B. Braun Service Beteiligungs GmbH
Carl-Braun-Straße 1, 34212 Melsungen, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Stefan Dr. Ruppert seit 15.5.2024 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
B. Braun Holding GmbH & Co. KGMelsungenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016KonzernlageberichtGRUNDLAGEN DES B. BRAUN-KONZERNSGESCHÄFTSMODELL B. Braun ist einer der weltweit führenden Hersteller von Medizintechnik- und Pharmaprodukten sowie Anbieter medizinischer Dienstleistungen. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 58.000 Mitarbeiter in 64 Ländern. B. Braun ist ein Systemanbieter, der in 18 Therapiefeldern im konstruktiven Austausch mit Anwendern und Partnern wirksame Lösungen und richtungsweisende Standards für das Gesundheitswesen entwickelt. Ziel ist es, die Gesundheit von Menschen auf der ganzen Welt zu schützen und zu verbessern. Die Produktpalette umfasst insgesamt 5.000 Produkte, die zu 95 Prozent in eigener Fertigung hergestellt werden. Dazu gehören Lösungen und die erforderlichen Verbrauchsmaterialien für die Infusions-, Ernährungs- und Schmerztherapie, Infusionspumpen und -systeme, chirurgische Instrumente, Nahtmaterial sowie Hüft- und Knie-Endoprothesen, Geräte und Zubehör für die Dialyse ebenso wie Angebote für die Stomatherapie und die Wundversorgung. Hinzu kommen Dienstleistungen und Beratungsangebote, die Prozesse in Kliniken optimieren und Abläufe sicherer und effizienter machen. Patienten und deren Familien bereitet B. Braun mit Schulungen für die Pflege zu Hause vor. Alle 18 B. Braun-Therapiefelder und Indikationsgebiete werden gemeinsam durch die vier Sparten B. Braun Hospital Care, B. Braun Aesculap, B. Braun Out Patient Market und B. Braun Avitum betreut. B. Braun Hospital Care Die Sparte Hospital Care versteht sich als die erste Wahl der Kunden für Produkte und Dienstleistungen zur bestmöglichen Versorgung von Patienten in den Bereichen Infusionstherapie, Ernährungstherapie und Schmerztherapie. Zum Portfolio gehören Infusions- und Ernährungslösungen sowie spezifische Arzneimittel. Produkte für die Medikamentenzubereitung, den Patientenzugang und den Verabreichungsprozess sowie Angebote für das Entlassmanagement komplettieren das einzigartige Systemangebot. Hospital Care versorgt Krankenhäuser ebenso wie den außerklinischen Bereich mit Infusionsgeräten und -zubehör, Infusions- und Injektionslösungen, Venenverweilkanülen, Produkten für die klinische Ernährung sowie Pumpen mit dazugehörigen Systemen. Der Fokus liegt darauf, die Sicherheit und Effizienz in der Therapie zu verbessern und Behandlungsergebnisse im Interesse der Patienten und Partner zu optimieren. In den wesentlichen Therapiefeldern der Sparte Hospital Care sind wir auf der ganzen Welt vertreten und gehören zu den führenden Anbietern. Von einem wachsenden Markt für medizinische Sicherheitsprodukte profitieren wir überdurchschnittlich und erhöhen so weiter unsere Präsenz. Konzepte für Systempartnerschaften finden wachsendes Interesse. Die Vernetzung des Angebotes aller Sparten bringt zusätzlichen Nutzen für unsere Kunden. B. Braun Aesculap Die Sparte Aesculap ist Experte für alle Behandlungskonzepte in Chirurgie, Orthopädie und interventioneller Gefäßmedizin. Das breite Produktprogramm des B. Braun-Konzerns ermöglicht es, ökonomische Gesamtlösungen zu entwickeln und damit strategische Partnerschaften aufzubauen. Dabei stehen die klassische Chirurgie, orthopädischer Gelenkersatz und regenerative Therapien, Neurochirurgie, Laparoskopie, interventionelle Gefäßdiagnostik und -therapie, degenerative Wirbelsäulenerkrankungen sowie Herz-Thorax-Chirurgie im Zentrum der Aesculap-Geschäftsaktivitäten. Bei chirurgischen Instrumenten und in der Steriltechnologie ist Aesculap einer der führenden Hersteller im Weltmarkt; in der Neurochirurgie sowie im Bereich Wundverschluss belegt die Sparte im weltweiten Vergleich einen der vorderen Plätze. Bei degenerativen Knie- und Hüfterkrankungen verfügen wir über moderne Produktkonzepte für spezifische Marktsegmente. Dazu gehören unter anderem Instrumentarien für minimalinvasive Zugänge, die Kurzschaft-Prothetik der Hüfte und abrieboptimierte Gleitoberflächen von Knieendoprothesen. Mit der 3-D-Kamera Einstein Vision® und bipolaren "seal and cut"-Instrumenten bietet Aesculap Produkte für präzise endoskopische Eingriffe an. In der Endoskopie liegen die Schwerpunktindikationen in den Fachgebieten der Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gynäkologie, Urologie, Thoraxchirurgie, Unfallchirurgie, Arthroskopie und in der endoskopischen Gefäßchirurgie. In der Wirbelsäulenchirurgie stehen den Anwendern, mit ausgewählten Therapiekonzepten, innovative chirurgische Lösungen zur Verfügung. Mit dem Nahtmaterial-Portfolio fokussiert sich die Sparte auf Fadenmaterial für spezifische Indikationen, wie zum Beispiel für die Herz- und Gefäßchirurgie oder mit monofilem Material für den Bauchdeckenverschluss. B. Braun Out Patient Market Die Sparte Out Patient Market konzentriert sich auf die Versorgung von Patienten mit chronischen Erkrankungen außerhalb des Krankenhauses. Der Kundenkreis umfasst unter anderem niedergelassene Ärzte, ambulante und stationäre Pflegedienste sowie Apotheken. Dabei fokussiert sich die Sparte Out Patient Market auf fünf strategische Therapiefelder: Hygiene, Diabetes, Kontinenzversorgung und Urologie, Stoma sowie Wundmanagement. Mit einem ganzheitlichen Ansatz in Beratung und Betreuung verfolgt die Sparte das Ziel, Patienten eine Versorgung zu bieten, die hohe Qualität und Wirtschaftlichkeit miteinander verbindet. Wir verfügen über stationär-ambulante Patientenüberleitungskonzepte und organisieren die ambulante Versorgung von Patienten. Darüber hinaus bieten wir eine breite Palette von Dienstleistungen für den ambulanten Sektor an. Das Ziel ist ein gebietsübergreifender Wissenstransfer zum Beispiel bei der Überleitung von parenteral ernährten Patienten aus dem stationären in den ambulanten Bereich. Die erfahrenen Mitarbeiter entlasten Patienten, Angehörige, Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte und Pflegedienste von administrativen Aufgaben und sorgen für einen qualitativ optimalen Verlauf der Therapie. B. Braun Avitum B. Braun Avitum ist einer der weltweit führenden Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für Menschen mit chronischem und akutem Nierenversagen. Als Systempartner in der Dialyse fokussiert sich B. Braun Avitum auf die drei Therapiefelder Hämodialyse, Akutdialyse sowie Apherese und bietet Produkte und Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette an. Diese Breite - kombiniert mit dem vollständigen B. Braun-Portfolio und der Kompetenz aller Sparten - ermöglicht es, Patienten mit Niereninsuffizienz ganzheitlich zu versorgen. Lokal angepasste Therapiekonzepte helfen, die optimale Balance zwischen erstklassiger Versorgung und tragfähiger Finanzierbarkeit herzustellen und notwendige Dialysebehandlungen für immer mehr Menschen weltweit zugänglich zu machen. Wir betreiben ein Netzwerk von mehr als 350 Dialysezentren in Europa, Asien, Lateinamerika sowie Südafrika, in denen wir über 27.000 Patienten versorgen. In unseren Kliniken stehen Ärzte und Pflegekräfte den Dialysepatienten mit chronischen Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen als Ansprechpartner und Ratgeber zur Seite. B. Braun differenziert sich von den Wettbewerbern durch konstant hohe Produktqualität und -verfügbarkeit sowie ein umfangreiches Angebot an Anwenderschulungen, technischer Unterstützung und IT-Lösungen. Unser Anspruch ist es, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern sowie neue, effiziente Behandlungsprozesse zu schaffen. Aesculap Akademie Im Jahr 2016 haben weltweit mehr als 70.000 Experten aus dem Umfeld der Medizin das Fort- und Weiterbildungsangebot der Aesculap Akademie genutzt. Das indikations- und therapiefeldbezogene Kursangebot basiert auf innovativen und interdisziplinären Kurskonzepten, die weltweit in hoher Qualität umgesetzt werden. Ein Beispiel hierfür ist die Aesculap Akademie in Großbritannien, die 2016 ihr 20-jähriges Jubiläum feierte und mit dem Royal College of Surgeons erfolgreich zusammenarbeitet. Aber auch in Asien setzt die Aesculap Akademie Akzente - so ist sie in Malaysia Schirmherr der weltweiten Konferenz zum Thema Dengue Fieber und hat auf den Philippinen mehr als 50 Kurse zur Hämodialyse durchgeführt. Der neu gegründete wissenschaftliche Beirat der Aesculap Akademie in Indonesien verbindet Wissenschaft mit praktischem Training. Ein weiterer Meilenstein war die Eröffnung des medizinischen Trainingszentrums in Suzhou in China. Die Aesculap Akademie setzt im Sinne von "Sharing Expertise" auf ein lebendiges, globales Netzwerk, in dem Ideen wachsen und neue Impulse gesetzt werden. Ein Beispiel sind die neu angebotenen Kurse im Bereich der Laparoskopie, die bei Kursleitern und Teilnehmern positive Resonanz gefunden haben. Darüber hinaus hat sich die Aesculap Akademie als etablierter Partner für Kooperationsmodelle mit Kliniken und deren Simulationszentren entwickelt und ist beispielsweise eine strategische Kooperation mit den Regionalkliniken Ludwigsburg eingegangen. Im Rahmen der Strategie 2020 werden wir das weltweite Konzept der Aesculap Akademie kontinuierlich weiterentwickeln. UNTERNEHMENSFÜHRUNG UND CONTROLLING Die B. Braun Melsungen AG stellt zusätzlich zu ihrer operativen Tätigkeit auch Zentralfunktionen für die Unternehmensgruppe zur Verfügung. Neben der Konzernleitung sind hier weitere Bereiche angesiedelt, die konzernweite Aufgaben erfüllen. Dazu gehören das Konzernrechnungswesen und -controlling, das internationale Personalwesen, der Einkauf, die IT und Logistik, die Rechts- und Steuerabteilung, das Konzern-Treasury sowie das Group Compliance Office. Die nicht börsennotierte Aktiengesellschaft befindet sich vollständig in Familienbesitz. Organe der B. Braun Melsungen AG sind der Vorstand, der Aufsichtsrat und die Hauptversammlung. Die Mitglieder des Vostands sind mit klaren Ressortzuständigkeiten gemeinschaftlich für den Erfolg des Unternehmens verantwortlich. Seit dem 1. April 2016 ist Anna Maria Braun stellvertretendes Mitglied des Vorstandes und verantwortet die Region Asien-Pazifik. Otto Philipp Braun ist am 21. Februar 2017 im besten gegenseitigen Einvernehmen aus dem Vorstand ausgeschieden. Der Aufsichtsrat dankt ihm für die während seiner neunjährigen Zugehörigkeit bei der B. Braun Melsungen AG geleistete Arbeit. Der Aufsichtsrat besteht aus 16 Mitgliedern, die zur Hälfte von der Hauptversammlung des Unternehmens und zur anderen Hälfte von den Arbeitnehmern gewählt werden. Um die Arbeit des Aufsichtsrats effizient zu unterstützen, sind Ausschüsse eingerichtet. Der Personalausschuss behandelt unter anderem Fragen zu Vorstandsverträgen und -vergütungen. Der Prüfungsausschuss überwacht die internen Kontrollsysteme, das integrierte Compliance Management System, den Rechnungslegungsprozess sowie die Abschlussprüfung. B. Braun will eine geschlossene, unabhängige Familien-Aktiengesellschaft bleiben. Diesem Anspruch hat sich die Familie Braun langfristig verpflichtet. Prof. Dr. h. c. Ludwig Georg Braun, der das Unternehmen 34 Jahre lang führte, hat seit 2011 den Vorsitz des Aufsichtsrats inne. Barbara Braun-Lüdicke gehört diesem Gremium seit 1992 an. Die sechste Generation der Gründerfamilie besetzt führende Positionen an unterschiedlichen Standorten. Der nachhaltige Umgang mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Ressourcen ist für uns entscheidend. Er steht für eine werteorientierte Unternehmenskultur, die Verantwortung für gegenwärtige und nachfolgende Generationen übernimmt. Wir sind überzeugt, dass nachhaltiges Handeln die Organisation unseres Unternehmens stärkt, Wachstum fördert und dazu beiträgt, auch in Zukunft ein eigenständiges Familienunternehmen zu bleiben. Die B. Braun Melsungen AG wird durch die B. Braun Holding GmbH & Co. KG beherrscht. Die Geschäftstätigkeit der B. Braun Holding GmbH & Co. KG umfasst die Vermögensverwaltung sowie die Vermietung und Veräußerung von beweglichen und unbeweglichen Wirtschaftsgütern. Von wesentlicher Bedeutung ist die Vermietung der Mobilien der LIFE Fabrik, des LIFE Fabrik-Gebäudes mit zugehörigem Grundstück und des Technikum-Gebäudes an die B. Braun Melsungen AG. Daneben werden Mobilien-Leasingverträge mit Teilamortisation über Dialysegeräte, chirurgische Instrumentensets und EDV-Anlagen abgeschlossen. Die Geschäftsführung und Vertretung der B. Braun Holding GmbH & Co. KG obliegt der BraHo Verwaltungsgesellschaft mbH als Komplementärin. Geschäftsführer der BraHo Verwaltungsgesellschaft mbH sind Herr Prof. Dr. h. c. Ludwig Georg Braun und Frau Barbara Braun-Lüdicke sowie als stellvertretende Geschäftsführer Frau Sabine Pflüger und Herr Dr. Stefan Ruppert. Zu den strategischen Steuerungsgrößen gehören die Kennzahlen Umsatz und EBITDA sowie definierte Bilanzrelationen. Das operative Geschäft steuern wir im Wesentlichen über die Messgrößen Ergebnis nach Funktionskosten und EBIT. Zusätzlich beurteilen wir die Entwicklung des Working Capital anhand der Kennzahlen Days Sales Outstanding (DSO), Days Payables Outstanding (DPO) und Coverage in Weeks (CIW). Unsere in Centers of Excellence (CoE) gegliederte Spartenorganisation ermöglicht eine schnelle Reaktion auf Marktveränderungen und stellt einen Austausch von Wissen in kurzer Zeit sicher. Dabei will B. Braun durch die Kombination von Produkten und Dienstleistungen als ganzheitlicher Systemanbieter den Nutzen für Kunden erhöhen. Wir sind uns der Verpflichtung gegenüber unseren Kunden, Patienten, Mitarbeitern und letztlich der Gesellschaft bewusst. Dies berücksichtigen wir in unseren täglichen und strategischen Entscheidungen. B. Braun bekennt sich zu den Prinzipien verantwortungsvoller Unternehmensführung und -kontrolle. Dabei orientieren wir uns an anerkannten Standards. Übergeordnetes Ziel ist der dauerhafte Erfolg als Familienunternehmen. Unser "Code of Conduct" definiert seit 1996 die Regeln der Zusammenarbeit mit den Kunden. "Corporate Governance" und "Compliance" sind für uns nicht nur Pflicht, sondern selbstverständliche Voraussetzung nachhaltigen Wirtschaftens. Rechtlich und ethisch einwandfreies Verhalten unserer Mitarbeiter ist ein Teil unseres Wertesystems. Die Einhaltung nationaler und internationaler Vorschriften zur Produktregistrierung, Produktionsvalidierung und Produktsicherheit ist dabei eine wichtige Verpflichtung. B. Braun verfügt über ein globales Compliance-Management-System, das neben Rechtskonformität auch ethische Werte wie Fairness, Integrität, Offenheit untereinander sowie Nachhaltigkeit umfasst. Unterstützt durch ein übergeordnetes Group Compliance Office sowie lokale Compliance Officer stellt das Management sicher, dass alle Mitarbeiter nach einheitlichen Maßstäben handeln. B. Braun ist über Tochtergesellschaften und Beteiligungen in 64 Ländern tätig. Zum Konzernkreis der B. Braun Holding GmbH & Co. KG zählen 264 (Vorjahr: 263) vollkonsolidierte Unternehmen. Nach der Equity-Methode werden 25 (Vorjahr: 22) Beteiligungen erfasst. Wesentliche Fertigungsstandorte sind unter anderem in Melsungen (Deutschland), Tuttlingen (Deutschland), Berlin (Deutschland), Glandorf (Deutschland), Radeberg (Deutschland), São Gonçalo (Brasilien), Suzhou (China), Santo Domingo (Dominikanische Republik), Boulogne (Frankreich), Neu Delhi (Indien), Mirandola (Italien), Tochigi (Japan), Penang (Malaysia), Nowy Tomy´sl (Polen), Timisoara (Rumänien), Crissier (Schweiz), Escholzmatt (Schweiz), Sempach (Schweiz), Rubí (Spanien), Gyöngyös (Ungarn), Allentown und Irvine (beide USA) sowie in Hanoi (Vietnam) angesiedelt. KONZERNSTRATEGIE Die 2015 begonnene Strategieperiode umfasst den Zeitraum bis 2020. Systempartnerschaft, Zusammenarbeit und Profitabilität sind die Kernthemen, die in allen Sparten und Regionen verfolgt und durch Zentralbereiche und Stabsabteilungen unterstützt werden. Ziel ist es, gemeinsam zu wachsen, um die unternehmerische Unabhängigkeit dauerhaft zu gewährleisten. So können wir auch in Zukunft dazu beitragen, die Gesundheit von Menschen auf der ganzen Welt zu schützen und zu verbessern. Als Systempartner ist es unser Anspruch, Kunden bestmöglich sowie umfassend zu bedienen. Mehrwert für unsere Kunden entsteht oft durch das Zusammenspiel mehrerer B. Braun-Produkte und -Leistungen. Unser breites Portfolio mit den daraus entstehenden Produkt- und Dienstleistungskombinationen bilden hierfür die Basis. Dies ist eine besondere Stärke von B. Braun. Wir sind überzeugt, dass hohe Qualität zu fairen Preisen, ein an Therapiekonzepten und Kundenprozessen ausgerichtetes Angebot sowie unbedingte Lieferbereitschaft die Mehrwerte bieten, die heute und in Zukunft nachgefragt werden. Indem wir unser Angebot an den Zielen und Prozessen unserer Kunden ausrichten, erhöhen wir den Nutzwert unserer Arbeit, reduzieren den Aufwand für unsere Partner und unterstützen so ihren Erfolg. Die Zusammenarbeit im Unternehmen wie auch mit Patienten, Anwendern und Lieferanten ist durch Transparenz, Vertrauen sowie Wertschätzung geprägt. Bis 2020 haben wir uns vorgenommen, den Umsatz jährlich zwischen fünf und sieben Prozent zu steigern. Zum Ende der Strategieperiode ist dann ein Jahresumsatz von etwa acht Milliarden Euro möglich. Dabei erwarten wir von B. Braun Avitum eine sehr dynamische Entwicklung. Asien-Pazifik und Lateinamerika sind zudem wichtige Wachstumsregionen. Die EBITDA-Marge soll im Jahr 2020 mindestens 16 Prozent betragen. Wir möchten Strukturen und Prozesse weiter verbessern sowie Abläufe standardisieren, um die Effektivität und Effizienz in Administration und Produktion - und damit die Profitabilität - zu erhöhen. Dabei erwarten wir von allen Sparten und Regionen einen wesentlichen Beitrag. Für die Eigenkapitalquote bleibt das Ziel in der aktuellen Strategieperiode bei 45 Prozent. Durch die Steigerung der Profitabilität und die kontrollierte Entwicklung des Working Capital können wir wesentliche Investitionen aus eigener Ertragskraft ermöglichen. Innerhalb der Strategieperiode werden wir das Wachstum von B. Braun mit Investitionen in Höhe von etwa vier Milliarden Euro unterstützen. ZUKUNFTSSICHERUNG Zum Ausbau und zur Sicherung unserer Geschäftsaktivitäten haben wir auch in 2016 über eine Milliarde Euro in neue Produktionen sowie Forschungs- und Entwicklungsprojekte investiert. Davon entfallen 44,2 Prozent auf unsere deutschen Standorte. Für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wendeten wir 291,4 Millionen Euro (Vorjahr: 262,4 Millionen Euro) auf. Der Zugang bei Finanz- und Sachanlagen aufgrund der konzernweiten Investitionstätigkeit beträgt im Berichtsjahr 825,1 Millionen Euro (Vorjahr: 803,1 Millionen Euro). Forschung und Entwicklung Innerhalb des B. Braun-Konzerns sind die Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung in mehreren CoEs angesiedelt. Forschung, Entwicklung, Produktion und Marketing sind hier für bestimmte Produktgruppen gebündelt und stehen in engem Austausch miteinander. Die CoEs tragen jeweils die weltweite Verantwortung für ihre Produktgruppen. Wesentliche CoEs befinden sich in Melsungen (Deutschland), Tuttlingen (Deutschland), Boulogne (Frankreich), Penang (Malaysia), Sempach (Schweiz), Rubí (Spanien) sowie Allentown (USA). Der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Sparte Hospital Care liegt in der Erhöhung der Patienten- und Anwendersicherheit sowie in der Verbesserung der Prozesse im Krankenhaus. Im Bereich der Infusionstherapie fokussieren wir uns auf eine integrative Produkt- und Technologieentwicklung für eine neue Generation von Infusionsbehältern, geschlossenen Überleitungssystemen und Infusionskanülen. Bei intelligenten Infusionssystemen steht die Vernetzung mit der Krankenhaus-IT im Mittelpunkt. Darüber hinaus entwickelt Hospital Care die Produkte zur klinischen Ernährung in flexiblen Ein- und Mehrkammerbeuteln weiter. Neue Markierungs- und Sensortechnologien sollen im Bereich der peripheren Nervenblockaden das präzise Platzieren der Kanüle erleichtern. Die Sparte Aesculap verbindet in ihren Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten interne und externe Innovationen. Mit diesem aktiven Innovationsmanagement begegnen wir den immer kürzer werdenden Produktzyklen und können, auch unter ökonomischen Aspekten, unseren Partnern weiterhin neue und wertschöpfende Lösungen anbieten. Die Beteiligung an jungen Unternehmen und Inkubatoren eröffnet uns dabei eine Vielzahl an Möglichkeiten: "neuroloop" arbeitet beispielsweise an einer Neuromodulation gegen Bluthochdruck und "Advanced Osteotomy Tools" entwickelt ein computergestütztes Lasersystem für die Knochenchirurgie. Der Schwerpunkt unserer internen Entwicklungsaktivitäten umfasst die Themen Miniaturisierung und Biologisierung. Durch optimierte minimal-invasive Instrumente, leistungsfähigere 3D-Visualisierung und ganzheitliche Prozessverbesserung wollen wir die Patientenerholung bestmöglich unterstützen und beschleunigen. Mit regenerativer Medizin und beschichteten Implantaten ergeben sich neue Behandlungskonzepte, die ebenfalls zu einer optimalen Patientenversorgung beitragen können. Gleichzeitig entwickeln wir unterschiedliche digitale Produkt- und Servicekonzepte, die die Wertschöpfungskette im Krankenhaus verbessern und insbesondere die Prozesssicherheit und damit die Patientensicherheit erhöhen. Die Sparte Out Patient Market entwickelt die Produkte der Urologie, Händedesinfektion sowie der Wundversorgung kontinuierlich weiter. Außerdem wird im Bereich der Stoma- und Kontinenzversorgung an der Entwicklung einer neuen Spülpumpe gearbeitet. Die Steigerung der Behandlungsqualität und Effizienz im Bereich der extrakorporalen Blutbehandlung steht im Mittelpunkt der Forschung und Entwicklung der Sparte B. Braun Avitum. Im Jahr 2016 wurden mehrere neue Produkte im Markt platziert, zum Beispiel die Hämodialysemaschine Dialog iQ, das Akutsystem OMNI, der neue Dialysator Diacap Pro sowie die Wasseraufbereitungsanlage Aquabase. Diese Produkte erweitern das breite Portfolio und stärken die Position von B. Braun Avitum als Systemanbieter. Durch alle Produkte ist eine sichere, zuverlässige und effiziente Therapie für eine wirtschaftliche Dialyse-Behandlung gewährleistet. Investitionen Im Berichtsjahr 2016 konzentrierten sich die Investitionen auf die Erweiterung unserer Produktionskapazitäten sowie neue Produkte und Verfahren. Zusätzlich sicherten wir mit gezielten Akquisitionen Technologien und Marktanteile in strategisch wichtigen Geschäftsfeldern. Die Summe der bilanziellen Zugänge zum Sachanlagevermögen, immateriellen Vermögen und zu Finanzanlagen sowie der Zugänge an assoziierten Unternehmen und Akquisitionen in vollkonsolidierte Gesellschaften betrug 825,1 Millionen Euro (Vorjahr: 803,1 Millionen Euro). Dem standen Abschreibungen mit einem Volumen von 389,4 Millionen Euro (Vorjahr: 371,0 Millionen Euro) gegenüber. Die Sparte Hospital Care erweiterte ihre globalen Kapazitäten für großvolumige Infusionslösungen in Spanien, Indonesien, Malaysia und den USA. Dies wurde begleitet durch den Ausbau der Produktion von Überleitungssystemen und weiterem Zubehör an verschiedenen Standorten, um die steigende Nachfrage bedienen zu können. In Berlin dauerten die Investitionen in die Fertigung von kleinvolumigen Injektionslösungen auch im Berichtsjahr an. In Japan erhöhten wir mit einem Neubau der Produktionsgebäude die Kapazitäten in der Regionalanästhesie und verbesserten gleichzeitig die Sicherheit bei Erdbeben. Die Weiterentwicklung der Infusionspumpen wurde fortgesetzt, um unsere Marktposition zu stärken. In Spanien hat die Sparte Aesculap mit dem Ausbau eines bereits erworbenen Gebäudes begonnen, um den steigenden Bedarf an Produktionskapazitäten zu decken. Neben dem Neubau des Betriebsrestaurants wurde die Modernisierung des Stammsitzes in Tuttlingen durch weitere Investitionen vorangetrieben. Mit Investitionen in Frankreich sowie der Fertigung von Penkanülen in Malaysia baute die Sparte Out Patient Market ihre Produktionskapazitäten aus. Der Neubau eines Gebäudes für patientenindividuelle Ernährungslösungen in Melsungen ist erfolgreich abgeschlossen. Durch den Ausbau bestehender Dialysezentren, dem Bau neuer Zentren sowie der Übernahme von Zentren in verschiedenen Ländern erhöhte B. Braun Avitum seine Marktanteile. In Penang steht durch die spartenübergreifende Erweiterung des Standorts zusätzliche Produktionsfläche zur Verfügung. Neben umfangreichen Investitionen an unserem Hauptsitz in Melsungen flossen weitere Mittel in die Produktionsstandorte in den USA, Spanien, Japan, Indonesien, Frankreich und der Schweiz. Darüberhinaus erhöhten wir im Berichtsjahr unseren Anteil an der Rhön-Klinikum AG auf 21,6 Prozent (Vorjahr: 19,8 Prozent). Zum Bilanzstichtag liegen Investitionsverpflichtungen in Höhe von 198,9 Millionen Euro vor. Diese stehen überwiegend im Zusammenhang mit bereits begonnenen Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen an den genannten Standorten.
WIRTSCHAFTSBERICHT GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHEN-BEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN Entwicklung der Weltwirtschaft 1 Nach einem schwachen Jahresbeginn 2016 erholte sich die globale Wirtschaft im weiteren Verlauf. Sowohl die Industrienationen als auch die Entwicklungs- und Schwellenländer trugen zum Aufschwung bei. Das gesamtwirtschaftliche Wachstum verblieb mit 3,1 Prozent (Vorjahr: 3,2 Prozent) auf dem Niveau des Vorjahres. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch stabile Rohstoffpreise und sich erholende Wachstumsraten in China. Die Erhöhung des Leitzinssatzes Ende 2015 in den USA wirkte sich nur marginal auf die Entwicklung der Weltwirtschaft aus. Ferner einigten sich die OPEC-Staaten am Ende des Jahres 2016 auf eine Verknappung des Angebots an Öl, sodass der Ölpreis leicht anstieg. Das Jahr 2016 war vor allem durch die Wahlen in den USA, Großbritannien und Italien geprägt, die das politische Umfeld stark veränderten. Die daraus resultierenden Konsequenzen auf die Weltwirtschaft lassen sich bislang nicht abschätzen. In Deutschland legte das Wirtschaftswachstum im Jahr 2016 um 0,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr zu. Maßgeblich trugen der private Konsum und der Anstieg an Investitionen in der Bauindustrie zu dieser Entwicklung bei. Begünstigt wurde der Konsumanstieg durch eine höhere Bevölkerungszahl aufgrund der Zuwanderung von Migranten. Die Ausrüstungsinvestitionen von Unternehmen nahmen nur leicht zu. Die konjunkturelle Lage im Euroraum stabilisierte sich 2016 zunehmend, wenngleich die Steigerungsrate der Wirtschaftsleistung leicht zurückging. Positiv wirkten sich höhere Konsumausgaben des privaten und öffentlichen Bereichs aus. Die Investitionstätigkeit im Euroraum nahm aufgrund der politischen Unsicherheit durch das Brexit-Referendum nur verhalten zu. Die britische Wirtschaft erwies sich als äußerst robust, sodass nach einer kurzen Eintrübung in der zweiten Jahreshälfte ein stabiles Wirtschaftswachstum erzielt werden konnte. Das Britische Pfund wertete allerdings gegenüber dem Euro deutlich ab. Während sich die spanische Wirtschaft derzeit gut von der Staatsschuldenkrise erholt, mangelt es in Frankreich und Italien deutlich an Reformwillen zur Bewältigung der strukturellen Probleme. Beispielhaft hierfür ist die Ablehnung des Referendums in Italien, das eine Verabschiedung notwendiger Reformen erleichtert hätte. Die makroökonomische Entwicklung in den aufstrebenden osteuropäischen Ländern blieb 2016 stabil. In Polen verstärken sich Anzeichen, dass zunehmend in demokratische Grundrechte eingegriffen wird. Dies kann Auswirkungen auf die Persönlichkeitsrechte und letztlich auch auf das Gesundheitssystem haben. In der Türkei nahm die Unsicherheit über die politische und wirtschaftliche Situation durch den Putschversuch Mitte des Jahres zu. Im Vergleich zum Vorjahr ging die russische Wirtschaftsleistung nur leicht zurück. Während die Sanktionen seitens der USA und der Europäischen Union weiterhin bestehen blieben, trug unter anderem die Stabilisierung des Ölpreises zur Verbesserung der Lage bei. Zudem entwickelten sich die Finanzierungsbedingungen im Land positiv, bedingt durch die Aufstockung der Kapitalpolster der Banken mithilfe öffentlicher Mittel. Bis zum Ende des Jahres 2016 wertete der russische Rubel wieder leicht auf. In Nordamerika verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum um fast einen Prozentpunkt. Insbesondere in den USA verlor die Wirtschaft ihre Wachstumsdynamik. Während der Konsum stark anstieg, der Arbeitsmarkt stabil blieb und die Gehälter stiegen, sanken die Ausgaben und Investitionen der nicht in den USA ansässigen Ausländer. Gleichzeitig mangelt es an Anlageinvestitionen durch Unternehmen infolge des starken US-Dollars und der hohen Volatilität auf den Finanzmärkten. Nach der Wahl des neuen US-Präsidenten verbesserte sich die Stimmung der Unternehmen und Konsumenten im Land und der US-Dollar wertete weiter auf. Trotz konstanten Zuwachsraten der kanadischen Wirtschaft beeinflusste die konjunkturelle Schwäche der US-Wirtschaft sowie die Behebung von Schäden aus einmaligen Ereignissen, wie dem Flächenbrand in Alberta, die Wirtschaftsleistung Kanadas. Im Oktober 2016 kam es zum Abschluss des Handelsabkommens CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement) zwischen Kanada und der EU, das auf beiden Seiten neue Exportchancen verspricht. In Asien blieb das Wirtschaftswachstum konstant zum Vorjahr. Die Wachstumsrate in China ging leicht um 0,2 Prozentpunkte zurück. Expansive wirtschaftpolitische Maßnahmen und ein starker Anstieg der Kredite sorgten für eine stabile Lage. Daneben führten ein solider Konsum und die Verschiebung der Aktivitäten vom Industriesektor hin zur Dienstleistungsbranche zu besseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Indien erfuhr ein anhaltend starkes Wachstum, das unter anderem auf verbesserte Handelsbedingungen und effektive politische Reformen zurückzuführen war. Anfang des Jahres 2016 beschloss die japanische Notenbank einen negativen Leitzins und signalisierte über das Jahr hinweg, ihren Kurs zur expansiven Geldpolitik beizubehalten. Das starke Wirtschaftswachstum vom Jahresbeginn schwächte sich trotz Vollbeschäftigung und ausgelasteter Produktionskapazitäten wieder ab und stagnierte auf dem Vorjahresniveau. Lateinamerika verzeichnete einen Rückgang der Wirtschaftsleistung im Jahr 2016. Die brasilianische Wirtschaft befand sich weiterhin in einer Rezession. Seitens der Interimsregierung blieben kurzfristige Maßnahmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation aus. Die geplante Sanierung der öffentlichen Finanzen und der Wille zu mehr Privatisierung wurden von der Wirtschaft durchaus positiv aufgenommen. Allerdings zeigten sich die Unternehmen infolge der noch unklaren wirtschaftlichen Ausrichtung des Landes weiterhin verhalten und verschoben ihre Investitionsvorhaben. Auch die Wirtschaft in Argentinien befand sich 2016 in einer Rezession. Durch politische Maßnahmen zur Öffnung des Außenhandels und Devisenverkehrs, des freigegebenen Wechselkurses sowie der Beilegung des Schuldenkonfliktes stieg die Inflationsrate und der argentinische Peso wertete gegenüber dem US-Dollar stark ab. Die Wachstumsrate in Mexiko ging aufgrund einer niedrigen Exportleistung in der ersten Jahreshälfte ebenfalls leicht zurück. In der Region Afrika und Naher Osten erhöhte sich der Anstieg der Wirtschaftsleistung im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr. Kenia zeigte sich erneut mit einer deutlichen Zunahme des Bruttoinlandsprodukts. In Südafrika konnte sich trotz einer stabileren Situation auf dem Weltmarkt die Wirtschaftsleistung in 2016 nur leicht verbessern. Der Nahe Osten war auch in diesem Jahr von politischen Konflikten geprägt, dennoch entwickelte sich die Wirtschaftsleistung in der Region positiv. Anfang des Jahres 2016 gelang es den USA, der Europäischen Union und dem Iran, ihren Atomstreit beizulegen. Inwieweit das Ergebnis der Präsidentschaftswahl in den USA Auswirkung auf die Unterzeichnung des Abkommens haben wird, bleibt abzuwarten. Entwicklung des Gesundheitsmarktes Der globale Gesundheitsmarkt entwickelte sich im Jahr 2016 erneut positiv. In weiten Teilen der Welt besteht die Herausforderung, die steigenden Kosten des Gesundheitssystems zu bewältigen. Als Folge streben Anbieter, Kunden, Regierungen und andere Interessengruppen nach einer effizienten, effektiven und gerechten Gesundheitsversorgung. Daher befindet sich die Branche derzeit im Wandel hin zu Geschäfts-, Klinik- und Betriebsmodellen. In einigen Ländern ist der Trend erkennbar, dass sich im Rahmen der Privatisierung des Gesundheitswesens Krankenhäuser zu Klinikverbünden zusammenschließen und mit unabhängig agierenden Ärzten kooperieren. Dadurch sollen Kostenersparnisse erzielt werden, um dem hohen Wettbewerbsdruck standzuhalten. Außerdem wird infolge dessen das angebotene Spektrum an Leistungen für Patienten erweitert. Die daraus entstehenden Netzwerke ermöglichen den Austausch von großen Datenmengen und erhöhen die Transparenz zwischen den einzelnen Akteuren. In Deutschland sind die Gesundheitsausgaben leicht gestiegen. Dennoch ist der Markt für Medizinprodukte durch den starken Wettbewerbs- und Preisdruck geprägt. Während die Absatzmenge und das Angebot an neuen Behandlungsmethoden steigen, sinken die Margen im deutschen Markt. Durch den leichten Rückgang des Wirtschaftswachstums und den anhaltenden wirtschaftlichen Druck blieb die Notwendigkeit für Einsparungen in den Gesundheitssystemen Westeuropas bestehen. Die Gesundheitsausgaben wuchsen dementsprechend nur geringfügig. Mit Griechenland, Italien, Irland, Portugal und Spanien verfügten besonders die Länder über niedrige Budgets, die am stärksten von der Staatsschuldenkrise betroffen waren. Zudem steht das Gesundheitssystem in Großbritannien vor einer großen Herausforderung: Während der Bedarf an Gesundheitsleistungen stieg, stagnierte das Budget für medizinische Leistungen nahezu. Der russische Gesundheitsmarkt wurde auch im Jahr 2016 von der außenpolitischen Situation und den daraus resultierenden wirtschaftlichen Herausforderungen beeinflusst. Für Unternehmen aus der Medizintechnikbranche war es schwierig, Lieferaufträge aus dem öffentlichen Sektor zu erhalten. Einerseits sank das Gesundheitsbudget aufgrund stagnierender Einnahmen gesetzlicher Krankenkassen und sinkender Steuereinnahmen. Andererseits erhöhten sich die Importpreise durch den schwachen Rubel in den letzten zwei Jahren. Desweiteren blieben ausländische Unternehmen bei der Auftragsvergabe staatlicher Ausschreibungen häufig unberücksichtigt. In Nordamerika stiegen die Gesundheitsausgaben 2016 an. Insbesondere das kanadische Gesundheitssystem wurde durch den voranschreitenden demografischen Wandel belastet. Außerdem führte die Ausweitung des Versicherungsschutzes als Maßnahme der Gesundheitsreform ("Affordable Care Act") in den USA zu einem Anstieg der Gesundheitsausgaben. Inwiefern sich dieser Trend nach den Änderungen der Gesundheitsreform durch die neue Regierung fortsetzt, ist ungewiss. Die Belastung von Unternehmen im Gesundheitssektor durch eine Sondersteuer für medizintechnische Geräte ("Medical Device Excise Tax") entfiel im Jahr 2016. Der US-Kongress beschloss im Jahr 2015, diese für zwei Jahre auszusetzen. Die Gesundheitsausgaben in Asien stiegen 2016 durch die Ausweitung staatlicher Gesundheitsprogramme und den zunehmenden Wohlstand in der Bevölkerung an. Speziell in Indien erhöhten sich die Ausgaben aufgrund eines Regierungsbeschlusses zur Verbesserung der Gesundheitseinrichtungen. Der Gesundheitsmarkt in China wuchs weiterhin schnell. Neben Regierungsinitiativen waren auch der zunehmende Bevölkerungswohlstand und der demografische Wandel maßgeblich für diese Entwicklung verantwortlich. In Japan gerät das Gesundheitswesen immer stärker unter Druck. Das in den 60er Jahren geschaffene System basiert auf einer stabilen demografischen Entwicklung. Dies hat zur Folge, dass die finanziellen Ressourcen und Leistungsträger die steigenden Ausgaben aufgrund der alternden Bevölkerung, der Zunahme an chronischen Krankheiten und dem Aufkommen von teuren, innovativen Behandlungsmöglichkeiten dauerhaft nicht mehr tragen können. Die Gesundheitsmärkte Lateinamerikas entwickelten sich 2016 positiv. Trotz Budgetkürzungen in vielen Ländern waren die Regierungen bestrebt, ihr staatliches Gesundheitssystem zu verbessern. In Peru und Chile befanden sich zahlreiche neue Krankenhäuser im Bau, auch die Telemedizin kam 2016 verstärkt zum Einsatz. In Brasilien hingegen sanken die Gesundheitsausgaben infolge der wirtschaftlich schwierigen Lage, des sinkenden Vertrauens seitens der Verbraucher und der restriktiven Geldpolitik. In Afrika und dem Nahen Osten erhöhten sich die Gesundheitsausgaben. Maßgeblich trugen Regierungsneuwahlen in mehreren Ländern (beispielsweise Ghana, Niger, Uganda, Sambia und Somalia), die Ausweitung der Gesundheitssysteme und das Bevölkerungswachstum zu dieser Entwicklung bei. Außerdem stieg der Bedarf an Medizintechnik stark an. Aufgrund des niedrigen Anteils an inländischer Produktion ist die Region auf Importe von medizintechnischen Produkten angewiesen. In vielen Ländern liegt die Importquote bei 80 bis 90 Prozent. Nach Beilegung des Atomstreits zwischen den USA, der Europäischen Union und dem Iran am Anfang des Jahres schienen sich neue Exportchancen für Medizintechnik-Unternehmen in den Nahen Osten zu ergeben. Nach der US-Wahl bleibt jedoch abzuwarten, ob die erzielte Einigung künftig bestehen bleibt. Die Konsolidierungswelle auf Anbieterseite in der Pharma- und Medizintechnikbranche der letzten zwei Jahre setzte sich 2016 in abgeschwächter Form fort. Weiterhin fokussieren sich große Hersteller auf einzelne Therapiefelder. Hierdurch sollen trotz Wettbewerbs- und Preisdruck die erzielbaren Margen stabilisiert werden. GESCHÄFTSVERLAUF UND LAGE Geschäftsverlauf B. Braun erzielte im Berichtsjahr 2016 eine gute Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Es wurden alle finanziellen Ziele für das Berichtsjahr erreicht oder übertroffen. Mit einem Umsatzanstieg zu konstanten Wechselkursen von 7,9 Prozent liegen wir oberhalb unseres prognostizierten Wachstumskorridors von vier bis sechs Prozent. Die Währungsparitäten gegenüber dem Euro entwickelten sich für uns im Berichtsjahr unvorteilhaft. Im Wesentlichen beeinflusste die Abwertung des britischen Pfundes die Entwicklung. Das Umsatzwachstum in Euro beträgt 5,5 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 6,1 Milliarden Euro). Wie erwartet, war der Geschäftsverlauf in der Sparte B. Braun Avitum sehr dynamisch. Aber auch die weiteren Sparten konnten ihre Umsätze steigern. Wie im Vorjahr prognostiziert, erreicht Nordamerika sowohl in US-Dollar als auch in Euro ein sehr gutes Wachstum. Die Regionen Lateinamerika sowie Asien-Pazifik erzielen wie erwartet in lokalen Währungen ein kräftiges Umsatzwachstum. Jedoch sind beide Regionen durch Wechselkursveränderungen belastet. Europa (inklusive Deutschland) zeigte stabile Steigerungsraten, Deutschland erreichte ein sehr erfreuliches Umsatzwachstum. Die Entwicklung der Kennzahl EBITDA innerhalb des Berichtsjahres übertrifft unsere Erwartungen. Zu konstanten Wechselkursen haben wir einen EBITDA in Höhe von 1.009,6 Millionen Euro erzielt. Damit liegt die Kennzahl EBITDA zu konstanten Wechselkursen 13,2 Prozent über Vorjahr und übersteigt den Zielkorridor von 920 bis 960 Millionen Euro. Auch unter Berücksichtigung von Wechselkurseffekten liegt die Kennzahl EBITDA mit 989,3 Millionen Euro oberhalb unserer selbst gesetzten Vorgaben. Neben dem absoluten Ergebniswachstum ist die Steigerung der Profitabilität unser Ziel. Die angestrebte Erhöhung der EBITDA-Marge konnte im Berichtsjahr erreicht werden: Wir verbesserten diese Kennzahl um 0,7 Prozentpunkte auf 15,3 Prozent (Vorjahr: 14,6 Prozent). Die für uns steuerungsrelevanten Messgrößen Ergebnis nach Funktionskosten und EBIT liegen über dem prognostizierten Zielbereich von 530 bis 570 Millionen Euro. Diese Steuerungsgrößen betragen zu konstanten Wechselkursen 631,5 Millionen Euro bzw. 614,3 Millionen Euro und liegen damit 17,8 Prozent beziehungsweise 18,0 Prozent über dem Vorjahr. Mit der kontinuierlichen Erweiterung unserer Produktionskapazitäten in Verbindung mit ausgewählten Akquisitionen konnten wir die steigende Nachfrage nach Verbrauchs- und Investitionsgütern des Gesundheitsmarktes bedienen und erfreuliche Mengenzuwächse realisieren. Der Preiswettbewerb im Gesundheitsmarkt ist weiter hoch und belastet unser Ergebnis. Durch innovative Produkte und für unsere Kunden wertschöpfende Therapie- und Dienstleistungskonzepte entwickeln wir unser Geschäftsmodell schrittweise weiter und begegnen so dem Preis- und Wettbewerbsdruck. Zudem sind bereits in den Vorjahren Maßnahmen zur Kostenreduktion und zur internen Effizienzsteigerung eingeleitet worden, die im Berichtsjahr ihre Wirkung entfalten konnten. Dieses aktive und strategische Handeln brachte uns 2016 eine Verbesserung der Profitabilität trotz erschwerter Marktbedingungen ein. Insgesamt sind wir mit dem Geschäftsverlauf im Berichtsjahr zufrieden. Der B. Braun-Konzern befindet sich in einer guten und stabilen wirtschaftlichen Verfassung. Wir erkennen zurzeit keine Einflussfaktoren, die die Lage des Konzerns wesentlich negativ beeinflussen könnten. Ertragslage Umsatzentwicklung des B. Braun-Konzerns Im Geschäftsjahr 2016 erzielte der B. Braun-Konzern Umsatzerlöse in Höhe von 6.462,2 Millionen Euro (Vorjahr: 6.123,5 Millionen Euro) und steigerte damit den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 5,5 Prozent. Alle Sparten haben zu dieser guten Entwicklung beigetragen. B. Braun Avitum und Out Patient Market zeigten sich mit einem Wachstum von 11,4 Prozent und 5,5 Prozent sehr dynamisch. Auch Hospital Care mit einem Plus von 4,7 Prozent und Aesculap mit einer Zunahme von 3,7 Prozent erzielten gute Umsatzsteigerungen. Die Region Asien-Pazifik erwies sich in lokalen Währungen stark (10,8 Prozent) und ist insbesondere mit China, Indonesien und Vietnam der Wachstumsmotor des Konzerns. In Euro erhöhten sich die Umsätze um 8,3 Prozent. Lateinamerika verzeichnet in lokalen Währungen hohe Umsatzzuwächse (15,3 Prozent). Argentinien und Mexiko erreichten kräftige Umsatzsteigerungen, während Brasilien sich stabilisierte. Aufgrund der zum Teil deutlichen Abwertungen der lokalen Währungen gegenüber dem Euro erreichte Lateinamerika in der Konzernwährung Euro nur eine moderate Steigerungsrate von 2,3 Prozent. Die Region Nordamerika erzielte sowohl in US-Dollar mit 7,3 Prozent als auch in Euro mit 7,6 Prozent eine sehr gute Entwicklung. Belastet durch Währungskursveränderungen liegt die Region Afrika und Naher Osten mit einem Wachstum von 1,0 Prozent knapp über dem Vorjahr. Südafrika konnte in lokaler Währung eine eindrucksvolle Entwicklung erzielen und die Umsätze um 14,0 Prozent steigern. Europa (ohne Deutschland) erzielte eine gute Umsatzsteigerung von 3,6 Prozent. Unterstützt wird diese Entwicklung von Spanien, der Schweiz und den skandinavischen Ländern. Zudem konnten in der Türkei (+22,5 Prozent) und Russland (+30,4 Prozent) in lokalen Währungen sehr deutliche Steigerungen erzielt werden. Aber auch hier reduziert die Wechselkursentwicklung den Zuwachs in Euro (+11,6 Prozent und +16,9 Prozent). Deutschland zeigte mit einem Umsatzwachstum von 5,7 Prozent eine erfreuliche Entwicklung. Geschäftsentwicklung der Sparte B. Braun Hospital Care Die Sparte Hospital Care steigerte den Umsatz um 4,7 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 7,3 Prozent) auf 2.990,8 Millionen Euro (Vorjahr: 2.855,9 Millionen Euro). Ein starkes Wachstum wurde mit automatischen Infusionspumpen, Infusionsgeräten sowie mit Produkten für die Regionalanästhesie erzielt. Demgegenüber war eine stagnierende Nachfrage bei Injektionsnadeln, Spritzen und injizierbaren Arzneimitteln zu verzeichnen. Die Entwicklung des US-Geschäfts im Berichtsjahr war sehr erfreulich. Die seit dem letzten Jahr in den USA vertriebenen Beutel mit der Ernährungslösung Nutrilipid unterstützten das Umsatz- und Ergebniswachstum. Zudem zeigen weitere Produkte der Infusionstherapie gute Umsatzsteigerungen. Auch auf dem europäischen Markt ließen sich gute Zuwachsraten erzielen. Vor allem der Absatz von automatischen Pumpen und injizierbaren Medikamenten in Deutschland und Spanien trug zur positiven Umsatz- und Ergebnisentwicklung bei. In Lateinamerika und Asien wurden in lokaler Währung zweistellige Wachstumsraten erreicht. Durch die Währungsabwertungen in Euro wurde diese Steigerung besonders in Lateinamerika deutlich reduziert. Geschäftsentwicklung der Sparte B. Braun Aesculap Die Sparte Aesculap erwirtschaftete im Berichtsjahr einen Umsatz von 1.720,8 Millionen Euro (Vorjahr: 1.659,0 Millionen Euro) und liegt somit 3,7 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 5,4 Prozent) über dem Vorjahr. Die wesentlichen Wachstumstreiber sind China, Deutschland und die USA. Weitere Wachstumsimpulse kamen vor allem aus der Türkei, Russland, Indonesien, Argentinien, Frankreich und Chile. Demgegenüber sind die Projektgeschäfte im Nahen Osten aufgrund geringerer Kaufkraft durch sinkende Rohstoffpreise und der gestiegenen politischen Unsicherheit geringer ausgefallen. Umsatzsteigerungen wurden insbesondere in dem Geschäftsbereich der Anglioplastie, durch Knieprothesen, Produkte der Endoskopie, Instrumentencontainer und dem technischen Service erzielt. Trotz des anhaltenden Preisverfalls bei Implantaten und Stents konnte in Deutschland ein erfreuliches Umsatzplus erzielt werden. Der Preisverfall in Deutschland wurde durch Preiserhöhungen in den lateinamerikanischen Märkten kompensiert. Geschäftsentwicklung der Sparte B. Braun Out Patient Market Die Sparte Out Patient Market erzielte einen Umsatz von 781,7 Millionen Euro (Vorjahr: 740,6 Millionen Euro) und erreichte damit eine Steigerung von 5,5 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 6,6 Prozent) gegenüber dem Vorjahr. Ein sehr starkes Wachstum konnte in den USA mit dem Absatz von elastomerischen Pumpen, Infusionslösungen und Infusionssystemen erzielt werden. Während der Umsatz in den westeuropäischen Ländern auf dem Niveau des Vorjahres liegt, entwickelten sich die Umsätze in Osteuropa, Asien-Pazifik und Lateinamerika im Berichtsjahr erfreulich. Geschäftsentwicklung der Sparte B. Braun Avitum Die Sparte B. Braun Avitum wuchs im Berichtsjahr um 11,4 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 15,2 Prozent) und steigerte den Umsatz auf 940,2 Millionen Euro (Vorjahr: 843,9 Millionen Euro). Im Produktgeschäft wurde eine gute Umsatzentwicklung bei Verbrauchsprodukten und Dialysemaschinen erreicht. Wesentliche Wachstumstreiber sind Asien, Europa und die USA. Ende des Jahres 2016 wurden sowohl die neue Generation der Hämodialysemaschine Dialog iQ als auch das neue System zur Akutdialyse an erste Kunden geliefert. Desweiteren beeinflusste das hohe Auslastungsniveau der Produktionsstätten die Ergebnissituation der Sparte positiv. Die B. Braun-Dialysekliniken entwickelten sich weltweit ebenfalls sehr gut. Der Geschäftsbereich wurde durch Akquisitionen und der Gründung neuer Dialysezentren ausgebaut, die sich bereits im Berichtsjahr positiv auf die Umsatzentwicklung auswirkten. Entwicklung des Bruttoergebnisses Im Berichtsjahr erfolgte eine Ausweisänderung der Effekte aus Cashflow Hedges in den Umsatzkosten. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Dadurch reduziert sich das Bruttoergebnis im Vorjahr um 14,6 Millionen Euro. Im Jahr 2016 erhöhten wir den Bruttogewinn um 6,7 Prozent auf 2.865,9 Millionen Euro (Vorjahr: 2.686,7 Millionen Euro). Gleichzeitig konnte die Bruttomarge um 0,4 Prozentpunkte auf 44,3 Prozent (Vorjahr: 43,9 Prozent) verbessert werden. Dies resultiert überwiegend aus höheren Absatzmengen in Verbindung mit einer verbesserten Auslastung unserer Produktionskapazitäten. Entwicklung der Funktionskosten Die Vertriebskosten stiegen um 3,6 Prozent auf 1.635,2 Millionen Euro (Vorjahr: 1.579,0 Millionen Euro). Zu dieser Entwicklung führten die Ausweitung von Vertriebsressourcen in den Wachstumsmärkten sowie gestiegene Volumina. Die Verwaltungskosten betrugen im Geschäftsjahr 324,5 Millionen Euro (Vorjahr: 309,1 Millionen Euro) und erhöhten sich um 5,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies ergibt sich überwiegend aus höheren IT-Kosten im Zusammenhang mit einem SAP-Upgrade und der Einführung von SAP HANA. Insgesamt stiegen die Vertriebs- und Verwaltungskosten proportional geringer als der Bruttogewinn. Damit erfüllten wir eine wichtige strategische Vorgabe. 2016 haben wir die Ausgaben für Forschung und Entwicklung weiter erhöht. Die nicht zu aktivierenden Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen um 11,1 Prozent auf 291,4 Millionen Euro (Vorjahr: 262,4 Millionen Euro). Darüber hinaus wurden Entwicklungsleistungen in Höhe von 10,1 Millionen Euro (Vorjahr: 13,0 Millionen Euro) als selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte aktiviert. Entwicklung des sonstigen Ergebnisses Der Saldo der betrieblichen Erträge und Aufwendungen veränderte sich im Berichtsjahr um 19,5 Millionen Euro auf - 30,1 Millionen Euro (Vorjahr: -49,6 Millionen Euro). Dabei nahmen die Aufwendungen zur Währungskursabsicherung um 7,6 Millionen auf -14,9 Millionen Euro (Vorjahr: -22,5 Millionen Euro) ab. Im Vergleich zum Vorjahr waren die sonstigen betrieblichen Aufwendungen insbesondere durch die Fertigstellung der Gesamtschule in Melsungen beeinflusst. Entwicklung des Finanzergebnisses Das Finanzergebnis inklusive Beteiligungserträge reduzierte sich im Geschäftsjahr 2016 um 16,8 Millionen Euro auf -54,7 Millionen Euro (Vorjahr: -37,9 Millionen Euro). Dabei lagen die Zinsaufwendungen mit 46,9 Millionen Euro um 3,6 Millionen Euro unter dem Vorjahr (50,5 Millionen Euro). Die Zinserträge erhöhten sich um 1,2 Millionen Euro und betrugen 6,4 Millionen Euro (Vorjahr: 5,2 Millionen Euro). Zusätzlich sind die Beteiligungsgewinne (inklusive Gewinne aus at Equity bewerteten Finanzanlagen) um 16,3 Millionen Euro geringer ausgefallen und betragen 17,8 Millionen Euro (Vorjahr: 34,1 Millionen Euro). Entwicklung der Ergebniskennzahlen Das Ergebnis nach Funktionskosten beträgt im Berichtsjahr 614,7 Millionen Euro, nach 536,1 Millionen Euro im Vorjahr. Die Kennzahl EBIT erreicht im Berichtsjahr 599,9 Millionen Euro und fällt damit um 15,2 Prozent höher aus als im Vorjahr (520,6 Millionen Euro). Die Bruttomarge ist durch gestiegene Absatzmengen in Verbindung mit einer verbesserten Produktionsauslastung positiv beeinflusst. Durch die bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Prozessoptimierung sowie Kostensenkung und deren Umsetzung im Berichtsjahr konnten wir den Anstieg der Vertriebs- und Verwaltungskosten begrenzen. Die Abschreibungen erhöhen sich um 5,0 Prozent auf 389,4 Millionen Euro (Vorjahr: 371,0 Millionen Euro) und leiten zu einem EBITDA von 989,3 Millionen Euro über. Das EBITDA liegt um 11,0 Prozent über dem Vorjahr. Die EBITDA-Marge erhöht sich um 0,7 Prozentpunkte auf 15,3 Prozent (Vorjahr: 14,6 Prozent). Mit einem Anstieg von 18,1 Prozent erreicht das Ergebnis vor Steuern 529,9 Millionen Euro (Vorjahr: 448,7 Millionen Euro). Die Ertragsteuern betragen im Geschäftsjahr 132,3 Millionen Euro und liegen damit 5,9 Millionen Euro über dem Vorjahr (126,3 Millionen Euro). Die Steuerquote beläuft sich 2016 auf 25,0 Prozent (Vorjahr: 28,2 Prozent). Der Konzernjahresüberschuss liegt mit 397,7 Millionen Euro 23,4 Prozent über dem Vorjahr (322,4 Millionen Euro). Finanzlage Liquidität Der operative Cashflow betrug 846,4 Millionen Euro (Vorjahr: 708,8 Millionen Euro) und fiel damit um 137,6 Millionen Euro höher aus als im Vorjahr. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit nahm im Berichtsjahr um 72,6 Millionen Euro auf 800,3 Millionen Euro zu (Vorjahr: 727,7 Millionen Euro) und führte damit zu einem positiven freien Cashflow von 46,1 Millionen Euro (Vorjahr: -18,9 Millionen Euro). Dabei erreichte der Mittelabfluss für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 758,2 Millionen Euro (Vorjahr: 711,7 Millionen Euro) sowie für Investitionen in Finanzanlagen und Unternehmensakquisitionen 63,6 Millionen Euro (Vorjahr: 61,9 Millionen Euro). Gleichzeitig erhielt B. Braun Dividenden und dividenden-ähnliche Einnahmen in Höhe von 13,3 Millionen Euro (Vorjahr: 29,4 Millionen Euro). Die Nettokreditaufnahme betrug im Berichtsjahr 44,7 Millionen Euro (Vorjahr: 34,9 Millionen Euro). Insgesamt erhöhten sich die liquiden Mittel am Bilanzstichtag um 27,5 Millionen Euro auf 90,5 Millionen Euro (Vorjahr: 63,0 Millionen Euro). Vermögensstruktur Die Bilanzsumme des B. Braun-Konzerns erhöhte sich zum 31. Dezember 2016 auf 8.024,4 Millionen Euro (Vorjahr: 7.304,3 Millionen Euro). Dies entspricht einer Steigerung von 9,9 Prozent und spiegelt die über den Abschreibungen liegenden Investitionen in Sachanlagen wider. Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um 11,7 Prozent auf 5.456,1 Millionen Euro (Vorjahr: 4.885,3 Millionen Euro). Aufgrund der anhaltend hohen Investitionen nahmen die Sachanlagen im Berichtsjahr erneut zu und stiegen um 9,5 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 8,1 Prozent) auf 4.026,7 Millionen Euro (Vorjahr: 3.676,1 Millionen Euro). Mit 1.135,4 Millionen Euro liegen die Vorräte zum Bilanzstichtag 7,4 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 5,6 Prozent) über dem Vorjahr (1.056,7 Millionen Euro). Die Bestandsreichweite betrug zum Bilanzstichtag 16,4 Wochen (Vorjahr: 16,1 Wochen) und liegt damit über dem Vorjahreswert, ist aber durch Wechselkursänderungen stark beeinflusst. Zu konstanten Wechselkursen beträgt die Bestandsreichweite 15,7 Wochen und konnte somit gegenüber dem Vorjahr verbessert werden. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 5,3 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 3,9 Prozent) auf 1.089,1 Millionen Euro (Vorjahr: 1.034,7 Millionen Euro). Die Außenstandsdauer der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beträgt wie im Vorjahr 67 Tage (Vorjahr: 67 Tage). Wir erreichen damit unser strategisches Ziel von maximal 75 Tagen. Finanzierungsstruktur Das Eigenkapital erhöhte sich um 9,4 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 7,1 Prozent) auf 3.165,4 Millionen Euro (Vorjahr: 2.892,1 Millionen Euro). Die Eigenkapitalquote verbleibt mit 39,4 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 39,1 Prozent) auf dem Niveau des Vorjahrs (39,6 Prozent). Unter der Berücksichtigung von Gesellschafterdarlehen entspricht dies einer Eigenkapitalquote von 41,0 Prozent. Damit erreichen wir unser Ziel aus dem Vorjahr von größer 40 Prozent. Das niedrige Zinsniveau machte eine Erhöhung der Pensionsrückstellungen in den letzten Jahren erforderlich. Bereinigt um die entstandenen Effekte im Zeitraum von 2011 bis 2016 aus der Neubewertung der Pensionsverpflichtungen, beläuft sich das Eigenkapital auf 3.601,3 Millionen Euro. Hieraus resultiert eine Eigenkapitalquote von 44,9 Prozent, die damit unser strategisches Zielniveau von 45 Prozent nahezu erreicht. Im Berichtsjahr reduzierte sich der Kalkulationszinssatz für Pensionsrückstellungen auf 2,0 Prozent (Vorjahr: 2,7 Prozent). Dies führte zu einer Erhöhung der versicherungsmathematischen Verluste um rund 184,5 Millionen Euro. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erhöhten sich insgesamt um 20,5 Prozent auf 1.300,9 Millionen Euro (Vorjahr: 1.079,8 Millionen Euro). Die Finanzschulden stiegen um 3,4 Prozent auf 2.014,3 Millionen Euro (Vorjahr: 1.948,8 Millionen Euro). Dabei erhöhten sich die langfristigen Finanzschulden um 2,5 Prozent auf 1.185,8 Millionen Euro (Vorjahr: 1.156,8 Millionen Euro). Die kurzfristigen Finanzschulden betragen zum Bilanzstichtag 828,5 Millionen Euro, nach 792,0 Millionen Euro im Vorjahr. Der Großteil der Darlehen ist in Euro und US-Dollar abgeschlossen. Zusätzlich bestehen Darlehen mit geringen Volumina in verschiedenen Fremdwährungen. Zum Bilanzstichtag sind 44,4 Prozent (Vorjahr: 46,6 Prozent) der Finanzverbindlichkeiten gegenüber Banken mit einer fixen Verzinsung ausgestattet. Aufgrund der nur leicht höheren Finanzschulden und der gestiegenen liquiden Mittel nahmen die Nettofinanzschulden um 38,5 Millionen Euro auf 1.894,7 Millionen Euro (Vorjahr: 1.859,5 Millionen Euro) zu. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 27,0 Prozent auf 442,9 Millionen Euro (Vorjahr: 348,6 Millionen Euro). Dabei erhöhte sich die Außenstandsdauer der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 8 Tage auf 46 Tage (Vorjahr: 38 Tage). Im Jahr 2016 konnten wir die vorgesehenen Refinanzierungen problemlos platzieren. Fremdfinanzierungen erfolgen ausschließlich mit nach unserer Einschätzung zuverlässigen Banken und erstrecken sich von syndizierten und bilateralen Kreditlinien über Schuldscheindarlehen bis hin zu einem "Asset Backed Securities"-Programm. B. Braun verfügt zum Bilanzstichtag über freie Kreditlinien in Höhe von 1.118,1 Millionen Euro (Vorjahr: 1.011,7 Millionen Euro). Alle mit unseren Banken vereinbarten Finanzkennzahlen, zu deren Einhaltung wir uns verpflichtet haben, wurden erfüllt. Zu den Finanzierungsmaßnahmen des Berichtsjahres gehörten die Erhöhung und Verlängerung des Konsortialkredits sowie der Abschluss bilateraler Darlehen in Deutschland und Asien. Zudem wurde eine neue Kreditlinie in den USA vereinbart. Das "Asset Backed Securities"-Programm wurde im Berichtsjahr im Wesentlichen über die "Back-Up"-Liquiditätslinie finanziert. Personalbericht Unsere Mitarbeiter sind ein wichtiger Erfolgsfaktor für B. Braun. Wir wollen kompetente und motivierte Mitarbeiter gewinnen, binden und ihnen Perspektiven zur Weiterentwicklung bieten. Transparenz im Umgang miteinander sowie gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung bilden das Fundament der Zusammenarbeit an allen Standorten. Mit flexiblen Modellen zur Arbeitsgestaltung und präventivem Gesundheitsschutz unterstützen wir die Mitarbeiter in ihren verschiedenen Lebensabschnitten. Die Arbeit familienfreundlich zu organisieren, bleibt daher elementarer Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Die kulturelle und soziale Vielfalt der Gesellschaft spiegelt sich in allen Ebenen unserer Belegschaft wider. Wir sind überzeugt, dass ein kollegiales Miteinander innerhalb und außerhalb des Unternehmens B. Braun stärkt. Daher pflegen wir eine konstruktive Beziehung auch zu unseren Sozialpartnern. An den Standorten Melsungen, Tuttlingen und Berlin bestehen seit mehr als zehn Jahren Verträge zwischen B. Braun und den Sozialpartnern zur Standort- und Zukunftssicherung. Diese Vereinbarungen laufen bis 2020. Kerninhalte sind der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen sowie die Beteiligung der Mitarbeiter am erwirtschafteten Ergebnis von B. Braun. Um die Zusammenarbeit zwischen der Unternehmensleitung und der europäischen Arbeitnehmervertreter des B. Braun-Konzerns zu fördern, findet einmal jährlich das Europaforum statt. Im September 2016 tagte das Forum in Gyöngyös (Ungarn). Thema war unter anderem eine Vereinbarung zur Einführung, Umsetzung und Kontrolle einheitlicher Standards zum Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitsschutz in allen europäischen Tochtergesellschaften des B. Braun-Konzerns. Die Vereinbarung trat am 1. Oktober 2016 in Kraft. Digitale Personalprozesse erleichtern die weltweite Zusammenarbeit der B. Braun-Standorte. So nutzen wir in immer mehr Landesorganisationen ein standardisiertes System zur Personalstammdatenpflege, Zeitwirtschaft, zum Trainings-, Organisations- und Qualifikationsmanagement sowie für die Entgeltabrechnung. Mit einem neuen Cloud-basierten E-Learning Management-System unterstützen wir lebenslanges Lernen an allen Standorten. Entwicklung der Mitarbeiterzahl Zum 31. Dezember 2016 beschäftigte der B. Braun-Konzern 58.038 Mitarbeiter. Dies sind 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr (55.720 Beschäftigte). Hauptgrund für diesen Anstieg ist der kontinuierliche Ausbau der Produktionen im Rahmen unseres strategischen Investitionsprogrammes. Hinzu kommen die Akquisition und Gründung von Vertriebsgesellschaften und Dialysezentren. Bereinigt um den Effekt durch Akquisitionen und Neugründungen, wäre die Mitarbeiterzahl um 3,7 Prozent gestiegen. In Deutschland erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten um 4,5 Prozent auf 14.877 (Vorjahr: 14.231). Neben einem weiteren Aufbau von Produktionskapazitäten und Einstellungen in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Verwaltung und Technik ist diese Entwicklung auf die Akquisition eines Herstellers von Dialyseprodukten und den Erwerb mehrerer Dialysestationen zurückzuführen. In Europa ist die Zahl der Mitarbeiter um 3,1 Prozent auf 16.905 (Vorjahr: 16.390) gestiegen. Hauptgründe für diesen Zuwachs waren Einstellungen in den Produktionswerken in Ungarn, Polen, Italien und der Schweiz. Die Eröffnung weiterer Dialysezentren in Russland trug ebenfalls zu dieser Entwicklung bei. In Nordamerika waren zum Ende des Berichtsjahres 6.652 Mitarbeiter (Vorjahr: 6.053) für B. Braun tätig. Damit ist die Mitarbeiterzahl im Vergleich zu 2015 um 9,9 Prozent gestiegen, resultierend aus einer erneuten Erhöhung der Produktionskapazität im Bereich Hospital Care. Der Ausbau der Vertriebsaktivitäten in China und des Produktionsbereichs in Malaysia sorgte für eine Erhöhung der Mitarbeiterzahl in der Region Asien-Pazifik. Der Zuwachs betrug 5,6 Prozent auf 15.502 (Vorjahr: 14.676). In Lateinamerika verringerte sich die Anzahl der Mitarbeiter um 11,5 Prozent auf 3.317 (Vorjahr: 3.747). Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf eine Reduktion der Belegschaft in den Produktionen in Brasilien und Peru zurückzuführen. In Chile, Kolumbien und Mexiko reduzierte sich die Beschäftigtenzahl in den Bereichen Vertrieb und Logistik. In Afrika und dem Nahen Osten wuchs die Belegschaft auf 785 Mitarbeiter (Vorjahr: 623). Dies entspricht einer Zunahme von 26,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Aufbau resultiert im Wesentlichen aus der Akquisition einer Fertigung für Infusions- und Desinfektionslösungen in Südafrika. Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an den Führungspositionen bei B. Braun ist ein wichtiges Anliegen im Unternehmen. Der Anteil an Frauen im Aufsichtsrat der B. Braun Melsungen AG erhöhte sich 2016 von 18,8 auf 25,0 Prozent. Damit nähern wird uns dem 2015 beschlossenen Ziel eines Frauenanteils von 30,0 Prozent. Mit dieser Vorgabe orientiert sich B. Braun freiwillig am Zielwert des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im Öffentlichen Dienst. Mit der Berufung von Anna Maria Braun als stellvertretendes Vorstandsmitglied der B. Braun Melsungen AG stieg der Frauenanteil im Vorstand im April 2016 von 14,2 Prozent auf 25,0 Prozent. Auf internationaler Ebene beträgt der Anteil an Frauen in Führungspositionen bei B. Braun 15,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil damit unverändert geblieben. Ziel ist es, den Frauenanteil in Führungspositionen kontinuierlich zu erhöhen. Globale, regionale und lokale Konzepte aus vielfältigen Maßnahmen - nicht nur zur verbesserten Vereinbarkeit von Familie und Beruf - werden helfen, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Berufsausbildung Die Qualifizierung von Nachwuchskräften wird angesichts des demografischen Wandels zunehmend wichtiger. Mit einem steigenden Angebot an Ausbildungsplätzen und modernen Lernkonzepten engagiert sich B. Braun daher kontinuierlich in der Ausbildung. An unseren Standorten in Brasilien, Deutschland, Malaysia, Polen, der Schweiz und in Vietnam schlossen im Berichtsjahr 373 (Vorjahr: 332) Absolventen ihre Ausbildung erfolgreich ab. Im gleichen Zeitraum hat das Unternehmen 275 Auszubildende (Vorjahr: 261) übernommen. Derzeit befinden sich in Brasilien, Deutschland, Malaysia, Polen, der Schweiz und in Vietnam 1.065 (Vorjahr: 1.092) junge Menschen in der Ausbildung. Die Kombination einer betrieblichen Ausbildung mit einem Studium an einer Hochschule oder Berufsakademie ist für viele junge Menschen interessant: Dual studieren in Deutschland derzeit 104 (Vorjahr: 115) Auszubildende. Auch an den internationalen Standorten unterstützt B. Braun die Entwicklung und Umsetzung von entsprechenden Ausbildungskonzepten. Diese sind am dualen Ausbildungssystem ausgerichtet und werden entsprechend den lokalen Anforderungen angepasst. Zu den Ausbildungsberufen gehören beispielsweise Elektriker und Mechaniker für die industrielle Instandhaltung, Mechatroniker, Schlosser, Experten für die Kunststoffverarbeitung sowie Kaufleute und Logistiker. Weiterentwicklung der Mitarbeiter Für die Zukunftsfähigkeit von B. Braun ist es entscheidend, dass wir Nachwuchskräfte qualifizieren und Mitarbeiter individuell weiterentwickeln. Daher begleiten wir den Berufsweg eines jeden Einzelnen mit einem vielfältigen Angebot an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten auf Basis internationaler Standards. Alle Trainings- und Entwicklungsprogramme sind unter dem Dach der B. Braun Business School zusammengefasst. Die Grundlage hierfür bildet ein harmonisiertes Lehrangebot für alle Mitarbeiter: das Global Curriculum. Es dient der Entwicklung und Förderung der B. Braun-Kernkompetenzen und besteht aus acht verschiedenen Trainings, die wertorientierte Führung, betriebliche, soziale und individuelle Kompetenzen ausbauen und fördern. Wir verbinden das Werteverständnis einer Familie mit den Chancen eines globalen Unternehmens. Über alle Standorte hinweg fördern wir den internationalen Einsatz unserer Mitarbeiter, um das gemeinsame Werteverständnis zu stärken und die Mitarbeiter in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Mit Entsendungen, die zeitlich auf maximal fünf Jahre begrenzt sind, stellen wir sicher, dass das im Konzern vorhandene Wissen über die geografischen Grenzen hinaus einheitlich angewendet wird. Im Geschäftsjahr 2016 waren etwa 100 Mitarbeiter in über 20 Ländern im Rahmen unseres Entsendeprogramms außerhalb ihres Heimatlandes für B. Braun tätig, überwiegend in Deutschland, Malaysia, USA und Vietnam. Mit individuellen Ansätzen wollen wir den internationalen Austausch ausbauen und immer mehr Mitarbeiter dazu motivieren, in anderen Ländern zu arbeiten. Als innovatives Unternehmen verfolgen wir moderne Ansätze auch im Personalbereich. Hierzu gehören holokratische Konzepte der Zusammenarbeit ebenso wie der Einsatz neuer, agiler Führungsmethoden. Erfolgsorientierte Vergütung Mit dem B. Braun Incentive Scheme werden Genussrechte an Vorstände und bezugsberechtigte Führungskräfte ausgegeben. Wir schaffen damit eine langfristige Bindung und honorieren Erfolge. Die Wertentwicklung der Genussrechte hängt von der Entwicklung des Konzerneigenkapitals ab. Im Geschäftsjahr 2016 wurden 75.228 (Vorjahr: 64.761) Genussrechte ausgegeben. Von den an den bezugsberechtigten Kreis angebotenen Genussrechten wurden 58 Prozent (Vorjahr: 53 Prozent) gezeichnet. Zum 31. Dezember 2016 waren insgesamt 665.652 (Vorjahr: 590.424) Genussrechte vergeben. Die Laufzeit des B. Braun Incentive Scheme wurde mit Beschluss der Hauptversammlung im Jahr 2015 um fünf Jahre bis zum Jahr 2020 verlängert. Dank an die Mitarbeiter Die gute Geschäftsentwicklung im Berichtsjahr wurde vor allem durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit unserer Mitarbeiter und durch deren Wissen und Engagement ermöglicht. Wir bedanken uns aufrichtig für das Geleistete bei unserer Belegschaft. Wir sind überzeugt, dass die Fähigkeiten und Tatkraft unserer Mitarbeiter auch in Zukunft eine erfolgreiche Entwicklung des B. Braun-Konzerns ermöglichen werden. Den Mitarbeitervertretungen und Gewerkschaften danken wir für die jederzeit faire und konstruktive Zusammenarbeit. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Qualitäts- und Umweltmanagement Als Entwickler und Produzent von Medizin- und Pharmaprodukten ist B. Braun in stark regulierten Märkten tätig. Das Qualitäts- und Umweltmanagementsystem muss daher hohen gesetzlichen und behördlichen Anforderungen genügen. Zusätzlich haben wir uns eigene Standards in den Bereichen Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitsschutz gesetzt, die wir regelmäßig durch interne Audits überwachen. In enger Ausrichtung an den Bedürfnissen der Kunden haben wir Schlüsselprozesse identifiziert und standardisiert, um ein gleichbleibend hohes Qualitätsniveau sicherzustellen. Sämtliche Prozesse und Produkte sowie IT-technische Dokumentationen werden ständig unter Berücksichtigung von Umweltverträglichkeit und Produktivität verbessert. B. Braun ist Mitglied im Verband der Chemischen Industrie (VCI), folgt dessen Leitlinien "Verantwortliches Handeln" und verbessert eigenverantwortlich den Schutz von Gesundheit, Umwelt und Sicherheit im Rahmen der weltweiten Initiative "Responsible Care". Nach EN ISO 14001 sind 21 Standorte des B. Braun-Konzerns in Europa zertifiziert. Zusätzlich besitzt das Umweltmanagement in Rubí und Jaén (Spanien) ein Zertifikat gemäß EMAS-Verordnung. Unser Arbeitsschutz-Management-System in Deutschland (Melsungen, Tuttlingen und Bad Arolsen), Frankreich (Nogent-le-Rotrou, Chaumont, Chasseneuil-du-Poitou, Saint Jean de Luz und Boulogne), Spanien (Rubí und Jaén), der Schweiz (Escholzmatt, Sempach und Crissier), Rumänien (Timisoara), Russland (Tver), Malaysia und Brasilien sowie bei B. Braun Avitum in Italien ist nach dem internationalen Regelwerk OHSAS 18001 zertifiziert. Der Standort Melsungen verfügt zusätzlich über das Gütesiegel "Sicher mit System" der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI). Ausgewählte europäische Dialysezentren unserer Sparte B. Braun Avitum sind nach EN ISO 9001 und IEC/TR 62653 "Guideline for safe operation of medical devices used for hamodialysis treatments" zertifiziert. Zusammen berechtigen diese beiden Gütesiegel zur Verwendung des Zertifikats "Good Dialysis Practice". Die Medizinprodukte von B. Braun entsprechen den "Grundlegenden Anforderungen" der Europäischen Richtlinie des Rates über Medizinprodukte und dem Deutschen Medizinproduktegesetz. In den USA ist der "Title 21 of the Code of Federal Regulations" von übergeordneter Bedeutung, der Vorschriften der dortigen Arzneimittelaufsichtsbehörde FDA für Arzneimittel und Medizinprodukte enthält. Darüber hinaus beachten wir in jeder Sparte spezielle Erfordernisse wie ISO- oder Öko-Audit-Richtlinien sowie eine Vielzahl nationaler Gesetze und Verordnungen. Kunden- und Produktverantwortung Wir entwickeln, produzieren und vertreiben medizinische Produkte und Dienstleistungen von hoher Qualität, die sicher und zuverlässig sind. Dabei richten wir unser Handeln an der Sicherheit des medizinischen Personals und der Patienten aus. Therapiesysteme von B. Braun sollen dem medizinischen Personal helfen, die Behandlung sowohl fachlich einwandfrei als auch so effizient und risikoarm wie möglich durchzuführen. Unsere Produkte werden daher höchsten Qualitätsansprüchen gerecht und erfüllen alle gesetzlichen und behördlichen Vorgaben ebenso wie unsere unternehmensinternen Sicherheits- und Qualitätsvorschriften. Jede B. Braun-Gesellschaft stellt sicher, dass die nationalen und internationalen Anforderungen an die Qualitätssicherung umgesetzt und Beanstandungen umfassend und rechtzeitig aufgenommen und behoben werden. Wir erfüllen unsere Produktbeobachtungspflichten vollständig und gründlich. Neue B. Braun-Produkte werden im Sinne der Philosophie "Sharing Expertise" gemeinsam mit den Kunden entwickelt, um einen optimalen Einsatz in der klinischen Praxis zu ermöglichen. Neben dem therapeutischen Nutzen legt B. Braun großen Wert auf anwenderfreundliche und anwenderschützende Eigenschaften von Produkten. Bereits während der Entwicklung wird der Einsatz von umwelt- und/oder personengefährdenden Stoffen und Materialien mittels Risikoanalysen kritisch bewertet und Risiken, wo immer möglich, ausgeschlossen beziehungsweise minimiert. Aufgrund des breiten Produktportfolios ist B. Braun in der Lage, komplette Therapiebereiche und Prozesse abzubilden und so die möglichen Risiken in den Anwendungsprozessen zu reduzieren. Design und Funktionalität unserer Produkte erhöhen nicht nur die Sicherheit der Patienten, sondern auch die der Anwender. Die Daten unserer Kunden, Anwender, Patienten, Mitarbeiter und Bewerber schützen wir vor unbefugtem Zugriff durch Dritte und gehen in Übereinstimmung mit den geltenden Regeln sorgsam mit ihnen um. Personenbezogene Daten schützen wir durch besondere Vorsichtsmaßnahmen. Das Datenschutzteam organisiert zudem regelmäßige Mitarbeiterschulungen, berät unter anderem bei der Erstellung von Verträgen oder Marketingaktivitäten und bietet eine umfangreiche Informationsplattform zum Thema Datenschutz an. B. Braun produziert vor allem Einmalprodukte in hohen Stückzahlen. Entwicklung, Produktion und Marktüberwachung unserer Arzneimittel und Medizinprodukte erfolgen gemäß internationalen Material- und Produktstandards sowie Standards für Qualitätssysteme, Umweltschutz und Arbeitssicherheit. Diese Standards wurden bei B. Braun in einem "Integrierten Managementsystem" (Qualität, Umweltschutz, Arbeitssicherheit) mit harmonisierten Prozessen zur Entwicklung, Produktion und Prüfung sowie zur Marktüberwachung abgebildet. Ein permanentes Risikomanagement stellt sicher, dass alle relevanten Informationen erfasst, bewertet und, wenn notwendig, Maßnahmen veranlasst werden. Sollte es trotz aller Präventionsmaßnahmen zu Problemen mit unseren Produkten oder Dienstleistungen kommen, können wir schnell auf Kundenbeschwerden reagieren. Eine zentrale Reklamationsdatenbank stellt die Verbindung zu unseren weltweiten Vertriebsorganisationen sicher. Das ermöglicht uns, die Sachlage zentral mit Experten, unabhängig vom Produktionsstandort, qualifiziert und medizinisch fundiert zu bewerten und bei Bedarf entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Gesellschaftliche Verantwortung Unsere Werte Innovation, Effizienz und Nachhaltigkeit machen uns zu dem, was wir sind: ein Familienunternehmen, das sich seiner ökonomischen, ökologischen und sozialen Verantwortung verpflichtet fühlt. Als "Bürger der Gesellschaft" unterstützt B. Braun seit vielen Jahren soziale Projekte an seinen Standorten weltweit mit dem Ziel, Wissen zu erweitern, Regionen zu stärken und Perspektiven zu schaffen. So setzen wir uns für Bildung, Gesundheit und nachfolgende Generationen ein. Im Jahr 2016 förderten wir insgesamt 232 soziale Projekte in 41 Ländern. Nach zwei Jahren Planungs- und Bauphase wurde die Gesamtschule Melsungen, am Gründungsort des Firmensitzes, am 8. September 2016 eröffnet. Entstanden ist eine helle, lernfreundliche und barrierefreie Schule, die den Anforderungen des inklusiven Lernens und des ganztägigen Unterrichts entspricht. Mit der Sanierung der Gesamtschule haben wir anlässlich des 175-jährigen Bestehens von B. Braun etwas Nachhaltiges für die Region geschaffen. Das Investitionsvolumen für das Projekt betrug insgesamt etwa zwölf Millionen Euro. Die Zukunft von Kindern und Jugendlichen steht bei der internationalen Initiative "B. Braun for Children" im Mittelpunkt. Hier ist nicht nur persönliches Engagement, sondern auch finanzielle Hilfe wichtig. Seit 2004 fördert B. Braun im Rahmen der Initiative Projekte auf der ganzen Welt - mit einem Schwerpunkt auf Bildungsprojekte. 2016 haben wir 115 "B. Braun for Children"-Projekte umgesetzt, die über 54.000 Kindern zugutekamen. Seit diesem Jahr können B. Braun-Mitarbeiter an den Standorten in Melsungen, Tuttlingen, Berlin, Glandorf und Radeberg außerdem den "Rest-Cent-Betrag" ihres monatlichen Gehalts spenden. Mit dem Geld unterstützt das Unternehmen eines der vielen, langfristig geförderten "B. Braun for Children"-Projekte. Nachhaltige soziale Förderung steht im Fokus des Projektes "Pulsar", in dem der Behindertensport gefördert wird. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) und dem Institut für Behindertensport SUPERAR hat die Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer (AHK) ein Ausbildungsprogramm für Fachkräfte aus dem Sportbereich entwickelt, wodurch diese eine Zusatzqualifikation im Behindertensport erlangen. Diese Initiative, welche anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der AHK Rio de Janeiro ins Leben gerufen und von B. Braun unterstützt wurde, wird auch im Jahr 2017 fortgesetzt. Um Perspektive geht es auch bei unserer Kooperation mit der Gründerinitiative Weconomy, die innovative, technologieorientierte Start-ups und etablierte Unternehmen zusammenbringt. Im Austausch auf Augenhöhe mit Top-Managern der deutschen Wirtschaft spielen wichtige Themen wie Markteintritt, Organisations- und Unternehmensentwicklung eine Rolle. Im Jahr 2016 organisierte die Initiative ein Weconomy-Wochenende, an dem sich Vertreter der Gewinner-Start-ups mit Managern, unter ihnen B. Braun-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Heinz-Walter Große, im Forschungscampus bei Bosch in Renningen austauschten. B. Braun engagiert sich nicht nur in langfristigen Projekten, sondern auch, wenn Hilfe akut benötigt wird. Tag für Tag lassen in den Krisengebieten Tausende Flüchtlinge alles zurück, suchen Schutz vor Krieg und Verfolgung. In zahlreichen Notunterkünften versorgen sie freiwillige Helfer mit dem Nötigsten: einem Dach über dem Kopf, einer Dusche, Kleidung, warmen Mahlzeiten. Als Familienunternehmen unterstützt B. Braun diese Maßnahmen rund um die eigenen Standorte. Der Vorstand hat 50.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung gestellt, die zum Aufbau der ersten Flüchtlingseinrichtungen und für Flüchtlingsorganisationen bestimmt waren. Des Weiteren hat B. Braun unter dem Motto "B. Braun for Refugees" ein Spendenkonto eingerichtet, auf das Mitarbeiter aus unterschiedlichen Ländern rund 33.000 Euro eingezahlt haben. Das Unternehmen verdoppelte die Spenden auf insgesamt 66.000 Euro. Das Geld fließt in verschiedene Projekte, mit denen B. Braun gemeinsam mit lokalen Vereinen die Integration von Flüchtlingen in die Gemeinde und von jungen Menschen in den Arbeitsmarkt unterstützen möchte. Einige Beispiele: In Melsungen haben die Berufsausbildung von B. Braun, der Förderverein für ein zukunftsfähiges Melsungen, die Integrationsstelle der Stadt sowie die Radko-Stöckl-Berufsschule die "Initiative der beruflichen Orientierung von Flüchtlingen" ins Leben gerufen. Diese hat wiederum das Pilotprojekt "Berufsqualifizierung Technik für Flüchtlinge" (QuaTeF) entwickelt, das Flüchtlinge mit Praktika zur beruflichen Orientierung bei B. Braun, Schulbildung und Sprachunterricht auf Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt vorbereiten soll. Am Standort Tuttlingen bilden wir junge Flüchtlinge zum Maschinen- und Anlagenführer aus. Mit dem Geld, das bei der Hilfsaktion "B. Braun for Refugees" gesammelt wurde, fördern wir außerdem den Verein Mutpol der Diakonischen Jugendhilfe. Ein weiterer Teil der Spenden geht an den Landesverband Berlin des Arbeiter-Samariter-Bundes für die medizinische Versorgung der Flüchtlinge. Zudem unterstützen wir in Radeberg das Bündnis "Radeberger Land hilft". Alle Projekte haben das Ziel, Flüchtlingen in ihrer neuen Heimat eine Perspektive zu geben. RISIKO- UND CHANCENBERICHTRISIKOMANAGEMENT UND CONTROLLING Bei B. Braun werden alle strategischen und operativen Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung unter Berücksichtigung der damit verbundenen Chancen und Risiken getroffen. Wir verfolgen grundsätzlich eine umsichtige Unternehmensstrategie und meiden unkontrollierbare Gefährdungspotenziale. Risikomanagement und Controlling sind dabei eine zentrale Managementaufgabe und integraler Bestandteil der Konzernsteuerung. Das umfassende Risikomanagement des B. Braun-Konzerns trägt dazu bei, dass Risiken erkannt, erfasst, bewertet, überwacht und gesteuert werden können. Risiken, die sich unmittelbar aus der Geschäftsentwicklung ergeben, werden durch unsere systematischen Controlling-Prozesse, die konzernweit in allen Geschäftsbereichen, Gesellschaften und Regionen implementiert sind, zeitnah erkannt und bewertet. Darüber hinaus erkennen und steuern wir Risiken, die nicht unmittelbar aus dem operativen Geschäft erwachsen. Die Sparten- und Konzern-Risikokomitees bewerten diese und dokumentieren entsprechende Gegenmaßnahmen. Vervollständigt wird unser Risikomanagement durch die interne Revision und letztlich die Jahresabschlussprüfung. RISIKEN Die im Folgenden genannten Risiken, die Auswirkungen auf B. Braun haben können, beschreiben nicht in jedem Fall alle Risiken, denen B. Braun ausgesetzt ist beziehungsweise ausgesetzt sein kann. Risiken, die zum Zeitpunkt der Erstellung des Geschäftsberichts nicht bekannt sind oder als unwesentlich eingeschätzt werden, können jedoch die Ergebnis- und Finanzlage des B. Braun-Konzerns zusätzlich beeinflussen. Gesamtwirtschaftliche Risiken 3 Ein wesentliches Risiko für die Weltwirtschaft geht von der stark veränderten politischen Landschaft aus. Dies hat die Unsicherheit weltweit deutlich erhöht, sodass negative Auswirkungen auf das Investitionsverhalten und den Erwerb langlebiger Konsumgüter möglich sind. Insgesamt kann die Entwicklung der Weltwirtschaft dadurch nachhaltig geschwächt werden. Im Zusammenhang mit der Entscheidung Großbritanniens, die Europäische Union zu verlassen, besteht eine hohe Unsicherheit, ob hierdurch neue Beschränkungen für den Güterhandel und den Kapitalverkehr entstehen werden. Dies würde den Handel innerhalb Europas deutlich belasten. Zusätzlich fordern die erstarkenden populistischen Parteien in einzelnen europäischen Ländern protektionistische Maßnahmen bis hin zu einem Austritt aus der Europäischen Union. Der Fortbestand der Europäischen Union in der jetzigen Form könnte somit in Frage gestellt werden und der wirtschaftliche Handel innerhalb Europas würde sich massiv verändern. Dies hätte insbesondere für exportorientierte Volkswirtschaften, wie beispielsweise Deutschland, dramatische Folgen. Weiterhin zeigen sich Tendenzen, dass die finanzpolitische Konsolidierung in den von der Finanz- und Wirtschaftskrise stark betroffenen europäischen Ländern nicht konsequent weiter verfolgt wird. Die Ablehnung des Referendums in Italien, das die Möglichkeit für weitere Reformen eröffnet hätte, ist beispielhaft hierfür. Die künftige wirtschafts-, außen- und sicherheitspolitische Ausrichtung der USA ist nach der Präsidentschaftswahl ungewiss. Die im Wahlkampf angekündigte Ausweitung staatlicher Infrastrukturinvestitionen sowie Steuersenkungen können sich zunächst positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung der USA auswirken. Eine protektionistische Außenhandelspolitik und ein deutlich geringeres sicherheitspolitisches Engagement der USA würden aber den Welthandel und die Investitionsbereitschaft in die sich entwickelnden Volkswirtschaften negativ beeinflussen. Dies kann das sich bereits verlangsamende Wachstum der Schwellenländer, insbesondere in China, weiter reduzieren und stellt somit ein Risiko für die globalwirtschaftliche Entwicklung dar. Durch die neue Regierung in Brasilien sollen im Jahr 2017 strukturelle Reformen erfolgen, sodass eine leichte Verbesserung der volkswirtschaftlichen Lage im Land möglich ist. Aufgrund der hohen Staatsverschuldung wird die Fiskal- und Geldpolitik weiter restriktiv bleiben. Zudem stehen Mitglieder der neuen Regierung unter dem Verdacht der Korruption. Dies kann zu einer Zurückhaltung bei potentiellen Investoren führen und die Handlungsfähigkeit der derzeitigen Regierung deutlich einschränken. Branchenrisiken Grundsätzlich ist der Gesundheitsmarkt nur in einem geringen Umfang konjunkturellen Schwankungen unterworfen. Dementsprechend zeigt sich unser Bereich der Verbrauchsgüter im Allgemeinen wenig abhängig von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Im Unterschied dazu sind die von B. Braun produzierten Investitionsgüter konjunkturabhängig. Eine Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung besteht in der Regel auch dort, wo Patienten für Gesundheitsleistungen selbst aufkommen müssen. Durch gravierende Sparmaßnahmen in einigen Ländern kommt es zu Budgetkürzungen innerhalb der staatlichen Gesundheitssysteme. Diese Kürzungen können einen negativen Einfluss auf die Nachfrage unseres gesamten Produkt- und Dienstleistungsangebots haben. Hinzu kommen die Ausweitung von Zahlungszielen in einzelnen Staaten und die Einführung beziehungsweise Erhöhung von Zwangsrabatten und anderen Abgaben. In einigen Märkten ist erkennbar, dass ausländische Hersteller keinen beziehungsweise nur noch eingeschränkten Zugang zu Ausschreibungen erhalten werden, sobald inländische Hersteller vergleichbare Produkte anbieten können. Dies trifft unter anderem auf Russland zu. Hier sind die Ausschreibungs- und Einfuhrbestimmungen für deutsche Hersteller weiterhin durch Protektionismus geprägt. Wir intensivieren unsere Zusammenarbeit mit lokalen Herstellern und bauen unsere regionalen Präsenzen weiter aus, um dauerhaft Zugang zu den weltweiten Wachstumsmärkten zu haben. Es ist eine verstärkte Formalisierung des internationalen Produktzulassungsprozesses zu beobachten, die mit einem erhöhten Aufwand für B. Braun einhergeht. Längere Bearbeitungszeiten und weitergehende Anforderungen an Dokumentation und Studienunterlagen können Produkteinführungen verzögern und verteuern. Sie erhöhen so insgesamt das Forschungs- und Entwicklungsrisiko. Die Bündelung von Einkaufsvolumina durch Einkaufsgemeinschaften verstärkt die Marktmacht der Nachfrageseite. Das erhöht das Risiko von weiterem Preisdruck und die Abhängigkeit von einzelnen Kunden. Es besteht das Risiko der flächendeckenden vertikalen Integration von Krankenhäusern oder anderen Nachfragern durch Pharma- oder Medizintechnikunternehmen. Dies könnte zu einer Verschlechterung des Marktzugangs für andere Unternehmen führen. Die strukturellen Risiken für Unternehmen, die im Gesundheitsmarkt tätig sind, bleiben somit weiterhin bestehen. Das Eintreten der Risiken kann Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung von B. Braun haben. Beschaffungsrisiken Risiken ergeben sich grundsätzlich aus Rohstoffpreisentwicklungen und Versorgungsengpässen an den Beschaffungsmärkten. Das Eintreten dieser potenziellen Risiken kann Auswirkungen auf die Versorgung der Produktion und damit auf die Lieferfähigkeit von B. Braun haben. Im Berichtsjahr zeichneten sich in einigen Fällen potenzielle Versorgungsengpässe ab. Insbesondere im Kunststoffmarkt war B. Braun, wie andere Marktteilnehmer auch, mit einigen "Force Majeur"-Erklärungen mehrerer Lieferanten konfrontiert. In allen Fällen war es möglich, potenzielle Versorgungsunterbrechungen abzuwenden. Durch die implementierten Einkaufsprozesse sowie die globale Einkaufsorganisation wurden Gegenmaßnahmen und Strategien entwickelt, die zur Abwendung der Risiken führten, sodass es zu keiner Zeit zu Produktionsverzögerungen oder -unterbrechungen gekommen ist. Unsere lange, vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten ist eine wesentliche Grundlage, um die Versorgung kontinuierlich sicherzustellen. Hierauf aufbauend werden wir zukünftig weitergehende Partnerschaften mit den Lieferanten anstreben. Wo immer möglich, setzen wir im Rahmen des aktiven Preismanagements Strategien zur langfristigen Preisabsicherung ein. So bündeln wir beispielsweise unsere Einkaufsbedarfe, schließen langfristige Lieferverträge zur Absicherung von Rohstoffpreisen bei Vorprodukten und vereinbaren Rahmenverträge. Ziel ist es, bei gleichbleibend hoher Qualität die Preis- und Lieferrisiken zu reduzieren. Um die Risiken von Lieferantenausfällen zu minimieren, werden regelmäßig Risikobewertungen unserer Lieferanten durchgeführt. Wird bei einem Lieferanten ein hohes Ausfallrisiko identifiziert, können wir mit etablierten Prozessen und Instrumenten eine durchgehende Versorgung sicherstellen. Hierzu gehören unter anderem Disaster-Recovery-Pläne, ein Bestandsaufbau bei B. Braun oder dem Lieferanten, Second and Dual Sourcing sowie eine notarielle Hinterlegung von Dokumenten zu Produktionsprozessen und Rezepturen. Das bereits vorhandene Risikomanagement in Bezug auf die Lieferantenbasis wird weiter ausgebaut. Die Situation in einzelnen Bereichen der Beschaffungsmärkte gestaltete sich weiterhin herausfordernd. Unsere Einkaufsorganisation konnte mit den etablierten Prozessen zur Preis- und Liefersicherheit unsere Risikoposition auf einem konstant niedrigen Niveau halten, sodass keine wesentlichen Beschaffungsrisiken erkennbar sind. Produktrisiken Risiken durch Neben- oder Wechselwirkungen im Bereich der Infusionstherapie, Arzneimittelzubereitung und Orthopädie begegnen wir mit Qualitätsmanagementsystemen in unseren Produktionseinheiten. Diese orientieren sich an internationalen Standards und stellen die Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften sicher. Eine regelmäßige Überprüfung der Qualitätsmanagementsysteme mit Hilfe von internen und externen Audits in Verbindung mit kontinuierlich stattfindenden Mitarbeiterschulungen vervollständigt unser Qualitätsmanagement. Von laufenden Prozessen gehen keine bestandsgefährdenden Risiken aus. Personalrisiken Im Personalbereich liegen die wesentlichen Risiken im demografischen Wandel und in der mangelnden regionalen Verfügbarkeit von ausreichend qualifizierten Fach- und Führungskräften. B. Braun begegnet diesen Entwicklungen durch verschiedene Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ein hohes Engagement in der Aus- und Weiterbildung sowie eine leistungsgerechte Vergütung und flexible Arbeitszeitmodelle sind Elemente unserer Personalstrategie. Mit dieser Vorgehensweise sind mittelfristig keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Entwicklung von B. Braun aus Personalrisiken erkennbar. Auch im Ausland sichert B. Braun den langfristigen Fachkräftebedarf durch die schrittweise Etablierung des deutschen Ausbildungsmodells. Zudem sind Weiterbildungs- und Förderangebote ein wichtiger Bestandteil der Personalstrategie. B. Braun baut daher seine Programme zur Personalentwicklung kontinuierlich weiter aus. Sie zielen darauf ab, Mitarbeiter frühzeitig an B. Braun zu binden und die Identifikation mit dem Unternehmen zu erhöhen. Risiken durch Fluktuation und Wissensverlust sollen so verringert werden. Auch im Rahmen der internationalen Führungskräfteentwicklung erweitert B. Braun seine Weiterentwicklungsangebote, unter anderem mit dem Angebot eines Executive Development Programs, ein internes Weiterbildungsprogramm für internationale Führungskräfte. Ebenso zählt eine frühzeitige Nachfolgeplanung zu den integralen Bestandteilen der Personalstrategie von B. Braun. Vakante Positionen können so frühzeitig durch geeignete Führungskräfte aus dem Unternehmen besetzt werden. IT-Risiken Wichtige Geschäftsabläufe beruhen auf IT-Systemen. Ein Ausfall wesentlicher IT-Systeme oder ein größerer Datenverlust könnte zu gravierenden Unterbrechungen des Geschäftsbetriebs, auch im Produktionsbereich, führen. Diese Risiken werden durch beständige Investitionen in die IT-Infrastruktur und eine redundante Systemarchitektur minimiert. Regelmäßige Datensicherungen und Mitarbeiterschulungen sind weitere Maßnahmen, um die Risiken zu reduzieren. Der Schutz vor Datenmissbrauch wird durch ein abgestimmtes Benutzerrechtekonzept gewährleistet, dessen Einhaltung durch die interne Revision und Datenschutzbeauftragte überprüft wird. Zudem setzen wir Schutzprogramme zur Abwehr von Schadsoftware ein. Aufgrund dieser Maßnahmen erwarten wir keine wesentlichen negativen Auswirkungen aus IT-Risiken. Jedoch steigen die Herausforderungen, IT-Sicherheit zu gewährleisten, kontinuierlich an. Die stärkere Vernetzung im Rahmen der Digitalisierung und der Industrie 4.0 sowie zunehmende Hackerangriffe deuten auf eine Zunahme der IT-Risiken hin. Aus diesem Grund verstärken wir die oben genannten Maßnahmen und erweitern diese nach Bedarf. Die Reduzierung der IT-Risiken bleibt auch in Zukunft eine wesentliche Aufgabe, um einen reibungslosen Ablauf der konzerninternen Prozesse zu gewährleisten. Finanzwirtschaftliche Risiken B. Braun ist aufgrund der internationalen Ausrichtung Währungsrisiken ausgesetzt, die durch Währungssicherungsgeschäfte mit derivativen Finanzinstrumenten reduziert werden. Mit einer regelbasierten, rollierenden Sicherungsstrategie ("Layered Hedging") erreichen wir eine Durchschnittskursbildung für den Zeitraum unseres Sicherungshorizonts und reduzieren den Einfluss der Wechselkursänderungen auf das Konzernjahresergebnis. Bei dauerhafter Verschiebung von Währungsparitäten können diese Risiken jedoch eintreten, sofern Preisanpassungen marktbedingt nicht durchsetzbar sind. Der Handel und die Verwaltung derivativer Finanzinstrumente sind durch interne Richtlinien geregelt und unterliegen einer ständigen Risikokontrolle. Zur Verminderung des Risikos von Zinsänderungen sind variabel verzinsliche Bankkredite teilweise durch Zinssicherungsgeschäfte ("Payer Swaps") abgesichert. Einem Liquiditätsrisiko begegnen wir mit dem Halten einer ausreichenden Reserve an kurz- und langfristig zugesagten Kreditlinien. Hierzu gehört insbesondere ein Konsortialkreditvertrag über zurzeit 520 Millionen Euro. Im Berichtsjahr haben wir diesen um ein weiteres Jahr bis 2021 verlängert. Ein weiteres Risiko besteht in einer möglichen Verschlechterung des Zahlungsverhaltens unserer Kunden oder öffentlicher Kostenträger. Eingeschränkte Finanzierungsmöglichkeiten können die Liquidität und die Zahlungsfähigkeit einzelner Kunden negativ beeinflussen. Auch bei unseren Lieferanten können Risiken in der Form bestehen, dass deren Liquiditätssituation stark belastet ist und im schlimmsten Fall das Fortbestehen des Lieferanten gefährdet sein könnte. Durch unsere Beteiligung an börsennotierten Unternehmen sind wir Marktpreisschwankungen ausgesetzt, die bei einer dauerhaften Abwertung zu einer Wertminderung führen können. Mit unserem aktiven Beteiligungscontrolling und den etablierten Prozessen im Risikomanagement und Controlling überwachen und analysieren wir die Entwicklung unserer Beteiligungen kontinuierlich. Dies ermöglicht uns, frühzeitig Risiken zu erkennen und erforderliche Maßnahmen zu ergreifen. Im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungsprojekten werden teilweise Kosten aktiviert, die bei Fehlentwicklungen zu Abschreibungen führen können. Dies kann die Ergebnissituation von B. Braun beeinflussen. Projekte aus Forschung und Entwicklung unterliegen naturgemäß einem höheren Risiko, dem aber wesentliche Chancen gegenüberstehen. Zurzeit sind keine Risiken erkennbar, die über das gewöhnliche Niveau hinausgehen. CHANCEN Neben den Risiken identifiziert und bewertet B. Braun regelmäßig die Chancen des Unternehmens. Grundsätzlich können sich Chancen durch die Weiterentwicklung medizinischer Standards oder durch die Markteinführung neuer Produkte ergeben. Durch den engen Dialog mit den Anwendern unserer Produkte und unsere in die Centers of Excellence (CoE) integrierte Forschung und Entwicklung werden wir auch weiterhin Chancen zügig nutzen und darüber hinaus neue Absatzmöglichkeiten schaffen. Chancen durch eine positive wirtschaftliche Entwicklung Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben Einfluss auf die Geschäftsentwicklung von B. Braun. Unsere Aussagen zur weiteren Entwicklung des Konzerns basieren auf dem im Prognosebericht beschriebenen zu erwartenden gesamtwirtschaftlichen Umfeld. Sollte sich die Weltwirtschaft dynamischer entwickeln, als derzeit angenommen, können unsere Prognosen zur Umsatz- und Ertrags- sowie Finanzlage übertroffen werden. Chancen durch Wachstumsstrategie Kapazitätserweiterungen ermöglichen es uns, an der steigenden Nachfrage nach Produkten der Gesundheitsversorgung und Medizintechnik teilzuhaben. Die neuen, hochmodernen Produktionsprozesse verbessern unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter. Zudem können wir aufgrund unseres umfassenden Produktprogramms und unserer langjährigen Erfahrung effiziente Lösungen für unsere Kunden anbieten. Sollten sich die internationalen Gesundheitsmärkte schneller entwickeln als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf unsere Umsatz- und Ertragslage sowie unsere Cashflows auswirken. Chancen durch Forschung und Entwicklung Innovationen auf Produkt- und Prozessebene sind Basis unserer Wachstumsstrategie. In engem Austausch mit unseren Kunden und den Anwendern arbeiten wir daran, neue und verbesserte Produkte sowie Therapiekonzepte auf den Markt zu bringen. Eine frühere Marktreife unserer Forschungs- und Entwicklungsprojekte, als derzeit erwartet, könnte unsere Umsatz- und Ertragslage sowie die Cashflows verbessern. Chancen durch internationale Präsenz Die Öffnung weiterer Gesundheitsmärkte (beispielsweise in Asien, Afrika und im Nahen Osten) für internationale Medizintechnikunternehmen in Verbindung mit Privatisierungstendenzen im Bereich der Dialysedienstleistungen kann für B. Braun weitere Chancen bieten. Aufgrund unserer internationalen Präsenz haben wir die Möglichkeit, an dieser Entwicklung teilzuhaben. Dies würde die Umsatz- und Ertragsentwicklung des B. Braun-Konzerns nachhaltig verbessern. Chancen durch Mitarbeiter Unsere Mitarbeiter sind der Motor für unsere Innovationen und schaffen durch den engen Austausch mit Kunden, Anwendern und Patienten einen Mehrwert für B. Braun. Die hohe Identifikation mit dem Unternehmen fördert ihre Motivation und Eigenverantwortlichkeit, die wir durch Maßnahmen der Personalentwicklung weiter stärken wollen. Sollten unsere Maßnahmen und Methoden schnellere und bessere Fortschritte erzielen als derzeit erwartet, könnte dies unsere Wettbewerbsposition zusätzlich stärken. Hieraus können sich positive Effekte auf die Umsatz- und Ertragslage sowie die Cashflows ergeben. GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKO- UND CHANCENSITUATION DES KONZERNS Aus heutiger Sicht sind keine Risiken oder Abhängigkeiten erkennbar, welche den Fortbestand des B. Braun-Konzerns für die überschaubare Zukunft gefährden könnten. Die Netto-Risikoposition hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert, und es wurden erneut keine bestandsgefährdenden Risiken identifiziert. Wir beobachten jedoch in einzelnen Bereichen eine steigende Volatilität. Hier sind beispielsweise die weiterhin andauernden Verwerfungen auf den Devisenmärkten oder die teilweise erhöhten Risiken auf den Beschaffungsmärkten zu nennen. Zudem lassen sich die wirtschaftlichen Auswirkungen der aktuellen politischen bzw. wirtschaftlichen Entwicklungen in den USA, Großbritannien, der Türkei, aber auch beispielsweise in Frankreich, Italien, Russland und Brasilien nicht abschätzen. Dies erhöht die Unsicherheit für Unternehmen, die in regulierten Märkten tätig sind bzw. deren Umsätze teilweise von staatlichen Budgets abhängig sind. Soweit möglich und angemessen, sind wir gegen Haftungsrisiken und Elementarschäden sowie weitere Risiken versichert. Trotz der hohen Deckungssumme unseres Versicherungsschutzes ist eine vollständige Absicherung der potenziellen Risiken aus Produkthaftung nicht darstellbar. Insgesamt sind wir aber davon überzeugt, dass die Entwicklung des B. Braun-Konzerns von den immer bestehenden Marktrisiken nicht überdurchschnittlich belastet wird. Diesen Marktrisiken stehen wesentliche Chancen gegenüber, die eine erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens ermöglichen können.
PROGNOSEBERICHTBei den hier getroffenen Aussagen über die Entwicklung der Gesamtwirtschaft und des Unternehmens handelt es sich um zukunftsbezogene Aussagen. Die tatsächlichen Ergebnisse können demnach wesentlich (sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht) von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen. Unsere Prognosen beinhalten alle wesentlichen Ereignisse, die uns bei der Ausarbeitung des Konzernlageberichts bekannt waren und die Geschäftsentwicklung des B. Braun-Konzerns beeinflussen können. Die Erwartungen basieren unter anderem auf der beschriebenen gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Entwicklung. ERWARTETE GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN Erwartete Entwicklung der Weltwirtschaft 4 Für das Jahr 2017 prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF) eine leichte Steigerung des Wirtschaftswachstums um 0,3 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent. Getragen wird das Wachstum sowohl von den Industrienationen als auch von den Schwellen- und Entwicklungsländern. Allerdings haben die politischen Entscheidungen in Großbritannien, den USA und Italien dafür gesorgt, dass die wirtschaftliche Zukunft vielerorts ungewiss ist und die Unsicherheit auf dem Weltmarkt steigt. Während China etwas langsamer als in den vorangegangenen Jahren wächst, werden die rohstoffexportierenden Volkwirtschaften wie Brasilien und Russland im kommenden Jahr ihre Rezession überwinden. Außerdem ist davon auszugehen, dass die Anhebung des Leitzinses durch die US-Notenbank am Ende des Jahres 2016 sowie die noch in 2017 zu erwartenden Zinserhöhungen die Finanzierungsbedingungen insbesondere in den Entwicklungsländern erschweren werden. Wechselkursschwankungen werden erneut die globale Wirtschaft prägen. Die gesamtwirtschaftliche Zuwachsrate in Deutschland wird 2017 um 0,2 Prozentprunkte auf 1,5 Prozent zurückgehen. Weiterhin wird mit günstigen Finanzierungsbedingungen gerechnet, die die Bauinvestitionen positiv beeinflussen. Positiv wird sich unter anderem der zunehmende private Konsum auf das Wachstum auswirken. Steigende Tariflöhne, ein erhöhtes Transfereinkommen und der Anstieg der Beschäftigung tragen zu der höheren Nachfrage bei. Die Zunahme des öffentlichen Konsums wird in Zusammenhang mit der geringeren Anzahl neuer Immigranten zurückgehen. Für den Euroraum wird ein moderates Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent erwartet. Getragen wird das Wachstum insbesondere vom privaten Konsum. Durch die steigenden Energiepreise wird der Effekt in 2017 etwas niedriger ausfallen, als in den beiden Jahren zuvor. Gebremst wird eine schnelle positive Entwicklung der konjunkturellen Lage auch durch fehlende strukturelle Reformen in einigen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, einer nur geringen Verbesserung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit und dem Anstieg der politischen Unsicherheit. In Italien wird die Zuwachsrate nur halb so groß sein wie im gesamten Euroraum. Der italienische Bankensektor ist durch eine hohe Anzahl an ausfallgefährdeten Krediten gekennzeichnet. Aufgrund der Ablehnung der Verfassungsänderung ist nicht absehbar, dass notwendige wirtschaftpolitische Reformen in Kürze verabschiedet werden. Im Jahr 2017 plant Großbritannien den Antrag zum Austritt aus der Europäischen Union zu stellen. Die Verhandlungen in den kommenden zwei Jahren werden zeigen, inwiefern sich dieser Schritt auf die Wirtschaftsleistung im Euroraum und in Großbritannien auswirkt. In den Volkswirtschaften Zentral- und Osteuropas wird mit einem moderaten Wachstum von durchschnittlich 3,1 Prozent gerechnet. Trotz verhaltenen Wachstums im Euroraum werden die Exporte aus Zentral- und Osteuropa steigen. Die türkische Wirtschaft wird derzeit durch politische Konjunkturmaßnahmen unterstützt, dennoch verlangsamt sich das Wachstum aufgrund der gestiegenen Unsicherheit durch den Putschversuch und die Terroranschläge im Jahr 2016. Für die russische Wirtschaft prognostiziert der IWF ein Wachstum von 1,1 Prozent für 2017. Durch den Anstieg des Öl-Preises und die Erholung der Rohstoffpreise wird die russische Wirtschaft die Rezession von 2015 und 2016 überwinden. Trotzdem ist der weitere Verlauf im Jahr 2017 stark von der außenpolitischen Lage abhängig. Die bestehenden Sanktionen und strukturellen Probleme im Land beeinflussen das Wachstum negativ. In Nordamerika wird die Wirtschaftsleistung 2017 erneut ansteigen. Nach der US-Wahl ist bislang noch ungewiss, ob der neue US-Präsident durch höhere Staatsausgaben oder in Form einer Steuersenkung in die US-amerikanische Wirtschaft eingreifen wird. Eine Kombination der genannten Maßnahmen erscheint ebenfalls möglich. In allen Fällen würde es 2017 zunächst zu einem Anstieg des Wirtschaftswachstums kommen. Desweiteren bleibt abzuwarten, in welcher Form die Wahlkampfversprechen zur Deregulierung des Finanzsektors, einer protektionistischen Handelspolitik sowie staatlichen Investitionen zur Verbesserung der Infrastruktur umgesetzt werden. Außerdem ist bislang ungewiss, ob die Verhandlungen zwischen den USA und der Europäischen Union zur geplanten transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) unter den derzeitigen Bedingungen fortgeführt werden. Auch die weiteren Schritte der Beilegung des Atomstreites mit dem Iran können zurzeit nicht abgeschätzt werden. Das Wachstum in der Region Asien-Pazifik wird 2017 leicht unter dem Vorjahresniveau bleiben. In China ist ein geringfügig rückläufiger Trend des Wirtschaftswachstums zu erkennen. Die Gründe sind unter anderem ein sinkendes Erwerbspersonenpotenzial und die Verlangsamung der Kapitalakkumulation. Die chinesische Wirtschaft wird sich weiter auf einen ansteigenden Konsum ausrichten und den Servicesektor ausbauen. Dies geschieht auf Basis der Verbesserung des sozialen Sicherheitsnetzes und der Deregulierung des Dienstleistungssektors. Gewinne, die aus verbesserten Handelsbedingungen resultieren, wirtschaftspolitische Maßnahmen und strukturelle Reformen aus den letzten Jahren werden zu einem starken Wachstum der Wirtschaftsleistung in Indien beitragen. In Japan wird die Wachstumsrate auf dem Niveau des Vorjahres verbleiben. Die Verschiebung der Mehrwertsteuererhöhung und geplante Maßnahmen zur Steigerung des Wachstums wirken sich unterstützend aus, wohingegen eine Aufwertung des japanischen Yen die Entwicklung abschwächen kann. Im Jahr 2017 wird die Wirtschaftsleistung in Lateinamerika laut des IWF auf 1,2 Prozent steigen. Durch die Stabilisierung der Rohstoffpreise verbunden mit einem positiven Wachstum von 0,2 Prozent wird die Rezession der brasilianischen Volkswirtschaft überwunden werden. Auch die Inflationsrate soll in 2017 merklich sinken. Nach einem Jahr der wirtschaftlichen Umstrukturierung wird für Argentinien eine Wachstumsrate von 2,7 Prozent prognostiziert. Unterstützt wird der Aufschwung neben dem Anstieg des Konsums, der Investitionen und der Exporte durch die im Jahr 2016 verabschiedeten Reformen, einer moderaten Inflationsrate und einer stärker unterstützenden Geld- und Fiskalpolitik. In Mexiko wird von einem Rückgang des Wirtschaftswachstums um 0,5 Prozentpunkte ausgegangen. Infolge der geringen Öleinnahmen in 2016 wurde das staatliche Haushaltsbudget in Mexiko für 2017 gekürzt. Zudem wird befürchtet, dass sich aufgrund der US-Wahl die Handelsbedingungen zu den USA verschlechtern werden. Als erste Reaktion darauf wertete der mexikanische Peso bereits Ende 2016 ab. Die Zuwachsraten in Afrika und dem Nahen Osten sollen 2017 weiter steigen. In Afrika werden sich durch die voranschreitende Industrialisierung und den Ausbau der Infrastruktur neue Geschäftschancen bieten. Dennoch wird die Wirtschaft weiterhin stark von der politischen Instabilität, Gesundheitsrisiken und Sicherheitsproblemen negativ beeinflusst werden. Die Konflikte im Nahen Osten werden sich auch 2017 negativ auf die Volkswirtschaften der Region auswirken. Aufgrund des niedrigen Ölpreises wird mit einem Rückgang der Investitionen in diesem Sektor gerechnet. Weitere Reformen, eine niedrigere Steuerprogression und eine verbesserte Nachfrage aus dem Ausland sollen das Wachstum tragen. ERWARTETE ENTWICKLUNG DES GESUNDHEITSMARKTES Für den globalen Gesundheitsmarkt werden 2017 positive Zuwachsraten erwartet. Die Gesundheitsausgaben werden in den Industrienationen moderat steigen. Die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen in den Industrieländern erhöht sich überwiegend durch die Zunahme an chronischen Krankheiten, den demografischen Wandel, den Anstieg der Lebenserwartung und die damit verbundene Zunahme an Morbidität sowie durch das Angebot an teuren, innovativen Behandlungsmöglichkeiten. Gestützt wird die weltweit positive Entwicklung vor allem durch die Märkte in Asien und dem Nahen Osten. Das Bevölkerungswachstum, der ansteigende Wohlstand und der Ausbau des Gesundheitswesens tragen zu dieser Entwicklung bei. Mit dem steigenden Einkommen nimmt auch die Nachfrage nach einer höherwertigen Versorgung in den Ländern zu. Umsatzsteigerungen sind für B. Braun sowohl für das bestehende Produktportfolio als auch durch Produktinnovationen und Produktdifferenzierungen möglich. Dies wird sich auf eine Vielzahl unserer Produktbereiche positiv auswirken. Auch der Dialysemarkt wird voraussichtlich weiter wachsen. Grund dafür ist die in den vergangenen Jahren gestiegene Anzahl an Diabeteserkrankungen. Da diese zu chronischem Nierenversagen führen können, wird der Dialysebedarf weiter steigen. Aufgrund eines geringen Bevölkerungswachstums wird der Anstieg in den Industrieländern niedriger ausfallen als im Rest der Welt. In Zukunft werden vor allem diejenigen Unternehmen Wettbewerbsvorteile haben, die mit ihren Produkten die Prozesseffizienz für Kunden erhöhen können. Themen wie Anwendungssicherheit, Einfachheit der Bedienung und gezielte Produktverbesserungen werden stärker in den Vordergrund rücken. Zudem helfen digitale Innovationen zunehmend bei der Erstellung von Diagnosen und der Wahl für die richtige Behandlung. Die neuen Technologien schaffen eine bessere Verbindung zwischen einzelnen Akteuren im Gesundheitswesen, womit sich Prozesse effizienter gestalten und Kosten senken lassen. Im Rahmen der fortschreitenden Globalisierung wird mit einer weiter steigenden Preistransparenz gerechnet, die, wie auch die zunehmende Professionalisierung des Einkaufsverhaltens, zu einem Preis- und damit Margenverfall führen kann. Digitalisierung und Industrie 4.0 beschäftigen die produzierenden Unternehmen der Gesundheitsbranche auf vielfältige Weise. Die unternehmensinternen Prozesse werden insbesondere durch veränderte Produktionsmöglichkeiten sowie der Erhebung und Analyse von Massendaten (Big Data) beeinflusst sein. Hierzu zählen beispielsweise die sogenannte vorbeugende Instandhaltung und ein automatisierter Informationsaustausch "Machine to Machine" (M2M) entlang der Wertschöpfungskette. Eine höhere Flexibilität in der Produktion sowie eine schnellere Reaktion auf Kunden- und Marktanforderungen erscheinen möglich. Zudem enthalten Medizintechnikprodukte zunehmend digitale Komponenten und werden in Netzwerke eingebunden. Hierdurch können sich neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten ergeben. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die IT-Sicherheit, da Gesundheitsdienstleistungen als "Kritische Infrastrukturen" (KRITIS) eingestuft sind. Der Schutz vor unberechtigtem Zugriff auf medizinische Komponenten innerhalb eines Netzwerkes muss somit bereits bei der Produktentwicklung berücksichtigt werden. Für Unternehmen, die Digitalisierung sowohl in den internen Prozessen als auch in den Produkten berücksichtigen, können Wettbewerbsvorteile entstehen. Für die europäischen Gesundheitsmärkte werden moderate Wachstumsraten prognostiziert. In Deutschland, Großbritannien und Schweden wird mit höheren Gesundheitsausgaben gerechnet, als in Portugal, Spanien, Island, Griechenland und Italien, deren Haushaltsbudgets relativ niedrig sind. Viele westeuropäische Länder haben zudem mit den Folgen des demografischen Wandels zu kämpfen. Die Nachfrage nach Behandlungen von altersbedingten Krankheiten und der Bedarf an Pflegeleistungen für Senioren wird in den nächsten Jahren sukzessive steigen. In der Türkei wird mit dem Neubau zahlreicher Krankenhäuser gerechnet. Großbritannien plant im Jahr 2017 den Antrag zum Austritt aus der Europäischen Union zu stellen. Die Medizintechnikbranche rechnet damit, dass sich etwaige Handelsbeschränkungen negativ auf das Exportgeschäft deutscher Hersteller auswirken können. Eine Einschätzung, ob es mittelfristig weniger Investitionen im britischen Gesundheitswesen geben wird oder weitere negative Effekte aus der Entwicklung der Wechselkurse entstehen, ist derzeit nicht möglich. Es wird damit gerechnet, dass die Einfuhrbeschränkungen für Produkte der Medizintechnik von westlichen Herstellern in Russland weiterhin bestehen bleiben. Das russische Ministerium für Industrie und Handel plant zusätzlich, Importe durch die inländische Produktion zu ersetzen. Bis zum Jahr 2020 soll 40 Prozent der Nachfrage nach Medizinprodukten durch die inländische Produktion abgedeckt werden. Heute liegt der Marktanteil von russischen Produzenten bei knapp 20 Prozent. Desweiteren entstehen vermehrt privat finanzierte und betriebene medizinische Einrichtungen in Russland. Private Organisationen sind von den Importsubstitutionen nicht betroffen, sodass sich in diesem Sektor künftig neue Exportmöglichkeiten bieten. Der Gesundheitsmarkt in Nordamerika wird weiter expandieren. Durch den Abschluss des transatlantischen Handelsabkommens CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement) zwischen Kanada und der Europäischen Union bieten sich aufgrund der entfallenen Exportzölle neue Absatzmöglichkeiten für europäische Hersteller von medizinischen und medizintechnischen Produkten auf dem kanadischen Markt. In den USA wird für das Jahr 2017 mit einem Zuwachs der Gesundheitsausgaben gerechnet. Allerdings bleibt mit dem Wechsel des US-Präsidenten abzuwarten, inwieweit die Gesundheitsreform seines Vorgängers, der "Patient Protection and Affordable Care Act" (ACA), beibehalten wird. Wie sich künftige Entscheidungen auf die Entwicklung des Gesundheitsmarktes auswirken, lässt sich bislang nicht prognostizieren. Der Gesundheitsmarkt in Asien-Pazifik wird 2017 deutlich wachsen. Der zunehmende Wohlstand der Bevölkerung sowie die Ausweitung von staatlichen Gesundheitsprogrammen tragen zu dieser Entwicklung bei. Die größten Wachstumsraten werden weiterhin in Indien und China erwartet. Während in China bislang der Fokus auf der Ausweitung der Gesundheitsversorgung lag, soll künftig stärker auf die effiziente Bereitstellung von Leistungen und deren Qualität geachtet werden. Zudem fokussiert sich die chinesische Regierung stärker auf innovative Lösungen wie mHealth (Unterstützung medizinischer Maßnahmen durch beispielsweise Smartphones, Tablets oder Applikationen, die über Sensoren bedient werden). Im Jahr 2015 verabschiedete die indische Regierung eine Gesundheitsreform zur Bereitstellung von Gesundheitsleistungen für alle Einwohner des Landes. Zur Umsetzung werden Ausgaben in Höhe von 18,5 Milliarden US-Dollar über die nächsten Jahre prognostiziert. Aufgrund der hohen Kosten beabsichtigt die Regierung bei der Reform nachzubessern. In Japan sind derzeit Maßnahmen in Planung, um das Gesundheitssystem künftig effizienter zu gestalten. Die Gesundheitsausgaben in Lateinamerika werden leicht steigen. Nachdem der Gesundheitsmarkt in Argentinien 2016 eine Rezession erlebte, beabsichtigt die argentinische Regierung, die Privatwirtschaft stärker in den Gesundheitsmarkt zu integrieren. Im Jahr 2017 wird mit der Zunahme von Investitionen im Gesundheitssektor gerechnet. Die vorgesehenen Reformen für das Gesundheitswesen und die Sozialversicherung sollen für Wachstumsimpluse sorgen. Aufgrund der verhaltenen wirtschaftlichen Lage in Brasilien muss der Staat das Budget für Gesundheitsausgaben kürzen, sodass lediglich von positiven Zuwachsraten im privaten Sektor des brasilianischen Gesundheitsmarktes auszugehen ist. Im Nahen Osten und Afrika werden für 2017 relativ hohe Zuwächse bei den Gesundheitsausgaben erwartet. Beeinflusst wird diese Entwicklung weiterhin durch die Ausweitung der Gesundheitsversorgung in einigen Ländern und dem anhaltenden Bevölkerungswachstum. Die Gesundheitsversorgung in Afrika ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. In Algerien werden derzeit mehrere Krankenhäuser zur Behebung der medizinischen Unterversorgung im Land gebaut, die südafrikanische Regierung plant eine Modernisierung der Krankenhäuser und die Einführung einer nationalen Gesundheitsversicherung bis 2025. Dennoch werden auch zukünftig viele Länder in Afrika auf die Hilfe internationaler Organisationen angewiesen sein. Im Nahen Osten wird für 2017 mit einer hohen Nachfrage nach Medizintechnik gerechnet. Außerdem plant der Iran den Bau zahlreicher neuer Krankenhäuser. ERWARTETE GESCHÄFTS- UND ERTRAGSENTWICKLUNG Für das Geschäftsjahr 2017 erwarten wir, dass der B. Braun-Konzern auf der Umsatz- und Ergebnisseite wachsen wird. Das Umsatzwachstum wird sich bei konstanten Wechselkursen zwischen fünf und sieben Prozent bewegen (2016: 6.462,2 Millionen Euro). Für die Dialyse-Sparte B. Braun Avitum sowie die Sparte Out Patient Market erwarten wir ein dynamischeres Wachstum als im übrigen Konzern. Der weltweite Gesundheitsmarkt wird weiterhin zweigeteilt sein. Mengenausweitungen sind in den Entwicklungs- und Schwellenländern anzunehmen. Mit Kapazitätserweiterungen und internationaler Präsenz können wir an der steigenden Nachfrage teilhaben. Die Geschäftsergebnisse in der Region Asien-Pazifik werden sich nach unseren Erwartungen weiterhin positiv entwickeln. China, Indien, Vietnam und Indonesien werden dabei die Hauptwachstumsmärkte sein. In Lateinamerika prognostizieren wir in lokaler Währung insbesondere in Mexiko, Kolumbien und Peru gute Umsatzsteigerungen. Aufgrund der zu erwartenden Wechselkursentwicklung muss in Euro erneut von Umsätzen auf Vorjahresniveau ausgegangen werden. In den etablierten Märkten Europas inklusive Deutschland gehen wir insgesamt von einer konstant bleibenden Nachfrage aus, wobei Produkte, die sowohl Sicherheits- als auch Effizienzaspekte berücksichtigen, relevanter werden. Innovationen und kontinuierliche Produkterweiterungen werden uns auch in diesen Märkten Wachstumsmöglichkeiten eröffnen. In der Region Afrika und Naher Osten rechnen wir mit einer dynamischen Entwicklung im Jahr 2017, wobei diese in Südafrika besonders stark erwartet wird. Nordamerika wird mit guten Umsatzzuwächsen sowohl in US-Dollar als auch in Euro die Entwicklung des Konzerns weiterhin unterstützen. Auf der Ergebnisseite erwarten wir für 2017, dass sich unsere Steuerungsgrößen Ergebnis nach Funktionskosten und EBIT jeweils zu konstanten Wechselkursen in einer Spanne von 620 bis 660 Millionen Euro (Vorjahr: Ergebnis nach Funktionskosten i.H.v. 614,7 Millionen Euro und EBIT i.H.v. 599,9 Millionen Euro) bewegen werden. Für die Kennzahl EBITDA prognostizieren wir zu konstanten Wechselkursen einen Anstieg auf über eine Milliarde Euro (2016: 989,3 Millionen Euro). Eine erneute Verbesserung der EBITDA-Marge ist das Ziel. Alle Sparten sollen zu der Ergebnisverbesserung beitragen. Die Erhöhung der Profitabilität ergibt sich unter anderem aus dem Abschluss großer Investitionsprojekte sowie Mengenausweitungen und damit verbesserten Produktionsauslastungen. Zusätzlich wird sich die Einführung neuer Produkte positiv auf die Ertragslage auswirken. Im Zusammenhang mit unserem aktiven Working Capital Management beträgt das strategische Ziel zu konstanten Wechselkursen für DSO weniger als 65 Tage (2016: 67 Tage) und für CIW weniger als 16,0 Wochen (2016: 16,4 Wochen). Insgesamt gehen wir davon aus, dass wir 2017 die strategischen Working Capital-Ziele erreichen werden. Risiken gehen von der stark veränderten globalen politischen Landschaft aus. Die Entscheidung Großbritanniens, die Europäische Union zu verlassen sowie das Ergebnis der amerikanischen Präsidentschaftswahl haben die Unsicherheit in den Märkten deutlich erhöht. Dies kann eine Zurückhaltung bei Investoren und Konsumenten nach sich ziehen und somit die Entwicklung der Weltwirtschaft verlangsamen. Die Abkehr der amerikanischen Notenbank von der expansiven Geldpolitik kann diesen Effekt verstärken. Aufgrund der Reformbestrebungen verschiedener Regierungen, die Gesundheitsversorgung effizienter zu gestalten, und teilweise intensivem Wettbewerb wird der Preisdruck auf allen Märkten anhalten. ERWARTETE FINANZLAGE B. Braun wird auch in Zukunft die solide Finanzierungspolitik der vergangenen Jahre fortsetzen. Für das Jahr 2017 streben wir eine Eigenkapitalquote von größer 40 Prozent an. Gleichzeitig werden wir die bisherige Dividendenpolitik beibehalten. Das Refinanzierungsvolumen im Bereich der langfristigen Laufzeiten beträgt für das kommende Jahr 190 Millionen Euro und im Jahr 2018 168 Millionen Euro. Durch unsere Refinanzierungsaktivitäten im Berichtsjahr sind wir gut vorbereitet, um diese Finanzierungsvolumina in den beiden folgenden Jahren zu realisieren. Aufgrund langjähriger gewachsener Bankenbeziehungen und der nachhaltigen Ertragskraft von B. Braun, erwarten wir keine wesentlichen Risiken bei den anstehenden Finanzierungsmaßnahmen. Ein leicht höheres Zinsniveau bei Abkehr von einer expansiven Geldpolitik ist anzunehmen. Eine Verschärfung der geopolitischen Auseinandersetzungen kann die Unsicherheit auf den Kapitalmärkten erhöhen, sodass die Risikoprämien steigen. Insgesamt könnte sich die Platzierung von Refinanzierungen für B. Braun dadurch verteuern. Wir erkennen hierbei aber aktuell kein wesentliches Risiko für B. Braun. Die geplanten Sachinvestitionen der nächsten Jahre werden zu überwiegenden Teilen aus dem laufenden Cashflow finanziert. Mit der Praxis des konzernweiten Cash Pooling werden wir auch in Zukunft eine optimale Verteilung liquider Mittel im Konzern sicherstellen. Darüber hinaus begrenzen wir mit konzernweiten Projekten zum Bestands- und Forderungsmanagement den Finanzierungsbedarf dauerhaft. GESAMTAUSSAGE ZUR VORAUSSICHTLICHEN ENTWICKLUNG DES KONZERNS Auf Basis der dargestellten Annahmen über die Entwicklung der Weltwirtschaft und des Gesundheitsmarktes erwarten wir ein weiteres positives Geschäftsjahr, das von einem fünf- bis siebenprozentigen Umsatzwachstum getragen wird. Wir rechnen auch über das Geschäftsjahr 2017 hinaus mit einem Umsatzwachstum und dem Erreichen unserer strategischen Ziele. Mit den initiierten Investitionsprojekten und Maßnahmen zur internen Prozessoptimierung ist eine nachhaltige Verbesserung der Profitabilität des B. Braun-Konzerns unser Ziel. Diese solide wirtschaftliche Verfassung von B. Braun wird es uns auch zukünftig ermöglichen, weltweit die Gesundheit zu schützen und das Leben von Menschen nachhaltig zu verbessern. Durch innovative und ökonomische Therapiekonzepte helfen wir den Anwendern, Patienten optimal zu versorgen.
Melsungen, den 21. April 2017 Die Geschäftsführung 1 International Monetary Fund: World Economic Outlook, Oktober 2016, und ifo Institut: ifo Konjunkturprognose 2016-2018, Dezember 2016 2 Die Differenz zwischen dem Zugang zum Anlagevermögen und dem Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit ergibt sich aus der Zahlungswirksamkeit der Investitionen und aus Umrechnungseffekten bei Fremdwährungen. 3 ifo Institut: ifo Konjunkturprognose 2016-2018, Dezember 2016 4 International Monetary Fund: World Economic Outlook, Oktober 2016, und ifo Institut: ifo Konjunkturprognose 2016-2018, Dezember 2016 Konzernbilanz zum 31. Dezember 2016Aktiva
Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2016
Der Erwerb von Anteilen an Tochterunternehmen, die im Zugangsjahr in den Konzernabschluss einbezogen werden, wird als Zugang erfasst und in der Bewegungsrechnung des Jahres als Veränderungen des Konsolidierungskreises eliminiert. Die Spalte Währungsveränderungen zeigt die Anpassung der kumulierten Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Abschreibungen der ausländischen Tochterunternehmen an den Mittelkurs am Bilanzstichtag.
Die Spalte Geschäftsjahr 2016 beinhaltet Zugänge (planmäßig und außerplanmäßig) sowie Zuschreibungen des Berichtsjahres. *Beinhaltet Umrechnungsdifferenzen, Veränderungen des Konsolidierungskreises, Abgänge, Umbuchungen sowie Umgliederungen in das kurzfristige Vermögen.
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016
Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2016
Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2016
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr 2016
KonzernanhangAllgemeine InformationenDer Konzernabschluss der B. Braun Holding GmbH & Co. KG - im Folgenden auch der B. Braun-Konzern - zum 31. Dezember 2016 wurde in Anwendung von § 315a Absatz 3 HGB nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London, sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt und wird beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht und veröffentlicht. Bei der B. Braun Holding GmbH & Co. KG handelt es sich um ein international aufgestelltes Familienunternehmen mit Sitz in Melsungen, Bundesrepublik Deutschland. Die Adresse des Firmensitzes lautet: Carl-Braun-Str. 1, 34212 Melsungen. Die B. Braun Holding GmbH & Co. KG ist unter dieser Firma in das Handelsregister beim Amtsgericht Fritzlar (HR A 14031) eingetragen. Die Tochtergesellschaften der B. Braun Holding GmbH & Co. KG produzieren, vertreiben und verkaufen Produkte und Dienstleistungen zur medizinischen Grundversorgung, für Intensivstationen, Anästhesie und Notfallversorgung, der extrakorporalen Blutbehandlung sowie für die chirurgischen Kernprozesse. Die wesentlichen Produktionsstandorte befinden sich in der EU, der Schweiz, den USA, Brasilien, Vietnam und Malaysia. Die Gesellschaft vertreibt die Produkte über ein weltweites Netz von Tochtergesellschaften und assoziierten Unternehmen. Die Geschäftsführer der B. Braun Holding GmbH & Co. KG haben den Konzernabschluss am 7. April 2017 zur Vorlage an die Gesellschafterversammlung der Gesellschaft freigegeben. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte auf Basis der historischen Kosten, mit Ausnahme der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte sowie der zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam angesetzten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten einschließlich derivativer Finanzinstrumente. Die dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden auf die dargestellten Berichtsperioden einheitlich angewendet, sofern nichts anderes angegeben ist. Beim Bilanzausweis wird zwischen lang- und kurzfristigen Vermögenswerten sowie Schulden unterschieden. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren gegliedert. Dabei werden den Umsatzerlösen die zu ihrer Erzielung angefallenen Aufwendungen gegenübergestellt, die den Funktionsbereichen Herstellung, Vertrieb, Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung zugeordnet werden. Um den Informationsgehalt der Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung zu verbessern, werden einzelne Posten im Konzernanhang weiter aufgegliedert. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (T€) angegeben. Die Jahresabschlüsse der B. Braun Holding GmbH & Co. KG und deren Tochterunternehmen werden unter Beachtung der einheitlich für den Konzern geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden in den Konzernabschluss einbezogen. Neue und geänderte International Financial Reporting Standards und Interpretationen, die für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Februar 2015 beginnen, erstmalig verpflichtend anzuwenden sind (IAS 8.28) Änderungen an IAS 19, Leistungen an Arbeitnehmer - Mitarbeiterbeiträge Die Anpassung des IAS 19R (2011) fügt ein Wahlrecht in Bezug auf die Bilanzierung leistungsorientierter Pensionszusagen, an denen sich Arbeitnehmer (oder Dritte) durch verpflichtende Beiträge beteiligen, in den Standard ein. IAS 19R (2011) sieht vor, Arbeitnehmerbeiträge, die in den formalen Regelungen eines leistungsorientierten Versorgungsplans festgelegt und an Arbeitsleistungen geknüpft sind, den Dienstzeiträumen als negative Leistungen zuzuordnen. Unter Berücksichtigung der nunmehr veröffentlichten Anpassung des IAS 19R (2011) ist es zulässig, an Arbeitsleistungen anknüpfende Arbeitnehmerbeiträge, die nicht an die Anzahl von Dienstjahren gekoppelt sind, weiterhin in der Periode zu erfassen, in der die korrespondierende Arbeitsleistung erbracht wird, ohne der Berechnungs- und Verteilungsmethode unter Anwendung der "projected unit credit method" zu folgen. Sofern die Arbeitnehmerbeiträge in Abhängigkeit von der Anzahl an Dienstjahren variieren, ist der Berechnungs- und Verteilungsmethode unter Anwendung der "projected unit credit method" allerdings zwingend zu folgen. Die Änderung ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Februar 2015 beginnen, anzuwenden. Von der Möglichkeit einer früheren Anwendung hat der B. Braun-Konzern keinen Gebrauch gemacht. Die Änderung hat keine wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des B. Braun-Konzerns. Neue und geänderte International Financial Reporting Standards und Interpretationen, die für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen, erstmalig verpflichtend anzuwenden sind (IAS 8.28) Änderungen an IFRS 11, Gemeinsame Vereinbarungen - Erwerb von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit Mit der Änderung wird klargestellt, dass Erwerbe und Hinzuerwerbe von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten, die einen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3, Unternehmenszusammenschlüsse, darstellen, nach den Prinzipien für die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen des IFRS 3 und anderer anwendbarer IFRS zu bilanzieren sind, soweit diese nicht in Konflikt mit Regelungen des IFRS 11 stehen. Die Änderungen gelten nicht, sofern das Berichtsunternehmen und die daran beteiligten Parteien unter gemeinsamer Beherrschung (common control) des gleichen obersten beherrschenden Unternehmens stehen. Die neuen Regelungen gelten prospektiv für Anteilserwerbe, die in Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen, stattfinden. Die Änderung hat keine wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des B. Braun-Konzerns. Änderungen an IAS 16, Sachanlagen, und IAS 38, Immaterielle Vermögenswerte - Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden Ziel dieser Änderungen ist, klarzustellen, welche Methoden hinsichtlich der Abschreibung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten sachgerecht sind. Prinzipiell hat die Abschreibung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten derart zu erfolgen, dass sie den durch das Unternehmen erwarteten Verbrauch des zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens, welcher durch den Vermögenswert generiert wird, widerspiegelt. Diesbezüglich hat der IASB nunmehr klargestellt, dass eine Abschreibung von Sachanlagen auf Basis von Umsatzerlösen der durch sie hergestellten Güter nicht dieser Vorgehensweise entspricht und somit nicht sachgerecht ist, da die Umsatzerlöse nicht nur vom Verbrauch des Vermögenswerts, sondern auch von weiteren Faktoren wie beispielsweise Absatzmenge, Preis oder Inflation abhängig sind. Mit Ausnahmen wird diese Klarstellung auch in IAS 38 für die Abschreibung immaterieller Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer aufgenommen. Sowohl für Sachanlagen als auch für immaterielle Vermögenswerte wird weiterhin klargestellt, dass ein Rückgang der Absatzpreise von mit ihnen produzierten Gütern und Dienstleistungen ein Indiz für deren wirtschaftliche Veralterung und damit ein Hinweis auf einen Rückgang des wirtschaftlichen Nutzenpotenzials der für die Herstellung notwendigen Vermögenswerte sein kann. Die Änderung gilt für Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen. Die Klarstellung hat keine wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des B. Braun-Konzerns. Änderungen an IAS 1, Darstellung des Abschlusses: Angabeninitiative Zielsetzung der Angabeninitiative ist die Beseitigung von Hürden, mit denen Ersteller in Bezug auf die Ausübung von Ermessen bei der Darstellung des Abschlusses konfrontiert sind. Mit den Änderungen wird in Bezug auf Wesentlichkeit klargestellt, dass Informationen nicht durch Aggregieren verschleiert werden sollten, dass Wesentlichkeitserwägungen auf alle Bestandteile des Abschlusses anzuwenden sind und dass selbst dann die Wesentlichkeit zu berücksichtigen ist, wenn in einem Standard eine gewisse Angabe vorgeschrieben wird. In Bezug auf die Darstellung der Vermögenslage und die Darstellung in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im sonstigen Gesamtergebnis wird klargestellt, dass die Auflistung der Ausweiszeilen in den Abschlussbestandteilen aus Gründen der Relevanz aufgegliedert oder zusammengefasst werden kann und dass zusätzliche Leitlinien in Bezug auf Zwischensummen in diesen Abschlussbestandteilen gelten. Es wird klargestellt, dass der Anteil eines Unternehmens am sonstigen Gesamtergebnis von assoziierten Unternehmen oder Joint Ventures, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, aggregiert als einzelne Ausweiszeilen auf der Grundlage davon, ob sie später in der Gewinn- und Verlustrechnung recycelt werden, ausgewiesen werden soll. In Bezug auf Angaben werden zusätzliche Beispiele für mögliche Reihenfolgen der Angaben aufgenommen, um klarzustellen, dass die Verständlichkeit und die Vergleichbarkeit berücksichtigt werden sollten, wenn die Reihenfolge der Angaben bestimmt wird, und die Angaben nicht in der Reihenfolge zu erfolgen haben, die derzeit in IAS 1.114 gezeigt wird. Zudem wurden Vorschriften und Beispiele in Bezug auf die Nennung der bedeutenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gestrichen, die als potentiell wenig hilfreich wahrgenommen wurden. Die Änderungen treten für Berichtsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen. Da die Änderung lediglich die Darstellung des Abschlusses betrifft, hat sie keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des B. Braun-Konzerns. Änderungen an IFRS 10, Konzernabschlüsse, und IAS 28, Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen Durch die Änderungen wird eine bislang zwischen den beiden Standards bestehende Inkonsistenz beseitigt. IFRS 10 verlangt derzeit die Erfassung des vollen Gewinns beziehungsweise Verlusts, der sich aus dem Verlust der Beherrschung über ein Tochterunternehmen, welches in ein Gemeinschafts- oder ein assoziiertes Unternehmen eingebracht wird, ergibt. IAS 28 sieht dahingegen für in assoziierte Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen eingebrachte nicht-finanzielle Vermögenswerte lediglich eine Gewinn- bzw. Verlustrealisierung in Höhe des Anteils der von anderen Investoren gehaltenen Anteile vor. Nach den veröffentlichten Änderungen ist zukünftig eine Gewinn- beziehungsweise Verlustrealisation beim Investor in voller Höhe immer dann vorzunehmen, wenn die Transaktion einen Geschäftsbetrieb (business) im Sinne des IFRS 3 betrifft. Betrifft die Transaktion Vermögenswerte, die keinen Geschäftsbetrieb darstellen, ist lediglich der anteilige Erfolg zu erfassen. Die Änderungen sollten erstmals prospektiv auf entsprechende Transaktionen anzuwenden sein, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen. Allerdings hat der IASB im August 2015 einen Standardentwurf veröffentlicht, der die Verschiebung des verpflichtenden Erstanwendungszeitpunkts auf unbestimmte Zeit vorsieht. Hintergrund hierfür ist die Feststellung eines unbeabsichtigten Konflikts der geplanten Neuregelung mit der bestehenden Regelung des IAS 28.32. Nichtsdestotrotz soll eine freiwillige vorzeitige Anwendung der Regelungen weiterhin zulässig sein. Jedoch ist die Änderung für IFRS-EU-Bilanzierer aufgrund eines noch nicht erfolgten Endorsements derzeit noch nicht anwendbar. Die Regelung wird voraussichtlich keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des B. Braun-Konzerns haben. Neue und geänderte International Financial Reporting Standards und Interpretationen, die bereits veröffentlicht wurden, für Unternehmen mit Geschäftsjahresende 31. Dezember 2016 aber noch nicht verpflichtend anzuwenden sind (IAS 8.30) und deren Übernahme durch die EU teilweise noch aussteht Änderungen an IAS 12, Ertragsteuern Der IASB hat endgültige Änderungen an IAS 12, Ertragsteuern veröffentlicht, um der unterschiedlichen Handhabung in der Praxis beim Ansatz latenter Steueransprüche aus zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Vermögenswerten zu begegnen, welche im Wesentlichen auf Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Anwendung einiger Prinzipien in IAS 12 beruht. Mit den Änderungen wird klargestellt, dass nicht realisierte Verluste bei schuldrechtlichen Instrumenten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, deren steuerliche Basis aber die Anschaffungskosten sind, zu abzugsfähigen temporären Differenzen führen. Dies gilt unabhängig davon, ob der Halter erwartet, den Buchwert des Vermögenswerts dadurch wiederzuerlangen, dass er diesen bis zur Fälligkeit hält und sämtliche vertraglichen Zahlungen vereinnahmt, oder ob er ihn zu veräußern beabsichtigt. Ferner wird klargestellt, dass der Buchwert eines Vermögenswerts nicht die Obergrenze für die Schätzung wahrscheinlicher, zukünftig zu versteuernder Gewinne darstellt und dass bei der Schätzung zukünftig zu versteuernder Gewinne Steuerabzüge aus der Umkehrung abzugsfähiger temporärer Differenzen herauszurechnen sind. Zudem wurde klargestellt, dass ein Unternehmen einen latenten Steueranspruch in Kombination mit anderen latenten Steueransprüchen zu beurteilen hat. Wenn das Steuerrecht die Realisierung steuerlicher Verluste beschränkt, hat ein Unternehmen einen latenten Steueranspruch in Kombination mit anderen latenten Steueransprüchen der gleichen (zulässigen) Art zu beurteilen. Die Änderungen treten für Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Mit einer Übernahme der Änderungen durch die EU ("Endorsement") wird derzeit für das 2. Quartal 2017 gerechnet. Die Änderungen werden voraussichtlich keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des B. Braun-Konzerns haben. Angabeninitiative (Änderungen an IAS 7, Kapitalflussrechnungen) Die endgültigen Änderungen in Angabeninitiative (Änderungen an IAS 7) folgen der Zielsetzung des IASB, dass ein Unternehmen Angaben zu leisten hat, die Adressaten von Abschlüssen in die Lage versetzen, Veränderungen in den Finanzschulden zu beurteilen. Um diese Zielsetzung zu erreichen, sind folgende Veränderungen im Fremdkapital als Ergebnis von Finanzierungstätigkeiten anzugeben: (i) Veränderungen bei den Cashflows aus Finanzierungstätigkeit, (ii) Veränderungen als Ergebnis der Erlangung bzw. des Verlusts von Beherrschung über Tochter- oder andere Unternehmen, (iii) Auswirkungen von Wechselkursänderungen, (iv) Änderungen von beizulegenden Zeitwerten und (v) sonstige Änderungen. Finanzschulden werden definiert als solche, "deren Zahlungsvorgänge in der Kapitalflussrechnung als Cashflows aus Finanzierungstätigkeit klassifiziert wurden oder werden". Die neuen Angabenvorschriften gelten auch für Veränderungen im Finanzvermögen, wenn diese dieselbe Definition erfüllen. Eine Überleitung der Eröffnungs- auf die Schlussbilanzwerte in Bezug auf Finanzschulden stellt eine Möglichkeit dar, die neuen Angabevorschriften zu erfüllen. Schließlich wird in den Änderungen noch festgehalten, dass Veränderungen in den Finanzschulden getrennt von Veränderungen anderer Vermögenswerte und Schulden anzugeben sind. Die Änderungen treten für Berichtperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnen. Mit einer Übernahme der Änderungen durch die EU ("Endorsement") wird derzeit für das 2. Quartal 2017 gerechnet. Da die Änderung lediglich die Darstellung des Abschlusses betrifft, wird sie keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des B. Braun-Konzerns haben. IFRS 9, Finanzinstrumente Der IASB hat sein Projekt zur Ablösung von IAS 39, Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung, im Juli 2014 durch die Veröffentlichung der endgültigen Version von IFRS 9, Finanzinstrumente, abgeschlossen. IFRS 9 enthält in der finalen Fassung insbesondere grundlegend überarbeitete Regelungen zur Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten, zur Bilanzierung von Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte sowie zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen. Für die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten sieht IFRS 9 in Abhängigkeit des Geschäftsmodells des Unternehmens die Modelle "Halten zur Erzielung vertraglicher Zahlungsströme", "Halten und Verkaufen" sowie "Handelsabsicht" vor. Die Klassifizierungs- und Bewertungsregeln für finanzielle Verbindlichkeiten haben sich durch IFRS 9 dagegen kaum geändert. Aus den überarbeiteten Regelungen zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des B. Braun-Konzerns erwartet. Durch die neuen Vorschriften zur Bilanzierung von Wertminderungen ändert sich deren Erfassung grundlegend, da hiernach nicht mehr nur eingetretene Verluste (bisheriges sog. incurred loss model), sondern bereits erwartete Verluste (sog. expected loss model) zu erfassen sind, wobei für den Umfang der Erfassung erwarteter Verluste nochmals danach differenziert wird, ob sich das Ausfallrisiko finanzieller Vermögenswerte seit ihrem Zugang wesentlich verschlechtert hat oder nicht. Auch aus den neuen Vorschriften zur Bilanzierung von Wertminderungen werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des B. Braun-Konzerns erwartet. Auch die Regelungen zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (sog. Hedge Accounting) wurden vollständig überarbeitet. Ziel der neuen Regelungen ist es vor allem, das Hedge Accounting stärker an der ökonomischen Risikosteuerung eines Unternehmens zu orientieren. Eine Sicherungsbeziehung muss demnach für Rechnungslegungszwecke so lange beibehalten werden, wie sich das für diese Sicherungsbeziehung dokumentierte Risikomanagementziel nicht geändert hat und die übrigen Voraussetzungen für Hedge Accounting erfüllt sind. Weiterhin können unter IFRS 9 unter bestimmten Voraussetzungen auch bei nicht-finanziellen Grundgeschäften einzelne Risikokomponenten isoliert betrachtet werden. Darüber hinaus ändern sich die Vorgaben zum Nachweis der Effektivität von Sicherungsgeschäften. Der B. Braun-Konzern überprüft derzeit die Auswirkungen der überarbeiteten Regelungen zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen auf seine Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. IFRS 9 ist erstmals in Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Die Erstanwendung hat grundsätzlich retrospektiv zu erfolgen, allerdings werden diverse Vereinfachungsoptionen gewährt. Eine frühere, freiwillige Anwendung ist zulässig, wird vom B. Braun-Konzern jedoch nicht in Anspruch genommen. IFRS 15, Umsatzerlöse aus Kundenverträgen Die Zielsetzung des überarbeiteten Standards ist insbesondere, die bisherigen, wenig umfangreichen Regelungen in den IFRS einerseits und die sehr detaillierten und zum Teil industriespezifischen Regelungen unter US-GAAP andererseits zu vereinheitlichen und somit die Transparenz und Vergleichbarkeit von Finanzinformationen zu verbessern. Nach IFRS 15 sind Umsatzerlöse dann zu realisieren, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die vereinbarten Güter und Dienstleistungen erlangt und Nutzen aus diesen ziehen kann. Entscheidend ist nicht mehr die Übertragung wesentlicher Chancen und Risiken, wie noch nach den alten Regelungen des IAS 18, Umsatzerlöse. Die Umsatzerlöse sind mit dem Betrag der Gegenleistung zu bewerten, die das Unternehmen zu erhalten erwartet. Das neue Modell sieht zur Ermittlung der Umsatzrealisierung ein fünfstufiges Schema vor, wonach zunächst der Kundenvertrag und die darin enthaltenen separaten Leistungsverpflichtungen zu identifizieren sind. Anschließend ist der Transaktionspreis des Kundenvertrags zu ermitteln und auf die einzelnen Leistungsverpflichtungen aufzuteilen. Abschließend ist nach dem neuen Modell für jede Leistungsverpflichtung Umsatz in Höhe des zugeordneten anteiligen Transaktionspreises zu realisieren, sobald die vereinbarte Leistung erbracht wurde bzw. der Kunde die Verfügungsmacht darüber erlangt hat. Hierbei ist anhand vorgegebener Kriterien zwischen zeitpunktbezogenen und zeitraumbezogenen Leistungserfüllungen zu unterscheiden. Der neue Standard unterscheidet nicht zwischen unterschiedlichen Auftrags- und Leistungsarten, sondern stellt einheitliche Kriterien auf, wann eine Leistungserbringung zeitpunkt- oder zeitraumbezogen zu realisieren ist. Die Regelungen des IFRS 15 ersetzen künftig sowohl die Inhalte des IAS 18, Umsatzerlöse, als auch des IAS 11, Fertigungsaufträge. Darüber hinaus wird erstmals eine Vielzahl weiterer Sachverhalte geregelt, die ggf. Auswirkungen auf die bisherige Bilanzierungspraxis haben können, wie bspw. Vorschriften zu Vertragsmodifikationen oder Rückkaufsvereinbarungen. Im September 2015 hat der IASB eine Änderung des Standards veröffentlicht, wonach der verpflichtende Erstanwendungszeitpunkt des Standards auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, verschoben wird. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung der Regelungen ist zulässig. Im April 2016 wurden einige Klarstellungen zum IFRS 15 veröffentlicht, die insbesondere die Identifizierung separater Leistungsverpflichtungen, die Abgrenzung Prinzipal und Agent sowie die Erfassung von Lizenzerträgen betreffen. Der B. Braun-Konzern wird den Standard für das Geschäftsjahr, beginnend am 1. Januar 2018, modifiziert-retrospektiv anwenden, d. h., der Standard wird nur auf die jüngste Berichtsperiode rückwirkend angewendet. Bei bestimmten Geschäftsmodellen mit Mehrkomponentenverträgen wird es aufgrund der geforderten Separierung von Leistungsverpflichtungen und der hieraus resultierenden Allokation des Transaktionspreises voraussichtlich zu einer geänderten zeitlichen Verteilung der Erfassung von Umsatzerlösen kommen. Die Änderungen werden jedoch voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des B. Braun-Konzerns haben. IFRS 16, Leasingverhältnisse Der IASB hat am 13. Januar 2016 den neuen Standard zur Leasingbilanzierung veröffentlicht, der die Bilanzierung von Leasingverhältnissen grundlegend reformiert. Bisher werden alle Leasingverhältnisse entweder als Finanzierungsleasing in der Bilanz dargestellt oder als Operating Leasing laufend erfasst. Für den Leasingnehmer entfällt diese Unterscheidung künftig. Gemäß dem neuen Standard sind alle Leasingverhältnisse vergleichbar dem aktuellen Finanzierungsleasing in der Bilanz in Form eines Nutzungsrechts und einer Schuld zu erfassen - die Werte basieren auf dem Barwert der Mindestleasingzahlungen über die Leasinglaufzeit. In der Gewinn- und Verlustrechnung des Leasingnehmers werden für jeden Leasingvertrag laufend ein Aufwand aus der Abschreibung des Nutzungsrechts und ein Zinsaufwand aus der Fortschreibung der Leasingverbindlichkeit zu zeigen sein, wodurch keine linearisierten Mietaufwendungen mehr gezeigt werden. Von dieser Darstellung der Leasingverhältnisse kann nur abgewichen werden, wenn der Anwendungsbereich einer von zwei möglichen Vereinfachungen ("Short-Term Leases", "Low Value Leases") gegeben ist. Anders als für den Leasingnehmer, ist für den Leasinggeber auch unter dem IFRS 16 weiterhin eine Klassifizierung in Finanzierungsleasing und Operating Leasing erforderlich. IFRS 16 ist erstmals in Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Die Erstanwendung hat grundsätzlich retrospektiv zu erfolgen, allerdings werden diverse Vereinfachungsoptionen gewährt. Eine frühere, freiwillige Anwendung ist zulässig, falls auch IFRS 15, Verträge mit Kunden, bereits vollumfänglich (vorzeitig) angewendet wird. Mit einer Übernahme der Regelungen durch die EU ("Endorsement") wird derzeit für das 2. Halbjahr 2017 gerechnet. Der B. Braun-Konzern überprüft derzeit die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Im Rahmen des laufenden Verbesserungsprozesses der IFRS (Improvements Project) wurden darüber hinaus Anpassungen von Formulierungen zur Klarstellung sowie Änderungen vorgenommen. Diese haben keine wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des B. Braun-Konzerns. Neben den zuvor im Einzelnen dargestellten Standards hat das IASB noch weitere Standards bzw. Änderungen von Standards herausgegeben, die für den B. Braun-Konzern nicht relevant sind: Änderungen an IAS 27, Einzelabschlüsse - Anwendung der Equity-Methode im Einzelabschluss; für Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen. Änderungen an IAS 16, Sachanlagen, und IAS 41, Landwirtschaft - Landwirtschaft: Produzierende Pflanzen; für Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen. Änderungen an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28, Investmentgesellschaften: Anwendung der Konsolidierungsausnahme; für Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen. IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten; für Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen; Übernahme der Regelungen durch die EU ("Endorsement") noch derzeit offen. Änderungen an IFRS 2, Anteilsbasierte Vergütung; für Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen; Übernahme der Regelungen durch die EU ("Endorsement") derzeit noch offen. Kritische Annahmen und Schätzungen bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Erstellung von Jahresabschlüssen in Übereinstimmung mit IFRS erfordert vom Management Annahmen und Schätzungen, die Auswirkungen auf ausgewiesene Beträge und damit im Zusammenhang stehende Angaben haben. Obwohl diese Schätzungen nach bestem Wissen des Managements, basierend auf den gegenwärtigen Ereignissen und Maßnahmen, erfolgen, kann es bei den tatsächlichen Ergebnissen zu Abweichungen von diesen Schätzungen kommen. Schätzungen sind insbesondere erforderlich bei
Das Management des Konzerns bestimmt die erwarteten Nutzungsdauern der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen und den damit verbundenen Abschreibungsaufwand auf Basis von Erwartungen. Diese Annahmen können sich z.B. infolge von technologischen Innovationen und Handlungen der Wettbewerber wesentlich verändern. Sofern die tatsächlichen Nutzungsdauern unter den erwarteten liegen, wird das Management die Höhe der Abschreibungen anpassen. Technologisch überholte oder im Rahmen der aktuellen Strategie nicht mehr verwendungsfähige Vermögenswerte werden ganz oder teilweise abgeschrieben. Der Barwert der Pensionsverpflichtungen hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die auf versicherungsmathematischen Annahmen beruhen. Die bei der Ermittlung der Nettoaufwendungen (-erträge) für Pensionen verwendeten Annahmen schließen den Zinssatz für die Abzinsung der Verpflichtung mit ein. Jede Änderung dieser Annahmen wird Auswirkungen auf den Buchwert der Pensionsrückstellung haben. Die Verpflichtungen aus den leistungsorientierten Pensionsplänen sowie die Pensionskosten des Folgejahres werden auf Basis der in Textziffer 25 genannten Parameter ermittelt. Das Zinsfestlegungsverfahren ist gegenüber dem Vorjahr unverändert. Aus den ausgewerteten Unternehmensanleihen wird eine Zinsstrukturkurve hergeleitet. Der zu verwendende Rechnungszins ergibt sich, indem ein mit den Verhältnissen bei B. Braun vergleichbarer Musterzahlungsstrom mit der Zinsstrukturkurve bewertet und ein gleichwertiger einheitlicher Rechnungszins abgeleitet wird. Der Ansatz und die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgen auf Basis der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Nutzenabflusses sowie anhand von Erfahrungswerten und den zum Bilanzstichtag bekannten Umständen. Die tatsächliche Verpflichtung kann von den zurückgestellten Beträgen abweichen. Die Bemessung der Abwertung von Vorräten erfolgt anhand der erwarteten Nettoveräußerungserlöse (erwartete Erlöse abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten notwendigen Vertriebskosten). Die tatsächlichen Erlöse und die noch anfallenden Kosten können von den erwarteten Beträgen abweichen. Aktive latente Steuern werden nur insoweit angesetzt, als ihre Realisierung hinreichend gesichert erscheint, d.h. wenn in zukünftigen Perioden ein positives steuerliches Ergebnis zu erwarten ist. Die tatsächliche steuerliche Ergebnissituation in zukünftigen Perioden kann von der Einschätzung zum Zeitpunkt der Aktivierung der latenten Steuern abweichen. Die Prüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt jährlich auf Grundlage einer operativen Dreijahreserwartungsrechnung und unter Annahme spezifischer jährlicher Wachstumsraten für den nachfolgenden Zeitraum. Die Erhöhung oder Kürzung der angenommenen jährlichen Wachstumsraten würde den geschätzten Zeitwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verändern. Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss sind neben der B. Braun Holding GmbH & Co. KG 69 inländische und 195 ausländische Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die B. Braun Holding GmbH & Co. KG variablen Rückflüssen ausgesetzt ist und die Fähigkeit besitzt, diese zu beeinflussen. Tochterunternehmen werden von dem Zeitpunkt an in den Konzernabschluss einbezogen (Vollkonsolidierung), an dem die Kontrolle auf den Konzern übergegangen ist. Sie werden zu dem Zeitpunkt endkonsolidiert, an dem die Kontrolle endet. Die Entwicklung der Anzahl der Konzerngesellschaften zum 31. Dezember 2016 bzw. 2015 stellt sich wie folgt dar:
Der Einfluss endkonsolidierter Unternehmen auf die Bilanz sowie auf die Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahres 2016 war von untergeordneter Bedeutung. Der Einfluss der im Folgenden genannten neu aufgenommenen Unternehmen sowie weiterer kleinerer Transaktionen auf die Bilanz zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung sowie auf wesentliche Posten der Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahres 2016 stellt sich wie folgt dar:
Die gesamten Anschaffungskosten der während des Geschäftsjahres getätigten und weder in Summe noch jeweils für sich genommen wesentlichen Unternehmenserwerbe betrugen € 30,7 Mio. und wurden bar entrichtet. Im Rahmen von Erwerbsvorgängen wurden im Berichtsjahr bisher nicht bilanzierte Vermögenswerte in Höhe von € 9,0 Mio. aufgedeckt. Es wurden Forderungen in Höhe von € 0,9 Mio. (brutto € 0,9 Mio.) übernommen. Die nach der Kaufpreisallokation verbleibenden Geschäfts- oder Firmenwerte betrugen € 18,9 Mio. Diese sind steuerlich nicht abzugsfähig und im Wesentlichen Absatz- und Produktionssynergien zuzurechnen. Wäre der Erwerbszeitpunkt für alle Unternehmenserwerbe am Anfang des laufenden Geschäftsjahres gewesen, hätten sich die Umsatzerlöse des Konzerns um € 19,3 Mio. erhöht. Das Ergebnis nach Ertragsteuern hätte sich um € 4,4 Mio. erhöht. Die Erwerbsvorgänge des Geschäftsjahres betreffen im Wesentlichen den weiteren Ausbaus des Dialysekliniknetzwerks der Sparte B. Braun Avitum in Deutschland sowie die Erweiterung des Produktangebots in Südafrika. Am 1. Januar 2016 wurden im Rahmen von Asset Deals zwei nephrologische Gemeinschaftspraxen in Oldenburg und in Suhl erworben. Am 1. April 2016 wurden ebenfalls im Rahmen von Asset Deals zwei weitere nephrologische Gemeinschaftspraxen in Landau und in Wolfenbüttel erworben. Durch die genannten Erwerbe wurde das Dialysenetzwerk in Deutschland verstärkt. Am 1. Juli 2016 wurden im Rahmen eines Asset Deals die Unternehmen Dismed Pharmaceutical (Pty) Ltd und Dismed Criticare (Pty) Ltd in Südafrika erworben. Die Unternehmen sind auf die Produktion von Händedesinfektionsmitteln und Infusionslösungen spezialisiert. Durch den Erwerb wurde das Angebot an Medizin- und Pharma-Produkten in Südafrika erweitert und die Position als Systempartner in Südafrika weiter ausgebaut. Am 10. Oktober 2016 wurden weitere 45,97% der Anteile an der Dialy Ser S.A.S, Kolumbien erworben. Der Kaufpreis betrug € 4,7 Mio. Der B. Braun-Konzern hält nun 94,0% der Anteile. Der Buchwert der übernommenen nicht beherrschenden Anteile zum Erwerbszeitpunkt betrug € 1,1 Mio. Der Differenzbetrag in Höhe von € 5,9 Mio. wurde im Konzerneigenkapital erfasst. Die Vergleichbarkeit des Abschlusses mit den Vorjahreszahlen wurde durch die Veränderungen nicht beeinträchtigt. Im Konzernabschluss sind zum Bilanzstichtag Beteiligungen an zwei Gemeinschaftsunternehmen und 20 assoziierten Unternehmen bilanziert. Drei assoziierte Unternehmen wurden wegen Unwesentlichkeit nicht nach der Equity-Methode bewertet. Die REVIUM Rückversicherung AG wird als 100%-Tochterunternehmen in den Konzernabschluss der B. Braun Holding GmbH & Co. KG einbezogen. Einziger Geschäftszweck der REVIUM Rückversicherung AG ist der Abschluss von Rückversicherungen mit den Gesellschaften (Erstversicherern), mit denen die B. Braun Holding GmbH & Co. KG entsprechende Versicherungsverträge abgeschlossen hat. Es werden darüber hinaus keine Versicherungsverträge mit Dritten abgeschlossen und keine Risiken außerhalb des B. Braun-Konzerns abgedeckt. Infolge ihres eng definierten Geschäftszwecks ist die REVIUM Rückversicherung AG für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des B. Braun-Konzerns insgesamt von untergeordneter Bedeutung. Im Rahmen eines Asset Backed Securities-Programms werden Handelsforderungen einzelner Konzernunternehmen an eine strukturierte Einheit abgetreten. Diese strukturierte Einheit ist nicht im Konzernabschluss der Holding GmbH & Co. KG zu konsolidieren. Für weitere Angaben wird auf Textziffer 18 verwiesen. Die vollständige Aufstellung des Anteilsbesitzes des Konzerns und der B. Braun Holding GmbH & Co. KG ist Bestandteil des Konzernanhangs. Die in den Konzernabschluss der B. Braun Holding GmbH & Co. KG einbezogenen Gesellschaften B. Braun Facility Services GmbH & Co. KG, Melsungen, Hansepharm GmbH & Co. KG, Roth, Invitec GmbH & Co. KG, Duisburg, MAT Adsorption Technologies GmbH & Co. KG, Elsenfeld, medical experts online GmbH & Co. KG, Melsungen, erfüllen die Voraussetzungen gem. § 264 b HGB, um von der Pflicht zur Aufstellung eines Anhangs und Lageberichts sowie zur Offenlegung des Jahresabschlusses befreit zu werden. Die folgenden Unternehmen erfüllen die Voraussetzungen nach § 264 Abs. 3 HGB, um ebenfalls von der Pflicht zur Aufstellung eines Anhangs und eines Lageberichts sowie zur Offenlegung des Jahresabschlusses befreit zu werden: Aesculap AG, Tuttlingen, Aesculap Akademie GmbH, Tuttlingen, Aesculap International GmbH, Tuttlingen, Aesculap Suhl GmbH, Suhl, Avitum Transcare Germany GmbH, Melsungen, BBM Group Insurance Broker GmbH, Melsungen, B. Braun Medical AG, Melsungen, B. Braun Avitum AG, Melsungen, B. Braun Avitum Saxonia GmbH, Radeberg, B. Braun IT Service GmbH, Melsungen, B. Braun Surgical GmbH, Melsungen, B. Braun Petzold GmbH, Melsungen, B. Braun Mobilien GmbH, Melsungen, B. Braun Nordamerika Verwaltungsgesellschaft mbH, Melsungen, B. Braun International GmbH, Melsungen, B. Braun TravaCare GmbH, Hallbergmoos, B. Braun Vertriebs GmbH, Melsungen, B. Braun VetCare GmbH, Tuttlingen, Bibliomed medizinische Verlagsgesellschaft mbH, Melsungen, Inko Internationale Handelskontor GmbH, Roth, Nierenzentrum Bad Kissingen MVZ, GmbH, Bad Kissingen, Nutrichem diät + pharma GmbH, Roth, Paul Müller Technische Produkte GmbH, Melsungen, PNS Professional Nutrition Services GmbH, Melsungen, SteriLog GmbH, Tuttlingen, Transcare Gesundheitsservice GmbH, Melsungen. Die genannten Gesellschaften nehmen die Befreiungen in Anspruch. Konsolidierungsgrundsätze a) Tochterunternehmen Tochterunternehmen, d.h. solche Unternehmen, die von der B. Braun Holding GmbH & Co. KG beherrscht werden, werden in den Konsolidierungskreis einbezogen. Die B. Braun Holding GmbH & Co. KG beherrscht ein Unternehmen, wenn sie schwankenden Renditen aus ihrem Engagement mit dem Beteiligungsunternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels ihrer Macht über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Tochterunternehmen werden erstmals ab dem Zeitpunkt, zu dem die B. Braun Holding GmbH & Co. KG die Verfügungsgewalt über das erworbene Unternehmen erlangt, konsolidiert; sie werden bei Verlust der Verfügungsgewalt durch die B. Braun Holding GmbH & Co. KG endkonsolidiert. Verfügungsgewalt liegt vor, wenn die B. Braun Holding GmbH & Co. KG u.a. mittels der Mehrheit an Stimmrechten oder sonstiger vertraglicher Rechte die Möglichkeit hat, die maßgeblichen Tätigkeiten des Beteiligungsunternehmens zu lenken. Der Erwerb von Tochterunternehmen wird nach der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs bemessen sich nach den hingegebenen Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten sowie den beizulegenden Zeitwerten hingegebener Vermögenswerte, ausgegebener Anteile und/oder übernommener Schulden zu dem Zeitpunkt, zu dem erstmals die Beherrschungsmöglichkeit gegeben ist. Anschaffungsnebenkosten eines Unternehmenserwerbs werden aufwandswirksam erfasst. Bedingte Kaufpreisbestandteile werden mit dem zum Erwerbszeitpunkt beizulegenden Zeitwert angesetzt. Spätere Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der bedingten Kaufpreisverbindlichkeit werden aufwandswirksam oder im sonstigen Gesamtergebnis erfasst. Die den erworbenen Anteil an dem zu Zeitwerten bewerteten Reinvermögen des Tochterunternehmens übersteigenden Anschaffungskosten werden als Geschäfts- oder Firmenwert bilanziert. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung unabhängig vom Umfang der nicht beherrschenden Anteile mit ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet. Für jeden Unternehmenserwerb wird auf individueller Basis entschieden, ob die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden. Das Wahlrecht, die Minderheiten zum Fair Value anzusetzen, wird aktuell nicht ausgeübt. Somit werden die Minderheiten mit dem anteiligen auf sie entfallenden Nettovermögen und keinem Goodwill für die Anteile der Minderheiten angesetzt. Bei dem Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen von vollkonsolidierten Unternehmen entstehende Geschäfts- oder Firmenwerte werden erfolgsneutral mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden zu Zeitwerten bei Sukzessiverwerben von erstmals vollkonsolidierten Gesellschaften führt zu einer Erfassung der Neubewertung der "Alt"-Tranchen im Gewinn bzw. Verlust. Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge werden gegeneinander aufgerechnet. Unrealisierte Gewinne aus Geschäftsvorfällen zwischen Konzernunternehmen werden in voller Höhe eliminiert; unrealisierte Verluste werden insoweit eliminiert, als die daraus resultierenden Anschaffungs-/Herstellungskosten den erzielbaren Betrag des entsprechenden Vermögenswerts nicht übersteigen. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Tochterunternehmen wurden, sofern erforderlich, an die dem Konzernabschluss zugrunde liegenden Methoden angepasst. b) Assoziierte Unternehmen Assoziierte Unternehmen sind solche Unternehmen, auf die der Konzern maßgeblichen Einfluss ausübt, aber keine Kontrolle besitzt; regelmäßig begleitet von einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 und 50 Prozent. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden unter Anwendung der Equity-Methode bilanziert und anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Der Anteil des Konzerns an assoziierten Unternehmen beinhaltet den beim Erwerb entstandenen Geschäfts- oder Firmenwert (nach Berücksichtigung kumulierter Wertminderungen). Der Anteil des Konzerns an Gewinnen und Verlusten aus assoziierten Unternehmen wird vom Zeitpunkt des Erwerbs an in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, der Anteil an Veränderungen der Rücklagen in den Konzernrücklagen. Die kumulierten Veränderungen nach Erwerb werden gegen den Beteiligungsbuchwert verrechnet. Wenn der Verlustanteil des Konzerns an einem assoziierten Unternehmen dem Anteil des Konzerns an diesem Unternehmen, inklusive anderer ungesicherter Forderungen, entspricht bzw. diesen übersteigt, erfasst der Konzern keine weiteren Verluste, es sei denn, er ist für das assoziierte Unternehmen Verpflichtungen eingegangen oder hat für das assoziierte Unternehmen Zahlungen geleistet. Nicht realisierte Gewinne aus Transaktionen zwischen Konzernunternehmen und assoziierten Unternehmen werden entsprechend dem Anteil des Konzerns an dem assoziierten Unternehmen eliminiert, sofern diese wesentlich sind. Nicht realisierte Verluste werden ebenfalls eliminiert, es sei denn, die Transaktion deutet auf eine Wertminderung des übertragenen Vermögenswerts hin. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden assoziierter Unternehmen wurden - sofern notwendig - geändert, um eine konzerneinheitliche Bilanzierung zu gewährleisten. c) Gemeinsame Vereinbarungen Investitionen in gemeinsame Vereinbarungen werden entweder als gemeinschaftliche Tätigkeit oder als Gemeinschaftsunternehmen klassifiziert. Die gemeinsamen Vereinbarungen der B. Braun Holding GmbH & Co. KG stellen Gemeinschaftsunternehmen dar. Diese werden mittels Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Die Anteile werden anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und anschließend fortgeschrieben, um den Anteil des Konzerns an den Gewinnen und Verlusten im sonstigen Gesamtergebnis zu berücksichtigen. Wenn der Verlustanteil des Konzerns an einem Gemeinschaftsunternehmen dem Anteil des Konzerns an diesem Unternehmen, inklusive anderer ungesicherter Forderungen, entspricht bzw. diesen übersteigt, erfasst der Konzern keine weiteren Verluste, es sei denn, er ist für das Gemeinschaftsunternehmen Verpflichtungen eingegangen oder hat für das Gemeinschaftsunternehmen Zahlungen geleistet. Unrealisierte Gewinne aus Transaktionen mit dem Gemeinschaftsunternehmen werden in Höhe des auf den Konzern entfallenden Anteils eliminiert. Unrealisierte Verluste werden ebenfalls eliminiert, es sei denn, die übertragenen Vermögenswerte sind wertgemindert. d) Inhaber nicht beherrschender Anteile Transaktionen mit Inhabern nicht beherrschender Anteile werden wie Transaktionen mit konzerninternen Parteien behandelt. Verkäufe von Anteilen an Inhaber nicht beherrschender Anteile führen zu Gewinn- bzw. Verlustrealisierungen im Konzernabschluss. Umgekehrt führen Käufe von Anteilen von Inhabern nicht beherrschender Anteile zu Goodwill in Höhe der Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem anteiligen Buchwert des Nettovermögens des Tochterunternehmens. Währungsumrechnung a) Funktionale Währung und Berichtswährung Die Konzernunternehmen stellen ihren Jahresabschluss auf Basis der Währung auf, die den wirtschaftlichen Gehalt der zugrunde liegenden Ereignisse und Umstände des jeweiligen Unternehmens am besten widerspiegelt (funktionale Währung). Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt, der die funktionale Währung und die Berichtswährung der Unternehmensgruppe darstellt. b) Transaktionen und Salden Fremdwährungstransaktionen werden mit dem Wechselkurs zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Aufwendungen und Erträge, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Umrechnungsdifferenzen bei monetären Posten, wie z.B. available-for-sale-Beteiligungen, deren Änderungen ihres beizulegenden Zeitwerts erfolgsneutral im Eigenkapital verrechnet werden, sind als Teil des Gewinns bzw. Verlustes aus der Fair-Value-Bewertung auszuweisen. Demgegenüber sind Umrechnungsdifferenzen bei nicht-monetären Posten, deren Änderungen ihres beizulegenden Zeitwerts im Eigenkapital berücksichtigt werden, in der Neubewertungsrücklage im Eigenkapital erfasst. c) Konzernunternehmen Die Ergebnisse und Bilanzposten aller Konzernunternehmen, die eine von der Konzernberichtswährung abweichende Währung haben, werden wie folgt in die Berichtswährung umgerechnet:
Geschäfts- oder Firmenwerte und Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts, die bei Erwerb eines ausländischen Unternehmens entstanden sind, werden als Vermögenswerte und Schulden des ausländischen Unternehmens behandelt und zum Stichtagskurs umgerechnet. Wenn ein ausländischer Geschäftsbetrieb veräußert wird, werden bislang erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Währungsdifferenzen erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil des Veräußerungsgewinns oder -verlustes erfasst. Vergleich ausgewählter Währungen
Bilanzierungs- und BewertungsmethodenImmaterielle Vermögenswerte a) Geschäfts- oder Firmenwerte Der Geschäfts- oder Firmenwert stellt den Überschuss des bei Unternehmenserwerben gezahlten Kaufpreises über die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des erworbenen Unternehmens zum Erwerbszeitpunkt dar. Ein durch Unternehmenserwerb entstandener Geschäfts- oder Firmenwert wird den immateriellen Vermögenswerten zugeordnet. Ein Geschäfts- oder Firmenwert, der aus dem Erwerb eines assoziierten Unternehmens resultiert, ist im Buchwert der Beteiligung an assoziierten Unternehmen enthalten. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (impairment test) unterzogen und mit seinen ursprünglichen Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen bewertet. Die außerplanmäßigen Abschreibungen aktivierter Geschäfts- oder Firmenwerte werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Wertaufholungen sind unzulässig. Gewinne und Verluste aus der Veräußerung eines Unternehmens umfassen den Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts, der dem abgehenden Unternehmen zugeordnet ist. b) Entwicklungskosten Der B. Braun-Konzern investiert einen beträchtlichen Anteil seiner finanziellen Mittel in Forschungs- und Entwicklungsleistungen. Neben internen Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten unterhält der Konzern zahlreiche Kooperationen mit Dritten. Entwicklungsaufwendungen werden als Kosten im Zusammenhang mit der Anwendung von Forschungsergebnissen oder Fachkenntnissen für die Produktionsplanung und den Produktionsverfahren vor Beginn der Produktion oder der Nutzung definiert. Entwicklungsaufwendungen werden als immaterielle Vermögenswerte aktiviert, wenn es als wahrscheinlich betrachtet wird, dass das Projekt kommerziell erfolgreich sein wird und technisch durchführbar ist und die Kosten verlässlich ermittelt werden können. Sonstige Entwicklungskosten, die diese Kriterien nicht erfüllen, werden als Aufwand erfasst, wenn sie anfallen. Entwicklungskosten, die zuvor als Aufwand erfasst wurden, werden in nachfolgenden Geschäftsjahren nicht als Vermögenswerte aktiviert. Aktivierte Entwicklungskosten werden als selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte ausgewiesen. Bezüglich der Nutzungsdauer, der Abschreibungsmethode sowie der Überprüfung der Restbuchwerte verweisen wir auf den Abschnitt c. c) Sonstige immaterielle Vermögenswerte Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten, selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte, aus denen dem Konzern wahrscheinlich ein zukünftiger Nutzen zufließt und die verlässlich bewertet werden können, mit ihren Herstellungskosten aktiviert. Die Herstellungskosten umfassen dabei alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten. Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden innerhalb von 4 bis 8 Jahren planmäßig linear abgeschrieben. In begründeten Ausnahmefällen wird von der leistungsorientierten Abschreibungsmethode Gebrauch gemacht. Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst. Immaterielle Vermögenswerte werden zum Bilanzstichtag außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der erzielbare Betrag des Vermögenswerts unter den Buchwert gesunken ist. Die Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte werden den nutzenden Funktionsbereichen zugeordnet. Zuschreibungen bis zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Sofern vorhanden, werden immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer mindestens einmal jährlich auf Werthaltigkeit getestet. Abgesehen von Geschäfts- oder Firmenwerten hatte der Konzern in den dargestellten Berichtsperioden keine immateriellen Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer. Wertminderung nicht finanzieller Vermögenswerte Sachanlagen Materielle Vermögenswerte, die im Geschäftsbetrieb länger als ein Jahr genutzt werden, werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten. Die planmäßige Abschreibung der Sachanlagen erfolgt anhand der linearen Abschreibungsmethode, bei der die Anschaffungs- oder Herstellungskosten über die geschätzte Nutzungsdauer verteilt werden, bis der Restwert erreicht ist. Die zu Grunde gelegten Nutzungsdauern entsprechen den erwarteten Nutzungsdauern im Konzern. In begründeten Ausnahmefällen wird von der leistungsorientierten Abschreibungsmethode Gebrauch gemacht. Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zu Grunde:
*1-Schicht-Betrieb Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben. Nachträgliche Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten werden nur dann als Teil des Vermögenswertes oder als separater Vermögensgegenstand erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass daraus dem Konzern zukünftig wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig ermittelt werden können. Alle anderen Reparaturen und Wartungen werden in dem Geschäftsjahr aufwandswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in dem sie angefallen sind. Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst. Sachanlagen werden zum Bilanzstichtag außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der "erzielbare Betrag" des Vermögenswertes unter den Buchwert gesunken ist. Die Abschreibungen auf Sachanlagen werden den nutzenden Funktionsbereichen zugeordnet. Zuschreibungen bis zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Gewinne und Verluste aus Abgängen werden erfolgswirksam erfasst. Zuwendungen der öffentlichen Hand werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn mit großer Sicherheit davon auszugehen ist, dass die Zuwendung erfolgen wird und der Konzern die notwendigen Bedingungen für den Erhalt der Zuwendungen erfüllt. Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes zugeordnet werden, werden als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieses Vermögenswertes aktiviert. Finanzierungsleasing Leasingverträge über immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagevermögen, bei denen der Konzern die wesentlichen Risiken und den Nutzen aus dem Eigentum am Leasingobjekt trägt, werden als Finanzierungsleasing klassifiziert. Vermögenswerte aus Finanzierungsleasing werden zu Beginn der Laufzeit des Leasingverhältnisses mit dem niedrigeren Wert aus beizulegendem Zeitwert des Leasingobjekts und Barwert der Mindestleasingzahlungen aktiviert. Jede Leasingrate wird in einen Zins- und einen Tilgungsanteil aufgeteilt, sodass die Leasingverbindlichkeit konstant verzinst wird. Diese Leasingverbindlichkeit wird, ohne Berücksichtigung der Zinszahlungen, unter den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen. Der Zinsanteil der Leasingrate wird aufwandswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Das unter einem Finanzierungsleasing gehaltene Vermögen wird über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Vermögenswertes abgeschrieben. Ist der Eigentumsübergang auf den Konzern am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses nicht hinreichend sicher, so werden aktivierte Leasingobjekte über den kürzeren der beiden Zeiträume aus der Laufzeit des Leasingverhältnisses oder der Nutzungsdauer vollständig abgeschrieben. Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen und sonstige Finanzanlagen Anteile an at-Equity-bilanzierten Beteiligungen werden zunächst mit den Anschaffungskosten und in den Folgeperioden mit dem fortgeschriebenen anteiligen Nettovermögen bilanziert. Dabei werden die Buchwerte jährlich um die anteiligen Ergebnisse, die Ausschüttungen und alle weiteren Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht gesondert ausgewiesen, sondern sind im Wertansatz der Beteiligung enthalten. Eine planmäßige Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte findet nicht statt. Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen werden außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert unterschreitet. Kategorien finanzieller Vermögenswerte Finanzielle Vermögenswerte werden in die folgenden Kategorien unterteilt:
Die Kategorisierung hängt von dem jeweiligen Zweck ab, für den die finanziellen Vermögenswerte erworben wurden. Das Management bestimmt die Kategorisierung der finanziellen Vermögenswerte beim erstmaligen Ansatz und überprüft die Kategorisierung zu jedem Stichtag. a) Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Vermögenswerte werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wenn der finanzielle Vermögenswert entweder zu Handelszwecken gehalten oder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designiert wird. Ein finanzieller Vermögenswert wird als zu Handelszwecken gehalten eingestuft, wenn dieser hauptsächlich mit der Absicht erworben wurde, Gewinne aus kurzfristigen Preisänderungen zu erzielen. Derivate, die nicht als Sicherungsinstrument designiert wurden, werden ebenfalls dieser Kategorie zugeordnet. Von der Möglichkeit, finanzielle Vermögenswerte bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte zu designieren, hat der Konzern bisher keinen Gebrauch gemacht. b) Kredite und Forderungen Ausleihungen und Forderungen mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind, werden als Kredite und Forderungen kategorisiert. Kredite und Forderungen werden beim erstmaligen Ansatz mit ihrem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten bewertet. Die Folgebewertung erfolgt nach der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen. Mit Ausnahme von kurzfristigen Forderungen, bei denen der Zinseffekt unwesentlich ist, werden Zinserträge gemäß der Effektivzinsmethode erfasst. c) Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte Wechsel und Schuldtitel mit festen oder bestimmbaren Zahlungen sowie einer festen Laufzeit, bei denen der Konzern die Absicht und Fähigkeit besitzt, diese bis zur Endfälligkeit zu halten, werden als "bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen" kategorisiert. Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen werden beim erstmaligen Ansatz zum Handelstag mit ihrem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode abzüglich Wertminderungen. d) Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte Vom Konzern gehaltene börsennotierte Aktien und rückzahlbare Anleihen, die in einem aktiven Markt gehandelt werden, werden als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte kategorisiert und beim erstmaligen Ansatz zum Handelstag mit ihrem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten bewertet. Vom Konzern gehaltene Investitionen in nicht börsennotierte Anteile, die nicht in einem aktiven Markt gehandelt werden, werden auch als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert und zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, soweit dieser verlässlich ermittelbar ist. Ansonsten erfolgt eine Folgebewertung zu Anschaffungskosten. Aus Schwankungen des beizulegenden Zeitwertes resultierende Gewinne und Verluste werden nicht im sonstigen Finanzergebnis, sondern in der Neubewertungsrücklage (Eigenkapital) erfasst. Ausgenommen hiervon sind Wertminderungsverluste, nach der Effektivzinsmethode ermittelte Zinsen sowie Erträge und Aufwendungen aus der Fremdwährungsumrechnung von monetären Posten. Hier findet eine erfolgswirksame Erfassung in der Gewinn- und Verlustrechnung statt. Wird eine Finanzanlage veräußert oder wird bei ihr eine Wertminderung festgestellt, werden die bis dahin in der Neubewertungsrücklage für Finanzinvestitionen angesammelten Gewinne und Verluste in den Gewinn oder Verlust umgegliedert. Dividenden aus Eigenkapitalinstrumenten der Kategorie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, sobald der Konzern einen Anspruch auf die Dividende erlangt hat. Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten Finanzielle Vermögenswerte, mit Ausnahme der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte, werden zu jedem Berichtsstichtag auf das Vorhandensein von Indikatoren für eine Wertminderung untersucht. Finanzielle Vermögenswerte werden als wertgemindert erachtet, wenn infolge eines oder mehrerer Ereignisse, die nach dem erstmaligen Ansatz des Vermögenswertes eintraten, ein objektiver Hinweis dafür vorliegt, dass sich die erwarteten künftigen Zahlungsströme der Finanzanlage negativ verändert haben. Bei börsennotierten und nicht börsennotierten Eigenkapitalinvestitionen, die als zur Veräußerung verfügbar kategorisiert wurden, ist eine wesentliche oder anhaltende Verringerung des beizulegenden Zeitwerts der Vermögenswerte unter ihre Anschaffungskosten als objektiver Hinweis auf eine Wertminderung zu sehen. Bei allen anderen finanziellen Vermögenswerten können folgende objektive Hinweise für eine Wertminderung bestehen:
Bei einigen Klassen von finanziellen Vermögenswerten, z.B. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, werden Vermögenswerte, für die keine Wertminderung auf Einzelbasis festgestellt wird, auf Portfoliobasis auf Wertminderungsbedarf überprüft. Ein objektiver Hinweis für eine Wertminderung eines Portfolios von Forderungen beruht auf Erfahrungen des Konzerns mit Zahlungseingängen in der Vergangenheit, einem Anstieg der Häufigkeit von Zahlungsausfällen innerhalb des Portfolios über die durchschnittliche Kreditdauer sowie beobachtbaren Veränderungen des nationalen oder lokalen Wirtschaftsumfelds, mit denen Ausfälle von Forderungen in Zusammenhang gebracht werden. Bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten entspricht der Wertminderungsaufwand der Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des finanziellen Vermögenswerts ermittelten Barwert der erwarteten künftigen Zahlungsströme. Eine Wertminderung führt zu einer direkten Minderung des Buchwerts aller betroffenen finanziellen Vermögenswerte, mit Ausnahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, deren Buchwert durch ein Wertberichtigungskonto gemindert wird. Wird eine Forderung aus Lieferungen und Leistungen als uneinbringlich eingeschätzt, erfolgt der Verbrauch gegen das Wertberichtigungskonto. Änderungen des Buchwerts des Wertberichtigungskontos werden erfolgswirksam über die Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Für den Fall, dass ein als zur Veräußerung verfügbar klassifizierter finanzieller Vermögenswert als wertgemindert eingeschätzt wird, werden die zuvor in der Neubewertungsrücklage (Eigenkapital) erfassten Gewinne und Verluste in der Periode der Wertminderung in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Verringert sich die Höhe der Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts, der kein zur Veräußerung verfügbares Eigenkapitalinstrument ist, in einer der folgenden Berichtsperioden und kann diese Verringerung objektiv auf ein nach der Erfassung der Wertminderung aufgetretenes Ereignis zurückgeführt werden, wird die vormals erfasste Wertminderung über die Gewinn- und Verlustrechnung rückgängig gemacht. Dabei wird jedoch auf keinen höheren Wert zugeschrieben als den, der sich als fortgeführte Anschaffungskosten ergeben hätte, wenn keine Wertminderung erfasst worden wäre. Im Fall von als zur Veräußerung verfügbar klassifizierten Eigenkapitalinstrumenten werden in der Vergangenheit erfolgswirksam erfasste Wertminderungen nicht erfolgswirksam rückgängig gemacht. Jegliche Erhöhung des beizulegenden Zeitwertes wird nach einer erfolgten Wertminderung in der Neubewertungsrücklage (Eigenkapital) erfasst. Vorräte Unter den Vorräten sind gemäß IAS 2 (Inventories) diejenigen Vermögenswerte ausgewiesen, die zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden (fertige Erzeugnisse und Waren), die sich in der Herstellung für den Verkauf befinden (unfertige Erzeugnisse) oder die im Rahmen der Herstellung oder Erbringung von Dienstleistungen verbraucht werden sollen (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe). Die Bewertung der Vorräte erfolgt auf der Basis der Durchschnittsmethode zum niedrigeren Wert aus ermittelten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und ihrem Nettoveräußerungswert, d.h. dem im normalen Geschäftsgang erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Fertigstellungs- und Vertriebskosten. Im Zusammenhang damit ist auch den Risiken, die sich insbesondere aus der Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit usw. ergeben, durch Abwertungen Rechnung getragen. Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen. Darüber hinaus werden die anteiligen Kosten für die betriebliche Altersversorgung und für freiwillige soziale Leistungen des Unternehmens einbezogen. Kosten der Verwaltung werden berücksichtigt, soweit sie auf den Herstellungsbereich entfallen. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) unter Berücksichtigung zukünftiger Entgelt- und Rentenanpassungen und Fluktuation durch unseren versicherungsmathematischen Gutachter ermittelt. Die Neubewertungen der Nettoschulden werden in der Periode ihres Auftretens erfolgsneutral erfasst. Die Nettozinsen auf die Nettoschulden werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Ein Überschuss des Planvermögens gegenüber den Pensionsverpflichtungen wird höchstens in der Höhe als Aktivposten angesetzt, als er dem Barwert des wirtschaftlichen Nutzens entspricht. Sonstige Rückstellungen Rückstellungen werden angesetzt, wenn dem Konzern aus Ereignissen der Vergangenheit eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung entstanden ist, zur Erfüllung der Verpflichtung der Abfluss von Ressourcen wahrscheinlich ist und eine verlässliche Schätzung der Höhe möglich ist. Wenn eine Anzahl gleichartiger Verpflichtungen besteht, wird die Vermögensbelastung auf Basis des wahrscheinlichsten Wertes für den Konzern passiviert. Für belastende Verträge werden Rückstellungen angesetzt, wenn der erwartete Nutzen aus dem vertraglichen Anspruch geringer als die erwarteten Kosten zur Erfüllung der Verpflichtung ist. Vor der Bildung einer entsprechenden Rückstellung wird die Wertminderung eines im Zusammenhang stehenden Vermögenswertes geprüft. Bei der Bemessung von Rückstellungen, die erst nach einem Jahr fällig werden, wird der entsprechende Barwert durch Abzinsung ermittelt. Rückstellungen werden gegen den Aufwandsposten aufgelöst, gegen den die Rückstellung gebildet worden ist. Sofern Zuführungen zu Rückstellungen unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen werden, wird deren Auflösung unter dem entsprechenden Posten in den sonstigen betrieblichen Erträgen gezeigt. Finanzschulden Finanzschulden werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert, nach Abzug von Transaktionskosten, angesetzt. In den Folgeperioden werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet; jede Differenz zwischen dem Auszahlungsbetrag (nach Abzug der Transaktionskosten) und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Schuld unter Anwendung der Effektivzinsmethode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Darlehensverbindlichkeiten werden als kurzfristige Verbindlichkeiten erfasst, sofern der Konzern nicht das unbedingte Recht hat, die Begleichung der Verbindlichkeit auf einen Zeitpunkt mindestens zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag zu verschieben. Verbindlichkeiten Finanzielle Verbindlichkeiten umfassen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Schulden. Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei erstmaligem Ansatz mit ihrem beizulegenden Zeitwert, nach Abzug von Transaktionskosten, erfasst. Kurzfristige Schulden haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und werden mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag angesetzt. Langfristige Schulden, die nicht das Grundgeschäft in einem bilanziell zulässigen Sicherungszusammenhang darstellen, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Rechnungsabgrenzungsposten werden unter den übrigen Verbindlichkeiten passiviert. Derivative Finanzinstrumente Derivative Finanzinstrumente werden zum Handelstag angesetzt. Sie werden im Rahmen der Zugangsbewertung zu ihrem beizulegenden Zeitwert, der ihnen am Tag des Vertragsabschlusses beizumessen ist, bewertet. Die Folgebewertung erfolgt ebenfalls zum am jeweiligen Bilanzstichtag geltenden beizulegenden Zeitwert. Die Methode zur Erfassung von Gewinnen und Verlusten ist davon abhängig, ob das derivative Finanzinstrument als Sicherungsinstrument designiert wurde und, falls ja, von der Art des abgesicherten Postens. Der Konzern dokumentiert bei Abschluss der Transaktion die Sicherungsbeziehung zwischen Sicherungsinstrument und Grundgeschäft, das Ziel seines Risikomanagements sowie die zugrunde liegende Strategie beim Abschluss von Sicherungsgeschäften. Darüber hinaus findet zu Beginn der Sicherungsbeziehung und fortlaufend in der Folge eine Dokumentation der Einschätzung statt, ob die in der Sicherungsbeziehung eingesetzten Derivate die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflows der Grundgeschäfte hocheffektiv kompensieren. Die beizulegenden Zeitwerte der verschiedenen derivativen Finanzinstrumente, die zu Sicherungszwecken eingesetzt werden, sind in den sonstigen Vermögenswerten/sonstigen Schulden enthalten. Bewegungen der Bewertungsrücklage für Cashflow Hedges werden in der Entwicklung des Konzerneigenkapitals dargestellt. Der volle beizulegende Zeitwert der als Sicherungsinstrumente designierten derivativen Finanzinstrumente wird als langfristiger Vermögenswert bzw. langfristige Verbindlichkeit ausgewiesen, sofern die Restlaufzeit des gesicherten Grundgeschäfts zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag übersteigt, und als kurzfristiger Vermögenswert bzw. Verbindlichkeit, sofern die Restlaufzeit kürzer ist. Zu Handelszwecken gehaltene derivative Finanzinstrumente werden als kurzfristige Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten ausgewiesen, sofern die Restlaufzeit zwölf Monate nicht übersteigt. Anderenfalls erfolgt ein Ausweis als langfristige Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten. Wenn ein Sicherungsgeschäft, das im Rahmen eines Cashflow Hedges designiert wurde, ausläuft, veräußert wird, die Designation bewusst aufgelöst wird oder nicht mehr die Kriterien zur Bilanzierung als Sicherungsgeschäft erfüllt, verbleibt der bis dahin im Eigenkapital kumulierte Gewinn oder Verlust im Eigenkapital und wird erst dann erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn die ursprünglich gesicherte, zukünftige Transaktion erfolgswirksam wird. Wird der Eintritt der zukünftigen Transaktion nicht länger erwartet, sind die im Eigenkapital erfassten kumulierten Gewinne oder Verluste sofort in die Gewinn- und Verlustrechnung umzubuchen. Bestimmte derivative Finanzinstrumente qualifizieren nicht für Hedge Accounting. Für weitere Erläuterungen zu den derivativen Finanzinstrumenten im Rahmen des Risikomanagements wird auf Textziffer 32 verwiesen. Latente Steuerposten Latente Steuern werden unter Verwendung der Verbindlichkeitsmethode für alle temporären Differenzen zwischen der Steuerbasis der Vermögenswerte/Verbindlichkeiten und ihren Buchwerten im Konzernabschluss angesetzt, es sei denn die latente Steuer entsteht aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, der keinen Unternehmenszusammenschluss darstellt, und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls wird weder das bilanzielle noch das steuerliche Periodenergebnis beeinflusst. Latente Steuern werden unter Anwendung der Steuersätze und Steuervorschriften bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuererstattungsansprüche bzw. der Begleichung der latenten Steuerschulden erwartet wird. Latente Steuererstattungsansprüche resultieren vor allem aus zeitlich abweichendenWertansätzen zwischen der Handelsbilanz nach IFRS und der Steuerbilanz der einzelnen Gesellschaften sowie aus Konsolidierungsvorgängen. Latente Steuererstattungsansprüche auf Verlustvorträge und aus Steuergutschriften werden angesetzt, soweit es wahrscheinlich ist, dass zukünftig ausreichend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung steht, gegen das die Verlustvorträge verrechnet werden können. Latente Steuerschulden, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen vom Konzern gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren werden. Darüber hinaus wird auf Textziffer 10 "Ertragsteuern" verwiesen. Erläuterungen der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung1 Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse umfassen den erhaltenen beizulegenden Zeitwert für den Verkauf von Waren und Dienstleistungen ohne Umsatzsteuer, Rabatte und Preisnachlässe und nach Eliminierung konzerninterner Verkäufe. Umsatzerlöse werden wie folgt realisiert: Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Waren werden erfasst, wenn die maßgeblichen mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen auf den Käufer übergegangen sind und die Einbringlichkeit der entsprechenden Forderung als ausreichend sicher anzusehen ist. Auf Schätzungen beruhende Umsatzreduzierungen basieren auf Erfahrungswerten. Anpassungen erfolgen, falls veränderte Gegebenheiten dies erforderlich machen. Im Berichtszeitraum waren keine wesentlichen Warenrücklieferungen zu verzeichnen. Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Dienstleistungen werden entsprechend dem Leistungsfortschritt im Verhältnis von erbrachter zu insgesamt zu erbringender Dienstleistung in dem Geschäftsjahr erfasst, in dem die Dienstleistungen erbracht werden. Die nachfolgende Übersicht zeigt die Umsatzentwicklung nach Sparten, Regionen und Erlösarten:
2 Umsatzkosten Die Kosten der umgesetzten Leistungen umfassen die Herstellungskosten der verkauften Erzeugnisse und die Anschaffungskosten der verkauften Handelswaren. Die Herstellungskosten beinhalten neben den direkt zurechenbaren Kosten wie Material-, Personal- und Energiekosten auch die herstellungsbezogenen Gemeinkosten einschließlich der Abschreibungen auf Produktionsanlagen. In den Umsatzkosten sind Abwertungen auf Vorräte enthalten. 3 Vertriebskosten Die Vertriebskosten enthalten die Kosten für Marketing, Vertriebsorganisation sowie Vertriebslogistik. Des Weiteren werden hier auch die Kosten der anwendungstechnischen Beratung bei Kunden ausgewiesen. 4 Forschungs- und Entwicklungskosten Die Kosten für Forschung und Entwicklung enthalten die Kosten der Forschung sowie der Produkt- und Verfahrensentwicklung inklusive der Aufwendungen für Fremdleistungen. Aufwendungen für Forschung werden sofort als Aufwand erfasst. Entwicklungskosten werden aktiviert, wenn die speziellen Aktivierungsvoraussetzungen nach IAS 38 kumulativ erfüllt sind. 5 Sonstige betriebliche Erträge
Die Währungserträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus Kursveränderungen zwischen Entstehungszeitpunkt und Zahlungszeitpunkt aus Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie Währungserträge aus der Bewertung zum Stichtagskurs. Seit diesem Geschäftsjahr werden die zunächst im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen aus Cash Flow Hedges nicht mehr in die sonstigen betrieblichen Erträge bzw. Aufwendungen umgebucht, sondern in die Umsatzkosten. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend um € 14.6 Mio. angepasst. Die Nebenerlöse enthalten insbesondere Kostenerstattungen von Dritten sowie Erlöse aus Kantinenverkäufen. Unter der Position derivative Finanzinstrumente werden die Änderungen der Zeitwerte von nicht für Hedge Accounting designierten Devisentermingeschäften erfasst. Die übrigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Schadenersatzleistungen sowie ertragsbezogene und sonstige Zuwendungen der öffentlichen Hand. Ertragsbezogene Zuwendungen werden über den Zeitraum erfasst, in dem die entsprechenden Kosten, für deren Kompensation sie gewährt wurden, anfallen. Sie betragen T€ 1.277 (Vorjahr: T€ 537). Im Geschäftsjahr wurden Zuwendungen in Höhe von T€ 620 (Vorjahr: T€ 510) ergebniswirksam realisiert. Die Zuwendungen wurden überwiegend zur Stärkung von strukturschwachen Regionen in Deutschland gewährt. Die sonstigen übrigen Erträge umfassen eine Vielzahl von Erträgen, deren Wertansätze im Einzelnen nur von untergeordneter Bedeutung sind. 6 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die Währungsaufwendungen enthalten im Wesentlichen Aufwendungen aus Kursveränderungen zwischen Entstehungszeitpunkt und Zahlungszeitpunkt aus Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie Währungsaufwendungen aus der Bewertung zum Stichtagskurs. Die Verluste aus Wertminderungen von kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten beinhalten Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Unter der Position derivative Finanzinstrumente werden die Änderungen der Zeitwerte von nicht für Hedge Accounting designierten Devisentermingeschäften erfasst. In den übrigen Aufwendungen ist eine Vielzahl von Aufwendungen mit Wertansätzen von im Einzelfall nur untergeordneter Bedeutung enthalten. 7 Ergebnis aus at Equity bewerteten Finanzanlagen Das Ergebnis aus at Equity bewerteten Finanzanlagen setzt sich im Einzelnen wie folgt zusammen:
8 Finanzergebnis - netto
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen den Zinsaufwand aus Finanzschulden. Im Übrigen werden hier Aufwendungen aus der Aufzinsung von langfristigen sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. 9 Sonstiges Finanzergebnis
Die Zinsen aus derivativen Finanzinstrumenten werden im Zinsergebnis ausgewiesen. 10 Ertragsteuern Als Ertragsteuern werden im Inland die Körperschaftsteuer und die Gewerbeertragsteuer sowie im Ausland vergleichbare ertragsabhängige Steuern ausgewiesen. Sie werden nach den für die einzelnen Unternehmen maßgeblichen Steuervorschriften ermittelt. Die latenten Steuern resultieren aus zeitlich abweichenden Wertansätzen zwischen den Steuerbilanzen der Gesellschaften und den Wertansätzen in der Konzernbilanz. Die Ermittlung erfolgt nach der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode und beruht auf der Anwendung der in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt erwarteten zukünftigen Steuersätze. Diese basieren grundsätzlich auf den am Bilanzstichtag gültigen gesetzlichen Regelungen. Latente Steuererstattungsansprüche werden saldiert, wenn ein Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steueransprüche und -schulden besteht und sie gegenüber derselben Steuerbehörde bestehen. Der Ertragsteueraufwand einschließlich der latenten Steuern setzt sich wie folgt zusammen :
Auf Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei den einzelnen Bilanzpositionen entfallen die folgenden bilanzierten aktiven latenten Steuererstattungsansprüche und passiven latenten Steuerschulden:
Der Betrag temporärer Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen sowie aus Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen, für die gemäß IAS 12.39 keine latenten Steuerschulden bilanziert wurden, beträgt T€ 20 (Vorjahr: T€ 4.557). Die bestehenden nicht bilanzierten Verlustvorträge können wie folgt genutzt werden:
Der Betrag der latenten Steueransprüche, bei denen die Realisierung von zukünftigen zu versteuernden Ergebnissen abhängt, die höher als die Ergebniseffekte aus der Umkehr zu versteuernder temporärer Differenzen sind, und bei denen das Unternehmen zuletzt Verluste erlitten hat, beträgt T€ 16.165 (Vorjahr: T€ 6.655). Der Ansatz dieser Ansprüche liegt im Vorhandensein entsprechender Erwartungsrechnungen begründet, die eine Realisierung erwarten lassen. Es wurden latente Steuern in Höhe von T€ 180.879 (Vorjahr: T€ 125.325) direkt im Eigenkapital erfasst. Im Wesentlichen entfallen davon auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste im Rahmen der Bilanzierung von Pensionsverpflichtungen T€ 166.841 (Vorjahr: T€ 115.505), auf Marktwertveränderungen von Wertpapieren T€ -11 (Vorjahr: T€ -11) und auf Marktwertveränderungen von als Cashflow Hedge designierten derivativen Finanzinstrumenten T€ 3.338 (Vorjahr: T€ 1.278). Der Steuersatz der B. Braun Holding GmbH & Co. KG beträgt 29,0% (Vorjahr: 29,0%). Der sich bei Anwendung des Steuersatzes der B. Braun Holding GmbH & Co. KG ergebende Steueraufwand lässt sich zum tatsächlichen Steueraufwand wie folgt überleiten:
11 Ergebnisverwendung Der Jahresüberschuss der B. Braun Holding GmbH & Co. KG wurde in Höhe von € 32,0 Mio. den Kapitalkonten der Gesellschafter gutgeschrieben. 12 Sonstige Angaben zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Materialaufwand In den Umsatzkosten sind die folgenden Materialaufwendungen enthalten:
Der in der Berichtsperiode in den Umsatzkosten erfasste Aufwand für die Wertberichtigung von Vorräten beträgt T€ 34.859 (Vorjahr: T€ 30.836), der Betrag der im Geschäftsjahr erfassten Wertaufholung (Erhöhung des Nettoveräußerungswerts) T€ 9.199 (Vorjahr: T€ 8.737). Leasingzahlungen aus "operating lease"-Verhältnissen
In den Leasingzahlungen des "operating lease" sind Zahlungen aus Untermietverhältnissen in Höhe von T€ 956 (Vorjahr: T€ 925) enthalten. Die Leasingaufwendungen werden überwiegend den Umsatzkosten zugeordnet. Personalaufwand/Personalstruktur In der Gewinn- und Verlustrechnung sind die folgenden Personalaufwendungen verrechnet:
Nicht als Personalaufwand erfasst sind Beträge, die sich aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen ergeben. Sie sind als Bestandteil des Zinsergebnisses ausgewiesen. Der Jahresdurchschnitt der Mitarbeiter wird unter Berücksichtigung des Zeitpunktes der Erst- bzw. Endkonsolidierung zeitanteilig berechnet. In der Gesamtzahl sind die Mitarbeiter von Gemeinschaftsunternehmen entsprechend dem jeweiligen Beteiligungsanteil enthalten. Auf die erstmalig konsolidierten Gesellschaften entfielen im Jahresdurchschnitt 2016 274 Mitarbeiter, in 2015 475 Mitarbeiter. 13 Gesamthonorar des Abschlussprüfers Für die im Geschäftsjahr 2016 erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers PricewaterhouseCoopers wurden folgende Honorare weltweit als Aufwand erfasst:
Der Posten Honorare für Abschlussprüfungen enthält die gesamten an PricewaterhouseCoopers gezahlten und noch zu zahlenden Honorare samt Auslagen für die Konzernabschlussprüfung sowie für die Prüfung des Jahresabschlusses der B. Braun Holding GmbH & Co. KG und deren Tochterunternehmen. Honorare für Bestätigungsleistungen betreffen überwiegend Prüfungen im Rahmen von Akquisitionen und Desinvestitionen, die Prüfung des internen Kontrollsystems, insbesondere von IT-Systemen, sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit gesetzlichen oder gerichtlichen Vorgaben. Der Posten Steuerberatungsleistungen umfasst insbesondere Honorare für Beratung im Zusammenhang mit der Erstellung von Steuererklärungen, die Prüfung von Steuerbescheiden, die Unterstützung bei Betriebsprüfungen oder anderen Anfragen der Steuerbehörden sowie die Steuerberatung im Zusammenhang mit Transferpreisen. Erläuterungen der Konzernbilanz14 Immaterielle Vermögenswerte
Im Geschäftsjahr wurden Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von € 39,8 Mio. (Vorjahr: € 39,4 Mio.) erfolgswirksam über die Funktionskosten in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der B. Braun-Konzern hat im Geschäftsjahr Entwicklungskosten in Höhe von € 10,1 Mio. (Vorjahr: € 13,0 Mio.) aktiviert. Die für die Aktivierung erforderlichen Voraussetzungen wurden kumulativ erfüllt. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird zum Zweck des Werthaltigkeitstests auf Cash Generating Units (zahlungsmittelgenerierende Einheiten) verteilt. Jede dieser Cash Generating Units stellt die Investition des Konzerns nach Geschäftsbereich und Tätigkeitsland dar. Eine Zusammenfassung der Verteilung der Geschäfts- oder Firmenwerte auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sowie die in den jeweiligen Werthaltigkeitstest eingeflossenen Annahmen sind im Folgenden dargestellt:
Der erzielbare Betrag einer CGU bestimmt sich durch Ermittlung ihrer Nutzungswerte. Diese Berechnungen basieren auf prognostizierten Cashflows, die aus der vom Management verabschiedeten Dreijahreserwartungsrechnung abgeleitet werden. Das Management hat die budgetierte Bruttomarge, basierend auf Entwicklungen in der Vergangenheit und Erwartungen bezüglich der zukünftigen Marktentwicklung, bestimmt. Die gewogenen durchschnittlichen Wachstumsraten stimmen weitgehend mit denen der Voraussagen aus Industrieberichten überein. Die genutzten Diskontierungszinssätze sind Vorsteuerzinssätze und reflektieren die spezifischen Risiken der betreffenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Läge das tatsächliche Umsatzwachstum zukünftig 10% unter dem nach Schätzung des Managements am 31. Dezember 2016 erwarteten Umsatzwachstum, hätte sich ebenfalls keine Wertminderung auf die bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerte ergeben. Gleiches gilt, wenn der Abzinsungssatz, der bei der Berechnung des DCF angewendet wurde, um 10% über der Schätzung des Managements gelegen hätte. 15 Sachanlagen
Die im Geschäftsjahr aktivierten Fremdkapitalkosten betragen T€ 6.454 (Vorjahr: T€ 6.291). Der der Berechnung zugrunde gelegte Zinssatz beträgt 2,5% (Vorjahr: 2,7%). In der Bilanz werden vermögenswertbezogene Zuwendungen der öffentlichen Hand für Investitionen in Höhe von T€ 925 (Vorjahr: T€ 9.205) von den Buchwerten der entsprechenden Vermögenswerte abgesetzt. Der derzeitige Buchwert von Sachanlagen, die mittels Zuwendungen der öffentlichen Hand angeschafft wurden, beträgt T€ 65.928 (Vorjahr: T€ 41.021). Zum Geschäftsjahresende bestanden keine unerfüllten Bedingungen oder Erfolgsunsicherheiten, die eine Korrektur des Bilanzansatzes erforderlich machten. Der Buchwert der Sachanlagen, mit denen ein beschränktes Eigentumsrecht verbunden ist, beträgt T€ 15.706 (Vorjahr: T€ 13.523). 16 Finanzierungsleasing Die immateriellen Vermögenswerte und das Sachanlagevermögen schließen folgende Beträge ein, bei denen der Konzern Leasingnehmer in einem Finanzierungsleasing ist:
Die Mindestleasingzahlungen für Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverträgen haben folgende Fälligkeiten:
Der größte Finanzierungsleasingvertrag betrifft die Benchmark-Factory der Sparte Aesculap (Buchwert € 15,4 Mio.). Die Leasingvereinbarung weist unterschiedliche Konditionen, Zinsanpassungsklauseln und Ankaufsoptionen auf. 17 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen und Gemeinschaftsunternehmen sowie sonstige Finanzanlagen Der B. Braun-Konzern ist mit 21,6% an der Rhön-Klinikum AG mit Sitz in Bad Neustadt an der Saale beteiligt. Die Rhön-Klinikum AG ist eine private börsennotierte Betreibergesellschaft von Krankenhäusern, Kliniken und Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Ein maßgeblicher Einfluss des B. Braun-Konzerns auf die Gesellschaft leitet sich aus der Höhe des Stimmrechtsanteils und einer Organvertretung im Aufsichtsrat der Gesellschaft ab. Die zusammengefassten Finanzinformationen der Gesellschaft stellen sich wie folgt dar:
Da das Jahresergebnis 2016 der Rhön-Klinikum AG zum Berichtszeitpunkt des B. Braun-Konzerns nicht vorlag, wurde dieses auf Basis des Ergebnisses des dritten Quartals geschätzt. Die angegebenen Bilanzwerte entsprechen den Werten aus dem Abschluss des dritten Quartals. Der beizulegende Zeitwert der Beteiligung beträgt zum Bilanzstichtag € 370,4 Mio. Die Überleitung der Finanzinformationen auf den Buchwert des Konzernanteils stellt sich wie folgt dar:
Die Anteile des Konzerns an seinen sonstigen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen stellen sich wie folgt dar:
Zum 31. Dezember 2016 umfassen die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen einen Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von € 35,6 Mio. (Vorjahr: € 16,5 Mio.).
18 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Überfälligkeitsanalyse der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen a) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die nicht wertgemindert sind
Ein wesentlicher Teil der überfälligen nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entfällt auf Forderungen an Sozialversicherungsträger sowie staatliche Unternehmen oder Unternehmen mit öffentlich-rechtlicher Trägerschaft. b) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die einzelwertberichtigt sind
Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands der Forderungen deuten zum Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:
Der Gesamtbetrag der Zuführungen setzt sich zusammen aus Zuführungen auf Grund von Einzelwertberichtigungen und pauschalierten Einzelwertberichtigungen. In der folgenden Tabelle sind die Aufwendungen für die vollständige Ausbuchung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Erträge aus dem Eingang von ausgebuchten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dargestellt:
Der beizulegende Zeitwert der erhaltenen Sicherheiten beträgt T€ 8.035 (Vorjahr: T€ 5.800). Bei den Sicherheiten handelt es sich überwiegend um Zahlungsgarantien. Im Hinblick auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gibt es keine Konzentration hinsichtlich einzelner Kunden, Währungen oder geografischer Merkmale. Die höchste Forderung an einen Kunden entspricht ca. 1 % der ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Im Rahmen eines Asset Backed Securities-Programms (ABS-Programm) mit einem Volumen von bis zu € 100 Mio. haben B. Braun-Konzernunternehmen zum 31. Dezember 2016 Forderungen in Höhe von € 94,9 Mio. (Vorjahr: € 92,2 Mio.) verkauft. Grundlage für die Transaktion ist die Abtretung von Handelsforderungen einzelner B. Braun-Unternehmen im Rahmen einer stillen Zession an eine strukturierte Einheit. Eine strukturierte Einheit ist nach IFRS 10 dann zu konsolidieren, wenn die Kriterien für eine Beherrschung dieser Gesellschaft erfüllt sind (IFRS 10.B2). Das Vorliegen eines Beherrschungsverhältnisses setzt Entscheidungsmacht und variable Rückflüsse sowie eine Verknüpfung zwischen beiden voraus. Da B. Braun nicht an der Variabilität der strukturierten Einheit partizipiert, ist diese Gesellschaft nicht im Konzernabschluss zu konsolidieren. Die Anforderungen an einen Forderungsabgang nach IAS 39.15 werden erfüllt, da die Forderungen gemäß IAS 39.18a übertragen werden. In den Vorjahren ergab die Prüfung von IAS 39.20, dass weder nahezu alle Chancen und Risiken übertragen noch zurückbehalten worden sind. Die Kontrolle über die Forderungen war bei B. Braun verblieben, da eine Weiterveräußerung der Forderungen für die strukturierte Einheit wirtschaftlich nachteilig gewesen wäre. Gemäß IAS 39.30 war folglich das verbleibende anhaltende Engagement (continuing involvement) von B. Braun zu erfassen. Dieses umfasste zum einen den maximalen Betrag, den B. Braun aus der übernommenen Ausfallgarantie im ersten bzw. dritten Rang eventuell hätte zurückzahlen müssen (Vorjahr: T€ 1.774). Zum anderen wurden die maximal zu erwartenden Zinszahlungen bis zum Zahlungseingang in Bezug auf den Buchwert der übertragenen Forderungen bilanziert (Vorjahr: T€ 208). Der beizulegende Zeitwert der Garantie bzw. der zu übernehmenden Zinszahlungen wurde im Vorjahr mit T€ 113 angesetzt und erfolgswirksam als sonstige Verbindlichkeit passiviert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ergab die Prüfung von IAS 39.20, dass im Wesentlichen alle Chancen und Risiken übertragen worden sind. Das verbleibende anhaltende Engagement (continuing involvement) ist folglich nicht mehr bilanziell zu erfassen. Der maximale Betrag, den B. Braun aus der übernommenen Ausfallgarantie im ersten bzw. dritten Rang eventuell zurückzahlen müsste, beläuft sich zum Stichtag auf T€ 1.877, die maximal zu erwartenden Zinszahlungen bis zum Zahlungseingang auf T€ 141. Der beizulegende Zeitwert der Garantie bzw. der zu übernehmenden Zinszahlungen beläuft sich auf T€ 96. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen schließen folgende Beträge ein, bei denen der Konzern Leasinggeber in einem Finanzierungsleasing ist:
Der Konzern vermietet im Rahmen unterschiedlicher Operating-Leasingverhältnisse Dialysemaschinen, Infusionspumpen und Instrumentensets. Die Summe der künftigen Leasingzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen beträgt:
19 Sonstige Vermögenswerte
Unter den sonstigen Forderungen und Vermögenswerten werden im Wesentlichen gewährte Kredite ausgewiesen. Hinsichtlich des Bestands der sonstigen Forderungen deuten zum Bilanzstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. Am Bilanzstichtag bestanden keine wesentlichen Überfälligkeiten oder Wertberichtigungen. 20 Vorräte
Wie im Vorjahr wurden keine Vorräte als Sicherheit für Verbindlichkeiten verpfändet. 21 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bargeld, Sichteinlagen, andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte, die nur unwesentlichen Wertschwankungen ausgesetzt sind, mit einer Restlaufzeit von maximal drei Monaten und Kontokorrentkredite. In der Bilanz werden ausgenutzte Kontokorrentkredite als Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten unter den kurzfristigen Finanzschulden gezeigt. Die Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ist der Konzern-Kapitalflussrechnung zu entnehmen. 22 Festkapital der Kommanditisten Das Kommanditkapital der B. Braun Holding GmbH & Co. KG in Höhe von T€ 6.050 entspricht dem im Handelsregister eingetragenen Haftkapital und wird zum Nennwert ausgewiesen. 23 Kapital- und Gewinnrücklagen Die Rücklagen enthalten das Agio aus vorangegangenen Kapitalerhöhungen der B. Braun Holding GmbH & Co. KG (Kapitalrücklage), die Rücklage aus umgekehrten Unternehmenszusammenschlüssen sowie die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit diese nicht ausgeschüttet wurden. Des Weiteren enthalten die Rücklagen den Konzernjahresüberschuss abzüglich der nicht beherrschenden Anteile. Die in den Rücklagen enthaltene gesetzliche Rücklage beträgt € 29,4 Mio.
Die Entwicklung der übrigen Bestandteile des Eigenkapitals kann der Eigenkapitalveränderungsrechnung entnommen werden. Die Ansprüche der Anteilseigner auf Gewinnausschüttungen werden vorbehaltlich einer anderweitigen Beschlussfassung den Darlehenskonten (Kapitalkonten II) gutgeschrieben. 24 Nicht beherrschende Anteile Die nicht beherrschenden Anteile umfassen die Fremdanteile am Eigenkapital der konsolidierten Tochterunternehmen. Fremdanteile bestehen insbesondere bei der Almo-Erzeugnisse E. Busch GmbH, Bad Arolsen, der B. Braun Medical AG, Emmenbrücke/Schweiz, und der B. Braun Austria Ges.m.b.H., Maria Enzersdorf/Österreich. Die zusammengefassten Finanzinformationen dieser Tochterunternehmen vor zwischenbetrieblicher Eliminierung stellen sich wie folgt dar:
25 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Für das Geschäftsjahr 2017 werden Zahlungen in Höhe von € 42,4 Mio. (Vorjahr: € 41,5 Mio.) erwartet. Davon entfallen € 14,1 Mio. (Vorjahr: € 14,1 Mio.) auf Beiträge in die externen Planvermögen und € 28,3 Mio. (Vorjahr: € 27,4 Mio.) auf Leistungen, die direkt vom Arbeitgeber an die Versorgungsberechtigten ausgezahlt werden. Im Konzern bestehen Zusagen auf betriebliche Altersversorgungsleistungen, die im Rahmen von Beitrags- und Leistungsplänen erbracht werden. Bei den Beitragsplänen geht der Konzern über die Zahlung eines Beitrages hinaus keine weitere Verpflichtung ein. Die Aufwendungen hierfür werden im operativen Ergebnis in Höhe des gezahlten Beitrages erfasst und belaufen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf € 26,5 Mio. (Vorjahr: € 24,2 Mio.). Des Weiteren werden in einer Vielzahl von Ländern (einschließlich Deutschland) Beiträge für eine gesetzliche Grundversorgung der Arbeitnehmer geleistet. Da hierbei unterschiedliche Sozialversicherungsleistungen abgedeckt werden, können keine exakten Angaben zu dem Teil gemacht werden, der auf reine Altersversorgungsleistungen entfällt. Diese Aufwendungen sind in der in Textziffer 12 "Personalaufwand"dargestellten Position "Soziale Abgaben" enthalten. Die Ansprüche der Mitarbeiter aus den Leistungsplänen beruhen auf gesetzlichen oder vertraglichen Regelungen. Bei den auf gesetzlichen Regelungen basierenden Leistungsplänen handelt es sich im Wesentlichen um im Ausland bestehende Leistungsverpflichtungen bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses, die in Form eines Kapitalbetrages erbracht werden. Die Leistungshöhe ergibt sich überwiegend in Abhängigkeit von der Dienstzeit und der Höhe des zuletzt bezogenen Gehalts. Rund 70% der Pensionsverpflichtung im Konzern entfallen auf inländische Versorgungszusagen. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Zusagen auf lebenslange Rentenleistungen, die im Falle der Invalidität, des Todes und bei Erreichen der Altersgrenze erbracht werden. Die wesentlichen inländischen Versorgungspläne für Mitarbeiter mit Eintritt ab 1992 sind altersabhängige beitragsorientierte Bausteinpläne. Mitarbeitern mit Eintritt vor 1992 wurden bis auf wenige Ausnahmen endgehaltsabhängige Zusagen erteilt. Die Finanzierung der Altersversorgung im Inland erfolgt im Wesentlichen über Pensionsrückstellungen. Rund 10% der Pensionsverpflichtung entfallen auf Versorgungszusagen in der Schweiz. Die Leistungen werden als lebenslange Rentenleistungen erbracht und im Falle der Invalidität, des Todes und bei Erreichen der Altersgrenze gewährt. Bei den Pensionszusagen handelt es sich um beitragsorientierte Pläne mit gesetzlich vorgeschriebenen Verrentungssätzen auf Basis impliziter Zinsgarantien. Rund 10% der Pensionsverpflichtung entfallen auf Versorgungszusagen in den USA. Hier handelt es sich um Rentenzusagen mit Kapitalwahloption. Die Leistungen werden bei Invalidität, Tod oder Erreichen der Altersgrenze gewährt. Bei der Zusage handelt es sich im Wesentlichen um einen Karrieredurchschnittsgehaltsplan für die bis 1998 erdienten Leistungen. Die Leistungszuwächse seither erfolgen als Cash Balance Plan. Die Finanzierung der Altersversorgung in der Schweiz und den USA erfolgt über landestypische externe Pensionseinrichtungen. In beiden Ländern bestehen grundsätzlich Mindestfinanzierungsanforderungen. Diese können in seltenen Fällen die Festlegung zukünftiger Finanzierungsbeiträge beeinflussen. Die zugesagten Leistungen bergen für den B. Braun-Konzern neben dem Langlebigkeitsrisiko, dem Rentenanpassungsrisiko und dem Gehaltssteigerungsrisiko auch Kapitalmarktrisiken, die sowohl Auswirkungen auf die Erträge aus dem Planvermögen als auch auf den Rechnungszins haben können. Die in der Bilanz ausgewiesene Rückstellung für Leistungspläne entspricht dem Barwert des am Bilanzstichtag erdienten Anteils an der Versorgungsleistung unter Berücksichtigung künftiger Trendannahmen (Defined Benefit Obligation) abzüglich des am Bilanzstichtag beizulegenden Zeitwerts des externen Planvermögens. Die Defined Benefit Obligation wird unter Anwendung der Anwartschaftsbarwertmethode (projected unit credit method) berechnet. Der Zinssatz zur Ermittlung der Barwerte entspricht im Regelfall den Zinssätzen laufzeitkongruenter hochwertiger festverzinslicher Unternehmensanleihen. Der Rückstellungsbetrag in der Bilanz ermittelt sich wie folgt:
Der in der Gewinn- und Verlustrechnung enthaltene Aufwand setzt sich wie folgt zusammen:
Die Überleitung der Pensionsverpflichtung und des externen Planvermögens stellt sich wie folgt dar:
Die Zusammensetzung des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:
Die Zusammensetzung des Planvermögens, für das gehandelte Marktpreise vorhanden sind, ist wie folgt:
Das Planvermögen ist nicht in eigene Finanzinstrumente investiert. 87% der Aktien und ähnlichen Wertpapiere entfallen auf das Planvermögen in den USA. Die Aufsicht über das Planvermögen in den USA obliegt einem Pensionskomitee, das eine angemessene Streuung sicherstellt. In den Geschäftsjahren 2016 und 2015 hat sich die Pensionsrückstellung folgendermaßen entwickelt:
Bei der Ermittlung der Pensionsverpflichtung wurden folgende Prämissen zu Grunde gelegt:
Der Ermittlung des Pensionsaufwandes liegen folgende Annahmen zu Grunde:
Bei den angegebenen Werten handelt es sich um gewichtete Durchschnittswerte. Für den Euroraum wurde zur Ermittlung der Pensionsverpflichtung ein Rechnungszins von 2,0% (Vorjahr: 2,8%) angesetzt. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden für die Bewertung der inländischen Versorgungsverpflichtungen wie im Vorjahr die Richttafeln 2005 G von Klaus Heubeck verwendet. Das Ergebnis der Sensitivitätsanalyse wurde gemäß Vorjahresverfahren ermittelt. Dabei wird jeweils eine Annahme geändert, wobei die übrigen Annahmen unverändert bleiben. Mögliche Korrelationen zwischen den einzelnen Annahmen werden hierbei nicht betrachtet. Das Ergebnis der Sensitivitätsanalyse ist wie folgt:
* Effekt im Inland Die verpflichtungsreduzierenden Sensitivitäten wirken sich vergleichbar aus. Die gewichtete Duration der Verpflichtung beträgt 19 Jahre (Vorjahr: 18 Jahre). 26 Sonstige Rückstellungen Die wesentlichen Rückstellungsgruppen haben sich wie folgt entwickelt:
Die langfristigen Rückstellungen für Personalaufwendungen beinhalten im Wesentlichen Vorsorgen für Altersteilzeit und Jubiläumsvergütungen. Die sonstigen Rückstellungen betreffen überwiegend Vorsorgen für sonstige Verpflichtungen des Personal- und Sozialbereichs, Garantieverpflichtungen, drohende Verluste aus Kontrakten, Rechts- und Beratungskosten sowie eine Vielzahl erkennbarer Einzelrisiken. Die übrigen sonstigen Rückstellungen betreffen vorwiegend ausstehende Rechnungen, Boni sowie versicherungstechnische Rückstellungen sowie Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle der REVIUM Rückversicherung AG, Melsungen. Die ertragswirksame Auflösung von Rückstellungen beinhaltet im Wesentlichen die Auflösung von Rückstellungen für Personalaufwendungen (T€ 2.840) und für Gewährleistungen (T€ 1.113) in den USA. Der überwiegende Teil der langfristigen Rückstellungen wird innerhalb von fünf Jahren zu Auszahlungen führen. 27 Finanzschulden
Die sonstigen Finanzverbindlichkeiten enthalten erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen in Höhe von T€ 21.178 (Vorjahr: T€ 13.427). Fälligkeiten der Finanzschulden :
Im Rahmen des B. Braun Incentive Scheme begibt die B. Braun Melsungen AG eine Serie von Genussrechten, die von den bezugsberechtigten Führungskräften auf freiwilliger Basis erworben werden können. Mit der Emission der Genussrechte gewährt das Unternehmen dem Mitarbeiter als Genussrechtsinhaber als Gegenleistung für die Überlassung von Kapital Vermögensrechte in Form einer Beteiligung am Gewinn und Verlust der B. Braun Melsungen AG. Die Laufzeit der Genussrechte beträgt jeweils zehn Jahre. Die Verzinsung der Genussrechte ist an die Dividendenzahlung der B. Braun Melsungen AG und der Rückzahlungsbetrag an das Konzerneigenkapital der B. Braun Melsungen AG gekoppelt. Als Incentive für die von den Mitarbeitern geleistete Einlage gewährt das Unternehmen einen Bezugsbonus in Höhe von 25% in Form von zusätzlichen zugeteilten Genussrechten. Der Bezugsbonus fließt den Mitarbeitern zwei Jahre, nachdem sie ihre Einlage geleistet haben, zu. Die zusätzlich zugeteilten Genussrechte werden zeitanteilig aufwandswirksam erfasst. Zum 31. Dezember 2016 waren insgesamt 665.652 Stück begeben. Die Tranchen verteilen sich wie folgt auf die Jahre:
Die B. Braun Melsungen AG hat im März 2012 zusammen mit mehreren Tochterunternehmen und zwölf Banken einen Konsortialkreditvertrag über € 400 Mio. geschlossen. Der Kredit kann von den Kreditnehmern als revolvierender Barkredit in EUR, wahlweise in Teilbeträgen auch in USD und GBP in Anspruch genommen werden und wird variabel in Anlehnung an EURIBOR bzw. LIBOR der jeweiligen Fremdwährung verzinst. Der Vertrag sieht weiterhin eine Anpassung der Zinsmarge je nach Verschuldungsgrad (Leverage) des B. Braun-Konzerns vor. Im Mai 2014 haben die Vertragsparteien vereinbart, die Laufzeit des ursprünglich am 23. März 2017 endenden Kreditvertrages bis zum 21. Mai 2019 zu verlängern. Außerdem wurde B. Braun das Recht eingeräumt, den Vertrag - mit Zustimmung der Banken - zweimal um jeweils ein Jahr zu verlängern. Im Jahr 2016 wurden die zweite Verlängerung (bis Mai 2021) sowie eine Erhöhung des zugesagten Kreditvolumens auf € 520 Mio. vereinbart. Nach dem Konsortialkreditvertrag muss B. Braun neben anderen Pflichten bestimmte finanzielle Kennzahlen einhalten, insbesondere eine Mindesteigenkapitalquote, die sich aus dem Verhältnis zwischen Eigenkapital und Bilanzsumme errechnet, und eine maximale Verschuldung (Leverage) als Verhältnis zwischen den Netto-Finanzschulden und EBITDA. Die Berechnung beider Kennzahlen erfolgt auf Basis konsolidierter Werte für den B. Braun-Konzern, für die im Kreditvertrag vereinbarte Anpassungen vorgenommen werden. Die Eigenkapitalquote darf vertraglich 25% nicht unterschreiten, der Leverage darf 3,25 nicht überschreiten. Beide Kennzahlen wurden zum Bilanzstichtag und im Geschäftsjahr jeweils klar eingehalten. Die B. Braun Melsungen AG hat in 2016 bilaterale Bankdarlehen in Höhe von € 100 Mio. mit fester Verzinsung und Fälligkeit in 2020 abgeschlossen. Weiterhin haben Konzerngesellschaften in Asien langfristige bilaterale Kreditverträge im Gegenwert von ca. € 120 Mio. mit Laufzeiten bis zu 10 Jahren abgeschlossen. Die aufgenommenen Mittel dienten der Refinanzierung auslaufender Darlehen sowie der Finanzierung des Kapitalbedarfs der jeweiligen Konzerngesellschaft. Zum 31. Dezember 2016 verfügte der Konzern über ungenutzte Kreditlinien in verschiedenen Währungen in Höhe von insgesamt € 1.118,1 Mio. (Vorjahr: € 1.011,7 Mio.). Die Zinssätze der EUR-Kredite betragen in Abhängigkeit von der Dauer der Zinsfestschreibung bis zu 5,40 Prozent p.a. für langfristige Kreditaufnahmen. Die Buchwerte der verzinslichen Verbindlichkeiten lauten auf folgende Währungen:
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing werden mit dem Barwert der Leasingraten ausgewiesen. Sie sind in vollem Umfang durch Grundpfandrechte an den Leasingobjekten gesichert. Von den übrigen finanziellen Verbindlichkeiten sind T€ 19.904 (Vorjahr: T€ 18.040) durch Grundpfandrechte gesichert. Die Verbindlichkeiten aus Kreditaufnahmen bei Nichtbanken enthalten Darlehen der Gesellschafter der B. Braun Holding GmbH & Co. KG in Höhe von T€ 75.638 (Vorjahr: T€ 65.416). Bei den Kreditaufnahmen bei Nichtbanken handelt es sich um unbesicherte Kredite. Der Buchwert der als Sicherheit für finanzielle Verbindlichkeiten oder Eventualverbindlichkeiten dienenden finanziellen Vermögenswerte beträgt T€ 34 (Vorjahr: T€ 33). Bei den gewährten Sicherheiten handelt es sich um die Abtretung von Forderungen. Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der Finanzschulden, der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente mit negativem beizulegenden Zeitwert ersichtlich:
Einbezogen wurden alle Instrumente, die am 31. Dezember 2016 im Bestand waren und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart waren. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem 31. Dezember 2016 festgestellten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet. 28 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten Buchwerte, beizulegende Zeitwerte und Bewertungs-Kategorien
LaR Loans and Receivables | HtM Held-to-Maturity Financial Assets | AfS Available-for-Sale Financial Assets | FAHfT Financial Assets Held-for-Trading *Bei den übrigen Beteiligungen handelt es sich um Anteile an Personen- und Kapitalgesellschaften, für die kein aktiver Markt besteht. Da die zukünftigen Cashflows nicht verlässlich ermittelt werden können, kann auch ein beizulegender Zeitwert für diese Instrumente nicht verlässlich ermittelt werden **Die Verzinsung der Genussrechte ist an die Dividendenzahlung der B. Braun Melsungen AG und der Rückzahlungsbetrag an das Konzerneigenkapital gekoppelt. Ein beizulegender Zeitwert kann für dieses Instrument nicht verlässlich ermittelt werden. Die Nettogewinne oder Nettoverluste nach Bewertungskategorien stellen sich wie folgt dar:
Die zur Veräußerung verfügbaren Vermögenswerte umfassen:
Sie werden unter den sonstigen Finanzanlagen und sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. In 2016 und 2015 wurden keine zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte wertberichtigt. Eine Veräußerung dieser Vermögenswerte sowie der übrigen Beteiligungen ist nicht geplant. Die sonstigen Vermögenswerte enthalten sonstige Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von T€ 119.301 (Vorjahr: T€ 108.302) sowie sonstige Ausleihungen in Höhe von T€ 10.744 (Vorjahr: T€ 10.331). Das maximale Kreditrisiko für jede Bewertungskategorie finanzieller Vermögenswerte entspricht dem jeweiligen Buchwert. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind teilweise mit einem Eigentumsvorbehalt besichert, wodurch sich das maximale Ausfallrisiko in dieser Bewertungskategorie um T€ 29.807 (Vorjahr: T€ 36.946) vermindert. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Finanzverbindlichkeiten und finanzielle Schulden haben regelmäßig kurze Restlaufzeiten; die bilanzierten Werte stellen näherungsweise die beizulegenden Zeitwerte dar. Die beizulegenden Zeitwerte der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstigen Kreditgebern sowie aus Finanzierungsleasingverträgen werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve ermittelt. Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte wurde das Kreditrisiko berücksichtigt. Die nachstehende Tabelle stellt die Finanzinstrumente dar, deren Folgebewertung und -bilanzierung zum beizulegenden Zeitwert vorgenommen wird. Diese sind unterteilt in Stufe 1 bis 3 je nachdem, inwieweit der beizulegende Zeitwert beobachtbar ist:
Bei den auf Stufe 3 bewerteten Kaufpreisverbindlichkeiten aus Unternehmenszusammenschlüssen handelt es sich um zum Barwert angesetzte bedingte Verbindlichkeiten, deren endgültige Höhe auf Basis des Umsatzes des erworbenen Unternehmens in den Folgejahren nach dem Erwerb erfolgsabhängig ist. Würde dieser um 10% höher (niedriger) ausfallen als bei der Ermittlung der Verbindlichkeit angenommen, würde sich die Verbindlichkeit um T€ 138 erhöhen (verringern). Die Verminderung der Verbindlichkeit im Vergleich zum Vorjahr in Höhe von T€ 27.235 ergibt sich aus der erfolgsneutralen Tilgung von Kaufpreisverbindlichkeiten (T€ -21.986) sowie der erfolgswirksamen Neueinschätzung von Bewertungsparametern (T€ -5.249). Die nachstehende Tabelle stellt die Finanzinstrumente dar, für die eine Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert vorgenommen wird, die jedoch zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden.
Die folgenden finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten unterliegen Aufrechnungsvereinbarungen:
Die nicht aufgerechneten Beträge sind im Falle eines Ausfalls oder einer Insolvenz eines Vertragspartners aufrechenbar. 29 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Schulden
Der Konzern hat mehrere Payer-Zinsswaps ("Zahle fix - Empfange variabel") als Cashflow Hedges designiert, um variable Zinszahlungen eines nominalen Kreditvolumens über T€ 125.000 (Vorjahr: T€ 125.000) abzusichern. Zahlungsstromänderungen des Grundgeschäfts, die sich aus den Veränderungen des Referenzzinssatzes ergeben, werden durch die Zahlungsstromänderungen des Zinsswaps ausgeglichen. Mit der Sicherungsmaßnahme wird das Ziel verfolgt, den Zahlungsstrom aus den Bankverbindlichkeiten gegen einen Anstieg des Referenzzinssatzes zu sichern. Bonitätsrisiken sind nicht Teil der Sicherung. Die entsprechenden Cashflows werden voraussichtlich in den Geschäftsjahren bis 2019 eintreten. Die Messung der Effektivität der Hedge-Beziehungen erfolgte sowohl prospektiv als auch retrospektiv auf Basis der Dollar-Offset-Methode. Die Sicherungsbeziehungen waren effektiv. Der effektive Teil von Änderungen der beizulegenden Zeitwerte der designierten Zinsswaps wird im Eigenkapital erfasst und beträgt insgesamt T€ -717 (Vorjahr: T€ -847). Der ineffektive Teil der Wertänderungen wird direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Finanzergebnis - netto erfasst und beträgt T€ 0 (Vorjahr: T€ 0). Im Eigenkapital abgegrenzte Beträge werden in der Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht und als Ertrag oder Aufwand erfasst, in der das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird. Aus aufgelösten bzw. ineffektiv gewordenen Sicherungsbeziehungen sind zum Zeitpunkt der Auflösung dieser Sicherungsbeziehungen im Eigenkapital kumuliert erfasste Verluste im Eigenkapital verblieben und werden mit dem Eintritt der ursprünglich gesicherten Transaktion erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Daraus resultierte 2016 ein Aufwand von T€ 555 (Vorjahr: T€ 555), der aus dem Eigenkapital erfolgswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht wurde. Die übrigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Restkaufpreise für erworbene Unternehmen, Verbindlichkeiten aus ABS-Transaktionen, Bonusverpflichtungen sowie Verbindlichkeiten aus ausstehenden Rechnungen. 30 Eventualschulden Die Haftungsverhältnisse resultieren ausschließlich aus Verpflichtungen, die gegenüber Dritten übernommen wurden, und entfielen auf:
Bei allen Sachverhalten geht es um potenzielle zukünftige Verpflichtungen, bei denen das Eintreten des entsprechenden zukünftigen Ereignisses zu einer Verpflichtung führen würde, die zum Bilanzstichtag noch völlig ungewiss ist. 31 Sonstige finanzielle Verpflichtungen Der Konzern mietet zahlreiche Verwaltungsgebäude und Lagerhäuser im Rahmen von unkündbaren "operating lease"-Verhältnissen. Die Leasingvereinbarungen weisen unterschiedliche Konditionen, Mieterhöhungsklauseln und Verlängerungsoptionen auf. Die erwarteten zukünftigen Mindestleasingzahlungen, deren Erhalt aufgrund von unkündbaren Untermietverhältnissen am Bilanzstichtag erwartet wird, betragen T€ 9.541 (Vorjahr: T€ 12.080). Der Konzern mietet außerdem Produktionsstätten und Maschinen im Rahmen von kündbaren "operating lease"-Verhältnissen. Die Mindestbeträge nicht abgezinster künftiger Leasing- und Mietzahlungen aus "operating lease"-Verhältnissen werden wie folgt fällig:
B. Braun unterliegt im Zuge seiner normalen Geschäftstätigkeit möglichen Verpflichtungen aus Verfahren und geltend gemachten Ansprüchen. Schätzungen bezüglich möglicher zukünftiger Aufwendungen sind zahlreichen Unsicherheiten unterworfen. Es werden hieraus keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die wirtschaftliche bzw. finanzielle Situation des B. Braun-Konzerns erwartet. 32 Finanzrisikomanagement Finanzrisikofaktoren Durch seine Geschäftstätigkeit ist der Konzern verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere Währungs- und Zinsänderungsrisiken sowie Kredit- und Liquiditätsrisiken. Die Unternehmenspolitik des B. Braun-Konzerns ist es, diese Risiken durch ein systematisches Risikomanagement zu begrenzen. Der Konzern nutzt hierzu u.a. derivative Finanzinstrumente. Das Risikomanagement erfolgt durch die Konzernfinanzabteilung entsprechend der von der Geschäftsführung vorgegebenen Leitlinien. Die Konzernfinanzabteilung identifiziert, bewertet und sichert finanzielle Risiken in enger Zusammenarbeit mit den operativen Einheiten des Konzerns. Die Geschäftsführung gibt sowohl die Prinzipien für das bereichsübergreifende Risikomanagement vor als auch Richtlinien für bestimmte Bereiche, wie z.B. den Umgang mit dem Fremdwährungsrisiko, dem Zins- und Kreditrisiko sowie dem Einsatz derivativer und nicht-derivativer Finanzinstrumente. a) Marktrisiko Fremdwährungsrisiko Infolge der internationalen Tätigkeit des Konzerns ist er einem Fremdwährungsrisiko ausgesetzt, das auf den Wechselkursänderungen verschiedener Fremdwährungen basiert, überwiegend des USD. Fremdwährungsrisiken entstehen, wenn zukünftige Transaktionen, bilanzierte Vermögenswerte und Schulden auf eine Währung lauten, die nicht der funktionalen Währung des Unternehmens entspricht. Zur Absicherung solcher Risiken verwendet der Konzern Devisenterminkontrakte. Die Risikomanagementpolitik des Konzerns sieht die Absicherung bilanzierter Vermögenswerte und Schulden sowie eine rollierende Absicherung von bis zu 60 Prozent der im folgenden Geschäftsjahr erwarteten Nettopositionen wesentlicher Währungen vor. Der Konzern betrachtet daher in einer Szenarioanalyse die Auswirkung von Wechselkursänderungen auf das Ergebnis bzw. das Eigenkapital des Konzerns (jeweils vor Steuern). In die Analyse gehen die Bilanzpositionen (insbesondere operative Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Kreditgewährungen bzw. -aufnahmen) ein sowie Devisengeschäfte, die zur Absicherung von Bilanzpositionen bzw. zukünftigen Fremdwährungs-Cashflows (Cashflow Hedges) abgeschlossen wurden. Wäre der Kurs des USD gegenüber anderen Währungen am 31. Dezember 2016 um 10% stärker (schwächer) gewesen, wären die Vorsteuergewinne, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären, um € 0,5 Mio. (Vorjahr: € 4,8 Mio.) niedriger (höher) ausgefallen. Die übrigen Komponenten des Eigenkapitals wären um ca. € 6,5 Mio. (Vorjahr: € 12,3 Mio.) niedriger (höher) gewesen. Bei einem gegenüber allen anderen Währungen um 10% stärkeren Euro (10% schwächeren Euro) würde sich aus den sich im Eigenkapital auswirkenden Wertänderungen der Cashflow Hedges ein um ca. € 19,7 Mio. (Vorjahr: € 19,3 Mio.) höheres (niedrigeres) Eigenkapital ergeben. Zinsrisiko Der Konzern hält keine wesentlichen verzinslichen Vermögenswerte, sodass eine Änderung des Marktzinssatzes hauptsächlich über verzinsliche Verbindlichkeiten den Konzerngewinn beeinflusst. Verbindlichkeiten mit variabler Verzinsung setzen den Konzern einem Cashflow-Zinsrisiko aus. Aus den festverzinslichen Verbindlichkeiten entsteht ein Fair-Value-Zinsrisiko. Die Finanzrisikopolitik des Konzerns sieht vor, dass ungefähr 50 % der aufgenommenen Verbindlichkeiten festverzinslich sind. Der Konzern sichert sein Cashflow-Zinsrisiko auch durch die Nutzung von Zinsswaps ab. Bei diesen Zinsswaps kommt der Konzern mit anderen Parteien überein, einen fest vereinbarten Zinssatz gegen einen variablen Referenzzinssatz, jeweils bezogen auf das vereinbarte Nominalvolumen, in bestimmten Intervallen zu tauschen. Derartige Zinsswaps haben den wirtschaftlichen Effekt, variabel verzinsliche Darlehen in festverzinsliche umzuwandeln. Wären die Zinssätze am 31. Dezember 2016 um 100 Basispunkte höher gewesen, wären die Vorsteuergewinne, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären, für das Gesamtjahr um ca. € 4,5 Mio. (Vorjahr: € 5,2 Mio.) niedriger ausgefallen. Wären die Zinssätze am 31. Dezember 2016 um 100 Basispunkte niedriger gewesen, wären die Vorsteuergewinne, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären, für das Gesamtjahr um ca. € 4,5 Mio. (Vorjahr: € 2,6 Mio.) höher ausgefallen. Dies wäre überwiegend auf höhere bzw. niedrigere Zinsaufwendungen für variabel verzinsliche Finanzschulden zurückzuführen gewesen. Die anderen Komponenten des Eigenkapitals hätten sich nur geringfügig geändert. b) Kreditrisiko Im Konzern bestehen hinsichtlich Kundenforderungen keine wesentlichen Konzentrationen bezüglich möglicher Kreditrisiken. Es existieren Organisationsrichtlinien, die sicherstellen, dass Verkäufe an Kunden nur getätigt werden, wenn der Kunde in der Vergangenheit ein angemessenes Zahlungsverhalten aufgewiesen hat. Verträge über derivative Finanzinstrumente und Finanztransaktionen werden nur mit Finanzinstituten guter Bonität abgeschlossen und enthalten i.d.R. eine Bestimmung, die es erlaubt, im Falle einer Insolvenz eines Vertragspartners positive und negative Marktwerte gegeneinander aufzurechnen. c) Liquiditätsrisiko Ein vorsichtiges Liquiditätsmanagement schließt das Halten einer ausreichenden Reserve an flüssigen Mitteln sowie die Möglichkeit der Finanzierung durch einen adäquaten Betrag an zugesagten Kreditlinien ein. Aufgrund der Dynamik des Geschäftsumfelds, in dem der Konzern operiert, ist es Ziel der Konzernfinanzabteilung, die notwendige Flexibilität in der Finanzierung beizubehalten, indem ausreichend ungenutzte Kreditlinien bestehen. Kapitalrisikomanagement Die Ziele des Konzerns im Hinblick auf das Kapitalmanagement liegen zum einen in der Sicherstellung der Unternehmensfortführung als unabhängiges Familienunternehmen, um den Anteilseignern weiterhin Erträge und den anderen Interessenten die ihnen zustehenden Leistungen bereitzustellen, zum anderen in der Aufrechterhaltung einer optimalen Kapitalstruktur, um die Kapitalkosten zu reduzieren. Das Ziel, die im Konsortialdarlehensvertrag vereinbarte Eigenkapitalquote von mindestens 25 % deutlich zu übertreffen, konnte auch im Geschäftsjahr 2016 erreicht werden. Die Finanzierung des B. Braun-Konzerns erfolgt überwiegend durch Kreditaufnahmen der B. Braun Melsungen AG. Die höchste Kreditaufnahme entfällt hierbei auf Schuldscheindarlehen. Derivative Finanzinstrumente Der beizulegende Zeitwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch unmittelbar beobachtbare Marktinputfaktoren ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Zinsswaps berechnet sich aus dem Barwert der zukünftigen Zahlungsströme unter Anwendung der zum Bilanzstichtag maßgeblichen Zinskurve. Der beizulegende Zeitwert von Fremdwährungstermingeschäften wird unter Zugrundelegung der Devisenterminkurse am Bilanzstichtag ermittelt. Aus Wesentlichkeitsgründen erfolgt diese Ermittlung ohne Berücksichtigung des eigenen Kreditrisikos bzw. des Kontrahenten-Kreditrisikos. Die Marktwertveränderungen der derivativen Finanzinstrumente, die wirtschaftlich betrachtet wirksame Absicherungen im Rahmen der Konzernstrategie darstellen, werden, soweit kein Hedge Accounting vorliegt, ergebniswirksam erfasst. Bei Anwendung von Hedge Accounting für Cashflow Hedges werden die Marktwertveränderungen aus dem effektiven Teil erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Den ergebniswirksamen Marktwertveränderungen der Derivate stehen nahezu kompensierende Marktwertveränderungen aus den abgesicherten Grundgeschäften gegenüber.
In Abhängigkeit vom Marktwert am Bilanzstichtag werden derivative Finanzinstrumente als sonstiger Vermögenswert (bei positivem Marktwert) oder als sonstige Verbindlichkeit (bei negativem Marktwert) ausgewiesen. Zu den unter den übrigen Verbindlichkeiten bilanzierten Cashflow Hedges verweisen wir auf Textziffer 29. Der Konzern designiert Devisentermingeschäfte zur Sicherung von nicht in der funktionalen Währung denominierten, mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten künftigen Fremdwährungsein- und -auszahlungen aus dem operativen Geschäft des B. Braun-Konzerns. Außerdem ordnet der Konzern Devisensicherungen bestimmten Anlagenbauprojekten und konzerninternen Darlehensvergaben zu, die nicht in der funktionalen Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft abgeschlossen werden. Mit den Sicherungsmaßnahmen wird das Ziel verfolgt, die Ergebnisvolatilität aus den Fremdwährungseinnahmen und -auszahlungen (bzw. aus deren Bewertung) in Bezug auf das Devisenkursrisiko zu reduzieren. Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung wird prospektiv mit der Critical Terms Match-Methode und retrospektiv nach der Dollar-Offset-Methode überprüft. Im Konzern waren zum 31. Dezember 2016 Devisentermingeschäfte mit einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von saldiert T€ -9.534 (Vorjahr: T€ -1.560) als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Cashflow Hedges designiert. Alle Sicherungsbeziehungen waren im Rahmen der von IAS 39 vorgegebenen Bandbreite effektiv. Im Geschäftsjahr 2016 wurden aus der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte von Devisenderivaten im Zusammenhang mit Cashflow Hedges resultierende Erträge von T€ 9.891 (Vorjahr: T€ 30.165) und Aufwendungen von T€ 26.292 (Vorjahr: T€ 46.722) im Eigenkapital erfasst. Im Geschäftsjahr wurden im Eigenkapital erfasste Erträge in Höhe von T€ 11.075 (Vorjahr: T€ 19.817) und Aufwendungen in Höhe von T€ 19.870 (Vorjahr: T€ 34.428) in die sonstigen betrieblichen Erträge bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen transferiert. Das Ergebnis aus der Währungssicherung von Anlagenbauprojekten in Höhe von T€ -1.053 (Vorjahr: T€ -8.730) wurde aus dem Währungsergebnis eliminiert. Die Sicherungsmaßnahmen waren bis zum Bilanzstichtag mit keinen Ineffektivitäten verbunden. B. Braun erwartet, dass innerhalb der nächsten zwölf Monate im Eigenkapital erfasste Erträge von T€ 2.959 und Aufwendungen in Höhe von T€ 12.493 in die Gewinn- und Verlustrechnung reklassifiziert werden. Das Ergebnis der Sicherungen aus internen Darlehensvergaben wird im Zinsergebnis gezeigt. 33 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen werden angegeben, soweit sie nicht bereits als konsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen werden. Eine Person oder ein naher Familienangehöriger dieser Person steht dem berichtenden Unternehmen nahe, wenn diese das berichtende Unternehmen beherrscht oder an dessen gemeinschaftlicher Führung beteiligt ist, maßgeblichen Einfluss auf das berichtende Unternehmen hat oder im Management des berichtenden Unternehmens eine Schlüsselposition bekleidet. Ein Unternehmen steht dem berichtenden Unternehmen nahe, wenn beide Unternehmen zum selben Konzern gehören, eines der beiden Unternehmen ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen des anderen ist. Im Rahmen des operativen Geschäfts bezieht der B. Braun-Konzern weltweit Materialien, Vorräte und Dienstleistungen von zahlreichen Geschäftspartnern. Unter diesen befinden sich einige wenige, an denen der Konzern beteiligt ist, sowie Unternehmen, die mit Mitgliedern des Aufsichtsrats der B. Braun Holding GmbH & Co. KG in Verbindung stehen. Geschäfte mit diesen Gesellschaften erfolgen zu marktüblichen Bedingungen. Die entsprechenden Umsätze sind aus Sicht des B. Braun-Konzerns nicht von materieller Bedeutung. Der B. Braun-Konzern war an keinen wesentlichen Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen beteiligt, die in ihrer Art oder Beschaffenheit unüblich waren und beabsichtigt dies auch zukünftig nicht. Die folgenden Geschäfte wurden mit nahestehenden Unternehmen und Personen getätigt:
Offene Posten aus dem Kauf/Verkauf von Waren/Dienstleistungen sowie aus Kreditaufnahmen am Geschäftsjahresende:
Bei dem Management in Schlüsselpositionen handelt es sich um die Geschäftsführer der B. Braun Holding GmbH & Co. KG sowie Vorstandsmitglieder und Mitglieder des Aufsichtsrats der B. Braun Melsungen AG. Die Gruppe der nahestehenden Unternehmen umfasst neben assoziierten Unternehmen auch Joint Ventures sowie Unternehmen, die von dem Management in Schlüsselpositionen oder deren engen Familienangehörigen beherrscht werden. Die Namen der assoziierten Unternehmen und Joint Ventures können der Anteilsbesitzliste entnommen werden. Die offenen Posten mit nahestehenden Personen und Unternehmen sind in folgenden Bilanzpositionen enthalten:
Die von nahestehenden Personen gewährten Darlehen haben kurzfristigen Charakter. Die Verzinsung orientiert sich an der Rendite für Pfandbriefe. Bezüglich der Leasingverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen wird auf Textziffer 27 verwiesen. Geschäftsführer der persöhnlich haftenden Gesellschafterin waren im Berichtsjahr:
Stellvertretende Geschäftsführer der persöhnlich haftenden Gesellschafterin waren im Berichtsjahr:
Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung für die Wahrnehmung ihrer Organaufgaben im Mutterunternehmen und den Tochterunternehmen betragen T€ 219. Gegenüber den Mitgliedern der aktiven Geschäftsführer bestehen Pensionsverpflichtungen in Höhe von insgesamt T€ 6.389. Erläuterungen der Konzern-KapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des B. Braun-Konzerns im Berichtsjahr verändert haben. Dabei wurden die Zahlungsströme entsprechend IAS 7 nach den Mittelzu- und -abflüssen aus operativer Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit gegliedert. Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit wird nach der indirekten Methode ermittelt. 34 Brutto-Cashflow und Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit Der Brutto-Cashflow in Höhe von € 766,8 Mio. zeigt den betrieblichen Einnahmeüberschuss vor der Mittelbindung. Er liegt € 14,2 Mio. unter dem Vorjahreswert. Die Veränderung resultiert insbesondere aus der Veränderung langfristiger Rückstellungen und sonstiger nicht zahlungswirksamer Aufwendungen und Erträge. Im Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit von € 846,4 Mio. werden die Veränderungen des Umlaufvermögens, der kurzfristigen Rückstellungen und der Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten) dargestellt. Die Erhöhung der Verbindlichkeiten und kurzfristigen Rückstellungen abzüglich der Erhöhung der Vorräte, Forderungen sowie sonstigen Vermögenswerte hat zu einem Mittelzufluss von € 79,6 Mio. geführt. Der Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit liegt damit € 137,6 Mio. über dem des Vorjahres. 35 Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit Für den Kauf von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und Finanzanlagen sowie für Unternehmensakquisitionen wurde im Jahr 2016 ein Betrag von € 821,8 Mio. aufgewendet. Dem standen Einnahmen aus dem Verkauf von Sachanlagen und dem Abgang von Beteiligungen (€ 8,2 Mio.) sowie erhaltene Dividendenzahlungen und ähnliche Einnahmen (€ 13,3 Mio.) gegenüber, sodass sich ein Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit von € 800,3 Mio. ergibt. Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich eine Erhöhung der Mittelabflüsse von € 72,6 Mio. Die im Geschäftsjahr getätigten Investitionen konnten vollständig durch den Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit gedeckt werden. Der hiernach verbleibende Free Cashflow beträgt € 46,1 Mio. (Vorjahr: € -18,9 Mio.). Zugänge von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten aus Finanzierungsleasing führen zu keinem Mittelabfluss und werden daher nicht unter den Investitionen ausgewiesen. Die Zugänge des Geschäftsjahres betrugen € 0,4 Mio. (Vorjahr: € 0,5 Mio.). 36 Mittelzufluss/Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit Im Geschäftsjahr 2016 betrugen die Mittelzuflüsse aus Finanzierungstätigkeit € 3,7 Mio. (Vorjahr: € -12,8 Mio. Mittelabfluss). Der Saldo der für Kreditaufnahmen und Schuldentilgung zu- und abgeflossenen Mittel beträgt € 44,7 Mio. (Vorjahr: € 34,9 Mio.). Dividendenzahlungen und Kapitaleinzahlungen von Minderheitsgesellschaftern führten insgesamt zu einem Mittelabfluss per Saldo von € 39,2 Mio. (Vorjahr: € 44,8 Mio.). Die Veränderung der Mittelzuflüsse gegenüber dem Vorjahr in Höhe von € 16,5 Mio. ist insbesondere auf eine niedrigere Schuldentilgung zurückzuführen. 37 Finanzmittelfonds Der Finanzmittelfonds enthält Bargeld, Sichteinlagen und andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte, die nur unwesentlichen Wertschwankungen ausgesetzt sind, mit einer Restlaufzeit von maximal drei Monaten. Zum 31. Dezember 2016 lagen Verfügungsbeschränkungen bezüglich des Finanzmittelfonds in Höhe von T€ 1.766 (Vorjahr: T€ 1.386) vor. Die Beschränkungen betrafen überwiegend Kautionen sowie Sicherheitsleistungen für Tender. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Nach Abschluss des Geschäftsjahres bis zum Aufstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses haben sich keine Sachverhalte mit wesentlicher Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Geschäftsjahres 2016 ergeben.
Melsungen, den 21. April 2017 Die Geschäftsführung Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun Barbara Braun-Lüdicke Dr. Stefan Ruppert Sabine Pflüger ANTEILSBESITZ (STAND 31.12.2016, BETRÄGE IN T€)DER B. BRAUN HOLDING GMBH & CO. KG UND KONZERN
Die Beträge in Landeswährung der ausländischen Unternehmen wurden mit dem Mittelkurs am 31.12.2016 bzw. mit dem Durchschnittskurs des Berichtsjahres umgerechnet. * Die Gesellschaft ist durch die Einbeziehung in den Konzernabschluss der B. Braun Melsungen AG nach § 264b HGB von der Verpflichtung befreit, einen Jahresabschluss und einen Lagebericht nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften aufzustellen, prüfen zu lassen und offen zu legen. 1) Durchgerechneter Anteil 2) Gesellschaften mit Ergebnisabführungsvertrag 3) Unkonsolidiert 4) At Equity konsolidiert 5) Assoziierte Unternehmen 6) Durchschnitt 7) Werte aus dem veröffentlichten Q3 Zwischenbericht Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den von der B. Braun Holding GmbH & Co. KG, Melsungen, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung und Anhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der Geschäftsführer. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben. Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der Geschäftsführer sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Kassel, den 21. April 2017 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Dr. Bernd Roese, Wirtschaftsprüfer ppa. Oliver Böhm, Wirtschaftsprüfer Der Konzernabschluss zum 31.12.2016 wurde am 06.06.2017 gebilligt. |
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