EgoMind GmbH
Selbe AdresseErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Aston Fallen seit 26.7.2022 | Vorstandsmitglied |
Christian Herkel seit 26.6.2020 | Vorstandsmitglied |
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
asknet Solutions AGKarlsruheJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Jahresabschluss und Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021BilanzAktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021
Anhang der asknet Solutions AG,Karlsruhe für das Geschäftsjahr 2021I. Rechnungslegungsgrundsätze1. Allgemeine HinweiseDer vorliegende Jahresabschluss der asknet Solutions AG (im Folgenden "Gesellschaft" oder "asknet") mit Sitz in Karlsruhe (Amtsgericht Mannheim, HRB 108713) wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Die Gesellschaft erfüllt zum 31. Dezember 2021 die Größenmerkmale einer großen Kapitalgesellschaft. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die für einzelne Posten geforderten Zusatzangaben haben wir zum Teil in den Anhang übernommen. Der Jahresabschluss wurde unter Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Die Gesellschaft ist zum 31. Dezember 2021 bilanziell überschuldet. Bezüglich der wichtigsten Ereignisse und Gegebenheiten, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit unseres Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen sowie sich hierauf beziehende Maßnahmen/Pläne der gesetzlichen Vertreter zum Umgang mit diesen Ereignissen und Gegebenheiten verweisen wir auf unsere Darstellungen im Lagebericht in den Abschnitten "Chancen und Risikobericht" (Unterabschnitt "strategische Risiken") sowie "Prognosebericht " (Unterabschnitt "Unternehmensausblick"). Der diesjährige Jahresfehlbetrag von EUR 11,5 Mio. fiel um rund EUR 9,9 Mio. höher aus als im Vorjahr (Verlust 2020: EUR 1,6 Mio.). Ein großer Teil dieses Fehlbetrags beruht auf der außerplanmäßigen Abschreibung auf Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von rd. EUR 7,3 Mio. aufgrund einer dauerhaften Wertminderung. Das Management geht nichtsdestotrotz davon aus, dass der Fortbestand der Gesellschaft zum Bilanzstichtag gesichert ist. Diese Einschätzung basiert einerseits auf der hohen Liquidität von über EUR 5,3 Mio. zum Bilanzstichtag, einem von Good Cause Capital S.A. bereitgestellten Überbrückungskredit in Höhe von EUR 1,0 Mio. sowie einer der Gesellschaft zur Verfügung stehenden Kreditlinie von EUR 3,0 Mio. (Siehe Abschnitt V. "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag (Nachtragsbericht)"). Darüber hinaus wird sich die Ergebnissituation im Geschäftsjahr 2022 aus verschiedenen Gründen (Kostensenkungen, beigelegte Rechtsstreitigkeiten) verbessern, und das Management plant für 2023 bei entsprechender Steigerung der Umsatzerlöse das Erreichen der Gewinnschwelle; in einem Worst-Case-Szenario wird ein Verlust von rd. EUR 1,5 Mio. für 2023 geplant. 2. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte werden zu Herstellungskosten (Entwicklungskosten) aktiviert, sofern zum Abschlussstichtag zumindest eine hohe Wahrscheinlichkeit der tatsächlichen Entstehung eines Vermögensgegenstands besteht. Zu den Herstellungskosten zählen die einzeln zurechenbaren Kosten durch den Verbrauch von Gütern und die Inanspruchnahme von Diensten. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte werden planmäßig nach der linearen Methode zeitanteilig über die jeweilige voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird um planmäßige Abschreibungen (lineare Methode) nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer vermindert. Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert ausgewiesen. Im Berichtsjahr wurde aufgrund einer dauerhaften Wertminderung eine Abschreibung auf die Finanzanlagen in Höhe von rd. EUR 7,3 Mio. vorgenommen. Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Pauschale Abschläge zur Berücksichtigung des allgemeinen Kreditrisikos wurden nicht vorgenommen. Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Aufgrund des negativen Jahresergebnisses und der bisherigen Verlustvorträge wird zum Bilanzstichtag ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag ausgewiesen. Das gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklage werden zum Nennwert angesetzt. Der Posten Kapitalrücklage wurde gemäß § 272 Abs. 4 HGB gebildet. Im Berichtsjahr wurde der über dem Nennwert erzielte Anteil der Kapitalerhöhung in die Kapitalrücklage eingestellt (§ 272 Abs. 2 HGB). Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in der Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d.h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Die Verbindlichkeiten wurden mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt. Der passive Rechnungsabgrenzungsposten enthält vor dem Abschlussstichtag erhaltene Einnahmen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen. Im Falle eines Aktivüberhangs der latenten Steuern zum Bilanzstichtag wird von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB kein Gebrauch gemacht. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet. Kurzfristige Fremdwährungsforderungen (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) sowie liquide Mittel oder andere kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag gem. § 256a HGB umgerechnet. II. Erläuterungen zur BilanzAnlagevermögenDie Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagespiegel dargestellt. Anteile an verbundenen UnternehmenDie Anteile an verbundenen Unternehmen haben sich im Berichtsjahr nicht verändert. Die Anteile an verbundenen Unternehmen zum Bilanzstichtag sind in der folgenden Tabelle aufgelistet:
* Letzter vorliegender Abschluss; der
Geschäftsbetrieb der Gesellschaft ist derzeit ruhend
Langfristige WertpapiereDie langfristigen Wertpapiere umfassten zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 mehrere durch Asset Swaps erworbene Schuldverschreibungen. Der Gesamtbetrag der langfristigen Wertpapiere belief sich zum 31. Dezember 2020 auf EUR 11,16 Mio. Darin enthalten waren 7.500 HLEE-Finance-Schuldverschreibungen (ISIN DE000A2R9ZC7), mit einer Laufzeit bis zum 8. Dezember 2024, im Nennwert von je EUR 1.000, was einem Gesamtbetrag von EUR 7,5 Mio. entspricht, sowie 4.200 FBNK-Finance-Schuldverschreibungen (ISIN DE000A28YES0), mit einer Laufzeit bis zum 17. Juli 2023, im Nennwert von je USD 1.000, was einem Gesamtbetrag von USD 4,2 Mio. entspricht. Rückkauf von Schuldverschreibungen im April 2021Im April 2021 hat die asknet Solutions AG alle ihre noch ausstehenden Schuldverschreibungen mit einem Gesamtnennbetrag von EUR 6,0 Mio. zurückgekauft. Zur Finanzierung des Rückkaufs verkaufte asknet 5.657 Schuldverschreibungen der HLEE Finance S.a.r.l. (ISIN: DE000A2R9ZC7) und reduzierte damit den Gesamtbestand an langfristigen Wertpapieren um EUR 5,7 Mio. Erwerb von EUR-Schuldverschreibungen der FBNK FinanceAm 15. November 2021 erwarb die asknet Solutions AG von 3 Parteien 150 von der FBNK Finance S.a r.l. Luxemburg/Luxemburg ausgegebene Schuldverschreibungen im Nennwert von EUR 10.000 mit einem Kupon von 4,5 % und einer Laufzeit bis zum 15. Februar 2023 im Gesamtwert von EUR 1.500.000. Umwandlung von EUR- und USD-Schuldverschreibungen der FBNK Finance, Erwerb neuer EUR-Schuldverschreibungen der Garage Italia FinanceAm 13. Dezember 2021 hat die asknet Solutions AG:
Damit hielt die asknet Solutions AG zum 31. Dezember 2021 694 GIF-Schuldverschreibungen im Gesamtwert von EUR 6.940.000. Darüber hinaus hält die asknet Solutions AG zum Bilanzstichtag 1.843 HLEE-Schuldverschreibungen im Gesamtwert von EUR 1.843.000. Insgesamt belaufen sich die langfristigen Wertpapiere (Schuldverschreibungen) damit auf einen Betrag von EUR 8.783.000. Am 6. Oktober 2022 stimmte der Aufsichtsrat der Gesellschaft der Veräußerung des gesamten Anleiheportfolios zu einem Verkaufspreis von EUR 1,5 Mio. zu. Aufgrund dieses werterhellenden Ereignisses nach dem Bilanzstichtag passte das Management den Wert der Finanzanlagen zum 31. Dezember 2021 an die Höhe der Verkaufserlöse an. Die Abschreibungen auf langfristige Finanztitel beliefen sich auf insgesamt EUR 7.283.000 und führten zu einer außerplanmäßigen Belastung des Ergebnisses in gleicher Höhe im Berichtsjahr. Forderungen und sonstige VermögensgegenständeDie Forderungen haben alle eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren in vollem Umfang aus Lieferungen und Leistungen. Zum Bilanzstichtag setzen sich die sonstigen Vermögensgegenstände im Wesentlichen aus Kautionen, debitorischen Kreditoren und Umsatzsteuerforderungen zusammen. Die sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr, bis auf die Solidarbürgschaft der Eidgenössischen Steuerverwaltung von TEUR 31,3 (i. V. TEUR 23,7), eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Guthaben bei KreditinstitutenVon den Guthaben bei Kreditinstituten sind TEUR 192 als Sicherheiten für Aval-Zusagen gebunden. Aktive und passive RechnungsabgrenzungspostenDie passiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 4.234 stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem 2020 abgeschlossenen IBM-SPSS-Software-Vertrag mit einem Konsortium deutscher Universitäten und Hochschulen (Hochschul-Landesrahmenvertrag). Da es sich bei dem Vertragsgegenstand um das Leasing von Softwarelizenzen handelt, werden die Erträge über die Vertragslaufzeit bis Ende September 2024 abgegrenzt. Entsprechend der Ertragsabgrenzung werden die von IBM Global Financing Deutschland GmbH, Ehningen erworbenen Lizenzen zum Bilanzstichtag in Höhe von TEUR 2.938 im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen. Die damit verbundenen Aufwendungen werden ebenfalls über die Vertragslaufzeit bis Ende September 2024 erfasst. EigenkapitalGezeichnetes KapitalZum 31. Dezember 2021 betrug das gezeichnete Kapital EUR 3.268.825,00 (i. V. EUR 1.307.530,00), eingeteilt in nennwertlose, auf den Namen lautende Stückaktien (Stammaktien). Die außerordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft am 15. Oktober 2021 hat beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft gegen Bareinlagen um bis zu EUR 1.961.295,00 durch Ausgabe von bis zu 1.961.295 neuen auf den Namen lautenden Stückaktien, jeweils mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von EUR 1,00 zu erhöhen. Die neuen Aktien wurden zum Ausgabebetrag von EUR 1,00 je neuer Aktie ausgegeben. Den Aktionären wurde das gesetzliche Bezugsrecht als mittelbares Bezugsrecht eingeräumt. Das Bezugsverhältnis betrug 2:3 (zwei bestehende Aktien berechtigten zum Bezug von drei neuen Aktien). Der Bezugspreis betrug EUR 3,50 je neuer Aktie. Neue Aktien, die nicht den Aktionären aufgrund des Bezugsrechts oder eines etwaig gewährten Überbezugsrechts zuzuteilen waren, konnten vom Vorstand frei verwertet werden. Im Rahmen des Bezugsangebots, welches am 22. November 2021 endete, wurden 828.523 neue Aktien zum Bezugspreis von EUR 3,50 je neuer Aktie von Altaktionären gezeichnet. Die verbleibenden, von den Altaktionären nicht gezeichneten 1.132.772 neuen Aktien wurden von einem neuen Investor zu einem Preis von 3,50 EUR je neuer Aktie gezeichnet. Das Grundkapital wurde im Zuge der Kapitalerhöhung von EUR 1.307.530,00 um EUR 1.961.295,00 auf EUR 3.268.825,00 erhöht. Die Kapitalerhöhung wurde am 6. Dezember 2021 in das Handelsregister eingetragen. Das gezeichnete Kapital wurde in voller Höhe einbezahlt. KapitalrücklageDer über dem Nennwert erzielte Anteil der Kapitalerhöhung in Höhe von EUR 4.903.237,50 wurde in die Kapitalrücklage eingestellt (§ 272 Abs. 2 HGB). Genehmigtes KapitalFerner wurde durch die außerordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft am 15. Oktober 2021 das genehmigte Kapital 2020 soweit es noch bestand aufgehoben und ein neues genehmigtes Kapital 2021 geschaffen. Danach ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 14. Oktober 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt bis zu EUR 1.634.412,00 durch ein- oder mehrmalige Ausgabe neuer auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu, das in bestimmten im Hauptversammlungsbeschluss genannten Fällen ausgeschlossen werden kann. Das genehmigte Kapital 2021 wurde am 6. Dezember 2021 in das Handelsregister eingetragen und stand zum 31. Dezember 2021 in vollem Umfang zur Verfügung. Bedingtes KapitalDie Hauptversammlung hat am 15. Oktober 2021 die bedingte Erhöhung des Grundkapital um bis zu EUR 653.765 beschlossen. (Bedingtes Kapital 2021). Nicht durch Eigenkapital gedeckter FehlbetragAufgrund der Verluste aus der außerplanmäßigen Abschreibung von Wertpapieren des Finanzanlagevermögens und der operativen Verluste weist die Gesellschaft zum Bilanzstichtag des Geschäftsjahres 2021 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag aus. Der Eigenkapitalsaldo sank von EUR 0,8 Mio. zum 31. Dezember 2020 auf EUR -3,9 Mio. zum 31. Dezember 2021. Sonstige RückstellungenDie sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für ausstehende Lieferantenrechnungen und Zahlungsansprüche von Hochschulen und Forschungseinrichtungen (TEUR 2.388; i. V. TEUR 2.369), Rechts- und Beratungskosten (TEUR 519; i. V. TEUR 450), Sondervergütungen und Tantiemen (TEUR 143; i. V. TEUR 159) sowie Kosten für die Prüfung und Erstellung des Jahresabschlusses (TEUR 265; i. V. TEUR 127) gebildet. AnleihenRückkauf von Schuldverschreibungen am 7. April 2021Am 7. April 2021 hat die asknet Solutions AG alle ihre noch ausstehenden Schuldverschreibungen mit einem Gesamtnennbetrag von EUR 6,0 Mio. zurückgekauft. Zur Finanzierung des Anleiherückkaufs nutzte asknet den Erlös aus dem Teilverkauf der Schuldverschreibungen der HLEE Finance S.a r.l. (DE000A2R9ZC7) in Höhe von EUR 5,7 Mio. sowie die vorhandenen liquiden Mittel. VerbindlichkeitenSämtliche Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr Restlaufzeiten bis zu einem Jahr und sind nicht besichert. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren in vollem Umfang aus Lieferungen und Leistungen. Latente SteuernZum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 ergeben sich passive latente Steuern von TEUR 220. Die Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz, die zu passiven latenten Steuern führen, resultieren im Wesentlichen aus steuerlichen Aktivierungsverboten (die Aktivierung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens in der Steuerbilanz ist nicht zulässig), berechnet mit einem Steuersatz von 30,9 %. Die latenten Steuern entwickelten sich im Geschäftsjahr 2021 wie folgt:
1) Erfassung in dem Posten "Steuern vom
Einkommen und vom Ertrag"
III. Erläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungUmsatzerlöseGeographische AufteilungIm Berichtsjahr erzielte die asknet Solutions AG rund 67 % ihrer Umsätze außerhalb Deutschlands (Vorjahr: 61 %). Der Anteil des in Europa (ohne Deutschland) erzielten Umsatzes lag bei 20% (Vorjahr: 19 %) und damit auf dem Niveau des Vorjahres. Der Umsatzanteil der USA erhöhte sich leicht um einen Prozentpunkt von 20 % im Jahr 2020 auf 21 % im Jahr 2021. Auch der Anteil des in Asien erzielten Umsatzes stieg von 14 % im Jahr 2020 auf 18 % im Jahr 2021. Mit einem Anteil von 33 % am Gesamtumsatz büßte der Heimatmarkt Deutschland etwas von seiner Position als umsatzstärkster Einzelmarkt ein (Vorjahr: 39 %). Aufteilung nach GeschäftsbereichenIm Geschäftsbereich eCommerce Solutions lag der Gesamtumsatz mit EUR 52,8 Mio. um 6 % unter dem Vorjahresniveau von EUR 55,9 Mio. Im Geschäftsbereich Academics verzeichnete das Unternehmen einen Rückgang der Umsatzerlöse um 21 % von EUR 26,0 Mio. auf EUR 20,5 Mio. Sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten unter anderem Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 204 (i. V. TEUR 304). Darüber hinaus sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von TEUR 202 sowie sonstige periodenfremde Erträge von TEUR 451 enthalten. Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Kosten der Warenabgabe in Höhe von TEUR 1.770 (i. V. TEUR 1.781) sowie diverse Betriebskosten, vor allem Zahlungskosten von TEUR 1.820, (i. V. TEUR 1.843) sowie Rechts- und Beratungskosten von TEUR 1.540 (i. V. TEUR 1.775). Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 470 (i. V. TEUR 508) und periodenfremde Aufwendungen von TEUR 803. Abschreibung auf FinanzanlagenAufgrund des Verkaufs der Wertpapiere des Finanzanlagevermögens in 2022 unter Anschaffungskosten erfolgte im Berichtsjahr eine außerplanmäßige Abschreibung i.H. von EUR 7.283.000,00 (i.V. EUR 0,00). Urteil des Bundesfinanzhofs zu Verzugszinsen für Umsatzsteuerforderungen der VergangenheitAnfang des Jahres 2011 wurde festgestellt, dass eine größere Anzahl von Abrechnungen im Gutschriftsverfahren nicht den Anforderungen des § 14 Abs. 1 bis 4 UStG entsprachen, sodass sie nicht zum Vorsteuerabzug berechtigten. In der Folge wurden die entsprechenden fehlerhaften Gutschriften berichtigt und berichtigte Umsatzsteuererklärungen abgegeben. Das Finanzamt akzeptierte zwar die berichtigten Gutschriften, verweigerte aber den rückwirkenden Effekt und setzte Zinsen auf den ursprünglich geltend gemachten Vorsteuerabzug fest. Gegen diese Zinsbescheide hat die Gesellschaft Einspruch eingelegt und einen Antrag auf Herabsetzung der Zinsen nach Billigkeit gestellt; die Aussetzung der Vollstreckung wurde in voller Höhe gewährt. Im Jahr 2020 erging gegen die Gesellschaft das endgültige Urteil des Bundesfinanzhofs bezüglich eines geringen Betrages von EUR 33,44 im Zusammenhang mit der Vorsteuerabzugsberechtigung sowie den entsprechenden Zinsbescheiden der Steuerbehörden. Da diese Entscheidung von den Steuerbehörden voraussichtlich auf ähnliche Fälle der vergangenen Jahre angewendet wird, würde dies zu einer Verpflichtung der Gesellschaft führen, die Zinsen in Höhe von ca. EUR 764.000,00 auf bereits abgeführte Umsatzsteuer an die Steuerbehörden zu zahlen. Der vorgenannte Zinsaufwand wurde im Jahr 2020 erfasst und ist als Verbindlichkeit passiviert. IV. Sonstige AngabenForschungs- und EntwicklungskostenIm Berichtsjahr wurden Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten durchgeführt und Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 367 aktiviert. Sonstige finanzielle VerpflichtungenEs bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen in Höhe von TEUR 829.
Die Mietverhältnisse für Immobilien betreffen den Hauptsitz der Gesellschaft in Deutschland. Bei den Leasingverträgen handelt es sich um sogenannte Operating-Leasingverhältnisse, die nicht zur Bilanzierung der Leasinggegenstände bei der Gesellschaft führen. Der Vorteil dieser Verträge besteht in der im Vergleich zum Erwerb geringeren Kapitalbindung sowie dem Wegfall des Verwertungsrisikos. Risiken können sich aus der Laufzeit der Verträge ergeben, wenn die Leasinggegenstände nicht mehr in vollem Umfang genutzt werden können, wofür es derzeit aber keine Anzeichen gibt. MitarbeiterDie Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr durchschnittlich 63 (i. V. 66) Festangestellte (ohne Vorstände, Auszubildende und Aushilfen). OrganeVorstandIm Geschäftsjahr 2021 und bis zum Tag der Aufstellung des Jahresabschlusses, dem 31. Mai 2023, sind bzw. waren als Vorstand bestellt:
Gemäß § 286 Abs. 4 HGB wird auf die Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands nach § 285 Nr. 9a HGB verzichtet. AufsichtsratIm Geschäftsjahr 2021 und bis zum Tag der Aufstellung des Jahresabschlusses, dem 31. Mai 2023, sind bzw. waren als Aufsichtsrat bestellt:
Die Bezüge des Aufsichtsrats für das Jahr 2021 betrugen TEUR 157 (i. V. TEUR 142). Gesamthonorar des AbschlussprüfersDas vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021 berechnete Gesamthonorar beträgt TEUR 250. Ausschüttungsgesperrte Beträge (§ 268 Abs. 8 HGB)Zum Bilanzstichtag unterliegen der Ausschüttungssperre:
Gesellschafter und KonzernverhältnisseAm 3. Februar 2021 informierte die Digital Domain Capital Partners (DDCP), die luxemburgische Tochtergesellschaft der in Hongkong börsennotierten (547:HKG) Digital Domain Holdings Limited (DDHL), einer der weltweiten Marktführer im Bereich visueller Effekte, die Gesellschaft über den Erwerb von 19 % der Anteile an der asknet Solutions AG. Demnach hatte die DDCP mit dem Altaktionär Digital Investment Platform S.a.r.l., Luxemburg, einen Kaufvertrag über den Erwerb von 248.431 Stammaktien der asknet Solutions AG abgeschlossen. Die Beteiligung des Verkäufers Digital Investment Platform S.a.r.l., Luxemburg, an der asknet Solutions AG verringerte sich dadurch von 24,87 % auf 6,72 %, während der neue Aktionär einen Anteil von rund 19,0 % an der asknet Solutions AG hält. Am 6. April 2021 teilte die Mountain Alliance AG, München, der Gesellschaft mit, dass sie nunmehr weniger als ein Vierteil der Aktien der asknet Solutions AG hält. Zuvor hatte die Mountain Alliance AG 337.143 Aktien (25,78 %) gehalten und ihre Beteiligung zu diesem Zeitpunkt auf 305.584 Aktien (23,37 %) reduziert. Am 17. November 2021 wurde die FBNK Finance S.a.r.l., Luxemburg/Luxemburg, in Garage Italia Finance S.a.r.l., Luxemburg/Luxemburg umbenannt. Am 22. Dezember 2021 teilte die Garage Italia Finance S.a r.l. der Gesellschaft mit, dass sie nunmehr weniger als ein Vierteil der Aktien der asknet Solutions AG hält. Nach dem Erwerb von Aktien des Altaktionärs Garage Italia Finance S.a.r.l. teilte die Le Nouveau Holdings Inc., New York/USA, der Gesellschaft am selben Tag mit, dass sie nun 72,98 % der Aktien der asknet Solutions AG hält. Nachdem die Le Nouveau Holdings Inc. im Rahmen der im November 2021 durchgeführten Kapitalerhöhung 1.132.772 Aktien der asknet Solutions AG gezeichnet hatte, erwarb sie weitere 1.252.741 Aktien und ist mit 2.385.513 Aktien zum 31. Dezember 2021 Mehrheitsaktionär der asknet Solutions AG. Norman Hansen hat der Gesellschaft mitgeteilt, dass er mittelbar einen Anteil von mehr als einem Viertel der Aktien der asknet Solutions AG hält, da ihm die von der Le Nouveau Holdings Inc. gehaltenen Aktien der asknet zuzurechnen sind. Darüber hinaus hat Norman Hansen der Gesellschaft mitgeteilt, dass er eine mittelbare Mehrheitsbeteiligung in Höhe von 72,98 % der Aktien und Stimmrechte an asknet hält. V. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag (Nachtragsbericht)Nach dem Bilanzstichtag gab es mehrere Ereignisse, die nachfolgend beschrieben werden. 1. Good Cause Capital wird neuer Mehrheitsaktionär der asknet Solutions AGAm 12. Januar 2022 wurde der Gesellschaft mitgeteilt, dass die Two Partners Group LLC, New York/USA, deren wirtschaftlich Berechtigter Norman Hansen ist, eine Mehrheitsbeteiligung von 72,98 % der Aktien an der Gesellschaft erworben hat. Am 24. Januar 2022 wurde der Gesellschaft mitgeteilt, dass die Good Cause Capital S.A., Basel/Schweiz, eine Mehrheitsbeteiligung von 72,98 % der Aktien der asknet Solutions AG von der Two Partners Group LLC erworben hat. Ebenfalls am 24. Januar 2022 teilte Thomas Garrahan der Gesellschaft mit, dass er mittelbar einen Anteil von mehr als einem Viertel der Aktien der asknet Solutions AG hält, da ihm in seiner Eigenschaft als wirtschaftlich Berechtigter der Good Cause Capital S.A., an der er einen Anteil von 51 % hält (49 % Anteil gehalten von Aston Fallen), die von der Good Cause Capital S.A. gehaltenen Aktien an der asknet zuzurechnen sind. Thomas Garrahan teilte der Gesellschaft außerdem mit, dass er demnach eine mittelbare Mehrheitsbeteiligung in Höhe von 72,98 % der Aktien und Stimmrechte an asknet hält. Am 20. Oktober 2022 wurde die Gesellschaft darüber informiert, dass die Anteile an der Good Cause Capital S.A. von Thomas Garrahan an Jakub Kokoszka verkauft wurde. 2. Umwandlung von Schuldverschreibungen der HLEE Finance in neue Schuldverschreibungen der Digital Knight Finance S.a r.l.Am 15. Februar 2022 wurden 1.843 Schuldverschreibungen der HLEE Finance im Gesamtwert von EUR 1.843.000 in 1.843 neue Schuldverschreibungen der Digital Knight Finance S.a.r.l., Luxemburg/Luxemburg, im Gesamtwert von EUR 1.843.000 umgewandelt. 3. Neuausrichtung Vorstand und AufsichtsratMit Beschluss vom 23. Februar 2022 hat das Amtsgericht Mannheim mit Wirkung zum 5. März 2022 einen neuen Aufsichtsrat für die asknet Solutions AG bestellt. Jason Foodman, Präsident von SalonRunner Software LLC und ein in den USA ansässiger E-Commerce-Experte, übernimmt die Funktion des Aufsichtsratsvorsitzenden. Das Gericht hat zudem William Levi Carney, einen erfahrenen Experten im Bildungssektor, sowie Philipp Reichardt, Head of Sales beim globalen Fintech-Unternehmen Airwallex, zu weiteren Mitgliedern des Aufsichtsrats bestellt. Die Ernennungen folgten auf die Rücktritte der bisherigen Aufsichtsratsmitglieder Christian Lagerling, Luis Tavares Bravo und Andreas Lammel sowie deren Ersatzmitglieder jeweils mit Wirkung zum Ablauf des 4. März 2022. Am 4. März 2022 traf der Aufsichtsrat der asknet Solutions AG eine einvernehmliche Entscheidung mit Florent Guillomeau, die ihn mit Wirkung zum 30. Juni 2022 von seinen Aufgaben als CFO der Gesellschaft entbindet. Darüber hinaus beschloss der Aufsichtsrat, Aston Fallen und Thomas Garrahan zur weiteren Stärkung des Vorstands zu Co-CEOs der asknet Solutions AG mit Wirkung zum 9. März 2022 zu bestellen. Der bisherige CEO Christian Herkel übernahm die Position des COO. Am 2. Mai 2022 legten William Carney und Phillipp Reichardt ihre Aufsichtsratsmandate mit Wirkung zum 2. Juni 2022 nieder. Da der Aufsichtsrat damit nicht mehr beschlussfähig war, bestellte das Amtsgericht Mannheim am 20. Mai 2022 Michael Baumann und Wolfgang Müller mit Wirkung zum 3. Juni 2022 zu Mitgliedern des Aufsichtsrats. Als langjähriger Mitarbeiter von asknet hat Michael Baumann die Leitung des Geschäftsbereichs Academics inne. Auch Wolfgang Müller, Geschäftsführer und Inhaber von living-c eCommerce Solutions GmbH, unterhält in verschiedenen führenden Positionen im Bereich Vertrieb und Produktmanagement langjährige Beziehungen zu asknet. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 23. Mai 2022 wurde der bisherige Co-CEO Aston Fallen zunächst zum neuen Mitglied ernannt und anschließend zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Am 10. Oktober 2022 legte Aston Fallen sein Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrats mit Wirkung zum 10. November 2022 nieder. Mit Beschluss vom 25. Oktober 2022 hat das Amtsgericht Karlsruhe Jakub Kokoszka als neues Mitglied des Aufsichtsrats mit Wirkung zum 11. November 2022 bestellt. Der Aufsichtsrat wählte Herrn Kokoszka am 11. November 2022 zu seinem neuen Vorsitzenden. Am 11. Oktober 2022 legte Thomas Garrahan sein Amt als CEO der asknet Solutions AG mit sofortiger Wirkung nieder. Dieser Schritt folgte der Entscheidung, die Managementkosten zu senken. Damit ist COO Christian Herkel nun Alleinvorstand (CEO) der asknet Solutions AG. 4. Außerordentliche Hauptversammlung 2022Am 21. April 2022 legte Jason Foodman sein Amt als Aufsichtsrat mit Wirkung zum 21. Mai 2022 nieder. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 23. Mai 2022 wurde der ehemalige CoCEO Aston Fallen als neues Mitglied in den Aufsichtsrat gewählt. Im Anschluss wählte der Aufsichtsrat ihn zu seinem neuen Vorsitzenden. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung folgten die Aktionäre außerdem dem Vorschlag der Gesellschaft bezüglich des Abschlusses eines Vergleichs mit den ehemaligen Vorstandsmitgliedern, ihren Rechtsnachfolgern und ihrem D&O-Versicherer, der Chubb European Group SE, Frankfurt am Main. Die asknet Solutions AG hatte von den genannten Parteien aufgrund der Verantwortung des ehemaligen Vorstands für umsatzsteuerliche Sachverhalte im In- und Ausland und deren Auswirkungen auf die Finanzlage der Gesellschaft in mehreren Gerichtsverfahren Schadensersatz gefordert. Entsprechend zahlte der Versicherer einen Betrag von EUR 696.645,00 an die asknet Solutions AG. Mit Zahlung des Vergleichsbetrages sind alle möglichen Ansprüche der Gesellschaft gegen die ehemaligen Vorstandsmitglieder in Bezug auf den strittigen Sachverhalt in den diversen Verfahren abgegolten und endgültig beigelegt. Mit Schreiben vom 19. Oktober 2022 teilten die Steuerbehörden der Gesellschaft ihre Absicht mit, nun ihre Ansprüche geltend zu machen. Die Höhe der Forderung übersteigt den Vergleichsbetrag um rund EUR 67.000. Bisher sind die Ansprüche nicht geltend gemacht worden. Sollten die Ansprüche geltend gemacht werden, plant die Gesellschaft die Stellung eines Antrags auf Stundung. Sollte dieser abgelehnt werden, plant sie Vollstreckungsschutz zu beantragen oder Ratenzahlungen auszuhandeln. Das Management der Gesellschaft schätzt aktuell die Wahrscheinlichkeit, dass eine dieser Maßnahmen von den Steuerbehörden akzeptiert wird, als hoch ein. Ob die Steuerbehörden eine der oben genannten Maßnahmen akzeptieren werden, kann derzeit jedoch nicht mit Sicherheit gesagt werden. 5. Antrag auf Delisting der asknet Solutions AG von der Frankfurter WertpapierbörseAm 30. Mai 2022 haben Vorstand und Aufsichtsrat bei der Deutschen Börse das Delisting der Aktie der asknet Solutions AG aus dem Freiverkehr (Basic Board) der Frankfurter Wertpapierbörse beantragt. Das Delisting wurde zum Handelsschluss am 31. August 2022 wirksam. 6. Gesellschafterdarlehen über EUR 1,0 Mio.Am 6. Oktober 2022 unterzeichneten Good Cause Capital S.A. ("GCC") und die Gesellschaft einen Darlehensvertrag, durch den GCC der Gesellschaft ein Darlehen in Höhe von EUR 1.000.000,00 gewährte. Am 20. Februar 2023 trat GCC seine Forderungen an Garage Italia Finance S.a.r.l. als neuen Darlehensgeber ab, der in der Folge auch neuer Mehrheitsaktionär der asknet Solutions AG wurde (siehe 8. "Garage Italia Finance S.a.r.l. wird neuer Mehrheitsaktionär der asknet Solutions AG"). Die ursprüngliche Laufzeit des Darlehens endete zum 31. März 2023, wurde jedoch bis zum 31. Dezember 2024 verlängert. 7. asknet und Youngtimers AG unterzeichnen Kreditvertrag in Höhe von maximal EUR 3,0 Mio.Aufgrund der weiterhin angespannten Liquiditätssituation hat asknet am 10. März 2023 einen Darlehensvertrag mit einer Laufzeit bis zum 10. März 2025 abgeschlossen, in dem sich die Youngtimers AG, Basel/Schweiz, verpflichtet, der Gesellschaft eine Kreditlinie in Höhe von maximal EUR 3,0 Mio. zur Verfügung zu stellen. Die Inanspruchnahme der Kreditlinie kann vierteljährlich erfolgen, wobei die erste Inanspruchnahme am 13. März 2023 und die letzte Inanspruchnahme am 10. Juni 2024 erfolgen kann. Die erste Inanspruchnahme erfolgte am 13. März 2023 in Höhe von EUR 750.000. Der Höchstbetrag jeder weiteren Inanspruchnahme soll der Gesamtliquiditätslücke entsprechen, die sich gemäß der zum jeweiligen Inanspruchnahmetermin aktualisierten Cashflow-Planung des Vorstands der Gesellschaft in den nächsten drei Monaten nach dem jeweiligen Inanspruchnahmetermin ergibt. In gegenseitigem Einvernehmen mit der Gesellschaft ist die Youngtimers AG berechtigt, nach eigenem Ermessen den Höchstbetrag für jede Inanspruchnahme zu erhöhen. Die Auszahlung weiterer Kreditbeträge ist abhängig von (a) dem Vorliegen eines Bestätigungsvermerks für den Jahresabschluss der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2021 und (b) dem Eingang (i) einer Erklärung über die Höhe der gewünschten jeweiligen Inanspruchnahme und (ii) einer zum Datum dieser Erklärung aktualisierten Cashflow-Planung des Kreditnehmers für die kommenden 18 Monate bei der Youngtimers AG. Die in Anspruch genommenen Beträge werden mit einem festen Zinssatz von 2,5 % verzinst und die Zinsen sind am Ende der Laufzeit fällig und zahlbar. Der Kreditvertrag enthält eine qualifizierte Nachrangklausel. 8. Garage Italia Finance S.a.r.l. wird neuer Mehrheitsaktionär der asknet Solutions AGAm 14. März 2023 wurde der Gesellschaft mitgeteilt, dass Garage Italia Finance S.a.r.l. (wirtschaftlich Berechtigter: Jakub Kokoszka), eine Mehrheitsbeteiligung von 72,98 % der Aktien an der Gesellschaft erworben hat. 9. Vergleichsvereinbarung mit der US Federal Trade Commission (FTC)Im Februar 2020 erhielt die Gesellschaft ein Auskunftsbegehren (Civil Investigative Demand - CID) der US-amerikanischen Federal Trade Commission (FTC) hinsichtlich zuvor bearbeiteter Premium-Tech-Support-Kunden. Im April 2023 schlossen die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaft asknet Inc. einen Vergleich mit der FTC ab. Der Vergleich umfasst unter anderem ein monetäres Urteil in Höhe von USD 16,5 Mio., das zugunsten der FTC gesamtschuldnerisch gegen die Gesellschaft und asknet Inc. ergangen ist. Die Gesellschaft und asknet Inc. wurden zur Zahlung eines Betrags von USD 150.000 verurteilt. Mit der Zahlung dieses Betrags wurde der Restbetrag des monetären Urteils ausgesetzt. Die Aussetzung des Restbetrags setzt ausdrücklich die Wahrheit, Richtigkeit und Vollständigkeit bestimmter von der Gesellschaft und asknet Inc. vorgelegter Jahresabschlüsse und zugehöriger Dokumente voraus. Die Aussetzung des Restbetrags wird aufgehoben, wenn das Gericht auf Antrag der FTC feststellt, dass die Gesellschaft oder asknet Inc. es versäumt haben, einen wesentlichen Vermögenswert offenzulegen, dass sie den Wert eines Vermögenswerts wesentlich falsch angegeben haben oder dass die vorgenannten Jahresabschlüsse und zugehörigen Dokumente lückenhaft sind. Damit würde der Restbetrag des monetären Urteils sofort fällig werden. Dies würde zur Insolvenz des Unternehmens führen. Dieses Risiko stellt eine Gefahr für den Fortbestand des Unternehmens dar. Das Management der Gesellschaft schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Fall eintreten wird, als gering ein. 10. Außerordentliche Hauptversammlung 2023Am 2. Mai 2023 hielt asknet eine außerordentliche Hauptversammlung ab. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung teilte der Vorstand der Hauptversammlung gemäß § 92 Abs. 1 AktG mit, dass bei der Gesellschaft ein Verlust in Höhe von mehr als der Hälfte des Grundkapitals eingetreten ist. Die Aktionäre folgten dem Vorschlag des Aufsichtsrats und wählten die MSW GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Berlin, zum Abschluss- und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage der Gesellschaft stimmten die Aktionäre im Rahmen eines Kostensenkungspakets auch einer Neuregelung der Aufsichtsratsvergütung und einer entsprechenden Satzungsänderung zu. Darüber hinaus sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der asknet Solutions AG hatten.
Karlsruhe, den 30. Juni 2023 asknet Solutions AG Vorstand Christian Herkel, CEO Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021der asknet Solutions AG, Karlsruhe
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021der asknet Solutions AG, KarlsruheI. Allgemeine Informationen zum Unternehmen1. Unternehmensstruktur und GeschäftsmodellDie asknet Solutions AG 1 ist ein innovativer Anbieter von E-Commerce-Lösungen für B2B, B2C und SaaS und vertreibt weltweit digitale und physische Produkte. Das Kerngeschäft von asknet besteht in der Entwicklung und dem Betrieb von kundenspezifischen SoftwareBeschaffungsportalen für Universitäten, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Krankenhäuser und Unternehmen. Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in der Entwicklung globaler E-Commerce-Lösungen ist asknet einer der Vorreiter im Bereich E-Commerce. Das Unternehmen ermöglicht Herstellern digitaler und physischer Güter sowie Händlern rund um den Globus den erfolgreichen Online-Vertrieb ihrer Produkte und organisiert für Kunden aus Forschung und Lehre die effiziente Beschaffung, Verteilung und Verwaltung von Software und Hardware. Die asknet Solutions AG war vor ihrem Delisting bis zum 31. August 2022 im Freiverkehr (Basic Board) der Frankfurter Wertpapierbörse notiert (Ticker: ASKN; ISIN: DE000A2E3707). Das Unternehmen ist in zwei Geschäftsbereiche organisiert. Im Geschäftsbereich eCommerce Solutions (eCS-Geschäft) entwickelt und betreibt asknet weltweit Online-Shops für digitale und physische Produkte. Als Full-Service-Anbieter übernimmt asknet den Kaufprozess von der Produktauswahl über die Zahlungsabwicklung bis hin zur Auslieferung der Ware an den Endkunden. Dazu gehören alle rechtlichen, kaufmännischen und technischen Anforderungen eines Online-Shops, einschließlich der Handhabung von Steuervorschriften, der Einhaltung von Exportbeschränkungen und der vollständigen Abwicklung von Fremdwährungen einschließlich des gesamten Risikomanagementprozesses (Merchant-of-Record-Modell). Ausgehend vom Warenkorb bietet asknet mit der asknet eCommerce Suite die technische Lösung, um ein nahtloses Kundenerlebnis im Rahmen des Markenimages des Unternehmens zu schaffen. Die Outsourcing-Lösungen von asknet im Bereich eCommerce Solutions zeichnen sich durch ihre hohe Abdeckung, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit aus. Die Online-Shops von asknet unterstützen fast 30 Sprachen, umfassen mehr als 25 Zahlungsmethoden und Abrechnungswährungen und ermöglichen den Kunden, Produkte in mehr als 190 Ländern auf der ganzen Welt zu verkaufen. Dabei sind die Shops auf die spezifischen Anforderungen der einzelnen Länder zugeschnitten. Mit dem globalen E-Commerce-Portfolio von asknet können B2B- und B2C-Kunden ihre weltweiten Geschäfte effizienter skalieren und ihren Kunden so ein besseres Einkaufserlebnis bieten.
1 auch "asknet" oder "die Gesellschaft" oder
"das Unternehmen"
Der Geschäftsbereich Academics von asknet bietet ein umfassendes Angebot an Softwarelösungen und Dienstleistungen rund um die Beschaffung, den Vertrieb und das Management von Soft- und Hardware für Anwender aus Forschung und Lehre. Über SoftwareBeschaffungsportale und Rahmenverträge unterhält die Gesellschaft Geschäftsbeziehungen zu über 80 % der deutschen Hochschulen. Weitere wichtige Hochschulmärkte sind die Schweiz und Österreich. Von IBM SPSS bis hin zu Adobe Creative Cloud umfasst das asknet-Portfolio ein breites Spektrum an hochwertigen Software-Anwendungen für den akademischen Bereich. Durch die kontinuierliche Erweiterung seines Portfolios über die reine Softwarebeschaffung hinaus will asknet Academics durch Partnerschaften mit führenden EdTech-Unternehmen wie Blackboard und führenden Herstellern wie Dell der führende IT-Dienstleister im europäischen Bildungsmarkt werden. Die asknet Solutions AG mit Sitz in Karlsruhe ist die Muttergesellschaft des asknet Solutions Konzerns ("asknet", der "Konzern"). Zum Stichtag 31. Dezember 2021 hält die Gesellschaft direkt alle Anteile an der asknet Inc., San Francisco, USA, der asknet K.K., Tokio, Japan, der asknet Switzerland GmbH, Uster, Schweiz, und der asknet eCommerce Solutions GmbH, Karlsruhe, Deutschland (Umbenennung im Jahr 2021, zuvor Nexway Deutschland GmbH). Die ausländischen Tochtergesellschaften sind für die Endkundenbetreuung in den jeweiligen Regionen zuständig und in die Vertriebsaktivitäten der Gruppe eingebunden. Die asknet Switzerland GmbH dient explizit als Verkaufsbüro für den Geschäftsbereich Academics im attraktiven Schweizer Hochschulmarkt. 2. Drei-Säulen-StrategieAuf der Hauptversammlung am 5. Juli 2021 stellte die asknet Solutions AG ihre neue Drei-SäulenStrategie vor. Mit der Umsetzung der neuen Strategie verschreibt sich die Gesellschaft einer ehrgeizigen Wachstumsvision. Die Drei-Säulen-Strategie ist das Ergebnis eines intensiven, vom Vorstand initiierten Prozesses, in den sowohl die Geschäftsleitung als auch der Aufsichtsrat eingebunden sind und der von externen Beratern unterstützt wird. Im Rahmen der neuen Strategie konzentriert sich asknet auf die Neuausrichtung der Geschäftsbereiche, um profitables und nachhaltiges Wachstum zu erzielen. Ziel ist eine Verbesserung der Ertragslage im Jahr 2022 und das Erreichen der Gewinnschwelle bis Ende 2023. Die Drei-Säulen-Strategie beinhaltet eine klare Roadmap für die kommenden Jahre und legt einen besonderen Fokus auf die Ausgestaltung von drei zentralen Bereichen:
In den Geschäftsjahren 2021 und 2022 hat das Unternehmen bereits wichtige Schritte unternommen, um seine Pläne im Zusammenhang mit der Drei-Säulen-Strategie voranzutreiben. So hat der Geschäftsbereich Academics seine Partnerschaft mit IBM ausgebaut und expandiert derzeit in andere Bildungsmärkte. Im Geschäftsbereich eCS sorgt eine neue Website für erhöhte Sichtbarkeit, zudem ermöglicht die Migration der Infrastruktur zu Amazon Web Services (AWS) eine höhere Skalierbarkeit und bietet erweiterte Cloud-Funktionen. Im Bereich New Pipeline finden bereits gemeinsame Aktionen mit dem Partner Blackboard zur Förderung digitaler Lernumgebungen statt, und auch die Ausweitung des Dell-Projekts verspricht in den nächsten Jahren beträchtliches Potenzial. 2023 wird asknet seine Drei-Säulen-Strategie fortsetzen und sich dabei auf die Umsetzung und Vermarktung der eingeleiteten Maßnahmen konzentrieren. Im Mai 2023 kündigte asknet eine umfassende Rebranding-Initiative an, mit der das Unternehmen sein Engagement für Innovation, Kundenzufriedenheit und erstklassige digitale Lösungen verstärken will. Als Ergänzung zu diesem neuen Fokus auf die Unternehmensstrategie hat asknet auch eine überarbeitete Website gestartet. Zusammen mit dem neuen Branding und der neuen Website arbeitet asknet auch an seinem Designsystem, das dazu beitragen wird, schnellere und bessere Produkte zu liefern und die Zeit bis zur Marktreife zu verkürzen, während das Design über alle Plattformen hinweg konsistent bleibt. 3. SteuerungssystemDie Unternehmensplanung und -steuerung erfolgt im Wesentlichen auf Basis der Kennzahlen Rohertrag und Rohertragsmarge. Seit der Aufnahme von Fremdkapital im Jahr 2020 wird nunmehr statt der Kennzahl Ergebnis vor Steuern (EBT) die Kennzahl Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) als Erfolgsgröße verwendet, um die tatsächliche operative Leistung vor Finanzierungs- und Steueraufwand abzubilden. Als Reseller und Distributor digitaler und physischer Produkte haben die Umsatzerlöse als Kennzahl nur eine eingeschränkte Aussagekraft für die asknet Solutions AG, da lediglich die über asknet abgewickelten Produktverkäufe dokumentiert werden. Der Umsatz ist jedoch ein Indikator dafür, wie sich die Shops der Kunden von asknet entwickeln. Die Kernleistung von asknet, die Abwicklung des Kaufs, der Bezahlung und der Lieferung einer Ware, wird somit ab dem Rohertrag ausgewiesen. Die Rohertragsmarge wird daher aus dem Verhältnis des Rohertrags zur buchhalterisch relevanten Größe der Umsatzerlöse ermittelt. Ziel von asknet ist es, seine Drei-Säulen-Strategie weiterzuverfolgen und damit eine positive Entwicklung des Rohertrags und des Ergebnisses (EBIT) zu erreichen und eine nachhaltige Ertragskraft zu etablieren. Mit gesteigerter Finanzkraft will asknet seine allgemeine Wettbewerbsfähigkeit für fortlaufende technologische und strategische Entwicklungen verbessern. asknet ist überzeugt, dass Reinvestitionen in Unternehmensentwicklung und Technologie die Grundlage einer erfolgreichen Tätigkeit im von dynamischen Technologiezyklen und starkem Wettbewerb geprägten eCommerce-Markt darstellen. II. Wirtschaftsbericht1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenLaut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) erhöhte sich die weltweite Wirtschaftsleistung 2021 um 6,0 % (2020: -3,1 %). Ein breiterer Aufschwung wurde durch unerwartete negative Einflüsse im zweiten Halbjahr 2021 verhindert, darunter anhaltende Lieferengpässe und ein Wiederanstieg der Corona-Fallzahlen. Nach Angaben des IWF betrug das Wachstum in den Industrieländern im Jahr 2021 5,2 % (2020: -4,5 %). Der Anstieg der Wirtschaftsleistung in den Schwellen- und Entwicklungsländern betrug 6,6 % (2020: -2,0 %). Das Bruttoinlandsprodukt der USA wuchs um 5,7 %, nach -3,4 % im Jahr 2020. Gemäß den IWF-Analysten wuchs die Wirtschaftsleistung in Europa 2021 um 5,2 % (2020: -6,4 %), wobei Deutschland 2021 ein Wachstum von 2,6 % erreichte, nach -4,6 % im Vorjahr. Die für die asknet Solutions AG relevanten Branchen sind die internationalen eCommerce-Märkte sowie die globalen IT-Märkte (Software und IT-Dienstleistungen) mit Schwerpunkt auf die größten Märkte Europa, Asien und die USA. Die Geschäftsaktivitäten des Geschäftsbereichs Academics von asknet konzentrieren sich auf den Hochschulsektor in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH-Region). Während der Einzelhandel aufgrund der Coronapandemie schwere Verluste verzeichnete, verlagerten immer mehr Verbraucher ihre Einkäufe in die digitale Welt. Dementsprechend wächst der globale eCommerce-Markt und profitiert nachhaltig. Diesen Trend bestätigte das Marktforschungsunternehmen eMarketer für 2021. Laut den Analysten wuchs der Online-Handel 2021 um weitere 16,3 % und erreicht ein Marktvolumen von USD 4,9 Billionen. In Westeuropa stieg der eCommerce-Umsatz im Einzelhandel 2021 auf insgesamt USD 621 Mrd. (2020: USD 558 Mrd.). Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hat die Bedeutung des OnlineHandels auch in Deutschland stark zugenommen, wobei Corona diesen Trend noch beschleunigt. Gemäß den Analysten des IW dürfte der eCommerce-Umsatz in Deutschland im Jahr 2021 bei EUR 118 Mrd. liegen. Für die IT-Märkte war 2021 ein starkes Jahr: Die weltweiten IT-Ausgaben stiegen um 9,5 % auf USD 4,2 Billionen. Laut Marktforschungsunternehmen Gartner hat sich in den Jahren 2020 und 2021 nicht die Technologie verändert, sondern die Bereitschaft der Menschen, sie auf unterschiedliche Art und Weise zu nutzen. Aufgrund von Homeoffice, Telemedizin und Fernunterricht erreichte der Hardwarebereich mit einem Anstieg von 15,1 % auf USD 802 Mrd. im Jahr 2021 einen Höchststand. Ein starkes Wachstum verzeichnete auch der Bereich Unternehmenssoftware mit 13,6 % und einem Gesamtausgabenvolumen von USD 601 Mrd. Den Analysten zufolge zeigten die IT-Dienstleistungen mit einem Anstieg von 11,2 % auf USD 1,2 Billionen eine sehr gute Entwicklung. In Deutschland geht der Branchenverband Bitkom für die IT- und Telekommunikationsmärkte 2021 von einem Gesamtvolumen von EUR 178 Mrd. aus, was einem Anstieg von 3,9 % entspricht. Der IT-Bereich in Deutschland verbesserte sich um 6,3 % auf EUR 103 Mrd. IT-Hardware und IT-Software wuchsen im Vergleich zum Vorjahr um 8,3 % bzw. 8,0 %. IT-Dienstleistungen legten laut Gartner um 3,7 % zu. Der Hochschulsektor ist der wichtigste Treiber für den Geschäftsbereich Academics. Laut Statistischem Bundesamt stieg die Zahl der in Deutschland eingeschriebenen Studierenden im Sommersemester 2021 erneut um 2,3 % auf insgesamt 2.787.800. Der Anstieg beruht hauptsächlich auf der zunehmenden Zahl ausländischer Studierender. Im Wintersemester 2021/2022 wuchs die Zahl der in Deutschland eingeschriebenen Studierenden gegenüber dem Vorjahr nur leicht auf 2.947.495. Laut Bildungsfinanzbericht 2021 sah der Haushalt für die Hochschulbildung 2021 einen Anstieg der öffentlichen Ausgaben um 5,1 % auf EUR 34.4 Mrd. vor. Die Zahl der Studierenden in Österreich nahm laut Statistik Austria im Wintersemester 2020/2021 um 3,1 % auf 387.775 zu. Für die Schweiz gibt das Bundesamt für Statistik die Zahl der im Herbstsemester 2020/2021 eingeschriebenen Studierenden mit 270.475 an, was einem Anstieg um rund 5 % entspricht. Als möglichen Grund für den Anstieg der Studienanfänger nennen die Forscher die schwierige wirtschaftliche Lage im Zusammenhang mit dem Coronavirus, die zu einem angespannten Arbeitsmarkt sowie Reisebeschränkungen geführt hat. Im Rahmen der Drei-Säulen-Strategie will das Unternehmen seine Aktivitäten auf den gesamten Bildungsmarkt ausweiten und konzentriert sich dabei auf den Markt für Bildungstechnologie (EdTech). Dieses Segment hat während der Pandemie einen deutlichen Aufschwung erlebt, und der Trend zum Online-Lernen dürfte sich laut den Experten von Holon IQ höchstwahrscheinlich auch langfristig fortsetzen. Die Marktforschungsplattform meldet für 2021 weltweite EdTech-Ausgaben von USD 268 Mrd. und prognostiziert eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 16,4 %, was bis 2025 zu einem Marktvolumen von USD 404 Mrd. führen würde. Laut Holon IQ gehört zur Digitalisierung auch ein erheblicher "Nachholbedarf bei der Infrastruktur" für die Steuerung von digitalem Lernen, Datenmanagement und Verwaltung, da die meisten Schulen und Hochschulen erst ganz am Anfang eines langen digitalen Reifeprozesses stehen. Nichtsdestotrotz haben sich digitale Bildungsinhalte schnell zur Grundlage für das Lernen im Primär- und Sekundarbereich (K12) entwickelt und werden sich in den Budgets von Bund, Ländern und Gemeinden auf der ganzen Welt niederschlagen. Holon IQ schätzt die Ausgaben für den globalen K12-Markt für digitale Lehre und digitale Prüfung im Jahr 2021 auf USD 22,7 Mrd. Bei einer erwarteten jährlichen Wachstumsrate von 17 % ergibt sich eine Prognose von USD 42,5 Mrd. für das Jahr 2025. 2. Auswirkungen der Rahmenbedingungen auf die asknet Solutions AGDie Beschleunigung der Digitalisierung im Berichtszeitraum unterstützt das Geschäftsmodell von asknet. Als globaler Anbieter von Softwarelösungen und IT-Dienstleistungen für den OnlineVertrieb von digitalen und physischen Produkten profitiert die asknet Solutions AG weiterhin von der Verlagerung der Handelsumsätze ins Internet und der Transformation des Nutzer- wie auch des Bezahlverhaltens. Hieraus ergibt sich für das Unternehmen die Chance, weitere in den wachstumsstarken eCommerce-Märkten tätige Hersteller als Kunden zu gewinnen. Der Geschäftsbereich eCommerce ist dank seiner bewährten Lösungen und fortlaufenden Technologieinvestitionen grundsätzlich gut aufgestellt, um von den Veränderungen in der eCommerce-Branche zu profitieren. Das Marktsegment für Full-Service-Lösungen, die Herstellern das Outsourcing des internationalen Online-Vertriebs ihrer Produkte ermöglichen, befindet sich jedoch in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium, und die asknet Solutions AG steht hier in einem harten Wettbewerb um Marktanteile mit anderen eCommerce-Anbietern. Durch die Stärkung seiner drei Kompetenzfelder - Technologieplattform, Merchant-of-Record-Services, Payment Facilitation Services und Solutions - will das Unternehmen seine Vertriebsposition in den eCommerce-Märkten ausbauen. Im Geschäftsbereich Academics verfügt die asknet Solutions AG über eine hervorragende Marktabdeckung und hohe Bekanntheit im Software-Reselling an Hochschulen und Forschungseinrichtungen in der DACH-Region und profitiert von den weiter steigenden Studierendenzahlen in diesen Ländern. Es ist jedoch anzumerken, dass die Margen für den Handel mit Softwarelizenzen kontinuierlich sinken. Angesichts des schnell wachsenden EdTech-Sektors und der sich bietenden Möglichkeiten im K12-Markt hat sich das Unternehmen für eine Fokusausweitung auf den gesamten Bildungsmarkt positioniert. 3. Geschäftsentwicklung der asknet Solutions AG im Geschäftsjahr 20212021 war für die asknet Solutions AG ein Jahr der Konsolidierung und Neuausrichtung. Nachdem eine gewisse Stabilisierung und einzelne Verbesserungen erreicht wurden, erkannte das Unternehmen die Notwendigkeit stärkerer strategischer Impulse und Veränderungen. Als Ergebnis eines intensiven, vom Vorstand initiierten Prozesses stellt das Unternehmen auf der Hauptversammlung am 5. Juli 2021 seine neue Drei-Säulen-Strategie vor. Mit der Umsetzung der neuen Strategie verschreibt sich asknet einer ehrgeizigen Wachstumsvision. Die Strategie konzentriert sich auf die Neuausrichtung der Geschäftsbereiche zur Erzielung eines profitablen und nachhaltigen Wachstums. Ziel ist eine Ergebnisverbesserung im Jahr 2022 und das Erreichen der Gewinnschwelle bis Ende 2023. Um eine solide finanzielle Basis zu schaffen, strategische Investitionen zu ermöglichen und die Umsetzung der Drei-Säulen-Strategie zu beschleunigen, führte das Unternehmen 2021 eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht durch. Die Nettoemissionserlöse beliefen sich auf insgesamt EUR 6,9 Mio. Das Ergebnis wurde im Geschäftsjahr 2021 durch hohe Rechtskosten im Zusammenhang mit den Altlasten, hohe Umstrukturierungs- und Investitionskosten für strategische Initiativen im Rahmen der Drei-Säulen-Strategie der Gesellschaft sowie die Verschiebung der Umsetzung umsatzstarker und strategisch wichtiger neuer Projekte belastet. Darüber hinaus führte auch die Kapitalerhöhung zu außerordentlichen Kosten und es mussten zusätzliche Rückstellungen für steuerliche Altlasten in den USA gebildet werden. Wir verweisen auf die Ausführungen im Anhang. Beide Geschäftsbereiche entwickelten sich schwächer als erwartet. Geschäftsbereiche: Beständige Fortschritte in den Geschäftsbereichen und Umsetzung der Drei-Säulen-Strategie bei gleichzeitig erhöhten Kosten für die Neuausrichtung und ProjektverschiebungenDer Geschäftsbereich Academics erzielte im Berichtszeitraum entsprechend der Drei-SäulenStrategie beständige Fortschritte, die in 2022 noch nicht in geplantem Umfang erzielt werden konnten. Durch den Abschluss eines Dreijahresvertrages mit der privatrechtlichen Stiftung SWITCH, Zürich/Schweiz, für den exklusiven Vertrieb von Adobe Creative Cloud-Lizenzen an Schweizer Studierende im Jahr 2021 konnte asknet seine Geschäftsaktivitäten in der Schweiz ausbauen. Dabei verteilt das Unternehmen die Lizenzen über sein etabliertes Portal www.studyhouse.ch an die Studierenden, um eine schnelle und einfache Verfügbarkeit der Software zu gewährleisten. asknet stellt hierbei sowohl die Lösung selbst als auch die entsprechenden Services bereit. Hierzu gehören das Portal mit automatischer Authentifizierung der Studierenden, die Zahlungsabwicklung, die Risikominimierung durch Sicherstellung hoher Verlängerungsquoten sowie die Lizenzzuweisung und die Organisation des Kundensupports, insbesondere während der Nachfragespitzen zu Beginn eines jeden Semesters. Das Projekt ist ein Musterbeispiel für die erfolgreiche Umsetzung der neuen Strategie zur Expansion in attraktive Bildungsmärkte und die Fokussierung auf margenstarke Projekte und Dienstleistungen. Im Berichtszeitraum konnte asknet auch die Partnerschaft mit IBM durch zusätzliche Lizenzverkäufe ausbauen, was sich positiv auf den Rohertrag auswirkte. Im Juni 2020 hatte die asknet Solutions AG mit IBM und deutschen Hochschulen einen Anschlussvertrag an einen Hochschulrahmenvertrag der Länder unterzeichnet, der den Verkauf von Lizenzen sowie die Erbringung von Mehrwertdiensten bis September 2024 umfasst. Gleichzeitig musste das Unternehmen aber auch einen starken Rückgang beim Verkauf von Lizenzen eines großen Softwareherstellers verkraften, da im Jahr 2021 wichtige Ausschreibungen verloren wurden. Darüber hinaus wurde die Umsetzung umsatzstarker und strategisch bedeutsamer neuer Projekte, die ursprünglich für den Berichtszeitraum geplant war, auf das Geschäftsjahr 2022 verschoben. Im Bereich New Pipeline treibt ein erfahrenes Business Development Team die Ausweitung auf den gesamten Bildungsmarkt voran. Organisatorisch werden Projekte, die die Pilotphase erfolgreich abgeschlossen haben, von diesem Bereich in den Geschäftsbereich Academics überführt. Ein erfolgreiches Projekt des Jahres 2021 war der Rollout der ursprünglich Ende 2020 geschlossenen Partnerschaft mit dem führenden EdTech-Unternehmen Blackboard. Das technologisch anspruchsvolle EdTech-Ökosystem von Blackboard besteht aus einer umfassenden und flexiblen Lehr- und Lernplattform mit hoher Konnektivität zu bestehenden Lehrplattformen. Im Geschäftsjahr 2021 wurden gemeinsame Veranstaltungen und proaktive Marketingmaßnahmen durchgeführt, um digitale Lernumgebungen zu fördern und die Marktpräsenz von Blackboard zu erhöhen. Im Ergebnis konnten Verträge für das BlackboardProdukt "Blackboard Collaborate virtual class" mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mannheim und dem Geneva International Centre for Humanitarian Demining sowie für das Blackboard-Produkt "Blackboard Ally" mit der International Disability Alliance unterzeichnet werden, aus denen die asknet Solutions AG Provisionseinnahmen erzielt. Darüber hinaus konnte asknet im ersten Quartal 2022 eine Ausschreibung des Deutschen Forschungsnetzes (DFN) für Virtual-Classroom-Lösungen als Rahmenvertrag für alle deutschen Hochschulen mit Blackboard Collaborate Classroom gewinnen. Aktuell hat asknet eine umfangreiche Kampagne für den Vertrieb der Blackboard-Tools "Ally for web" und "Ally for LMS" gestartet. Die Dell Hosted Shopping Application, ein innovatives Gemeinschaftsprojekt mit Dell, verzeichnete einen erfolgreichen Start, auch wenn 2021 aufgrund von Verzögerungen keine neuen Kunden an die Plattform angeschlossen werden konnten. Dennoch hat das Projekt großes Potenzial, weitere DELL-Partner auf die Plattform zu bringen und mit der Hosted Shopping Application in die anderen DACH-Länder zu expandieren. Die Neuausrichtung des Geschäftsbereichs eCommerce Solutions begann im Geschäftsjahr 2020 mit der Veräußerung der Nexway AG, Basel/Schweiz, und deren wesentlichen Tochtergesellschaften (Nexway-Gruppe). Zur Initiierung langfristigen, skalierbaren Wachstums legt das Unternehmen aktuell die Basis für die erfolgreiche Neuausrichtung des Geschäftsbereichs. Hier wurden im Geschäftsjahr 2021 durch die Einstellung neuer Entwickler und den Aufbau eines schlagkräftigen Vertriebs- und Marketingteams Fortschritte erzielt. Im Berichtszeitraum wurde besonderes Augenmerk auf die Pflege der bestehenden Beziehungen zu den wichtigsten Top-Kunden gelegt, um die mit diesen erzielten stabilen Umsatzerlöse langfristig abzusichern. Zum Ende des Geschäftsjahres wurde ein gezielter Prozess für die Neukundengewinnung erfolgreich initiiert. Im Rahmen der Drei-Säulen-Strategie wurde der Fokus auch auf die Steigerung des Bekanntheitsgrades des Geschäftsbereichs gelegt. Dazu wurde eine neue Website eingerichtet, die den kundenzentrierten Ansatz verdeutlicht. Mit laufenden Technologie-Upgrades soll das Alleinstellungsmerkmal des Portfolios an eCommerce Solutions zusätzlich gestärkt werden. Eines der in diesem Zusammenhang im Geschäftsjahr 2021 erfolgreich realisierten Projekte war Amazon Web Services (AWS). Durch die Infrastrukturmigration auf AWS konnte das Unternehmen dank erhöhter Skalierbarkeit und erweiterter Cloud-Funktionen seine Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Es ist geplant, die Umsatzerlöse aus dem eCS-Geschäft bis 2023 um 11 % zu steigern. Der Umsatzrückgang im Jahr 2021 beruht vor allem auf der Verschiebung eines Großprojekts auf Anfang 2022 sowie hinter den Erwartungen zurückbleibenden Geschäften mit Neukunden. Außerdem fielen die Kosten für die Reorganisation des eCS-Geschäfts höher aus als erwartet. 4. Ereignisse nach dem BilanzstichtagAm 12. Januar 2022 wurde der Gesellschaft mitgeteilt, dass die Two Partner Group LLC, New York/USA, deren wirtschaftlich Berechtigter Norman Hansen ist, eine Mehrheitsbeteiligung von 72,98% der Aktien an der Gesellschaft erworben hat. Am 24. Januar 2022 wurde der Gesellschaft mitgeteilt, dass die Good Cause Capital S.A., Basel/Schweiz, eine Mehrheitsbeteiligung von 72,98 % der Aktien der asknet Solutions AG von der Two Partners Group LLC erworben hat. Alleinige Gesellschafter von Good Cause Capital S.A. waren zu diesem Zeitpunkt Aston Fallen und Thomas Garrahan. Mit Beschluss vom 23. Februar 2022 hat das Amtsgericht Mannheim mit Wirkung zum 5. März 2022 einen neuen Aufsichtsrat für die asknet Solutions AG bestellt. Jason Foodman, Präsident von SalonRunner Software LLC und ein in den USA ansässiger E-Commerce-Experte, hat die Funktion des Aufsichtsratsvorsitzenden übernommen. Das Gericht hat außerdem Bill Carney und Philipp Reichardt als weitere Mitglieder des Aufsichtsrats bestellt. Die Ernennungen folgten auf die Rücktritte der bisherigen Aufsichtsratsmitglieder Christian Lagerling, Luis Tavares Bravo und Andreas Lammel sowie deren Ersatzmitglieder jeweils mit Wirkung zum Ablauf des 4. März 2022. Am 4. März 2022 traf der Aufsichtsrat der asknet Solutions AG eine einvernehmliche Vereinbarung mit Florent Guillomeau, die ihn mit Wirkung zum 30. Juni 2022 von seinen Aufgaben als CFO der Gesellschaft entbindet. Darüber hinaus beschloss der Aufsichtsrat, Aston Fallen und Thomas Garrahan als Co-CEOs der asknet Solutions AG mit Wirkung zum 9. März 2023 zu bestellen. Der bisherige CEO Christian Herkel übernahm die Position des COO. Am 21. April 2022 legte Jason Foodman sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender mit Wirkung zum 21. Mai 2022 nieder. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung vom 23. Mai 2022 wurde Aston Fallen, seinerzeit Co-CEO der Gesellschaft, als neues Mitglied vorgeschlagen und gewählt. Im Anschluss wählte der Aufsichtsrat ihn zu seinem neuen Vorsitzenden. Am 2. Mai 2022 legten William Carney und Phillipp Reichardt ihre Aufsichtsratsmandate mit Wirkung zum 2. Juni 2022 nieder. In der Folge hat das Amtsgericht Mannheim mit Beschluss vom 20. Mai 2022 Michael Baumann und Wolfgang Müller mit Wirkung zum 3. Juni 2022 bestellt. Als langjähriger Mitarbeiter von asknet hat Michael Baumann die Leitung des Geschäftsbereichs Academics inne. Auch Wolfgang Müller, Geschäftsführer und Inhaber von living-c eCommerce Solutions GmbH, unterhält in verschiedenen führenden Positionen im Bereich Vertrieb und Produktmanagement langjährige Beziehungen zu asknet. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 23. Mai 2022 folgten die Aktionäre dem Vorschlag der Gesellschaft bezüglich des Abschlusses eines Vergleichs mit den ehemaligen Vorstandsmitgliedern, ihren Rechtsnachfolgern und ihrem D&O-Versicherer, der Chubb European Group SE. Die asknet Solutions AG hatte von den genannten Parteien aufgrund der Verantwortung des ehemaligen Vorstands für umsatzsteuerliche Sachverhalte im In- und Ausland und deren Auswirkungen auf die Finanzlage der Gesellschaft in mehreren Gerichtsverfahren Schadensersatz gefordert. Entsprechend zahlte der Versicherer einen Betrag von EUR 696.645,00 an die asknet Solutions AG. Mit Zahlung des Vergleichsbetrages sind alle möglichen Ansprüche der Gesellschaft gegen die ehemaligen Vorstandsmitglieder in Bezug auf den strittigen Sachverhalt in den diversen Verfahren abgegolten und endgültig beigelegt. Mit Schreiben vom 19. Oktober 2022 teilten die Steuerbehörden der Gesellschaft ihre Absicht mit, nun ihre Ansprüche geltend zu machen. Die Höhe der Forderung übersteigt den Vergleichsbetrag um rund EUR 67.000. Bisher sind die Ansprüche nicht geltend gemacht worden. Sollten die Ansprüche geltend gemacht werden, plant die Gesellschaft die Stellung eines Antrags auf Stundung. Sollte dieser abgelehnt werden, plant sie, Vollstreckungsschutz zu beantragen oder Ratenzahlungen auszuhandeln. Das Management der Gesellschaft schätzt aktuell die Wahrscheinlichkeit, dass eine dieser Maßnahmen von den Steuerbehörden akzeptiert wird, als hoch ein. Ob die Steuerbehörden eine der oben genannten Maßnahmen akzeptieren werden, kann derzeit jedoch nicht mit Sicherheit gesagt werden. Am 30. Mai 2022 haben Vorstand und Aufsichtsrat bei der Deutschen Börse das Delisting der Aktie der asknet Solutions AG aus dem Freiverkehr (Basic Board) der Frankfurter Wertpapierbörse mit Wirkung zum Handelsschluss am 30. August 2022 beantragt. Das Delisting des Unternehmens erfolgte am 31. August 2022. Es wird erwartet, dass sich durch diese Maßnahme der zukünftige Verwaltungs- und Kostenaufwand reduziert. Auf Antrag des Vorstands stimmte der Aufsichtsrat der asknet Solutions AG am 6. Oktober 2022 aufgrund von Liquiditätsengpässen der Aufnahme eines Überbrückungskredits in Höhe von EUR 1,0 Mio. von der Gesellschafterin Good Cause Capital S.A. zunächst für einen Zeitraum von sechs Monaten mit anschließender Verlängerung zu. Nachdem der Fälligkeitstermin mehrfach bis Mitte 2023 verschoben worden war, trat die Good Cause Capital S.A. am 20. Februar 2023 ihre Ansprüche aus dem Darlehensvertrag an die Garage Italia Finance S.a.r.l. ab. Beide Parteien, Garage Italia Finance S.a.r.l. und asknet Solutions AG, verlängerten die Fälligkeit des Darlehens weiter bis zum 31. Dezember 2024 zu. Ebenfalls am 6. Oktober 2022 stimmte der Aufsichtsrat der asknet Solutions AG dem Verkauf des gesamten Anleiheportfolios, darunter 694 Schuldverschreibungen der Garage Italia Finance S.a.r.l. und 1.843 Schuldverschreibungen der Digital Knight Finance S.a.r.l., gegen ein Entgelt von EUR 1,5 Mio. zu. Am 10. Oktober 2022 legte Aston Fallen sein Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrats nieder. Mit Beschluss vom 25. Oktober 2022 hat das Amtsgericht Karlsruhe Jakub Kokoszka als neues Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. Der Aufsichtsrat wählte Herrn Kokoszka zu seinem neuen Vorsitzenden. Am 11. Oktober 2022 legte Thomas Garrahan sein Amt als CEO der asknet Solutions AG nieder. Dieser Schritt folgte der Entscheidung, die Managementkosten zu senken. Damit ist COO Christian Herkel nun Alleinvorstand (CEO) der asknet Solutions AG. Am 20. Oktober 2022 wurde die Gesellschaft darüber informiert, dass die Anteile an der Good Cause Capital S.A. - die Mehrheitsaktionärin von asknet - von Thomas Garrahan, dem wirtschaftlichen Eigentümer der Gesellschaft, an Jakub Kokoszka, Principal Managing Partner der Cyberheaven Sp. z o.o., verkauft wurde. Angesichts ihrer weiterhin angespannten Liquiditätslage hat die Gesellschaft am 10. März 2023 einen Kreditvertrag mit einer Laufzeit bis zum 10. März 2025 abgeschlossen, in dem sich die Youngtimers AG, Basel, Schweiz, verpflichtet, der Gesellschaft eine Kreditlinie in Höhe von maximal EUR 3 Mio. zu gewähren. Die Inanspruchnahme der Kreditlinie kann vierteljährlich erfolgen, wobei die erste Inanspruchnahme am 13. März 2023 und die letzte Inanspruchnahme am 10. Juni 2024 erfolgen kann. Die erste Inanspruchnahme erfolgte am 13. März 2023 in Höhe von EUR 750.000. Der Höchstbetrag jeder weiteren Inanspruchnahme soll der Gesamtliquiditätslücke entsprechen, die sich gemäß der zum jeweiligen Datum der Inanspruchnahme aktualisierten Cashflow-Planung des Vorstands der Gesellschaft in den nächsten drei Monaten nach dem jeweiligen Inanspruchnahmetermin ergibt. In gegenseitigem Einvernehmen mit der Gesellschaft ist die Youngtimers AG berechtigt, nach eigenem Ermessen den Höchstbetrag für jede Inanspruchnahme zu erhöhen. Die Auszahlung weiterer Kreditbeträge ist abhängig von (a) dem Vorliegen eines Bestätigungsvermerks für den Jahresabschluss der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2021 und (b) dem Eingang (i) einer Erklärung über die Höhe der gewünschten jeweiligen Inanspruchnahme und (ii) einer zum Datum dieser Erklärung aktualisierten Cashflow-Planung des Kreditnehmers für die kommenden 18 Monate bei der Youngtimers AG. Die in Anspruch genommenen Beträge werden mit einem festen Zinssatz von 2,5 % verzinst und die Zinsen sind am Ende der Laufzeit fällig und zahlbar. Der Kreditvertrag enthält eine qualifizierte Nachrangigkeitsklausel. Am 14. März 2023 wurde die Gesellschaft darüber informiert, dass die Good Cause Capital S.A. - die Mehrheitsaktionärin von asknet - ihre Anteile an der Gesellschaft an die Garage Italia Finance S.a.r.l. übertragen hat, deren alleiniger Gesellschafter Jakub Kokoszka ist. Das Management ist davon überzeugt, dass die Kreditlinie die Solvenzschwierigkeiten für die nächsten 18 Monaten beheben wird. Am 2. Mai 2023 hielt asknet eine außerordentliche Hauptversammlung ab. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung informierte der Vorstand die Aktionäre, dass der Gesellschaft ein Verlust gemäß § 92 Abs. 1 AktG in Höhe von mehr als der Hälfte des Grundkapitals entstanden ist. Die Aktionäre folgten dem Vorschlag des Aufsichtsrats und wählten MSW GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Berlin, zum Abschluss- und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage der Gesellschaft stimmten die Aktionäre außerdem im Rahmen des Kostensenkungspakets der Neuregelung der Aufsichtsratsvergütung und der entsprechenden Satzungsänderung zu. Im Februar 2022 unterzeichnete asknet eine Reseller-Vereinbarung mit ZOOM Video Communications Inc., San Jose / CA (USA), und strebt nun den Abschluss eines größeren Rahmenvertrags mit den Hochschulen an. Zudem befindet sich das Unternehmen in fortgeschrittenen Verhandlungen mit einem großen Anbieter über den Abschluss eines weiteren deutschlandweiten exklusiven Rahmenvertrags. Im November 2022 unterzeichnete asknet eine Partnerschaftsvereinbarung mit Udemy, einer führenden Online-Lern- und Lehrplattform. Durch die Partnerschaft erhält asknet Zugang zum bisher noch nicht erschlossenen Markt für flexible und effektive Kompetenzentwicklung für unterschiedlichste Organisationen wie z. B. Behörden und behördennahe Dienstleistungsunternehmen sowie öffentliche Unternehmen und Konzerne. Udemy Inc. ist eine 2010 in den USA gegründete Lern- und Lehrplattform, die Einzelpersonen und Unternehmen die Möglichkeit bietet, sich in mehr als 213.000 Kursen weiterzubilden und weiterzuqualifizieren. Mit Class Technologies Inc. konnte asknet einen weiteren neuen Partner gewinnen. Die entsprechende Reseller-Vereinbarung wurde im September 2022 unterzeichnet. Die neue Partnerschaft bietet vielversprechende Chancen in Märkten, die auf K12, Hochschuleinrichtungen, Unternehmen und Behörden zielen. Als in den USA ansässiges EdTech-Unternehmen bietet Class Technologies Inc. Lehr- und Lerntools auf der Grundlage des Videokonferenzdienstes Zoom an. Ziel ist es, das Lehren zu erleichtern und das Engagement der Lernenden in virtuellen und hybriden Klassenzimmern zu verbessern, so dass sich Online-Klassenzimmer wie echte Lernumgebungen anfühlen. Auf der Grundlage von Rahmenverträgen mit dem DFN - Verein zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes (für Deutschland) - und ACOmarket - Zentraler IT Service Broker und Dienstleister der österreichischen Universitäten (für Österreich) - geht asknet davon aus, 2023 weitere Hochschuleinrichtungen als Neukunden für Class-Lösungen gewinnen zu können. Umsatz- und ErtragslageTatsächliche Entwicklung der KennzahlenDie Umsatzerlöse sanken im Geschäftsjahr 2021 um 10,6 % auf EUR 73,3 Mio. (Vorjahr: EUR 81,9 Mio.). Der Rohertrag (berechnet als Umsatzerlöse und sonstige betriebliche Erträge abzüglich des Materialaufwands) belief sich auf EUR 8,4 Mio. nach EUR 9,5 Mio. (exklusive des Verkaufs der Nexway Group AG) im Geschäftsjahr 2020. Die Rohertragsmarge sank leicht von 11,5 % im Vorjahr auf 11,4 % im Berichtszeitraum. asknet Solutions AG hatte zunächst eine EBIT-Verbesserung gegenüber dem Vorjahr prognostiziert (2020: EUR -1,2 Mio.). Am 8. Februar 2022 passte die Gesellschaft angesichts einer im zweiten Halbjahr 2021 hinter den Erwartungen zurückbleibenden Entwicklung in beiden Geschäftsbereichen sowie höherer Kosten im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung ihre Ergebnisprognose an. Auf der Grundlage vorläufiger Ergebnisse erwartete das Unternehmen ein Betriebsergebnis (EBIT) von rund EUR -3,4 Mio. Das endgültige für 2021 ausgewiesene EBIT beträgt EUR -4,2 Mio. Im folgenden Abschnitt findet sich die detaillierte Darstellung der Umsatz- und Ertragsentwicklung für die asknet Solutions AG. Im Geschäftsjahr 2021 sanken die Umsatzerlöse der asknet Solutions AG um 10,6 % auf EUR 73,2 Mio. Der gesunkene Umsatz ist auf einen Rückgang beim Verkauf von Lizenzen eines großen Softwareherstellers zurückzuführen, da asknet im Berichtszeitraum wichtige Ausschreibungen verloren hatte. Darüber hinaus wurden umsatzstarke und strategisch bedeutsame neue Projekte, die ursprünglich für den Berichtszeitraum geplant waren, auf die folgenden Geschäftsjahre verschoben. Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken von EUR 2,5 Mio. auf EUR 0,9 Mio. Hier wurden im Wesentlichen Fremdwährungsgewinne, Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sowie eine Abfindung aus der Kündigung einer Vereinbarung mit asknets ehemaligem Gesellschafter Facebank / fuboTV realisiert. Demgegenüber waren im Jahr 2020 die sonstigen betrieblichen Erträge außerordentlich hoch ausgefallen, was im Wesentlichen auf dem Nettoerlös von EUR 1,5 Mio. aus dem Verkauf der Nexway Group AG einschließlich ihrer Tochtergesellschaften, darunter die Nexway SAS, beruhte. Das Rohergebnis ohne sonstige betriebliche Erträge belief sich auf EUR 7,5 Mio. gegenüber EUR 8,5 Mio. im Jahr 2020. Rohertrag (ohne sonstige betriebliche Erträge), halbjährlich (in EUR Mio.) *
* rundungsbedingte Differenzen in den Summen
Der Personalaufwand der asknet Solutions AG stieg aufgrund der Einstellung neuer qualifizierter Mitarbeiter gegenüber dem Vorjahreswert von EUR 3,7 Mio. leicht auf EUR 4,0 Mio. an. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich 2021 um 6,7 % auf EUR 8,3 Mio. (Vorjahr: EUR 7,8 Mio.) und blieben damit auf einem hohen Niveau. Sie beinhalten insbesondere Rechtskosten im Zusammenhang mit Altlasten, hohe Restrukturierungs- und Investitionskosten für strategische Initiativen im Rahmen der Drei-Säulen-Strategie sowie Kosten im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung. Daraus ergibt sich ein Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) von EUR -3,7 Mio. nach EUR -0,5 Mio. im Jahr 2020. Das EBIT sank auf EUR -4,2 Mio. (Vorjahr: EUR -1,2 Mio.). Die Zinsen aus Finanzinvestitionen in verschiedene festverzinsliche Anlagen sind auf EUR 0 (Vorjahr: TEUR 188) gesunken. Während sich die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge auf TEUR 259 (Vorjahr: TEUR 774) beliefen, sanken die Zinsaufwendungen deutlich auf TEUR 183 (Vorjahr: EUR 1,5 Mio.). Die deutliche Verringerung der Zinslast ist unter anderem auf den am 9. April 2021 angekündigten vorzeitigen Rückkauf der Anleihen mit einem Kupon von 6 % zurückzuführen, durch den asknet seine bilanzielle Verschuldung abbauen und seine Kostenstruktur dank des Wegfalls von jährlichen Zinsaufwendungen in Höhe von EUR 360.000 basierend auf dem zu der Zeit noch ausstehenden Betrag verbessern konnte. Darüber hinaus war im Vorjahr eine einmalige Zinszahlung i.H. von TEUR 763 an die Steuerbehörden zu verbuchen. Am 6. Oktober 2022 stimmte der Aufsichtsrat der Gesellschaft dem Verkauf des gesamten Anleiheportfolios gegen ein Entgelt von EUR 1,5 Mio. zu. Aufgrund dieses Ereignisses nach dem Bilanzstichtag passte das Management von asknet den Wert der Finanzanlagen zum 31. Dezember 2021 an die Höhe der Verkaufserlöse an. Infolgedessen verzeichnete die Gesellschaft im Berichtsjahr einen zusätzlichen finanziellen Verlust in Höhe von EUR 7,3 Mio. Insgesamt belief sich der Jahresfehlbetrag auf EUR 11,5 Mio. (Vorjahr: EUR 1,6 Mio.). Einschließlich des Ergebnisvortrags in Höhe von EUR -6,1 Mio. ergab sich ein Bilanzverlust von EUR -17,6 Mio. Im Berichtsjahr erzielte die asknet Solutions AG rund 67 % ihrer Umsätze außerhalb Deutschlands (Vorjahr: 61 %). Der Anteil des in Europa (ohne Deutschland) erzielten Umsatzes lag bei 20% (Vorjahr: 19 %) und damit auf dem Niveau des Vorjahres. Der Umsatzanteil der USA erhöhte sich leicht um einen Prozentpunkt von 20 % im Jahr 2020 auf 21 % im Jahr 2021. Auch der Anteil des in Asien erzielten Umsatzes stieg von 14 % im Jahr 2020 auf 18 % im Jahr 2021. Mit einem Anteil von 33 % am Gesamtumsatz büßte der Heimatmarkt Deutschland etwas von seiner Position als umsatzstärkster Einzelmarkt ein (Vorjahr: 39 %). Umsatzanteil nach RegionenEntwicklung der GeschäftsbereicheDie Entwicklung der Geschäftsbereiche von asknet war im Geschäftsjahr 2021 einerseits von langsamen, aber beständigen Fortschritten und einer schrittweisen Umsetzung der Drei-SäulenStrategie, andererseits von höheren Neuausrichtungskosten und Projektverschiebungen geprägt. Im Geschäftsbereich eCommerce Solutions hat asknet einen Veränderungsprozess initiiert, der in hohem Maße Kapazitäten gebunden hat. Daher lag der Hauptschwerpunkt auf der Sicherung der bestehenden Kunden. Der Gesamtumsatz lag mit EUR 52,8 Mio. um 6 % unter dem Vorjahresniveau von EUR 55,9 Mio. Der Rohertrag sank um 6 % auf EUR 5,1 Mio. (Vorjahr: EUR 5,4 Mio.). Diese Entwicklung beruht vor allem auf der Verschiebung eines Großprojekts mit einem großen Top-Kunden auf Anfang 2022 sowie hinter den Erwartungen zurückbleibenden Geschäften mit Neukunden. Darüber hinaus fielen im eCS-Geschäft hohe Rechts- und Reorganisationskosten innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen an. Nach den Weichenstellungen im vergangenen Geschäftsjahr setzt asknet die Neuausrichtung des Geschäftsbereichs fort und plant, mit Technologie-Upgrades das Alleinstellungsmerkmal des eCommerce Solutions-Portfolios weiter zu stärken. Ein kürzlich initiierter Prozess für die gezielte Gewinnung von Neukunden verspricht zusätzliches Umsatzpotenzial in 2023. Im Geschäftsbereich Academics verzeichnete das Unternehmen einen Rückgang der Umsatzerlöse um 21 % von EUR 26,0 Mio. auf EUR 20,5 Mio. Hauptgründe für den Rückgang sind Verluste bei großen Ausschreibungen im Berichtszeitraum sowie die Verschiebung umsatzstarker und strategisch bedeutsamer neuer Projekte, die ursprünglich für den Berichtszeitraum geplant waren. Der Rohertrag im Geschäftsbereich Academics sank von EUR 3,3 Mio. im Jahr 2020 auf EUR 2,3 Mio. im Geschäftsjahr 2021. Auch im Jahr 2022 ist mit einem Rückgang zu rechnen. Allerdings hat asknet in den letzten Geschäftsperioden erfolgreiche Projekte mit Blackboard, Dell und IBM und Switch gestartet, so dass die Geschäftsaussichten des Bereichs Acadmics für die kommenden Jahre ab 2023 chancenreich sind. Roherträge nach Geschäftsbereichen (in EUR Mio.) *
* rundungsbedingte Differenzen in den Summen
Vermögens- und FinanzlageDie Bilanzsumme der asknet Solutions AG belief sich zum 31. Dezember 2021 auf EUR 21,0 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 31,8 Mio.). Der Rückgang ist in erster Linie auf die Rückzahlung der ausstehenden Anleihen im Gesamtnennbetrag von EUR 6,0 Mio. bei gleichzeitiger Reduktion der in den Finanzanlagen gehaltenen Wertpapiere sowie einer zum Jahresabschluss entsprechenden Abschreibung auf die verbliebene Position der langfristigen Finanztitel in Höhe von EUR 7,3 Mio. zurückzuführen. Auf der Aktivseite verringerte sich der Wert der immateriellen Vermögenswerte von 0,9 Mio. EUR auf 0,7 Mio. EUR, was hauptsächlich auf die Abschreibung von erworbenen Lizenzen, Warenzeichen und ähnlichen Rechten bei gleichzeitiger Aktivierung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen zurückzuführen ist. Die langfristigen Wertpapiere gingen aufgrund des bereits erwähnten Verkaufs von Anleihen und der entsprechenden Abschreibungen auf EUR 1,5 Mio. zurück. Insgesamt verringerte sich der Wert des Finanzanlagevermögens im Wesentlichen aufgrund der vorgenannten Sachverhalte von EUR 11,3 Mio. auf EUR 1,7 Mio. Das Umlaufvermögen lag mit EUR 11,5 Mio. unter dem Vorjahresniveau (31. Dezember 2020: EUR 15,2 Mio.). Hauptursache war die geringere Liquidität - der Zahlungsmittelbestand belief sich auf EUR 5,3 Mio., nach EUR 8,5 Mio. am 31. Dezember 2020. Auf der Aktivseite bestehen aktive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von EUR 3,2 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 4,3 Mio.), die im Wesentlichen aus dem im Juni 2020 unterzeichneten regionalen Hochschulrahmenvertrag über den Verkauf von IBM-Statistiksoftwarelizenzen stammen. Da die darin enthaltenen Erträge aus der Vermietung von Softwarelizenzen über die Laufzeit des Vertrages bis Ende September 2024 abgegrenzt wurden, verringert sich der Wert der aktiven Rechnungsabgrenzungsposten entsprechend über die Laufzeit. Auf der Passivseite verringerte sich das Eigenkapital von EUR 0,8 Mio. zum 31. Dezember 2020 auf EUR -3,9 Mio. zum 31. Dezember 2021, welches auf der Aktivseite als nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag ausgewiesen wird. Dabei stand der am 21. September 2021 beschlossenen und am 24. November 2021 durchgeführten Kapitalerhöhung ein hoher Jahresfehlbetrag gegenüber, der unter anderem auf die Abschreibung von Finanzanlagen sowie hohe Altlasten und Umstrukturierungskosten zurückzuführen war. Die sonstigen Rückstellungen stiegen von EUR 3,5 Mio. auf EUR 4,1 Mio. und bestehen im Wesentlichen aus ausstehenden Lieferantenrechnungen, Zahlungsansprüchen von Universitäten und Forschungsinstituten sowie Rechtskosten. Im April 2021 hat asknet die ausstehenden Anleiheverbindlichkeiten in Höhe von EUR 6,0 Mio. vollständig getilgt. Dadurch wurde die Bilanz optimiert und der Cashflow aufgrund des Wegfalls der jährlichen Zinsaufwendungen verbessert. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich zum Stichtag auf EUR 9,5 Mio. (Vorjahr: EUR 11,5 Mio.). Der Posten umfasst wie üblich im Wesentlichen Rechnungen von Softwareherstellern, die im Januar des Folgejahres beglichen werden. Der Betrag ist aufgrund des geringeren Umsatzes und der damit verbundenen geringeren Auszahlungen an die Verlage niedriger als im Vorjahr. Die sonstigen Verbindlichkeiten betrugen zum Ende des Geschäftsjahres 2021 EUR 2,6 Mio. (Vorjahr: EUR 3,7 Mio.). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf gesunkene Steuerverbindlichkeiten zurückzuführen. Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten sanken um 27,4 % auf EUR 4,2 Mio. Diese Position beinhaltet im Wesentlichen IBM-Software-Leasingverträge, die über die Laufzeit des Vertrags bis Ende September 2024 abgegrenzt werden. Die Finanzierung wird von der asknet Solutions AG für sich selbst sowie für ihre japanischen, US-amerikanischen und schweizerischen Tochtergesellschaften gesteuert. Damit verfügte der Konzern im Berichtszeitraum stets über ausreichende Liquidität. Aufgrund der im Jahr 2022 ergriffenen Maßnahmen zur Verbesserung der Liquiditätslage, darunter ein gewährter Überbrückungskredit, ist die Gesellschaft in der Lage, ausreichende Liquidität für die Jahre 2022 bis 2024 bereitzustellen (siehe Kapitel: "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag"). 5. Organe der GesellschaftVorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft setzten sich im Geschäftsjahr 2021 wie folgt zusammen: Zwischen dem 1. Januar 2021 und dem 31. Mai 2021 bestand der Vorstand der Gesellschaft aus Christian Herkel als Vorstandsvorsitzendem (Chief Executive Officer - CEO) und Jan Schulmeister als Finanzvorstand (Chief Financial Officer - CFO). Am 5. März 2021 bestellte der Aufsichtsrat der Gesellschaft Florent Guillomeau mit Wirkung zum 1. Juni 2021 als neues Vorstandsmitglied in der Funktion des Chief Financial Officer (CFO). Er folgte auf Jan Schulmeister, der mit Wirkung vom 31. Mai 2021 aus dem Amt schied. Zwischen dem 1. Januar 2021 und dem Ende der Hauptversammlung am 5. Juli 2021 bestand der Aufsichtsrat aus Aston Fallen (Vorsitzender), Thomas Garrahan und Matthew Baile. Nachdem alle drei zuvor genannten Aufsichtsratsmitglieder ihr Amt mit Wirkung zum Ablauf der Hauptversammlung der Gesellschaft am 5. Juli 2021 niedergelegt hatten und die von der Hauptversammlung der Gesellschaft gewählten Ersatzmitglieder Jörn Matuszewski, Patrick Girod und Brian McConville erklärt hatten, nicht als Aufsichtsratsmitglieder zur Verfügung zu stehen, wählte die Hauptversammlung der Gesellschaft am 5. Juli 2021 die folgenden drei neuen Aufsichtsratsmitglieder: Manfred Danner, Mitglied des Vorstands der Mountain Alliance AG, Massimiliano Iuliano, Mitglied des Vorstands der Youngtimers Asset Company AG (und Delegierter des Vorstands der The Native SA), Andreas Lammel, neu ernannter Executive Director und Head of Operations der CORESTATE Bank GmbH (zuvor Head of Paying Agency, CACEIS Bank - Niederlassung Deutschland). Im Anschluss wählte der Aufsichtsrat Manfred Danner zu seinem Vorsitzenden und Massimiliano Iuliano zum stellvertretenden Vorsitzenden. Nach Ausscheiden des Aufsichtsratsvorsitzenden Manfred Danner mit Wirkung zum Ablauf der außerordentlichen Hauptversammlung am 15. Oktober 2021 und der Erklärung der Ersatzkandidaten Norman Hansen, Luis Tavares Bravo und Svetlana Klochko, nicht als Aufsichtsratsmitglieder zur Verfügung zu stehen, wurde Christian Lagerling für eine Amtszeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, als neues Mitglied in den Aufsichtsrat der asknet Solutions AG gewählt. Im Anschluss an die außerordentliche Hauptversammlung wählte der Aufsichtsrat ihn zu seinem neuen Vorsitzenden. Am 20. Dezember 2021 legte Massimiliano Iuliano sein Mandat im Aufsichtsrat mit Wirkung zum 20. Januar 2022 nieder, woraufhin das Ersatzmitglied Luis Tavares Bravo seine Nachfolge im Aufsichtsrat antrat. Nach dem Berichtszeitraum gab es weitere Veränderungen im Aufsichtsrat und im Vorstand der Gesellschaft (siehe Kapitel "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag"). 6. MitarbeiterQualifizierte Mitarbeiter sind das wertvollste Kapital der asknet Solutions AG. Um weiterhin führende Lösungen anbieten zu können, hat sich das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr personell weiter verstärkt und sowohl neue Entwickler als auch operative Ressourcen rekrutiert. Außerdem hat asknet ein schlagkräftiges Vertriebs- und Marketingteam für das eCS-Geschäft aufgebaut. Zum 31. Dezember 2021 erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten des asknet Konzerns (einschließlich Vorstand, Auszubildenden und Aushilfen) auf 76, davon 67 bei der asknet Solutions AG und 9 bei den Tochtergesellschaften asknet eCommerce Solutions GmbH, asknet Switzerland GmbH, der US-Tochter asknet Inc. und der japanischen Tochter asknet K.K. 7. Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktGDer Vorstand der Gesellschaft hat gemäß § 312 AktG einen Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 erstellt. Der Bericht schließt mit der folgenden Erklärung: "Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden." III. Chancen- und Risikobericht1. ChancenDie asknet Solutions AG ist heute eines der erfahrensten und innovativsten Unternehmen im Bereich Merchant-of-Record-Bezahllösungen und Softwarevertrieb für akademische Institutionen und bietet mit einem engagierten Team hochwertige Lösungen und Dienstleistungen an. Das asknet-Portfolio umfasst ein breites Spektrum an hochwertigen Software-Anwendungen für den akademischen Bereich - von IBM SPSS bis hin zu Adobe Creative Cloud. Mit ihrer neuen Drei-Säulen-Strategie hat sich die Gesellschaft einer ehrgeizigen Wachstumsvision mit klar definiertem Ziel verschrieben. Dabei konzentriert sich asknet auf die Neuausrichtung der Geschäftsbereiche, um nachhaltig und profitabel zu wachsen. Ziel ist eine Ergebnisverbesserung im Jahr 2022 und das Erreichen der Gewinnschwelle im Jahr 2023. Die Drei-Säulen-Strategie beinhaltet eine klare Roadmap für die kommenden Jahre und legt einen besonderen Fokus auf die Ausgestaltung von drei zentralen Bereichen: § Die erste Säule der Strategie umfasst den Plan, das Produkt- und Dienstleistungsangebot für die Zielgruppe des Geschäftsbereichs Academics auszuweiten. asknet wird sich verstärkt auf margenstarke Projekte anstatt auf das margenschwache Beschaffungsgeschäft konzentrieren. Durch das Angebot zusätzlicher Dienstleistungen profitieren die Kunden darüber hinaus von höherer Wertschöpfung. Das übergeordnete Ziel ist dabei eine Steigerung der Academics-Umsatzerlöse bis Ende 2023 um mindestens 50 %. § Die zweite strategische Säule umfasst die Neupositionierung des eCommerce-Geschäfts sowie das Ziel, ein skalierbares Wachstum der eCS-Plattform zu erreichen. Mit TechnologieUpgrades soll das Alleinstellungsmerkmal des eCommerce Solutions-Portfolios zusätzlich gestärkt werden. Hier strebt asknet eine Steigerung der eCS-Umsätze um mindestens 20 % bis Ende 2023 an. § Die dritte Säule legt den Fokus auf die "New Pipeline" von Produkten, Dienstleistungen und Plattformen. In diesem Bereich besteht das Ziel darin, innovative Lösungen anzubieten und neue strategische Partnerschaften zu etablieren. Bis 2023 sollen die "New-Pipeline"-Entwicklungen einen Anteil von 8 % am Rohertrag der Gesellschaft erreichen. Die Neuausrichtung der Geschäftsbereiche bietet in Verbindung mit dem enormen, der asknet Solutions AG zur Verfügung stehenden Know-how große Chancen für die Zukunft des Unternehmens. 2. Internes Kontrollsystem und RisikomanagementsystemBasis des Risikomanagements von asknet ist ein "Code of Conduct", der die gesamte Belegschaft für den Umgang mit Risiken sensibilisiert und Erkennung, Analyse, Bewertung, Überwachung und Kontrolle selbiger verbessert. Das Management und die Mitarbeiter der asknet Solutions AG verpflichten sich darin zur Einhaltung aller gesetzlichen Bestimmungen und der konzerninternen Richtlinien. Dazu gehört die Einhaltung aller Gesetze und Vorschriften, die das Unternehmen möglicherweise straf- oder zivilrechtlichen Sanktionen aussetzen, sowie die Einhaltung der entsprechenden internen Richtlinien und Bestimmungen. Darüber hinaus verpflichtet der Kodex das Management und die Mitarbeiter, die Mission von asknet jederzeit durch ethische und wertorientierte Geschäftspraktiken zu verfolgen. Die Einhaltung dieses Kodexes steuert und überwacht ein Compliance-Bevollmächtigter. Zu seinen Aufgaben gehören Trainings-, Informations- und Kommunikationsmaßnahmen, die Verfolgung von Rechtsverstößen und die Umsetzung von Compliance-Anforderungen. Der Compliance-Bevollmächtigte berichtet dem Vorstand regelmäßig über durchgeführte Untersuchungen, bekannt gewordene Verstöße und deren Sanktion sowie über Präventionsmaßnahmen und sonstige Compliance-Aspekte. In grundsätzlichen Fragen berichtet der Compliance-Bevollmächtigte neben dem Vorstand unmittelbar an den Aufsichtsratsvorsitzenden. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat zudem regelmäßig über alle unternehmensrelevanten Fragen der Compliance, insbesondere über den Status-Quo und die Funktionsweise der Compliance-Maßnahmen sowie über schwere Verstöße. Alle Unternehmensbereiche berichten regelmäßig dem Compliance-Bevollmächtigten. Die Mitarbeiter der asknet Solutions AG sind verpflichtet, an der Compliance-Berichterstattung aktiv mitzuwirken. Das Risikomanagement sieht vor, dass alle Risiken gemeinsam durch die Finanzabteilung und den Vorstand regelmäßig neu bewertet werden. Im Rahmen des Risikomanagements verfolgt asknet mehr als 30 Risikopositionen, die in die Kategorien strategische, operative, rechtliche und sonstige Risiken unterteilt sind. Finanzielle Risiken werden separat durch eine monatliche Erfassung der Entwicklung der wichtigsten Kennzahlen Umsatz, Rohertrag, Rohertragsmarge, operatives Ergebnis (EBIT) und weiterer Kennzahlen überwacht. Ziel ist es, mittels der Überwachung der erhobenen Finanzkennzahlen und Performancegrößen eventuelle Risiken nicht entstehen zu lassen und die Monats- und Jahresplanung entsprechend anzupassen und zu steuern. 3. RisikenIm Folgenden werden die wichtigsten strategischen, operativen, rechtlichen und sonstigen Risikopositionen, die asknet im Rahmen seines überarbeiteten Risikomanagements überwacht, dargelegt und bewertet. Zu den strategischen Risiken zählen Umfeld- und Branchenrisiken sowie unternehmensstrategische Risiken. Als operative Risiken werden leistungswirtschaftliche, finanzielle Risiken und Personalrisiken betrachtet. Hinzu kommen rechtliche und sonstige elementare Risiken. Strategische RisikenDie Garage Italia Finance S.a r.l. hält direkt 72,98 % des Aktienkapitals der Gesellschaft. Damit hält sie einen Anteil am Grundkapital von asknet in einer Höhe, die es ihr ermöglicht, alleine Einfluss auf die Gesellschaft auszuüben. Sie ist somit in der Lage, das Ergebnis der von der Hauptversammlung zu treffenden Entscheidungen unabhängig vom Abstimmungsverhalten der Aktionäre maßgeblich zu beeinflussen. Dazu gehören insbesondere Entscheidungen über wesentliche der Hauptversammlung zur Beschlussfassung vorzulegende Geschäftsmaßnahmen sowie über die zukünftige Zusammensetzung des Aufsichtsrats und damit auch des Vorstands. In dieser Hinsicht könnten die Interessen dieser Gesellschafterin mit den Interessen der anderen Aktionäre in Konflikt geraten. Dies gilt insbesondere deshalb, weil die Aktien dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats Jakub Kokoszka zugerechnet werden. Damit das Geschäftsmodell des Unternehmens nachhaltig profitabel wird, ist eine Steigerung des Rohertrags unabhängig von Einmaleffekten oder saisonalen Schwankungen erforderlich. Ob derartige Rohertragssteigerungen nachhaltig erzielt werden können, hängt auch von Umständen ab, auf die das Unternehmen keinen Einfluss hat, wie z.B. der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung, dem allgemeinen Konsumverhalten, der Produktstrategie und dem Erfolg der Marketingkampagnen von Lieferanten oder Herstellern, deren Software das Unternehmen vertreibt, sowie dem Grad der Marktreife und dem damit verbundenen Wettbewerbsdruck. Ein Ausbleiben von Rohertragssteigerungen könnte sich deutlich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von asknet auswirken. asknet hat in der Vergangenheit beträchtliche Verluste verzeichnet. Nach ersten Verbesserungen kam das Unternehmen zu dem Schluss, dass ein stärkerer strategischer Impuls erforderlich ist, und stellte 2021 seine Drei-Säulen-Strategie vor. Ziel der ehrgeizigen Vision ist die Neuausrichtung der Geschäftsbereiche zur Erzielung von Gewinnen und nachhaltigem Wachstum in den kommenden Jahren. Zur Umsetzung der Strategie sind Investitionen erforderlich, und es besteht das Risiko, dass das Unternehmen auch zukünftig erhebliche Verluste erwirtschaftet. Auf der ordentlichen Hauptversammlung 2020 und der außerordentlichen Hauptversammlung im Oktober 2021 informierte die Gesellschaft in zwei aufeinanderfolgenden Jahren seine Aktionäre über einen Verlust in Höhe von 50 % des Grundkapitals. Aufgrund der Verluste war die Liquiditätslage des Unternehmens jeweils so angespannt, dass es auf Kapitalmaßnahmen angewiesen war. Die bisher ergriffenen Maßnahmen, wie die folgenden vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats am 6. Oktober 2022 beschlossenen Maßnahmen, reichten nicht aus, um die angespannte Liquiditätslage zu verbessern:
Angesichts ihrer weiterhin angespannten Liquiditätslage hat die Gesellschaft am 10. März 2023 einen Kreditvertrag abgeschlossen, in dem sich die Youngtimers AG, Basel, Schweiz, verpflichtet, der Gesellschaft eine Kreditlinie in Höhe von maximal EUR 3,0 Mio. zu gewähren, von der eine erste Tranche in Höhe von EUR 750.000 bereits in Anspruch genommen wurde. Der Höchstbetrag für weitere Inanspruchnahmen soll jedoch der Gesamtliquiditätslücke entsprechen, die sich gemäß der zum jeweiligen Datum der Inanspruchnahme aktualisierten Cashflow-Planung des Vorstands der Gesellschaft in den nächsten drei Monaten nach dem jeweiligen Inanspruchnahmetermin ergibt. In gegenseitigem Einvernehmen mit der Gesellschaft ist die Youngtimers AG berechtigt, nach eigenem Ermessen den Höchstbetrag für jede Inanspruchnahme zu erhöhen. Sollte sich die Planung des Vorstands für die nächsten drei Monate nach einer Inanspruchnahme als zu optimistisch erweisen und der Liquiditätsbedarf nicht ausreichend ermittelt worden sein, könnte dies zur Insolvenz der Gesellschaft führen. Außerdem gilt für die Kreditlinie ein Höchstbetrag von EUR 3,0 Mio. Basierend auf seiner Planung ist der Vorstand davon überzeugt, dass dieser Betrag ausreicht, um den Liquiditätsbedarf der Gesellschaft bis September 2024 zu decken. Sollte sich diese Planung jedoch als unzutreffend erweisen und der Liquiditätsbedarf der Gesellschaft in den kommenden 24 Monaten den Betrag von EUR 3,0 Mio. übersteigen und sollte die Gesellschaft in diesem Fall nicht in der Lage sein, Finanzmittel aus anderen Quellen bzw. diese zu akzeptablen Konditionen zu erhalten, könnte dies zur Insolvenz der Gesellschaft führen. Dieses Risiko stellt eine Gefahr für den Fortbestand des Unternehmens dar. Falls asknet weiterhin Verluste im gleichen Umfang wie bisher erwirtschaftet und Kapitalmaßnahmen nicht, nicht in ausreichendem Umfang oder nicht rechtzeitig realisiert werden, ist die Insolvenz von asknet wahrscheinlich. Das Unternehmen durchläuft seit einiger Zeit einen Prozess zur strategischen Neuausrichtung und zur Optimierung bestehender Prozesse. Diese Prozesse binden auf der Führungsebene des Unternehmens hohe Personalkapazitäten. Personelle Kapazitätsengpässe auf der Führungsebene des Unternehmens könnten dazu führen, dass sich Maßnahmen zur strategischen Neuausrichtung oder zur Optimierung interner Prozesse verzögern oder gar scheitern, was zusätzliche Kosten für das Unternehmen verursachen könnte. Dieses Risiko wird dadurch verstärkt, dass das Unternehmen nur über ein kleines Führungsteam verfügt, das in der Vergangenheit durch starke Fluktuation gekennzeichnet war. Derartige Fluktuationen, die stets Personalkapazitäten für die Einarbeitung binden, können auch in der Zukunft nicht ausgeschlossen werden. Darüber hinaus befindet sich die eCommerce-Branche, in der asknet tätig ist, in einem ständigen Prozess der Entwicklung und Veränderung. So können beispielsweise neue Technologien oder Protokolle sowie neue Rahmenbedingungen eingeführt werden, die den eCommerce-Markt und die Art, wie Produkte online verkauft werden, grundlegend beeinflussen. Solche Entwicklungen und Veränderungen sind zum Teil schwer vorhersehbar, so dass die Erfolgsaussichten der Gesellschaft vor dem Hintergrund möglicher Risiken, Unsicherheiten, finanzieller Aufwendungen, Verzögerungen und Hindernisse im Zusammenhang mit der Tätigkeit in einem sich schnell wandelnden Branchenumfeld bewertet werden müssen. Generell ist in den Märkten der asknet Solutions AG eine verstärkte Wettbewerbsintensität festzustellen. Gelingt es der Gesellschaft nicht, sich auf diese Entwicklungen und Veränderungen einzustellen, könnte dies wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von asknet haben. Die Bilanz- und Unternehmenswährung von asknet ist der Euro. Ein Teil der Geschäfte wird jedoch in anderen Währungen abgewickelt. Daher können sich periodische Schwankungen einzelner Währungen auf die Erlöse und Ergebnisse von asknet auswirken. Potenzielle Währungsrisiken in Bezug auf Bilanzpositionen und erwartete Cashflows werden von der Gesellschaft laufend überwacht, und bei Bedarf werden risikoarme Devisenhandelsinstrumente wie Terminkontrakte oder Optionen eingesetzt. Die Lizenzierungslage gemieteter Software kann sich für asknet nicht vorhersehbar durch neue Lizenzierungsmuster der Hersteller ändern. In einem solchen Fall versucht asknet, geänderten Preisen mit Systemanpassungen respektive der Nutzung anderer Software zu begegnen. Sollte es nicht möglich sein, Preisänderungen durch die Modifizierung von Systemen oder die Umstellung auf andere Software auszugleichen, könnte dies zu zusätzlichen Kosten, sinkenden Umsätzen und möglicherweise sogar zu Verlusten für das Unternehmen führen. asknet beurteilt die zuvor beschriebenen Risiken in Anbetracht ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer Auswirkungen derzeit weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit als bestandsgefährdend. asknet unterhält seit jeher sehr enge und langfristige Kundenbeziehungen. Sollten dennoch einer oder mehrere der wichtigen Kunden den Vertrag mit asknet kündigen oder nicht verlängern, würde sich dies nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft auswirken. Bei kleineren Wettbewerbern ist asknet mit geringeren Risiken konfrontiert. Mit seinem Produkt- und Dienstleistungsportfolio hebt sich asknet von den kleineren Wettbewerbern vor allem durch die Abdeckung der internationalen Märkte und die Flexibilität bei der Individualisierung der Online-Shops ab. Von seinen Top-Kunden ist asknet stark abhängig, so dass der Verlust eines der Top-5-Kunden ein erhebliches Risiko für das Unternehmen darstellt. Die Abhängigkeit von einzelnen Kunden reduziert das Unternehmen durch die kontinuierliche Verbreiterung der Kundenbasis durch neue Kundengruppen, neue Produktgruppen und die erfolgreiche Akquisition von Einzelkunden. Zudem wird durch Gewinnung von Neukunden außerhalb Europas auf eine sinkende Abhängigkeit von Großkunden sowie auf Veränderungen in der Zusammensetzung der Top-10-Kunden hingearbeitet. Nachteilig für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von asknet wäre es auch, wenn sich die Expansion in andere Märkte oder neue Geschäftsfelder nicht als langfristig rentabel erweisen sollte. Das ist grundsätzlich dann der Fall, wenn die für jede Expansion anfallenden Kosten (für die Lokalisierung, das Marketing, den Vertrieb etc.) nicht durch entsprechendes zukünftiges Ertragswachstum überkompensiert werden. Um eine solche Entwicklung auszuschließen, führt das Unternehmen vor der Umsetzung von Expansionsplänen detaillierte Analysen und Prüfungen in einem im Vorjahr entwickelten mehrstufigen Business Development-Prozess durch, um das Risiko der Unrentabilität auf ein Minimum zu reduzieren bzw. früh im Prozess die Rentabilität prüfen zu können. Ein weiteres Risiko liegt in der Prozessoptimierung. An dieser Stelle kann es durch Überlastungen zu Projektverzögerungen kommen, welche nicht unerheblich ausfallen können. Um dies zu vermeiden, wurde ein System etabliert, mit dessen Hilfe und der Delegation von Verantwortlichkeiten die Ausführung von Prozessoptimierungen wie geplant sichergestellt werden kann. Als Risiko mit signifikanten Auswirkungen wird hingegen die Überalterung von Anlagegegenständen betrachtet, dem das Unternehmen durch Abverkäufe und Abschreibungen über einen möglichst langen Zeitraum entgegenwirkt. Die Eintrittswahrscheinlichkeit liegt für beide Risiken nach Einschätzung von asknet im Bereich des Möglichen, daher werden u.a. die bereits konkret benannten Maßnahmen zur Risikominderung stringent nachverfolgt. Operative RisikenBei einem Unternehmen, das sich, wie asknet, im Bereich eCommerce auf den Vertrieb von Software spezialisiert hat, ist es von besonderer Bedeutung, die Risiken, die mit den Produkten und Dienstleistungen in Zusammenhang stehen, möglichst gering zu halten. Dem ernstzunehmenden Risiko des Verlusts der Konkurrenzfähigkeit der Infrastruktur begegnet asknet durch eine schrittweise Verbesserung der IT-Hardware, der Überprüfung von OutsourcingMöglichkeiten sowie der Anpassung auf aktuelle Standards. Das Unternehmen beurteilt die Eintrittswahrscheinlichkeit als relativ gering. Darüber hinaus steht ein beschleunigter Migrationsprozess von intern gehosteten IT-Lösungen zu Cloud-Diensten kurz vor dem Abschluss. Bei Software und Mobiltelefonen besteht das Risiko, dass unerlaubte Fremdsoftware installiert wird und die Datensicherheit gefährdet ist. asknet hält den Eintritt für unwahrscheinlich und die Auswirkungen für eher gering, da die Anmeldung und Installation von Tools zentral abgewickelt und auf aktuelle Entwicklungen und Trends entsprechend reagiert wird. Darüber hinaus könnte sich fehlende Budgettreue im Umsatz nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken. Um signifikante Auswirkungen zu vermeiden, erfasst das Unternehmen monatlich seine Umsatz- und Rohertragsergebnisse und passt auf Basis dieser Ergebnisse kontinuierlich seine Monats- und Jahres-Forecasts an. asknet schätzt die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos als relativ gering ein. Ab Februar 2023 werden die Ergebnisse der Gewinn- und Verlustrechnung monatlich überwacht, um die Transparenz des aktuellen Finanz- und Cashflow-Status zu erhöhen und eine genauere Prognose abgeben zu können. Um einen geballten Abfluss von Finanzmitteln aufgrund verschiedenster Verbindlichkeiten vorzubeugen, synchronisiert asknet die diversen Zahlungsströme und kann daher sowohl Eintritt als auch Auswirkungen des Risikos als gering einstufen. Mit einem Jahresfehlbetrag von EUR -11,5 Mio. liegt das Ergebnis 2021 nach wie vor auf einem hohen negativen Niveau und die Gesellschaft bleibt bilanziell überschuldet. Der Vorstand geht dennoch davon aus, dass der Fortbestand der Gesellschaft zum Bilanzstichtag gesichert ist, und erwartet für die nächsten 24 Monate keine Finanzierungsengpässe. Diese Einschätzung basiert unter anderem auf der am 6. Oktober 2022 vereinbarten Bereitstellung eines Überbrückungskredits, dessen Laufzeit bis zum 31. Dezember 2024 verlängert wurde, sowie auf der im Rahmen des Kreditvertrags vom 10. März 2023 von der Youngtimers AG gewährten Kreditlinie in Höhe von bis zu EUR 3,0 Mio. Die Annahmen, auf denen die Prognose des Vorstands hinsichtlich des Fortbestands des Unternehmens beruht, könnten sich jedoch als unzutreffend erweisen. Dies könnte zur Insolvenz des Unternehmens führen. Dieses Risiko stellt eine Gefahr für den Fortbestand des Unternehmens dar. asknet schätzt die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos als gering ein. Im Bereich der Mitarbeiter ergeben sich diverse Risiken: Zu asknets gesunder Basis zählen die hoch qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens. Die starke Identifikation mit dem Konzern und die daraus folgenden langen Betriebszugehörigkeiten der Belegschaft garantieren höchste Motivation und Produktivität. Die persönlichen Fähigkeiten und das Wissen der asknet Mitarbeiter sind ein entscheidender Erfolgsfaktor für die asknet Solutions AG. Eine Fluktuation, etwa durch Demotivation der Mitarbeiter, birgt das Risiko, diese Kompetenzen zu verlieren und damit Vorteile gegenüber den Wettbewerbern einzubüßen. Durch gezielte Fortbildung, Förderung und Entwicklung der Mitarbeiter, Bereitstellung eines angemessenen Arbeitsumfelds sowie die Nutzung von Dokumentationstools zur Wissensbewahrung wird diesem Risiko begegnet. Die gezielte Personalakquisition, auch von erfahrenen externen Mitarbeitern auf der ersten Führungsebene, verbessert die personelle Ausstattung der Gesellschaft und fördert kreatives Denken und Handeln. Hinzu kommt die Herausforderung, Bonusrückstellungen aufgrund der individuellen Ziele realitätsgetreu zu bemessen. Diesem Risiko wirkt das Unternehmen durch ein regelmäßiges Monitoring der Zielerreichung entgegen. asknet bescheinigt diesen Risiken eine durchaus bedeutende Relevanz, geht aber aufgrund der getroffenen Vorkehrungen von einer eher geringen Eintrittswahrscheinlichkeit aus. Die von der Gesellschaft angebotenen Dienstleistungen und Produkte (insbesondere Software) können Fehler enthalten, für die die Gesellschaft möglicherweise haftet. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass das Unternehmen in Zukunft Gewährleistungs- und/oder Schadensersatzansprüchen ausgesetzt sein wird. Solche Vorfälle könnten auch zu einer Schädigung des Ansehens der Gesellschaft führen. Ein Rückgriff auf Lieferanten und ggf. Subunternehmer ist möglicherweise nicht immer (vollständig) möglich. Diese Faktoren könnten erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben. Rechtliche RisikenRechtliche Risiken können in verschiedenen Bereichen auftreten. Darunter fallen etwa fehlende Anpassungen im Hinblick auf sich ändernde Rahmenbedingungen bei Versicherungen. Diesem Risiko wird jedoch durch einen Feedbackprozess entgegengewirkt, weshalb asknet mit zwar bedeutenden Auswirkungen, aber einer eher niedrigen Eintrittswahrscheinlichkeit rechnet. Ein höheres Risiko stellen weltweite nicht erkannte Veränderungen der Umsatzsteuerhöhe sowie veränderte Regularien und Schwellenwerte dar. Zur wirksameren Vermeidung dieses Risikos wurde das Risikomanagement 2016 überarbeitet. Dabei wurden Prozesse mit externer Unterstützung professionalisiert, so dass veränderte Anforderungen in einzelnen Lieferländern zeitnah identifiziert werden können. Damit wurde die Eintrittswahrscheinlichkeit eines solchen Risikos deutlich reduziert. Anfang des Jahres 2011 wurde festgestellt, dass eine größere Anzahl von Gutschriften nicht den Anforderungen des § 14 Abs. 1 bis 4 UStG entsprachen, sodass sie nicht zum Vorsteuerabzug berechtigten. In der Folge wurden die entsprechenden fehlerhaften Gutschriften berichtigt und berichtigte Umsatzsteuererklärungen abgegeben. Das Finanzamt akzeptierte zwar die berichtigten Gutschriften, verweigerte aber den rückwirkenden Effekt und setzte Zinsen auf den ursprünglich geltend gemachten Vorsteuerabzug fest. Gegen diese Zinsbescheide hat die Gesellschaft Einspruch eingelegt und einen Antrag auf Herabsetzung der Zinsen nach Billigkeit gestellt; die Aussetzung der Vollstreckung wurde in voller Höhe gewährt. Im Jahr 2020 erging gegen die Gesellschaft das endgültige Urteil des Bundesfinanzhofs bezüglich eines geringen Betrages von EUR 33,44 im Zusammenhang mit der Vorsteuerabzugsberechtigung sowie den entsprechenden Zinsbescheiden der Steuerbehörden. Da diese Entscheidung von den Steuerbehörden voraussichtlich auf ähnliche Fälle der vergangenen Jahre angewendet wird, würde dies zu einer Verpflichtung der Gesellschaft führen, die Zinsen in Höhe von ca. EUR 764.000 auf bereits abgeführte Umsatzsteuer an die Steuerbehörden zu zahlen. Da das Finanzgericht in erster Instanz zugunsten der Gesellschaft entschieden hatte, kam die Entscheidung des Bundesfinanzhofs für die Gesellschaft überraschend. Nach der Entscheidung wurde der obige Zinsaufwand im Jahr 2020 im Aufwand erfasst und wird zum Bilanzstichtag des abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 weiterhin als Verbindlichkeit ausgewiesen. Die Gesellschaft hat ehemalige Vorstandsmitglieder, ihre Rechtsnachfolger und ihren D&O-Versicherer, die Chubb European Group SE, aufgrund ihrer Verantwortung für umsatzsteuerliche Sachverhalte im In- und Ausland und deren Auswirkungen auf die Finanzlage der Gesellschaft in verschiedenen Gerichtsverfahren auf Schadensersatz verklagt. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung vom 23. Mai 2022 folgten die Aktionäre dem Vorschlag der Gesellschaft bezüglich des Abschlusses eines Vergleichs mit den vorgenannten Parteien. Entsprechend zahlte der Versicherer einen Betrag von EUR 696.645,00 an die asknet Solutions AG. Mit Zahlung des Vergleichsbetrages sind alle möglichen Ansprüche der Gesellschaft gegen die ehemaligen Vorstandsmitglieder in Bezug auf den strittigen Sachverhalt in den diversen Verfahren abgegolten und endgültig beigelegt. Mit Schreiben vom 19. Oktober 2022 teilten die Steuerbehörden der Gesellschaft ihre Absicht mit, nun ihre Ansprüche geltend zu machen. Die Höhe der Forderung übersteigt den Vergleichsbetrag um rund EUR 67.000. Bisher sind die Ansprüche nicht geltend gemacht worden. Sollten die Ansprüche geltend gemacht werden, plant die Gesellschaft die Stellung eines Antrags auf Stundung. Sollte dieser abgelehnt werden, plant sie Vollstreckungsschutz zu beantragen oder Ratenzahlungen auszuhandeln. Das Management der Gesellschaft schätzt aktuell die Wahrscheinlichkeit, dass eine dieser Maßnahmen von den Steuerbehörden akzeptiert wird, als hoch ein. Ob die Steuerbehörden eine der oben genannten Maßnahmen akzeptieren werden, kann derzeit jedoch nicht mit Sicherheit gesagt werden. Im Februar 2020 erhielt die Gesellschaft ein Auskunftsbegehren (Civil Investigative Demand - CID) der US-amerikanischen Federal Trade Commission (FTC) hinsichtlich zuvor bearbeiteter Premium-Tech-Support-Kunden. Im April 2023 schlossen die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaft asknet Inc. einen Vergleich mit der FTC ab. Der Vergleich umfasst unter anderem ein monetäres Urteil in Höhe von USD 16,5 Mio., das zugunsten der FTC gesamtschuldnerisch gegen die Gesellschaft und asknet Inc. ergangen ist. Die Gesellschaft und asknet Inc. wurden zur Zahlung eines Betrags von USD 150.000 verurteilt. Mit der Zahlung dieses Betrags wurde der Restbetrag des monetären Urteils ausgesetzt. Die Aussetzung des Restbetrags setzt ausdrücklich die Wahrheit, Richtigkeit und Vollständigkeit bestimmter von der Gesellschaft und asknet Inc. vorgelegter Jahresabschlüsse und zugehöriger Dokumente voraus. Die Aussetzung des Restbetrags wird aufgehoben, wenn das Gericht auf Antrag der FTC feststellt, dass die Gesellschaft oder asknet Inc. es versäumt haben, einen wesentlichen Vermögenswert offenzulegen, dass sie den Wert eines Vermögenswerts wesentlich falsch angegeben haben oder dass die vorgenannten Jahresabschlüsse und zugehörigen Dokumente lückenhaft sind. Dann würde der Restbetrag des monetären Urteils sofort fällig werden. Dies würde zur Insolvenz des Unternehmens führen. Dieses Risiko stellt eine Gefahr für den Fortbestand des Unternehmens dar, der Vorstand geht jedoch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die Angaben zutreffend waren und eine weitere Inanspruchnahme nicht gegeben ist. Sonstige RisikenDurch technische Störfälle oder die kurzfristige Einstellung ausgelagerter IT-Dienstleistungen sowie unbefugte Datenzugriffe oder eine Infizierung und Kompromittierung von Systemen könnte die Verfügbarkeit von Shops und Systemen beeinflusst werden. Dies könnte einerseits zu Imageschäden führen, aber auch finanzielle Verluste zur Folge haben, was wiederum wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von asknet haben könnte. asknet begrenzt diese Risiken, soweit sinnvoll, mit der Umsetzung konkreter Maßnahmen auf ein Minimum. Das Unternehmen ist beim Umgang mit Kundendaten auch Datenschutzrisiken ausgesetzt. Ein Verstoß gegen geltende Datenschutzbestimmungen könnte zu einem Imageschaden sowie zu finanziellen Einbußen durch Bußgelder führen und sich somit negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von asknet auswirken. GesamtrisikopositionDie Unternehmensleitung geht davon aus, den Herausforderungen, die sich aus den genannten Risiken ergeben, auch im Jahr 2022 und 2023 erfolgreich begegnen zu können. Neben den hier aufgeführten Punkten sind bis zur Aufstellung des Lageberichts keine weiteren wesentlichen Risiken aufgetreten oder bekannt geworden. IV. Prognosebericht1. Voraussichtliche Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen RahmenbedingungenIm World Economic Outlook von Oktober 2022 hat der IWF seine Wachstumsprognosen für die Jahre ab 2022 revidiert. So dürfte sich das Wachstum vor allem aufgrund des Krieges in der Ukraine im Jahr 2022 deutlich abschwächen. Die Analysten erwarten nun einen moderateren Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 3,2 % für 2022. Dabei wird für die Industrieländer ein Anstieg der Wirtschaftsleistung von 2,4 % und für die Schwellen- und Entwicklungsländer ein Wachstum von 3,7 % prognostiziert. Für die USA rechnet der IWF mit einem Wirtschaftswachstum von 1,6 %, für die Eurozone wird ein BIP-Wachstum von 3,1 % erwartet. Die Wachstumsrate für Deutschland wird mit 1,5 % prognostiziert. Der globale eCommerce-Markt hat in den letzten Jahren ein starkes Wachstum verzeichnet, welches durch die pandemiebedingte Verlagerung hin zum digitalen Handel noch beschleunigt wurde. Für 2022 wird hier eine niedrigere Wachstumsrate erwartet. Dennoch rechnet eMarketer mit einem Anstieg der Umsätze um 12,2 % auf USD 5,5 Billionen. In Westeuropa wird der E-Commerce im Einzelhandel weiter wachsen, und zwar sowohl in Bezug auf den Umsatz als auch auf den Anteil am gesamten Einzelhandelsmarkt. Für 2025 prognostiziert eMarketer einen Gesamtumsatz von rund USD 758 Mrd. und einen Anteil von 15,9 % am gesamten Einzelhandelsumsatz in Westeuropa. Für Deutschland rechnet der Handelsverband Deutschland (HDE) 2022 mit einem Umsatzvolumen von EUR 98,4 Mrd., was einem Anstieg von 13,5 % gegenüber dem Vorjahr entspräche. Die digitale Transformation treibt auch den B2B-eCommerce-Market an, der laut Research and Markets bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 18,7 % bis 2028 ein Volumen von USD 25,7 Billionen erreichen wird. Laut dem US-Marktforschungsunternehmen Gartner bleiben digitale Technologieinitiativen auch 2022 eine der wichtigsten strategischen Prioritäten für Unternehmen. Die weltweiten IT-Ausgaben werden voraussichtlich um 5,5 % auf USD 4,5 Billionen ansteigen. Das stärkste Wachstum entfällt dabei auf das Segment Unternehmenssoftware, das durch Ausgaben für Infrastruktursoftware angetrieben wird und um geschätzte 11,5 % auf USD 670 Mrd. wachsen soll. Laut Gartner werden auch die Ausgaben für IT-Dienstleistungen 2022 stark ansteigen, und zwar um 8,6 % auf USD 1,3 Billionen. Mit Ausgaben von USD 1,5 Billionen wird der größte Teil der Ausgaben auf das Segment Kommunikationsdienste entfallen. Der deutsche Markt für Informationstechnik und Telekommunikation wird laut Bitkom bei einem geschätzten Anstieg um 3,6 % ein Volumen von EUR 185 Mrd. erreichen. Die Deutsche Kultusministerkonferenz (KMK) rechnet bis 2030 in Deutschland mit einer gleichbleibend hohen Anzahl von Studienanfängern. 2030 wird die Zahl der Studienanfänger voraussichtlich bei rund 510.300 liegen. Laut einer Studie von Statistik Austria wird die Zahl der österreichischen Studierenden konstant bleiben und 2039/2040 bei 328.761 liegen. Das Schweizer Bundesamt für Statistik prognostiziert für die kommenden Jahre einen durchschnittlichen jährlichen Anstieg von 1,3 %, so dass sich die Gesamtzahl der Studierenden 2029 auf 293.300 belaufen würde. Holon IQ, die Marktforschungsplattform für den globalen Bildungsmarkt, rechnet für 2022 mit weltweiten EdTech-Ausgaben von rund USD 300 Mrd. Bei einer erwarteten durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 16,4 % wird der globale EdTech-Markt bis 2025 ein Volumen von USD 404 Mrd. erreichen. 2. UnternehmensausblickDie asknet Solutions AG setzt weiterhin auf die Umsetzung der Drei-Säulen-Strategie und konzentriert sich dabei auf die Umsetzung und Vermarktung der eingeleiteten Maßnahmen. Die neue Strategie stellt eine klare Roadmap für die kommenden Jahre dar und ebnet den Weg zu nachhaltigem und profitablem Wachstum. Mit einem Jahresfehlbetrag von -11,5 Mio. EUR im Jahr 2021 bleibt das Unternehmen jedoch bilanziell überschuldet. Dennoch geht der Vorstand davon aus, dass der Fortbestand der Gesellschaft zum Bilanzstichtag gesichert ist und in den kommenden 18 Monaten keine Finanzierungsengpässe zu erwarten sind. Diese Einschätzung basiert u. a. auf der Bereitstellung einer Überbrückungsfinanzierung für die nächsten 18-22 Monate, die am 6. Oktober 2022 gesichert wurde, sowie der von der Youngtimers AG im Rahmen des am 10. März 2023 abgeschlossenen Kreditvertrages gewährten Kreditlinie in Höhe von bis zu EUR 3,0 Mio. Die Annahmen, auf denen die Fortbestehensprognose des Vorstands beruht, könnten sich jedoch als unzutreffend erweisen. Dies könnte zu einer Insolvenz der Gesellschaft führen. Dieses Risiko stellt ein bestandsgefährdendes Risiko für das Unternehmen dar. Zur Verbesserung der Liquiditätssituation hat die Gesellschaft zudem im Herbst 2022 ein Kostensenkungsprogramm gestartet, z. B. durch Verkleinerung des Vorstands auf ein Mitglied sowie die Reduzierung der externen Berater- und internen Personalkosten. Auch das Delisting der Gesellschaft wird zu erheblichen Einsparungen im Bereich des Verwaltungsaufwands führen. Mit dem Abschluss mehrerer Rechtsstreitigkeiten werden außerdem die Rechtskosten deutlich sinken, so dass das Unternehmen in den kommenden Geschäftsjahren mit einer deutlich niedrigeren Kostenbasis arbeiten kann. Im Rahmen der Drei-Säulen-Strategie will asknet im Geschäftsbereich Academics seinen Fokus auf den gesamten Bildungsmarkt ausdehnen. Hauptziel ist die Erweiterung des asknet-Katalogs um neue Softwareanbieter und damit die Steigerung der Attraktivität des Portfolios. Auf Basis einer wachsenden Produktpalette und einer steigenden Anzahl von Partnern will asknet Solutions außerdem in den K12-Markt expandieren (Grundschulen und weiterführende Schulen). Danach folgt das Ziel der geografischen Expansion in ganz Europa. Der Trend zum Online-Lernen wird durch starkes Marktwachstum untermauert, und asknet partizipiert daran durch die Erschließung des EdTech-Sektors. Außerdem wird sich das Unternehmen zukünftig verstärkt auf margenstarke Projekte anstatt auf das margenschwache Beschaffungsgeschäft konzentrieren. Im Geschäftsbereich eCommerce wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr bereits Fortschritte als Basis für eine erfolgreiche Neupositionierung erzielt. asknet will auf der eCS-Plattform skalierbar wachsen und wird die Alleinstellungsmerkmale des eCommerce Solutions Portfolios durch gezielte Technologie-Upgrades weiter stärken. Ein kürzlich initiierter Prozess für die gezielte Gewinnung von Neukunden verspricht zusätzliches Umsatzpotenzial für die kommenden Jahre. Als ein positives Beispiel für diesen Weg unterzeichnete asknet im Februar 2023 einen Vertrag mit Tenorshare Co. Ltd. für die Entwicklung und den Betrieb des neuen multinationalen Online-Shops von Tenorshare, der bereits Mitte März 2023 online ging. Tenorshare hat sich auf die Entwicklung von Software zur Datenwiederherstellung, Systemreparatur und mobilen Verwaltung spezialisiert. Insgesamt erwartet der Vorstand der asknet Solutions AG auf Basis der vorläufigen Geschäftszahlen für 2022 eine leicht negative Entwicklung der Umsatzerlöse. Die Bruttomarge wird auf dem Niveau von 2021 bleiben. Die Ergebnisseite wird durch im Zuge der Neupositionierung des Unternehmens anfallende Restrukturierungskosten belastet bleiben. Dennoch wird eine Reduzierung des betrieblichen Verlusts (EBIT) im Vergleich zu 2021 erwartet. Für 2023 plant das Unternehmen das Erreichen der Gewinnschwelle. Der Vorstand der asknet Solutions AG bedankt sich bei allen Kunden, Geschäftspartnern und Investoren für ihr Vertrauen sowie bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz und ihr Engagement im Geschäftsjahr 2021.
Karlsruhe, 30. Juni 2023 asknet Solutions AG Vorstand Christian Herkel, CEO Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die asknet Solutions AG, Karlsruhe PrüfungsurteileWir haben den Jahresabschluss der asknet Solutions AG, Karlsruhe, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der asknet Solutions AG, Karlsruhe, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der UnternehmenstätigkeitWir verweisen auf Angabe unter den allgemeinen Hinweisen im Anhang sowie die Angaben in den Abschnitten "III. 3. Risiken" (Unterabschnitt "Strategische Risiken") sowie "Abschnitt IV. Prognosebericht" (Unterabschnitt "2. Unternehmensausblick") des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass die Gesellschaft einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag ausweist und sich in einer angespannten Liquiditätssituation befindet. Wie in Anhang und Lagebericht dargelegt, zeigen diese Ereignisse oder Gegebenheiten, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den LageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Karlsruhe, 17. Juli 2023 Ebner
Stolz GmbH & Co. KG
Dr. Volker Hecht, Wirtschaftsprüfer Christiane Keßler, Wirtschaftsprüferin Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2021 die ihm nach Gesetz, aufsichtsrechtlichen Bestimmungen und Satzung obliegenden Aufgaben und Pflichten wahrgenommen. Er hat sich in kontinuierlichem Dialog vom Vorstand der Gesellschaft über den Geschäftsverlauf, die Lage, die Perspektiven und wesentliche Investitionsvorhaben sowie einzelne Sonderthemen der asknet Solutions AG informieren lassen. Der Aufsichtsrat war bestrebt, den Vorstand bei der Unternehmensleitung zu beraten und hat dabei die Geschäftsführung und -entwicklung der Gesellschaft überwacht. Hierbei haben sich Vorstand und Aufsichtsrat auch über die geplanten Vorhaben sowie die strategische Ausrichtung der asknet Solutions AG abgestimmt. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten aus Gesetz und Geschäftsordnung zeitgerecht nachgekommen. Die Unterrichtung seitens des Vorstands erfolgte schriftlich und mündlich innerhalb der turnusmäßigen Aufsichtsratssitzungen. Der Aufsichtsrat war in alle für die Gesellschaft bedeutenden Entscheidungen und Planungen direkt eingebunden. Alle Angelegenheiten, die nach Gesetz und Satzung der Mitwirkung oder Entscheidung des Aufsichtsrats unterliegen, wurden von diesem behandelt. Den Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat, soweit dies nach dem Gesetz, der Satzung oder der Geschäftsordnung des Vorstands erforderlich war, nach gründlicher Prüfung und Beratung zugestimmt. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat die Unterlagen für die zu behandelnden Themen zugeleitet; bei Bedarf hat der Aufsichtsrat für die zu behandelnden Themen Unterlagen vom Vorstand angefordert und erhalten bzw. Einsicht in entsprechende Dokumente und Verträge genommen. Aufsichtsratssitzungen und deren InhaltDer Aufsichtsrat hielt im Geschäftsjahr 2021 insgesamt zwölf Präsenz- bzw. Telekonferenzsitzungen ab (5. März, 15. März, 17. Mai, 25. Mai, 15. Juni, 5. Juli, 8. Juli, 25. August, 20. September, 15. Oktober, 9. November, 8. Dezember). Bei diesen Sitzungen wurden jeweils aktuelle Informationen zur Geschäftsentwicklung gegeben. In der Sitzung vom 5. März 2021 stimmte der Aufsichtsrat den Veränderungen in der Geschäftsleitung zu, einschließlich des Rücktritts von Jan Schulmeister als CFO zum 31. Mai 2021 sowie der Ernennung von Florent Guillomeau zum neuen CFO mit Wirkung zum 1. Juni 2021. Die wesentlichen Themen der Sitzung vom 15. März 2021 waren die Bestätigung der Termine für die Veröffentlichung des Geschäftsberichts und die Hauptversammlung, die Umsetzung der Drei-SäulenStrategie und deren Kommunikation im Markt sowie strategische Personalfragen im Zusammenhang mit der neuen Strategie. In der Sitzung vom 17. Mai 2021 gab die Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Stuttgart, einen detaillierten Überblick über die Prüfung des Jahresabschlusses 2020. Gegenstand der Sitzung vom 25. Mai 2021 war die anschließende Feststellung des Jahresabschlusses 2020 durch den Aufsichtsrat. Die Sitzung vom 15. Juni 2021 stand im Zeichen der Vorbereitung der Hauptversammlung. In der an die Hauptversammlung anschließenden Sitzung vom 5. Juli 2021 wurden Manfred Danner zum Vorsitzenden und Massimiliano Iuliano zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Am 8. Juli 2021 informierte der Vorstand über den aktuellen Stand der laufenden Rechtsstreitigkeiten. Außerdem wurden die Drei-Säulen-Strategie und ihre Umsetzung im Unternehmen erörtert. Darüber hinaus verständigten sich Vorstand und Aufsichtsrat auf eine Aktualisierung der Geschäftsordnung für eine effiziente Zusammenarbeit sowie einen Geschäftsverteilungsplan für den Vorstand. In der Sitzung vom 25. August 2021 gab der Vorstand einen aktuellen Überblick über die Finanzlage und legte eine Cashflow-Prognose vor. Zudem vereinbarten Aufsichtsrat und Vorstand die Ernennung von Aston Fallen und Thomas Garrahan als Geschäftsführer des Geschäftsbereichs eCommerce Solutions. In der Sitzung vom 20. September 2021 genehmigte der Aufsichtsrat die Tagesordnung für die außerordentliche Hauptversammlung. Florent Guillomeau gab einen detaillierten Überblick über die Gründe für die Kapitalerhöhung. Außerdem wurde die Preisgestaltung der Kapitalerhöhung erörtert. Mit Wirkung zum Ende der außerordentlichen Hauptversammlung legte Manfred Danner sein Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrats nieder. In der Sitzung im Anschluss an die außerordentliche Hauptversammlung am 15. Oktober 2021 wurde Christian Lagerling zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden ernannt. Am 9. November 2021 besprachen Vorstand und Aufsichtsrat die Verwendung der Erlöse aus der Kapitalerhöhung und vereinbarten die Verteilung des Gesamterlöses auf verschiedene Maßnahmen. Zudem genehmigte der Aufsichtsrat verschiedene Anleihetransaktionen. In der letzten Sitzung des Berichtszeitraums am 8. Dezember 2021 wurde ein Überblick über die Kapitalerhöhung gegeben. Außerdem genehmigte der Aufsichtsrat die Planung sowie den Finanz- und Unternehmenskalender für 2022. Darüber hinaus fanden diverse Gespräche zwischen Aufsichtsrat und Vorstand statt, um operative Belange zu erörtern und Einzelthemen zu vertiefen. Der Vorstand legte dem Aufsichtsrat monatlich ausführliche Berichte zur Geschäftslage sowie Informationen über die Geschäftsbereiche vor. Die enge Kommunikation zwischen Vorstand und Aufsichtsrat fand weiter ihren Ausdruck in telefonischem Informationsaustausch, zum Beispiel durch Telefonkonferenzen. Der Vorstand stimmte insbesondere die strategische Ausrichtung der Gesellschaft mit dem Aufsichtsrat ab. In alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Zustimmungspflichtige Geschäfte wurden vor Beschlussfassung vom Vorstand erläutert und mit diesem diskutiert. Bei den Sitzungen stand die aktuelle Geschäftslage der Gesellschaft regelmäßig auf der Tagesordnung. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats stand weiter in regelmäßigem Informations- und Gedankenaustausch über die wesentlichen Angelegenheiten sowie den Geschäftsverlauf der asknet Solutions AG. Veränderungen in Aufsichtsrat und VorstandIm Geschäftsjahr 2021 kam es zu mehreren Umbesetzungen im Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft. Am 5. März 2021 hat der Aufsichtsrat der Gesellschaft Florent Guillomeau mit Wirkung zum 1. Juni 2021 als neues Vorstandsmitglied in der Funktion des Chief Financial Officer (CFO) bestellt. Er folgte auf Jan Schulmeister, der mit Wirkung zum 31. Mai 2021 aus dem Amt schied. Zwischen dem 1. Januar 2021 und dem Ende der Hauptversammlung am 5. Juli 2021 bestand der Aufsichtsrat aus Aston Fallen (Vorsitzender), Thomas Garrahan und Matthew Baile. Nachdem alle drei zuvor genannten Aufsichtsratsmitglieder ihr Amt mit Wirkung zum Ablauf der Hauptversammlung der Gesellschaft am 5. Juli 2021 niedergelegt hatten und die von der Hauptversammlung der Gesellschaft gewählten Ersatzmitglieder Jörn Matuszewski, Patrick Girod und Brian McConville erklärt hatten, nicht als Aufsichtsratsmitglieder zur Verfügung zu stehen, wählte die Hauptversammlung der Gesellschaft am 5. Juli 2021 die folgenden drei neuen Aufsichtsratsmitglieder: Manfred Danner, Mitglied des Vorstands der Mountain Alliance AG, Massimiliano Iuliano, Mitglied des Vorstands der Youngtimers Asset Company AG (und Delegierter des Vorstands der The Native SA), Andreas Lammel, neu ernannter Executive Director und Head of Operations der CORESTATE Bank GmbH (zuvor Head of Paying Agency, CACEIS Bank - Niederlassung Deutschland). Im Anschluss wählte der Aufsichtsrat Manfred Danner zu seinem Vorsitzenden und Massimiliano Iuliano zum stellvertretenden Vorsitzenden. Nach Ausscheiden des Aufsichtsratsvorsitzenden Manfred Danner mit Wirkung zum Ablauf der außerordentlichen Hauptversammlung am 15. Oktober 2021 und der Erklärung der Ersatzmitglieder Norman Hansen, Luis Tavares Bravo und Svetlana Klochko, nicht als Aufsichtsratsmitglieder zur Verfügung zu stehen, wurde Christian Lagerling für eine Amtszeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, als neues Mitglied in den Aufsichtsrat der asknet Solutions AG gewählt. Im Anschluss an die außerordentliche Hauptversammlung wählte der Aufsichtsrat ihn zu seinem neuen Vorsitzenden. Am 20. Dezember 2021 legte Massimiliano Iuliano sein Mandat im Aufsichtsrat mit Wirkung zum 20. Januar 2022 nieder, woraufhin das Ersatzmitglied Luis Tavares Bravo seine Nachfolge im Aufsichtsrat antrat. Nach dem Berichtszeitraum gab es die folgenden Veränderungen im Aufsichtsrat und im Vorstand der Gesellschaft: Mit Beschluss vom 23. Februar 2022 hat das Amtsgericht Mannheim mit Wirkung zum 5. März 2022 einen neuen Aufsichtsrat für die asknet Solutions AG bestellt. Jason Foodman, President der SalonRunner Software LLC und ein in den USA ansässiger E-Commerce-Experte, übernahm die Funktion des Aufsichtsratsvorsitzenden. Das Gericht hat zudem Bill Carney sowie Philipp Reichardt zu weiteren Mitgliedern des Aufsichtsrats bestellt. Die Ernennungen folgten auf die Rücktritte der bisherigen Aufsichtsratsmitglieder Christian Lagerling, Luis Tavares Bravo und Andreas Lammel sowie deren Ersatzmitglieder jeweils mit Wirkung zum Ablauf des 4. März 2022. Am 4. März 2022 traf der Aufsichtsrat der asknet Solutions AG eine einvernehmliche Vereinbarung mit Florent Guillomeau, die ihn mit Wirkung zum 30. Juni 2022 von seinen Aufgaben als CFO der Gesellschaft entband. Darüber hinaus beschloss der Aufsichtsrat, Aston Fallen und Thomas Garrahan zur weiteren Stärkung des Vorstands zu Co-CEOs der asknet Solutions AG mit Wirkung zum 9. März 2022 zu bestellen. Der bisherige CEO Christian Herkel übernahm die Position des COO. Am 21. April 2022 legte Jason Foodman sein Amt mit Wirkung zum 21. Mai 2022 nieder. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 23. Mai 2022 wurde Aston Fallen, seinerzeit Co-CEO der Gesellschaft, als neues Mitglied vorgeschlagen und gewählt. Anschließend wählte der Aufsichtsrat ihn zu seinem Vorsitzenden. William Carney und Phillipp Reichardt haben ihr Aufsichtsratsmandat am 2. Mai 2022 mit Wirkung zum 2. Juni 2022 niedergelegt. In der Folge hat das Amtsgericht Mannheim mit Beschluss vom 20. Mai 2022 Michael Baumann und Wolfgang Müller mit Wirkung zum 3. Juni 2022 bestellt. Als langjähriger Mitarbeiter von asknet hat Michael Baumann die Leitung des Bereichs Academics, des Hauptgeschäftsbereichs des Unternehmens, inne. Auch Wolfgang Müller, Geschäftsführer und Inhaber der living-C e Commerce Solutions, unterhält in verschiedenen führenden Positionen im Bereich Vertrieb und Produktmanagement langjährige Beziehungen zu asknet. Am 10. Oktober 2022 legte Aston Fallen sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender nieder. Mit Beschluss vom 25. Oktober 2022 hat das Amtsgericht Karlsruhe Jakub Kokoszka als neues Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. Der Aufsichtsrat wählte Herrn Kokoszka zu seinem neuen Vorsitzenden. Am 11. Oktober 2022 legte Thomas Garrahan sein Amt als CEO der asknet Solutions AG nieder. Dieser Schritt folgt der Entscheidung, die Managementkosten zu senken. Damit ist COO Christian Herkel nun Alleinvorstand der Gesellschaft. Ordentliche Hauptversammlung 2021Die ordentliche Hauptversammlung der asknet Solutions AG fand am 5. Juli 2021 statt. Wesentlicher Tagesordnungspunkt war neben den Entlastungen von Vorstand und Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2020 und der Wahl des Abschlussprüfers und Konzernabschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2021 die Wahl neuer Mitglieder und Ersatzmitglieder des Aufsichtsrats. Die Beschlüsse zu allen Tagesordnungspunkten wurden mit erforderlicher Mehrheit der anwesenden Aktionäre gefasst. Darüber hinaus präsentierte die Gesellschaft ihre neue Drei-Säulen-Strategie mit dem Ziel der Neuausrichtung der Geschäftsbereiche sowie der Erzielung von Gewinnen und nachhaltigem Wachstum in den kommenden Jahren. Außerordentliche Hauptversammlung 2021Die außerordentliche Hauptversammlung der asknet Solutions AG fand am 15. Oktober 2021 statt. Grund für die Einberufung der Versammlung war ein Verlust von mehr als der Hälfte des Grundkapitals. Weitere Tagesordnungspunkte waren die Beschlussfassung über eine Kapitalerhöhung zur Stärkung der Eigenkapitalbasis der Gesellschaft, die Beschlussfassung über die Aufhebung des genehmigten Kapitals 2020 und die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals 2021 sowie die Beschlussfassung über die Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen und Genussrechten, die Aufhebung des bedingten Kapitals 2017 und die Schaffung eines neuen bedingten Kapitals 2021. Ebenfalls auf der Tagesordnung stand die Wahl eines neuen Aufsichtsratsmitglieds einschließlich der Wahl von Ersatzmitgliedern. Die Beschlüsse zu allen Tagesordnungspunkten wurden mit erforderlicher Mehrheit der anwesenden Aktionäre gefasst. Außerordentliche Hauptversammlung 2022Auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 23. Mai 2022 folgten die Aktionäre dem Vorschlag der Gesellschaft bezüglich des Abschlusses eines Vergleichs mit den ehemaligen Vorstandsmitgliedern, ihren Rechtsnachfolgern und ihrem D&O-Versicherer, der Chubb European Group SE. Die asknet Solutions AG hatte von den genannten Parteien aufgrund der Verantwortung des ehemaligen Vorstands für umsatzsteuerliche Sachverhalte im In- und Ausland und deren Auswirkungen auf die Finanzlage der Gesellschaft in mehreren Gerichtsverfahren Schadensersatz gefordert. Entsprechend zahlte der Versicherer einen Betrag von EUR 696.645,00 an die asknet Solutions AG. Mit Zahlung des Vergleichsbetrages sind alle möglichen Ansprüche der Gesellschaft gegen die ehemaligen Vorstandsmitglieder in Bezug auf den strittigen Sachverhalt in den diversen Verfahren abgegolten und endgültig beigelegt. Außerordentliche Hauptversammlung 2023Am 2. Mai 2023 fand die außerordentliche Hauptversammlung der asknet Solutions AG statt. Die Versammlung wurde infolge des Verlusts von mehr als der Hälfte des Grundkapitals einberufen. Weitere Tagesordnungspunkte waren die Beschlussfassung über die Wahl der MSW GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschafts, Berlin, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022 und die Beschlussfassung über die Neuregelung der Aufsichtsratsvergütung sowie die entsprechende Satzungsänderung. Die Beschlüsse zu allen Tagesordnungspunkten wurden mit erforderlicher Mehrheit der anwesenden Aktionäre gefasst. Jahresabschluss 2021, PrüfungDer Jahresabschluss der asknet Solutions AG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie des Aktiengesetzes (AktG) und der Lagebericht nach den Vorschriften des HGB erstellt. In der Hauptversammlung vom 5. Juli 2021 wurde die Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Stuttgart, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021 gewählt. Die Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Stuttgart, hat den Jahresabschluss der asknet Solutions AG zum 31. Dezember 2021 sowie den Lagebericht der asknet Solutions AG geprüft. Die Prüfungsgrundsätze werden vom Abschlussprüfer in seinen Prüfungsberichten erläutert. Danach kann festgestellt werden, dass der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 der asknet Solutions AG den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und der Lagebericht den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht. Der Jahresabschluss und der Lagebericht wurden mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen. Der Jahresabschluss und der Lagebericht für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2021 wurden dem Aufsichtsrat sowohl im Vorfeld als auch durch den Vorstand ausführlich erläutert und die für ihren Inhalt und ihre Erstellung wesentlichen Fakten dargelegt. Der Vorstand legte detaillierte Informationen zum oben genannten Jahresabschluss und Lagebericht vor. Sämtliche vom Aufsichtsrat bei der Vorlage des Jahresabschlusses gestellten Fragen wurden vom Vorstand während einer Aufsichtsratssitzung am 14. Juli und während der Bilanzprüfungssitzung des Aufsichtsrats zusammen mit der Ebner Stolz GmbH am 17. Juli 2023 beantwortet. Dr. Volker Hecht, Christiane Keßler und Christoph Merz (Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Stuttgart) standen ebenfalls für Erläuterungen und Rückfragen zur Verfügung. Es gab keine Einwände gegen das Ergebnis der Prüfung. Daher stimmen auch wir mit den Ergebnissen der Prüfung überein. Der Aufsichtsrat kam nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung zu der Schlussfolgerung, dass der Jahresabschluss und der Lagebericht für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2021 nicht zu beanstanden sind und erhob keine Einwände. Der Jahresabschluss und der Lagebericht für das am 31. Dezember 2021 endende Geschäftsjahr wurden daher vom Aufsichtsrat nach § 172 Satz 1 AktG festgestellt. AbhängigkeitsberichtDer Vorstand der Gesellschaft hat gemäß § 312 AktG einen Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 erstellt. Der Bericht schließt mit der folgenden Erklärung: "Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden." Der Abschlussprüfer hat diesen Abhängigkeitsbericht geprüft, über das Ergebnis seiner Prüfung schriftlich berichtet und den folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt: Der oben genannte Abhängigkeitsbericht einschließlich des Prüfungsberichts des Wirtschaftsprüfers wurde allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zur Prüfung zur Verfügung gestellt. Der Wirtschaftsprüfer berichtete in der Aufsichtsratssitzung am 17. Juli 2023 über die Ergebnisse seiner Prüfung und beantwortete diesbezügliche Fragen. Die Aufsichtsratsmitglieder haben den Abhängigkeitsbericht und den Bericht des Wirtschaftsprüfers zur Kenntnis genommen, kritisch bewertet und erörtert. Abschließend hat der Aufsichtsrat selbst den Abhängigkeitsbericht einer eingehenden Prüfung unterzogen. Dabei kam der Aufsichtsrat zu dem Schluss, dass der Bericht den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Der Aufsichtsrat hat den Abhängigkeitsbericht insbesondere auf Vollständigkeit und Richtigkeit geprüft und sich auch davon überzeugt, dass der Kreis der verbundenen Unternehmen mit der gebotenen Sorgfalt ermittelt und die erforderlichen Vorkehrungen zur Identifizierung der berichtspflichtigen Rechtsgeschäfte und Maßnahmen getroffen wurden. Diese Prüfung hat zu keinen Beanstandungen des Abhängigkeitsberichts geführt. Der Aufsichtsrat hat keine Einwände gegen die Erklärung des Vorstands am Ende des Berichts und stimmt mit den Ergebnissen der jeweiligen Prüfung überein. Der Aufsichtsrat der asknet Solutions AG bedankt sich an dieser Stelle ausdrücklich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den in den Geschäftsjahren 2021 und 2022 geleisteten Einsatz sowie die erfolgreiche Arbeit und die erzielten Ergebnisse. Der Aufsichtsrat wünscht der asknet Solutions AG für das Geschäftsjahr 2023 viel Erfolg.
Karlsruhe, 17. Juli 2023 Der Aufsichtsrat Jakub Kokoszka, Vorsitzender des Aufsichtsrats |
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