Advanced Refining Technologies GmbH

In der Hollerhecke 1, 67547 Worms, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Mainz HRB 12136
Eingetragen
31.5.2001
Branche
Großhandel mit chemischen ErzeugnissenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Brennstoffen, Erzen, Metallen und technischen ChemikalienGroßhandel mit NE-Erzen, NE-Metallen und NE-Metallhalbzeug
Gegenstand
der Handel mit Spezialkatalysatoren insbesondere für die erdölverarbeitende Industrie sowie jegliche Tätigkeiten, die dem vorgenannten Zwecke förderlich sind.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Klaus Weckheuer
seit 18.6.2019
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Advanced Refining Technologies LLCUSA
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Advanced Refining Technologies LLC
United States
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Advanced Refining Technologies GmbH

Worms

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

I. Grundlagen des Unternehmens

1. Geschäftsmodell des Unternehmens

Gegenstand der Advanced Refining Technologies GmbH ("ART GmbH" oder die "Gesellschaft") ist der Handel mit Spezialkatalysatoren. Diese werden in der erdölverarbeitenden Industrie zur Spaltung von schwerem Erdöl in wertvolleres Benzin, Diesel, Olefine oder sonstigen Produkten eingesetzt. Durch den Einsatz der Katalysatoren lassen sich sowohl der Emissionsausstoß bei der Verarbeitung von Erdöl als auch der Schwefelgehalt von Benzin und Diesel reduzieren.

Die Gesellschaft ist eine Vertriebsgesellschaft der amerikanischen Muttergesellschaft Advanced Refining Technologies LLC, ein Unternehmen mit beschränkter Haftung, registriert in Delaware, USA, mit Hauptsitz in Columbia, Maryland, USA ("ART LLC"). Die ART LLC ist ein Gemeinschaftsunternehmen der W. R. Grace & Co.-Conn. (50%), registriert in Connecticut, USA und Chevron U.S.A., Inc. (50%), registriert in Pennsylvania, USA. Die ART LLC und deren Tochterunternehmen (inclusive der ART GmbH) werden im Folgenden als "ART-Gruppe" bezeichnet.

Das Unternehmen W. R. Grace & Co.-Conn. gehört zur Grace Gruppe unter der W. R. Grace Holdings LLC, ein Unternehmen mit beschränkter Haftung, registriert in Delaware, USA.

Chevron U.S.A., Inc. gehört zur Chevron Unternehmensgruppe, ebenfalls registriert in Delaware, USA.

2. Forschung und Entwicklung

Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten finden in der ART GmbH nicht statt.

3. Unternehmensziele

Wie bereits in den letzten Jahren fokussierte sich die ART-Gruppe auf erneuerbare Energien und die sich damit ergebende Chance auf langfristige Sicherung der Profitabilität.

Im Jahr 2023 haben wir uns außerdem auf die Verbesserung des Cashflows in der Region konzentriert und waren hier in der Lage, den Vorratsbestand der Gesellschaft um € 5,2 Mio. zu reduzieren und so Liquidität zu generieren. Dies war möglich, durch die Reduzierung unseres Sicherheitsbestanden.

Gleichzeitig konnten wir alle bestehenden Ebullated Bed (EB)- und Hydrocracking-Geschäfte (HCR) halten und außerdem EB-Vertragsverlängerungen bei zwei Großkunden durchsetzen.

II. Wirtschaftsbericht

1. Rahmenbedingungen

Laut dem Verband der Chemischen Industrie e. V. (VCI) geht ein schwieriges Jahr für die chemisch-pharmazeutische Industrie zu Ende. Die Hoffnungen auf eine Belebung der Konjunktur hätten sich nicht erfüllt. Deutschland steckte in einer Krise, die nicht nur die Chemieindustrie betrifft. Die gesamte deutsche Wirtschaft leide noch immer unter der schwachen Konjunktur und strukturellen Problemen. Um den Standort Deutschland zurück in die Erfolgsspur zu bringen, braucht es aus Sicht des Verbandes dringend einen tiefgreifenden Politikwechsel und einen Fokus auf eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Denn sie sichert die Basis für eine nachhaltige Zukunft. 1

Auch wir sehen, dass 2023 weiterhin durch den durch den Ukrainekrieg verursachten Inflationsdruck auf Energie und Rohstoffe geprägt war. Darüber hinaus führten die noch immer in Kraft gesetzten Sanktionen auch in diesem Jahr dazu, dass europäische Raffinerien mehr Kraftstoffe produzierten und einen höheren Gewinn erzielten. Die Handelsrouten für Importe aus den USA und dem Nahen Osten wurden in 2023 weiter intensiviert, um die nach der Pandemie anziehende Dieselnachfrage verlässlicher decken zu können und die fehlenden russischen Importe auszugleichen. Die Verschärfung des Konflikts in Palästina und die Auswirkungen auf die Golfseeschifffahrt haben den Dieselimport aus den USA sogar noch weiter intensiviert.

2. Leistungsindikatoren

Aufgrund der reinen Vertriebstätigkeit der ART GmbH für Produkte Ihrer Muttergesellschaft ART LLC sehen wir die operative Marge (Bruttoergebnis inkl. Vertriebs- und Verwaltungskosten / Umsatzerlöse) als zentralen finanziellen Leistungsindikator an. Die ART GmbH verdient mit dieser Serviceleistung eine hierfür, nach unserer Auffassung, marktübliche umsatzabhängige Marge.

Bedeutsame nichtfinanzielle Leistungsindikatoren bestehen für die ART GmbH nicht.

3. Geschäftsverlauf/Ertragslage

Die Umsatzerlöse 2023 sind gegenüber dem Vorjahr (€ 61,6 Mio.) um € 22,6 Mio. auf € 39,0 Mio. gesunken. Das von Transferpreisen bestimmte Bruttoergebnis vom Umsatz sank von € 6,0 Mio. auf € 5,1 Mio. Die Vertriebskosten sind im Vergleich zum Vorjahr im Verhältnis zum Umsatz um 3,1% gestiegen. Das Ergebnis vor Steuern beträgt € 2,4 Mio. (Vorjahr € 2,5 Mio.). Die Umsatzrendite (Ergebnis vor Steuern / Umsatzerlöse) ist auf 6,2% gestiegen (Vorjahr 4,1%).

Insgesamt bleibt festzustellen, dass eine operative Marge von 3,0% (Vorjahr 3,0%) auf den Nettoumsatz erreicht wurde, dies entspricht unseren Erwartungen.

Da fast alle Exportgeschäfte der ART GmbH in US-Dollar abgewickelt werden, sind Währungskurseffekte in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen enthalten. Der Nettoertrag aus Wechselkurseffekten betrug € 0,02 Mio. (Vorjahr € 0,3 Mio. Nettoertrag).

4. Vermögens- und Finanzlage

Die Gesellschaft finanziert sich durch ihr Kundengeschäft. Gegebenenfalls werden Zahlungen an die ART LLC erst geleistet, wenn die Zahlungen der Kunden eingegangen sind.

Bei einer Bilanzsumme von € 44,9, Mio. (Vorjahr € 30,1 Mio.) umfasst die Aktivseite der Bilanz im Wesentlichen Warenbestände von € 4,8 Mio. (Vorjahr € 10,0 Mio.) und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von € 18,6 Mio. (Vorjahr € 3,8 Mio.). Weiterhin weist das Unternehmen Ausleihungen und Forderungen gegen verbundene Unternehmen von insgesamt € 18,8 Mio. (Vorjahr € 12,9 Mio.) sowie Guthaben bei Kreditinstituten von € 2,3 Mio. (Vorjahr € 2,3 Mio.) aus.

Auf der Passivseite dominieren das Eigenkapital mit € 28,7 Mio. (Vorjahr € 27,0 Mio.) sowie die zum Stichtag stark gestiegenen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen mit € 14,9 Mio. (Vorjahr € 1,6 Mio.). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen im Wesentlichen gegenüber der Muttergesellschaft ART LLC.

Der Anstieg der Bilanzsumme um € 14,8 Mio. ergibt sich im Wesentlichen aus den gestiegenen offenen Kundenforderungen zum Stichtag. Auf der Passivseite wirkt sich dies gleichermaßen auf die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus. Die Eigenkapitalquote sinkt von 90% im Vorjahr auf 64%.

Die geringeren Umsatzerlöse im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr wurden durch zwei Faktoren bestimmt:

In einer Ebullated Bed -Einheit unseres Kunden in Finnland hat eine Umstellung von russischen Rohstoffen auf mildere Rohstoffe stattgefunden. Diese erfordern eine geringere Zugabe unseres Katalysators, was sich in unseren Umsätzen widerspiegelt.

Im Jahr 2022 konnten wir sehr hohen Umsatz mit einem Kunden verbuchen, der sich zyklisch alle drei Jahre wiederholt - dieser Verkauf fand im Jahr 2023 nicht statt, wird aber für 2025 wieder erwartet.

III. Prognosebericht

Für das Gesamtjahr 2024 rechnet der VCI mit einer auf niedrigem Niveau stagnierenden Produktion. Bei rückläufigen Preisen wird der Branchenumsatz in diesem Jahr voraussichtlich um 3,5 Prozent sinken. 2

Die Prognosen hinsichtlich der zukünftigen Verkäufe der Gesellschaft sind weiterhin stabil, trotz der verhaltenen Prognosen des VCIs für 2024, da die Belieferung unserer langjährigen Ebullated Bed-Kunden weiterhin gewährleistet ist. Das Unternehmen konnte mehrere langfristige Verträge mit Großkunden in 2024 verlängern und hierbei entsprechende Preisvorstellungen durchsetzen. Außerdem fördern wir auch weiterhin aktiv das sich weiter veränderndes Produktportfolio hinsichtlich erneuerbarer Energien und Dienstleistungen für die Kreislaufwirtschaft (Metallrückgewinnung aus und Regeneration von verbrauchten Katalysatoren). In diesem Zusammenhang kooperiert das Unternehmen mit Europa größten Ölraffinerien, welche sich ebenfalls für den Übergang zu erneuerbaren Energien einsetzen. Diese Kampagne erhöht weiter den Bekanntheitsgrad der ART-Gruppe auf dem Markt als führender Katalysatorpartner - auch und vor allem in Verbindung mit erneuerbaren Energien und Biokraftstoffen. Bereits in 2023 und auch in 2024 wird das Unternehmen größere Verkäufe an eine europäische Raffinerie durchführen, die unseren Katalysator in ihrem hochmodernen Hydrocracker verwendet. Dieser wurde für die Verarbeitung großer Mengen an Biorohstoffkomponenten sowie Altspeiseöl aus verschiedenen Strömen umfunktioniert.

Das Unternehmen erwartet auch für 2024 eine marktübliche operative Marge auf den Nettoumsatz zu erwirtschaften, diese ist aufgrund des Distributionsvertrages mit der ART LLC gesichert.

Die vorangestellten Angaben basieren auf Bewertungen, die zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Abschlusses vorgenommen wurden.

IV. Chancen und Risikobericht

Am Bilanzstichtag bestehen keine langfristigen Verpflichtungen, dieser Faktor ermöglicht uns eine kurzfristige Reaktion auf sich ändernde Rahmenbedingungen.

Bedeutsame Chancen und Risiken sehen wir für die nächsten Jahre in den nachfolgend aufgeführten Bereichen, die Darstellung erfolgt in der Reihenfolge der absteigenden Bedeutung für unser Unternehmen, d.h. das Risiko/die Chance mit der höchsten Bedeutung wird zuerst genannt.

Wechselkurse

Als international tätige Gesellschaft ist die ART GmbH Währungsrisiken und den damit verbundenen Chancen ausgesetzt. Währungsrisiken und -chancen resultieren dabei aus der Unsicherheit über zukünftige Wechselkursentwicklungen für bereits verbuchte oder zukünftig geplante Transaktionen in fremder Währung. Diese Unsicherheit bezieht sich auf Entwicklungen der Währungskurse in beide Richtungen und kann daher als Chance und Risiko gleichermaßen verstanden werden.

Kompetitives Marktumfeld

Wir erwarten, dass sich der intensive Wettbewerb in 2024 weiter fortsetzen wird. Wir sehen aber auch eine Verschiebung der Marktinteressen einiger unserer Wettbewerber, die durch die Sanktionen in Russland gezwungen werden, ihre Verkäufe auf andere Teile des Kontinents zu verlagern. Durch unsere sehr gute Reputation kann sich die Gesellschaft jedoch bei einigen HCR-Einheiten unserer Kunden sehr gut platzieren, da diese explizit unsere Premium-Technologie nachfragen. Hier können wir uns auch weiterhin durch die erstklassige Leistung unserer Produkte differenzieren und einige Großkunden noch enger an unsere Gesellschaft binden.

Wachsende Absatzmärkte

Die Gesellschaft konnte ihre führende Marktposition im EB-Segment auch im Jahr 2023 behaupten. Auch unsere Präsenz im Marktsegment HCR, in dem sehr wertvolle Spezial-Edelmetallkatalysatoren verarbeitet werden, soll weiter vergrößert werden. Eine der ersten Anlagen dieser Art in Europa wurde Anfang 2024 in Betrieb genommen und wird bereits von uns beliefert. Außerdem nimmt die Gesellschaft im Jahr 2024 an einer Ausschreibung für eine mehrjährige Lieferung von H-Öl-Katalysatoren teil. Unsere Marketingaktivitäten zum Ausbau unserer Präsenz im Markt für erneuerbare Kraftstoffe werden weiter fortgesetzt, gleiches gilt für die Fokussierung auf den Europäischen Markt. Insbesondere pflegen wir eine intensive Zusammenarbeit mit (Bio-)Raffinerien in Europa, sowie zu Raffinerien, die Bio-Rohstoffe zusammen mit traditionelleren Öl-Rohstoffen verarbeiten.

 

Worms, den 6. Juni 2024

Advanced Refining Technologies GmbH

Die Geschäftsführung

Schäfer

1 VCI Pressemitteilung - 14.11.2023 - https://www.vci.de/die-branche/aktuelle-wirtschaftliche-lage/stuermische-zeiten-fuer-die-branche.jsp
2 VCI Presseinformation - 15.03.2024 - Bericht des VCI, Quartalsbericht 4.2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023
31.12.2022
A. Anlagevermögen
Finanzanlagen
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 16.239.882 0
16.239.882 0
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Waren 4.768.182 10.017.586
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 18.597.143 3.796.569
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 2.519.580 12.928.765
3. Sonstige Vermögensgegenstände 433.826 937.749
(davon aus Steuern 433.826,85 €, Vorjahr 875.456,30 €)
21.550.549 17.663.083
III. Guthaben bei Kreditinstituten 2.325.163 2.338.275
28.643.894 30.018.944
C. Aktive latente Steuern 0 46.931
44.883.776 30.065.875

Passiva

31.12.2023
31.12.2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000 25.000
II. Gewinnvortrag 27.006.825 25.031.936
III. Jahresüberschuss 1.674.975 1.974.890
28.706.800 27.031.826
B. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 319.507 808.476
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 693.800 647.244
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 14.946.354 1.578.329
3. Sonstige Verbindlichkeiten 181.906 0
15.822.060 2.225.573
D. Passive latente Steuern 35.409 0
44.883.776 30.065.875

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023
2022
1. Umsatzerlöse 38.972.999 61.591.815
2. Anschaffungskosten der verkauften Waren -33.852.880 -55.568.009
3. Bruttoergebnis vom Umsatz 5.120.119 6.023.806
4. Vertriebskosten -3.672.745 -3.871.101
5. Allgemeine Verwaltungskosten -278.135 -302.143
6. Sonstige betriebliche Erträge 3.673.317 5.813.704
(davon aus Währungsumrechnung € 3.609.230) Vorjahr € 5.806.820)
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -3.588.574 -5.543.849
(davon aus Währungsumrechnung € 3.588.574) Vorjahr € 5.459.807)
8. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 1.158.134 0
(davon mit verbundenen Unternehmen € 1.158.134 Vorjahr € 0)
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 4.911 386.079
(davon mit verbundenen Unternehmen € 0, Vorjahr € 386.079)
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -940 -3.115
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -741.112 -528.490
12. Ergebnis nach Steuern 1.674.975 1.974.890
13. Jahresüberschuss 1.674.975 1.974.890

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

I. Allgemeine Angaben und Erläuterungen

Die Gesellschaft unterliegt dem deutschen Handelsrecht. Sie ist wie folgt im Handelsregister eingetragen:

Firmenname: Advanced Refining Technologies GmbH
Firmensitz: Worms
Registergericht: Amtsgericht Mainz
Handelsregister-Nummer: HRB 12136

Die Advanced Refining Technologies GmbH ("ART GmbH") ist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB.

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wurde nach den Grundsätzen des Handelsgesetzbuches (HGB) in der Fassung des am 23. Juli 2015 in Kraft getretenem Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) und den ergänzenden Regelungen des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung kommt unverändert das Umsatzkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 3 HGB zur Anwendung.

Der Jahresabschluss wurde unter Annahme der Unternehmensfortführung (Going-Concern) aufgestellt.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Ausleihungen

Ausleihungen sind zu Anschaffungskosten oder bei Vorliegen von voraussichtlich dauernden Wertminderungen zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt.

Vorräte

Die Waren werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert bilanziert.

Guthaben bei Kreditinstituten

Die Guthaben bei Kreditinstituten sind zu Nennwerten bzw. zu Devisenkassamittelkursen (bei Fremdwährungen) bewertet.

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen werden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung für erkennbare Risiken und ungewisse Verpflichtungen in Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag passiviert.

Latente Steuern

Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen.

Im Falle eines Aktivüberhangs der latenten Steuern zum Bilanzstichtag wird von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht.

Der Berechnung der latenten Steuern liegt ein effektiver Steuersatz von 30,525 % zugrunde (15,825 % für die Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und 14,70 % für die Gewerbesteuer), der sich voraussichtlich im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen ergeben wird. Der Steuersatz für die Gewerbesteuer ergibt sich aus dem ab dem 1. Januar 2015 geltenden Gewerbesteuerhebesatz von 420 %.

Währungsumrechnung

Ausleihungen, Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Erträge und Aufwendungen in fremden Währungen wurden zum Kurs des Tages bzw. Monats des Geschäftsvorfalls gebucht. Zum Bilanzstichtag noch nicht abgewickelte Forderungen und Verbindlichkeiten, mit Restlaufzeiten von weniger als einem Jahr, sowie Bankguthaben in Fremdwährung werden zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet.

Verbundene Unternehmen

Als verbundene Unternehmen werden seit dem 1. Dezember 2009 alle Unternehmen angesehen, die von der Advanced Refining Technologies LLC, Columbia, Maryland/USA, ("ART LLC") beherrscht werden.

III. Erläuterungen zur Bilanz

Ausleihungen an verbundene Unternehmen

Im März 2018 hat die ART GmbH ein Konzerndarlehen an die Muttergesellschaft ART LLC in Höhe von US-$ 10 Mio. begeben. Dieses Darlehen wurde mittels Änderungsvereinbarung am 31. Mai 2023 auf einen Nominalbetrag von bis zu US-$ 20 Mio. erhöht. Der ausstehende Nominalbetrag per 31. Dezember 2023 betrug 16,5 Mio. US-$ (Vorjahr 13 Mio. US-$). Das Darlehen hat eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr und von unter zehn Jahren.

Das Darlehen wurde im Geschäftsjahr 2023 in die Ausleihungen an verbundene Unternehmen umgegliedert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie zum Bilanzstichtag des Vorjahres, bis auf die Konzerndarlehen an die Muttergesellschaft, sämtlich eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Außerdem sind in dieser Position Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber verbundenen Unternehmen von T€ 671 enthalten

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthielten im Wesentlichen Erstattungen aus ausländischer Umsatzsteuer sowie inländischer Ertrag- und Umsatzsteuer.

Darlehensvergabe

Im Februar 2023 hat ART GmbH ein Konzerndarlehen an die ART Italy Srl. in Höhe von € 1,8 Mio. begeben. Sofern die Vereinbarung nicht früher durch gegenseitige schriftliche Vereinbarung der Parteien gekündigt wird, endet diese mit der vollständigen Rückzahlung und aller gemäß dieser Vereinbarung fälligen Zinsen und Beträge.

Das Darlehen hat eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Gezeichnetes Kapital

Das Stammkapital der ART GmbH beträgt unverändert zum Bilanzstichtag des Vorjahres € 25.000.

Die Anteile am Stammkapital werden unverändert zu 100 % von der ART LLC gehalten.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betragen T€ 320 (Vorjahr T€ 808) und bestehen hauptsächlich aus Rückstellungen für Einfuhrzölle in Höhe von T€ 214 (Vorjahr T€ 431) und für Frachtkosten in Höhe von T€ 60 (Vorjahr T€ 0).

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind wie zum Bilanzstichtag des Vorjahres sämtlich ungesichert und innerhalb eines Jahres fällig.

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin ART LLC von T€ 14.114 (Vorjahr T€ 888) enthalten.

Sämtliche Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren zum 31. Dezember 2023 als auch zum Bilanzstichtag des Vorjahres aus dem laufenden Lieferungs- und Leistungsverkehr.

Latente Steuern

Die Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz, welche zu passiven latenten Steuern führen, resultieren im Wesentlichen aus unterschiedlicher Bewertung von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten.

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 ergibt sich nach Saldierung der aktiven und passiven latenten Steuern (Gesamtdifferenzenbetrachtung) ein Passivüberhang der latenten Steuern von T€ 35 (Vorjahr Aktivüberhang T€ 47).

Die latenten Steuersalden und deren Änderungen im Geschäftsjahr 2023 sind nachfolgend dargestellt:

31.12.2022
(T€)
Zugang
(T€) 1
Abgang
(T€) 1
31.12.2023
(T€)
Aktive latente Steuern 47 0 47
Passive latente Steuern 0 35 35

1 Erfassung im Posten "Steuern vom Einkommen und vom Ertrag"

Am Abschlussstichtag bestehen weder körperschaftsteuerliche noch gewerbesteuerliche Verlustvorträge.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse von T€ 38.973 wurden ausschließlich mit ausländischen Kunden erzielt, davon T€ 38.061 (Vorjahr T€ 61.528) in der Europäischen Union, übrige Länder T€ 912 (Vorjahr T€ 64). Die Gesellschaft ist ausschließlich im Geschäftsbereich der Hydrocracking-Katalysatoren tätig. Der Vertrieb der Produkte erfolgt basierend auf einem Distributionsvertrag mit der ART LLC.

Anschaffungskosten der verkauften Waren (= Materialaufwand)

Unter Anwendung des § 265 Abs. 6 HGB wurde abweichend zu dem vorgesehenen gesetzlichen Gliederungsschema der Gewinn- und Verlustrechnung in § 275 Abs. 3 HGB der Posten "Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen" in "Anschaffungskosten der verkauften Waren" geändert.

Bei den Anschaffungskosten der verkauften Waren handelt es sich im Wesentlichen um von der ART LLC bezogene Produkte. Der Distributionsvertrag stellt sicher, dass die Gesellschaft mit dem Weiterverkauf der von der ART LLC bezogenen Produkte eine, nach unserer Auffassung, marktübliche operative Marge einnimmt.

Periodenfremde Erträge und Aufwendungen

Wesentliche periodenfremde Erträge oder Aufwendungen sind im Berichtsjahr nicht angefallen.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern von Einkommen und Ertrag in Höhe von T€ 741 (Vorjahr T€ 528) beinhalten Aufwendungen aus dem Abgang der aktiven latenten Steuern von T€ 47 (Vorjahr Ertrag T€ 35) und der Zuführung zu den passiven latenten Steuern von T€ 35 (Vorjahr Ertrag T€ 47) und einen Aufwand aus laufender Steuer von T€ 659 (Vorjahr Aufwand T€ 610.

V. Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse

Seitens der Gesellschaft wurden Bürgschaften/Garantien von insgesamt T€ 1.003 bereitgestellt (Vorjahr T€ 1.153). Auf Basis der verfügbaren Informationen liegen keine Indikationen vor, die auf eine Inanspruchnahme der Gesellschaft hinweisen.

Mitarbeiter

Die Gesellschaft beschäftigt keine Mitarbeiter.

Konzernabschluss

Seit Dezember 2009 hält die Chevron Products Company, San Ramon, California, USA 50% der Anteile an der ART LLC. Die anderen 50% der Anteile hält die W. R. Grace & Co. - Conn., Columbia, Maryland, USA. Demnach ist auch die ART GmbH ein Gemeinschaftsunternehmen beider Unternehmen. Die ART GmbH wird daher "at-equity" in beide Konzernabschlüsse einbezogen (größter und zugleich kleinster Konsolidierungskreis).

Gewinnverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2023 auf neue Rechnung vorzutragen.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit unterhält die Gesellschaft Geschäftsbeziehungen zu zahlreichen Unternehmen. Dazu gehören auch verbundene Unternehmen, die als nahestehende Unternehmen gelten.

Da es sich hierbei um mittel- oder unmittelbar in 100-prozentigem Anteilsbesitz stehende, in die Konzernabschlüsse der W.R. Grace & Co. oder der Chevron Products Company einbezogene Unternehmen handelt, entfällt gemäß § 285 Nr. 21 HGB eine weitere Angabe.

Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Das Honorar des Abschlussprüfers beläuft sich für das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 auf T€ 32,5 und entfällt ausschließlich auf Abschlussprüfungsleistungen.

Geschäftsführung

Sebastian Schäfer, VP Regional Manufacturing, EMEA and Asia, Bonn

Bezüge der Geschäftsführung

Die Mitglieder der Geschäftsführung erhielten von der Gesellschaft im Berichtsjahr keine Bezüge.

Nachtragsbericht

Zum jetzigen Zeitpunkt sind uns keine für das Geschäftsjahr 2023 relevanten Sachverhalte bekannt.

 

Worms, den 6. Juni 2024

Advanced Refining Technologies GmbH

Die Geschäftsführung

Schäfer

Entwicklung des Anlagevermögens im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.01.2023
Zugänge *
Abgänge
Sonstige Veränderungen
31.12.2023
Finanzanlagen
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 16.239.882 0 16.239.882
0 16.239.882 0 0 16.239.882
Abschreibungen
01.01.2023
Zugänge
Abgänge
31.12.2023
Finanzanlagen
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 0 0 0
0 0 0 0
Buchwerte
31.12.2023
31.12.2022
Finanzanlagen
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 16.239.882 0
16.239.882 0

* Anmerkung: Umgliederung in Höhe von 11,6 MEUR aus den Forderungen des Vorjahres

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Advanced Refining Technologies GmbH, Worms

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Advanced Refining Technologies GmbH, Worms, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Advanced Refining Technologies GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 6. Juni 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Georg Rogowski, Wirtschaftsprüfer

ppa. Christoph Reihl, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde am 14. Juni 2024 festgestellt.

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