Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 146666
Eingetragen
17.12.2012
Branche
Forschung und Entwicklung im Bereich BiotechnologieHerstellung von Bestrahlungs- und Elektrotherapiegeräten und elektromedizinischen GerätenForschung und Entwicklung im Bereich Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie im Bereich Sprach-, Kultur- und Kunstwissenschaften
Gegenstand
Die Forschung und Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von Systemen, Software und Geräten zur Erfassung und Analyse von Daten über die sexuelle und reproduktive Gesundheit und das Wohlbefinden von Frauen sowie die Bereitstellung von Bildungsinhalten und die Erbringung von Dienstleistungen, die mit den vorgenannten Bereichen in Zusammenhang stehen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Rhiannon Holly White
seit 24.10.2024
Geschäftsführer
Bálint Árpád Veres
seit 10.6.2024
Prokura
Sarah Ottawa
seit 24.10.2023
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (14)

Ungelöste Beteiligungen (23)

Gesellschafter
Beta

5 von 51 Anteilseignern sichtbar

Name
Ort
Anteil
USV BioWink A, LLC
United States
17.55%
Balderton Capital VII S.L.P.
Luxembourg
14.23%
Nokia Growth Partners III, L.P.
United States
12.16%
Esprit Nominees Limited
United Kingdom
10.04%
Direktös UG (haftungsbeschränkt)
Germany
6.38%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

BioWink GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

5 Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

Wir haben dem Jahresabschluss und dem Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023 der BioWink GmbH, Berlin, in der Fassung der Anlagen 1 - 4 den folgenden unter dem 21. Juni 2024 unterzeichneten, uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt:

"Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die BioWink GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der BioWink GmbH, Berlin - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der BioWink GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

I. Allgemeine Angaben zum Unternehmen

Die BioWink GmbH mit Sitz in Berlin ist beim Handelsregister des Amtsgerichts Berlin (Charlottenburg) unter der HRB 146666 B eingetragen.

II. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches über die Rechnungslegung von Kapitalgesellschaften, den ergänzenden Vorschriften des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung sowie den Regelungen des Gesellschaftsvertrags aufgestellt.

Auf die Rechnungslegung der Gesellschaft finden die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB Anwendung.

Der Jahresabschluss wurde unter der Going-Concern-Prämisse aufgestellt. Gemäß der von der Geschäftsführung aufgestellten Planung der Gesellschaft wird diese bis voraussichtlich Anfang 2026 Verluste erwirtschaften, welche jedoch durch die vorhandene Liquiditätsreserve gedeckt sind. Aufgrund der in 2023 durchgeführten Finanzierungsrunde, bei der die Gesellschaft 8,9 Mio. Euro von bestehenden und neuen Investoren und Crowd-Investoren durch Einzahlung in die Kapitalrücklage erhielt, verfügt die Gesellschaft gemäß der Planung bis mindestens Ende 2025 über ausreichende liquide Mittel, sodass sich keine Finanzierungslücke ergeben wird. Zu den finanzwirtschaftlichen Risiken verweisen wir auf die Ausführungen im Lagebericht, Abschnitt 3.2.4.

III. Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der generellen Ansatzvorschriften der §§ 246-251 HGB sowie unter Berücksichtigung der besonderen Ansatzvorschriften für Kapitalgesellschaften, §§ 268-274, §§ 276-277 HGB, und unter Beachtung der generellen Bewertungsvorschriften der §§ 252-256a HGB aufgestellt.

Auf die Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung finden die Vorschriften der §§ 265, 266 und § 275 HGB sowie § 42 GmbHG Anwendung. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird entsprechend dem Gesamtkostenverfahren dargestellt.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr unverändert beibehalten.

Anlagevermögen

Das Aktivierungswahlrecht für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wird dahingehend ausgeübt, dass diese mit den bei deren Entwicklung anfallenden Herstellungskosten bewertet werden. Die Herstellungskosten wurden gemäß § 255 Abs. 2 Satz 2 i. V. m. 2a HGB bewertet, wobei Materialeinzel- und Materialgemeinkosten mangels Anfall nicht angesetzt wurden. Nach Betriebsbereitschaft werden die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von fünf bis sechs Jahren abgeschrieben.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, abgeschrieben. Dabei werden entgeltlich erworbene EDV-Programme über eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von drei bis zehn Jahren abgeschrieben. Eine Ausnahme bilden die EDV-Programme mit Anschaffungskosten unter EUR 250,00; diese werden sofort in voller Höhe aufwandswirksam erfasst.

Sachanlagen sind grundsätzlich mit den Anschaffungskosten einschließlich Nebenkosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen linear unter der Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern von eins bis 23 Jahren.

In Bezug auf die Bilanzierung geringwertiger Wirtschaftsgüter werden Anschaffungs- oder Herstellungskosten von abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, die einer selbständigen Nutzung fähig sind, im Geschäftsjahr der Anschaffung in voller Höhe als Aufwand erfasst, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten für das einzelne Wirtschaftsgut EUR 250,00 nicht übersteigen. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten von mehr als EUR 250,00 und nicht mehr als EUR 800,00 sind unter Angabe des Tages der Anschaffung sowie der Anschaffungskosten in das Anlagenverzeichnis aufgenommen, gleichzeitig in voller Höhe abgeschrieben und fiktiv als Abgang erfasst worden (Abgangsfiktion).

Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen, um die Vermögensgegenstände des Anlagevermögens mit dem niedrigeren beizulegenden Wert anzusetzen.

Umlaufvermögen

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Uneinbringliche Forderungen wurden abgeschrieben.

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden zum jeweiligen Tageskurs eingebucht. Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, sind mit dem Devissenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Gewinne und Verluste aus der Umrechnung von Fremdwährungsgeschäften sind erfolgswirksam erfasst und in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert unter dem Posten "sonstige betriebliche Erträge" bzw. "sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen.

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert angesetzt.

Rechnungsabgrenzungsposten

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Latente Steuern

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet. Die Aktivierung eines Überhangs latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts.

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen umfassen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen sowie, soweit einschlägig, drohende Verluste und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages anzusetzen. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden Marktzinssatz abzuzinsen.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind zu ihren Erfüllungsbeträgen ausgewiesen.

Rechnungsabgrenzungsposten

Als passive Rechnungsabgrenzungsposten sind Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie einen Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

IV. Erläuterungen zu Bilanzposten

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.

Der ausschüttungsgesperrte Gesamtbetrag von EUR 5.130.335,68 resultiert aus der Aktivierung der selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Posten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von EUR 48.389,91 (Vorjahr: EUR 48.389,91).

Latente Steuern

Zum Bilanzstichtag decken die aktiven latenten Steuern die passiven latenten Steuern (Gesamtdifferenzenbetrachtung). Die Gesellschaft macht von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB dahingehend Gebrauch, dass insgesamt kein Ausweis latenter Steuern in der Bilanz erfolgt. Die ermittelten aktiven und passiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus einem sich ergebenen steuerlichen Verlustvortrag und aktivierten, selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen. Die Berechnung der Steuerlatenzen wurde mit einem Steuersatz von 14,35 % für Gewerbesteuer und 15,825 % für Körperschaftsteuer vorgenommen. Der Steuersatz beläuft sich auf 30,18%.

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital beträgt EUR 164.502,00 und hat sich gegenüber dem Vorjahr erhöht (Vorjahr: EUR 138.046,00). Die Gesellschaft hält zum Bilanzstichtag eigene Anteile in Höhe von EUR 3.157,00. Im Geschäftsjahr wurden liquide Mittel in Höhe von EUR 8.889.508,03 in die sonstige Kapitalrücklage eingestellt.

In Höhe der aktivierten selbst geschaffenen Vermögensgegenstände abzüglich der auf sie entfallenden passiven latenten besteht gemäß § 268 Abs. 8 HGB eine Ausschüttungssperre in Höhe von EUR 5.130.335,68. Dies bedeutet, dass Bilanzgewinne und/oder Rücklagen aus dem Eigenkapital nur insoweit an Gesellschafter ausgeschüttet werden dürfen, als ein frei für Ausschüttungen zur Verfügung stehendes Eigenkapital vorhanden ist.

Rückstellungen

Die Sonstigen Rückstellungen belaufen sich auf EUR 360.865,79 (Vorjahr: EUR 371.202,87) und bestehen im Wesentlichen aus Rückstellungen für:

in EUR 31.12.2023 31.12.2022
Resturlaub 255.919,00 263.204,17
Ausstehende Rechnungen 26.846,79 9.275,80
Jahresabschlusserstellung und -prüfung 47.000,00 26.400,00
Rückbauverpflichtung 30.000,00 30.000,00
Sabbatical 0,00 29.374,27

Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeit der Verbindlichkeiten liegt wie im Vorjahr vollständig innerhalb des nächsten Jahres. In den sonstigen Verbindlichkeiten sind solche gegenüber Gesellschaftern in Höhe von EUR 1.692,71 (Vorjahr: TEUR 2).

V. Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse

Eventualverbindlichkeiten oder andere nicht aus der Bilanz ersichtliche Haftungsverhältnisse i. S. d. § 251 HGB lagen zum Bilanzstichtag nicht vor.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen belaufen sich auf TEUR 2.718 (Vorjahr TEUR 2.804). Die Fälligkeiten betragen 1 bis 8 Jahre. Weiterhin bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen für Miet- und Leasingverträge in Höhe von TEUR 369 (Vorjahr TEUR 443), davon sind TEUR 158 in 2024 zu leisten.

Wie unter dem Abschnitt "Mitarbeiterbeteiligungsprogramm" weiter unten dargestellt, hat die Gesellschaft ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm aufgelegt. Die sich gegeben falls daraus ergebenden, zukünftigen Zahlungsverpflichtungen sind nach aktuellem Kenntnisstand nicht abschließend ermittelbar.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Fristigkeit 31.12.2023 31.12.2022
Investitionstätigkeiten 1 Jahr bis 8 Jahre EUR 2.717.850,00 EUR 2.803.738,32
Miet- und Leasingverträge 1 bis 3 Jahre EUR 369.270,50 EUR 442.787,17
Accelerator Programm 1 Jahr EUR 0,00 EUR 34.550,85
Summe EUR 3.086.120,50 EUR 3.281.076,34

Forschungs- und Entwicklungskosten

Im Geschäftsjahr 2023 fielen insgesamt Aufwendungen in Höhe von TEUR 6.421 für Forschung und Entwicklung an (Vorjahr: TEUR 7.199), davon TEUR 1.864 für aktivierte Eigenleistungen und TEUR 135 für aktivierte Fremdleistungen von Dritten (Vorjahr: TEUR 2.927 und TEUR 638).

Die Abschreibung auf selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände betrug TEUR 157 (Vorjahr: TEUR 1.534). Die Forschungs- und Entwicklungskosten beinhalten im Wesentlichen Personalkosten der Bereiche Product Development, Quality and Regulatory und Science.

Mitarbeiterbeteiligungsprogramm

Die Gesellschaft verfügt seit dem Jahr 2015 über ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm (ESOP - Employee Share Option Plan), um Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden und am Erfolg zu beteiligen. Das Programm ist grundsätzlich so ausgestaltet, dass bezugsberechtigte Mitarbeiter Optionen erhalten, die sie zu einem zukünftigen Zeitpunkt zum Strike Price gegen echte Anteile an der Gesellschaft tauschen können. Es ist neben einem 1-Jahres-Cliff ein vierjähriger Vesting-Zeitraum vereinbart. Die Gesellschaft geht nicht davon aus, dass es in naher Zukunft zu einem Exit-Event kommen wird. Eine Rückstellung für die zukünftigen Verpflichtungen aus dem ESOP zum 31.12.2023 wurde wie im Vorjahr aufgrund des Mangels der Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme nicht angesetzt.

Arbeitnehmer

Die Gesellschaft beschäftigte im Durchschnitt 94 Mitarbeitende im Berichtsjahr (Vorjahr: 117 Mitarbeitende). Die Arbeitnehmenden entfallen dabei auf folgende Bereiche der Gesellschaft:

Product & Development 55
Quality & Regulatory 5
Science 6
Growth & Brand Marketing 12
Operations & Finance 16

Geschäftsführung

Geschäftsführer der Gesellschaft waren im Geschäftsjahr:

Familienname Vorname
Tsang Audrey Informatikerin, operative Geschäftsführerin
Walter Caryl Juristin, operative Geschäftsführerin, bis 24.10.2023

Ein gesetzliches Aufsichtsorgan existiert nicht.

Hinsichtlich der Angabe der Bezüge der Geschäftsführung wird die Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch genommen.

VI. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag

Im Januar 2024 wurden 43 Mitarbeiterverträge zu April 2024 gekündigt. Grund dafür war eine Entscheidung der Geschäftsführung sowie des Beirats, die Kosten weiter zu senken, um das Risiko auf weitere externe Finanzierungen angewiesen, weitestgehend zu vermeiden. Die laufenden Aufwendungen für Personal werden voraussichtlich um ca. 40% sinken.

Unterschrift der Geschäftsführung

 

Berlin, 21.06.2024

Audrey Tsang

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1. Grundlegende Informationen über das Unternehmen

1.1 Allgemeines und Geschäftsmodell

Die BioWink GmbH (im Folgenden: "BioWink" oder "Clue" oder "die Gesellschaft") wurde im Dezember 2012 gegründet, eingetragen im Handelsregister B Berlin Charlottenburg unter HRB 146666 B mit Sitz in der Adalbertstraße 7-8, 10999 Berlin.

Seit der Unternehmensgründung verfolgt BioWink das Ziel, Frauen und Personen mit Zyklus darin zu bestärken, im Einklang mit und nicht wider ihrer Biologie zu leben. Durch ihren Beitrag zur Forschung in den Bereichen Reproduktions- und Menstruationsgesundheit sowie durch das Begleiten von Frauen und Personen mit Zyklus durch ihren reproduktiven Lebensabschnitt unterstützt sie ihre Nutzer:innen, ihren Zyklus, ihren Körper und ihre Gesundheit zu verstehen. BioWink und ihre Gründerin Ida Tin haben den Begriff Femtech (Digitale Frauengesundheit) ins Leben gerufen, als Wortmarke geschützt und entscheidend mitgeprägt.

BioWink entwickelt und betreibt unter der Marke Clue eine Mobil-Applikation (im Folgenden: "App") für Privatpersonen, mittels derer die Nutzer:innen in einem Zykluskalender ihre Periode und andere gesundheitliche Datenpunkte erfassen und nachverfolgen können.

Die App wurde 2013 firmenintern entwickelt und weltweit gelauncht. Sie wird aktuell in 195 Ländern in über 20 Sprachen über die jeweiligen Apple App Stores oder Google Play Stores angeboten.

Ein weiterer Bereich ist das Betreiben der Internetpräsenz helloclue.com, die primär das Ziel hat, den LeserInnen fundiertes Wissen rund um den Menstruationszyklus kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Das Geschäftsmodell der BioWink basiert auf einem appbasierten Abonnenten-Service: Sobald sich Nutzer:innen für ein Abonnement, das über den Google Play Store oder den Appstore abgeschlossen wird, entscheiden, erhalten sie für eine monatliche oder jährliche Zahlung Zugang zu weiteren Produktanwendungen. Diese unterstützen Abonnenten ihren Körper und die weibliche Gesundheit besser zu verstehen. So erhalten Abonnenten erweiterte Menstruationsvorhersagen, Analysen von wiederkehrenden Mustern, eine Begleitung durch die Schwangerschaft, Unterstützung beim Konzipieren, einen Zyklusbericht per E-Mail sowie sorgfältig zusammengestellte Inhalte zum Lesen.

Des Weiteren agiert die Gesellschaft seit 2023 auch im B2B-Bereich. Seit Oktober 2023 besteht eine Zusammenarbeit mit Gympass, einem globalen Anbieter von Mitarbeitervergünstigungen, indem die Clue App für die Gympass User:innen angeboten wird. Die Vergütung erfolgt nach User-Engagement. Darüber hinaus hat die Gesellschaft auch eine Kooperation mit Oura abgeschlossen, indem BioWink einen Umsatzanteil der durch die Clue App verkauften Oura-Ringe erhält.

1.2 Forschung und Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2023 fielen insgesamt Aufwendungen in Höhe von TEUR 6.421 für Forschung und Entwicklung an (Vj.: TEUR 7.199), davon TEUR 1.864 für aktivierte Eigenleistungen und TEUR 135 für aktivierte Fremdleistungen (Vj.: TEUR 2.927 und TEUR 638). Die Abschreibungen auf selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände betrug TEUR 673 (Vj.: TEUR 1.534). Die Forschungs- und Entwicklungskosten beinhalten im Wesentlichen Personalkosten der Bereiche Product Development (72 FTE), Quality and Regulatory (8 FTE) und Science (8 FTE).

Die aktivierten Entwicklungskosten entsprechen 31,14% der gesamten Forschung- und Entwicklungskosten (Vj.: 49,53%). Die aktivierten Personalkosten entsprechen 19,94% der gesamten Personalkosten (Vj.: 29,58%). Da es sich bei der Software- und Produktentwicklung um einen agilen Ansatz handelt, kann eine verbindliche quantifizierte Aufteilung in die Bereiche Forschung und Entwicklung sowie Wartung und Pflege der jeweiligen Systeme nicht ex-ante, sondern nur nachträglich vorgenommen werden.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die wirtschaftliche Entwicklung war im Jahr 2023 weiterhin bruchgefährdet. In Deutschland gab es einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 0,3% im Vergleich zum Jahr 2022, wo ein niedriges Wachstum von 1,8% erwirtschaftet wurde 1.

Im Geschäftsjahr 2023 erwies es sich für Unternehmen sehr schwierig, Wagniskapital zu sichern 2.

Entgegen der weltwirtschaftlichen Entwicklung gewinnt die Femtech Branche (Digitale Frauengesundheit) weiter an Bedeutung. Diese Branche bietet Lösungen im Bereich der gesundheitlichen Versorgung bei spezifisch weiblichen Themen wie der Gesundheit von Müttern, dem Menstruationszyklus, der Beckenboden- und Sexualgesundheit, Fruchtbarkeit, Menopause und Verhütung, sowie für Erkrankungen, die Frauen überproportional betreffen (Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen). Obwohl das Bewusstsein und die Nachfrage für Femtech Produkte über die letzten Jahre zugenommen haben 3 , und auch die Investitionen von Wagniskapital ist in digitalen Gesundheitsprodukte laut Vorhersage um 13% gewachsen sind im Vergleich zu 2022 4 , fließen noch immer nur ein Bruchteil aller im digitalen Gesundheitsbereich getätigten Investitionen speziell in diese Branche 5.

1 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_019_811
2 https://carta.com/blog/state-of-private-markets-q4-2023/
3 https://www.forbes.com/sites/forbestechcouncil/2023/12/21/the-growth-of-femtech-separating-hype-from-facts/
4 https://dealroom.co/guides/femtech

5 https://www.cnbc.com/2023/06/12/a-subsection-of-tech-is-set-to-be-worth-1-trillion-but-taboos-are-holding-it-back.html

. Zudem wurden nur ca. 2% aller Investitionen Unternehmen zugesichert, die von Frauen gegründet worden sind 6.

Da das Thema Frauengesundheit trotz des Trends noch stark unterrepräsentiert ist, erwartet der Markt eine starke Zunahme. Die Femtech Industrie wird für 2022 auf $51 Milliarden bewertet und es wird ein Wachstum auf $177 Milliarden bis 2032 geschätzt 7. Auch die Nachfrage und Akzeptanz für zahlungspflichtige Consumer Subscriptions (Digitale app-basierte Abonnements) nimmt weiter zu. 8 So wird für die Jahre 2023-2027 das Marktwachstum von Verbraucherabonnement-Unternehmen im Bereich digitale Gesundheit auf 25% geschätzt. 9

2.2. Geschäftsverlauf

Die Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr ist im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Produkts, der Steigerung der Abonnentenzahlen und der erfolgreich durchgeführten Finanzierungsmaßnahme als sehr positiv einzuschätzen. Ferner hat sich die Gesellschaft im Jahr 2023 weiter auf die Fortentwicklung ihres Produkts und auf das Umsatzwachstum fokussiert. Dabei lagen vor allem die erweiterten Funktionen um das Projekt "Rebirth", die Weiterentwicklung des neuen Moduls "Clue Conceive" sowie die Entwicklung des neuen Produkts "Perimenopause", im Vordergrund. Darüber hinaus hat Clue im Jahr 2023 eine neue, Web-basierte Zahlungsmethode entwickelt, wodurch die Nutzer:innen ihre Abonnements über die helloclue.com Webseite abschließen können. Diese Lösung stellt den Clue Nutzer:innen eine alternative Zahlungsmethode zur Verfügung, um sich auf die Clue App zu abonnieren.

Bis Ende 2023 gab es ca. 9,86 Millionen aktive Nutzer:innen weltweit. Im Vorjahr waren es rund 10,5 Millionen aktive Nutzer:innen. Diese Verringerung der Nutzer:innenzahlen ist als neutral einzuschätzen, da sie aus einer bewussten Entscheidung des Managements resultiert, die Anzahl bezahlter Abonnements statt die Gesamtanzahl an Nutzer:innen zu steigern.

2.2.1 Umsatzerlöse

Insgesamt profitiert BioWink von der steigenden Bedeutung der abonnement-basierten Geschäftsmodelle im Online Sektor, was sich auch in der Wachstumsrate von Clue widerspiegelt: Die Umsatzerlöse konnten gegenüber dem Vorjahr um 20% von TEUR 5.794 auf TEUR 6.966 gesteigert werden, wobei die Anzahl der Abonnenten um nur 64% stieg. Das Umsatzwachstum wurde von drei Hauptfaktoren getrieben, und zwar die kontinuierliche Optimierung der Konversionsraten der App Clue Period Tracker v2 (Rebirth), die Vermarktung des Clue Conceive Modus und des neuen Perimenopause Modus, sowie die Weiterführung und Optimierung von regelmäßigen CRM-Kampagnen und Rabatt-Kampagnen. Die unproportionale Entwicklung der Umsatzerlöse und der Anzahl der Abonnenten ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass eine höhere Anzahl von Nutzer:innen sich für das Jahresabo entschieden hat, da die Gesellschaft diese regelmäßig mit Rabatten zur Verfügung stellt.

6 https://techcrunch.com/2024/01/10/funding-for-female-founders-remained-consistent-in-2023
7 https://finance.yahoo.com/news/global-femtech-market-surpass-valuation-113000285.html
8 https://digitalcontentnext.org/blog/2023/11/07/yes-theres-still-room-for-subscription-growth/
9 https://www.technavio.com/report/digital-health-market-size-industry-analysis

Hierbei ist die Verbreitung der App weltweit, insbesondere jedoch in den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Australien und Kanada relevant. In diesen Ländern wurden im Jahr 2023 mehr als 70% der Umsätze erzielt. Hierbei ist es erwähnenswert, dass mehr als 92% der Umsätze in den 20 Ländern realisiert wurden, in denen die Gesellschaft den höchsten Umsatz realisiert hat.

Einer der stärksten Wachstumstreiber im abgelaufenen Geschäftsjahr waren die USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Australien, Kanada sowie die Schweiz. In diesen strategischen Ländern sind die Nutzer:innen mehr bereit, sich für ein Abo zu entscheiden, und dadurch konnte die Gesellschaft ein Umsatzwachstum von mehr als 1 Mio. EUR dort verzeichnen. Der Anteil dieser Märkte im Vergleich zum Gesamtumsatz betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr über 75%.

2.2.2 Mitarbeiterentwicklung

Im Januar 2023 erfolgte eine Massenentlassung bei der BioWink GmbH, bei der 30 Arbeitsverträgen gekündigt wurden. Die Entlassung hat insbesondere die Bereiche Product Development, Operations und Brand Marketing betroffen. Clue legt trotzdem auch hier Wert auf eine internationale Zusammensetzung der einzelnen Teams. Im Unternehmen arbeiten Mitarbeiter aus über 26 Nationen.

Nach Funktionsbereichen gegliedert hatte die BioWink zum Jahresende folgende Vollzeitmitarbeiter:

Product development 54
Quality & Regulatory 4
Science 4
Growth & Brand Marketing 10
Operations & Finance 13
Summe 85

2.2.3 Finanzierungsmaßnahmen

Die Finanzierung der betrieblichen Geschäftstätigkeit erfolgte durch neu aufgenommenes Wagniskapital von bestehenden und neuen Investoren in Höhe von TEUR 8.916 im Zuge der Series C-5 Finanzierungsrunde. Das Stammkapital hat sich mit dem Beschluss vom 12. Mai 2023 und mit der Eintragung im Handelsregister am 5. Juni 2023 um EUR 20.675,00 von EUR 138.046 auf EUR 158.721, und mit dem Beschluss vom 31. Juli 2023 und mit der Eintragung im Handelsregister am 14. August 2023 um EUR 5.781 von EUR 158.721 auf EUR 164.502 erhöht.

Die erste Runde von Series C-5 wurde von zwei bestehenden Investoren, Balderton und USV BioWink A, LLC (USV), geführt. Im Zuge der zweiten Runde und zum ersten Mal in ihrer Geschichte haben Crowd- Investoren an der Finanzierung der Gesellschaft teilgenommen.

2.3 Ertragslage

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr Umsatzerlöse von insgesamt TEUR 6.966 (Vj.: TEUR 5.794) generiert und damit den Vorjahreswert um 20% übertroffen. Das starke Umsatzwachstum resultiert aus einem Wachstum der Abonnenten um ca. 65%, die sowohl aus der erfolgreichen Wandlung neu gewonnener Nutzer:innen als auch aus der Wandlung bestehender Nutzer:innen in Abonnenten durch effektiveres Marketing resultiert.

Der Rückgang der anderen aktivierten Eigenleistungen im Jahr 2023 ist hauptsächlich auf die im Vorjahr realisierte Modernisierung der App-Infrastruktur (Projekt Rebirth), und auch auf die starke Reduzierung der Teamgröße im Januar 2023 zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge resultieren im Wesentlichen aus Krankenkassenerstattungen (TEUR 149), Erträgen aus vorherigen Perioden (TEUR 82) sowie Erträgen aus Währungsumrechnung (TEUR 15).

Der Rückgang des Materialaufwands auf TEUR 1.689 im Vergleich zum Vorjahr (TEUR 2.027) ist durch die Reduzierung der bezogenen Leistungen zu erklären. Der Posten besteht hauptsächlich aus Transaktionsgebühren der App-Stores, die beim Verkauf des Produktes anfallen.

Der Marketingaufwand reduzierte sich im Geschäftsjahr um 3% auf TEUR 2.976 (Vj.: TEUR 3.063). Der treibende Faktor des Rückgangs war die gesunkenen PR-, Freelancer- und Agentur-Ausgaben.

Der gesunkene Personalaufwand von TEUR 10.004 auf TEUR 8.825 ist vor allem auf die Entlassungen im Januar 2023 zurückzuführen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Teamgröße um 34 FTE auf 84 FTE gesunken, was einer Verringerung von 29% entsprach. 12 FTE haben den Bereich Softwareentwicklung, 8 FTE den Bereich Growth & Brand Marketing, je 5 FTE die Bereiche Operations und Qualitätsmanagement sowie 4 FTE den Bereich Science verlassen.

Der Jahresfehlbetrag von TEUR 8.243 (Vj.: TEUR 10.542) ist dem organischen Wachstum, in dem sich BioWink derzeit befindet, und der Tatsache, dass dieser Aufbau noch nicht ausreichend durch entsprechende Umsätze ausgeglichen wird, geschuldet.

2.4 Finanzlage

BioWink ist ein überwiegend durch Wagniskapital finanziertes Unternehmen. Die Eigenkapitalquote beträgt zum 31. Dezember 2023 76,98% (Vj.: 79,18%).

Die liquiden Mittel waren im abgelaufenen Geschäftsjahr zu jedem Zeitpunkt ausreichend, so dass die Gesellschaft stets in der Lage war, ihre Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.

Aufgrund des CBC-Kaufvertrags ist die Gesellschaft verpflichtet, 5% der durch Clue Conceive generierten Umsätze entweder bis zu einer Schwelle von 3 Mio. USD oder spätestens bis 2031 als direkte Umsatzbeteiligung auszuzahlen.

Das Geschäftsjahr wurde insgesamt mit einem negativen Cash Flow in Höhe von TEUR -215 (Vj.: TEUR - 6.095 abgeschlossen, welcher sich im Wesentlichen aus einem positiven Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit durch Einzahlungen in das Eigenkapital in Höhe von TEUR 8.954 (Vj.: TEUR 5.803) und aus einem negativen Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von TEUR -7.163 (Vj.: TEUR - 8.193) ergibt.

Der Finanzmittelfonds betrug am 31. Dezember 2023 TEUR 7.236 (Vj.: TEUR 7.451). Es bestehen keine wesentlichen Kreditlinien.

Zu den Liquiditätsrisiken verweisen wir auf Abschnitt 3.2.4 "Finanzwirtschaftliche Risiken".

2.5 Vermögenslage

Die Erhöhung des Anlagevermögens um TEUR 1.270 ist hauptsächlich auf Zugänge zu den immateriellen Vermögensgegenständen, davon TEUR 1.999 für die Aktivierung selbsterstellter immaterieller Vermögensgegenstände, zurückzuführen.

Aufgrund des Umsatzwachstums der Gesellschaft erhöhten sich im Geschäftsjahr die Forderungen gegen die App Stores aus der Abwicklung der App Verkäufe, die sonstigen Forderungen sowie Rechnungsabgrenzungsposten. Alle Effekte resultieren in einem Anstieg der Position der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte (ohne liquide Mittel) und Rechnungsabgrenzungsposten um TEUR 370.

Das Eigenkapital ist trotz des negativen Ergebnisses um TEUR 673 gestiegen, welches auf die im Geschäftsjahr durchgeführten Finanzierungen von insgesamt TEUR 8.916 (Vj.: TEUR 5.802) zurückzuführen ist. Trotz Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 8.243 (Vj.: TEUR 10.542) liegt das Eigenkapital immerhin bei TEUR 14.159 (Vj. TEUR 13.486).

Der Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist dem Wachstum der Gesellschaft geschuldet. Hierin sind vorwiegend Verbindlichkeiten gegenüber Werbeplattformen und Anbietern technischer Infrastruktur enthalten, welche ausschließlich kurzfristig fällig sind.

Der periodengerechte Ausweis der Umsatzerlöse erforderte eine Erhöhung des passiven Rechnungsabgrenzungspostens um TEUR 700 auf TEUR 3.086 zum Bilanzstichtag.

2.6. Finanzielle Leistungsindikatoren

BioWink steuert nach folgenden Leistungsindikatoren:

Umsatzerlöse

Operativer Cashflow unter Berücksichtigung operativer Investitionen

Um zu dem operativen Cash Flow unter Berücksichtigung operativer Investitionen zu gelangen, wird der laufende Cashflow um die operativen Investitionen in vornehmlich Hardware und in immaterielles Anlagevermögen (aktivierte Eigen- und Fremdleistungen) bereinigt. Im Jahr 2023, betrug dieser Leistungsindikator TEUR -9.169 (Vj.: TEUR- 11.897). Der Indikator hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 23% verbessert, da die Gesellschaft sowohl ein starkes Umsatzwachstum als auch eine wesentliche Kostensenkung realisiert hat.

2.7 Gesamtaussage

Die Geschäftsführung beurteilt den Geschäftsverlauf in 2023 insgesamt als sehr positiv. Die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage war durch eine Finanzierungsrunde, durch Investitionen in die Technologie und die Weiterentwicklung des Produktes sowie ein solides Umsatzwachstum und starke Kostenreduzierung geprägt. Der Umsatz konnte um 20% gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden, während die operativen Aufwendungen um 13% reduziert wurden.

3 Chancen-, Risiko und Prognosebericht

3.1. Chancenbericht

Die Geschäftsführung geht davon aus, dass eine Chance in der Tatsache liegt, dass BioWink ein deutsches Unternehmen ist und der DSGVO und somit strengen Vorgaben zum Schutz von Gesundheits- und personenbezogenen Daten unterliegt. So konnte BioWink in 2021, 2022 und 2023 als Folge der Diskussion um die Abschaffung des Rechts zur Abtreibung in den USA Nutzerzuwachs verzeichnen. Generell ist zu beobachten, dass immer mehr Nutzer:innen die Sicherheit ihrer Daten wertschätzen und priorisieren. 10 Als Folge dessen sieht die Geschäftsführung die Chance einer möglichen Steigerung des Marktanteils der App, einhergehend mit der Steigerung der Umsatzerlöse. Diese Chance sieht die Geschäftsführung als wesentlich an, um BioWink von dem Wettbewerb zu differenzieren.

Der digitale Gesundheitsmarkt sowie der Wellnessmarkt werden voraussichtlich weiter stark global wachsen. So wird erwartet, dass der digitale Gesundheitsmarkt sich im Jahr 2032 auf über 1.500 Milliarden USD beläuft und um ca. 25% pro Jahr wachsen wird. 11 Auch wird erwartet, dass die Nachfrage nach Wellness Produkten um 5-10% jährlich wächst 12 ; in diesem Zusammenhang sieht die Gesellschaft eine erhöhte Chance an Umsatzentwicklung, da Frauen von den verfügbaren Wellnessprodukten an Menopause-, Schwangerschafts- und Menstruationsprodukte am meisten ausgeben 13 , was Clues Produktangebot immer stärker bedienen kann. Eine weitere Chance liegt in der digitalen Transformation des Gesundheitswesens und der damit verbundenen Nachfrage großer Marktteilnehmer nach direkten Kontakten zu Endkunden. Hier sieht die Geschäftsführung Chancen im weiteren Ausbau von Kooperation sowie einer Steigerung der Umsatzerlöse. Diese Chance sieht die Geschäftsführung kurzfristig als gering und mittel- und langfristig als bedeutend an.

Der zunehmende Wunsch von Frauen und Personen mit Zyklen, sich mit ihrem Körper auseinanderzusetzen und im Einklang mit ihm zu leben, bietet eine große Chance, die Produkte der BioWink weiterzuentwickeln und zu vertreiben. Damit besteht direkt die Chance, die Umsatzerlöse der Gesellschaft nachhaltig zu erhöhen. Nach den ersten positiven Zeichen ist es zu erwarten, dass dies eine langfristige Auswirkung auf den operativen Cashflow haben wird.

10 https://iapp.org/news/a/most-consumers-want-data-privacy-and-will-act-to-defend-it/
11 https://finance.yahoo.com/news/digital-health-market-forecasted-reach-062100319.html
12 https://www.mckinsey.com/industries/consumer-packaged-goods/our-insights/the-trends-defining-the-1-point-8-trillion-dollar-globalwellness-market-in-2024
13 https://www.mckinsey.com/industries/consumer-packaged-goods/our-insights/the-trends-defining-the-1-point-8-trillion-dollar-globalwellness-market-in-2024

3.2. Risikobericht

Der Risikobericht behandelt die Geschäftsrisiken, denen sich BioWink GmbH im Geschäftsjahr 2023 bzw. zum Bilanzstichtag ausgesetzt sah, und deckt einen Zeitrahmen von zwei Jahren. Nach dem Bilanzstichtag wurden keine weiteren, wesentlichen Risiken identifiziert.

In diesem Bericht werden Risiken und Risikobegrenzungsmaßnahmen separat ausgewiesen.

3.2.1 Markt- und Wettbewerbsrisiken

Im Allgemeinen werden Marktrisiken hauptsächlich von Wettbewerbern ausgelöst, die in den Märkten, auf die sich BioWink konzentriert, bereits aktiv sind oder es in Zukunft sein werden. Diesen Risiken wird durch eine kontinuierliche Überwachung der relevanten KPIs, wie App Rankings, Downloadzahlen und Umsätzen per Downloads begegnet. Eine weitere wichtige Maßnahme zur Risikominimierung ist die ständige Verbesserung und Erweiterung unseres Produkts. Dieses Risiko, verbunden mit dem Verlust von Marktanteilen und der Reduktion des operativen Cashflows, sieht die Geschäftsführung als mittleres Risiko an.

Die Geschäftsführung geht davon aus, dass sich ein durch zunehmende Inflation abschwächendes Konsumverhalten wegen der vergleichsweisen niedrigen Beträge für ein kostenpflichtiges Abonnement nicht wesentlich auf die Bereitschaft der Kunden zum Abschluss eines Abonnements und damit schließlich auf die Umsätze der BioWink auswirken wird. Dieses Risiko sieht die Geschäftsführung als insgesamt niedriges Risiko an.

Des Weiteren besteht ein Risiko, dass eine Anhebung des allgemeinen Preisniveaus sich negativ auf die Kosten der Gesellschaft und daraus resultierend auf den operativen Cashflow auswirkt. Die Gesellschaft hat dieses Risiko mit dem im Januar 2024 erfolgten Personalabbau und mit kompetitiven Löhnen abgesichert. Daher wird dieses Risiko ebenso als gering eingestuft.

3.2.2 Rechtliche Risiken

Es bestehen allgemeine Risiken für BioWink im Zusammenhang mit möglichen Verfahren mit Datenschutzbehörden. Dieses Risiko wird dadurch minimiert, dass die Rechtsabteilung u. a. auf Datenschutzrecht spezialisiert ist und darüber hinaus ein externer Datenschutzbeauftragter (DPO) beauftragt ist. Die Data Privacy Policy der BioWink wird regelmäßig aktualisiert und an die laufende Rechtsprechung angepasst. Dieses Risiko sieht die Geschäftsführung als mittleres Risiko an.

Alle wesentlichen Rechtsgeschäfte und Vertragsabschlüsse durch BioWink unterliegen der Prüfung durch die internen Fachabteilungen und die Geschäftsführung. Ab den in der Satzung und den Begleitdokumenten genannten Schwellen werden Rechtsgeschäfte zusätzlich durch das Board und ggf. auch die Gesellschafterversammlung geprüft und freigegeben. Besonders risikoreiche Rechtsgeschäfte, wie zum Beispiel Kapitalerhöhungsmaßnahmen, werden stets in Zusammenarbeit mit spezialisierten externen Juristen bearbeitet, um einhergehende Risiken bestmöglich zu reduzieren. Vor diesem Hintergrund besteht für diese Rechtsgeschäfte, wenn überhaupt, dann nur ein geringes rechtliches Risiko.

Im Bereich der Mediennutzung innerhalb des Produktes besteht ein Risiko der Urheberrechtsverletzung. Um dieses Risiko zu minimieren und das geistige Eigentum der BioWink zu schützen, gibt es einen internen rechtlichen Pflege- und Prüfungsprozess. Alle Wort- und Bildmarken sowie sonstige IP-Rechte werden überwacht und regelmäßig erneuert, einschließlich Zahlung der zur Aufrechterhaltung der Rechte an die Regulierungs- und Aufsichtsbehörden zu zahlenden Gebühren. Widerrechtliche Nutzungen unserer Rechte werden auch mithilfe einer externen, auf Urheberrechte spezialisierten Kanzlei sofort unterbunden. Somit sieht die Geschäftsführung lediglich ein sehr geringes Risiko für IP-Rechtsverletzungen.

Es bestehen allgemeine Risiken für BioWink aus laufenden Gerichtsverfahren aus der operativen Tätigkeit des Unternehmens. Aus Sicht der Rechtsabteilung sind diese allgemeinen Risiken aber speziell für Bio-Wink aufgrund der hohen Anzahl an Einzelnutzer:innen und Abonnenten und der damit verbundenen Risikostreuung relativ gering. So gab es seit Gründung der BioWink GmbH kein Gerichtsverfahren.

Ferner bestehen allgemeine Risiken für BioWink im Zusammenhang mit möglichen arbeitsrechtlichen Streitigkeiten. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen keine Streitigkeiten vor. Etwaige damit verbundene Risiken werden dadurch unternehmensseitig auf ein sehr geringes Risiko minimiert, dass jegliche arbeitsrechtliche Handlungen eng mit der Rechtsabteilung abgestimmt werden.

Zuletzt bestehen allgemeine, geringe Risiken für BioWink im Zusammenhang mit dem Vertrieb des App Features CBC. Als Anbieter eines regulierten Produkts untersteht BioWink den Vorgaben der US-amerikanischen Food & Drug Administration (FDA) und es besteht ein rechtliches Risiko im Falle eines Verstoßes ihrerseits. Dieses Risiko wird minimiert, indem BioWink ein umfangreiches Qualitätssicherungssystem (QMS) eingerichtet hat, welches zuletzt im vierten Quartal 2023 freiwillig extern auditiert wurde. Seit Dezember 2022 ist der Vertrieb des Features CBC pausiert, um eine reibungslose und zeitnahe Migration unserer Nutzer:innen auf unsere neue App Infrastruktur zu ermöglichen, sowie um unsere reduzierten Ressourcen auf andere Absatzkanäle zu fokussieren.

Die beschriebenen rechtlichen Risiken würden bei Eintritt eines entsprechenden Schadenereignisses in der Regel zu finanziellen Strafen führen, die sich somit negativ auf das Ergebnis und den Cashflow der Gesellschaft auswirken. Aufgrund der bestehenden Sicherheitsmaßnahmen in diesem Bereich schätzt die Geschäftsführung das Datenschutzrisiko als mittel und die übrigen rechtlichen Risiken als niedrig ein.

3.2.3 Technische Risiken

Es besteht das theoretische Risiko der Datenvernichtung und eines Ausfalls der App. Um dieses weitestgehend zu minimieren, nutzt BioWink für ihre Datenspeicherung Amazon Web Services (AWS), die aussagegemäß von AWS dieses Risiko zu 99,99 % ausschließen. Ferner sind Datenbankrepliken und andere Sicherungssysteme vorhanden, um diesem Risiko entgegenzuwirken. In den letzten Jahren gab es keine bekannten Datenverluste sowie keine Appausfälle. Daher ist dieses Risiko allgemein als gering einzuschätzen.

Zudem besteht ein gesteigertes Risiko der unbefugten Offenlegung von Nutzerdaten durch externe Cyber-Attacken oder durch Mitarbeiterfehler. Dieses Risiko wird durch eine effektive Benutzerzugangskontrolle mit 2-Faktor-Authentifizierung, dem limitierten Zugang zu Nutzerdaten durch nur wenige Mitarbeiter und der grundsätzlichen Anonymisierung von Nutzerdaten entgegengewirkt. Daher wird dieses Risiko als allgemein mit geringer Bedeutung eingeschätzt. Zuletzt sind alle unsere Prozesse einer strengen Durchsetzung der DSGVO unterworfen.

Das gesteigerte Risiko von Schadprogrammen (Ransom- und Malware) wird durch die Anwendung reiner Cloud-Komponenten minimiert, da Arbeitsstationen innerhalb eines Tages gelöscht und wiederhergestellt werden können. Die Cloud-Infrastruktur nutzt AWS-Sicherheitskontrollen, um die meisten Schadprogramme zu vermeiden. Ein erfolgreicher Ransomware-Angriff würde durch die Wiederherstellung von Backups gelöst werden, wodurch dieses Risiko als gering zu bewerten ist.

Um Schwachstellen von Drittanbietern zu vermeiden, werden alle Drittanbieter vor der Auswahl als Teil des QMS auf Zuverlässigkeit und Sicherheit geprüft.

Sofern eines dieser Szenarien eintreten würde, könnten sich negative Auswirkungen auf die Umsätze und den operativen Cashflow der Gesellschaft ergeben. Insgesamt sind jedoch die technischen Risiken für die Gesellschaft niedrig.

3.2.4 Finanzwirtschaftliche Risiken

BioWink generiert ca. 74% ihres Umsatzes außerhalb der Europäischen Union, vorwiegend in den USA und in Großbritannien. Ferner wurden im Jahr ca. 51% aller Softwarekosten in US-amerikanischen Dollar bezahlt. Es bestehen daher Risiken durch schwankende Devisenkurse. Da BioWink derzeit den Großteil seiner Forderungen in Euro über die App-Stores ausbezahlt bekommt, ist BioWink von den Devisenkursen beider Anbieter abhängig. Um diese Abhängigkeit zu vermeiden, untersucht BioWink derzeit, inwieweit der Verkauf über andere Plattformen, z.B. über Web-Abonnements, möglich ist. So ein Webbrowser-basiertes System ermöglicht den Abschluss der Abonnements ohne die Nutzung der Plattformen der beiden App Stores.

Das Dienstleistungsangebot und die Nutzerzahlen befinden sich weiter im Aufbau, sodass die geplanten Umsatzerlöse kurzfristig noch nicht die erwarteten Aufwendungen decken werden. Gemäß der von der Geschäftsführung aufgestellten Planung der Gesellschaft wird diese bis voraussichtlich Anfang 2026 Verluste erwirtschaften, die schon Anfang 2024 minimiert sind.

Ausweislich der aktuellen Planung geht die Geschäftsführung davon aus, dass die Gesellschaft nach der Finanzierungsrunde in 2023, die mit einem Mittelzufluss in Höhe von 8,9 Mio. EUR verbunden war, für einen Zeitraum bis mindestens Ende 2025 ohne weiteres Eigen-, Wagnis- oder Fremdkapital fortbestehen kann.

Die Risiken können bei Eintritt der entsprechenden Ereignisse einen negativen Einfluss auf die Umsätze, Ergebnisse sowie auf die Liquidität der Gesellschaft haben. Hier sieht sich die Geschäftsführung mit einem mittleren Risiko konfrontiert. Falls ein Break-even aufgrund der aufgeführten Risiken nicht erreicht werden kann, müsste die Gesellschaft entweder neues Kapital aufnehmen oder die Kostenstruktur weiter reduzieren. Beide Szenarien werden von der Geschäftsführung als umsetzbar eingeschätzt.

Die Verschlechterung des makroökonomischen Klimas durch den Ausbruch des russisch-ukrainischen Krieges sowie des Krieges im Nahen Osten und das hohe Zinsniveau kann weitere negative Implikationen auf die Investitionsbereitschaft von Wagniskapitalgebern haben. Bestehende Gesellschafter stehen jedoch hinter dem Geschäftsmodell.

3.2.5 Entwicklungsrisiken

Das Risiko von Fehlentwicklungen ist hingegen als gering einzuschätzen, da Neuerungen iterativ und im kleinen Maßstab eingeführt, getestet und evaluiert werden, bevor diese weiter ausgebaut werden. Einer möglichen Fehlentwicklung stehen Opportunitätskosten, im Wesentlichen Personalaufwendungen, gegenüber.

3.3 Prognosebericht

Der Prognosezeitraum bezieht sich auf das dem aktuellen Berichtszeitraum folgende Geschäftsjahr.

Ausgangspunkt für die der BioWink zugrunde liegenden Erwartungen ist, dass der Markt für mobile Apps, insbesondere im Bereich der abonnementbasierten Angebote und des digitalen Gesundheitsmarktes, weiterhin wachsen wird. Des Weiteren plant die Geschäftsführung damit, dass globale Marktanteile weiter ausgebaut werden können.

Aufgrund der kontinuierlichen Optimierung und Ausbaus des Produkts erwartet BioWink für das Geschäftsjahr 2024 einen Anstieg des Umsatzes von TEUR 6.966 auf ca. TEUR 9.181 aus, was ein Jahreswachstum von ca. 32 % ausmacht.

Aufgrund der Markteinführung neuer Features, die den reproduktiven Lebensabschnitt von Frauen komplementieren und die Funktionalitäten merklich verbessern, konnten mehr Nutzer:innen in zahlende Abonnenten gewandelt werden. Operative Ausgaben und Werbekosten werden stets optimiert. Der operative Cashflow wird sich im Prognosezeitraum aufgrund von gesunkenen Personalaufwendungen und zurückhaltenden Ausgaben im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023 wesentlich verbessern. Die Senkung der Personalkosten resultiert aus der Kündigung von 43 Arbeitsverträgen im Zeitraum Januar bis Ende April 2024.

 

Berlin, den 21. Juni 2024

BioWink GmbH

Audrey Tsang, Geschäftsführerin

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 5.130.335,68 3.288.147,17
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.712.380,37 5.162.603,93
9.842.716,05 8.450.751,10
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 934,00 36.168,00
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 82.082,00 168.401,00
83.016,00 204.569,00
9.925.732,05 8.655.320,10
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 985.820,23 519.244,81
2. sonstige Vermögensgegenstände 161.857,75 279.745,19
1.147.677,98 798.990,00
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 7.235.797,95 7.451.077,35
8.383.475,93 8.250.067,35
C. Rechnungsabgrenzungsposten 149.135,59 128.225,82
18.458.343,57 17.033.613,27

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 164.502,00 138.046,00
Nennbetrag eigener Anteile -3.157,00 -3.157,00
Ausgegebenes kapital 161.345,00 134.889,00
II. Kapitalrücklage 72.314.831,96 63.425.323,93
III. Verlustvortrag -50.073.792,74 -39.531.514,81
IV. Jahresfehlbetrag -8.243.350,31 -10.542.277,93
14.159.033,91 13.486.420,19
B. Rückstellungen
sonstige Rückstellungen 360.865,79 371.202,87
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 250,00
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 606.828,72 529.108,15
3. sonstige Verbindlichkeiten 245.308,04 260.212,59
- davon aus Steuern: EUR 121.045,02 (Vorjahr TEUR 167)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 52.351,94 (Vorjahr TEUR 52)
852.136,76 789.570,74
D. Rechnungsabgrenzungsposten 3.086.307,11 2.386.419,47
18.458.343,57 17.033.613,27

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

2023 2022
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 6.965.766,93 5.794.369,66
2. andere aktivierte Eigenleistungen 1.999.261,01 3.565.709,75
3. sonstige betriebliche Erträge 270.667,50 141.089,13
- davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 8.110,65 (Vorjahr TEUR 11)
4. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Leistungen -1.689.569,29 -2.026.871,50
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -7.590.000,82 -8.575.325,44
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -1.235.367,88 -1.428.491,13
- davon für Altersversorgung EUR -17.170,51 (Vorjahr TEUR -20)
6. Abschreibungen
auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -801.926,82 -1.666.039,79
- davon außerplanmäßige Abschreibungen EUR 0,00 (Vorjahr TEUR 1.020)
7. sonstige betriebliche Aufwendungen -6.167.518,86 -6.323.132,57
- davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR -9.480,84 (Vorjahr TEUR 0)
8. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 37.734,12 0,00
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0,00 -1.064,66
10. Ergebnis nach Steuern -8.210.954,11 -10.519.756,55
11. sonstige Steuern -32.396,20 -22.521,38
12. Jahresfehlbetrag -8.243.350,31 -10.542.277,93

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