W & L Deutsche Technoplast GmbHLiquidiert

93086 Wörth an der Donau, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Regensburg HRB 11509
Vorher
W & L Deutsche Technoplast Automotive GmbH
Eingetragen
18.6.2009
Branche
Bearbeitung und Veredlung von KunststoffwarenHerstellung von Baubedarfsartikeln aus KunststoffenHerstellung von Kunststoffen in Primärformen
Gegenstand
Kunststoffverarbeitung, der Formenbau und die Herstellung von Baugruppen.

Finanzübersicht

Historie

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Wirtschaftlich Berechtigte

100.00% identifiziert0.00% ungelöst

Identifizierte Personen (2)

NameAnteil
Birgit Maria Groitl
50.00%
Hans Jürgen Bauer
50.00%

Gesellschafter

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Birgit Maria Groitl
212.500 €
50.00%
Hans Jürgen Bauer
212.500 €
50.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

W&L Deutsche Technoplast GmbH i.L.

Wörth a.d. Donau

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021

W & L Deutsche Technoplast GmbH i. L., Wörth an der Donau

1. Darstellung des Geschäftsverlaufs und der Rahmenbedingungen

Geschäftsmodell des Unternehmens

Wir sind Hersteller frei fallender Präzisions-Kunststoffteile mit integriertem Werkzeug- und Formenbau mit höchster Flexibilität. Zu unseren Kunden zählen führende Automobilsystemhersteller.

Forschung und Entwicklung

In enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden entwickeln wir Lösungen für spezifische Anforderungen. Dabei setzen wir bereits bei der Entwicklung neuer Produkte auf Kreativität im Prozess, um höchste Qualität, optimale Funktionalität und hohe Lebensdauer unserer Produkte bei größtmöglicher Kosteneffizienz zu erzielen.

Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Marktsituation ist in den letzten Jahren durch zunehmende Konkurrenz aus Fernost gekennzeichnet. Dies verstärkt den Preisdruck. Wir begegnen dieser Entwicklung durch innovative Produktverbesserungen, ein hohes Maß an Qualität und verstärkte Serviceaktivitäten.

Der gesamtwirtschaftliche Trend wurde im Berichtsjahr durch die Entwicklungen und Maßnahmen zur Eindämmung der Corona Pandemie stark beeinflusst. Anhaltende Unsicherheit über die weitere Ausbreitung der Pandemie sowie deren wirtschaftliche Folgen dämpften zwar vorerst die Inflationserwartungen, führten jedoch zur Verknappung der Rohstoffe durch erhebliche Störungen der Lieferketten und zu empfindlichen Preiserhöhungen der Rohstoffe.

Geschäftsverlauf

Der negative Geschäftsverlauf aus den Vorjahren setzte sich auch im Berichtsjahr 2021 fort.

Einhergehend mit der COVID-19 Krise und dem negativen Geschäftsverlauf haben die Gesellschafter der W & L Deutsche Technoplast GmbH i.L., Schwabach, am 24. Juni 2020 beschlossen, den Geschäftsbetrieb der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 einzustellen, die Gesellschaft stillzulegen und zu liquidieren. Die Liquidation des Unternehmens wurde am 14. Januar 2021 in das Handelsregister eingetragen. Zum Liquidator wurde die Deutsche Technoplast GmbH, Wörth a. d. Donau, bestellt.

Da sich die Gesellschaft in Liquidation befindet, unterliegt sie keinem Branchenvergleich.

Die vorhandenen Kapazitäten waren im abgelaufenen Berichtsjahr nicht voll ausgelastet. Die Produktion wurde im November 2021 eingestellt. Die Umsätze liegen im Jahr 2021 bei 12.288 T€, im Vorjahr wurden 10.356 T€ umgesetzt, das entspricht einer Umsatzsteigerung von 18,7 %.

Der Rohertrag des Vorjahres lag jedoch über dem Rohertrag 2021, was hauptsächlich an den Materialpreissteigerungen aufgrund der Krisensituation (Pandemie und Lieferkettenstörungen) und dem Produktportfolio lag.

Die Umsatzrendite1 ist wie auch im Vorjahr negativ und von -11,92 % im Vorjahr auf -5,96 % im Berichtsjahr gestiegen. Die Gesamtkostensituation2 verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 1.036 T€, hauptsächlich durch Einsparungen bei den Personalaufwendungen (-719 T€), aber auch bei den sonstigen Kosten und Aufwendungen.

Das Finanzergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr von -137 T€ auf -140 T€ verschlechtert.

Das EBIT ist gegenüber dem Vorjahr von -1.235 T€ auf -732 T€ gestiegen.

Am Ende des Geschäftsjahres 2021 waren 3 Mitarbeiter bei der W & L Deutsche Technoplast GmbH i.L. beschäftigt.

2. Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Ertragslage

Unsere wesentlichen Ergebnisquellen stellen Kunststoffteile für den Automobilmarkt mit rd. 85 % Anteil am Gesamtumsatz dar. Der restliche Umsatz verteilt sich auf Haustechnik und Elektroindustrie.

Unsere Umsätze hängen sehr stark von der Konjunkturlage und dem Automobilmarkt, hier speziell dem Nutzfahrzeugsektor ab.

Unsere Aufwendungen für den Wareneinsatz haben sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht (2.629 T€).

Der Personalaufwand konnte im Berichtsjahr um 719 T€ reduziert werden.

Finanzlage

Die Liquiditäts- und Finanzlage der Gesellschaft ist weiterhin sehr angespannt. Unser Finanzmanagement ist darauf ausgerichtet, Verbindlichkeiten stets innerhalb der Zahlungsfrist zu begleichen und Forderungen innerhalb der Zahlungsziele zu vereinnahmen.

Unsere Kapitalstruktur verschlechterte sich durch die Jahresfehlbeträge der vier zurückliegenden Geschäftsjahre erheblich.

Mittelfristige sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern und Nahestehenden machen rd. 71 % der Bilanzsumme aus. Der Schuldenabbau dieser Verbindlichkeiten betrug für das Jahr 2021 - T€.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen 504 T€ oder rd. 8 % der Bilanzsumme, ihnen stehen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 1.422 T€ gegenüber.

Vermögenslage

Die Vermögenslage unserer Gesellschaft hat sich gegenüber dem Vorjahr verschlechtert. Der Verlustvortrag ist weiter gestiegen; zum Bilanzstichtag ist ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe 2.509 T€ ausgewiesen.

3. Investitionen

Im Jahr 2021 erfolgten aufgrund der fehlenden Liquidität nur geringe Investitionen aus eigenen Mitteln. Der durch die dem Unternehmen verbundene "Maschinenvermietung" zur Verfügung stehende Maschinenpark ist technologisch als gut zu bewerten. Im Rahmen der Betriebsstilllegung sind für das Geschäftsjahr 2022 ff. weitere Verlagerungen des Maschinenparks an die Schwestergesellschaft und andere verbundene Unternehmen geplant.

Zum Bilanzstichtag sind die vorhandenen Sachanlagegüter zu erzielbaren Restveräußerungserlösen bewertet; es erfolgte außerplanmäßige Abschreibungen mit 358 T€ im Berichtsjahr 2020.

4. Finanzielle Leistungsindikatoren

Wir ziehen für unsere interne Unternehmenssteuerung ein Kennzahlensystem heran, das unter anderem Umsatz pro Mitarbeiter, Liquidität und Rohertrag misst.

Der CashFlow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt - 483 T€ (Vj. - 865 T€).

Der Finanzmittelbestand beträgt zum Bilanzstichtag 188 T€ (Vj. 254 T€).

5. Chancen- und Risikobericht

Risikobericht

Wegen des Gesellschafterbeschlusses im Juni 2020 zur Einstellung des Geschäftsbetriebs und der Stilllegung der Gesellschaft (wir verweisen auf die Ausführungen zum Prognosebericht) wird auf Ausführungen im Rahmen des Risikoberichtes verzichtet.

Chancenbericht

Wegen des Gesellschafterbeschlusses im Juni 2020 zur Einstellung des Geschäftsbetriebs und der Stilllegung der Gesellschaft (wir verweisen auf die Ausführungen zum Prognosebericht) wird auf Ausführungen im Rahmen des Chancenberichts verzichtet.

Verwendung von Finanzinstrumenten

Zu den im Unternehmen bestehenden Finanzinstrumenten zählen Forderungen, Verbindlichkeiten und Guthaben bei Kreditinstituten.

Die Gesellschaft verfügt über einen solventen Kundenstamm. Forderungsausfälle sind die Ausnahme. Zudem besteht eine langjährige Zusammenarbeit mit einem Großteil der Kunden.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden innerhalb der vereinbarten Zahlungsfristen gezahlt.

Im kurzfristigen Bereich finanziert sich die Gesellschaft überwiegend mittels Lieferantenkrediten.

Ziel des Finanz- und Risikomanagements der Gesellschaft ist die Absicherung des Unternehmenserfolgs gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Beim Management der Finanzpositionen verfolgt das Unternehmen eine konservative Risikopolitik.

Soweit bei finanziellen Vermögenswerten Ausfall- und Bonitätsrisiken erkennbar sind, werden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen. Zur Minimierung von Ausfallrisiken verfügt das Unternehmen über ein adäquates Debitorenmanagement. Darüber hinaus informieren wir uns vor Eingehung einer neuen Geschäftsbeziehung stets über die Bonität unserer Kunden und Lieferanten.

6. Prognosebericht

Einhergehend mit der COVID-19 Krise und dem negativen Geschäftsverlauf haben die Gesellschafter der W & L Deutsche Technoplast GmbH i.L., Schwabach, am 24. Juni 2020 beschlossen, den Geschäftsbetrieb der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 einzustellen, die Gesellschaft stillzulegen und zu liquidieren. Die bereits angespannte finanzielle Lage der W & L Deutsche Technoplast GmbH i.L. in den Jahren 2018, 2019 und 2020 und der gesamtwirtschaftliche Umsatzeinbruch in der Automobilbranche durch COVID-19 haben zu dieser Entscheidung geführt.

Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2022 ein positives Jahresergebnis aufgrund von Liquidationserlösen.

Die Liquidation kann erst nach Befriedigung sämtlicher Gläubiger der Gesellschaft und frühestens nach Ablauf eines Jahres nach der Bekanntmachung der Auflösung und des Gläubigeraufrufs beendet werden. Die Bekanntmachung erfolgte am 9. Februar 2021 somit wäre der frühestmögliche Zeitpunkt für das Ende der Liquidation der 9. Februar 2022. Auf Grund der offenen Themen hinsichtlich der Abwicklung der Kundenverträge, der Lieferantenverträge, der Mietverträge und der Beziehungen mit den Mitarbeitern sowie gegebenenfalls Folgebetriebsprüfungen kann derzeit der endgültige Liquidationszeitpunkt nicht eingeschätzt werden.

Das Ende der Liquidation richtet sich nicht nach kalendermäßig bestimmten Ereignissen, sondern unterliegt der Einschätzung des Liquidators über den Fortgang der Liquidation. Maßgeblich ist der Zeitpunkt, ab dem die Voraussetzungen für die Verteilung des Vermögens an die Gesellschafter vorliegen. Solange Verpflichtungen nach Grund und Höhe noch nicht geklärt sind, steht das verbleibende Restvermögen noch nicht endgültig fest und kann deshalb nicht verteilt werden.

Dieser Lagebericht enthält Angaben, die sich auf die künftige Entwicklung der Firma W & L Deutsche Technoplast GmbH i.L. beziehen. Die Prognosen stellen Einschätzungen des Liquidators dar, die auf der Basis aller zum heutigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen worden sind. Sollten die den Prognosen zu Grunde liegenden Annahmen über zukünftige Entwicklungen nicht eintreffen, können die tatsächlichen Ergebnisse von den erwarteten Ergebnissen abweichen.

 

Wörth a. d. Donau, den 30. September 2022

W & L Deutsche Technoplast GmbH i.L.
Deutsche Technoplast GmbH, Wörth a. d. Donau,

Der Liquidator

vertreten durch ihre gesetzlichen Vertreter

Birgit Maria Groitl

Hans Jürgen Bauer

1 Umsatzrendite berechnen wir mit dem EBIT im Verhältnis zu den Umsatzerlösen

2 Operative Kosten ohne Materialaufwand

Handelsbilanz

Aktiva

31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. Anlagevermögen 30.844,15 98.507,65
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 34,00 34,00
II. Sachanlagen 30.810,15 98.473,65
1. technische Anlagen und Maschinen 22.021,90 52.939,60
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.786,25 45.532,05
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2,00 2,00
B. Umlaufvermögen 3.566.188,96 5.697.288,11
I. Vorräte 1.875.080,15 3.291.716,25
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.503.361,75 2.151.149,73
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 187.747,06 254.422,13
C. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 2.509.281,10 2.137.673,28
Aktiva 6.106.314,21 7.933.469,04

Passiva

   
31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. Eigenkapital 0,00 0,00
I. Gezeichnetes Kapital 425.000,00 425.000,00
II. Kapitalrücklage 1.200.000,00 700.000,00
III. Verlustvortrag 3.262.673,28 1.890.329,15
IV. Jahresfehlbetrag 871.607,82 1.372.344,13
V. nicht gedeckter Fehlbetrag 2.509.281,10 2.137.673,28
B. Rückstellungen 326.919,30 320.143,74
C. Verbindlichkeiten 5.779.394,91 7.613.325,30
1. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 2.152.543,48 2.152.543,48
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 210.000,00 210.000,00
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 1.942.543,48 1.942.543,48
2. sonstige Verbindlichkeiten 3.626.851,43 5.460.781,82
davon mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr 1.464.836,38 3.298.766,77
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 2.162.015,05 2.162.015,05
Passiva 6.106.314,21 7.933.469,04

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2021 - 31.12.2021
EUR
1.1.2020 - 31.12.2020
EUR
1. Rohergebnis 2.604.830,55 3.599.070,57
2. Personalaufwand 1.633.163,60 2.352.178,30
a) Löhne und Gehälter 1.351.424,70 1.966.651,20
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 281.738,90 385.527,10
davon für Altersversorgung 0,00 0,02
3. Abschreibungen 17.415,70 478.755,57
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 17.415,70 478.755,57
davon außerplanmäßige Abschreibungen   357.801,59
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 1.677.110,14 1.998.007,26
5. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 139.753,44 137.346,44
6. Ergebnis nach Steuern -862.612,33 -1.367.217,00
7. sonstige Steuern 8.995,49 5.127,13
8. Jahresfehlbetrag 871.607,82 1.372.344,13

Anhang für das Liquidationsgeschäftsjahr 2021

W & L Deutsche Technoplast GmbH i.L., Wörth a. d. Donau

1. Allgemeine Angaben

a. Rechtsgrundlagen des Jahresabschlusses

Die W & L Deutsche Technoplast GmbH i.L. hat ihren Sitz in Wörth a. d. Donau und ist beim Amtsgericht Regensburg unter der Registernummer HRB 11509 eingetragen. Die Gesellschaft wird abgewickelt; die Auflösung der Gesellschaft wurde am 14. Januar 2021 in das Handelsregister eingetragen.

Die W & L Deutsche Technoplast GmbH i.L. ist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB. Im Rahmen der Aufstellung des Anhangs wurde die größenabhängige Erleichterungsvorschrift des § 288 Abs. 2 HGB in Anspruch genommen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB dargestellt.

b. Liquidation

Die Gesellschafterversammlung der W & L Deutsche Technoplast GmbH i.L. hat am 24. Juni 2020 beschlossen, den Geschäftsbetrieb der Gesellschaft stillzulegen und mit Wirkung zum 31. Dezember 2020, 24:00 Uhr, aufzulösen. Die Gesellschaft wird liquidiert. Zum Liquidator wurde die Deutsche Technoplast GmbH, Wörth a. d. Donau, mit Wirkung zum 1. Januar 2021 0:00 Uhr bestellt.

Auf den 1. Januar 2021 wurde eine Liquidationseröffnungsbilanz nach § 71 GmbHG unter Beachtung der allgemeinen Vorschriften des Handelsgesetzbuches über den Jahresabschluss aufgestellt und im Unternehmensregister am 23. Dezember 2021 hinterlegt. Die Gläubiger wurden am 9. Februar 2021 aufgefordert, sich bei der Gesellschaft zu melden.

Der Jahresabschluss für das Liquidationsgeschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB sowie den Vorschriften des GmbHG unter Abkehr von der Prämisse der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (Going-Concern) nach § 252 Abs. 1 Nr. 2 i.V.m. Abs.2 HGB aufgestellt.

2. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

a. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden,

Währungsumrechnung

Immaterielle Vermögensgegenstände wurden grundsätzlich zu Anschaffungskosten, entsprechend ihrer Nutzungsdauer (3 bis 5 Jahre), um planmäßige lineare Abschreibungen, vermindert. Auf Grund der fehlenden Fortführungsprämisse sind die immateriellen Vermögensgegenstände bereits im Vorjahr vollständig auf die Erinnerungswerte abgeschrieben worden.

Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens wurden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten zuzüglich Nebenkosten bewertet. Planmäßige Abschreibungen auf abnutzbare Anlagegegenstände erfolgten nach den tatsächlichen Nutzungsdauern (2 bis 15 Jahre) nach der linearen Methode.

Die Anlagegegenstände wurden mit den im Rahmen der Abwicklung voraussichtlich erzielbaren Restverkaufserlösen bewertet. Die Produktion wurde zum 31. Dezember 2021 eingestellt, die Veräußerung des vorhandenen Anlagevermögens soll zeitnah im Geschäftsjahr 2022 abgeschlossen werden. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 waren keine außerplanmäßigen Abschreibungen mehr erforderlich.

Noch notwendig gewordene Anschaffungen im Bereich geringwertiger Anlagegüter wurden im Berichtsjahr sofort abgeschrieben.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. ihren niederen beizulegenden Werten angesetzt. Zur Berücksichtigung von Risiken und Wertminderungen wurden pauschale Abschläge sowohl bei Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen als auch Fertigerzeugnissen vorgenommen. Darüber hinaus wurden auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe Abwertungen in Höhe von TER 50 und auf Fertigerzeugnissen in Höhe von TEUR 182 vorgenommen. Die Ermittlung der Herstellungskosten beinhalten Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene Gemeinkostenzuschläge. Die verlustfreie Bewertung wurde durch die Gegenüberstellung der voraussichtlichen Verkaufserlöse abzüglich noch anfallender Kosten berücksichtigt. Die Veräußerung der am Stichtag vorhandenen Vorräte soll zeitnah im Geschäftsjahr 2022 erfolgen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten und dem allgemeinen Kreditrisiko ist durch die Bildung angemessener Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Flüssige Mittel und Eigenkapital sind zu Nennwerten bewertet.

Die Bilanzierung der sonstigen Rückstellungen erfolgt in Höhe der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbeträge unter Berücksichtigung künftiger Preis- und Kostensteigerungen. Sie umfassen auch Verpflichtungen, die durch die Abkehr von der Going-Concern-Prämisse verursacht sind. Sämtliche Rückstellungen wurden mit Ausnahme der Gewährleistungsrückstellung mittels Einzelbewertung bewertet.

Die Verbindlichkeiten sind gemäß § 253 Abs. 1 HGB mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

b. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens zum 31. Dezember 2021 zeigt sich wie folgt:

Immaterielle Vermögensgegenstände

in Euro Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten geleistete Anzahlungen Geschäfts- oder Firmenwert
Anschaffungs- und Herstellungskosten      
Stand 1.1.2021 55.841,91 - 0,00
Zugänge -   0,00
Stand 31.12.2021 55.841,91 - 0,00
Abschreibungen   -  
Stand 1.1.2021 55.807,91 - 0,00
planmäßige Abschreibungen des Geschäftsjahres 0,00 - 0,00
außerplanmäßige Abschreibungen des Geschäftsjahres 0,00   0,00
Stand 31.12.2021 55.807,91 - 0,00
Buchwert 31.12.2020 34,00 - 0,00
Buchwert 31.12.2021 34,00 - 0,00
in Euro geleistete Anzahlungen Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten    
Stand 1.1.2021 0,00 55.841,91
Zugänge 0,00 -
Stand 31.12.2021 0,00 55.841,91
Abschreibungen    
Stand 1.1.2021 0,00 55.807,91
planmäßige Abschreibungen des Geschäftsjahres 0,00 -
außerplanmäßige Abschreibungen des Geschäftsjahres 0,00 0,00
Stand 31.12.2021 0,00 55.807,91
Buchwert 31.12.2020 0,00 34,00
Buchwert 31.12.2021 0,00 34,00

Sachanlagen

in Euro technische Anlagen und Maschinen andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten        
Stand 1.1.2021 1.038.624,48 767.930,80 38.803,99 1.845.359,27
Zugänge - 856,30 0,00 856,30
Umbuchungen 0,00 0,00 0,00 -
Abgänge -170.423,28 -65.746,28 - -236.169,56
Stand 31.12.2021 868.201,20 703.040,82 38.803,99 1.610.046,01
Abschreibungen        
Stand 1.1.2021 985.684,88 722.398,75 38.801,99 1.746.885,62
planmäßige Abschreibungen des Geschäftsjahres 10.109,60 7.306,10 - 17.415,70
außerplanmäßige Abschreibungen des Geschäftsjahres       -
Umbuchungen - - - -
Abgänge -149.615,18 -35.450,28 - -185.065,46
Stand 31.12.2021 846.179,30 694.254,57 38.801,99 1.579.235,86
Buchwert 31.12.2020 52.939,60 45.532,05 2,00 98.473,65
Buchwert 31.12.2021 22.021,90 8.786,25 2,00 30.810,15

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. In den sonstigen Vermögensgegenständen sind TEUR - (Vj. TEUR 10) Forderungen gegen Gesellschafter enthalten, die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen darstellen.

Eigenkapital

Zur Sicherung der Liquidität wurden im Geschäftsjahr 2020 TEUR 700 und im laufenden Geschäftsjahr 2021 TEUR 500 an freiwilligen Zuzahlungen der Gesellschafter in das Eigenkapital einbezahlt. Ferner waren zur Sicherung der Gläubiger und zur Vermeidung einer Überschuldung der W & L Deutsche Technoplast GmbH i.L. im Geschäftsjahr 2021 mehrere Rangrücktrittserklärungen von Gesellschaftern und nahestehenden Personen unterzeichnet worden.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich zusammen aus Kosten für den Vertriebsbereich (TEUR 61), den Personalbereich (TEUR 35, hierin TEUR 34 für Beendigung von Arbeitsverhältnissen aufgrund der Liquidation) und sonstigen Kosten (TEUR 231 einschließlich TEUR 60 für die Aufwendungen an den Liquidator).

Verbindlichkeiten

Art der Verbindlichkeit Gesamt
TEUR
Restlaufzeit bis 1 Jahr
TEUR
Restlaufzeit mehr als 1 Jahr aber unter 5 Jahren
TEUR
Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren
TEUR
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 657 657 - -
(Vorjahr) (1.854) (1.854) (-) (-)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 504 504 - -
(Vorjahr) (1.121) (1.121) (-) (-)
Sonstige Verbindlichkeiten 4.618 407 4.211 -
(Vorjahr) (4.638) (323) (4.315) (-)
- davon aus Steuer 26 26 - -
(Vorjahr) (27) (27) (-) (-)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 19 19 - -
(Vorjahr) (15) (15) (-) (-)
Verbindlichkeiten gesamt 5.779 1.568 4.211 -
(Vorjahr) (7.613) (3.298) (4.315) (-)

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von TEUR 2.153 (Vj. TEUR 2.153); sie stellen Verbindlichkeiten aus dem Finanzverkehr (gewährte Darlehen) dar.

c. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Außerplanmäßige Abschreibungen auf das Anlagevermögen (§ 277 Abs. 3 S. 1 HGB)

Die Abschreibungen des Geschäftsjahres enthalten TEUR - (Vj. TEUR 358) außerplanmäßige Abschreibungen auf Anlagevermögen.

Angabe nach § 285 Nr. 31 HGB

Die Erfolgswirkungen aus Bilanzierung und Bewertung, die sich aus der Abkehr von der Going-Concern-Prämisse ergeben, betragen TEUR 256 (Vj. TEUR 627). Sie sind sowohl nach Art und Höhe von außergewöhnlicher Bedeutung. Sie betreffen Abwertungen von Vorratsvermögen im Rahmen der Bewertung auf den am Stichtag beizulegenden Wert sowie Aufwendungen für Bildung von aus dem Liquidationsbeschluss notwendigen Rückstellungen.

3. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3a HGB

Zum Bilanzstichtag bestanden finanzielle Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen in Höhe von TEUR 4 (Vj. TEUR 391); das Bestellobligo für Investitionen in Vorräte beträgt TEUR 38 (Vj. TEUR 1.040). Der Gesamtbetrag beläuft sich damit auf TEUR 42 (Vj. TEUR 1.431).

Beschäftigte im Jahresdurchschnitt nach § 285 Nr. 7 HGB

2021
Anzahl
2020
Anzahl
Gewerbliche Arbeitnehmer 13 34
Angestellte 19 20
  32 54
Auszubildende - 4
Gesamt 32 58

Geschäftsführerbezüge und Gesamtbezüge früherer Mitglieder der Geschäftsführung
nach § 285 Nr. 9 HGB

Gemäß § 286 Abs. 4 HGB wird auf die Angabe der Gesamtbezüge des gesetzlichen Vertreters verzichtet.

Liquidator nach § 285 Nr. 10 HGB

Mit Löschung der Gesellschaft schied Herr Hans Jürgen Bauer aus der Geschäftsführung aus; es wurde die Deutsche Technoplast GmbH, Wörth a. d. Donau, mit Wirkung zum 1. Januar 2021 zum Liquidator bestellt.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach § 285 Nr. 33 HGB

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag die weiterhin präsente COVID-19-Krise und der seit 24. Februar 2022 existente Ukraine Konflikt dar, die sich nicht direkt in der Bilanz und GuV niederschlagen. Hinsichtlich der Auswirkungen und Einflüsse der Krisen als auch der gesetzten Maßnahmen zur Krisenbewältigung wird an dieser Stelle auf die Angaben im Lagebericht verwiesen.

Vorgänge von besonderer Bedeutung seit dem Auflösungsbeschluss

Zur Sicherung der Liquidität wurden seit Auflösungsbeschluss TEUR 1.200 an freiwilligen Zuzahlungen der Gesellschafter in das Eigenkapital geleistet. Ferner waren zur Sicherung der Gläubiger und zur Vermeidung einer Überschuldung mehrere Rangrücktrittserklärungen von Gesellschaftern und nahestehenden Personen unterzeichnet worden.

Die Produktion wurde im November 2021 eingestellt.

Die Veräußerung des vorhandenen Anlagevermögens begann bereits im Liquidationsgeschäftsjahr 2021 und soll zeitnah im Geschäftsjahr 2022 abgeschlossen werden. Die Veräußerung der am Stichtag vorhandenen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Fertigwaren erfolgte zu Beginn des Geschäftsjahres 2022; die unfertigen Erzeugnisse (Werkzeuge) werden voraussichtlich spätestens im vierten Quartal des Liquidationsgeschäftsjahres 2022 vom Kunden abgenommen und realisiert sein. Die Rückstellung für Abfindungen und Rechtsstreitigkeiten mit ehemaligen Mitarbeitern waren bis Mai 2022 weitgehend verbraucht. Die Personalangelegenheiten sind abgeschlossen, Abfindungen sowie Lohn- und Gehaltsnachzahlungen wurden im ersten Halbjahr 2022 ausbezahlt.

Der Liquidator geht davon aus, dass bis zum Ende des Liquidationsgeschäftsjahres 2022 die Abwicklung weitgehend abgeschlossen ist.

Ergebnisverwendungsvorschlag nach § 285 Nr. 34 HGB

Der Liquidator schlägt vor, den Jahresfehlbetrag für das Liquidationsgeschäftsjahr 2021 in Höhe von EUR 871.607,82 dem Verlustvortrag von EUR 3.262.673,28 aufzuschlagen und den sich daraus ergebenden Verlustvortrag zum 31. Dezember 2021 von EUR 4.134.281,10 auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Wörth a. d. Donau, den 1. Juni 2022

W & L Deutsche Technoplast GmbH i.L., Wörth a. d. Donau
Deutsche Technoplast GmbH, Wörth a. d. Donau

Der Liquidator

vertreten durch ihre gesetzlichen Vertreter

Birgit Maria Groitl

Hans Jürgen Bauer

Bericht des Aufsichtsrats

nicht vorhanden

sonstige Berichtsbestandteile

 

Wörth/Donau, 10.10.2022

Deutsche Technoplast GmbH, Wörth a. d. Donau

Der Liquidator

vertreten durch ihre gesetzlichen Vertreter

gez. Birgit Maria Groitl

gez. Hans Jürgen Bauer

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 10.10.2022 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

" Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die W & L Deutsche Technoplast GmbH i.L., Wörth a. d. Donau

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der W & L Deutsche Technoplast GmbH i.L., Wörth a.d. Donau, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Liquidationsgeschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der W & L Deutsche Technoplast GmbH i.L., Wörth a.d. Donau, für das Liquidationsgeschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Liquidationsgeschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Hinweis zur Hervorhebung eines Sachverhalts - Einstellung der Geschäftstätigkeit und Abkehr vom Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Ausführungen des gesetzlichen Vertreters im Abschnitt "1. Allgemeine Angaben-Liquidation" des Anhangs und die Angaben in Abschnitt "1. Darstellung des Geschäftsverlaufs und Rahmenbedingungen" des Lageberichts, welche den Beschluss zur Liquidation des Unternehmens und die darauf basierende Bilanzierung zu Liquidationswerten aufgrund der Abkehr vom Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit beschreiben. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind diesbezüglich nicht modifiziert.

Verantwortung des gesetzlichen Vertreters für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur geordneten Liquidation des Unternehmens zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der geordneten Liquidation, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage der Abkehr vom Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern der Fortführung der Unternehmenstätigkeit tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom gesetzlichen Vertreter dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen darüber, ob die Aufstellung des Jahresabschlusses durch den gesetzlichen Vertreter unter Abkehr von der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit angemessen ist, sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur geordneten Liquidation des Unternehmens aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unsere Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft die geordnete Liquidation des Unternehmens nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie, ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den vom gesetzlichen Vertreter dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom gesetzlichen Vertreter zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Regensburg, den 7. Oktober 2022

CM Treuhandgesellschaft Regensburg mbH
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gez. Mehltretter, Wirtschaftsprüfer

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