HERE Deutschland GmbHLiquidiert

10115 Berlin, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 106443
Vorher
Nokia gate5 GmbH
Eingetragen
8.3.2007
Branche
Herstellung von Nutzkraftwagen und NutzkraftwagenmotorenHerstellung elektrischer und elektronischer Ausrüstungsgegenstände für KraftwagenBeteiligungsgesellschaften
Gegenstand
Die Forschung, Entwicklung, Konstruktion, industrielle Herstellung und der Vertrieb von Geräten, Bauteilen und Anlagen aller Art einschließlich Zubehör und die Entwicklung von Software und Teilen für die Automobilindustrie; die Gründung und Beteiligung an anderen Unternehmen, der Erwerb gleichartiger oder ähnlicher Unternehmen und die Übernahme der Vertretung solcher Unternehmen; der Abschluss von Unternehmensverträgen; die Vornahme aller Geschäfte, die mit den vorgenannten Tätigkeiten im Zusammenhang stehen oder geeignet erscheinen, dem wirtschaftlichen Nutzen der Gesellschaft zu dienen.

Historie

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Management

NameRolle
Christian Buchbauer
seit 14.2.2020
Prokura
Alina Liana Galita
seit 14.2.2020
Prokura
Geschäftsführer
Christine Maria Mayer
seit 24.3.2017
Prokura
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Maria Karjalainen
seit 28.12.2009
Prokura
Prokura

Beteiligungen

NameAnteil
Trolltech GmbHAufgelöst
100.00%

Konzern- und Jahresabschlüsse

HERE Deutschland GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2018 bis zum 31.12.2018

Bilanz zum 31. Dezember 2018

Aktiva

31.12.2018 31.12.2017
EUR EUR
A. Anlagevermögen    
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
Entgeltlich erworbene Lizenzen 18.020,00 0,00
II. Sachanlagen    
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.670.885,20 6.410.838,97
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.553.963,75 282.481,18
  8.242.868,95 6.693.320,15
B. Umlaufvermögen    
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände    
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 71.717.782,44 54.088.004,85
2. Sonstige Vermögensgegenstände 1.863.021,10 2.364.758,85
  73.580.803,54 56.452.763,70
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 296.874,88 228.355,38
  73.877.678,42 56.681.119,08
C. Rechnungsabgrenzungsposten 202.909,25 319.427,53
  82.323.456,62 63.693.866,76

Passiva

   
  31.12.2018 31.12.2017
  EUR EUR
A. Eigenkapital    
I. Gezeichnetes Kapital 100.000,00 100.000,00
II. Gewinnvortrag 28.072.264,21 22.464.605,59
III. Jahresüberschuss 5.610.770,73 5.607.658,62
  33.783.034,94 28.172.264,21
B. Rückstellungen    
1. Steuerrückstellungen 3.748,00 401.174,59
2. Sonstige Rückstellungen 42.337.727,69 28.634.004,82
  42.341.475,69 29.035.179,41
C. Verbindlichkeiten    
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.811.718,24 2.204.087,33
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 2.392.322,53 2.470.305,07
3. Sonstige Verbindlichkeiten 1.994.905,22 1.812.030,74
  6.198.945,99 6.486.423,14
  82.323.456,62 63.693.866,76

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018

2018 2017
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 153.013.506,46 143.860.992,93
2. Sonstige betriebliche Erträge 5.968.592,62 314.724,15
3. Materialaufwand    
Aufwendungen für bezogene Leistungen -2.697.894,50 -4.612.928,67
4. Personalaufwand    
a) Gehälter -113.662.737,35 -98.731.501,98
b) Soziale Abgaben -13.427.233,70 -12.689.186,41
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und auf Sachanlagen -2.794.824,26 -2.677.623,02
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -18.103.190,19 -16.878.142,06
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 4.215,36 3.896,82
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -42.143,71 -94.031,00
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -2.647.520,00 -2.705.626,61
10. Ergebnis nach Steuern 5.610.770,73 5.790.574,15
11. Sonstige Steuern 0,00 -182.915,53
12. Jahresüberschuss 5.610.770,73 5.607.658,62

Anhang für das Geschäftsjahr 2018

Allgemeine Angaben

Der Sitz der HERE Deutschland GmbH ist Berlin. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HR B 106443 B in das Handelsregister beim Amtsgericht Charlottenburg eingetragen.

Der Jahresabschluss der HERE Deutschland GmbH für das Geschäftsjahr 2018 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des GmbH-Gesetzes aufgestellt worden.

Nach den in § 267 HGB vorgegebenen Größenklassen gehört die Gesellschaft zu den großen Kapitalgesellschaften.

Im Interesse einer besseren Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung anzubringen sind, im Anhang aufgeführt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018 wurde auf der Grundlage der Unternehmensfortführung (Going-Concern) aufgestellt (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB).

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

(1) Immaterielle Vermögensgegenstände

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, angesetzt. Die wirtschaftliche Nutzungsdauer beträgt drei Jahre.

(2) Sachanlagen

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen grundsätzlich zeitanteilig. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert unterschreiten, werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Die wirtschaftliche Nutzungsdauer der anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung liegt zwischen drei bis zehn Jahren.

Aufgrund geänderter steuerrechtlicher Vorschriften werden geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen € 250 (Vorjahr € 150) und € 1.000 auch im handelsrechtlichen Jahresabschluss grundsätzlich in einem Sammelposten zusammengefasst und über 5 Jahre, beginnend mit dem Jahr des Zugangs, abgeschrieben. Vermögensgegenstände mit einem Anschaffungswert von unter € 250 (Vorjahr € 150) werden sofort als Aufwand erfasst. Die Auswirkungen der Anwendung der steuerlichen Vereinfachungsregeln und deren Änderungen sind von untergeordneter Bedeutung.

(3) Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert oder dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert.

(4) Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.

(5) Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag, die vor dem Bilanzstichtag vorausgezahlt wurden.

(6) Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

(7) Rückstellungen

Bei der Gesellschaft bestehen zwei Arten der betrieblichen Altersversorgung (mittelbare und unmittelbare Versorgungszusagen). Zum einen bestehen mitarbeiterfinanzierte Versorgungszusagen ("Deferred Compensation"). Diese unmittelbaren "Deferred Compensation"-Zusagen sind vollständig kongruent rückgedeckt. Hierdurch ergibt sich für diese Verpflichtungen sowie das entsprechende Deckungsvermögen nach Saldierung kein Bilanzansatz. Des weiteren besteht eine durch die Gesellschaft finanzierte Altersversorgung, die über die AON Management betrieblicher Versorgungen e.V. (vormals J & H Unterstützungskasse Nokia e.V.) abgebildet wird.

Der Fehlbetrag wegen nicht bilanzierter Pensionsverpflichtungen aus mittelbaren Zusagen im Sinne von Art. 28 Abs. 2 EGHGB beläuft sich auf T€ 1.960. Im Vorjahr waren diese mittelbaren Zusagen noch vollständig kongruent rückgedeckt, so dass sich keine angabepflichtige Unterdeckung gem. Art. 28 Abs. 2 EG-HGB ergab.

Die Pensionsverpflichtungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen entsprechend der so genannten "Projected Unit Credit Method" (Anwartschaftsbarwertmethode) unter Berücksichtigung der Richttafeln "2018 G" (Vorjahr "2005 G") von Prof. Dr. Klaus Heubeck berechnet. Die Pensionsverpflichtungen werden pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangen zehn Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Der Berechnung liegen nachfolgend aufgeführte Berechnungsparameter zugrunde:

• Rechnungszins: 3,21 % p.a. (Vorjahr 3,74 % p.a.)

• Rentenanpassungstrend: 1,75 % p.a. (Vorjahr 1,50 % p.a.)

• Erwartete Lohn- und Gehaltssteigerungen: 2,50 % p.a. (Vorjahr 2,50 % p.a.)

Der beizulegende Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände entspricht den fortgesführten Anschaffungskosten. Die Erträge aus dem Deckungsvermögen wurden mit den Zinszuführungen saldiert. Der sich ergende Saldo ist "Null".

Die Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mit dem anerkannten Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method"-Methode) bewertet. Die Bewertung der Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen erfolgt unter Zugrundelegung eines Rechnungszinssatzes von 2,32 % p.a. (Vorjahr 2,80 % p.a). und auf der Grundlage der Richttafeln "2018 G" (Vorjahr "2005 G") von Prof. Dr. Klaus Heubeck. Der Berechnung liegen erwartete Lohn- und Gehaltssteigerungen von 2,50 % p.a. (Vorjahr 0 % p.a.) zugrunde.

Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

(8) Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.

(9) Währungsumrechnung

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Kurzfristige Fremdwährungsforderungen (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) sowie liquide Mittel oder andere kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen sowie kurzfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Langfristige Fremdwährungsposten existieren nicht.

(10) Latente Steuern

Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge werden angesetzt, soweit innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Verlustverrechnung zu erwarten ist. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen. Zum Bilanzstichtag ergeben sich temporäre Differenzen im Wesentlichen aus unterschiedlichen Bilanzansätzen bei den Pensions- und Jubiläumsrückstellungen. Nach Saldierung der aktiven und passiven latenten Steuern (Gesamtdifferenzenbetrachtung) ergibt sich ein Aktivüberhang der latenten Steuern. Die latenten Steuern werden mit dem unternehmensindividuellen Steuersatz von ca. 30% bewertet. Die Gesellschaft macht von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB keinen Gebrauch, so dass sich insgesamt kein Ausweis latenter Steuern in der Bilanz ergibt.

Erläuterungen zur Bilanz

(1) Anlagevermögen

Die Zusammensetzung und die Entwicklung des Anlagevermögens sind im Anlagenspiegel gesondert dargestellt. Der Anlagenspiegel ist Bestandteil des Anhangs.

(2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Gegen die Alleingesellschafterin HERE Global B.V., Eindhoven/Niederlande, bestehen Forderungen in Höhe von T€ 12.977 (Vorjahr T€ 50.804).

Sämtliche Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren - mit Ausnahme von Cash-Pool-Guthaben (T€ 57.251; Vorjahr T€ 1.858) - aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr bzw. aus Konzernverrechnung (Verrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr inkl. Abschlagszahlungen) mit Gesellschaften aus dem HERE International B.V.-Konzern.

Von den sonstigen Vermögensgegenständen haben T€ 1.037 (Vorjahr T€ 915) eine Laufzeit von mehr als einem Jahr. Die übrigen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Laufzeit von weniger als einem Jahr.

(4) Flüssige Mittel

Unter dem Guthaben bei Kreditinstituten werden Mietkautionen in Höhe von T€ 228 (Vorjahr T€ 228) ausgewiesen, für die Verfügungsbeschränkungen bestehen.

(5) Eigenkapital

Alleingesellschafterin der HERE Deutschland GmbH ist die HERE Global B.V., Eindhoven/Niederlande. Das Stammkapital beträgt unverändert € 100.000 und ist voll eingezahlt.

(6) Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen werden im Wesentlichen für Mitarbeiterboni (T€ 33.347; Vorjahr T€ 23.062), Abfindungen bzw. Restrukturierungsmaßnahmen (T€ 3.238; Vorjahr T€ 317), Urlaubsansprüche (T€ 2.381; Vorjahr T€ 2.210) und Jubiläumsverpflichtungen (T€ 1.601; Vorjahr T€ 1.417) sowie Berufsgenossenschaftsbeiträge (T€ 468; Vorjahr T€ 452) gebildet.

(7) Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr bzw. aus Konzernverrechnung (Verrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr inkl. Abschlagszahlungen) mit Gesellschaften aus dem HERE International B.V.-Konzern.

Sonstige Verbindlichkeiten von T€ 1.818 (Vorjahr T€ 1.640) resultieren aus Steuern.

Sämtliche Verbindlichkeiten sind unbesichert und haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(1) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse betreffen wie im Vorjahr vollumfänglich Erträge aus Kostenweiterbelastungen an ausländische verbundene Unternehmen im Zusammenhang mit der Erbringung von Konzerndienstleistungen für Forschung und Entwicklung. Die Umsatzerlöse werden daher ausschließlich im Ausland erbracht.

(2) Sonstige betriebliche Erträge

Im Geschäftsjahr 2018 sind unter den sonstigen betrieblichen Erträgen - wie im Vorjahr - keine wesentlichen periodenfremden Erträge enthalten.

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten mit Ausnahme der Erstattung von Kosten im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen von T€ 5.932 (Vorjahr T€ 0) keine Ertragsposten von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung.

Sonstige betriebliche Erträge aus Währungsumrechnungen bestehen in Höhe von T€ 13 (Vorjahr T€ 294).

(3) Personalaufwand

Die Personalaufwendungen betreffen mit T€ 1.647 (Vorjahr T€ 1.596) die Altersversorgung.

Die Personalaufwendungen enthalten mit Ausnahme virtueller aktienoptionsähnlicher Vergütungen von T€ 14.681 (Vorjahr T€ 10.490) und Restrukturierungskosten von T€ 5.932 (Vorjahr T€ 0) sowie Abfindungen von T€ 440 (Vorjahr T€ 948) keine Aufwandsposten von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung.

Die virtuellen aktienoptionsähnlichen Vergütungen betreffen ein so genanntes "Phantom"-Aktienoptionsprogramm, welches für Mitarbeiter der HERE-Gruppe als nicht börsennotiertes Unternehmen aufgelegt wurde.

(4) Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren weder im Vorjahr noch im Berichtsjahr periodenfremde Aufwendungen enthalten.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten - wie im Vorjahr - keine Aufwandsposten von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung.

Sonstige betriebliche Aufwendungen aus Währungsumrechnungen bestehen in Höhe von T€ 130 (Vorjahr T€ 3).

(5) Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen resultieren mit T€ 2 (Vorjahr T€ 0) aus verbundenen Unternehmen.

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen betreffen mit T€ 40 (Vorjahr T€ 39) Zinsen aus der Aufzinsung von Rückstellungen.

Im Vorjahr enthielten die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen periodenfremde Aufwendungen von T€ 55.

(6) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Im Vorjahr beinhalteten die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag periodenfremde Aufwendungen von T€ 4.

(7) Sonstige Steuern

Im Vorjahren waren die sonstigen Steuern in voller Höhe periodenfremd.

Sonstige Angaben

(1) Haftungsverhältnisse

Im Rahmen des Cash-Pools mit der HERE International B.V. haftet jede am Cash-Pool beteiligte Gesellschaft, für die ein abgebendes Konto geführt wird, der Bank, die das Zielkonto führt, für Kontoüberziehungen auf dem Zielkonto neben dem Kreditnehmer als Gesamtschuldner.

Zum 31. Dezember 2018 weist die Cash-Pool-Führerin HERE International B.V. insgesamt ein Guthaben gegenüber der finanzierenden Bank aus. Entsprechend besteht zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2018 auch keine Subsidiärhaftung für die HERE Deutschland GmbH. Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten mussten entsprechend nicht gebildet werden, weil mit einer Inanspruchnahme oder Belastung der Gesellschaft nicht gerechnet werden musste.

(2) Sonstige finanzielle Verpflichtungen / Außerbilanzielle Geschäfte

Bei der HERE Deutschland GmbH bestehen in branchenüblichem Umfang Miet- oder Leasinggeschäfte. Der Vorteil dieser Miet- oder Leasinggeschäfte besteht insbesondere in der geringeren Kapitalbindung. Bei Immobilienmietverträgen ist zudem die Anmietung einem Erwerb vorzuziehen, um im Falle der Beendigung von Leistungsverträgen einzelner Objekte nicht das Verwertungsrisiko der jeweiligen Immobilie tragen zu müssen. Risiken bestehen in der langfristigen Bindung an die jeweiligen Vertragspartner. Ferner besteht ggf. zum Ende der jeweiligen Vertragslaufzeiten das Risiko, dass keine Einigung über die Verlängerung der Verträge erzielt werden kann.

Aus Miet- und Leasingverträgen bestehen nachfolgende sonstige finanzielle Verpflichtungen:

T€
2019 5.533
2020 bis 2023 10.146
  15.679

Zum 31. Dezember 2018 bestehen keine sonstigen finanziellen Verpflichtungen mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.

(3) Verrechnung von Vermögensgegenständen und Schulden (bzgl. der "Deferred Compensation")

31.12.2018 31.12.2017
T€ T€
Anschaffungskosten 917 854
Beizulegender Zeitwert des verrechneten Aktivvermögens 1.093 1.009
Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden 1.093 1.009
Verrechnete Erträge 176 155
Verrechnete Aufwendungen 176 155

(4) Zahl der Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt

2018 2017
Anzahl Anzahl
Vollzeit 948 916
Teilzeit 24 23
  972 939

(5) Gesellschafter / Konzernzugehörigkeit

Über die Alleingesellschafterin HERE Global B.V., Eindhoven/Niederlande, gehört die HERE Deutschland GmbH zum Konzern der HERE International B.V., Eindhoven/Niederlande, und wird in deren Konzernabschluss einbezogen. Die HERE International B.V. ist das Unternehmen, das den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Konzernunternehmen aufstellt, in den unsere Gesellschaft einbezogen wird.

Der Konzernabschluss der HERE International B.V. wird nach Internationalen Rechnungslegungsstandards ("International Financial Reporting Standards" bzw. "IFRS") aufgestellt. Er wird in englischer Sprache in der "Kamer van Koophandel" unter der Nummer 63832690 veröffentlicht werden.

(6) Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen

Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen umfassen den Finanz- bzw. Verrechnungs- sowie den Lieferungs- und Leistungsverkehr mit verschiedenen verbundenen Unternehmen des HERE International B.V.-Konzerns. Außer den Vergütungen für die Geschäftsführung bestehen keine Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Personen. Sämtliche Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen werden zu marktüblichen Bedingungen abgewickelt.

(7) Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Das Honorar des Abschlussprüfers beläuft sich auf T€ 35 und betrifft ausschließlich Prüfungsleistungen.

(8) Geschäftsführung

Zur Geschäftsführung der HERE Deutschland GmbH sind bzw. waren bestellt:

Michael Christoph Bültmann, Erkrath

(Senior Director Government Relations)

Robertus Adrianus Johannes Houben, Helmond/Niederlande

(Director Accounting EMEA)

Stefan Hansen, Hamburg

(Senior Vice President General Manager EMEA)

Peter Kürpick, Darmstadt

(Chief Platform Officer)

(bis zum 31. März 2019)

Dr. Ralf Guido Herrtwich, Gerlingen

(Head of Automotive)

(bis zum 31. Oktober 2018)

Kristina Elisabeth Bohlmann, Berlin

(Senior Vice President Communications & Marketing)

Die Geschäftsführerbezüge belaufen sich im Geschäftsjahr 2018 auf T€ 4.523.

(9) Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung wird der Gesellschafterin vorschlagen, den Jahresüberschuss von T€ 5.611 sowie den Gewinnvortrag von T€ 28.072 auf neue Rechnung vorzutragen.

(10) Nachtragsbericht

Mit Gesellschafterbeschluss vom 28. März 2019 und Wirkung zum 31. März 2019 ist Peter Kürpick als Geschäftsführer abberufen worden.

Mit Schreiben vom 18. Januar 2019 ist eine steuerliche Außenprüfung für die Veranlagungszeiträume von 2014 bis 2016 angeordnet worden. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses liegen noch keine konkreten Prüfungsfeststellungen vor.

Nach Ablauf des Geschäftsjahres 2018 sind darüber hinaus keine Ereignisse eingetreten, die für die Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung sind und zu einer veränderten Beurteilung der wirtschaftlichen Lage der Gesellschaft führen könnten. Somit liegen keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind, vor.

 

Berlin, den 31. Juli 2019

HERE Deutschland GmbH

Die Geschäftsführung

Michael Christoph Bültmann
Robertus Adrianus Johannes Houben
Stefan Hansen
Kristina Elisabeth Bohlmann

Entwicklung des Anlagevermögens

Eine von den gesamten Anschaffungskosten ausgehende Darstellung der Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist nachfolgend wiedergegeben:

Anschaffungskosten
01.01.2018 Zugänge Abgänge 31.12.2018
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
Entgeltlich erworbene Lizenzen 512.820,94 27.030,00 382.950,00 156.900,94
II. Sachanlagen        
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 21.327.837,76 3.045.860,49 1.433.719,67 22.939.978,58
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 282.481,18 1.271.482,57 0,00 1.553.963,75
  21.610.318,94 4.317.343,06 1.433.719,67 24.493.942,33
  22.123.139,88 4.344.373,06 1.816.669,67 24.650.843,27
Abschreibungen
01.01.2018 Zugänge Abgänge 31.12.2018
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
Entgeltlich erworbene Lizenzen 512.820,94 9.010,00 382.950,00 138.880,94
II. Sachanlagen        
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 14.916.998,79 2.785.814,26 1.433.719,67 16.269.093,38
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
  14.916.998,79 2.785.814,26 1.433.719,67 16.269.093,38
  15.429.819,73 2.794.824,26 1.816.669,67 16.407.974,32
Restbuchwerte
31.12.2018 31.12.2017
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
Entgeltlich erworbene Lizenzen 18.020,00 0,00
II. Sachanlagen    
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.670.885,20 6.410.838,97
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.553.963,75 282.481,18
  8.224.848,95 6.693.320,15
  8.242.868,95 6.693.320,15

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2018

I. Grundlagen

Gesellschaftsrechtliche Struktur

Über die Alleingesellschafterin HERE Global B.V., Eindhoven/Niederlande (im Folgenden "HERE Global"), gehört die HERE Deutschland GmbH (im Folgenden "HERE GmbH") zum Konzern der HERE International B.V., Eindhoven/Niederlande (im Folgenden "HERE International").

Der Hauptsitz des HERE International-Konzerns und die Zentrale der Region Europa, Mittlerer Osten und Asien (im Folgenden "EMEA") befindet sich in Eindhoven. Der rechtliche Firmensitz der HERE International ist ebenfalls Eindhoven.

Im Geschäftsjahr 2015 ist das Geschäft für Karten und ortsbezogene Dienste (HERE-Gruppe) der Nokia Oyj, Espoo/Finnland, durch ein Konsortium - bestehend aus den Automobilherstellern Audi AG und BMW Group sowie Daimler AG - übernommen worden. Im Geschäftsjahr 2017 ist dann der Einstieg von der Intel Holdings B.V. - einer Tochtergesellschaft der fIntel Corporation - und der Pioneer Corporation vollzogen worden. Zudem sind seit Beginn des Geschäftsjahres 2018 nunmehr die beiden Automobilzulieferer Robert Bosch GmbH (über ihre Tochtergesellschaft Bosch Investment Nederland B.V.) und Continental AG (über ihre Tochtergesellschaft Continental Automotive Holding Netherlands B.V.) an der HERE-Gruppe beteiligt. Durch den Einstieg weiterer Investoren hat sich weder die gesellschaftsrechtliche Struktur selber, noch die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft geändert; sie wird sich auch durch den möglichen Einstieg weiterer Investoren nicht ändern.

Bereits zu Beginn des Geschäftsjahres 2018 hat die HERE-Gruppe den Kauf der ATS Advanced Telematics Systems GmbH, Berlin (im Folgenden "ATS") abgeschlossen. ATS entwickelt hochsichere "Over-the-Air"-Softwareaktualisierungstechnologie für die Automobilindustrie und vernetze Geräte im Bereich des "Internet of Things" (IoT). Diese Technologie ermöglicht Automobilherstellern und -zulieferern die drahtlose Bereitstellung von Software, Firmware und Datenaktualisierungen für Fahrzeuge und Geräte auf sichere, kostengünstige und skalierbare Weise. Die rund 30 Mitarbeiter der ATS sind im Geschäftsjahr 2018 in die bestehende Organisation der HERE GmbH integriert worden.

Mit Gesellschafterbeschluss vom 10. Oktober 2018 und Wirkung zum Ablauf des 31. Oktober 2018 ist Dr. Ralf Guido Herrtwich als Geschäftsführer abberufen worden. Zudem ist im Geschäftsjahr 2019 inzwischen mit Gesellschafterbeschluss vom 28. März 2019 und Wirkung zum 31. März 2019 Peter Kürpick als Geschäftsführer abberufen worden.

Über das Unternehmen

HERE - Entwickler und Anbieter von cloudbasierten Kartendiensten, Mobilitätsdiensten und ortsbezogener Technologie - ermöglicht vielseitige Echtzeitanwendungen und -lösungen für Endkunden, Fahrzeuge, Unternehmen und Städte. Das Unternehmen vermarktet seine Produkte und Lösungen in unterschiedlichen Industrien. Ein Großteil der weltweit tätigen Mitarbeiter arbeitet in regionalen Field Offices, in denen an der Erfassung der Daten gearbeitet wird.

Organisatorisch ist HERE inzwischen in die Geschäftsbereiche "Applications", "Development" sowie "Mobility" aufgeteilt worden.

Kunden bzw. Absatzmärkte

Im Geschäftsjahr 2018 ist die so genannte "HERE2020-Strategie" weiter fortgesetzt worden. Im Rahmen dieser Strategie entwickelt sich bei der HERE-Gruppe das Geschäftsmodell von einem eher produktbezogenen hin zu einem kundenbezogenen. Eines der wichtigsten Ziele ist dabei die Konzentration auf das Betreiben und die Weiterentwicklung einer weltweit führenden und öffentlich zugänglichen Plattform für ortsbezogene Technologie (HERE Open Location Platform), die zum einen über einen Marketplace für ortsbezogene Daten wertschöpfende Interaktionen zwischen Dritten (Unternehmen und Organisationen, aber auch Individuen) ermöglicht, und zum anderen Plattform-Teilnehmern Technologien und Daten zur Entwicklung und Anreicherung eigener Produkte und Dienste zur Verfügung stellt.

Die Lösungen von HERE sind bei weltweit führenden Automobilherstellern, Versicherungsunternehmen, Internet- und Medienkonzernen, Bezahldiensten, Regierungsbehörden, Telekommunikationsanbietern, Energieversorgern, Transport- und Logistikunternehmen im Einsatz.

Größte Konkurrenten sind Google sowie TomTom, aber auch Apple und OpenStreetMap (bzw. Unternehmen für ortsbezogene Technologien, die Daten von OpenStreetMap nutzen, wie zum Beispiel Mapbox und TeleNav).

Produkte und Dienstleistungen

Wie dargestellt, stehen einzelne Produkte inzwischen weniger im Vordergrund der Geschäftsstrategie als vielmehr die Entwicklung des Unternehmens in ein Plattform-Unternehmen für ortsbezogene Technologie. In diesem Zusammenhang greift die HERE-Gruppe auf bestehende Produkte und Dienstleistungen zurück und entwickelt diese weiter bzw. stellt sie den Geschäftspartnern - wie etwa Software-Entwicklern - zur eigenen Weiterentwicklung zur Verfügung. So ermöglichen verschiedene Software Development Kits (SDKs) den Programmierern, eigene Lösungen zu entwickeln.

Felder, in denen nach Lösungen gesucht wird, werden derzeit speziell im Bereich der Optimierung der Fahrzeugflottennutzung und den Herausforderungen moderner Lieferketten bzw. der Optimierung von Warenströmen sowie der Zunahme alternativer Mobilitätsformen gesehen. Eine generelle Herausforderung birgt zudem das anhaltende globale Bevölkerungswachstum.

Zu den Angeboten der HERE-Gruppe gehören weiterhin digitale Kartendaten für Navigationssysteme, die HERE HD Live Map zur Unterstützung des hochautomatisierten Fahrens, der Echtzeitverkehrsdienst HERE Real-Time Traffic, die Positionierungstechnologie HERE Tracking & Positioning zur exakten Positionsbestimmung von vernetzten Geräten sowie zur Nachverfolgung von Gütern, Geräten und Personen sowohl in Innen- als auch Außenbereichen. Die Smartphone-Applikation HERE WeGo, die kostenlos sowohl im App Store als auch bei Google Play zum Download bereitsteht, gehört ebenfalls dazu.

Standorte

Der deutsche Entwicklungsstandort für Kartensoftware und die Hauptniederlassung der HERE GmbH ist in Berlin. Ein weiterer Standort für die Entwicklung von Kartensoftware und die Hauptniederlassung der Schwestergesellschaft HERE Germany GmbH & Co. KG (im Folgenden "HERE KG") ist in Schwalbach.

Forschung und Entwicklung

Die HERE GmbH selbst fungiert im Wesentlichen als Forschungs- und Entwicklungseinheit innerhalb des HERE International-Konzerns, wobei die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen konzernintern mit einem Aufschlag von der HERE Global erstattet werden.

Im Rahmen eines so genannten "cost plus"-Verfahrens werden der Gesellschaft die entstehenden Kosten, die im Zusammenhang mit der Erstellung digitalen Kartenmaterials anfallen, vor allem durch die HERE Global erstattet (zzgl. eines angemessenen Gewinnaufschlages).

Besondere Ereignisse

Mit Schreiben vom 18. Januar 2019 ist eine steuerliche Außenprüfung betreffend die Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer für die Veranlagungszeiträume 2014 bis 2016 angekündigt worden. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses ist die vorgenannte Prüfung noch nicht abgeschlossen und es liegen auch noch keine Prüfungsfeststellungen vor.

II. Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die deutsche Wirtschaft ist auch im Jahr 2018 weitergewachsen. So ist das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2018 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 1,4 % höher als im Vorjahr. Die deutsche Wirtschaft ist damit das neunte Jahr in Folge gewachsen, das Wachstum hat aber an Schwung verloren. In den beiden vorangegangenen Jahren war das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt jeweils um 2,2 % gestiegen. Eine längerfristige Betrachtung zeigt, dass das deutsche Wirtschaftswachstum im Jahr 2018 über dem Durchschnittswert der letzten zehn Jahre von + 1,3 % liegt.

Auch die Weltwirtschaft wächst seit Ende 2018 deutlich langsamer und stabilisiert sich jetzt auf moderatem Niveau. Im Jahr 2018 ist die Weltwirtschaft nur noch um 3,5 % gewachsen. Eskalierende Handelskonflikte und gefährliche Schwachstellen im Finanzsystem könnten die Weltwirtschaft aber weiter schwächen, indem sie Vertrauen und Investitionen untergraben.

Die Kunden von HERE befinden sich vor allem im Bereich Automotive und umfassen zudem verschiedene Telekommunikationsanbieter.

Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der HERE-Gruppe wird entsprechend sehr stark durch die Lage und die Aussicht des weltweiten Automobilmarkts bestimmt. Weltweit haben sich die Automobilmärkte im Jahr 2018 unterschiedlich entwickelt. Der europäische Pkw-Markt konnte sein hohes Vorjahresniveau halten, die USA verzeichneten sogar ein leichtes Plus. Die Märkte in Brasilien und Russland überzeugten mit kräftigen Wachstumsraten. Indien legte ebenfalls zu. In China gab es erstmals einen Rückgang, allerdings ist das Marktvolumen weiterhin sehr hoch.

Die Entwicklungen im Telekommunikationssektor zeigen sich vor allem beim Absatz im Bereich der Consumer Electronics-Produkte. Der Gesamtmarkt für Consumer Electronics-Produkte ist in Deutschland im Gesamtjahr 2018 insgesamt um 1,4 % gewachsen. Dabei wurde 2018 ein Umsatzvolumen von knapp € 28,2 Mrd. (Vorjahr € 27,6 Mrd.) erreicht. Die Sparte der privat genutzten Telekommunikation konnte mit € 12,3 Mrd. einen Zuwachs von + 12,4 % verzeichnen. Im Segment der privat genutzten IT-Produkte fiel der Umsatzverlust mit einem Minus von - 2,4 % auf € 6,6 Mrd. geringer aus als im Vorjahr. Smartphones generierten nach wie vor einen wesentlichen Anteil der Umsätze im Consumer Electronics-Markt, bei einer stabilen Absatzmenge von 23,0 Mio. Stück (+ 0,3 %). Damit konnte aufgrund der Preisentwicklung aber ein Umsatzplus von + 12,5 % auf knapp € 11,3 Mrd. erzielt werden. Alle drei PC-Sparten verzeichneten auch in 2018 erneut Einbußen beim Absatz. Beim Umsatz lagen die Desktop-PCs bei € 0,8 Mrd. (- 1,9 %) und Notebooks bei € 2,8 Mrd. (- 4,4 %); lediglich bei Tablet-PCs konnten mit € 1,2 Mrd. leichte Zuwächse erzielt werden (+ 0,7 %).

Der Nachrüstermarkt (Aftermarket) im Bereich Automotive verliert weiter bzw. anhaltend an Bedeutung. Aufgrund der Marktsättigung und alternativer Technologien (z.B. Navigation via Smartphone) ist der Bereich der mobilen Navigationsgeräte mit einem Absatzvolumen von 1,1 Mio. Geräten (Vorjahr 1,3 Mio. Stück) weiter stark rückläufig.

Absatz- und Beschaffungspolitik

Hinsichtlich der Absatzpolitik wird auf die Ausführungen in Abschnitt "I. Grundlagen" verwiesen. HERE betreibt in Eindhoven ein so genanntes "Shared Service Center" für die Region EMEA. Dort wurden Standarddienstleistungen im Finanzbereich wie etwa die Debitoren- und Kreditoren-Buchhaltung einschließlich der Abwicklung sämtlicher Banktransaktionen und die Anlagenbuchführung durch die HERE International erbracht. Die Gehaltsabrechnungen werden durch ein externes Dienstleistungsunternehmen in Deutschland erbracht.

Die wesentlichen operativen Kosten resultieren aus Gehaltskosten, Mieten und Raumneben- sowie Fahrzeug- und Reisekosten. Darüber hinaus fallen insbesondere Kosten für die Nutzung von Telekommunikationsdienstleistungen bzw. -daten sowie Rechts- und Beratungskosten an. Sonstige Leistungen werden überwiegend von verbundenen Unternehmen bezogen.

Investitionen

Die Investitionen im Geschäftsjahr 2018 betrafen erneut vor allem Betriebs- und Geschäftsausstattungen am Standort Berlin. Die gesamten Investitionen in das Anlagevermögen betrugen im Geschäftsjahr 2018 T€ 4.344 (Vorjahr T€ 2.757). Das vergleichsweise hohe Investitionsvolumen im Geschäftsjahr 2018 diente vor allem der Verbesserung und Modernisierung der Arbeitsplatzverhältnisse und somit auch der Erhöhung der Attraktivität der HERE GmbH als Arbeitgeber.

Bei der Gesellschaft bestehen in branchenüblichem Umfang Miet- und Leasingverträge, aus denen entsprechend zukünftig finanzielle Verpflichtungen resultieren (rund € 16 Mio.). Diese finanziellen Verpflichtungen resultieren überwiegend aus Immobilienmietverträgen (insbesondere für den Standort in Berlin).

Finanzierung

Innerhalb des HERE International-Konzerns werden Forderungen und Verbindlichkeiten gegen(über) verbundene(n) Unternehmen regelmäßig nicht entsprechend der einzelnen Rechnungsbeträge beglichen. Vielmehr werden - sofern erforderlich - notwendige Finanzmittel den verschiedenen Konzernunternehmen als Abschlagszahlungen zur Verfügung gestellt, oder gegenseitige Forderungen und Verbindlichkeiten werden miteinander verrechnet. Entsprechend haben die Forderungen und Verbindlichkeiten gegen(über) verbundene(n) Unternehmen überwiegend den Charakter von (unverzinslichen) Verrechnungskonten.

Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt im Rahmen dieses Verfahrens und u.a. über das Verrechnungskonto mit dem Hauptgeschäftspartner bzw. der Alleingesellschafterin HERE Global. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2018 ergeben sich auf dem Verrechnungskonto mit der HERE Global Forderungen von T€ 12.977 (Vorjahr T€ 50.804).

Zur Optimierung der gruppenweiten Finanzierungsstruktur war bereits im Vorjahr (2017) bei der Deutsche Bank ein Cash-Pool-System mit der HERE International als Cash-Pool-Führerin eingeführt worden. Zum Bilanzstichtag bestehen auf dem Cash-Pool-Konto der Cash-Pool-Führerin nunmehr Guthaben von T€ 57.251 (Vorjahr T€ 1.858). Der deutliche Rückgang der Forderungen gegen die HERE Global steht entsprechend im Zusammenhang mit der vollständigen Integration des Cash-Pools bzw. der Erhöhung des Cash-Pool-Guthabens im Geschäftsjahr 2018.

Personalbereich

Bereits im Vorjahr (2017) ist ein so genanntes "Phantom"-Aktienoptionsprogramm für die Mitarbeiter der HERE-Gruppe als nicht börsennotiertes Unternehmen aufgelegt worden. Das Programm ist auch im Geschäftsjahr 2018 fortgeführt worden. Die Personalaufwendungen enthalten erneut umfangreiche virtuelle aktienoptionsähnliche Vergütungen von T€ 14.681 (Vorjahr T€ 10.490).

Im Berichtsjahr 2018 sind verschiedene Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet worden, die wiederum im Geschäftsjahr 2019 umgesetzt bzw. abgeschlossen werden sollen. Die Restrukturierungsprogramme betreffen u.a. die generelle Verkleinerung bzw. Verschlankung der Organisationstruktur sowie die Optimierung von Unternehmens- bzw. Geschäftsprozessen. Im Geschäftsjahr 2018 sind in diesem Zusammenhang Restrukturierungsaufwendungen von insgesamt T€ 5.932 angefallen. Die Aufwendungen wurden konzernintern - ohne "mark up" - erstattet und haben entsprechend das Ergebnis nicht belastet.

Die vorgenannten Restrukturierungsmaßnahmen haben im Geschäftsjahr 2018 noch keine Auswirkungen auf die durchschnittliche Mitarbeiterzahl gehabt. Vielmehr ist im Geschäftsjahr 2018 die Geschäftstätigkeit insgesamt ausgeweitet worden und der durchschnittliche Personalbestand hat sich dabei von 939 Mitarbeitern im Vorjahr um 33 auf 972 Mitarbeiter im Berichtsjahr erhöht (nichtfinanzieller Leistungsindikator).

Frauenquote

Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses liegt der Frauenanteil auf Geschäftsführungsebene derzeit bei 25,0 %. Neben drei männlichen Geschäftsführern ist eine Frau in die Geschäftsleitung berufen. In der ersten Führungsebene liegt der Frauenanteil weiterhin bei 60 %. Neben zwei männlichen Prokuristen sind drei Frauen zu Prokuristinnen bestellt worden. Eine Erhebung der unternehmensspezifischen Frauenquote in der zweiten Führungsebene ist bislang noch nicht erfolgt. Insgesamt wird mittelfristig die Erfüllung der gesetzlichen Frauenquote in Führungspositionen von 30 % angestrebt.

Als Maßnahme (u.a. zur Förderung der Frauenquote) wurde bereits im November 2017 bei der HERE-Gruppe ein unternehmensweites Vielfältigkeitsprogramm gestartet. Im Rahmen dieses Programms fördert die HERE-Gruppe faire Einstellungs- und Entwicklungschancen für Frauen und Männer.

Umweltschutz

Bedingt durch die Art der Geschäftstätigkeit und die Tätigkeit in Büros ohne Produktion bestehen keine nennenswerten leistungsbedingten Umweltrisiken. Dennoch wird im kommenden Geschäftsjahr 2019 an Audits und Zertifizierungen hinsichtlich betrieblicher Umweltschutzthemen gearbeitet werden.

Analyse des Geschäftsverlaufs

Die Gesellschaft gehört zum HERE International-Konzern. Die Planung, die Steuerung und das Controlling der Gesellschaft sowie die Ableitung finanzieller und nichtfinanzieller Leistungsindikatoren (so genannte "Key Performance Indicators") erfolgt länderübergreifend für den gesamten HERE International-Konzern und unabhängig von rechtlichen Einzelgesellschaften. Die Gesellschaft erbringt konzerninterne Leistungen und wird entsprechend in Kostenstellen aufgeteilt bzw. anhand der in den einzelnen Kostenstellen anfallenden Kosten gesteuert bzw. überwacht. Die Erlöse werden im Rahmen der Erstellung des Gesamtkonzernabschlusses der HERE International eliminiert und sind entsprechend für die Beurteilung des Geschäftsverlaufes von untergeordneter Bedeutung.

Die Entwicklung in den verschiedenen Kostenstellen der HERE GmbH lag deutlich über den Erwartungen. Entsprechend sind die Umsätze (wesentlicher finanzieller Leistungsindikator) im Geschäftsjahr 2018 auf € 153,0 Mio. (Vorjahr € 143,9 Mio.) deutlich gestiegen und das Jahresergebnis ist mit T€ 5.611 (Vorjahr T€ 5.608) wie erwartet erneut deutlich positiv.

Aufgrund der vertraglichen Beziehungen zur HERE Global ("cost plus"-Verfahren) befindet sich die Gesellschaft in einer guten wirtschaftlichen Gesamtsituation. Inflation und die Entwicklung von Wechselkursen hatten keinen nennenswerten Einfluss auf den Geschäftsverlauf.

Darstellung der Lage der Gesellschaft

Den Investitionen von T€ 4.344 stehen Abschreibungen von T€ 2.795 gegenüber. Aus den Anlagenabgängen des Geschäftsjahres zu Anschaffungskosten von T€ 1.817 wurden keine Buchgewinne oder -verluste erwirtschaftet. Das Anlagevermögen hat daher insgesamt um T€ 1.550 zugenommen. Basierend auf der aktuellen Einschätzung liegen die Buchwerte des Anlagevermögens unterhalb der Verkehrswerte und es bestehen unverändert tendenziell eher stille Reserven bei den bilanzierten Vermögensgegenständen. Entsprechend ist kein Bedarf für außerplanmäßige Abschreibungen ersichtlich. Gemäß der derzeitigen Ausgestaltung des Geschäftsmodells umfasst das Sachanlagevermögen nahezu ausschließlich betriebsnotwendiges Vermögen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen Forderungen aus dem Dienstleistungsvertrag mit der HERE Global sowie kurzfristige Finanzforderungen aus dem Cash-Pool bzw. der Konzernverrechnung. Im Rahmen der Konzernverrechnung werden der Gesellschaft erforderliche Finanzmittel in Form von Abschlagszahlungen zur Verfügung gestellt. Die deutliche Erhöhung der Cash-Pool-Guthaben um T€ +55.393 korrespondiert mit dem Rückgang der Forderungen gegen die HERE Global.

Im Geschäftsjahr 2018 ergab sich ein Jahresüberschuss von T€ 5.611 (Vorjahr T€ 5.608). Die Eigenkapitalquote hat aufgrund der Zunahme der Bilanzsumme dennoch von 44,2 % im Vorjahr auf 41,0 % im Berichtsjahr leicht abgenommen.

Die ausgewiesenen Steuerrückstellungen von T€ 4 betreffen ausschließlich Gewerbesteuer für den Veranlagungszeitraum 2018. Für die Körperschaftsteuer des Veranlagungszeitraums 2018 ergeben sich aufgrund umfangreicher Steuervorauszahlungen Erstattungsansprüche von T€ 2, die unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen werden. Im Vorjahr betrafen die Steuerrückstellungen Körperschaft- und Gewerbesteuer für den Veranlagungszeitraum 2017 sowie die Ergebnisse einer abgeschlossen steuerlichen Außenprüfung. Zudem wurden für den Veranlagungszeitraum 2016 im Vorjahr unter den sonstigen Vermögensgegenständen noch Steuererstattungsansprüche von T€ 192 ausgewiesen.

Die sonstigen Rückstellungen (T€ 42.338; Vorjahr T€ 28.634) betreffen insbesondere den Personalbereich. Die deutliche Erhöhung ist nahezu ausschließlich auf die Zuführungen zu den Rückstellungen für virtuelle aktienoptionsähnliche Vergütungen sowie die Bildung von Rückstellungen für Abfindungen und Restrukturierungsmaßnahmen zurückzuführen.

Die Geschäftstätigkeit der HERE GmbH ist durch einen hohen Personaleinsatz bzw. eine hohe Anzahl von Mitarbeitern geprägt. Die neben den Personalkosten anfallenden wesentlichen Kosten betreffen überwiegend den Verwaltungsbereich; die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten belaufen sich zum Bilanzstichtag auf lediglich T€ 1.812 (Vorjahr T€ 2.204).

Im Geschäftsjahr 2018 haben sich die Umsatzerlöse bzw. die Kostenerstattungen gegenüber dem Vorjahr um T€ 9.153 auf T€ 153.014 erhöht. Die erzielten Umsatzerlöse lagen damit auch über den Erwartungen für das Geschäftsjahr 2018 (€ 148 Mio.). Die Erhöhung der Erlöse korrespondiert insbesondere mit der Erhöhung der Personalaufwendungen. Der erhöhte Personalaufwand resultiert aus dem Anstieg der durchschnittlichen Mitarbeiterzahl sowie Aufwendungen für virtuelle aktienoptionsähnliche Vergütungen, Abfindungen und Restrukturierungsmaßnahmen. Insgesamt liegt die Personalaufwandsquote (im Verhältnis zu den Umsatzerlösen) mit 83,1 % deutlich über dem Niveau des Vorjahres von 77,5 %.

Die hohen sonstigen betrieblichen Erträge und deren Steigerung im Vergleich zum Vorjahr stehen unmittelbar im Zusammenhang mit den vorgenannten Abfindungen und Restrukturierungsaufwendungen, da diese Aufwendungen konzernintern vollständig erstattet worden sind.

Die Materialaufwendungen (T€ 2.698, Vorjahr T€ 4.613) betreffen unverändert Entwicklungskosten und Fremdleistungen sowie Kosten für Zeitarbeitspersonal. Der erneut gesunkene Umfang von Kosten für externe Mitarbeiter bzw. Berater korrespondiert mit der weiteren Ausweitung der eigenen Mitarbeiterzahl und geplanter Kostenreduzierung.

Die Abschreibungen liegen dagegen aufgrund der getätigten Investitionen mit T€ 2.795 über dem Niveau des Vorjahres (T€ 2.678). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen aufgrund der Ausweitung des Geschäftsbetriebes mit T€ 18.103 ebenfalls über dem Niveau des Vorjahres (T€ 16.878).

Nach einem negativen Finanzergebnis von T€ -38 (Vorjahr T€ -90) und Steuern vom Einkommen und vom Ertrag von T€ -2.648 (Vorjahr T€ -2.706) verbleibt ein Jahresüberschuss von T€ 5.611 nach T€ 5.608 im Vorjahr.

Die ausgewiesenen Ertragsteuern betreffen vor allem Körperschaft- und Gewerbesteuer für den Veranlagungszeitraum 2018. Die Steuerquote liegt mit 32,1 % auf dem Niveau des Vorjahres (32,5 %).

Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts ist die wirtschaftliche Lage der HERE Deutschland GmbH aufgrund der Einbindung in den HERE International-Konzern und insbesondere die unverändert bestehenden Vereinbarungen mit der HERE Global weiterhin positiv zu beurteilen.

III. Angaben zum internen Kontroll- und zum Risikomanagementsystem

Im HERE International-Konzern bestehen Risikomanagement- und Überwachungssysteme, in die auch die Gesellschaft eingebunden ist. Ziel des Risikomanagementsystems ist es, den wirtschaftlichen Erfolg des Gesamtkonzerns sicherzustellen und etwaige entwicklungsbeeinträchtigende Tatsachen oder bestandsgefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Ein wesentlicher Teil des Risikomanagementsystems ist eine detaillierte Finanz- und Budgetplanung zu Beginn des Geschäftsjahres für die verschiedenen Kostenstellen des Gesamtkonzerns. Die Planung wird im Rahmen einer fortlaufenden Planung ("Forecast") an die Änderungen in der Geschäftstätigkeit sowie der Branchenentwicklung und Entwicklung des wirtschaftlichen Umfeldes angepasst. Ferner werden im Rahmen der monatlichen Berichterstattung die Abweichungen zu den Planzahlen analysiert, um mögliche Risiken in den einzelnen Kostenstellen frühzeitig zu erkennen. Bedeutende Investitionen werden im Rahmen eines Genehmigungsverfahrens zunächst beantragt und anschließend genehmigt. Etwaige Liquiditätsrisiken werden im Rahmen der fortlaufenden Finanzplanung frühzeitig erkannt und durch entsprechende Finanzierungsmaßnahmen minimiert.

IV. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1. Chancen der zukünftigen Entwicklung

Das Geschäftsfeld von cloudbasierten Kartendiensten, Mobilitätsdiensten und ortsbezogener Technologie, in dem die Gesellschaft tätig ist, eröffnet gute Chancen für die zukünftige Entwicklung. Die nachfolgend dargestellten Chancen werden entsprechend einem absteigenden Grad (etwaiger positiver) finanzieller Auswirkungen aufgeführt.

Mit dem Schritt zum Erwerb der HERE-Gruppe hat das Konsortium aus den drei Automobilherstellern Audi AG und BMW Group sowie Daimler AG die Verfügbarkeit der Produkte und Dienstleistungen von HERE als offene, unabhängige und wertschaffende Plattform von cloudbasierten Kartendiensten, Mobilitätsdiensten und ortsbezogener Technologie dauerhaft gesichert. Die digitalen Karten der HERE-Gruppe schaffen die Grundlage für die nächste Generation der Mobilität und ortsbezogener Dienste. Sie bilden die Basis für neue Fahrassistenzsysteme bis hin zum vollautomatisierten Fahren. Dabei werden hochpräzise digitale Karten mit Echtzeit-Fahrzeugdaten verbunden, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und innovative Produkte und Dienstleistungen zu ermöglichen.

Im Geschäftsjahr 2019 ist inzwischen mit HERE Navigation On Demand die weltweit erste Software als eine Service-Navigationslösung für Fahrzeuge angekündigt worden, die die Vorzüge von On-Board-Navigation mit dem flexiblen Nutzererlebnis einer mobilen Navigationsanwendung kombiniert. Das Zusammenspiel aus Sprachsteuerung und immer aktuellen Verkehrsdaten soll die Wettbewerbsfähigkeit in dem - durch lange Produktzyklen geprägten - Automotive-Bereich dauerhaft verbessern.

Das Konsortium ist durch den Erwerb der HERE-Gruppe in der Lage, maßgeblich an der Weiterentwicklung der Standards für Karten und Mobilitätsdienste mitzuwirken. Die explizite Strategie des Konsortiums, weitere Investoren an HERE zu beteiligen und die eigenen Anteile von ursprünglich jeweils 33,3 % an HERE sukzessive zu reduzieren, wurde weiterverfolgt. So waren bereits im Geschäftsjahr 2017 als weitere strategische Partner die Intel Corporation und die Pioneer Corporation sowie im Geschäftsjahr 2018 die Robert Bosch GmbH und die Continental AG in das Konsortium eingestiegen. Im Geschäftsjahr 2018 sind zudem Geschäftspartnerschaften mit u.a. Amazon Web Services, Inc. sowie einer Vielzahl weiterer Industrie- und Technologiekonzerne eingegangen bzw. erweitert worden.

Diese Entwicklung zeigt, dass die Relevanz von ortsbezogener Technologie und der Anwendungen von digitalen Echtzeitdaten und hoch präzisen und aktuellen HD Karten über die bereits bekannten Anwendungsbereiche und Industrien hinausgeht. In einer Welt, in der zunehmend alles und jeder stets miteinander oder der sogenannten "cloud" verbunden ist, können Produkte und Dienste, die sich ortsbezogener Technologie bedienen, einen wesentlichen Beitrag zu dem Bereich leisten, der heute allgemeinhin als "Internet der Dinge" bekannt ist. Die weitere Suche nach Investoren soll sich entsprechend auch weiterhin ausdrücklich nicht auf Automobilhersteller beschränken und auch in Zukunft weiter vorangetrieben werden. Wachstumsmöglichkeiten bestehen weiterhin im Bereich "Transport & Logistics" insbesondere bei dem so genannten "asset tracking" und der Drohnen-Technologie (z.B. Transportdrohnen).

Im Segment "Automotive" bestehen die wesentlichen Chancen der zukünftigen Entwicklung darin, dass Fahrzeuge noch stärker vernetzt und "online" werden und daher verstärkt von Echtzeit-Daten Gebrauch machen können. Dies betrifft nicht nur Verkehrsdaten, sondern auch aktuelle Informationen über Routen (z.B. Baustellen und regelmäßige Aktualisierungen), Kraftstoffpreise und verbesserte Suchfunktionen (für z.B. Restaurants und Hotels einschließlich vorhandener Kundenbewertungen).

Darüber hinaus bestehen im Segment "Automotive" sehr gute Vermarktungschancen, die das autonome Fahren betreffen. Die Entwicklung in Richtung des autonomen Fahrens gilt als mitentscheidend für die Zukunft der Mobilität. Nahezu sämtliche Automobilhersteller setzen auf das autonome Fahren, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und Staus zu vermeiden. Vor allem gewinnen Fahrer zusätzliche Zeit, die sie bisher konzentriert am Steuer verbracht haben. Als Voraussetzung für das autonome Fahren wird gerade exaktes Kartenmaterial, wie es von HERE entwickelt wird, angesehen. So lässt sich ohne den Detaillierungsgrad, den das Kartenmaterial von HERE bietet, autonomes Fahren nicht realisieren.

Im Geschäftsjahr 2018 hat die HERE-Gruppe die Micello, Inc. übernommen. Diese Softwarefirma betreibt eine Plattform zur Erstellung, Bearbeitung und Veröffentlichung von Innenraumkarten (z.B. Flughäfen, Einkaufszentren und Veranstaltungsgebäuden).

Um die Anzahl von Entwicklern und Anwendern zu erhöhen, wurde im Geschäftsjahr 2018 ein neues Preismodell für Entwickler mit einer umfassenden Freemium-Option eingeführt. Mit ihr haben Entwickler ab sofort kostenlosen Zugang zu einem umfangreichen Satz an Programmierschnittstelle bzw. Application Programming Interface (APIs) und Software Development Kits (SDKs) für kartenbasierte und ortsbezogene Anwendungen. Darüber hinaus ist im Geschäftsjahr 2018 auch die Einführung von HERE XYZ erfolgt. Dabei handelt es sich um einen Dienst zum Verwalten von ortsbezogenen Daten in Echtzeit. Der Dienst füllt eine Lücke für Kartenhersteller und Entwickler standortbezogener Anwendungen. HERE XYZ ist für eine große Bandbreite von Entwicklern und Anwendern konzipiert - von Studenten bis hin zu Unternehmen unterschiedlicher Größe, Datenjournalisten und Kartographen. Darüber hinaus können Gelegenheitsnutzer mit HERE XYZ schnell einfache Karten erstellen, ohne über Programmierkenntnisse verfügen zu müssen.

In Deutschland wird die Konzernstrategie durch die Bündelung der Aktivitäten rund um die in Berlin ansässige HERE GmbH umgesetzt. Zudem wird weiterhin in allen Bereichen zwischen der HERE GmbH und der Schwestergesellschaft HERE KG (sowie ihrer Tochtergesellschaften) intensiv zusammengearbeitet.

Insgesamt ist nach Einschätzung der Geschäftsführung die Chancenlage positiv zu beurteilen.

2. Risiken der zukünftigen Entwicklung sowie Einschätzung zum Gesamtbild der Risikolage

Das Geschäftsfeld der Karten- und Mobilitätsdienste ist verschiedenen Risiken ausgesetzt, die auch die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen könnten. Die nachfolgend dargestellten Risiken werden entsprechend einem absteigenden Grad (etwaiger negativer) finanzieller Auswirkungen vor Risikobegrenzungsmaßnahmen aufgeführt.

Bei HERE besteht das Hauptrisiko darin, ausreichende Einnahmequellen aus den Karten und Mobilitätsdiensten und der Vermarktung von Navigationssoftware zu generieren. So könnte das Serviceangebot möglicherweise nicht wettbewerbsfähig sein, oder ein anderer Marktteilnehmer kann in Zukunft ein wettbewerbsfähigeres neues Angebot anbieten, oder es können neue, effizientere oder kostengünstigere Wege zur Erstellung von Karteninhalten eingeführt werden. In diesem Zusammenhang wäre es auch denkbar, dass HERE nicht in der Lage ist, erfolgreiche offene standortbasierte Plattformen wie die HERE Open Location Platform und HERE Mobility Open Marketplace weiterzuentwickeln, wenn andere konkurrierende ortsbezogene Plattformen von Kunden und Verbrauchern bevorzugt werden. Zudem könnten auch die Preise, die die Kunden für solche Dienstleistungen und Produkte zu zahlen bereit sind, sinken.

Als weiteres Risiko wird im HERE International-Konzern die nach wie vor bestehende Abhängigkeit von der Automobilindustrie bzw. den Entwicklungen in dieser Branche gesehen. Die Erwartungen an die Entwicklung der Automobilindustrie sind aufgrund der schwachen Absatzentwicklung bei Neufahrzeugen derzeit sehr verhalten. Gründe für die unbefriedigende Absatzentwicklung sind u.a. technische Vorgaben der so genannten "Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedures" sowie das - aufgrund von Androhung und Verhängung von Strafzöllen durch die USA - angespannte volkswirtschaftliche Umfeld. Weltweit ist zudem die Entwicklung und Vermarktung von Elektroautos stärker in den Fokus gerückt. Dies hat dafür gesorgt, dass der Bereich des autonomen Fahrens etwas an Bedeutung eingebüßt hat.

Des Weiteren steht die HERE-Gruppe in intensivem Wettbewerb mit mehreren globalen und lokalen Unternehmen mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen (insbesondere dem amerikanischen Internet-Suchmaschinenanbieter Google LLC.). So sind mit Android Auto und Apple CarPlay inzwischen alternative Lösungen für die Verbindung mit Infotainment-Systemen bei Kraftfahrzeugen verfügbar.

Da die Gesellschaft vor allem Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für den HERE International-Konzern erbringt, hätte eine negative Entwicklung des Gesamtkonzerns unmittelbare Folgen für die Gesellschaft. Basierend auf der Gesamtkonzern-Strategie wird diesbezüglich derzeit jedoch von einer geringen Eintrittswahrscheinlichkeit ausgegangen.

Für die Entwicklung bei HERE wird von entscheidender Bedeutung sein, auf Marktveränderungen und Änderungen im Wettbewerbsumfeld rechtzeitig und erfolgreich zu reagieren. So wird es für HERE erforderlich sein, dauerhaft "am Puls der Zeit zu bleiben" und die Innovationsgeschwindigkeit und die Geschwindigkeit bei der Produktentwicklung zu erhöhen sowie diese neuen Ideen und Dienstleistungen zeitnah auf dem Markt einzuführen.

Hinsichtlich der Einschätzung des Risikograds ist auf die starke Einbindung in den HERE International-Konzern hinzuweisen. So werden die Risiken aus der hohen Abhängigkeit durch den Vertrag mit der HERE Global bestimmt und gleichzeitig begrenzt ("cost plus"-Verfahren).

Insgesamt sind nach Einschätzung der Geschäftsführung die finanziellen Auswirkungen der Risiken derzeit durch die Einbindung in den HERE International-Konzern sowie die strategische Allianz des ursprünglichen Konsortiums aus den drei Automobilherstellern Audi AG und BMW AG sowie Daimler AG und den verschiedenen neuen Investoren sowie der Vielzahl namhafter Geschäftspartner begrenzt und die Gesamtrisikolage daher überschaubar.

Entwicklungen, die für den Bestand der Gesellschaft gefährdend sein könnten oder geeignet sind, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachhaltig und wesentlich zu beeinträchtigen, sind gegenwärtig nicht zu erkennen.

3. Voraussichtliche Entwicklung

Bei der durchschnittlichen Mitarbeiterzahl wird trotz der bereits im Geschäftsjahr 2018 eingeleiteten bzw. beschlossenen Restrukturierungsmaßnahmen für das kommende Geschäftsjahr 2019 nicht erwartet, dass sich der Personalbestand erheblich verändern wird. Auf Basis der Planung werden im Geschäftsjahr 2019 die Umsatzerlöse auf voraussichtlich € 143 Mio. im Vergleich zum Geschäftsjahr 2018 leicht zurückgehen. Bedingt durch die "cost plus"-Vereinbarung mit der HERE Global wird dabei dennoch auch im Geschäftsjahr 2019 wieder ein deutlich positives Ergebnis erwartet, welches dann aber voraussichtlich leicht unter dem Niveau des Vorjahres liegen wird.

Die tatsächlichen Ergebnisse können jedoch von der Erwartung über die voraussichtliche Entwicklung abweichen.

 

Berlin, 31. Juli 2019

HERE Deutschland GmbH

Die Geschäftsführung

Michael Christoph Bültmann
Robertus Adrianus Johannes Houben
Stefan Hansen
Kristina Elisabeth Bohlmann

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

An die HERE Deutschland GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der HERE Deutschland GmbH, Berlin - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2018 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der HERE Deutschland GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die im Abschnitt "Frauenquote" im Lagebericht enthalten ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2018 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2018 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (I DW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote).

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

- wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

- anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen.

Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzes-entsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 31. Juli 2019

KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

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