Stammdaten

Register
Amtsgericht Regensburg HRB 9094
Vorher
MB ID1 GmbH
Eingetragen
28.8.2003
Branche
Herstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenHerstellung von Baubedarfsartikeln aus KunststoffenGeld- und Wertdienste
Gegenstand
Die Konzeption, Umsetzung und schlüsselfertige Realisierung von ID-Projekten nach Kundenanforderungen zur Herstellung innovativer und fälschungssicherer Ausweis- und Identifikationssysteme auf der Basis von Plastikkarten oder als papierbasierte Dokumente, die Erbringung von Dienstleistungen an solchen ID-Projekten sowie alle sonstigen damit zusammenhängenden Rechtsgeschäfte.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Ludwig Huber
seit 1.12.2017
Prokura
Eberhard Lutz Richter
seit 30.1.2014
Prokura
Gerhard Maurer
seit 23.9.2011
Prokura
Karl Brandl
seit 13.5.2011
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
26.000 €
100.00%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Mühlbauer ID Services GmbH

Roding

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

A. Grundlagen des Unternehmens

1. Unternehmen

Die am 28. August 2003 unter HRB 9094 ins Handelsregister beim Amtsgericht Regensburg eingetragene Mühlbauer ID Services GmbH ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Mühlbauer Holding AG. Die Mühlbauer ID Services GmbH mit Sitz in Roding verfügt über ausländische Betriebsstätten in El Salvador, Guatemala, Italien, Georgien, Irak, Mosambik, Neuseeland, Australien und Bulgarien.

2. Produkte und Dienstleistungen

Seit Jahren prägt Mühlbauer die Welt der Sicherheit und Identifikation. Die Mühlbauer ID Services GmbH setzt Lösungen zur sicheren Identifizierung und Authentifizierung von Dokumenten und Personen um. Wir entwickeln, implementieren und betreiben innovative biometrische Sicherheitslösungen für Sicherheitsdrucker, zivile Regierungsbehörden und nationale Registrierungen und ermöglichen die Produktion und Implementierung von physikalischen und digitalen ID-Dokumenten nach höchsten internationalen Sicherheitsstandards. Die Mühlbauer ID Services GmbH liefert somit Lösungsstrukturen für die Sicherheits-Industrie und Regierungen als auch Dienstleistungen für Menschen rund um den Globus.

Die Synergien des Konzerns machen die Mühlbauer ID Services GmbH zu einem der führenden Unternehmen im Bereich der Sicherheitstechnologie. Die leistungsstarke Kombination von Spezialisten-Know-how, Kapazität und Ressourcen ermöglichen es, ein vollständiges und flexibles Portfolio an Lösungen anzubieten, welches die individuellen Bedürfnisse eines Landes und dessen Bürgern widerspiegelt.

3. Absatzmärkte

Mit seinem umfassenden Produkt-Service-Portfolio bedient die Mühlbauer ID Services GmbH Regierungsbehörden und die Sicherheitsindustrie rund um den Globus. Neben Osteuropa liegen die Hauptabsatzmärkte in Europa, Afrika, Lateinamerika und im Mittleren Osten. Heute nutzen mehr als 150 Regierungsbehörden in über 100 Ländern die Technologien, Lösungen und Dienstleistungen der Mühlbauer ID Services GmbH. Im Gesamten strebt die Mühlbauer ID Services GmbH in den kommenden Jahren an, die bestehende Marktpräsenz sowohl vertikal (Marktdurchdringung) als auch horizontal (Markterschließung) auszubauen. Hierbei gilt die Prämisse: "Agiere lokal, denke global". Die Eigenständigkeit der regionalen Standorte wird durch signifikante Investitionen weiter gestärkt, um noch unabhängiger in der Produktion zu werden und unsere Kunden weiterhin verlässlich und pünktlich beliefern zu können. Gleichzeitig werden das Produktportfolio sowie die Dienstleistungsangebote noch stärker global vermarktet.

4. Externe Einflussfaktoren auf das Geschäft

Strukturelle und politische Faktoren wie Liquiditätsprobleme in Staatskassen, Devisenbeschränkungen und steigende Inflation beeinflussten die Mühlbauer ID Services GmbH im Jahr 2023 negativ. Der Markt legt mittelfristig den Fokus auf die Integration von physischer und digitaler Identifikation, da Regierungen, Unternehmen und Bürger eine zuverlässige All-in-One-Identität anstreben.

Die Vernetzung von Datensilos, unterstützt durch effiziente Analytics-Systeme, KI und Cloud-Lösungen, wird insbesondere in den USA vorangetrieben und setzt neue Standards. Die USA etablieren sich als weltweiter Standard für Grenz- und Visa-Management, während Europa mit seiner Privacy-Act-Idee an Einfluss verliert.

Die sich ändernde Natur von Sicherheitsbedrohungen prägt die Anforderungen an Sicherheitsprodukte und Systeme.

Die wirtschaftlichen Bedingungen in verschiedenen Regionen beeinflussen die Budgets für Sicherheitsinfrastruktur, wobei Budgetkürzungen in unsicheren wirtschaftlichen Zeiten die Marktdurchdringung von Sicherheitsprodukten beeinträchtigen können.

Strengere regulatorische Anforderungen und Normen bestimmen den Einsatz und die Entwicklung von Sicherheitslösungen, die je nach Region variieren.

Migration und Technologien: Migration bleibt ein zentraler Bestandteil unserer sozioökonomischen Struktur. Im Jahr 2024 wird die internationale Migration weiter zunehmen, während Behörden und Betreiber ihre Infrastruktur modernisieren und auf Technologien wie autonome Geräte, KI und digitale Flughafenpassagierverarbeitungssysteme setzen.

5. Forschung und Entwicklung

Der Schwerpunkt der Mühlbauer ID Services GmbH mit seinem Bereich der Software-Entwicklung liegt auf der Umsetzung der neuen Kundenprojekte. In diesem Kontext wurden zum Beispiel Lösungskomponenten für die Personalisierung von elektronischen Ausweisdokumenten in Honduras und Guatemala installiert.

Die Ausnutzung von Synergien in Softwarekomponenten ermöglichte die Bereitstellung einer Lösung im Gesundheitsbereich zur Verwaltung und Ausgabe von Gesundheitskarten in Algerien.

Für die weitere Standardisierung und Interoperabilität der angebotenen Software- Lösung im Bereich Identity Management arbeiten wir aktiv in der OSIA-Initiative, einer Arbeitsgruppe der SIA (Secure Identity Alliance) seit Mai 2023 mit.

Im Berichtszeitraum wurde das Softwareprodukt "morphing attract detection" basierend auf einer KI-Lösung zur automatischen Erkennung von gemorphten Gesichtsbildern insbesondere bei der automatischen Grenzkontrolle in eine Softwareplattform aufgenommen.

Auf der internationalen Konferenz "Identity Week" in Amsterdam 2023 präsentierten wir die Aspekte der sich ständig weiterentwickelnden Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Post Quantum Kryptographie, die Nachhaltigkeitsziele der UN, sowie die Aspekte der Inklusion im Vortrag "Permanent Transformation of Identity Management in the digital age".

Der Einfluss von kontaktloser Passagierabfertigung aus unserem Engagement in der Arbeitsgruppe der IATA über Passagierabfertigung im Einreise und Ausreiseprozess wurde auf der internationalen Konferenz der IATA TRIP 2023 im Vortrag "How DEOS an Entry/Exit Solution Fit into Contactless Travel?" präsentiert.

Die weitere Digitalisierung der Prozesse in der öffentlichen Verwaltung zur Vergabe einer Identität für eine Person und die Ausgabe von behördlichen Dokumenten wie Personalausweis, Reisepass und Fahrerlaubnis erfordert eine ständige Weiterentwicklung der Softwarelösungen im Bereich Cyber Security von cloudbasierten Diensten als "Software as a Service", PKI- (Public Key Infrastruktur) Lösungen zur Absicherung der elektronischen Ausweisdokumente sowie deren Nutzung bei elektronischen Diensten im behördlichen Umfeld und in der privaten Wirtschaft.

Produkte des Bereichs Document Solution schaffen Identität. Identifikationsdokumente mit den dazugehörigen Systemlösungen sind für das tägliche Leben unerlässlich. Sie erlauben es Bürgerinnen und Bürgern, reibungslos Landesgrenzen zu überschreiten und digitale Daten sicher auszutauschen. Integrierte, stabile Sicherheitskonzepte mit qualifizierten Sicherheits- und Funktionselementen sorgen dafür, dass Bürgerinnen und Bürger zweifelsfrei identifiziert und verifiziert werden können und ihre Daten vor Missbrauch und Manipulation geschützt sind. Die kundenspezifischen Sicherheitsdesigns schützen nicht nur die Identität des Inhabers, sondern können auch die Besonderheiten und Eigenheiten eines Landes in beeindruckender Weise veranschaulichen und in das Designkonzept miteinfließen lassen.

Aufgrund des technologischen Fortschritts und der damit verbundenen Zugänlichkeit zu neuen Technologien, die vor Jahren noch undenkbar waren, ist die kontinuierliche Erforschung und Untersuchung dieser Technologien eine Hauptaufgabe von Document Solution. Dies geschieht zum einen in Zusammenarbeit mit international erfahrenen Experten und zum anderen auch durch Erkenntnisgewinnung an internen Entwicklungsprojekten. Dadurch gelingt es, die dynamische Entwicklung am Markt nicht nur zu verfolgen, sondern bereits eine entsprechende Lösung für die neuen Anforderungen im Portfolio zu haben.

Diese Informationen und Erkenntnisse flossen im Berichtszeitraum nicht nur in die Konzeptionierung, sondern auch in die Umsetzung neuer Projekte und dem Gewinn von zusätzlichen Marktanteilen ein. Sie führten auch dazu, dass das Produktportfolio erweitert wurde und die Kunden entsprechend dem neusten Stand der Technik beraten und beliefert wurden.

Mit dem Ziel, attraktive, sichere und wettbewerbsfähige Produkte anzubieten, wurden im Jahr 2023 neue Herstellungstechnologien erforscht und entwickelt, die unseren Kunden effizientere Fertigungsverfahren ermöglichen.

B. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

a. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen. Die Erholung der Weltwirtschaft von den multiplen Krisen erweist sich als erstaunlich widerstandsfähig, aber die steigende Wachstumsdynamik war bislang nicht überall zu spüren, so das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz zu den Wachstumsperspektiven in Deutschland und Europa am 01.03.24 in seinen "Schlaglichter der Wirtschaftspolitik" (Monatsbericht 03/2024).

Besonders gedämpft, so das BMWK weiter, fiel das Wachstum im Euroraum aus, wo Verbraucherstimmung und Unternehmensinvestitionen unter den anhaltenden Auswirkungen der hohen Energiepreise und den erhöhten Zinsen litten. Weltweit verzeichnen Volkswirtschaften mit niedrigem Einkommen weiterhin Produktionsrückstände im Vergleich zu vor der Pandemie - bei gleichzeitig erhöhten Kreditkosten. Zudem deuten jüngste Indikatoren auf eine gewisse Abschwächung des Wachstums hin. Angriffe auf Schiffe im Roten Meer haben die Transportkosten drastisch erhöht und die Lieferzeiten verlängert, wodurch Produktionspläne gestört wurden und der Preisdruck zunahm.

Für Deutschland bleiben im Jahr 2024 die wirtschaftlichen Bedingungen herausfordernd mit bescheidenen Wachstumserwartungen. Die deutsche Wirtschaft wird voraussichtlich um 0,3 % wachsen, eine nach unten korrigierte Prognose, wobei das Wachstum durch hohe Bau- und Kreditkosten, Arbeitskräftemangel und schwaches Investorensentiment gehemmt wird. Diese Faktoren tragen zu einem geringen Investitionswachstum bei, insbesondere im Bau- und energieintensiven Sektoren. Trotzdem gibt es leichte Verbesserungen bei den Marktfinanzierungsbedingungen und den Reallöhnen, die den privaten Konsum unterstützen könnten.

Die europäische Konjunktur stagniert seit gut einem Jahr. Sowohl in der EU als auch der Eurozone blieb das BIP im 4. Quartal unverändert (0,0 %, Schätzung). Während das deutsche BIP leicht schrumpfte (0,3 %), stagnierte es in Frankreich (0,0 %) und stieg leicht in Italien und Spanien (0,2 bzw. 0,6 %). Der Einkaufsmanagerindex, ein umfragebasierter vorausschauender Indikator, deutet weiterhin einen Abschwung an. Die Inflation fiel zuletzt wieder leicht. Sie betrug nach erster Schätzung im Januar in der Eurozone 2,8 %, die Kerninflation (ohne die stark schwankenden Preise für Energie und Nahrungsmittel) lag bei 3,3 %, das Preisniveau bei Energie fiel um 6,3 %, während Lebensmittel um 5,7 % teurer wurden. Den IWF-Projektionen zufolge dürfte sich das Wachstum im Euroraum von 0,5 % im Jahr 2023 auf 0,9 % (2024) und 1,7 % (2025) erholen. Im Vergleich zur Prognose vom Oktober 2023 wurde das Wachstum für 2024 jedoch um 0,3 Prozentpunkte nach unten korrigiert, was vor allem auf den Übertrag des schwächer als erwarteten Ergebnisses für 2023 zurückzuführen ist.

In den Vereinigten Staaten wurde die Wirtschaftstätigkeit im Jahr 2023 durch einen expansiven Impuls der Finanzpolitik unterstützt. Das Wachstum scheint sich allerdings im vierten Quartal 2023 abgeschwächt zu haben, und dürfte sich noch weiter abschwächen, da die Auswirkungen der restriktiven Geldpolitik zunehmend auf den Ausgaben der privaten Haushalte lasten. Da die Sparquote der privaten Haushalte letztes Jahr weit unter den Durchschnitt vor der Pandemie gefallen ist, dürften die angehäuften Ersparnisse in erheblichem Umfang abgebaut worden sein. Die Anspannung auf dem Arbeitsmarkt hat sich gelockert. Die Zahl der offenen Stellen ist zurückgegangen, das Beschäftigungswachstum hat sich verlangsamt und der Lohnanstieg hat sich abgeschwächt, obwohl die Arbeitslosenquote weiterhin in der Nähe historischer Tiefstände liegt. Vor diesem Hintergrund erwarten IWF und OECD, dass das Wachstum 2024 auf 2,1 % und auf 1,7 % im Jahr 2025 zurückgeht, da die verzögerten Auswirkungen der geldpolitischen Straffung, die allmählich restriktivere Finanzpolitik und die Abschwächung auf den Arbeitsmärkten die Gesamtnachfrage reduzieren.

In China erwies sich die Konsumbelebung zu Beginn des Jahres 2023 durch die Aufhebung der pandemiebedingten Beschränkungen als unerwartet kurzlebig. Der Abschwung im Immobiliensektor verstärkte sich, da die Immobilienpreise und -verkäufe fielen und die Bauträger erneut unter finanziellen Druck gerieten.

Der private Konsum erholte sich gegen Ende des Jahres etwas, aber das Verbrauchervertrauen blieb gering, während die schwache Auslandsnachfrage die Exporte belastete. Die Behörden ergriffen daraufhin mehrere Konjunkturmaßnahmen, darunter die Senkung der Zinssätze und der Einlagenanforderungen für Immobilienkäufe. Dennoch dürfte die gedämpfte Stimmung auch 2024 den Konsum belasten, während anhaltende Spannungen im Immobiliensektor die Investitionen bremsen. Das Handelswachstum dürfte auch 2024 schwach bleiben, da die gedämpfte globale Nachfrage die Exporte belastet und das langsamere Wachstum der Inlandsnachfrage die Importe, auch von Metallen, bremst. Gemäß den aktuellen Prognosen wird sich das Wachstum verlangsamen und - mit Ausnahme der von der Pandemie betroffenen Jahre 2020 und 2022 - den geringsten Wert seit über drei Jahrzehnten aufweisen: Für 2024 erwarten Weltbank, IWF und OECD 4,5 %, 4,6 % bzw. 4,7 % Wachstum. Für 2025 wird erwartet, dass sich das Wachstum weiter abschwächt.

Im Berichtsjahr 2023 hat der EURO gegenüber dem US-Dollar an Wert gut gemacht. Der Wechselkurs des US-Dollars je Euro veränderte sich von 1,06 USD auf 1,10 USD.

b. Branchenbezogene Rahmenbedingungen. Die branchenspezifischen Rahmenbedingungen sind im Berichtszeitraum von verschiedenen Einflüssen geprägt:

Technologische Entwicklungen: Fortschritte in Biometrie, Verschlüsselung, Künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen beeinflussen die Entwicklung von Zutritts- und Grenzkontrollsystemen sowie Dokumenten zur Personenidentifikation und -verifikation, indem sie Effizienz und Sicherheit verbessern.

Migration: Zunehmende Migrationsströme erhöhen die Nachfrage nach fortschrittlichen Sicherheitslösungen für Grenzkontrollen und Personenidentifikation, was die Marktdynamik beeinflusst.

Sicherheitsbedrohungen: Die sich ändernde Natur von Sicherheitsbedrohungen beeinflusst die Anforderungen an Sicherheitsprodukte und Systeme.

Datenschutz und Privatsphäre: Der zunehmende Einsatz von Technologien wirft Fragen zum Datenschutz und zur Privatsphäre auf, was die gesetzlichen Vorschriften und die Entwicklung von Sicherheitsprodukten beeinflusst.

Wettbewerbssituation: Die anhaltende Konsolidierung des Marktes und die Innovationsfähigkeiten der Marktteilnehmer haben einen erheblichen Einfluss auf die Rahmenbedingungen in diesem Marktsegment.

Diese Faktoren interagierten miteinander und beeinflussten im Berichtszeitraum die Entwicklung, Einführung und den Einsatz von Sicherheitsprodukten und Lösungen.

2. Geschäftsverlauf

Die im Jahresabschlussbericht 2022 zum Ausdruck gebrachte Erwartung, dass in 2023 der Corona-Virus nur noch eine marginale Rolle im Hinblick auf die Wirtschaftsleistung in den Volkswirtschaften und in nationalen ID-Projekten bzw. in nationalen Betreibermodellen für ID-Projekte spielt, ist eingetreten.

Die zum Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres 2022 getroffene Prognose in der Größenordnung gleichbleibender Werte für Auftragseingang und Umsatz ist nicht eingetreten: Für die Eckdatengröße des Auftragseingangs konnte in 2023 kein Sondereffekt wie durch den in 2022 erhaltenen Zuschlag einer Regierung eines Staates der Europäischen Union für die Umsetzung einer nationalen Lösung zur sicheren Identifizierung und Authentifizierung von Personen inklusive der Ausgabe der neuesten Generation von hochsicheren Ausweisdokumenten für die Bürger des Landes erzielt werden. Vor diesem Hintergrund ist die erneute deutliche Steigerung des Auftragseingangs in 2023 ausgeblieben. Dahingegen übertraf die Eckdatengröße des Umsatzes in 2023 deutlich die im Geschäftsjahr 2022 getroffene Prognose gleichbleibender Umsatzerlöse.

Die Prognose eines gleichbleibenden positiven operativen Ergebnisses wurde in 2023 mit einem positiven EBIT in Höhe von 7,8 Mio. Euro verfehlt.

Der Geschäftsverlauf der Mühlbauer ID Services GmbH folgte in 2023 weiterhin dem typischen Bild einer Projektgesellschaft, welche sich durch ungeplant eintretende Projektänderungen in technischer, zeitlicher und kommerzieller Hinsicht darstellt. Diese Volatilität der Projektparameter ist ursächlich dafür, dass sich Kundenprojekte, wie sie bei der Mühlbauer ID Services GmbH vorkommen, in ihrer zeitlichen Abarbeitung und Realisierung erheblich voneinander unterscheiden können und dies naturgemäß zu erheblichen Schwankungen bei Umsatz und Ergebnis führt.

3. Lage

a. Ertragslage

Auftragseingang. Der Auftragseingang der Mühlbauer ID Services GmbH fiel im Berichtsjahr mit 166,9 Mio. EUR um 62,7 Mio. EUR bzw. 27,3 % niedriger aus im Vergleich zum Vorjahreswert in Höhe von 229,6 Mio. EUR, welcher den Großauftrag einer Regierung eines Staates der Europäischen Union für die Umsetzung einer nationalen ID-Lösung beinhaltete.

Auftragsbestand. Der Auftragsbestand verzeichnete zum Ende des Berichtsjahres eine Zunahme um 49,5 Mio. EUR bzw. 12,7 % auf 440,3 Mio. EUR nach 390,8 Mio. EUR im Vorjahr.

Ergebnisentwicklung

Gewinn- und Verlustrechnung 2023 2022
in Mio. EUR % EUR
Umsatzerlöse nach Erlösschschmälerungen 141,2 88,3 113,8
Erhöhung / Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 18,8 11,7 2,5
Gesamtleistung 160,0 100,0 116,3
sonstige betriebliche Erträge 2,9 1,8 3,5
Materialaufwand (101,3) (63,3) (55,5)
Rohergebnis 61,6 38,5 64,3
Personalaufwand (18,6) (11,6) (16,7)
Abschreibungen (4,1) (2,6) (5,3)
sonstige betriebliche Aufwendungen (31,0) (19,4) (29,5)
Operatives Ergebnis 7,9 4,9 12,8
Finanzergebnis 1,0 0,6 0,5
Ergebnis vor Steuern 8,9 5,6 13,3
Steueraufwendungen / -ertrag (2,9) (1,8) (8,5)
Jahresüberschuss 6,0 3,8 4,8
Gewinn- und Verlustrechnung +/-
in Mio. % EUR %
Umsatzerlöse nach Erlösschschmälerungen 97,9 27,4 24,1
Erhöhung / Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 2,1 16,3 652,0
Gesamtleistung 100,0 43,7 37,6
sonstige betriebliche Erträge 3,0 (0,6) (17,1)
Materialaufwand (47,7) (45,8) 82,5
Rohergebnis 55,3 (2,7) (4,2)
Personalaufwand (14,4) (1,9) 11,4
Abschreibungen (4,6) 1,2 (22,6)
sonstige betriebliche Aufwendungen (25,4) (1,5) 5,1
Operatives Ergebnis 11,0 (4,9) (38,3)
Finanzergebnis 0,4 0,5 100,0
Ergebnis vor Steuern 11,4 (4,4) (33,1)
Steueraufwendungen / -ertrag (7,3) 5,6 (65,9)
Jahresüberschuss 4,1 1,2 25,0

Umsatz. Die Mühlbauer ID Services GmbH verzeichnete im Berichtsjahr einen deutlich höheren Umsatz als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. So stiegen die Umsatzerlöse von 113,8 Mio. EUR im Vorjahr um 27,4 Mio. EUR bzw. 24,1 % auf 141,2 Mio. EUR im Berichtsjahr.

Gesamtleistung. Im Geschäftsjahr 2023 wurde eine Gesamtleistung in Höhe von 160,0 Mio. EUR (Vorjahr 116,3 Mio. EUR) erzielt, was einem Anstieg von 43,7 Mio. EUR bzw. 37,6 % entspricht. Dieser Zuwachs resultiert im Wesentlichen aus dem zuvor beschriebenen Umsatzanstieg.

Rohergebnis. Das Rohergebnis ging im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Mio. EUR auf 61,6 Mio. EUR zurück. Relativ betrachtet verringerte sich damit die Rohergebnismarge im Verhältnis zur Gesamtleistung von 55,3 % im Vorjahr auf 38,5 % im Berichtsjahr. Ursächlich für den Rückgang der Rohergebnismarge sind die projektbedingt von 47,7 % im Vorjahr auf 63,3 % im Berichtsjahr gestiegen Materialaufwandsquote, saldiert um die im Berichtsjahr um 0,6 Mio. EUR auf 2,9 Mio. EUR (Vorjahr 3,5 Mio. EUR) gesunkenen sonstigen betrieblichen Erträge. Die Materialaufwandsquote steigt im Berichtsjahr im Wesentlichen bedingt durch die Art der Umsätze, welche in erheblichen Maße aus konzernintern bezogenen Dokumenten und Maschinen realisiert wurden.

Operatives Ergebnis. Die Mühlbauer ID Services GmbH weist im Berichtszeitraum ein operatives Ergebnis von 7,9 Mio. EUR aus, welches um 4,9 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert von 12,8 Mio. EUR liegt. Bezogen auf die Gesamtleistung entspricht dies einer operativen Marge von 4,9 % (Vorjahr 11,0 %).

Jahresüberschuss. Nach Steueraufwendungen in Höhe von 2,9 Mio. EUR (Vorjahr 8,5 Mio. EUR) führten diese Effekte schließlich zu einem Jahresüberschuss in Höhe von 6,0 Mio. EUR (Vorjahr 4,8 Mio. EUR).

b. Finanzlage

Cashflow

Kapitalflussrechnung 2023 2022 +/-
in Mio. EUR EUR EUR %
Cashflow aus der laufenden betrieblichen Geschäftstätigkeit (2,4) 6,2 (8,6) (137,7)
Cashflow aus der Investitionstätigkeit (1,6) (5,5) 3,9 (71,9)
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit (1,0) (0,8) (0,2) 25,0
Zahlungsmittel 14,3 19,3 (5,0) (25,9)

Der Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit lag im Geschäftsjahr 2023 mit -2,4 Mio. EUR um 8,6 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert von 6,2 Mio. EUR.

Hauptfaktoren für diese Veränderung waren im Wesentlichen eine deutliche Zunahme des Lagerbestands auf der einen Seite, sowie aber auch eine deutliche Zunahme der erhaltenen Anzahlungen von Kunden auf der anderen Seite.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit in höhe von -1,6 Mio. EUR (Vorjahr -5,5 Mio. EUR) beinhaltet im Wesentlichen Investitionen in Sachanlagen, überwiegend Betriebs- und Geschäftsausstattung und geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau.

Ein Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit war im Berichtsjahr durch die an den Gesellschafter getätigte Gewinnausschüttung in Höhe von -1,0 Mio EUR zu verzeichnen (Vorjahr -0,8 Mio EUR).

Als Summe der einzelnen Cashflows verringern sich die zum Ende des Berichtszeitraums verfügbaren liquiden Mittel um 5,0 Mio. EUR bzw. 25,9 % auf 14,3 Mio. EUR nach 19,3 Mio. EUR im Vorjahr.

Kapitalbedarf und Refinanzierung. Im Geschäftsjahr 2024 benötigt die Gesellschaft Kapital zur Finanzierung ihrer operativen Geschäftstätigkeit, Zahlung ihrer sonstigen finanziellen Verpflichtungen, sofern diese eintreten, der planmäßigen Durchführung von Investitionen. Die Mühlbauer ID Services GmbH geht davon aus, diese Anforderungen durch den Cashflow aus dem laufenden Geschäft erfüllen zu können.

c. Vermögenslage

Bilanzsumme

Bilanz (Kurzfassung) 31.12.2023 31.12.2022
in Mio. EUR % EUR
Anlagevermögen 8,2 6,1 10,6
Umlaufvermögen 119,2 88,0 76,9
Rechnungsabgrenzung 4,7 3,5 2,5
Aktive latente Steuern 3,3 2,4 3,2
Summe Aktiva 135,4 100,0 93,2
Eigenkapital 42,2 31,1 37,2
Rückstellungen 8,1 6,0 9,6
Verbindlichkeiten 85,1 62,9 46,4
Summe Passiva 135,4 100,0 93,2
Bilanz (Kurzfassung) +/-
in Mio. % EUR %
Anlagevermögen 11,4 (2,4) (22,6)
Umlaufvermögen 82,5 42,3 55,0
Rechnungsabgrenzung 2,7 2,2 88,0
Aktive latente Steuern 3,4 0,1 3,1
Summe Aktiva 100,0 42,2 45,3
Eigenkapital 39,9 5,0 13,4
Rückstellungen 10,3 (1,5) (15,6)
Verbindlichkeiten 49,8 38,7 83,4
Summe Passiva 100,0 42,2 45,3

Bilanzsumme

Die Bilanzsumme der Mühlbauer ID Services GmbH hat sich mit 135,4 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr (93,2 Mio. EUR) erheblich um 42,2 Mio. EUR erhöht.

Der Anstieg der Bilanzsumme um 42,2 Mio EUR bzw. 45,3 % resultiert auf der Aktivseite wesentlich aus dem Anstieg des Umlaufvermögens um 42,3 Mio EUR bzw. 55,0 %.

Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital um 5,0 Mio EUR bzw. 13,4 %, sowie die Verbindlichkeiten um 38,7 Mio EUR bzw. 83,4 %.

Aktiva

Die Netto-Reduzierung des Anlagevermögens in Höhe von 2,4 Mio. EUR resultiert im Wesentlichen aus den planmäßigen Abschreibungen des Geschäftsjahres.

Der Anstieg des Umlaufvermögens von insgesamt 76,9 Mio. EUR im Vorjahr auf 119,2 Mio. EUR im Berichtsjahr ist im Wesentlichen auf die ausgestellten Rechnungen an die Kunden und den Anstieg der Vorräte für die laufenden Projekte zurückzuführen. Die Vorräte stiegen massiv um 44,5 Mio. EUR auf 81,8 Mio. EUR sowie die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände um 2,8 Mio EUR auf 23,2 EUR. Die liquiden Mittel reduzierten sich demgegenüber merklich von 19,3 Mio. EUR auf 14,3 Mio. EUR.

Die Rechnungsabgrenzungsposten stiegen um 2,2 Mio EUR auf 4,7 Mio EUR. Die aktiven latenten Steuern liegen mit 3,3 Mio. EUR dagegen auf Vorjahresniveau.

Passiva

Das Eigenkapital hat sich - aufgrund des im Berichtsjahr erwirtschafteten Nettoergebnisses und saldiert um die im Berichtsjahr erfolgte Gewinnausschüttung in Höhe von 1,0 Mio. EUR - um 5,0 Mio. EUR auf 42,2 Mio. EUR erhöht. Die Rückstellungen haben sich demgegenüber im Berichtsjahr um 1,5 Mio. EUR auf 8,1 Mio. EUR reduziert.

Die Verbindlichkeiten erhöhten sich im Berichtsjahr um 38,7 Mio. EUR bzw. 83,4 % und belaufen sich nun auf 85,1 Mio. EUR (Vorjahr: 46,4 Mio. EUR), davon 69,1 Mio. EUR erhaltene Anzahlungen (+41,0 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr), 7,5 Mio. EUR Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (-0,6 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr), 7,0 Mio. EUR Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (-2,9 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr), während sich die sonstigen Verbindlichkeiten (1,5 Mio. EUR im Berichtsjahr) um +0,1 Mio. EUR höher als zum Vorjahresstichtag darstellen.

Bedingt durch die beschriebenen Effekte hat sich die Eigenkapitalquote von 39,9 % im Vorjahr auf 31,1 % im Berichtsjahr verschlechtert.

Die VFE-Lage wird von der Geschäftsführung als stabil eingeschätzt.

d. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Wertorientierte Steuerungsgrößen. Das Management steuert das Unternehmen durch strategische und operative Ziele sowie auf der Grundlage monetärer Kenngrößen. Zentrale finanzielle Steuerungsgrößen für die Mühlbauer ID Services GmbH bilden das operative Ergebnis und die Veränderung des Zahlungsmittelbestandes. Auftragseingang, Umsatz und ein aus der Offenen-Posten-Buchführung abgeleitetes, direkt an das Management sowie an die verantwortlichen Senior-Sales-Mitarbeiter gerichtetes Reporting werden als weitere wesentliche Steuerungsgrößen genutzt. Zur quantitativen Entwicklung der genannten Steuerungsgrößen im Geschäftsjahr wird auf die Ausführungen zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage verwiesen.

Investitionen. Die Bruttoinvestitionen in immaterielle Wirtschaftsgüter und Sachanlagen beliefen sich im Geschäftsjahr 2023 auf 1,6 Mio. Euro (Vorjahr: 5,5 Mio. Euro).

Kundenbelange und Kundenzufriedenheit. Um die Kunden der Mühlbauer ID Services GmbH von Beginn an von der Vorteilhaftigkeit einer Zusammenarbeit mit Mühlbauer als vollverantwortlichen und verlässlichen Systempartner überzeugen zu können, nutzen wir das am Standort Roding bestehende TECURITY® Center als Technologie- und Kundenzentrum. Dabei werden in dieser mit repräsentativen Ausstattungsmerkmalen versehenen "Customer-Relation-Zone" die Mühlbauer-Lösungsprodukte live demonstriert. Der dadurch gewonnene "see and believe"-Effekt überzeugt direkt vor Ort sowohl potentielle Neukunden als auch Bestandskunden hinsichtlich der von Mühlbauer angebotenen Komplettlösungen und stellt somit für das Unternehmen ein wirksames Akquisitionstool dar.

In Lösungsprojekten auftretende Fälle von Kundenunzufriedenheit werden durch die während der gesamten Projektlaufzeit bestehende Nähe zwischen unseren Projekt- und Vertriebsmitarbeitern und den Kunden zeitnah behoben. Die Mühlbauer ID Services GmbH erweitert ihre weltweite Präsenz ständig, um diesen Anspruch der Nähe auch gerecht zu werden. Dadurch gewinnt das Unternehmen das Vertrauen der Kunden und zusätzlich die Chance, diese dauerhaft an das Unternehmen zu binden. Insgesamt lässt sich die Zufriedenheit der Kunden der Mühlbauer ID Services GmbH sowohl an zahlreichen Referenzschreiben als auch an einem hohen Anteil an Wiederholungskunden messen.

Effizienz und Qualität. Als Hersteller hochtechnologischer Systemlösungen schöpft die Mühlbauer ID Services GmbH sämtliche technischen und betrieblichen Möglichkeiten aus, um ein Höchstmaß an Arbeitseffizienz und Produktqualität zu erzielen. Die an verschiedenen Standorten der Mühlbauer ID Services GmbH eingeführten und zertifizierten Managementsysteme wie ISO 9001 Qualitätsmanagement, ISO 14298 Management of Security Printing Processes, CWA 15374 Security Management System for Suppliers to Security Printing Industry, ISO 27001 IT-Sicherheitsmanagement sowie ISO 50001 Energiemanagement und ISO 14001 Umweltmanagement unterstützen die kontinuierliche Weiterentwicklung. Durch regelmäßige Auditierungen werden konzerninterne Abläufe ständig optimiert. Festgestellte Abweichungen werden so frühzeitig erkannt und korrigiert.

Produktion und Umwelt. Die Mühlbauer ID Services GmbH besitzt Produktions- und Verwaltungsbereiche. Beauftragte für Arbeitssicherheit, Umwelt- und Brandschutz überwachen die im Unternehmen eingeführten Sicherheitseinrichtungen und die Erfüllung rechtlicher Anforderungen. Mitarbeiter werden regelmäßig sensibilisiert und tragen durch ihr Verhalten wesentlich zum Schutz von Gesundheit und Umwelt bei. Dadurch werden mögliche Risiken zu gesundheitlichen Schäden und Schäden der Umwelt frühzeitig erkannt und abgewehrt. Konsequent werden Abfallstoffe durch Müllvermeidung reduziert bzw. durch Recycling der Wiederverwertung zugeführt. Darüber hinaus ist die Zentrale in Roding gemäß dem Energiemanagementsystem ISO 50001 und dem Umweltmanagementsystem ISO 14001 zertifiziert. Damit prüft die Gesellschaft fortlaufend Energiesparmaßnahmen sowie die Verbesserung der energiebezogenen Leistung und leistet somit einen Beitrag zum Umwelt- sowie zum Klimaschutz.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Vorbildliche und sichere Arbeitsbedingungen zu schaffen ist eine Selbstverständlichkeit für die Mühlbauer ID Services GmbH. Zu den Maßnahmen zur Vorbeugung von Arbeitsunfällen und Berufserkrankungen gehören abteilungsübergreifende Mitarbeiterschulungen, um regelmäßig gegenüber möglichen Gefahren zu sensibilisieren. Weiterhin werden technische Hilfsmittel wie Überwachungs- und Brandmeldesysteme für die Meldung von Störungen oder Notfällen bereitgestellt und ein besonderes Augenmerk auf Tätigkeiten mit erhöhter Gefährdungsrelevanz gerichtet. Der prozentuale Krankenstand aufgrund von Arbeitsunfällen liegt im Berichtsjahr bei 0,05 % (Vorjahr 0,09 %). Absolut betrachtet ist die Zahl der meldepflichtigen Unfälle pro 1.000 Mitarbeiter im Vergleich zum Vorjahr von 4 auf 2 Mitarbeiter gesunken.

Als weiterer wichtiger Beitrag zu effizientem Arbeiten wird bei Mühlbauer der betriebliche Gesundheitsschutz groß geschrieben. Dieser umfasst einen betriebsärztlichen Dienst und Leistungen zur präventiven Gesundheitsvorsorge. Die von Mühlbauer im Zusammenhang mit dem Gesundheitsschutz angebotenen Maßnahmen schlagen sich auch langfristig gesehen in niedrigen Krankheitskosten nieder. Unternehmensweit liegt der durchschnittliche Krankenstand mit 7,93 Tagen unter dem Niveau des Vorjahres (8,98 Tage).

Einkaufs- und Beschaffungsprozesse. Im Mittelpunkt unserer Einkaufsstrategie steht eine effiziente und 100 % zuverlässige Wertschöpfungskette. Um die Versorgung mit Materialien und Dienstleistungen sicherzustellen, setzen wir auf langfristige Kooperationen mit leistungsfähigen und zuverlässigen Lieferanten.

Wie auch bereits in den vergangenen Jahren haben wir im Rahmen des Risikomanagements die Anzahl der Zweitlieferanten erhöht, um Abhängigkeiten zu vermeiden und flexibel agieren zu können. Durch die Optimierung der Einkaufsprozesse und die Einbindung der Forecasts unserer weltweiten Vertriebsorganisation versuchen wir weiterhin, unsere Kosten zu senken.

Die Beschaffungssituation hat sich im Vergleich zu 2021 und 2022 deutlich entspannt. Lieferengpässe und reduzierte Transportkapazitäten, die in den vergangenen zwei Jahren sehr große Herausforderungen darstellten, haben sich verbessert. Diese Verbesserungen haben es ermöglicht, die Einkaufsstrategie erfolgreich in den meisten Bereichen auf Just-in-time umzustellen. Durch diese Anpassung kann die Mühlbauer ID Services GmbH wieder effizienter und flexibler auf die Bedürfnisse des Marktes reagieren und gleichzeitig ihre Lagerbestände optimieren. Diese günstige Entwicklung ermöglicht es dem Unternehmen, seine Ressourcen effektiver einzusetzen und sich auf andere strategische Bereiche zu konzentrieren, um ihr Geschäft weiter voranzutreiben.

Vor dem Hintergrund knapper Ressourcen und weiter Lieferwege konzentriert sich die Mühlbauer ID Services GmbH insbesondere auf Lieferanten, die sowohl bei sich selbst als auch in der gesamten Lieferkette höchste Umwelt- und Sozialstandards einhalten und eine nachhaltige Beschaffung anstreben. Darüber hinaus achten wir bei der Auswahl unserer Partner auf die Qualität der Produkte, eine zuverlässige und offene Kommunikation sowie faire Preise.

Beschäftigung. Die Mühlbauer ID Services GmbH beschäftigte im Berichtsjahr durchschnittlich 503 Mitarbeiter. Damit waren durchschnittlich 30 bzw. 6,3 % mehr Mitarbeiter im Unternehmen angestellt als in 2022 (durchschnittlich 473 Mitarbeiter).

Nachhaltigkeit. Nachhaltige Unternehmensführung bedeutet für die Gesellschaft hinsichtlich ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte ein stabiles Fundament zu schaffen, auf welches Kunden, Lieferanten, Gesellschafter und Mitarbeiter gleichermaßen vertrauen können. Wir sind bestrebt, die Umweltleistung unseres Unternehmens ständig zu verbessern und betrachten dabei die Stufen des Lebenswegs von Produkten und Dienstleistungen. Aus diesem Grund fühlt sich die Mühlbauer ID Services GmbH verpflichtet, eine Unternehmensstrategie umzusetzen, die wirtschaftliche Notwendigkeit, ökologische Vernunft und gesellschaftliche Verantwortung verbindet und damit für alle Anspruchsgruppen einen Mehrwert bietet wie beispielsweise der Einsatz von E-Autos in unserer Firmenflotte.

Das Verständnis von Nachhaltigkeit spiegelt sich auch im Verhaltenskodex des Mühlbauer-Konzerns wider, der rechtliche und ethische Grundsätze zum Inhalt hat, die bei der täglichen Arbeit zu berücksichtigen sind und deren Einhaltung für die gesamte Gesellschaft und ihre Mitarbeiter verpflichtend ist. Die Achtung der Menschenrechte sowie der Umweltstandards wird bei Mühlbauer als Prozess verstanden, der stets geprüft, hinterfragt und verbessert werden muss, sowohl in unserem eigenen Geschäftsbereich als auch entlang unserer globalen Lieferkette. Dementsprechend hat sich Mühlbauer bereits im Geschäftsjahr 2023 auf das ab dem 01. Januar 2024 zur Anwendung kommende deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) vorbereitet. Zusätzlich ergreift das Unternehmen fortlaufende Verbesserungen im Bereich Umwelt und Energie und kann dadurch das Zertifikat für das Energiemanagement (ISO 50001) und das Umweltmanagement (ISO 14001) vorweisen.

C. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1. Prognosebericht

a. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung. In ihren jüngsten Prognosen zur weltwirtschaftlichen Entwicklung nehmen der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) leichte Aufwärtskorrekturen für 2024 vor. Die größten Abwärtsrisiken des vergangenen Jahres hätten sich nicht im zu befürchtenden Maße manifestiert und die meisten Volkswirtschaften sich ihnen gegenüber überraschend resilient gezeigt. Gleichwohl bleibt das weltwirtschaftliche Wachstum insgesamt gering und die regionalen Unterschiede bleiben hoch, so das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz in seinem Monatsbericht März.

Vor diesem gemischten Hintergrund prognostizierte der IWF in seinem am 31. Januar 2024 aktualisierten World Economic Outlook ein globales Wachstum von 3,1 % in diesem und 3,2 % im kommenden Jahr. Damit wurde die Erwartung für 2024 ggü. Oktober um 0,2 Prozentpunkte angehoben. Ähnlich schätzt die OECD die Perspektiven ein: In ihrer Interimsprognose vom 5. Februar 2024 werden die Erwartungen für 2024 gegenüber November um 0,2 PP auf nunmehr 2,9 % angehoben.

b. Branchenbezogene Entwicklung. Der weltweite Markt für Identifikations- und Verifikationslösungen wird in 2024 auf rund 13,5 Milliarden USD geschätzt, mit einer zu erwarteten Steigerung auf etwa 23 Milliarden USD bis 2029 (CAGR von ca. 12,5 %).

Treibende Kräfte und Möglichkeiten: Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung und Initiativen wie eID und Smart Infrastructure verlagern Regierungen und private Sektoren weltweit verstärkt die Identitätsprüfung in die virtuelle Sphäre. Cloud-Services, Blockchain, KI, multimodale Biometrie und Videoanalytik gewinnen dabei stark an Bedeutung.

Internationale Initiativen: Die UN, IOM und ICAO fördern Initiativen, die standardisierten eID-Systemen sowie Verifizierungs- und Authentifizierungssystemen Vorrang geben. Initiativen und Technologien wie MOSIP (Modular Open Source Identity Platform) spielen eine wachsende Rolle und führen zu Veränderungen in Geschäftsmodellen.

Neue Geschäftsmodelle: Künftig werden traditionelle Betreibermodelle durch innovative "pay-by-service"-Modelle abgelöst. Die Vergütung erfolgt nicht mehr für die Ausstellung von Dokumenten oder virtuellen IDs, sondern für deren Anwendung.

Regierungen setzen verstärkt auf die Integration von KI- und maschinellen Analysetechnologien in Identifikations- und Verifizierungsprozessen, um Entscheidungsfindung zu automatisieren, Betrug zu erkennen und die Genauigkeit zu steigern. Durch KI-gestützte Systeme werden staatliche Identifikationssysteme effizienter und wirksamer, während gleichzeitig manuelle Eingriffe und menschliche Fehler reduziert werden.

Zusätzlich nutzen Regierungen vermehrt Cloud-Computing für Identifikations- und Verifizierungsdienste, was skalierbare, flexible und vermeintlich kostengünstige Lösungen ermöglicht. Cloud-basierte Systeme erleichtern die Speicherung, Verarbeitung und den Zugriff auf Daten und unterstützen somit die Bereitstellung staatlicher Dienstleistungen über verschiedene Kanäle und Geräte hinweg.

Insgesamt wird der Trend zur Digitalisierung im Bereich staatlicher Identifikation und Verifizierung durch die Notwendigkeit angetrieben, veraltete Systeme zu modernisieren, die Servicebereitstellung zu verbessern, die Sicherheit zu erhöhen und regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Regierungen investieren zunehmend in digitale Identitätsinitiativen.

c. Prognose der Mühlbauer ID Services GmbH. Für die gegenwärtige Einschätzung des Managements zur möglichen Geschäftsentwicklung der Mühlbauer ID Services GmbH, als global agierendem Unternehmen, stellen die offen ausgeführten bzw. schwelenden Konflikte in den Regionen Ukraine, Balkan, Naher Osten und Ostasien (Taiwan) wesentliche Parameter dar. Da sich in diesen Auseinandersetzungen die Interessenlagen der Großmächte China und Russische Föderation einerseits und der USA anderseits gegenüberstehen, ist bei diesen Konflikten das Potential einer weltweiten Eskalation immanent. Eine derartige Internationalisierung würde mit hoher Wahrscheinlichkeit das Investitionsverhalten von Regierungen und Regierungsbehörden bei nationalen ID-Projekten negativ beeinflussen bzw. Einschränkungen in den nationalen Betreibermodellen für ID-Projekte zur Folge haben.

Als bereits real eingetretene Konsequenz dieser politischen Spannungen leiden insbesondere europäische Unternehmen zunehmend unter beschlossenen Sanktionspaketen (beispielsweise "No Russia Clause"), welche im laufenden Geschäftsbetrieb unter administrativem Mehraufwand zu befolgen sind.

In den für die Mühlbauer ID Services GmbH relevanten Märkten wird sich der Wettbewerbsdruck durch die von den Global Playern forcierten Standards und Zusammenschlüsse bzw. Aufkäufe weiter verschärfen und mit einem fortgesetzten Preis- und Kostendruck verbunden sein, wobei die unter "Branchenbezogene Entwicklung" aufgeführten Tendenzen die technischen Herausforderungen darstellen werden.

Diesen erwarteten Gegebenheiten wird mit innovativen, durch Nutzung aus konzerninternen Synergieeffekten, entwickelten Softwarelösungen und einer fortschreitenden Komplettierung des Produktportfolios der im Mühlbauer-Konzern verbundenen Unternehmen begegnet, um dadurch einerseits den Vorsprung in den einzelnen Märkten zu sichern und andererseits Unabhängigkeit sowie Flexibilität zu wahren.

Basierend auf dem beschriebenen Szenario prognostiziert die Mühlbauer ID Services GmbH für das aktuelle Geschäftsjahr 2024 eine deutliche Steigerung sowohl beim Auftragseingang als auch beim Umsatz im Vergleich zum Vorjahr. In Bezug auf das operative Ergebnis wird für 2024 mit einer Quote von größer 10 % gemessen an den Umsatzerlösen gerechnet. Vor diesem Hintergrund wird trotz voraussichtlich merklich höherer Investitionen auch von einer signifikanten Steigerung des Zahlungsmittelbestandes ausgegangen. Bezüglich der genannten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren sind wir bestrebt unsere Prozesse fortlaufend zu optimieren und gehen vor diesem Hintergrund grundsätzlich von einer positiven Entwicklung in allen Bereichen sowie einer weiteren Steigerung des Mitarbeiterstamms aus.

2. Risiko- und Chancenbericht

Risikomanagement. Die Risiken der Mühlbauer ID Services GmbH werden sowohl top-down als auch bottom-up identifiziert, in einer geschäftsbereichsbezogenen Übersicht umfassend dokumentiert und durch die Geschäftsführung ausführlich analysiert. Diese Analyse umfasst neben den nachfolgend im Lagebericht explizit beschriebenen Risikofeldern auch die Auseinandersetzung mit den TOP-10-Projekten der Gesellschaft. Für jedes dieser Großprojekte wird der jeweilige Status Quo vergegenwärtigt und erwartete zukünftige Entwicklungen besprochen.

Sowohl bei den konkreten Risikofeldern als auch für die Großprojekte werden im Hinblick auf möglicherweise eintretende zukünftige Negativereignisse oder Fehlentwicklungen entsprechende Gegenmaßnahmen bzw. Handlungsoptionen schriftlich fixiert und die Verantwortlichkeiten benannt.

In einem Risikomanagement-Handbuch wird das gesetzlich vorgeschriebene Risikomanagement ausführlich dokumentiert und kann von der gesamten Belegschaft weltweit eingesehen werden. Durch kurze Interaktionswege können neu identifizierte Risiken schnell und direkt an die Risikoverantwortlichen, das Controlling oder an die Geschäftsführung gemeldet werden.

Die Umsetzung und Effektivität des Chancen- und Risikomanagements zu überwachen, ist Aufgabe jeder Führungskraft.

In der Mühlbauer ID Services GmbH sind Entwicklungen, die bestandsgefährdend sein könnten, gegenwärtig nicht zu erkennen. Derzeit ergeben sich für die Gesellschaft die in den nachfolgenden Risikokategorien aufgeführten Risiken, die grundsätzlich geeignet sind, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich zu beeinträchtigen:

Wettbewerbs-, Markt- und Branchenrisiken. Der globale Wirtschaftsmarkt ist unverändert mit großen Unsicherheiten behaftet. Hierzu tragen die künftige Entwicklung und die damit verbundenen Risiken entscheidend bei. Zu diesen Risiken zählen beispielsweise die kriegerischen Auseinandersetzungen im osteuropäischen Gebiet Ukraine, die tendenziell anhaltende Preissteigerung für eine Vielzahl relevanter Produktionsfaktoren oder auch den globalen Wirtschaftshandel hemmende, länderindividuelle Entscheidungen zur Marktbeeinflussung (beispielsweise Handelsstreitigkeiten).

Die Risikolandschaft der Mühlbauer ID Services GmbH ist ferner geprägt von der Unsicherheit, dass sich die Realisierung geplanter Projekte verzögert oder dass sich bestimmte Projekte aufgrund der starken Wettbewerbsintensität nicht realisieren lassen. Dem Wettbewerbsrisiko wird durch intensive Markt- und Wettbewerberbeobachtung, kompetenter Produktpositionierung beim Kunden und weiterer Stärkung der technologischen Innovationskraft entgegengewirkt. Auf kundenseitig schwebende Projektentscheidungen reagiert Mühlbauer durch eine enge Kommunikation mit den am jeweiligen Entscheidungsprozess beteiligten Stellen.

Insbesondere Geschäfte mit Regierungen oder regierungsnahen Institutionen, bei denen Mühlbauer die Gesamtverantwortung übernimmt, können mit komplexen Vertragskonstrukten verbunden sein, oftmals unter Bezugnahme auf lokal geltendes Recht. Hieraus können Vertragsrisiken resultieren, denen Mühlbauer mit vertrags- und projektspezifischen Risikoanalysen begegnet und nach Möglichkeit gegebenenfalls projektbezogene Schutzmaßnahmen zur Risikominimierung einleitet. Diese Maßnahmen erstrecken sich beginnend von der Geschäftsanbahnung, über die Vertragsunterzeichnung hinweg bis hin zur mehrjährigen Projektumsetzung.

Aufgrund mitunter stark ambitionierter Lieferzeiten zur Bedienung von Kundenaufträgen muss Mühlbauer als Anbieter von Komplettsystemen in solchen Fällen in zunehmendem Maße Ressourcen bereits zu einem Zeitpunkt einplanen und bereitstellen, in welchem auf Kundenseite die Projektfinanzierung noch nicht vollständig gesichert ist. Besonders bei Großprojekten müssen so erhebliche liquide Mittel vorfinanziert werden. Zusätzlich ist das weltweite Engagement von Mühlbauer bei derartigen Projekten mit länderspezifischen Risiken verbunden. Aus gesellschaftlichen und politischen Entwicklungsprozessen heraus können in bestimmten Ländern Situationen entstehen (soziale Unruhen, Krieg, Zahlungsunfähigkeit eines Staates, Bruch rechtsbeständiger Zusagen, etc.), in denen für Mühlbauer eine Auftragsanbahnung bzw. die Auftragsabwicklung negativ beeinflusst wird. Eine länderspezifische Risikobeurteilung, die Abwägung möglicher Vertragsstörungen mittels eines individuellen Chancen- und Risikoprofils und ein begleitendes Projektcontrolling mit lokaler Präsenz von Projektleitern minimieren dieses Risiko.

Die Abwicklung unserer weltweiten Geschäftsaktivitäten unterliegt einer intern organisierten Exportkontrolle hinsichtlich der Lieferung von Gütern in andere Länder. Dennoch besteht aufgrund des Umfangs, der Komplexität und der permanenten Veränderung bestehender Ausfuhrbestimmungen ein Restrisiko, gegen geltende Vorschriften zu verstoßen. Als Folge hieraus können sich unterschiedlichste Sanktionen für das Unternehmen ergeben. Die Implementierung von IT-Sicherheitsfeatures in den IT-Systemen des Mühlbauer-Konzerns, intensive Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Ausfuhrkontrolle, sowie Schulungen zum Risikosachverhalt sind auf Seiten Mühlbauer hierfür wirkungsvolle, das Risiko minimierende Maßnahmen.

Ungeachtet den von der Mühlbauer ID Services GmbH fortlaufend getroffenen Maßnahmen sind die Umfeld- und Branchenrisiken zusammenfassend imminent und können bei Eintritt in Abhängigkeit zur Schwere hohe negative Auswirkungen auf die Vermögens- und Finanzlage haben.

Technologierisiken. Als Gesamtlösungsanbieter bewegt sich die Gesellschaft auf einem Markt, der durch schnelllebige Technologie und sich ständig ändernde Kundenbedürfnisse geprägt ist. Entscheidend für den Erfolg der Gesellschaft ist, dass die vom Markt geforderten Produkte und Dienstleistungen frühzeitig erkannt und kundengerecht entwickelt werden. Materialien und Herstellungsmethoden müssen mit den Anforderungen des Marktes konform sein.

Mangelschäden oder Mangelfolgeschäden können entstehen, wenn Mühlbauer-Produkte qualitative Mängel aufweisen, die bei der internen Produktqualifikation nicht rechtzeitig erkannt werden. Die dadurch fehlerhaft hergestellten und möglicherweise in Umlauf gebrachten Endprodukte können beim Kunden zu Produktionsausfallzeiten oder Neuproduktion führen und erhebliche Kosten verursachen, für die Mühlbauer eventuell haftbar gemacht werden kann (Produkthaftung). Als weitere Folge hieraus sind Effekte denkbar, welche den Ruf der Gesellschaft schädigen können. Vorbeugende Maßnahmen wie die interne Produktqualifikation bei Neuentwicklungen, die Auditierung von Prozessvorentwicklungen, die Unterstützung bei der Installation von Qualitätsmanagement-Systemen für die Produktion beim Kunden, sowie entsprechende Vertragsgestaltungen im Hinblick auf Vermögensschäden und Versicherungsdeckungen helfen, das Risiko auf einem kontrollierbaren Niveau zu halten.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos wird als gering eingeschätzt, könnte aber unter Umständen große Auswirkungen auf die Vermögens- und Finanzlage haben.

Expansionsrisiken. Die Internationalisierung des Unternehmens birgt das Risiko, dass für die Ingangsetzung neu gegründeter Gesellschaften bzw. Standorte neben hohen personellen Kapazitäten auch ein hoher Bedarf an liquiden Mitteln erforderlich ist, die während der Anlaufphase nicht vollständig aus organischen Einkünften der Niederlassung gedeckt werden können. Diesem Risiko wird durch eine transparente Organisation, verbunden mit einer klaren Zuordnung der Verantwortungen, dem ständigen Dialog mit der lokalen Organisation, Trainings zu den Arbeitsabläufen, dem Transfer der Unternehmenskultur sowie der forcierten Vermittlung des technologischen Know-hows offensiv begegnet.

Aufgrund der Finanzstärke des Konzerns und der gerade bei projektbezogenen Investitionen mit hohen Produktanteilen des Mühlbauer-Konzerns möglichen Querfinanzierungen können Risiken in einzelnen Ländern, soweit diese den/die bislang gewohnte/n Projektumfang und -struktur nicht wesentlich überschreiten, gut abgefangen und als eher gering eingestuft werden.

IT-Risiken. Beeinträchtigungen der System- und Datenlandschaft können Prozesse im Unternehmen ganz oder teilweise stören. Zudem können Daten durch falsche oder unerlaubte Datenzugriffe verfälscht, zerstört oder kopiert werden. Diesen IT-Risiken begegnen wir durch regelmäßige Investitionen im Bereich Hard- und Software, den Einsatz von Virenscannern und Firewall-Systemen sowie Penetrationstests durch externe Dienstleister zur Überprüfung der IT-Sicherheit. Zusätzlich ist das Unternehmen nach der Norm ISO/IEC 27001 (Informationssicherheitsmanagement) zertifiziert. Die Sensibilisierung der Belegschaft im Hinblick auf Datensicherheit und Datenmissbrauch sowie ein umfassendes Berechtigungsmanagement und Verschlüsselungskonzept gewährleisten, dass trotz einer im Berichtsjahr weltweit gestiegenen Gefahrensituation in diesem Bereich das Risiko auf einem sicheren Niveau gehalten werden kann.

Personalrisiken. Der Wettbewerb um hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte ist in der Branche und in den Regionen, in welchen sich die Mühlbauer ID Services GmbH bewegt, nach wie vor hoch und wird speziell in Deutschland durch die Auswirkungen des demographischen Wandels verschärft. Um seine Unternehmensstrategie umsetzen zu können, ist das Unternehmen gefordert, hochqualifiziertes Personal in einem intensiven Wettbewerbsumfeld zu finden und langfristig für das Unternehmen zu begeistern.

Unter Nutzung der vorhandenen Strukturen des Mühlbauer-Konzerns begegnet die Mühlbauer ID Services GmbH dieser Herausforderung mit intensiven Aus- und Weiterbildungsprogrammen für Nachwuchskräfte aus den eigenen Reihen, enge Kontakte zu ausgewählten Hochschulen, die Weiterentwicklung von loyalen Mitarbeitern zu künftigen Führungskräften sowie durch internationales Recruiting. Eingebettet in sämtliche Personalentwicklungskonzepte ist die Vermittlung der firmeneigenen Unternehmenskultur.

Nachfrageschwankungen können in einigen Bereichen zu Personalüberkapazitäten führen. Um diesem Risiko möglichst ohne Entlassungen entgegenwirken zu können, setzt Mühlbauer unter anderem auf einheitliche Qualifikationsstandards der Mitarbeiter, um die Belegschaft bereichsübergreifend und flexibel einsetzen zu können. Zeitlich begrenzte Verpflichtungen helfen zusätzlich, diesem Risiko entgegenzuwirken. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Personalrisiken schätzen wir als mittel ein, mögliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage betrachten wir allerdings als beherrschbar.

Beschaffungsrisiken. Ziel des Einkaufs ist es, qualitativ hochwertige Rohstoffe und Leistungen termingerecht und kostenoptimal zu beschaffen. Dieser Beschaffungsprozess kann mit Preis- und Bezugsrisiken sowie Qualitätsrisiken von Lieferantenseite verbunden sein. Durch projektbezogene Budgetvereinbarungen für Rohmaterialen und eine praktizierte globale Beschaffungsstrategie werden Preise für definierte Zeiträume fixiert und Single-Source-Situationen relativiert.

Umfassende Verfahrens- und Prüfanweisungen für den Wareneingang regeln, dass nur qualitativ einwandfreie Güter in die Wertschöpfungskette gelangen. Des Weiteren kann aus Verzögerungen entlang der Wertschöpfungskette das Risiko drohender Pönalzahlungen aus Lieferverzügen resultieren. Diesem Risiko wird mit einer konsequenten Second-Source-Strategie, der ständigen Verbesserung der Lieferantenqualifizierung sowie einer nachhaltigen Optimierung der Produktionsprozesse begegnet. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wesentlicher Beschaffungsrisiken betrachten wir als gering, Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wären aber möglicherweise signifikant.

Compliance-Risiken. Compliance-Risiken bezeichnen das Risiko, dass sich Führungskräfte oder Mitarbeiter des Unternehmens nicht an Gesetze und Vorschriften halten oder unternehmensinterne Richtlinien missachten. Diese Risiken können in allen Bereichen des Unternehmens auftreten.

Zur Risikominimierung und zur Sicherung der Compliance hat das Unternehmen eine Reihe von Maßnahmen festgelegt. Fachbereiche und von der Geschäftsführung beauftragte Personen stellen die Einhaltung der Gesetze und interner Vorschriften sicher. So verantwortet beispielsweise der Fachbereich Customs & Logistics die Einhaltung exportkontrolltechnischer und luftfahrtbehördlicher Auflagen, während der Datenschutzbeauftragte die Befolgung datenschutzrechtlicher Vorschriften kontrolliert.

Darüber hinaus wurden Maßnahmen zur Minimierung der Risiken aus dem Compliance-Bereich Wirtschaftskriminalität ergriffen:

verbindliche und konzernweit gültige Verhaltensgrundsätze,

kontinuierliche Sicherheitsüberprüfungen von Mitarbeitern,

regelmäßige Mitarbeitersensibilisierung und -schulungen,

Compliance-Checks

Wir möchten über rechtswidriges Verhalten in unserem Unternehmen informiert werden, um solche Verhaltensweisen aufklären und abstellen zu können. Deshalb haben wir ein digitales Hinweisgebersystem eingeführt. Es wird von einem unabhängigen deutschen Anbieter betrieben und ermöglicht es, eventuelle Rechtsverstöße rund um die Uhr anonym zu melden.

Wir ermutigen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, uns Hinweise auf Rechtsverstöße mitzuteilen. Das Hinweisgebersystem dient ausschließlich der Entgegenahme und Bearbeitung von Meldungen zu Verstößen gegen das EU-Recht (öffentliche Aufträge, Finanzdienstleistungen, Produktsicherheit, Verkehrssicherheit, Umweltschutz, öffentliche Gesundheit, Datenschutz) und gegen das deutsche Recht (Strafvorschriften).

Nicht vollständig ausgeschlossen werden können vorsätzliche kriminelle Handlungen. Das Risiko an sich wird als gering eingeschätzt, könnte aber unter Umständen große Auswirkungen auf die Vermögens- und Finanzlage haben.

Finanzwirtschaftliche Risiken. Die Mühlbauer ID Services GmbH nutzt neben einer regelmäßigen, intensiven Marktbeobachtung vertragliche Vereinbarungen und gegebenenfalls Devisentermingeschäfte, um durch Wechselkursschwankungen bedingte Währungsrisiken zu minimieren.

Die fortgesetzt steigende Anzahl internationaler, großvolumiger Projekte kann zu Liquiditätsrisiken führen, die sich aus Zahlungsausfällen oder -verzögerungen ergeben können. Derartige Ausfallrisiken werden durch ein mit Eskalationsprozessen ausgestattetes, konsequentes Forderungsmanagement, kombiniert mit einer regelmäßigen Berichterstattung sowie einer umfassenden Bonitätsprüfung von Neukunden, minimiert. Die Eingrenzung des Liquiditätsrisikos erfolgt in erster Linie mittels Vorhalten von Liquiditätsreserven.

Die Mühlbauer ID Services GmbH wird durch ihre Projektträgerfunktion unmittelbar durch die Entwicklungs-, Fertigungs-, Vertriebs- und Marketingaktivitäten der mit ihr verbundenen Konzerngesellschaften beeinflusst. Somit ist auch die Mühlbauer ID Services GmbH mit den Chancen und Risiken dieser Gesellschaften verbunden. Die Chancen und Risiken sowie die zukünftige Entwicklung der Mühlbauer ID Services GmbH entsprechen daher im Wesentlichen den Chancen und Risiken sowie der zukünftigen Entwicklung des Mühlbauer-Konzerns, wie in deren Risiko- und Prognosebericht dargelegt.

Ungeachtet der von Mühlbauer bei Projekten in fremder Währung regelmäßig getroffenen Maßnahmen können besondere Projektkonstellationen dazu führen, dass Gegenmaßnahmen zur Risikominimierung nicht immer möglich sind. Das Risiko an sich wird deshalb als gering eingeschätzt, könnte aber unter Umständen große Auswirkungen auf die Vermögens- und Finanzlage haben.

Sonstige Risiken. Gegen Einflüsse wie Sturm, Wasser oder Brand schützt sich die Mühlbauer ID Services GmbH innerhalb des Mühlbauer-Konzerns durch ein umfangreiches Versicherungspaket, das regelmäßig geprüft und bedarfsorientiert angepasst wird.

Chancen. Das Chancenportfolio basiert im Wesentlichen auf den Fundamenten einer einmalig schnellen Reaktionszeit in Bezug auf Kundenbestellungen durch Nutzung der Fertigungstiefe des Mühlbauer-Konzerns und den intern generierten Technologiefortschritten im Bereich Software (beispielsweise digitale Identität) oder im Dokumentenbereich (beispielsweise Features zur Erhöhung der Fälschungssicherheit). Insgesamt sind die für die weitere Geschäftsentwicklung der Mühlbauer ID Services GmbH wesentlichen Chancen im Prognosebericht ausführlich dargestellt.

Gesamtaussage. Gegenwärtig sind in der Mühlbauer ID Services GmbH keine Entwicklungen zu erkennen, die bestandsgefährdend sein könnten. Insgesamt lassen sich Risiken jedoch niemals vollständig ausschließen. So könnten beispielsweise kriegerische Auseinandersetzungen, Naturkatastrophen, eine Eskalation terroristischer Aktivitäten, mögliche weitere, neue Pandemien oder Gesetzesänderungen bei Steuern und Zöllen in einzelnen Exportmärkten den Absatz von Technologielösungen beeinträchtigen.

 

Roding, 08. Mai 2024

gezeichnet: Karl Brandl

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 8.160.412 10.597.918
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 133.509 209.939
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 133.509 209.939
II. Sachanlagen 5.959.827 8.314.915
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 42.386 58.965
2. technische Anlagen und Maschinen 600.134 2.781.063
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.251.750 5.466.797
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.065.557 8.090
III. Finanzanlagen 2.067.076 2.073.064
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.067.076 2.073.064
B. Umlaufvermögen 119.255.602 76.915.526
I. Vorräte 81.761.858 37.235.826
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 8.853.282 5.506.928
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 26.878.289 8.675.444
3. fertige Erzeugnisse und Waren 20.100.241 14.499.037
4. geleistete Anzahlungen 25.930.046 8.554.417
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 23.164.419 20.405.279
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 17.993.273 17.687.643
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 838.562 330.515
3. sonstige Vermögensgegenstände 4.332.584 2.387.121
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 14.329.325 19.274.421
C. Rechnungsabgrenzungsposten 4.699.983 2.455.433
D. Aktive latente Steuern 3.276.524 3.211.459
Summe Aktiva 135.392.521 93.180.336

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 42.185.437 37.165.241
I. Gezeichnetes Kapital / Kapitalkonto / Kapitalanteile 26.000 26.000
1. Gezeichnetes Kapital 26.000 26.000
II. Kapitalrücklage 765.854 765.854
III. Gewinnrücklagen/Ergebnisrücklagen 8.075 8.075
1. andere Gewinnrücklagen 8.075 8.075
IV. Bilanzgewinn 41.385.508 36.365.312
B. Sonstige Sonderposten 0 6.867
I. Sonderposten für Investitionszulagen und für Zuschüsse Dritter 0 6.867
C. Rückstellungen 8.110.979 9.563.331
1. Steuerrückstellungen 695.800 3.619.799
2. sonstige Rückstellungen 7.415.179 5.943.532
D. Verbindlichkeiten 85.096.105 46.444.897
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 69.089.222 28.123.312
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.453.818 6.943.111
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 7.042.184 9.945.049
4. sonstige Verbindlichkeiten 1.510.881 1.433.425
Summe Passiva 135.392.521 93.180.336

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Betriebsergebnis 7.844.325 12.763.304
a) Rohergebnis 61.628.021 64.307.247
Gesamtleistung 159.970.689 116.264.400
Umsatzerlöse 141.185.282 113.809.000
Erhöhung oder Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 18.785.407 2.455.400
sonstige betriebliche Erträge 2.917.029 3.537.885
Materialaufwand 101.259.697 55.495.038
b) Personalaufwand 18.599.944 16.693.674
Löhne und Gehälter 16.147.303 14.614.612
soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.452.641 2.079.062
c) Abschreibungen 4.140.461 5.329.648
d) sonstige betriebliche Aufwendungen 31.043.291 29.520.621
2. Finanz- und Beteiligungsergebnis 1.028.104 543.930
a) Erträge aus Beteiligungen 765.809 562.430
b) sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 284.684 137.764
c) Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 12.154 0
d) Zinsen und ähnliche Aufwendungen 10.235 156.264
3. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2.767.783 8.481.335
4. Ergebnis nach Steuern 6.104.646 4.825.899
5. sonstige Steuern 84.449 51.688
Jahresüberschuss 6.020.197 4.774.211

Anhang

A. Einleitung

Die Mühlbauer ID Services GmbH mit Sitz in Roding ist am Amtsgericht Regensburg unter der Registernummer HRB 9094 in das Handelsregister eingetragen.

B. Grundlagen und Methoden

Der Jahresabschluss der Mühlbauer ID Services GmbH wird nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften aufgestellt.

Die in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefassten Posten sind im Anhang gesondert aufgeführt und erläutert.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt. Negative Werte werden in Klammern dargestellt.

Auf die zu den einzelnen Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung im Anhang gemachten Angaben wird im Gliederungsschema durch arabische Zahlen verwiesen.

Bei der Mühlbauer ID Services GmbH sind die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften gemäß § 267 (3) HGB anzuwenden.

In den Jahresabschluss sind neben der Mühlbauer ID Services GmbH als inländischer Rechtsträger, acht ausländische Betriebsstätten einbezogen. Im Geschäftsjahr 2023 wurde eine neue Betriebsstätte in Bulgarien eröffnet. Zwischenergebnisse, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen der Mühlbauer ID Services GmbH und ihren Betriebsstätten werden vollständig eliminiert. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von Betriebsstätten wurden, sofern notwendig, geändert, um eine einheitliche Bilanzierung zu gewährleisten.

Die Währungsumrechnung der ausländischen Betriebsstätten erfolgte für die Posten der Bilanz nach der modifizierten Zeitbezugs- oder, sofern sich hieraus im Einzelfall keine wesentliche Ergebnisabweichung ergab, nach der Stichtagskursmethode mit dem Kurs am Bilanzstichtag, während für die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung mit den jeweiligen Jahresdurchschnittskursen umgerechnet worden ist. Unterschiede bei der Währungsumrechnung bei den Vermögenswerten und Schulden gegenüber der Umrechnung des Vorjahres sowie Umrechnungsdifferenzen aus der Währungsumrechnung im Rahmen der Schulden-, Aufwands- und Ertragskonsolidierung werden ergebniswirksam behandelt.

C. Bilanzierung und Bewertung

Auf die Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden die folgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt:

Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu ihren Anschaffungskosten angesetzt und entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen angesetzt. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Das unbewegliche Anlagevermögen wird linear abgeschrieben. Beim beweglichen Anlagevermögen wird die lineare sowie für Vermögensgegenstände, die vor dem 01. Januar 2011 zugegangen sind, auch die degressive Abschreibungsmethode verwendet. Bei Anwendung der degressiven Methode erfolgt der Übergang zur linearen Methode, sobald die lineare Abschreibung die degressive Abschreibung übersteigt. Im Jahr der Anschaffung oder Herstellung der Vermögensgegenstände vermindert sich für dieses Jahr der Absetzungsbetrag um jeweils ein Zwölftel für jeden vollen Monat, der dem Monat der Anschaffung oder Herstellung vorangeht (pro rata temporis). Zugänge mit Anschaffungskosten von 250,01 EUR bis 800,00 EUR werden als Geringwertige Wirtschaftsgüter aktiviert und in dem Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben. Zugänge vor dem 01.01.2018 mit Anschaffungskosten von 150,01 EUR bis 1.000,00 EUR wurden in einen Sammelposten eingestellt. Dieser wurde im Wirtschaftsjahr der Bildung und in den folgenden vier Wirtschaftsjahren zu jeweils einem Fünftel gewinnmindernd aufgelöst.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und die übrigen Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten oder zu niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert.

Außerplanmäßige Abschreibungen des Anlagevermögens auf den beizulegenden Wert werden von der Gesellschaft vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind zu Anschaffungskosten am Bilanzstichtag angesetzt. Die Anschaffungskosten werden grundsätzlich nach der gleitenden Durchschnittsmethode ermittelt. Nicht gängige und im Wert verminderte Bestände werden entsprechend dem Niederstwertprinzip abgewertet.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden mit den Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten, Sondereinzelkosten der Fertigung sowie den Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Fremdkapitalzinsen sowie Verwaltungskosten werden in den Herstellungskosten nicht berücksichtigt. Bei der Ermittlung des niedrigeren beizulegenden Wertes wird der Auftragswert unter Bezugnahme des Fertigstellungsgrades als Basis der Berechnung verwendet. Abwertungen für Bestandsrisiken, die sich aus erhöhter Lagerdauer und geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden in angemessenem und ausreichendem Umfang vorgenommen.

Waren werden mit den Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt. Abwertungen für Bestandsrisiken, die sich aus geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden in angemessenem und ausreichendem Umfang vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von nicht mehr als einem Jahr sind, sofern sie auf Euro lauten, grundsätzlich zu Nennwerten, unverzinsliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr mit dem Barwert angesetzt. Erkennbare Einzelrisiken sind durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Forderungen in fremder Währung mit einer Laufzeit unter einem Jahr sind mit dem Kurs am Bilanzstichtag aktiviert. Fremdwährungsforderungen mit einer Laufzeit über einem Jahr sind mit dem Kurs des Einbuchungstages bzw. dem niedrigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag aktiviert.

Liquide Mittel sind zu Nennwerten angesetzt. Soweit sie auf fremde Währung lauten, sind sie mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Die Rechnungsabgrenzungsposten auf der Aktivseite entsprechen den zeitanteilig vorgeleisteten Beträgen.

Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden gebildet. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung wird als passive latente Steuer angesetzt, im Falle einer sich ergebenden Steuerentlastung wird vom Aktivierungswahlrecht Gebrauch gemacht.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten mit einer Laufzeit unter einem Jahr sind mit dem Kurs am Bilanzstichtag passiviert. Fremdwährungsverbindlichkeiten mit einer Laufzeit über einem Jahr sind mit dem Kurs des Einbuchungstages bzw. mit dem höheren Kurs am Bilanzstichtag passiviert.

D. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus nachfolgender Übersicht:

Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand zum 01.01.2023
TEUR
Zugänge
TEUR
Abgänge
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.180 15 (1.598)
II. Sachanlagen
1. Grundstücke 225 7 -
2. Technische Anlagen und Maschinen 18.657 32 -
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 14.467 459 (5.014)
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8 1.058 -
33.357 1.556 (5.014)
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.068 6 (12)
2. Beteiligungen 5 - -
2.073 6 (12)
Anschaffungs- und Herstellungskosten gesamt 37.610 1.577 (6.624)
Anschaffungs- und Herstellungskosten Umbuchungen
TEUR
Kursdifferenzen
TEUR
Stand zum 31.12.2023
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten - - 597
II. Sachanlagen
1. Grundstücke - - 232
2. Technische Anlagen und Maschinen - - 18.689
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung - - 9.912
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - 1.066
- - 29.899
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen - - 2.062
2. Beteiligungen - - 5
- - 2.067
Anschaffungs- und Herstellungskosten gesamt - - 32.563
Abschreibungen Stand zum 01.01.2023
TEUR
Zugänge
TEUR
Abgänge
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.970 92 (1.598)
II. Sachanlagen
1. Grundstücke 166 23 -
2. Technische Anlagen und Maschinen 15.876 2.213 -
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.000 1.812 (5.014)
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - -
25.042 4.048 (5.014)
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehme - - -
2. Beteiligungen - - -
- - -
Abschreibungen gesamt 27.012 4.140 (6.612)
Abschreibungen Umbuchungen
TEUR
Kursdifferenzen
TEUR
Stand zum 31.12.2023
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten - - 464
II. Sachanlagen
1. Grundstücke - - 189
2. Technische Anlagen und Maschinen - - 18.089
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung - (138) 5.660
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - -
- (138) 23.938
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehme - - -
2. Beteiligungen - - -
- - -
Abschreibungen gesamt - (138) 24.402
Restbuchwert Stand zum 31.12.2023
TEUR
Stand zum 31.12.2022
TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen und solche Rechten und Werten 133 210
II. Sachanlagen
1. Grundstücke 43 59
2. Technische Anlagen und Maschinen 600 2.781
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.252 5.467
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.066 8
5.961 8.315
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehme 2.062 2.068
2. Beteiligungen 5 5
2.067 2.073
Restbuchwert gesamt 8.161 10.598

1. Immaterielle Vermögensgegenstände

Die immateriellen Vermögensgegenstände haben sich im Berichtsjahr von 210 TEUR um 77 TEUR auf 133 TEUR verringert. Den Zugängen in Höhe von 15 TEUR (Vorjahr 197 TEUR) stehen Abschreibungen in Höhe von 92 TEUR (Vorjahr 132 TEUR) gegenüber.

2. Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen hat sich im Berichtsjahr von 8.315 TEUR um 2.354 TEUR auf 5.961 TEUR verringert. Den Zugängen in Höhe von 1.556 TEUR (Vorjahr 5.441 TEUR) stehen Abschreibungen in Höhe von 4.048 TEUR (Vorjahr 5.197 TEUR) gegenüber.

3. Finanzanlagen

Die Finanzanlagen haben sich von 2.073 TEUR auf 2.067 TEUR verringert.

4. Vorräte

Die Vorräte setzen sich zum 31. Dezember 2023 und 2022 wie folgt zusammen:

31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 8.853 5.507
Unfertige Erzeugnisse 26.878 8.676
Fertige Erzeugnisse und Waren 20.100 14.499
Geleistete Anzahlungen 25.930 8.554
81.761 37.236

5. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände setzen sich zum 31. Dezember 2023 und 2022 wie folgt zusammen:

31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 17.993 17.687
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 839 331
Sonstige Vermögensgegenstände 4.333 2.387
23.165 20.405

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen gliedern sich zum 31. Dezember 2023 und 2022 wie folgt auf:

31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.454 162
Forderungen/ (Verbindlichkeiten) aus Verrechnungsabreden (108) 203
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (507) (34)
839 331

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Steuerrückforderungen aus Ertragssteuer in Höhe von 1.715 TEUR (Vorjahr 364 TEUR) enthalten und Umsatzsteuerforderungen in Höhe von 1.820 TEUR (Vorjahr 1.389 TEUR).

6. Liquide Mittel

Die liquiden Mittel beinhalten Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestände.

7. Aktive latente Steuern

31.12.2023 Abziehbare temporäre Differenzen
TEUR
31.12.2023 Zu versteuernde temporäre Differenzen
TEUR
31.12.2022 Abziehbare temporäre Differenzen
TEUR
31.12.2022 Zu versteuernde temporäre Differenzen
TEUR
Differenzen
Verlustvortrag - - - -
Sonstige Rückstellungen 2.673 35 1.608 -
Anlagevermögen 7.045 - 9.180 -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 104 - - 5
Vorräte 888 - 796 -
Ausschüttung - - - -
Fremdwährungsbewertung 207 250 191 1.482
Sonstige 351 - - -
Summe 11.268 285 11.775 1.487
Latente Steuern Aktive latente Steuern 31.12.2023 Passive latente Steuern 31.12.2023 Aktive latente Steuern 31.12.2022 Passive latente Steuern 31.12.2022
Bewertung 3.357 81 3.674 462
Saldierung (81) (81) (462) (462)
Saldo 3.276 - 3.212 -

Der kombinierte Ertragssteuersatz zur Berechnung der latenten Steuern setzt sich zusammen aus der Körperschaftsteuer mit 15 % (Vorjahr 15 %), dem Solidaritätszuschlag mit 0,83 % (Vorjahr 0,83 %) und der Gewerbesteuer mit 14,42 % (Vorjahr 14,49 %). Zusätzlich dazu wurden latente Steuern für australische Steuern (Steuersatz unverändert 30 %), Steuern in El Salvador (Steuersatz unverändert 30 %), Steuern in Mosambik (Steuersatz unverändert 32 %), Steuern in Guatemala (Steuersatz unverändert 25 %), Steuern in Bulgarien (Steuersatz 10 %) und neuseeländische Steuern (Steuersatz unverändert 28 %) gebildet.

8. Eigenkapital

a) Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete, vollständig einbezahlte und im Handelsregister eingetragene Kapital der Mühlbauer ID Services GmbH beträgt zum 31. Dezember 2023 unverändert 26.000,00 EUR.

b) Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage blieb im Vorjahresvergleich unverändert bei 766 TEUR.

c) Andere Gewinnrücklagen

Die anderen Gewinnrücklagen resultieren vollständig aus der Anwendung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) zum 01. Januar 2010.

d) Bilanzgewinn

Das Geschäftsjahr 2023 der Mühlbauer ID Services GmbH schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 6.020 TEUR (Vorjahr 4.774 TEUR) ab.

Die Entwicklung des Bilanzgewinns ergibt sich wie folgt:

2023
TEUR
2022
TEUR
Bilanzgewinn zum Jahresanfang 36.365 32.391
Ausschüttung Bilanzgewinn (1.000) (800)
Jahresüberschuss 6.020 4.774
Bilanzgewinn zum Jahresende 41.385 36.365

9. Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen betreffen Rückstellungen für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag des laufenden Jahres und für Vorjahre.

10. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen vor allem Rückstellungen für weltweit bestehende Garantierisiken in Höhe von 3.948 TEUR (Vorjahr 3.082 TEUR), Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 1.028 TEUR (Vorjahr 699 TEUR), Rückstellungen für Personalangelegenheiten in Höhe von 996 TEUR (Vorjahr 889 TEUR) sowie Rückstellungen für noch zu erbringende Leistungen in Höhe von 945 TEUR (Vorjahr 803 TEUR).

11. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gliedern sich zum 31. Dezember 2023 und 2022 wie folgt auf:

TEUR 31.12.2023
TEUR
TEUR 31.12.2022
TEUR
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 69.089 28.123
davon Restlaufzeit bis zu 1 Jahr 69.089 28.123
davon Restlaufzeit über 1 Jahr - -
davon Restlaufzeit über 5 Jahre - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.454 6.943
davon Restlaufzeit bis zu 1 Jahr 7.454 6.943
davon Restlaufzeit über 1 Jahr - -
davon Restlaufzeit über 5 Jahre - -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 7.042 9.945
davon Restlaufzeit bis zu 1 Jahr 7.042 9.945
davon Restlaufzeit über 1 Jahr - -
davon Restlaufzeit über 5 Jahre - -
Sonstige Verbindlichkeiten 1.511 1.434
davon Restlaufzeit bis zu 1 Jahr 1.511 1.434
davon Restlaufzeit über 1 Jahr - -
davon Restlaufzeit über 5 Jahre - -
davon aus Steuern 314 239
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 109 107
Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten 85.096 46.445
davon Restlaufzeit bis zu 1 Jahr 85.096 46.445
davon Restlaufzeit über 1 Jahr - -
davon Restlaufzeit über 5 Jahre - -

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen gliedern sich zum 31. Dezember 2023 und 2022 wie folgt auf:

31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 12.934 10.692
Verbindlichkeiten/(Forderungen) aus Verrechnungsabreden 754 854
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (6.646) (1.601)
7.042 9.945

Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen im Berichtsjahr 1 TEUR auf den Gesellschafter (Vorjahr 1 TEUR).

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten neben den in der obigen Tabelle aufgeführten Beträgen im Wesentlichen gesetzliche Lohnersatzleistungen in Höhe von 127 TEUR (Vorjahr 146 TEUR) und Verpflichtungen aus Lohn- und Gehaltszahlungen in Höhe von 845 TEUR (Vorjahr 883 TEUR).

12. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

a) Haftungsverhältnisse

Zum Stichtag 31. Dezember 2023 bestehen bei der Gesellschaft keine Haftungsverhältnisse.

b) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Einkaufsverträge 49.377 24.298
Dienstleistungs- und Wartungsverträge 2.637 2.551
Mietverträge 1.398 1.439
Versicherungsverträge - 35
53.412 28.323

Von den sonstigen finanziellen Verpflichtungen entfallen 3.330 TEUR (Vorjahr 3.321 TEUR) auf verbundene Unternehmen.

Weitere sonstige finanzielle Verpflichtungen, die für die Finanzlage von wesentlicher Bedeutung sind, sind nicht vorhanden.

E. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

13. Umsatzerlöse

Aufgliederung nach geographischen Merkmalen 2023 2022
TEUR TEUR
Afrika 60.581 41.111
Übriges Europa 31.674 13.943
Amerika 21.225 12.544
Asien 20.140 31.838
Deutschland 3.449 4.796
Sonstige 4.116 9.577
141.185 113.809

14. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

2023
TEUR
2022
TEUR
Erträge aus Währungsumrechnung 909 1.483
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 346 328
Erlöse aus der Kfz-Überlassung 119 126
Investitionszuschüsse und -zulagen 7 7
Erträge aus Schadensersatz 1 -
Übrige sonstige Erträge 1.535 1.594
2.917 3.538

Von den sonstigen betrieblichen Erträgen sind 1.524 TEUR (Vorjahr 1.415 TEUR) anderen Perioden zuzuordnen.

15. Personalaufwand

Die Gesellschaft nimmt die Schutzklausel gemäß § 286 (4) HGB in Anspruch.

16. Sonstige betriebliche Aufwendungen

2023
TEUR
2022
TEUR
Vertriebs- und Werbeaufwendungen 10.730 11.482
Verwaltungsaufwendungen 7.192 6.765
Betriebsaufwendungen 4.673 4.441
Nicht regelmäßige und periodenfremde Aufwendungen 4.559 3.323
Reiseaufwendungen 3.041 2.952
Fahrzeugaufwendungen 439 387
Personalaufwendungen 409 170
Summe 31.043 29.520

In den nicht regelmäßigen und periodenfremden Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von 2.540 TEUR (Vorjahr 2.239 TEUR), periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 498 TEUR (Vorjahr 48 TEUR) sowie Aufwendungen aus Forderungsverlusten in Höhe von 503 TEUR (Vorjahr 0 TEUR) enthalten.

17. Erträge aus Beteiligungen

Die Erträge aus Beteiligungen enthalten ausschließlich Erträge von verbundenen Unternehmen.

18. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Die sonstigen Zinsen und ähnliche Erträge beinhalten Zinserträge aus der Abzinsung langfristiger Rückstellungen gemäß § 277 (5) HGB in Höhe von 161 TEUR (Vorjahr 104 TEUR).

19. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten Zinsen für Steuernachzahlungen in Höhe von 1 TEUR (Vorjahr 140 TEUR).

20. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Der Posten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthält Ertragssteueraufwendungen des laufenden Jahres in Höhe von 2.860 TEUR (Vorjahr 3.488 TEUR). Die periodenfremden Steuern beliefen sich im Berichtsjahr auf einen Ertrag in Höhe von 31 TEUR (im Vorjahr Aufwendungen in Höhe von 926 TEUR). Der Posten enthält darüber hinaus einen latenten Steuerertrag in Höhe von 61 TEUR (Vorjahr latenter Steueraufwand 4.067 TEUR).

21. Jahresüberschuss und Bilanzgewinn

2023
TEUR
2022
TEUR
Gewinnvortrag 36.365 32.392
Ausschüttung Bilanzgewinn (1.000) (800)
Jahresüberschuss 6.020 4.774
Bilanzgewinn 41.385 36.366

Der Gesellschafterversammlung wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.

22. Ausschüttungssperre

Zum 31. Dezember 2023 unterliegt nach § 268 Abs. 8 HGB ein Gesamtbetrag von 3.276 TEUR der Ausschüttungssperre. Dieser Betrag resultiert ausschließlich aus dem Überhang der aktiven latenten Steuern über die passiven latenten Steuern.

F. Sonstige Angaben

Beschäftigte (Jahresdurchschnitt)

Der durchschnittliche Personalbestand stellt sich wie folgt dar:

2023
TEUR
2022
TEUR
Angestellte 457 436
Gewerblich Beschäftigte 27 18
Geringfügig Beschäftigte, Teilzeitkräfte 19 19
503 473

Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Das Gesamthonorar der Abschlussprüfer wird im Konzernanhang der Mühlbauer Holding AG genannt.

G. Organe der Gesellschaft

Zur Geschäftsführung der Mühlbauer ID Services GmbH waren folgende Personen bestimmt:

Herr Karl Brandl

Geschäftsführer

H. Verbundene Unternehmen und Beteiligungsunternehmen

Der Anteilsbesitz zum 31. Dezember 2023 besteht aus nachfolgender Beteiligung:

Eigenkapital
TEUR (1)
Ergebnis nach Steuern
TEUR (2)
Kapitalanteil
%
Mühlbauer ID Solutions GmbH, Roding 131 (9) 100
Muehlbauer d.o.o. Banja Luka , Banja Luka, Bosnien und Herzegowina 9.222 1.805 100
Muehlbauer de Argentina SRL (3) (16) 95

[(1) Umrechnung zum Stichtagskurs am 31.12.2023]

[(2) Umrechnung zum Durchschnittskurs 2023]

Mutterunternehmen der Mühlbauer ID Services GmbH ist die Mühlbauer Holding AG mit dem Sitz in Roding.

Die Mühlbauer Holding AG ist als Unternehmen im Sinne des § 290 HGB zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet. Die Mühlbauer Holding AG stellt gemäß § 291 HGB einen befreienden Konzernabschluss nach HGB auf. Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss werden im Bundesanzeiger elektronisch bekannt gemacht.

Da die Mühlbauer Holding AG als Mutterunternehmen der Berichtsgesellschaft einen Konzernabschluss und einen Konzernlagebericht aufstellt und offenlegt, braucht die Mühlbauer ID Services GmbH als Mutterunternehmen der mit ihr verbundenen Tochterunternehmen gemäß § 291 Abs. 1 HGB keinen Konzernabschluss und Konzernlagebericht aufzustellen.

 

Roding, 08. Mai 2024

gezeichnet: Karl Brandl

Die Feststellung des Jahresabschlusses erfolgte am 20.06.2024

Ergebnisverwendungsbeschluss

Der Vorsitzende informiert die Beteiligten darüber, dass die Gesellschafterversammlung am 20. Juni 2024 den Beschluss gefasst hat, von dem im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 Bilanzgewinn in Höhe von EUR 41.385.508 werden EUR 1.500.000,00 als Dividende an die alleinige Gesellschafterin ausgeschüttet. Die Dividende ist bis zum 15. Juli 2024 zur Zahlung fällig.

Der im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 ausgewiesene Bilanzgewinn in Höhe von EUR 41.385.508 reduziert sich somit auf EUR 39.885.508, wovon unter Berücksichtigung des der Ausschüttungssperre unterliegenden Gesamtbetrags in Höhe von EUR 3.276.524 EUR 36.608.984 ausschüttungsfähig sind.

Der Vorsitzende schlägt sodann vor, Folgendes zu beschließen:

"Der von dem im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 ausgewiesene Bilanzgewinn in Höhe von EUR 41.385.508 nach Abzug der am 20. Juni 2024 beschlossenen Gewinnausschüttung in Höhe von EUR 1.500.000 verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 39.885.508 wird auf neue Rechnung vorgetragen."

Die Gesellschafterversammlung stimmte dem Vorschlag einstimmig zu.

Der Vorsitzende stellte fest, dass der Vorschlag einstimmig angenommen wurde.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Mühlbauer ID Services GmbH, Roding

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Mühlbauer ID Services GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Mühlbauer ID Services GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Eggenfelden, den 28. Mai 2024

consaris AG
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Diplom-Betriebswirt (FH) Albert Schick, Wirtschaftsprüfer

Diplom-Volkswirt Collin Späth, Wirtschaftsprüfer

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