T€ 1.818; Vorjahr: T€ 2.424). Im Berichtsjahr konnten Zuschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens in Höhe von T€ 61 erfasst werden. Im Vorjahr waren Abschreibungen auf diese Wertpapiere in Höhe von T€ 325 notwendig geworden, welche unter dem entsprechenden Posten im Finanzergebnis ausgewiesen wurden. Der Anteil der periodenfremden Erträge beläuft sich im Geschäftsjahr 2023 auf T€ 2.013 (Vorjahr: T€ 3.928). 3.3.14. PersonalaufwandDer Personalaufwand erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr von T€ 19.525 auf T€ 20.201, was auf die gestiegene Anzahl der Mitarbeiter sowie auf Gehaltssteigerungen zurückzuführen ist. 3.3.15. Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von T€ 9.920 (Vorjahr: T€ 8.329) enthalten insbesondere Verwaltungs- und Vertriebskosten einschließlich Frachten und Provisionen, Dienstleistungsaufwendungen, Versicherungskosten, Reisekosten und Mieten. Der Anteil der periodenfremden Aufwendungen beläuft sich im Geschäftsjahr 2023 auf T€ 68 (Vorjahr: T€ 51). 3.3.16. Finanzergebnis
Bei den Zinserträgen handelt es sich hauptsächlich um Zinserträge aus kurzfristigen Darlehen, die verbundenen Unternehmen gewährt wurden (T€100; Vorjahr: T€475). Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen gliedern sich im Wesentlichen in Avalprovisionen in Höhe von T€ 92 (Vorjahr: T€ 132) sowie den Zinsanteil aus der Abzinsung der Pensionen in Höhe von T€277 (Vorjahr: T€ 297). Im Vorjahr waren Abschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens in Höhe von T€ 325 zu verzeichnen, die im Berichtsjahr nicht anfielen. 3.3.17. Steuern vom Einkommen und vom ErtragIm Geschäftsjahr 2023 fielen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von T€478 (insbesondere ausländische Quellensteuer) an (Vorjahr: T€ 0). 3.4. Honorare für AbschlussprüferDie Honorare des Abschlussprüfers werden im Konzernabschluss der KHD AG genannt. 3.5. Steuerliche VerhältnisseDie Gesellschaft ist bis einschließlich zum Geschäftsjahr 2019 veranlagt. Die Steuerbescheide der nachfolgenden Jahre stehen unter dem Vorbehalt der Nachprüfung. 3.6. Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt)
3.7. Anteilsbesitz
Das in US-Dollar ausgewiesene Eigenkapital und das Jahresergebnis der Blake wurden zum Stichtagskurs umgerechnet. 3.8. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen / PersonenIm Geschäftsjahr 2023 wurden keine Geschäfte zu nicht marktüblichen Bedingungen mit nahestehenden Unternehmen oder Personen getätigt. 3.9. NachtragsberichtEin zum Bilanzstichtag anhängiger wesentlicher Rechtsstreit wurde durch einen Vergleich im Februar 2024 beigelegt. Wesentliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss ergaben sich hieraus nicht. Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind und Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz-, und Vermögenslage haben könnten, liegen nicht vor. 3.10. GeschäftsführungJürgen Luckas, Dipl.-Kaufmann, Finanzvorstand (Chief Financial Officer) der KHD AG
Dr. Matthias Jochem, Dr. Ingenieur, Vorstand (Chief Operating Officer) der KHD AG
André Sybon, Dipl.-Ing. (FH), Geschäftsführer der HWG
Rainer Krüper, Geschäftsführer der HWG 3.11. Gesamtbezüge der GeschäftsführungAuf die Angabe der Geschäftsführerbezüge wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet, da nur zwei Geschäftsführer Bezüge von der Gesellschaft erhalten, so dass sich anhand dieser Angabe die Bezüge der Mitglieder der Geschäftsführung feststellen lassen. Für die Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Geschäftsführern und deren Hinterbliebenen bestehen Rückstellungen in Höhe von T€ 155 (Vorjahr: T€ 164). Zum 31. Dezember 2023 bestanden keine Forderungen aus Vorschüssen oder Krediten an Geschäftsführer. 3.12. ErgebnisverwendungDer Jahresabschluss weist für das Geschäftsjahr 2023 einen Jahresüberschuss in Höhe von T€ 553 aus. Die Geschäftsführung wird der Gesellschafterversammlung den Vorschlag unterbreiten, den Jahresüberschuss auf neue Rechnung vorzutragen. 3.13. KonzernzugehörigkeitDie HWG wird nach § 290 ff. HGB in den Konzernabschluss der KHD Humboldt Wedag International AG, Köln, einbezogen, der die Anforderungen des § 291 HGB erfüllt. Die KHD AG stellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis der zu konsolidierenden Gesellschaften auf. Die Gesellschaft ist deshalb von der Pflicht zur Aufstellung eines eigenen Konzernabschlusses und Konzernlageberichts befreit. Der Konzernabschluss der KHD AG wird beim Unternehmensregister eingereicht und ist dort elektronisch abrufbar. Der Konzernabschluss ist ferner auf der Internetseite der KHD AG erhältlich (www.khd.com). Für den größten Kreis der konsolidierten Gesellschaften stellt die Aviation Industry Corporation of China einen Konzernabschluss auf. Der Konzernabschluss für den größten Kreis ist am Sitz dieser Gesellschaft in Peking erhältlich.
Köln, den 8. Mai 2024 Humboldt Wedag GmbH Die Geschäftsführung Jürgen Luckas Dr. Matthias Jochem Andre Sybon Rainer Krüper Anlage zum AnhangEntwicklung des Anlagevermögens vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023
Auftragsbedingungen, Haftung und VerwendungsvorbehaltWir, die EY GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, haben unsere Prüfung der vorliegenden Rechnungslegung im Auftrag der Gesellschaft vorgenommen. Neben der gesetzlichen Funktion der Offenlegung (§325 HGB) in den Fällen gesetzlicher Abschlussprüfungen richtet sich der Bestätigungsvermerk ausschließlich an die Gesellschaft und wurde zu deren interner Verwendung erteilt, ohne dass er weiteren Zwecken Dritter oder diesen als Entscheidungsgrundlage dienen soll. Das in dem Bestätigungsvermerk zusammengefasste Ergebnis von freiwilligen Abschlussprüfungen ist somit nicht dazu bestimmt, Grundlage von Entscheidungen Dritter zu sein, und nicht für andere als bestimmungsgemäße Zwecke zu verwenden. Unserer Tätigkeit liegt unser Auftragsbestätigungsschreiben zur Prüfung der vorliegenden Rechnungslegung einschließlich der "Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften" in der vom Institut der Wirtschaftsprüfer herausgegebenen Fassung vom 1. Januar 2017 zugrunde. Klarstellend weisen wir darauf hin, dass wir Dritten gegenüber keine Verantwortung, Haftung oder anderweitige Pflichten übernehmen, es sei denn, dass wir mit dem Dritten eine anders lautende schriftliche Vereinbarung geschlossen hätten oder ein solcher Haftungsausschluss unwirksam wäre. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir keine Aktualisierung des Bestätigungsvermerks hinsichtlich nach seiner Erteilung eintretender Ereignisse oder Umstände vornehmen, sofern hierzu keine rechtliche Verpflichtung besteht. Wer auch immer das in vorstehendem Bestätigungsvermerk zusammengefasste Ergebnis unserer Tätigkeit zur Kenntnis nimmt, hat eigenverantwortlich zu entscheiden, ob und in welcher Form er dieses Ergebnis für seine Zwecke nützlich und tauglich erachtet und durch eigene Untersuchungshandlungen erweitert, verifiziert oder aktualisiert. |
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